Grundbuch_1888_1902 =================== II. GRUND-BUCH. der Freiw. Feuerwehr 1888 MÜHLAU 1902 Vierzehntes Vereinsjahr 1888 Am 1. Jänner. Jahreshauptversammlung beim Ko¬ reth. Nach genehmigten Jahres und Rechenschaftsbericht fand diesesmal wieder die Neuwahl der Chargen statt und wurden sämtliche Chargen per Aclamation auf 2 Jahre wiedergewählt. Der Hochwolg. Herr Kurat und Ehrenmitglied, der mit dem Herrn Gemeindevor¬ stand u. Ehrenmitglied Herrn Leopold Rauch die Ver¬ sammlung durch seine Gegenwart ehrte, spendete wieder 5 fl zu Vereinszwecken. Am 12 Jänner abends gegen 9 Uhr entstand auf dem Dachboden des Schlosser-Kirscheer-Hauses in der Schlossergasse ein ganz bedeutender Brand, der jedoch des starken Blechdaches und des Winternebels halber in Mühlau nicht wahrgenommen werden konnte, und nur das vernommene Feuersiqual veranla߬ te uns in Bereitschaft zu treten, welche wieder auf¬ gehoben wurde, als bald hernach die Signale wieder verstummten. Am 22. Jänner. Brand in der Wagner'schen Univer¬ sitäts-Buchdrukerei. Auch bei diesem Brande, der bei zim- licher Kälte gegen 7 Uhr morgens ausbrach, verhindert der Nebel die rechtzeitige Wahrnehmung des Feuers, und auch dieses mal würde, da die Feuersignale bald aufhörten, die Bereitschaft aufgelöst. Kommandant Weyrer begab sich auf dem Brandplatz, wo er das Heuer schon bewältigt fand. der enge Raum um den Feuerherd hätte das Eingreifen noch mehrerer Spritzen doch kaum gestattet. Am 30. Mai. Gesammtübung; hernach Abendunterhalt¬ ung aus Anlaß des Namenstages des Komandanten. Bei dieser Gelegenheit trat wieder so recht klar und deutlich der einheitliche Ton und die echte Kameradschaftlichkeit, die unserem Vereine Pets voranleuchtet, in ihrer ganzen Größe hervor. Die herzlichen Worte mit welchen unser wäkerer Steigerführer Alois Perna die Gratulation der Kameraden dem Kommandanten vorbrachte, werden denselben unvergeßlich bleiben, denn inniger und herzlicher hätte die schöne Harmonie der Mühlauer-feuer- wehr nicht mehr demonstriert werden können. Möge sie ewig fortbestehen. Am 20. Juli Übung und Wahl des delegirten zum 2. Bezirksfeuerwehrtage in Wattens. Gewählt wurde Kamerad Alois Schlöge Am 12. August Delegirtenstag des Bezirks-Verbandes in Wattens. Die wesentlichen Gegenstände bei dieser Sele- girten-Versammlung waren die Anträge, den Landes¬ Ausschuß neuerdings durch den Gauverband wegen Ernen- nung der Feuerlösch-Inspectoren ernste Vorstellungen zu machen, und den Pasus zu regeln, daß die Assekuranzge¬ sellschaften den gesetzlichen Feuerwehrbeitrag nicht zum Scha¬ den der Parteien von den Assekurirten einhaben sollen. Nach den Berathungen hielt die Wattener freiwillige Feuer¬ wehr eine sehr gelungene Übung ab, nach welcher sich in den dortigen Gasthausern ein recht lustiges, durch Musick und Gesang gewürztes Leben entwickelte. Leider hatten einige Burschen der Absamer Feuerwehr des Unglücke beim Wegfahren durch das rasche Anziehen der Pferde von dem mit Bänken versehenen Brückenwagen zu stürzen, daß dieselben recht bedeutende Verletzungen davon trugen. Es sei das nur zu dem Zwecke hier er wähnt um den Feuerwehrmännern bei jeder Gelegenheit einzuschärfen, daß sie sich die Vorsichtigkeit zur eisernen Gewohnheit machen sollen. - Achtung - im Dienster, – Achtung beim Vergnügen. Am 26. August Waldfest am Mittelgebirge hinter dem Rechenhof. Das schon einmal von uns (: 16. Juli 1876) aufgesuchte Plätzchen war wieder das Podium für die manigfaltigsten Spiele und Unterhaltungen, welche alle in der heitersten Lustbarkeit und dem besten Humor, und ohne der mindesten Störung, ausgeführt wurden. Es waren auch sehr viele Feuerwehrfreunde zugegen, deshalb auch das große Quantum von 300 Liter Bier ver¬ tilgt wurde. Den Transport der Erfrischungen und der nöthigen Geschiven besorgte in uneigenentzigster Weise Kamerad. Wiedisch und Ehrenmitglied Leopold Rauch, welch letzterer noch dazu 5 fl spendete Am 31. August Beerdigung des Kameraden Anton Rainer. Da dieselbe vom Phatalogischen Institute aus auf den städtischen Friedhofe erfolgte, und in Anbetracht. des amselben Tage herrschenden, fürchterlichen Regen¬ wetters betheiligten sich die Feuerwehrmänner in Civil. Am 1. und 2. September Gautag, XVI. Delegirten tag der deutschlirolischen Feuerwehren, und General- versammlung der freiwilligen und Gemeinde¬ feuerwehren. Unser Verein war durch Kamerad Anton Windisch vertreten. Hauptanträge, die auch für uns Interesse hatten, waren die Auflösung der Gauverband=Unterstützungskasse und Zuweisung des Vermögens an die Gouverbands-Regiekasse, welcher Antrag nach erfolgter Abänderung des § 23 der Verbandsstatuten, nach welchem das Vermögen der Unterstützungskasse im Falle der Auflösung an die ein¬ zelnen Verbandsfeuerwehren hätte vertheilt werden sollen, zum Beschluß erhoben wurde. Ferner wurde beschlossen beim hohen Landesausschuß Ver¬ wegen stellung zumachen dem § 24 der Feuer Polizei Ordnung, nach welchem im Falle eines Brandes bald der Feuerwehr- Kommandant dem Orts-Vorsteher, bald dieser dem Feuer¬ wehr-Kommandanten zu gehorchen hätte, in soweit richtig zu stellen, resptr: die genaue Gränze zu stellen daß das Feuerlöschen, Sache des Komandanten der Feuerwehr demoliren und Abbrochen von Gebäuden aber Sache des Ortsvorstehers sei. Ein weiterer Beschluß war auch der, dem hohen Landesausschuß durch eine Petition um Einführung der Pflichthauerwehren zu ersuchen. Nachdem nun der Vorsitzende Dr Otto Stolz in ausführlichster Darlegung die Kassaberichte zur Kenntniß brachte, und be- merkte, daß von Anfang des Jahres 1888 der Landesfeuerwehr- fond die an ihn gestellten Forderungen von Unterstützungs¬ geldern pünktlich ausbezahlt hat, und ersuchte der langjährige Gäuverbands-Vorstand ihn nun doch einmal in den ersehnten Ruhestand zu versetzen. Delegirter Josef Pirchl aus Kitzbühel unternahm es nun in treflicher Rede die großen Verdienste des bisherigen Vorstandes darzulegen, und den Antrag zu stellen, der Gautag wolle den nun 16 Jahre wirkenden verdienstvollen D. Otto Stolz zum Ehren-Vorstand des deutsch-tirolischen Gan¬ verbandes ernennen, was einstimmig angenommen wurde. Sichtlich gerührt dankte Dr Stolz für das Vertrauen, und schloß mit den allseit mit höchsten Freude aufgenom¬ menen Worten: „Wenn ich schon einmal Ihr Ehrenvorstand sein soll, so will ich auch Ihre Ehrenr Arbeitsvorstand bleiben. Nun sei dem wärkerem Manne auch an dieser Stelle für sein uneigennütziges, mühevolles Wircken der Dank der Verbandsfeuerwehr von Mühlau im Namen aller Kameraden ausgesprochen. Als Vorort für den nächsten Gantag, welcher im Jahre 1891 abgehalten wird, wurde auf Anträg des delegirten Hans Reisch, Kufstein gewählt, da die dortige Feuerwehr zur selben Zeit ihr 25 jähriges Gründungsfest begeht. Am 10. September. Magazinbrand bei Zambra. Das um 1/2 11 Uhr vormittag im Stöckelgebäude des ehemali¬ gen Gasthofes zur Sonne, nun Zambrahaus in der Maria-Theresienstrasse in Innsbruck, ausgebrochene Schadenseuer wurde von der Jensbrücker Feuerwehr in kurzer Zeit gelöscht, und nur die angelangte Telepen¬ meldung, daß es im Magazin bei Zembra brenne wo man große Vorräthe wußte, veranlaßte uns zur Reserve in die Stadt zu fahren. Um 12 Uhr wür¬ de wieder heimgekehrt. Train geleitet von Kommandant Weyrer, Bespannung von Josef Mayerhofer. Am 16. Oktober Beerdigung unseres langjähri¬ gen Kameraden Leonhard Tschavon. Je Ab¬ E wesenheit des Kommandanten, der sich zur Zeit Geschäf¬ te halber in Wien befand, wurde der Conduct vom Kom¬ man dant-Stellvertreter Thomas Lang geführt. Ischa¬ von war seit der Gründung Mitglied des Vereines, ein fleißiger eiferiger Feuerwehrmann, ein wake¬ rer, edler Kamerad. Möge ihn die Erde leicht sein Am 26. Oktober abends 1/2 8 Uhr brannte in der Nähe der Reichenau ein Hutterstadel gänzlich nieder¬ der vollkommenen Windstille halber, wurde die Bereitschaft aufgelöst, und aus demselben Grunde trotz der Nähe des Brandobjektes auch keine weitere Wache gehalten. Am 28. Oktober Herbsthauptübung. Nachdem nun einige Abtheilungsübungen und Reini¬ gung und Musterung der Maschinen u. Geräthe vorausgegangen, hielten wir an diesem Tage unsere Hauptprobe ab. Zuerst wurde als Brand¬ objekt das Mayerhoferische Anwesen bestimmt, und nach Bewilligung dieses Er Brandes ein Flug¬ Feuer angenommen, welches die Häufergruppe ober der Villa Edelweiß in große Gefahr brachte, daher wurde mit größter Scheelligkeit dorthin gefahren, und in wenigen Minuten war beim Platzbrunnen die Spritze im vollem Gange. 8 Natürlicher Weise geben solche Brunnen so we¬ nig Wasser, daß im Ernstfalle nicht conveniren werde dort Aufstellung zu nehmen, sondern mußte sofort zur Öffnung der Wasserlei¬ tung geschritten werden. Hoffendlich bringt uns der neue Innsbrucker-Röhrenstrang die längst ersehnten Hytranten, welche auch be¬ sonders für die Häusengruppe bei der Ketten¬ brücke, wo beim kleinen Wasserstand kein Wasser vom Jan zu bekommen ist, von großen Werthe. Die zu dieser Übung benöthigte Be¬ spannung stellte unser Kamerad Anton Windisch. Nach der Übung Erfrischung im Bachause. Am 10. Dezber. Seelengottesdienst für die verstorbenen Kameraden Anton Rainer und Leonhard Tschavon Schlussbericht Das Jahr 1888 war mit Ausnahme der zeichneten kleineren Brande in der Umge¬ bung, in Bezug auf Elementarereignisse beson¬ ders für uns ein sehr glückliches. Großer Schne¬ fall auf den Bergen und im Frühjahr plötzlich ein¬ getretenes Tauwetter wohl große Lawienengefahren und es kahmen auch mehrere Verunglückungen und Verluste und Zerstöhrungen von Eugenthum vor doch hätte können bei den Zusammenwirken von verhängnißvollen Umständen großes Unglück geschehen; darum Gott unsern schuldigen dank. Windwachen wurden in diesem Jahre 23 ab¬ gehalten. Inventar legtes der vorhandenen Geräthe, Ausrichtungsge¬ genstände etc. mit Schluß des Jahres 1888. Eine große Saugspritze kleinern Spritze ohne Saugwerk Ein zweiradriger Schlauchwagen mit Kasten 150 Meter Normalschläuche Schleuche ohne Normalgewiede 30 " Eine Spritzendecke aus Leinentuch Schubleiter Augsburgen Construction Vier Petrolium-Stielfakeln. Eine Commando-Standarde mit rother Jahre u. rothr Lateren 8 Stück, lakirte Feuerkübel Einen Wandkasten Eine größere Kiste Einen Pickel Stück Helme 51 Neigergurten mit Karabiner, Seine “ „ 13 Beil, Beilschutzleder und Einschlaghaken Feuerwehr Duxer 5 " " lederne Schlüsselgarten mit Schlauchschlüssel 6 Paar wollene Rohrführerhandschuhe 4 Stück Steigerlaternen Einen Satz Dachleitern 4 Stück Hackenleitern Einen Geräthe-Karren für die Leitern Zwei Signal-Horne 5 Einthönige Huppen Ein kleiner Flaschenzug 2 Stück Schlauchverbinder Personal-Stand der freiwilligen Feuerwehr Mühlan am 31. Dez. 1888. Ehrenmitglieder. Herr Josef Mayr Baumeister in Innsbruck Leopold Rauch Kunstmühlenbesitzer und Ge¬ “ meinde-Vorstand in Mühlau Ehrenmitglied Hochw. Kurat Anton Ruez trat wegen Versetzung aus) Kommando. Kommandant: Ferdinand Weyrer Kommdt-Nellvertreter: Thomas Lang Magazinsverwalter: 1. Johann Thaler 2. Johann Kathrein Vereins-Kassier Gottlieb Schatz Adjutant: Josef Purner Signalisten: Franz Waldner Anton Pfeithofer Steigerrotte: Rottenführer: Alois Purner Sektionsführer: Johann Kathrein Steiger: Johann Purner Anton Schnegg 12.) Steiger: Johann Hell Anton Schöpf Otto Zapp Josef Mayerhofer Franz Schatz Max Schlögl Anton Mayr Alois Speckbacher Josef Sentobe Spritzenrotte Spritzenmeister Rottenführer: Thomas Lang Sektionsführer: Alois Schlögl Stellvertreter Leonhard Schlegl Rottenführer: (2. Spritzenmeister) Sektionsführer: Johann Gstr Nellvertreter Harm Anton Spritzenmanner Kuen Josef Staffler Mathias Hochenburger Andrä Purner Leonhard Mader Lorenz Harm Josef Thaler Anton 13 Spritzenmänner Windisch Anton Strasser Josef Strasser Franz Trenkwalder Josef Rauch Karl Rauch Christian Sauerwein Josef Sangl Josef Lechner Ferdinand. Schlauchrotte Andrä dinkhauser Johann Thaler Franz Seetobe Gottlieb Schatz Alois Rainer Ordnungsmanner Obmann: Anton Dinkhauser, Max Sentobe Ausserordentliche Mitglieder Herr Alois Sachs Franz Prantl Peter Kuen Georg Schreier Löbl Schützengesellschaft in Mühlau Anton Prantl Herr: Jakob Ziel Alfons Schandl Alois Hepperger Josef Dinkhauser 14.) Herr Alois Bürger Herr Leopold Purner Rudolf Rauch Franz Rötsch Frau Maria Sauerwein „Lucian Schütz Maria Riedl Mühlan den 31. Dezember 1888. Gut Heil! Weyra 15 Fünfzehntes Vereinsjahr 1889. Am 1. Jänner Jahres-Hauptversammlung beim Koreth. Da es für dieses Jahr keine Neuwahl vorzunehmen gab, der Jahres und Rechenschaftsbericht auch keinen Stoff zu Er¬ örterungen lieferte, so ist auch nichts Besonderes von der Sitzung zu verzeichnen, als daß der Kameradschaftlichkeit wieder Gelegenheit gebothen wurde, sich wieder unge¬ schwächt in unserem Vereine zeigen zu können, Am 30. März entstand am Dachboden des dem Bartlmä¬ Niederwanger gehöriger zum Leobauern benannte Hause No 69 aus unbekannten Gründen ein Brand, der sofort den ganzen Dachstuhl und das im Stadt vorhandene Heu ergriff, und sich auf das ganze Objekt ausdehnte, bevor die Feuerwehr allarmirt wurde. Es war 8 Uhr mor¬ gens, fast niemand im Hause, als das Heuer entdeckt würde. Ein immenser Nebel mit Schneegewürbel verdeckte das unheimliche Umsichgreifen des bösen Gastes, und so kann es, daß selbst die enge Nachbarschaft vom Brande einst Kenntnis erhielt, als schon das Ganze Haus in hellen Flammen stand. Nach Eintreffen der Feuerwehr wurde mit der größten Anstrengung an der Demolirung des noch übrigen, geschwärzten dachstuhlholzes, an der Bergung von Habseligkeiten und an der vollkommene Löschung des Feuers gearbeitet. Um 1 Uhr war der Brand gedämpft Unsere große Fahrspritze verbrauchte den ganzen Wasserzulauf aus der Badhauswiese, und konnte von noch die kleine Baron v Sternbach'sche Haus- spritze zur Noth mit dem Ablaufwasser am Wege gespeist werden. Auch waren die Überböden des obern Stockes so primiliv, nur von einem Überleger getragen, daß das Durchschlagen und durchbrennen absolut nicht verhindert werden konnte. Von fremden Feuerwehren war Nie¬ mand hier, auch die Mithilfe der Ortsbewohner war mit Ausnahme einiger wallenen Männer eine ganz minimale. Kommondirt wurde der Traie vom Kommandanten Weyrer. Bespannung war keine nöthig. Versammlung beim Kommandanten Am 6. April Vortrag über das Verhalten bei Bränden und Besprechung des letzten Brandes. Am 29. Mai Frühjahr-Hauptübung, dann Erfrischung beim Dellinger. Am 21. Juli Besuch der Absamer Feuerwehr. dieselbe kam in Begleitung der Haller Salinenmusick um 2 Uhr in Mühlau an, und wurde von uns beim Kreuze aber dem Sternbach-Parkthore empfangen, und auf das freundlichste begrüßt, und nach ihren Ausflugsbestimmungs¬ ort zum Dollinger geleitet wo sich sofort bei der vor¬ trefflichen Musick das intimste Kameradschaftlichste Leben entwickelte und fortbestand, bis wir ihren den wackern Absamer am Empfangsplatze den Schei¬ dungsgruß zubrachten. Am 24. Juli starb im Bade zu Volderthal unser langjähriger, verdienstvoller Ganverbands. vorstand Dr Otto Stolz, Bürgermeister von Hall und wurde am 26. Juli unter ganz ausnahmhaften großen Betheiligung in Hall beerdigt. Dr Otto Stolz war Gründer des deutsch-tirolischen Gau- verbandes und seit 1873 ununterbrochen Vor¬ stand desselben. 42 auf den Sang des dahingeschiede¬ nen gelegte prachtvolle Kranze gaben beredtes Zeugniß, wie geachtet und geschätzt der Verstorbe¬ ne allenthalben gewesen ist. Unser Verein betheiligte sich auch durch eine Abtheilung in voller Rüstung unterführung des Komandaten Weyrer Ruhe seiner Asche! 18 Am 25. August wurde in Fulpmes der III. Bezirks¬ Feuerwehntag des polit. Bezirkes Innsbruck abge¬ Franz halten. Unser Verein war durch Kamerad Anton Strasser Windisch vertreten. Auch circa 67 andere Kameraten von der Mühlenerfeuerwehr betheiltigten sich an dem Ausfluge, um dort die Übung der gut ausge¬ rüsteten Feuerwehr von fulpeies zu sehen. Leider war die Witterung keine günstige, und wurde die Übung bei Regen abgehalten, aber trotzdem mit großem Eifer u Präuisität ausgeführt. Am 1. September suchte unser Verein wieder das traute Plätzchen hinter dem Rechenhof auf, um dort wieder ein Waldfest abzuhalten, welches auch wie gewohnt in bester Harmonie und guter Laune und fröhlichkeit verlief, obwohl mit schönster Ab¬ wechsellung Schauer u Regen ganz respectable Angriffe auf den Humor und Unempfindlichkeit der Feuerwehrmänner und ihrer freunde machte. Fröhliche Weisen, ausgeführt von den Kammraden, die der Mühlauer Musickkapelle angehören, verscheuten dann wieder den Gedanken an die Unbilden der Witterung. Im Monathe Oktober wurde das Spritzenmagazin einer gründlichen Reparatur unterzogen; das ganze Dach unzgedeckt und theilweise neugedeckt, Arbeit zu welcher Herr Leopold Rauch von seinem Hause übriggebliebene Dachziegel spendete. Im Inneren des Magazins wurde der Oberboden bis ganz vorn geschlossen, so daß nun unter doch ein ab¬ 19. geschlossener von rückwärts zugänglicher Raum für Gemeinde-Geräthe geschaffen wurde. das Mauerwerk wurde ausgebessert, inen und außen schön gefärbt, sowie die Holztheile und das Thor nun angestrichen. Die Arbeiten den wurden von Kameraden Johann Hell und Johann Kathrein ausgeführt, und hat sich besonders Letzterer durch das innere Ar¬ rangement verdienstvoll hervorgethan Am 27. Oktober Herbsthauptübung. Als Object wurde das Weyner'sche Wohnhaus und die Gräslmühle an¬ genommen, während am vis a vis liegenden Webereigebäude die Steiger mit den Hacken¬ leitern exerzirten. Nach Abblasen von diesem Platze wurde die grosse Fahrspritze an den, um diese Zeit schon sehr tief stehenden Hrn dirigirt, um die Saugversuche mit angestückelten 4ten Saugschlauch der heuer neu angeschafft wurde, vorzunehmen 20) Die Übung wurde exact- und befriedigend aus¬ geführt, ebenso zeigte sich die Saugkraft unserer Maschine als vollkommen in tackt, indem sie aus einer Höhe von circa 15 Fuß ganz tadelos das Wasser zog, und ist sicher anzunehmen daß dasselbe noch bei 18–20 Fuß geschieht. Nach der Übung Erfrischung beim Zapfler Schlussbericht. Das Jahr 1889, welchen uns den ersten größern Brand im Orte selbst zu bekämpfen gab, war für die Umgebung ein sehr glückliches, indem weder in Innsbruck kein ernster Brand ausbrach, und in weiter Umgebung mit Ausnahme eines einzeln stehenden Hauses (Seehof in Amras) keine nennenswerthe Meldung erpattet wurde. Schließlich sei noch erwähnt, daß die Stadtge¬ meinde Innsbruck nun vertragsmäßig verpflichtet ist, 4 Hydranten auf Ihren Kosten herzustellen, oder, wenn sie bestehende Leitung das Anbringen derselben nicht ge¬ stattet, 400 fl an die Gemeinde Mühlen zu zahlen hat. Dem Kommandanten und seinen Collegen von der Gemeindestube, welche alle auch der hiesigen Feuerwehr angehören, gelang es nun entlich auch für Mühlau eine electrische Strassenbeleuchtung zu schaffen die im Falle eines nächtlichen Brandes oder einer Wassergefahr ge¬ wiß erst die verdiente Würdigung erfahren wird. Leider konnte die erhoffte Eröffnung der JWeyrer Comit. und Gemeindevorsteher 21 Beleuchtung der Saumseligkeit der Lieferannten halber, nicht mehr dieses Jahr stattfinden. Die Standesliste hat sich nicht geändert, da Gott Lob niemand gestorben ist, und sonst auch alles beim Alten geblieben ist. Windwachen wurden in diesem Jahre in 17 Nächten gehalten. Gott beschutze Mühlau! Gut Heil! Mühlau den 31. Dezb 1889. 23 Sechzehntes Vereinsjahr 1890. Am 1. Jänner Jahres Hauptversammlung beim Koreth. Vortrag des Jahres u. Rechen¬ schaftsbericht. Neuwahl des Adjudanten; da Kamerad Josef Purner nach Innsbruck über siedelte, wurde für denselben Kamerad Josef Mayrhofer zum Adjudanten gewählt. Josef Purner erklärte in liebenswürdigster Weise unserem Vereine ferner noch als außerordentliches Mitglied angehören zu wollen. Von den neuemgetretenen Mitgliedern Alois Kreuzer und Johann Reinisch wurde letzterer zum Hornisten ernannt. Der Obmann der Ordnungsmaschaft, Kamerad Anton Dinkhauser übernahm auch die Stelle eines Schlauchmannes. Alle anderen Chargen wurden wiedergewählt. Am 12. Jänner. Außerordentlicher XVII. Delegir¬ tentag der deutsch-tiroler Feuerwehren in Innsbruck, welcher behufs Neuwahl des Gauverbandvorstandes einberufen wurde, wobei Herr Alois Epp, Zugsführer der Jensbrucker feuerwehr als Gänverbands- vorstand gewählt werde. Nachmittags hielt dann die freiw. Feuerwehr Innsbruck eine tacktische Übung ab, nach welcher sich dann ein Herr Martin am Prügel¬ bau mit seiner Löschmasse eine Schau¬ vorstellung abhielt, die zwar bei den zahl¬ reich anwesenden Publikum durch p in¬ posanten Eheckt monumentane Befriedigung hörvorruf, allein für Feuerwehren sich als nicht praktisch zeigte, da die Löschmasse zerstörenden Einfluss auf Metalle gezeigt also den Spritzen schädlich wäre; zu Aufstel¬ lung in hölzenen Gefäßen jedoch sich ganz gut eignen würde. Abends gab die Innsbrucker Feuerwehr zu Ehren der delegirten in den Adam¬ brantokalitäten ein Tanzkränzchen. Vertreten war unser Verein durch Kommandant Weyrer. Am 3. Mai Beerdigung unseres Ehren¬ mitgliedes Josef Mayr, Baumeister in Innsbruck. 