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II. GRUND-BUCH.
der
Freiw. Feuerwehr
1888 MÜHLAU
1902
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Vierzehntes Vereinsjahr
1888
Am 1. Jänner. Jahreshauptversammlung beim Ko¬
reth. Nach genehmigten Jahres und Rechenschaftsbericht
fand diesesmal wieder die Neuwahl der Chargen statt
und wurden sämtliche Chargen per Aclamation auf
2 Jahre wiedergewählt. Der Hochwolg. Herr Kurat
und Ehrenmitglied, der mit dem Herrn Gemeindevor¬
stand u. Ehrenmitglied Herrn Leopold Rauch die Ver¬
sammlung durch seine Gegenwart ehrte, spendete
wieder 5 fl zu Vereinszwecken.
Am 12 Jänner abends gegen 9 Uhr entstand auf
dem Dachboden des Schlosser-Kirscheer-Hauses in der
Schlossergasse ein ganz bedeutender Brand, der jedoch
des starken Blechdaches und des Winternebels halber
in Mühlau nicht wahrgenommen werden konnte,
und nur das vernommene Feuersiqual veranla߬
te uns in Bereitschaft zu treten, welche wieder auf¬
gehoben wurde, als bald hernach die Signale wieder
verstummten.
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Am 22. Jänner. Brand in der Wagner'schen Univer¬
sitäts-Buchdrukerei. Auch bei diesem Brande, der bei zim-
licher Kälte gegen 7 Uhr morgens ausbrach, verhindert
der Nebel die rechtzeitige Wahrnehmung des Feuers, und
auch dieses mal würde, da die Feuersignale bald aufhörten,
die Bereitschaft aufgelöst. Kommandant Weyrer begab sich
auf dem Brandplatz, wo er das Heuer schon bewältigt fand.
der enge Raum um den Feuerherd hätte das Eingreifen
noch mehrerer Spritzen doch kaum gestattet.
Am 30. Mai. Gesammtübung; hernach Abendunterhalt¬
ung aus Anlaß des Namenstages des Komandanten.
Bei dieser Gelegenheit trat wieder so recht klar und deutlich
der einheitliche Ton und die echte Kameradschaftlichkeit, die
unserem Vereine Pets voranleuchtet, in ihrer ganzen
Größe hervor. Die herzlichen Worte mit welchen unser
wäkerer Steigerführer Alois Perna die Gratulation der
Kameraden dem Kommandanten vorbrachte, werden
denselben unvergeßlich bleiben, denn inniger und
herzlicher hätte die schöne Harmonie der Mühlauer-feuer-
wehr nicht mehr demonstriert werden können. Möge
sie ewig fortbestehen.
Am 20. Juli
Übung und Wahl des delegirten
zum 2. Bezirksfeuerwehrtage in Wattens. Gewählt
wurde Kamerad Alois Schlöge
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Am 12. August Delegirtenstag des Bezirks-Verbandes
in Wattens. Die wesentlichen Gegenstände bei dieser Sele-
girten-Versammlung waren die Anträge, den Landes¬
Ausschuß neuerdings durch den Gauverband wegen Ernen-
nung der Feuerlösch-Inspectoren ernste Vorstellungen zu
machen, und den Pasus zu regeln, daß die Assekuranzge¬
sellschaften den gesetzlichen Feuerwehrbeitrag nicht zum Scha¬
den der Parteien von den Assekurirten einhaben sollen.
Nach den Berathungen hielt die Wattener freiwillige Feuer¬
wehr eine sehr gelungene Übung ab, nach welcher sich in
den dortigen Gasthausern ein recht lustiges, durch Musick
und Gesang gewürztes Leben entwickelte. Leider hatten
einige Burschen der Absamer Feuerwehr des Unglücke
beim Wegfahren durch das rasche Anziehen der Pferde
von dem mit Bänken versehenen Brückenwagen
zu stürzen, daß dieselben recht bedeutende Verletzungen
davon trugen. Es sei das nur zu dem Zwecke hier er
wähnt um den Feuerwehrmännern bei jeder
Gelegenheit einzuschärfen, daß sie sich die Vorsichtigkeit
zur eisernen Gewohnheit machen sollen. - Achtung - im
Dienster, – Achtung beim Vergnügen.
Am 26. August Waldfest am Mittelgebirge hinter
dem Rechenhof. Das schon einmal von uns (: 16. Juli 1876)
aufgesuchte Plätzchen war wieder das Podium für die
manigfaltigsten Spiele und Unterhaltungen, welche
alle in der heitersten Lustbarkeit und dem besten Humor,
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und ohne der mindesten Störung, ausgeführt wurden.
Es waren auch sehr viele Feuerwehrfreunde zugegen,
deshalb auch das große Quantum von 300 Liter Bier ver¬
tilgt wurde. Den Transport der Erfrischungen und der
nöthigen Geschiven besorgte in uneigenentzigster Weise
Kamerad. Wiedisch und Ehrenmitglied Leopold Rauch,
welch letzterer noch dazu 5 fl spendete
Am 31. August Beerdigung des Kameraden Anton
Rainer. Da dieselbe vom Phatalogischen Institute aus
auf den städtischen Friedhofe erfolgte, und in Anbetracht.
des amselben Tage herrschenden, fürchterlichen Regen¬
wetters betheiligten sich die Feuerwehrmänner in
Civil.
Am 1. und 2. September Gautag, XVI. Delegirten tag
der deutschlirolischen Feuerwehren, und General-
versammlung der freiwilligen und Gemeinde¬
feuerwehren. Unser Verein war durch Kamerad
Anton Windisch vertreten. Hauptanträge, die
auch für uns Interesse hatten, waren die Auflösung
der Gauverband=Unterstützungskasse und Zuweisung
des Vermögens an die Gouverbands-Regiekasse,
welcher Antrag nach erfolgter Abänderung des § 23
der Verbandsstatuten, nach welchem das Vermögen der
Unterstützungskasse im Falle der Auflösung an die ein¬
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zelnen Verbandsfeuerwehren hätte vertheilt werden
sollen, zum Beschluß erhoben wurde.
Ferner wurde beschlossen beim hohen Landesausschuß Ver¬
wegen
stellung zumachen dem § 24 der Feuer Polizei Ordnung,
nach welchem im Falle eines Brandes bald der Feuerwehr-
Kommandant dem Orts-Vorsteher, bald dieser dem Feuer¬
wehr-Kommandanten zu gehorchen hätte, in soweit richtig
zu stellen, resptr: die genaue Gränze zu stellen daß das
Feuerlöschen, Sache des Komandanten der Feuerwehr
demoliren und Abbrochen von Gebäuden aber Sache
des Ortsvorstehers sei. Ein weiterer Beschluß war auch
der, dem hohen Landesausschuß durch eine Petition um
Einführung der Pflichthauerwehren zu ersuchen.
Nachdem nun der Vorsitzende Dr Otto Stolz in ausführlichster
Darlegung die Kassaberichte zur Kenntniß brachte, und be-
merkte, daß von Anfang des Jahres 1888 der Landesfeuerwehr-
fond die an ihn gestellten Forderungen von Unterstützungs¬
geldern pünktlich ausbezahlt hat, und ersuchte der
langjährige Gäuverbands-Vorstand ihn nun doch einmal
in den ersehnten Ruhestand zu versetzen. Delegirter
Josef Pirchl aus Kitzbühel unternahm es nun in treflicher
Rede die großen Verdienste des bisherigen Vorstandes
darzulegen, und den Antrag zu stellen, der Gautag wolle
den nun 16 Jahre wirkenden verdienstvollen D. Otto
Stolz zum Ehren-Vorstand des deutsch-tirolischen Gan¬
verbandes ernennen, was einstimmig angenommen
wurde. Sichtlich gerührt dankte Dr Stolz für das Vertrauen,
und schloß mit den allseit mit höchsten Freude aufgenom¬
menen Worten: „Wenn ich schon einmal Ihr Ehrenvorstand sein
soll, so will ich auch Ihre Ehrenr Arbeitsvorstand bleiben.
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Nun sei dem wärkerem Manne auch an dieser Stelle
für sein uneigennütziges, mühevolles Wircken der
Dank der Verbandsfeuerwehr von Mühlau im Namen
aller Kameraden ausgesprochen.
Als Vorort für den nächsten Gantag, welcher im Jahre 1891
abgehalten wird, wurde auf Anträg des delegirten Hans
Reisch, Kufstein gewählt, da die dortige Feuerwehr
zur selben Zeit ihr 25 jähriges Gründungsfest begeht.
Am 10. September. Magazinbrand bei Zambra. Das
um 1/2 11 Uhr vormittag im Stöckelgebäude des ehemali¬
gen Gasthofes zur Sonne, nun Zambrahaus in der
Maria-Theresienstrasse in Innsbruck, ausgebrochene
Schadenseuer wurde von der Jensbrücker Feuerwehr
in kurzer Zeit gelöscht, und nur die angelangte Telepen¬
meldung, daß es im Magazin bei Zembra brenne
wo man große Vorräthe wußte, veranlaßte uns
zur Reserve in die Stadt zu fahren. Um 12 Uhr wür¬
de wieder heimgekehrt. Train geleitet von
Kommandant Weyrer, Bespannung von
Josef Mayerhofer.
Am 16. Oktober Beerdigung unseres langjähri¬
gen Kameraden Leonhard Tschavon. Je Ab¬
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E
wesenheit des Kommandanten, der sich zur Zeit Geschäf¬
te halber in Wien befand, wurde der Conduct vom Kom¬
man dant-Stellvertreter Thomas Lang geführt. Ischa¬
von war seit der Gründung Mitglied des Vereines,
ein fleißiger eiferiger Feuerwehrmann, ein wake¬
rer, edler Kamerad. Möge ihn die Erde leicht sein
Am 26. Oktober abends 1/2 8 Uhr brannte in der
Nähe der Reichenau ein Hutterstadel gänzlich nieder¬
der vollkommenen Windstille halber, wurde die
Bereitschaft aufgelöst, und aus demselben Grunde
trotz der Nähe des Brandobjektes auch keine
weitere Wache gehalten.
Am 28. Oktober
Herbsthauptübung. Nachdem
nun einige Abtheilungsübungen und Reini¬
gung und Musterung der Maschinen u. Geräthe
vorausgegangen, hielten wir an diesem Tage
unsere Hauptprobe ab. Zuerst wurde als Brand¬
objekt das Mayerhoferische Anwesen bestimmt,
und nach Bewilligung dieses Er Brandes ein Flug¬
Feuer angenommen, welches die Häufergruppe
ober der Villa Edelweiß in große Gefahr brachte,
daher wurde mit größter Scheelligkeit dorthin
gefahren, und in wenigen Minuten war beim
Platzbrunnen die Spritze im vollem Gange.
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Natürlicher Weise geben solche Brunnen so we¬
nig Wasser, daß im Ernstfalle nicht conveniren
werde dort Aufstellung zu nehmen, sondern
mußte sofort zur Öffnung der Wasserlei¬
tung geschritten werden. Hoffendlich bringt
uns der neue Innsbrucker-Röhrenstrang
die längst ersehnten Hytranten, welche auch be¬
sonders für die Häusengruppe bei der Ketten¬
brücke, wo beim kleinen Wasserstand kein
Wasser vom Jan zu bekommen ist, von großen
Werthe. Die zu dieser Übung benöthigte Be¬
spannung stellte unser Kamerad Anton Windisch.
Nach der Übung Erfrischung im Bachause.
Am 10. Dezber. Seelengottesdienst für die
verstorbenen Kameraden Anton Rainer
und Leonhard Tschavon
Schlussbericht
Das Jahr 1888 war mit Ausnahme der
zeichneten kleineren Brande in der Umge¬
bung, in Bezug auf Elementarereignisse beson¬
ders für uns ein sehr glückliches. Großer Schne¬
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fall auf den Bergen und im Frühjahr plötzlich ein¬
getretenes Tauwetter wohl große Lawienengefahren
und es kahmen auch mehrere Verunglückungen und
Verluste und Zerstöhrungen von Eugenthum vor
doch hätte können bei den Zusammenwirken
von verhängnißvollen Umständen großes
Unglück geschehen; darum Gott unsern schuldigen
dank.
Windwachen wurden in diesem Jahre 23 ab¬
gehalten.
Inventar
legtes
der vorhandenen Geräthe, Ausrichtungsge¬
genstände etc. mit Schluß des Jahres 1888.
Eine große Saugspritze
kleinern Spritze ohne Saugwerk
Ein zweiradriger Schlauchwagen mit Kasten
150 Meter Normalschläuche
Schleuche ohne Normalgewiede
30 "
Eine Spritzendecke aus Leinentuch
Schubleiter Augsburgen Construction
Vier Petrolium-Stielfakeln.
Eine Commando-Standarde mit rother Jahre u. rothr Lateren
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8 Stück, lakirte Feuerkübel
Einen Wandkasten
Eine größere Kiste
Einen Pickel
Stück Helme
51
Neigergurten mit Karabiner, Seine
“ „
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Beil, Beilschutzleder und Einschlaghaken
Feuerwehr Duxer
5 " " lederne Schlüsselgarten mit Schlauchschlüssel
6 Paar wollene Rohrführerhandschuhe
4 Stück Steigerlaternen
Einen Satz Dachleitern
4 Stück Hackenleitern
Einen Geräthe-Karren für die Leitern
Zwei Signal-Horne
5 Einthönige Huppen
Ein kleiner Flaschenzug
2 Stück Schlauchverbinder
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Personal-Stand
der
freiwilligen Feuerwehr Mühlan
am 31. Dez. 1888.
Ehrenmitglieder.
Herr Josef Mayr Baumeister in Innsbruck
Leopold Rauch Kunstmühlenbesitzer und Ge¬
“
meinde-Vorstand in Mühlau
Ehrenmitglied Hochw. Kurat Anton Ruez trat wegen Versetzung aus)
Kommando.
Kommandant: Ferdinand Weyrer
Kommdt-Nellvertreter: Thomas Lang
Magazinsverwalter: 1. Johann Thaler 2. Johann Kathrein
Vereins-Kassier
Gottlieb Schatz
Adjutant: Josef Purner
Signalisten: Franz Waldner
Anton Pfeithofer
Steigerrotte:
Rottenführer: Alois Purner
Sektionsführer: Johann Kathrein
Steiger: Johann Purner
Anton Schnegg
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12.)
Steiger:
Johann Hell
Anton Schöpf
Otto Zapp
Josef Mayerhofer
Franz Schatz
Max Schlögl
Anton Mayr
Alois Speckbacher
Josef Sentobe
Spritzenrotte
Spritzenmeister
Rottenführer: Thomas Lang
Sektionsführer: Alois Schlögl
Stellvertreter
Leonhard Schlegl
Rottenführer:
(2. Spritzenmeister)
Sektionsführer: Johann Gstr
Nellvertreter
Harm Anton
Spritzenmanner
Kuen Josef
Staffler Mathias
Hochenburger Andrä
Purner Leonhard
Mader Lorenz
Harm Josef
Thaler Anton
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Spritzenmänner Windisch Anton
Strasser Josef
Strasser Franz
Trenkwalder Josef
Rauch Karl
Rauch Christian
Sauerwein Josef
Sangl Josef
Lechner Ferdinand.
Schlauchrotte
Andrä dinkhauser
Johann Thaler
Franz Seetobe
Gottlieb Schatz
Alois Rainer
Ordnungsmanner
Obmann: Anton Dinkhauser, Max Sentobe
Ausserordentliche Mitglieder
Herr Alois Sachs
Franz Prantl
Peter Kuen
Georg Schreier
Löbl Schützengesellschaft
in Mühlau
Anton Prantl
Herr:
Jakob Ziel
Alfons Schandl
Alois Hepperger
Josef Dinkhauser
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14.)
Herr Alois Bürger Herr Leopold Purner
Rudolf Rauch
Franz Rötsch
Frau Maria Sauerwein „Lucian Schütz
Maria Riedl
Mühlan den 31. Dezember 1888.
Gut Heil!
Weyra
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Fünfzehntes Vereinsjahr
1889.
Am 1. Jänner Jahres-Hauptversammlung beim Koreth.
Da es für dieses Jahr keine Neuwahl vorzunehmen gab,
der Jahres und Rechenschaftsbericht auch keinen Stoff zu Er¬
örterungen lieferte, so ist auch nichts Besonderes von der
Sitzung zu verzeichnen, als daß der Kameradschaftlichkeit
wieder Gelegenheit gebothen wurde, sich wieder unge¬
schwächt in unserem Vereine zeigen zu können,
Am 30. März entstand am Dachboden des dem Bartlmä¬
Niederwanger gehöriger zum Leobauern benannte Hause
No 69 aus unbekannten Gründen ein Brand, der sofort
den ganzen Dachstuhl und das im Stadt vorhandene Heu
ergriff, und sich auf das ganze Objekt ausdehnte, bevor
die Feuerwehr allarmirt wurde. Es war 8 Uhr mor¬
gens, fast niemand im Hause, als das Heuer entdeckt
würde. Ein immenser Nebel mit Schneegewürbel
verdeckte das unheimliche Umsichgreifen des bösen
Gastes, und so kann es, daß selbst die enge Nachbarschaft
vom Brande einst Kenntnis erhielt, als schon das Ganze
Haus in hellen Flammen stand. Nach Eintreffen der
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Feuerwehr wurde mit der größten Anstrengung
an der Demolirung des noch übrigen, geschwärzten
dachstuhlholzes, an der Bergung von Habseligkeiten
und an der vollkommene Löschung des Feuers
gearbeitet. Um 1 Uhr war der Brand gedämpft
Unsere große Fahrspritze verbrauchte den ganzen
Wasserzulauf aus der Badhauswiese, und konnte
von noch die kleine Baron v Sternbach'sche Haus-
spritze zur Noth mit dem Ablaufwasser am Wege
gespeist werden. Auch waren die Überböden
des obern Stockes so primiliv, nur von einem
Überleger getragen, daß das Durchschlagen und
durchbrennen absolut nicht verhindert werden
konnte. Von fremden Feuerwehren war Nie¬
mand hier, auch die Mithilfe der Ortsbewohner
war mit Ausnahme einiger wallenen Männer
eine ganz minimale. Kommondirt wurde der
Traie vom Kommandanten Weyrer. Bespannung
war keine nöthig.
Versammlung beim Kommandanten
Am 6. April
Vortrag über das Verhalten bei Bränden
und Besprechung des letzten Brandes.
Am 29. Mai
Frühjahr-Hauptübung, dann Erfrischung
beim Dellinger.
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Am 21. Juli
Besuch der Absamer Feuerwehr.
dieselbe kam in Begleitung der Haller Salinenmusick
um 2 Uhr in Mühlau an, und wurde von uns beim Kreuze
aber dem Sternbach-Parkthore empfangen, und auf das
freundlichste begrüßt, und nach ihren Ausflugsbestimmungs¬
ort zum Dollinger geleitet wo sich sofort bei der vor¬
trefflichen Musick das intimste Kameradschaftlichste
Leben entwickelte und fortbestand, bis wir ihren
den wackern Absamer am Empfangsplatze den Schei¬
dungsgruß zubrachten.
Am 24. Juli starb im Bade zu Volderthal unser
langjähriger, verdienstvoller Ganverbands.
vorstand Dr Otto Stolz, Bürgermeister von Hall
und wurde am 26. Juli unter ganz ausnahmhaften
großen Betheiligung in Hall beerdigt.
Dr Otto Stolz war Gründer des deutsch-tirolischen Gau-
verbandes und seit 1873 ununterbrochen Vor¬
stand desselben. 42 auf den Sang des dahingeschiede¬
nen gelegte prachtvolle Kranze gaben beredtes
Zeugniß, wie geachtet und geschätzt der Verstorbe¬
ne allenthalben gewesen ist. Unser Verein
betheiligte sich auch durch eine Abtheilung in voller
Rüstung unterführung des Komandaten Weyrer
Ruhe seiner Asche!
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Am 25. August wurde in Fulpmes der III. Bezirks¬
Feuerwehntag des polit. Bezirkes Innsbruck abge¬
Franz
halten. Unser Verein war durch Kamerad Anton
Strasser
Windisch vertreten. Auch circa 67 andere Kameraten
von der Mühlenerfeuerwehr betheiltigten sich an
dem Ausfluge, um dort die Übung der gut ausge¬
rüsteten Feuerwehr von fulpeies zu sehen. Leider
war die Witterung keine günstige, und wurde
die Übung bei Regen abgehalten, aber trotzdem
mit großem Eifer u Präuisität ausgeführt.
Am 1. September suchte unser Verein wieder das
traute Plätzchen hinter dem Rechenhof auf, um dort
wieder ein Waldfest abzuhalten, welches auch wie
gewohnt in bester Harmonie und guter Laune
und fröhlichkeit verlief, obwohl mit schönster Ab¬
wechsellung Schauer u Regen ganz respectable
Angriffe auf den Humor und Unempfindlichkeit
der Feuerwehrmänner und ihrer freunde
machte. Fröhliche Weisen, ausgeführt von den
Kammraden, die der Mühlauer Musickkapelle
angehören, verscheuten dann wieder den
Gedanken an die Unbilden der Witterung.
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Im Monathe Oktober wurde das Spritzenmagazin
einer gründlichen Reparatur unterzogen; das
ganze Dach unzgedeckt und theilweise neugedeckt,
Arbeit
zu welcher Herr Leopold Rauch von seinem Hause
übriggebliebene Dachziegel spendete. Im Inneren
des Magazins wurde der Oberboden bis ganz
vorn geschlossen, so daß nun unter doch ein ab¬
19.
geschlossener von rückwärts zugänglicher Raum
für Gemeinde-Geräthe geschaffen wurde.
das Mauerwerk wurde ausgebessert, inen
und außen schön gefärbt, sowie die Holztheile
und das Thor nun angestrichen. Die Arbeiten
den
wurden von Kameraden Johann Hell
und Johann Kathrein ausgeführt, und hat
sich besonders Letzterer durch das innere Ar¬
rangement verdienstvoll hervorgethan
Am 27. Oktober
Herbsthauptübung. Als Object wurde
das Weyner'sche Wohnhaus und die Gräslmühle an¬
genommen, während am vis a vis liegenden
Webereigebäude die Steiger mit den Hacken¬
leitern exerzirten. Nach Abblasen von diesem Platze
wurde die grosse Fahrspritze an den, um diese
Zeit schon sehr tief stehenden Hrn dirigirt, um die
Saugversuche mit angestückelten 4ten Saugschlauch
der heuer neu angeschafft wurde, vorzunehmen
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Die Übung wurde exact- und befriedigend aus¬
geführt, ebenso zeigte sich die Saugkraft unserer
Maschine als vollkommen in tackt, indem sie
aus einer Höhe von circa 15 Fuß ganz tadelos
das Wasser zog, und ist sicher anzunehmen
daß dasselbe noch bei 18–20 Fuß geschieht.
Nach der Übung Erfrischung beim Zapfler
Schlussbericht.
Das Jahr 1889, welchen uns den ersten größern
Brand im Orte selbst zu bekämpfen gab, war
für die Umgebung ein sehr glückliches, indem
weder in Innsbruck kein ernster Brand
ausbrach, und in weiter Umgebung mit
Ausnahme eines einzeln stehenden Hauses
(Seehof in Amras) keine nennenswerthe
Meldung erpattet wurde.
Schließlich sei noch erwähnt, daß die Stadtge¬
meinde Innsbruck nun vertragsmäßig
verpflichtet ist, 4 Hydranten auf Ihren Kosten
herzustellen, oder, wenn sie bestehende
Leitung das Anbringen derselben nicht ge¬
stattet, 400 fl an die Gemeinde Mühlen zu
zahlen hat. Dem Kommandanten und
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seinen Collegen von der Gemeindestube, welche
alle auch der hiesigen Feuerwehr angehören, gelang
es nun entlich auch für Mühlau eine electrische
Strassenbeleuchtung zu schaffen die im Falle eines
nächtlichen Brandes oder einer Wassergefahr ge¬
wiß erst die verdiente Würdigung erfahren
wird. Leider konnte die erhoffte Eröffnung der
JWeyrer
Comit.
und Gemeindevorsteher
21
Beleuchtung der Saumseligkeit der Lieferannten
halber, nicht mehr dieses Jahr stattfinden.
Die Standesliste hat sich nicht geändert, da Gott Lob
niemand gestorben ist, und sonst auch alles beim
Alten geblieben ist.
Windwachen wurden in diesem Jahre in
17 Nächten gehalten.
Gott beschutze Mühlau!
Gut Heil!
Mühlau den 31. Dezb 1889.
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Sechzehntes Vereinsjahr
1890.
Am 1. Jänner Jahres Hauptversammlung
beim Koreth. Vortrag des Jahres u. Rechen¬
schaftsbericht. Neuwahl des Adjudanten; da
Kamerad Josef Purner nach Innsbruck über
siedelte, wurde für denselben Kamerad Josef
Mayrhofer zum Adjudanten gewählt. Josef Purner
erklärte in liebenswürdigster Weise unserem
Vereine ferner noch als außerordentliches
Mitglied angehören zu wollen.
Von den neuemgetretenen Mitgliedern
Alois Kreuzer und Johann Reinisch wurde
letzterer zum Hornisten ernannt.
Der Obmann der Ordnungsmaschaft, Kamerad
Anton Dinkhauser übernahm auch die Stelle
eines Schlauchmannes. Alle anderen Chargen
wurden wiedergewählt.
Am 12. Jänner. Außerordentlicher XVII. Delegir¬
tentag der deutsch-tiroler Feuerwehren in
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Innsbruck, welcher behufs Neuwahl des
Gauverbandvorstandes einberufen wurde,
wobei Herr Alois Epp, Zugsführer der
Jensbrucker feuerwehr als Gänverbands-
vorstand gewählt werde. Nachmittags
hielt dann die freiw. Feuerwehr Innsbruck
eine tacktische Übung ab, nach welcher sich
dann ein Herr Martin am Prügel¬
bau mit seiner Löschmasse eine Schau¬
vorstellung abhielt, die zwar bei den zahl¬
reich anwesenden Publikum durch p in¬
posanten Eheckt monumentane Befriedigung
hörvorruf, allein für Feuerwehren sich
als nicht praktisch zeigte, da die Löschmasse
zerstörenden Einfluss auf Metalle gezeigt
also den Spritzen schädlich wäre; zu Aufstel¬
lung in hölzenen Gefäßen jedoch sich ganz gut
eignen würde.
Abends gab die Innsbrucker Feuerwehr
zu Ehren der delegirten in den Adam¬
brantokalitäten ein Tanzkränzchen.
Vertreten war unser Verein durch
Kommandant Weyrer.
Am 3. Mai Beerdigung unseres Ehren¬
mitgliedes Josef Mayr, Baumeister
in Innsbruck.
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Am 4. Mai
Frühjahr-Hauptübung, bei welcher
Spritze
unsere große Fahrspritze und die stabile des
Herrn Rauch an seiner Kunstmehr in Thätig¬
keit waren, wo beide Maschinen vorzüglich
funktionirten. Später wurde dann mit
unserer kleinen Spitze bei der Brücke
beim Sternbach gearbeitet, wo der Ge¬
bring-Schlauch aus dem Schreier'schen Rinn¬
werk zur Verwendung kam.
Nach der Übung Erfrischung bei Ko reth,
wo sozusagen auch gleichzeitig unser 15tes
Stiftungsfest gefeiert wurde. Herr
Leopold Rauchspendete 6 fl.
Am 25. Mai (Pfingstsonntag) Um 2 1/4 Uhr
Früh irrthümliche Allarmirung durch
den Nachtwächter, der ein, oberhalb der
letzten Häuser von Mühlau durch Buben
aufgemachtes mächtiges Feuer, ganz
begreiflicher Weise in der Finsterniß
für ein Schadenfeuer hielt.
Am 16. Juni kamen zwei auswärtige
Brände vor. Um 4 Uhr morgens brauten
in Kamerland, einer Fraktion von Ober¬
perfuß, 2 Gehöfte gänzlich nieder, und
am Nachmittage des selben Tages wurden
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in Absam 5 Gebäude ein Raub der Flammen.
da man beide Brande sehr spät beobachtete
und theilweise der großen Entfernung
halber, wurde nicht ausgefahren.
Am 13. Juli morgens 3 Uhr verschied plötz¬
lich an einem Schlaganfalle unser Hoch¬
geschätzter Kamerad und Vereins-Kas-
hier Gottlieb Schatz.
Von der Gründung der Feuerwehr an
war er einer der eiferigsten, und
warmsten Kameraden, der ge¬
wissenhafteste Verwalter unseres
Vermögens. Kaum einmal in der
langen Zeit fehlte unser guter Freud
Schätz, Leid und Freude mit uns theilend
wodurch er sich auch ganz seltene Achtung
und Anhänglichkeit erwarb. Unerloschen
wird sein Andenken in unserem
Vereine Fortleben. Gott löhen ihn
seine Verdienste.
Erwähnt möge hier noch sein, daß wir
an diesen Tage sogar im Tale ganz aus¬
giebigen Schneefall hatten, was wohl auf
die Gesundheit des braven Mannes von
nicht vortheilhaften Einfluß gewesen sein
wird.
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Am 15. Juli begleiteten wir unseren unverge߬
lichen Kameraden zur letzten Ruhe, und
Am 27 Juli wurde für den dahingeschiedenen
die Seelenmesse gehalten
Am 24. August Vereins-Ausflug mit Musik nach
die
Thauer, wo wir zum Steldichem geladenen
Kameraden von Absam trafen. Das Wetter
war uns auf den Hin- und Heimwege
sehr günstig, doch den Aufenthalt im Stangel¬
garten müßte uns ein fataler Regenguß
verbittern. Die wackere Mühlauer Mu¬
sik-Kapelle, die wohl zum größten Theil aus
Feuerwehrmännern besteht, half uns die
fast gewohnte Unbill des Wetters vergessen,
und zauberte den bewährten Humor
in unseren Körper ungeschwächt wieder
hervor. Ohne mindesten Zwischenfall ver¬
gieng der Tag in bester Eintracht
Am 14. September IV. Delegirten tag des Bezirks¬
feuerwehr-Verbandes von Innsbruck in Ke¬
maten. Unser Verein war durch Komandant
Weyrer vertreten, auch mehrere andere
Kameraden hatten sich in Kematen ein¬
gefunden, um die dortige Schauübung zu
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zu sehen, und den herrlichen Tag am Lande zu
verleben.
