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I. Grund-Buch
der
Freiw: Feuerwehr
1874 MÜHLAU 1887
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bischen Wasser von den nähergelegenen herbeigebrachten Spritzen vollkommen aufgebraucht
werden wird. Entstanden ist das Feuer durch die unverzeihlich nachlässige Handhabung einer
Petroleum laterne in einem Heustadel, welche ein Gast behufs Schlafengehens auf eine Anlehnstiege
stellte, herunterfiel und so das furchtbare Unglück verursachte. Igls weiß seit 300 Jahren keinen
Brand im Dorfe, und waren daher auch die Löschgeräthe sowie auch deren Bedienung nichts weniger
als tadellos. Kopflosigkeit und Egoismus der Einwohner haben dem Feuer freien Lauf gelassen und
wäre bei Vorhandensein einer nur einigermaßen geschulten Feuerwehr und einer brauchbaren
Spritze der Brand gewiß nicht zu solcher Ausdehnung gekommen. Übrigens wird nun Igls bei seiner
Beliebtheit als Sommerfrischort neu und schöner erstehen als es bis jetzt gewesen und so der
Schaden durch vermehrte Frequenz zum großen Theile wieder ausgeglichen, was wir ihnen von
Herzen wünschen.
12. 9.1883: Feuermeldung aus Arzl. Bereitschaft, jedoch nachdem die Nachricht eingetroffen, daß
der Brand bereits gelöscht, wurde wieder abgerückt.
28.10.1883: Herbsthauptübung mit Benützung der fixen eisernen Leiter am Webereigebäude der
Weyrerschen Tuchfabrik. Hernach Erfrischung beim Zapfler.
18.11.1883 : gleich nach 3 h morgens wurden in der Richtung der Stadt die Entstehung eines
Schadensfeuer bemerkt und sofort wurde bespannt und ausgefahren, weshalb Kommandant Weyrer
nicht mehr rechtzeitig am Magazin anlangen konnte. Es hatte aber Herr Georg Schreier die
Freundlichkeit, denselben mittels seines Einspänners zum Brandplatz zu führen, wo bereits die ganze
Bauwerkfabrik und Dampfsäge der Gebrüder Hutter in vollen Flammen stand. Trotz der großen
Entfernung waren die Mühlauer die ersten am Platze und begrenzten im Vereine mit der freiwilligen
Feuerwehr von Hötting den Brand in angestrengtester Arbeit gegen Süden. Diesmal wurde uns auch
von allen Seiten das vollste wohlverdiente Lob zu theil. Die Spitzenmannschaft arbeitete bei kargster
Ablösung aber auch bis zur völligen Erschöpfung und Rottenführer Paul Purner zeichnete sich
besonders durch muthiges Vordringen und mustergiltige Ausdauer bei der herrschenden Kälte und
Gefährlichkeit des Standortes aus. Um 7 h früh wurde abgerückt und beim Fechtl eine wohlthuende
Erfrischung eingenommen. Kommando: Kdt. Weyrer. Bespannung stellte Herr Alois Sax und Georg
Schreier.Und ist es nur dem schnellen Eintreffen, den richtigen Angriff
und dem wackeren Zusammenwirken der Kameraden zu danken, daß die riesigen Hartholzvorräthe,
welche auf der Südseite des Etablissements auf Trockenböden augestapelt waren, gerettet wurden.
13.12.1883: Versammlung beim Kommandanten. In derselben wurde beschlossen: Die Beiträge der
ausübenden d.h. activen Mitglieder zu ermäßigen, so zwar, daß von 1884 an, anstatt monatlich 5 Kr.
ganzjährlich 20 K per Mitglied bezahlt wird. Auch wurde beschlossen, im Falle daß Herr Prantl sich
herbeiläßt, seine Lokalitäten im ersten Stock zur Verfügung zu stellen, im Verlaufe des Faschings ein
Feuerwehrkränzchen zu veranstalten.
Schlußbericht
Im verflossenen Vereinsjahre wurden 23 Windwachen gehalten.Gestorben ist niemand.
An Spenden ist auch nichts nennenswerthes zu verzeichnen, dafür aber ist ein Vorkommnis in dieses
Buch zu schreiben, welches jeden Feuerwehrmann von Mühlau gewiß freuen kann, und welches
unseren Verein zur höchsten Ehre gereicht.
Seine Majestät unser allverehrter Kaiser Franz Josef wußte mit verständnisvollem Kunstsinn die von
unsern lieben KameradenJosef Trenkwaldner in musterhafter Vollkommenheit ausgeführten
Kunstschreinerarbeiten im Spanischen Saale zu Amras und in der Hofkirche zu Innsbruck auf das
Gerechteste zu würdigen und vertieh unserem Kameraden Trenkwaldner das goldene Verdienstkreuz
mit der Krone. Dasselbe wurde ihm am 30. Dezember durch den Herrn Bezirkshauptmann Hoflacher
im Beisein hervorragender persönlichkeiten von Innsbruck, des Bürgermeisters von Mühlau Herrn
Anton Rauch, der zu diesem Zwecke bei Tollinger eine sehr gelungene Festlichkeit arrangirte, an
welcher auch der Herr Kurat, Gemeinderäthe, die Vertreter von Corporationen und natürlich auch den
Feuerwehrkommandant mit mehreren Kameraden theilnahmen. In mehrern ergreifenden
Ansprachen wurden die verdienste des wackeren Mannes hervorgehoben. Besonders verstand es der
Herr Statthalterei-Archivar Dr. Schönherr als Kunsthistoriker die Arbeiten Trenkwaldners ins richtige
Licht zu stellen und dabei überhaupt der
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schon seit alter Zeit rühmlichst bekannten Mühlauern zu gedenken, unter denen schon vor 300
Jahren viele Künstler und Kunsthandwerker lebten. So schloß nun das Vereinsjahr mit einem Akt der
Freude.Möge nun auch das Jahr 1884 freudig beginnen und mit Hilfe Gottes freudg endigen.
Mühlau am 31. Dezember 1883 / FW
rieb
Gott schütze Mühlau!
Gut Heil!!!
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Elsb
M
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Höüngds lebens sbrunv jnoeo
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moss han xs8 alda neh alleie paͤnansgeed ienyslv thæ: obnemmok nagimonaegie omdosli
HignA nagildam neb nettentniB neilearioe mab nun se tei bat.
erllbnovzionhsH negiaen eib äeb nexinsb us nebenems* reb nexhiwnemmsau! neuekosw meb bnu
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M ö deilsnom Ustans ‧as A88! nov äsb isws oe 'negiânne ux nebeiigiiM nevitos.d.b nebnedOeus
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nov sib nniatanuM melloveinbnstavov iim ettauw Iesol snsiØ iaaiadt wahrieneviis neenu täraeisM enie
nehniisgeus fieri nemmo’lloV refisrhetuum ni tenblewřineiT leedinebsiemsN nedeil meenu
asb lue Noundenni us entzuklohl ieb ni bnu aenmA ux eisso nerbeinsq8 mi netiechsrenisulodenu
auenttaneibneV eneblog asb tenblewőnenT nebsiemsx meneau deihev bau nepiöuw ux steetroene.
nertosltoH ansmiqusriakisee muehl neb rloub vedmeseK.oe ms mrdi sbnuw edleses0. snovl neb tim
nneH uaiiiii nov aneiennepiid eeb blondenni nov nelisalrlnöeneg rebnegsnovned niseie8 mi
ne,signans fiskribittee3 enepruieg mea enie tegnilloT ied oxbewS meaeib ux neb rlousA notnA
ieb dous roihûsen bnu nenotisioqioO nov retouheV eib.erlsiebnierneO.JsnuM neh neb rioue verlele
nebnelisigne neueniem ni nemstenliert nebenems nenendem iim insbnemmoxtriewisus?
neb se bnstenev anebnoseg nedoregiovien aennsm nensloew aeb etenerbnev sib nebnuw nerlosigenA
egiirtoh eni enenbiswonnenf natiediA eib revinotetrianuM als nerinorioß nÖ isvintnA-ienstisnstilsi8 net
Aeb iqusrhedii jedsb bn u nellete ux inoi
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Gründung d. Freiwilligen Feuerwehr in
Mühlau 187.
Im Spätherbste des Jahres 1874 bildete
sich in Mühlau ein Comité welches sich zur
Aufgabe stellte, für den hiesigen Ort eine
freiwillige Feuerwehr ins Leben zu
rufen, und die ersten Vorarbeiten zur
Organisation derselben mit Ernst in die
Hand zu nehmen.
Dieses Comité bestand aus den Herrn:
Joh: v: Attlmayr, Th. Gang, J. Steiger
Gottlib. Schatz und Ferd. Weyrer
Nachdem nun die genügende Über¬
zeugung vorhanden war, daß das Un¬
ternehmen guten Anklang gefunden,
und sich schon mehr als ein halbes Hundert
junger kräftiger Männer mit Freuden
zum Beitritt gemeldet, begab sich das Comite
zum Gemeinde Vorsteher Ferd: Freiherrn v.
Sternbach und überreichte demselben
eine Adresse in welcher vor allem die
Nützlichkeit der Feuerwehren dargestellt
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und ernstlich darauf aufmerksam gemacht
wurde, daß die in der Gemeinde vorhandenen
Löschgeräthe: Spritzen, Leitern etc. für einen
eventuellen Brandausbruche geradezu
ungeängend seien und in welcher zum
Schluße die Vorstehung noch mit warmen
Worten gebeten wurde, den Verein zu
unterstützen, und die Bestellung einer
neuen Feuerspritze zu veranlassen.
Das Resultat dieser kräftigen Vorstellung
war nun, die, dem Comité gegebene Ver¬
sicherung, daß auf Kosten der Gemeinde
eine neue Fahrspritze mit Sangwerk
sofort bestellt werden soll, was auch we¬
nige Tage darauf bei Herrn J. Grasmeyr
in Wiltau geschah.
Wärend nun Herr Grasmeyr, welcher
das Werk in 5 Monaten zu liefern
versprach, an demselben arbeitete, fand
der junge Verein Zeit seine Statuten
zu entwerfen [Mappeneinlage N 1.]
und wenigstens seine Kleidliche Ausrüst,
ung in Ordnung zu bringen, was auf
Kosten der Mitglieder selbst geschah, und
so war nun alles so weit gediehen, daß
mit Schluß des Jahres 1874 das „Vorberei¬
tende Comité" aufgelöst werden konnte,
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Erstes Vereinsjahr 1875.
Am 1. Jänner 1875 wurde nun beim Koreth
die erste Kommandantschaftswahl vorge¬
nommen.
Das Resultat der Wahl war folgendes:
Ferd: Weyrer Oberkommadant
Th. Lang Spritzenmeister d. neuen Spritze
Leonh: Schlögl Spritzenm: d. alten Spritze
J. Steiger Steigerrottenführer
Joh: Thaler Magazinsverwalter
G. Schatz,
Kassiř
Ant: Dinkhauser Obman d. Ordungsmanschaft
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Zu Sectionsführer wurden gewählt:
Al. Schlögl zugleich Stellvertreter des
1. Spritzenmeisters
Wilh: Heuschötter zugleich Stellvertr. d.
II. Spritzenmeisters
Adjutant
Jos. Dinkhauser
für S. Rettungsabtheilung
Joh. v. Attlmayr
für d. Schubleiter
Al. Purner
Jos. Pernlochner für die Schlauchabtheilung
J. Sauerwein for d. Spritzenmannschaft.
Um nun die Mittel zur weiteren Aus¬
rüstung zu erlangen beschloß die Kommen,
dantschaft ein Circulär /: Mappeneinlage N II :/
zu verfassen, es jedem Hausbesitzer sowie
den Ehrenbürgern und allen Feuerwehr¬
freundlichen Inwohnern Mühlaus ein¬
zusenden und die Spenden abzuholen.
Dieses Vorgehen hatte den besten Erfolg
denn bei der Einsammlung der Beitrage
ergab sich dir hübsche Summe von 3007
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Hier nun die Namen der edlen Spender
durch deren Gaben es der Feuerwehr
möglich wurde sich schon im ersten Jahre
ihres Bestehens sich beinahe vollständig
Auszurichten:
Die Herrn Rauch 100 f.
α.
Baumeist. Herr J. Mayr
40
“
Hochw. Frauen Barmh. Schw. 20
— "
Herr A. Prantl
- "
15 "
„ J. Sauerwein 10 „
—„
Freiherr v. Sternbach
O. "
“
Frau Witwe Kuen
Gebrüder Lüthi
“
6
5
5 "
5
Frau A. Moser.
Herr v.
" Dr Fischer
R: Rath Wach.
J. Stockhammer
L. Mayr.
“
W. Müller
Danner
L Schieferle¬
A. Kreizer
At Schiferle
Frau
Herr A. Konig¬
A. Deisenser
K. Wieser
"
Höfl
J. Reiner
A. Angerer
.
1 "
60
" 50 "
" 50 "
" 50 "
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Herr A. Singer
fl 50 kr
Kindfleisch
.
„ 30 „
J. Schöpf
P. Wolfsgruber
“ 20 “
Fräule
Th. Heidegger
10 "
Dr Atz
Herr
3.
L. Kayser
F. Tschoner
K. Weyrer
Hochw. Herr
Herr M. Tschutschethaler
“
v Hiebler
Stäfler
F Riedl
Löbliche Mühlauer Schützengsl.
7 50
Firma „Franz Baurs Söhne“ spendeten Stoff zu 5 Lödenduxer
Hß
J. M. Weyrer & Söhne
10
Von diesen edlen Spenden nur, wur
den Alsogleich die nothwendigsten
Geräthe und Ausrüstungsgegenstände
angeschafft. Bestand derselben laut Inventar.
Im Februar trat dann auch die Mühlauer
Feuerwehr dem Vereine der Nord¬
Tiroler Feuerwehren bei. (:Mappencin¬
lage N. III Urkunde:/
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Die Herrn Anton senior Leopold
und Georg Rauch sowie Herr
Josef Mayer Baumeister in Innsbruck
wurden mit Beschluß der Komman-
dantschaft ihrer großmüthigen
Spenden und ihrer, dem Vereine
bewiesene Gewogenheit wegen, zu
Ehrenmitglieder der Mühlauer
Feuerwehr ernannt
Am 2. May nun war die neue Spritze
fertig und wurde selbe in feierlicher
Weise nach Mühlau überführt, und
einer öffentlichen Probe, welche zur
vollen Zufriedenheit ausfiel un¬
terzogen. Leider wurde das auf
das Beste arangirte Fest durch äußerst
ungünstige Witterung sehr beein
trächtigt; doch dem Muthe und der Freude
der Feuerwehrmänner konnte
der strömende Regen nichts an¬
haben, und mit mustergiltigen
Ausdauer wurde das Programm
durchgeführt, und beschlossen dieses
erste Gründungsfest alljährlich
mit Thunlichkeit am ersten Sonntag
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im Monate May abzuhalten.
Nun kam die Zeit der Übungen
und des Exerzirens bis
am 17. May unsern Feuerwehr
bei dem Brande des Haller
Pfarrkirchendaches ihre Feuer¬
taufe erhielt.
Der Löschtrain wurde in Ab¬
wesenheit des Oberkommadanten
vom ersten Spritzenmeister
Herrn Th. Lang kommandirt,
und wurde mit von allen Seiten
anerkannten Tüchtigkeit gearbeitet
Pferde stellte Baron v. Sternbach
Am 29. May brachte der Körper
ihren Oberkomandanten aus
Anlaß seines Namensfestes eine
fürdenselben höchst ehrende
Ovation, mit überreichung eines
Diplonis, dar, nach welcher sämmt-
liche Mitglieder im Dollieger
Garten einen gemüthlichen Abend
verlebten.
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Im Monat Juni, wurde vom ganzen
Körper eine Hauptübung mit Wasser
Berichtigung:
abgehalten wobei beide Spritzen in
Diese Übung war
Pätigkeit waren. Als Objekte waren
am 9. August.
das Pernlochner'sche und Schererhaus
gewählt:
Am 3. Juli um 1 Uhr nachmittagszündete
ein Blitzstrahl einen Futterstadel der
Häuser unter dem Reselhof in Wilten
Am 11. Juli ver
wohin ein Löschtrein mit dem Oberkoman¬
anstaltete auch
die Feuerwehr
danten abging. Obwohl die Abtheilung
bei Egerdach ein
rasch und coreckt Stellung nahm, war
Waldfest wuzu
ein thatsächliches Eingreifen nicht mehr
Herr Pötsch
64 Maß Bier
von Nöthen, da das Objekt gänzlich nieder,
spendirte.
gebrant und für das Umsichgreifen des
Auch dieses Fest
Feuers schon durch die Wiltauer und
verlief in
Insbrucker Feuerwehr genügend
Lust und Har¬
monie.
gesorgt.
Die Pferde stellte Baron v. Sternbach
Am 27. Juli war Hauptübung an der Rauch¬
schen Kunstmühle mit Benützung der dort¬
igen großen Hausspritze.
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Am 22 August war der III. Nord-Tiroli¬
scher Feuerwenntag in Hall.
Auf 4 schön gezierten Wagen fuhren fast
sämtliche Mitglieder um 1 Uhr nachmittags
nach Hall, betheiligten sich in voller Parade
am Umzuge, besahen sich die sehr gelungene
Übung der Haller Feuerwehr und fuhren
trotz daß auch dieses Fest durch schlechtes
Wetter verdorben wurde, guten
Muthes und in schönster Ordnung nach
Hause wo noch der Rest des Abends
in Zapflers Gartenpavillion recht
gemüthlich verbracht wurde.
Als Delegirter zu diesem Gautage war von
der hiesigen Feuerwehr der Oberkommanda¬
Weyrer gesannt, welcher auch von den
dortigen 53 Delegirten in die Prüfungs¬
Kommission gewählt wurde.
Das Comité welches überhaupt alle
Unterhaltungs-Angelegeheiten zu
ordnen hat, besteht aus den Herrn
Joh: Thaler, Ferd: Weyrer, Ant. Dinkhauser
Josef Dinkhauser und Gottlieb Schatz,
welche aus der Wahl mit Stimmenmehr¬
heit hervorgieng.
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Am 21. September um 8 Uhr abends
brach Feuer im Stillhofe bei Mutters
aus, welches das ganze große Bauern¬
gut verzehrte.
Unsern Spritze mit dem Oberkommadanten
Fuhr aber nur bis Jensbrück wo wir
von der Nutzlosigkeit eines Weiter
Fahrens überzeugt gleich wieder
heimfuhren.
Die Pferde stellte Herr Schreier.
Am 10. Oktober war große Herbst¬
haupt-Übung der Innsbrucker Feuer
wehr im Vereine mit den Vororts¬
Feuerwehren von Wiltan, Hötting
und Mühlau wobei sich unsere Maschine
so wie der ganze Körper allgemeines
Lob verdiente. Nach der Übung er¬
frischte sich die Mühlauer Feuerwehr
im Löwenhause
Am 18 Oktober hatten wir unsern
Herbstübung mit Wasser; kommandirt
vom ersten Spritzenmeister
Herrn Th. Lang
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Am 15 Dezember war die letzte Haupt¬
versammlung bei welcher unter
andern auch beschlossen wurde am
9. Jänner 1876 eine Abendunterhaltung
mit Musick und Tanz verbunden
mit einem Glückstopf zu Gunsten
der Regie-Kasse zu veranstalten.
