Grundbuch_1874-1887_0001 ======================== I. Grund-Buch der Freiw: Feuerwehr 1874 MÜHLAU 1887 bischen Wasser von den nähergelegenen herbeigebrachten Spritzen vollkommen aufgebraucht werden wird. Entstanden ist das Feuer durch die unverzeihlich nachlässige Handhabung einer Petroleum laterne in einem Heustadel, welche ein Gast behufs Schlafengehens auf eine Anlehnstiege stellte, herunterfiel und so das furchtbare Unglück verursachte. Igls weiß seit 300 Jahren keinen Brand im Dorfe, und waren daher auch die Löschgeräthe sowie auch deren Bedienung nichts weniger als tadellos. Kopflosigkeit und Egoismus der Einwohner haben dem Feuer freien Lauf gelassen und wäre bei Vorhandensein einer nur einigermaßen geschulten Feuerwehr und einer brauchbaren Spritze der Brand gewiß nicht zu solcher Ausdehnung gekommen. Übrigens wird nun Igls bei seiner Beliebtheit als Sommerfrischort neu und schöner erstehen als es bis jetzt gewesen und so der Schaden durch vermehrte Frequenz zum großen Theile wieder ausgeglichen, was wir ihnen von Herzen wünschen. 12. 9.1883: Feuermeldung aus Arzl. Bereitschaft, jedoch nachdem die Nachricht eingetroffen, daß der Brand bereits gelöscht, wurde wieder abgerückt. 28.10.1883: Herbsthauptübung mit Benützung der fixen eisernen Leiter am Webereigebäude der Weyrerschen Tuchfabrik. Hernach Erfrischung beim Zapfler. 18.11.1883 : gleich nach 3 h morgens wurden in der Richtung der Stadt die Entstehung eines Schadensfeuer bemerkt und sofort wurde bespannt und ausgefahren, weshalb Kommandant Weyrer nicht mehr rechtzeitig am Magazin anlangen konnte. Es hatte aber Herr Georg Schreier die Freundlichkeit, denselben mittels seines Einspänners zum Brandplatz zu führen, wo bereits die ganze Bauwerkfabrik und Dampfsäge der Gebrüder Hutter in vollen Flammen stand. Trotz der großen Entfernung waren die Mühlauer die ersten am Platze und begrenzten im Vereine mit der freiwilligen Feuerwehr von Hötting den Brand in angestrengtester Arbeit gegen Süden. Diesmal wurde uns auch von allen Seiten das vollste wohlverdiente Lob zu theil. Die Spitzenmannschaft arbeitete bei kargster Ablösung aber auch bis zur völligen Erschöpfung und Rottenführer Paul Purner zeichnete sich besonders durch muthiges Vordringen und mustergiltige Ausdauer bei der herrschenden Kälte und Gefährlichkeit des Standortes aus. Um 7 h früh wurde abgerückt und beim Fechtl eine wohlthuende Erfrischung eingenommen. Kommando: Kdt. Weyrer. Bespannung stellte Herr Alois Sax und Georg Schreier.Und ist es nur dem schnellen Eintreffen, den richtigen Angriff und dem wackeren Zusammenwirken der Kameraden zu danken, daß die riesigen Hartholzvorräthe, welche auf der Südseite des Etablissements auf Trockenböden augestapelt waren, gerettet wurden. 13.12.1883: Versammlung beim Kommandanten. In derselben wurde beschlossen: Die Beiträge der ausübenden d.h. activen Mitglieder zu ermäßigen, so zwar, daß von 1884 an, anstatt monatlich 5 Kr. ganzjährlich 20 K per Mitglied bezahlt wird. Auch wurde beschlossen, im Falle daß Herr Prantl sich herbeiläßt, seine Lokalitäten im ersten Stock zur Verfügung zu stellen, im Verlaufe des Faschings ein Feuerwehrkränzchen zu veranstalten. Schlußbericht Im verflossenen Vereinsjahre wurden 23 Windwachen gehalten.Gestorben ist niemand. An Spenden ist auch nichts nennenswerthes zu verzeichnen, dafür aber ist ein Vorkommnis in dieses Buch zu schreiben, welches jeden Feuerwehrmann von Mühlau gewiß freuen kann, und welches unseren Verein zur höchsten Ehre gereicht. Seine Majestät unser allverehrter Kaiser Franz Josef wußte mit verständnisvollem Kunstsinn die von unsern lieben KameradenJosef Trenkwaldner in musterhafter Vollkommenheit ausgeführten Kunstschreinerarbeiten im Spanischen Saale zu Amras und in der Hofkirche zu Innsbruck auf das Gerechteste zu würdigen und vertieh unserem Kameraden Trenkwaldner das goldene Verdienstkreuz mit der Krone. Dasselbe wurde ihm am 30. Dezember durch den Herrn Bezirkshauptmann Hoflacher im Beisein hervorragender persönlichkeiten von Innsbruck, des Bürgermeisters von Mühlau Herrn Anton Rauch, der zu diesem Zwecke bei Tollinger eine sehr gelungene Festlichkeit arrangirte, an welcher auch der Herr Kurat, Gemeinderäthe, die Vertreter von Corporationen und natürlich auch den Feuerwehrkommandant mit mehreren Kameraden theilnahmen. In mehrern ergreifenden Ansprachen wurden die verdienste des wackeren Mannes hervorgehoben. Besonders verstand es der Herr Statthalterei-Archivar Dr. Schönherr als Kunsthistoriker die Arbeiten Trenkwaldners ins richtige Licht zu stellen und dabei überhaupt der schon seit alter Zeit rühmlichst bekannten Mühlauern zu gedenken, unter denen schon vor 300 Jahren viele Künstler und Kunsthandwerker lebten. So schloß nun das Vereinsjahr mit einem Akt der Freude.Möge nun auch das Jahr 1884 freudig beginnen und mit Hilfe Gottes freudg endigen. Mühlau am 31. Dezember 1883 / FW rieb Gott schütze Mühlau! Gut Heil!!! 801 d Elsb M erlob Höüngds lebens sbrunv jnoeo tetiered neb ebusdegienede W mis ietiej nemesie nexi! iob paustönes tim gnuduigusntledieH E88I0T.35 nehosK med gnudoehhB rosmsH.HndstriouT neribeneiveW eenie grundetainE eiö übstä heb pautridík heb ni ninebuw anegrom ri 8 rosn rtøietg : E88 f f.f.81 neweW insbnsmmokt das deew 'neidstegeus bru Ainsgeed ebruw noloe bru tchemed neueeneberio? eib neienoæ groeß neH rede efter eB einnox nepasins nixsgeM me pillezinoen wien toin exnsg eib aliered ow nenulit ux xloqbnsnä mus enennögeniä eenise elettim nedieaneb.tioAriaibnue nedoig reb stort bnste nemmsl* neilov ni mentuH isbùndsò reb egeelqms0 bnu xhdsbhewust negillivient reb tim enienev mi netznenged bau sxtelq ma netene eib reusidüM eib nensw paumeitn nous anu etruw Ismaeid nebô3 negeg liechA nelseignenleegns ni bnsi8 neb philtöH nov irla wisue¬ nelegas ind sletiechs fisnoennamneziq8 eiQ.liertl ux doi eineibievlriow eiellov aab netie3 neils nov rioie etenrtoiex nemuq husq remitnettos bau prudqóriben ß nepiilöv ius eid rtous ieds pnuašidA bru eiis* nebnerbaneri ieb ied neusbauA spilligieteum bnU negnnbroV aegidtum rtomb anebnoeed ebneuchtntow enie ärtee* mied bru Moünegde sbuuw riönft ri 7 mi aus aehobnisis aeb liexinoihnistel moss han xs8 alda neh alleie paͤnansgeed ienyslv thæ: obnemmok nagimonaegie omdosli HignA nagildam neb nettentniB neilearioe mab nun se tei bat. erllbnovzionhsH negiaen eib äeb nexinsb us nebenems* reb nexhiwnemmsau! neuekosw meb bnu nebruw tetteneg 'nensw llegsiaegus nebodne vorT tua ainemszaildstä eeb atieabu8 neb lus sriolew neb spánied eiO inesaeldoeed ebuw nedieeneb al neinabusmano ned pruimmaeneV; 888! 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Freiwilligen Feuerwehr in Mühlau 187. Im Spätherbste des Jahres 1874 bildete sich in Mühlau ein Comité welches sich zur Aufgabe stellte, für den hiesigen Ort eine freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen, und die ersten Vorarbeiten zur Organisation derselben mit Ernst in die Hand zu nehmen. Dieses Comité bestand aus den Herrn: Joh: v: Attlmayr, Th. Gang, J. Steiger Gottlib. Schatz und Ferd. Weyrer Nachdem nun die genügende Über¬ zeugung vorhanden war, daß das Un¬ ternehmen guten Anklang gefunden, und sich schon mehr als ein halbes Hundert junger kräftiger Männer mit Freuden zum Beitritt gemeldet, begab sich das Comite zum Gemeinde Vorsteher Ferd: Freiherrn v. Sternbach und überreichte demselben eine Adresse in welcher vor allem die Nützlichkeit der Feuerwehren dargestellt und ernstlich darauf aufmerksam gemacht wurde, daß die in der Gemeinde vorhandenen Löschgeräthe: Spritzen, Leitern etc. für einen eventuellen Brandausbruche geradezu ungeängend seien und in welcher zum Schluße die Vorstehung noch mit warmen Worten gebeten wurde, den Verein zu unterstützen, und die Bestellung einer neuen Feuerspritze zu veranlassen. Das Resultat dieser kräftigen Vorstellung war nun, die, dem Comité gegebene Ver¬ sicherung, daß auf Kosten der Gemeinde eine neue Fahrspritze mit Sangwerk sofort bestellt werden soll, was auch we¬ nige Tage darauf bei Herrn J. Grasmeyr in Wiltau geschah. Wärend nun Herr Grasmeyr, welcher das Werk in 5 Monaten zu liefern versprach, an demselben arbeitete, fand der junge Verein Zeit seine Statuten zu entwerfen [Mappeneinlage N 1.] und wenigstens seine Kleidliche Ausrüst, ung in Ordnung zu bringen, was auf Kosten der Mitglieder selbst geschah, und so war nun alles so weit gediehen, daß mit Schluß des Jahres 1874 das „Vorberei¬ tende Comité" aufgelöst werden konnte, Erstes Vereinsjahr 1875. Am 1. Jänner 1875 wurde nun beim Koreth die erste Kommandantschaftswahl vorge¬ nommen. Das Resultat der Wahl war folgendes: Ferd: Weyrer Oberkommadant Th. Lang Spritzenmeister d. neuen Spritze Leonh: Schlögl Spritzenm: d. alten Spritze J. Steiger Steigerrottenführer Joh: Thaler Magazinsverwalter G. Schatz, Kassiř Ant: Dinkhauser Obman d. Ordungsmanschaft Zu Sectionsführer wurden gewählt: Al. Schlögl zugleich Stellvertreter des 1. Spritzenmeisters Wilh: Heuschötter zugleich Stellvertr. d. II. Spritzenmeisters Adjutant Jos. Dinkhauser für S. Rettungsabtheilung Joh. v. Attlmayr für d. Schubleiter Al. Purner Jos. Pernlochner für die Schlauchabtheilung J. Sauerwein for d. Spritzenmannschaft. Um nun die Mittel zur weiteren Aus¬ rüstung zu erlangen beschloß die Kommen, dantschaft ein Circulär /: Mappeneinlage N II :/ zu verfassen, es jedem Hausbesitzer sowie den Ehrenbürgern und allen Feuerwehr¬ freundlichen Inwohnern Mühlaus ein¬ zusenden und die Spenden abzuholen. Dieses Vorgehen hatte den besten Erfolg denn bei der Einsammlung der Beitrage ergab sich dir hübsche Summe von 3007 Hier nun die Namen der edlen Spender durch deren Gaben es der Feuerwehr möglich wurde sich schon im ersten Jahre ihres Bestehens sich beinahe vollständig Auszurichten: Die Herrn Rauch 100 f. α. Baumeist. Herr J. Mayr 40 “ Hochw. Frauen Barmh. Schw. 20 — " Herr A. Prantl - " 15 " „ J. Sauerwein 10 „ —„ Freiherr v. Sternbach O. " “ Frau Witwe Kuen Gebrüder Lüthi “ 6 5 5 " 5 Frau A. Moser. Herr v. " Dr Fischer R: Rath Wach. J. Stockhammer L. Mayr. “ W. Müller Danner L Schieferle¬ A. Kreizer At Schiferle Frau Herr A. Konig¬ A. Deisenser K. Wieser " Höfl J. Reiner A. Angerer . 1 " 60 " 50 " " 50 " " 50 " Herr A. Singer fl 50 kr Kindfleisch . „ 30 „ J. Schöpf P. Wolfsgruber “ 20 “ Fräule Th. Heidegger 10 " Dr Atz Herr 3. L. Kayser F. Tschoner K. Weyrer Hochw. Herr Herr M. Tschutschethaler “ v Hiebler Stäfler F Riedl Löbliche Mühlauer Schützengsl. 7 50 Firma „Franz Baurs Söhne“ spendeten Stoff zu 5 Lödenduxer Hß J. M. Weyrer & Söhne 10 Von diesen edlen Spenden nur, wur den Alsogleich die nothwendigsten Geräthe und Ausrüstungsgegenstände angeschafft. Bestand derselben laut Inventar. Im Februar trat dann auch die Mühlauer Feuerwehr dem Vereine der Nord¬ Tiroler Feuerwehren bei. (:Mappencin¬ lage N. III Urkunde:/ Die Herrn Anton senior Leopold und Georg Rauch sowie Herr Josef Mayer Baumeister in Innsbruck wurden mit Beschluß der Komman- dantschaft ihrer großmüthigen Spenden und ihrer, dem Vereine bewiesene Gewogenheit wegen, zu Ehrenmitglieder der Mühlauer Feuerwehr ernannt Am 2. May nun war die neue Spritze fertig und wurde selbe in feierlicher Weise nach Mühlau überführt, und einer öffentlichen Probe, welche zur vollen Zufriedenheit ausfiel un¬ terzogen. Leider wurde das auf das Beste arangirte Fest durch äußerst ungünstige Witterung sehr beein trächtigt; doch dem Muthe und der Freude der Feuerwehrmänner konnte der strömende Regen nichts an¬ haben, und mit mustergiltigen Ausdauer wurde das Programm durchgeführt, und beschlossen dieses erste Gründungsfest alljährlich mit Thunlichkeit am ersten Sonntag im Monate May abzuhalten. Nun kam die Zeit der Übungen und des Exerzirens bis am 17. May unsern Feuerwehr bei dem Brande des Haller Pfarrkirchendaches ihre Feuer¬ taufe erhielt. Der Löschtrain wurde in Ab¬ wesenheit des Oberkommadanten vom ersten Spritzenmeister Herrn Th. Lang kommandirt, und wurde mit von allen Seiten anerkannten Tüchtigkeit gearbeitet Pferde stellte Baron v. Sternbach Am 29. May brachte der Körper ihren Oberkomandanten aus Anlaß seines Namensfestes eine fürdenselben höchst ehrende Ovation, mit überreichung eines Diplonis, dar, nach welcher sämmt- liche Mitglieder im Dollieger Garten einen gemüthlichen Abend verlebten. Im Monat Juni, wurde vom ganzen Körper eine Hauptübung mit Wasser Berichtigung: abgehalten wobei beide Spritzen in Diese Übung war Pätigkeit waren. Als Objekte waren am 9. August. das Pernlochner'sche und Schererhaus gewählt: Am 3. Juli um 1 Uhr nachmittagszündete ein Blitzstrahl einen Futterstadel der Häuser unter dem Reselhof in Wilten Am 11. Juli ver wohin ein Löschtrein mit dem Oberkoman¬ anstaltete auch die Feuerwehr danten abging. Obwohl die Abtheilung bei Egerdach ein rasch und coreckt Stellung nahm, war Waldfest wuzu ein thatsächliches Eingreifen nicht mehr Herr Pötsch 64 Maß Bier von Nöthen, da das Objekt gänzlich nieder, spendirte. gebrant und für das Umsichgreifen des Auch dieses Fest Feuers schon durch die Wiltauer und verlief in Insbrucker Feuerwehr genügend Lust und Har¬ monie. gesorgt. Die Pferde stellte Baron v. Sternbach Am 27. Juli war Hauptübung an der Rauch¬ schen Kunstmühle mit Benützung der dort¬ igen großen Hausspritze. 