25 Am 4. Mai Frühjahr-Hauptübung, bei welcher Spritze unsere große Fahrspritze und die stabile des Herrn Rauch an seiner Kunstmehr in Thätig¬ keit waren, wo beide Maschinen vorzüglich funktionirten. Später wurde dann mit unserer kleinen Spitze bei der Brücke beim Sternbach gearbeitet, wo der Ge¬ bring-Schlauch aus dem Schreier'schen Rinn¬ werk zur Verwendung kam. Nach der Übung Erfrischung bei Ko reth, wo sozusagen auch gleichzeitig unser 15tes Stiftungsfest gefeiert wurde. Herr Leopold Rauchspendete 6 fl. Am 25. Mai (Pfingstsonntag) Um 2 1/4 Uhr Früh irrthümliche Allarmirung durch den Nachtwächter, der ein, oberhalb der letzten Häuser von Mühlau durch Buben aufgemachtes mächtiges Feuer, ganz begreiflicher Weise in der Finsterniß für ein Schadenfeuer hielt. Am 16. Juni kamen zwei auswärtige Brände vor. Um 4 Uhr morgens brauten in Kamerland, einer Fraktion von Ober¬ perfuß, 2 Gehöfte gänzlich nieder, und am Nachmittage des selben Tages wurden 26. in Absam 5 Gebäude ein Raub der Flammen. da man beide Brande sehr spät beobachtete und theilweise der großen Entfernung halber, wurde nicht ausgefahren. Am 13. Juli morgens 3 Uhr verschied plötz¬ lich an einem Schlaganfalle unser Hoch¬ geschätzter Kamerad und Vereins-Kas- hier Gottlieb Schatz. Von der Gründung der Feuerwehr an war er einer der eiferigsten, und warmsten Kameraden, der ge¬ wissenhafteste Verwalter unseres Vermögens. Kaum einmal in der langen Zeit fehlte unser guter Freud Schätz, Leid und Freude mit uns theilend wodurch er sich auch ganz seltene Achtung und Anhänglichkeit erwarb. Unerloschen wird sein Andenken in unserem Vereine Fortleben. Gott löhen ihn seine Verdienste. Erwähnt möge hier noch sein, daß wir an diesen Tage sogar im Tale ganz aus¬ giebigen Schneefall hatten, was wohl auf die Gesundheit des braven Mannes von nicht vortheilhaften Einfluß gewesen sein wird. (27 Am 15. Juli begleiteten wir unseren unverge߬ lichen Kameraden zur letzten Ruhe, und Am 27 Juli wurde für den dahingeschiedenen die Seelenmesse gehalten Am 24. August Vereins-Ausflug mit Musik nach die Thauer, wo wir zum Steldichem geladenen Kameraden von Absam trafen. Das Wetter war uns auf den Hin- und Heimwege sehr günstig, doch den Aufenthalt im Stangel¬ garten müßte uns ein fataler Regenguß verbittern. Die wackere Mühlauer Mu¬ sik-Kapelle, die wohl zum größten Theil aus Feuerwehrmännern besteht, half uns die fast gewohnte Unbill des Wetters vergessen, und zauberte den bewährten Humor in unseren Körper ungeschwächt wieder hervor. Ohne mindesten Zwischenfall ver¬ gieng der Tag in bester Eintracht Am 14. September IV. Delegirten tag des Bezirks¬ feuerwehr-Verbandes von Innsbruck in Ke¬ maten. Unser Verein war durch Komandant Weyrer vertreten, auch mehrere andere Kameraden hatten sich in Kematen ein¬ gefunden, um die dortige Schauübung zu 28) zu sehen, und den herrlichen Tag am Lande zu verleben. Bei der Delegirtensitzung wurden, nach ver¬ schiedenen Erörterung die übrigens für unseren Verein von keiner großen Beteutung waren, folgende Herrn in den Bezirks-Ausschuß gewählt: Ausschuß Holzmeister Obmann: Kerber Ausschuß: Klammer Zimmerling Hoppichler " Puelacher Als Vorort für den V. Delegirtenstag wurde Absam bestimmt der Feuerehr-Verband des Politischen Bezirkes Jensbruck besteht aus 22 Feuerwehren mit 1588 Mitglieder. Am 9. November hielten wir unsern Herbst- Hauptübung ab. Als Brandobjekt diente die früher-Mayrhofer'sche Mühle, welche von Unten durch unsere große Fahrspritze von oben durch die alte Spritze angegriffen wurde. Beide Maschinen arbeiteten gut und gab die erstern vom Feuersignal an in 7, die kleine Spritze in 6 Minuten Wasser. Nach der Übung Erfrischung im Badhause 29 Am 12. November. Brand im Bräuhause zu Jenbach, der hier gar nicht bemerkt wurde, doch auch kurz erwähnt sein sell. Am 20. November. Brand des Ökonomiege- bäudes der "Barmherzigen Schwestern" an der Kettenbrücke. Kurz vor 12 Uhr ent¬ Zündete sich das am Heuboden des oben erwähnten Gebäudes das in großer Menge aufgestappelte Stroh u. Futter, und verbrei¬ tete sich das Feuer unter dem Dache überall hin mit solcher Scheelligkeit daß das Objekt sofort in seiner ganzen Ausdehnung in flammen stand. da die Stallungen zum größten Theile gut gewölbt waren, konnte alles Vieh gerettet werden, was meistentheil durch Innwohner und früh angelangten Feuerwehrmanner von Mühlau bewerkstelligt werde. Un¬ sere Maschinen waren auch schnell am Platze und die Grasse am Jen sofort in Thätigkeit gesetzt, die kleine würde nicht in Dienst ge¬ zogen. Wir arbeiteten mit der größten Anstrengung bis 1/2 6 Uhr morgens, von welcher Zeit an die Dampfspritze das weitere Auslöschen des Brandes übernahm. Diese Maschine würde erst auf ausdrückliches Verlangen des Kommandanten der Hausbrücker Feuerwahr von der Stadt herabgesandt. Das Späte Ein¬ treffen des Innsbrucker Löschtrains und Nichtausfahren der Dampfspritze wurde dem Irrthum des Thurmwächters zugeschrieben, der Landfeuer signali¬ sirte. Aus aber kann es ein Finger¬ zeig sein, daß wir uns auf die Hilfe der Innsbrucker nicht allzusehr ver¬ lassen dürfen. Löschtrau kommandant Beſpannung für den Freyra Abzug-Josef Meyerhafer. Schlußbericht: Im Jahre 1890 kam in Mühlau u nächster Umgebung außer dem Brande bei den Barmherzigen nichts besonders Merkenswerthes vor, und sei nur erwähnt, daß in diesem Jahre die Jensbrucker Hochdruckleitung durch unser Dorf gelegt wurde, was für die meisten Einwohner gerade nicht die angenehmste Zeit war. Am 8. März wurde im Orte auch die elektrische Strassenbeleuchtung (3) eröffnet und zwar durch 10 Stück Glüh¬ lampen a 16 Normalkurzen Windmachen werden in 19 Nächten abgehalten. Gott beschütze Mühlan Gut Heil! Ihr Am 31. Dez. 1890 Meyra ländt. / I. Gemeinde Rath. 33 Siebzehntes Vereinsjahr 1891 Am 1. Jänner Jahreshauptversammlung beim Koreth. Nach Verlesung des Jahres und Rechen¬ schaftsberichtes fand die Neuwahl des Vereins¬ Kassieres statt, und wurde als solcher Kamerad Johann Thaler gewählt. Am 18. Jänner fand seit dem Fasching 1887 wieder in den Lokalitäten bei Dollinger ein Feuer¬ wehr-Tanzkränzchen statt, das wie alle Früh- eren in bester Harmonie und ungestörtem Frohsinn verlief. Erwähnt soll auch hier sein daß die Tanzmusik durch die Gebrüder Veronesi behorgt wurde, die sehr tackvoll u. gut spielten. Sie erhielten 25 fl, Alles in Allem. 20. Jänner kamen im politischen Bezirke Am Innsbruck zwei Brande vor. Einer um 12 Uhr Nachts in Wattens, wobei ein Haus mit Stall u. Nadel abbraute und der andere um 6 Uhr früh in Natters, wo¬ bei 2 Häuser sammt Stall u. Stadel gänzlich eingeäschert, wunden 34) Am 27. Jänner. Ein Kaminbrand in der Klosterkaserne. Am 6. März. Gegen 6 Uhr abends entstand in einem der großen Sillsöfe (Eggerbauer) ein Brand, der in kurzer Zeit das ganze ausgedehnte Gehöft ersaßte und einäscherte Trotz der erschwerten Wasserbeschaffung wurden doch von den erschienenen Feuer¬ wehrenden sehr nahe angebauten andern Höfe vollkommen gerettet. Wir grif¬ fen nicht mehr mit der Maschine ein betheiligten uns jedoch noch sehr an der dämmung des Feuers, konnten selbst noch lebende Thiere (Hennen) retten obwohl wir doch einen weiten Weg zum Brand¬ platze hatten. Kommandant Weyrer, der beim Ausbruche des Feuers in Wilten war, übernahm vom Zugsführer Lang am Brandplatze das Komando. Die Bespanung stellte Anton Windisch 35 Am 10. März Beerdigung unseres außer¬ ordentlichen Mitgliedes Georg Schreier. Von der Gründung unseres Vereines an, war Schweier Mitglied, ein warmer Feuerwehrfreund, stehts bereit die Feuer¬ wehr zu unterstützen, wo er nur konnte. Er ruhe im Frieden! Am 30. März. zündete ein Lehrbube des Tischler- meisters Forster im Bäcker-Schärmer- Hause neben der Spitalkirche, die im Keller des Stöckelgebäudes unter der Tischlerwerk¬ stätte angehäuften, Hobelspähne an, wodurch des Kollusalem Rauches halber, der die Löschak¬ tion ungemein erschwerte, leicht eine größern Ausdehnung des Schadenfeuers hätte entstehen können. Kommandant Weyrer war beim Ausbruch des Brades in der Nähe und betheiligte sich mit noch eini¬ gen von uns in Civil an dem Löschen Ausgefahren wurde nicht. Am 3. Mai Frühjahr-Hauptübung. Dieselbe wurd beim Ziegelofen des Baumeister 36) Mayr in der Hallerau abgehalten, und war in jeder Beziehung als gelungen zu betrachten. Das Wasser wurde aus dem Condensations-Reservoir der Dampf- maschine entnommen, und konnten die Rohrführer vom Fürste des Haupthauses aus nach gegebenen Feuersignal in 6 Minuten vollen Strahl geben. Die Bespannung für den weiten Weg zum Übungsplatze und zurück stellte in zuvorkommenster Weise wieder Kamerad Windisch Nach der Übung war Erfrischung beim Zapfler, und spendete unser außerordent¬ liches Mitglied, Ziegelei-Verwalter Schandt im Namen seines Herrn Chefs, Bier und Würste, wofür hier nochmals be¬ stens gedankt sei. Am 29. Mai war, theilweise aus Anlaß des Namensfestes des Kommandanten, theils zur Feier der Eröffnung der eleitrischen Garten-Beleuchtung bei Dollinger eine recht gemüthliche Abendunterhaltung, bei (37 die welcher naturgemäß unsere wackere Musikkapelle unter der Leitung unseres geschätzten Kameraden Johann Purers das größte Vergnügen bereitete. An dieser Stelle sei auch noch ein Nachtrag aus dem vorigjährigen Jahresberichte ge¬ stattet. Die Feuerwehrkameraden ver- anstalteten nämlich auch ein gleichen Tage des vorigen Jahres aus Anlaß des Namensfestes des Kommandanten und damaligen Ge¬ meindevorstehers eine sehr schmeichelhafte Ovation mit hakeln u. Musik, und ergötzte uns letztere im Dollinger Garten nach den ganzen Abend durch ihre gelungenen Vorträge. Der Kommandant Weyrer sieht sich veranlasst hier nochmals für diese hocherfreulichen, aber ganz unverdienten Ehnungen den schuldigsten Dank auszusprechen. Am 1. Juni wurde die Dampftramway „Wilten 1891 Hall" eröffnet. Es sei dieses hier nur er¬ wähnt, weil uns an diesem Tage die Direktion dieser Lokalbahn das Recht der Benutzung ihrer Speise- Hydranten zu Lösch- u Probezwecken einräumte beachtenswerk 38) Am 17. Juni starb unser Kamerad Josef Frenes. Er war Steiger, und ein sehr thägiges, allgemein geachtet es Mitglied. Am 19. Juni war sein Begräbniß, und Am 28. Juni 6 Uhr früh wurde für diesen hingeschiedenen Kameraden die See¬ lenmesse gelesen. Am gleichen Tage wurde in Absam¬ der V. Delegietentag des Bezirksver¬ bandes Innsbruck abgehalten. Unser Verein war durch Kamerad Franz Schatz vertreten. Am 7. August Beerdigung des außer¬ ordentlichen Mitgliedes Herrn Alois Blieger Besitzer der Pension Villa Edelweiss in Mühlau. 39 Am 15 u. 16 August wurde in Kufstein der XVIII. Gantag der deutschtivolischen Feuerweh¬ ren abgehalten. Als delegirter unseres Vereines wurde Kamerad Anton Schnegg gewählt. Die Verhandlungen der Sitzung waren zumeist ganz allgemeiner Natur und wäre nur bezüglich der Ausschußwahlen zu verzeichnen, daß Herr Alois Epp wieder als Vorstand gewählt wurde. Statt Herrn Anton Nußbaumer, der die Kassirstelle nicht mehr annahm, wurde Herr Josef Jörg zum Regiekassa-Kassier gewählt. Anstatt den Herrn Josef Birchl in Kitzbühel u. Herrn Hans Reischin Kufstein, die allzuweit vom Sitze der Gauverbandsvorstehung wohnen wurden Christof Hummel in Jensbruck u. Franz v. Dellemann aus Hall in den Aus¬ schuß gewählt und besteht derselbe nun aus folgenden Herren: Anton Nußbaumer Aussch Alois Epp Vorstand Christof Humml " " Josef Jörg Kassier Victor Br. Graff Ausschuß Franz v. Dellemann „ Josef Satleder 38) Der nächste Gautag, der im Jahre 1894 stattfindet, wird in Meran abgehalten. Da die Kufsteiner Feuerwehr an diesen Tagen auch ihr 25 jähriges Gründungsfest feierte bothen die dortigen Kameraden alles auf, den massenhaft herbeigestromten Gästen den Aufenthalt in der so freundlich gelegenen Gränzstadt möglichst ange¬ nahm zu gestalten. Am 3. September entstand beim Mohrenwirth in Mariahilf in einer vom Tischlermei¬ ster Petrowitsch benutzten Holzhütte ein Brand, der jedoch von der Innsbrucker Feu¬ erwehr leicht gelöscht werde, da ein gutes Blechdach das Ausschlägen der Flammen ver¬ hinderte Wir waren in Bereitschaft und nur einige Kameraden begaben sich ohne Geräthe auf den Brandplatz. Der 8. September /: Maria Geburt:/ war für die Bewohner des Dorfes Telfes im Stubaithale ein großer Neglückstag. 39 Während ein großer Theil der Bevölke- rung des erwähnten Dorfes bei einer Prozession in Nieders sich befand, war in Telfes Feuer ausgebrochen, das gleich riesige Diemenhören annahm, so daß die in größtem Schreck heimlaufenden Telfner schon einen bedeutende Zahl Häuser in hellen Flammen fanden. Im ganzen sind 22 Wohnhäuser mit der dazugehörigen Städeln u. Ökonomiegebäuden durch das Feuer, welches warscheinlich gelegt war vernichtet worden. Am 25. Oktober wurde die Herbsthauptübung abgehalten. Als Brandobjekt diente das Karl Rauch'sche Haus im Unterdorfe. Bei angenom¬ menen Sudwinde mußte auch das vis a vis stehende Dollinger-Stadthaus besonders in Schutz genommen werden. Wegen schon länger andauernder Krankheit des Komman- danten leitete dessen Stellvertreter, Thomas Lang, die Übung, welche sehr gut durchgeführt würde nur wurde wegen einer mißlie¬ bigen Äußerung, welche von Seite des Direktor der Trambahn gemacht wurde, von der Benützung der Lokalbahn-Speisehydranten für diesesmal auf Anordung des Kommandanten Weyver noch Umgang genommen. Nach der Übung war Erfrischung bei Korath¬ 46) Schlussbericht Im verflossenen Jahre kamen in Innsbruck und seiner nächsten Umgebung glücklicher Weise wenig Brandunglücke vor; im weiterem Um¬ kreise war außer dem großen Brande in Telfes noch in Mötz (15. Novb:) ein Schadenfeuer zum Ausbruch gekommen dem 7 Objecte und sehr viel Vieh u. Fahrnisse zum Opfer fielen. fürchterlicher aber haben die Elemente der Wildbäche gewüthet, und Katastrophen herbeige- führt, wie sie in Tirol wohl seit Jahrhunderten nicht mehr vorgekommen sind. Das über die Ortschaft Kollmann in der Nacht vom 17. auf den 18. August herein gebrochenn Unglück, ist gewiß bedeutend genug, hier verzeichnet zu sein. 41 Menschenleben kamen in der fürch¬ terlichen Muhre um ihr Leben. 16 Gebäude wurden zerstört oder hinweggeschwemmt. Wenn nun auch bei so plötzlich heraustürm¬ enden Muhrbrüchen menschliche Abwehr ganz unmöglich ist, so kann doch durch Allarmierung und müthiges, beherztes Vorgehen viel ge¬ schehen u. manches Leben gerettet werden; bei nicht gar so urplötzlich eintretenden Überschwem¬ mungen kann der Feuerwehrmann sogar 41 sehr hilfreich eingreifen, was bei der Wasser¬ katastrophe zu Karlsbad im Dezember 1890 zur Genüge bewiesen wurde. In den Gemeinden Ried u. Kaltenbach im Zillerthal richtete im heurigen Sommer der danti¬ ge Wildbach zwei mal arge Verwüstungen an Auch der Ausbruch des Eissees im Martellthale sei hier flüchtig erwähnt. Unser Verein hat im Jahre 1891 Zwei außerordentliche Mitglieder und einen sehr thätigen aktiven Kameraden durch den Tod ver¬ loren. An Spenden ist nichts besonderes zu verzeichnen. Neuangeschaft wurden 3 große Standfackeln 4 Neigerlaternen und 9 Lodenduxer Windwachen wurden in diesem Jahre in 30 Nächten abgehalten. Gott beschütze Mühlau. FREIV: FELEREHR MARINI Gut Heil. 17. Am 31. Dezber: 1891. P. Weyrer Cömdt 43 Achtzehntes Vereinsjahr. 892 I. - Am 1. Jänner Jahreshauptversammlung beim Koreth. Verlesung des Jahres – und Rechenschafts-Berichtes. Von einer Neu¬ wahl wurde wegen Krankheit des Komandanten Hr. Frd. Weyrer Umgang genommen. 1. Mai Frühjahrs-Hauptübung; dieselbe Am wurde bei unserer Kirche abgehalten Die Spitze stand am Mühlbache auf der Tschavon-Brücke und trotz der ar¬ gen Höhe wurde ein tüchtiger Wasserstrahl bis zu den Kirchturmuhrzeigern entsen¬ det. Komandant Weyrer, obwohl sehr lei- dend leitete selbst die Übung Hernach Erfrischung im Badhause. 44. Am 12. Juli entstand in einem Bauern¬ hause zu Rum durch Unvorsichtigkeit mit heißer Asche ein Brand, der in kurzer Zeit fast das ganze Haus zerstörte. Unsere Spritze fuhr, geführt von Anton Harm bis zum Ziegelstadt; ein großer Theil der Mannschaft kam bis zum Bradplatze betheiligte sich jedoch nicht mehr an der Löscharbeit. Bei der Spitze war Komandant stellvertreter Thomas Lang. Der 17. August war für die Bewohner des Dorfes Reith ober Zirl ein großer Unglückstag. Während ein großer Theil der Bevölkerung des erwähnten Dorfes in den Bergwiesen sich befand, war d. in der Gemeinde um 5 Uhr abends ein Feuer auf unbe¬ kannte Weise ausgebrochen, welches gleich riesige Dimensionen annahm, so dass die in größtem Schreck herbeieilenden Bewohner schon viele ihrer Häuser in Asche fanden. 30 Wohnhäuser mit ihren Ställen und Scheunen, die Kirche, die Schule, ein Theil des Widdums sind vernichtet worden. 45 Am 14. September veranstaltete zu Gunsten der Beschädigten zu Reith unsere wackere Musikkapelle beim Tollinger ein Konzert, bei welchem Hr. Tschoner auch ein Feuerwerk abbrannte. Dieses war noch nicht ganz erlöschen und das Konzert im schönsten Gange, als in der Tschonerschen Feigenmühle dahier ein Schaden¬ Feuer zum Ausbruche kam. Ein in der Nähe des Kammes befindlicher Überleger gerieth gegen 1/2 10 Uhr abends in Brand und der Boden im 1. Stockwerke mit den darauf befindlichen Holzkisten, Sagspänen und etwas Packpapier standen sogleich in hellen flammen, so daß dieselben lichterloh zum Fenster hinausschlugen. Die rasch herbeigeeilte Nachbarschaft griff schnellstens mit Kübeln ext das Feuer an, und die ebenfalls schnell erschienene Feuerwehr konnte sogleich den Brand, ohne daß er größeren Schaden angerichtet hätte voll¬ Peter Kuen ständig ersticken. Das Komando fuhrte Kom[m]dstellrtr. Thomas Lang. Fremde Hilfe war nicht vorhanden. spendete Die Spritze führte Adjudant 6 Liter Wein Herr Tschoner spendete 15 fl. Josef Majohofer- H. Tschoner Hier sei nur noch bemerkt, dass der Feuerwehr¬ brachte den mann, wenn andersmöglich, stets in voller Rustung Feuerwehrleuten auch mehrere Liter Mein u. Brot. 46 am Brandplatze erscheine, und daß besonders die Steiger stets mit brennenden Laternen versehen sind, denn wie gefährlich es ist, in dunklen, unbekannten Raumen herumzutappen, daß konnte so mancher Steiger nach diesem Brande erzählen. 92 Am 25. September, Sonntag, 2 Uhr nachmittags ver¬ schied nach langem schweren Leiden, nachdem in Karlsbad, Arco und in andern Orten Heilung gesucht, unser höchstgeschätzter Oberkomandant Herr Ferdinand Weyrer. Er war der opferwilligste Gründer unserer Feuerwehr, seitheriger, ununterbrochener thätigster Oberkommandant, eifrigster und wärmster Kamerad einem jeden. Die Jahresberichte der 17 ver¬ flossenen Jahre unserer Feuerwehr geben den deutlichsten Beweis von der Arbeit des so früh Ge¬ schiedenen. Sämmtliche Jahresberichte hat er auf das genaueste selbst geschrieben, die Arbeiten eines Schriftführers stets selbst besorgt. Kaum ein Brand, kaum eine Übung, die er nicht selbst leitete. Jedesmal war er thätig, befehlend anleitend und warnend jedem zur Seite. Einig¬ keit und Thatkräftigkeit dem Feuerwehrkörper zu erhalten, war seine beständige Obsorge. Geräthe und Rüstungen waren stets unter seinem strengen Auge. Die Schläuche zu reinigen besorgte er stets selbst mit seinen Fabriksleuten und so wurde die Schlauchmannschaft einer großen Arbeit enthoben. Im Winter war er zu oft im Magazin, ein zu sehen, ob die Spritzen wohl nicht abgefroren seien. Wie umsichtig und raschentschlossen war er bei Bränden und wie anleitend und lehrreich bei Übungen. Wie viel Zeit und Geld er dem Feuer¬ wehrkörper opferte; jeder weiß es und unsere Jahresberichte thun es kund. Für Gesellige Unter¬ haltungen sorgte er in hinreichender Weise und gar zu oft, traktierte er alle Kameraden mit so manchem Fasse Bier mit Wein, Ziggaren und anderem. Durch all dieses Gesagte erwarb er sich die höchste Achtung und Anhänglichkeit eines jeden. Unerloschen wird sein Andenken in unserem Vereine fortleben. Gott lohne ihm seine Verdienste. Die Gemeinde betrauert den Verlust eines eifrigen Gemeinderathes und Altvorstehers. Unter ihm kam die elektrische Straßenbeleutung zustande. Die Schule und die Armen verlieren ihren eifrigsten Wohlthäter und Förderer. Zum Wiederholtenmalen führte er die Schulkinder 48 zu einem traulichen Waldpläthen, wo die Kinder von Hr. Weyrer'sfrau und Töchtern auf das ausgiebste bewirtet wurden. Jedes Jahr stellte sich das Christkind bei den Schulkindern durch die Wohlthätig¬ keit Weyrer's reichlich ein. seinen Der Verschönerungsverein dahier verliert ihren Obmann Stellvertreter und eifrigsten Finanziellen Förderer. Seine (Weyrers) Schafvollfabrik verliert ihren uner¬ ermüdlich thätigen umsichtigen und liebreichen Chef, der die Fabrik zu heutiger Größe emporge¬ schwungen hat. Die noch von ihm angefangene elektrischer neue Weberei mit großartiger Kraftübertragung konnte er leider nicht mehr fertig sehen. Wie lieb Weyrer, der erst das 50. Lebens¬ jahr erreichte, war, zeigte sein Leichenbegängnis. Das war ein Zug von Leidtragenden, wie ihn Innsbruck und Mühlau nur in den seltesten Fällen zu sehen be¬ kamen. Die Feuerwehren von Innsbruck, Wilten, Hotting Hall, Rum, Thaur, sowie selbredend Mühlau in voller Zahl, gaben unter den ergreifenden Trauermärschen der unsrigen Musik, dem so wackeren Kameraden das letzte Ehrengeleite. Unsere Kameraden hatte, die Ehre, obwohl von Innsbruck Träger und Wagen bestellt und am 49. Platze waren, die Leiche unseres liebenswürdigsten Kameraden vom Trauerhause bis über die Ketten brücke zu tragen, von wo aus selbe auf den städtischen Friedhofe geführt wurde, wo er unter freiem Himmel, (auf ausdrücklichen Wunsche seiner treuen Gemahlen:) nicht in der Arkade, einer seligen Auferstehung harrt, wo er dann mit all den Seinen und uns Feuerwehr- Kameraden wieder vereint wird. Gott lohne seine Verdienste. Am Sonntag darauf war ein hl. Amt für den nach Empfang der hl. Sterbsakramente Geschiedenen, bei welch ersterem die Feuerwehrkameraden und so viele andere Leid¬ tragende erscheinen waren. Wir legten auf seinen Sarg einen ausgemachten Maiglöcken ex t. verfertigten großen Kranz mit Schleife. Um das Andenken Weyrer's zu ehren, erhielten wir von dessen Frau Gemahlin und seinen zwei Töchtern 200 fl. Die Schule Die Armen 200 fl 200, und der Verschönerungsverein 100 fl. Gott lohne es Ihnen. 50. Am 12 Oktober erhielten wir aus Absam, wegen eines auf nicht zulobende Weise angezündeten Streuhausens, falsche Feuermeldung. Wir fuhren mit der Spitze, geführt durch Harm, befehligt durch Lang, und Steiger Josef mit seinem Einspänner mit Mannschaft bis zur Riemer Haltestelle. Am 23. October Herbhauptübung. Als Brandobjekt dienten die Werkstätten des Kathrein und Sentobe bei B. v. Sternbach. Die Übung würde unter Leitung des Thomas Lang auf das rascheste durchgeführt und hiebei die neue Schubleiter gebraucht, die im Wesendlichen von der alten nichts unterschieden ist, und sich nach kleinen Ausbesserungen als zweckdienlich erwies. Hernach Erfrischung beim Zapfler. Schlussbericht Das Jahr 1892 war für den Bezirk Innsbruck und für Mühlau selbst ein ziemlich glückliches im Bezug auf Brandschäden zu nennen, indem hier nur der 51. Brand bei Tschoner, welcher keinen großen Schaden anrichtete und in Rum ein Haus¬ Brand zu verzeichnen war. Im Bezug auf unseren Feuerwehrkörper ist dies Jahr ein höchst unglückliches zu nennen indem der Tod uns unser eifrigstes, thätigstes unermädlichste und opferwilligstes Mitglied unsere Hr. Oberkommandanten Ferdinand Weyrer entrissen hat. Er ruhe im Frieden. Erfreulich ist zu verzeichnen, dass in Rum und Thauer sich die Leute zusammen ge¬ than haben und in Beiden Orten je eine freiwillige Feuerwehr gegrün- det haben. Neu angeschaffen wurde hier: Eine neue Schubleiter, 13 neue Helme. Die Gurten der Steiger wurden 52. alle gründlich repariert. Windwachen wurden in diesem Jahre in 31 Nächten gehalten. Gott beschütze Mühlau. F. R. U. E. E Gut Fleil! Joh. Purner Mühlau, am 31. December 1892. D. Z. Schriftführer Tho mas Lang Comdt, Stellvertreter 53 - Neunzehnte Cereinsjan 1893. Am 1. Jänner. Jahreshauptversammlung beim beim Koreth. Verlesung des Jahres u. Rechen¬ schafts berichtes, wobei bemerkt wird, das der Nachruf für unseren verstorbenen Oberkom- mandanten Ferdinand Weyrer von allen Mitgliedern, zum Zeichen der Trauer stehend angehört wurde, und daß hiebei eine tieftraurige Stimmung und außerordentliche Stille herrschte. Die Neuwahl wurde vorgenommen und hiedurch nachstehende Standesliste erziehlt wie ersichtlich mit mehreren neuen Mitgliedern Bei den allfälligen Anträgen wurden Steiger¬ laternen bewilliget, so daß jeder Steiger eine solche besitze, und die nöthigen Schrauben schlüssel für die erweiterte Schlauchmannschaft Am 2. Da Herr Max Weyrer noch nicht Jänner. Mitglied der Feuerwehr war, so begaben sich die Mitglieder der Kommandantschaft in die Wohnung des Genannten, ersuchten denselben 54. unserer Feuerwehr beizutreten und zugleich den Posten des Oberkommandanten, zu welchem Max Weyrer am 1. Jänner einstimmig gewählt¬ wurde, zu übernehmen, welche aufopfernden Stelle Genannter nach längeren Vorstellungen in seiner gutherzigen Weise auch annahm und hiebei versprach, was in seinen Kräften liegt für die gute Sache zu thun. Standes-Liste. 1./1. 1893. Kommandantschaft. Max Weyrer Oberkommandant Thomas Lang-Kommandantstellvertreter u. 1. Spritzenmeister Alois Purner Steigerrottenführer Johann Thaler Kassier und Obmann der Schlauchmänner Johann Kathrein Magaziensverwalter u. Steigersektionsführer Johann Purner Schriftführer und Steiger Josef Majrhofer Adjutant Alois Schlögl 1. Spritzenmeisterstellvertreter u. Sectionsführer Leonhard Schlögl 2. Spritzenmeister Johann Gstir 2. Spritzenmeister stellet. u. Se ctsf. Anton Dinkhauser Obmann der Ordnungsmanner u. Schlaufmann. Franz Waldner Signalisten. Johann Reinisch. Steiger. (Purner Alois, Kathrein, Purner Johann) Johann Hell Anton Schnegg Alois Speckbacher Franz Schatz Anton Schöpf Anton Mayr Jakob Hefele Anton Wieser Josef Schreyer Franz Brugger Schlauchmanner Johann Thaler Alois Rainer Josef Dangl Franz Sentobe Josef Sentobe Mathias Staffler Jakob Hechenbleikner August Beer Josef Köll Ordnungsmanner (Anton Dinkhauser) Max Sentobe. 