Im Jahre 1875 war sehr wenig
Wind; nur 6 Nächte waren in
welchen Windwache gehalten
wurde.
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Standes-Liste
zu Ende des ersten Vereins Jahres
der
Freiwilligen Feuerwehr Mühlau
Komendantschaft
Ferd. Weyrer Oberkommandant
Jh. Lang Spritzenmeister I.
II
Leonh: Schlöge
“
J. v Attlmeyr Steigervottenführer
J. Thaler Magazinsverwalter
G. Schatz Kassier
A Dinkhauser Obmann d. Ordnungsm.
Section führer
Dinkhauser
J. Pernlochner
A. Purner
A Schlögl
W. Heuschötter
J. Sauerwein
Signalist
Ant: Pfeifhofer
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14
Steiger
Kasian Dinkhauser
Angelus Pfeifhofer
Rohrführer
Anton Schnegg
Johann Hell
Rohrführer
Leopold Purner
Christian Purner
Karl Rauch.
Rohrführer
Joh. Kathrein
Rohrführer
Joh Vent
Josef Meierhofer
Schlauchmanner
J. Steiger
Johann Dollinger
Vieh-Rettungsabtheilung
Johann Knapp
Christian Rauch.
Franz Prantl
Spritzenmänner
Alois Resch
Leophard Pfeifhofer
Josef Kuen
Anton Knapp
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Georg Stockhammer
Johann Gstir
Anton Windisch
Franz Waldner
Josef Harm
Josef Neuner
Michael Neuner
Josef Strasser
Math: Trenkwalder
Johann Mäse
Nikolaus Selos
Ulrich Hanselman
Ingenuin Dangl
Ignaz Wachter
Franz Heidegger
Michael Ram
Johan Stern
Leonhard Reifhofer
Johann Heidegger
Georg Kössler
Alois Speckbacher
Anton Thaler
Anton Egger
Josef Trenkwalder
Josef Lankasch
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16.
Ordnungsmanner
Max Sentobe
Leonhard Tschafon
Somit zählt die hiesige Feuerwehr
gerade 60 active Mitglieder
Auserordendliche Mitglieder
Die Herrn Josef Turner
Alois Pötsch
Dr. J.
Lorenz Sauerwein
Leopold Keyser
Alfred Lüthi
Heinrich Lüthi
Salamon Brugger
Jakob Ziel
Georg Schreier
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Ehrenmitglieder
Die Herrn Anton Rauch senior
Kunstmühl
Leopold Rauch
Besitzer in
Georg Rauch
Mühlan
Josef Mayr Baumeister in Innsbruck
Die ganze Mitgliederzahl der
Mühlauer Feuerwehr belauft sich
nun in Summa summarima 74
Schluß des ersten Verein Jahres
Mühlau den 31. Dezber: 1875
Gott beschutze Mühlau
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Zweites Vereinsjahr
1876.
2.
Am 1. Jänner wurde, den Statuten gemäß,
beim Korth die Neuwahl der Kommadant-
schaft vorgenommen und sämmtliche
Herrn wieder gewählt.
1
Bei dieser Gelegenheit konnte den
Versammlung die erfreuliche Mit¬
theilung gemacht werden, daß die
Herrn Lieferanten der 18 Stück
Beile, Alois Schlögl, Thomas Lang
und Anton Dinkhauser nichts für
ihre Arbeit verlangen, worauf
ihnen von der ganzen Versammlung
der herzlichste dank kundgegeben
würde.
Am
9. Jänner wurde nun die am 15. Dez 1873
beschlossene Abendunterhaltung in
den Localitäten des Herrn Kaiser-
im Badhause abgehalten.
Der schöne Kursaal wurde zu diesem
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Zwecke mit verschiedenen Wappen
und Inschriften so wie mit Feuer¬
wehr-Requisiten geziert.
In den zwei hintern Fensternischen
prangten die von den Feuerwehr¬
männern und ihren Freunden
gespendeten Glückstopf-Gewiesen,
103 sehr nette Gegenstände, welche
in 3000 Loosen sehr schnell an Mann
gebracht waren, worauf, angelokt
von der prächtigen Streichmusick der
Militär Kapille ein flotter Tanz
begann, an dem sich Jung und alt
auf das eifrigste betheiligte, so daß
sich der Platz als viel zu klein erwieß.
Viele Gäste aus Innsbruck ver¬
herrlichten das schöne Fest, und selbst
unser Herr Gemeinde Vorsteher
Baron v. Sternbach beehrte uns
mit seiner Gegenwart.
Alles verlief in bester Ordnung, und
hat das Unterhaltungs = Comité keine
Mühe gescheut den Feuerwehrmannern
für ihre Mühen im Dienste einen
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recht vergnügten Abend zu ver¬
schaffen. Kamerad Katrein hat in
uneigenützigster Weise die de-
korative Ausstattung des Festes
übernommen.
Den meisten und verdientesten
Anklang fand das aus Mitglieder
der Feuerwehr bestehende Sänger-
ihre
Quintett, welches durch prächtigen
Vortrage die Unterhaltung auf das
zu bringen.
allerangenehmste zu unterhalten
verstand.
So verlief das heitere Fest in unge¬
trübter Lust und Freude und blieb
jedem Feuerwehrmann noch lange
in angenehmster Erinnerung.
Am 9. März 11 Uhr Nachts. kam in
Hötting in einem engen Gäßchen
ein Schadenfeuer zum Ausbruch
das in kurzer Zeit zwei Wohege¬
bäude mit Stall und Stadel einäscherte.
Bei diesem Brande zeichnete sich
unsere Spritze durch ihren mächtigen
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weitreichenden Strahl besonders aus.
Wir waren sehr schnell am Brandorte
und konnten noch tüchtig einwirken.
Die Bespannung stellte Frau Witwe
Moser.
Nach dem Brande, bei welchen es sehr
kalt“ war, restaurirten wir uns
beim „Stomschein"
Am 30. April hielten wir unsern dies¬
jährige Frühjahr-Hauptübung ab.
Als Brandobjekt diente der Widdum und das
nebenanstehende Haus, und wurde im
Vereine mit der Rauchschen großen
Hausspritze mit 570 Fuß Schläuche und
einigen
e e
4 Strahlvohre gearbeitet. Alles ging
anständlos von Statten,
Nach der Übung marschirten wir mit
Musick zum Zapfler, wo wir unser
II. Gründungsfest feierten, welches
in ungestörter Gemühtlichkeit ver¬
lief. Das Wetter war sehr günstig.
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Am 16. Juli machten wir einen
Ausflug in das Mittelgebirge ober
Arzl. Hinter dem Rechenhof auf dem
freien schönen Platz wurde das
Lager aufgeschlagen.
Herr Leopold Hepperger gab uns
ein Faß Wein und Herr Pötsch
strich 50 Liter aus der Bierrechnung.
Frau Witwe Moser stellte die Pferde
für den beschwerlichen Transport.
Gesang und heitere Spieln vertrieben
uns nur zu schnell die Zeit.
Es war ein freudiger schöner Tag.
Nun kommt eine etwas düstere Nacht.
Am 10. August 8 Uhr Abend erstand
Aschauer
in der den Herrn Aschberger & Hechen¬
bleikner gehörigen Stärkefabrik in
Mühlau feuer, aus welches jedoch mit
wenig Mühe im Keime erstickt,
wurde. Wir kehrten heim, liesen
aber zur Sicherheit die neue Spritze
am Brandorte stehen. Sie könnte
aber dort nicht übernachten, denn
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kaum zur Ruhe gegangen, er¬
scholl von neuem der Feuerruf
des Nachtwächters. Es war 1 Uhr Nachts
am 11. August, als in Hötting wieder
eine mächtige Feuersäule den
Himmel färbte.
Schnell gieng es wieder in die
Die Bespannung noch nassen Kleider dem Brande
stellte Anton
zu der schon ein ganzes Haus
Rauch
mit seiner Macht ergriffen, doch
die Feuerwehren waren noch
mächtiger, und erschlugen das
Feuer noch ehe es einen Finger
an ein zweites Haus bringen
konnte. Unsern Maschine ar¬
beitete wieder vortrefflich, so
daß sie beinahe Eifersucht erregte
Leider hatte sich bei diesem Brande
unser Kamerad Gstir sehr er¬
heblich an der Hand verletzt.
Am gleichem Tage erhielten wir
von den Besitzern der Stärkefabrik
10 f als Entschädigung für die geleistete
Hilfe.
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Am 10. September beehrte uns die freiw.
Feuerwehr von Alsam mit ihrem Besu-
che. Sie wurden auf das Kamerad¬
schaftlichste empfangen, verlebten bei
Roreth einen recht vergnügten Tag
und schieden sehr befriedigt und mit
der Versicherung steter Freudschaft.
In Abwesenheit des Oberkomandanten
machte Spritzenmeister Lang die
Honneurs.
Am 24. September hielten wir unsere
diesjährige Herbstübung ab, wo nach
derselben die Überführung der
Maschinen und Geräthe in das neue
Spritzenmagazin stattfand
Schlosser Kirschner spendete ein gutes
starkes Schloß was hier mit Dank
erwähnt sein soll.
Nach der Übung war Erfrischung
bei Dollinger. Bei dieser Übung
wurde auch das erste mal mit der
Dachleiter und zwar sehr wäker exerziert
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26
Am 7. Oktober hatte der Verein
den ersten Sterbefall. Am 9. Okt.
begleiteten wir die irdische Hülle
unseres Kameraden Georg Kößler
zurletzten Ruhestätte.
Am 22. Oktober wurde für den ge¬
schiedenen Kameraden ein Seelen¬
gottesdienst gehalten, wobei die
Betheiligung von Seite der
Feuerwehrmänner eine recht
erfreuliche zahlreiche war
Am 20. November bewilligte der
hohe Landesausschuss den fünf, bei
den Höttinger Branden thätig ge¬
wesenen Feuerwehren, nämlich:
Innsbruck, Wiltan, Hötting, Pradl und
Mühlau 100 f welche in gleiche Theile
vertheilt wurden, und wir daher 20 f
bekamen.
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Kamerad Gstir erhielt über Ansuchen
der Kommandantschaft 4 f aus der Gan¬
verbands-Krankenkasse.
Am 26. Dezb: wurde beschlossen ebenso wie
vor einem Jahre in den Lokalitäten
des Bachauses im Verlaufe des Faschings
wieder eine Abendunterhaltung mit
einem Glückstopfe zu veranstalten.
Veränderungen in der Standesliste
während des II. Vereins Jahres.
Ausgetreten sind fünf acktive Mitglieder:
Michael Ram
Georg Stockhamer
Spritzenmanner
Johann Mäse
Ulrich Hanselmann,
und der verstorbene Georg Kössler.
Beigetreten sind ebenfalls fünf active Mitgliede
Anton Röfele
Johann Strasser
Spritzenmanner
Lorenz Mader
Josef Braun
Ludwig Reiner
Hornist.
27
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28
Signalist Anton Pfeifhofer ist bei den
Spritzenmannern eingetheilt.
Franz Waldner
Ludwig Rainer wurden Hornisten
In dem Stand der Außerordentlichen
und der Ehrenmitglieden ist nichts
geändert, somit ist die Gesammt-
mitglieder-Zahl wieder 74
Im Jahre 1876 wurden laut Wind¬
wach- Controlbuch 19 Wiedwachen
und 1 Feuerwache [Stärckefabrik]
gehalten.
Schluß des II. Vereinsjahres
am 31. Dezember 1876.
Gott beschütze Mühlau!
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rittes Vereinsjahr
D
1877
Am 1. Jänner wurde den Statuten
gemäß die Jahres-Hauptversammlung
beim Koreth abgehalten, in welcher alle
Mitglieder der Kommandantschaft
durch Acclamation wieder gewählt
wurden.
30
Am 14. Februar hielten wir unser Tanz¬
kränzchen verbunden mit einem schönen
Glückstopfe welcher aus 154 durchaus netten
Gewinsten bestand.
Die Unterhaltung war eben so animirt
wie im vorigem Jahre, die Musick sogar
noch besser, da wir für das gleiche Honorar
ein vollkommenes Streichorchester von
21 Mann bekamen.
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Am 21 April Erste diesjährige Übung
mit Wasser. Als Object diente Zapflers
Gasthaus. Unsere Spritze bezog das Was¬
her aus dem zwar sehr niedergehenden
den, und wirkte in Gemeinschaft mit einem
Strahle aus der Weyner'schen stabilen
Fabriksspritze mit bestem Erfolge.
Die Steigen hielten sich bei dieser Übung
auch sehr tapfer, und war das doch schon
nach 7 Minuter, vom Angriff-Signal
gerechnet, total genutzt.
Am 29. May.
Ovation aus Anlaß des Na¬
menstages des Oberkomandanten
bei welcher demselben von seinen
Kameraden ein schöner Ehrenbeil
übereicht wurde; und soll nun auch
auf dieser Stelle mit bleibenden warmen
Worten von Seite des Oberkomandanten
seinen lieben Kameraden für Ihre
Freundlichkeit u. Güte noch einmal
der innigste Dank ausgesprochen sein
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32
Am 31. Maii, als am Fronleichnamstage
in Arzl
entstand durch Abfeuern eines Flinten¬
schusses ein Dachbrand, der bei dem
orkanartigen Winde der zu der Zeit
geherrscht hat, fürchterliche Dimensionen
annehme hätte können.
Es waren zufällig mehrere von un-
sern Kameraden in Arzl, und nur
der raschen Dampfung ist es zu danken,
daß das Feuer nicht zu verhehrenden
Ausbruch kam.
Unsern Spritze war auch schon in
Bereitschaft.
Am 9. Juni Große Frühjahr-Haupt¬
Übung im Vereine mit der Weyrer¬
schen Fabriksspritze und einer
Schlauchrotte der Innsbrucker
Feuerwehr. Bei dieser Übung
zu welcher das Dollinger-Stadelgebau-
de das Object bildete, waren nahe
an 1000 Fuß Druckschläuche in Activi¬
tät.
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33
Am 8. Juli Ausflug nach Absam, bei
welchem trotz der mehr als zweifel
haften Witterung die heiterste Stim¬
mung herschte Bei den Klängen un¬
herer trefflichen Musikkapelle ver¬
giengen die Stunden nur zu schnell.
Der Ausflug galt hauptsächlich als Gegen-
Besuch zu unseren Feuerwehr Kameraden
in Absam, von denen wir auch unter
Anführung ihres Komandanten Krise
recht ehrenhaft empfangen wurden.
Der Garten des „Bognerwirthes“ war
recht nett mit Wappen u. Fähnchen
geschmückt.
Am 11, 12 u. 13. August fand in Stutt¬
gart der X. Teutsche Feuerwehrtag statt
bei welchem unsern Feuerwehr durch
Oberkomandant Weyner vertreten
war, und seien hier von demselben
in aller Kürze die Haupt-momente
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dieses großartigen Festes verzeich¬
net:
Der X. deutsche Feuerwehrtag lieferte
nicht nur den Beweiß, was für großer
tige Verbreitung das organisirte Feu¬
erlöschwesen überall gefunden, sondern
er zeigte auch in unleugbarer
Thatsache, wie weit man es schon in
der Erfindung und Verbesserung der
Mittel gebracht hat, ein Schadenfeuer nach
den besten Regeln der Löschtechnik zu
bewältigen.
Nicht umsonst zogen die Feuerwehrmänner
aus allen Ganen Deutschlands, aus Österreich-
Ungarn und der Schweiz nach Stuttgart;
Es galt ja so wie bei allen früheren
deutschen Feuerwehrtagen nicht nur
alle gemachten Erfahrungen im Feuer,
löschwesen gegehritig auszutauschen, es
gält nicht nur alles genau zu berathen, was
für den Feuerwehrdienst von Interesse ist,
sondern es galt auch hauptsächlich den Geist
und den guten Willen für diesen edlen
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.
Dienst der Nächstenliebe zu wecken,
und zu fördern, sich gegeseitig auf¬
zumuntern nicht zu erkalten, sondern
mit ungeschwächtem Eifer auszuhalten in
den Pflichten des Feuerwehrmannes
so lange die jugendliche Kraft es ihn nur
erlaubt um eben seinen schwapen und
ältern Mitmenschen als Schutzmann
zu dienen für sich und sein sauer ver¬
dientes Hab und Gut.
Die Betheiligung an diesem Feuer¬
wehrtage war aber auch eine der¬
artig größe, daß man beim Fest¬
umzuge über 10,000 Feuerwehrman¬
ner zählte. Selbst aus Siebenbürgen
kahmen delegirte.
Die Schauübung der Stuttgarter
Feuerwehr, welche 1400 Mann stark
ist, war ein derartig erhabenes
Schauspiel, daß selbst die Feinde der
Feuerwehr zur festen Überzeugung
gelangten, daß solche Leistungen die
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algemeine Furcht vor dem Feuer zur
verscheuen im Stande sein müssen.
Von dem Momente des Allarmzeichens
an, war in 2 ½ Minuten der erste Wasser
strahl vom Rathshausdache aus zu sehen,
und gleichzeitig waren gerettete Menschen
in Körben aus den Fenster auf die
Strasse heruntergelassen. Im Ver¬
laufe weiterer 3 Minuten spiehen
24 Strahlröhre ihre Wasser auf das
angenommene Brandobjekt, darunter
2 Dampfspritzen, die vom Platze aus
das Rathausthürmchen überstrahlten
Ein Weitergreifen eines Brandes
wäre unter solcher Wuhr geradezu
unmöglich.
Die Unterhaltungen und Belustigungen,
welche als Entschädigung für den ehrenden
Besuch dem fremden Gästen und für ihre
Mühe und Aufopferung den Stuttgarter¬
Feuerwehrmännern veranstaltet wür¬
den, hatten alle bei herrlichstem Wetter
und in ungestörter Ordnung in höchster
Befriedigung stattgefunden, und so verlief
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37
Das schöne Fest in musterhafter
Ordnung, und wird jedem Theil¬
nehmer Zeit seines Lebensunver¬
geßlich bleiben.
über
Den Bericht, der, mit dem Feuer¬
wehrtage verbundenen Ausstellung
wird seinerzeit in Druck erscheinen,
und in unserer Mappe aufbewahrt
werden.
Am 26. August
fand in Kitzbühel die
fünfte Deligirtenversammlung der Deutsch-
tirolischen Feuerwehren statt.
Vertreter unseres Vereines war
Kassier Gottlieb Schatz.
Dieser Feuerwehrtag, welcher von über
400 Feuerwehrmanner besucht war, hat in
dem freundlichen Städtchen Kitzbühel ein
recht reges und belebtes Treiben hervor
gerufen. Die Übung der Kitzbüchler
Feuerwehr, sowie alle Festlichkeiten
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38
wunden bei schönstem Wetter und müster¬
hafter Ordnung abgehalten.