10 Am 22 August war der III. Nord-Tiroli¬ scher Feuerwenntag in Hall. Auf 4 schön gezierten Wagen fuhren fast sämtliche Mitglieder um 1 Uhr nachmittags nach Hall, betheiligten sich in voller Parade am Umzuge, besahen sich die sehr gelungene Übung der Haller Feuerwehr und fuhren trotz daß auch dieses Fest durch schlechtes Wetter verdorben wurde, guten Muthes und in schönster Ordnung nach Hause wo noch der Rest des Abends in Zapflers Gartenpavillion recht gemüthlich verbracht wurde. Als Delegirter zu diesem Gautage war von der hiesigen Feuerwehr der Oberkommanda¬ Weyrer gesannt, welcher auch von den dortigen 53 Delegirten in die Prüfungs¬ Kommission gewählt wurde. Das Comité welches überhaupt alle Unterhaltungs-Angelegeheiten zu ordnen hat, besteht aus den Herrn Joh: Thaler, Ferd: Weyrer, Ant. Dinkhauser Josef Dinkhauser und Gottlieb Schatz, welche aus der Wahl mit Stimmenmehr¬ heit hervorgieng. 11 Am 21. September um 8 Uhr abends brach Feuer im Stillhofe bei Mutters aus, welches das ganze große Bauern¬ gut verzehrte. Unsern Spritze mit dem Oberkommadanten Fuhr aber nur bis Jensbrück wo wir von der Nutzlosigkeit eines Weiter Fahrens überzeugt gleich wieder heimfuhren. Die Pferde stellte Herr Schreier. Am 10. Oktober war große Herbst¬ haupt-Übung der Innsbrucker Feuer wehr im Vereine mit den Vororts¬ Feuerwehren von Wiltan, Hötting und Mühlau wobei sich unsere Maschine so wie der ganze Körper allgemeines Lob verdiente. Nach der Übung er¬ frischte sich die Mühlauer Feuerwehr im Löwenhause Am 18 Oktober hatten wir unsern Herbstübung mit Wasser; kommandirt vom ersten Spritzenmeister Herrn Th. Lang 12 Am 15 Dezember war die letzte Haupt¬ versammlung bei welcher unter andern auch beschlossen wurde am 9. Jänner 1876 eine Abendunterhaltung mit Musick und Tanz verbunden mit einem Glückstopf zu Gunsten der Regie-Kasse zu veranstalten. Im Jahre 1875 war sehr wenig Wind; nur 6 Nächte waren in welchen Windwache gehalten wurde. 15 Standes-Liste zu Ende des ersten Vereins Jahres der Freiwilligen Feuerwehr Mühlau Komendantschaft Ferd. Weyrer Oberkommandant Jh. Lang Spritzenmeister I. II Leonh: Schlöge “ J. v Attlmeyr Steigervottenführer J. Thaler Magazinsverwalter G. Schatz Kassier A Dinkhauser Obmann d. Ordnungsm. Section führer Dinkhauser J. Pernlochner A. Purner A Schlögl W. Heuschötter J. Sauerwein Signalist Ant: Pfeifhofer 14 Steiger Kasian Dinkhauser Angelus Pfeifhofer Rohrführer Anton Schnegg Johann Hell Rohrführer Leopold Purner Christian Purner Karl Rauch. Rohrführer Joh. Kathrein Rohrführer Joh Vent Josef Meierhofer Schlauchmanner J. Steiger Johann Dollinger Vieh-Rettungsabtheilung Johann Knapp Christian Rauch. Franz Prantl Spritzenmänner Alois Resch Leophard Pfeifhofer Josef Kuen Anton Knapp Georg Stockhammer Johann Gstir Anton Windisch Franz Waldner Josef Harm Josef Neuner Michael Neuner Josef Strasser Math: Trenkwalder Johann Mäse Nikolaus Selos Ulrich Hanselman Ingenuin Dangl Ignaz Wachter Franz Heidegger Michael Ram Johan Stern Leonhard Reifhofer Johann Heidegger Georg Kössler Alois Speckbacher Anton Thaler Anton Egger Josef Trenkwalder Josef Lankasch 15 16. Ordnungsmanner Max Sentobe Leonhard Tschafon Somit zählt die hiesige Feuerwehr gerade 60 active Mitglieder Auserordendliche Mitglieder Die Herrn Josef Turner Alois Pötsch Dr. J. Lorenz Sauerwein Leopold Keyser Alfred Lüthi Heinrich Lüthi Salamon Brugger Jakob Ziel Georg Schreier Ehrenmitglieder Die Herrn Anton Rauch senior Kunstmühl Leopold Rauch Besitzer in Georg Rauch Mühlan Josef Mayr Baumeister in Innsbruck Die ganze Mitgliederzahl der Mühlauer Feuerwehr belauft sich nun in Summa summarima 74 Schluß des ersten Verein Jahres Mühlau den 31. Dezber: 1875 Gott beschutze Mühlau 19 Zweites Vereinsjahr 1876. 2. Am 1. Jänner wurde, den Statuten gemäß, beim Korth die Neuwahl der Kommadant- schaft vorgenommen und sämmtliche Herrn wieder gewählt. 1 Bei dieser Gelegenheit konnte den Versammlung die erfreuliche Mit¬ theilung gemacht werden, daß die Herrn Lieferanten der 18 Stück Beile, Alois Schlögl, Thomas Lang und Anton Dinkhauser nichts für ihre Arbeit verlangen, worauf ihnen von der ganzen Versammlung der herzlichste dank kundgegeben würde. Am 9. Jänner wurde nun die am 15. Dez 1873 beschlossene Abendunterhaltung in den Localitäten des Herrn Kaiser- im Badhause abgehalten. Der schöne Kursaal wurde zu diesem 20 Zwecke mit verschiedenen Wappen und Inschriften so wie mit Feuer¬ wehr-Requisiten geziert. In den zwei hintern Fensternischen prangten die von den Feuerwehr¬ männern und ihren Freunden gespendeten Glückstopf-Gewiesen, 103 sehr nette Gegenstände, welche in 3000 Loosen sehr schnell an Mann gebracht waren, worauf, angelokt von der prächtigen Streichmusick der Militär Kapille ein flotter Tanz begann, an dem sich Jung und alt auf das eifrigste betheiligte, so daß sich der Platz als viel zu klein erwieß. Viele Gäste aus Innsbruck ver¬ herrlichten das schöne Fest, und selbst unser Herr Gemeinde Vorsteher Baron v. Sternbach beehrte uns mit seiner Gegenwart. Alles verlief in bester Ordnung, und hat das Unterhaltungs = Comité keine Mühe gescheut den Feuerwehrmannern für ihre Mühen im Dienste einen 21 recht vergnügten Abend zu ver¬ schaffen. Kamerad Katrein hat in uneigenützigster Weise die de- korative Ausstattung des Festes übernommen. Den meisten und verdientesten Anklang fand das aus Mitglieder der Feuerwehr bestehende Sänger- ihre Quintett, welches durch prächtigen Vortrage die Unterhaltung auf das zu bringen. allerangenehmste zu unterhalten verstand. So verlief das heitere Fest in unge¬ trübter Lust und Freude und blieb jedem Feuerwehrmann noch lange in angenehmster Erinnerung. Am 9. März 11 Uhr Nachts. kam in Hötting in einem engen Gäßchen ein Schadenfeuer zum Ausbruch das in kurzer Zeit zwei Wohege¬ bäude mit Stall und Stadel einäscherte. Bei diesem Brande zeichnete sich unsere Spritze durch ihren mächtigen 22 weitreichenden Strahl besonders aus. Wir waren sehr schnell am Brandorte und konnten noch tüchtig einwirken. Die Bespannung stellte Frau Witwe Moser. Nach dem Brande, bei welchen es sehr kalt“ war, restaurirten wir uns beim „Stomschein" Am 30. April hielten wir unsern dies¬ jährige Frühjahr-Hauptübung ab. Als Brandobjekt diente der Widdum und das nebenanstehende Haus, und wurde im Vereine mit der Rauchschen großen Hausspritze mit 570 Fuß Schläuche und einigen e e 4 Strahlvohre gearbeitet. Alles ging anständlos von Statten, Nach der Übung marschirten wir mit Musick zum Zapfler, wo wir unser II. Gründungsfest feierten, welches in ungestörter Gemühtlichkeit ver¬ lief. Das Wetter war sehr günstig. 28 Am 16. Juli machten wir einen Ausflug in das Mittelgebirge ober Arzl. Hinter dem Rechenhof auf dem freien schönen Platz wurde das Lager aufgeschlagen. Herr Leopold Hepperger gab uns ein Faß Wein und Herr Pötsch strich 50 Liter aus der Bierrechnung. Frau Witwe Moser stellte die Pferde für den beschwerlichen Transport. Gesang und heitere Spieln vertrieben uns nur zu schnell die Zeit. Es war ein freudiger schöner Tag. Nun kommt eine etwas düstere Nacht. Am 10. August 8 Uhr Abend erstand Aschauer in der den Herrn Aschberger & Hechen¬ bleikner gehörigen Stärkefabrik in Mühlau feuer, aus welches jedoch mit wenig Mühe im Keime erstickt, wurde. Wir kehrten heim, liesen aber zur Sicherheit die neue Spritze am Brandorte stehen. Sie könnte aber dort nicht übernachten, denn 24 kaum zur Ruhe gegangen, er¬ scholl von neuem der Feuerruf des Nachtwächters. Es war 1 Uhr Nachts am 11. August, als in Hötting wieder eine mächtige Feuersäule den Himmel färbte. Schnell gieng es wieder in die Die Bespannung noch nassen Kleider dem Brande stellte Anton zu der schon ein ganzes Haus Rauch mit seiner Macht ergriffen, doch die Feuerwehren waren noch mächtiger, und erschlugen das Feuer noch ehe es einen Finger an ein zweites Haus bringen konnte. Unsern Maschine ar¬ beitete wieder vortrefflich, so daß sie beinahe Eifersucht erregte Leider hatte sich bei diesem Brande unser Kamerad Gstir sehr er¬ heblich an der Hand verletzt. Am gleichem Tage erhielten wir von den Besitzern der Stärkefabrik 10 f als Entschädigung für die geleistete Hilfe. 25 Am 10. September beehrte uns die freiw. Feuerwehr von Alsam mit ihrem Besu- che. Sie wurden auf das Kamerad¬ schaftlichste empfangen, verlebten bei Roreth einen recht vergnügten Tag und schieden sehr befriedigt und mit der Versicherung steter Freudschaft. In Abwesenheit des Oberkomandanten machte Spritzenmeister Lang die Honneurs. Am 24. September hielten wir unsere diesjährige Herbstübung ab, wo nach derselben die Überführung der Maschinen und Geräthe in das neue Spritzenmagazin stattfand Schlosser Kirschner spendete ein gutes starkes Schloß was hier mit Dank erwähnt sein soll. Nach der Übung war Erfrischung bei Dollinger. Bei dieser Übung wurde auch das erste mal mit der Dachleiter und zwar sehr wäker exerziert 26 Am 7. Oktober hatte der Verein den ersten Sterbefall. Am 9. Okt. begleiteten wir die irdische Hülle unseres Kameraden Georg Kößler zurletzten Ruhestätte. Am 22. Oktober wurde für den ge¬ schiedenen Kameraden ein Seelen¬ gottesdienst gehalten, wobei die Betheiligung von Seite der Feuerwehrmänner eine recht erfreuliche zahlreiche war Am 20. November bewilligte der hohe Landesausschuss den fünf, bei den Höttinger Branden thätig ge¬ wesenen Feuerwehren, nämlich: Innsbruck, Wiltan, Hötting, Pradl und Mühlau 100 f welche in gleiche Theile vertheilt wurden, und wir daher 20 f bekamen. Kamerad Gstir erhielt über Ansuchen der Kommandantschaft 4 f aus der Gan¬ verbands-Krankenkasse. Am 26. Dezb: wurde beschlossen ebenso wie vor einem Jahre in den Lokalitäten des Bachauses im Verlaufe des Faschings wieder eine Abendunterhaltung mit einem Glückstopfe zu veranstalten. Veränderungen in der Standesliste während des II. Vereins Jahres. Ausgetreten sind fünf acktive Mitglieder: Michael Ram Georg Stockhamer Spritzenmanner Johann Mäse Ulrich Hanselmann, und der verstorbene Georg Kössler. Beigetreten sind ebenfalls fünf active Mitgliede Anton Röfele Johann Strasser Spritzenmanner Lorenz Mader Josef Braun Ludwig Reiner Hornist. 27 28 Signalist Anton Pfeifhofer ist bei den Spritzenmannern eingetheilt. Franz Waldner Ludwig Rainer wurden Hornisten In dem Stand der Außerordentlichen und der Ehrenmitglieden ist nichts geändert, somit ist die Gesammt- mitglieder-Zahl wieder 74 Im Jahre 1876 wurden laut Wind¬ wach- Controlbuch 19 Wiedwachen und 1 Feuerwache [Stärckefabrik] gehalten. Schluß des II. Vereinsjahres am 31. Dezember 1876. Gott beschütze Mühlau! rittes Vereinsjahr D 1877 Am 1. Jänner wurde den Statuten gemäß die Jahres-Hauptversammlung beim Koreth abgehalten, in welcher alle Mitglieder der Kommandantschaft durch Acclamation wieder gewählt wurden. 