Bei der Delegirtensitzung wurden, nach ver¬
schiedenen Erörterung die übrigens für
unseren Verein von keiner großen
Beteutung waren, folgende Herrn in
den Bezirks-Ausschuß gewählt:
Ausschuß Holzmeister
Obmann: Kerber
Ausschuß: Klammer
Zimmerling
Hoppichler
" Puelacher
Als Vorort für den V. Delegirtenstag wurde
Absam bestimmt
der Feuerehr-Verband des Politischen Bezirkes
Jensbruck besteht aus 22 Feuerwehren
mit 1588 Mitglieder.
Am 9. November hielten wir unsern Herbst-
Hauptübung ab. Als Brandobjekt diente
die früher-Mayrhofer'sche Mühle, welche
von Unten durch unsere große Fahrspritze
von oben durch die alte Spritze angegriffen
wurde. Beide Maschinen arbeiteten gut
und gab die erstern vom Feuersignal an
in 7, die kleine Spritze in 6 Minuten
Wasser. Nach der Übung Erfrischung
im Badhause
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Am 12. November. Brand im Bräuhause zu Jenbach,
der hier gar nicht bemerkt wurde, doch
auch kurz erwähnt sein sell.
Am 20. November. Brand des Ökonomiege-
bäudes der "Barmherzigen Schwestern" an
der Kettenbrücke. Kurz vor 12 Uhr ent¬
Zündete sich das am Heuboden des oben
erwähnten Gebäudes das in großer Menge
aufgestappelte Stroh u. Futter, und verbrei¬
tete sich das Feuer unter dem Dache überall
hin mit solcher Scheelligkeit daß das Objekt
sofort in seiner ganzen Ausdehnung in flammen
stand.
da die Stallungen zum größten Theile gut
gewölbt waren, konnte alles Vieh gerettet
werden, was meistentheil durch Innwohner
und früh angelangten Feuerwehrmanner
von Mühlau bewerkstelligt werde. Un¬
sere Maschinen waren auch schnell am Platze
und die Grasse am Jen sofort in Thätigkeit
gesetzt, die kleine würde nicht in Dienst ge¬
zogen. Wir arbeiteten mit der größten
Anstrengung bis 1/2 6 Uhr morgens, von
welcher Zeit an die Dampfspritze das weitere
Auslöschen des Brandes übernahm. Diese Maschine
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würde erst auf ausdrückliches Verlangen des
Kommandanten der Hausbrücker Feuerwahr
von der Stadt herabgesandt. Das Späte Ein¬
treffen des Innsbrucker Löschtrains
und Nichtausfahren der Dampfspritze
wurde dem Irrthum des Thurmwächters
zugeschrieben, der Landfeuer signali¬
sirte. Aus aber kann es ein Finger¬
zeig sein, daß wir uns auf die Hilfe
der Innsbrucker nicht allzusehr ver¬
lassen dürfen. Löschtrau kommandant
Beſpannung für den
Freyra
Abzug-Josef Meyerhafer. Schlußbericht:
Im Jahre 1890 kam in Mühlau u nächster
Umgebung außer dem Brande bei
den Barmherzigen nichts besonders
Merkenswerthes vor, und sei nur
erwähnt, daß in diesem Jahre die
Jensbrucker Hochdruckleitung durch
unser Dorf gelegt wurde, was für
die meisten Einwohner gerade nicht
die angenehmste Zeit war.
Am 8. März wurde im Orte auch die
elektrische Strassenbeleuchtung
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(3)
eröffnet und zwar durch 10 Stück Glüh¬
lampen a 16 Normalkurzen
Windmachen werden in 19 Nächten
abgehalten.
Gott beschütze Mühlan
Gut Heil!
Ihr
Am 31. Dez. 1890
Meyra
ländt.
/
I. Gemeinde
Rath.
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33
Siebzehntes Vereinsjahr
1891
Am 1. Jänner
Jahreshauptversammlung beim
Koreth. Nach Verlesung des Jahres und Rechen¬
schaftsberichtes fand die Neuwahl des Vereins¬
Kassieres statt, und wurde als solcher Kamerad
Johann Thaler gewählt.
Am 18. Jänner fand seit dem Fasching 1887 wieder
in den Lokalitäten bei Dollinger ein Feuer¬
wehr-Tanzkränzchen statt, das wie alle Früh-
eren in bester Harmonie und ungestörtem
Frohsinn verlief. Erwähnt soll auch hier sein
daß die Tanzmusik durch die Gebrüder Veronesi
behorgt wurde, die sehr tackvoll u. gut spielten.
Sie erhielten 25 fl, Alles in Allem.
20. Jänner
kamen im politischen Bezirke
Am
Innsbruck zwei Brande vor. Einer um 12 Uhr
Nachts in Wattens, wobei ein Haus mit Stall u. Nadel
abbraute und der andere um 6 Uhr früh in Natters, wo¬
bei 2 Häuser sammt Stall u. Stadel gänzlich eingeäschert,
wunden
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34)
Am 27. Jänner. Ein Kaminbrand in der
Klosterkaserne.
Am 6. März.
Gegen 6 Uhr abends entstand
in einem der großen Sillsöfe (Eggerbauer)
ein Brand, der in kurzer Zeit das ganze
ausgedehnte Gehöft ersaßte und einäscherte
Trotz der erschwerten Wasserbeschaffung
wurden doch von den erschienenen Feuer¬
wehrenden sehr nahe angebauten andern
Höfe vollkommen gerettet. Wir grif¬
fen nicht mehr mit der Maschine ein
betheiligten uns jedoch noch sehr an der
dämmung des Feuers, konnten selbst noch
lebende Thiere (Hennen) retten obwohl
wir doch einen weiten Weg zum Brand¬
platze hatten. Kommandant Weyrer, der
beim Ausbruche des Feuers in Wilten war,
übernahm vom Zugsführer Lang am
Brandplatze das Komando. Die Bespanung
stellte Anton Windisch
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35
Am 10. März Beerdigung unseres außer¬
ordentlichen Mitgliedes Georg Schreier.
Von der Gründung unseres Vereines an,
war Schweier Mitglied, ein warmer
Feuerwehrfreund, stehts bereit die Feuer¬
wehr zu unterstützen, wo er nur konnte.
Er ruhe im Frieden!
Am 30. März. zündete ein Lehrbube des Tischler-
meisters Forster im Bäcker-Schärmer-
Hause neben der Spitalkirche, die im Keller
des Stöckelgebäudes unter der Tischlerwerk¬
stätte angehäuften, Hobelspähne an, wodurch
des Kollusalem Rauches halber, der die Löschak¬
tion ungemein erschwerte, leicht eine
größern Ausdehnung des Schadenfeuers
hätte entstehen können. Kommandant
Weyrer war beim Ausbruch des Brades
in der Nähe und betheiligte sich mit noch eini¬
gen von uns in Civil an dem Löschen
Ausgefahren wurde nicht.
Am 3. Mai Frühjahr-Hauptübung. Dieselbe
wurd beim Ziegelofen des Baumeister
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36)
Mayr in der Hallerau abgehalten, und
war in jeder Beziehung als gelungen
zu betrachten. Das Wasser wurde aus
dem Condensations-Reservoir der Dampf-
maschine entnommen, und konnten die
Rohrführer vom Fürste des Haupthauses aus
nach gegebenen Feuersignal in 6 Minuten
vollen Strahl geben. Die Bespannung für
den weiten Weg zum Übungsplatze und
zurück stellte in zuvorkommenster
Weise wieder Kamerad Windisch
Nach der Übung war Erfrischung beim
Zapfler, und spendete unser außerordent¬
liches Mitglied, Ziegelei-Verwalter Schandt
im Namen seines Herrn Chefs, Bier
und Würste, wofür hier nochmals be¬
stens gedankt sei.
Am 29. Mai war, theilweise aus Anlaß des
Namensfestes des Kommandanten, theils
zur Feier der Eröffnung der eleitrischen
Garten-Beleuchtung bei Dollinger eine
recht gemüthliche Abendunterhaltung, bei
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(37
die
welcher naturgemäß unsere wackere
Musikkapelle unter der Leitung unseres
geschätzten Kameraden Johann Purers
das größte Vergnügen bereitete.
An dieser Stelle sei auch noch ein Nachtrag
aus dem vorigjährigen Jahresberichte ge¬
stattet. Die Feuerwehrkameraden ver-
anstalteten nämlich auch ein gleichen Tage des
vorigen Jahres aus Anlaß des Namensfestes
des Kommandanten und damaligen Ge¬
meindevorstehers eine sehr schmeichelhafte
Ovation mit hakeln u. Musik, und ergötzte uns
letztere im Dollinger Garten nach den
ganzen Abend durch ihre gelungenen
Vorträge. Der Kommandant Weyrer
sieht sich veranlasst hier nochmals für diese
hocherfreulichen, aber ganz unverdienten
Ehnungen den schuldigsten Dank auszusprechen.
Am 1. Juni wurde die Dampftramway „Wilten
1891
Hall" eröffnet. Es sei dieses hier nur er¬
wähnt, weil uns an diesem Tage die Direktion
dieser Lokalbahn das Recht der Benutzung
ihrer Speise- Hydranten zu Lösch- u Probezwecken
einräumte
beachtenswerk
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38)
Am 17. Juni starb unser Kamerad
Josef Frenes. Er war Steiger, und ein sehr
thägiges, allgemein geachtet es Mitglied.
Am 19. Juni war sein Begräbniß, und
Am 28. Juni 6 Uhr früh wurde für diesen
hingeschiedenen Kameraden die See¬
lenmesse gelesen.
Am gleichen Tage wurde in Absam¬
der V. Delegietentag des Bezirksver¬
bandes Innsbruck abgehalten. Unser
Verein war durch Kamerad Franz
Schatz vertreten.
Am 7. August Beerdigung des außer¬
ordentlichen Mitgliedes Herrn Alois
Blieger Besitzer der Pension Villa
Edelweiss in Mühlau.
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39
Am 15 u. 16 August wurde in Kufstein der
XVIII. Gantag der deutschtivolischen Feuerweh¬
ren abgehalten. Als delegirter unseres
Vereines wurde Kamerad Anton Schnegg
gewählt. Die Verhandlungen der Sitzung
waren zumeist ganz allgemeiner Natur
und wäre nur bezüglich der Ausschußwahlen
zu verzeichnen, daß Herr Alois Epp wieder
als Vorstand gewählt wurde. Statt Herrn
Anton Nußbaumer, der die Kassirstelle nicht
mehr annahm, wurde Herr Josef Jörg
zum Regiekassa-Kassier gewählt. Anstatt
den Herrn Josef Birchl in Kitzbühel u. Herrn
Hans Reischin Kufstein, die allzuweit vom
Sitze der Gauverbandsvorstehung wohnen
wurden Christof Hummel in Jensbruck u.
Franz v. Dellemann aus Hall in den Aus¬
schuß gewählt und besteht derselbe nun aus
folgenden Herren:
Anton Nußbaumer Aussch
Alois Epp Vorstand
Christof Humml " "
Josef Jörg Kassier
Victor Br. Graff Ausschuß Franz v. Dellemann „
Josef Satleder
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38)
Der nächste Gautag, der im Jahre 1894
stattfindet, wird in Meran abgehalten.
Da die Kufsteiner Feuerwehr an diesen
Tagen auch ihr 25 jähriges Gründungsfest
feierte bothen die dortigen Kameraden
alles auf, den massenhaft herbeigestromten
Gästen den Aufenthalt in der so freundlich
gelegenen Gränzstadt möglichst ange¬
nahm zu gestalten.
Am 3. September entstand beim Mohrenwirth
in Mariahilf in einer vom Tischlermei¬
ster Petrowitsch benutzten Holzhütte ein
Brand, der jedoch von der Innsbrucker Feu¬
erwehr leicht gelöscht werde, da ein gutes
Blechdach das Ausschlägen der Flammen ver¬
hinderte Wir waren in Bereitschaft und
nur einige Kameraden begaben sich
ohne Geräthe auf den Brandplatz.
Der 8. September
/: Maria Geburt:/ war
für die Bewohner des Dorfes Telfes im
Stubaithale ein großer Neglückstag.
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39
Während ein großer Theil der Bevölke-
rung des erwähnten Dorfes bei einer
Prozession in Nieders sich befand, war in
Telfes Feuer ausgebrochen, das gleich
riesige Diemenhören annahm, so daß
die in größtem Schreck heimlaufenden
Telfner schon einen bedeutende Zahl Häuser
in hellen Flammen fanden. Im ganzen
sind 22 Wohnhäuser mit der dazugehörigen
Städeln u. Ökonomiegebäuden durch das
Feuer, welches warscheinlich gelegt war
vernichtet worden.
Am 25. Oktober wurde die Herbsthauptübung
abgehalten. Als Brandobjekt diente das Karl
Rauch'sche Haus im Unterdorfe. Bei angenom¬
menen Sudwinde mußte auch das vis a vis
stehende Dollinger-Stadthaus besonders in
Schutz genommen werden. Wegen schon
länger andauernder Krankheit des Komman-
danten leitete dessen Stellvertreter, Thomas
Lang, die Übung, welche sehr gut durchgeführt
würde nur wurde wegen einer mißlie¬
bigen Äußerung, welche von Seite des Direktor
der Trambahn gemacht wurde, von der Benützung
der Lokalbahn-Speisehydranten für diesesmal
auf Anordung des
Kommandanten Weyver
noch Umgang genommen.
Nach der Übung war Erfrischung bei Korath¬
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46)
Schlussbericht
Im verflossenen Jahre kamen in Innsbruck
und seiner nächsten Umgebung glücklicher Weise
wenig Brandunglücke vor; im weiterem Um¬
kreise war außer dem großen Brande in Telfes
noch in Mötz (15. Novb:) ein Schadenfeuer zum
Ausbruch gekommen dem 7 Objecte und sehr
viel Vieh u. Fahrnisse zum Opfer fielen.
fürchterlicher aber haben die Elemente der
Wildbäche gewüthet, und Katastrophen herbeige-
führt, wie sie in Tirol wohl seit Jahrhunderten
nicht mehr vorgekommen sind. Das über
die Ortschaft Kollmann in der Nacht vom 17. auf
den 18. August herein gebrochenn Unglück, ist
gewiß bedeutend genug, hier verzeichnet zu
sein. 41 Menschenleben kamen in der fürch¬
terlichen Muhre um ihr Leben. 16 Gebäude
wurden zerstört oder hinweggeschwemmt.
Wenn nun auch bei so plötzlich heraustürm¬
enden Muhrbrüchen menschliche Abwehr
ganz unmöglich ist, so kann doch durch Allarmierung
und müthiges, beherztes Vorgehen viel ge¬
schehen u. manches Leben gerettet werden; bei
nicht gar so urplötzlich eintretenden Überschwem¬
mungen kann der Feuerwehrmann sogar
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41
sehr hilfreich eingreifen, was bei der Wasser¬
katastrophe zu Karlsbad im Dezember 1890 zur
Genüge bewiesen wurde.
In den Gemeinden Ried u. Kaltenbach im
Zillerthal richtete im heurigen Sommer der danti¬
ge Wildbach zwei mal arge Verwüstungen an
Auch der Ausbruch des Eissees im Martellthale
sei hier flüchtig erwähnt.
Unser Verein hat im Jahre 1891 Zwei
außerordentliche Mitglieder und einen sehr
thätigen aktiven Kameraden durch den Tod ver¬
loren.
An Spenden ist nichts besonderes zu verzeichnen.
Neuangeschaft wurden 3 große Standfackeln
4 Neigerlaternen und 9 Lodenduxer
Windwachen wurden in diesem Jahre
in 30 Nächten abgehalten.
Gott beschütze Mühlau.
FREIV: FELEREHR
MARINI
Gut Heil.
17.
Am 31. Dezber: 1891.
P. Weyrer
Cömdt
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43
Achtzehntes Vereinsjahr.
892
I.
-
Am 1. Jänner Jahreshauptversammlung
beim Koreth. Verlesung des Jahres – und
Rechenschafts-Berichtes. Von einer Neu¬
wahl wurde wegen Krankheit des
Komandanten Hr. Frd. Weyrer Umgang
genommen.
1. Mai Frühjahrs-Hauptübung; dieselbe
Am
wurde bei unserer Kirche abgehalten
Die Spitze stand am Mühlbache auf
der Tschavon-Brücke und trotz der ar¬
gen Höhe wurde ein tüchtiger Wasserstrahl
bis zu den Kirchturmuhrzeigern entsen¬
det. Komandant Weyrer, obwohl sehr lei-
dend leitete selbst die Übung
Hernach Erfrischung im Badhause.
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44.
Am 12. Juli entstand in einem Bauern¬
hause zu Rum durch Unvorsichtigkeit mit
heißer Asche ein Brand, der in kurzer
Zeit fast das ganze Haus zerstörte. Unsere
Spritze fuhr, geführt von Anton Harm
bis zum Ziegelstadt; ein großer Theil
der Mannschaft kam bis zum Bradplatze
betheiligte sich jedoch nicht mehr an der
Löscharbeit. Bei der Spitze war Komandant
stellvertreter Thomas Lang.
Der 17. August war für die Bewohner des Dorfes
Reith ober Zirl ein großer Unglückstag. Während
ein großer Theil der Bevölkerung des erwähnten
Dorfes in den Bergwiesen sich befand, war d. in der
Gemeinde um 5 Uhr abends ein Feuer auf unbe¬
kannte Weise ausgebrochen, welches gleich riesige
Dimensionen annahm, so dass die in größtem Schreck
herbeieilenden Bewohner schon viele ihrer Häuser
in Asche fanden. 30 Wohnhäuser mit ihren Ställen
und Scheunen, die Kirche, die Schule, ein Theil des
Widdums sind vernichtet worden.
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45
Am 14. September veranstaltete zu Gunsten
der Beschädigten zu Reith unsere wackere
Musikkapelle beim Tollinger ein Konzert,
bei welchem Hr. Tschoner auch ein Feuerwerk
abbrannte. Dieses war noch nicht ganz erlöschen
und das Konzert im schönsten Gange, als in der
Tschonerschen Feigenmühle dahier ein Schaden¬
Feuer zum Ausbruche kam. Ein in der Nähe
des Kammes befindlicher Überleger gerieth
gegen 1/2 10 Uhr abends in Brand und der Boden im
1. Stockwerke mit den darauf befindlichen Holzkisten,
Sagspänen und etwas Packpapier standen sogleich
in hellen flammen, so daß dieselben lichterloh zum
Fenster hinausschlugen. Die rasch herbeigeeilte
Nachbarschaft griff schnellstens mit Kübeln ext das
Feuer an, und die ebenfalls schnell erschienene
Feuerwehr konnte sogleich den Brand, ohne daß
er größeren Schaden angerichtet hätte voll¬
Peter Kuen ständig ersticken. Das Komando fuhrte Kom[m]dstellrtr.
Thomas Lang. Fremde Hilfe war nicht vorhanden.
spendete
Die Spritze führte Adjudant
6 Liter Wein
Herr Tschoner spendete 15 fl. Josef Majohofer-
H. Tschoner
Hier sei nur noch bemerkt, dass der Feuerwehr¬
brachte den
mann, wenn andersmöglich, stets in voller Rustung
Feuerwehrleuten
auch mehrere Liter Mein u. Brot.
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am Brandplatze erscheine, und daß besonders die
Steiger stets mit brennenden Laternen versehen
sind, denn wie gefährlich es ist, in dunklen, unbekannten
Raumen herumzutappen, daß konnte so mancher
Steiger nach diesem Brande erzählen.
92
Am 25. September, Sonntag, 2 Uhr nachmittags ver¬
schied nach langem schweren Leiden, nachdem
in Karlsbad, Arco und in andern Orten Heilung
gesucht, unser höchstgeschätzter Oberkomandant
Herr Ferdinand Weyrer. Er war der opferwilligste
Gründer unserer Feuerwehr, seitheriger, ununterbrochener
thätigster Oberkommandant, eifrigster und wärmster
Kamerad einem jeden. Die Jahresberichte der 17 ver¬
flossenen Jahre unserer Feuerwehr geben den
deutlichsten Beweis von der Arbeit des so früh Ge¬
schiedenen. Sämmtliche Jahresberichte hat er
auf das genaueste selbst geschrieben, die Arbeiten
eines Schriftführers stets selbst besorgt. Kaum
ein Brand, kaum eine Übung, die er nicht
selbst leitete. Jedesmal war er thätig, befehlend
anleitend und warnend jedem zur Seite. Einig¬
keit und Thatkräftigkeit dem Feuerwehrkörper zu
erhalten, war seine beständige Obsorge.
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Geräthe und Rüstungen waren stets unter
seinem strengen Auge. Die Schläuche zu reinigen
besorgte er stets selbst mit seinen Fabriksleuten
und so wurde die Schlauchmannschaft einer
großen Arbeit enthoben. Im Winter war
er zu oft im Magazin, ein zu sehen, ob die
Spritzen wohl nicht abgefroren seien. Wie
umsichtig und raschentschlossen war er bei
Bränden und wie anleitend und lehrreich bei
Übungen. Wie viel Zeit und Geld er dem Feuer¬
wehrkörper opferte; jeder weiß es und unsere
Jahresberichte thun es kund. Für Gesellige Unter¬
haltungen sorgte er in hinreichender Weise
und gar zu oft, traktierte er alle Kameraden
mit so manchem Fasse Bier mit Wein, Ziggaren
und anderem. Durch all dieses Gesagte erwarb
er sich die höchste Achtung und Anhänglichkeit
eines jeden. Unerloschen wird sein Andenken
in unserem Vereine fortleben.
Gott lohne ihm seine Verdienste.
Die Gemeinde betrauert den Verlust eines eifrigen
Gemeinderathes und Altvorstehers. Unter ihm
kam die elektrische Straßenbeleutung zustande.
Die Schule und die Armen verlieren ihren
eifrigsten Wohlthäter und Förderer. Zum
Wiederholtenmalen führte er die Schulkinder
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zu einem traulichen Waldpläthen, wo die Kinder
von Hr. Weyrer'sfrau und Töchtern auf das ausgiebste
bewirtet wurden. Jedes Jahr stellte sich das
Christkind bei den Schulkindern durch die Wohlthätig¬
keit Weyrer's reichlich ein.
seinen
Der Verschönerungsverein dahier verliert ihren
Obmann Stellvertreter und eifrigsten Finanziellen
Förderer.
Seine (Weyrers) Schafvollfabrik verliert ihren uner¬
ermüdlich thätigen umsichtigen und liebreichen
Chef, der die Fabrik zu heutiger Größe emporge¬
schwungen hat. Die noch von ihm angefangene
elektrischer
neue Weberei mit großartiger Kraftübertragung
konnte er leider nicht mehr fertig sehen.
Wie lieb Weyrer, der erst das 50. Lebens¬
jahr erreichte, war, zeigte sein Leichenbegängnis.
Das war ein Zug von Leidtragenden, wie ihn Innsbruck
und Mühlau nur in den seltesten Fällen zu sehen be¬
kamen. Die Feuerwehren von Innsbruck, Wilten, Hotting
Hall, Rum, Thaur, sowie selbredend Mühlau in voller Zahl,
gaben unter den ergreifenden Trauermärschen der
unsrigen Musik, dem so wackeren Kameraden das
letzte Ehrengeleite.
Unsere Kameraden hatte, die Ehre, obwohl
von Innsbruck Träger und Wagen bestellt und am
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49.
Platze waren, die Leiche unseres liebenswürdigsten
Kameraden vom Trauerhause bis über die Ketten
brücke zu tragen, von wo aus selbe auf den städtischen
Friedhofe geführt wurde, wo er unter freiem Himmel,
(auf ausdrücklichen Wunsche seiner treuen Gemahlen:)
nicht in der Arkade, einer seligen Auferstehung harrt,
wo er dann mit all den Seinen und uns Feuerwehr-
Kameraden wieder vereint wird.
Gott lohne seine Verdienste.
Am Sonntag darauf war ein hl. Amt für den nach Empfang
der hl. Sterbsakramente Geschiedenen, bei welch ersterem
die Feuerwehrkameraden und so viele andere Leid¬
tragende erscheinen waren.
Wir legten auf seinen Sarg einen ausgemachten
Maiglöcken ex t. verfertigten großen Kranz mit Schleife.
Um das Andenken Weyrer's zu ehren, erhielten wir
von dessen Frau Gemahlin und seinen zwei Töchtern
200 fl.
Die Schule
Die Armen 200 fl
200,
und der Verschönerungsverein 100 fl.
Gott lohne es Ihnen.
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50.
Am 12 Oktober erhielten wir aus Absam, wegen
eines auf nicht zulobende Weise angezündeten
Streuhausens, falsche Feuermeldung. Wir fuhren
mit der Spitze, geführt durch Harm, befehligt
durch Lang, und Steiger Josef mit seinem Einspänner
mit Mannschaft bis zur Riemer Haltestelle.
Am 23. October
Herbhauptübung.
Als Brandobjekt dienten die Werkstätten des
Kathrein und Sentobe bei B. v. Sternbach. Die
Übung würde unter Leitung des Thomas Lang
auf das rascheste durchgeführt und hiebei die
neue Schubleiter gebraucht, die im Wesendlichen
von der alten nichts unterschieden ist, und sich
nach kleinen Ausbesserungen als zweckdienlich
erwies. Hernach Erfrischung beim Zapfler.
Schlussbericht
Das Jahr 1892 war für den Bezirk Innsbruck
und für Mühlau selbst ein ziemlich
glückliches im Bezug auf Brandschäden
zu nennen, indem hier nur der
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51.
Brand bei Tschoner, welcher keinen großen
Schaden anrichtete und in Rum ein Haus¬
Brand zu verzeichnen war.
Im Bezug auf unseren Feuerwehrkörper
ist dies Jahr ein höchst unglückliches zu nennen
indem der Tod uns unser eifrigstes, thätigstes
unermädlichste und opferwilligstes Mitglied
unsere Hr. Oberkommandanten Ferdinand
Weyrer entrissen hat.
Er ruhe im Frieden.
Erfreulich ist zu verzeichnen, dass in Rum
und Thauer sich die Leute zusammen ge¬
than haben und in Beiden Orten je
eine freiwillige Feuerwehr gegrün-
det haben.
Neu angeschaffen wurde hier:
Eine neue Schubleiter, 13 neue Helme.
Die Gurten der Steiger wurden
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52.
alle gründlich repariert.
Windwachen wurden in diesem Jahre
in 31 Nächten gehalten.
Gott beschütze Mühlau.
F. R. U. E. E
Gut Fleil!
Joh. Purner
Mühlau, am 31. December 1892.
D. Z. Schriftführer
Tho mas Lang Comdt, Stellvertreter
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-
Neunzehnte
Cereinsjan
1893.
Am 1. Jänner. Jahreshauptversammlung beim
beim Koreth. Verlesung des Jahres u. Rechen¬
schafts berichtes, wobei bemerkt wird, das der
Nachruf für unseren verstorbenen Oberkom-
mandanten Ferdinand Weyrer von allen
Mitgliedern, zum Zeichen der Trauer stehend
angehört wurde, und daß hiebei eine tieftraurige
Stimmung und außerordentliche Stille herrschte.
Die Neuwahl wurde vorgenommen und
hiedurch nachstehende Standesliste erziehlt
wie ersichtlich mit mehreren neuen Mitgliedern
Bei den allfälligen Anträgen wurden Steiger¬
laternen bewilliget, so daß jeder Steiger eine
solche besitze, und die nöthigen Schrauben
schlüssel für die erweiterte Schlauchmannschaft
Am 2.
Da Herr Max Weyrer noch nicht
Jänner.
Mitglied der Feuerwehr war, so begaben sich
die Mitglieder der Kommandantschaft in die
Wohnung des Genannten, ersuchten denselben
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54.
unserer Feuerwehr beizutreten und zugleich
den Posten des Oberkommandanten, zu welchem
Max Weyrer am 1. Jänner einstimmig gewählt¬
wurde, zu übernehmen, welche aufopfernden
Stelle Genannter nach längeren Vorstellungen
in seiner gutherzigen Weise auch annahm und
hiebei versprach, was in seinen Kräften liegt
für die gute Sache zu thun.
Standes-Liste. 1./1. 1893.
Kommandantschaft.
Max Weyrer Oberkommandant
Thomas Lang-Kommandantstellvertreter u. 1. Spritzenmeister
Alois Purner Steigerrottenführer
Johann Thaler Kassier und Obmann der Schlauchmänner
Johann Kathrein Magaziensverwalter u. Steigersektionsführer
Johann Purner Schriftführer und Steiger
Josef Majrhofer Adjutant
Alois Schlögl 1. Spritzenmeisterstellvertreter u. Sectionsführer
Leonhard Schlögl 2. Spritzenmeister
Johann Gstir 2. Spritzenmeister stellet. u. Se ctsf.
Anton Dinkhauser Obmann der Ordnungsmanner u. Schlaufmann.
Franz Waldner
Signalisten.
Johann Reinisch.
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Steiger.
(Purner Alois, Kathrein, Purner Johann)
Johann Hell
Anton Schnegg
Alois Speckbacher
Franz Schatz
Anton Schöpf
Anton Mayr
Jakob Hefele
Anton Wieser
Josef Schreyer
Franz Brugger
Schlauchmanner
Johann Thaler
Alois Rainer
Josef Dangl
Franz Sentobe
Josef Sentobe
Mathias Staffler
Jakob Hechenbleikner
August Beer
Josef Köll
Ordnungsmanner
(Anton Dinkhauser)
Max Sentobe.
55.
Spritzenmanner
Lang, Schlögl Alois Schlögel Leonhard, Gstir)
Karl Rauch
Christian Rauch
Josef Saurwein
Anton Thaler
Josef Strasser
Josef Kuen
Josef Harm
Lorenz Mader
Anton Harm
Josef Trenckwalder
Leonhard Purner
Karl Metzler
Alois Nennier
Sebastian Kalkschmied
Josef Lang
Alois Kreuzer
Johann Georg Metzler
Johann Pernlochner
Otto Rainer
Johann Öttl
Johann Ploner
Heinrich Weber
Rudolf Kuen
55 Mann
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56.
Beitragende Mitglieder
Hr. Josef Dinkhauser Kaufm.
Anton Prantl Hausbes.
Franz Prantl
Franz Strasser
Peter Kuen Vorsteher-
Leopold Purmer Bahnbeamt.
Jakob Ziel
Josef Purner Kaufm.