Aus dem Protokoll der Deligirten-Ver¬
sammlung, welches in den No 18, 19, 20, 21 u. 29
der „Österreichischen Verbands-Feuerwehr¬
Zeitung" in allen seinen Details er¬
schienen ist, seien hier nur im allgemeinen
einige Anträge erwähnt; und zwar:
an erster Liein den Beschluß den Feuer¬
wehren durch eine Verordnung ein¬
zu schärfen die Rettungsleine und das |
Sprungtuch beie Schauübung gar nicht oder
nur mit der größten Vorsicht, und beim
Beande nur im äußersten Nothfall in
Anwendung zu bringen.
Ein weiteren Antrag bezog sich auf die
Erkennungszeichen der verschiedenen
Kommandanten, nach welchem der Kommen
rothe
dant des Brandortes eine Schärpe und
die Kommandanten oder Führer der zu Hilfe
kommenden Feuerwehren eine rothe
Armbinde mit dem Ortsnamen zu
tragen hätten. Ferner wurde be¬
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schlossen an den hohen Landesausschuß
die Bitte zu rechten, die für das Herzog¬
thum Salzburg schon bestehende von Sr
Majestät sanktionirte Teuerpolizei und
Feuerwehr-Ordnung mit einigen
kleinen Abänderungen auch für Tirol
in Anwendung zu bringen.
Schließlich würde noch wurde noch der
der Beitrag für die Krankenkasse 10kr
und ebenso 10 kr für die Regiekasse
also jährlich 20 Kr. festgesetzt.
Tag's darauf unternahm man einen
den projektirten Aufstieg auf das
Kitzbüchler-Horn eines der lohnensten
Ausichtspunkte Tirols.
Am 2. September machte die Absamer
Feuerwehr einen Ausflug zum Koreth
und wurden wir auf das Kameradschaft¬
lichste eingeladen mit ihnen einige
frohe Stunden zu verleben, leider
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wurde auch diese Unterhaltung
durch eingetretenen Regen gestört
doch der schon bekannte frohe Sinn des
Feuerwehrmannes und die lustigen
Weisen der Absamer Musick, halfen uns
getreulich über unser Mißgeschick hinweg
Nun kam der für uns so traurige Mo-
nat Oktober und raubte uns zwei der
wäkersten Kameraden durch den Tod-
Am 2. Oktober starb Nikolaus Seelos
an den Folgen einer durch das Scheu-
werden eines Pferdes am 12. August
erlittenen schweren Verletzung.
Bei einer Fahrt mit einem Einspänner
seines Dienstherrns ereignete sich die trau
nige Katastrophe.
Der Seelengottesdienst für diesen verun¬
glückten Kameraden wurde am 7. Okt.
abgehalten.
Am 26. Oktober müßten wir wieder
einen lieben Kameraden zur letzten
Ruhe geleiten, und zwar den am 24 Okt.
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41
verstorbenen Johann Tollinger Ver¬
walter der Mayr'schen Zigelbrenerei
in der Halleran.
Am 28. Oktober wurde für ihn der
Seelengottesstienst gehalten.
Am selben Tage hielten wir Nachmittags
3 Uhr unsern diesjährige Herbst¬
Hauptübung ab. Bei derselben waren
5 Maschinen mit 7 Strahlröhren
in Tätigkeit: nämlich unsere 2 Feu¬
erwehrspritzen mit 3 – dann die
Weyrersche Hydroforpumpe mit 2-
und eine weyversche und eine Baur
sche Fabriks-Tragspritze mit je einen
Strahl. Die Steiger arbeiteten auch sehr
gut mit Schub und Hackenleitern, und
so zeigten wir durch diese Übung, daß
wir unter den Dorffeuerwehren eine
der bestausgerüsteten des ganzen
Gauverbandes sind
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nach der Übung erfrischten wir uns
bei Koreth und beehrten aus sehr viele
Feuerwehrfreunde, so wie auch die
Herrn Oberkomandanten von Inns¬
bruck und Wilten mit ihrem kame,
wadschäftlichen Besuch, trotz daß auch diese
Übung von bei ganz ankündigen Regen
mußte abgehalten werden.
Am 18. November wurde im großen
Retoutensaale dem verdienstvollen
Oberkomandanten der Innsbrucker
freiw. Feuerwehr Herrn Josef Helzer
das ihn von Sr. Majestät unserm Kaiser
Franz Josef verliehene Goldene Verdienst¬
Kreutz mit der Krone in feierlicher Weise
überreicht, wobei unser Verein durch
eine Deputation vertreten war
Es sei dieser Akt, der unsern Körper
eigentlich nicht berührt nur deßwegen
hier verzeichnet, weil es der klarste
Beweiß ist, daß nun das Institut der
freiw. Feuerwehren selbst an höchster
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43
Stelle seine wohlverdiente Würdigung und
Anerkennung gefunden hat.
Am 23. November wurde uns aber¬
mals ein Kamerad durch den
Tod entrissen
Am 25 Novb. geleiteten wir den
Spritzenmann Leopold Pfeifhofer
zur letzten Ruhe
Am 2. Dezember wurde für den
selben der Seelengottesdienst
abgehalten.
Vom 1. Jänner bis 30. Dezb. wurden in
24 Nächten die Windwache gehalten
Spenden
Von J. M. Weyrer & Söhne einen Duxer.
Von Frau Wittwe Dollinger eine
vollständige Steigerrüstung
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44.
Veränderungen
in der Standesliste.
Ausgetreten ist niemand.
Gestorben Ein Steiger, Zwei Spritzen- |
mauer
Eingetreten sind Sechs aktive, und
ein Außerordentliches Mitglied.
Pfeifhofer Vinzenz
Nämmlich aktiv:
als
Lindner Jakob
Spritzen.
Harm Anton
maner
Gloiser Peter
Sentobe Isidor
Sentobe Josef als Schlauchmann
Außerordentlich:
Herr Alois Sax
Somit hat sich die Gesammt-Mitglieder-
Zahl um 4 Kameraden erhöht
beziffert sich also heute auf
78 Mitglieder.
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45)
31. Dezember
Die angenehmste und er freu¬
liche Verzeichnung in diesem Buche
ist wohl die daß im Verlaufe des
Jahres 1877 weder in der Stadt
noch bei uns selbst, ja nicht einmal
im ganzen Weichbilde von Inns¬
brück ein Schadenfeuer zum
Ausbruch gekommen ist und
sei hier unserem Allgütigen
Schöpfer mit der innigsten
Bitte der höchste Dank ausge¬
sprochen, er möge uns in Gnaden
Fernerhin so beschützen wie bis¬
her.
Gut Heil!
Schluß des III. Vereinsjahres
Mühlan d. 31. Dezb 1877
JWeyrer
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48
s
Vereinsjahr
Ciertes
1878
– wurde beim Koreth wie
Am 1. Jänner
alljährlich die Jahreshauptversammlung
abgehalten. Anwesend waren 40 Mitglieder.
Bei Verlesung des Rechenschaftsberichtes
zeigte es sich nun daß unsere Haupt¬
kasse, aus welcher bis datto die Mittel zur
Anschaffung von Gerathen geflossen sind,
bereits einzutrocknen begonnen hat,
indem sie nur mehr aus 34 f 63 kr.
bestanden, hingegen die Jahresaus¬
gaben für 1877 sich auf 68 fl 70 k. belaufen
haben. Das Deficit wurde vorderhand
aus der Regiekasse gedeckt, und beläuft
sich somit auf 34 p - 7 Kr.
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Die Regiekassa ist besser bestellt, sie
zeigt folgenden Stand:
Kassafond von 1876.
123 f 36 kr
Einahmen vom Jahre 1877 430 " 94 "
554 f 30 kr.
Summa
Jahresausgaben für 1877
240"-6"
Vermögen 314 f 24 k.
So steht also diese Kassa am 1. Jänner
Von diesem Gelde nun sind 300 f seit
1. März 1877 bei der Innsbrucker Sparkasse
nutzbringend angelegt.
Nun wurden die Neuwahlen vor
genommen und bei derselben sämt-
liche Gargen wiedergewählt.
Am 10. Februar
hielten wir unser
Tanzkränzchen ab und zwar diesmal
im Saale beim Dollinger. Es war
äußerst animirt und verlief in
wahrer Fröhlichkeit und Eintracht.
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Am 14. März begleiteten wir unse¬
ren unvergeßlichen Gönner und Kame¬
vaden Alois Pötsch zur letzten Ruhe,
stätte. Ein Schlaganfall welcher machte
seinem durch Wohlthätigkeit und Biederheim
hochgeschätztem Leben ein rasches Ende.
Die Feuerwehr von Nichtan verlor
an ihn nicht nur ein außerordentliches
Mitglied, sondern auch einen wahren
Freund und Wohlthäter
um 1 Uhr nachts
d.
Am 17 März wurden wir durch die
Feuerglocke von Innsbruck allarmirt.
Es war in einem Hause der oberen
Sillgasse in der letzten Etage Feuer aus
gebrochen, das der Nähe des holzgedeckten
Daches wegen sehr leicht das ganze Haushätte
einäschern hätte können. Die Militär¬
spritze aus der nahen Kaserne hatte
bereits den Brand schon bewältigt als die-
Feuerwehr ankam. Wir waren in
Bereitschaft, fuhren jedoch nicht aus, da man
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51.
weder Rauch noch Feuer sah. Zwei Mann
von uns gingen zur Brandstätte ab; und
es stellte sich heraus daß eine Küche und
ein Zimmer dotal ausgebrannt waren.
Am 30. März erhielten wir über Ein¬
gabe des Oberkomandanten von der
Feuerversicherungsgesellschaft „Rennione
adriatica di sicuta" in Triest die
Summe von 30 f zur Anschaffung von
Gerathen und wurde mit diesem
Gelde die 6 theilige Dachleiter bezahlt.
Am 27. April war Musterung und
Eintheilung der neu eingetretenen
Mit glieder.
Am 1. May brach um ¾ 11 Uhr nachts
in der Kapferer-Brauerei ein großes
Feuer aus, welches bei Fortdauer
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52
des heftigen Windes, welcher den
ganzen vorhergehenden Nachmittag ge-
weht hat, für ganz Innsbruck hätte ver¬
hängnißvoll werden können, da zu
allem Unglück noch der städtische Sillkano
abgekehrt war, und der fehlenden
Archen wegen auch nicht eingelassen
werden konnte.
Wir waren von den auswärtigen Feuer¬
wehren die ersten am Brandorte, ja sogar
noch vor dem IIIten Zuge der Innsbrucker
Feuerwehr und postirten uns auf der
Brücke des städtischen Sandkanals, doch
mußten wir die Stellung sofort ver¬
lassen, da das ungeheuer sandreiche Wasser
die Ventille unserer Maschine verstopfte
Nach erfolgter Instandsetzung der Spitze
stellten wir uns im Hofe des Brandoljeckes
helbst auf, und arbeiteten mit dem
reinen Wasser, das wir durch Ver¬
mittlung einer Hallerspritze von den
Tendern der Südbahn erhielten recht
erfolgreich.
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Glücklicher Weise stellte sich schon gleich
nach Ausbruch des Brandes ein heftiger
Regen ein, der ununterbrochen und
mit ungeschwächter Stärke bis zum
Morgengrauen anhielt, und so der
größte Beschützer gegen das Flugsener
wurde, welches schon an einigen Dächern
der Kohlstadt und Pradl seinen fürchter¬
lichen Samen zum keimen gebracht hatte.
Erschöpft und bis auf die Haut durchnäßt
verließen wir um 5 Uhr morgen die
Brandstätte.
Die Bespan̄ung wurde in zuvorkommen¬
ster Weise von unserem außerordnet
lichem Mitgliede Herrn Georg Schreier
gestellt.
hielten wir mit der Rauch-
Am 5. May.
schen Spritze in seiner Kunstmühle eine
Probe ab, und frierten hernach in
Dolliegers Garten unser IIII. Stiftungs¬
fest.
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54
Bei dieser Gelegenheit wurde dem
Oberkommandanten ein prachtvoller
Ehrenhelm übereicht.
Am 29. May war Exerzirübung und
hernach aus Anlaß des Namenstages
des Oberkomandanten gemüthliche
Unterhaltung beim Zapfler.
Hier war es erst dem Oberkommandanten
gegonnt ungestört, und mitten unter
seinen geliebten Kameraden für das
schöne Ehrengeschenk seinen tiefgefühltesten
Dank auszusprechen, was nun auch hier
als schriftliche Danksagung für immer
verzeichnet sein soll; ebenso sei an dieser
Stelle noch einmal die Versicherung des
Oberkommandanten wiederholt, daß dieser
Ehrenhelm von demselben nur als öffent-
liches Zeichen der mustergiltigen Einig¬
keit und Kameradschaftlichen Gegenliebe
der Vereinsmitlieder getragen werden
wird.
Im Verlaufe des Abends erschien dann
noch zur freudigen Überaschung der
Gemeinde-Vorstand-Stellvertreter
Herr Peter Kuen, begrüßte mit den
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herzlichsten Worten die Versammlung,
gratulirte den Oberkomandanten, und
dankte dem Vereine für sein lobens¬
werthes Wirken, und gab uns dabei
auch die Versicherung, daß die Gemeinde¬
Vertretung der Feuerwehr jederzeit
hilflich zur Seite stehen, und sie in allen
Fällen nach Kräften unterstützen
Diese, mit sichtlich aufrichtigen
werde.
und warmen Worten gesprochene
a
Anrede wurde von dem ganzen Feu¬
erwehrkörper mit einem wahrem
Hallo begrüßt, und ein dreifaches
Gut Heil! auf die Vorstehung folgte
den herzlichen Worten Kneus, der sich
sodann als außerordentliches Mitglied
in den Verein aufnehmen ließ.
Schließlich u beurlaubte sich Oberkomadant
Weyrer von seinen Kameraden
auf einige Wochen zu einer Reise
nach Frankreich und England und
übergab für diese Zeit dem Spritzen
meister Lang das Oberkomando.
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Am 27 u. 28 Juli war Delegietentag
in Sterzing. Kamerad Thomas Lang
vertrat dort die Freiwillige Feuerwehr
Mühlau.
Das ausführliche Sitzungs-Protokoll
des VI. Delegirtentages in Sterzing ist
zu finden in No 17 der Österreichischen
Verbands-Feuerwehr-Zeitung vom 5. Sept: 1878
Hervorzuheben ist nur die Neuwahl des
Vereinskassier. An Stelle des Herr Jörg
wurde Herr J. Riegl zum Kassier ge¬
wählt. Ferner wurde als Vorort für
den nächstjährigen festlichen mit einer
Ausstellung verbundenen Gantag die
unterinntpalische Stadt Kufstein bestimmte
Am 17. September gegen 3 Uhr in der
früh zündete ein gewisser Lorenz Buhs¬
jäger von Heiterwang aus Rache gegen
den Rothadlerwirth seinen in der Hottinger
Aue befindlichen Heustadel an, welcher auch
sofort in hellen Flammen aufloderte.
Unsere Feuerwehr war, trotz der beteuten¬
ten Entfernung anerkantermaßen unglaublich
schnell am Brandplatze, griff aber da es
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57.
unnöthig geweisen wäre, nicht mehr
thätig ein.
Die Bespannung stellte unser außer¬
ordentliches Mitglied Müllermeister
Alois Sax.
Am 26. September betheiligte sich der
Verein an dem Fackelzuge, welcher
aus Anlaß der Anwesenheit unseres
Monarchen in Innsbruck abgehalten
wurde. Trotz strömenden Regens, und
Abfall der Kameraden bei der Mühlauer
Musickkapelle, welche auch mitwirkte,
bestand die Abtheilung aus 32 Mann.
Am 13. Oktober hielten wir unsere
diesjährige Herbst-Hauptübung ab.
als fingirtes Brandobjekt diente
die Freiherr v. Sternbach'sche „Schloßkirche“
mit den umliegenden Okenomie¬
gebäuden. Steiger und die Spritzen¬
rotten exerzirten recht gut, und zeigte
sich namentlich die II. Spitze bei so
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wackerer Bedienung als ein noch sehr
brauchbares Möbel.
Nach der Übung wurde in der Schotter
grube ein Lang'scher Extincteur probirt
welch einfaches Löschgeräth von der anwesen¬
den Gemeindevorstehung und zahlreichen
Zuspauern mit Staunen bewundert
wurde.
In Zapflers Pabillon wurde dann eine
Erfrischung eingenommen, zu welcher
unser geehrter Ehrenkamerad Rauch
ein Faß Bier spendete. Hier nochmals
unseren herzlichsten Dank.
Am 3. November, abends nach 6 Uhr
brannte eine der Schützengesellschaft
von Mühlau gehörige Zielerhütte voll
ständig ab. Ein in der Hütte angezündetes
und nicht gehörig gelöschtes Wärmfeuer
verursachte den Brand. Einige beim
Korethanwesende und die gleich in Massen
herbewilenden Feuerwehrmanner
löschten mit Schnee und durch zerstämpfen
die brennende Hütte.
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Ordnungsmarschafts-Obmann Dinkhauser
leitete die Löscharbeit mit Takt und Vor¬
sicht welch letztern hier besonders zu
beachten war da in einer der nächst¬
stehenden Ziklerhütte ein beträchtliches
Quantum Pulver aufbewahrt war
Maschinen kamen keine in Thätigkeit.
31. Dezember
Laut Windwache - Controlbuch wurden
vom 1. Jänner bis 31. Dezb in 24 Nächten
Windwache gehalten.
Spenden
Die unterm 30 März verzeichnete Re¬
Gabe von 30 p der Feuerversicherungs¬
Gesellschaft "Reunione adrialica di sicurda
in Triest." und
Vom Oberkommandanten Weyrer ein Stück
Staatsschuldverscheibung im Nominalwerth
von 100 k zur Gründung einer Krankenkasse.
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Veränderungen in der Standesliste
Ausgetreten sind 3. Mitglieder &. 3 außord Mitgl.
1 Außerordentliches Mitglied
“
Gestorben
Die von eingetretenen Mitglieder
und alle übrigen Veränderungen werden
in der neu zusammenzustellenden
Mannschafts-Standesliste vom 1. Jönner 1879
ersichtlich sein.
Gott zur Ehr,
dem Nächsten zur Wehr.
Schluss des IV. Vereinsjahres.
Mühlau den 31. Dezb 1878.
5.
Seite 60
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Fünftes Vereinsjahr.
18-79
-
Am 1. Jänner war wie alljährlich die
Jahreshauptversammlung beim Koreth,
wobei auch wieder den Statuten gemäß
die Neuwahlen vorgenommen wurden.
bei denen sämmtliche Chargen als wieder
gewählt hervorgiengen.