30 Am 14. Februar hielten wir unser Tanz¬ kränzchen verbunden mit einem schönen Glückstopfe welcher aus 154 durchaus netten Gewinsten bestand. Die Unterhaltung war eben so animirt wie im vorigem Jahre, die Musick sogar noch besser, da wir für das gleiche Honorar ein vollkommenes Streichorchester von 21 Mann bekamen. Am 21 April Erste diesjährige Übung mit Wasser. Als Object diente Zapflers Gasthaus. Unsere Spritze bezog das Was¬ her aus dem zwar sehr niedergehenden den, und wirkte in Gemeinschaft mit einem Strahle aus der Weyner'schen stabilen Fabriksspritze mit bestem Erfolge. Die Steigen hielten sich bei dieser Übung auch sehr tapfer, und war das doch schon nach 7 Minuter, vom Angriff-Signal gerechnet, total genutzt. Am 29. May. Ovation aus Anlaß des Na¬ menstages des Oberkomandanten bei welcher demselben von seinen Kameraden ein schöner Ehrenbeil übereicht wurde; und soll nun auch auf dieser Stelle mit bleibenden warmen Worten von Seite des Oberkomandanten seinen lieben Kameraden für Ihre Freundlichkeit u. Güte noch einmal der innigste Dank ausgesprochen sein 32 Am 31. Maii, als am Fronleichnamstage in Arzl entstand durch Abfeuern eines Flinten¬ schusses ein Dachbrand, der bei dem orkanartigen Winde der zu der Zeit geherrscht hat, fürchterliche Dimensionen annehme hätte können. Es waren zufällig mehrere von un- sern Kameraden in Arzl, und nur der raschen Dampfung ist es zu danken, daß das Feuer nicht zu verhehrenden Ausbruch kam. Unsern Spritze war auch schon in Bereitschaft. Am 9. Juni Große Frühjahr-Haupt¬ Übung im Vereine mit der Weyrer¬ schen Fabriksspritze und einer Schlauchrotte der Innsbrucker Feuerwehr. Bei dieser Übung zu welcher das Dollinger-Stadelgebau- de das Object bildete, waren nahe an 1000 Fuß Druckschläuche in Activi¬ tät. 33 Am 8. Juli Ausflug nach Absam, bei welchem trotz der mehr als zweifel haften Witterung die heiterste Stim¬ mung herschte Bei den Klängen un¬ herer trefflichen Musikkapelle ver¬ giengen die Stunden nur zu schnell. Der Ausflug galt hauptsächlich als Gegen- Besuch zu unseren Feuerwehr Kameraden in Absam, von denen wir auch unter Anführung ihres Komandanten Krise recht ehrenhaft empfangen wurden. Der Garten des „Bognerwirthes“ war recht nett mit Wappen u. Fähnchen geschmückt. Am 11, 12 u. 13. August fand in Stutt¬ gart der X. Teutsche Feuerwehrtag statt bei welchem unsern Feuerwehr durch Oberkomandant Weyner vertreten war, und seien hier von demselben in aller Kürze die Haupt-momente dieses großartigen Festes verzeich¬ net: Der X. deutsche Feuerwehrtag lieferte nicht nur den Beweiß, was für großer tige Verbreitung das organisirte Feu¬ erlöschwesen überall gefunden, sondern er zeigte auch in unleugbarer Thatsache, wie weit man es schon in der Erfindung und Verbesserung der Mittel gebracht hat, ein Schadenfeuer nach den besten Regeln der Löschtechnik zu bewältigen. Nicht umsonst zogen die Feuerwehrmänner aus allen Ganen Deutschlands, aus Österreich- Ungarn und der Schweiz nach Stuttgart; Es galt ja so wie bei allen früheren deutschen Feuerwehrtagen nicht nur alle gemachten Erfahrungen im Feuer, löschwesen gegehritig auszutauschen, es gält nicht nur alles genau zu berathen, was für den Feuerwehrdienst von Interesse ist, sondern es galt auch hauptsächlich den Geist und den guten Willen für diesen edlen . Dienst der Nächstenliebe zu wecken, und zu fördern, sich gegeseitig auf¬ zumuntern nicht zu erkalten, sondern mit ungeschwächtem Eifer auszuhalten in den Pflichten des Feuerwehrmannes so lange die jugendliche Kraft es ihn nur erlaubt um eben seinen schwapen und ältern Mitmenschen als Schutzmann zu dienen für sich und sein sauer ver¬ dientes Hab und Gut. Die Betheiligung an diesem Feuer¬ wehrtage war aber auch eine der¬ artig größe, daß man beim Fest¬ umzuge über 10,000 Feuerwehrman¬ ner zählte. Selbst aus Siebenbürgen kahmen delegirte. Die Schauübung der Stuttgarter Feuerwehr, welche 1400 Mann stark ist, war ein derartig erhabenes Schauspiel, daß selbst die Feinde der Feuerwehr zur festen Überzeugung gelangten, daß solche Leistungen die algemeine Furcht vor dem Feuer zur verscheuen im Stande sein müssen. Von dem Momente des Allarmzeichens an, war in 2 ½ Minuten der erste Wasser strahl vom Rathshausdache aus zu sehen, und gleichzeitig waren gerettete Menschen in Körben aus den Fenster auf die Strasse heruntergelassen. Im Ver¬ laufe weiterer 3 Minuten spiehen 24 Strahlröhre ihre Wasser auf das angenommene Brandobjekt, darunter 2 Dampfspritzen, die vom Platze aus das Rathausthürmchen überstrahlten Ein Weitergreifen eines Brandes wäre unter solcher Wuhr geradezu unmöglich. Die Unterhaltungen und Belustigungen, welche als Entschädigung für den ehrenden Besuch dem fremden Gästen und für ihre Mühe und Aufopferung den Stuttgarter¬ Feuerwehrmännern veranstaltet wür¬ den, hatten alle bei herrlichstem Wetter und in ungestörter Ordnung in höchster Befriedigung stattgefunden, und so verlief 37 Das schöne Fest in musterhafter Ordnung, und wird jedem Theil¬ nehmer Zeit seines Lebensunver¬ geßlich bleiben. über Den Bericht, der, mit dem Feuer¬ wehrtage verbundenen Ausstellung wird seinerzeit in Druck erscheinen, und in unserer Mappe aufbewahrt werden. Am 26. August fand in Kitzbühel die fünfte Deligirtenversammlung der Deutsch- tirolischen Feuerwehren statt. Vertreter unseres Vereines war Kassier Gottlieb Schatz. Dieser Feuerwehrtag, welcher von über 400 Feuerwehrmanner besucht war, hat in dem freundlichen Städtchen Kitzbühel ein recht reges und belebtes Treiben hervor gerufen. Die Übung der Kitzbüchler Feuerwehr, sowie alle Festlichkeiten 38 wunden bei schönstem Wetter und müster¬ hafter Ordnung abgehalten. Aus dem Protokoll der Deligirten-Ver¬ sammlung, welches in den No 18, 19, 20, 21 u. 29 der „Österreichischen Verbands-Feuerwehr¬ Zeitung" in allen seinen Details er¬ schienen ist, seien hier nur im allgemeinen einige Anträge erwähnt; und zwar: an erster Liein den Beschluß den Feuer¬ wehren durch eine Verordnung ein¬ zu schärfen die Rettungsleine und das | Sprungtuch beie Schauübung gar nicht oder nur mit der größten Vorsicht, und beim Beande nur im äußersten Nothfall in Anwendung zu bringen. Ein weiteren Antrag bezog sich auf die Erkennungszeichen der verschiedenen Kommandanten, nach welchem der Kommen rothe dant des Brandortes eine Schärpe und die Kommandanten oder Führer der zu Hilfe kommenden Feuerwehren eine rothe Armbinde mit dem Ortsnamen zu tragen hätten. Ferner wurde be¬ schlossen an den hohen Landesausschuß die Bitte zu rechten, die für das Herzog¬ thum Salzburg schon bestehende von Sr Majestät sanktionirte Teuerpolizei und Feuerwehr-Ordnung mit einigen kleinen Abänderungen auch für Tirol in Anwendung zu bringen. Schließlich würde noch wurde noch der der Beitrag für die Krankenkasse 10kr und ebenso 10 kr für die Regiekasse also jährlich 20 Kr. festgesetzt. Tag's darauf unternahm man einen den projektirten Aufstieg auf das Kitzbüchler-Horn eines der lohnensten Ausichtspunkte Tirols. Am 2. September machte die Absamer Feuerwehr einen Ausflug zum Koreth und wurden wir auf das Kameradschaft¬ lichste eingeladen mit ihnen einige frohe Stunden zu verleben, leider wurde auch diese Unterhaltung durch eingetretenen Regen gestört doch der schon bekannte frohe Sinn des Feuerwehrmannes und die lustigen Weisen der Absamer Musick, halfen uns getreulich über unser Mißgeschick hinweg Nun kam der für uns so traurige Mo- nat Oktober und raubte uns zwei der wäkersten Kameraden durch den Tod- Am 2. Oktober starb Nikolaus Seelos an den Folgen einer durch das Scheu- werden eines Pferdes am 12. August erlittenen schweren Verletzung. Bei einer Fahrt mit einem Einspänner seines Dienstherrns ereignete sich die trau nige Katastrophe. Der Seelengottesdienst für diesen verun¬ glückten Kameraden wurde am 7. Okt. abgehalten. Am 26. Oktober müßten wir wieder einen lieben Kameraden zur letzten Ruhe geleiten, und zwar den am 24 Okt. 41 verstorbenen Johann Tollinger Ver¬ walter der Mayr'schen Zigelbrenerei in der Halleran. Am 28. Oktober wurde für ihn der Seelengottesstienst gehalten. Am selben Tage hielten wir Nachmittags 3 Uhr unsern diesjährige Herbst¬ Hauptübung ab. Bei derselben waren 5 Maschinen mit 7 Strahlröhren in Tätigkeit: nämlich unsere 2 Feu¬ erwehrspritzen mit 3 – dann die Weyrersche Hydroforpumpe mit 2- und eine weyversche und eine Baur sche Fabriks-Tragspritze mit je einen Strahl. Die Steiger arbeiteten auch sehr gut mit Schub und Hackenleitern, und so zeigten wir durch diese Übung, daß wir unter den Dorffeuerwehren eine der bestausgerüsteten des ganzen Gauverbandes sind nach der Übung erfrischten wir uns bei Koreth und beehrten aus sehr viele Feuerwehrfreunde, so wie auch die Herrn Oberkomandanten von Inns¬ bruck und Wilten mit ihrem kame, wadschäftlichen Besuch, trotz daß auch diese Übung von bei ganz ankündigen Regen mußte abgehalten werden. Am 18. November wurde im großen Retoutensaale dem verdienstvollen Oberkomandanten der Innsbrucker freiw. Feuerwehr Herrn Josef Helzer das ihn von Sr. Majestät unserm Kaiser Franz Josef verliehene Goldene Verdienst¬ Kreutz mit der Krone in feierlicher Weise überreicht, wobei unser Verein durch eine Deputation vertreten war Es sei dieser Akt, der unsern Körper eigentlich nicht berührt nur deßwegen hier verzeichnet, weil es der klarste Beweiß ist, daß nun das Institut der freiw. Feuerwehren selbst an höchster 42 43 Stelle seine wohlverdiente Würdigung und Anerkennung gefunden hat. Am 23. November wurde uns aber¬ mals ein Kamerad durch den Tod entrissen Am 25 Novb. geleiteten wir den Spritzenmann Leopold Pfeifhofer zur letzten Ruhe Am 2. Dezember wurde für den selben der Seelengottesdienst abgehalten. Vom 1. Jänner bis 30. Dezb. wurden in 24 Nächten die Windwache gehalten Spenden Von J. M. Weyrer & Söhne einen Duxer. Von Frau Wittwe Dollinger eine vollständige Steigerrüstung 44. Veränderungen in der Standesliste. Ausgetreten ist niemand. Gestorben Ein Steiger, Zwei Spritzen- | mauer Eingetreten sind Sechs aktive, und ein Außerordentliches Mitglied. Pfeifhofer Vinzenz Nämmlich aktiv: als Lindner Jakob Spritzen. Harm Anton maner Gloiser Peter Sentobe Isidor Sentobe Josef als Schlauchmann Außerordentlich: Herr Alois Sax Somit hat sich die Gesammt-Mitglieder- Zahl um 4 Kameraden erhöht beziffert sich also heute auf 78 Mitglieder. 45) 31. Dezember Die angenehmste und er freu¬ liche Verzeichnung in diesem Buche ist wohl die daß im Verlaufe des Jahres 1877 weder in der Stadt noch bei uns selbst, ja nicht einmal im ganzen Weichbilde von Inns¬ brück ein Schadenfeuer zum Ausbruch gekommen ist und sei hier unserem Allgütigen Schöpfer mit der innigsten Bitte der höchste Dank ausge¬ sprochen, er möge uns in Gnaden Fernerhin so beschützen wie bis¬ her. Gut Heil! Schluß des III. Vereinsjahres Mühlan d. 31. Dezb 1877 JWeyrer 48 s Vereinsjahr Ciertes 1878 – wurde beim Koreth wie Am 1. Jänner alljährlich die Jahreshauptversammlung abgehalten. Anwesend waren 40 Mitglieder. Bei Verlesung des Rechenschaftsberichtes zeigte es sich nun daß unsere Haupt¬ kasse, aus welcher bis datto die Mittel zur Anschaffung von Gerathen geflossen sind, bereits einzutrocknen begonnen hat, indem sie nur mehr aus 34 f 63 kr. bestanden, hingegen die Jahresaus¬ gaben für 1877 sich auf 68 fl 70 k. belaufen haben. Das Deficit wurde vorderhand aus der Regiekasse gedeckt, und beläuft sich somit auf 34 p - 7 Kr. Die Regiekassa ist besser bestellt, sie zeigt folgenden Stand: Kassafond von 1876. 