55. Spritzenmanner Lang, Schlögl Alois Schlögel Leonhard, Gstir) Karl Rauch Christian Rauch Josef Saurwein Anton Thaler Josef Strasser Josef Kuen Josef Harm Lorenz Mader Anton Harm Josef Trenckwalder Leonhard Purner Karl Metzler Alois Nennier Sebastian Kalkschmied Josef Lang Alois Kreuzer Johann Georg Metzler Johann Pernlochner Otto Rainer Johann Öttl Johann Ploner Heinrich Weber Rudolf Kuen 55 Mann 56. Beitragende Mitglieder Hr. Josef Dinkhauser Kaufm. Anton Prantl Hausbes. Franz Prantl Franz Strasser Peter Kuen Vorsteher- Leopold Purmer Bahnbeamt. Jakob Ziel Josef Purner Kaufm. Alfons Schandl Verwalter Johann Holzmeister Hausbeß Franz Pötsch Bräucherr Johann Kössler Statthalterüberunter Alois Hepperger Kaufm. Johann Küssler Kaufmann Fr. Maria Blieger Hausbs. Simon Tomasi Baumeister. Maria Riedl Kaufsw. löbl. Schützengesellschaft 18 Ehrenmitglieder Hr. Leopold Rauch Kunstmühlbesitzer. Das Unterhaltungskomitä besteht in die Summa 74 Mitglieder Kameraden: Johann Kathrein, Franz Schatz Anton Schöpf, Franz Sentobe Rauch Christl. Als beitragendes Mitglied beigetreten 16. März. Herr Anton Rauch. Jakob Hechenbleichner Franz Fischler 57. Am 16. März Versammlung im Badhause. Nachdem Schriftführer den Versammelten den neugewählten Oberkommandanten Hr. Max Weyrer mit einer kurzen Ansprache vorgestellt hatte, ergriff dieser das Wort, übernahm hiebei das Kommando, begrüßte alle als seine Kameraden, verspach sein Möglichstes für die Feuerwehr zu thun und bat um Folgsamkeit und Eintracht, worauf Kommandant-Stellvertreter Th. Lang zum Zeichen der Huldigung auf Hr. Max Weyrer ein dreifaches Gut Heil! ausbrachte, welchem alle Kammeraden freudigst beistimmten. Nachher wurde vorstehende Standes¬ liste kontroliert und die Zeit des Eintrittes eines jeden Mitgliedes eruient. Da noch manche Mitglieder ohne Karten waren, wurden jene notiert, um denselben Karten auszustellen. Ferner wurde an die Feuersigneln erinnert, aus der Kassa 6 Taxer bewilliget, der Schriftführer angewiesen, ein Mitglieder listenbuch nach Vorschrift des Hauverbandes anzuschaffen und endlich wurde vom 58. Oberkommandanten die Versammlung mit einem kräftigen Gut Heil! ge¬ schlossen und gieng die Sitzung ins Vertrauliche und Unterhaltende Über¬ Die Versammlung war fast vollzählig besucht. Der neue Oberkommandant bestritt aus Privatmittel die Zeche aller Kammernden für diesen Abend. Im Monat April und im Mai wurden von Seite der Seitionsführer einige Übungen abgehal- ten, wobei zu bemerken ist, daß Sectionführer Kathrein seine Steiger nach einer angestreng¬ ten Übung mit Wein zu genüge traktierte. Am 14. Mai war Bezirksdelegierten Tag in Ziel, wobei uns unser Oberkommandant He¬ Max Weyrer das erstemal vertrat. Für unsern Körper wurde nichts besonders bemerkens werte besprochen. Am 30. Mai als am Namenstag unseres 59. verstorbenen Oberkommandanten Hr Ferdinand Weyrer wurde von unserem Körper durch Kathrein und Lang ein Kranz auf das Grab des unvergesslichen gelegt. Am 3. Juni wurde Nassereith von namen¬ losem Unglücke heimgesucht. Fast die Hälfte des Dorfes ist ein Opfer der Flammen geworden. Das Feuer brach aus unbekannter Ursache, um 6 Uhr früh beim Platzwirt aus und in kurzer Zeit standen 42 Häuser und mehrere kleinere Objekte in hellen Flammen, welche sämmtliche vollständig eingeäschert würden. Auch der Tod einer Frau, welche in einem brennenden Hause noch etwas holen wollte, ist zu beklagen. Gerettet wurde außer Großvieh fast nichts. Nur dem ener¬ gischen Eingreifen der benachbarten Feuerwehren ist es zu verdanken, daß Kirche, Schule und der übrige Theil des Dorfes gerettet wurde. Am 18. Juni Frühjahrshauptübung. Als Brand¬ objekt galt das Weyrersche Wohnhaus, welches mit gewohnter Schnelligkeit mit unserer Spritze und Weyrers Pumpe angegriffen wurde. Nur die neue Schubleiter, welche noch nicht nach dem besten funktionierte, hätte bald eine kleine Ver¬ zögerung herbeigebracht. 60. Bin der nachher stattgehabten Schlauchprobe wurden wurden mehrere Schläuche als defect befunden. Die würden dann beseitigt und später durch neue ersetzt. hernach Erfrischung beim Zapfler. Am 14. Juli starb nach langem Leiden unser allver¬ ehrter Kamerad Josef Strasser. Er war Mitglied seit der Gründung und man kann sagen, ein Mitglied wie sie sein sollen. Bei jeder Übung gegenwärtig, willig und arbeitsam und bei den Bränden ruhig und ausdauernd. Jedem in gutem Andenken wurde seine Leiche am 16. Juli recht zahlreich zu Grabe geleitet. Am selten Tage früh wurde für den Dahingeschiedenen ein H. Amt gelesen. Er ruhe in Frieden. Am 31. August. Brand in Wattens, dort wurden 7 Häuser eingeäschert darunter das Armenhaus und Gemeindespital. Und wieder den Feuerwehren ist es zu verdanken, daß noch größeres Unglück abgewandt wurde. Am 3. September war Feuerwehrgründungsfest in Rum, bei welchem sich auf erfolgter Einladung unsererseits nur sehr wenige betheiligten. für Am 25. September als am Jahrestage des Todes unseres unvergeßlichen Hr. Ferdinand Weyrer wurde von unserem Körper durch Johann Purner ein Kranz auf das Grab des so früh Verblichenen gelegt. Am 7. October Brand in Aldrans Dies war der einzige Brand, bei dessen Bekämpfung sich unser Feuerwehrkörper betheiligte. Gegen 1 1/4 Uhr nachts wurden von der Wind- und und Nachtwache /: Kathrein, Schatz Franz, Alois Sax :/ bei 20 Feuer„ wehrmänner geweckt und diese brachen nach einge¬ Jnkel holter Erlaubnis von Seite des Vorstehers alsogleich auf um den unglücklichen Bewohnern Aldrans zu Hilfe zu kommen. Denn dort brannten schon 26 Häuser mit Kirche und Schule in hellen Flammen, Als wir mit unserer Spritze gegen ½ 3 Uhr ankamen, gab es zwar nicht mehr viel zu retten, aber um so mehr Arbeit um dem entfesselten Elemente Ein¬ halt zu thun. Der orkanartige Südwind hauste ganz entsetzlich. Mit unermüdlicher Anstrengung und Audauer arbeiteten die herbeigeeilten Feuer¬ wehren, 7 an der Zahl, mit ihren Spritzen bis gegen 9 Uhr vormittag. Erst um diese Zeit war die höchste Gefahr für die noch übrigen Häuser einigermaßen entfernt. Uns wurde von Seite der dortigen Vorstehung der Abzug erst gegen 1/2 10 bewilliget, nachdem wir nach kurzer Pause nochmals zu arbeiten angefangen hatten. 60. Keine geringe Mühe gab es in Aldrans für die Spritzenmänner, gering an der Zahl, die unermüdlich ohne Ablösung die lange Zeit nicht vom Purgen lassen konnten. Wie hart dasselbe gieng kann man sich denken, wenn man betrachtet, daß 10 Schläuche angeschraubt waren und die nie müd- werdenden Steiger fortwährend Wasser benöthigten Anfänglich funktionierte unsere Spritze nicht nach dem besten. Als aber der Saugkolben mit der Strö- mung des Wassers gelegt wurde, und so keine Luft mehr eingesaugt wurde, gieng sie nach Wunsch. Nebst der Ausdauer der Spritzenmanner und Steiger verdienen die vollste Anerkennung die musterhafte Intakthaltung der langen Schlauchlinie unter den schwierigsten Verhältnissen von Seite des Schlauch¬ mannerobmannes Johann Thaler und besonders das sehr ruhige besonnene Vorgehen von Seite des Spritzen meisters Alois Schlögl, welcher das Komando über die ganze Abtheilung auf das Zufriedenstellendste ausgeübt hatte. Die Spritze zum Brandobjekt zogen die Pferde des Johann Thaler, rückwerts bis zum Schwarzadler wurde sie von unseren wackern Feuerwehrleuten, obwohl sehr müde, selbst gezogen. Dort würde wurde ein Pferd des Hr. Leopold Rauch eingespannt. Gott schütze uns vor solcher Gefahr. 63. Am 22. October Herbhauptübung. Brandobjekt war das Thalersche Anwesen Hs No 37. Die Übung wurde unter Leitung des Oberkommandeten auf das rascheste und zufriedenstellde durchgeführt und die Föschrequisitten wurden alle als sehr brauchbar befunden. hernach Erfrischung im Badhaus. Am 6. November ist uns durch den Tod ein sehr eifriges, um fehlendes Mitglied entrissen worden. Der seit der Gründung uns angehörende Josef Kuen hat nach schmerzhafter Krankheit das Zeitliche gesegnet. Er war Spritzenmann und man konnte sich auf seine Thätigkeit verlassen. Am 8. November wurde seine Leiche zahlreich zu Grabe begleitet. Am 12. November früh wurde für denselben ein Hl. Amt gelesen. Er ruhe in Frieden. Schlußbericht. Das Jahr 1893 ist für Mühlau ein sehr glückliches zu nennen, da hier keinerlei Brandschaden vor¬ kam: Für den Bezirk Innsbruck sind leider der Brand in Aldrans und der in Wattens als bedeutend zu erachten. 64. Zwei Mitglieder, Josef Kuen und Josef Strasser wurden uns durch Tod entrissen. Josef Mairhofer und Josef Schreyer sind von Mühlau fortgezogen, Alois Kreuzer zu den Schützen ein- gerückt. Daher sind diese 3 von der Feuerwehr aus¬ getreten. Neu eingetreten sind: Alois Salchner Anton Götsch Josef Tschavon . Alois Kössler. Die zerrissenen Schläuche wurden durch neue ersetzt. 6 neue Duxer wurden angeschaffen. Windwachen wurden in diesem Jahre in 17 Nächten gehalten. Gott beschütze Mühlau. Mühlau, am 31./12. 1893 Gut Fleil Joh. Purner Schriftführer. 65 Zwanzigstes Vereinsjahr. 1894 Am 21. Jänner 9 früh Brand bei Kreisle in Innsbruck, wobei ein Warenmagazien ausbrannte. Wir waren in Bereitschaft. Am 30. Jänner, Dienstag, abends ½ 9 Uhr, Jahreshauptver¬ versammlung beim Koreth. Der Jahres- und Rechenschaftsbericht wurde verlesen und von allen Anwesenden genehmigt, nach¬ dem die Rechnungen von Hanns Kössler und Karl Purner geprüft und richtig befunden wurden. Die vorgenommene Wahl eines neuen Adjutanten fiel auf Johann Purner. Neu aufgenommen in den Verein wurden 3 ordentliche und 3 außerordentlichen Mitglie¬ der. Die Namen derselben finden sich im neuen Stammlistenbuche. Bei den allfälligen Anträgen wurde beschlossen: das 20jährige Gründungsfest feierlich zu Am begehen und für die Komandantschaftsmitglieder die neuen Abzeichen anzuschaffen, Nach einem kräftigen „Gut Heil“ auf den Komandanten wurde um ½ 11 Uhr die Sitzung geschlossen. 8. März starb nach langem Leiden unser allverehrter Kamerad, Zapflerwirt, Josef Saurwein. Er war Mitglied seit der Gründung und hat sich um dieselbe sehr angenommen. Er war ein enger Freund zu unserm vorstorbenen Oberkommandanten und hatte mit diesen so manche Brände mitgemacht und zwar mit ausdauerndem Diensteifer. Seine Leiche wurde unter zahlreicher Begleitung von Feuerwehrmännern zu Grabe getragen und auf seinen Sarg wurde von unserm Körper ein schöner Kranz gelegt. Am 10. März ward für den dahingeschiedenen ein H. Amt gehalten. Josef Saurwein war ein Huter Musikant. Seinerzeit Bassist, Plötenspieler und stets ein ausgezeichneter Zitterspieler. Er ruhe in Frieden. Am 16. März Brand bei Kolli in Innsbruck, wovon wir nichts warnahmen. 67. Am 6. April 1 Uhr nachts Brand in Absam. Der Komandant begab sich mit noch 2 Feuerwehrleuten auf den Scheiben bühl, da aber bemerkt wurde, dass das Feuer schon stark im Abnehmen sei, wurde nicht mehr weiter allarmiert. Am 1. Juni Komandantschaftssitzung beim Tollieger. hiebei würde die Feier des 20jährigen Gründungsfestes besprochen und der 10. Juni für dasselbe bestimmt. Am 8. Juni vollzählige Übung im Holz. Man brachte dabei einen ziemlich starken Wasserstrahl von der Feigenmühle bis zum Gundolf. Nachher wurde gefunden dass man vom Moler Franz her mit gutem Erfolg auf das Holz Wasser brächte. Hanns Purner und Kathrein hatten auch ersehen, bei einer spätern Nachschauh, daß man vom Schöpf-Brunnen aus, wenn man den dortigen Hydranten in den Brunnen leitet, das ganze Holz mit der großen Spritze beherrschen könnte. Dies zu bewahrheiten müßte eine allfällige Probe darthun. Am 10. Juni zwanzigjähriges Grundungsfest. Am 9. Juni abends ¾ 9 Uhr Enkelzug mit Musik um das Dorf, hernach Erfrischung im Badhaus. Die Musik war mit Feuerwehrumform versehen, Am 10. Juni ½ 8 früh Versammlung beim Spritzen¬ magazien. 8 Uhr Aufzug /: mit Musik :/ zum Festgottes- dienst. Hernach Frühschoppen beim Tollinger und kleines Concert. 68. Nachmittags, 3 Uhr, Versammlung beim Zapfler. Empfang der Festgäste. Erschienen waren: Die Gouverbands vorstehung, die Feuerwehren von Thaur und Absam in Corpere, viele Feuerwehrleute aus den Nachbarsorten und noch mehr Feuerwehrfreunde Nachdem die Musik durch einige flotte Märsche alle Festtheilnehmer in die gehörige Stimmung versetzt hatte, war Umzug durch das Dorf zum Festgarten beim Koreth. Dieser Garten war aber auch zu einem Festplatze durch die verständnisvollen kostenlosen Dekorationsarbeiten unseres außerord¬ Mitgliedes Hr. Holzmeister mit Hilfe des allbewährten Hanns Kathrein auf das prächtigste hergerichtet. Der erst heuer so hübsch umgebaute Korethgarten mit Glasverande bewies sich auch als Festgarten ganz ausgezeichnet, da noch dazu die löbl. prio. Schützenvor¬ stehung den Schießstand zur Verfügung stellte und so für alle Feuerwehrmanner, fremde wie eigene und für viele andere Leute genügend Platz vorhanden war. Natürlich war nun der Garten mit Leuten übervoll Das Wetter war uns günstig, Speise, Trank, Bedienung ausgezeichnet, die Stimmung aller 69 die fröhlichste und das Fest hatte seinen Höhepunkt erreicht. Die bei diesem Feste unermüdliche Musik und die heuer sich frisch zusammengelereten Sänger erfreuten alle durch ihr gelungenes Concert Besonders die Sänger gefielen, da man einen Chor von 20 zusammengeschulten Sängern /:Chormeister Karl Purner:/ in Mühlau nicht erwartete. Die Festrede hielt Kamerad Hanns Purner. Er brachte einen kurzen Rückblick auf die 20jährige Thätigkeit der Feuerwehr in Mühlau und wußte durch seinen verständlichen, öfters humorvoll gewürzten Vortrag die Aufmerksamkeit sämmtlicher Theilnehmer zu fesseln. Nachher wurde noch manches b. in Reden besprochen und dabei manche kräftige "Gut Heil" ausgebracht. Besonders zu erwähnen ist das „Gut Heil“ auf die Kameraden, welche seit der Gründung, also durch volle 20 Jahre unserer Feuerwehr als ordentliche Mitglieder angehören Baron Graffaus Innsbruck versprach uns in seiner Rede in Tagen der Gefahr auf ihre Hilfe sicher rechnen zu können. Die Gäuverbandsvorstehung besah unser Spritzenmagazien und sprach sich dabei mit dessen Einrichtungen sehr zufriedenstellend aus. Und so verlief das gelungene Fest in gemüthlichster Weise ohne jedweden Mißton bis in später Abendstunde. Jeder wird erfreut hierauf zurück¬ denken. Nur vereinte Kräfte konnten solches zusammen bringen. Herr Komandant Max Weyren, Frau Ww. Weyrer, Forr Baron Sternbach u. Herrn Leopold Rauch unterstützten das Fest durch namhafte Geldbeiträge Gottlohne es diesen, sowie allen welche ihre Kräfte dem Feste wiedmeten. Hochwürden Herr Pfarrer u. H. Cooperator beehrten uns P. S. auch durch ihre Theilnahme am Feste. Am 19. Juni Brand in Zirl, wobei 5 Häuser eingeäschert wurden. Wir wurden zwar benachrichtet, aber aus¬ gefahren wurde nicht. Am 29. Juli hielt unser Herr Pfarrer Franz Sentobe sein 50 jähriges Priesterjubiläum. Da er ein sehr beliebter Herr und warmer Feuerwehrfreund ist, so wird hier dieses festes gedacht. Von unserm Körper wurden ihm durch Abgeordnete die Glückwünsche dargebracht. Am 11. October begaben sich die Mitglieder der Komandantschaft zu ihrem verehrten Oberkomandanten und gratulierten ihm anläßlich der Feierseines Namensfestes. Am 4. November Herbsthauptübung beim Frank'schen Hause. Die Steiger machten ihre Sache recht gut; 71. Die kleine Spritze gieng wie gewöhnlich recht flott, doch die große Spritze versagte anfangs eine gute Viertel¬ stunde bis erst gefunden würde, dass die zwei ein¬ gesetzten Sänger schadhaft waren. Als die zwei andern Sauger angeschraubt waren, gieng erst die Spritze wie gewohnt, gut. Die Übung leitete Komandant Max Weyrer. hernach Erfrischung beim Zapfler. Schlussbericht. Das Jahr 1894 ist für Mühlau ein sehr glückliches zu nennen, da hier keinerlei Brandschaden vorkam. Für den Bezirk Innsbruck ist nur der Brand in Zirl als bedeutend zu verzeichnen. zum Bezirkstag in Hötting wurde Thomas Lang enthendet und beim Gantag in Meran vertrat unsern Körper Hanns Kathrein, welch letzterem die Bahnauslagen vergütet wurden. Gestorben ist Josef Saurwein. Neu angeschaffen wurden 2 Sauger, 1 Kastl für Augengläser u. Schwamm /: gratis von Sentobe:/ 1 Anschlagtafel. 72. Windwachen wurden in 13 Nächten gehalten. Gott beschütze Mühlau Gut Heil! Mühlau, am 31. December 1894. Joh. Purner Schriftführer. Einundzwanzigstes Vereinsjahr. 1895. 10. Jänner Jahreshauptversammlung beim Koreth. Um 1/2 9 Eröffnung derselben durch den Kommandanten Tagesordnung 1. Jahres- und Rechenschaftsbericht, 2. Aufnahme von Mitgliedern, 3. Anträge, 4. Einzahlungen 1. Der Schriftführer verlas den Jahresbericht. Bei Erwäh¬ nung des Todes des Hr. Josef Saurwein erhoben sich die Mitglieder zum Zeichen der Trauer von ihren Sitzen. Ein schöner Kranz wurde von der Feuerwehr dem Verstorbenen auf den Sarg gelegt. Der Rechenschaftsbericht wurde hernach vom Kassier verlesen von H. Anton Rauch und Hermann Gruber revidiert und richtig befunden. 2. Aufnahme der Mitglieder Johann Gannner — Alois Schlögl. hernach wurde das Stammlistenbuch revidiert, 3. Jetzt wurden vom Kassier die Einzahlungen vor¬ genommen. 4. Bei den allfälligen Anträgen würde beschlossen: 1. Herrn B. v. Sternbach Ferdinand zum Ehrenmit¬ glied zu ernennen, 2. Die Saugschlauche zu reparieren und von der Gemeinde bezahlen zu lassen, 3. Das Spritzenmagazien zu reparieren, 5. Bei den Sang- schläuchen einen Hebelverschluss anzubringen 6 beim Tollinger eine Unterhaltung abzuhalten. Nachdem die neuen Mitglieder ihr Handgelöbnis 74. abgegeben hatten wurde auf den Oberkomandanten ein Gut — Heil ausgebracht und hernach um 3/4 11 Uhr die Sitzung geschlossen. 17. Februar war beim Tollinger ein sehr animiertes überfülltes Tanzkränzchen, die Musik besorgten 8 Mann der Salinenmusik hall /: Blech :/ zur vollsten zufriedenheit der Tanzenden 1. März Kellerbrand beim Fuxbäcker in St. Nikolaus wir wurden hiebei nicht allarmiert. März 12 1/4 nachts Brand in Amras. Wir fuhren zwar 3. aus bis zum Brandplatze, die Spritze trat aber nicht in Thätigkeit, wohl hat ein Theil der Mannschaft am Pumpen bei andern Spritzen theilgenommen. Komande führte Thomas Lang. Die Bespannung stellte Hr. Rauch bei. Im April wurden mehrere Steigerübungen abgehalten. 7. Mai Komandantschaftssitzung beim Tollinger. hiebei wurde besprochen, daß von H. Pippiz ein Ehrentiplom angefertigt wurde und dem Hr. D. v. Sternbach von der gesammten Mannschaft übergeben werde. 12. Mai Frühjahrshauptübung im Holz hiebei wurde die Spritze gespeist beim Brunnen unter dem Schöpf Hochm hause, der durch den nebenanliegenden Hydranten so mit Wasser versehen würde, dass die große 75 Spritze Wasser genug hatte. Hernach Erfrischung im Badhause. 29. Mai, als am Namenstag vorabend des H. B. v. Sternbach wurde demselben in feierlicher Weise um ½ 9 Uhr abend von der gesammten Mannschaft mit Enkeln und mit Musik das Ehrendiplom überreicht, hernach Erfrischung beim Koreth 20. Juni Brand in Wilten. Wir wurden ja Telephon be¬ nachrichtet, weil aber keine größere Gefahr vorhanden war, wurde nicht ausgefahren. 8. Juli Brand in Götting. Unbegreiflicher Weise standen dort in kürzester Zeit 13 Häuser in Plammen. Wir fuhren schnellstens mit den Pferden d. B. v. Sternbach, welche erst vom Felde geholt werden mußten zum Brandplatze, Anfänglich wurde an der Ostseite des Brand¬ objektes kräftig gearbeitet. Wird wurden dann /: vielleicht von unberufenen Befehlshabern; denn der Komandant von Hötteig war abwesend und kein richtiger Ortsoberkomandant war zu erfragen :/ auf die Westseite des Brandolg komandien Das Komanda- Da aber dort kein Wasser zu finden war, begaben wir fuhr J. Max uns auf die Nordseite, wo wir nach kurzer Irrfahrt Weyrer. eine passende Stelle fanden, von der aus wir Die Spritze leistete. wirkungsvoll mit den andern erschienenen Feuer Vorzügliches wehren das Feuer bekämpften. Gegen 10 Uhr abends war die Größte Gefahr beseitigt. Wir fuhren ab und ein Theil der Mannschaft erquikte sich beim Koreth. Am 5. September Bezirkstag in Volders. Wir waren dort durch Kamerad Hermann Gruber vertreten. 76 Am 12. October begaben sich die Mitglieder der Kommandent schaft zu ihrem Oberkomandanten und beglückwünschten che anläßlich der Feier seines Namensfestes. Am 27. October Herbhauptübung. Als Brandobjekt diente das Haus des Alois Speckbacher, die Steiger übten sich bei der Weyrer'schen Fabrik. Alles gieng in gewohnter Weise recht flott vorwärts. hernach Erfrischung beim Zapfler. Schlussbericht Das Jahr 1895 ist für Mühlau ein sehr glückliches zu nennen, da hier keinerlei Brandschaden vorkam. Neu angeschafft wurden: 2 Sauger, die neuen Gargen-Abzeichen, Hebelverschluß bei den Saugern, 1 Pickelhälter, 5 Spritzleder und 3 U Eisen mit Lauchbrettern ins Duftbachl. Windwachen wurden in 14 Nächten gehalten. Ausgetreten sind 3 Mitglieder Gott beschütze Mühlau: Gut Heil Joh. Purnen Müklau, am 31. December 1895. Schriftführer. 77 Zweiundzwanzigstes Vereinsjahr. 1896. 10. Jänner Jahreshauptversammlung beim Koret, Anwesend 35 Mitglieder Um 1/2 9 Eröffnung der Sitzung durch den Kommandanten und Bekanntgabe der Tages-Ordnung, nämlich: 1. Jahres- und Kassabericht, 2. Neuwahl, 3. Aufnahme von Mitgliedern, 4. Einzahlung, 5. Allfällige Antrage. 1. Der Schriftführer Verlas den Jahresbericht, Derselbe wurde beifällig aufgenommen. Nach Verlesung des Kassaberichtes von Seite des Kassiers wurde die Kassagebarung von Hr. Anton Rauch u. Hr: Herrn, Gruber revidiert und in allen ihren Theilen richtig befunden. 2. Hierauf wurden fünf neue Mitglieder aufgenommen. /:Siehe das Stammlistenbuch. per Mann wurden nun 20. Xr. eingezahlt. 3. Die Neuwahl geschah per Aclamation. Gewählt wurde 4. die früheren Mitglieder Kommandant Hr. Max Weyrer dessen Stellvot. Thomas Lang Johann Purner Schriftführer und Adjudant. Kassier Johann Thaler. Thomas Lang Obmann der Spritzenm. Alois Schlögl Stellvert. Leonhard Schlögl 2. Johann Gstir Stellvert. 78. 26. Johann Thaler Obmann der Schlauchm. Ordnungsm. Anton Dinkhauser n Alois Purner Steigerführer Johann Kathrein Stellvert. Johann Kathrein Magaziener Foreisten, Franz Waldner, Joh. Reinisch. Unterhaltungscomité, Joh. Kathrein, Franz Schatz, Christl Rauch Anton Schöpf, Franz Seutobe. 5. Allfällige Antrage 1. An der Feuerwehrtafel möge nichts anderes als Feuer, wehrsachen geduldet werden. §. Es möge eine Unterhaltung im Fasching abgehalten werden. Zum Schlusse brauchte Hr. Anton Rauch der gesammten Feuer¬ wehr einen Dank aus, und die Generalversammlung wurde um 11 Uhr mit einem kräftigen „Gut Heil“ vom Kommandanten geschlossen. Jänner–Tanzunterhaltung beim Tollinger. Dieselbe war von circa 90 Personen besucht und war sehr animiert, die Kameraden hielten bis 6 1/2 aus. Die 10 Mann Militär-Musik /: Kaiserjäger :/ spielten sehr wacker bis 4 Uhr, die einzelnen Mitglieder hatten hiebei einen Entritt von 50 kr, geladene Gäste einen solchen von 1 fl zu entrichten. Jedoch wurde noch hiezu 79 manches gespendet /: Wegrer 10fl. Rauch 5 fl, mehrere andere 2fl. 27. Jänner Buchsenhausen 16 Kameraden. 15. Februar-Stöcklbrand in St. Nikolaus. Wir wurden hievon per Thelophon benachrichtet, weil aber keine größere Gefahr vorhanden, wurde nicht allarmiert 29. Februar-Beerdigung des Gauverbandsobmannes Hr. Alois Epp, welcher nach schwerem Leiden zu Wien starb. Er wurde zu Innsbruck beigesetzt und seine Leiche war von circa 800 Feuerwehrmännern begleitet. Unser Körper war durch 18 Mitglieder vertreten. Herr Alois Epp war ein ganzer Feuerwehrmann. Er grün- dete viele Feuerwehren und der jetzige gute Stand aller Tiroler Feuerwehren ist großentheils ihm zu ver¬ danken. Ruhe seiner Asche. 8. März Sonntag, gegen 11 Uhr abend, brach bei uns aber den Häusern im Holz eine Mur los und drohte gefährlich zu werden. Ein Theil der Feuerwehrkameraden betheiligte sich an der Bekämpfung der Wassergefahr. 6. Mai wurde dem Gauverband die Mannschaftsliste mit dem Jahresbeitrag für 56 Mitglieder à 10 kr eingeschickt. 10. Mai — Frühjahrhauptübung. Als Brandobject diente die Wegrer'sche Fabrik. Die Spritze functionierte gut. Die Steiger machten einige Übungen. Gerach Erfrischung beim Zapfler. 80. 17. Mai Bezirksfeuerwehrtag in Mieders. Unser Körper war durch Komdt. Hr. Max Weyrer vertreten. 30. Juli abends ½ 11 U. Kaminbrand bei Franz Prantl, welcher ohne weitere Allarmierung von einigen Kameraden u. einigen Tollieger Gästen bald erstickt wurde. 