Dem Oberkommandanten wurde bei
dieser Gelegenheit vom ersten Spritzen¬
meister Thomas Lang im Namen aller
Kameraden mit den herzlichsten Worten
nicht nur der Dank für die gemachte Spende
zur Gründung einer Krankenkasse aus¬
gesprochen, sondern durch Übereichung einer
schön ausgestatteten höchst schmeichelhaften Adresse
ein bleibendes Zeichen der Liebe und Anhäng
lichkeit zum Komandanten geschaffen
derselbe spricht hier noch einmal für diese,
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63
völlig unverdiente Hochschätzung seinen
tiefgefühltesten Dank aus und verbindet
zugleich die Bitte an alle lieben Ka-
meraden, dem so geachteten und allge¬
mein geschätzten Verein durch echte
Freundschaft und Brüderlichkeit seinen
guten Ruf zu bewahren.
Diese Versammlung beehrte auch der
Herr Gemeindevorstand Freiherr v.
Sternbach mit seiner Gegenwart,
und spendete auch einen Beitrag für
die neugegründete Krankenkasse.
Am 16. Februar hielten wir in den
Localitäten beim Dollinger ein recht
animirtes Tanzkränzchen ab, welches
in heiterster Weise und ohne den ge¬
ringsten Mißton belief.
Am 3 Juni hielten wir die heurige
Frühjahrs-Hauptübung ab, bei welcher
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eine, den Gebrüder Weyner gehörige
Jauchenpumpe als Zubringer zur Ver-
kam
wendung. Besagte kleine Maschine hat
Kugelventille und zeigte es sich, daß durch
längeres stehen der Punze, die Ratschuckku-
geln sich fest saßen, daher ist bei derartig
konstruirten Maschinen die gröste Rein-
lichkeit zu beobachten.
Die Übung ging tadellos von statten
Als Brandobjekt direte die Häusergruppe
Ständer-Schatz im Unterdorf.
Nach der Übung Erfrischung bei Zapfler.
An diesem Abende zeigte es sich wieder
neuerdings, welch kameradschaftlicher
Geist und wahre Freundschaft zwischen den
Feuerwehrmännern und den von
denselben unter sich gewählten Chargen
besteht. Kamerad Lois Turner übergab
nömlich bei dieser Gelegenheit an Namen
Faller Kameraden dem Kommandanten
Weyrer einen silberne Huppe, und würgte
die Übereichung dieses Ehrengeschenkes
mit einer wahrhaft rührenden Ansprache.
Freudige Aufregung, und ein erst vor
einigen Tagen überstandenes Hals beiden
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hinderten den so ehrenvollbeschenk¬
ten vor den Kameraden laut seinen
tiefgefühlten Dank auszusprechen.
An dieser Stellenun sei er verzeichnet,
und aufgeschrieben als schriftliches Zeug¬
niß der wahren Freundschaft.
Am 21. Juni etwas nach 9 Uhr vor¬
mittag entstand beim Schuhmacher¬
meister Andrä Jochberger in Amras
ein Schadenfeuer, dem das Ganze
Gehöfte zum Opfer fiel.
Trotz dem, daß um diese Zeit hier in
Mühlau sehr schwer Bespannung für
die Feuerspritze zu bekommen ist, waren
wir doch sehr schnell am Brandplatze,
in dessen Nähe gar kein Wasser sich
befindet und mußten wir daher bis
zum Schloßteiche hinauf fahren von
welchem wir dann ausgebige Massen
Wasser durch Vermittlung der Wiltauer¬
und Innsbrucker Landfahrspritze auf den
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.
66.
Feuerherd brachten. Eine kleine Ab¬
uns
theilung Kaiserjäger unterstützte bei der
Pungarbeit, da die untoleranten Einwohner
von Amras (fulgo Gscherte) eine unüberwind¬
liche Scheu vor den Druckstangen unserer
Maschine zeigten, und sich in respeitabler
Entfernung von denselben aufhielten.
Nach Einnahme einer kleinen Erfrischung
im Schloßkeller die wir redlich mit unsern
kaiserlichen Gehilfen theilten, kehrten wir
um 11 1/2 Uhr heim.
Geführt wurde der Löschtrain vom Kommandanten
Weyrer. Die Bespannung stellte auf die
bereitwilligste Weise unser Kamerad
Mayerhofer.
Am 29. Juli hielten wir, nachdem einige
Tage zuvor Abtheilungsbungen abgehalten
werden eine Gesammtübung ab. Es wurde
nur trocken gearbeitet. Das Korethhaus
diente als Objekt. Nach der Übung war die
Delegirtenwahl für den IV Gau- und VII. Se-
legirtentag in Kufstein und fiel dieselbe
auf den Kommandanten Ferd Weyrer.
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Am 24. August. beehrte uns die freiw. Feu¬
erwehr von Absam mit ihrem Besuche.
Dieselbe brachte ihre sehr tüchtige Harmoni¬
musik mit, und unterhielten wir uns
in Zapflers Garten auf das Vortreflichste.
nicht der mindeste Mißton störte das Bri-
sammesein mit unseren Nachbarkameraden,
welche aus wahrer Freundschaft und Simpatzie
schon zu wiederholtenmalen uns besuchten.
Leider wußten wir zur Zeit einen treu¬
en Kameraden schwerkrank im Bette, welcher
auch am 28 August nach 8 tägigem Krankheit
seinem Kopfleiden erlag. Es war dies unser
alter treuer Kamerad, Lectionsführer
Wilhelm Heuschötter welchen wir
am 30 August zur letzten Ruhe be¬
gleiteten. Als evangelischer Christ wurde
derselbe auf dem protestantischen Friedhofe
in Innsbruck zu Erde bestattet, an welcher
Stätte von seinem Selforger eine ergreifen,
de Grabrede gehalten wurde, welche den
Anwesenden die vielen Verdienste des
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hervorhob.
Verbliehenen, welche er sich als Diener
seinem Brodherrn gegenüber als Krieger
ein sein Vaterland und als Feuerwehrmann
aus uneigenütziger Nächstenliebe erworben
– Ehre seinem Leben, Ruhe seiner Asche! –
hat
Am 7. und 8. September fand in Kufstein
der 4. Gäu u. 7. Delegirtenstag der deutschtirol:
Feuerwehren statt, und fungirte bei demselben
als Vertreter unseres Vereines Komman¬
dant Weyrer.
Nachdem nun der Gauverbandsvorstand Dr. Otto Holz
die erfreuliche Mittheilung gemacht, daß das
Wesen der Freiw. Feuerwehren nun allenthalben
verdiente Anerkennung findet, bewieß er durch
autentische Zahlen daß das Institut der Feuer
wehren, seit seinem Bestehen, recht namhafte
Summen dem verherenden Elemente entrissen,
und durch Herabminderung der Einzahlungen
in die tirolischen Brandversicherung dem Ver¬
sicherten und vom Feuer verschont gebliebenen
Mitbürger nicht zu unterschätzende Wohlthaten
erwachsen sind.
In Tirol bestehen nun über 100 Feuerwehren
und ihrer ersprießlichen Thätigkeit ist es haupt¬
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69.
sächlich zu danken, daß die Brandschaden-Ver-
getragen, trotz der bedeutenden Zunahme
der Versicherungen welche begreiflicher
Weise die Verpflichtungen der tirol'schen
Aspekuranz nur vermehren, auf die Hälfte
herabgesunken ist.
Laut den amtlichen Ausweisen der letzen
5 Jahre, und in diese Zeit entfällt die Errichtung
der meisten Feuerwehren, betragen
nämlich:
im Jahre 1874 die Brandschadenwegüthung 172896 f 38 kr
1875.
150,984,,86"
1876
136,139 " 76
137,680 „ 94 „
1877
,,,, 89.246,,12.
“
1878
und harmonierend mit obigen Summen
ist auch die für je 100 f zu zahlende Umlage
von 30 k. auf 24, 20, 19 und 1878 auf 15 k. gefallen.
Diese Früchte der Feuerwehrthätigkeit werden
nun wohl einen hohen Landesausschuß veranlassen,
die von unserem waken Vereinsvorstand
mit so größer Umsicht und Mühe ausgearbeitete.
Feuerpolizeiordnung für Tirol u. Vorarlberg
endlich zu functioniren, was für andere
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70
Kronhänder doch schon vor Jahren geschehen ist.
Für diese mühevolle Arbeit wurde auch
Dr Otto Holz durch Übereichung eines schönen
Die
Bierkruges beehrt, welche ihn e feuerwehren
des nordtiroler Gouverbandes spendeten
und prangt auch der Name Mühlau auf dem
wohlverdieten Andenken.
In weiterer Verhandlung der Delegirten
sitzung wurde beschlossen austretenden Feuer¬
wehr mitgliedern Certivicate über Verhalten
und Dienstzeit auszustellen, um streitsüchtige
und unbrauchbare Elemente vom Feuerwehr¬
Körpern möglichst fern zu halten, da es häufig
vorgekommen ist, daß entlassene Mitglieder
sich in anderen Vereinen wieder einzu¬
schwindeln wußten, um dort neuerdings
wieder Unheil zu stiften.
Ferner berichtete der Obman, daß das Ver¬
mögen der Gaukrankenkasse 3360 fl beträgt.
Schließlich wurde als Vorort für den 8. Dele
girtetag Brixen gewählt und auch von den
anwesenden Vertreter der Bischofstadt Freude.
lichst angenommen.
Der untenhaltende Theil des Festprogrammes
wurde auch auf das gemüthlichste durchgeführt,
ebenso wurde auch in Tirol die zum erstenmal
eine Dampfspritze mit ihrer kolossalen Wirkung
dem Publikum vorgeführt
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Am 1. Oktober kam in Pradte gegen
10 Uhr abends ein in nächster Nähe eines
Hauses angelegter sogenanter Halm¬
schober zum brennen. Der schnellen
Hilfe der Ortsbewohner und der Feuer¬
wehr von Pradl gelang die Rettung
des Hauses vollkommen, der Schober
aber brannte gänzlich nieder
Wir kamen mit unserem Löschtrain
bis mitte Saggen, wo wir in Anbe-
tracht der inzwischen bewülltigten Ge-
fahr umkehrten
Geführt wurde die Abtheilung vom Kom¬
mandanten Weyner; die Bespannung
stellte Alois Sax.
Am 12. Oktober hielten wir unsere
Herbsthauptübung ab. Als Objekt
dienten die Tschafon und Mayrhofer'schen
Mühlen. In allen Rotten wurde recht
brav gearbeitet. Hernach war Er¬
frischung im Badhause.
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Schluss-Bericht:
Im abgelaufenem Vereinsjahre
wurden in 29 Nächten Windwache gehalten
Spenden
Von Hochwohlgebr. Freiherrn Fadinand
v. Sternbach 5 p als Beitrag zur Gründung
der Krankenkasse.
Veränderung in der Standesliste.
Ausgetreten sind 4 activa Mitglieder
Gestorben
Eingetreten sind.
und 3 außerordentliche Mitglden
Am 31. Dezb: 1879.
Gottbeschütze Mühlan
Gut Heil!
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es Vereinsjahr
Sechst
188
Am 1. Jänner wurde wie alljährig die
Jahres-Hauptversammlung beim Koreth
abgehalten und die Neuwahlen vorge,
nommen. Die beim Vereine geblie¬
benen Mitglieder wu der Chargen
wurden alle durch Acklamation wieder¬
gewählt. Für den Verstorbenen Seelions-
führer Heuschötter wurde Johann Gstir, und
für den ausgetretenen Adjudanten Josef
Dinkhauser, Leopold Purner gewählt. Ebenso
wurden zwei Neun Mitglieder für das
Unterhaltungs-Comité bestimmt und zwar
die Steiger Alois Purner und Johann Kathrein.
Der vorgelegte Rechenschaftsbericht des
Kassiers Gottlieb Schatz in bester Ordnung
befunden.
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Die Einnahmen im Jahre 1879 belauften
sich auf: (das heist Gesammtmann’s- El-
gen) |
k.
die Ausgaben, da einige 232 " 90
Tachschaffungen nothwendig 189 " 81
wurden, auf
Somit bleibt ein Ver-
43 Te 09 kr
mögen vom
Der Fond für die Krankenkasse hat sich
nur um die Ziehen vermehrt, somit
noch zu gering, um zur Errichtung der
Kaffe schreiten zu können.
Jänner
Am 18. Februar wurde wieder beim
Dollinger ein recht annimirtes Tanz- |
kranzchen abgehalten, das in gewohnter
Ruhe und Ordnung verlief
Jänner
Am 19. Februar Vormittags ½ 11 Uhr
traf in Mühlau die Meldung ein der
Rechenhof brenne
Der vorausgesehene schwirige
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Transport der Maschine und die siche-
re Annahme, daß bei unserem Eintreffen
am Brandplatze wahrscheinlich nichts mehr
zu retten sein werde veranlaßte die
Komandantschaft von einer voraussicht
lich nutzlosen Ausrückung abzusehen.
doch Tags darauf wurden wir vom
Pächter des Rechenhofes Georg Kerscher
der nebenbei bemerk schon in Nühlau
einmahl abgebrannt ist durch einen
Bothen ersucht zur gänzlichen Löschung
des Brandes nach Rechenhof zu kommen,
da die Spritzen von Arzl und Ruhm
bei der herschenden kollusalem Kälte von
16 Graden Reumir gänzlich eingefrohren
waren.
Nun begab sich eine kleine Abtheilung
geführt vom Komandonten Weyrer
mit dessen kleinen Privatspritze über
Arzl nach der Brandstätte. Mit Hilfe von
mitgenommenen Spiritus wurde
im Verlaufe von 20 Minuten die
Arzeler Spritze in Gang gesetzt, und
durch den hinaufgebrachten Zubringer
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gespeist. Der Umstand aber, daß der mit
Waldmoos ausgeschopte Fußboden 2-3 Schuh
mit herabgefallenen Schotter bedeckt war
verhinderte ein Aufreißen der Bretter
und müßten wir der einbrechenden
Nachkälte halber die Löscharbeit wieder
einstellen. Die Bespannung stellte
Komandant Weyrer.
Am 4. Februar schloß in Mühlau in
Folge eines Schlaganfalles ein Mann
seine Augen, der von der ganzen Ge¬
meinde, von Jung und Alt, hochgeehrt
und geachtet war. Leider zu früh für
Familie und Gemeinde entriß uns
Gott unseren allseitig geschätzten Ka¬
meraden Josef Purner
Sein höchstverdienstvolles, unermüdliches
Streben, der Menschheit seine volle Kraft
zu wiedmen, klarer Geist und richtiges
Erkennen alles wahrhaft Guten, führte
diesen thätigen Mann auch in unsere
Reihen, wo er sich auch bei Bedarf durch
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Beistellung seiner von ihn diregirten
Musikkapelle unseren innigsten Sank
erworben hat. Bei seiner, namentlich
bei der Jugend einflußreichen Stellung
als Lehrer, wirkte er allenthalben mit
klarer Einsicht für die ehrenhafte Sache
des Feuerlöschwehens.
Die Beerdigung dieses vielseitigen,
verdienstvollen Mannes gestaltete
sich aber auch für Mühlau zu einem
geradezu seltenen Ereignisse.
Seine ausgedehnten Beziehungen als
Lehrer, Organist, Musiker trefflicher
Schütze, wäkerer Feuerwehrmann
und Mitglied mehrerer nützlicher
Vereine schufen ihn bei seinem letzten
Gange eine Ehrenbegleitung, wie sie
hier wohl nicht leicht gesehen worden.
ist. Sei ihn die Erde leicht.
Am 27. May war Musterung und hernach
Wasserprobe mit der neuen Spritze,
Bei der Musterung wurde alles bis auf
einige Kleinigkeiten in Ordnung befunden,
u. die Spitze bewährte sich in ihrer bekannten
Tüchtigkeit
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Am 28. August wurde eine Hauptübung
abgehalten und zwar abends bei Fackelbeleuch-
tung. Es wurde in dem engen Gäßchen
hinter den Alois Sachsschen Mühle beim Bache
Aufstellung genommen. Die Schubleiten
wurde an die Hinterseite der feigen-
mühle kommandirt ein Befehl, der trotz
des ungünstigsten Tarein’s mit Scheellig-
keit u Prezision ausgeführt werde.
Nach dem Einrücken von der Übung wurde
durch Aklamation Kamerad Leonhard
Schlögl zum Vertreter unseres Vereins
beim Delegirten tage in Brixen ge-
wählt. Eine kleine Erfrischung bei Korath
schloß den Abend.
Am 5. September. Delegirtetag in
Brixen. — Wegen schwerer Erkrankung
der Gemalin des Gauverbandsvorstandes
Dr Otto Stolz, leitete sein Stellvertreter Josef
Welzer die Verhandlung, welche im Allge¬
meinen viel, jedoch speziel für uns nichts
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gerade besonderes enthielt, indem wir
eben eine schon organisirte Feuerwehr
sind, während die Hauptmomente des
delegirten tages, sich um die Vorlage
des Feuerpolizeigesetzes für Tirol und
Vorarlberg waren. Dasselbe ist nun
endlich vom hohen Landesausschusse, wenn
auch mit einigen Abänderungen, so doch
der Hauphache nach, angenommen, und be-
darf nur mehr der Sanction seiner Maje¬
stet des Keisers, und wird dann dieses
80
Feuerpolizeigesetz, laut weiterem Antrag
des Delegirtenlages in Druck gesetzt und
jedem Vereine des Gauverbandes ein
Exemplar ausgefolgt.
Die Hauptsache an dem Gesetze ist eben die, |
durch dasselbe erreichte gesetztliche Stellung |
Regelung der Stellung der Feuerwehren
bei Ausübung ihren Dienstespflichten und ihrer
Ansprüche in Bezug auf Unterstützung bei
erlittenem Unfalle. Die Wohlthat dieses
Gesetzes wird sich bei seinem Inslebantraten
gewiß zeigen, und sei daraus nur noch erwähnt
daß laut diesen Verordnung jede aus 50 Häuser
bestehende Gemeinde binnen Jahresfrist
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eine organisirte Feuerwehr besitzen
muß, und daß die Brandversicherungsge¬
sellschaften einen in Verhältniß zum
versichertem Kapitale stehenden Beitrag
an die feuerwehren zu leisten haben.
Am 24. Oktober hielten wir unsere
Herbsthauptübung ab, das Thaler- und
Weyrer'sche Haus wurden als Objek an
genommen. Darauf wurde bei unserer
großen Spritze die Saugfähigkeit probirt
indem man sie aus dem zur Stunde sehr
niederstehendem Inn saugen ließ, welche
Aufgabe ohne allen Anstand löste, was
immerhin für die Bewohner des Unterdorfes
eine angenehme Beruhigung ist.
Eine kleine Erfrischung bei Zapfler schloß
den schönen Tag, der es endlich gestattete des
Wetters halber eine Übung zu halten
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Schlußbericht.
Das Jahr 1880 war in Bezug auf Brandun¬
glücke und überhaupt Elementarereignisse,
die den Dienst der Feuerwehrmänner
berühren wenigstens für uns ein sehr
glückliches Gott sei es gedankt.