123 f 36 kr Einahmen vom Jahre 1877 430 " 94 " 554 f 30 kr. Summa Jahresausgaben für 1877 240"-6" Vermögen 314 f 24 k. So steht also diese Kassa am 1. Jänner Von diesem Gelde nun sind 300 f seit 1. März 1877 bei der Innsbrucker Sparkasse nutzbringend angelegt. Nun wurden die Neuwahlen vor genommen und bei derselben sämt- liche Gargen wiedergewählt. Am 10. Februar hielten wir unser Tanzkränzchen ab und zwar diesmal im Saale beim Dollinger. Es war äußerst animirt und verlief in wahrer Fröhlichkeit und Eintracht. Am 14. März begleiteten wir unse¬ ren unvergeßlichen Gönner und Kame¬ vaden Alois Pötsch zur letzten Ruhe, stätte. Ein Schlaganfall welcher machte seinem durch Wohlthätigkeit und Biederheim hochgeschätztem Leben ein rasches Ende. Die Feuerwehr von Nichtan verlor an ihn nicht nur ein außerordentliches Mitglied, sondern auch einen wahren Freund und Wohlthäter um 1 Uhr nachts d. Am 17 März wurden wir durch die Feuerglocke von Innsbruck allarmirt. Es war in einem Hause der oberen Sillgasse in der letzten Etage Feuer aus gebrochen, das der Nähe des holzgedeckten Daches wegen sehr leicht das ganze Haushätte einäschern hätte können. Die Militär¬ spritze aus der nahen Kaserne hatte bereits den Brand schon bewältigt als die- Feuerwehr ankam. Wir waren in Bereitschaft, fuhren jedoch nicht aus, da man 51. weder Rauch noch Feuer sah. Zwei Mann von uns gingen zur Brandstätte ab; und es stellte sich heraus daß eine Küche und ein Zimmer dotal ausgebrannt waren. Am 30. März erhielten wir über Ein¬ gabe des Oberkomandanten von der Feuerversicherungsgesellschaft „Rennione adriatica di sicuta" in Triest die Summe von 30 f zur Anschaffung von Gerathen und wurde mit diesem Gelde die 6 theilige Dachleiter bezahlt. Am 27. April war Musterung und Eintheilung der neu eingetretenen Mit glieder. Am 1. May brach um ¾ 11 Uhr nachts in der Kapferer-Brauerei ein großes Feuer aus, welches bei Fortdauer 52 des heftigen Windes, welcher den ganzen vorhergehenden Nachmittag ge- weht hat, für ganz Innsbruck hätte ver¬ hängnißvoll werden können, da zu allem Unglück noch der städtische Sillkano abgekehrt war, und der fehlenden Archen wegen auch nicht eingelassen werden konnte. Wir waren von den auswärtigen Feuer¬ wehren die ersten am Brandorte, ja sogar noch vor dem IIIten Zuge der Innsbrucker Feuerwehr und postirten uns auf der Brücke des städtischen Sandkanals, doch mußten wir die Stellung sofort ver¬ lassen, da das ungeheuer sandreiche Wasser die Ventille unserer Maschine verstopfte Nach erfolgter Instandsetzung der Spitze stellten wir uns im Hofe des Brandoljeckes helbst auf, und arbeiteten mit dem reinen Wasser, das wir durch Ver¬ mittlung einer Hallerspritze von den Tendern der Südbahn erhielten recht erfolgreich. 53 Glücklicher Weise stellte sich schon gleich nach Ausbruch des Brandes ein heftiger Regen ein, der ununterbrochen und mit ungeschwächter Stärke bis zum Morgengrauen anhielt, und so der größte Beschützer gegen das Flugsener wurde, welches schon an einigen Dächern der Kohlstadt und Pradl seinen fürchter¬ lichen Samen zum keimen gebracht hatte. Erschöpft und bis auf die Haut durchnäßt verließen wir um 5 Uhr morgen die Brandstätte. Die Bespan̄ung wurde in zuvorkommen¬ ster Weise von unserem außerordnet lichem Mitgliede Herrn Georg Schreier gestellt. hielten wir mit der Rauch- Am 5. May. schen Spritze in seiner Kunstmühle eine Probe ab, und frierten hernach in Dolliegers Garten unser IIII. Stiftungs¬ fest. 54 Bei dieser Gelegenheit wurde dem Oberkommandanten ein prachtvoller Ehrenhelm übereicht. Am 29. May war Exerzirübung und hernach aus Anlaß des Namenstages des Oberkomandanten gemüthliche Unterhaltung beim Zapfler. Hier war es erst dem Oberkommandanten gegonnt ungestört, und mitten unter seinen geliebten Kameraden für das schöne Ehrengeschenk seinen tiefgefühltesten Dank auszusprechen, was nun auch hier als schriftliche Danksagung für immer verzeichnet sein soll; ebenso sei an dieser Stelle noch einmal die Versicherung des Oberkommandanten wiederholt, daß dieser Ehrenhelm von demselben nur als öffent- liches Zeichen der mustergiltigen Einig¬ keit und Kameradschaftlichen Gegenliebe der Vereinsmitlieder getragen werden wird. Im Verlaufe des Abends erschien dann noch zur freudigen Überaschung der Gemeinde-Vorstand-Stellvertreter Herr Peter Kuen, begrüßte mit den 55 herzlichsten Worten die Versammlung, gratulirte den Oberkomandanten, und dankte dem Vereine für sein lobens¬ werthes Wirken, und gab uns dabei auch die Versicherung, daß die Gemeinde¬ Vertretung der Feuerwehr jederzeit hilflich zur Seite stehen, und sie in allen Fällen nach Kräften unterstützen Diese, mit sichtlich aufrichtigen werde. und warmen Worten gesprochene a Anrede wurde von dem ganzen Feu¬ erwehrkörper mit einem wahrem Hallo begrüßt, und ein dreifaches Gut Heil! auf die Vorstehung folgte den herzlichen Worten Kneus, der sich sodann als außerordentliches Mitglied in den Verein aufnehmen ließ. Schließlich u beurlaubte sich Oberkomadant Weyrer von seinen Kameraden auf einige Wochen zu einer Reise nach Frankreich und England und übergab für diese Zeit dem Spritzen meister Lang das Oberkomando. 56 Am 27 u. 28 Juli war Delegietentag in Sterzing. Kamerad Thomas Lang vertrat dort die Freiwillige Feuerwehr Mühlau. Das ausführliche Sitzungs-Protokoll des VI. Delegirtentages in Sterzing ist zu finden in No 17 der Österreichischen Verbands-Feuerwehr-Zeitung vom 5. Sept: 1878 Hervorzuheben ist nur die Neuwahl des Vereinskassier. An Stelle des Herr Jörg wurde Herr J. Riegl zum Kassier ge¬ wählt. Ferner wurde als Vorort für den nächstjährigen festlichen mit einer Ausstellung verbundenen Gantag die unterinntpalische Stadt Kufstein bestimmte Am 17. September gegen 3 Uhr in der früh zündete ein gewisser Lorenz Buhs¬ jäger von Heiterwang aus Rache gegen den Rothadlerwirth seinen in der Hottinger Aue befindlichen Heustadel an, welcher auch sofort in hellen Flammen aufloderte. Unsere Feuerwehr war, trotz der beteuten¬ ten Entfernung anerkantermaßen unglaublich schnell am Brandplatze, griff aber da es 57. unnöthig geweisen wäre, nicht mehr thätig ein. Die Bespannung stellte unser außer¬ ordentliches Mitglied Müllermeister Alois Sax. Am 26. September betheiligte sich der Verein an dem Fackelzuge, welcher aus Anlaß der Anwesenheit unseres Monarchen in Innsbruck abgehalten wurde. Trotz strömenden Regens, und Abfall der Kameraden bei der Mühlauer Musickkapelle, welche auch mitwirkte, bestand die Abtheilung aus 32 Mann. Am 13. Oktober hielten wir unsere diesjährige Herbst-Hauptübung ab. als fingirtes Brandobjekt diente die Freiherr v. Sternbach'sche „Schloßkirche“ mit den umliegenden Okenomie¬ gebäuden. Steiger und die Spritzen¬ rotten exerzirten recht gut, und zeigte sich namentlich die II. Spitze bei so 58 wackerer Bedienung als ein noch sehr brauchbares Möbel. Nach der Übung wurde in der Schotter grube ein Lang'scher Extincteur probirt welch einfaches Löschgeräth von der anwesen¬ den Gemeindevorstehung und zahlreichen Zuspauern mit Staunen bewundert wurde. In Zapflers Pabillon wurde dann eine Erfrischung eingenommen, zu welcher unser geehrter Ehrenkamerad Rauch ein Faß Bier spendete. Hier nochmals unseren herzlichsten Dank. Am 3. November, abends nach 6 Uhr brannte eine der Schützengesellschaft von Mühlau gehörige Zielerhütte voll ständig ab. Ein in der Hütte angezündetes und nicht gehörig gelöschtes Wärmfeuer verursachte den Brand. Einige beim Korethanwesende und die gleich in Massen herbewilenden Feuerwehrmanner löschten mit Schnee und durch zerstämpfen die brennende Hütte. Ordnungsmarschafts-Obmann Dinkhauser leitete die Löscharbeit mit Takt und Vor¬ sicht welch letztern hier besonders zu beachten war da in einer der nächst¬ stehenden Ziklerhütte ein beträchtliches Quantum Pulver aufbewahrt war Maschinen kamen keine in Thätigkeit. 31. Dezember Laut Windwache - Controlbuch wurden vom 1. Jänner bis 31. Dezb in 24 Nächten Windwache gehalten. Spenden Die unterm 30 März verzeichnete Re¬ Gabe von 30 p der Feuerversicherungs¬ Gesellschaft "Reunione adrialica di sicurda in Triest." und Vom Oberkommandanten Weyrer ein Stück Staatsschuldverscheibung im Nominalwerth von 100 k zur Gründung einer Krankenkasse. Veränderungen in der Standesliste Ausgetreten sind 3. Mitglieder &. 3 außord Mitgl. 1 Außerordentliches Mitglied “ Gestorben Die von eingetretenen Mitglieder und alle übrigen Veränderungen werden in der neu zusammenzustellenden Mannschafts-Standesliste vom 1. Jönner 1879 ersichtlich sein. Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr. Schluss des IV. Vereinsjahres. Mühlau den 31. Dezb 1878. 5. Fünftes Vereinsjahr. 18-79 - Am 1. Jänner war wie alljährlich die Jahreshauptversammlung beim Koreth, wobei auch wieder den Statuten gemäß die Neuwahlen vorgenommen wurden. bei denen sämmtliche Chargen als wieder gewählt hervorgiengen. Dem Oberkommandanten wurde bei dieser Gelegenheit vom ersten Spritzen¬ meister Thomas Lang im Namen aller Kameraden mit den herzlichsten Worten nicht nur der Dank für die gemachte Spende zur Gründung einer Krankenkasse aus¬ gesprochen, sondern durch Übereichung einer schön ausgestatteten höchst schmeichelhaften Adresse ein bleibendes Zeichen der Liebe und Anhäng lichkeit zum Komandanten geschaffen derselbe spricht hier noch einmal für diese, 63 völlig unverdiente Hochschätzung seinen tiefgefühltesten Dank aus und verbindet zugleich die Bitte an alle lieben Ka- meraden, dem so geachteten und allge¬ mein geschätzten Verein durch echte Freundschaft und Brüderlichkeit seinen guten Ruf zu bewahren. Diese Versammlung beehrte auch der Herr Gemeindevorstand Freiherr v. Sternbach mit seiner Gegenwart, und spendete auch einen Beitrag für die neugegründete Krankenkasse. Am 16. Februar hielten wir in den Localitäten beim Dollinger ein recht animirtes Tanzkränzchen ab, welches in heiterster Weise und ohne den ge¬ ringsten Mißton belief. Am 3 Juni hielten wir die heurige Frühjahrs-Hauptübung ab, bei welcher eine, den Gebrüder Weyner gehörige Jauchenpumpe als Zubringer zur Ver- kam wendung. Besagte kleine Maschine hat Kugelventille und zeigte es sich, daß durch längeres stehen der Punze, die Ratschuckku- geln sich fest saßen, daher ist bei derartig konstruirten Maschinen die gröste Rein- lichkeit zu beobachten. Die Übung ging tadellos von statten Als Brandobjekt direte die Häusergruppe Ständer-Schatz im Unterdorf. Nach der Übung Erfrischung bei Zapfler. An diesem Abende zeigte es sich wieder neuerdings, welch kameradschaftlicher Geist und wahre Freundschaft zwischen den Feuerwehrmännern und den von denselben unter sich gewählten Chargen besteht. Kamerad Lois Turner übergab nömlich bei dieser Gelegenheit an Namen Faller Kameraden dem Kommandanten Weyrer einen silberne Huppe, und würgte die Übereichung dieses Ehrengeschenkes mit einer wahrhaft rührenden Ansprache. Freudige Aufregung, und ein erst vor einigen Tagen überstandenes Hals beiden hinderten den so ehrenvollbeschenk¬ ten vor den Kameraden laut seinen tiefgefühlten Dank auszusprechen. An dieser Stellenun sei er verzeichnet, und aufgeschrieben als schriftliches Zeug¬ niß der wahren Freundschaft. Am 21. Juni etwas nach 9 Uhr vor¬ mittag entstand beim Schuhmacher¬ meister Andrä Jochberger in Amras ein Schadenfeuer, dem das Ganze Gehöfte zum Opfer fiel. Trotz dem, daß um diese Zeit hier in Mühlau sehr schwer Bespannung für die Feuerspritze zu bekommen ist, waren wir doch sehr schnell am Brandplatze, in dessen Nähe gar kein Wasser sich befindet und mußten wir daher bis zum Schloßteiche hinauf fahren von welchem wir dann ausgebige Massen Wasser durch Vermittlung der Wiltauer¬ und Innsbrucker Landfahrspritze auf den . 