Alfons Schandl Verwalter
Johann Holzmeister Hausbeß
Franz Pötsch Bräucherr
Johann Kössler Statthalterüberunter
Alois Hepperger Kaufm.
Johann Küssler Kaufmann
Fr. Maria Blieger Hausbs.
Simon Tomasi Baumeister.
Maria Riedl Kaufsw.
löbl. Schützengesellschaft
18
Ehrenmitglieder
Hr. Leopold Rauch Kunstmühlbesitzer.
Das Unterhaltungskomitä besteht in die
Summa 74 Mitglieder
Kameraden: Johann Kathrein, Franz Schatz
Anton Schöpf, Franz Sentobe
Rauch Christl.
Als beitragendes Mitglied beigetreten
16. März.
Herr Anton Rauch. Jakob Hechenbleichner
Franz Fischler
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57.
Am 16. März Versammlung im Badhause.
Nachdem Schriftführer den Versammelten
den neugewählten Oberkommandanten
Hr. Max Weyrer mit einer kurzen Ansprache
vorgestellt hatte, ergriff dieser das Wort,
übernahm hiebei das Kommando, begrüßte
alle als seine Kameraden, verspach sein
Möglichstes für die Feuerwehr zu thun und
bat um Folgsamkeit und Eintracht, worauf
Kommandant-Stellvertreter Th. Lang zum
Zeichen der Huldigung auf Hr. Max Weyrer
ein dreifaches Gut Heil! ausbrachte, welchem
alle Kammeraden freudigst beistimmten.
Nachher wurde vorstehende Standes¬
liste kontroliert und die Zeit des Eintrittes
eines jeden Mitgliedes eruient.
Da noch manche Mitglieder ohne Karten waren,
wurden jene notiert, um denselben Karten
auszustellen.
Ferner wurde an die Feuersigneln
erinnert, aus der Kassa 6 Taxer bewilliget,
der Schriftführer angewiesen, ein Mitglieder
listenbuch nach Vorschrift des Hauverbandes
anzuschaffen und endlich wurde vom
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58.
Oberkommandanten die Versammlung
mit einem kräftigen Gut Heil! ge¬
schlossen und gieng die Sitzung ins
Vertrauliche und Unterhaltende Über¬
Die Versammlung war fast vollzählig besucht.
Der neue Oberkommandant bestritt aus
Privatmittel die Zeche aller Kammernden für
diesen Abend.
Im Monat April und im Mai wurden von Seite
der Seitionsführer einige Übungen abgehal-
ten, wobei zu bemerken ist, daß Sectionführer
Kathrein seine Steiger nach einer angestreng¬
ten Übung mit Wein zu genüge traktierte.
Am 14. Mai war Bezirksdelegierten Tag in
Ziel, wobei uns unser Oberkommandant He¬
Max Weyrer das erstemal vertrat. Für unsern
Körper wurde nichts besonders bemerkens
werte besprochen.
Am 30. Mai als am Namenstag unseres
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59.
verstorbenen Oberkommandanten Hr Ferdinand
Weyrer wurde von unserem Körper durch
Kathrein und Lang ein Kranz auf das Grab
des unvergesslichen gelegt.
Am 3. Juni wurde Nassereith von namen¬
losem Unglücke heimgesucht. Fast die Hälfte des Dorfes
ist ein Opfer der Flammen geworden.
Das Feuer brach aus unbekannter Ursache,
um 6 Uhr früh beim Platzwirt aus und in kurzer
Zeit standen 42 Häuser und mehrere kleinere
Objekte in hellen Flammen, welche sämmtliche
vollständig eingeäschert würden. Auch der Tod
einer Frau, welche in einem brennenden Hause
noch etwas holen wollte, ist zu beklagen. Gerettet
wurde außer Großvieh fast nichts. Nur dem ener¬
gischen Eingreifen der benachbarten Feuerwehren
ist es zu verdanken, daß Kirche, Schule und der übrige
Theil des Dorfes gerettet wurde.
Am 18. Juni Frühjahrshauptübung. Als Brand¬
objekt galt das Weyrersche Wohnhaus, welches mit
gewohnter Schnelligkeit mit unserer Spritze
und Weyrers Pumpe angegriffen wurde. Nur
die neue Schubleiter, welche noch nicht nach dem
besten funktionierte, hätte bald eine kleine Ver¬
zögerung herbeigebracht.
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60.
Bin der nachher stattgehabten Schlauchprobe wurden
wurden mehrere Schläuche als defect befunden.
Die würden dann beseitigt und später durch neue
ersetzt.
hernach Erfrischung beim Zapfler.
Am 14. Juli starb nach langem Leiden unser allver¬
ehrter Kamerad Josef Strasser. Er war Mitglied seit
der Gründung und man kann sagen, ein Mitglied
wie sie sein sollen. Bei jeder Übung gegenwärtig,
willig und arbeitsam und bei den Bränden ruhig
und ausdauernd. Jedem in gutem Andenken
wurde seine Leiche am
16. Juli recht zahlreich zu Grabe geleitet. Am selten
Tage früh wurde für den Dahingeschiedenen ein
H. Amt gelesen.
Er ruhe in Frieden.
Am 31. August. Brand in Wattens, dort wurden
7 Häuser eingeäschert darunter das Armenhaus und
Gemeindespital. Und wieder den Feuerwehren
ist es zu verdanken, daß noch größeres Unglück
abgewandt wurde.
Am 3. September war Feuerwehrgründungsfest in
Rum, bei welchem sich auf erfolgter Einladung
unsererseits nur sehr wenige betheiligten.
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für
Am 25. September als am Jahrestage des Todes unseres
unvergeßlichen Hr. Ferdinand Weyrer wurde von
unserem Körper durch Johann Purner ein Kranz
auf das Grab des so früh Verblichenen gelegt.
Am 7. October Brand in Aldrans
Dies war der einzige Brand, bei dessen Bekämpfung sich
unser Feuerwehrkörper betheiligte.
Gegen 1 1/4 Uhr nachts wurden von der Wind- und
und
Nachtwache /: Kathrein, Schatz Franz, Alois Sax :/ bei 20 Feuer„
wehrmänner geweckt und diese brachen nach einge¬
Jnkel
holter Erlaubnis von Seite des Vorstehers alsogleich
auf um den unglücklichen Bewohnern Aldrans zu
Hilfe zu kommen. Denn dort brannten schon
26 Häuser mit Kirche und Schule in hellen Flammen,
Als wir mit unserer Spritze gegen ½ 3 Uhr ankamen,
gab es zwar nicht mehr viel zu retten, aber um so
mehr Arbeit um dem entfesselten Elemente Ein¬
halt zu thun. Der orkanartige Südwind hauste
ganz entsetzlich. Mit unermüdlicher Anstrengung
und Audauer arbeiteten die herbeigeeilten Feuer¬
wehren, 7 an der Zahl, mit ihren Spritzen bis gegen
9 Uhr vormittag. Erst um diese Zeit war die höchste Gefahr
für die noch übrigen Häuser einigermaßen entfernt.
Uns wurde von Seite der dortigen Vorstehung der Abzug
erst gegen 1/2 10 bewilliget, nachdem wir nach kurzer
Pause nochmals zu arbeiten angefangen hatten.
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60.
Keine geringe Mühe gab es in Aldrans für die
Spritzenmänner, gering an der Zahl, die unermüdlich
ohne Ablösung die lange Zeit nicht vom Purgen
lassen konnten. Wie hart dasselbe gieng kann
man sich denken, wenn man betrachtet, daß
10 Schläuche angeschraubt waren und die nie müd-
werdenden Steiger fortwährend Wasser benöthigten
Anfänglich funktionierte unsere Spritze nicht nach
dem besten. Als aber der Saugkolben mit der Strö-
mung des Wassers gelegt wurde, und so keine Luft
mehr eingesaugt wurde, gieng sie nach Wunsch.
Nebst der Ausdauer der Spritzenmanner und Steiger
verdienen die vollste Anerkennung die musterhafte
Intakthaltung der langen Schlauchlinie unter den
schwierigsten Verhältnissen von Seite des Schlauch¬
mannerobmannes Johann Thaler und besonders das
sehr ruhige besonnene Vorgehen von Seite des Spritzen
meisters Alois Schlögl, welcher das Komando über die
ganze Abtheilung auf das Zufriedenstellendste ausgeübt
hatte.
Die Spritze zum Brandobjekt zogen die Pferde des
Johann Thaler, rückwerts bis zum Schwarzadler wurde sie
von unseren wackern Feuerwehrleuten, obwohl sehr müde,
selbst gezogen. Dort würde wurde ein Pferd des Hr.
Leopold Rauch eingespannt.
Gott schütze uns vor solcher Gefahr.
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63.
Am 22. October Herbhauptübung. Brandobjekt war
das Thalersche Anwesen Hs No 37.
Die Übung wurde unter Leitung des Oberkommandeten
auf das rascheste und zufriedenstellde durchgeführt
und die Föschrequisitten wurden alle als sehr brauchbar
befunden.
hernach Erfrischung im Badhaus.
Am 6. November ist uns durch den Tod ein
sehr eifriges, um fehlendes Mitglied entrissen
worden. Der seit der Gründung uns angehörende
Josef Kuen hat nach schmerzhafter Krankheit das
Zeitliche gesegnet. Er war Spritzenmann und man
konnte sich auf seine Thätigkeit verlassen.
Am 8. November wurde seine Leiche zahlreich zu
Grabe begleitet.
Am 12. November früh wurde für denselben ein Hl. Amt
gelesen.
Er ruhe in Frieden.
Schlußbericht.
Das Jahr 1893 ist für Mühlau ein sehr glückliches
zu nennen, da hier keinerlei Brandschaden vor¬
kam:
Für den Bezirk Innsbruck sind leider der
Brand in Aldrans und der in Wattens als bedeutend
zu erachten.
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64.
Zwei Mitglieder, Josef Kuen und Josef Strasser
wurden uns durch Tod entrissen.
Josef Mairhofer und Josef Schreyer sind von Mühlau
fortgezogen, Alois Kreuzer zu den Schützen ein-
gerückt. Daher sind diese 3 von der Feuerwehr aus¬
getreten.
Neu eingetreten sind:
Alois Salchner
Anton Götsch
Josef Tschavon
.
Alois Kössler.
Die zerrissenen Schläuche wurden durch neue
ersetzt.
6 neue Duxer wurden angeschaffen.
Windwachen wurden in diesem Jahre
in 17 Nächten gehalten.
Gott beschütze Mühlau.
Mühlau, am 31./12. 1893
Gut Fleil
Joh. Purner
Schriftführer.
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65
Zwanzigstes Vereinsjahr.
1894
Am 21. Jänner 9 früh Brand bei Kreisle in
Innsbruck, wobei ein Warenmagazien
ausbrannte. Wir waren in Bereitschaft.
Am 30. Jänner, Dienstag, abends ½ 9 Uhr, Jahreshauptver¬
versammlung beim Koreth.
Der Jahres- und Rechenschaftsbericht wurde verlesen
und von allen Anwesenden genehmigt, nach¬
dem die Rechnungen von Hanns Kössler und
Karl Purner geprüft und richtig befunden
wurden.
Die vorgenommene Wahl eines neuen
Adjutanten fiel auf Johann Purner.
Neu aufgenommen in den Verein wurden
3 ordentliche und 3 außerordentlichen Mitglie¬
der. Die Namen derselben finden sich im neuen
Stammlistenbuche.
Bei den allfälligen Anträgen wurde beschlossen:
das 20jährige Gründungsfest feierlich zu
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Am
begehen und für die Komandantschaftsmitglieder
die neuen Abzeichen anzuschaffen,
Nach einem kräftigen „Gut Heil“ auf den
Komandanten wurde um ½ 11 Uhr die Sitzung
geschlossen.
8. März starb nach langem Leiden unser
allverehrter Kamerad, Zapflerwirt, Josef
Saurwein. Er war Mitglied seit der Gründung
und hat sich um dieselbe sehr angenommen. Er
war ein enger Freund zu unserm vorstorbenen
Oberkommandanten und hatte mit diesen so manche
Brände mitgemacht und zwar mit ausdauerndem
Diensteifer. Seine Leiche wurde unter zahlreicher
Begleitung von Feuerwehrmännern zu Grabe
getragen und auf seinen Sarg wurde von
unserm Körper ein schöner Kranz gelegt.
Am 10. März ward für den dahingeschiedenen ein
H. Amt gehalten.
Josef Saurwein war ein Huter Musikant. Seinerzeit
Bassist, Plötenspieler und stets ein ausgezeichneter
Zitterspieler.
Er ruhe in Frieden.
Am 16. März Brand bei Kolli in Innsbruck, wovon wir
nichts warnahmen.
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67.
Am 6. April 1 Uhr nachts Brand in Absam. Der Komandant
begab sich mit noch 2 Feuerwehrleuten auf den Scheiben
bühl, da aber bemerkt wurde, dass das Feuer schon stark
im Abnehmen sei, wurde nicht mehr weiter
allarmiert.
Am 1. Juni Komandantschaftssitzung beim Tollieger.
hiebei würde die Feier des 20jährigen Gründungsfestes
besprochen und der 10. Juni für dasselbe bestimmt.
Am 8. Juni vollzählige Übung im Holz. Man brachte
dabei einen ziemlich starken Wasserstrahl von der
Feigenmühle bis zum Gundolf. Nachher wurde gefunden
dass man vom Moler Franz her mit gutem Erfolg auf das
Holz Wasser brächte. Hanns Purner und Kathrein hatten
auch ersehen, bei einer spätern Nachschauh, daß man vom
Schöpf-Brunnen aus, wenn man den dortigen Hydranten
in den Brunnen leitet, das ganze Holz mit der großen
Spritze beherrschen könnte. Dies zu bewahrheiten müßte
eine allfällige Probe darthun.
Am 10. Juni zwanzigjähriges Grundungsfest.
Am 9. Juni abends ¾ 9 Uhr Enkelzug mit Musik
um das Dorf, hernach Erfrischung im Badhaus.
Die Musik war mit Feuerwehrumform versehen,
Am 10. Juni ½ 8 früh Versammlung beim Spritzen¬
magazien. 8 Uhr Aufzug /: mit Musik :/ zum Festgottes-
dienst. Hernach Frühschoppen beim Tollinger und
kleines Concert.
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68.
Nachmittags, 3 Uhr, Versammlung beim Zapfler. Empfang
der Festgäste. Erschienen waren: Die Gouverbands
vorstehung, die Feuerwehren von Thaur und
Absam in Corpere, viele Feuerwehrleute aus
den Nachbarsorten und noch mehr Feuerwehrfreunde
Nachdem die Musik durch einige flotte Märsche
alle Festtheilnehmer in die gehörige Stimmung
versetzt hatte, war Umzug durch das Dorf zum
Festgarten beim Koreth. Dieser Garten war aber
auch zu einem Festplatze durch die verständnisvollen
kostenlosen Dekorationsarbeiten unseres außerord¬
Mitgliedes Hr. Holzmeister mit Hilfe des allbewährten
Hanns Kathrein auf das prächtigste hergerichtet. Der
erst heuer so hübsch umgebaute Korethgarten mit
Glasverande bewies sich auch als Festgarten ganz
ausgezeichnet, da noch dazu die löbl. prio. Schützenvor¬
stehung den Schießstand zur Verfügung stellte
und so für alle Feuerwehrmanner, fremde wie
eigene und für viele andere Leute genügend
Platz vorhanden war. Natürlich war nun der
Garten mit Leuten übervoll
Das Wetter war uns günstig, Speise, Trank,
Bedienung ausgezeichnet, die Stimmung aller
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die fröhlichste und das Fest hatte seinen Höhepunkt
erreicht. Die bei diesem Feste unermüdliche Musik
und die heuer sich frisch zusammengelereten
Sänger erfreuten alle durch ihr gelungenes Concert
Besonders die Sänger gefielen, da man einen Chor von
20 zusammengeschulten Sängern /:Chormeister Karl
Purner:/ in Mühlau nicht erwartete.
Die Festrede hielt Kamerad Hanns Purner. Er brachte
einen kurzen Rückblick auf die 20jährige Thätigkeit
der Feuerwehr in Mühlau und wußte durch seinen
verständlichen, öfters humorvoll gewürzten Vortrag die
Aufmerksamkeit sämmtlicher Theilnehmer zu fesseln.
Nachher wurde noch manches b. in Reden besprochen
und dabei manche kräftige "Gut Heil" ausgebracht. Besonders
zu erwähnen ist das „Gut Heil“ auf die Kameraden, welche
seit der Gründung, also durch volle 20 Jahre unserer
Feuerwehr als ordentliche Mitglieder angehören
Baron Graffaus Innsbruck versprach uns in seiner
Rede in Tagen der Gefahr auf ihre Hilfe sicher
rechnen zu können.
Die Gäuverbandsvorstehung besah unser
Spritzenmagazien und sprach sich dabei mit
dessen Einrichtungen sehr zufriedenstellend aus.
Und so verlief das gelungene Fest in gemüthlichster
Weise ohne jedweden Mißton bis in später
Abendstunde. Jeder wird erfreut hierauf zurück¬
denken.
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Nur vereinte Kräfte konnten solches zusammen
bringen. Herr Komandant Max Weyren, Frau
Ww. Weyrer, Forr Baron Sternbach u. Herrn Leopold Rauch
unterstützten das Fest durch namhafte Geldbeiträge
Gottlohne es diesen, sowie allen welche ihre
Kräfte dem Feste wiedmeten.
Hochwürden Herr Pfarrer u. H. Cooperator beehrten uns
P. S.
auch durch ihre Theilnahme am Feste.
Am 19. Juni Brand in Zirl, wobei 5 Häuser eingeäschert
wurden. Wir wurden zwar benachrichtet, aber aus¬
gefahren wurde nicht.
Am 29. Juli hielt unser Herr Pfarrer Franz Sentobe sein
50 jähriges Priesterjubiläum. Da er ein sehr beliebter
Herr und warmer Feuerwehrfreund ist, so wird hier dieses
festes gedacht. Von unserm Körper wurden ihm durch
Abgeordnete die Glückwünsche dargebracht.
Am 11. October begaben sich die Mitglieder der Komandantschaft
zu ihrem verehrten Oberkomandanten und gratulierten
ihm anläßlich der Feierseines Namensfestes.
Am 4. November Herbsthauptübung beim Frank'schen
Hause. Die Steiger machten ihre Sache recht gut;
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71.
Die kleine Spritze gieng wie gewöhnlich recht flott, doch
die große Spritze versagte anfangs eine gute Viertel¬
stunde bis erst gefunden würde, dass die zwei ein¬
gesetzten Sänger schadhaft waren. Als die zwei
andern Sauger angeschraubt waren, gieng erst die Spritze
wie gewohnt, gut.
Die Übung leitete Komandant Max Weyrer.
hernach Erfrischung beim Zapfler.
Schlussbericht.
Das Jahr 1894 ist für Mühlau ein sehr glückliches
zu nennen, da hier keinerlei Brandschaden
vorkam.
Für den Bezirk Innsbruck ist nur der Brand
in Zirl als bedeutend zu verzeichnen.
zum Bezirkstag in Hötting wurde Thomas Lang
enthendet und beim Gantag in Meran vertrat
unsern Körper Hanns Kathrein, welch letzterem
die Bahnauslagen vergütet wurden.
Gestorben ist Josef Saurwein.
Neu angeschaffen wurden 2 Sauger,
1 Kastl für Augengläser u. Schwamm /: gratis
von Sentobe:/ 1 Anschlagtafel.
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72.
Windwachen wurden in 13 Nächten gehalten.
Gott beschütze Mühlau
Gut Heil!
Mühlau, am 31. December 1894.
Joh. Purner
Schriftführer.
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Einundzwanzigstes Vereinsjahr.
1895.
10. Jänner Jahreshauptversammlung beim Koreth.
Um 1/2 9 Eröffnung derselben durch den Kommandanten
Tagesordnung 1. Jahres- und Rechenschaftsbericht, 2. Aufnahme
von Mitgliedern, 3. Anträge, 4. Einzahlungen
1. Der Schriftführer verlas den Jahresbericht. Bei Erwäh¬
nung des Todes des Hr. Josef Saurwein erhoben sich die
Mitglieder zum Zeichen der Trauer von ihren Sitzen.
Ein schöner Kranz wurde von der Feuerwehr dem
Verstorbenen auf den Sarg gelegt.
Der Rechenschaftsbericht wurde hernach vom Kassier
verlesen von H. Anton Rauch und Hermann Gruber
revidiert und richtig befunden.
2. Aufnahme der Mitglieder Johann Gannner — Alois Schlögl.
hernach wurde das Stammlistenbuch revidiert,
3. Jetzt wurden vom Kassier die Einzahlungen vor¬
genommen.
4. Bei den allfälligen Anträgen würde beschlossen:
1. Herrn B. v. Sternbach Ferdinand zum Ehrenmit¬
glied zu ernennen, 2. Die Saugschlauche zu reparieren
und von der Gemeinde bezahlen zu lassen, 3. Das
Spritzenmagazien zu reparieren, 5. Bei den Sang-
schläuchen einen Hebelverschluss anzubringen 6 beim
Tollinger eine Unterhaltung abzuhalten.
Nachdem die neuen Mitglieder ihr Handgelöbnis
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74.
abgegeben hatten wurde auf den Oberkomandanten
ein Gut — Heil ausgebracht und hernach um 3/4 11 Uhr die
Sitzung geschlossen.
17. Februar war beim Tollinger ein sehr animiertes
überfülltes Tanzkränzchen, die Musik besorgten
8 Mann der Salinenmusik hall /: Blech :/ zur vollsten
zufriedenheit der Tanzenden
1. März Kellerbrand beim Fuxbäcker in St. Nikolaus
wir wurden hiebei nicht allarmiert.
März 12 1/4 nachts Brand in Amras. Wir fuhren zwar
3.
aus bis zum Brandplatze, die Spritze trat aber
nicht in Thätigkeit, wohl hat ein Theil der Mannschaft
am Pumpen bei andern Spritzen theilgenommen.
Komande führte Thomas Lang. Die Bespannung
stellte Hr. Rauch bei.
Im April wurden mehrere Steigerübungen abgehalten.
7. Mai Komandantschaftssitzung beim Tollinger.
hiebei wurde besprochen, daß von H. Pippiz ein Ehrentiplom
angefertigt wurde und dem Hr. D. v. Sternbach von der
gesammten Mannschaft übergeben werde.
12. Mai Frühjahrshauptübung im Holz hiebei wurde die
Spritze gespeist beim Brunnen unter dem Schöpf
Hochm
hause, der durch den nebenanliegenden Hydranten
so mit Wasser versehen würde, dass die große
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Spritze Wasser genug hatte. Hernach Erfrischung im
Badhause.
29. Mai, als am Namenstag vorabend des H. B. v. Sternbach
wurde demselben in feierlicher Weise um ½ 9 Uhr
abend von der gesammten Mannschaft mit Enkeln und
mit Musik das Ehrendiplom überreicht, hernach
Erfrischung beim Koreth
20. Juni Brand in Wilten. Wir wurden ja Telephon be¬
nachrichtet, weil aber keine größere Gefahr vorhanden
war, wurde nicht ausgefahren.
8. Juli Brand in Götting. Unbegreiflicher Weise standen
dort in kürzester Zeit 13 Häuser in Plammen. Wir
fuhren schnellstens mit den Pferden d. B. v. Sternbach,
welche erst vom Felde geholt werden mußten zum
Brandplatze, Anfänglich wurde an der Ostseite des Brand¬
objektes kräftig gearbeitet. Wird wurden dann
/: vielleicht von unberufenen Befehlshabern; denn der Komandant
von Hötteig war abwesend und kein richtiger Ortsoberkomandant
war zu erfragen :/ auf die Westseite des Brandolg komandien
Das Komanda-
Da aber dort kein Wasser zu finden war, begaben wir
fuhr J. Max
uns auf die Nordseite, wo wir nach kurzer Irrfahrt
Weyrer.
eine passende Stelle fanden, von der aus wir
Die Spritze
leistete.
wirkungsvoll mit den andern erschienenen Feuer
Vorzügliches
wehren das Feuer bekämpften. Gegen 10 Uhr abends
war die Größte Gefahr beseitigt. Wir fuhren ab und
ein Theil der Mannschaft erquikte sich beim Koreth.
Am 5. September Bezirkstag in Volders. Wir waren
dort durch Kamerad Hermann Gruber vertreten.
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Am 12. October begaben sich die Mitglieder der Kommandent
schaft zu ihrem Oberkomandanten und beglückwünschten
che anläßlich der Feier seines Namensfestes.
Am 27. October Herbhauptübung. Als Brandobjekt diente
das Haus des Alois Speckbacher, die Steiger übten
sich bei der Weyrer'schen Fabrik. Alles gieng
in gewohnter Weise recht flott vorwärts.
hernach Erfrischung beim Zapfler.
Schlussbericht
Das Jahr 1895 ist für Mühlau ein sehr glückliches
zu nennen, da hier keinerlei Brandschaden
vorkam.
Neu angeschafft wurden: 2 Sauger, die
neuen Gargen-Abzeichen, Hebelverschluß bei den
Saugern, 1 Pickelhälter, 5 Spritzleder und
3 U Eisen mit Lauchbrettern ins Duftbachl.
Windwachen wurden in 14 Nächten gehalten.
Ausgetreten sind 3 Mitglieder
Gott beschütze Mühlau:
Gut Heil
Joh. Purnen
Müklau, am 31. December 1895.
Schriftführer.
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Zweiundzwanzigstes Vereinsjahr.
1896.
10. Jänner Jahreshauptversammlung beim Koret,
Anwesend 35 Mitglieder
Um 1/2 9 Eröffnung der Sitzung durch den Kommandanten
und Bekanntgabe der Tages-Ordnung, nämlich:
1. Jahres- und Kassabericht, 2. Neuwahl, 3. Aufnahme von
Mitgliedern, 4. Einzahlung, 5. Allfällige Antrage.
1. Der Schriftführer Verlas den Jahresbericht, Derselbe wurde
beifällig aufgenommen.
Nach Verlesung des Kassaberichtes von Seite des Kassiers
wurde die Kassagebarung von Hr. Anton Rauch u. Hr: Herrn,
Gruber revidiert und in allen ihren Theilen richtig
befunden.
2. Hierauf wurden fünf neue Mitglieder aufgenommen.
/:Siehe das Stammlistenbuch.
per Mann wurden nun 20. Xr. eingezahlt.
3.
Die Neuwahl geschah per Aclamation. Gewählt wurde
4.
die früheren Mitglieder
Kommandant Hr. Max Weyrer dessen Stellvot. Thomas Lang
Johann Purner
Schriftführer und Adjudant.
Kassier Johann Thaler.
Thomas Lang
Obmann der Spritzenm.
Alois Schlögl
Stellvert.
Leonhard Schlögl
2.
Johann Gstir
Stellvert.
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78.
26.
Johann Thaler
Obmann der Schlauchm.
Ordnungsm.
Anton Dinkhauser
n
Alois Purner
Steigerführer
Johann Kathrein
Stellvert.
Johann Kathrein
Magaziener
Foreisten, Franz Waldner, Joh. Reinisch.
Unterhaltungscomité, Joh. Kathrein, Franz Schatz, Christl Rauch
Anton Schöpf, Franz Seutobe.
5. Allfällige Antrage
1. An der Feuerwehrtafel möge nichts anderes als Feuer,
wehrsachen geduldet werden.
§. Es möge eine Unterhaltung im Fasching abgehalten
werden.
Zum Schlusse brauchte Hr. Anton Rauch der gesammten Feuer¬
wehr einen Dank aus, und die Generalversammlung wurde
um 11 Uhr mit einem kräftigen „Gut Heil“ vom
Kommandanten geschlossen.
Jänner–Tanzunterhaltung beim Tollinger. Dieselbe
war von circa 90 Personen besucht und war sehr
animiert, die Kameraden hielten bis 6 1/2 aus. Die
10 Mann Militär-Musik /: Kaiserjäger :/ spielten sehr
wacker bis 4 Uhr, die einzelnen Mitglieder hatten
hiebei einen Entritt von 50 kr, geladene Gäste einen
solchen von 1 fl zu entrichten. Jedoch wurde noch hiezu
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manches gespendet /: Wegrer 10fl. Rauch 5 fl, mehrere
andere 2fl.
27. Jänner Buchsenhausen 16 Kameraden.
15. Februar-Stöcklbrand in St. Nikolaus. Wir wurden hievon
per Thelophon benachrichtet, weil aber keine größere
Gefahr vorhanden, wurde nicht allarmiert
29. Februar-Beerdigung des Gauverbandsobmannes
Hr. Alois Epp, welcher nach schwerem Leiden zu Wien starb.
Er wurde zu Innsbruck beigesetzt und seine Leiche war
von circa 800 Feuerwehrmännern begleitet. Unser Körper
war durch 18 Mitglieder vertreten.
Herr Alois Epp war ein ganzer Feuerwehrmann. Er grün-
dete viele Feuerwehren und der jetzige gute Stand aller
Tiroler Feuerwehren ist großentheils ihm zu ver¬
danken.
Ruhe seiner Asche.
8. März Sonntag, gegen 11 Uhr abend, brach bei uns
aber den Häusern im Holz eine Mur los und drohte
gefährlich zu werden. Ein Theil der Feuerwehrkameraden
betheiligte sich an der Bekämpfung der Wassergefahr.
6. Mai wurde dem Gauverband die Mannschaftsliste mit
dem Jahresbeitrag für 56 Mitglieder à 10 kr eingeschickt.
10. Mai — Frühjahrhauptübung. Als Brandobject diente die
Wegrer'sche Fabrik. Die Spritze functionierte gut. Die Steiger
machten einige Übungen.
Gerach Erfrischung beim Zapfler.
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80.
17. Mai Bezirksfeuerwehrtag in Mieders. Unser
Körper war durch Komdt. Hr. Max Weyrer vertreten.
30. Juli abends ½ 11 U. Kaminbrand bei Franz Prantl,
welcher ohne weitere Allarmierung von einigen
Kameraden u. einigen Tollieger Gästen bald erstickt
wurde.
7. August starb nach längerem Leiden unser außend Mit¬
glied Hr. Alfons Schandl, Ziegelei Verwalter, im 57. Lebensjahre
Er war ein warmer Freund u. Förderer der Feuerwehr
und im polit. Leben ein besonderer Vertheiliger der deutsch-
nationalen Sache.