Windwachen wurden wurden im ab¬
gelaufenen Vereinsjahre 17 abgehalten
An Spenden flossen uns zu: von Herrn Riedl
Ostreichischerhof“ Besitzer in Innsbruck
13 Fl Ost Wärung.
Die Standesliste kann erst nach Neujahr ge¬
nau festgestellt werden, da mache Mit-
glieder ihren Austritt nicht bestimmt
angegeben haben und werden von
jetzt an allen Feuerwehrmannern,
die vom Gauverbands-Ausschuß für den
allgemeinen Gebrauch bestellten Aufnahms
scheine mit beigedrucktem Austritszeugniß
abgegeben werden. Jedie Gouverbands- |
Kasse wurde dieses Jahr für 51 Mitglieder
eingezahl.
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Schließlich sei noch angeführt, daß
in der Gemeinderathssitzung vom
16 Nov. die Beistellung der Bespannung
bei Hilfeleistung auswärtiger Brände
in so weit besprochen wurde, daß die
löbliche Gemeindevertretung eine
namhafte Vergütung für Beistellung
von Pferden für obigen Zweck be-
willigt hat, und die Unterhandlung
mit den, dem Spritzenmagazinn am
nächsten gelegenen Pferdebesitzern
bereits eingeleitet wurde.
Mühlau am 31 Dez 6 1880.
Gott beschütze uns:
Gut Heil!
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Am 23. April wurden die neuen
vom tirolischen Gauverbande allge-
mein eingeführten Aufnahmsscheite
vertheilt, und ergab sich folgende
86
Siebendes Vereinsjahr
1881
Am 1. Jänner war wie alljährlich die
Hauptversammlung mit der Wahl
der Kommandantschaft und der Chargen-
wobei sämtliche früheren Mitglieder
wurden
wiedergewählt. Für den ausgetretenen
Sektions-Führer Pernlochner übernahm
der Magazineverwalter Thaler das
Kommando der Schlauchvotte.
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Standesliste
Kommandant:
Weyrer Ferdinand
Turner Leopold
Adjutant:
Walner Franz
Signalisten:
Pfeifhofer Anton
Steiger
Rottenführer:
v. Attlmayr Johann
Purner Alois
Sectionsführer:
Heiger:
Purner Christian
Schnegg Anton
Rauch Karl
Kathrein Johann
Meyerhofer Josef
Hell Johann
Pfeifhofer Angelus
Sentobe Josef (junior)
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Schlauchmanner
Sectionsführer
Thaler Johann /:Magazinsverwalter:/
Schatz Gottlieb [Kassier]
Strasser Franz
Reiner Alois
Spritzenmänner
Lang Thomas
Bottenführer
Schlögl Leonhard
Sectionsführer
Schlögl Alois
Gstir Johann
Sauerwein Josef
Knapp Anton
Spritzenmanner
Kuen Josef
Harm Josef
Neiner Josef
Trenkwälder Josef
Stern Johann
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Strasser Josef
Spritzenmanner
Dangl Josef
Pfeifhofer Leonhard
Thaler Anton
Harm Anton
Pfeifhofer Vinzenz
Sentobe Isidor
Schweninger Josef
Mader Franz Lorenz
Haberfeldner Donat
Schöpf Anton
Purner Josef
Lindner Jakob
Windisch Anton
Nehrettungsabtheilung
Knapp Johann
Rauch Christian
Ordnungsmanner
Obmann
Dinkhäuser Anton
Sentobe Max
Tschafon Leonhard.
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Am 30. April Abtheilungsübung aller
Rotten. Die Maschinen und Geräthe
geputzt und geöhlt, das Magazin gereinigt
Am 15. May nach 8 Uhr abends entstand
Auf dem Dachboden der großen
Baumwollspinnerei der Firma
Herburger & Romberg Feuer, welches
in kurzesser Zeit die unter dem,
verschlossenen
fast hermetisch mit Schiefer gedecktem
Dache befindlichen Gegenstände vollkom-
men in Brand setzte, bevor noch das
Feuer von irgend einer Seite entdeckt
wurde; und so kam es, daß die vor¬
handene große Kraftpumpe nicht
mehr im Stande war, der riesig aus¬
gedehntem Feuerherd zu bewältigen.
aus
Vom Dachbodenfauerwechsel konnte, der
enommen Hitze wegen, fast gar nichts ge¬
leistet werden, und so konnte nur noch das
Vertrauen auf des Mörtelpflaster des
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Estrichs gesetzt werden, welches jedoch
nicht Stand hielt, durchbrach, und so das
ganze Gebäude Stock für Stock dem
verherenden Elemente preisge¬
geben wurde.
Die Leistungen der Feuerwehren
waren unter solch'schwierigen Ver¬
hältnißen immerhin noch bedeutende
indem die Stiegenhäuser des Haupt-
gebäudes das Turbinenhaus und das
zweite Spinnereigebaude alles zusam¬
menhängend, gerettet wurde.
Unsere Maschine arbeitete zuerst auf
der Südseite und zwar direckt, und dann
als Zubringer für die Haller-feuer
wehrspritze. Um 5 Uhr morgens wurde
abgerückt.
Geleitet wurde der Löschtrain vom Kom-
mandanten Weyner. Die Bespannung
stellte Müllermeister Georg Schreier
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22
Am 22. May gerade acht Tage nach dem
großen Fabriksbrande, und fast zur selben
Zeit entstand am Dachboden des Hotel Europe
Feuer aus, welches ebenfalls in kürzester
Zeit das ganze Sach ergriff und des heftigen
Windes wegen für die ganze Stadt sehr
verhängnißvoll hätte werden können
Das schnelle und richtige Eingreifen der
Feuerwehren jedoch und die feuerfeste
Bauart der Nachbarhauser verhinderte
ein Weitergreifen des Feuers. Es ver¬
brannte nur der Dachstuhl mit dem unter
demselben befindlichen Sachen: Betten etc.
Wir hatten bei der 2. Aufstellung unserer
Maschine 700 Schuh Schläuche an derselben, und
arbeiteten direckte auf das Objekt.
den Löschtrain leitete Kommandant Weyern,
die Bespannung stellte wieder Georg Schreier.
Bemerkt muß noch werden, daß unserm
Vereine wohl vom Hofulbesitzer eine öffent¬
liche Danksagung ersuche, jedoch im Dankartikel
Der Anrainer keiner Erwähnung
geschah.
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Diesem, durch zwei große Brände
und allerlei Gerede über Brandbriefe
und erdichteten Märchen gefürchtetem
Frühlinge folgte für die hiesigen Feuer-
wehren ein ruhiger Sommer
Am 31. Juli wurde in Schwaz der
IX. Delegirten Tag der Deutschtirolischen
Feuerwehren abgehalten.
Als Delegirter war Kamerad Alois
Schlögl gewählt, konnte aber wegen
plötzlich eingetretenen Unwohlsein seiner
Rufe nicht nachkommen. Da nun auch
Kamerad Alois Purner welcher als Stell¬
vertreter Schlögl's gewählt wurde, sich
entschuldigte indem er erst von einer
längern Geschäftsreise heim kam, so vertrat
Komandant Wegrer bei der Delegiertensitzung
die Mühlauer Feuerwehr.
Unter den Verhandlungsgegenständen war
für uns hauptsächlich die Beschlußfassung von
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größerem Intresse, nach welcher ein ganz
neues Exerzirreglement und neue sehr
vereinfachte Signale, alles mit besonderer
Berücksichtigung der Landfeuerwehren
ausgearbeitet werden soll, und wurde
mit dieser Arbeit die Jensbrucker feuer
wehr mit Beiziehung der Komandanten
nahe gelegener Landfeuerwehren betraut
Als Vorort für den V. Gau und 10. Delegirten-
lag des Gaurerbandes wurde Innsbruck
gewählt, weil die Innsbrucker freiw. Feuer-
wehr gleichzeitig auch ihr 25 jähriges Wiegen¬
fest feiert, sowie auch der Ößreichische Feuer¬
wehrtag, wie wenigstens beschlossen, in Inns¬
brücks Mauern abgehalten werden soll.
Nachdem nun die freiwillige, und die Kaiser¬
liche Fabriksfeuerwehr von Schwaz im Ver¬
eine mit den Feuerwehren von Pill u Stans
eine tacksvolle Übung abgehalten hatten
schloß der Tag in friedlicher Unterhaltung und
ohne geringsten Störung.
Am 9. Oktober hielten wir unsern Herbst,
Hauptübung ab. Zuerst wurde die Bacher und
Schreiermühle als Objekt angenommen,
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und mit Schubleiter und 2 Schlauchlinien
operirt, Sodann wurde ein Neuausbruch
durch Flugfeuer angenommen, die Seiter
und Spritze zu der circa 200 Meter ent¬
fernten neuen Aufstellung dieregirt, und
der Bach hinter der Mühle des Alois Sax
geschwellt, und mit mächtigen Strahl gear-
beitet. Von der Zeit des Wasserein¬
stellens am 1. Standplatz bis zum ersten
Strahlwurf der 2. Aufstellung vergingen
9 Minuten. Unsere Spitze arbeitete
vorzüglich, sowohl mit einem als mit zwei-
Strahlen. – Nach der Übung ertrischten
wir uns in Korets Garten.
Am 13. November um 3/4 7 Uhr früh brach
am Heuboden der städtischen, von den
Landesschützen zu Pferd benützten Stalle
in der Kapuzinergasse in Innsbruck Feuer
aus, welcher von der Jenebrudortigen Feuer¬
wehr allein und ziemlich rasch gelöscht wurde.
Der Sichte Herbsturbel, der den Brandort ver¬
deckte, und das Bewußthein derjenigen,
welche das feuer bemerkten, daß es ein
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niederes Gebäude in Wasserreicher Ge¬
gend und freistehend ist, veranlaßte eben
das nicht ausfahren der Maschine; und
giengen daher nur einige Feuerwehr¬
manner, darunter Komandont Weyrer
zur Brandstätte, wo sie sich überzeugten
daß keine Gefahr des Weitergreifens
vorhanden ist war. Pferde, Maulthiere
und das meiste Sattelzeug wurde gerettet
und ist auch nur das Halbe Dach und etwas
Säulenwerk mit dem Oberboden dem
Elemente zum Opfer gefallen. Über
Sie Entstehungsursache ist nichts bekannt.
Nun kam der große, gefahrdrohende
Brand von Wilten,
Am 28. Novber: um ½ 11 Uhr nachts
brach angeblich im Stalle des Rautermetz
gers, J. Mayer, ein Schadenfeuer aus, welches
Wilten
nicht nur für die Gemeinde, sondern auch für
die Landeshauptstadt in Folge des herschenden Süd-
wird es in einer Weise gefahrdrohend wurde,
daß man Anfangs an eine Lokalisirung des
Brandes fast gar nicht zu denken wagte.
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Ein geradezu orkanartiger Sturmwind
fachte das Feuer in derart vasenden Schnellig
keit an, daß es schon in den ersten Minute
nicht mehr möglich war die 7 Stück Rieder-
aus dem Stalle des Metzgers zu treiben.
Als die Feuerwehren anrückten, standen
schon die 6 Häuser der Gruppe in vollen
Flammen. Mit bravour und höchster An-
strengung arbeiteten die Steiger und
Spritzenmänner um das Übergreifen
des Feuers zu verhindern. Kreuz und
quer lagen die Schlauchstrange auf den
Plätzen und Zugangen zur Brandstätte
und nur der durch das Verbandswesen
erzielte Umstand des einheitlichen Schlauch¬
gewiedes ermöglichte bei gegenseitiges
Aushilfe ein für jede Spritze genügender
Vorhandensein der benöthigten Schläuche.
Unsern Maschiene, die nebenbei bemerk¬
erst nach Auswechslung eines Saugschlauches
den gewohnten schönen Strahl lieferte,
war gerade vor der Hauptbrandfront
an einer Ritsche postirt; Wir löschten
zuerst das brennende Dachgesinne des
Schlosser-Schiestlhauses und begaben uns
dann mit dem Strahlvohre in das enge
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Gäßchen beim Schusterhaus, dem Mittelpunkte
des Feuerherdes.
Nach 4 1/2 stündigem ununterbrochen Zusammen¬
wirken der Feuerwehren welche von Civil¬
und Militär auf das Lobenswerteste unter-
stützt wurden ließen sich unter dem auf's
höchste geängstigten Bewohner der Nachbar-
häuser die erfreulichen Worte hören:
Gott sei dank die Gefahr ist vorüber". Mit
Threien in den Augen dankten Marche
den Feuerwehrmännern am Brandplatze
noch, und überaus gefühlvollen und herzlichster
Dank füllte einige Tage nachher alle hie¬
sigen Zeitungen, ein Dank, den selbst
die Feunde der Feuerwehren billigen
nachdem
mußten, wenn sie sich die unversehrt
gebliebenen Nebenhäuser besehen hatten.
Um 1/2 5 Uhr morgens rückte der vom
Komdte Weyrer geleitete, und mit
Pferden des Alois Sax bespannte Lösch- |
train in Mühlau, welches des risigen
Windes halber, nur ungern verlassen
wurde, wieder ein.
Untertags ging es dann an das Putzen
und Waschen der Schläuche u. Maschine wel¬
che Arbeit auch nicht zu den Süßigkeiten des
Feuerwehrmannes gehört.
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Um nun einigermaßen eine kleine
Entschädigung für die heuer so stark her-
genommenen Schläuche und Geräthe zu
erhalten, wurde an folgende Asseku-
ranz gesellschaften Gesuche um Remu-
nerationen gestellt:
K. K. priv: Assicurazioni Generali in Triest.
Hauptagent Mart. Tschurtschenthaler
K. K. priv: Versicherungsgesellschaft
Ostreich. Phönix in Wien
Oberinspecter A. Schrött: Innsbr.
k. k. priv Versicherungsgesellschaft
" Azienda Assicuratrice in Triest
Hauptagent Robert Leiter i Innsb.
K.K. pr: Versicherungsgesellschaft
"Donau in Wien
Hauptagent J. Tschoner
Tiroler Brandversicherungs-Anstalt.
Landesausschuß!
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100
Am 13. Dezember Abends Versammlung
beim Komandanten. Einzahlung, Vortrag
und Besprechungen.
Hier um diese Zeit kamen auch die
detailirten Berichte des schauderhaften
Brandes des Wiener Ringtheaters
vom 8. Dezember. Obwohl dieses gräßliche
Verein
Unglück unseren natürlich nicht direckte
berührte, so war es doch von so weittra¬
gender Bedeutung, daß es hier gerechter
weise seine Verzeichnung finden soll.
Grenzenloser Leichtsinn, Dienstesver¬
nachlässigung, höchster Schlendrian, gebaart
mit unglaublicher Kopflosigkeit haben
eine Katastrophe herbeigeführt, der über
450 meist junge Leben zum Opfer fallen
mußten. Der große Theaterbrand in
Nizza am 23. März, bei welchem auch an 100
Menschen verbrannten war noch zu unbedeu¬
tend, an demselben den drohenden Finger
Gottes zu erblicken. Man glaubte damals, daß
dieses das letzte ähnliche Massenopfer sein
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.
[Anlagestrich]
101
wird, doch fehlgeschlagen; – Hoffen wir
nun, daß es diesesmal sein möge, und
erfüllen wir ewig gedenk dieser trau¬
rigen Mahnung mit so größerer Ge¬
nänigkeit alle Pflichten des Feuer-
wehrmannes.
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Flußbericht.
Sc
Das abgelaufene Jahr, in welchem im
ser Verein bei 4 auswärtigen Bränden
thätig war, verlief außer einem Hagelschauer,
der jedoch ohne Wasserschaden zu verursachen,
vorübergieng, für unsere Gemeinde ohne
Elementarereigniß; auch ist niemand
von aus der Feuerwehr gestorben.
Spenden sind eingegangen:
von der Versicherungsgesellschaft
20 f
„Ostr: Phönix in Wien
von der Assicurationi Generali
in Triest
20 f
Neuanschaffungen
Einen Schlauchwagen u. drei schwarze An¬
schlagtafeln; kommt alles mit Beginn dieses
Jahres in Gebrauch.
Windwachen wurden 16 abgehalten
Mühlau am 31. Dez. 1881
Gott beschütze uns!
Gut Heil!!!
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Achtes Vereinsjahr
n
1882.
Am 1. Jänner Hauptversammlung
beim Koreth. Sämmtliche Chargen.
wurden wiedergewählt.
Am 29. Jänner hielten wir in den
Badhauslokalitäten wieder einmal ein
recht animirtes Tanzkränzchen ab, ver-
bunden mit einem Glückstopfe, zu welchem
nicht wenig, nach Aufforderung von Seite des Kom¬
mandanten, die Nachbaren des Hotel Europors
nicht wenig beitrugen, sowie überhaupt durch eifriges Be¬
mühen aller werthen Kameraden 150 recht
nette Gewürste zusammengebracht wurden.
Das Haupt-Aragement und der Verkauf der Lohn
war wieder in den bewährten Händen den Kame
raden Lang, Dinkhauser Anton Thaler, Purner Alois
etc.
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welche alle das Möglichstethaten Unter¬
haltung und Leben unter die Theilnehmer zu
bringen, und unserereicht mehr gar feiste
Kasse, welche unser waken Kassir Gottlieb
Schatz auf das beste zu verwalten versteht,
m nach langen wieder einen kleinen
Ersatz für die von derselben entnommenen
Auslagen zuzuführen.
Die Tanzmusik besorgten 10 Mann der
Militarkapele "Hoch u. Deutschmeister mit
Streichinstrumente zur vollsten Zufrieden¬
heit. Ebenso befriedigte die Küche u. Keller
unseres Hans v Hemayr, und besonders
feine mit Mühe u. Kosten für diesen Abend
extra schön hergerichteten Schankzimmer
für den, in kameradschaftlichster Weise
unentgeltlich zur Verfügung gestellten
Tanzsaales, wird ihn hier nochmals der
verbindlichste Dank gesagt.
Alles verlief in gewohnter Ruhe u. Ordnung.
Am 10. April wurden die delegirten
des deutschtirolischen Gauverbandes
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vom Landesausschuße zu einer außer¬
ordentlichen Generalversammlung nach
Innsbruck einberufen um: erstens
die Auflösung der Gauverbandskranken
kasse zu beschließen, und zweitens die
neuen Statuten, der, Kraft des ins Leben
getretenen Feuerpolizeigesetzes für Tirol
und Vorarlberg zu Bern ins Leben ge- |
rufenen neuen Krankenkasse zu be¬
rathen.
Kommandant Weyrer vertrat die Mühl.
auer und bei der nachmittägigen Sitzung
auch die Absamer freiw. Feuerwehr.
Beschlossen wurde:
Die Auflösung der Unterstützungskasse
des Verbandes der deutschtirolischen Feuer- |
wehren und die Vertheilung des Vermö¬
gens derselben unter die einzelnen Vereine
und zwar nicht nach dem Wortlaute des
§ 16 der Krankenkaffestatuten, sondern
nach dem Betrage der geleisteten Ein¬
zahlung der betheiligten Vereine
was viel gerechter ist, da der § 16
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die Vertheilung der aufgelösten Kasse
nach Verhältniß der Mitgliederzahl
verlangt hätte, wodurch die neuestens
eingetretenen Vereine auf Kosten
der älteren Feuerwahren, welche schon
viel eingezahlt haben, bereichert wür¬
sen.