66. Feuerherd brachten. Eine kleine Ab¬ uns theilung Kaiserjäger unterstützte bei der Pungarbeit, da die untoleranten Einwohner von Amras (fulgo Gscherte) eine unüberwind¬ liche Scheu vor den Druckstangen unserer Maschine zeigten, und sich in respeitabler Entfernung von denselben aufhielten. Nach Einnahme einer kleinen Erfrischung im Schloßkeller die wir redlich mit unsern kaiserlichen Gehilfen theilten, kehrten wir um 11 1/2 Uhr heim. Geführt wurde der Löschtrain vom Kommandanten Weyrer. Die Bespannung stellte auf die bereitwilligste Weise unser Kamerad Mayerhofer. Am 29. Juli hielten wir, nachdem einige Tage zuvor Abtheilungsbungen abgehalten werden eine Gesammtübung ab. Es wurde nur trocken gearbeitet. Das Korethhaus diente als Objekt. Nach der Übung war die Delegirtenwahl für den IV Gau- und VII. Se- legirtentag in Kufstein und fiel dieselbe auf den Kommandanten Ferd Weyrer. Am 24. August. beehrte uns die freiw. Feu¬ erwehr von Absam mit ihrem Besuche. Dieselbe brachte ihre sehr tüchtige Harmoni¬ musik mit, und unterhielten wir uns in Zapflers Garten auf das Vortreflichste. nicht der mindeste Mißton störte das Bri- sammesein mit unseren Nachbarkameraden, welche aus wahrer Freundschaft und Simpatzie schon zu wiederholtenmalen uns besuchten. Leider wußten wir zur Zeit einen treu¬ en Kameraden schwerkrank im Bette, welcher auch am 28 August nach 8 tägigem Krankheit seinem Kopfleiden erlag. Es war dies unser alter treuer Kamerad, Lectionsführer Wilhelm Heuschötter welchen wir am 30 August zur letzten Ruhe be¬ gleiteten. Als evangelischer Christ wurde derselbe auf dem protestantischen Friedhofe in Innsbruck zu Erde bestattet, an welcher Stätte von seinem Selforger eine ergreifen, de Grabrede gehalten wurde, welche den Anwesenden die vielen Verdienste des hervorhob. Verbliehenen, welche er sich als Diener seinem Brodherrn gegenüber als Krieger ein sein Vaterland und als Feuerwehrmann aus uneigenütziger Nächstenliebe erworben – Ehre seinem Leben, Ruhe seiner Asche! – hat Am 7. und 8. September fand in Kufstein der 4. Gäu u. 7. Delegirtenstag der deutschtirol: Feuerwehren statt, und fungirte bei demselben als Vertreter unseres Vereines Komman¬ dant Weyrer. Nachdem nun der Gauverbandsvorstand Dr. Otto Holz die erfreuliche Mittheilung gemacht, daß das Wesen der Freiw. Feuerwehren nun allenthalben verdiente Anerkennung findet, bewieß er durch autentische Zahlen daß das Institut der Feuer wehren, seit seinem Bestehen, recht namhafte Summen dem verherenden Elemente entrissen, und durch Herabminderung der Einzahlungen in die tirolischen Brandversicherung dem Ver¬ sicherten und vom Feuer verschont gebliebenen Mitbürger nicht zu unterschätzende Wohlthaten erwachsen sind. In Tirol bestehen nun über 100 Feuerwehren und ihrer ersprießlichen Thätigkeit ist es haupt¬ 69. sächlich zu danken, daß die Brandschaden-Ver- getragen, trotz der bedeutenden Zunahme der Versicherungen welche begreiflicher Weise die Verpflichtungen der tirol'schen Aspekuranz nur vermehren, auf die Hälfte herabgesunken ist. Laut den amtlichen Ausweisen der letzen 5 Jahre, und in diese Zeit entfällt die Errichtung der meisten Feuerwehren, betragen nämlich: im Jahre 1874 die Brandschadenwegüthung 172896 f 38 kr 1875. 150,984,,86" 1876 136,139 " 76 137,680 „ 94 „ 1877 ,,,, 89.246,,12. “ 1878 und harmonierend mit obigen Summen ist auch die für je 100 f zu zahlende Umlage von 30 k. auf 24, 20, 19 und 1878 auf 15 k. gefallen. Diese Früchte der Feuerwehrthätigkeit werden nun wohl einen hohen Landesausschuß veranlassen, die von unserem waken Vereinsvorstand mit so größer Umsicht und Mühe ausgearbeitete. Feuerpolizeiordnung für Tirol u. Vorarlberg endlich zu functioniren, was für andere 70 Kronhänder doch schon vor Jahren geschehen ist. Für diese mühevolle Arbeit wurde auch Dr Otto Holz durch Übereichung eines schönen Die Bierkruges beehrt, welche ihn e feuerwehren des nordtiroler Gouverbandes spendeten und prangt auch der Name Mühlau auf dem wohlverdieten Andenken. In weiterer Verhandlung der Delegirten sitzung wurde beschlossen austretenden Feuer¬ wehr mitgliedern Certivicate über Verhalten und Dienstzeit auszustellen, um streitsüchtige und unbrauchbare Elemente vom Feuerwehr¬ Körpern möglichst fern zu halten, da es häufig vorgekommen ist, daß entlassene Mitglieder sich in anderen Vereinen wieder einzu¬ schwindeln wußten, um dort neuerdings wieder Unheil zu stiften. Ferner berichtete der Obman, daß das Ver¬ mögen der Gaukrankenkasse 3360 fl beträgt. Schließlich wurde als Vorort für den 8. Dele girtetag Brixen gewählt und auch von den anwesenden Vertreter der Bischofstadt Freude. lichst angenommen. Der untenhaltende Theil des Festprogrammes wurde auch auf das gemüthlichste durchgeführt, ebenso wurde auch in Tirol die zum erstenmal eine Dampfspritze mit ihrer kolossalen Wirkung dem Publikum vorgeführt Am 1. Oktober kam in Pradte gegen 10 Uhr abends ein in nächster Nähe eines Hauses angelegter sogenanter Halm¬ schober zum brennen. Der schnellen Hilfe der Ortsbewohner und der Feuer¬ wehr von Pradl gelang die Rettung des Hauses vollkommen, der Schober aber brannte gänzlich nieder Wir kamen mit unserem Löschtrain bis mitte Saggen, wo wir in Anbe- tracht der inzwischen bewülltigten Ge- fahr umkehrten Geführt wurde die Abtheilung vom Kom¬ mandanten Weyner; die Bespannung stellte Alois Sax. Am 12. Oktober hielten wir unsere Herbsthauptübung ab. Als Objekt dienten die Tschafon und Mayrhofer'schen Mühlen. In allen Rotten wurde recht brav gearbeitet. Hernach war Er¬ frischung im Badhause. Schluss-Bericht: Im abgelaufenem Vereinsjahre wurden in 29 Nächten Windwache gehalten Spenden Von Hochwohlgebr. Freiherrn Fadinand v. Sternbach 5 p als Beitrag zur Gründung der Krankenkasse. Veränderung in der Standesliste. Ausgetreten sind 4 activa Mitglieder Gestorben Eingetreten sind. und 3 außerordentliche Mitglden Am 31. Dezb: 1879. Gottbeschütze Mühlan Gut Heil! es Vereinsjahr Sechst 188 Am 1. Jänner wurde wie alljährig die Jahres-Hauptversammlung beim Koreth abgehalten und die Neuwahlen vorge, nommen. Die beim Vereine geblie¬ benen Mitglieder wu der Chargen wurden alle durch Acklamation wieder¬ gewählt. Für den Verstorbenen Seelions- führer Heuschötter wurde Johann Gstir, und für den ausgetretenen Adjudanten Josef Dinkhauser, Leopold Purner gewählt. Ebenso wurden zwei Neun Mitglieder für das Unterhaltungs-Comité bestimmt und zwar die Steiger Alois Purner und Johann Kathrein. Der vorgelegte Rechenschaftsbericht des Kassiers Gottlieb Schatz in bester Ordnung befunden. 75 Die Einnahmen im Jahre 1879 belauften sich auf: (das heist Gesammtmann’s- El- gen) | k. die Ausgaben, da einige 232 " 90 Tachschaffungen nothwendig 189 " 81 wurden, auf Somit bleibt ein Ver- 43 Te 09 kr mögen vom Der Fond für die Krankenkasse hat sich nur um die Ziehen vermehrt, somit noch zu gering, um zur Errichtung der Kaffe schreiten zu können. Jänner Am 18. Februar wurde wieder beim Dollinger ein recht annimirtes Tanz- | kranzchen abgehalten, das in gewohnter Ruhe und Ordnung verlief Jänner Am 19. Februar Vormittags ½ 11 Uhr traf in Mühlau die Meldung ein der Rechenhof brenne Der vorausgesehene schwirige Transport der Maschine und die siche- re Annahme, daß bei unserem Eintreffen am Brandplatze wahrscheinlich nichts mehr zu retten sein werde veranlaßte die Komandantschaft von einer voraussicht lich nutzlosen Ausrückung abzusehen. doch Tags darauf wurden wir vom Pächter des Rechenhofes Georg Kerscher der nebenbei bemerk schon in Nühlau einmahl abgebrannt ist durch einen Bothen ersucht zur gänzlichen Löschung des Brandes nach Rechenhof zu kommen, da die Spritzen von Arzl und Ruhm bei der herschenden kollusalem Kälte von 16 Graden Reumir gänzlich eingefrohren waren. Nun begab sich eine kleine Abtheilung geführt vom Komandonten Weyrer mit dessen kleinen Privatspritze über Arzl nach der Brandstätte. Mit Hilfe von mitgenommenen Spiritus wurde im Verlaufe von 20 Minuten die Arzeler Spritze in Gang gesetzt, und durch den hinaufgebrachten Zubringer 76 17 gespeist. Der Umstand aber, daß der mit Waldmoos ausgeschopte Fußboden 2-3 Schuh mit herabgefallenen Schotter bedeckt war verhinderte ein Aufreißen der Bretter und müßten wir der einbrechenden Nachkälte halber die Löscharbeit wieder einstellen. Die Bespannung stellte Komandant Weyrer. Am 4. Februar schloß in Mühlau in Folge eines Schlaganfalles ein Mann seine Augen, der von der ganzen Ge¬ meinde, von Jung und Alt, hochgeehrt und geachtet war. Leider zu früh für Familie und Gemeinde entriß uns Gott unseren allseitig geschätzten Ka¬ meraden Josef Purner Sein höchstverdienstvolles, unermüdliches Streben, der Menschheit seine volle Kraft zu wiedmen, klarer Geist und richtiges Erkennen alles wahrhaft Guten, führte diesen thätigen Mann auch in unsere Reihen, wo er sich auch bei Bedarf durch Beistellung seiner von ihn diregirten Musikkapelle unseren innigsten Sank erworben hat. Bei seiner, namentlich bei der Jugend einflußreichen Stellung als Lehrer, wirkte er allenthalben mit klarer Einsicht für die ehrenhafte Sache des Feuerlöschwehens. Die Beerdigung dieses vielseitigen, verdienstvollen Mannes gestaltete sich aber auch für Mühlau zu einem geradezu seltenen Ereignisse. Seine ausgedehnten Beziehungen als Lehrer, Organist, Musiker trefflicher Schütze, wäkerer Feuerwehrmann und Mitglied mehrerer nützlicher Vereine schufen ihn bei seinem letzten Gange eine Ehrenbegleitung, wie sie hier wohl nicht leicht gesehen worden. ist. Sei ihn die Erde leicht. Am 27. May war Musterung und hernach Wasserprobe mit der neuen Spritze, Bei der Musterung wurde alles bis auf einige Kleinigkeiten in Ordnung befunden, u. die Spitze bewährte sich in ihrer bekannten Tüchtigkeit 79 Am 28. August wurde eine Hauptübung abgehalten und zwar abends bei Fackelbeleuch- tung. Es wurde in dem engen Gäßchen hinter den Alois Sachsschen Mühle beim Bache Aufstellung genommen. Die Schubleiten wurde an die Hinterseite der feigen- mühle kommandirt ein Befehl, der trotz des ungünstigsten Tarein’s mit Scheellig- keit u Prezision ausgeführt werde. Nach dem Einrücken von der Übung wurde durch Aklamation Kamerad Leonhard Schlögl zum Vertreter unseres Vereins beim Delegirten tage in Brixen ge- wählt. Eine kleine Erfrischung bei Korath schloß den Abend. Am 5. September. Delegirtetag in Brixen. — Wegen schwerer Erkrankung der Gemalin des Gauverbandsvorstandes Dr Otto Stolz, leitete sein Stellvertreter Josef Welzer die Verhandlung, welche im Allge¬ meinen viel, jedoch speziel für uns nichts gerade besonderes enthielt, indem wir eben eine schon organisirte Feuerwehr sind, während die Hauptmomente des delegirten tages, sich um die Vorlage des Feuerpolizeigesetzes für Tirol und Vorarlberg waren. Dasselbe ist nun endlich vom hohen Landesausschusse, wenn auch mit einigen Abänderungen, so doch der Hauphache nach, angenommen, und be- darf nur mehr der Sanction seiner Maje¬ stet des Keisers, und wird dann dieses 80 Feuerpolizeigesetz, laut weiterem Antrag des Delegirtenlages in Druck gesetzt und jedem Vereine des Gauverbandes ein Exemplar ausgefolgt. Die Hauptsache an dem Gesetze ist eben die, | durch dasselbe erreichte gesetztliche Stellung | Regelung der Stellung der Feuerwehren bei Ausübung ihren Dienstespflichten und ihrer Ansprüche in Bezug auf Unterstützung bei erlittenem Unfalle. Die Wohlthat dieses Gesetzes wird sich bei seinem Inslebantraten gewiß zeigen, und sei daraus nur noch erwähnt daß laut diesen Verordnung jede aus 50 Häuser bestehende Gemeinde binnen Jahresfrist 81 eine organisirte Feuerwehr besitzen muß, und daß die Brandversicherungsge¬ sellschaften einen in Verhältniß zum versichertem Kapitale stehenden Beitrag an die feuerwehren zu leisten haben. Am 24. Oktober hielten wir unsere Herbsthauptübung ab, das Thaler- und Weyrer'sche Haus wurden als Objek an genommen. Darauf wurde bei unserer großen Spritze die Saugfähigkeit probirt indem man sie aus dem zur Stunde sehr niederstehendem Inn saugen ließ, welche Aufgabe ohne allen Anstand löste, was immerhin für die Bewohner des Unterdorfes eine angenehme Beruhigung ist. Eine kleine Erfrischung bei Zapfler schloß den schönen Tag, der es endlich gestattete des Wetters halber eine Übung zu halten 82 Schlußbericht. Das Jahr 1880 war in Bezug auf Brandun¬ glücke und überhaupt Elementarereignisse, die den Dienst der Feuerwehrmänner berühren wenigstens für uns ein sehr glückliches Gott sei es gedankt. Windwachen wurden wurden im ab¬ gelaufenen Vereinsjahre 17 abgehalten An Spenden flossen uns zu: von Herrn Riedl Ostreichischerhof“ Besitzer in Innsbruck 13 Fl Ost Wärung. Die Standesliste kann erst nach Neujahr ge¬ nau festgestellt werden, da mache Mit- glieder ihren Austritt nicht bestimmt angegeben haben und werden von jetzt an allen Feuerwehrmannern, die vom Gauverbands-Ausschuß für den allgemeinen Gebrauch bestellten Aufnahms scheine mit beigedrucktem Austritszeugniß abgegeben werden. Jedie Gouverbands- | Kasse wurde dieses Jahr für 51 Mitglieder eingezahl. Schließlich sei noch angeführt, daß in der Gemeinderathssitzung vom 16 Nov. die Beistellung der Bespannung bei Hilfeleistung auswärtiger Brände in so weit besprochen wurde, daß die löbliche Gemeindevertretung eine namhafte Vergütung für Beistellung von Pferden für obigen Zweck be- willigt hat, und die Unterhandlung mit den, dem Spritzenmagazinn am nächsten gelegenen Pferdebesitzern bereits eingeleitet wurde. Mühlau am 31 Dez 6 1880. Gott beschütze uns: Gut Heil! Am 23. April wurden die neuen vom tirolischen Gauverbande allge- mein eingeführten Aufnahmsscheite vertheilt, und ergab sich folgende 86 Siebendes Vereinsjahr 1881 Am 1. Jänner war wie alljährlich die Hauptversammlung mit der Wahl der Kommandantschaft und der Chargen- wobei sämtliche früheren Mitglieder wurden wiedergewählt. Für den ausgetretenen Sektions-Führer Pernlochner übernahm der Magazineverwalter Thaler das Kommando der Schlauchvotte. 