7. August starb nach längerem Leiden unser außend Mit¬ glied Hr. Alfons Schandl, Ziegelei Verwalter, im 57. Lebensjahre Er war ein warmer Freund u. Förderer der Feuerwehr und im polit. Leben ein besonderer Vertheiliger der deutsch- nationalen Sache. Weil gerade Sonntag, betheiligte sich unser Körper in corpere /:25 Mann :/ beim Leichenbegängnis, bis auf den Friedhof nach Arzl. 8 Kamd. trugen die Leiche. R. H. A. 11. October Herbhauptübung bei der Tschoner'schen Feigenmühle Die „U Eisen haben sich sehr practisch erwiesen. Die Übung gieng unter Leitung des Komdt. Max Weyrer flott von statten Nur ließ die Spitze an den Kolben etwas Wasser. hernach Erfrischung beim Koreth. Th. Lang gratulierte hiebei unserm allverehrten Kondt zu seinem Namenstage mit einem kräftigen "Gut heil". 81. 3. November um ¾ 5 Uhr früh brach in der Rauch'schen Kunstmühle hier ein Schadenfeuer aus, welches in kürzester zeit sehr bedenklich würde und allsogleich den Dachboden und das 4. Stockwerk der Kopperei ergriffen hatte. Purner Karl u. Leonhard bemerkten bald die hellen Flammen und läuteten allsogleich Sturm. Rauch'sche Knechte wurden gleichfalls des Brandes gewahr und die Kamerl. Schlögl Alois u. Leonhard, Rainer Alois, Thaler Johann setzen im Verein mit den Müllern bald die Hausspritze in Stand. In kürzester Zeit war das ganze Dorf allarmiert [Badhaus, ausgenommen :/. Ohne Zögerung wurde die große Spritze von zuerst nur 6 Mann über das Dorf gezogen bis ein Pferd des Hr. Rauch kam und sie bis zum Brandplatz brachte. Sie wurde ohne lang herein zu denken im Weber Angerl aufgestellt. Die Schubleiter im Hofraume, die kleine Spritze beim Purnerhaus. Als das geschehen, erschien Fr. Anton Rauch selbst und Komdt. Wegrer. jetzt wußte man Rath. Einige beherzte Steiger machten sich in das hauptgebäude, dort wurden durch die Fenster des Dachbodens Leinen heruntergelassen und ein Schlauch unserer Spitze und der der Rauch'schen Spritze aufgezogen und die Bekämpfung des Feuers vom Dachboden aus begonnen, nachdem schon vorher der Obermüller Hr. Schädlbauer mit einer Handspritze die Flammen vom Dachstuhle des Haupttraktes abzuhalten versuchte. Unser zweiter Schlauch arbeitete nu Stock vom Haupttrakte aus durch die Thür direkt in das Feuer. Die Dächer der Nachbarhäuser waren allsogleich von Leuten mit Wasserkübeln besetzt, da anfänglich etwas Nord-Ost¬ Wind zog und die Funken über Kirche und Widdum hinwarf; zum Glücke legte sich bald der Wind. 82. Während nun alles fest arbeitete, dachte man an fremde hilfe. Bald nachte sich auch solche. Jede Feuerwehr wurde beim Thalerhaus empfangen und ohne Zögern zur Thätigkeit angewiesen. So die Feuerwehr-Pradl- in den Tschavon Anger um Purner Stadl und Tschavonhaus zu schützen. Innsbruck auf die Tschavon Brücke um die Kirche im Auge zu behalten. Beide aber griffen gleich, weil der Wind sich legte, das Feuer direkt, u. z. an 1. u. 2. Stock an, wohin unterdessen durch die Aufzüge das Feuer gelangt war Die Arzler Spritze stand beim Schieferle in Reserve, die Mannschaft bediente die Rauchsche Hausspritze. Die Rumerspritze stand ebenfalls wie unsere und die Anraserspritze im Weberangerl und kämpften am Dachstuhle des Haupttraktes. Hötting und Wilten arbeiteten vom Tschavon Anger aus. Und so vortheilhaft aufgestellt gelang es nach harter Arbeit dem Feuers Herr zu werden und bis gegen ½ 8 Uhr fr. war die größte Gefahr beseitigt. Den Hauptverdienst bei dieser strengen Arbeit verdienen vor allem andern jene Wackern Männer, welche am Dachboden arbeiteten. Vor allem andern ist es Hr. Anton Rauch selbst, der mit Ruhe, Energie und Kaltblütigkeit im Dachboden arbeitete und die andern dort anleitete. Es befanden sich dort oben auf diesem so gefahrdrohenden Posten der H. Obermüller, Herr Moll /: Elektizitätsleiter/ unsern 83 wackern Steiger: Johann Hell u. sein Sohn Alois hell, Anton Mayr, der Spritzenmann Alois Schlögl, Taglöhner, später kamen ihnen noch zu Hilfe Anton Schnegg und einige Steiger aus Pradl-Rum. Das entfesselte Element griff bereits den Dachstuhl des Haupttraktes an und das ganze Gebäude stand nun in äußerster Gefahr. Mit wahrer Todes- verachtung kämpten nun die Wackern in Hitze und erstickendem Rauche nie wissend, ob nicht unter ihnen alles zusammenbrennt, denn die Aufzuge sind in dieser Hinsicht sehr betrügerisch. Anfangs nur mit 2 Strahlen, später mit drei, kämpften die Wackern mit erschöpfender Anstrengung, bis es ihnen gelang, nach Aufreißen des Daches, besser dem Feuer beizukommen und so dem Feuer Einhalt zu thun. Bravo diesen Wackern. Im 3. Stock stand unterdessen, fest wie Stein, der dort ortskundige Einreißer Christian Rauch mit unserm 2. Strahl und Hr. Leopold Rauch jeg, bei der offenen Thür und beide hatten hart zu kämpfen, dass hier das Feuer nicht in den Haupttrakt kam. Ersterer besorgte auch anfangs die Führung der Steiger zum Dachboden durch die dunkle Mühle. Bravo dem wacker Christl! Von unserer Schubleiter und der Göttinger Leiter auswurde das Feuer auch im 3. Stock bekämpft. Vollständige Ordnung und Ruhe herrschte unter den Kameraden, Kommandant Weyrer wusste solche zu halten. Die fremden Feuerwehren, von denen zwar Mutters und Aldrans nicht mehr angriffen, 84. und ein Zug zu Hilfe geeilter Kaiserjäger mit so manchem Civilisten, arbeiteten willig unter unserem Kommande und waren froh, daß sie überhaupt von uns aufgestellt und angewiesen wurden, was bei andern Bränden einem selten passierte. Alle arbeitete fleißig. Dank den wackern Freunden! Geder Kamerad, keiner ausgenommen, that sein Möglichstes, Die Kommandos waren kurz, ruhig und bestimmt, und jeder folgte den einzelnen Chargen pünktlich. hin- und her-Schreien gab’s nicht, denn jeder hatte zu handeln, die Nachbarhäuser werden ausgeblundert. Die kamm¬ jedoch, gottlob, mit dem blosen Schrecken davon. Gegen 8 Uhr zogen die fremden Feuerwehren ab¬ Ein großer Theil unserer Leute arbeiteten bis zur gänzlichen Tilgung des Brandes. Erst gegen Abend zogen die letzten Feuerwehrmänner ab. Die Spitze blieb 2 Tage stehen. Der Brand entstand durch das heißlaufen einer Maschiene, der Schaden, welchen Hr. Rauch erlitt, beläuft sich auf mehr als 15.000 fl. ohne den großen Geschäftsentgang während des 3 monatlichen Stillstehens der Mühle. Rauch ist gut versichert. Anläßlich dieses Brandes litt en unsere Geräthe: Schläuche beschädigt, 1 Hakenleiter sprang, ein Beil verbrannte, 1 Fekel verloren, Einreißhakenstange brach. Dies zu ersetzen und neue Schläuche anzukaufen erhilt unsere Feuerwehr vom Landesfonde 100 fl. Auf besondere Verwendung 85 des Hr. Anton Rauch zeigten sich die Assekuranzen erkennklich indem sie den verschiedenen erschienenen Feuerwehren zusammen 240 fl verabfolgten. Wir erhilten hievon 55 fl. Die arbeiteten Leute wurden trotz des Schreckens sowie von Wte. Wolfsgruber u. Schlögl, mit Milch, Kaffe, Breusuppe, Brandwein, Wein und Brot hinreichend versehen. So haben wir, mit Gotteshilfe, das größte Unglück, welches die Gemeinde Mühlau seit der Gründung der Feuerwehr ge¬ troffen, überstanden und Herrn Rauch wöge es bald gegönnt sein, seine frühere Thätigkeit in seiner Mühle wieder be¬ ginnen zu können. Ein warmer Dank war Tagsdarauf von Hr. Rauch in den Tagesplättern erschienen, und andere Zeitungen sprachen Am 18. December Brand in Fließ sich über die Thätigkeit der Löschmannschaft bei diesem wobei 25 Häuser Brande sehr lobend aus, denn selten wird bei einer abbrannten. so großen Fabrik noch etwas gerettet, wenn es einmal so weit kommt, wie damals bei Rauch. Am 23. December 6¼ früh Kaminbrand bei Franz Schatz. Dieser bewachte denselben mit bereitgehaltenen nassen Tüchern. Bald war alles wieder vorbei. Am 31. December gleichfalls Kaminbrand bei Johann Thaler, der auch bald ohne weiters erlosch. Hans Purner bewachte hiebei Verzeit den Kamin mit bereitgehaltenem Wasser. Schlussbericht. Das Jahr 1896 ist für Mühlau in Bezug auf Feuersgefahr kein glückliches zu nennen, da wir dies Jahr einen größeren Brand zu bekämpfen hatten. Dank aber Gott, daß es so gut abgegangen ist; denn in in den meisten andern Novembertagen dieses Jahres 86 brauste ein heftiger Südwind, und was wäre denn heute das Oberdorf, wenn er auch am 3. November gewüthet hätte. Im Laufe der 2 letzten Monate dJ. wurde durch das Dorf eine neue eiserne Wasserleitung gelegt |:Schlögl-Wegrer :/ Hoffentlich wird sie bei ihrer Vollendung zur Bekämpfung des entfesselnden Elementes der Feuerwehr durch angebrachte Hydranten von großem Vortheile sein. /:Vederemo :/ An Geräthen wurde heuer nichts neues angeschaffen. Ein Luftzugskamin und an der Thür ein Luftszugsloch wurden am Magazin angebracht. Hans Kathrein hat die alte Spritze und den Schlauchkarren auf seine eigene Rechnung verneuert, sowie all unsere Schläuche mit guter haltbarer Farbe, wieder kostenlos, deutlich mit den Worten "Freiw. Feuerwehr Mühlau" bezeichnet. Windwachen wurden in 26 Nächten gehalten. Von der astiven Mannschaft sind ausgetreten 3 Mann, 1 Mann zu den Kaiserjägern eingerückt, somit ist der Stand mit Ende 1896 Ehrenmitglieder 2. 52 ative 24 auferordentliche 78 Mitglieder. Summa Gott schutze Mühlau. Gut Heil. Joh. Purner Mühlau, am 16. Jänner 1897. Schriftführer. Dreiundzwanzigstes Vereinsjahr 189. Nachdem infolge einer Zwistigkeit in der Gemeindeausschuß-Sitzung der bisherige Commandant der frw. Feuerwehr Mühlau Herr Max Weyrer sein Amt niedergelegt hatte, wurde der Körper provisorisch vom Commandant-Stellvertreter Thomas Lang vertreten. Heuerwehr Am 18. März hielt der Ausschuss der Gemeinde Mühlau im Badhause eine Sitzung ab, wozu auch Herr Johann Holzmeister eingeladen wurde. Der Vorsitzende Thomas Lang ersucht im Namen der Feuerwehr von Mühlau Herrn Holzmeister, das Amt eines Commandanten dieselben anzunehmen, worauf Holzmeister antwortete dass er das zu thun nur dann bereit sei, wenn eine förmliche Reorganisation der Feuerwehr stattfinden würde. wozu sich alle bereit erklärten. Am 19. März wurde Holzmeister auf Anregung mehrerer Chargen ersucht von seite der Gemeindevorstehung ersucht der am 20. März stattfindenden General-Versammlung 88. Der Frau Feuerwehr Mühlau beizuwohnen und eine allfällige Wahl als Commandant anzunehmen. Das Resultat dieser Versammlung war die Wahl Holzmeisters zum Commandanten und die fast aus- nahmslose Annahme seiner vorgeschlagenen Reforma tion. Die Wahl sowohl als die von der Feuerwehr Mühlau neu angenommenen Statuten wurden von der Ge- meinde Vorstehung am 22. April bestätigt. Nun wurde zur Neuanschaffung ge¬ scheitten; es wurden vorher die vor Jahren vom statt der 4 im Holzver- Unnsbrucker Magistrat bewilligten 400 fl. [einkassiert, sprechenen Hyporanten da unserem Gesuche um Überlassung der Tramwaij- Hydranten beim Dollinger mit Erklärung des Magistrats vom 14. Mai nicht willfahren wurde. Im Besitze dieser Summe wurde beschlossen, dieselbe zur Anschaffung einer neuen großen Abprotzspritze zu verwenden, die dann auch wirklich bei Graßmayr in Wilten bestellt wurde. Am 5. Juni fand bei Herrn Rauch dahier eine Hydrantenprobe statt, bei welcher Gelegenheit Herr Rauch und Herr Weyrer ihre Hydranten in großmüthigster Weise und zu Feuerwehrzwecken zur Ver¬ fügung stellten. Am 12. Juli wurde Schriftführer Hans Purner zum Bezirksfeuerwehrtag in Oberhofen entsendet. Auch wurde im Monat Juli die Spitze Nr. I. einer gründlichen Reparatur unterzogen, wobei 2 nothwendig gewordene Ausgusshähne samt einem Schlamhentleerungshahn neu angebracht wurden. Es ist dies nach 23 jährigem Gebrauche dieser Spritze die erste gründliche Reparatur, deren sie beim ihrem Erbauer J. Grassmayr in Wilten unterzogen wurde. Nach vollzogener Reparatur wurde die Spitze vom Landesverbandsobmann Baron Graff und mehreren Ausschussmitgliedern in allen Theilen geprüft und für gut befunden. Am 8. August konnte, nachdem die fehlen¬ den Ausrüstungsgegenstände besorgt waren, zur ersten, allerdings nur trockenen Angriffsübung geschritten werden. Das Brandobjekt bildete die Villa Holzmeister in der Engergasse, wobei die Spritze Nr. I. beim früheren 90 Steigerhäusl" und Nr II. bei dem durch das Badhaus fließenden Canal angenommen wurden. Da für die ganze Engergasse nur diese zwei zur Speisung der Spritzen tauglichen Wasserquellen vorhanden sind, stellte es sich heraus, dass nicht bloß für dieses Brandobjekt sondern für alle in besagter Gasse um circa 50 m Schlauch zu wenig sei. Am 29. August wurden 20 neue aktive Mitglieder, vollständig ausgerüstet, durch Über¬ gabe der Aufnahmskarte und Handgelöbnis an den Commandanten in unsere Feuer¬ wehr aufgenommen. Auch wurden 20 in aktive Mitglieder neu aufgenommen welche im Falle eines Brandes in Mühlau sich als Pumper bei unseren Spritzen einzu¬ finden haben. Außerdem haben sich dieselben auch an den nassen Übungen im Bedarfsfall als solche zu betheiligen. Am 12. September war in Innsbruck das 40 jährige Stiftungsfest der frw. Feuerwehr daselbst und das 25 jährige Stiftungsfest des tirolischen Landesverbandes zugleich mit dem 20. Landes¬ Feuerwehrtag. Unsere Feuerwehr wurde bei der Generalversammlung durch Kommandant Holzmeister vertreten. Der alte Ausschuss wurde bei derselben wieder gewählt, das ist: Victor Baron Graff als Obmann, Anton Gratl als Oberman¬ stellvertreter, Heinrich Jörg als Cassier, Josef Sattleder als Schriftwart, Christof Hummel, Anton Lener und Johann Holzmeister als Aus¬ schussmitglieder. Bei der Sitzung wurde der An¬ trag der Feuerwehr Kitzbühel, welche die sofortige Zustellung der Telegramme bei Feuersbrünsten vonseite der diensthabenden Bahnbeamten be¬ antragte, angenommen. Ein zweiter Antrag 91 12 bezweckte die Vergütung der bei einem Brande in Verwendung kommenden Zugthiere an deren Besitzer. Bei dieser Versammlung waren fast alle 215 deutsch tirolischen Feuerwehren vertreten deren Gesamtzahl über 16,000 Mann beträgt Bei dem nachmittägigen Festzug führte Komman¬ dant-Stellvertreter Lang die 60 Mann starke Mühlauer Feuerwehr an. Bei der nach dem¬ selben stattfindenden Schauübung am Remi¬ platz wirkte auch die Feuerwehr von Mühlau als Vorortsfeuerwehr mit. Nach der Übung große Defilierung mit den Geräthen der Inns¬ brucker Feuerwehr und der Vororte: Wilten- Hotting, Pradl und Mühlau, welche unter dem Commando Holzmeisters in musterhafter Haltung den Schluß bildete. Hernach Erfrischung beim Koreth, wozu Herr Anton Rauch jun. 5 fl. spendete. Kommandant Holzmeister dankte der Mannschaft für den heute bewiesenen Eifer für die Feuerwehrsache und Schriftführer Purner brachte dem Commandanten ein Gut Heil! Am nächsten Tage abends ½ 8 Uhr wurde die hiesige Feuerwehr durch Sturmläuten alarmiert, es brannte in der alten Kopperei schen Der Rauch Kunstmühle dahier. Jedoch trat die Feuerwehr nicht mehr in Thätigkeit, da der Brand von den Hausleuten sofort wieder ge¬ löscht wurde. Am 10. Oktober war nasse Übung im „Holz“, wobei erprobt wurde dass Spritze Nr. 2. aus dem beim Gasser vorbeirumenden Duffbachl für einen eventuellen Brand im Holz genügend Wasser liefern könne. Auch kann hiebei der alte Hydrant im Holz benützt werden. 94 Eine zweite Aufstellung bei dieser Übung er¬ gab, daß Spritze Nr. 1 beim Lauchbrett vor dem Badhaus sangend, durch Vermittlung von Spritze Nr. 2 (beim Rainer aufgestellt), genügend Wasser zum Ziel liefern könne. – Dem Wassermangel in dieser Gegend scheint somit einigermaßen abgeholfen zu sein. Am 23. Oktober abends 9 1/4. brach in Tschoner's Feigenmühle Feuer aus, welches sogleich bemerkt, und durch die sofort herbeige¬ eilte Feuerwehr in aller Ruhe in Angriff ge¬ nommen, und durch vier starke Wasserstrahlen gelöscht wurde. Die am Brandplatze erschienen Feuerwehren von Pradl, Innsbruck u. hat Wilten brauchten infolgedessen nicht mehr in Aktion zu treten, wie auch die Feuerwehren von Hötting u. Arzl auf dem Wege wieder umkehren konnten. Die Lösch aktion wurde bis 1 Uhr nachts mit beiden Spritzen geführt, von dort ab verblieb eine verstärkte Wache bis 6 Uhr früh mit Spritze Nr. 2, welche bis 6Uhr morgens 15 das immer wieder neu auflodernde Feuer bekämpften. Da vollständige Windstille herrschte, konnte die Lösch¬ arbeit auf dieses Objekt allein beschränkt werden, so daß bloß der 1. Stock, einzelne Vorräthe und ein Theil des Daches dem Feuer zum Opfer fiehlen. Vom Be¬ sitzer Herrn Tschoner erhielt unsere Feuerwehr 30 fl. von der betreffenden Assekuranz 20 fl als Entschädig¬ ung für die Requisiten. Spritze Nr. 2 erhielt bei diesem Brande ihre Feuertaufe, und sehr sehr gut funktioniert Am 31. Oktober wurde Spritze Nr. 2 zum Inn nächst dem Fr. Prantl'schen Haustrans- portiert, was ohne Schwierigkeit geschehen kann; es erwieß sich dabei, dass bei niederem Wasser stande auf diese Weise mit zwei Schläuchen ge- nügend Wasser auf die Reichsstraße heraufge¬ bracht werden könnte. Die geplante Herbsthaupt¬ übung entfiel durch den Brand in Tschoners Feigen- mühle und durch diese Spritzenprobe. Spritze Nr. 2 ist am 11. September hier an, gekommen und hat 750 fl. gekostet. 11/2 Die Jahresversammlung war am 16. Jänner. Commandant Max Wegrer führte dabei den Vorsitz. Anwesend waren 40 Mitglieder. Die Tagesordnung war wie gewöhnlich. Die Rechnungen wurden durch Die Revisoren Anton Rauch u. Hermann Gruber ge¬ prüft, und dem Cassier Johann Thaler darüber das Absolutorium ertheilt. Von auswärtigen Bränden sind in diesem Jahre besonders hervorzuheben der Brand in Windisch¬ Matrei (im Mai), der große Brand in Haüning am 3. Juli, dem 63 Häuser zum Opfer fiehlen, der Brands in Kaltern am 5. Juli, der Brand in Taufers (Vinstgau) am 22. August. Es sind überhaupt in diesem Jahre in Tirol sehr viele Brände zu ver¬ zeichnen, aber Gott sei Dank blieb unsere Gegend bis auf den wenig bedeutenden Brand in Tschoners Feigenmühle von diesen verschont. Es wurden im verlaufenen Jahre 3 Steigerübungen, eine Schlauch übung, 2 Exercierübunngen, 2 trockene und eine nasse Gesamtübung abgehalten. 3 neue Lauchbretter wurden angebracht, nämlich eins beim Duffbachl bei Gasser, eines beim Gendarmerieposten und eines vor dem Badhaus. Windwachen wurden in 21 Nächten abge¬ halten. Commandantschaftssitzungen waren 12, welche alle sehr gut besucht wären, wie aus dem Protokoll zu ersehen ist. Zu erwähnen ist die „Ferdinand Wegrer“ Stiftung für verunglückte und erkrankte Mitglieder Der Priv. Feuerwehr in Mühlau,“ welche im Archiv hinter„ legt ist, und folgendermaßen lautet. Zum Schlusse sei noch erwähnt, dass wir durch Vermittlung des Deutsch-tirolischen Feuerwehr-Ver¬ bandes von der Landesbehörde aus den 80 % - 170 fl. zugesichert erhielten. Tott beschütze Mühlau! Tut Heil. FREIW, TEUERWEHR Maühlau, 5. Jänner 1898 Joas Holzmeister 5. Hauptmann. 97 Peerundzwanzigstes Vereinsjahr. nun 1898. Am 5. Jänner Generalversammlung beim Koreth Bei derselben wurde auf Ansuchen des Commandanten vom anwesenden Gemeindevorsteher Baron v. Sternbach Der Feuerwehr für immer die Bewilligung zum Aus¬ fahren zu einem Brande in einer Nachbargemeinde ertheilt. Sollte in einem speciellen Falle der jeweilige Gemeindevorsteher das Ausfahren für unstatthaft finden, so hat er rechtzeitig davon die Feuerwehr in Kenntnis zu setzen. Wird hingegen vom Gemeinde. vorsteher keine Einsprache dagegen erhoben, so ist die Bewilligung zum Ausfahren von ihm als er theilt zu betrachten. — Die Rechnungen über das abgelaufene Jahr wurden von den Revisoren Joh. Kössler und Anton Rauch geprüft, richtig befunden, und dem Kassier Thaler darüber das Absolutorium ertheilt Franz Sentobe wurde als Windwach-Controllor gewählt und ihm ein Controllbüchl übergeben mit der Bestimmung, „Daß sich jene Feuerwehrleute G. welche für eine bestimmte Nacht die Windwache zu be¬ sorgen haben, in seiner Bäckerei circa um Mitternacht zu melden haben. — Von der Gemeinde wurde ferner bewilliget, daß in Zukunft die Gemeinde die Ein¬ zahlung der Feuerwehr-Mitglieder in die Regie- und Unterstützungscassa an den Landesverband per Mann 10 Kreuzer) übernimmt. — Bei der Wahl der Chargen und Neueintheilung der Mannschaft ergab sich nach¬ stehendes Resultat: 1. Johann Holzmeister, Commandant 2. Thomas Lang, Commandant-Stellvertreter. 3. Johann Thaler, Cassier 4. Johann Kathrim, Magazineur. 5. Johann Purner, A Gutant u. Schriftführer. 6. Jakob Pernlochner Signalisten. 7. Georg Holzmeister 8. Johann Kathrein, Zugsführer. Steiger ihn. 9. Anton Mayr, Stellvertreter 10. Anton Schnegg, Rottenführer. 11. Johann Hell. 12. Actton Schöpf, 13. Franz Schatz, 14. Alois Hell, 15. Josef Gstir, 16. Johann Häuser, 17. Jakob Häfele, 18. Anton Wieser, 19. Franz Brügger, 20. Heinrich Weber, 21. Jahre Alois Kössler, 22. Leop. Rauch iun. N. 20. Schlauchmannschaft. in 23. Anton Rauch, Zugsführer der Wassermannschaft u. Rottenführer der Schlauchmannschaft 24. Alois Rainer, dessen Stellvertreter 25. Josef Dangl, 26. Franz Sentobe, 27. Josto. Sentobe, 28. Johann Ploner 29. Anton Götsch, 30. Johann Gänner, 31. Conrad Türk, 32. Ferd.r Schober. Spritzenmannschaft Gemeinde a.) I. Spritze. und 33. Thomas Lang, Rottenführer u. Spritzenmeister 34. Alois Schlögl, dessen Stellvertreter 35. Franz Waldner, 36. Josef Harm, 37. Anton Harm, 38. Alois Neuner, 39. Johann Reinisch, 40. Alois Kreuzer, 41. Johann Pern- lochner, 42. Josef Tschavon, 43. Romed Kreuzer, 44. Karl Sentobe 45. Alfred Angerer, 46. Franz Bliein 47. Franz Weger, 48. Josef Stolz, 49. Heinrich Dittmayr, 50. Ludwig Ebenbühler, 51. Wenzel Hilgar. II. Spritze. mann 52. Leonhard Schlögl, Rottenführer u. Spritzenmeister. 53. Johann Gstir, dessen Stellvertreter. 54. Alois Speckbacher, 85. Anton Thaler, 56. Christian Rauch, 57. Simon Mangott, 58. Lorenz Mader, 59. Leonhard, Bürner, 60. Mathias Staffler, 61. Sebastian Kalkschmied, 62. Otto Rainer, 63. Leonhard Pernlochner, 64. Josef Rainer, 65. Johann Rainer, 66. Johann 1 Säurling, 67. Ferdinand Prantner, 68. Christian Deisenser, 69. Alois Gundolf, 70. Johann Stern. Ordnungsmannschaft um sehen. 71. Anton Dinkhauser, 72. Alois Purner. Ehrenmitglieder. nunahmen Ferdinand Bar. v. Sternbach, Leopold Rauch sen. Ausserordentliche Mitglieder. einzunehmen. 1. Anton Prantl, 2. Franz Prantl, 3. Peter Kuen, 4. Jakob Ziel 5. Franz Pötsch, 6. Alois Hepperger, 7. Maria Blieger Schützengesellschaft Mühlau, 9. Franz Mair, 10. Josef Dinkhauser, 11. Franz Strasser, 12. Josef Purner, 13. Leopold Purner, 14. Karl Purner, 15. Johann Rössler sen., 16. Simon Tomasi, 17. Rudolf Rauch, 18. Jakob Hechenblaikner, 19. Franz Fischler, 20. Gottfried Klotz, 21. Theodor Frank, 22. Johann Zellner, 23. Johann Kössler jun. Zahl der ausübenden Mitglieder: 70. Am 13. Februar war Feuerwehr-Faschingskränzchen im Badhaus. Die Musik wurde von 8 Mann der Salinen-Kapelle besorgt. Die Feuerwehr hatte bloß 6 fl zu vergüten. 