Die vom Gauverbandsvorstande ent¬
worfenen Statutender neuen Kran¬
kenkasse wurden sodann fast ohne
Veränderung angenommen.
Am 12. Juni
Hielten wir unsere
Frühjahr - Hauptübung ab. Hernach
Erfrischung im Badhause.
Am 4. August. Wahl des delegirten
zum dem V. Gantag des nonstivoler
Feuerwehrverbandes; dieselbe fiel
auf unseren Magazinsverwalter
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Kamerad Johann Thaler, Nach der
der vorgenommenen Wahl war Exer-
zirübung. Auch wurde bei dieser Ge¬
legenheit beschlossen für die Spritzen und
Schlauchmänner auch Helme zu beschaffen.
13. 14. und 15. August.
Dreifaches Feuerwehrfest in Innsbruck
In diesen Tagen hielt nicht nur der deutsch- |
tivoler Gouverband seinen X. Delegirten.
tag ab, sondern es begieng zur gleichen
auch
Zeit die Jensbrucker freiw: Feuermohr ihr
25 jähriges Gründungsfest, und wurde
mit diesen Festifitäten auch der II. Öste¬
reichische Feuerwehrtag abgehalten
Wenn nun auch alle diese Feierlichkeiten
spetiel unseren Verein wenig berührt.
so ist es doch für unsere Nachfolger interessant
wenigstens die Hauptmomente aus
diesem seltenen Feste hier verzeichnet
zu finden:
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109
Schon am Abende des 12. August brachten
die Eisenbahnzüge ganze Schaaren Feuer- |
wehrkameraden besonders aus den entle-
generen Gegenden, ja selbst aus Ungarn
und Siebenbürgen, und der Sonntagmorgen
belebte dann vollkommen die ganze Stadt
mit dem verschiedenartig Adjustirten im
ganzen jedoch harmonisch und dem edlen
Zwecke entsprechend gekleideden Feuer¬
wehrmann.
Wolkenloser Himmer und der Anblick
unserer herrlichen Berge, die schön
dekovirte und beflaggte Stadt machten
einen sehr günstigen Eintruck auf die
fremden Gäste.
Nachmittag war dann der große Festzug
an dem sich über 2000 Feuerwehrmanner
betheiligten. Vonen berittene Turner
Hevolde u. Bannerträger, dann folgte
der kostimirte historische Zug, der das
Feuerlöschwesen vergangener Zeiten
auf das Genaueste darstellte, und wurden
zu diesem Zwecke Fauerspritzen und
Geräthe aus dem 16ten Jahrhundert mit um-
geführt; hirauf folgten die Feuerwehren
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110
aus Deutschland, Östreich-Ungarn die
tirolischen Feuern, ehren und schließlich
die Innsbrucker Feuerwehr in voller
Ausrüstung mit ihren Geräthen.
Leider war das Arragement des fest¬
zügen etwas mangelhaft. Die sehr oft
o vorgekommene Stockung in der Vor¬
werksbewegung durch der Umstand,
daß sich die theilnehmenden Kameraden
nicht
nicht gegenseitig begrüßen konnten.
beßern.
wie es bei einem Arangement, wo sich
die feuerwehrmänner gegenseitig begeg¬
nen müssen, hätte der Fall sein können.
Vereines
Die Betheiligung unseren Theiles an den |
Festifitäten beschrenkte sich auf die korporative
Betheiligung an dem Festzuge dem Mitwirken
an der kostümirten historischen Abtheilung
einiger, besonders durch ihrer Größe her¬
vorragender Kameraden auf das
Wirken unseres Magazinsverwalters
Thaler als Delegirter und auf die Be¬
theiligung des Kommandanten Weyrer als
Mitglied des Ausstellungs-comites.
im freien
Die Festabende Ausflüge, Bengbeleuchtung,
die für den 2. u 3. Tag vorgeschlagen waren,
wurden durch den Eintritt schlechterne Wittwe
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111
leider etwas beeinträchtiget. Sonst
kam, Gottlob kein Unfall vor, was beim
Zusammenströmen so großer Menschen¬
massen, wohl sehr leicht geschehen könnte.
Vielen wird dieses Fest für lange Zeit
in angenehmer Erinnerung bleiben.
Am 5. November war Herbsthauptübung
das heist es war mehr eine genaue
Untersuchung unserer Löschmaschinen
und Schläuche, und wurden einzelne
gefundene Mängel gleich wieder
beseitiget. Hernach war Erfrischung bei
Koreth.
Eine zum Zwecke der Statutenberathung
einberufene Versammlung war
Beschlußunfähig, weil die Feuerwahr¬
männer aus triftigem Grunde nicht alle
erscheinen konnten, und findet die
Berathung am Neujahrstage statt
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Schlussbericht
Das Jahr 1882 war in Bezug auf Brand¬
unglücke für uns sowohl als auch für die
ganze Umgebung Innsbrucks ein sehr
glückliches, indem kein einziger bedeu-
tenderer Brand zum Ausbruchkahn.
dafür wurde aber das ganze südliche
Tirol von derart schauderhaften Wasser¬
nöthen heimgesucht, daß seit Jahrhüeterten
keine größeren Überschwemmungen
in der Geschichte des Landes zu verzeichnen
waren. Das ganze Flußgebieth der Etsch
mit seihenen Zu und Nebenflüssen war
Furchtbar überschwemmt. Noch mehr aber
wüthete die Frau und ihre Zuflüsse, die
vielen großen und kleinen Bäche
welche von beiden Gebürgshängen des
Pusterthales, von riesigen Murbrüchen
begleitet, dem Thale zu passten, die schönsten
Ortschaften zum Theile gänzlich wegschwemmten
oder in ihrem Schutt begruben; Feld u. Wald
vernichtend und alles mit sich fortreisend
was ihnen in den Weg kam.
Eine große Zahl [bei 50] Menschen leben
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sind dem entfestelten Elemente zum |
Opfer gefallen, und wäre diese Zahl
ganz gewiß eine noch viel größere
geworden, wenn nicht die Feuer-
wehrmänner im Vereine mit
dem Militär und den Landesschützen
in ihrer uneigennützigen Nächsten¬
liebe ihr Möglichstes gethan hätten ihren
Nebenmanschen in höchster Noth beizu¬
springen.
Es sei auch dieses traurige Ereigniß
nur deshalb hier verzeichnet, weil
es einen Beweiß liefert, daß der
echte Feuerwehrmann seinen Wahl¬
spruch: "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur
Wehr zu jederzeit im Herzen trägt,
und seinen lang und oft geübten Muth
und unerschrokene Kaltblüthigkeit
und Geistesgegenwart bei jeder
Gelegenheit, wo es gilt unglücklichen
Miteinenschen zu Hilfe zu eilen auf
das Beste zur Geltung zu bringen.
So haben auch in Deutschland die Feuer- |
wermanner ebenfalls bei der großen
heurigen Überschwemmung erstaun¬
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liches geleistet. Ebenso dokumentirtesich
die Menschenfreundlichkeit der Feuerwehr-
Vereine durch die namhaften Geldbetrage,
die von allen Seiten aus den Feuerwehr
Kassen und durch Sammlunger unter den
Mitgliedern den armen Verunglückten
zugeflossen sind. Unser Verein spendete
30 fl für die Überschwemmten in Tirol
Möge Gott fernerhin das ehedem arme
Land vor solch schrecklichen Heimsuchungen
bewahren.
Gestorben ist aus dem Vereine im abge¬
laufenein Jahre, Gott Lob, niemand. Die
Neue Standesliste wird um Neujahr
festgesetzt.
Spenden
Außer dem Betrage von 68 fl 13 k, welcher
uns aus der alten aufgelösten Gaukrau¬
kenkasse nach Abzug der heurigen Ein¬
zahlung von 5 k per Mann zugefallen ist,
erhielten wir noch:
Vom hohen Landesausschusse — 50 f — und
von der Versicherungsgesellschaft Azien da
Assičuratrice in Triest durch Herrn Robert
Leiter
25 fl.
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Neuanschaffungen
Einen neuen schon voriges Jahr erwähnten
Schlauchwagen mit Kuppelung an die
Fahrſpritze.
150 Fuß neue Druckschlauche mit
Gewinden, und 36 Stück neue Leder¬
Helme für die Spritzen u. Schlauchmann-
schaft.
Windwachen wurden in diesem Jahre
abgehalten.
33
Mühlau am 31. Dezb 1882
Gott beschütze uns.
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11.
9
Neunter Vereinsjahr
1883
Am 1. Jänner wie alljährlich Jahres-Haupt¬
versammlung beim Koreth.
Bei der nun vorgenomenen Neuwahl
wurden mit Ausnahme des Steiger-
Rottenführers, alle Chargen wieder¬
gewählt. Die Stelle des zurückgetrete-
nen Rottenführers Johann v. Attlmayr
erhielt der Seitionsführer Alois Turner,
für welchen dann der Steiger Johann
Kathrein als Seitionsführer gewählt
wurde.
Die Versammlung ehrten wieder
der Hr. Kurat und der Hr Vorsteher
durch ihre Gegenwart, jedoch von den
eingeladenen Ortseinwohnereerschien
leiderwieder niemand, obwohl die Feuerwehr
in allerbestem Einklange mit denselben
verkehrt
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119.
Bei der Hauptversammlung am Neu¬
jahrtage wurden auch die neuen Statuten
berathen, am 3. Jänner von der Gemeinde-
vorstehung genehmigt und am 17. Jänner
vom Natthalter Baron Widmann bescheinigt
und unterschrieben
Die für das Jahr 1883 festgestellte Standesliste
ist folgende:
Commando
Kommandant Ferdinand Weyrer
Leopold Purner
Adjutant
Pfeischofer Anton
Hornisten
Waldner Frau
Steiger
Purner Alois
Rottenführer
Kathrein Johann
Sectionsführer
Purner Christian
Steiger
Scheegg Anton
Meierhofer Josef
Hell Johann
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Steiger, Pfeinshofer Pinzenz, |
Sentöbe Josef junior
Purner Josef
Purner Johann
Metzler Karl
Schöpf Anton
Guth Anton
Schlauchmanner
Secktionsführer Thaler Johann [Megazinsverst.)
nauer
Schlauchführer
Schatz Gottlieb
/:Kassin:/
Schp Spritzenmanner
Kottenführer
Lang Thomas
Sektionsführen Schlögl Leonhard
Schlögl Alonis
Gstir Johann
Spritzenmäner Knapp Johann, Herrn Anton
Rainer Alois, Thaler Anton, 7 f. Trenkwalder Josef
Purner Josef Mader Lorenz, Sentobe Isidor
Knapp Anton, Sauerwein Josef, Strasser Josef
Strasser Franz, Kuen Josef Rauch Christian, Rauche
Karl, Windisch Anton Harm Josef v. Attlmayr Johann
Dangl Josef, Schatz, Franz, Höllrigl Franz, Fischler Franz,
Klingler Georg Lauterer Karl
Ordnungsmanner
Obmann Dinkhäuser Anton
Ordnungsmanner Sentobe Max, Tschavon Leonhard.
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121
Am 10 Jänner Abends gegen 9 Uhr ent¬
stand in den ebenerdig gelegenen Lokal- |
litäten der Markischen Papier, respective
Pappen-Fabrik im Bergmann schein
Hause in Mühlau ein Brand, der, der
Örtlichkeit seiner Entstehung halber, leicht
hätte ernsthaft werden können.
Es kamen nämlich die, in 3 Zimmern
bis über die Fenster aufgehäuften, und
zur Verarbeitung bereitstehenden
Papieschnitzeln zu glimmen, und
zwar an mehreren Stellen zu gleich,
so, daß sofort mit zwei Schläuchen
fest gearbeitet werden mußte.
Die Art und die Masse des Brandmate-
riales sies waren einige Tausend Kilo
vorhanden) erforderten rasches und
energisches Eingreifen. Nach einstündi¬
ger Arbeit war der Brand vollkommen
gelöscht. Entstehungsursache unbekannt
Kommando des Löschtrains J Weyra.
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Am 20 May
frühjahr-Hauptübung
der Freiß. Feuerwehr in Weweise u
mit der Weynerischen Fabrikisprilen
und Benutzung den Einen eisene Leiter
an dem Webereigeläude obiger Fabrik.
Hernach Erfrischung bei Dollinger.
Im Juni & Juli wurden Abtheilungs-
übungen abgehalten, welche von den
Abtheilungskomandanten geleitet
wurden.
Am 26. August XI. Delegistentag in Inn¬
zurück. Bei der am 24 August abgehaltenen
Wahl wurde Johann Gstir zum Ver¬
treter unseres Vereines bei diesen
Feuerwehrtag gewählt.
Korporativ betheiligten wir uns bei
diesen Delegirtenstag nicht, und verlief
derselbe überhaupt und besonders für
uns zimlich belanglos.
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123
Am 27. August um 1/2 12 Uhr nachts
entstand im sogenannten Schmidhaus
in Jgls ein Brand, welchem trotz
Windstille 14 große Bauernhäuser
sammt allen Nebengebäuden zum
Opfer fielen. Auch die Kirche hat sehr
gelitten, indem der Thurm, soweit
verbrennbar, gänzlich, und das Kirchen-
doch theilweise verbrannte.
Hier in Mühlau wurde der Brandbald
bemerkt, jedoch der großen Entfernung
und der steilen Zufahrt wegen nicht
ausgefahren, um somehr, da mann
wußte, daß das Bischen Wasser von
brachten
den nähergelegenen herbeigeeilten
Spritzen vollkommen aufgebraucht
werden wird.
Entstanden ist das Feuer durch die un-
verzeihlich nachlässige Handhabung einer
Petroleumlatterien in einem Heu¬
stadel, welche ein Gast Behufs Schlafengehen
auf eine Anlehnstiege stellte, herunterfiel
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124. |
und so das furchtbare Unglück verursachte.
Igls weiß seit 300 Jahren keinen Brand
im Dorfe, und waren daher auch die
Löschgeräthe so wie auch deren Bedie¬
nung nichts weniger als tadellos.
Kopflosigkeit und Egoismus der Einwohner
haben dem Feuer freien Lauf gelassen,
und wäre bei Vorhandensein einer
nur einigermaßen geschulten Feuer- |
wehr und einer brauchbaren Spritze
der Brand gewiß nicht zu solcher Aus¬
dehnung gekommen.
Übrigens wird nun Jgls, bei seiner
Beliebtheit als Sommerfrisport, von
und spöner erstehen als es bis jetzt ge- |
wesen, und so der Schaden durch ver-
mehrte Frequenz zum großen Theile
wieder ausgeglichen, was wir ihnen
von Herzen Wünschen.
Am 12. September Feuermeldung aus
Ärzl. Bereitschaft, jedoch nachdem die
Nachricht eingetroffen, daß der Brand bereits
gelöscht, wurde wieder Abgerückt
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Am 28. Oktober Herbsthauptübung mit
Benützung der fixen eisernen Leiter
am Webereigeläude der Weyrerischen
Tuchfabrik. Hernach Erfrischung beim Zapfler.
Am 18 November Gleich nach 3 Uhr mor¬
gens wurden in der Richtung der Stadt
die Entstehung eines Schadenfeuers be¬
merkt und sofort wurde bespannt
und ausgefahren, weßhalb Kommandant
Weyrer nicht mehr rechtzeitig am Ma¬
gazin anlangen konnte. Es hatte aber
Herr Georg Schreier die Freundlichkeit,
denselben mittelst seines Einspänners
zum Brandplatz zu führen, wo bereits
Sampf¬
die ganze Laiuwerkfabrik und Säge
der Gebrüder Hütten in vollen Flammen
stand. Trots der großen Entfernung
waren die Mühlauer die ersten
am Platze und begränzten im Ver¬
reine mit der freiwilligen feuer- |
wehr von Hötting den Brand in an¬
gestrengtester Arbeit gegen Süden.
Diesmal wurde uns auch von allen
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Seiten das vollste, wohlverdiente Lob
zu theil. Die Spritzenmannschaft arbeitete
bei kargster Ablösung aber auch bis zur
Rosen
völligen Erschöpfung, und Schlauchführer
Johan Purner zeichnete sich besonders durch
müthiges Vordringen und mustergilti- |
ge Ausdauer bei der herrschenden Kälte
und Gefährlichkeit des Standortes aus.
Um 7 Uhr früh wurde abgerückt und
beim Fechtl eine Wohlthufende Erfrischung
eingenommen.
Komando: Komandant Weyrer
Bespannung stellte Herr Alois Sax
und Georg Schreier.
Und ist es nur dem schnellen Eintreffen;
den richtigen Angriff; und dem wackern
Zusammenwirken der Kameraden
zu danken, daß die riesigen Hartholz- |
Vorathe, welche auf der Südseite des Etab¬
lissements auf Trokenböden aufge¬
stappelt waren, gerettet werden
Am 13. Dezember Versammlung
beim Kommandanten. In derselben
wurde beschlossen: Die Beiträge der
ausübenden d. h. activen Wittglieder zu
ermäßigen, so zwar, daß von 1884 an
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127
anstatt monathlich 5kr, ganz jählich 20 k.
per Mitglied bezahlt wird.
Auch wurde beschlossen, im Falle sich Herr
Prantl herbeiläßt seine Lokalitäten
im ersten Stock zur Verfügung zu
stellen, im Verlaufe des Faschings
ein Feuerwehr-Kränzchen zu ver¬
anstalten.
Schlussbericht.
Im verflossenen Vereinsjahre wurden
23 Windwachen gehalten.
Gestorben ist niemand.
An Spenden ist auch nichts nennens-
werthes zu verzeichnen, dafür aber
ist ein Vorkommniß in dieses Buch zu
schreiben, welches jeden Feuerwehrmann
von Mühlau gewiß freuen kann, und
welches der unseren Verein zur
höchsten Ehre gereicht.
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28
Seine Majestät unser allverehrter
m.
Kaiser Franz-Josef wußte mit verständ¬
nißvollem Kunstsinne die von unsern
lieben Kameraden Josef Trenkwalder
in Musterhafter Wollkommenheit
ausgeführten Kunstschreinerarbeiten
im Spanischem Saale zu Amras und
in der Hofkirche zu Inesbruck auf das
gerechteste zu würdigen, und verlieh-
unseren Kameraden Trenkwälder
das goldene Verdienstkreuz mit
der Krone.
dasselbe wurde Ihn am 30. Dezember
durch den Herr Bezirkshauptmann
Hoflacher im Beisein hervorragender
Persöhnlichkeiten von Innsbruck,
des Bürgermeisters von Mühlen,
Herrn Anton Rauch, der zu diesem
Zwecke bei Tollinger eine sehr
gelungenes Festlichkeit arrangirte
an welcher auch der Herr Kurat, Gemeinde¬
Räthe und die Vertreter von Corporatio¬
nen und natürlich auch der Feuerwehr¬
kommandant mit mehreren Kämmerenden
theil nahmen.