87 Standesliste Kommandant: Weyrer Ferdinand Turner Leopold Adjutant: Walner Franz Signalisten: Pfeifhofer Anton Steiger Rottenführer: v. Attlmayr Johann Purner Alois Sectionsführer: Heiger: Purner Christian Schnegg Anton Rauch Karl Kathrein Johann Meyerhofer Josef Hell Johann Pfeifhofer Angelus Sentobe Josef (junior) Schlauchmanner Sectionsführer Thaler Johann /:Magazinsverwalter:/ Schatz Gottlieb [Kassier] Strasser Franz Reiner Alois Spritzenmänner Lang Thomas Bottenführer Schlögl Leonhard Sectionsführer Schlögl Alois Gstir Johann Sauerwein Josef Knapp Anton Spritzenmanner Kuen Josef Harm Josef Neiner Josef Trenkwälder Josef Stern Johann Strasser Josef Spritzenmanner Dangl Josef Pfeifhofer Leonhard Thaler Anton Harm Anton Pfeifhofer Vinzenz Sentobe Isidor Schweninger Josef Mader Franz Lorenz Haberfeldner Donat Schöpf Anton Purner Josef Lindner Jakob Windisch Anton Nehrettungsabtheilung Knapp Johann Rauch Christian Ordnungsmanner Obmann Dinkhäuser Anton Sentobe Max Tschafon Leonhard. Am 30. April Abtheilungsübung aller Rotten. Die Maschinen und Geräthe geputzt und geöhlt, das Magazin gereinigt Am 15. May nach 8 Uhr abends entstand Auf dem Dachboden der großen Baumwollspinnerei der Firma Herburger & Romberg Feuer, welches in kurzesser Zeit die unter dem, verschlossenen fast hermetisch mit Schiefer gedecktem Dache befindlichen Gegenstände vollkom- men in Brand setzte, bevor noch das Feuer von irgend einer Seite entdeckt wurde; und so kam es, daß die vor¬ handene große Kraftpumpe nicht mehr im Stande war, der riesig aus¬ gedehntem Feuerherd zu bewältigen. aus Vom Dachbodenfauerwechsel konnte, der enommen Hitze wegen, fast gar nichts ge¬ leistet werden, und so konnte nur noch das Vertrauen auf des Mörtelpflaster des 91 Estrichs gesetzt werden, welches jedoch nicht Stand hielt, durchbrach, und so das ganze Gebäude Stock für Stock dem verherenden Elemente preisge¬ geben wurde. Die Leistungen der Feuerwehren waren unter solch'schwierigen Ver¬ hältnißen immerhin noch bedeutende indem die Stiegenhäuser des Haupt- gebäudes das Turbinenhaus und das zweite Spinnereigebaude alles zusam¬ menhängend, gerettet wurde. Unsere Maschine arbeitete zuerst auf der Südseite und zwar direckt, und dann als Zubringer für die Haller-feuer wehrspritze. Um 5 Uhr morgens wurde abgerückt. Geleitet wurde der Löschtrain vom Kom- mandanten Weyner. Die Bespannung stellte Müllermeister Georg Schreier 22 Am 22. May gerade acht Tage nach dem großen Fabriksbrande, und fast zur selben Zeit entstand am Dachboden des Hotel Europe Feuer aus, welches ebenfalls in kürzester Zeit das ganze Sach ergriff und des heftigen Windes wegen für die ganze Stadt sehr verhängnißvoll hätte werden können Das schnelle und richtige Eingreifen der Feuerwehren jedoch und die feuerfeste Bauart der Nachbarhauser verhinderte ein Weitergreifen des Feuers. Es ver¬ brannte nur der Dachstuhl mit dem unter demselben befindlichen Sachen: Betten etc. Wir hatten bei der 2. Aufstellung unserer Maschine 700 Schuh Schläuche an derselben, und arbeiteten direckte auf das Objekt. den Löschtrain leitete Kommandant Weyern, die Bespannung stellte wieder Georg Schreier. Bemerkt muß noch werden, daß unserm Vereine wohl vom Hofulbesitzer eine öffent¬ liche Danksagung ersuche, jedoch im Dankartikel Der Anrainer keiner Erwähnung geschah. Diesem, durch zwei große Brände und allerlei Gerede über Brandbriefe und erdichteten Märchen gefürchtetem Frühlinge folgte für die hiesigen Feuer- wehren ein ruhiger Sommer Am 31. Juli wurde in Schwaz der IX. Delegirten Tag der Deutschtirolischen Feuerwehren abgehalten. Als Delegirter war Kamerad Alois Schlögl gewählt, konnte aber wegen plötzlich eingetretenen Unwohlsein seiner Rufe nicht nachkommen. Da nun auch Kamerad Alois Purner welcher als Stell¬ vertreter Schlögl's gewählt wurde, sich entschuldigte indem er erst von einer längern Geschäftsreise heim kam, so vertrat Komandant Wegrer bei der Delegiertensitzung die Mühlauer Feuerwehr. Unter den Verhandlungsgegenständen war für uns hauptsächlich die Beschlußfassung von 94 größerem Intresse, nach welcher ein ganz neues Exerzirreglement und neue sehr vereinfachte Signale, alles mit besonderer Berücksichtigung der Landfeuerwehren ausgearbeitet werden soll, und wurde mit dieser Arbeit die Jensbrucker feuer wehr mit Beiziehung der Komandanten nahe gelegener Landfeuerwehren betraut Als Vorort für den V. Gau und 10. Delegirten- lag des Gaurerbandes wurde Innsbruck gewählt, weil die Innsbrucker freiw. Feuer- wehr gleichzeitig auch ihr 25 jähriges Wiegen¬ fest feiert, sowie auch der Ößreichische Feuer¬ wehrtag, wie wenigstens beschlossen, in Inns¬ brücks Mauern abgehalten werden soll. Nachdem nun die freiwillige, und die Kaiser¬ liche Fabriksfeuerwehr von Schwaz im Ver¬ eine mit den Feuerwehren von Pill u Stans eine tacksvolle Übung abgehalten hatten schloß der Tag in friedlicher Unterhaltung und ohne geringsten Störung. Am 9. Oktober hielten wir unsern Herbst, Hauptübung ab. Zuerst wurde die Bacher und Schreiermühle als Objekt angenommen, 95 und mit Schubleiter und 2 Schlauchlinien operirt, Sodann wurde ein Neuausbruch durch Flugfeuer angenommen, die Seiter und Spritze zu der circa 200 Meter ent¬ fernten neuen Aufstellung dieregirt, und der Bach hinter der Mühle des Alois Sax geschwellt, und mit mächtigen Strahl gear- beitet. Von der Zeit des Wasserein¬ stellens am 1. Standplatz bis zum ersten Strahlwurf der 2. Aufstellung vergingen 9 Minuten. Unsere Spitze arbeitete vorzüglich, sowohl mit einem als mit zwei- Strahlen. – Nach der Übung ertrischten wir uns in Korets Garten. Am 13. November um 3/4 7 Uhr früh brach am Heuboden der städtischen, von den Landesschützen zu Pferd benützten Stalle in der Kapuzinergasse in Innsbruck Feuer aus, welcher von der Jenebrudortigen Feuer¬ wehr allein und ziemlich rasch gelöscht wurde. Der Sichte Herbsturbel, der den Brandort ver¬ deckte, und das Bewußthein derjenigen, welche das feuer bemerkten, daß es ein niederes Gebäude in Wasserreicher Ge¬ gend und freistehend ist, veranlaßte eben das nicht ausfahren der Maschine; und giengen daher nur einige Feuerwehr¬ manner, darunter Komandont Weyrer zur Brandstätte, wo sie sich überzeugten daß keine Gefahr des Weitergreifens vorhanden ist war. Pferde, Maulthiere und das meiste Sattelzeug wurde gerettet und ist auch nur das Halbe Dach und etwas Säulenwerk mit dem Oberboden dem Elemente zum Opfer gefallen. Über Sie Entstehungsursache ist nichts bekannt. Nun kam der große, gefahrdrohende Brand von Wilten, Am 28. Novber: um ½ 11 Uhr nachts brach angeblich im Stalle des Rautermetz gers, J. Mayer, ein Schadenfeuer aus, welches Wilten nicht nur für die Gemeinde, sondern auch für die Landeshauptstadt in Folge des herschenden Süd- wird es in einer Weise gefahrdrohend wurde, daß man Anfangs an eine Lokalisirung des Brandes fast gar nicht zu denken wagte. 96 Ein geradezu orkanartiger Sturmwind fachte das Feuer in derart vasenden Schnellig keit an, daß es schon in den ersten Minute nicht mehr möglich war die 7 Stück Rieder- aus dem Stalle des Metzgers zu treiben. Als die Feuerwehren anrückten, standen schon die 6 Häuser der Gruppe in vollen Flammen. Mit bravour und höchster An- strengung arbeiteten die Steiger und Spritzenmänner um das Übergreifen des Feuers zu verhindern. Kreuz und quer lagen die Schlauchstrange auf den Plätzen und Zugangen zur Brandstätte und nur der durch das Verbandswesen erzielte Umstand des einheitlichen Schlauch¬ gewiedes ermöglichte bei gegenseitiges Aushilfe ein für jede Spritze genügender Vorhandensein der benöthigten Schläuche. Unsern Maschiene, die nebenbei bemerk¬ erst nach Auswechslung eines Saugschlauches den gewohnten schönen Strahl lieferte, war gerade vor der Hauptbrandfront an einer Ritsche postirt; Wir löschten zuerst das brennende Dachgesinne des Schlosser-Schiestlhauses und begaben uns dann mit dem Strahlvohre in das enge 98 Gäßchen beim Schusterhaus, dem Mittelpunkte des Feuerherdes. Nach 4 1/2 stündigem ununterbrochen Zusammen¬ wirken der Feuerwehren welche von Civil¬ und Militär auf das Lobenswerteste unter- stützt wurden ließen sich unter dem auf's höchste geängstigten Bewohner der Nachbar- häuser die erfreulichen Worte hören: Gott sei dank die Gefahr ist vorüber". Mit Threien in den Augen dankten Marche den Feuerwehrmännern am Brandplatze noch, und überaus gefühlvollen und herzlichster Dank füllte einige Tage nachher alle hie¬ sigen Zeitungen, ein Dank, den selbst die Feunde der Feuerwehren billigen nachdem mußten, wenn sie sich die unversehrt gebliebenen Nebenhäuser besehen hatten. Um 1/2 5 Uhr morgens rückte der vom Komdte Weyrer geleitete, und mit Pferden des Alois Sax bespannte Lösch- | train in Mühlau, welches des risigen Windes halber, nur ungern verlassen wurde, wieder ein. Untertags ging es dann an das Putzen und Waschen der Schläuche u. Maschine wel¬ che Arbeit auch nicht zu den Süßigkeiten des Feuerwehrmannes gehört. Um nun einigermaßen eine kleine Entschädigung für die heuer so stark her- genommenen Schläuche und Geräthe zu erhalten, wurde an folgende Asseku- ranz gesellschaften Gesuche um Remu- nerationen gestellt: K. K. priv: Assicurazioni Generali in Triest. Hauptagent Mart. Tschurtschenthaler K. K. priv: Versicherungsgesellschaft Ostreich. Phönix in Wien Oberinspecter A. Schrött: Innsbr. k. k. priv Versicherungsgesellschaft " Azienda Assicuratrice in Triest Hauptagent Robert Leiter i Innsb. K.K. pr: Versicherungsgesellschaft "Donau in Wien Hauptagent J. Tschoner Tiroler Brandversicherungs-Anstalt. Landesausschuß! 100 Am 13. Dezember Abends Versammlung beim Komandanten. Einzahlung, Vortrag und Besprechungen. Hier um diese Zeit kamen auch die detailirten Berichte des schauderhaften Brandes des Wiener Ringtheaters vom 8. Dezember. Obwohl dieses gräßliche Verein Unglück unseren natürlich nicht direckte berührte, so war es doch von so weittra¬ gender Bedeutung, daß es hier gerechter weise seine Verzeichnung finden soll. Grenzenloser Leichtsinn, Dienstesver¬ nachlässigung, höchster Schlendrian, gebaart mit unglaublicher Kopflosigkeit haben eine Katastrophe herbeigeführt, der über 450 meist junge Leben zum Opfer fallen mußten. Der große Theaterbrand in Nizza am 23. März, bei welchem auch an 100 Menschen verbrannten war noch zu unbedeu¬ tend, an demselben den drohenden Finger Gottes zu erblicken. Man glaubte damals, daß dieses das letzte ähnliche Massenopfer sein . [Anlagestrich] 101 wird, doch fehlgeschlagen; – Hoffen wir nun, daß es diesesmal sein möge, und erfüllen wir ewig gedenk dieser trau¬ rigen Mahnung mit so größerer Ge¬ nänigkeit alle Pflichten des Feuer- wehrmannes. 