102 4h nachmittags. Am 1. März Kaminbrand im Widum. Das Feuer hatte bereits ein Stück Dach ergriffen, wurde aber von der Feuerwehr und von Nachbarsleuten durch Schnee und vermittels Wasserkübel gelöscht. Der Schaden wurde auf 30 fl. taxiert und von der Assecuranz vergütet. Am 9. März Ausschußsitzung beim Zapfler. Auf frei¬ willigen Antrag des Herrn Pfarrers wurde be¬ stimmt, daß jedes Jahr am ersten Sonntag nach Florian (4. Mai) ein Feuerwehr-Gottesdienst abge¬ halten werden solle, wobei sich die Mitglieder in Duxer und Kappe in corpore zu betheiligen haben. Am 7. April (Gründonnerstag), vormittags um 11 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Brande, wel¬ cher in dem dem Brauereibesitzer Nißl gehörigen Stadel nächst dem Uffenheimers Haus zuunterst in St. Nicolaus ausgebrochen war, allarmiert. Die Feuerwehr rückte mit Spritze und Schlauchwagen nach der Brandstätte ab, brauchte aber nicht mehr in Action zu treten, da die Innsbrucker Feuerwehr mit den Hydranten den Brand bereits localisiert hatte. Demnach fuhr man gleich wieder ab. 103 Am 17. April (Weißer Sonntag) brannte bei heftigem Winde in Mils bei Hall nachmittag das Feistenberger An¬ wesen ab. Da der Rauch von hier aus deutlich wahrge¬ nommen werden konnte, begaben sich mehrere Feuer- wehrmänner in Uniform per Tramwag dorthin (Herr Anton Rauch per Rad und betheiligten sich dort an der Löschfunktion und am Plündern. Am 1. Mai, einem Sonntag, nachmittags, Gesamtübung. Am 7. Mai, abends 1/2 11 Uhr, brach im Baurischen Wohn- haus dahier ein Kaminbrand aus, welcher aber ohne Ein¬ greifen der Feuerwehr von einigen Nachbarn und von den Hausleuten als bald wieder gelöscht wurde. Am 8. Mai fand nach Beschluss der letzten Schargensitzung das Floriani-Amt statt, welches von den Feuerwehrleuten in Uniform so vollzählig besucht war. Die, wie geplante war, darnach stattfindende Frühjahrshauptübung wurde des schlechten Wetters wegen verschoben. Am 22. Mai, einem Sonntag abends um 1/2 8 Uhr brach in Mils am nördlichen Ende des Dorfes ein größeres Schaden. feuer aus. Auf die Nachricht davon begab sich sofort Spritze Nr. 1, von Herrn Rauch bespannt, dorthin, welchem alsbald auch ein von Thaler bespannter größerer Leiterwagen mit Heuerwehrleuten folgte, während mehrere andere Feuerwehrleute, mit der Traumwag unter Leitung des Commandantstellvertreters Th. Lang 104 dahin abfuhren. Als man aber nach Hall kam, war der Brand bereits in seiner Hauptsache von den vielen herbeigeilten Feuer- wehrleuten gelöscht, worauf man wieder nach Hause fuhr. Am 6. Juni um 1/2 10 L abends Frühjahrshauptübung bei Lang, welche sehr gut besucht war. Spritze Nr. 1 war an der Badhaus- Schwelle aufgestellt, Spritze Nr. 2 im Dollingers Angerl am Inn¬ Zum erstenmale funktionierte bei dieser Übung durch Vermitt¬ lung des Herrn Betriebsleiters Gindl der Trauwag-Hydraut Er erwies sich dabei als sehr praktisch, da er auch einen ungeheuren Wasserstrahl liefert. Ferner waren bei dieser Übung zum erstenmale die neuen Rohrführer Leopold Rauch u. Franz Trugger thätig, da Die früheren Rohrführer Anton Schnegg u. Anton Mair als leitende chargen zu den Steigern ernannt worden wären. Am 22. Juni Ausschuhssitzung beim Zapfler, wobei die letzte Übung lebhaft zur Sprache kam; es wurde dabei auch beschlossen, daß von nun an 2 neu angeschaffene Druckschläuche im Magazin für alle Fälle zu bleiben hätten. Am 26. Juni Bezirks-Delegiertentag und 25 jähriges Bestandes¬ fest der friv. Feuerwehr Wilten verbunden und Hahnenweihe dortselbst. Zur Delegirtenversammlung wurde nach Beschluss der letzten Chargensitzung Anton Mair als Vertreter entsendet. 105 Am 19. August Brand der dem Herrn A. Wild in Mühlau gehörigen ehemaligen Riedlschen Papierfabrik in Hall, wohin ungefähr 20 Feuerwehrleute mittels Tramwag aus- rückten, welche jedoch außer kleineren Hilfeleistungen nur mehr wenig in Verwendung kamen, da der Brand bereits lokalisiert war. Am 13. October Ausschußsitzung beim Dollinger, wobei dem Kommandanten Holzmeister auf sein Ansuchen hin wegen Kränklichkeit ein Urlaub bis zur nächsten General¬ versammlung ertheilt würde. Es wurde auch die Feuerbe¬ schau beschlossen, an welcher sich von Seite der Feuerwehr Alois Schlögl und Schriftführer Johann Purner zu betheiligen haben. Am 23. October Herbsthauptübung unter dem Kommando des Kommandantstellvertreters Thomas Lang, bei gutem Besuch. Beim Brandobjekt, als welches das Sternbach'sche Anwesen gewählt wurde, sollte Spritze Nr. 2 im Hofe am Bache aufgestellt werden, wobei sich aber derartige Schwierigkeiten ergaben, dass beschlossen wurde, im Falle eines Brandes beim Sternbach (unterm Weg) beide Spritzen bei der Baur, schen Schwelle nebeneinander aufzustellen. Hernach wurde die Leistungsfähigkeit der neuen Schwelle vor dem Hause des August Beer, erprobt, wobei sich zeigte, dass dieselbe genügend Wasser für eine Spitze liefern könne. - Diese Wasserbezugsquelle 10/2 hat für den Fall eines Brandes in der Engergasse oder im Unterdorf graße Bedeutung. Darauf kleine Hause beim Koreth, wobei zugleich eine Chargensitzung abgehalten wurde, bei welcher eine neue Liste für beitragende Mitglieder zur Sprache kam, mit deren Ausfertigung Johann Purner und Anton Rauch betraut wurden. Es machte sich auch das Bedürfnis geltend irgendwo einen Schlauchthurm anzubringen. Am 31. October, 4 nachmittag brach im Obertegger'schen Haus in der Nähe des Stiegelewirtshauses in Wilten ein Schadenfeuer aus, dem benanntes Haus sowie das Nachbarhaus zum Opfer fielen. Da die beiden Kommandanten nicht anwesend waren, fuhren kom. Stellm. auf Veranlassung des Abis Schlögl Spritze Nr. 1 und ein von J. Gänner beigestellter Wagen mit Feuerwehrleuten auf den Brandplatz ab, wo sie als eine der ersten Feuerwahren ankamen und sofort in die Loscharbeit begannen und zwar trotz des heftigen Windes in ausgiebigster Weise. Um 7h konnten sie abrücken, worauf sie eine von der Gemeinde Wilten beigestellte Erfrischung beim Adambräu erhielten. Baumeister Tomasi, Dessen Realitäten sie beschützt hatten, spendete der Feuerwehr Dafür 10 hl. - Bemerkenswert ist noch, daß an diesem Tage in Innsbruck noch zwei weitere Brände vorkamen, der eine 107 in der Norer'schen Dampfsäge in der Kohlstadt, der andere in der Ottoburg, an welchen sich aber unsere Feuerwehr nicht betheil- igte, da sie nicht dazu allarmiert worden war. Am 12. November fand in Innsbruck die diesjährige Hauptversammlung des Feuerwehr-Landesverbandes für Nordtirol statt, wobei die früheren Funktionäre wieder ge¬ wählt worden. Als besonderes Vorkommnis ist zu erwähnen daß, nachdem die Feuerwehrsignale in Österreich vom k.k. Kriegsministerium energisch verboten worden waren, als neue Signale die der bairischen Feuerwehren, welche sich als sehr einfach erwiesen, im Verbande eingeführt wurden. Der Verband besteht gegenwärtig aus 246 Feuerwehren. Schluss: Brände kamen im heurigen Jahre dahier, in der nächsten Umgebung und überhaupt in Tirol, Gott sei Dank, sehr wenige und dies nur ziemlich unbedeutende vor. Es wurden heuer 5 Gesamb-Übungen, und eine Steiger. übung 6 Ausschußsitzungen, und in 28 Nächten Windwachen abgehalten. Neu angeschafft wurden: ein größerer Schlauchwagen, ein Geräthekarren, 2 Petroleumfakeln, ein Strahlrohr, 108 die früher genannten beiden Druckschläuche für das Magazin, eine neue Feuerwehr-Stambilie, und eine Blechschatulle zur Aufbewahrung der Feuerwehr-Documente (Archiv), und eine der ersten Nothwendigkeit bei Unglücksfällen entsprechend eingerichtete Kasette mit Verbandzeug und Medicamenten für Den Sanitätsmann Georg Stockhammer. Ausgetreten sind während des Jahres: Franz Bliem und Wenzel Hilgar, welche ihren Aufenthaltsort änderten. Gestorben ist unser ehemaliges actives, nunmehr außerordent¬ liches Mitglied Josef Dinkhauser, Mehlhändler in Innsbruck. Gott schütze Mühlau! Gut Heil! Mühlau, am 31. December 1898. & Der Commandant: MÜHLAU Jouo Holzmeister 109. Fünfundzwanzigstes Vereinsjahr! 1899. Am 21. Jänner Jahreshauptversammlung beim Kareth. Der Kommandant Herr Johann Holzmeister begrüßt die sehr zahlreich besuchte Versammlung mit einem kräftigen "Gut Heil" Anwesend waren 64 aktive Mitglieder und das Ehren Mitglied Herr Leopold Rauch. Der Schriftführer Hans Turner verlas das Protokoll der letzten Generalversammlung und nach dessen Genehmigung den Jahresbericht des abgelaufenen Vereinsjahres, welcher mit Befrie¬ digung zur Kenntnis genommen wurde. Der Hassier Hammerad Johann Thaler gab seinen Kassabericht dem zu unternehmen ist. daß das Vermögen der Freiwilligen Feuerwehr wie folgt besteht. Unterstützungs Cassa mit einem Vermögen von E 533, 23 wovon fr 300.- in österr Noten Rente und fl. 233,23 baar vorhanden sind, von welchem Betrage aber fl 124,16 der Requisitenkasse geliehen worden sind. Requisiten lasse. Ein Spaarkassebuch der Inns¬ brucker Spaarkasse auf fl 200.- lautend. 110 Regie Hasse mit einem Baar Vermögen von fl. 193,15. Dieser Kassalericht wurde mit Befriedigung zur Kenntnisgenommen; die Bücher durch die Re¬ visiren Hans Purner und Hans Kössler geprüft und richtig befunden, worauf der Commandant die Versammlung aufforderte dem Kassier durch erheben von den Sitzen zu danken und ein „Gut Heil“ auszubringen. Der Commandant Herr Holzmeister, Dank¬ te dem Kammeraden Franz Sentobe für die Wied¬ wach lonholle und der ganzen Feuerwehr für die Durchführung dieser derselben zur Ehre gereichenden Einrichtung und zugleich ermahnend, an derselben auch für alle Zukunft wacker festzuhalten. Signale Nachdem die bisherigen Signale laut Verordnung des Kriegsministerums, wegen deren Ähnlichkeit mit den Militär Signalen nicht mehr geblasen werden dürfen, wurden vom Feuerwehr Randes Verbandes die bairischen Signale für unsern Feuerwehren angenommen, was der Commandant zur Kenntnis bringt. Aufnahme Neu aufgenommen wurden: Christian Wieser, Johann Neuner und Anton Tollinger, welche dem Commandanten die Unge¬ lobung leisteten. 111 Neu Waffen waren für dieses Jahr keine vorzuneh¬ men, und so bleibt die Commandantschaft dieselbe wir im Jahre 1898 gewählt wurde. Der Stand der Freiwilligen Feuerwehr besteht 1. 73 aus ausübenden Mitgliedern 2. 3 ehren Mitgliedern 3. 26 beitragenden Mitgliedern. Commandant Holzmeister theilt mit, daß für das Jahr 1899, infolge Einladung von Seiten der Feuerwehr sich Gönner als beitragende Mitglie¬ der mit meine Jahresleitrage von f. 2. – gemeldet haben, und spricht diesen Hämern den Dank aus. Unterhaltung. Es werde beschlossen im Fasching einen Ball abzuhalten, und wurde zu diesem Be¬ hufe folgendes Unterhaltungs Comité gewählt. Hans Kathrein; Otto Rainer; Alois Rainer, Franz Brugger und Heinrich Weber. Anträge „lammerad Anton Rauch brachte den Antrag ein. Es möge ein Steiger & Schlauchthurm gebaut werden und begründete den Antrag ausführlich. Die Sache wird für den Fall als die Gemeinde einmal ein Gemeinde Haus bauen sollte, bis dorthin vertagt. Commandant Holzmeister bringt den Antrag ein es möge das 25 Jährige Stiftungsfest dieses Jahr besonders gefeiert werden was angenommen wird, die 112 Wahl eines Festkomites bleibt der Commandantschaft überlassen. Zum Schluße dankte der Commandant noch allen Feuerwehrmännern, für ihr Wirken für diese gute Sache und ermahnte nochmals zum ferneren Aus¬ halten und Einigkeit. Hammerad Anton Rauch dankte dem Comman¬ danten für dessen aufopferendes Wirken, im Interesse der Feuerwehr, und sprach den Wunsch aus die Feuer- wehr möchte Herrn Holzmeister noch lange Jahre als ihren Commandanten an der Spitze haben, er schloß seine Rede mit einem Dreifachen Got Heil, in welches die Versammlung begeistert einstimmte. Um 1/2 12 h schloß der Commandant mit einem neuerlichen kräftigen „Gut Heil“ die Versammlung. Der sehr zahlreiche Besuch gab ein neuerliches Zeichen von der Einigkeit und dem Zusammenhalte in unserem Körper. Commandant Johann Holzmeister 27. Jänner wurde ½ 9h Abends von einem Schlaganfalle getroffen. b. Februar Ausschuß Sitzung beim Koreth Der Commandant Stellvertreter Rang eröffnet die Sitzung mit der traurigen Mittheilung, Daß Commandant Holzmeister heute 1/2 4 h Nachmittags an den Folgen des erlittenen Schlaganfalles gestorben ist. 113 Es wurde beschlossen am Sarge des Verblichenn einen Kranz aus frischen Blumen, mit schwarzer Schleife und Wiederung niederzulegen. Die Leiche in Corpore zur letzten Ruhestätte zu beglei¬ ten, und hat die Feuerwehr in voller Restung auszurecken. Ein heiliges Amt zu halten, an welchem die Mitglieder in Duxer und Kappe zu erscheinen haben. 4h. 8. Februar Nachmittags wurde unser verstorbener commandant zu Grabe getragen. Die Leiche wurde von 6 Steigern getragen, die Betheiligung an dem Leichenbegängnisse war eine großartige. Nebst dem Verlands Ausschuße, der deutsch tirlischen Seuerwehren, dessen Mitglied Holzmeister war, waren die Feuerwehr von Innsbruck mit der Musik, Abordnung gen der Feuerwehr von Fulpmesderen langjähriger Com¬ mandant und Gründer Holzmeister war, dann der Feuer¬ wehren von Wilten, Arzl, Rum, Absam, Hall und noch mehrere anwesend. Die Betheiligung war eine so zahreiche, daß die feyergasse kaum die vielen Leute zu fassen ver¬ möchte. Holzmeister hinterlies eine trauerede Wittwe und zum Theil 8 unversorgte Kinder von 7. bis zu 22 Jahren. 114 Zur Erinnerung an Commandant Holzmeister Johann Holzmeister war zu Fulsmes im Stubeithale im Jahre 1836 geboren, erlernte dort das Schmiedehandwerk und wanderte im Jahre 1859 mit seinem Vater und mehreren andern Stubeiern nach Brasilien aus. Harte Arbeit und schweres Riegen um das tägliche Brod waren dort Anfangs sein Loos, bis es ihm später glückte, durch restlosen Fleiß und Spaarsamkeit ein kleines Kapital zu sammeln. Nach jahrelangem Aufenthalte sehnte er sich in die Heimat zurück und kam 1874 wieder nach Fulpines, wo er der Schöpfer vielen gemein¬ nutziger Einrichtungen wurde. Er gieng an die Gründung der Freiwilli¬ gen Feuerwehr Fultries als erste Wehr im Stubeithale 1879 und wurde so der Vater des organisierten Köschwesens in diesem Thale. Aber nicht blos in seinem Heimats Dorfe war Holzmeister unermüdlich thätig; er stellte seine reiche Erfahrung unserem geliebten Heirat¬ lande voll und ganz zur Verfügung Im Jahre 1891 nach Mühlau übersiedelt, wurde er 1894 in dem Landesverbands ausschuß berufen, wo seine ausreicher Erfahrung geschöpf¬ ten Rathschläge, in Fragen des Löschwesens 115 gar oft ausschlaggebend waren. In Mühlau wurde Holzmeister am 20. März 1897 in einer auserordendlichen Generalversammlung einstimmig zum Commandanten unserer freiwilligen Feuerwehr gewählt und alsbald begann er mit der neu Organisation unserer Wehr. Die Anschaffung einer neuen zweiten Spritze ./. Abprokspritze./. die Bewerbung von neuen Mitgliedern, der Ankauf von weiteren 300 Mtr neuen Schläuchen. eines großen Schlauchwagen, Geräthe Karrens, der nötigen weiteren Mannschafts Ausrüstung sowie auch einer Sanitäs Ausrüstung; dieses alles war sein Werk, so daß heute Mühldu im Besitze einer wohl ausge¬ rüsteten Feuerwehr ist. Besondere Aufmerksamkeit wendete Holzmeister auch der Wasserbeschaffung sowie der Ausfindigmachung von genigeten Standplatzen für die Spritzen im Falle eines Unglückes zu, und so können wir heute sagen. daß in Mühlau wohl kein Haus mehr ist, daß wir im Falle eines Wandes nicht mit Wasser erreichen könnten. So hat Holzmeister zum Wohle unserer Feuer¬ wehr gewirkt und wurden unter seiner Quitung für die Verbesserung unserer Wehrfähigkeit bei fl 2000. ausgegeben, um deren theilweise Beschaffung sich der selbe sehr verdient gemacht hat. 1180 Aber nicht blos der Feuerwehr hat Holzmeister seine Dienste gewiedmet, sondern auch der Verschö¬ nerausverein, dessen Vorstand Holzmeister seit 1893 war betrauert in dem Dahingeschiedenen sein sehr verdien¬ tes Mitglied, denn derselbe verdankt ihm die bedeu¬ tende Verschönerung der Engergasse; des Mösels, wie auch die Verbesserung und Vermehrung verschiedener Waldwege oberholzkühlau und wurden unter seiner Redung wohl über fl. 2000, – zur Verschönerung und zum Wohle unseres schön gelegenen Heimatsdorfes ausgegeben. So ist mit Commandant Holzmeister ein Mann aus dem Leben geschieden, der seine Pflicht und seinen Platz als solcher voll und ganz ausge¬ füllt hat, für Mühlau unersetzlich ist, und der uns stents als leuchtendes Vorbild im wohlverdienten Andenken bleiben wird. Ruhe seiner Asche: 1 Februar Der Tod hat unserer Feuerwehr heute, in diesem Vereinsjahre bereits das zweite Mitglied entrissen, indem Kammerad Alois Kössler nach längeren schweren Leiden heute verschieden ist. Kössler war durch mehrere Jahre aktives Mitglied der Steigerabtheilung, und in der Gemeinde in überaus beliebter junger Mann, die Beerdigung erfolgte 117 am Sonntag den 19. Februar Nachmittags. Unsere Feuerwehr begleitete den Kammeraden, in voller Stüstung zur letzten Ruhestätte, und war auch die Betheiligung an dem Leichen¬ begängnisse von Seite der ganzen Bevölkerung und der Be¬ kannten seiner Familie aus Innsbruck, eine überauszahlreiche. 25. Februar auserordendliche Generalversammlung im Badhaus behufs Wahl eines neuen Commandan¬ ten unserer Feuerwehr. Thome Kommandant Stellvertreter Leonhard Gang eröffnet die Versammlung mit einem „Gut Heil“ und setzt den Zweck der Generalversammlung den Mitgliedern auseinander, ehren begrüßt auch das gleichzeitig anwesende Mitglied und Gemeindeversteher Herrn Ferdinand Karon von Sternbach. Vor Übergang zur Tagesordnung ertheilte Commandant Stellvertreter Gang das Wort dem Cammeraten Anton Rauch. welcher in kurzen warmen Worten des Hinschendens unseres watteren Commandanten Holzmeister gedachte, dessen Verdienste um unsern Feuerwehr hervorhob und die Anwesenden aufforderte zum Zeichen der Trauer sich von den Sitzen zu erheben; deßgleichen gedachte er auch des Kammeraten Alcis Hössler und erholen sich die Mitglieder nahmals von den Sitzen. Hammerad Georg Holzmeister überbrachte den Dank seiner Mutter, für die Antheilnahme, und die zahlreiche Be¬ gleitung der Leiche, des verstorbenen Commdanten Holzmeister 118 Es wurde nun zur Wahl des Commandanten ge¬ schritten und als Wahl Comité über Vorschlag des Herrn Gemeinde Vorstehers Baron Sternbach aufgestellt: Commandant Stellvertreter Leonhard Lang und die Cammeraten Johann Purner und Anton Rauch. Bei der hierauf mit Stimmzettel vorgenommen Wahl entfielen von 57 abgegebenen Stimmen auf Anton Rauch 53 Stimmen, Johann Purner 2 Anton Mayr & Hans Kathrein je 1 Stimme. Somit erscheint Anton Rauch, unter Vorbehalt der Genehmigung von Seiten der Gemeinde Vorstehung als Com¬ mandant gewählt. Schriftführer Hans Turner begrüßt den neu gewähl¬ ten Commandanten als solchen mit einem von allen bewesenden begeistert aufgenommenen Gut Heil Anton Rauch dankt für die Wahl, versichert sich der Feuerwehr anzunehmen und bittet sämmtliche Feuerweihe Cammeraten um kräftige Unterstützung treues Zusammen¬ halten und Kameradschaftlichen Gehorsam Da mit der Wahl des Commandanten die Stelle des Zugführer der Spritzen und Schlauchmannschaft frei ge¬ worden wurde per Aclamation der bisherige Stellvertreter Alois Rainer zum Zugführer und Cammerad Franz Sentobe zu dessen Stellvertreter gewählt. Cammerad Kathrein ersucht um einige neuen 10 Duxer, Sanitäsmann Stockhammer um weitere noch nötige Sanitäsausrestungsgegenstände; welche Funkte dem Ausschusse zur Erledigung zugewiesen werden. März 7. Aus Innsbruck erhielt der Commandant 1/2 4h Nachmittags, das telefonische Civiso, daß der Thürmer Landfeuer gegen Süden signalisiere. In der That schwebte über dem Wizzthale eine große Wuchwolke, es konnte jedoch nicht festgestellt werden wo der Land sei, und wurde nicht allarmiert. Einzelne Feuerwehrkammeraten waren in Bereitschaft, es stellte sich jedoch schließlich heraus, daß das Feuer nur ein Waldbrand an der Bahnlechen vis a vis der Schupfen sei. und da keine Gefahr vorhanden wurde nicht ausgerückt. März 21. 11h Abends Krand in der Kesselschmiede des Anton Höllensperger in Innsbruck./. Hirschenthal + Wir wurden von Innsbruck aus nicht benachrichtiget, und war der Brand ohne besonderen Schauen anzurichten, durch eine Abtheilung der Imobrucker Feuerwehr bald gelöscht April 6. Gegen ½ 9h Abends wurde großer Feuer¬ schein bei Nattels wahrgenommen. Wir standen in Bereitschaft da der Schein jedoch bald nachlies, wurde nicht ausgerückt. Es muß bemerkt werden, daß wir wenn ausgerückt doch zu spät gekommen wären, da keine Möglichkeit vorhanden unter 2 Stunden an den Freudplatz zu gelangen, es war 120. bald nach 10h vom Feuerschein nichts mehr zu bemerken. Es brannte das Anwesen des Kauers Josef Stern, und ist der Besitzer wie auch einige Schweine leider im Feuer verunglückt. Der Besitzer wurde andere Tags als verkohlte Bericht aufgefunden. Juni 1. Unter zahlreicher Betheiligung von Leidtra¬ genden wurde die Gemahlin unseresehenaligen Comman¬ danten Max Weyrer, dem Amalia Weyzer geb. Rauch zu Grabe getragen und betheiligte sich unsere Feuerwehr in Corpore; Herr Max Weyser, spendete uns einen Betrag wie H. wovie sie in Regie lasse Juni 11. Nachmittags 5h30 entstand im Watta Magazin des Heinrich Matt in Absam ein Schadenfeuer, und wurde anheusern Wehr allarmiert, es langte jedoch sogleich die Nachricht ein, daß der Brand gelöscht, und unsere Hilfe nicht mehr nötig sei. Juni 14. Frühjahrs Hauptübung, bei schlechtem Wetter Es wurde daher nur eine kurze Übung am Dorfplatze gehalten. Landschaftlicher Löschinspektur Klammer inspiger¬ te bei dieser Gelegenheit unsere Feuerloschnierichtungen, und führten wir demselben auch eine kleine Hydranten Übung bei Herr Rauch vor, wobei wir uns neuerlich 121 Von den Vortheilen der Hydranten überzeugen konnten. Nach der Übung versammelten sich die Feueregehr- manner beim Horeth wo denselben eine Erfrischung verab¬ reicht wurde, und sprach bei dieser Gelegenheit Herr Inspektor Klammer sein vollstes Dob über unsern Bascheinrichtungen, und den Stand des Hörpers aus. Es wurde auch Commandant Anton Rauch und Steiger Rottenführer Hans Kathrein als Delegierte für den Bezirkstag nach Mils gewählt Juni 24. Feuerwehr Bezirkstag in Mils, an welchem 78 Abgeordnete als Vertreter von 52 Feuerwehren erschienen waren Jahre abzuhaltende Feste, Glückstöpfe zu früher (Feuerwehr-Bezirkstag.) Der am Sonn¬ der Bezirksverbandsleitung bekannt geben, damit tag in Mils abgehaltene Abgeordnetentag der feuerwehren an und erbot sich im Winter Curse diese allenfalls ausgleichend eingreifen könne, mit Freiw. Feuerwehren des polit. Bezirkes Innsbruck über die erste Hilfeleistung abzuhalten: Herr Majorität angenommen. Herr Haueis aus Wilten war der 13. seit dem Bestehen des Bezirksver- Anton Rauch aus Mühlau regte die Einführung stellte den Antrag, es seien sämmtliche Ausschuss bandes. Die Abgeordneten der Feuerwehren wur¬ von Windwachen bei heftigem Sirocco an, während Protokolle der Feuerwehren bekannt zu geben den von der Feuerwehr Mils mit Musik in Hall Herr Haueis aus Wilten die Einführung von welcher Antrag nach langer Debatte auch ange- abgeholt. Nach der Festmesse fand die Sitzung taktischen Uebungen den Winter hindurch hindurch nommen wurde. Hierauf würde als Vorort für der Abgeordneten beim Tiefenthaler im Garten= empfiehlt. Alle diese Anregungen wurden sehr bei¬ den nächstjährigen Bezirkstag Steinach bestimmt pavillon statt. Zu dieser waren 78 Abgeordnete fällig aufgenommen. Weniger Beifall fanden die und zur Neuwahl des Ausschusses geschritten. als Vertreter von 52 Feuerwehren herbeigekommen Ausführungen zweier Herren, betreffs Gründung Die Herren Kerber, Hoppichler, Klammer Der Obmann des Bezirksausschusses, Herr Franz eines Verbandsorganes u. betreffs Unterstützungs¬ Simath u. v. Stadler erkärten eine Wiederwahl Kerber eröffnete die Sitzung und stellte den An- wesen. Bei dem gemeinsamen Mittagsmahle nicht mehr anzunehmen, wobei der Obmann wesenden den Herrn Bezirkshauptmann Lewin eröffnete der Obmann des Bezirksverbandes Franz Kerber besonders hervorhob, es möge die Ver- Graf Schaffgotsch, den Obmann des deutschtirolischen Kerber die Reihe der Trinksprüche mit einen sammlung jüngere, schneidige Herren mit den Fune Toast auf den Kaiser. Nach dem Festmahle fand Feuerwehr-Landes-Verbandes, Victor Baron Graff tionen im Landesausschusse betrauen Da waren weitere 3 Mitglieder des Landesverbands-Aus- die Uebung der Milser Wehrmacht statt und nun gerade die Herren, die bis zu diesem Augen¬ schusses; ferner die Gemeindevorsteher Andrä wurde dabei die vom Verbandsausschusse gestellte blicke einander im Reden ablösten und Anschuldi¬ Schneider von Mils, Josef Hefele von Zirl und Aufgabe (Dachbrand beim Meßner Nr. 18) sehr gungen gegen die bisherige Verbandsleitung vor- Andrä Prem von Wattens der Versammlung vor. gut durchgeführt. Besonders erwähnt sei auch brachten, diejenigen, die sich weigerten eine Aus- Dem vom Schriftführer des Bezirks-Verbandes dass das Taubstummeninstitut eine Feuerwehr schussstelle anzunehmen und die abtretenden verlesenen und sehr beifällig aufgenommenen Thä- besitzt, die bei dieser Uebung auch mitwirkte und Herren Verbands-Ausschüsse ersuchten die Stelle tigkeitsberichte entnehmen wir, dass das letzte Jahr sehr gute Schulung zeigte. Sehr gut funktionierte noch weiter zu behalten, was diese dann auch auf die von der Firma I. A. Graßmeyer in Absam verhältnismäßig reich an Bränden war, von denen auf allgemeinen Wunsch der Versammlung, aber hergestellte Spritze. Die Wehrschaft darf sich beinahe jeder einen Unglücksfall zu verzeichnen nur unter der ausdrücklichen, festgestellten Bedin- hat. An Feuerwehren zählt der Verband 31 mit gratulieren zu ihren Geräthen und zu der neuen gung zusagten, dass sie nur noch auf ein Jahr Wasserleitung. 