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In mehreren ergreifenden Ansprachen
wurden die Verdienste des wackern
Mannes hervorgehoben. Besonders
verstand es der Herr Statthalterei Archivar
Dr Schönherr als Kunsthistoriker die
Arbeiten Trenkwalders in's richtige
Licht zu stellen, und dabei überhaupt
der schon seit alter Zeit her rühmlichst
bekannten Mühlauern zu gedenken,
unter dieenschon vor 300 Jahren viele Künstler
und Kunsthandwerker lebten.
So schloß nun das Vereinsjahr mit
einem Akt der Freude.
Möge nun auch das Jahr 1884 freudig
beginnen, und mit Hilfe Gottes freudig
endigen.
Gott beschütze Mühlan.
Gut Heil!!
Mühlau am 31. Dezb 1883.
III.
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132.
A
Zehntes Vereinsjahr
188
1. Januar
Wie alljährlich Hauptversammlung
beim Koreth, und wurde in Anbetracht
des gegenwärtigen letzten Vereinsjahres
im ersten Dezemund unseres be¬
stehens für diesmal von einer Neu¬
wahl der Chargen Umgang genom¬
men, einsomehr, da nach den neu sanc-
tionirten Statuten eine zweijäh¬
rige Dienstzeit der Chargen ein-
geführt erscheint
Am 17. Februar
Recht animirtes Tanzkränzchen in
den ebenerdigen Fakalitäten beim
Dollinger.
Während man sich in den ersten drei
Zimmern in gemüthlicher Vertraulich-
keit bei einem guten Glase unter¬
hielt, huldigten, besonders die jugeren
letzen.
Burschen in den zwei Zimmern, lustig
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133.
Am 24. Februar
Am 29 April
88
dem Tanze. Alles war zufriedenge-
stellt, und unterhielt sich auf das Beste.
Man sieht daß man sich auch ohne
großen Aufwand und im beschränktem
Raume gut unterhalten kann, wenn
Eintracht herrscht, und Fröhlichkeit.
Die Musik besorgten 8 Mann von
der Infanteriekapelle König v. Würtemberg
nachmittags entzündete sich am Dachboden
des Zapflerwirthes ein dem Kaminen
zu nahe gelegener Düppelbaum. Der
Brand wurde alsbald von den Haus¬
leuten und einigen Gästen gelöscht,
nur übernacht hielten von uns zwei
Mann Wache.
Übung beim Spritzunmagazin.
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Frühlings Hauptübung. Brandobjekt
Am 4. May
bei der Karl Metzler'schen Wattafabrik.
Diese zwei hintersten Häuser des Dorfes
stehen fast in einer Schlucht, und es wurde
deßhalb auf einer allenfalls nothwendigen
freien Rückzug Bedacht genommen, und auch |
ausgeführt, Flugfeuerentzündung an¬
genommen, u in kurzer Zeit die Spritze
auf das neue Objekt wieder in Thätigkeit
gesetzt. Nach der Übung Erfrischung im
Badhause.
Abtheilungsübungen.
Juni
5. Juli
Gesammtübung.
Protuktion des Ingenieur Schalla
7 Juli
aus Wien mit seinem Feuertaucher.
Dieser Apparat ist trotz seiner frappiren¬
den Wirkung bei einer ruhigen Schau- |
protuktion, für den praktischen Gebrauch
zu komplizirt, und würde bei der vor-
kommen des geringsten Gebrechens
die unverantwortlichste Gefährdung
des betreffenden Mannes zur Folge haben.
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Am 11. August.
Am 14. Augst
Dachbodenbrand bei Mechaniker Müller
in der Saggengasse. Keine korporative
Betheiligung.
starb Herr Anton Rauch, außer
ordentliches Mitglied, und bedeutend¬
ster Gönner unseres Vereines.
Die Betheiligung am Leichenbegang-
niß war daher sehr groß. Er war
ein warmer Feuerwehrfreund
und ist sein Wohlwollen auch auf
seine Nachkommen übergegange¬
die ihre Gönnenschaft gleich nach dem
Ableben des alten Herrn durch
die großmüthige Spende von
200 f Papierrente bethätigten
aber auch ersuchten keinen Dank
zu veröffentlichen.
Um nun dennoch die Gutthaten dieses
bekannten Hauses zur Kenntniß
der Mitmenschen zu bringen, wurde
vom Kommandanten ein Nachruf
verfaßt, der aber leider durch
Mißverständnisse und Unfreund¬
lichkeit der Zeitungsschreiber nicht
zur Veröffentlichung kam, hier
in diesem Buche aber für alle Zeiten
zur Ehre der wakern Gönner
verzeichnet werden mag:
135.
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Nachruf
Samstag den 16. August wurde in Mühlau ein Mann
zur Ruhe bestattet, dessen namhafte Verdienste be-
beten deutend genug waren, ihn an dieser Stelle
einen warmen Nachruf nicht zu versagen.
Anton Rauch, Kunstmühlen u. Realitäten Besitzer
in Mühlau, hatte es durch unermüdlichen Fleiß, u.
Thatkraft und Unterehmungsgeist, gepaart mit
genauer, aber streng rechtlicher Handlungs-
weise, vom armen Müllerburschen bis zum
hochangesehenen, wohthabenden Geschäftsmannen
gebracht.
Schon im Krigsjahre 1809 verlor er durch eine
friedliche Kugel seinen, im kräftigsten Mannes-
alter stehenden Vater, und so vom Kinde an
auf sich selbst angewiesen, schätzte u. unterstützt
er besonders jungen Geschäftseifer in human- |
ster Weise. Er starb im hohen Alter, geachtet u.
geehrt von allen die ihn kannten, und wird
nun für sehr viele unbekannt gebliebene
Wohlthaten, erst jetzt den verdienten Lohn er¬
halten. In gleich biederer Weise verboten
sich auch seine Erben jeden öffentlichen Dank für
die anlässig seines Ablebens gesperdeten näm¬
haften Beträge. — Gott vergelte, wo Vergelte
Gott, was der Mensch nicht vergelten kann.
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137.
Am 31. August. wurde in Imot der XII. Delegirten
tag der deutschtirolischen Feuerwehren ab¬
gehalten. Unser Verein wurde durch
Kamerad Franz Strasser vertreten.
Am 11. Oktober Begräbniß unseres außer¬
ordentlichen Mittgliedes Herrn Salamon
Brugger. Bei derselben betheiligten sich
recht viele Kameraden, trotz fürchter-
lich schlechtem Wetter, ein Beweiß, daß
der Hingeschiedene sich allgemeiner
und
Achtung erfreute bsonders auch bei
den Schützen, wo er Jahre lang vor¬
ragende Stellen bekleidete, sowie
in unserem Vereine als warmer
Feuerwehr freund ganz besonders
beliebt war.
Am 30. Oktober wurde hier unser allver¬
ehrter Herr Kurat Karl Heidenreich
zu Grabe getragen. Er war auch ein
warmer Feuerwehrfreund, und
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konnten wir uns nur deshalb nicht
korporativ an dem Begräbniß betheili-
gen, weil die meisten Kameraden
sich in anderen Eigenschaften dem Leichen¬
zuge sich anschließen mußten.
Am 16. November Herbsthauptübung.
Namentlich Saugprobe aus dem sehr
niederstehenden Influsse.
Anstandsloses Arbeiten der Maschine.
Steigübung an den Weyverschen
Fabriksgeländen
Hernach Erfrischung im Badhause.
Am 12. Dezb: um Mitternacht kam am
Dachboden eines Hauses am Eingange
in die St. Nikolausgasse in Innsbruck
ein Schadenfeuer zum Ausbruche,
das in ganz kurzer Zeit d auch
die Dächer zweier Nachbarhäuser
ergriff, und fast vollkommen
verzehrte. Wir waren ver¬
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hältnißmässig sehr bald am Platze,
traten aber nicht mehr in Action
da der Brand schon lokalisirt war
wozu wohl das Meiste die freiwillige
Feuerwehr von Hötting beitrug,
die durch günstige Wasser u. Standver¬
hältnisse ausgiebig in Action treten
konnte. Die Jensbrücker Feuerwehr
litt an Wassermangel, herbeige¬
führt durch das Versagen der Dampf¬
spritze, die
wieder ohne
Nro.
Kesselwasser kreilich keinen Dampf
erzeugen konnte.
Entstehungsursache des Brandes gänz¬
lich unbekannt
enitatu
den Löschtrain Kommans Ferdinand
Weyrer, Bespannung stellte Alouis
Sax.
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140
Am 19. Dezbr.
gegen 10 Uhr abends war
am freistehenden Färbereikamine
der Weyrer'schen Tuchfabrik ein Funken-
sprechen bemerkbar, welches die mühlener
Feuerwehrmänner in ihrem lobens¬
werthen Diensteifer veranlaßte
zu erscheinen und sich bereit zu stellen
wofür ihnen hier herzlich gedankt
sein möge. Das, aus unaufgeklärter
Ursache entstandene Funkenwerfen
hörte von selbst bald auf, ohne Gott Lob.
ernstliche Besorgniß zu erregen.
Schlußbericht
Das verflossene Jahr ist nun der Schluß des
ersten Decenium des Bestandes der
Mühlauer freiwilligen Feuerwehr
und wenn dieselbe auch glücklicher Weise
keine großen Leistungen zu verzeichnen,
hatte, so hat sie doch überall, wo feuerunglück¬
entstanden, ihr möglichstes gethan, hat über¬
all ihre Pflicht erfüllt, und allerorts sich die
größte Achtung verdient, was bei dem
anerkannten Zusammenwirken der Chargen¬
und Mannschaft stehts der Fall sein wird.
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741.
Gestorben sind zwei Außerordentliche
Mitglieder.
die Standesliste wird am Anfange
des Berichtes des Jahres 1885 verzeichnet
werden.
Spenden von Herrn Leopold Rauch
zwei Stück kapirrente zu je 100 fl.
Windwachen wurden im abge¬
laufenem Jahre 21. abgehalten
Gott beschütze Mühlau!!
Gut Heil
Mühlau am 31. Dezember 1884.
FerdWeyrer
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144
E
Efter
insjahr
1885
Am 1. Jänner Jahres Hauptversammlung
beim Koreth. Der in diesem Jahre fallenden
zehnjährigen Stiftungsfeier halber, wurde
von der Neuwahl der Chargen abgesehen.
Bei dieser Versammlung, welche auch durch den
Behuch unseres neuen Hochwürden Herrn
Kuraten beehrt wurde, beschloß man heuer
wieder eine Abendunterhaltung mit Tanz-
in Sollingers ebenerdigen Lokalitäten
abzuhalten, und im May das zehnjährige
Bestehen unseres Vereines zu seiern.
Hochwürden Herr Ruez spendete bei dieser
Verhandlung fünf Gulden zur Feuerwehr¬
krankenkasse.
Umstehend folgt die Standesliste. Die
vielen alten Namen beweißen, daß
seid dem 10 jährigem Bestände des
Körpers fast ausschlißlich nur solche aus¬
getreten sind, die durch Übersiedlung dazu
gezwungen werden.
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Standesliste für 1885.
|
Ehrenmitglieder
Herr Anton Josef Ruez Kurat in Mühlan
Leopold Rauch Kunstmühlbesitzer in Mühlau
Josef Mayr Baumeister in Innsbruck
Kommandanschaft.
Kommandant:
Ferdinand Weyrer
Thomas Lang
Kommt. Stellvert:
Leopold Turner
Agndant:
Horniſti
Anton Pfeifhofer
Franz Waldner
Heiger
Rottenführer:
Alois Purner
Johann Kattrein
Sectionsführer:
Steiger:
Johann Purner
Josef Purner
Schöpf Anton
Josef Meierhofer
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146.
Karl Metzler
Steiger
Rudolf Rauch
Franz Schatz
Alois Speckbacher
Johann Hell
Anton Schegg
Anton Mayr
Schlauchmänner
/:Magazinsverwalter:/
Johann Thaler
Sectionsführer:
/: Kassir:/
Gottlieb Schatz
Schlauchman:
Franz Strasser
Alois Rainer
Spritzenmänner
Rottenfuhrer: Thomas Lang. Leonhard Schlögl & Alois Schlegel
Sectionsführer:
Alois Schlögl
Johann Ostir
Spritzenmann:
Johann Knapp.
Anton Harm
Anton Thaler
Josef Purner
Lorenz Mader
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147
Spritzenmann: Anton Knapp
Franz Sentobe
Josef Sauerwein
Ferdinand Ruetz
Josef Strasser
Ruppert Paulmichl
Josef Kuen
Konrad Sax
Christian Rauch
Franz Mayr
Karl Rauch
Anton Mayr Windisch
Johann Hell
Johann Huber
Josef Dangl
Ferdinand Lechner
Josef Frenkwalder
Ordnungsmannschaft
Obmann: Anton Dinkhauser
Ordnungsmann:
Max Sentobe
Leonhard Tschafon.
Auserordentliche Mitglieder.
Lorenz Sauerwein
Josef Dusch
Franz Prantl
Jakob Ziel
Alois
Sax
Alfons Schandl
Kuen
Peter
Franz Poph
Georg Schreier
Löbl Schützengesellschaft
Alois Hepperger
in Mühlen
Josef Dinkhäuser
Anton Prantl
und Frau
Maria Riedl
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148
Am 5. Jänner entzündete sich durch Unvorsichtig-
keit beim Füllen einer Petroliumkanne
im vermitheten Keller des Baron
Nerbachischen Schlosses ein Paß Petrolium
das auch mit einigen andern sich im |
Keller befindlichen Kleinigkeiten
verbrandte
Die Feuerwehr war schnell am Platze,
dem, einen fürchterlichen Raucheut- |
wickelnden Brande wurde durch
verstopfen der Kellerfenster mit
Kotzen, und feste Bearbeiten mit
den Spitze und einen Extinktaur
rasch zu Leibe gegangen, und so
in kurzer Zeit gelöscht.
Die Rauchentwikalung und das
Emporsteigen desselben durch das
Siegenhaus war ein derartiges,
daß dem im der Mansarde wohnende
Schloßkapelain und seiner Bediene¬
rin durch den unensen Rauch der
Stiegenweg abgeschlossen war.
Die Neiger hatten auch schon alle
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Vorkehrungen zur Rettung durch
das fenster getroffen, waren auch
schon durch dasselbe in die Wohnung
gestiegen, als dann allmälig der
Rauch nachließ und nach einigen
Zeit durch das Öffnen einer Gang¬
thüre freier Enganz zur Wohnung
geschaffen wurde.
Der Brand entstand um 4 Uhr nach-
mittags und wurden die Loschar- |
beiten durch den Rottenführer
Schlögl geleitet.
Für die rasche Hilfeleistung überließ
uns Herr Baron v. Sternbach in
seiner bekannten Logalität den ganzen
zugesprochenen Entschädigungsbetrags
in der Höhe von 43 fl 50 k.
Ebenso spendeten Herr Georg Schreier
als Pächter des Kellers und Herr
Abraham Feßler Farbenfabrikant
im Hause ja 10 fl.
Sei ihnen auch hier der herzlichste
Dank votirt.
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Am 8. Februar Tanzkränzchen beim
Dollinger. Wie schon gewohnt
äußerst gemüthliche Unterhaltung
ohne den mindesten Pörenden
Zwischenfall, und Befriedigung
Alt u. Jung trotz der an Improvi¬
sirung gränzenden Einfachheit.
Kommandantschaftsbesprechung
17. April
im Badhaus
Kommandantschaftsbesprechung
28. April
beim Dollinger
3. May.
Das ist der Tag an dem euser
Verein sein erstes Decenium
vollendete, oder vielmehr sein
zweites Decenum begann da
wir am Sonntag den 2. May 1875
unser Gründungsfest begingen.
Bei den oben angeführten Berathun¬
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151
gen wurde beschlossen von der Öffentlich-
keit der Festivität abzusehen und nur
in der Gemeinde und nur unter uns
dieses schöne Erinnerungsfest zu feiern,
und zwar mit folgendem
Programm.
Um 1/2 5 Uhr Tagreveille der Musikkapelle
8 „ Festmesse in der St. Leonhards Kirche
“
hernach Frühschoppen bei Koreth.
" 3 " Äußterung u. Spritzenprobe
4 " Gartenabend beim Zapfler
“
Unser hochwürdige Herr Kurat der sich
seid seinem Hiersein als sehr warmer
Feuerwehrsrund steht gezeigt celebrirte
das Hochamt ohne iergent einer Entschädigung
und Kammerad Hans Purner verherrlichte
den Gottesdienst als Regens Chori im Verein
mit seinen Personal, das wohl fast aus
lauter Feuerwehrmännern besteht durch
die Aufführung einer wirklich feierlichen
Messe, ebenso besorgte er in allerfrühe
den Weckruf mit seiner braven
Kapelle.
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152
Der Frühschoppen bei Koreth, der durch die
Gegenwart des Herrn Koraten und Baron
Sternbach und mehrerer Bürger beehrt
wurde verlief unter Toasten und auf¬
mütternden Ansprachen, besonders von
Seite unseres verehrten Selsorgers
der immer gerne in unserer Mitte
weilt in heiterster Stimmung.
Bei dieser Gelegenheit wurde dann auch
der Herr Kurat per Acclamation als
Ehrenmitglied in unseren Verein
aufgenommen.
Nachmittags wurde programmmäßig
die Musterung u. Spritzenprobe vor¬
genommen, der inzwischen eingetre¬
tene Regen verhinderte die Vorn
Abhaltung einer größeren Übung
und zogen wir uns ganz wie bei
unserem erstem Wiegenfeste unter
das schützende Dach des Zapfler Pavillons
zurück, wo in unbeeiträchtigt freudiger
Stimmung unter Musik und Gesang-
der Abend verbracht wurde.
Nachdem nun Romandant Weyrer in warmen
Worten seinen lieben Kameraden besonders
für ihr seltenes inniges Zusammenhalten
das wohlverdiente Lob gespendet, und
der dahingeschiedenen Mitglieder gedacht
hatte.
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dankte der Herr Vorsteher, unser wa¬
kerer Kamerk Johann Thaler im Namen
der Gemeinde der Feuerwehr für ihre
Mühe und Opferwilligkeit, und Herr
Leopold Rauch spendete dem Verein in
anerkannter Würdigung seiner
Mützlichkeit einen Betrag von 15 fl für
welches Geschenk dem wackern Geber
hier herzlich gedankt sein soll, ebenso
spendete Herr Baron v. Sternbach 5 f. —
Am 7 Juni wurden wir den Herrn
Verwalter Schandl ersucht mit
unserer großen Saugspritze
den neuen Dampfkessel der
Mayr'schen Zigelei in der
Hallerau zu füllen.
Am 22. Juli Übung.
Am 9. August Ordnungsdienst beim
Umzuge des II. Oesterreichischen
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154
Bundesschiessen. Diese, für Jensbruck
so ehrende Festlichkeit hatte zwar für das
Feuerwehrwesen im Allgemeinen,
spetiell
noch weniger für unseren Verein
ein besonderes Interesse. Da wir jedoch
schon einmal dienstlich dabei betheiligt wä¬
ren und die ganze Festivität als äußerst
gelungen bezeichnet werden muß,
so mögen auch hier einige Daten ver¬
zeichnet sein.