102 Flußbericht. Sc Das abgelaufene Jahr, in welchem im ser Verein bei 4 auswärtigen Bränden thätig war, verlief außer einem Hagelschauer, der jedoch ohne Wasserschaden zu verursachen, vorübergieng, für unsere Gemeinde ohne Elementarereigniß; auch ist niemand von aus der Feuerwehr gestorben. Spenden sind eingegangen: von der Versicherungsgesellschaft 20 f „Ostr: Phönix in Wien von der Assicurationi Generali in Triest 20 f Neuanschaffungen Einen Schlauchwagen u. drei schwarze An¬ schlagtafeln; kommt alles mit Beginn dieses Jahres in Gebrauch. Windwachen wurden 16 abgehalten Mühlau am 31. Dez. 1881 Gott beschütze uns! Gut Heil!!! 104 Achtes Vereinsjahr n 1882. Am 1. Jänner Hauptversammlung beim Koreth. Sämmtliche Chargen. wurden wiedergewählt. Am 29. Jänner hielten wir in den Badhauslokalitäten wieder einmal ein recht animirtes Tanzkränzchen ab, ver- bunden mit einem Glückstopfe, zu welchem nicht wenig, nach Aufforderung von Seite des Kom¬ mandanten, die Nachbaren des Hotel Europors nicht wenig beitrugen, sowie überhaupt durch eifriges Be¬ mühen aller werthen Kameraden 150 recht nette Gewürste zusammengebracht wurden. Das Haupt-Aragement und der Verkauf der Lohn war wieder in den bewährten Händen den Kame raden Lang, Dinkhauser Anton Thaler, Purner Alois etc. 105 welche alle das Möglichstethaten Unter¬ haltung und Leben unter die Theilnehmer zu bringen, und unserereicht mehr gar feiste Kasse, welche unser waken Kassir Gottlieb Schatz auf das beste zu verwalten versteht, m nach langen wieder einen kleinen Ersatz für die von derselben entnommenen Auslagen zuzuführen. Die Tanzmusik besorgten 10 Mann der Militarkapele "Hoch u. Deutschmeister mit Streichinstrumente zur vollsten Zufrieden¬ heit. Ebenso befriedigte die Küche u. Keller unseres Hans v Hemayr, und besonders feine mit Mühe u. Kosten für diesen Abend extra schön hergerichteten Schankzimmer für den, in kameradschaftlichster Weise unentgeltlich zur Verfügung gestellten Tanzsaales, wird ihn hier nochmals der verbindlichste Dank gesagt. Alles verlief in gewohnter Ruhe u. Ordnung. Am 10. April wurden die delegirten des deutschtirolischen Gauverbandes vom Landesausschuße zu einer außer¬ ordentlichen Generalversammlung nach Innsbruck einberufen um: erstens die Auflösung der Gauverbandskranken kasse zu beschließen, und zweitens die neuen Statuten, der, Kraft des ins Leben getretenen Feuerpolizeigesetzes für Tirol und Vorarlberg zu Bern ins Leben ge- | rufenen neuen Krankenkasse zu be¬ rathen. Kommandant Weyrer vertrat die Mühl. auer und bei der nachmittägigen Sitzung auch die Absamer freiw. Feuerwehr. Beschlossen wurde: Die Auflösung der Unterstützungskasse des Verbandes der deutschtirolischen Feuer- | wehren und die Vertheilung des Vermö¬ gens derselben unter die einzelnen Vereine und zwar nicht nach dem Wortlaute des § 16 der Krankenkaffestatuten, sondern nach dem Betrage der geleisteten Ein¬ zahlung der betheiligten Vereine was viel gerechter ist, da der § 16 106 107 die Vertheilung der aufgelösten Kasse nach Verhältniß der Mitgliederzahl verlangt hätte, wodurch die neuestens eingetretenen Vereine auf Kosten der älteren Feuerwahren, welche schon viel eingezahlt haben, bereichert wür¬ sen. Die vom Gauverbandsvorstande ent¬ worfenen Statutender neuen Kran¬ kenkasse wurden sodann fast ohne Veränderung angenommen. Am 12. Juni Hielten wir unsere Frühjahr - Hauptübung ab. Hernach Erfrischung im Badhause. Am 4. August. Wahl des delegirten zum dem V. Gantag des nonstivoler Feuerwehrverbandes; dieselbe fiel auf unseren Magazinsverwalter 108 Kamerad Johann Thaler, Nach der der vorgenommenen Wahl war Exer- zirübung. Auch wurde bei dieser Ge¬ legenheit beschlossen für die Spritzen und Schlauchmänner auch Helme zu beschaffen. 13. 14. und 15. August. Dreifaches Feuerwehrfest in Innsbruck In diesen Tagen hielt nicht nur der deutsch- | tivoler Gouverband seinen X. Delegirten. tag ab, sondern es begieng zur gleichen auch Zeit die Jensbrucker freiw: Feuermohr ihr 25 jähriges Gründungsfest, und wurde mit diesen Festifitäten auch der II. Öste¬ reichische Feuerwehrtag abgehalten Wenn nun auch alle diese Feierlichkeiten spetiel unseren Verein wenig berührt. so ist es doch für unsere Nachfolger interessant wenigstens die Hauptmomente aus diesem seltenen Feste hier verzeichnet zu finden: 109 Schon am Abende des 12. August brachten die Eisenbahnzüge ganze Schaaren Feuer- | wehrkameraden besonders aus den entle- generen Gegenden, ja selbst aus Ungarn und Siebenbürgen, und der Sonntagmorgen belebte dann vollkommen die ganze Stadt mit dem verschiedenartig Adjustirten im ganzen jedoch harmonisch und dem edlen Zwecke entsprechend gekleideden Feuer¬ wehrmann. Wolkenloser Himmer und der Anblick unserer herrlichen Berge, die schön dekovirte und beflaggte Stadt machten einen sehr günstigen Eintruck auf die fremden Gäste. Nachmittag war dann der große Festzug an dem sich über 2000 Feuerwehrmanner betheiligten. Vonen berittene Turner Hevolde u. Bannerträger, dann folgte der kostimirte historische Zug, der das Feuerlöschwesen vergangener Zeiten auf das Genaueste darstellte, und wurden zu diesem Zwecke Fauerspritzen und Geräthe aus dem 16ten Jahrhundert mit um- geführt; hirauf folgten die Feuerwehren 110 aus Deutschland, Östreich-Ungarn die tirolischen Feuern, ehren und schließlich die Innsbrucker Feuerwehr in voller Ausrüstung mit ihren Geräthen. Leider war das Arragement des fest¬ zügen etwas mangelhaft. Die sehr oft o vorgekommene Stockung in der Vor¬ werksbewegung durch der Umstand, daß sich die theilnehmenden Kameraden nicht nicht gegenseitig begrüßen konnten. beßern. wie es bei einem Arangement, wo sich die feuerwehrmänner gegenseitig begeg¬ nen müssen, hätte der Fall sein können. Vereines Die Betheiligung unseren Theiles an den | Festifitäten beschrenkte sich auf die korporative Betheiligung an dem Festzuge dem Mitwirken an der kostümirten historischen Abtheilung einiger, besonders durch ihrer Größe her¬ vorragender Kameraden auf das Wirken unseres Magazinsverwalters Thaler als Delegirter und auf die Be¬ theiligung des Kommandanten Weyrer als Mitglied des Ausstellungs-comites. im freien Die Festabende Ausflüge, Bengbeleuchtung, die für den 2. u 3. Tag vorgeschlagen waren, wurden durch den Eintritt schlechterne Wittwe 111 leider etwas beeinträchtiget. Sonst kam, Gottlob kein Unfall vor, was beim Zusammenströmen so großer Menschen¬ massen, wohl sehr leicht geschehen könnte. Vielen wird dieses Fest für lange Zeit in angenehmer Erinnerung bleiben. Am 5. November war Herbsthauptübung das heist es war mehr eine genaue Untersuchung unserer Löschmaschinen und Schläuche, und wurden einzelne gefundene Mängel gleich wieder beseitiget. Hernach war Erfrischung bei Koreth. Eine zum Zwecke der Statutenberathung einberufene Versammlung war Beschlußunfähig, weil die Feuerwahr¬ männer aus triftigem Grunde nicht alle erscheinen konnten, und findet die Berathung am Neujahrstage statt 112 Schlussbericht Das Jahr 1882 war in Bezug auf Brand¬ unglücke für uns sowohl als auch für die ganze Umgebung Innsbrucks ein sehr glückliches, indem kein einziger bedeu- tenderer Brand zum Ausbruchkahn. dafür wurde aber das ganze südliche Tirol von derart schauderhaften Wasser¬ nöthen heimgesucht, daß seit Jahrhüeterten keine größeren Überschwemmungen in der Geschichte des Landes zu verzeichnen waren. Das ganze Flußgebieth der Etsch mit seihenen Zu und Nebenflüssen war Furchtbar überschwemmt. Noch mehr aber wüthete die Frau und ihre Zuflüsse, die vielen großen und kleinen Bäche welche von beiden Gebürgshängen des Pusterthales, von riesigen Murbrüchen begleitet, dem Thale zu passten, die schönsten Ortschaften zum Theile gänzlich wegschwemmten oder in ihrem Schutt begruben; Feld u. Wald vernichtend und alles mit sich fortreisend was ihnen in den Weg kam. Eine große Zahl [bei 50] Menschen leben 113 sind dem entfestelten Elemente zum | Opfer gefallen, und wäre diese Zahl ganz gewiß eine noch viel größere geworden, wenn nicht die Feuer- wehrmänner im Vereine mit dem Militär und den Landesschützen in ihrer uneigennützigen Nächsten¬ liebe ihr Möglichstes gethan hätten ihren Nebenmanschen in höchster Noth beizu¬ springen. Es sei auch dieses traurige Ereigniß nur deshalb hier verzeichnet, weil es einen Beweiß liefert, daß der echte Feuerwehrmann seinen Wahl¬ spruch: "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr zu jederzeit im Herzen trägt, und seinen lang und oft geübten Muth und unerschrokene Kaltblüthigkeit und Geistesgegenwart bei jeder Gelegenheit, wo es gilt unglücklichen Miteinenschen zu Hilfe zu eilen auf das Beste zur Geltung zu bringen. So haben auch in Deutschland die Feuer- | wermanner ebenfalls bei der großen heurigen Überschwemmung erstaun¬ 114 liches geleistet. Ebenso dokumentirtesich die Menschenfreundlichkeit der Feuerwehr- Vereine durch die namhaften Geldbetrage, die von allen Seiten aus den Feuerwehr Kassen und durch Sammlunger unter den Mitgliedern den armen Verunglückten zugeflossen sind. Unser Verein spendete 30 fl für die Überschwemmten in Tirol Möge Gott fernerhin das ehedem arme Land vor solch schrecklichen Heimsuchungen bewahren. Gestorben ist aus dem Vereine im abge¬ laufenein Jahre, Gott Lob, niemand. Die Neue Standesliste wird um Neujahr festgesetzt. Spenden Außer dem Betrage von 68 fl 13 k, welcher uns aus der alten aufgelösten Gaukrau¬ kenkasse nach Abzug der heurigen Ein¬ zahlung von 5 k per Mann zugefallen ist, erhielten wir noch: Vom hohen Landesausschusse — 50 f — und von der Versicherungsgesellschaft Azien da Assičuratrice in Triest durch Herrn Robert Leiter 25 fl. 115 Neuanschaffungen Einen neuen schon voriges Jahr erwähnten Schlauchwagen mit Kuppelung an die Fahrſpritze. 150 Fuß neue Druckschlauche mit Gewinden, und 36 Stück neue Leder¬ Helme für die Spritzen u. Schlauchmann- schaft. Windwachen wurden in diesem Jahre abgehalten. 33 Mühlau am 31. Dezb 1882 Gott beschütze uns. 11. 9 Neunter Vereinsjahr 1883 Am 1. Jänner wie alljährlich Jahres-Haupt¬ versammlung beim Koreth. Bei der nun vorgenomenen Neuwahl wurden mit Ausnahme des Steiger- Rottenführers, alle Chargen wieder¬ gewählt. Die Stelle des zurückgetrete- nen Rottenführers Johann v. Attlmayr erhielt der Seitionsführer Alois Turner, für welchen dann der Steiger Johann Kathrein als Seitionsführer gewählt wurde. Die Versammlung ehrten wieder der Hr. Kurat und der Hr Vorsteher durch ihre Gegenwart, jedoch von den eingeladenen Ortseinwohnereerschien leiderwieder niemand, obwohl die Feuerwehr in allerbestem Einklange mit denselben verkehrt 119. Bei der Hauptversammlung am Neu¬ jahrtage wurden auch die neuen Statuten berathen, am 3. Jänner von der Gemeinde- vorstehung genehmigt und am 17. Jänner vom Natthalter Baron Widmann bescheinigt und unterschrieben Die für das Jahr 1883 festgestellte Standesliste ist folgende: Commando Kommandant Ferdinand Weyrer Leopold Purner Adjutant Pfeischofer Anton Hornisten Waldner Frau Steiger Purner Alois Rottenführer Kathrein Johann Sectionsführer Purner Christian Steiger Scheegg Anton Meierhofer Josef Hell Johann 120 Steiger, Pfeinshofer Pinzenz, | Sentöbe Josef junior Purner Josef Purner Johann Metzler Karl Schöpf Anton Guth Anton Schlauchmanner Secktionsführer Thaler Johann [Megazinsverst.) nauer Schlauchführer Schatz Gottlieb /:Kassin:/ Schp Spritzenmanner Kottenführer Lang Thomas Sektionsführen Schlögl Leonhard Schlögl Alonis Gstir Johann Spritzenmäner Knapp Johann, Herrn Anton Rainer Alois, Thaler Anton, 7 f. Trenkwalder Josef Purner Josef Mader Lorenz, Sentobe Isidor Knapp Anton, Sauerwein Josef, Strasser Josef Strasser Franz, Kuen Josef Rauch Christian, Rauche Karl, Windisch Anton Harm Josef v. Attlmayr Johann Dangl Josef, Schatz, Franz, Höllrigl Franz, Fischler Franz, Klingler Georg Lauterer Karl Ordnungsmanner Obmann Dinkhäuser Anton Ordnungsmanner Sentobe Max, Tschavon Leonhard. 121 Am 10 Jänner Abends gegen 9 Uhr ent¬ stand in den ebenerdig gelegenen Lokal- | litäten der Markischen Papier, respective Pappen-Fabrik im Bergmann schein Hause in Mühlau ein Brand, der, der Örtlichkeit seiner Entstehung halber, leicht hätte ernsthaft werden können. Es kamen nämlich die, in 3 Zimmern bis über die Fenster aufgehäuften, und zur Verarbeitung bereitstehenden Papieschnitzeln zu glimmen, und zwar an mehreren Stellen zu gleich, so, daß sofort mit zwei Schläuchen fest gearbeitet werden mußte. Die Art und die Masse des Brandmate- riales sies waren einige Tausend Kilo vorhanden) erforderten rasches und energisches Eingreifen. Nach einstündi¬ ger Arbeit war der Brand vollkommen gelöscht. Entstehungsursache unbekannt Kommando des Löschtrains J Weyra. 