Weil gerade Sonntag, betheiligte sich unser Körper
in corpere /:25 Mann :/ beim Leichenbegängnis, bis auf den
Friedhof nach Arzl. 8 Kamd. trugen die Leiche.
R. H. A.
11. October Herbhauptübung bei der Tschoner'schen Feigenmühle
Die „U Eisen haben sich sehr practisch erwiesen. Die Übung
gieng unter Leitung des Komdt. Max Weyrer flott von statten
Nur ließ die Spitze an den Kolben etwas Wasser.
hernach Erfrischung beim Koreth.
Th. Lang gratulierte hiebei unserm allverehrten
Kondt zu seinem Namenstage mit einem kräftigen
"Gut heil".
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81.
3. November um ¾ 5 Uhr früh brach in der Rauch'schen
Kunstmühle hier ein Schadenfeuer aus, welches in kürzester
zeit sehr bedenklich würde und allsogleich den Dachboden
und das 4. Stockwerk der Kopperei ergriffen hatte.
Purner Karl u. Leonhard bemerkten bald die hellen Flammen
und läuteten allsogleich Sturm. Rauch'sche Knechte wurden
gleichfalls des Brandes gewahr und die Kamerl. Schlögl Alois u.
Leonhard, Rainer Alois, Thaler Johann setzen im Verein mit den
Müllern bald die Hausspritze in Stand.
In kürzester Zeit war das ganze Dorf allarmiert [Badhaus,
ausgenommen :/.
Ohne Zögerung wurde die große Spritze von zuerst nur
6 Mann über das Dorf gezogen bis ein Pferd des Hr. Rauch
kam und sie bis zum Brandplatz brachte. Sie wurde ohne
lang herein zu denken im Weber Angerl aufgestellt. Die
Schubleiter im Hofraume, die kleine Spritze beim Purnerhaus.
Als das geschehen, erschien Fr. Anton Rauch selbst und Komdt. Wegrer.
jetzt wußte man Rath. Einige beherzte Steiger machten sich in das
hauptgebäude, dort wurden durch die Fenster des Dachbodens Leinen
heruntergelassen und ein Schlauch unserer Spitze und der der
Rauch'schen Spritze aufgezogen und die Bekämpfung des Feuers
vom Dachboden aus begonnen, nachdem schon vorher der
Obermüller Hr. Schädlbauer mit einer Handspritze die Flammen
vom Dachstuhle des Haupttraktes abzuhalten versuchte.
Unser zweiter Schlauch arbeitete nu Stock vom Haupttrakte aus
durch die Thür direkt in das Feuer.
Die Dächer der Nachbarhäuser waren allsogleich von Leuten
mit Wasserkübeln besetzt, da anfänglich etwas Nord-Ost¬
Wind zog und die Funken über Kirche und Widdum
hinwarf; zum Glücke legte sich bald der Wind.
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82.
Während nun alles fest arbeitete, dachte man an fremde
hilfe. Bald nachte sich auch solche. Jede Feuerwehr wurde
beim Thalerhaus empfangen und ohne Zögern zur Thätigkeit
angewiesen.
So die Feuerwehr-Pradl- in den Tschavon Anger um
Purner Stadl und Tschavonhaus zu schützen.
Innsbruck auf die Tschavon Brücke um die Kirche im Auge
zu behalten. Beide aber griffen gleich, weil der Wind sich legte,
das Feuer direkt, u. z. an 1. u. 2. Stock an, wohin unterdessen
durch die Aufzüge das Feuer gelangt war
Die Arzler Spritze stand beim Schieferle in Reserve, die
Mannschaft bediente die Rauchsche Hausspritze.
Die Rumerspritze stand ebenfalls wie unsere und die
Anraserspritze im Weberangerl und kämpften am
Dachstuhle des Haupttraktes.
Hötting und Wilten arbeiteten vom Tschavon Anger
aus.
Und so vortheilhaft aufgestellt gelang es nach harter
Arbeit dem Feuers Herr zu werden und bis gegen
½ 8 Uhr fr. war die größte Gefahr beseitigt.
Den Hauptverdienst bei dieser strengen Arbeit
verdienen vor allem andern jene Wackern Männer,
welche am Dachboden arbeiteten. Vor allem andern
ist es Hr. Anton Rauch selbst, der mit Ruhe, Energie
und Kaltblütigkeit im Dachboden arbeitete und die
andern dort anleitete. Es befanden sich dort
oben auf diesem so gefahrdrohenden Posten der
H. Obermüller, Herr Moll /: Elektizitätsleiter/ unsern
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wackern Steiger: Johann Hell u. sein Sohn Alois hell, Anton Mayr,
der Spritzenmann Alois Schlögl, Taglöhner, später kamen ihnen
noch zu Hilfe Anton Schnegg und einige Steiger aus
Pradl-Rum. Das entfesselte Element griff bereits
den Dachstuhl des Haupttraktes an und das ganze Gebäude
stand nun in äußerster Gefahr. Mit wahrer Todes-
verachtung kämpten nun die Wackern in Hitze
und erstickendem Rauche nie wissend, ob nicht unter
ihnen alles zusammenbrennt, denn die Aufzuge
sind in dieser Hinsicht sehr betrügerisch.
Anfangs nur mit 2 Strahlen, später mit drei, kämpften
die Wackern mit erschöpfender Anstrengung, bis es
ihnen gelang, nach Aufreißen des Daches, besser dem
Feuer beizukommen und so dem Feuer Einhalt
zu thun.
Bravo diesen Wackern.
Im 3. Stock stand unterdessen, fest wie Stein, der dort
ortskundige Einreißer Christian Rauch mit unserm 2. Strahl
und Hr. Leopold Rauch jeg, bei der offenen Thür und beide
hatten hart zu kämpfen, dass hier das Feuer nicht in
den Haupttrakt kam. Ersterer besorgte auch anfangs
die Führung der Steiger zum Dachboden durch die dunkle
Mühle. Bravo dem wacker Christl!
Von unserer Schubleiter und der Göttinger Leiter
auswurde das Feuer auch im 3. Stock bekämpft.
Vollständige Ordnung und Ruhe herrschte unter den
Kameraden, Kommandant Weyrer wusste solche zu
halten.
Die fremden Feuerwehren, von denen zwar
Mutters und Aldrans nicht mehr angriffen,
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84.
und ein Zug zu Hilfe geeilter Kaiserjäger mit so
manchem Civilisten, arbeiteten willig unter unserem
Kommande und waren froh, daß sie überhaupt von
uns aufgestellt und angewiesen wurden, was bei
andern Bränden einem selten passierte. Alle arbeitete
fleißig. Dank den wackern Freunden!
Geder Kamerad, keiner ausgenommen, that sein
Möglichstes, Die Kommandos waren kurz, ruhig und
bestimmt, und jeder folgte den einzelnen Chargen pünktlich.
hin- und her-Schreien gab’s nicht, denn jeder hatte zu handeln,
die Nachbarhäuser werden ausgeblundert. Die kamm¬
jedoch, gottlob, mit dem blosen Schrecken davon.
Gegen 8 Uhr zogen die fremden Feuerwehren ab¬
Ein großer Theil unserer Leute arbeiteten bis zur
gänzlichen Tilgung des Brandes. Erst gegen Abend
zogen die letzten Feuerwehrmänner ab. Die Spitze
blieb 2 Tage stehen.
Der Brand entstand durch das heißlaufen einer
Maschiene, der Schaden, welchen Hr. Rauch erlitt, beläuft
sich auf mehr als 15.000 fl. ohne den großen Geschäftsentgang
während des 3 monatlichen Stillstehens der Mühle. Rauch ist
gut versichert.
Anläßlich dieses Brandes litt en unsere Geräthe: Schläuche
beschädigt, 1 Hakenleiter sprang, ein Beil verbrannte, 1 Fekel
verloren, Einreißhakenstange brach. Dies zu ersetzen und
neue Schläuche anzukaufen erhilt unsere Feuerwehr
vom Landesfonde 100 fl. Auf besondere Verwendung
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des Hr. Anton Rauch zeigten sich die Assekuranzen erkennklich
indem sie den verschiedenen erschienenen Feuerwehren
zusammen 240 fl verabfolgten. Wir erhilten hievon
55 fl. Die arbeiteten Leute wurden trotz des Schreckens
sowie von Wte. Wolfsgruber u. Schlögl, mit Milch, Kaffe, Breusuppe,
Brandwein, Wein und Brot hinreichend versehen.
So haben wir, mit Gotteshilfe, das größte Unglück, welches
die Gemeinde Mühlau seit der Gründung der Feuerwehr ge¬
troffen, überstanden und Herrn Rauch wöge es bald gegönnt
sein, seine frühere Thätigkeit in seiner Mühle wieder be¬
ginnen zu können.
Ein warmer Dank war Tagsdarauf von Hr. Rauch in den
Tagesplättern erschienen, und andere Zeitungen sprachen
Am 18. December
Brand in Fließ
sich über die Thätigkeit der Löschmannschaft bei diesem
wobei 25 Häuser
Brande sehr lobend aus, denn selten wird bei einer
abbrannten.
so großen Fabrik noch etwas gerettet, wenn es einmal
so weit kommt, wie damals bei Rauch.
Am 23. December 6¼ früh Kaminbrand bei Franz Schatz.
Dieser bewachte denselben mit bereitgehaltenen
nassen Tüchern. Bald war alles wieder vorbei.
Am 31. December gleichfalls Kaminbrand bei Johann Thaler, der
auch bald ohne weiters erlosch. Hans Purner bewachte hiebei
Verzeit den Kamin mit bereitgehaltenem Wasser.
Schlussbericht.
Das Jahr 1896 ist für Mühlau in Bezug auf Feuersgefahr
kein glückliches zu nennen, da wir dies Jahr einen
größeren Brand zu bekämpfen hatten. Dank
aber Gott, daß es so gut abgegangen ist; denn in
in den meisten andern Novembertagen dieses Jahres
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brauste ein heftiger Südwind, und was wäre denn heute
das Oberdorf, wenn er auch am 3. November gewüthet
hätte.
Im Laufe der 2 letzten Monate dJ. wurde durch das
Dorf eine neue eiserne Wasserleitung gelegt |:Schlögl-Wegrer :/
Hoffentlich wird sie bei ihrer Vollendung zur Bekämpfung des
entfesselnden Elementes der Feuerwehr durch angebrachte
Hydranten von großem Vortheile sein. /:Vederemo :/
An Geräthen wurde heuer nichts neues angeschaffen.
Ein Luftzugskamin und an der Thür ein Luftszugsloch wurden
am Magazin angebracht.
Hans Kathrein hat die alte Spritze und den Schlauchkarren
auf seine eigene Rechnung verneuert, sowie all unsere
Schläuche mit guter haltbarer Farbe, wieder kostenlos, deutlich
mit den Worten "Freiw. Feuerwehr Mühlau" bezeichnet.
Windwachen wurden in 26 Nächten gehalten.
Von der astiven Mannschaft sind ausgetreten 3 Mann,
1 Mann zu den Kaiserjägern eingerückt, somit ist der
Stand mit Ende 1896
Ehrenmitglieder 2.
52
ative
24
auferordentliche
78 Mitglieder.
Summa
Gott schutze Mühlau.
Gut Heil.
Joh. Purner
Mühlau, am 16. Jänner 1897.
Schriftführer.
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Dreiundzwanzigstes Vereinsjahr
189.
Nachdem infolge einer Zwistigkeit in der
Gemeindeausschuß-Sitzung der bisherige Commandant
der frw. Feuerwehr Mühlau Herr Max Weyrer sein Amt
niedergelegt hatte, wurde der Körper provisorisch vom
Commandant-Stellvertreter Thomas Lang vertreten.
Heuerwehr
Am 18. März hielt der Ausschuss der Gemeinde
Mühlau im Badhause eine Sitzung ab, wozu auch Herr
Johann Holzmeister eingeladen wurde. Der Vorsitzende
Thomas Lang ersucht im Namen der Feuerwehr von Mühlau
Herrn Holzmeister, das Amt eines Commandanten
dieselben anzunehmen, worauf Holzmeister antwortete
dass er das zu thun nur dann bereit sei, wenn eine
förmliche Reorganisation der Feuerwehr stattfinden würde.
wozu sich alle bereit erklärten.
Am 19. März wurde Holzmeister auf Anregung
mehrerer Chargen ersucht von seite der Gemeindevorstehung ersucht
der am 20. März stattfindenden General-Versammlung
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88.
Der Frau Feuerwehr Mühlau beizuwohnen und eine
allfällige Wahl als Commandant anzunehmen.
Das Resultat dieser Versammlung war die Wahl
Holzmeisters zum Commandanten und die fast aus-
nahmslose Annahme seiner vorgeschlagenen Reforma
tion. Die Wahl sowohl als die von der Feuerwehr Mühlau
neu angenommenen Statuten wurden von der Ge-
meinde Vorstehung am 22. April bestätigt.
Nun wurde zur Neuanschaffung ge¬
scheitten; es wurden vorher die vor Jahren vom statt der 4 im Holzver-
Unnsbrucker Magistrat bewilligten 400 fl. [einkassiert, sprechenen
Hyporanten
da unserem Gesuche um Überlassung der Tramwaij-
Hydranten beim Dollinger mit Erklärung des Magistrats
vom 14. Mai nicht willfahren wurde. Im Besitze dieser
Summe wurde beschlossen, dieselbe zur Anschaffung einer
neuen großen Abprotzspritze zu verwenden, die dann
auch wirklich bei Graßmayr in Wilten bestellt wurde.
Am 5. Juni fand bei Herrn Rauch dahier eine
Hydrantenprobe statt, bei welcher Gelegenheit Herr Rauch
und Herr Weyrer ihre Hydranten in großmüthigster
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Weise und zu Feuerwehrzwecken zur Ver¬
fügung stellten.
Am 12. Juli wurde Schriftführer Hans
Purner zum Bezirksfeuerwehrtag in Oberhofen
entsendet. Auch wurde im Monat Juli die Spitze
Nr. I. einer gründlichen Reparatur unterzogen, wobei
2 nothwendig gewordene Ausgusshähne samt einem
Schlamhentleerungshahn neu angebracht wurden.
Es ist dies nach 23 jährigem Gebrauche dieser Spritze
die erste gründliche Reparatur, deren sie beim ihrem
Erbauer J. Grassmayr in Wilten unterzogen wurde.
Nach vollzogener Reparatur wurde die Spitze vom
Landesverbandsobmann Baron Graff und mehreren
Ausschussmitgliedern in allen Theilen geprüft und
für gut befunden.
Am 8. August konnte, nachdem die fehlen¬
den Ausrüstungsgegenstände besorgt waren, zur ersten,
allerdings nur trockenen Angriffsübung geschritten werden.
Das Brandobjekt bildete die Villa Holzmeister in der
Engergasse, wobei die Spritze Nr. I. beim früheren
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90
Steigerhäusl" und Nr II. bei dem durch das Badhaus
fließenden Canal angenommen wurden. Da für
die ganze Engergasse nur diese zwei zur Speisung
der Spritzen tauglichen Wasserquellen vorhanden
sind, stellte es sich heraus, dass nicht bloß für dieses
Brandobjekt sondern für alle in besagter Gasse um
circa 50 m Schlauch zu wenig sei.
Am 29. August wurden 20 neue aktive
Mitglieder, vollständig ausgerüstet, durch Über¬
gabe der Aufnahmskarte und Handgelöbnis
an den Commandanten in unsere Feuer¬
wehr aufgenommen. Auch wurden 20 in
aktive Mitglieder neu aufgenommen
welche im Falle eines Brandes in Mühlau
sich als Pumper bei unseren Spritzen einzu¬
finden haben. Außerdem haben sich dieselben
auch an den nassen Übungen im Bedarfsfall
als solche zu betheiligen.
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Am 12. September war in Innsbruck das
40 jährige Stiftungsfest der frw. Feuerwehr daselbst
und das 25 jährige Stiftungsfest des tirolischen
Landesverbandes zugleich mit dem 20. Landes¬
Feuerwehrtag. Unsere Feuerwehr wurde bei der
Generalversammlung durch Kommandant
Holzmeister vertreten. Der alte Ausschuss wurde
bei derselben wieder gewählt, das ist: Victor Baron
Graff als Obmann, Anton Gratl als Oberman¬
stellvertreter, Heinrich Jörg als Cassier, Josef
Sattleder als Schriftwart, Christof Hummel,
Anton Lener und Johann Holzmeister als Aus¬
schussmitglieder. Bei der Sitzung wurde der An¬
trag der Feuerwehr Kitzbühel, welche die sofortige
Zustellung der Telegramme bei Feuersbrünsten
vonseite der diensthabenden Bahnbeamten be¬
antragte, angenommen. Ein zweiter Antrag
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12
bezweckte die Vergütung der bei einem Brande
in Verwendung kommenden Zugthiere an deren
Besitzer. Bei dieser Versammlung waren fast
alle 215 deutsch tirolischen Feuerwehren vertreten
deren Gesamtzahl über 16,000 Mann beträgt
Bei dem nachmittägigen Festzug führte Komman¬
dant-Stellvertreter Lang die 60 Mann starke
Mühlauer Feuerwehr an. Bei der nach dem¬
selben stattfindenden Schauübung am Remi¬
platz wirkte auch die Feuerwehr von Mühlau
als Vorortsfeuerwehr mit. Nach der Übung
große Defilierung mit den Geräthen der Inns¬
brucker Feuerwehr und der Vororte: Wilten-
Hotting, Pradl und Mühlau, welche unter
dem Commando Holzmeisters in musterhafter
Haltung den Schluß bildete. Hernach
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Erfrischung beim Koreth, wozu Herr Anton Rauch
jun. 5 fl. spendete. Kommandant Holzmeister
dankte der Mannschaft für den heute bewiesenen
Eifer für die Feuerwehrsache und Schriftführer
Purner brachte dem Commandanten ein Gut Heil!
Am nächsten Tage abends ½ 8 Uhr
wurde die hiesige Feuerwehr durch Sturmläuten
alarmiert, es brannte in der alten Kopperei
schen
Der Rauch Kunstmühle dahier. Jedoch trat die
Feuerwehr nicht mehr in Thätigkeit, da der
Brand von den Hausleuten sofort wieder ge¬
löscht wurde.
Am 10. Oktober war nasse
Übung im „Holz“, wobei erprobt wurde
dass Spritze Nr. 2. aus dem beim Gasser
vorbeirumenden Duffbachl für einen
eventuellen Brand im Holz genügend
Wasser liefern könne. Auch kann hiebei
der alte Hydrant im Holz benützt werden.
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Eine zweite Aufstellung bei dieser Übung er¬
gab, daß Spritze Nr. 1 beim Lauchbrett vor dem
Badhaus sangend, durch Vermittlung von Spritze
Nr. 2 (beim Rainer aufgestellt), genügend Wasser
zum Ziel liefern könne. – Dem Wassermangel
in dieser Gegend scheint somit einigermaßen
abgeholfen zu sein.
Am 23. Oktober abends 9 1/4. brach
in Tschoner's Feigenmühle Feuer aus, welches
sogleich bemerkt, und durch die sofort herbeige¬
eilte Feuerwehr in aller Ruhe in Angriff ge¬
nommen, und durch vier starke Wasserstrahlen
gelöscht wurde. Die am Brandplatze erschienen
Feuerwehren von Pradl, Innsbruck u. hat Wilten
brauchten infolgedessen nicht mehr in Aktion zu treten,
wie auch die Feuerwehren von Hötting u. Arzl auf
dem Wege wieder umkehren konnten. Die Lösch
aktion wurde bis 1 Uhr nachts mit beiden Spritzen
geführt, von dort ab verblieb eine verstärkte Wache
bis 6 Uhr früh mit Spritze Nr. 2, welche bis 6Uhr morgens
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das immer wieder neu auflodernde Feuer bekämpften.
Da vollständige Windstille herrschte, konnte die Lösch¬
arbeit auf dieses Objekt allein beschränkt werden,
so daß bloß der 1. Stock, einzelne Vorräthe und ein
Theil des Daches dem Feuer zum Opfer fiehlen. Vom Be¬
sitzer Herrn Tschoner erhielt unsere Feuerwehr 30 fl.
von der betreffenden Assekuranz 20 fl als Entschädig¬
ung für die Requisiten. Spritze Nr. 2 erhielt bei
diesem Brande ihre Feuertaufe, und sehr sehr gut funktioniert
Am 31. Oktober wurde Spritze Nr. 2
zum Inn nächst dem Fr. Prantl'schen Haustrans-
portiert, was ohne Schwierigkeit geschehen kann;
es erwieß sich dabei, dass bei niederem Wasser
stande auf diese Weise mit zwei Schläuchen ge-
nügend Wasser auf die Reichsstraße heraufge¬
bracht werden könnte. Die geplante Herbsthaupt¬
übung entfiel durch den Brand in Tschoners Feigen-
mühle und durch diese Spritzenprobe.
Spritze Nr. 2 ist am 11. September hier an,
gekommen und hat 750 fl. gekostet.
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11/2
Die Jahresversammlung war am 16. Jänner.
Commandant Max Wegrer führte dabei den Vorsitz.
Anwesend waren 40 Mitglieder. Die Tagesordnung
war wie gewöhnlich. Die Rechnungen wurden durch
Die Revisoren Anton Rauch u. Hermann Gruber ge¬
prüft, und dem Cassier Johann Thaler darüber das
Absolutorium ertheilt.
Von auswärtigen Bränden sind in diesem
Jahre besonders hervorzuheben der Brand in Windisch¬
Matrei (im Mai), der große Brand in Haüning am
3. Juli, dem 63 Häuser zum Opfer fiehlen, der Brands
in Kaltern am 5. Juli, der Brand in Taufers
(Vinstgau) am 22. August. Es sind überhaupt in
diesem Jahre in Tirol sehr viele Brände zu ver¬
zeichnen, aber Gott sei Dank blieb unsere Gegend
bis auf den wenig bedeutenden Brand in Tschoners
Feigenmühle von diesen verschont. Es wurden im
verlaufenen Jahre 3 Steigerübungen, eine Schlauch
übung, 2 Exercierübunngen, 2 trockene und eine
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nasse Gesamtübung abgehalten. 3 neue Lauchbretter
wurden angebracht, nämlich eins beim Duffbachl bei
Gasser, eines beim Gendarmerieposten und eines vor
dem Badhaus. Windwachen wurden in 21 Nächten abge¬
halten. Commandantschaftssitzungen waren 12, welche
alle sehr gut besucht wären, wie aus dem Protokoll
zu ersehen ist. Zu erwähnen ist die „Ferdinand Wegrer“
Stiftung für verunglückte und erkrankte Mitglieder
Der Priv. Feuerwehr in Mühlau,“ welche im Archiv hinter„
legt ist, und folgendermaßen lautet.
Zum Schlusse sei noch erwähnt, dass wir
durch Vermittlung des Deutsch-tirolischen Feuerwehr-Ver¬
bandes von der Landesbehörde aus den 80 % - 170 fl.
zugesichert erhielten.
Tott beschütze Mühlau!
Tut Heil.
FREIW, TEUERWEHR
Maühlau, 5. Jänner 1898
Joas Holzmeister
5.
Hauptmann.
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Peerundzwanzigstes Vereinsjahr.
nun
1898.
Am 5. Jänner Generalversammlung beim Koreth
Bei derselben wurde auf Ansuchen des Commandanten
vom anwesenden Gemeindevorsteher Baron v. Sternbach
Der Feuerwehr für immer die Bewilligung zum Aus¬
fahren zu einem Brande in einer Nachbargemeinde
ertheilt. Sollte in einem speciellen Falle der jeweilige
Gemeindevorsteher das Ausfahren für unstatthaft
finden, so hat er rechtzeitig davon die Feuerwehr in
Kenntnis zu setzen. Wird hingegen vom Gemeinde.
vorsteher keine Einsprache dagegen erhoben, so ist
die Bewilligung zum Ausfahren von ihm als er
theilt zu betrachten. — Die Rechnungen über das
abgelaufene Jahr wurden von den Revisoren Joh.
Kössler und Anton Rauch geprüft, richtig befunden,
und dem Kassier Thaler darüber das Absolutorium ertheilt
Franz Sentobe wurde als Windwach-Controllor
gewählt und ihm ein Controllbüchl übergeben mit
der Bestimmung, „Daß sich jene Feuerwehrleute
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G.
welche für eine bestimmte Nacht die Windwache zu be¬
sorgen haben, in seiner Bäckerei circa um Mitternacht
zu melden haben. — Von der Gemeinde wurde ferner
bewilliget, daß in Zukunft die Gemeinde die Ein¬
zahlung der Feuerwehr-Mitglieder in die Regie- und
Unterstützungscassa an den Landesverband per Mann
10 Kreuzer) übernimmt. — Bei der Wahl der Chargen
und Neueintheilung der Mannschaft ergab sich nach¬
stehendes Resultat:
1. Johann Holzmeister, Commandant
2. Thomas Lang, Commandant-Stellvertreter.
3. Johann Thaler, Cassier
4. Johann Kathrim, Magazineur.
5. Johann Purner, A Gutant u. Schriftführer.
6. Jakob Pernlochner
Signalisten.
7. Georg Holzmeister
8. Johann Kathrein, Zugsführer.
Steiger
ihn.
9. Anton Mayr, Stellvertreter
10. Anton Schnegg, Rottenführer.
11. Johann Hell. 12. Actton Schöpf, 13. Franz Schatz, 14. Alois Hell,
15. Josef Gstir, 16. Johann Häuser, 17. Jakob Häfele, 18. Anton
Wieser, 19. Franz Brügger, 20. Heinrich Weber, 21. Jahre Alois Kössler, 22. Leop. Rauch
iun.
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N. 20.
Schlauchmannschaft.
in
23. Anton Rauch, Zugsführer der Wassermannschaft u.
Rottenführer der Schlauchmannschaft
24. Alois Rainer, dessen Stellvertreter
25. Josef Dangl, 26. Franz Sentobe, 27. Josto. Sentobe, 28. Johann Ploner
29. Anton Götsch, 30. Johann Gänner, 31. Conrad Türk, 32. Ferd.r Schober.
Spritzenmannschaft
Gemeinde
a.) I. Spritze.
und
33. Thomas Lang, Rottenführer u. Spritzenmeister
34. Alois Schlögl, dessen Stellvertreter
35. Franz Waldner, 36. Josef Harm, 37. Anton Harm, 38. Alois
Neuner, 39. Johann Reinisch, 40. Alois Kreuzer, 41. Johann Pern-
lochner, 42. Josef Tschavon, 43. Romed Kreuzer, 44. Karl Sentobe
45. Alfred Angerer, 46. Franz Bliein 47. Franz Weger, 48. Josef
Stolz, 49. Heinrich Dittmayr, 50. Ludwig Ebenbühler, 51. Wenzel Hilgar.
II. Spritze.
mann
52. Leonhard Schlögl, Rottenführer u. Spritzenmeister.
53. Johann Gstir, dessen Stellvertreter.
54. Alois Speckbacher, 85. Anton Thaler, 56. Christian Rauch, 57. Simon
Mangott, 58. Lorenz Mader, 59. Leonhard, Bürner, 60. Mathias
Staffler, 61. Sebastian Kalkschmied, 62. Otto Rainer, 63. Leonhard
Pernlochner, 64. Josef Rainer, 65. Johann Rainer, 66. Johann
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1
Säurling, 67. Ferdinand Prantner, 68. Christian Deisenser,
69. Alois Gundolf, 70. Johann Stern.
Ordnungsmannschaft
um
sehen.
71. Anton Dinkhauser, 72. Alois Purner.
Ehrenmitglieder.
nunahmen
Ferdinand Bar. v. Sternbach, Leopold Rauch sen.
Ausserordentliche Mitglieder.
einzunehmen.
1. Anton Prantl, 2. Franz Prantl, 3. Peter Kuen, 4. Jakob Ziel
5. Franz Pötsch, 6. Alois Hepperger, 7. Maria Blieger
Schützengesellschaft Mühlau, 9. Franz Mair, 10. Josef
Dinkhauser, 11. Franz Strasser, 12. Josef Purner, 13. Leopold
Purner, 14. Karl Purner, 15. Johann Rössler sen., 16. Simon
Tomasi, 17. Rudolf Rauch, 18. Jakob Hechenblaikner,
19. Franz Fischler, 20. Gottfried Klotz, 21. Theodor Frank,
22. Johann Zellner, 23. Johann Kössler jun.
Zahl der ausübenden Mitglieder: 70.
Am 13. Februar war Feuerwehr-Faschingskränzchen im
Badhaus. Die Musik wurde von 8 Mann der Salinen-Kapelle
besorgt. Die Feuerwehr hatte bloß 6 fl zu vergüten.
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4h nachmittags.
Am 1. März Kaminbrand im Widum. Das Feuer hatte
bereits ein Stück Dach ergriffen, wurde aber von der
Feuerwehr und von Nachbarsleuten durch Schnee und
vermittels Wasserkübel gelöscht. Der Schaden wurde
auf 30 fl. taxiert und von der Assecuranz vergütet.
Am 9. März Ausschußsitzung beim Zapfler. Auf frei¬
willigen Antrag des Herrn Pfarrers wurde be¬
stimmt, daß jedes Jahr am ersten Sonntag nach
Florian (4. Mai) ein Feuerwehr-Gottesdienst abge¬
halten werden solle, wobei sich die Mitglieder in
Duxer und Kappe in corpore zu betheiligen haben.
Am 7. April (Gründonnerstag), vormittags um
11 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Brande, wel¬
cher in dem dem Brauereibesitzer Nißl gehörigen
Stadel nächst dem Uffenheimers Haus zuunterst in
St. Nicolaus ausgebrochen war, allarmiert. Die
Feuerwehr rückte mit Spritze und Schlauchwagen
nach der Brandstätte ab, brauchte aber nicht mehr
in Action zu treten, da die Innsbrucker Feuerwehr
mit den Hydranten den Brand bereits localisiert
hatte. Demnach fuhr man gleich wieder ab.
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Am 17. April (Weißer Sonntag) brannte bei heftigem
Winde in Mils bei Hall nachmittag das Feistenberger An¬
wesen ab. Da der Rauch von hier aus deutlich wahrge¬
nommen werden konnte, begaben sich mehrere Feuer-
wehrmänner in Uniform per Tramwag dorthin (Herr
Anton Rauch per Rad und betheiligten sich dort an der
Löschfunktion und am Plündern.
Am 1. Mai, einem Sonntag, nachmittags, Gesamtübung.