3635 Mann und sind an 10 dieser Feuerwehren ihre Stellen als Ausschußmitglieder beibehalten 1050 fl. aus dem Landesfeuerwehrfonde zur An¬ wollen. Der Ausschuss besteht sonach wieder aus schaffung von Löschgeräthen und Ausrüstungs den Herren Franz Kerber, Obmann, Johann gegenständen ausbezahlt worden. Feuerwehrmänner Hoppichler, Stellvertreter, Max Klammer, Cassier welche als Radfahrer im Dienste der Feuerwehr Amadäus Simath, Schriftführer, sämmtliche aus stehen und, zu solchen Diensten commandiert, da- Innsbruck, ferner den Beiräthen Franz v. Stadler bei verunglücken, haben das gleiche Recht auf aus Matrei, Anton Hosp aus Wilten und Josef Unterstützung, wie die bei den Requisiten einge- Platter aus Steinach (neu). Ausgeschieden ist theilten Wehrmänner, für das Rad hingegen wird Herr Tiefenthaler aus Mils, für welchen Herr keinerlei Vergütung seitens der Unterstützungscasse Platter eingetreten ist. Den letzten Punkt der geleistet. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde Tagesordnung bildeten verschiedene Anträge bzw. der Antrag des Verbandsausschusses, es mögen Anregungen. So reg'e Dr. Otto Köllner die die Feuerwehren, um Collisionen bezüglich der Festlichkeiten zu verhindern, etwa im kommenden Bildung von Sanitätsabtheilungen bei den Land¬ 122 Juli 11. Der den 9. Juli verstorbenen Spritzenmann kammerad Alois Gundolf wurde heute zu Grabe getragen. Nachdem derselbe auch Oberlieutenant der Schützen Compagnie war und ehemals Mitglied der Musik Kappellen war, so war die Betheiligung eine sehr große. Gundolf war Besitzer der Kriegs Medaille und der Jubileum's Erinnerungs Medaille. August 1. Commandatschafts Sitzung, in welcher be¬ schlossen wurde das 25. jährige Stiftungsfest unserer Wehr feierlich zu begehen und aus dem verfügbaren Zinsen der Krankenkasse per fl. 233,23 einen Betrag zu entnehmen um daher eine Staatsschuldverschreibung von fl 100,- nominale anzukaufen; wodurch der Unterstützungsfad auf fl 400. — Capital erhöht wird. Im Stiftsbriefe ist ein diesbezüglicher Anhang nachzutragen. In das Fest Comité wurden gewählt: Feuerwehr Hauptmann: „Anton Rauch, ferner die Feuerwehr Cammeraten „Alois Schlögl. Anton Dinkhauser, Hans Purner, Hans Kathrein, Anton Mayr & Anton Gotsch. August 25. Kurz vom 12 12 h Nachts wurde am östlichen Himmel intensiver Feuerschein bemerkt. Es brannte der unterhalb der Eisenbahnbrücke links der Reichsstrasse gelegene Heustadel des Johann Gstir. 123 Unsere Wehr rückte unter Feuerwehr Hauptmann Anton Rauch nach dem Brandplatze aus und zwar nur mit Spatze N° 1, welche am linken Inmuser aufgestellt, 2 Schleuch¬ linien nach dem Brandobjekte sendete. Nachdem infolge der anhaltenden Drockenheit, der ganz aus Holz gebaute Staël bei Ankunft der Feuer¬ Wehr bereits vollständig in Flammen stand, konnte sich unsere Arbeit nur auf ein möglichst rasches unter¬ drücken der Flammen beschräncken, was auch bald ge¬ lang, denn der III. Zug der Innsbrucker Feuerwehr, der baldigst anlangte konnte ohne in Thätigkeit zu treten sogleich wieder heimkehren. Da die großen Heuwräthe jedoch immer nach weiter glimmten mußte der Heustock auseinander geschöpft werden, wobei immer wieder niezelne Flammen empor loderten. Um ¾ 3 h Früh war jede weitere Gefahr besei¬ tigt und konnte die Feuerwehr heimkehren. Es herrschte vollkommene Windstille und Da gar keine weitere Gefahr für etwähige Objekte, deren es in der Nähe nicht giebt vorhanden war, wurde auch keine Landwache zurück gelassen. Wie nachträglich erhoben würde, ist der Brand von einem circa 20 jährigen Burschen gelegt worden. nur um wieder in das Zuchthaus zu kommen. 12 f Septber 1 Unser beitragendes Mitglied Gemeinde Artzt Josef Flangger ist im Alter von 3. Lebensjah¬ ren, nachdem er eine 53 jährige Praxis hinter sich hatte gestorben, und am 3. September nach Thauer beerdiget worden. Unsere Wehr gab ihm das Geleite bis zum Zapflur, wo die Einsegnung erfolgen. hierauf Vorübung für die Schau Übung anläßlich des 25 jährigen Stiftungsfüstes. Brandobjekt das Haus des Johann Hell. Die Übung, welche als drockene durchge¬ führt wurde gieng rasch und in vollster Ordnung von statten. September 7. Abends gegen 10h gieng über die hiesige Gegend ein aus dem Oberienthale kommendes sehr heftiges Gewitter nieder, wie solches seit Jahren nicht mehr beobach¬ tet wurde. Verschiedene Blitzschläge waren die Folge, be sonders in Wilten und Hötting, welche glücklicherweise ohne Schaden zu verursachen erfolgten. Gegen 3/4 11 h Nachts schlug gedoch der Blitz in den Stadel des Kammwirtes Herrn Joh: Jud in Hall, wel¬ ches Objekt nebst noch 2 andere Städeln und einem klei¬ nen Hause alsbald in Flammen stand. Der riesige Feuerschein veranlaßte uns zum alarmieren, und fuhr alsobald Spritze N°T mit 15 Mann 125 als Besatzung nach dem Brandplatze ab. Den Train bei¬ tete der Adjutant Cammerad Hans Purner und die Bespan¬ nung wurde von Rauch Leopold beigestellt. Unsere Wehr trat jedoch nicht mehr in Thätigkeit, son¬ dere hatte nur nahe Bereitschaft zu halten, und konnte um ½ 2 h Morgens wieder nach Hause fahren. Leider zeigte es sich, daß es an Beßamung in der Gemeinde, für den Fall eines größeren auswärtigen Brandes mangle. Wohl über 20 Feuerwehrmänner sammelten sich unter dem Commandanten beim Magazin, es fehlte jedoch die Lespan¬ nung um die Wehrmänner nach dem Brandplatze befördern zu können, denn sämmtliche leichten Pferde waren weil Landesschützen Pferde bei der Waffenübung. Nachdem gegen ¾ 12h der Feuerschein gänzlich ver- schwand lies der Commandant einrücken. September 9. 25 jähriges Gründungsfest Abends 1/2 8 h versammelten sich die Wehrmänner und Musikkapelle beim Spritzenmagarine, welches mit grünen Trennengewinde, Fahnen und dem Feuervehr Embleme prächtig geschmeckt war. Um 8h setzte sich der Fakelzug unter Vorantrit der zum Umzuge 2. wackeren Musikkapelle in Bewegung durch das Dorf Vor den Wohnungen unserer Ehrenmitglieder, der 12) Herrn Leopold Rauch & Ferdinand Karon Sternbach. unseres ehemaligen Commandanten Herrn Max Weyrer wurde Haltgemacht und einzelne Stücke gespielt; ebenso vor der Wohnung des Commandanten, wo dessen Gemahlin ein gut Heil zugerufen wurde und spricht der Schreiber dieses für diese Oration seinen lieben Feuerwehr Kammer raden den besten Dank aus, denn es war mir ein neuerlicher Beweis daß ich die Liebe und das Vertrauen der wäckeren Wehrmänner geniese. Beim Spritzenmagazine lößte sich der Fakalzug auf und ward mit Fonfahren Begleitung in das Ladhaus marschiert, allwo unser beitragendes Mitglied Herr Wilhelm Rasim 50 Biter Bier spendirte. Die Bewirtung von Musik & Feuerwehrmannschaft gieng auf Kosten der eigens gegründeten Fest Kasse. September 10. 5b Früh: Weckruf durch die wake¬ re Musikkapelle. Leider zeigte uns der Wettergott nicht seine Gunst, denn der bereits am Vorabend nieder¬ gehende Regen wollte nicht aufhören und als um 8t unser Körper unter Vorantritt der Musikkappelle zur Kirche marschierte ergoß der Himmel seine Schleußen über unsern Häupter; jedoch einen watteren Feuerwehrmann kann der Regen die Bauen nicht verderben. 127. Nach dem Festgottesdienste wurde mit Musikbegleitung zum Zapflegarten marschiert, allwo die Feuerwehrmän- ner und Musik auf Kosten der Festkasse bewirdet wurden. Nachmittags ½ h begann bei der Lokallahn Halte„ stelle Dollinger der Empfang der Festgäste Jeder Trammbahnzug brachte neue Festtheilnehmer. und lies unsern waken Musik Kappelle abwechselnd mit jener von Arzl ihre Weisen ertönen. Es fanden sich außer Quitung des deutsch und Tiroler Verbandsausschußes, des Feuerwehr Bezirks- Verbandes auch noch Festgäste folgender Feuerwehren ein: „Innsbruck, Wilten“, Arzl mit Mußik, Rum, Thaur Hall, Mils, Baumkirchen, Volders. Wattens, Aldrans, Arams Amras, Zirl. Terfens, Schönberg, Absam, Pradl, Hotting Um 3 h ward Sammeln geblasen und zu Spritzen- magarine welches in festlicher Weise dekorirt war ab¬ marschiert, wobei wieder die beiden Musikkapellen abwechselnd spielten. Das Wetter hatte sich mittlerweile gebessert und lies sich sogar die Sonne zeitweise blicken. Beim Magazin wurde das Brandobjekt./. Haus des „Alois Spekbacher‟ bekannt gegeben, Windrichtung Ostlich Gleich giengs mit beiden Spritzen und den Gerathen dorthin, wo sich inzwischen auch die Ver¬ 128 bands und Bezirkleitung nebst vielen Festgästen einfand. 4 Minuten nach dem Feuersignal war bereits Der 1 Schluch mit Wasser auf dem Dache, ihm folg¬ ten die 3 übrigen unserer Spritzen, wie auch die Hydnanten der Herrn Weyerer & Herrn Bauer welche uns dieselben zur Verfügung stellten. Schließlich trat auch noch die Dampfpumpe des Herrn Weyrer's und deßen zweite Prumie mit mit Furbinenbetrieb in Thätigkeit, so daß die sämmtlichen Gebäude in der Nähe des Brandobjektes, wie auch die etwas entfernteren jedoch als gefährdet angenommenen der Familie Saurwein./. Zapfler./. geschützt werden könnten. Nach Schluß der Übung, welche allgemeinen Beifall erntete wurde an der Landstrasse noch eine Fontäne gebildet bei welcher aus nicht we¬ niger als 9 Strahlishren Wasser gegeben werden konnte. Die Feuerwehr Mühlau zeigte bei dieser Gelegenheit neuerlich, daß sie die ihr zur Verfü- gung stehenden Böschmittel auch hand zu haben versteht. Nach beendeter Übung sammelte sich unser Körper und wurde Defilirung vor den Festgästen angeordnet, welche mit sämmtlichen Gerätschaften bei der 129 Haltestelle der Eckalbahn „Dollinger“ statthand. und wozu unsern Musikkapelle den üblichen Marsch spielte. Nachdem dann die Geräthe wieder in das Magazin gebracht, ward zum Festplatze „Horeth Garten marschiert, welcher mit Fahnen und Feuerwehr- mablemen festlich geziert war. In einer Ecke befand sich eine von Blumen und grünen Ziergewächsen gebildete Nische in¬ mitten deren wir das prachtvolln Ohlportrat unseres Gründes und I. Commandanten des Herrn Ferdinand Weyrer erblickten, welches Bild uns dessen Frau Gemahlin in alter Freundschaft gütigst zur Ver- fügung gestellt hatte; vor dieser Nische war der Tisch für die Commandantschaft und Vertretter des Landes- und Bezirks-Verbandes, so daß gleichsam Herr Weyser, wenn auch nicht mehr am Leben, bildlich in unserer Mitte weilte. Es beehrten uns nun auch mit ihrer Bewesenheit, der Herr Pfarrer, der herr Cooperator und Gemeinde Vorsteher Herr Barsn Sternbach. Die Mussick abwechselend mit dem Mühlauer Sänger Chor trug sehr viel zur Unterhaltung und Feststimmungs bei; leider schlug das Wetter wieder um und der Himmel öffnete seine Schleusen neuerlich 130 Die Festrede hielt Feuersehr Hauptmann, Anton "Rauch" in welcher derselbe nach der üblichen Begrü¬ sung des Herrn Pfarrers, des Herr Vorstehers und der Festgäste, einen kurzen Rückblick über die Thätig- keit unserer Feuerwehr entwarf, aus welchem folgen- des zu bemerken wäre. Im Herbste 1874 bildete sich ein Comité dem folgende fünf wackere Männer angehörten: „Ferdinand Weyrer, Thomas Bang, Gottlieb Schatz, Johann vor Ottlmayer und Josef Steiger welche sobald sie sich überzeugt hatten, das die Gründung ei¬ ner freiwilligen Feuerwehr unter der Bevölkerung Anklang finde von der Gemeinde Vorstehung die Genehmigung einholten, und um die Beschaffung einer neuen guten Saugsprike ansuchten. Die Schritte waren von Erfolg, denn alsbald wurde die Spritze bei Joh: Grassmayr in Wilten bestellt und mit Ende des Jahres 1874 hatte die Wehr bereits 54 Mit¬ glieder. Für die weitere Ausrichtung und Anschaffung von Köschgeräten ergab eine veranstallte Sammlung den an¬ sehnlichen Betrag von fl 300.- Die 1/2 Hauptversammlung fand am 1 Janner 1895 statt von welcher Herr Ferdinand Weyrer einstimmig zum Commandanten gewählt wurde; und daß mit ihm die richtige Ferfelichkeit in die Spitze trat, beweisen die 13 Erfolge, welche derselbe mit unserer Wehr bis zu seinem leider allzufrich erfolgten Tode, erzielte. Rasch gieng es an das Einexerzieren und Einüben, so daß als am 2. Mai 1875 die Spritze abgeliefert wur¬ de dieselbe von einer vollkommen gut ausgebildeten Man¬ schaft übernommen werden konnte; Beweis dafür die allseitige Anerkennung, welche unsere Wehr anläßlich des Brandes des Haller Pfarrkirchendaches, allwo dieselbe die Feurtruhe erhielt, untete. Herr Weyrer legte bei der Hauptversammlung am 31. Dezember 1878 durch eine Spende fl 100. – Natten Rente den Grund zu unserer Krankenkasse, welche später von den Erben unseres Ehrenmitgliedes Herrn Anton Rauch durch Zuweisung von weiteren fl 200.- auf den Betrag von so 300 erhöht wurde. Der 25. September 1892 war für unsere Wehr ein Trauertag, da unser Commandant Herr Ferdinand Weyrer nach langem Leiden verstorben ist. Die Begleitung zur letzten Ruhestätte, war eine impossante Kundgebung für seine Beliebtheit, und wird sein Andenken immer in uns fortleben und er uns zum Muster eines wahren Feuerwehrmannes dienen. Ihm folgten im Commando sein Neffe Herr Max Weyrer und nach dessen Rücktritt Johann Holzmeister, welcher unsere Feuerwehr bedeutend verstärkte und durch An¬ 132 schaffung einer zweiten Spritze wehrfehiger machte. Während der Zeit unseres 25 jährigen Bestandes sind von unserem Hörper 15 ordendliche darunter 2 Komman¬ danten und 11. außerordendliche Mitglieder, durch Tod abgegangen. Es ereigenten sich während dieser Zeit 43 Krände darunter 12 grössere, an denen unsere Wehr größtentheils zu deren Bekämpfung theilnahm, oder bei den übrigen wenigstens in Bereitschaft war. Aus Anlaß des 25 jährigen Stiftungsfestes hat der Feuerwehr Ausschuß beschlossen, von den verfegla¬ ren Zinsen der Krankenkasse fl 100. – zu kapitalsieren. so daß unsere Krankenkasse gegenwärtig über ein Grund Kapital von fl 400 h verfügt. Es folgten hierauf der Dank an die folgenden 25 Jahre dienenden aktiven Feuergehrmänner: Commandant Stellvertretter; Leonhard Lang Lassier Johann Thaler Zug Verwalter Steiger Rottenführer & Maganzin Johann Kathrein Spritzemeister Leonhard Schlögl Spritzenmeister-Stellverketter Alois Schloge Johann Gstir Steiger Rottenführer Anton Schnegg Johann Hell Steiger Obmann der Ordnungsmannschaft Anton Dinkauser 133 Sputzenmann Christian Rauch Anton Thaler Josef Harm Franz Waldner Ordnungsmann Alois Turner Die beabsichtige Vertheilung der Ehrendiplome mußte wegen des inzwischen leider eingetrettenen strömenden Regens unterbleiben und wurde ver¬ schoben. Der Feuerwehr Ausschuß hatte auch beschlossen jene Feuerwehrmänner, welche 20 Jahre dienen mit 2 Arnstreifen und die, welche 10 Jahre dienen mit 1. Arnstreifen auszuzeichnen. Es dienen 20 & mehr Jahre: Steiger Anton Schöpf Spritzen & Schlauchmanner: „Alois Rainer, Alois Spekbacher Sorenz Mader, Josef Dangl, Anton Harm und der Sanitätsmann Georg Stokhammer. Ferner 15 Jahre „Adjutant & Schriftführer Hans Purner, Zugsführerstell, Petter Anton Mayr und Steiger Franz Schatz, welchen ebenfalls der Dank ausgedruckt wurde. Schließlich dankte der Commandant der ganzen übrigen Mannschaft und ersuchte um ferneres Zusammen¬ halten und thätiges Eingreifen in Zeiten der Gefahr. 134 Es sprach dann, daß Vorstandsmitalied des „Deutsch„ Tiroler-Feuerwehr-Verbandes Herr Josef Jörg als Vertretter des Obmannes Herrn Victor Baron Graf, wel¬ cher unserer Wehr zu ihrem 25jährigen Bestande Glück wünschte. Weiters der Stellvertretter des Bezirks Verbands Obmannes Herrn Franz Kerber „Herr Johann Hoppich„ la auf unseren Commandanten, und schließlich Her landschaftlicher Böschinspektor „Max Klammer“ welcher die Einrichtingen unserer Wehr wie auch die stattgefundene Übung lobend besprach. Schließlich sei an dieser Stelle dankend aller Inner gedacht welche durch Ihre thätige Beihilfe zum Gelingen des Festes beitrügen, als unserm allbewehr¬ ten Cammeraten „Hans, Kathrein, welcher die Dekora¬ tion des Festplatzes leitete wie auch aller Feuerwehr- männer die dazu mithalfen. Der unermüdlichen Musikkapelle unter Ihrem Capellmeister Cammeraten Hans Turner und der „Mühlauer Sängel Gesellschaft“ Sie alle trugen dazu bei das Fest zu verschönern. Gedankt sei auch allen jenen beitragenden Mitglie¬ dern, welche durch ihre Spenden es uns ermöglichten das Fest zu feiern ohne unsere Regie Casse in An¬ spruche zu nehmen. 125 24. September Kleine Übung mit Spritze N° 2 beim Ganner. Beim Grundungsfeste arbeite Skritze N° 2 nicht zu unserer vollsten Zufriedenheit, und wurde daher diese Spritzenprobe, vom Commandanten angeordnet. Die Probe, welcher auch der Lieferand der Spritze Herr Knittl von Firma Grasmair in Wilten beiwohnte, fiel zu unserer vollsten Zufriedenheit aus und konnten wir wieder ganz beruhigt sein. 23. September Im Keller der Tischlerin gebruder Colli in Wilten gerieten Hobelspann in Krand, welche dort zum Hützen des Dampfkessels aufgestappelt waren; der Krand wurde durch die Feuerwehr Wilten bald gelöscht und ward in Mühlau nichts davon bemerkt. 22. Oktober Herbst Hauptübung. Als Kwed. Objekt war Tschoners Feigenmühle angenommen und ein durch Flugfeuer entstandener Dachbrand beim Steiger. Spritze N° 2 stellte sich beim Fichoner auf und bekämpfte das Brandobjekt, während N° 1 den Dachbrand beim Steiger mit Hilfe des Brunnen¬ wassers beim Schöpf./. Jost./. und des dort angebrach¬ ten Auslaufes aus der Waßerleitung bekämpfen sollte; es zeigte sich aber, daß für eine Spritze 12) wie die unsere zu wenig Wasser vorhanden ist, und wir daher im Falle eines Krandes im Holz auf Wasser aus dem Tuft Kache angewiesen sind, welches wir dank unserer 2 Spritzen an jeden Funkt hin- bringen können. Nach der Übung war Musterung durch unserm Gemeinde Vorsteher und Kammeraten Herrn Johann gstir und hierauf beim Koreth die Vertheilung der Diplome an die 25 Jahre dienenden Feuer¬ wehrmänner, unter Mitwirkung der walteren Müßik Kappelle. Gemeinde Vorsteher Herr Gstir sprach seine Aner¬ kennung und seinen Dank für die Hilfe beim Kran¬ de seines Stadels./. 25. August./. aus, und spendete 5. Gulden. Schluss-Bericht. In Bezug auf Brand Schäden war das Jahr 1899 eigentlich ein sehr günstiges zu nennen, denn mit Ausnahme des Brandes am 25. August von Johann Gstir's Heustadel, war unsere Gemeinde „Gott sei Dank von Krandunglück verschont, und ereigneten sich auch in unserer nächsten Nachbarschaft nur kleinere Brandun¬ glücke; dagegen brachte uns der Tod sehr empfindliche Verluste bei, denn wir haben den Verlust 137 eines äußerst tüchtigen Commandanten und zweier sehr wäkerer Cammeraden zu beklagen. Zu erwähnen wäre noch daß der 12 September sehr heftigen Schneefall auf den Bergen mit darauf folgendem Regen brachte, wodurch die Hochwässer bedeutenden Schaden, besonders im untere Innthale, Salzburg & Bayern, verrichteten und einzelne Bahn¬ verbindungen Wochenlang unterbrochen wurden. Neu angeschaft wurden: 4. Steigerrüstungen; 6 Stück Steiger Latermin von J. G. Lieb in Bieberach durch Herrn Grasmayer in Absam bezogen; 4 Stück einen Duxer und 150 Mtr Druckschläuche. Letztern wurden uns von der löbl: Gemeinde¬ Vorstehung, welche wieder ihren warmen Sinn für unsere Wehr bewiesen hat, beigestellt und sei hier¬ mit dem ganzen Gemeinde Rath mit Herrn Vor¬ steher Johann Gstir an der Spitze der wärmste Dank ausgesprochen. Inventar der vorhandenen geräthe, Auszustungsgegenstande am 31. Dezember 1899. 1. Eine große Saugspritze; Fahrsprithe. 158 2. Eine große Saugspritze./. abprotzsprithe./. 3. Ein 2 Städriger Geräthewagen 4 Ein 2 rädriger Schlauchwagen mit Kasten 5. Ein 2. rädriger Schlauchwagen, Art Leiterwagen b. 385 Mtr Druckschlauche größtentheils neuere darunter 150 Mtr ganz neue; sämmtliche mit Normalgewiede 1 Schubleiter; 1 Anstelleiter; 3 Stück hacken¬ leitere und 1 Satz Dachleitern. 8. 14 Stück Wassernimer./. Feuerwehrkübel./. 9. 2 Wordkasten, davon keiner eigenauert 10. 1 Commando Standarte; 2 Signal Hörner 11. ℔ Scholeumfackeln; 3 Schlauchhälter mit Riemen 12. 72 Stück Helme; 4 Chargen Beile 13. 18 Steigerrüstungen, mit Carrabiner, Beine & Beil, 1 Chargen Gurten 14.58 Stück Feuerwehr Duxer. 15.14 Schlauchschließelgärten und Schlüssel 16. 16 Stück Steigerlaternen 17. 2 Stück Signalhörner 7 18. Stück theils einthönige theils zweitänige Hützen. 19. Cassette mit Verlandzeug, wie auch Arm¬ 1 und Fußschiene. 5 20. Strahlrohre und 21. 2 Spritzendecken 22. 3 Einreißhacken, 1 Einbrecherbeil 30 Mitgliederstand am 31. Dezember 1899 Ehrenmitglieder a.) Georg Rauch, Privat in Innsbruck Leopold Rauch, Kunstmühlbesitzer in Mühlau Ferdinand Baron v. Sternbach in Mühlau Commando Feuerwehr Hauptmann Anton Rauch Stellvertretter dgl Thomas Lang Adjutant u. Schriftführer Hans Turner Hassier Johann Thaler Magarineur Hans Kathrein Signalisten Jakob Pernlochner Leonhard Pernlochner. Steiger Hans Kathrein Zugsführer Zugsführer Stellvertretter: Anton Mayr Anton Schnegg Rottenführer Steiger: „Johann Hell: Anton Schöpf Franz Schatz; Anton Hefele, Anton Wieser Franz Brugger; Leopold Rauchjun: Alois Hell 140 Heinrich Weber, Josef Fichafon, Alois Josef Rainer, Josef gstir; Johann Hansen; Ludwig Ebenbichler, Johann Neuner, Romed Kreuzer Spritze Nº I. Spritzenmeister: Thomas Rang Alois Schlögl Stellvertretter: Spritzenmanner: Franz Waldner, Josef Harm, Alois Neuner, Johann Pernlochner, Franz Weger; Heinrich Dittmayr; Alois Speckbacher Anton Harm; Johann Reinisch. Alfred Angerer Josef Stolz, August Sterlika, Karl Sentobe, Anton Tollinger Spitzl. No II. Spritzenmeister: Leonhard Schlögl Stellvertreter: Johann Gstir Spritzenmanner: Anton Thaler, Lorenz Mader, Math: Staffler; Otto Rainer, Joh: Seyerling; Christian Deisenser; Simon Mangott, Johann Rainer; Christian Rauch; Leonhard Purner, Sebassian Kalkschmied; Johann Stern. Josef Dittmayr 141 Schlauchmannschaft Alois Rainer Rottenführer Franz Sentobe Ssellvertreter Schlauchmanner: Josef Dangl, Josef Sentobe, Johann Ploner; Georg Holzmeister; Anton Götsch; Johann Ganner, Ferdinand Schober. Christian Wieser, Konrad Türk Ordnungsmannschaft Alois Anton Dinkauser; Johann Turner Sanitätsmann Georg Stockhammer: Unsere Feuerwehr zählt somit mit 31. Dezember 1899 3 An: Ehrenmitgliedern: 64 ausübende 56 auserordendliche 128 in Summa Windwachten wurden im Jahre 1899 in 30 Nächten abgehalten! Gott schütze Mühlau gut Heil Mühlau am 4. Janner 1900 Anton Rauch Feuerwuhr Hauptmann 142. Sechsundzwanzigstes Vereinsjahr. 