Schon am Samstag, als am Vorabende des
Hauptfesttages (9. August) sollten wir auf
Einladung des Herrn Bürgermeisters
von Innsbruck bei der Hr. Majestät
dem Kaiser von den feuerwehren
Innsbruck u. der Vororte gebrachten
Fackelzug mitwirken, was aber un¬
sererseits des morgigen Dienstes
wegen abgelehnt wurde. Beim
Schützenumzüge selbst erhielten wir
die Nuseinstrasse zur Spalirung zu¬
gewießen.
Dieser „Historische Schützenaufzug“
veranschaulichte alle Trachten von Tirol
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155
und betheiligten sich dabei über
12000 Schützen und 60 Musikkapellen.
Das fest war vom herrlichsten Wetter
begünstigt.
Nachdem Umzug erfrischten wir
uns beim Dollinger.
Am 22. August. Übergabe der Ehrendiplome
an den Hochw. Herrn Kurathen
Anton Josef Ruetz und Herrn Leopold
Rauch hernach Wahl des Abge¬
ordneten für den XIII. Delegirten-
tag in Rattenberg.
Beim Danke für die erwießene Ehre spendet
der Herr Kurat 5 fl
Am
6. September XIII. Delegirten Tag der
deutschtirolischen Feuerwehren.
Unser Verein war durch Kammerad
Anton Dinkhauser vertreten
Mann
Sonst betheiligten sich noch circa 8 von
unserem Körper an dem Stattenberger
Delegirten Tag.
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156
Am 25. Oktober
Herbsthauptübung. Dieselbe wurde
des eingetretenen Regens halber einfach
am Dorfplatzl abgehalten, hernach Er-
Frischung bei Röveth.
Tags darauf wurden dann die Maschinen
ganz zerlegt, gereinigt und gut ein¬
geschmirt.
Am 24. Dezber
Abends 1/2 5 Uhr geriet in einem
von Herrn Epp gemietheten Keller
ein Faß Petroleum in Brand.
Die Innsbrucker Feuerwehr löschte
des Feuer, welches sehr gefährlich
hätte werden können, da in diesem
Magazin noch an 100 Fässer von solchen
Brenn und Leichtmaterial aufgestapelt
waren.
Am 26. Dezber:
Meldete der Türmer in Innsbruck
wieder Feuer am linken Janufer
Es war in einem faßbinderlockal
ein Brand ausgebrochen, der jedoch
auch bald gelöscht wurde.
Wir waren in diesen beiden Fällen
nur in Bereitschaft
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157.
Schlußbericht
Das Jahr 1885 war in Bezug von Elementen
ereignisse sowohl in Bezug auf Feuer als
auch in Bezug auf Wasserschäden für unsere
Gegend ein sehr glückliches. In Inesbruck
sowohl wie in dessen Umgebung ist
außer einem Brande in Kematim
kein Dachschindel verbrandt, ebenso
wurden wir von Überschwemmung
verschaut, während unsere armen
Landsleute in Südtirol in diesem
Jahre wieder fürchterlich heimgesucht
wurden. Dank unserem lieben
Herrgott für diese außerordentliche
Gnade und Verschonung
Es ist auch in diesem Jahre niemand aus dem Vereine
gestorben.
Windwachen wurden im abgelaufe¬
nen Jahre in 27 Nächten gehalten
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158
Spenden
Von Hochw. Herrn Kurat A. Ruez – –
5 fl — kr
Herrn A. Fessler
10 „ — „
G. Schreier
10
Herrn Baron F v Sternbach
43 " 50 "
Herrn Leopold Rauch -
15.
" Baron v. Hernbach -
Summe 88 f 50 k.
Neuanschaffungen
Zwei Petroleumfackeln
Steigerlaternen
“
Sechs Paar gestrickte Wollhandschuhe
Gott beschütze Mühlan.
Gut Heil
Mühlau am 31. Dezb: 1885.
Weyrer
50 Comdt.
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160
Zwölftes Vereinsjahr
1
86
n
1. Jänner. Wie alljährlich Generalver¬
sammlung beim Korreth. Dieselbe be-
ehrte auch der Herr Kurat, unserer
wackeres Ehrenmitglied durch seine
Gegenwart, und spendete derselbe
wieder 5 fl zu Vereinszwecke.
Bei der vorgenommenen Wahl wurden
per Acclamation alle alten Chargen wie¬
dergewählt, nur übernahm Kamerad
Josef Steiger vom Magazinsverwalter
Thaler das Kommando der Schlauchrotte
29. April
Spritzenprobe, und Reinigung der
Maschinen, aller Geräthe und des
Magazins.
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Frühjahrs-Hauptübung. Dieselbe
2. Mai.
wurde am Inn vor der Weynerischen
Fabrik abgehalten um bei dem niederen
Wasserstand des Flusses die Saugfähig¬
keit der Maschine zu prüfen, die sich
auch bei Anwendung aller drei Saug-
schläuche als vorzüglich bewährte.
Nach der Übung war Erfrischung beim
Attlmayr im Bachause.
3. Juni
Beerdigung unseres äußer¬
ordentlichen Mitgliedes Lorenz
Sauerwein.
An diesem Tage unternahmen
25. Juli.
wir einen gemeinsamen Ausflug
nach Absam zu dessen Gelingen
wohl am Meisten unsere wäkere
Musikkapelle beitrug. Die absamer¬
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162
Feuerwehr erwartete uns am Wege
zwischen Thaur und Absam, und führte uns
nach freundlichster Begrüßung in den
festlich gezierten Schankgarten des Bogner-
wirthes, wo uns reservirte, mit schöne Alpen-
rofen-Strauße geschmeckte Tische erwarteten
Bei gegenseitiger, freudlichster Unterhaltung
verflogen die Stunden des innigen, Kamerad-
schäftlichen Beisammenseins, und in ungetrüs¬
ter, heitern Laune traten wir, aufgemuntert
durch unsere brave Musick den langen
Heimweg an. Ausnahmsweise war uns
diesesmal der Himmel günstig, ein herrlicher
Abend folgte einen wunderschönen Tag.
19. August Brand in Wattens. – Gegen 8 Uhr
abends zeigte sich eine intensive Röthe in
der Richtung gegen Unterinthal, welche
mit aller Bestimmtheit den Ausbruchein
Schadenfeuers verrieth, jedoch in Bezug
der genauen Örtlichkeit den Beobachter
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ganz im Unklaren ließ. Wir fuhren
mit unserer Maschiene und einen
Mannschaftswagen bis unter das Schever¬
haus, von wo aus wir sahen, daß der Bram
weit unter Hall ist, und schon im raschen
Abnehmen begriffen war. Es wurden
zwei große Gehöfte eingeäschert und
verbranten leider auch mehrere Stück,
Vieh. Unvorsichtiges Gebaren mit offenen
Licht im Schweinstall war diesesmal, so
wie leider schon öfters die Ursache des
Unglückes. Die Bespannung des, vom
Kommandanten Weyver geführten Train
stellten Alois Sax und Andrä Dinkhauser
Um 10 Uhr wurde wieder in das Magazin
eingerückt.
12. September An diesem Tage wurde in
Bozen die XII. Delegirten-Versamlung
der deutsch-tirolischen Gouverbands-Feuer- |
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wehren abgehalten, mit welcher auch der
VI. Gantag festlich begangen wurde.
Dieser Verein wurde durch Kamerad
Sectionsführer Johann Kathrein vertreten.
Die Hauptverhandlungen dreffen sich besonder
um Einführung von Bezirksverbänden,
welche nach den politischen Bezirken respt.
Bezirkshauptmanschaften eingetheilt
werden sollen, und einer Petition an den
Landesausschuß um Vertheilung der von
den Feuerassekurantsgesellschaften ein-
gezahlten Beiträge. Die Einführung der
bayerischen Hornsignale wurde noch ver¬
schoben, bis vom Militärkommen an da eine
nochmalige Auforderung, respto. Verboth
ihre Signale zu benützen an die feuer-
wehren gelangt.
Es wurde von mehreren Kameraden
und Feuerwehrfreunde von hier der
Feuerwehrtag in Bozen besucht, und sollen
sich dieselben sehr gut unterhalten haben.
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165
n
Am 7. November war Herbsthauptübung
Die ganz außerordentliche warme
Herbstwitterung gestattete die so späte
Abhaltung der Schlußübung. Dieselbe wurde
zwischen den Diekhauser- und Tschavon'schen
Mühlgebäuden abgehalten. Die so lange
hatte
angehaltene Trokenheit auf die Ver¬
schlüsse in der Maschine seine Einwirkung
in einem Maase geltent gemacht, daß |
selbst der Windkessel loker in seiner
Verschraubung saß. Es ist bei Bedienung
einer Feuerspritze nicht genug zu empfeh¬
len, sein Augenmerk ja auch auf die
Witterungsverhältnisse zu lenken.
Nach der und vor der Spritzenbrobe
Exerzierübung und darauf Erfrischung
beim Zapfler
18. Novber: Brandin Laus. Um 6 Uhr abends
war am Mittelgebürge starkes Feuer
sichtbar. Es war eben in Laus das Haus
und der Stadl des Bauers Weber (fulgo „beim
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166
Stamser in Brandgerathen, und auch einge-
äschert worden. Erstehungsursache unbekannt.
Nutzlosigkeit, und baldigst sichtbare rapide
Abnahme des Feuers veranlaßten uns
keinen Löschtraus auszusenden
Schlußbericht
Das abgelaufene Jahr war, Gott sei es
gedankt in Bezug auf Elementarereig¬
nisse für unsere Gegend noch besser, als
sein Vorgänger.
Gestorben: Ein außerordentliches Mitglied
Spenden:
Von Hrn: Herrat Kuez - 5 fl
Herrn Leopold Rauch 8 "
Neuanschafungen: Feuerwehrpickel.
Windwachen wurden in diesem Jahre
30 abgehalten.
Gott beschütze Mühlan.
Gut Heil!
Weyres
Comdt.
a
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167
ehrtes Vereinsjahr
Dreiz
1887
Am 1. Jänner Jahres-Hauptversammlung
beim Koreth. Nach Verlesung der Jahres und
Rechenschaftsberichte, wurde diesesmal nur
die, für den aus dem Aktivstande scheidenden
Kameraden Leopold Purner, der bisher Adju¬
tant war, und nach Innsbruck übersiedeln
mußte die Neuwahl vorgenommen, und
fiel dieselbe auf seinem Bruder Josef Turner;
auch wurde an diesem Tage ein neues Un¬
terhaltungs-Comité gewählt, welches unter
Beiziehung zweier Kommandantschaftsmit¬
glieder allfällige Unterhaltungen zu be¬
rathen, so und nach Genehmigung der Kom-
mandantschaft zu arrangiren hat. Dieses
Comité besteht aus den Kameradan: Johann
Kathrein Johann Purner, Anton Windisch, Johann
Gstir, Franz Strasser und den Ersatzmann Franz Schatz.
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Unser langjähriger Kamerad Leopold Pürner
bleibt als außerordentliches Mitglied im Verein-
Auch diesesmal beehrte unser Ehrenmitglied
der Hochw. Herr Kurat Rüez die Versammlung
und spendete wieder 5 fl zu feuerwehrzwecke.
Ebenso Herr Baron v. Sternbach 5 Fl.
Am 6. Februar Tanzkränzchen in den eben¬
erdigen Lokalitäten beim Follinger
Obwohl äußerst bescheiden aber wie immer
recht animirt und gelungen. Musick: 8 Mann
von der Regimentsmusick „Herzog v. Württem¬
barg.“
Am 3. März Beerdigung unseres Kamera¬
den Anton Knapp.
wurde dann für denselben der
Am 8. März
Seelengottesdienst abgehalten.
Am 28. April Steigerübung und Maschinen —
probe, auch Reinigung aller Geräthe und
des Magazins.
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169
Am 1. Mai Frühjahrs Hauptübung.
dieselbe wurde bei der Farbenfabrik
mit sehr schwiriger Geräthe und Spritzen
aufstellung vorgenommen. Der
angenommenen Gefährtung der
Wannschaften u. Maschinen halber wurde
schnellster Rückzug kommandirt
welche Arbeit musterhaft in kaum
5 Minuten geschehen war.
Nach der Übung in Anbetracht des
Grün¬
Bachause
dungstages Erfrischung beim Zapfler.
Am 2 Mai Brand in der Köllensperger¬
schen Maschin-Schlosserei im Kirschen¬
thale. Das feuer wurde von der Inns-
brucker u Höttinger Feuerwehr im
Vereine mit der Dampfspritze gelöscht
Am 30. Mai, brannte in Heilig-Kreuz bei
Hall abends ein Bauernhaus nieder-
Wir waren in Bereitschaft aber
das bald gänzlich Verschwinden des Feuer¬
scheines halber, wurde nicht ausgefahren.
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Am 2. Juni war in der Höttingerau ein
kleiner Lokalbrand entstanden, bei
welchem wir auch nicht thätig waren
Am
17. Juli Besuch der Absamer Feuerwehr
dieselbe wurde auf das Kameradschaftlich-
ste empfangen, und bei heiterster Un¬
terhaltung vergiengen die frohen Stun-
den in dollingers Garten.
In Abwesenheit des Kommandanten
machte Kamerad Lang die Honours
Am 14. August Brand des am See ge¬
legenen Armenhauses in Amras.
der Umstand, daß dieses alte verwahr¬
loste Gebäude gänzlich isolirt steht, veran¬
laßte uns nicht auszufahren.
Kommandant Weyrer, der zufällig
in der Nähe war betheiligte sich in
Civil an der Löscharbeit.
Am 21. August war in Felfs der erste Delegirten.
tag des neugegründeten Bezirksverbandes
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des politischen Bezirkes Innsbruck. Kame¬
rad Lang vertrat die Feuerwehr Mühlau
Unter andern Anträgen werde auch
beschlossen den Gouverband zu veranlassen
beim Landesansschusse dahin zu wirken
daß endlich einmal nach den Bestimmun¬
des Feuerpolizeigesetzes zur Creirung
des Landesfeuerwehrfondes und Er- |
nennung der feuerlösch-Inspektoren
geschritten wird.
Am
27. August Übung und Wahl des De¬
legirten für den XV. Feuerwehrtag
in Niederdorf. Gewählt wurde
Camerad Anton Windisch
Am 11. September XV. Delegistentag der deutsch¬
tirolischen Feuerwehr-Ganverbandes.
der Vorstand konstatirte daß gegen¬
wärtig sich in folgenden Bezirkshaupt¬
manschaften Bezirksverbande gebildet
haben: Innsbruck Brixen, Bozen, Brunneck,
Linne, Schwaz, Kufstein u. Kitzbüchel
wurde
Es nun beantragt von im Jahre 1888
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172
in Sterzing den letzten Gaudelegirtentag
abzuhalten, dafür jährlich einen Bezirksdeln-
girten tag einzutühren, und nur alle 3 Jahre
einen Gantag zu halten. Auch wurde der
Antrag angenommen, Feuerwehrman¬
nern, welche sich außerhalb Tirols bei Lösch¬
arbeiten verletzen, die gebührende
Unterstützung zukommen zu lassen.
Am 30. Oktober Herbsthauptübung. Dieselbe
wurde im Etablissement des Kommandani-
ten abgehalten, und dort auch die kleine
Fabriksdampfspritze probirt. Nachher
Erfrischung beim Zapfler.
Schlußbericht
Das Jahr 1887 war, in Bezug auf Elementar-
ereignisse wieder, Gott sei Lob und Dank,
ein sehr glückliches; außer einer theilweisen
Überschwemmung des mitleren Zillerthaler
kamen in Nordtirol keine bedeutender
Unglücksfälle vor
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Spenden. Von Hochw: Herrn Kuraten 5 fl
Von Herrn Baron Sternbach
5 fl
Gestorben Ein ausübendes Mitglied
Windwachen 20 Windwachern wurden
in diesem Jahre abgehalten.
Gott beschütze Mühlau:
Gut Heil!
Fad Weyrer
2
Comdt.
Schluss des I. Buches
Von der Gründung im Herbst des Jahres 1874
bis 31. Dezeb. 1887.
-
Seite 161
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144
Register der Brände
bei welchen die Freiw. Feuerwehr Mühlau ent¬
weder thätig oder in Bereitschaft war
1.)
Pfarrkirchendach
in Hall
17. Maij 1875 ... Seite
8
9.
2. Futterstadel in Wilten - - . 3. Juli 1875 - - - "
3. Stillhof b. Mutters - - 21. Septb. 1875 - - - " 11 aus¬
I. I. Brand in Hötting - - 9. März 1876 - - " 21 +
5. Stärkefabrik in Mühlau 10. Augst 1876 - - " - 23
6.II Brandin Hötting -- 11 Augst. 1876-- , 24
7. Kleines Dachfeuer u. Arzl. 31 Mai 1877 - - 32
8. Brand in der oberen
Sillgasse.
17 März 1878 – – " 50
a. Kapferer Bränerei - - - 1. Mai 1878 ... " 51 +
10. Rothadlerwirthstadel
in der Höttinger-Au-
17. Sept 1878 - " 56 Mtr
Seite 162
162/163
175
Seite
11. Zielerhütte in Mühlau - 3. Novb 1878. 58
12. Schusterhäusl in Amras 21. Juni 1879 - - 65
13. Halmschober in Pradl - 1. Oktb. 1879 - - 71. Ausz.
14. Rechenhofbrand - - 19. Jönner 1880 - 75
15. Spinnfabrik in Innsbruck 15 Mai 1881 — 9°
16. Brand im Hôtel Europa 22. Mai 1881 – 92
Z. Landesschutzenstall - 13 Novb. 1881 - 121 96 -
18 Großer Wiltanerbrand 28 Novb 1881 – 123 967
19. Papierfabrik Mühlau 10. Jänner 1883 - 121
20. Grosser Brand in Igls - 27 Augst 1883 - 123.
21. Feuermeldung aus Arzl 12. Septb 1883 - - 124.
22
Brand in der Dampfsage
der Gebrüder Hutter - - 18. Novb 1883 - 125
23. Kaminbrandt Zapfler - 24. Febr. 1884 - 133
Seite 163
163/163
176
Seite
24. Dachbrand b. Mechan: Müller — 11. Augst 1884
135
25. Brand in St: Nikolaus 12. Dez 6. 1884
138
26. Funkenfleg aus dem Weyreischen
Färbereikamin.
19. Dezb 1884 - - 140 I.
27. Kellerbrand bei Schreier - - 5. Jönner 1885 - - 148
28 Kellerbrand bei Epp - 24. Dez 6 1885 .. 156
29. Kleinfener in St. Nikol: 26. Dezb. 1885 15.6.
30. Brand in Wattens. 19. Augst. 1886 162
31. Brand in Laus- 18. Novb 1886 - - - 165
des
32. Brand b. Köllensperger - 2. Mai 1887 -
33. Brand in Heilig Kreuz - 20 Mai 1887. 169
34. Armenhaus in Amras-14 Augst 1887 & 170.
Mühlan am 31. Dezb: 1887