Am 7. Mai, abends 1/2 11 Uhr, brach im Baurischen Wohn-
haus dahier ein Kaminbrand aus, welcher aber ohne Ein¬
greifen der Feuerwehr von einigen Nachbarn und von den
Hausleuten als bald wieder gelöscht wurde.
Am 8. Mai fand nach Beschluss der letzten Schargensitzung
das Floriani-Amt statt, welches von den Feuerwehrleuten
in Uniform so vollzählig besucht war. Die, wie geplante
war, darnach stattfindende Frühjahrshauptübung wurde
des schlechten Wetters wegen verschoben.
Am 22. Mai, einem Sonntag abends um 1/2 8 Uhr brach
in Mils am nördlichen Ende des Dorfes ein größeres Schaden.
feuer aus. Auf die Nachricht davon begab sich sofort Spritze Nr. 1,
von Herrn Rauch bespannt, dorthin, welchem alsbald auch ein
von Thaler bespannter größerer Leiterwagen mit Heuerwehrleuten
folgte, während mehrere andere Feuerwehrleute, mit der Traumwag
unter Leitung des Commandantstellvertreters Th. Lang
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dahin abfuhren. Als man aber nach Hall kam, war der Brand
bereits in seiner Hauptsache von den vielen herbeigeilten Feuer-
wehrleuten gelöscht, worauf man wieder nach Hause fuhr.
Am 6. Juni um 1/2 10 L abends Frühjahrshauptübung bei Lang,
welche sehr gut besucht war. Spritze Nr. 1 war an der Badhaus-
Schwelle aufgestellt, Spritze Nr. 2 im Dollingers Angerl am Inn¬
Zum erstenmale funktionierte bei dieser Übung durch Vermitt¬
lung des Herrn Betriebsleiters Gindl der Trauwag-Hydraut
Er erwies sich dabei als sehr praktisch, da er auch einen ungeheuren
Wasserstrahl liefert. Ferner waren bei dieser Übung zum erstenmale
die neuen Rohrführer Leopold Rauch u. Franz Trugger thätig, da
Die früheren Rohrführer Anton Schnegg u. Anton Mair als leitende
chargen zu den Steigern ernannt worden wären.
Am 22. Juni Ausschuhssitzung beim Zapfler, wobei die letzte
Übung lebhaft zur Sprache kam; es wurde dabei auch beschlossen,
daß von nun an 2 neu angeschaffene Druckschläuche im
Magazin für alle Fälle zu bleiben hätten.
Am 26. Juni Bezirks-Delegiertentag und 25 jähriges Bestandes¬
fest der friv. Feuerwehr Wilten verbunden und Hahnenweihe dortselbst.
Zur Delegirtenversammlung wurde nach Beschluss der letzten
Chargensitzung Anton Mair als Vertreter entsendet.
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Am 19. August Brand der dem Herrn A. Wild in Mühlau
gehörigen ehemaligen Riedlschen Papierfabrik in Hall,
wohin ungefähr 20 Feuerwehrleute mittels Tramwag aus-
rückten, welche jedoch außer kleineren Hilfeleistungen
nur mehr wenig in Verwendung kamen, da der Brand
bereits lokalisiert war.
Am 13. October Ausschußsitzung beim Dollinger, wobei
dem Kommandanten Holzmeister auf sein Ansuchen hin
wegen Kränklichkeit ein Urlaub bis zur nächsten General¬
versammlung ertheilt würde. Es wurde auch die Feuerbe¬
schau beschlossen, an welcher sich von Seite der Feuerwehr
Alois Schlögl und Schriftführer Johann Purner zu betheiligen haben.
Am 23. October Herbsthauptübung unter dem Kommando
des Kommandantstellvertreters Thomas Lang, bei gutem Besuch.
Beim Brandobjekt, als welches das Sternbach'sche Anwesen
gewählt wurde, sollte Spritze Nr. 2 im Hofe am Bache
aufgestellt werden, wobei sich aber derartige Schwierigkeiten
ergaben, dass beschlossen wurde, im Falle eines Brandes
beim Sternbach (unterm Weg) beide Spritzen bei der Baur, schen
Schwelle nebeneinander aufzustellen. Hernach wurde die
Leistungsfähigkeit der neuen Schwelle vor dem Hause des
August Beer, erprobt, wobei sich zeigte, dass dieselbe genügend
Wasser für eine Spitze liefern könne. - Diese Wasserbezugsquelle
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hat für den Fall eines Brandes in der Engergasse oder im
Unterdorf graße Bedeutung. Darauf kleine Hause beim
Koreth, wobei zugleich eine Chargensitzung abgehalten wurde,
bei welcher eine neue Liste für beitragende Mitglieder zur Sprache
kam, mit deren Ausfertigung Johann Purner und Anton Rauch
betraut wurden. Es machte sich auch das Bedürfnis geltend
irgendwo einen Schlauchthurm anzubringen.
Am 31. October, 4 nachmittag brach im Obertegger'schen Haus
in der Nähe des Stiegelewirtshauses in Wilten ein Schadenfeuer
aus, dem benanntes Haus sowie das Nachbarhaus zum Opfer fielen.
Da die beiden Kommandanten nicht anwesend waren, fuhren
kom. Stellm.
auf Veranlassung des Abis Schlögl Spritze Nr. 1 und ein von J.
Gänner beigestellter Wagen mit Feuerwehrleuten auf den
Brandplatz ab, wo sie als eine der ersten Feuerwahren ankamen
und sofort in die Loscharbeit begannen und zwar trotz des
heftigen Windes in ausgiebigster Weise. Um 7h konnten sie
abrücken, worauf sie eine von der Gemeinde Wilten beigestellte
Erfrischung beim Adambräu erhielten. Baumeister Tomasi,
Dessen Realitäten sie beschützt hatten, spendete der Feuerwehr
Dafür 10 hl. - Bemerkenswert ist noch, daß an diesem Tage in
Innsbruck noch zwei weitere Brände vorkamen, der eine
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in der Norer'schen Dampfsäge in der Kohlstadt, der andere in
der Ottoburg, an welchen sich aber unsere Feuerwehr nicht betheil-
igte, da sie nicht dazu allarmiert worden war.
Am 12. November fand in Innsbruck die diesjährige
Hauptversammlung des Feuerwehr-Landesverbandes für
Nordtirol statt, wobei die früheren Funktionäre wieder ge¬
wählt worden. Als besonderes Vorkommnis ist zu erwähnen
daß, nachdem die Feuerwehrsignale in Österreich vom k.k.
Kriegsministerium energisch verboten worden waren, als
neue Signale die der bairischen Feuerwehren, welche sich als
sehr einfach erwiesen, im Verbande eingeführt wurden.
Der Verband besteht gegenwärtig aus 246 Feuerwehren.
Schluss:
Brände kamen im heurigen Jahre dahier, in der nächsten
Umgebung und überhaupt in Tirol, Gott sei Dank, sehr wenige
und dies nur ziemlich unbedeutende vor.
Es wurden heuer 5 Gesamb-Übungen, und eine Steiger.
übung 6 Ausschußsitzungen, und in 28 Nächten Windwachen
abgehalten.
Neu angeschafft wurden: ein größerer Schlauchwagen,
ein Geräthekarren, 2 Petroleumfakeln, ein Strahlrohr,
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die früher genannten beiden Druckschläuche für das Magazin,
eine neue Feuerwehr-Stambilie, und eine Blechschatulle
zur Aufbewahrung der Feuerwehr-Documente (Archiv), und
eine der ersten Nothwendigkeit bei Unglücksfällen entsprechend
eingerichtete Kasette mit Verbandzeug und Medicamenten für
Den Sanitätsmann Georg Stockhammer.
Ausgetreten sind während des Jahres: Franz Bliem
und Wenzel Hilgar, welche ihren Aufenthaltsort änderten.
Gestorben ist unser ehemaliges actives, nunmehr außerordent¬
liches Mitglied Josef Dinkhauser, Mehlhändler in Innsbruck.
Gott schütze Mühlau!
Gut Heil!
Mühlau, am 31. December 1898.
&
Der Commandant:
MÜHLAU
Jouo Holzmeister
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Fünfundzwanzigstes Vereinsjahr!
1899.
Am 21. Jänner Jahreshauptversammlung beim Kareth.
Der Kommandant Herr Johann Holzmeister
begrüßt die sehr zahlreich besuchte Versammlung
mit einem kräftigen "Gut Heil"
Anwesend waren 64 aktive Mitglieder
und das Ehren Mitglied Herr Leopold Rauch.
Der Schriftführer Hans Turner verlas das
Protokoll der letzten Generalversammlung und
nach dessen Genehmigung den Jahresbericht des
abgelaufenen Vereinsjahres, welcher mit Befrie¬
digung zur Kenntnis genommen wurde.
Der Hassier Hammerad Johann Thaler
gab seinen Kassabericht dem zu unternehmen ist.
daß das Vermögen der Freiwilligen Feuerwehr wie
folgt besteht.
Unterstützungs Cassa mit einem Vermögen von
E 533, 23 wovon fr 300.- in österr Noten Rente und
fl. 233,23 baar vorhanden sind, von welchem Betrage
aber fl 124,16 der Requisitenkasse geliehen
worden sind.
Requisiten lasse. Ein Spaarkassebuch der Inns¬
brucker Spaarkasse auf fl 200.- lautend.
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Regie Hasse mit einem Baar Vermögen von
fl. 193,15.
Dieser Kassalericht wurde mit Befriedigung
zur Kenntnisgenommen; die Bücher durch die Re¬
visiren Hans Purner und Hans Kössler geprüft
und richtig befunden, worauf der Commandant
die Versammlung aufforderte dem Kassier durch
erheben von den Sitzen zu danken und ein
„Gut Heil“ auszubringen.
Der Commandant Herr Holzmeister, Dank¬
te dem Kammeraden Franz Sentobe für die Wied¬
wach lonholle und der ganzen Feuerwehr für die
Durchführung dieser derselben zur Ehre gereichenden
Einrichtung und zugleich ermahnend, an derselben
auch für alle Zukunft wacker festzuhalten.
Signale Nachdem die bisherigen Signale
laut Verordnung des Kriegsministerums, wegen
deren Ähnlichkeit mit den Militär Signalen
nicht mehr geblasen werden dürfen, wurden vom
Feuerwehr Randes Verbandes die bairischen Signale
für unsern Feuerwehren angenommen, was der
Commandant zur Kenntnis bringt.
Aufnahme Neu aufgenommen wurden:
Christian Wieser, Johann Neuner und Anton
Tollinger, welche dem Commandanten die Unge¬
lobung leisteten.
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Neu Waffen waren für dieses Jahr keine vorzuneh¬
men, und so bleibt die Commandantschaft dieselbe wir
im Jahre 1898 gewählt wurde.
Der Stand der Freiwilligen Feuerwehr besteht
1. 73
aus
ausübenden Mitgliedern
2.
3
ehren Mitgliedern
3. 26 beitragenden Mitgliedern.
Commandant Holzmeister theilt mit, daß für
das Jahr 1899, infolge Einladung von Seiten der
Feuerwehr sich
Gönner als beitragende Mitglie¬
der mit meine Jahresleitrage von f. 2. – gemeldet
haben, und spricht diesen Hämern den Dank aus.
Unterhaltung. Es werde beschlossen im Fasching
einen Ball abzuhalten, und wurde zu diesem Be¬
hufe folgendes Unterhaltungs Comité gewählt.
Hans Kathrein; Otto Rainer; Alois Rainer, Franz
Brugger und Heinrich Weber.
Anträge „lammerad Anton Rauch brachte den
Antrag ein. Es möge ein Steiger & Schlauchthurm
gebaut werden und begründete den Antrag ausführlich.
Die Sache wird für den Fall als die Gemeinde
einmal ein Gemeinde Haus bauen sollte, bis dorthin
vertagt.
Commandant Holzmeister bringt den Antrag
ein es möge das 25 Jährige Stiftungsfest dieses Jahr
besonders gefeiert werden was angenommen wird, die
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Wahl eines Festkomites bleibt der Commandantschaft
überlassen.
Zum Schluße dankte der Commandant noch
allen Feuerwehrmännern, für ihr Wirken für diese
gute Sache und ermahnte nochmals zum ferneren Aus¬
halten und Einigkeit.
Hammerad Anton Rauch dankte dem Comman¬
danten für dessen aufopferendes Wirken, im Interesse
der Feuerwehr, und sprach den Wunsch aus die Feuer-
wehr möchte Herrn Holzmeister noch lange Jahre als
ihren Commandanten an der Spitze haben, er schloß seine
Rede mit einem Dreifachen Got Heil, in welches die
Versammlung begeistert einstimmte.
Um 1/2 12 h schloß der Commandant mit einem
neuerlichen kräftigen „Gut Heil“ die Versammlung.
Der sehr zahlreiche Besuch gab ein neuerliches
Zeichen von der Einigkeit und dem Zusammenhalte
in unserem Körper.
Commandant Johann Holzmeister
27. Jänner
wurde ½ 9h Abends von einem Schlaganfalle getroffen.
b. Februar Ausschuß Sitzung beim Koreth
Der Commandant Stellvertreter Rang
eröffnet die Sitzung mit der traurigen Mittheilung,
Daß Commandant Holzmeister heute 1/2 4 h
Nachmittags an den Folgen des erlittenen
Schlaganfalles gestorben ist.
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Es wurde beschlossen am Sarge des Verblichenn einen
Kranz aus frischen Blumen, mit schwarzer Schleife und
Wiederung niederzulegen.
Die Leiche in Corpore zur letzten Ruhestätte zu beglei¬
ten, und hat die Feuerwehr in voller Restung auszurecken.
Ein heiliges Amt zu halten, an welchem die Mitglieder
in Duxer und Kappe zu erscheinen haben.
4h.
8. Februar Nachmittags wurde unser verstorbener
commandant zu Grabe getragen.
Die Leiche wurde von 6 Steigern getragen,
die Betheiligung an dem Leichenbegängnisse war eine
großartige.
Nebst dem Verlands Ausschuße, der deutsch tirlischen
Seuerwehren, dessen Mitglied Holzmeister war, waren
die Feuerwehr von Innsbruck mit der Musik, Abordnung
gen der Feuerwehr von Fulpmesderen langjähriger Com¬
mandant und Gründer Holzmeister war, dann der Feuer¬
wehren von Wilten, Arzl, Rum, Absam, Hall
und noch mehrere anwesend.
Die Betheiligung war eine so zahreiche, daß die
feyergasse kaum die vielen Leute zu fassen ver¬
möchte.
Holzmeister hinterlies eine trauerede Wittwe und
zum Theil
8 unversorgte Kinder von 7. bis zu 22 Jahren.
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Zur Erinnerung an Commandant Holzmeister
Johann Holzmeister war zu Fulsmes im
Stubeithale im Jahre 1836 geboren, erlernte dort das
Schmiedehandwerk und wanderte im Jahre 1859
mit seinem Vater und mehreren andern Stubeiern
nach Brasilien aus.
Harte Arbeit und schweres Riegen um das
tägliche Brod waren dort Anfangs sein Loos, bis
es ihm später glückte, durch restlosen Fleiß und
Spaarsamkeit ein kleines Kapital zu sammeln.
Nach jahrelangem Aufenthalte sehnte er sich
in die Heimat zurück und kam 1874 wieder
nach Fulpines, wo er der Schöpfer vielen gemein¬
nutziger Einrichtungen wurde.
Er gieng an die Gründung der Freiwilli¬
gen Feuerwehr Fultries als erste Wehr im
Stubeithale 1879 und wurde so der Vater des
organisierten Köschwesens in diesem Thale.
Aber nicht blos in seinem Heimats Dorfe
war Holzmeister unermüdlich thätig; er stellte
seine reiche Erfahrung unserem geliebten Heirat¬
lande
voll und ganz zur Verfügung
Im Jahre 1891 nach Mühlau übersiedelt,
wurde er 1894 in dem Landesverbands ausschuß
berufen, wo seine ausreicher Erfahrung geschöpf¬
ten Rathschläge, in Fragen des Löschwesens
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gar oft ausschlaggebend waren.
In Mühlau wurde Holzmeister am 20. März
1897 in einer auserordendlichen Generalversammlung
einstimmig zum Commandanten unserer freiwilligen
Feuerwehr gewählt und alsbald begann er mit der
neu Organisation unserer Wehr.
Die Anschaffung einer neuen zweiten Spritze
./. Abprokspritze./. die Bewerbung von neuen Mitgliedern,
der Ankauf von weiteren 300 Mtr neuen Schläuchen.
eines großen Schlauchwagen, Geräthe Karrens, der
nötigen weiteren Mannschafts Ausrüstung sowie auch
einer Sanitäs Ausrüstung; dieses alles war sein Werk,
so daß heute Mühldu im Besitze einer wohl ausge¬
rüsteten Feuerwehr ist.
Besondere Aufmerksamkeit wendete Holzmeister
auch der Wasserbeschaffung sowie der Ausfindigmachung
von genigeten Standplatzen für die Spritzen im Falle
eines Unglückes zu, und so können wir heute sagen.
daß in Mühlau wohl kein Haus mehr ist, daß wir
im Falle eines Wandes nicht mit Wasser erreichen
könnten.
So hat Holzmeister zum Wohle unserer Feuer¬
wehr gewirkt und wurden unter seiner Quitung für
die Verbesserung unserer Wehrfähigkeit bei fl 2000.
ausgegeben, um deren theilweise Beschaffung sich der
selbe sehr verdient gemacht hat.
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Aber nicht blos der Feuerwehr hat Holzmeister
seine Dienste gewiedmet, sondern auch der Verschö¬
nerausverein, dessen Vorstand Holzmeister seit 1893 war
betrauert in dem Dahingeschiedenen sein sehr verdien¬
tes Mitglied, denn derselbe verdankt ihm die bedeu¬
tende Verschönerung der Engergasse; des Mösels, wie
auch die Verbesserung und Vermehrung verschiedener
Waldwege oberholzkühlau und wurden unter seiner
Redung wohl über fl. 2000, – zur Verschönerung und zum
Wohle unseres schön gelegenen Heimatsdorfes ausgegeben.
So ist mit Commandant Holzmeister ein
Mann aus dem Leben geschieden, der seine Pflicht
und seinen Platz als solcher voll und ganz ausge¬
füllt hat, für Mühlau unersetzlich ist, und der uns
stents als leuchtendes Vorbild im wohlverdienten
Andenken bleiben wird.
Ruhe seiner Asche:
1 Februar Der Tod hat unserer Feuerwehr
heute, in diesem Vereinsjahre bereits das zweite
Mitglied entrissen, indem Kammerad Alois Kössler
nach längeren schweren Leiden heute verschieden ist.
Kössler war durch mehrere Jahre aktives Mitglied der
Steigerabtheilung, und in der Gemeinde in überaus
beliebter junger Mann, die Beerdigung erfolgte
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am Sonntag den 19. Februar Nachmittags. Unsere Feuerwehr
begleitete den Kammeraden, in voller Stüstung zur letzten
Ruhestätte, und war auch die Betheiligung an dem Leichen¬
begängnisse von Seite der ganzen Bevölkerung und der Be¬
kannten seiner Familie aus Innsbruck, eine überauszahlreiche.
25. Februar auserordendliche Generalversammlung
im Badhaus behufs Wahl eines neuen Commandan¬
ten unserer Feuerwehr.
Thome
Kommandant Stellvertreter Leonhard Gang eröffnet
die Versammlung mit einem „Gut Heil“ und setzt den
Zweck der Generalversammlung den Mitgliedern auseinander,
ehren
begrüßt auch das gleichzeitig anwesende Mitglied und
Gemeindeversteher Herrn Ferdinand Karon von Sternbach.
Vor Übergang zur Tagesordnung ertheilte Commandant
Stellvertreter Gang das Wort dem Cammeraten Anton Rauch.
welcher in kurzen warmen Worten des Hinschendens
unseres watteren Commandanten Holzmeister gedachte,
dessen Verdienste um unsern Feuerwehr hervorhob und
die Anwesenden aufforderte zum Zeichen der Trauer sich
von den Sitzen zu erheben; deßgleichen gedachte er auch des
Kammeraten Alcis Hössler und erholen sich die Mitglieder
nahmals von den Sitzen.
Hammerad Georg Holzmeister überbrachte den Dank
seiner Mutter, für die Antheilnahme, und die zahlreiche Be¬
gleitung der Leiche, des verstorbenen Commdanten Holzmeister
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Es wurde nun zur Wahl des Commandanten ge¬
schritten und als Wahl Comité über Vorschlag des Herrn
Gemeinde Vorstehers Baron Sternbach aufgestellt:
Commandant Stellvertreter Leonhard Lang und die Cammeraten
Johann Purner und Anton Rauch.
Bei der hierauf mit Stimmzettel vorgenommen
Wahl entfielen von 57 abgegebenen Stimmen
auf Anton Rauch 53 Stimmen, Johann Purner 2
Anton Mayr & Hans Kathrein je 1 Stimme.
Somit erscheint Anton Rauch, unter Vorbehalt der
Genehmigung von Seiten der Gemeinde Vorstehung als Com¬
mandant gewählt.
Schriftführer Hans Turner begrüßt den neu gewähl¬
ten Commandanten als solchen mit einem von allen
bewesenden begeistert aufgenommenen Gut Heil
Anton Rauch dankt für die Wahl, versichert sich
der Feuerwehr anzunehmen und bittet sämmtliche Feuerweihe
Cammeraten um kräftige Unterstützung treues Zusammen¬
halten und Kameradschaftlichen Gehorsam
Da mit der Wahl des Commandanten die Stelle
des Zugführer der Spritzen und Schlauchmannschaft frei ge¬
worden wurde per Aclamation der bisherige Stellvertreter
Alois Rainer zum Zugführer und Cammerad Franz Sentobe
zu dessen Stellvertreter gewählt.
Cammerad Kathrein ersucht um einige neuen
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Duxer, Sanitäsmann Stockhammer um weitere noch
nötige Sanitäsausrestungsgegenstände; welche Funkte dem
Ausschusse zur Erledigung zugewiesen werden.
März 7.
Aus Innsbruck erhielt der Commandant 1/2 4h
Nachmittags, das telefonische Civiso, daß der Thürmer Landfeuer
gegen Süden signalisiere.
In der That schwebte über dem Wizzthale eine große
Wuchwolke, es konnte jedoch nicht festgestellt werden wo
der Land sei, und wurde nicht allarmiert.
Einzelne Feuerwehrkammeraten waren in Bereitschaft,
es stellte sich jedoch schließlich heraus, daß das Feuer nur ein
Waldbrand an der Bahnlechen vis a vis der Schupfen sei.
und da keine Gefahr vorhanden wurde nicht ausgerückt.
März 21. 11h Abends Krand in der Kesselschmiede
des Anton Höllensperger in Innsbruck./. Hirschenthal +
Wir wurden von Innsbruck aus nicht benachrichtiget, und
war der Brand ohne besonderen Schauen anzurichten, durch
eine Abtheilung der Imobrucker Feuerwehr bald gelöscht
April 6. Gegen ½ 9h Abends wurde großer Feuer¬
schein bei Nattels wahrgenommen.
Wir standen in Bereitschaft da der Schein jedoch bald
nachlies, wurde nicht ausgerückt.
Es muß bemerkt werden, daß wir wenn ausgerückt doch
zu spät gekommen wären, da keine Möglichkeit vorhanden
unter 2 Stunden an den Freudplatz zu gelangen, es war
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120.
bald nach 10h vom Feuerschein nichts mehr zu bemerken.
Es brannte das Anwesen des Kauers Josef Stern,
und ist der Besitzer wie auch einige Schweine leider im
Feuer verunglückt.
Der Besitzer wurde andere Tags als verkohlte Bericht
aufgefunden.
Juni 1. Unter zahlreicher Betheiligung von Leidtra¬
genden wurde die Gemahlin unseresehenaligen Comman¬
danten Max Weyrer, dem Amalia Weyzer geb. Rauch zu
Grabe getragen und betheiligte sich unsere Feuerwehr in
Corpore; Herr Max Weyser, spendete uns einen Betrag
wie H.
wovie sie
in Regie lasse
Juni 11. Nachmittags 5h30 entstand im Watta Magazin
des Heinrich Matt in Absam ein Schadenfeuer, und
wurde anheusern Wehr allarmiert, es langte jedoch sogleich
die Nachricht ein, daß der Brand gelöscht, und unsere Hilfe
nicht mehr nötig sei.
Juni 14. Frühjahrs Hauptübung, bei schlechtem Wetter
Es wurde daher nur eine kurze Übung am Dorfplatze
gehalten.
Landschaftlicher Löschinspektur Klammer inspiger¬
te bei dieser Gelegenheit unsere Feuerloschnierichtungen,
und führten wir demselben auch eine kleine Hydranten
Übung bei Herr Rauch vor, wobei wir uns neuerlich
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Von den Vortheilen der Hydranten überzeugen konnten.
Nach der Übung versammelten sich die Feueregehr-
manner beim Horeth wo denselben eine Erfrischung verab¬
reicht wurde, und sprach bei dieser Gelegenheit Herr Inspektor
Klammer sein vollstes Dob über unsern Bascheinrichtungen,
und den Stand des Hörpers aus.
Es wurde auch Commandant Anton Rauch und
Steiger Rottenführer Hans Kathrein als Delegierte für
den Bezirkstag nach Mils gewählt
Juni 24. Feuerwehr Bezirkstag in Mils, an welchem
78 Abgeordnete als Vertreter von 52 Feuerwehren erschienen waren
Jahre abzuhaltende Feste, Glückstöpfe zu früher
(Feuerwehr-Bezirkstag.) Der am Sonn¬
der Bezirksverbandsleitung bekannt geben, damit
tag in Mils abgehaltene Abgeordnetentag der
feuerwehren an und erbot sich im Winter Curse
diese allenfalls ausgleichend eingreifen könne, mit
Freiw. Feuerwehren des polit. Bezirkes Innsbruck
über die erste Hilfeleistung abzuhalten: Herr
Majorität angenommen. Herr Haueis aus Wilten
war der 13. seit dem Bestehen des Bezirksver-
Anton Rauch aus Mühlau regte die Einführung
stellte den Antrag, es seien sämmtliche Ausschuss
bandes. Die Abgeordneten der Feuerwehren wur¬
von Windwachen bei heftigem Sirocco an, während
Protokolle der Feuerwehren bekannt zu geben
den von der Feuerwehr Mils mit Musik in Hall
Herr Haueis aus Wilten die Einführung von
welcher Antrag nach langer Debatte auch ange-
abgeholt. Nach der Festmesse fand die Sitzung
taktischen Uebungen den Winter hindurch hindurch
nommen wurde. Hierauf würde als Vorort für
der Abgeordneten beim Tiefenthaler im Garten=
empfiehlt. Alle diese Anregungen wurden sehr bei¬
den nächstjährigen Bezirkstag Steinach bestimmt
pavillon statt. Zu dieser waren 78 Abgeordnete
fällig aufgenommen. Weniger Beifall fanden die
und zur Neuwahl des Ausschusses geschritten.
als Vertreter von 52 Feuerwehren herbeigekommen
Ausführungen zweier Herren, betreffs Gründung
Die Herren Kerber, Hoppichler, Klammer
Der Obmann des Bezirksausschusses, Herr Franz
eines Verbandsorganes u. betreffs Unterstützungs¬
Simath u. v. Stadler erkärten eine Wiederwahl
Kerber eröffnete die Sitzung und stellte den An-
wesen. Bei dem gemeinsamen Mittagsmahle
nicht mehr anzunehmen, wobei der Obmann
wesenden den Herrn Bezirkshauptmann Lewin
eröffnete der Obmann des Bezirksverbandes Franz
Kerber besonders hervorhob, es möge die Ver-
Graf Schaffgotsch, den Obmann des deutschtirolischen
Kerber die Reihe der Trinksprüche mit einen
sammlung jüngere, schneidige Herren mit den Fune
Toast auf den Kaiser. Nach dem Festmahle fand
Feuerwehr-Landes-Verbandes, Victor Baron Graff
tionen im Landesausschusse betrauen Da waren
weitere 3 Mitglieder des Landesverbands-Aus-
die Uebung der Milser Wehrmacht statt und
nun gerade die Herren, die bis zu diesem Augen¬
schusses; ferner die Gemeindevorsteher Andrä
wurde dabei die vom Verbandsausschusse gestellte
blicke einander im Reden ablösten und Anschuldi¬
Schneider von Mils, Josef Hefele von Zirl und
Aufgabe (Dachbrand beim Meßner Nr. 18) sehr
gungen gegen die bisherige Verbandsleitung vor-
Andrä Prem von Wattens der Versammlung vor.
gut durchgeführt. Besonders erwähnt sei auch
brachten, diejenigen, die sich weigerten eine Aus-
Dem vom Schriftführer des Bezirks-Verbandes
dass das Taubstummeninstitut eine Feuerwehr
schussstelle anzunehmen und die abtretenden
verlesenen und sehr beifällig aufgenommenen Thä-
besitzt, die bei dieser Uebung auch mitwirkte und
Herren Verbands-Ausschüsse ersuchten die Stelle
tigkeitsberichte entnehmen wir, dass das letzte Jahr
sehr gute Schulung zeigte. Sehr gut funktionierte
noch weiter zu behalten, was diese dann auch auf
die von der Firma I. A. Graßmeyer in Absam
verhältnismäßig reich an Bränden war, von denen
auf allgemeinen Wunsch der Versammlung, aber
hergestellte Spritze. Die Wehrschaft darf sich
beinahe jeder einen Unglücksfall zu verzeichnen
nur unter der ausdrücklichen, festgestellten Bedin-
hat. An Feuerwehren zählt der Verband 31 mit
gratulieren zu ihren Geräthen und zu der neuen
gung zusagten, dass sie nur noch auf ein Jahr
Wasserleitung.