1900 Am 5. Jänner Generalversammlung beim Koret! Commandant Anton Rauch eröffnet um 1/2 9 h die Versammlung und begrüßt die sehr an der Zahl zahlreich erschienenen Mitglieder Nach Verlesung des Jahrs- und Cassen-Berichtes und Genehmigung derselben durch die Versamm¬ lung wurde zur Neuwahl der Commandant¬ schaft geschritten. Mit Ausnahme der Chargen der Steiger¬ Abtheilung wurden sämmtliche andere Chargen per Aclamation gewählt und folgt nachstehend das Ergebnis der Wahl. Nachdem Commandant Stellvertreter Herr Thomas Lang wegen Altersrucksichten diese Stelle nicht mehr anzunehmen erklärte. was allseits mit Bedauern zur Kenntnis ge¬ nommen wurde, beantragte Herr Gemeinde Vorsteher Johann Gstir indem er in warmen Worten die Verdienste desselben um un¬ sere Feuerwehr hervorhob, Herrn Rang zum Zeichen der Anerkennung zum Ehrenmit¬ 143 gliede unserer Feuerwehr zu ernennen was allseitig, und mit lebhafter Begeiste¬ rung angenommen wurde. Cammerad Lang dankte und versprach auch fernerhin als Spritzenmann mit seinem Können und Wissen unserer Wahr zu dienen. Infolge der Neubesetzung der Stelle des commandaten Stellvertreter ergaben sich auch einzelne Verschiedungen, da auch der Spritzen¬ meister Stellvertreter der Spritze Nº II, Johann Gsitz infolge seiner Wahl als Gemeinde Vorste¬ Het diese Stelle nicht mehr anzunehmen erklärte, und der Feuerwehr als beitragendes Mitglied anzugehören erklärte wolle. Neu aufgenommen wurden: 10 Mitglie¬ der welche in nachfolgender Standesliste erschei¬ nen, und wurde denselben vom Commandan¬ ten, nachdem Ihnen die Statuten vorgelesen und Ihre Pflichten als Feuerwehrmanner mit warmem Wirten ans Herz gelegt, das Handgelöbnis abgenommen. Nachdem es bereits sehr stät an der Zeit wurde ward die Beschlußfassung über einen abzuhaltenden Feuerwehrball auf die nächste Ausschuß Sitzung verlegt um schloß der Vor¬ 144 sitzende um ¾ 1h mit nochmaligem Danke die Versammlung: Commandantschaft & Standes Biste Feuwehr Hauptmann Anton Rauch Stellvertreter Alois Schlögl Adjutant & Schriftführer Hans Turner dassier Johann Thaler Magazin-Meister Hans Kathrein Signalisten Jakob Pernlochner Leonhard Pernlachner Steiger Hans Kathrein Zugsführer „Stellvertreter Leopold Rauch Steiger Rottenführer: Heinrich Weber Steiger: Johann Hell, Jakob Hefele Anton Wieser, Franz Brugger, Alois Hell Josef Tschafan, Josef Rainer, Josefa Gstir Johann Hanser; Ludwig Ebenbichler, Johann Neuner, Romed Kreuzer, Franz Schatz 145 Spritze Nº I Spritzenmeister: Alois Schlögl „ Stellvertreter Alois Speckbacher Spritzenmänner: Franz Waldner, Josef Harm Alois Neuner, Johann Pernlochner, Franz Weger Anton Harm, Johann Reinisch, Alfred Angerer, Josef Stolz, August, Sterlika, Karl Sentobe, Anton Tollinger, Anton Schnegg, Carl Rauch, Anton Schlöge Carl Sentebe; Johann Stern; Thomas Bang, Anton Schnegg: Anton Kössler; Alois Ottl; Josef Oberdanner Spritze No II Spritzenmeister: Leonhard Schlögl Stellvertreter Otto Rainer Spritzenmanner: Anton Thaler; Lorenz Mader Math: Staffler, Joh: Sauerling; Christian Dei¬ senser, Simon Mangott, Johann Rainel, Christian Rauch; Leonhard Burner, Sebastian Kalkschmied, Heinrich Dittmayr; Josef Dittmayr, Leonhard Schlögl jun; Anton Gätsch, Hell Johann jun. Johann Prantl, Johann Gundolf, Alcu Überegger, 146 Schlauchmannschaft Rottenführer Alois Rainer „Stellvertreter“: Franz Sentobe Schlauchmanner: Josef Dangl, Josef Sentobe Georg Holzmeister; Ferdinand Schober, Konrad Fürk; Christian Wieser; Conrad Plattner, Johann Ploner, Johann Gannner Ordnungs: Mannschaft Anton Dinkäuser; Alois Turner Sanitäts-Mannschaft Georg Stockhammer; Anton Schöpf Ehrenmitglieder Thomas Lang; Schmied & Wagnermeister in Mühland Leopold Rauch; Hunstmühlen, Besitzer in Mühlau a Ferdinand Baron v. Fr. bühlan: Georg Rauch; Frii Deffentlicher Dank. Die gefertigte Fractionsvorstehung spricht hiemit allen Jenen, welche beim letzten Brande in Amras Hilfe leisteten, den wärmsten Dank aus. Besonderer Dank aber sei der freiw. Feuerwehr von Aldrans und Mühlau, sowie dem k. k. Gendarmerieposten von Innsbruck und Wilten erbracht. Amras 8. Jänner 1900. Hans Geyr, Feuerwehrhauptmann und Fractionsvorstand. 147 5. Jänner 1900 Gegen Mittags entstand in dem zur Restauration Schönruh gehörigen Bauernanwesen. ein Schadenseuer, wodurch das Brandobjekt gänzlich umgeäschert wurde, und dem auch 2 Kinder im Alter von 2 1/2 Jahren und 6 Wochen zum Opfer fiehlen. Infolge des herschenden Nebels wurde das Feuer erst späth bemerkt, und wegen des herrschenden Wassermangels, die Bekämpfung des Feuers bedeu¬ tend erschwert. Unsere Feuerwehr entsandte einen Böschtraie unter Führung des Commandanten und konnten wir noch thatkräftig eingreifen, wofür uns auch von Seiten der Gemeinde Vorstehung Amras, der besondere Dank ausgedrückt wurde. Die Bespreuung der Kritze stellte Rauch Anton eines Transportwagen für die Mannschaft Josef Harm bei. Wie sich später herausstellte wurde das Feuer von der Mutter des ältern verunglückten Kindes gelegt, wofür dieselbe auch 12 Jahre Kerker erhielt. Um 4 h konnten wir wieder nach Haus fahren. Am 24. Mai Frühjahrs Hauptübung. Brandobjekt war das alte Tichafonsche Mühlgebäude und arbeiteten Spritze N5 6 wie auch N° 2 mit je 2 Schläuchen, wobei wir uns wieder von der vorzüglichen Leistungsfähigkeit beider 148. Maschinen überzeugen konnten. Spritze 4°2 hatte 2 Minuten 25 Secunden nach gegebenem Feuersignal das Wasser auf dem Dache des Frankschen Fabriksgebäudes; ein schönes Zeichen für die Leistungsfähigkeit der Mannschaft. Nach der Hauptübung wurde beim Koreth unserem ehemaligen Obmannstellvertreter und ver¬ dientem Mitgliede Thomas Dang das sehr schön ausgeführte Ehrendizlan überreicht Der Commandant schilderte in einer An¬ sprache die Verdienste Rangs um unsere Feuer¬ wehr, denselben allen Mitgliedern als Vorbild zur eines wahren Feuerwehrmanns vorstellend. Die Unterhaltung besorgte unsere Musikkapellen unter Zeitung unseres bewährten Kameraden und Schriftführers Turner. Am 3. Juni 12 9 h Abends erthönte das Feuer¬ signal. Es kam gegen 8h Abend im Ökonomiege- läude beim Boretto Wirte in der Haller an durch spielende Kinder Feuer zum Ausbruche, welches bei heftigem Südwinde auch alsobald auf das altehr¬ würdige Kirchlein übergriff und gänzlich einescher¬ tr. Den vereinten Bemühungen der erschienenen Feuerwehren gelang es das Gasthaus zu retten. 149 Das Kirchlein wurde 1590 von Erzherzeg Ferdinand der mit seiner Gemahlin von Innsbruck aus oft dahin wallfahrtete errichtet. Unsere Spitze wurde von Spritzenmeister Stellver¬ treter Alois Speckbacher geführt; die Bespannung stellte Rauch bei, unser Train konnte jedoch wegen Wassermangels nicht mehr in Aktion treten und mußten wir uns damit begnügen den übrigen Spritzen durch jungen zu helfen. Am 4. Juni starb nach längerem Leiden Kammerad Johann Hansen, der Steiger Abtheilung und wurde am 6. Juni zu Grabe getragen, der übliche Gottesdienst wurde für denselben am 10. Juni abgehalten. Ruhe seiner Asche! Am 19. Juni Übung mit den 2 neu eingelaufen Hydranten nächst der Kirche und nächt dem Kornth. Mittels des Hydranten nächst der Kirche bei Rauch war es uns möglich von der aufge¬ stellten Schubleiter aus noch den Kirchthurmkeppf zu erreichen. Die Gemeinde erhielt von der Stadt Innebruck die Bewilligung zur Einbauung der 2 Hydranten in die gemossenschaftliche 150 Wasserleitung, für die Bewilligung der 17. Durchführung der elektrischen Stromleitung oberhalb Mühlaus durch den Gemeindewald, und sei nebenbei bemerkt, daß die Stadt Innsbruck der Gemeinde überdies noch fl 400.- bezahlen mußte Am 1. Juli Feuerwehr Bezirkstag in Steinach, und war unsere Wehr durch die Delegirten Commandanten Rauch und Cammeraten Otto Rainer vertreten, auch fanden sich theils zu Rad. theils mit dem Mittagszug noch mehrere Kammeraden nie, ein neuerlicher Beweiß für die gute Kammeradschaft welche in unserem Körper gehalten wird. Bericht über den Delegirtenhag in Steinach. 13 Rettungsapparate, 7 Feldapotheken, 10 Trag (Das Löschwesen im Bezirke Innsbruck.) Unlängst wurde im schmucken Steinach der XIV bahren, 639 Wassereimer, 374 Fackeln, 234 La- colonie. Seither aber sind mehr abgereist als Verbandstag des Verbandes der Feuerwehren des ternen. Sämmtliche 63 Feuerwehren besitzen Ge- kommen. Es ist auch leicht begreiflich. Seit 6. politischen Bezirkes Innsbruck abgehalten, der unter räthemagagine, 17 auch Steigerthürme. Stand-haben wir ungünstiges Wetter und seit dem ver reger Theilnahme verlief. Besonderes Interesse listenbücher führen 44, Dienstbücker 21, Inventare gangenen Samstag weht von der Landeshauptstadt dürften die Mittheilungen des abtretenden Aus- 47 Feuerwehren. Von den 4192 Feuerwohrmännern herein der hier sogenannte Innsbrucker Win¬ schusses über den gegenwärtigen Stand des Feuer- des Bezirkes gehören 1824 der Reserve des Heeres (draußen der Scharnitzer), so eisig kalt, dass d wehrwesens im Bereiche der Bezirkshauptmannschaft oder der Landwehr, 1178 dem Landsturme an, Leute sagen, sie hätten im Winter nicht so sehr ge¬ 1190 Wehrmänner sind wehrfrei. Innsbruck beanspruchen. Von 76 Gemeinden des froren, wie jetzt mitten im Sommer. Die Fremde Bezirkes besitzen 62 Gemeinden 63 Feuerwehren Die oben angeführten Ziffern sprechen deutlicher werden ultramontan, d. i. sie ziehen über den Bren von denen 61 dem Feuerwehr-Landesverbande, be- als alles andere von dem Emporblühen der Feuer-ner hinein in der Hoffnung im Süden wenn auch ziehungsweise Bezirksverbande angehören. Außer- wehren in unserem Bezirk, sie beweisen, dass das nicht besseres Wetter, doch ein milberes Klima halb des Verbandes stehen die Freiwillige Feuer¬ Löschwesen im ganzen Bezirke tief Wurzel gefass hat. Ein ganz bedeutendes Verdienst an der För¬ wehr in Vals und die Feuerwehr der k. k. Salin derung desselben in unserem Bezirke haben sich der in Hall. Die 63 Feuerwehren stellen ein Contin gent von 4192 Mitgliedern. Diese stattliche Ziffer bisherige Bezirksverbandsobmann Herr Franz Kerber und Herr Verbandscassier Max Klammer, letzterer setzt sich folgendermaßen zusammen: Ehrenmitglieder insbesondere als unermüdlicher und opferwilliger 46, Chargen 307, Steiger 748, Spritzenmänner landschaftlicher Löschinspector, erworben. Bei der 1852, Schlauchnnner 652, Ordnungsmänner 241 Uebernahme der Verbandsleitung vor 10 Jahren Sanitätsmänner 40. Beitragende Mitglieder 306. seitens des Herrn Kerber zählte der Innsbrucker An Löschgeräthen verfügt die Feuerwehr-Mannschaft Beztrksverband 23 Feuerwehren. Da die bisherigen über: 402 Hydranten, 1 Dampfspritze, 14 Hydro- Functionäre der Verbandsleitung ganz entschieden phore, 63 Spritzen mit Saugwerk, 31 Spritzer eine Wiederwahl ablehnten, musste vollständig neu ohne Saugwerk, 46 Tragspritzen, 43 Schubleitern gewählt werden. Sie besteht nunmehr aus folgen¬ 183 Hakenleitern, 83 Dachleittern, 19 Stockleiterr den Herren: A. Fritz-Wilten, Obmann; Max und 117 Anstelleitern. An Schlauch-Materiale ist vorhanden: 13.647 m Hanfschläuche mit Normal=Schafferer—Innsbruck, Obmann-Stellvertreter; Fr Gewinden, 743 m Hansschläuche ohne Normal-Ge- Haueris—Wilten, Schriftführer; Jos. Randl—Inns¬ bruck, Cassier; Steiner—Matrei, Plattner—Steinach winde, 81 m Gummischläuche mit Normalgewinde und Wörndle—Telfs. Der nächste (XV.) Bezirks- und 431 m Saugschläuche, 1171 Paar Schlauch- tag findet in Telfs statt. Dem abtretenden Aus- Kuppelungen mit und 94 Paar ohne Normal-Ge schusse sprach Herr Feuerwehrcommandant Rauch winde. Ferner verfügen die Feuerwehren des Be- von Mühlau den Dank und das Vertrauen aus. zirkes Innsbruck über 1 Krankentransportwagen Von den weiteren Verhandlungsgegenständen des 1 Mannschaftswagen, 63 Schlauchwagen, 28 Ge- Bezirkstages sei noch besonders erwähnt, dass sich räthewagen, 3 Wasserwagen, 18 Hydrantenaufsätze 151 Am 24 Juli Übung mittels des Hydranten beim Rezeuth, wobei von der Strasse aus, das Dach des Karon Sternbachschen Schlosses erreicht wurde; hernach Reinigung der Spritze N° T, des Steiger und Schlauchkarrnes. Nach der Übung wurde zum Zapfler marschirt, wo der Commandant seinen Bericht über den Bezirkstag in Steinach erstattete. Am heutigen Tage hat auch Baumnister Fritz aus Wilten mit dem Bau des Steiger und Schlauchthurmes begonnen, und gelangte hiedurch endlich der Wege gehegte Wunsch /:siehe Bericht über die General Versamm¬ lung am 21. Jänner 1899). zur Durchführung. Am 7. August Am Steigerthurm wird der First aufgestellt. Um 12. August. Wird beim Koreth Wirt. Der Glückstopf abgehalten. der sehr reichhaltig mit Gewiesten ausgestattet war; wir hatten 33 1/2 Gewiese, und erzielten einen Reinertrag von ♀ 1201.07 womit die Kosten des Steigenthurmes zum größ- ten Theile gedeckt sein dürften. Am 25. August Außerordendliche General Versammlung im Badhaus wegen Wahl eines Dellegirten für den 21. Verlandsag der deutsch Tiroler Feuerwehren in Lienz. 152 Siehe michste Seite unter 26. August. Es wird Kammerad Anton Götsch gewählt, der sich bereit erklärte die Vertretung unserer Feuerwehr in Lienz zu übernehmen. 8. & 9. September Landes Verbandstag in Bienz. Die schon langen schwebenden Fragen, wegen Einführung der obligatorischen Feuerversicherung und der Sterbe Kassen wurden noch nicht erledigt, sondern dem neuen Ausschuße zur weiteren Berathung zugewiesen. Letzter Punkt hauptsächlich deswegen, weil die Errichtung einer Sterbekasse die sogenannten Ver¬ sicherungszflichtigen Feuerverehrenauer; das sind jene, wel¬ ihn in einem Geschäfte beschäftigt sind, bedeutend belasten werde und weil zur Sicherung des Unternehmens mindestens 5000 Mitglieder nötig waren, während der Verband gegenwärtig nur etwas über 4000 zählt. Die Einführung eines Feuerwehrpasses wurde angenommen und wurde der bairische Feuerwehr- Groß als Muster aufgestellt. Inen Feuerwehren, welche Fahnen aus eigenem Mitteln anschaffen, werden wenn Sie um eine Unterstützung aus dem 80% Feuerwehrfand ansuchen auf 10 Jahre zurückgestellt. Wurde angenommen. Die maximal Höhe der Unterstützungen für verunglückte Feuerwehrmänner wurde wie bisher belassen 153 und zwar N: 2,50 für ledige H: 3,50. für verheiratete Feuervehrmänner ohne Kinder und H.5.- für solche mit Kindern. Der bisherige Ausschuß, das ist: „Victor Karon Graf als Obmann, Jörg als Cassier Stattlerder Schriftführer, Humml, Gratl wurden wieder und Simath & Kerber, sämmtliche in Innsbruck neu¬ gewählt. Der nächste Verbandstag wird 1903 in Hall stattfinden. 26. August Um 5 h Nachmittag ward unsere Feuerwehr aller¬ mirt. Es war im Hause des Johann Peer infolge schlechter Bauart ein Dippelbaum Land zum Aus¬ bruch gekommen. Unsere Feuerwehr, soweit Leute an dem schönen Sonntag zu Hause waren, war mit Spritze N° 1 mit anerkennenswerter Raschheit am Platze erschienen das Feuer war jedoch bereits durch Hausleute glokmeister und einige Feuerwehrmänner getöscht, so daß die Spritze nicht mehr in Thätigkeit kam. Am 10. September Herbst Hauptübung beim Schustermeister Schatz & Zapflau Beide Spritzen arbeiteten zur vollsten Zufriedenheit. nur zeigte sich wieder, daß wir für 2 Maschinen 15 leider zu wenig Bedienungs Mannschaft haben, es ware sehr wünschenswert, wenn sich junge kräftige Män¬ ner zur Feuerwehr anwerben liesen anstatt abseits zu stehen. 13. Oktober Infolge eines Schlaganfalles verschied nach ganz kur¬ zum Krankenlager, Commandant Stellverhèter, & Spritzen¬ meister „Alois" Schlögl Alois Schlögl, der unserem Körper bereits seit der Gründung angehörte, war wohl einer der ver¬ dienstvollsten Männer, die sich um das Zustandekommen, und die Ausgestalltung unserer Feuerwehr ein immer¬ währendes Bedenken geschaffen haben. Schlägl fehlte wohl bei keinem Brande, und war immer am Platze und gar oft war sein erfahrener Rath ausschlaggebend bei Beschlüssen, welche der Feuerwehr Ausschuß zu fassen hatte. Am 15. Oktober Kammerad Schlögl wurde zu Grabe getragen, begleitet von einer großen Menge Beidtragender, Freunde und Feuerwehren. Außer unserer Feuerwehr war erschienen: die Feuerwehr von Arzl sehr zahlreich und Vertretungen der Feuerwehren von „Absam, Rum & Kädl. Schlögl hinterließ eine trauernde zahlreiche Familie. Ruhe seiner Asche! 155 Am 19. Oktober Der übliche Gottesdienst für den Cammeraden Alois Schlöge wird gehalten; welchem zahlreiche Feuerwehr¬ Männer beiwohnen. Die Wittwe Schlögl spendete den Betrag von K: 20- welcher der Regie Cassa zugewiesen wird. Schlußbericht Das Jahr 1900, welches uns 3 mal Gelegenheit gab mit unserer Wehr zum Schutze des Nächsten auszurücken, war für Mühlau ein glückliches, denn bei dem Dippel baumbrande am 26. August, dem einzigen Landschaden in Mühlau, gieng die Sache sehr glücklich ab Nicht so glücklich waren wir hinsichtlich unseres Mann¬ schafts Standes, da wir leider 2 Mitglieder durch den Tod verloren haben. Als erwehnenswert sei angeführt, daß an 7. März die elektrische Bahn der Firma Anton Rauch eröffnet wurde, als I. elektrische Bahn in Tirol Ausschuß Sitzungen wurden abgehalten, und sei besonders erwähnt, daß in der Sitzung vom 28 Dezler über Antrag des Commandanten der Beschluß gefassen wur¬ de Chargen Schulen abzuhalten. Über den abgehaltenen Glückstopf wurde ein 51 eigenes Protokoll geführt, welches vom Kammeraden Georg Holzmeister sehr ausführlich in Reinschrift geschrie- ben worden, und dem Vereins Archiv einverleibt wurde. Es sei ihm und dem ganzen Glückstopf Comité hin¬ mit der Dank ausgesprochen. Der Mitgliederstand beträgt XI active Mann. Windwochen wurden 36 abgehalten; allen Feuerwehr Kammeraden wird hiemit gedankt! Gott beschütze Mühlau! gut Heil! Mühlau 11. Jänner 1901 Anton Rauch Feuerwehr Hauptmann. 157 27. Vereins-Jahr 1901. 12 Jänner: Die General Versammlung fand wie üblich beim Horeth statt, und zwar mit folgender Tagesordnung: I. Jahres und Thätigkeitsbericht 2. Verschiedene Ergänzungswahlen 3. Cassa Bericht. 4. Vertheilung von Diplänen für 25 Jahre Dienstzeit. K. Neu Aufnahmen 6 Oetragn. Die Versammlung wird vom Kommandon¬ ten um ½ 9 h Abends mit einer Begrüßung der überaus Wahlreich erschienen Mitglieder eröffnet, und wiedmet derselbe vorerst dem verstorbenen Cammeraden Alois Schlöge und Commandant Stellvertreter einen sehr warm empfundenen Nachruf. Die Versammlung erhebt sich zum Zeichen der Theilnahme & Trauer von den Sitzen. Der hierauf verlesene Jahresbericht, wird ohne Einwendung genehmigt Anläßlich der notwendig gewordenen Ergänzungs Wallen wird mit Stimmzettel abgestimmt und folgen¬ des Resultat erzielt: 158 Zum Commandant Stellvertreter und Spritzenmeister der Spritze N° 1. Leonhard Schlögl Zum Spritzenmeister der Spritze N° 2 Borenz Mader Zum Cassier: Beopld Rauch Zum Zugsführer der Spritzen & Schlauch Mannschaft Conrad Türk. Diese Neuwahlen erfolgten mit Giltigkeit für 1 Jahr und zwar theilweise, wegen des sich durch den Tod ergebenen Abfalles, des Commandanten Stellver¬ treters, des Privater Verhältnisse halber bereits während des Jahres zurückgetretenen Laßiers Johann Thaler, und des wegen Mangel an Zeit zurück getretenen bisherigen Zugsführers Alois Rainer. Der Cassa Bericht des Cassirs wurde ge¬ nehmigt, und nachdem derselbe in allen Punkten richtig, ja geradezu Musterhaft befunden wurde demselben durch ein kräftiges Gut Heil der Dank ausgedruckt. dommandant Rauch, hält nun an die beiden der Feuerwehr 25 Jahre angehörden Mitglie¬ der Lorenz Mader & Alois Spechbacher, eine zündende Anrede, dankt und derselben für ihr bis- heriges Wirken für die gute Sache, und überreicht Ihnen die für 25 jährige Dienstzeit verliehenen Diplome. 150 Zur Aufnahme hatten sich 16 neue Mitglieder an¬ gemeldet. Dieselben wurden nach Verlesung der Statuten und einer Ansprache, in welcher der Commandant die Pflichten des Feuerwehrmannes Darlegte, aufgenommen worauf sie das Handgelöbnis dem Commandanten abgaben. Es wurde auch die Abhaltung eines Feuerwehr¬ Balles beantragt, und hiezu ein Comité aufgestellt, bestehend aus den Cammeraden: Georg Holzmeister, Konrad Klattner, Joh: Reinisch, Karl Rauch und Christian Wieser. Zu bemerken wäre, daß die Versammlung durch die Anwesenheit des Gemeinde Vorstehers Herrn Johann Gstir berührt ausgezeichnet wurde, welchem der Com¬ mandant für sein Erscheinen dankt. Der weitere Antrag Georg Holzmeisters, für die Beschannung der Schritze einen 4er Zug zusammen zu stellen, wird wegen der Undurchführbarkeit vor- läufig abgelehnt. Nachdem keine weiteren Anträge vorlagen schließt der Commandant mit näherligem Dan¬ ker und Gut Heil die äußerst zahlreich besuchte Versammlung um ½ 12 h Nachts. 160 Am 24. Februar Gegen 11h Vormittags brach beim Bapfler Wirt ein Kaminbrand aus, der von den Hausleuten sofort bemerkt, ohne größeren Schaden anzurichten bald gelöscht wurde; es fand kein Alarm statt. Am 15. März: Gegen 2h Nachmittags brannte bei sehr heftigem Winde der Grasboden im Mühlthale, und Scheibenbüchel Ecke. Mit Rücksicht auf den heftigen Wind, wel¬ cher in der Richtung gegen das Dorf strich lies der Kommandant Allarm blasen. Das Feuer wurde jedoch sogleich durch einige Männer und einer Partie Schulknaben, welche der Herr Lehrer entsandte gelöscht. Am 22. April Gegen ½ 11 h Nachts entstand in der Werk¬ stätte des Cammeraden Schneidermeisters Floner, durch einen Rücknapf, welcher mit Sägeßänen gefüllt war Feuer, weil wahrscheinlich eine Theife in denselben ausgeleert worden. Der Land wurde noch rechtzeitig durch einen Hausbewohner bemerkt um wie Herrn Floner nebst einigen zufällig im Badhause an- wesenden Feuerwehr Manuern gelöscht. Der Schaden betrug etwa K 20. – Gebet niemals in die Spucknäpfe Sägespäne, sondern Sand. 161 Am 19. Mai. Besuch der Freiwilligen Feuerwehr in Heilig Kreuz, anläßlich deren Gründungsfestes. Wir hatten selbst eine kleine Spiel Lande mit, welche uns mit Ihren Stücken, besonders mit No 96 u 97 erfreute, welche bei den No von dem Szielleuten sehr flott gespielt wurden, so daß sie dieselben immer wiederholen mußten. Am 26. Mai. Ausflug nach Absam zum Besuche der Feuerwehr, anlaßlich des 25 jährigen Gründungsfestes. Am 24. Mai Übung am Dorfplatze mit beiden Spritzen und dem Hydranten Am 14. Juni Frühjahrs Hauptübung bei Ziel Jakob Durch Zwischenschaltung der Spritze No 2 war es möglich den Wasserstrahl bis über das Dach der Szilschen Villa, zu bringen. Die Spritze 4°1 stand beim Badhaus Kanal; beide Maschinen arbeiteten vorzüg¬ das lich und so war es möglich, das Feuer tötende Ele¬ ment auch in kürzester Zeit bis zu diesem Wasserlosen Punkte zu fördern. Der Übung wohnten auch der Commandant der Feuerwehr in Arzl Herr Stern und der Zugsführer derselben Feuerwehr Herr Tollinger bei; welche sich an¬ läßlich der nachher erfolgenden gemüthlichen Ver- sammlung, sehr lobend über das flotte Zusammen¬ wirken unserer Feuerwehr ausdrückten. Gelegendlich der Hauptübung wurde auch be¬ 162 schlossen ein Waldfest abzuhalten und das Vergnügungs- lomité mit der Ausarbeitung betraut. Am 23. Juni Feuerwehr Bezirks Tag in Telfs. Unsere Wehr war durch den Steiger Commandanten Hans Kathrein und Kameraten Georg Holzmeister vertreten. Besondere Vorkäumise waren nicht zu verzeichnen es wäre nur zu erwähnen, daß im politischen Bezirke Innsbruck mit 76 Gemeinden, derzeit 64 Gemeinenden den Bestand einer Feuerwehr ausweisen können; ge- wiß ein erfreuliches Zeichen, daß sich das Bewußtsein über den Wert einer tüchtigen Feuerwehr immer mehr Bahn bricht. Das ausführliche Protokoll über den Dellegirten Tag liegt in unserem Archive. Am 28. Juli Das Waldfest wurde oberhalb des Rechenhofes abgehalten. Sehr zahlreich war die Betheiligung von Seiten der Feuerwehr Cammeraten, Gemeinde¬ Angehörigen und anderen Feuerwehrfreunden. Das Fest bei dem 424 Liter Bier 200 Paar Würstel verzehrt wurden verlief ohne den geringsten Mißthon Am meisten Unterhaltung machten. Das Kapfelge¬ wehr Schießen, der künstliche Fischfang, das Sackhüpfen, und besonders das Hotlaufen, doch waren auch noch zu 1/2 2 erwähnen: Rumfelspiel. Ringwerfen, rußische Kegel¬ bahn. Das Fest hat uns neuerlich gezeigt, daß die gute Kammeradschaft und das Zusammenhalten in unserem Körper noch immer gepflegt wird, wie es unser ver- ehrter Gründer Commandant Ferdinand Weyer in dieselbe gepflanzt hat. Es sei an dieser Stelle allen mitwirkenden domitèmitgliedern, insbesondere aber unserem bewehr¬ ten Hans Kathrein bestens gedankt. Gegen 8h trat man den Heimweg an, jedoch so viel bekannt wurde sollen noch mehrere Cammeraten bis weit nach Mitternacht beim Zapfler das Fest weiter gefeiert haben. Am 1. September Ausflug nach Volders zum 20 jährigen Gründungsfeste der dortigen Feuerwehr. Am 24. September Abends gegen 1/2 9 bemerkte man plötzlich Feuer- schein in der Richtung gegen St Nicolaus und im Au- geblick schlugen auch schon die Flammen gegen den Nachthimmel. Es wurde sofort allarmirt und rückte unsere Feuerwehr unter Führung des Commandanten Rauch nach dem Brandplatze ab. Brandobjekt war eine hölzern Hütte im 164 Garten der Pension Kayser, die als Hühnerstall & Eis¬ keller verwendet wurde. Da nur 2 Saugschläuche bei der Spritze konnten wir N°1 waren nicht sogleich Wasser aus dem Influsse haben. war er doch unsere Spritze die Erste, welche ihren mächtigen Wasserstrahl in das Feuer schlunderte; wodurch die Flammen alsbald dunkler wurden. Im Verein mit der Landfahrspritze des 3ten Zuges von Innsbruck war der Brand bald gelöscht und wir konnten um 10h wieder abrücken. Zum Brandplatze wurde die Spritze von der Mannschaft gezogen, während für die Rückfahrt von Herrn Leopold Rauch 1 Paar Pferde nachgesendet wurden. Herr Kayser stattete uns am nächsten Tage in einem Schreiben einen warmen Dank ab, und spendete für die Feuerwehr Cassa den Be¬ trag von 20 Kronen; wofür ihm hier gedankt sei. Am 7. Oktober 1901 Gegen 5t Früh entstand in der Höttingerau No 35 im Stadl des Jakob Singer ein Schadenfeuer. Unsere Feuerwehr rück- te unter dem Commando der Hauptmanns nach dem Brand¬ platze ab; wir traten jedoch nicht mehr in Thätigkeit, son¬ dern erhielten beim Eintreffen den Befehl nur in Bereit¬ schaft zu bleiben. Um 6h konnten wir nachdem jede Gefahr vorüber wieder nierecken. 