3635 Mann und sind an 10 dieser Feuerwehren
ihre Stellen als Ausschußmitglieder beibehalten
1050 fl. aus dem Landesfeuerwehrfonde zur An¬
wollen. Der Ausschuss besteht sonach wieder aus
schaffung von Löschgeräthen und Ausrüstungs
den Herren Franz Kerber, Obmann, Johann
gegenständen ausbezahlt worden. Feuerwehrmänner
Hoppichler, Stellvertreter, Max Klammer, Cassier
welche als Radfahrer im Dienste der Feuerwehr
Amadäus Simath, Schriftführer, sämmtliche aus
stehen und, zu solchen Diensten commandiert, da-
Innsbruck, ferner den Beiräthen Franz v. Stadler
bei verunglücken, haben das gleiche Recht auf
aus Matrei, Anton Hosp aus Wilten und Josef
Unterstützung, wie die bei den Requisiten einge-
Platter aus Steinach (neu). Ausgeschieden ist
theilten Wehrmänner, für das Rad hingegen wird
Herr Tiefenthaler aus Mils, für welchen Herr
keinerlei Vergütung seitens der Unterstützungscasse
Platter eingetreten ist. Den letzten Punkt der
geleistet. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde
Tagesordnung bildeten verschiedene Anträge bzw.
der Antrag des Verbandsausschusses, es mögen
Anregungen. So reg'e Dr. Otto Köllner die
die Feuerwehren, um Collisionen bezüglich der
Festlichkeiten zu verhindern, etwa im kommenden Bildung von Sanitätsabtheilungen bei den Land¬
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Juli 11. Der den 9. Juli verstorbenen Spritzenmann
kammerad Alois Gundolf wurde heute zu Grabe getragen.
Nachdem derselbe auch Oberlieutenant der Schützen
Compagnie war und ehemals Mitglied der Musik Kappellen
war, so war die Betheiligung eine sehr große.
Gundolf war Besitzer der Kriegs Medaille und der
Jubileum's Erinnerungs Medaille.
August 1. Commandatschafts Sitzung, in welcher be¬
schlossen wurde das 25. jährige Stiftungsfest unserer
Wehr feierlich zu begehen und aus dem verfügbaren
Zinsen der Krankenkasse per fl. 233,23 einen Betrag
zu entnehmen um daher eine Staatsschuldverschreibung
von fl 100,- nominale anzukaufen; wodurch der
Unterstützungsfad auf fl 400. — Capital erhöht wird.
Im Stiftsbriefe ist ein diesbezüglicher Anhang
nachzutragen.
In das Fest Comité wurden gewählt: Feuerwehr
Hauptmann: „Anton Rauch, ferner die Feuerwehr
Cammeraten „Alois Schlögl. Anton Dinkhauser, Hans
Purner, Hans Kathrein, Anton Mayr & Anton Gotsch.
August 25. Kurz vom 12 12 h Nachts wurde am östlichen
Himmel intensiver Feuerschein bemerkt.
Es brannte der unterhalb der Eisenbahnbrücke
links der Reichsstrasse gelegene Heustadel des
Johann Gstir.
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Unsere Wehr rückte unter Feuerwehr Hauptmann
Anton Rauch nach dem Brandplatze aus und zwar nur mit
Spatze N° 1, welche am linken Inmuser aufgestellt, 2 Schleuch¬
linien nach dem Brandobjekte sendete.
Nachdem infolge der anhaltenden Drockenheit, der
ganz aus Holz gebaute Staël bei Ankunft der Feuer¬
Wehr bereits vollständig in Flammen stand, konnte
sich unsere Arbeit nur auf ein möglichst rasches unter¬
drücken der Flammen beschräncken, was auch bald ge¬
lang, denn der III. Zug der Innsbrucker Feuerwehr, der
baldigst anlangte konnte ohne in Thätigkeit zu treten
sogleich wieder heimkehren.
Da die großen Heuwräthe jedoch immer
nach weiter glimmten mußte der Heustock auseinander
geschöpft werden, wobei immer wieder niezelne
Flammen empor loderten.
Um ¾ 3 h Früh war jede weitere Gefahr besei¬
tigt und konnte die Feuerwehr heimkehren.
Es herrschte vollkommene Windstille und
Da gar keine weitere Gefahr für etwähige Objekte, deren
es in der Nähe nicht giebt vorhanden war, wurde
auch keine Landwache zurück gelassen.
Wie nachträglich erhoben würde, ist der Brand
von einem circa 20 jährigen Burschen gelegt worden.
nur um wieder in das Zuchthaus zu kommen.
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12 f
Septber 1 Unser beitragendes Mitglied Gemeinde
Artzt Josef Flangger ist im Alter von 3. Lebensjah¬
ren, nachdem er eine 53 jährige Praxis hinter sich
hatte gestorben, und am 3. September nach Thauer
beerdiget worden.
Unsere Wehr gab ihm das Geleite bis zum
Zapflur, wo die Einsegnung erfolgen.
hierauf Vorübung für die Schau Übung
anläßlich des 25 jährigen Stiftungsfüstes.
Brandobjekt das Haus des Johann Hell.
Die Übung, welche als drockene durchge¬
führt wurde gieng rasch und in vollster Ordnung
von statten.
September 7. Abends gegen 10h gieng über die hiesige
Gegend ein aus dem Oberienthale kommendes sehr heftiges
Gewitter nieder, wie solches seit Jahren nicht mehr beobach¬
tet wurde. Verschiedene Blitzschläge waren die Folge, be
sonders in Wilten und Hötting, welche glücklicherweise ohne
Schaden zu verursachen erfolgten.
Gegen 3/4 11 h Nachts schlug gedoch der Blitz in den
Stadel des Kammwirtes Herrn Joh: Jud in Hall, wel¬
ches Objekt nebst noch 2 andere Städeln und einem klei¬
nen Hause alsbald in Flammen stand.
Der riesige Feuerschein veranlaßte uns zum
alarmieren, und fuhr alsobald Spritze N°T mit 15 Mann
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als Besatzung nach dem Brandplatze ab. Den Train bei¬
tete der Adjutant Cammerad Hans Purner und die Bespan¬
nung wurde von Rauch Leopold beigestellt.
Unsere Wehr trat jedoch nicht mehr in Thätigkeit, son¬
dere hatte nur nahe Bereitschaft zu halten, und konnte um
½ 2 h Morgens wieder nach Hause fahren.
Leider zeigte es sich, daß es an Beßamung in der
Gemeinde, für den Fall eines größeren auswärtigen Brandes
mangle.
Wohl über 20 Feuerwehrmänner sammelten sich unter dem
Commandanten beim Magazin, es fehlte jedoch die Lespan¬
nung um die Wehrmänner nach dem Brandplatze befördern
zu können, denn sämmtliche leichten Pferde waren weil
Landesschützen Pferde bei der Waffenübung.
Nachdem gegen ¾ 12h der Feuerschein gänzlich ver-
schwand lies der Commandant einrücken.
September 9.
25 jähriges Gründungsfest
Abends 1/2 8 h versammelten sich die Wehrmänner und
Musikkapelle beim Spritzenmagarine, welches mit grünen
Trennengewinde, Fahnen und dem Feuervehr Embleme
prächtig geschmeckt war.
Um 8h setzte sich der Fakelzug unter Vorantrit der
zum Umzuge
2.
wackeren Musikkapelle in Bewegung durch das Dorf
Vor den Wohnungen unserer Ehrenmitglieder, der
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12)
Herrn Leopold Rauch & Ferdinand Karon Sternbach.
unseres ehemaligen Commandanten Herrn Max Weyrer
wurde Haltgemacht und einzelne Stücke gespielt; ebenso
vor der Wohnung des Commandanten, wo dessen Gemahlin
ein gut Heil zugerufen wurde und spricht der Schreiber
dieses für diese Oration seinen lieben Feuerwehr Kammer
raden den besten Dank aus, denn es war mir ein
neuerlicher Beweis daß ich die Liebe und das Vertrauen
der wäckeren Wehrmänner geniese.
Beim Spritzenmagazine lößte sich der Fakalzug auf
und ward mit Fonfahren Begleitung in das Ladhaus
marschiert, allwo unser beitragendes Mitglied Herr Wilhelm
Rasim 50 Biter Bier spendirte.
Die Bewirtung von Musik & Feuerwehrmannschaft
gieng auf Kosten der eigens gegründeten Fest Kasse.
September 10.
5b Früh: Weckruf durch die wake¬
re Musikkapelle.
Leider zeigte uns der Wettergott nicht
seine Gunst, denn der bereits am Vorabend nieder¬
gehende Regen wollte nicht aufhören und als um
8t unser Körper unter Vorantritt der Musikkappelle
zur Kirche marschierte ergoß der Himmel seine
Schleußen über unsern Häupter; jedoch einen watteren
Feuerwehrmann kann der Regen die Bauen nicht verderben.
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127.
Nach dem Festgottesdienste wurde mit Musikbegleitung
zum Zapflegarten marschiert, allwo die Feuerwehrmän-
ner und Musik auf Kosten der Festkasse bewirdet wurden.
Nachmittags ½ h begann bei der Lokallahn Halte„
stelle Dollinger der Empfang der Festgäste
Jeder Trammbahnzug brachte neue Festtheilnehmer.
und lies unsern waken Musik Kappelle abwechselnd
mit jener von Arzl ihre Weisen ertönen.
Es fanden sich außer Quitung des deutsch
und
Tiroler Verbandsausschußes, des Feuerwehr Bezirks-
Verbandes auch noch Festgäste folgender Feuerwehren
ein: „Innsbruck, Wilten“, Arzl mit Mußik, Rum, Thaur
Hall, Mils, Baumkirchen, Volders. Wattens, Aldrans, Arams
Amras, Zirl. Terfens, Schönberg, Absam, Pradl, Hotting
Um 3 h ward Sammeln geblasen und zu Spritzen-
magarine welches in festlicher Weise dekorirt war ab¬
marschiert, wobei wieder die beiden Musikkapellen
abwechselnd spielten.
Das Wetter hatte sich mittlerweile gebessert
und lies sich sogar die Sonne zeitweise blicken.
Beim Magazin wurde das Brandobjekt./. Haus
des „Alois Spekbacher‟ bekannt gegeben, Windrichtung
Ostlich
Gleich giengs mit beiden Spritzen und den
Gerathen dorthin, wo sich inzwischen auch die Ver¬
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bands und Bezirkleitung nebst vielen Festgästen
einfand.
4 Minuten nach dem Feuersignal war bereits
Der 1 Schluch mit Wasser auf dem Dache, ihm folg¬
ten die 3 übrigen unserer Spritzen, wie auch
die Hydnanten der Herrn Weyerer & Herrn Bauer
welche uns dieselben zur Verfügung stellten.
Schließlich trat auch noch die Dampfpumpe des
Herrn Weyrer's und deßen zweite Prumie mit mit
Furbinenbetrieb in Thätigkeit, so daß die sämmtlichen
Gebäude in der Nähe des Brandobjektes, wie
auch die etwas entfernteren jedoch als gefährdet
angenommenen der Familie Saurwein./. Zapfler./.
geschützt werden könnten.
Nach Schluß der Übung, welche allgemeinen
Beifall erntete wurde an der Landstrasse noch
eine Fontäne gebildet bei welcher aus nicht we¬
niger als 9 Strahlishren Wasser gegeben werden
konnte.
Die Feuerwehr Mühlau zeigte bei dieser
Gelegenheit neuerlich, daß sie die ihr zur Verfü-
gung stehenden Böschmittel auch hand zu haben versteht.
Nach beendeter Übung sammelte sich unser
Körper und wurde Defilirung vor den Festgästen
angeordnet, welche mit sämmtlichen Gerätschaften bei der
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Haltestelle der Eckalbahn „Dollinger“ statthand.
und wozu unsern Musikkapelle den üblichen Marsch
spielte.
Nachdem dann die Geräthe wieder in das
Magazin gebracht, ward zum Festplatze „Horeth Garten
marschiert, welcher mit Fahnen und Feuerwehr-
mablemen festlich geziert war.
In einer Ecke befand sich eine von Blumen
und grünen Ziergewächsen gebildete Nische in¬
mitten deren wir das prachtvolln Ohlportrat
unseres Gründes und I. Commandanten des Herrn
Ferdinand Weyrer erblickten, welches Bild uns dessen
Frau Gemahlin in alter Freundschaft gütigst zur Ver-
fügung gestellt hatte; vor dieser Nische war der
Tisch für die Commandantschaft und Vertretter des
Landes- und Bezirks-Verbandes, so daß gleichsam Herr
Weyser, wenn auch nicht mehr am Leben, bildlich in
unserer Mitte weilte.
Es beehrten uns nun auch mit ihrer
Bewesenheit, der Herr Pfarrer, der herr Cooperator
und Gemeinde Vorsteher Herr Barsn Sternbach.
Die Mussick abwechselend mit dem Mühlauer
Sänger Chor trug sehr viel zur Unterhaltung und
Feststimmungs bei; leider schlug das Wetter wieder
um und der Himmel öffnete seine Schleusen neuerlich
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Die Festrede hielt Feuersehr Hauptmann, Anton
"Rauch" in welcher derselbe nach der üblichen Begrü¬
sung des Herrn Pfarrers, des Herr Vorstehers und der
Festgäste, einen kurzen Rückblick über die Thätig-
keit unserer Feuerwehr entwarf, aus welchem folgen-
des zu bemerken wäre.
Im Herbste 1874 bildete sich ein Comité dem folgende fünf
wackere Männer angehörten: „Ferdinand Weyrer, Thomas Bang,
Gottlieb Schatz, Johann vor Ottlmayer und Josef Steiger
welche sobald sie sich überzeugt hatten, das die Gründung ei¬
ner freiwilligen Feuerwehr unter der Bevölkerung Anklang
finde von der Gemeinde Vorstehung die Genehmigung einholten,
und um die Beschaffung einer neuen guten Saugsprike
ansuchten.
Die Schritte waren von Erfolg, denn alsbald wurde
die Spritze bei Joh: Grassmayr in Wilten bestellt und
mit Ende des Jahres 1874 hatte die Wehr bereits 54 Mit¬
glieder.
Für die weitere Ausrichtung und Anschaffung von
Köschgeräten ergab eine veranstallte Sammlung den an¬
sehnlichen Betrag von fl 300.-
Die 1/2 Hauptversammlung fand am 1 Janner 1895
statt von welcher Herr Ferdinand Weyrer einstimmig zum
Commandanten gewählt wurde; und daß mit ihm die
richtige Ferfelichkeit in die Spitze trat, beweisen die
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13
Erfolge, welche derselbe mit unserer Wehr bis zu seinem
leider allzufrich erfolgten Tode, erzielte.
Rasch gieng es an das Einexerzieren und Einüben,
so daß als am 2. Mai 1875 die Spritze abgeliefert wur¬
de dieselbe von einer vollkommen gut ausgebildeten Man¬
schaft übernommen werden konnte; Beweis dafür die
allseitige Anerkennung, welche unsere Wehr anläßlich des
Brandes des Haller Pfarrkirchendaches, allwo dieselbe die
Feurtruhe erhielt, untete.
Herr Weyrer legte bei der Hauptversammlung am
31. Dezember 1878 durch eine Spende fl 100. – Natten Rente
den Grund zu unserer Krankenkasse, welche später von
den Erben unseres Ehrenmitgliedes Herrn Anton Rauch
durch Zuweisung von weiteren fl 200.- auf den Betrag von
so 300 erhöht wurde.
Der 25. September 1892 war für unsere Wehr ein
Trauertag, da unser Commandant Herr Ferdinand Weyrer
nach langem Leiden verstorben ist.
Die Begleitung zur letzten Ruhestätte, war eine
impossante Kundgebung für seine Beliebtheit, und wird
sein Andenken immer in uns fortleben und er uns
zum Muster eines wahren Feuerwehrmannes dienen.
Ihm folgten im Commando sein Neffe Herr Max Weyrer
und nach dessen Rücktritt Johann Holzmeister, welcher
unsere Feuerwehr bedeutend verstärkte und durch An¬
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schaffung einer zweiten Spritze wehrfehiger machte.
Während der Zeit unseres 25 jährigen Bestandes
sind von unserem Hörper 15 ordendliche darunter 2 Komman¬
danten und 11. außerordendliche Mitglieder, durch Tod
abgegangen.
Es ereigenten sich während dieser Zeit 43 Krände
darunter 12 grössere, an denen unsere Wehr größtentheils
zu deren Bekämpfung theilnahm, oder bei den übrigen
wenigstens in Bereitschaft war.
Aus Anlaß des 25 jährigen Stiftungsfestes hat
der Feuerwehr Ausschuß beschlossen, von den verfegla¬
ren Zinsen der Krankenkasse fl 100. – zu kapitalsieren.
so daß unsere Krankenkasse gegenwärtig über ein Grund
Kapital von fl 400 h verfügt.
Es folgten hierauf der Dank an die folgenden
25 Jahre dienenden aktiven Feuergehrmänner:
Commandant Stellvertretter; Leonhard Lang
Lassier
Johann Thaler
Zug
Verwalter
Steiger Rottenführer & Maganzin
Johann Kathrein
Spritzemeister
Leonhard Schlögl
Spritzenmeister-Stellverketter
Alois Schloge
Johann Gstir
Steiger Rottenführer
Anton Schnegg
Johann Hell
Steiger
Obmann der Ordnungsmannschaft Anton Dinkauser
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Sputzenmann
Christian Rauch
Anton Thaler
Josef Harm
Franz Waldner
Ordnungsmann
Alois Turner
Die beabsichtige Vertheilung der Ehrendiplome
mußte wegen des inzwischen leider eingetrettenen
strömenden Regens unterbleiben und wurde ver¬
schoben.
Der Feuerwehr Ausschuß hatte auch beschlossen
jene Feuerwehrmänner, welche 20 Jahre dienen mit
2 Arnstreifen und die, welche 10 Jahre dienen mit
1. Arnstreifen auszuzeichnen.
Es dienen 20 & mehr Jahre: Steiger Anton Schöpf
Spritzen & Schlauchmanner: „Alois Rainer, Alois Spekbacher
Sorenz Mader, Josef Dangl, Anton Harm und der
Sanitätsmann Georg Stokhammer.
Ferner 15 Jahre „Adjutant & Schriftführer Hans
Purner, Zugsführerstell, Petter Anton Mayr und
Steiger Franz Schatz, welchen ebenfalls der Dank
ausgedruckt wurde.
Schließlich dankte der Commandant der ganzen
übrigen Mannschaft und ersuchte um ferneres Zusammen¬
halten und thätiges Eingreifen in Zeiten der Gefahr.
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Es sprach dann, daß Vorstandsmitalied des „Deutsch„
Tiroler-Feuerwehr-Verbandes Herr Josef Jörg als
Vertretter des Obmannes Herrn Victor Baron Graf, wel¬
cher unserer Wehr zu ihrem 25jährigen Bestande Glück
wünschte.
Weiters der Stellvertretter des Bezirks Verbands
Obmannes Herrn Franz Kerber „Herr Johann Hoppich„
la auf unseren Commandanten, und schließlich
Her landschaftlicher Böschinspektor „Max Klammer“
welcher die Einrichtingen unserer Wehr wie auch die
stattgefundene Übung lobend besprach.
Schließlich sei an dieser Stelle dankend aller
Inner gedacht welche durch Ihre thätige Beihilfe zum
Gelingen des Festes beitrügen, als unserm allbewehr¬
ten Cammeraten „Hans, Kathrein, welcher die Dekora¬
tion des Festplatzes leitete wie auch aller Feuerwehr-
männer die dazu mithalfen.
Der unermüdlichen Musikkapelle unter Ihrem
Capellmeister Cammeraten Hans Turner und der
„Mühlauer Sängel Gesellschaft“
Sie alle trugen dazu bei das Fest zu verschönern.
Gedankt sei auch allen jenen beitragenden Mitglie¬
dern, welche durch ihre Spenden es uns ermöglichten
das Fest zu feiern ohne unsere Regie Casse in An¬
spruche zu nehmen.
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24. September Kleine Übung mit Spritze N° 2
beim Ganner.
Beim Grundungsfeste arbeite Skritze N° 2 nicht
zu unserer vollsten Zufriedenheit, und wurde daher
diese Spritzenprobe, vom Commandanten angeordnet.
Die Probe, welcher auch der Lieferand der
Spritze Herr Knittl von Firma Grasmair in Wilten
beiwohnte, fiel zu unserer vollsten Zufriedenheit
aus und konnten wir wieder ganz beruhigt sein.
23. September Im Keller der Tischlerin gebruder
Colli in Wilten gerieten Hobelspann in Krand, welche
dort zum Hützen des Dampfkessels aufgestappelt
waren; der Krand wurde durch die Feuerwehr Wilten
bald gelöscht und ward in Mühlau nichts davon
bemerkt.
22. Oktober Herbst Hauptübung. Als Kwed.
Objekt war Tschoners Feigenmühle angenommen
und ein durch Flugfeuer entstandener Dachbrand
beim Steiger.
Spritze N° 2 stellte sich beim Fichoner auf und
bekämpfte das Brandobjekt, während N° 1 den
Dachbrand beim Steiger mit Hilfe des Brunnen¬
wassers beim Schöpf./. Jost./. und des dort angebrach¬
ten Auslaufes aus der Waßerleitung bekämpfen
sollte; es zeigte sich aber, daß für eine Spritze
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12)
wie die unsere zu wenig Wasser vorhanden ist,
und wir daher im Falle eines Krandes im Holz auf
Wasser aus dem Tuft Kache angewiesen sind, welches
wir dank unserer 2 Spritzen an jeden Funkt hin-
bringen können.
Nach der Übung war Musterung durch unserm
Gemeinde Vorsteher und Kammeraten Herrn Johann
gstir und hierauf beim Koreth die Vertheilung
der Diplome an die 25 Jahre dienenden Feuer¬
wehrmänner, unter Mitwirkung der walteren
Müßik Kappelle.
Gemeinde Vorsteher Herr Gstir sprach seine Aner¬
kennung und seinen Dank für die Hilfe beim Kran¬
de seines Stadels./. 25. August./. aus, und spendete
5. Gulden.
Schluss-Bericht.
In Bezug auf Brand Schäden war das Jahr
1899 eigentlich ein sehr günstiges zu nennen, denn
mit Ausnahme des Brandes am 25. August von Johann
Gstir's Heustadel, war unsere Gemeinde „Gott sei Dank
von Krandunglück verschont, und ereigneten sich auch in
unserer nächsten Nachbarschaft nur kleinere Brandun¬
glücke; dagegen brachte uns der Tod sehr empfindliche
Verluste bei, denn wir haben den Verlust
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eines äußerst tüchtigen Commandanten und zweier
sehr wäkerer Cammeraden zu beklagen.
Zu erwähnen wäre noch daß der 12 September
sehr heftigen Schneefall auf den Bergen mit darauf
folgendem Regen brachte, wodurch die Hochwässer
bedeutenden Schaden, besonders im untere Innthale,
Salzburg & Bayern, verrichteten und einzelne Bahn¬
verbindungen Wochenlang unterbrochen wurden.
Neu angeschaft wurden:
4. Steigerrüstungen; 6 Stück Steiger Latermin
von J. G. Lieb in Bieberach durch Herrn Grasmayer in
Absam bezogen; 4 Stück einen Duxer und
150 Mtr Druckschläuche.
Letztern wurden uns von der löbl: Gemeinde¬
Vorstehung, welche wieder ihren warmen Sinn für
unsere Wehr bewiesen hat, beigestellt und sei hier¬
mit dem ganzen Gemeinde Rath mit Herrn Vor¬
steher Johann Gstir an der Spitze der wärmste Dank
ausgesprochen.
Inventar der vorhandenen
geräthe, Auszustungsgegenstande am 31. Dezember 1899.
1. Eine große Saugspritze; Fahrsprithe.
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2. Eine große Saugspritze./. abprotzsprithe./.
3. Ein 2 Städriger Geräthewagen
4 Ein 2 rädriger Schlauchwagen mit Kasten
5. Ein 2. rädriger Schlauchwagen, Art Leiterwagen
b. 385 Mtr Druckschlauche größtentheils neuere darunter
150 Mtr ganz neue; sämmtliche mit Normalgewiede
1 Schubleiter; 1 Anstelleiter; 3 Stück hacken¬
leitere und 1 Satz Dachleitern.
8.
14 Stück Wassernimer./. Feuerwehrkübel./.
9.
2 Wordkasten, davon keiner eigenauert
10. 1 Commando Standarte; 2 Signal Hörner
11. ℔ Scholeumfackeln; 3 Schlauchhälter mit Riemen
12. 72 Stück Helme; 4 Chargen Beile
13. 18 Steigerrüstungen, mit Carrabiner, Beine
& Beil, 1 Chargen Gurten
14.58 Stück Feuerwehr Duxer.
15.14
Schlauchschließelgärten und Schlüssel
16. 16
Stück Steigerlaternen
17.
2 Stück Signalhörner
7
18.
Stück theils einthönige theils zweitänige
Hützen.
19.
Cassette mit Verlandzeug, wie auch Arm¬
1
und Fußschiene.
5
20.
Strahlrohre und
21.
2 Spritzendecken
22.
3 Einreißhacken, 1 Einbrecherbeil
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30
Mitgliederstand
am 31. Dezember 1899
Ehrenmitglieder
a.)
Georg Rauch, Privat in Innsbruck
Leopold Rauch, Kunstmühlbesitzer in Mühlau
Ferdinand Baron v. Sternbach in Mühlau
Commando
Feuerwehr Hauptmann
Anton Rauch
Stellvertretter
dgl
Thomas Lang
Adjutant u. Schriftführer
Hans Turner
Hassier
Johann Thaler
Magarineur
Hans Kathrein
Signalisten
Jakob Pernlochner
Leonhard Pernlochner.
Steiger
Hans Kathrein
Zugsführer
Zugsführer Stellvertretter: Anton Mayr
Anton Schnegg
Rottenführer
Steiger: „Johann Hell: Anton Schöpf
Franz Schatz; Anton Hefele, Anton Wieser
Franz Brugger; Leopold Rauchjun: Alois Hell
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Heinrich Weber, Josef Fichafon, Alois
Josef Rainer, Josef gstir; Johann Hansen;
Ludwig Ebenbichler, Johann Neuner, Romed
Kreuzer
Spritze Nº I.
Spritzenmeister:
Thomas Rang
Alois Schlögl
Stellvertretter:
Spritzenmanner: Franz Waldner, Josef Harm,
Alois Neuner, Johann Pernlochner, Franz
Weger; Heinrich Dittmayr; Alois Speckbacher
Anton Harm; Johann Reinisch. Alfred Angerer
Josef Stolz, August Sterlika, Karl Sentobe,
Anton Tollinger
Spitzl. No II.
Spritzenmeister: Leonhard Schlögl
Stellvertreter: Johann Gstir
Spritzenmanner: Anton Thaler, Lorenz Mader,
Math: Staffler; Otto Rainer, Joh: Seyerling;
Christian Deisenser; Simon Mangott, Johann
Rainer; Christian Rauch; Leonhard Purner,
Sebassian Kalkschmied; Johann Stern.
Josef Dittmayr
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Schlauchmannschaft
Alois Rainer
Rottenführer
Franz Sentobe
Ssellvertreter
Schlauchmanner: Josef Dangl, Josef Sentobe,
Johann Ploner; Georg Holzmeister; Anton Götsch;
Johann Ganner, Ferdinand Schober.
Christian Wieser, Konrad Türk
Ordnungsmannschaft
Alois
Anton
Dinkauser; Johann Turner
Sanitätsmann
Georg Stockhammer:
Unsere Feuerwehr zählt somit mit 31. Dezember 1899
3
An: Ehrenmitgliedern:
64
ausübende
56
auserordendliche
128
in Summa
Windwachten wurden im Jahre 1899 in
30 Nächten abgehalten!
Gott schütze Mühlau
gut Heil
Mühlau am 4. Janner 1900
Anton Rauch
Feuerwuhr Hauptmann
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142.
Sechsundzwanzigstes Vereinsjahr.
1900
Am 5. Jänner Generalversammlung beim Koret!
Commandant Anton Rauch eröffnet um
1/2 9 h die Versammlung und begrüßt die sehr
an der Zahl
zahlreich erschienenen Mitglieder
Nach Verlesung des Jahrs- und Cassen-Berichtes
und Genehmigung derselben durch die Versamm¬
lung wurde zur Neuwahl der Commandant¬
schaft geschritten.
Mit Ausnahme der Chargen der Steiger¬
Abtheilung wurden sämmtliche andere Chargen
per Aclamation gewählt und folgt nachstehend
das Ergebnis der Wahl.
Nachdem Commandant Stellvertreter Herr
Thomas Lang wegen Altersrucksichten diese
Stelle nicht mehr anzunehmen erklärte.
was allseits mit Bedauern zur Kenntnis ge¬
nommen wurde, beantragte Herr Gemeinde
Vorsteher Johann Gstir indem er in warmen
Worten die Verdienste desselben um un¬
sere Feuerwehr hervorhob, Herrn Rang zum
Zeichen der Anerkennung zum Ehrenmit¬
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gliede unserer Feuerwehr zu ernennen
was allseitig, und mit lebhafter Begeiste¬
rung angenommen wurde.
Cammerad Lang dankte und versprach
auch fernerhin als Spritzenmann mit seinem
Können und Wissen unserer Wahr zu dienen.
Infolge der Neubesetzung der Stelle des
commandaten Stellvertreter ergaben sich auch
einzelne Verschiedungen, da auch der Spritzen¬
meister Stellvertreter der Spritze Nº II, Johann
Gsitz infolge seiner Wahl als Gemeinde Vorste¬
Het diese Stelle nicht mehr anzunehmen
erklärte, und der Feuerwehr als beitragendes
Mitglied anzugehören erklärte wolle.
Neu aufgenommen wurden: 10 Mitglie¬
der welche in nachfolgender Standesliste erschei¬
nen, und wurde denselben vom Commandan¬
ten, nachdem Ihnen die Statuten vorgelesen
und Ihre Pflichten als Feuerwehrmanner
mit warmem Wirten ans Herz gelegt,
das Handgelöbnis abgenommen.
Nachdem es bereits sehr stät an der Zeit
wurde ward die Beschlußfassung über einen
abzuhaltenden Feuerwehrball auf die nächste
Ausschuß Sitzung verlegt um schloß der Vor¬
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sitzende um ¾ 1h mit nochmaligem Danke
die Versammlung:
Commandantschaft & Standes Biste
Feuwehr Hauptmann
Anton Rauch
Stellvertreter
Alois Schlögl
Adjutant & Schriftführer
Hans Turner
dassier
Johann Thaler
Magazin-Meister
Hans Kathrein
Signalisten
Jakob Pernlochner
Leonhard Pernlachner
Steiger
Hans Kathrein
Zugsführer
„Stellvertreter Leopold Rauch
Steiger Rottenführer: Heinrich Weber
Steiger: Johann Hell, Jakob Hefele
Anton Wieser, Franz Brugger, Alois Hell
Josef Tschafan, Josef Rainer, Josefa Gstir
Johann Hanser; Ludwig Ebenbichler, Johann
Neuner, Romed Kreuzer, Franz Schatz
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Spritze Nº I
Spritzenmeister: Alois Schlögl
„ Stellvertreter Alois Speckbacher
Spritzenmänner: Franz Waldner, Josef Harm
Alois Neuner, Johann Pernlochner, Franz Weger
Anton Harm, Johann Reinisch, Alfred Angerer,
Josef Stolz, August, Sterlika, Karl Sentobe, Anton
Tollinger, Anton Schnegg, Carl Rauch, Anton Schlöge
Carl Sentebe; Johann Stern; Thomas Bang, Anton
Schnegg: Anton Kössler; Alois Ottl; Josef Oberdanner
Spritze No II
Spritzenmeister: Leonhard Schlögl
Stellvertreter Otto Rainer
Spritzenmanner: Anton Thaler; Lorenz Mader
Math: Staffler, Joh: Sauerling; Christian Dei¬
senser, Simon Mangott, Johann Rainel, Christian
Rauch; Leonhard Burner, Sebastian Kalkschmied,
Heinrich Dittmayr; Josef Dittmayr, Leonhard
Schlögl jun; Anton Gätsch, Hell Johann jun.
Johann Prantl, Johann Gundolf, Alcu Überegger,
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Schlauchmannschaft
Rottenführer
Alois Rainer
„Stellvertreter“: Franz Sentobe
Schlauchmanner: Josef Dangl, Josef Sentobe
Georg Holzmeister; Ferdinand Schober, Konrad
Fürk; Christian Wieser; Conrad Plattner,
Johann Ploner, Johann Gannner
Ordnungs: Mannschaft
Anton Dinkäuser; Alois Turner
Sanitäts-Mannschaft
Georg Stockhammer; Anton Schöpf
Ehrenmitglieder
Thomas Lang; Schmied & Wagnermeister in Mühland
Leopold Rauch; Hunstmühlen, Besitzer in Mühlau
a
Ferdinand Baron v. Fr.
bühlan:
Georg Rauch; Frii
Deffentlicher Dank.
Die gefertigte Fractionsvorstehung
spricht hiemit allen Jenen, welche beim
letzten Brande in Amras Hilfe leisteten,
den wärmsten Dank aus.
Besonderer Dank aber sei der freiw.
Feuerwehr von Aldrans und Mühlau,
sowie dem k. k. Gendarmerieposten von
Innsbruck und Wilten erbracht.
Amras 8. Jänner 1900.
Hans Geyr,
Feuerwehrhauptmann und Fractionsvorstand.
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5. Jänner 1900 Gegen Mittags entstand in dem zur
Restauration Schönruh gehörigen Bauernanwesen.
ein Schadenseuer, wodurch das Brandobjekt gänzlich
umgeäschert wurde, und dem auch 2 Kinder im Alter
von 2 1/2 Jahren und 6 Wochen zum Opfer fiehlen.
Infolge des herschenden Nebels wurde das Feuer
erst späth bemerkt, und wegen des herrschenden
Wassermangels, die Bekämpfung des Feuers bedeu¬
tend erschwert.
Unsere Feuerwehr entsandte einen Böschtraie
unter Führung des Commandanten und konnten
wir noch thatkräftig eingreifen, wofür uns auch
von Seiten der Gemeinde Vorstehung Amras, der
besondere Dank ausgedrückt wurde.
Die Bespreuung der Kritze stellte Rauch
Anton
eines Transportwagen für die Mannschaft Josef Harm
bei.
Wie sich später herausstellte wurde das Feuer
von der Mutter des ältern verunglückten Kindes
gelegt, wofür dieselbe auch 12 Jahre Kerker erhielt.
Um 4 h konnten wir wieder nach Haus fahren.
Am 24. Mai Frühjahrs Hauptübung. Brandobjekt war
das alte Tichafonsche Mühlgebäude und arbeiteten Spritze
N5 6 wie auch N° 2 mit je 2 Schläuchen, wobei wir uns
wieder von der vorzüglichen Leistungsfähigkeit beider
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148.
Maschinen überzeugen konnten. Spritze 4°2 hatte 2 Minuten
25 Secunden nach gegebenem Feuersignal das Wasser auf
dem Dache des Frankschen Fabriksgebäudes; ein
schönes Zeichen für die Leistungsfähigkeit der
Mannschaft.
Nach der Hauptübung wurde beim Koreth
unserem ehemaligen Obmannstellvertreter und ver¬
dientem Mitgliede Thomas Dang das sehr schön
ausgeführte Ehrendizlan überreicht
Der Commandant schilderte in einer An¬
sprache die Verdienste Rangs um unsere Feuer¬
wehr, denselben allen Mitgliedern als Vorbild zur
eines wahren Feuerwehrmanns vorstellend.
Die Unterhaltung besorgte unsere Musikkapellen
unter Zeitung unseres bewährten Kameraden und
Schriftführers Turner.
Am 3. Juni 12 9 h Abends erthönte das Feuer¬
signal. Es kam gegen 8h Abend im Ökonomiege-
läude beim Boretto Wirte in der Haller an durch
spielende Kinder Feuer zum Ausbruche, welches bei
heftigem Südwinde auch alsobald auf das altehr¬
würdige Kirchlein übergriff und gänzlich einescher¬
tr.
Den vereinten Bemühungen der erschienenen
Feuerwehren gelang es das Gasthaus zu retten.
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Das Kirchlein wurde 1590 von Erzherzeg Ferdinand
der mit seiner Gemahlin von Innsbruck aus oft dahin
wallfahrtete errichtet.
Unsere Spitze wurde von Spritzenmeister Stellver¬
treter Alois Speckbacher geführt; die Bespannung
stellte Rauch bei, unser Train konnte jedoch wegen
Wassermangels nicht mehr in Aktion treten und
mußten wir uns damit begnügen den übrigen
Spritzen durch jungen zu helfen.
Am 4. Juni starb nach längerem Leiden
Kammerad Johann Hansen, der Steiger Abtheilung
und wurde am 6. Juni zu Grabe getragen, der
übliche Gottesdienst wurde für denselben am 10.
Juni abgehalten. Ruhe seiner Asche!
Am 19. Juni
Übung mit den 2 neu eingelaufen
Hydranten nächst der Kirche und nächt dem
Kornth.
Mittels des Hydranten nächst der Kirche
bei Rauch war es uns möglich von der aufge¬
stellten Schubleiter aus noch den Kirchthurmkeppf
zu erreichen.
Die Gemeinde erhielt von der Stadt
Innebruck die Bewilligung zur Einbauung
der 2 Hydranten in die gemossenschaftliche
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Wasserleitung, für die Bewilligung der
17.
Durchführung der elektrischen Stromleitung oberhalb
Mühlaus durch den Gemeindewald, und sei
nebenbei bemerkt, daß die Stadt Innsbruck
der Gemeinde überdies noch fl 400.- bezahlen mußte
Am 1. Juli
Feuerwehr Bezirkstag in Steinach, und war
unsere Wehr durch die Delegirten Commandanten
Rauch und Cammeraten Otto Rainer vertreten,
auch fanden sich theils zu Rad. theils mit dem
Mittagszug noch mehrere Kammeraden nie, ein
neuerlicher Beweiß für die gute Kammeradschaft
welche in unserem Körper gehalten wird.
Bericht über den Delegirtenhag in Steinach.
13 Rettungsapparate, 7 Feldapotheken, 10 Trag
(Das Löschwesen im Bezirke Innsbruck.)
Unlängst wurde im schmucken Steinach der XIV
bahren, 639 Wassereimer, 374 Fackeln, 234 La- colonie. Seither aber sind mehr abgereist als
Verbandstag des Verbandes der Feuerwehren des
ternen. Sämmtliche 63 Feuerwehren besitzen Ge- kommen. Es ist auch leicht begreiflich. Seit 6.
politischen Bezirkes Innsbruck abgehalten, der unter
räthemagagine, 17 auch Steigerthürme. Stand-haben wir ungünstiges Wetter und seit dem ver
reger Theilnahme verlief. Besonderes Interesse
listenbücher führen 44, Dienstbücker 21, Inventare gangenen Samstag weht von der Landeshauptstadt
dürften die Mittheilungen des abtretenden Aus-
47 Feuerwehren. Von den 4192 Feuerwohrmännern herein der hier sogenannte Innsbrucker Win¬
schusses über den gegenwärtigen Stand des Feuer-
des Bezirkes gehören 1824 der Reserve des Heeres (draußen der Scharnitzer), so eisig kalt, dass d
wehrwesens im Bereiche der Bezirkshauptmannschaft oder der Landwehr, 1178 dem Landsturme an, Leute sagen, sie hätten im Winter nicht so sehr ge¬
1190 Wehrmänner sind wehrfrei.
Innsbruck beanspruchen. Von 76 Gemeinden des
froren, wie jetzt mitten im Sommer. Die Fremde
Bezirkes besitzen 62 Gemeinden 63 Feuerwehren
Die oben angeführten Ziffern sprechen deutlicher werden ultramontan, d. i. sie ziehen über den Bren
von denen 61 dem Feuerwehr-Landesverbande, be-
als alles andere von dem Emporblühen der Feuer-ner hinein in der Hoffnung im Süden wenn auch
ziehungsweise Bezirksverbande angehören. Außer- wehren in unserem Bezirk, sie beweisen, dass das nicht besseres Wetter, doch ein milberes Klima
halb des Verbandes stehen die Freiwillige Feuer¬ Löschwesen im ganzen Bezirke tief Wurzel gefass
hat. Ein ganz bedeutendes Verdienst an der För¬
wehr in Vals und die Feuerwehr der k. k. Salin
derung desselben in unserem Bezirke haben sich der
in Hall. Die 63 Feuerwehren stellen ein Contin
gent von 4192 Mitgliedern. Diese stattliche Ziffer bisherige Bezirksverbandsobmann Herr Franz Kerber
und Herr Verbandscassier Max Klammer, letzterer
setzt sich folgendermaßen zusammen: Ehrenmitglieder
insbesondere als unermüdlicher und opferwilliger
46, Chargen 307, Steiger 748, Spritzenmänner
landschaftlicher Löschinspector, erworben. Bei der
1852, Schlauchnnner 652, Ordnungsmänner 241
Uebernahme der Verbandsleitung vor 10 Jahren
Sanitätsmänner 40. Beitragende Mitglieder 306.
seitens des Herrn Kerber zählte der Innsbrucker
An Löschgeräthen verfügt die Feuerwehr-Mannschaft
Beztrksverband 23 Feuerwehren. Da die bisherigen
über: 402 Hydranten, 1 Dampfspritze, 14 Hydro-
Functionäre der Verbandsleitung ganz entschieden
phore, 63 Spritzen mit Saugwerk, 31 Spritzer
eine Wiederwahl ablehnten, musste vollständig neu
ohne Saugwerk, 46 Tragspritzen, 43 Schubleitern
gewählt werden. Sie besteht nunmehr aus folgen¬
183 Hakenleitern, 83 Dachleittern, 19 Stockleiterr
den Herren: A. Fritz-Wilten, Obmann; Max
und 117 Anstelleitern. An Schlauch-Materiale ist
vorhanden: 13.647 m Hanfschläuche mit Normal=Schafferer—Innsbruck, Obmann-Stellvertreter; Fr
Gewinden, 743 m Hansschläuche ohne Normal-Ge- Haueris—Wilten, Schriftführer; Jos. Randl—Inns¬
bruck, Cassier; Steiner—Matrei, Plattner—Steinach
winde, 81 m Gummischläuche mit Normalgewinde
und Wörndle—Telfs. Der nächste (XV.) Bezirks-
und 431 m Saugschläuche, 1171 Paar Schlauch-
tag findet in Telfs statt. Dem abtretenden Aus-
Kuppelungen mit und 94 Paar ohne Normal-Ge
schusse sprach Herr Feuerwehrcommandant Rauch
winde. Ferner verfügen die Feuerwehren des Be-
von Mühlau den Dank und das Vertrauen aus.
zirkes Innsbruck über 1 Krankentransportwagen
Von den weiteren Verhandlungsgegenständen des
1 Mannschaftswagen, 63 Schlauchwagen, 28 Ge-
Bezirkstages sei noch besonders erwähnt, dass sich
räthewagen, 3 Wasserwagen, 18 Hydrantenaufsätze
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Am 24 Juli
Übung mittels des Hydranten beim Rezeuth, wobei
von der Strasse aus, das Dach des Karon Sternbachschen
Schlosses erreicht wurde; hernach Reinigung der Spritze
N° T, des Steiger und Schlauchkarrnes.
Nach der Übung wurde zum Zapfler marschirt, wo
der Commandant seinen Bericht über den Bezirkstag
in Steinach erstattete.
Am heutigen Tage hat auch Baumnister Fritz aus
Wilten mit dem Bau des Steiger und Schlauchthurmes
begonnen, und gelangte hiedurch endlich der Wege
gehegte Wunsch /:siehe Bericht über die General Versamm¬
lung am 21. Jänner 1899). zur Durchführung.
Am 7. August
Am Steigerthurm wird der First aufgestellt.
Um 12. August.
Wird beim Koreth Wirt. Der Glückstopf abgehalten.
der sehr reichhaltig mit Gewiesten ausgestattet war; wir
hatten 33 1/2 Gewiese, und erzielten einen Reinertrag von
♀ 1201.07 womit die Kosten des Steigenthurmes zum größ-
ten Theile gedeckt sein dürften.
Am 25. August
Außerordendliche General Versammlung im Badhaus
wegen Wahl eines Dellegirten für den 21. Verlandsag
der deutsch Tiroler Feuerwehren in Lienz.
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Siehe michste
Seite unter
26. August.
Es wird Kammerad Anton Götsch gewählt, der sich
bereit erklärte die Vertretung unserer Feuerwehr in Lienz
zu übernehmen.
8. & 9. September
Landes Verbandstag in Bienz.
Die schon langen schwebenden Fragen, wegen
Einführung der obligatorischen Feuerversicherung und der
Sterbe Kassen wurden noch nicht erledigt, sondern dem
neuen Ausschuße zur weiteren Berathung zugewiesen.
Letzter Punkt hauptsächlich deswegen, weil die
Errichtung einer Sterbekasse die sogenannten Ver¬
sicherungszflichtigen Feuerverehrenauer; das sind jene, wel¬
ihn in einem Geschäfte beschäftigt sind, bedeutend
belasten werde und weil zur Sicherung des Unternehmens
mindestens 5000 Mitglieder nötig waren, während
der Verband gegenwärtig nur etwas über 4000 zählt.
Die Einführung eines Feuerwehrpasses wurde
angenommen und wurde der bairische Feuerwehr-
Groß als Muster aufgestellt.
Inen Feuerwehren, welche Fahnen aus eigenem
Mitteln anschaffen, werden wenn Sie um eine
Unterstützung aus dem 80% Feuerwehrfand ansuchen
auf 10 Jahre zurückgestellt. Wurde angenommen.
Die maximal Höhe der Unterstützungen für
verunglückte Feuerwehrmänner wurde wie bisher belassen
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und zwar N: 2,50 für ledige H: 3,50. für verheiratete
Feuervehrmänner ohne Kinder und H.5.- für solche mit
Kindern.
Der bisherige Ausschuß, das ist:
„Victor Karon Graf als Obmann, Jörg als Cassier
Stattlerder Schriftführer, Humml, Gratl wurden wieder
und Simath & Kerber, sämmtliche in Innsbruck neu¬
gewählt.
Der nächste Verbandstag wird 1903 in Hall
stattfinden.
26. August
Um 5 h Nachmittag ward unsere Feuerwehr aller¬
mirt. Es war im Hause des Johann Peer infolge
schlechter Bauart ein Dippelbaum Land zum Aus¬
bruch gekommen.
Unsere Feuerwehr, soweit Leute an dem schönen
Sonntag zu Hause waren, war mit Spritze N° 1 mit
anerkennenswerter Raschheit am Platze erschienen
das Feuer war jedoch bereits durch Hausleute
glokmeister
und einige Feuerwehrmänner getöscht, so daß die
Spritze nicht mehr in Thätigkeit kam.
Am 10. September
Herbst Hauptübung beim Schustermeister Schatz & Zapflau
Beide Spritzen arbeiteten zur vollsten Zufriedenheit.
nur zeigte sich wieder, daß wir für 2 Maschinen
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leider zu wenig Bedienungs Mannschaft haben, es
ware sehr wünschenswert, wenn sich junge kräftige Män¬
ner zur Feuerwehr anwerben liesen anstatt abseits zu
stehen.
13. Oktober
Infolge eines Schlaganfalles verschied nach ganz kur¬
zum Krankenlager, Commandant Stellverhèter, & Spritzen¬
meister „Alois" Schlögl
Alois Schlögl, der unserem Körper bereits seit
der Gründung angehörte, war wohl einer der ver¬
dienstvollsten Männer, die sich um das Zustandekommen,
und die Ausgestalltung unserer Feuerwehr ein immer¬
währendes Bedenken geschaffen haben.
Schlägl fehlte wohl bei keinem Brande, und war
immer am Platze und gar oft war sein erfahrener
Rath ausschlaggebend bei Beschlüssen, welche der
Feuerwehr Ausschuß zu fassen hatte.
Am 15. Oktober
Kammerad Schlögl wurde zu Grabe getragen,
begleitet von einer großen Menge Beidtragender,
Freunde und Feuerwehren.
Außer unserer Feuerwehr war erschienen: die
Feuerwehr von Arzl sehr zahlreich und Vertretungen
der Feuerwehren von „Absam, Rum & Kädl.
Schlögl hinterließ eine trauernde zahlreiche Familie.
Ruhe seiner Asche!
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Am 19. Oktober
Der übliche Gottesdienst für den Cammeraden
Alois Schlöge wird gehalten; welchem zahlreiche Feuerwehr¬
Männer beiwohnen.
Die Wittwe Schlögl spendete den Betrag von K: 20-
welcher der Regie Cassa zugewiesen wird.
Schlußbericht
Das Jahr 1900, welches uns 3 mal Gelegenheit gab
mit unserer Wehr zum Schutze des Nächsten auszurücken,
war für Mühlau ein glückliches, denn bei dem Dippel
baumbrande am 26. August, dem einzigen Landschaden
in Mühlau, gieng die Sache sehr glücklich ab
Nicht so glücklich waren wir hinsichtlich unseres Mann¬
schafts Standes, da wir leider 2 Mitglieder durch den
Tod verloren haben.
Als erwehnenswert sei angeführt, daß an 7. März
die elektrische Bahn der Firma Anton Rauch eröffnet
wurde, als I. elektrische Bahn in Tirol
Ausschuß Sitzungen wurden abgehalten, und
sei besonders erwähnt, daß in der Sitzung vom 28 Dezler
über Antrag des Commandanten der Beschluß gefassen wur¬
de Chargen Schulen abzuhalten.
Über den abgehaltenen Glückstopf wurde ein
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eigenes Protokoll geführt, welches vom Kammeraden
Georg Holzmeister sehr ausführlich in Reinschrift geschrie-
ben worden, und dem Vereins Archiv einverleibt wurde.
Es sei ihm und dem ganzen Glückstopf Comité hin¬
mit der Dank ausgesprochen.
Der Mitgliederstand beträgt XI active Mann.
Windwochen wurden 36 abgehalten; allen
Feuerwehr Kammeraden wird hiemit gedankt!
Gott beschütze Mühlau!
gut Heil!
Mühlau 11. Jänner 1901
Anton Rauch
Feuerwehr Hauptmann.
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27. Vereins-Jahr
1901.
12 Jänner:
Die General Versammlung fand wie üblich beim
Horeth statt, und zwar mit folgender Tagesordnung:
I. Jahres und Thätigkeitsbericht
2. Verschiedene Ergänzungswahlen
3. Cassa Bericht. 4. Vertheilung von Diplänen für 25 Jahre
Dienstzeit.
K. Neu Aufnahmen
6 Oetragn.
Die Versammlung wird vom Kommandon¬
ten um ½ 9 h Abends mit einer Begrüßung der
überaus Wahlreich erschienen Mitglieder eröffnet, und
wiedmet derselbe vorerst dem verstorbenen Cammeraden
Alois Schlöge
und Commandant Stellvertreter einen sehr warm
empfundenen Nachruf. Die Versammlung erhebt
sich zum Zeichen der Theilnahme & Trauer von
den Sitzen.
Der hierauf verlesene Jahresbericht, wird ohne
Einwendung genehmigt
Anläßlich der notwendig gewordenen Ergänzungs
Wallen wird mit Stimmzettel abgestimmt und folgen¬
des Resultat erzielt:
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Zum Commandant Stellvertreter und Spritzenmeister der
Spritze N° 1. Leonhard Schlögl
Zum Spritzenmeister der Spritze N° 2
Borenz Mader
Zum Cassier: Beopld Rauch
Zum Zugsführer der Spritzen & Schlauch Mannschaft
Conrad Türk.
Diese Neuwahlen erfolgten mit Giltigkeit für
1 Jahr und zwar theilweise, wegen des sich durch den
Tod ergebenen Abfalles, des Commandanten Stellver¬
treters, des Privater Verhältnisse halber bereits während
des Jahres zurückgetretenen Laßiers Johann Thaler,
und des wegen Mangel an Zeit zurück getretenen
bisherigen Zugsführers Alois Rainer.
Der Cassa Bericht des Cassirs wurde ge¬
nehmigt, und nachdem derselbe in allen Punkten
richtig, ja geradezu Musterhaft befunden wurde
demselben durch ein kräftiges Gut Heil der
Dank ausgedruckt.
dommandant Rauch, hält nun an die
beiden der Feuerwehr 25 Jahre angehörden Mitglie¬
der Lorenz Mader & Alois Spechbacher, eine
zündende Anrede, dankt und derselben für ihr bis-
heriges Wirken für die gute Sache, und überreicht Ihnen
die für 25 jährige Dienstzeit verliehenen Diplome.
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Zur Aufnahme hatten sich 16 neue Mitglieder an¬
gemeldet.
Dieselben wurden nach Verlesung der Statuten
und einer Ansprache, in welcher der Commandant die
Pflichten des Feuerwehrmannes Darlegte, aufgenommen
worauf sie das Handgelöbnis dem Commandanten
abgaben.
Es wurde auch die Abhaltung eines Feuerwehr¬
Balles beantragt, und hiezu ein Comité aufgestellt,
bestehend aus den Cammeraden: Georg Holzmeister,
Konrad Klattner, Joh: Reinisch, Karl Rauch und
Christian Wieser.
Zu bemerken wäre, daß die Versammlung durch
die Anwesenheit des Gemeinde Vorstehers Herrn Johann
Gstir berührt ausgezeichnet wurde, welchem der Com¬
mandant für sein Erscheinen dankt.
Der weitere Antrag Georg Holzmeisters, für die
Beschannung der Schritze einen 4er Zug zusammen
zu stellen, wird wegen der Undurchführbarkeit vor-
läufig abgelehnt.
Nachdem keine weiteren Anträge vorlagen
schließt der Commandant mit näherligem Dan¬
ker und Gut Heil die äußerst zahlreich besuchte
Versammlung um ½ 12 h Nachts.
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Am 24. Februar Gegen 11h Vormittags brach beim Bapfler
Wirt ein Kaminbrand aus, der von den Hausleuten
sofort bemerkt, ohne größeren Schaden anzurichten bald
gelöscht wurde; es fand kein Alarm statt.
Am 15. März: Gegen 2h Nachmittags brannte bei
sehr heftigem Winde der Grasboden im Mühlthale,
und Scheibenbüchel Ecke.
Mit Rücksicht auf den heftigen Wind, wel¬
cher in der Richtung gegen das Dorf strich lies
der Kommandant Allarm blasen.
Das Feuer wurde jedoch sogleich durch
einige Männer und einer Partie Schulknaben,
welche der Herr Lehrer entsandte gelöscht.
Am 22. April Gegen ½ 11 h Nachts entstand in der Werk¬
stätte des Cammeraden Schneidermeisters Floner, durch
einen Rücknapf, welcher mit Sägeßänen gefüllt
war Feuer, weil wahrscheinlich eine Theife in
denselben ausgeleert worden.
Der Land wurde noch rechtzeitig durch
einen Hausbewohner bemerkt um wie Herrn
Floner nebst einigen zufällig im Badhause an-
wesenden Feuerwehr Manuern gelöscht.
Der Schaden betrug etwa K 20. –
Gebet niemals in die Spucknäpfe Sägespäne,
sondern Sand.
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Am 19. Mai.
Besuch der Freiwilligen Feuerwehr in
Heilig Kreuz, anläßlich deren Gründungsfestes. Wir hatten selbst
eine kleine Spiel Lande mit, welche uns mit Ihren
Stücken, besonders mit No 96 u 97 erfreute, welche bei den
No von dem Szielleuten sehr flott gespielt wurden, so
daß sie dieselben immer wiederholen mußten.
Am 26. Mai. Ausflug nach Absam zum Besuche der
Feuerwehr, anlaßlich des 25 jährigen Gründungsfestes.
Am 24. Mai Übung am Dorfplatze mit beiden
Spritzen und dem Hydranten
Am 14. Juni Frühjahrs Hauptübung bei Ziel Jakob
Durch Zwischenschaltung der Spritze No 2 war es
möglich den Wasserstrahl bis über das Dach der
Szilschen Villa, zu bringen. Die Spritze 4°1 stand beim
Badhaus Kanal; beide Maschinen arbeiteten vorzüg¬
das
lich und so war es möglich, das Feuer tötende Ele¬
ment auch in kürzester Zeit bis zu diesem
Wasserlosen Punkte zu fördern.
Der Übung wohnten auch der Commandant
der Feuerwehr in Arzl Herr Stern und der Zugsführer
derselben Feuerwehr Herr Tollinger bei; welche sich an¬
läßlich der nachher erfolgenden gemüthlichen Ver-
sammlung, sehr lobend über das flotte Zusammen¬
wirken unserer Feuerwehr ausdrückten.
Gelegendlich der Hauptübung wurde auch be¬
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schlossen ein Waldfest abzuhalten und das Vergnügungs-
lomité mit der Ausarbeitung betraut.
Am 23. Juni
Feuerwehr Bezirks Tag in Telfs. Unsere Wehr
war durch den Steiger Commandanten Hans Kathrein
und Kameraten Georg Holzmeister vertreten.
Besondere Vorkäumise waren nicht zu verzeichnen
es wäre nur zu erwähnen, daß im politischen Bezirke
Innsbruck mit 76 Gemeinden, derzeit 64 Gemeinenden
den Bestand einer Feuerwehr ausweisen können; ge-
wiß ein erfreuliches Zeichen, daß sich das Bewußtsein
über den Wert einer tüchtigen Feuerwehr immer
mehr Bahn bricht.
Das ausführliche Protokoll über den Dellegirten
Tag liegt in unserem Archive.
Am 28. Juli
Das Waldfest wurde oberhalb des Rechenhofes
abgehalten. Sehr zahlreich war die Betheiligung
von Seiten der Feuerwehr Cammeraten, Gemeinde¬
Angehörigen und anderen Feuerwehrfreunden.
Das Fest bei dem 424 Liter Bier 200 Paar Würstel
verzehrt wurden verlief ohne den geringsten Mißthon
Am meisten Unterhaltung machten. Das Kapfelge¬
wehr Schießen, der künstliche Fischfang, das Sackhüpfen,
und besonders das Hotlaufen, doch waren auch noch zu
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erwähnen: Rumfelspiel. Ringwerfen, rußische Kegel¬
bahn.
Das Fest hat uns neuerlich gezeigt, daß die gute
Kammeradschaft und das Zusammenhalten in unserem
Körper noch immer gepflegt wird, wie es unser ver-
ehrter Gründer Commandant Ferdinand Weyer in dieselbe
gepflanzt hat.
Es sei an dieser Stelle allen mitwirkenden
domitèmitgliedern, insbesondere aber unserem bewehr¬
ten Hans Kathrein bestens gedankt.
Gegen 8h trat man den Heimweg an, jedoch so
viel bekannt wurde sollen noch mehrere Cammeraten
bis weit nach Mitternacht beim Zapfler das Fest
weiter gefeiert haben.
Am 1. September
Ausflug nach Volders zum 20 jährigen Gründungsfeste
der dortigen Feuerwehr.
Am 24. September
Abends gegen 1/2 9 bemerkte man plötzlich Feuer-
schein in der Richtung gegen St Nicolaus und im Au-
geblick schlugen auch schon die Flammen gegen den
Nachthimmel. Es wurde sofort allarmirt und rückte
unsere Feuerwehr unter Führung des Commandanten
Rauch nach dem Brandplatze ab.
Brandobjekt war eine hölzern Hütte im
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Garten der Pension Kayser, die als Hühnerstall & Eis¬
keller verwendet wurde.
Da nur 2 Saugschläuche bei der Spritze
konnten wir
N°1 waren nicht sogleich Wasser aus dem Influsse
haben. war er doch unsere Spritze die Erste,
welche ihren mächtigen Wasserstrahl in das Feuer
schlunderte; wodurch die Flammen alsbald dunkler
wurden. Im Verein mit der Landfahrspritze
des 3ten Zuges von Innsbruck war der Brand bald
gelöscht und wir konnten um 10h wieder abrücken.
Zum Brandplatze wurde die Spritze von der
Mannschaft gezogen, während für die Rückfahrt von
Herrn Leopold Rauch 1 Paar Pferde nachgesendet
wurden.
Herr Kayser stattete uns am nächsten Tage
in einem Schreiben einen warmen Dank ab,
und spendete für die Feuerwehr Cassa den Be¬
trag von 20 Kronen; wofür ihm hier gedankt sei.
Am 7. Oktober 1901
Gegen 5t Früh entstand in der Höttingerau No 35 im Stadl
des Jakob Singer ein Schadenfeuer. Unsere Feuerwehr rück-
te unter dem Commando der Hauptmanns nach dem Brand¬
platze ab; wir traten jedoch nicht mehr in Thätigkeit, son¬
dern erhielten beim Eintreffen den Befehl nur in Bereit¬
schaft zu bleiben. Um 6h konnten wir nachdem jede Gefahr
vorüber wieder nierecken.
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Am 10 Oktober Um 3/4 5h Früh würden wir schon wieder
durch Feuerlärm aus dem Schlafe geweckt.