165 Am 10 Oktober Um 3/4 5h Früh würden wir schon wieder durch Feuerlärm aus dem Schlafe geweckt. Es war intensiver Feuerschein in der Richtung über Innsbruck gegen Völs bemerkbar. Nachdem derselbe jedoch bald bedeutend abnahm lies der Commandant mit der Spritze nicht ausfahren, es begaben sich jedoch trotz dem mehrere Feuerwehrmänner theils zu Fuß theils mit einem Wagen dessen Bespannung vom Fabrikannten Herrn Bauer beigestellt wurde noch dem Brandplatze. Wie sich herausstellte brannte das Hauptgebäude der Hutterichen Baufabrik am Fürstenwege. Der Brand war schon gegen 4h früh ausgebrochen, ergiff die Tischlerei, Schlosserin, Magazien, Heizanlage und Maschinenhaus, welche alle vollständig eingeäschert wurden. Das Feuer dürfte durch die Heitzanlage in der Tischle- rei zum Ausbruche gekommen sein da der Brand dort zu¬ erst bemerkt wurde. Unsere zum Brandplatze geeilte Mannschaft arbeitete dort gemeinsam mit der Feuerwehr Wilten und wurde uns sowohl von der Commandantschaft wie auch von der Gemeinde Vorstehung Wilten der wärmste Dank schriftlich ausgedrückt. Wären wir mit der Spritze ausgefahren, wir hätten noch Arbeit genügend bekommen. wäre weiters noch zu bemerken, daß dasselbe 161 Gebäude bereits in der Macht vom 17. auf den 18. November brannte 1883 nieder und sei auf den Brandbericht im Grundbuche diesbezüglich verwiesen. Es zeugte sich bei diesem Brande deutlich, daß es E bei uns in klühlau an einer tüchtigen raschen Abar¬ mirung und allgemeinen Kenntnis der Feuermelde Stellen fehlt. Denn der Feuerschein wurde sowohl vom städtischen Okeis Aufseher, wie auch von Frau Metzgermeister Fischler schon vor 4h bemerkt, jedoch weder dem Commandanten noch jemand anderen davon Mittheilung gemacht. Es wird daher Pflicht des Feuerwehr Commandos und der Gemeinde sein, für Einrichtungen zu sorgen damit eine raschern Allarmirung möglich werde. Am 22. Oktober Abends gegen 8 h Abends brannte die sogenannten Sebastiani Kappelle am Tummelplatze vollständig nieder. Wahrscheinlich dürften nicht ausgelöschte Ker- zen die Ursache des Brandes gewesen sein. Der Brand hatte, von Mühlau ausgesehen das Ansehen eines kleineren Bergfeuers; es wurde daher mit Rücksicht auf dessen Unbedeutenheit und die Entfernung nicht allarmirt. Am 27. Oktober Herbst Haupt Übung. Bundobjekt der Pferdestall 167. beim Kornth Wirt. Nachdem infolge der vorerwähnten Brände Spritze 4°1 schon erprobt war, wurde diese in Bereitschaft gehal- ten und nur mit 4° 2 und dem Hydranten gear¬ britet. Die Übung gieng etwas zu holzerig von statten, und dürfte die Ursache sein, daß von Seiten des Commandanten nachdem er die Dispositionen den chargen ertheilt, sofort der Befehl zum abrücken gegeben wurde, daher Letztere nicht genügend Zeit hatten um die Mannschaft mit der gestellten Aufgabe genügend bekannt zu machen. Sonst arbeite Spritze und Hydrant, gut, die Mannschaft, welche ziemlich zahlreich erschienen war mit Fleiß und Ausdauer. Nachdem die Geräthe versorgt, war Klusterung und zum Schluß Defilirung vor dem Herrn Gemeinde¬ Vorsteher und Commandanten; die Mannschaft wurde dann beim Koreth bewirtet. Am 3. November Wurde in Innsbruck unser beitragendes Mit¬ glied Herr Ferdinand Tichoner beerdiget. Derselbe vermachte unserem Körper K: 100 —: und betheiligten wir uns am Beichenbegängnisse mit einer Abtheilung von 30. klann in Tuxer & Kappe. 168. Der gespendete Betrag wurde über Beschluß des Aus¬ schußes gänzlich der Requisiten Cassa überwiesen, nach¬ dem dieselbe nie bedeutendes Deficit ausweißt. 11. Dezember Gegen 1 Uhr Mittags brach in Amras im doppel Hause des Romed Huber & des Josef Mayr, Feuer aus, welches rasch um sich griff. Eine Abtheilung unserer Wehr rückte nach dem Band¬ platze ab, wo wir uns an der Böscharbeit betheiligten. Das Commando führte Hauptmann Anton Rauch. Die Ursache des Brandes dürfte jedenfalls Brand¬ legung sein, denn innerhalb 14 Tagen wurden in dem selben Hause 3 mal Feuer gelegt. Gegen 5h Abends kanten wir wieder nach Hause ab¬ rücken, obwohl der Brand noch nicht ganz gelöscht war, wir hatten jedoch nachdem der IIte Bug der Innebrucker Wehr, welcher uns Wasser zubrachten, seine Arbeit ein¬ stellte, kein Wasser mehr. Bespannung stellte Rauch bei. 26. Dezember: Nachmittags gegen 5h entstand in Hötting im Hause des Georg Heiß ein Band. Der das ganze Anwesen trotz rausch geleisteter Hilfe vollständig vereichte. Wegen des trüben Wetters wurde in Mühlau nichts bemerkt, daher auch nicht allarmirt. 769. Schlußbericht! Das Jahr 1901 war für unsere Gemeinde ein sehr günstiges, indem mit Ausnahme der im Berichte ange¬ führten kleineren nur geringfügigen Brände, dieselbe „Gott sei Dank“ vor jedem großen Unglücke verschont blieb. Dagegen hatten wir 4 mal Ursache bei auswärtigen Bänden helfend einzugreifen. Ganz besonders heftige und häufige Sturmwiede riefen die Mannschaft zur Ausübung einer anderen Pflicht, nämlich der Windwache; es wurden 52 solche gehalten. :/ Die Meisten seit dem Bestande unserer Wehr/. Allen Feuerwehr Kammeraden sei hiemit an dieser Stelle, der wärmste Dank hiefür ausgeſprochen. Des weitern wäre zu bemerken, daß der Bau mens neuen Schul und Gemeindehauses von Seite der Gemeinde in Angriff genommen wurde, in welchem auch durch die Führsorge der Gemeinde, für unsere Geräthe ein schönes großes Feuerwehr-Klagazin, wie auch ein großes Zimmer zu Versammlungs Zwecken Unterkunft finden wird; womit einem Bedürfnisse abgeholfen wird, welches sich schon lange fühlbar machte. Ferner, daß über Ansuchen der Commandantschaft der Gemeinde Ausschuß in seiner Sitzung am 1901 beschlossen hat, der Feuerwehr durch 5 Jahre, daher bis einschließlich 1905: eine jährliche Unterstützung von R: 100.- 170 Es sei der Gemeinde Vorstehung an dieser Stelle hiefür der gebührende Dank ausgesprochen. Angeschaft wurden 12 neue Duxer, welche gegen die bisherigen in Schnitt und Ausstattung wohlthuend abweichen, ferner 6 neun Helene und gelle Knöpfe für sämmtliche Duxer, anstatt der alten häßlichen Beinknöpfe. Ferner für die Steiger, Mundschwämme, und 4 Stück neue Schraubenschlüssel für die Schlauchmannschaft und Zugs¬ führer der Steiger Abtheilung. Ausschuß Sitzungen fanden 4 statt, welche immer zahlreich besucht waren. Gesammt Übungen fanden nur 3 statt, dafür einige kleinere Abtheilungs Übungen. Erwähnt sei noch, daß in der letzten Ausschuß Sitzung die allgemeine Bekanntgabe und ersichtliche Bezeichnung der Feuermeldestellen beschlossen worden ist, welche dem- nächst durchgeführt werden soll. Der Mitgliederstand beträgt 76 Hiemit schließe ich meinen Bericht! „ Gut Heil! x Gott beschütze Mühlau Mühlau am 31. Dezember 1901 N. Sch: Dem Baumeister Fritz in Wilten Anton Rauch sind wir für den Steiger Thurm noch K: 129.89 schuldig, wofür leider keine Feuerwehr Hauptmann. Bedeckung vorhanden ist. Es soll daher Sache des Commandos sein, für die Tilgung dieser Schuld zu sorgen. 142 28. Vereins-Jahr 1902. 5. Jänner Jahres Hauptversammlung beim Koreth! Dieselbe wird um 1/2 9 Uhr vom Commandanten mit einer Begrüßung der sehr zahlreich erschienenen Mitglieder eröffnet: Tages Ordnung: Rechenschafts & Thätigkeitsbericht 2. Cassalericht; 3. Aufnahme neuer Mitglieder 4. Neu¬ Wahlen 5. Anträge. Die Versammlung wurde auch durch den Besuch des Herrn Gemeinde Vorstehers Johann Gstir ausgezeichnet, dessen der Vorsitzende vor der Begrüßung der Mitglieder, besonders gedachte und für den Besuch dankte Nach Genehmigung des Thätigkeitsberichtes ward dem Caſsia das Wort ertheilt; es wäre zu bemerken, daß die Regie Cassa einen Vermögensstand von K: 113,51 die Requissen Cassa ist Pasiv mit einem Saldo vor K: 129,57 die Unterstützungs lassa K: 1000 Capital & K: 164.33 an Zinsen baar ausweissen. Der Unterstützungsfond wurde durch Ankauf eines neuen Wertpapieres a 1/2 100a aus den verfügbaren Zinsen auf K: 1000 - wie oben erwähnt gehoben. 173 Alois Die Cassa Führung, welche von den Herrn Leopold Turner und Franz Brugger – überprüft worden war, wurde von denselben in geradezu musterhafter Ordnung befunden und dem Cassier der Dank ausgedrückt. Öttl vulgo Heu angemeldet hatten sich, Johann Keil und Hermann Josef Beer Heuptta welche beide nach erfolgter Aufnahme dem Commandanten das Handgelöbnis ablegten. Die Neuezahlen ergaben folgendes Resultat: Anton Rauch zum Hauptmann Joh: Turner; Adjutant & Schriftführer Leopold Rauch; Cassier Hans Kathrein; Magazins Meister Leonhard Schlögl, kommdt. Stellvertreter & I. Spritzenmeister Alois Speckbacher; Spritzenmeister Stellvertreter Lorenz Mader; II. Spritzenmeister Otto Rainer Stellvertreter Hans Kathrein. Zugsführer der Steiger Abtheilung Leopold Rauch dessen Stellvertreter Heinrich Weber; Abtheilungsführer Konrad Türk; Zugsführer der Schlauchmannschaft Ferdinand Schober dessen Stellvertreter Anton Dinhauser; Obmann der Ordnungsmannschaft. Zu Punkt 5 war nur der Antrag auf Abhaltung eines Feuerwehr Balles, der auch angenommen wurde. Um 3/4 12h Schloß der Commandant mit nochmaligem 17. Danke und einem Gut heil! Die Versammlung. Am 9. Februar Abends 3/4 6h Kaminbrand im Kauerischen Elektri¬ zitätzwerke, der bei dem heftigen Wiede gefährlich werden hätte können. Derselbe wurde jedoch von den Hausbewohnern und Nachbarn gelöscht; eine Alarmirung fand nicht statt. Am selben Tage Abends 8h wurde in den Räumen des Badhauses der Feuerwehr Kall abgehalten; welcher zwar gut besucht jedoch keineswegs so überfüllt war. wie wir es von früheren Jahren her gewont waren. Am 15. Februar Gegen 1/2 4h Früh kam in Banas beim sogenannten Tuschbauern ein Brand zum Ausbruch, der alsbald weiter um sich griff und dem 6 Hauser zum Opfer fielen. In Mühlau wurde das Schadensauer, welches die ganze mit neu Schnee bedeckte Thalebene und Berge mit magischer Räthe beleuchte erst kurz vor 5h Amerkt. Ausgefahren wurde nicht, da Windstille herrschte und wir bei dem in der Nacht gefallenen neu Schnee mit unserer schweren Spitze und nur 2 Pferden als Bespanung mindesten 2 Stunden bis zum Brandplatze gebraucht hätten; daher gewiß zu späth dort hätte ein- 145. treffen müssen. Es zeigte sich bei dieser Gelegenheit, daß der Nachwächter Dienst in Mühlau äußerst mangelhaft und lax ausgeübt wird; denn wäre der Nachtwächter um 4h noch im Dienste gewesen, so hätte er den Brand bemerken und das Commando verständigen müssen; und in den Wintermonaten sollte der Nachtwächter doch mindestens bis 4h besser 5h Dienst halten. Es konnte eine derartige Nachlässigkeit bei einem Unglücke in der Gemeinde sich furchtbar rächen, und wäre die Gemeinde Verwaltung verpflichtet für eine bessere Besorgung dieses Dienstes zu sorgen, denn Da ist Warsamkeit nicht am richtigen Platze angebracht. Am 3. März Nachmittags gegen ½ 4h metstand in der Junywald Pflanzung am Rumbichel ein Schadenfeuer durch Ent¬ zündung des hohen dürren Grades. Das Feuer, welches hoch aufloderte wurde je¬ doch durch herbeigneilte Leute rasch gelöscht, ohne größeren Schaden anzurichten. Eine Alarmirung war nicht nötig. Am 20. März Um 10h Nachts meldete die Windwache dem Hauptmann ein Schadenfeuer in der Richtung Tulfes. Es brannte das einzeln stehende Haus des 176 Pfunner Muers nächst Tulfes; und sollen außer dem ganzen Anwesen auch ein großes und 9 junge Schweine wie auch 11 Stück Schafe verbrannt sein. Allarmirt wurde nicht. Am 9. April Um 1/2 5 Uhr Früh ist in Vatters ein Schadenfeuer ausgebrochen, durch welches die Häuser des Jakob Triendl & des Karl Haller gänzlich zerstört wurden. Der Brandwurde merkwürdiger Weise in Mühlau gar nicht vorgenommen. Zu bemerken wäre, daß dieselben Häuser bereits in den siebziger Jahren schon einmal gänzlich abbrannten. Um 16. April Gegen ½ 3h Früh brach beim Bauer Josef Mayer in Amras aus unbekannter Ursache Feuer aus, welches das Wohnhaus zum Theil, den Stall und Stadel ganz zerstärte. Unsere Wehr rückte unter Führung des Hauptmanns aus, von dem auch die Bespannung beigestellt wurde; während einen zweiten kann schaftswagen die Firma Franz Bauer Söhne bespannte. Auf dem Landplatze angelangt treten wir nicht mehr in Thätigkeit da das Feuer bereits nahezu gelöscht war, um 1/2 4 h kannten wir wieder abrücken. 177 Am 14. Mai. Wir ziehen mit den Löschmaschinen in unser neues Heim, welches uns von der Gemeinde, in wahrhaft freigiebiger Weise im neuen Schulhause beigestellt worden ist. Zur Feierlichkeit war Umzug mit Musick und Fackel Begleitung um das Dorf. Vor Einzug in das neue Geräthe Haus, hielt der Commandant eine Ansprache in der er einen Rückblick auf das Werken unserer Wehr gab. die jederzeitige Freigiebigkeit der Gemeinde ge¬ genüber der Feuerwehr betrete und auf dieselbe ein „Gut Heil“ ausbrachte in welches die Musik mit einem Tusch einfiel. Hernach war freie Bewirkung beim Koret wo auch der Herr Gemeinde Vorsteher Gstir erschien, und noch manche Rede und Gegenrede einander ablösten. # Bei dieser Gelegenheit wurden auch als unsere Vertreter für den Bezirkstag in Thauer Hauptmann Anton Rauch Bugsführer Konrad Türk bestimmt. Am 7. Juni Starb unser beitragendes Mitglied Herr Karl Gabar welcher am 9. benrüget wurde, denn wir auch das letzte Geleite gaben. 178 b. Juli Bezirkstag in Thauer. Unsere Wehr war durch den Commandanten Rauch und Zugsführer Fück vertreten. Besonderes kam diesmal wohl gar nicht zur Sprache und wurde mit Ausnahme des bisherigen Schriftfuhrers Haueis die alte Verbandsleitung wie¬ der gewählt; als Schriftführer gieng Josef Anders der Feuerwehr Innsbruck aus der Wahl hervor. Herr Landes Verlands Obmann Victor Baron Graf besprach den Vorschlag der Innsbrucker Feuer¬ wehr, dem Gründer der freiwilligen Feuerwehren Herrn Turnlehrer Franz Turner ein Denkmal zu setzen, und forderte die Feuerwehren auf s. Bt sich bei der Sammlung von Spenden namhaft zu betheiligen. Nachmittags fanden sich noch mehrere Feuerwehr Kammerorden und ein Theil unserer Musik Kapelle in Thaur ein, wo wir uns beim Serer Wirte ver¬ geregten. Bis der gemeinsame Abmarsch nach Hause angetreten wurde. 12. Juli Frühjahrshauptübung im Holz; das Wasser forderten wir vom Gasser aus dem Tuf Kahl bis zum Hause des B. Wallner. 179 Beide Spritzen arbeiteten vorzüglich, jedoch zeigte sich, daß der angebliche Hydrant oberhalb Steiger nicht zu brauchen war, weil das Deckbrett des Kassens gänzlich mit Erde und anderen Material verdeckt war. Land Unterfluh, Hydranten sind für eine Gemeinde nicht geeignet, weil die Leute für die sorgfältige Instandhaltung nicht vorhanden sind. 29. Juli Abends gegen 1/2 10h wurde ein Feuer in Hall gemeldet und hies; es brenne die Recheis Fabrik. Unsere Wehr unter Führung des Hauptmann Stellvertreters Leozh: Schlögl aus. Die Spitze wurde von Rauch ein folgender Mannschaftswagen von Baron Sternbach bespannt. In Hall zeigte sich jedoch, daß nur ein kleines Bauernanwesen in Breitweg brannte s. Bipfler Häusl. es und trat unsere Wehr nicht mehr in Thätigkeit; und konte die Abtheilung wieder einrücken, welche gegen 12h wieder nach Hause kam. Am 16. August Gegen ½ 4 Uhr Nachmittags brach in Sistrans ein Scha¬ den feuer aus, welches in Mühlau gleich sichtbar war. Ein Abtheilung unter Commando des Hauptmann Stellvertreters Leonhard Schlögl wurde, da der Wind 180 die Flammen gegen die Mitte des Ortes zu sagte, nach dem sonst ziemlich weit entfernten Brandplatze entsendet. Die Spitze kam zwar nicht mehr in Tätigkeit jedoch war unsere Mannschaft als Hilfe bei den übrigen Spritzen sehr erwünscht und arbeitete waker mit. Im ganzen fielen 3 Anwesen dem Elemente zum Opfer. Der Brand wurde durch einen be¬ trunkenen Burschen, der dabei in den Flammen umkam gelegt. Als Bespannung wurden von einem Schotterwa¬ gen des Joh: Burlicher die Pferde ausgespannt, weil keine solchen der Gemeinde Angehörigen in Mühlau waren. Gegen ½ 9h Abends kehrten die Wehrmänner wieder heim. Am 27. August Die ganze Nacht wetete der Sturmwind, und bewubte uns des Schlafes; plötzlich 1/2 4 h Früh er„ tönte das Feuersignal. In Innsbruck brannte der Dachstuhl des Hau¬ ses No 13 in der Resengasse Dem raschen Eingreifen der dortigen Feuerwehr und der feuersicheren Bauart des Hauses war es zu danken, daß trotz des fürchterlichen Windes, das 181 Feuer nur auf den Dachboden dieses Hauses beschränkt blieb und bald gelöscht war. Wäre der Brand in einem anderen Hause dieser Gasse ausgebrochen, er hätte ein großes Unglück werden können. Wir rückten nicht aus, da in kürzester Zeit von dem Feuer nichts mehr zu sehen war. Zu bemerken wäre daß weder von der Wind¬ wache nach dem Hornisten, dem Feuerwehr Hauptmann keine Meldung erstattet worden und ohne dessen Erlaubnis Alarm geblasen worden ist. Am 28. August. Im Krankenhause zu Innsbruck starb der Kammerad Karl Meixner, von dessen Krankheit und Tod war dem Kommando leider nichts bekannt, weßhalb wir uns am Beichenbegängnisse nicht beteiligen konnten. Am 5. Oktober Die übliche Feuerwehr Messe für den verstorbenen Kammeräum Meizner Am 6. Oktober Beerdigung des Kameraden. Forristen Leonhard Fernlochner. Am 12. Oktober Herbst Hauptübung: Brandobjekt Villa Edelweis, das Wasser wurde dem Hydranten im Holz oberhalb Steiger 182 entnommen; gearbeit nur mit Spritze 4°1, da für beide Spritzen doch nicht genügend Wasser vorhanden wäre. Die Maschine arbeitete vorzüglich; es nahmen 62 kann an der Übung teil. Am 20. Oktober Die übliche Feuerwehr klasse für den Kameraden Leonhard Fernlochner, dessen Brüder spendete zum Andenken an den Verstorbenen H: 30. wofür der Dank ausgedrückt sei. 1. Dezember Zimmerfeuer bei den Karmherzigen an der Kettenbrücke. Die telefonische Verständigung kam uns zu mit der Bitte um Hilfe gleich darauf erhielten wir wieder die Nachricht, daß die Hilfe nicht nötig sei; es wurde daher nicht allarmiert. 13. Dezember Gegen 5 h Abends entstand oberhalb der Höttia- ger Kirche in dem vollkommen dürren und ausgetrockneten Gebüsche ein Waldbrand. Nach eingelaufener Meldung frug sich der Hauptmann telefonisch an, ob Gefahr sei, was verneint wurde, weßhalb eine Allarmie- rung unterblieben ist. Nach Verlauf von 1/2 Stunde war von dem Feuer 183 nichts mehr zu bemerken. 14. Dezember Gegen 9 1/4 Abends wurde in Hötting ein groß Feuer beobachtet. Unsere Wehr war in kürzester Zeit zur Aus fahrt bereit; der größte Teil der Mannschaft be- gab sich unter Führung des Hauptmanns nach dem Brandplatze zu Fuß, während die Spritze deren Beſpannung Ruch beistellte unter Commando des Hauptmann Stellvertreter Leonh: Schlöge abfuhr. Bei dem Vorhandensein vieler Hydanten der Innsbrucker Hochdruckleitung./. der Brand„ platz befand sich in der Hottinger Riedgasse No 32 & 33 an der Stadtgrenzen :/ war aber unser Ein¬ schreiten nicht mehr nötig und wir blieben in der Reserve. Um 10 1/4 h konnten wir wieder einrücken. Herr Jak: Hechenbleikner, Ladhauswirt in Müh¬ lau, spendete für unser rasches Erscheinen 1 Faß Bier, welches nachher in dessen Gasthaus getrun¬ ken werde. Schluss Bericht Für die Gemeinde Mühlau war das Jahr 1902 ein sehr güstiges, denn wir waren mit Ausnah¬ me der 2 kleinen geringpfügigen im Berichte er¬ wähnten Brandfälle von jedem größeren Unglücke verschont; zu 10 auswärtigen Bränden wurde 4 mal ausgerückt. Windwachen wurden 38 abgehalten und sie an dieser Stelle allen lieben Feuerwehr Kamu¬ raden für die Ausübung Ihres opferwilligen Dienstes ganz besonders der Dank ausgedrückt. Besonders zu erwähnen wäre, daß wir dieses Jahr durch die Vorsorge der Gemeinde Vorstehung unser neues Spritzen Haus beziehen konnten, in welchem wir für unsern Geräte eine geradezu musterhafte Unterkunftsstätte gefunden haben, um welche uns nicht nur manche Gemeinde sondern sogar manche Stadt unseres schönen Tiroler Landes beneiden könnte; es sei daher der Gemeinde Verwaltung hiefür der ihr gebührende wärmste Dank ausgestrafen. Ebenso wurde die im vorgährigen Berichte erwähnte Schuld für den Steiger Turm im Betrage von K: 129,89 durch die Gemeinde gedeckt. An Übungen wurden abgehalten 2 Hauptübung 3 gesammt Übungen und mehrere Ulungen in den Steiger, Spritzen und Schlauch Abteilungen. Ausschuß Sitzung 5. Durch den Tod verlor unsere Wehr 2 Mitglie¬ der, aus Mühlau wegezogen ist unser langjähriges Kom- mandatschaftsmitglied, Obmann der Ordnungsmann. schaft Anton Dinkauser. Der Stand unseres Körpers beträgt heute: 4 Ehrenmitglieder 71. ausübende und 59 beitragende Mitglieder. Heu angeschaft wurden 6 Tuxer und b neue Steiger Laternen mit auswechselbaren Gläsern von Herrn J. Grasmair in Absam. Ferner ein Schlauchenparatur Kästchen von Michael Fais jun. in Gaisenhayen in Bayer das sehr praktisch ist und 3 Schlauchhälter von ebendenselben. Die s. Zt. beschlossene Chargen Schule durchzu¬ führen wir leider noch immer nicht möglich, eben¬ so auch die Einführung von Feuermeldestellen, es müssen diese beiden Gegenstände jedoch im Inte¬ rasse unseres Körpers von dem Kommando un¬ bedingt im Auge behalten werden. Gott beschütze Mühlau Gut Heil Anton Rauch Mühlau 1. Jänner 1903 Kommandant Übersicht der in diesem angeführten Bände und besonderen Vorkommnisse. Schlossergasse Seite 1. 1888 12/1 Innsbruck¬ 2 Pfarrgasse 22/1 6 Mariatheresienstrasse 10/9 " 7 Stadlbrand 26/10 Reichenau 1884 15 30/3 Mühlau-Bartl Niederwanger " 25 1890 25/5 Mühlan-Waldfeuer 25 16/6 Absam & Oberperfus " 29 12/11 Jenbach - Brauhaus " 29 28/11 Innsbruck = Kloster a/. K. Kettenbrücke 33 Wattens & Natters 29/1. 1891 34 Sillhöfer 93. Wilten -Klosterkaserne 34 21/1 Innsbruck 35 - Mariatheresienstraße 30/3 38 Mariahilf 3/9 38. 8/9 Felses in Stubei :/ Großer Brand/ 12/7 Rum 1892 " 44 44 17/8 Reit bei Ziel /: Großer Brand :/ 45 14/9 Mühlau bei Tschoner's Eingenmühle 1892 25/9 Kommandant Ferd Weurer + 12/10 Absam-Fummermeldung 1893 3/6. Nassereit /:großer Brand:/ 3/8 Wattens 7/10 Aldrans /: großer Brand:/ 21/1 Innsbruck 1894 Reichstraße bei Kreisle 16/3 Kazuzinergaße bei Colli Absam 6/4 10/6 Mühlau 20 jähriges Gründungsfüst 19/6 Zal 1895 1/3 Innsbruck. St. Nicolaus Amras 3/3 29/6 Wilten 7 Hötting großer Brand 1896 15/2 St. Nicolaus Innsbruck. 30/6 Mühlan Kaminbrand bei Frz. Prantl bei Leop Rauch Koppereibrand 3/11 23/12 bei Frl Schaz Kaminbrand 31/12 Kaminbrand bei Joh: Thaler Kapperei alte bei Rauch 1897 13/9 Mühlan Seite 46 " 50 59. “ " 60 61 65 66 b/ b 70 " 3 " 74 75 75 " 74 " 80 81 " 85 „ 85. 93 1897 23/11 Mühlau-Pichoners heigenmühle Seite 5/1 Mühlau-Ausfahrtsbewilligung von Seiten 1898 der Gemeinde für immer Kaminbrand in Widum 3. 2/4 Innsbruck-Nissl Stadl in der Innskasse Mils bei Hall 17/4 7/5 Mühlau, Kaminbrand, Bauerhaus 22/5 Mils bei Hall Hall bei Anton Wild 19/8 Wilten 31/10 großer Brand 6/2 Kommandat Holzmeister I 1899 7/3 Wipptal Feuermeldung 2/3 Innsbruck Köllensperger Falvik 94. Natters 11/6 Absam Matt Fabrik 25/8 Mühlau Gstir Stadl 7/9 Hall Stadl beim Kamin Wirte 1/9 Mühlan 25 jähriges Stiftungsfest 23/4 Wilten bei Colli 1900 5/1. Amras-Schönrich 3/6 Loretto an der Haller Straße 26/8 Mühlau Dippelbauer Brand bei Feer " “ 12 “ „ 1900 15/10 Kommandant Stellverheter Al: Schlögl I Seit 1901 24/2 Mühlau-Kaminbrand bei Zapfler 15/3 Mühlau-Grasbrand im Mühltale 22/4 Laden des Joh. Ploner, Schneider 24/9 Innsbruck-St Nicolaus bei Karl Kaiser 7/10 Höttingerau 10/10 Hutter Dampfsäge 22/10 Tummelplatz Kapelle 11/12 Amras 26/12 Hotting 1902 A/2 Mühlau, Kaminbrand bei Bauer 15/2 Laus Mühlau Waldbrand am Rumbühel 20) Fulfes Nassers 9/4 Amras 16/4 14/5 Einzug in das neue Spritzen Haus 29/7 Breitweg Hall 16/8 Sishanz 27/8 Innsbruck Diesengasse bereherzige Kettenbrücke Zim¬ 11/12 mer Brand Waldbrand 13/12 Hötting Riedgasse 14/12 Hötting “ 18 18 182 183