Es war intensiver Feuerschein in der Richtung über
Innsbruck gegen Völs bemerkbar.
Nachdem derselbe jedoch bald bedeutend abnahm lies der
Commandant mit der Spritze nicht ausfahren, es begaben
sich jedoch trotz dem mehrere Feuerwehrmänner theils zu
Fuß theils mit einem Wagen dessen Bespannung
vom Fabrikannten Herrn Bauer beigestellt wurde noch
dem Brandplatze.
Wie sich herausstellte brannte das Hauptgebäude der
Hutterichen Baufabrik am Fürstenwege.
Der Brand war schon gegen 4h früh ausgebrochen,
ergiff die Tischlerei, Schlosserin, Magazien, Heizanlage und
Maschinenhaus, welche alle vollständig eingeäschert wurden.
Das Feuer dürfte durch die Heitzanlage in der Tischle-
rei zum Ausbruche gekommen sein da der Brand dort zu¬
erst bemerkt wurde.
Unsere zum Brandplatze geeilte Mannschaft arbeitete
dort gemeinsam mit der Feuerwehr Wilten und wurde
uns sowohl von der Commandantschaft wie auch von
der Gemeinde Vorstehung Wilten der wärmste Dank
schriftlich ausgedrückt.
Wären wir mit der Spritze ausgefahren, wir
hätten noch Arbeit genügend bekommen.
wäre weiters noch zu bemerken, daß dasselbe
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Gebäude bereits in der Macht vom 17. auf den 18. November
brannte
1883 nieder und sei auf den Brandbericht im Grundbuche
diesbezüglich verwiesen.
Es zeugte sich bei diesem Brande deutlich, daß es
E
bei uns in klühlau an einer tüchtigen raschen Abar¬
mirung und allgemeinen Kenntnis der Feuermelde
Stellen fehlt. Denn der Feuerschein wurde sowohl
vom städtischen Okeis Aufseher, wie auch von Frau
Metzgermeister Fischler schon vor 4h bemerkt, jedoch
weder dem Commandanten noch jemand anderen
davon Mittheilung gemacht.
Es wird daher Pflicht des Feuerwehr Commandos
und der Gemeinde sein, für Einrichtungen zu sorgen
damit eine raschern Allarmirung möglich werde.
Am 22. Oktober
Abends gegen 8 h Abends brannte die sogenannten
Sebastiani Kappelle am Tummelplatze vollständig
nieder. Wahrscheinlich dürften nicht ausgelöschte Ker-
zen die Ursache des Brandes gewesen sein.
Der Brand hatte, von Mühlau ausgesehen das
Ansehen eines kleineren Bergfeuers; es wurde daher
mit Rücksicht auf dessen Unbedeutenheit und die
Entfernung nicht allarmirt.
Am 27. Oktober
Herbst Haupt Übung.
Bundobjekt der Pferdestall
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167.
beim Kornth Wirt.
Nachdem infolge der vorerwähnten Brände Spritze 4°1
schon erprobt war, wurde diese in Bereitschaft gehal-
ten und nur mit 4° 2 und dem Hydranten gear¬
britet.
Die Übung gieng etwas zu holzerig von statten,
und dürfte die Ursache sein, daß von Seiten des
Commandanten nachdem er die Dispositionen den
chargen ertheilt, sofort der Befehl zum abrücken
gegeben wurde, daher Letztere nicht genügend
Zeit hatten um die Mannschaft mit der gestellten
Aufgabe genügend bekannt zu machen.
Sonst arbeite Spritze und Hydrant, gut, die
Mannschaft, welche ziemlich zahlreich erschienen war
mit Fleiß und Ausdauer.
Nachdem die Geräthe versorgt, war Klusterung
und zum Schluß Defilirung vor dem Herrn Gemeinde¬
Vorsteher und Commandanten; die Mannschaft wurde
dann beim Koreth bewirtet.
Am 3. November
Wurde in Innsbruck unser beitragendes Mit¬
glied Herr Ferdinand Tichoner beerdiget.
Derselbe vermachte unserem Körper K: 100 —: und
betheiligten wir uns am Beichenbegängnisse mit
einer Abtheilung von 30. klann in Tuxer & Kappe.
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168.
Der gespendete Betrag wurde über Beschluß des Aus¬
schußes gänzlich der Requisiten Cassa überwiesen, nach¬
dem dieselbe nie bedeutendes Deficit ausweißt.
11. Dezember
Gegen 1 Uhr Mittags brach in Amras im doppel Hause
des Romed Huber & des Josef Mayr, Feuer aus, welches
rasch um sich griff.
Eine Abtheilung unserer Wehr rückte nach dem Band¬
platze ab, wo wir uns an der Böscharbeit betheiligten.
Das Commando führte Hauptmann Anton Rauch.
Die Ursache des Brandes dürfte jedenfalls Brand¬
legung sein, denn innerhalb 14 Tagen wurden in dem
selben Hause 3 mal Feuer gelegt.
Gegen 5h Abends kanten wir wieder nach Hause ab¬
rücken, obwohl der Brand noch nicht ganz gelöscht war, wir
hatten jedoch nachdem der IIte Bug der Innebrucker
Wehr, welcher uns Wasser zubrachten, seine Arbeit ein¬
stellte, kein Wasser mehr. Bespannung stellte Rauch bei.
26. Dezember:
Nachmittags gegen 5h entstand in Hötting im Hause
des Georg Heiß ein Band. Der das ganze Anwesen
trotz rausch geleisteter Hilfe vollständig vereichte.
Wegen des trüben Wetters wurde in Mühlau
nichts bemerkt, daher auch nicht allarmirt.
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769.
Schlußbericht!
Das Jahr 1901 war für unsere Gemeinde ein sehr
günstiges, indem mit Ausnahme der im Berichte ange¬
führten kleineren nur geringfügigen Brände, dieselbe
„Gott sei Dank“ vor jedem großen Unglücke verschont blieb.
Dagegen hatten wir 4 mal Ursache bei auswärtigen
Bänden helfend einzugreifen.
Ganz besonders heftige und häufige Sturmwiede
riefen die Mannschaft zur Ausübung einer anderen
Pflicht, nämlich der Windwache; es wurden 52 solche
gehalten. :/ Die Meisten seit dem Bestande unserer Wehr/.
Allen Feuerwehr Kammeraden sei hiemit an dieser
Stelle, der wärmste Dank hiefür ausgeſprochen.
Des weitern wäre zu bemerken, daß der Bau
mens neuen Schul und Gemeindehauses von Seite der
Gemeinde in Angriff genommen wurde, in welchem
auch durch die Führsorge der Gemeinde, für unsere
Geräthe ein schönes großes Feuerwehr-Klagazin, wie auch
ein großes Zimmer zu Versammlungs Zwecken Unterkunft
finden wird; womit einem Bedürfnisse abgeholfen
wird, welches sich schon lange fühlbar machte.
Ferner, daß über Ansuchen der Commandantschaft
der Gemeinde Ausschuß in seiner Sitzung am
1901 beschlossen hat, der Feuerwehr durch 5 Jahre, daher bis
einschließlich 1905: eine jährliche Unterstützung von R: 100.-
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Es sei der Gemeinde Vorstehung an dieser Stelle hiefür
der gebührende Dank ausgesprochen.
Angeschaft wurden 12 neue Duxer, welche gegen
die bisherigen in Schnitt und Ausstattung wohlthuend abweichen,
ferner 6 neun Helene und gelle Knöpfe für sämmtliche Duxer,
anstatt der alten häßlichen Beinknöpfe.
Ferner für die Steiger, Mundschwämme, und 4 Stück
neue Schraubenschlüssel für die Schlauchmannschaft und Zugs¬
führer der Steiger Abtheilung.
Ausschuß Sitzungen fanden 4 statt, welche immer
zahlreich besucht waren.
Gesammt Übungen fanden nur 3 statt, dafür einige
kleinere Abtheilungs Übungen.
Erwähnt sei noch, daß in der letzten Ausschuß Sitzung
die allgemeine Bekanntgabe und ersichtliche Bezeichnung
der Feuermeldestellen beschlossen worden ist, welche dem-
nächst durchgeführt werden soll.
Der Mitgliederstand beträgt 76
Hiemit schließe ich meinen Bericht!
„ Gut Heil! x
Gott beschütze Mühlau
Mühlau am 31. Dezember 1901
N. Sch: Dem Baumeister Fritz in Wilten
Anton Rauch
sind wir für den Steiger Thurm noch
K: 129.89 schuldig, wofür leider keine
Feuerwehr Hauptmann.
Bedeckung vorhanden ist. Es soll daher Sache
des Commandos sein, für die Tilgung dieser
Schuld zu sorgen.
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28. Vereins-Jahr
1902.
5. Jänner
Jahres Hauptversammlung beim Koreth!
Dieselbe wird um 1/2 9 Uhr vom Commandanten mit
einer Begrüßung der sehr zahlreich erschienenen Mitglieder
eröffnet:
Tages Ordnung: Rechenschafts & Thätigkeitsbericht
2. Cassalericht; 3. Aufnahme neuer Mitglieder 4. Neu¬
Wahlen 5. Anträge.
Die Versammlung wurde auch durch den
Besuch des Herrn Gemeinde Vorstehers Johann Gstir
ausgezeichnet, dessen der Vorsitzende vor der Begrüßung
der Mitglieder, besonders gedachte und für den Besuch dankte
Nach Genehmigung des Thätigkeitsberichtes ward
dem Caſsia das Wort ertheilt; es wäre zu bemerken,
daß die Regie Cassa einen Vermögensstand von K: 113,51
die Requissen Cassa ist Pasiv mit einem Saldo vor K: 129,57
die Unterstützungs lassa K: 1000 Capital & K: 164.33
an Zinsen baar ausweissen.
Der Unterstützungsfond wurde durch Ankauf eines
neuen Wertpapieres a 1/2 100a aus den verfügbaren
Zinsen auf K: 1000 - wie oben erwähnt gehoben.
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Alois
Die Cassa Führung, welche von den Herrn Leopold Turner
und Franz Brugger – überprüft worden war, wurde von
denselben in geradezu musterhafter Ordnung befunden und
dem Cassier der Dank ausgedrückt.
Öttl vulgo
Heu angemeldet hatten sich, Johann Keil und Hermann
Josef Beer
Heuptta welche beide nach erfolgter Aufnahme dem
Commandanten das Handgelöbnis ablegten.
Die Neuezahlen ergaben folgendes Resultat:
Anton Rauch zum Hauptmann
Joh: Turner; Adjutant & Schriftführer
Leopold Rauch; Cassier
Hans Kathrein; Magazins Meister
Leonhard Schlögl, kommdt. Stellvertreter & I. Spritzenmeister
Alois Speckbacher; Spritzenmeister Stellvertreter
Lorenz Mader; II. Spritzenmeister
Otto Rainer
Stellvertreter
Hans Kathrein. Zugsführer der Steiger Abtheilung
Leopold Rauch
dessen Stellvertreter
Heinrich Weber; Abtheilungsführer
Konrad Türk; Zugsführer der Schlauchmannschaft
Ferdinand Schober dessen Stellvertreter
Anton Dinhauser; Obmann der Ordnungsmannschaft.
Zu Punkt 5 war nur der Antrag auf Abhaltung
eines Feuerwehr Balles, der auch angenommen wurde.
Um 3/4 12h Schloß der Commandant mit nochmaligem
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17.
Danke und einem Gut heil! Die Versammlung.
Am 9. Februar
Abends 3/4 6h Kaminbrand im Kauerischen Elektri¬
zitätzwerke, der bei dem heftigen Wiede gefährlich
werden hätte können. Derselbe wurde jedoch von
den Hausbewohnern und Nachbarn gelöscht; eine
Alarmirung fand nicht statt.
Am selben Tage Abends 8h wurde in den Räumen
des Badhauses der Feuerwehr Kall abgehalten; welcher
zwar gut besucht jedoch keineswegs so überfüllt war.
wie wir es von früheren Jahren her gewont waren.
Am 15. Februar
Gegen 1/2 4h Früh kam in Banas beim sogenannten
Tuschbauern ein Brand zum Ausbruch, der alsbald
weiter um sich griff und dem 6 Hauser zum
Opfer fielen.
In Mühlau wurde das Schadensauer, welches
die ganze mit neu Schnee bedeckte Thalebene und
Berge mit magischer Räthe beleuchte erst kurz
vor 5h Amerkt.
Ausgefahren wurde nicht, da Windstille herrschte
und wir bei dem in der Nacht gefallenen neu Schnee
mit unserer schweren Spitze und nur 2 Pferden als
Bespanung mindesten 2 Stunden bis zum Brandplatze
gebraucht hätten; daher gewiß zu späth dort hätte ein-
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treffen müssen.
Es zeigte sich bei dieser Gelegenheit, daß der
Nachwächter Dienst in Mühlau äußerst mangelhaft und
lax ausgeübt wird; denn wäre der Nachtwächter um
4h noch im Dienste gewesen, so hätte er den Brand
bemerken und das Commando verständigen müssen;
und in den Wintermonaten sollte der Nachtwächter
doch mindestens bis 4h besser 5h Dienst halten.
Es konnte eine derartige Nachlässigkeit bei
einem Unglücke in der Gemeinde sich furchtbar rächen,
und wäre die Gemeinde Verwaltung verpflichtet für
eine bessere Besorgung dieses Dienstes zu sorgen, denn
Da ist Warsamkeit nicht am richtigen Platze angebracht.
Am 3. März
Nachmittags gegen ½ 4h metstand in der Junywald
Pflanzung am Rumbichel ein Schadenfeuer durch Ent¬
zündung des hohen dürren Grades.
Das Feuer, welches hoch aufloderte wurde je¬
doch durch herbeigneilte Leute rasch gelöscht, ohne
größeren Schaden anzurichten.
Eine Alarmirung war nicht nötig.
Am 20. März
Um 10h Nachts meldete die Windwache dem
Hauptmann ein Schadenfeuer in der Richtung Tulfes.
Es brannte das einzeln stehende Haus des
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Pfunner Muers nächst Tulfes; und sollen außer
dem ganzen Anwesen auch ein großes und 9 junge
Schweine wie auch 11 Stück Schafe verbrannt sein.
Allarmirt wurde nicht.
Am 9. April
Um 1/2 5 Uhr Früh ist in Vatters ein Schadenfeuer
ausgebrochen, durch welches die Häuser des Jakob
Triendl & des Karl Haller gänzlich zerstört wurden.
Der Brandwurde merkwürdiger Weise in
Mühlau gar nicht vorgenommen.
Zu bemerken wäre, daß dieselben Häuser
bereits in den siebziger Jahren schon einmal
gänzlich abbrannten.
Um 16. April
Gegen ½ 3h Früh brach beim Bauer Josef Mayer
in Amras aus unbekannter Ursache Feuer aus, welches
das Wohnhaus zum Theil, den Stall und Stadel
ganz zerstärte.
Unsere Wehr rückte unter Führung des
Hauptmanns aus, von dem auch die Bespannung
beigestellt wurde; während einen zweiten kann
schaftswagen die Firma Franz Bauer Söhne bespannte.
Auf dem Landplatze angelangt treten wir
nicht mehr in Thätigkeit da das Feuer bereits
nahezu gelöscht war, um 1/2 4 h kannten wir wieder abrücken.
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Am 14. Mai.
Wir ziehen mit den Löschmaschinen in unser
neues Heim, welches uns von der Gemeinde, in
wahrhaft freigiebiger Weise im neuen Schulhause
beigestellt worden ist.
Zur Feierlichkeit war Umzug mit Musick
und Fackel Begleitung um das Dorf.
Vor Einzug in das neue Geräthe Haus, hielt der
Commandant eine Ansprache in der er einen
Rückblick auf das Werken unserer Wehr gab.
die jederzeitige Freigiebigkeit der Gemeinde ge¬
genüber der Feuerwehr betrete und auf dieselbe ein
„Gut Heil“ ausbrachte in welches die Musik mit
einem Tusch einfiel.
Hernach war freie Bewirkung beim Koret wo
auch der Herr Gemeinde Vorsteher Gstir erschien,
und noch manche Rede und Gegenrede einander
ablösten. #
Bei dieser Gelegenheit wurden auch als
unsere Vertreter für den Bezirkstag in Thauer
Hauptmann Anton Rauch Bugsführer Konrad Türk
bestimmt.
Am 7. Juni
Starb unser beitragendes Mitglied Herr Karl Gabar
welcher am 9. benrüget wurde, denn wir auch das letzte
Geleite gaben.
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b. Juli
Bezirkstag in Thauer. Unsere Wehr war durch
den Commandanten Rauch und Zugsführer Fück
vertreten.
Besonderes kam diesmal wohl gar nicht zur
Sprache und wurde mit Ausnahme des bisherigen
Schriftfuhrers Haueis die alte Verbandsleitung wie¬
der gewählt; als Schriftführer gieng Josef Anders
der Feuerwehr Innsbruck aus der Wahl hervor.
Herr Landes Verlands Obmann Victor Baron
Graf besprach den Vorschlag der Innsbrucker Feuer¬
wehr, dem Gründer der freiwilligen Feuerwehren
Herrn Turnlehrer Franz Turner ein Denkmal
zu setzen, und forderte die Feuerwehren auf s. Bt
sich bei der Sammlung von Spenden namhaft zu
betheiligen.
Nachmittags fanden sich noch mehrere Feuerwehr
Kammerorden und ein Theil unserer Musik Kapelle
in Thaur ein, wo wir uns beim Serer Wirte ver¬
geregten. Bis der gemeinsame Abmarsch nach Hause
angetreten wurde.
12. Juli
Frühjahrshauptübung im Holz; das Wasser
forderten wir vom Gasser aus dem Tuf Kahl bis zum
Hause des B. Wallner.
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Beide Spritzen arbeiteten vorzüglich, jedoch zeigte
sich, daß der angebliche Hydrant oberhalb Steiger nicht
zu brauchen war, weil das Deckbrett des Kassens
gänzlich mit Erde und anderen Material verdeckt
war.
Land
Unterfluh, Hydranten sind für eine Gemeinde
nicht geeignet, weil die Leute für die sorgfältige
Instandhaltung nicht vorhanden sind.
29. Juli
Abends gegen 1/2 10h wurde ein Feuer in Hall
gemeldet und hies; es brenne die Recheis Fabrik.
Unsere Wehr unter Führung des Hauptmann Stellvertreters
Leozh: Schlögl aus.
Die Spitze wurde von Rauch ein folgender
Mannschaftswagen von Baron Sternbach bespannt.
In Hall zeigte sich jedoch, daß nur ein kleines
Bauernanwesen in Breitweg brannte s. Bipfler Häusl.
es und trat unsere Wehr nicht mehr in Thätigkeit; und
konte die Abtheilung wieder einrücken, welche gegen
12h wieder nach Hause kam.
Am 16. August
Gegen ½ 4 Uhr Nachmittags brach in Sistrans ein Scha¬
den feuer aus, welches in Mühlau gleich sichtbar war.
Ein Abtheilung unter Commando des Hauptmann
Stellvertreters Leonhard Schlögl wurde, da der Wind
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die Flammen gegen die Mitte des Ortes zu sagte,
nach dem sonst ziemlich weit entfernten Brandplatze
entsendet.
Die Spitze kam zwar nicht mehr in Tätigkeit
jedoch war unsere Mannschaft als Hilfe bei den
übrigen Spritzen sehr erwünscht und arbeitete waker
mit. Im ganzen fielen 3 Anwesen dem Elemente
zum Opfer. Der Brand wurde durch einen be¬
trunkenen Burschen, der dabei in den Flammen
umkam gelegt.
Als Bespannung wurden von einem Schotterwa¬
gen des Joh: Burlicher die Pferde ausgespannt, weil
keine solchen der Gemeinde Angehörigen in Mühlau
waren.
Gegen ½ 9h Abends kehrten die Wehrmänner
wieder heim.
Am 27. August
Die ganze Nacht wetete der Sturmwind, und
bewubte uns des Schlafes; plötzlich 1/2 4 h Früh er„
tönte das Feuersignal.
In Innsbruck brannte der Dachstuhl des Hau¬
ses No 13 in der Resengasse
Dem raschen Eingreifen der dortigen Feuerwehr
und der feuersicheren Bauart des Hauses war es zu
danken, daß trotz des fürchterlichen Windes, das
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Feuer nur auf den Dachboden dieses Hauses beschränkt
blieb und bald gelöscht war.
Wäre der Brand in einem anderen Hause dieser
Gasse ausgebrochen, er hätte ein großes Unglück werden
können.
Wir rückten nicht aus, da in kürzester Zeit von
dem Feuer nichts mehr zu sehen war.
Zu bemerken wäre daß weder von der Wind¬
wache nach dem Hornisten, dem Feuerwehr Hauptmann
keine Meldung erstattet worden und ohne dessen
Erlaubnis Alarm geblasen worden ist.
Am 28. August.
Im Krankenhause zu Innsbruck starb der Kammerad
Karl Meixner, von dessen Krankheit und Tod war dem
Kommando leider nichts bekannt, weßhalb wir uns am
Beichenbegängnisse nicht beteiligen konnten.
Am 5. Oktober
Die übliche Feuerwehr Messe für den verstorbenen
Kammeräum Meizner
Am 6. Oktober
Beerdigung des Kameraden. Forristen Leonhard
Fernlochner.
Am 12. Oktober
Herbst Hauptübung: Brandobjekt Villa Edelweis, das
Wasser wurde dem Hydranten im Holz oberhalb Steiger
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entnommen; gearbeit nur mit Spritze 4°1, da für beide
Spritzen doch nicht genügend Wasser vorhanden wäre.
Die Maschine arbeitete vorzüglich; es nahmen 62 kann
an der Übung teil.
Am 20. Oktober
Die übliche Feuerwehr klasse für den Kameraden
Leonhard Fernlochner, dessen Brüder spendete zum
Andenken an den Verstorbenen H: 30. wofür der Dank
ausgedrückt sei.
1. Dezember
Zimmerfeuer bei den Karmherzigen an der
Kettenbrücke.
Die telefonische Verständigung kam uns zu
mit der Bitte um Hilfe gleich darauf erhielten
wir wieder die Nachricht, daß die Hilfe nicht
nötig sei; es wurde daher nicht allarmiert.
13. Dezember
Gegen 5 h Abends entstand oberhalb der Höttia-
ger Kirche in dem vollkommen dürren und
ausgetrockneten Gebüsche ein Waldbrand.
Nach eingelaufener Meldung frug sich der
Hauptmann telefonisch an, ob Gefahr sei, was
verneint wurde, weßhalb eine Allarmie-
rung unterblieben ist.
Nach Verlauf von 1/2 Stunde war von dem Feuer
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nichts mehr zu bemerken.
14. Dezember
Gegen 9 1/4 Abends wurde in Hötting ein groß
Feuer beobachtet.
Unsere Wehr war in kürzester Zeit zur Aus
fahrt bereit; der größte Teil der Mannschaft be-
gab sich unter Führung des Hauptmanns nach dem
Brandplatze zu Fuß, während die Spritze deren
Beſpannung Ruch beistellte unter Commando
des Hauptmann Stellvertreter Leonh: Schlöge
abfuhr.
Bei dem Vorhandensein vieler Hydanten
der Innsbrucker Hochdruckleitung./. der Brand„
platz befand sich in der Hottinger Riedgasse No 32
& 33 an der Stadtgrenzen :/ war aber unser Ein¬
schreiten nicht mehr nötig und wir blieben in der
Reserve.
Um 10 1/4 h konnten wir wieder einrücken.
Herr Jak: Hechenbleikner, Ladhauswirt in Müh¬
lau, spendete für unser rasches Erscheinen 1 Faß
Bier, welches nachher in dessen Gasthaus getrun¬
ken werde.
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Schluss Bericht
Für die Gemeinde Mühlau war das Jahr
1902 ein sehr güstiges, denn wir waren mit Ausnah¬
me der 2 kleinen geringpfügigen im Berichte er¬
wähnten Brandfälle von jedem größeren Unglücke
verschont; zu 10 auswärtigen Bränden wurde 4 mal
ausgerückt.
Windwachen wurden 38 abgehalten und sie
an dieser Stelle allen lieben Feuerwehr Kamu¬
raden für die Ausübung Ihres opferwilligen
Dienstes ganz besonders der Dank ausgedrückt.
Besonders zu erwähnen wäre, daß wir dieses
Jahr durch die Vorsorge der Gemeinde Vorstehung
unser neues Spritzen Haus beziehen konnten, in
welchem wir für unsern Geräte eine geradezu
musterhafte Unterkunftsstätte gefunden haben,
um welche uns nicht nur manche Gemeinde
sondern sogar manche Stadt unseres schönen
Tiroler Landes beneiden könnte; es sei
daher der Gemeinde Verwaltung hiefür
der ihr gebührende wärmste Dank ausgestrafen.
Ebenso wurde die im vorgährigen Berichte
erwähnte Schuld für den Steiger Turm im Betrage
von K: 129,89 durch die Gemeinde gedeckt.
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An Übungen wurden abgehalten 2 Hauptübung
3 gesammt Übungen und mehrere Ulungen in den
Steiger, Spritzen und Schlauch Abteilungen. Ausschuß Sitzung 5.
Durch den Tod verlor unsere Wehr 2 Mitglie¬
der, aus Mühlau wegezogen ist unser langjähriges Kom-
mandatschaftsmitglied, Obmann der Ordnungsmann.
schaft Anton Dinkauser.
Der Stand unseres Körpers beträgt heute:
4 Ehrenmitglieder
71. ausübende und
59 beitragende Mitglieder.
Heu angeschaft wurden 6 Tuxer und
b neue Steiger Laternen mit auswechselbaren
Gläsern von Herrn J. Grasmair in Absam.
Ferner ein Schlauchenparatur Kästchen von
Michael Fais jun. in Gaisenhayen in Bayer das
sehr praktisch ist und 3 Schlauchhälter von ebendenselben.
Die s. Zt. beschlossene Chargen Schule durchzu¬
führen wir leider noch immer nicht möglich, eben¬
so auch die Einführung von Feuermeldestellen, es
müssen diese beiden Gegenstände jedoch im Inte¬
rasse unseres Körpers von dem Kommando un¬
bedingt im Auge behalten werden.
Gott beschütze Mühlau
Gut Heil
Anton Rauch
Mühlau 1. Jänner 1903
Kommandant
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Übersicht der in diesem
angeführten Bände und besonderen Vorkommnisse.
Schlossergasse
Seite 1.
1888 12/1 Innsbruck¬
2
Pfarrgasse
22/1
6
Mariatheresienstrasse
10/9
" 7
Stadlbrand
26/10 Reichenau
1884
15
30/3 Mühlau-Bartl Niederwanger
" 25
1890
25/5 Mühlan-Waldfeuer
25
16/6 Absam & Oberperfus
" 29
12/11 Jenbach - Brauhaus
" 29
28/11 Innsbruck = Kloster a/. K. Kettenbrücke
33
Wattens
& Natters
29/1.
1891
34
Sillhöfer
93. Wilten
-Klosterkaserne
34
21/1 Innsbruck
35
- Mariatheresienstraße
30/3
38
Mariahilf
3/9
38.
8/9 Felses in Stubei :/ Großer Brand/
12/7 Rum
1892
" 44
44
17/8 Reit bei Ziel /: Großer Brand :/
45
14/9 Mühlau bei Tschoner's Eingenmühle
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1892
25/9 Kommandant Ferd Weurer +
12/10 Absam-Fummermeldung
1893
3/6.
Nassereit /:großer Brand:/
3/8
Wattens
7/10
Aldrans /: großer Brand:/
21/1
Innsbruck
1894
Reichstraße bei Kreisle
16/3
Kazuzinergaße bei Colli
Absam
6/4
10/6
Mühlau 20 jähriges Gründungsfüst
19/6
Zal
1895 1/3 Innsbruck.
St. Nicolaus
Amras
3/3
29/6
Wilten
7 Hötting
großer Brand
1896 15/2
St. Nicolaus
Innsbruck.
30/6 Mühlan
Kaminbrand bei Frz. Prantl
bei Leop Rauch
Koppereibrand
3/11
23/12
bei Frl Schaz
Kaminbrand
31/12
Kaminbrand
bei Joh: Thaler
Kapperei alte bei Rauch
1897 13/9 Mühlan
Seite 46
" 50
59.
“
" 60
61
65
66
b/
b
70
" 3 "
74
75
75
" 74
" 80
81
" 85
„ 85.
93
Seite 187
187/188
1897 23/11 Mühlau-Pichoners heigenmühle
Seite
5/1 Mühlau-Ausfahrtsbewilligung von Seiten
1898
der Gemeinde für immer
Kaminbrand in Widum
3.
2/4 Innsbruck-Nissl Stadl in der Innskasse
Mils
bei Hall
17/4
7/5
Mühlau, Kaminbrand, Bauerhaus
22/5
Mils bei Hall
Hall bei Anton Wild
19/8
Wilten
31/10
großer Brand
6/2
Kommandat Holzmeister I
1899
7/3
Wipptal Feuermeldung
2/3
Innsbruck
Köllensperger Falvik
94.
Natters
11/6
Absam
Matt Fabrik
25/8
Mühlau
Gstir Stadl
7/9 Hall
Stadl beim Kamin Wirte
1/9 Mühlan
25 jähriges Stiftungsfest
23/4
Wilten
bei Colli
1900
5/1. Amras-Schönrich
3/6 Loretto an der Haller Straße
26/8 Mühlau Dippelbauer Brand bei Feer
"
“ 12
“ „
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1900 15/10 Kommandant Stellverheter Al: Schlögl I
Seit
1901 24/2 Mühlau-Kaminbrand bei Zapfler
15/3 Mühlau-Grasbrand im Mühltale
22/4
Laden des Joh. Ploner, Schneider
24/9 Innsbruck-St Nicolaus bei Karl Kaiser
7/10
Höttingerau
10/10
Hutter Dampfsäge
22/10 Tummelplatz Kapelle
11/12 Amras
26/12
Hotting
1902
A/2 Mühlau, Kaminbrand bei Bauer
15/2 Laus
Mühlau Waldbrand am Rumbühel
20)
Fulfes
Nassers
9/4
Amras
16/4
14/5 Einzug in das neue Spritzen Haus
29/7
Breitweg
Hall
16/8
Sishanz
27/8 Innsbruck
Diesengasse
bereherzige Kettenbrücke Zim¬
11/12
mer Brand
Waldbrand
13/12 Hötting
Riedgasse
14/12 Hötting
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18
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