122 Am 20 May frühjahr-Hauptübung der Freiß. Feuerwehr in Weweise u mit der Weynerischen Fabrikisprilen und Benutzung den Einen eisene Leiter an dem Webereigeläude obiger Fabrik. Hernach Erfrischung bei Dollinger. Im Juni & Juli wurden Abtheilungs- übungen abgehalten, welche von den Abtheilungskomandanten geleitet wurden. Am 26. August XI. Delegistentag in Inn¬ zurück. Bei der am 24 August abgehaltenen Wahl wurde Johann Gstir zum Ver¬ treter unseres Vereines bei diesen Feuerwehrtag gewählt. Korporativ betheiligten wir uns bei diesen Delegirtenstag nicht, und verlief derselbe überhaupt und besonders für uns zimlich belanglos. 123 Am 27. August um 1/2 12 Uhr nachts entstand im sogenannten Schmidhaus in Jgls ein Brand, welchem trotz Windstille 14 große Bauernhäuser sammt allen Nebengebäuden zum Opfer fielen. Auch die Kirche hat sehr gelitten, indem der Thurm, soweit verbrennbar, gänzlich, und das Kirchen- doch theilweise verbrannte. Hier in Mühlau wurde der Brandbald bemerkt, jedoch der großen Entfernung und der steilen Zufahrt wegen nicht ausgefahren, um somehr, da mann wußte, daß das Bischen Wasser von brachten den nähergelegenen herbeigeeilten Spritzen vollkommen aufgebraucht werden wird. Entstanden ist das Feuer durch die un- verzeihlich nachlässige Handhabung einer Petroleumlatterien in einem Heu¬ stadel, welche ein Gast Behufs Schlafengehen auf eine Anlehnstiege stellte, herunterfiel 124. | und so das furchtbare Unglück verursachte. Igls weiß seit 300 Jahren keinen Brand im Dorfe, und waren daher auch die Löschgeräthe so wie auch deren Bedie¬ nung nichts weniger als tadellos. Kopflosigkeit und Egoismus der Einwohner haben dem Feuer freien Lauf gelassen, und wäre bei Vorhandensein einer nur einigermaßen geschulten Feuer- | wehr und einer brauchbaren Spritze der Brand gewiß nicht zu solcher Aus¬ dehnung gekommen. Übrigens wird nun Jgls, bei seiner Beliebtheit als Sommerfrisport, von und spöner erstehen als es bis jetzt ge- | wesen, und so der Schaden durch ver- mehrte Frequenz zum großen Theile wieder ausgeglichen, was wir ihnen von Herzen Wünschen. Am 12. September Feuermeldung aus Ärzl. Bereitschaft, jedoch nachdem die Nachricht eingetroffen, daß der Brand bereits gelöscht, wurde wieder Abgerückt 125 Am 28. Oktober Herbsthauptübung mit Benützung der fixen eisernen Leiter am Webereigeläude der Weyrerischen Tuchfabrik. Hernach Erfrischung beim Zapfler. Am 18 November Gleich nach 3 Uhr mor¬ gens wurden in der Richtung der Stadt die Entstehung eines Schadenfeuers be¬ merkt und sofort wurde bespannt und ausgefahren, weßhalb Kommandant Weyrer nicht mehr rechtzeitig am Ma¬ gazin anlangen konnte. Es hatte aber Herr Georg Schreier die Freundlichkeit, denselben mittelst seines Einspänners zum Brandplatz zu führen, wo bereits Sampf¬ die ganze Laiuwerkfabrik und Säge der Gebrüder Hütten in vollen Flammen stand. Trots der großen Entfernung waren die Mühlauer die ersten am Platze und begränzten im Ver¬ reine mit der freiwilligen feuer- | wehr von Hötting den Brand in an¬ gestrengtester Arbeit gegen Süden. Diesmal wurde uns auch von allen 126 Seiten das vollste, wohlverdiente Lob zu theil. Die Spritzenmannschaft arbeitete bei kargster Ablösung aber auch bis zur Rosen völligen Erschöpfung, und Schlauchführer Johan Purner zeichnete sich besonders durch müthiges Vordringen und mustergilti- | ge Ausdauer bei der herrschenden Kälte und Gefährlichkeit des Standortes aus. Um 7 Uhr früh wurde abgerückt und beim Fechtl eine Wohlthufende Erfrischung eingenommen. Komando: Komandant Weyrer Bespannung stellte Herr Alois Sax und Georg Schreier. Und ist es nur dem schnellen Eintreffen; den richtigen Angriff; und dem wackern Zusammenwirken der Kameraden zu danken, daß die riesigen Hartholz- | Vorathe, welche auf der Südseite des Etab¬ lissements auf Trokenböden aufge¬ stappelt waren, gerettet werden Am 13. Dezember Versammlung beim Kommandanten. In derselben wurde beschlossen: Die Beiträge der ausübenden d. h. activen Wittglieder zu ermäßigen, so zwar, daß von 1884 an 127 anstatt monathlich 5kr, ganz jählich 20 k. per Mitglied bezahlt wird. Auch wurde beschlossen, im Falle sich Herr Prantl herbeiläßt seine Lokalitäten im ersten Stock zur Verfügung zu stellen, im Verlaufe des Faschings ein Feuerwehr-Kränzchen zu ver¬ anstalten. Schlussbericht. Im verflossenen Vereinsjahre wurden 23 Windwachen gehalten. Gestorben ist niemand. An Spenden ist auch nichts nennens- werthes zu verzeichnen, dafür aber ist ein Vorkommniß in dieses Buch zu schreiben, welches jeden Feuerwehrmann von Mühlau gewiß freuen kann, und welches der unseren Verein zur höchsten Ehre gereicht. 28 Seine Majestät unser allverehrter m. Kaiser Franz-Josef wußte mit verständ¬ nißvollem Kunstsinne die von unsern lieben Kameraden Josef Trenkwalder in Musterhafter Wollkommenheit ausgeführten Kunstschreinerarbeiten im Spanischem Saale zu Amras und in der Hofkirche zu Inesbruck auf das gerechteste zu würdigen, und verlieh- unseren Kameraden Trenkwälder das goldene Verdienstkreuz mit der Krone. dasselbe wurde Ihn am 30. Dezember durch den Herr Bezirkshauptmann Hoflacher im Beisein hervorragender Persöhnlichkeiten von Innsbruck, des Bürgermeisters von Mühlen, Herrn Anton Rauch, der zu diesem Zwecke bei Tollinger eine sehr gelungenes Festlichkeit arrangirte an welcher auch der Herr Kurat, Gemeinde¬ Räthe und die Vertreter von Corporatio¬ nen und natürlich auch der Feuerwehr¬ kommandant mit mehreren Kämmerenden theil nahmen. 127 In mehreren ergreifenden Ansprachen wurden die Verdienste des wackern Mannes hervorgehoben. Besonders verstand es der Herr Statthalterei Archivar Dr Schönherr als Kunsthistoriker die Arbeiten Trenkwalders in's richtige Licht zu stellen, und dabei überhaupt der schon seit alter Zeit her rühmlichst bekannten Mühlauern zu gedenken, unter dieenschon vor 300 Jahren viele Künstler und Kunsthandwerker lebten. So schloß nun das Vereinsjahr mit einem Akt der Freude. Möge nun auch das Jahr 1884 freudig beginnen, und mit Hilfe Gottes freudig endigen. Gott beschütze Mühlan. Gut Heil!! Mühlau am 31. Dezb 1883. III. 132. A Zehntes Vereinsjahr 188 1. Januar Wie alljährlich Hauptversammlung beim Koreth, und wurde in Anbetracht des gegenwärtigen letzten Vereinsjahres im ersten Dezemund unseres be¬ stehens für diesmal von einer Neu¬ wahl der Chargen Umgang genom¬ men, einsomehr, da nach den neu sanc- tionirten Statuten eine zweijäh¬ rige Dienstzeit der Chargen ein- geführt erscheint Am 17. Februar Recht animirtes Tanzkränzchen in den ebenerdigen Fakalitäten beim Dollinger. Während man sich in den ersten drei Zimmern in gemüthlicher Vertraulich- keit bei einem guten Glase unter¬ hielt, huldigten, besonders die jugeren letzen. Burschen in den zwei Zimmern, lustig 133. Am 24. Februar Am 29 April 88 dem Tanze. Alles war zufriedenge- stellt, und unterhielt sich auf das Beste. Man sieht daß man sich auch ohne großen Aufwand und im beschränktem Raume gut unterhalten kann, wenn Eintracht herrscht, und Fröhlichkeit. Die Musik besorgten 8 Mann von der Infanteriekapelle König v. Würtemberg nachmittags entzündete sich am Dachboden des Zapflerwirthes ein dem Kaminen zu nahe gelegener Düppelbaum. Der Brand wurde alsbald von den Haus¬ leuten und einigen Gästen gelöscht, nur übernacht hielten von uns zwei Mann Wache. Übung beim Spritzunmagazin. 134 Frühlings Hauptübung. Brandobjekt Am 4. May bei der Karl Metzler'schen Wattafabrik. Diese zwei hintersten Häuser des Dorfes stehen fast in einer Schlucht, und es wurde deßhalb auf einer allenfalls nothwendigen freien Rückzug Bedacht genommen, und auch | ausgeführt, Flugfeuerentzündung an¬ genommen, u in kurzer Zeit die Spritze auf das neue Objekt wieder in Thätigkeit gesetzt. Nach der Übung Erfrischung im Badhause. Abtheilungsübungen. Juni 5. Juli Gesammtübung. Protuktion des Ingenieur Schalla 7 Juli aus Wien mit seinem Feuertaucher. Dieser Apparat ist trotz seiner frappiren¬ den Wirkung bei einer ruhigen Schau- | protuktion, für den praktischen Gebrauch zu komplizirt, und würde bei der vor- kommen des geringsten Gebrechens die unverantwortlichste Gefährdung des betreffenden Mannes zur Folge haben. Am 11. August. Am 14. Augst Dachbodenbrand bei Mechaniker Müller in der Saggengasse. Keine korporative Betheiligung. starb Herr Anton Rauch, außer ordentliches Mitglied, und bedeutend¬ ster Gönner unseres Vereines. Die Betheiligung am Leichenbegang- niß war daher sehr groß. Er war ein warmer Feuerwehrfreund und ist sein Wohlwollen auch auf seine Nachkommen übergegange¬ die ihre Gönnenschaft gleich nach dem Ableben des alten Herrn durch die großmüthige Spende von 200 f Papierrente bethätigten aber auch ersuchten keinen Dank zu veröffentlichen. Um nun dennoch die Gutthaten dieses bekannten Hauses zur Kenntniß der Mitmenschen zu bringen, wurde vom Kommandanten ein Nachruf verfaßt, der aber leider durch Mißverständnisse und Unfreund¬ lichkeit der Zeitungsschreiber nicht zur Veröffentlichung kam, hier in diesem Buche aber für alle Zeiten zur Ehre der wakern Gönner verzeichnet werden mag: 135. 136 Nachruf Samstag den 16. August wurde in Mühlau ein Mann zur Ruhe bestattet, dessen namhafte Verdienste be- beten deutend genug waren, ihn an dieser Stelle einen warmen Nachruf nicht zu versagen. Anton Rauch, Kunstmühlen u. Realitäten Besitzer in Mühlau, hatte es durch unermüdlichen Fleiß, u. Thatkraft und Unterehmungsgeist, gepaart mit genauer, aber streng rechtlicher Handlungs- weise, vom armen Müllerburschen bis zum hochangesehenen, wohthabenden Geschäftsmannen gebracht. Schon im Krigsjahre 1809 verlor er durch eine friedliche Kugel seinen, im kräftigsten Mannes- alter stehenden Vater, und so vom Kinde an auf sich selbst angewiesen, schätzte u. unterstützt er besonders jungen Geschäftseifer in human- | ster Weise. Er starb im hohen Alter, geachtet u. geehrt von allen die ihn kannten, und wird nun für sehr viele unbekannt gebliebene Wohlthaten, erst jetzt den verdienten Lohn er¬ halten. In gleich biederer Weise verboten sich auch seine Erben jeden öffentlichen Dank für die anlässig seines Ablebens gesperdeten näm¬ haften Beträge. — Gott vergelte, wo Vergelte Gott, was der Mensch nicht vergelten kann. 137. Am 31. August. wurde in Imot der XII. Delegirten tag der deutschtirolischen Feuerwehren ab¬ gehalten. Unser Verein wurde durch Kamerad Franz Strasser vertreten. Am 11. Oktober Begräbniß unseres außer¬ ordentlichen Mittgliedes Herrn Salamon Brugger. Bei derselben betheiligten sich recht viele Kameraden, trotz fürchter- lich schlechtem Wetter, ein Beweiß, daß der Hingeschiedene sich allgemeiner und Achtung erfreute bsonders auch bei den Schützen, wo er Jahre lang vor¬ ragende Stellen bekleidete, sowie in unserem Vereine als warmer Feuerwehr freund ganz besonders beliebt war. Am 30. Oktober wurde hier unser allver¬ ehrter Herr Kurat Karl Heidenreich zu Grabe getragen. Er war auch ein warmer Feuerwehrfreund, und 138 konnten wir uns nur deshalb nicht korporativ an dem Begräbniß betheili- gen, weil die meisten Kameraden sich in anderen Eigenschaften dem Leichen¬ zuge sich anschließen mußten. Am 16. November Herbsthauptübung. Namentlich Saugprobe aus dem sehr niederstehenden Influsse. Anstandsloses Arbeiten der Maschine. Steigübung an den Weyverschen Fabriksgeländen Hernach Erfrischung im Badhause. Am 12. Dezb: um Mitternacht kam am Dachboden eines Hauses am Eingange in die St. Nikolausgasse in Innsbruck ein Schadenfeuer zum Ausbruche, das in ganz kurzer Zeit d auch die Dächer zweier Nachbarhäuser ergriff, und fast vollkommen verzehrte. Wir waren ver¬ 139 hältnißmässig sehr bald am Platze, traten aber nicht mehr in Action da der Brand schon lokalisirt war wozu wohl das Meiste die freiwillige Feuerwehr von Hötting beitrug, die durch günstige Wasser u. Standver¬ hältnisse ausgiebig in Action treten konnte. Die Jensbrücker Feuerwehr litt an Wassermangel, herbeige¬ führt durch das Versagen der Dampf¬ spritze, die wieder ohne Nro. Kesselwasser kreilich keinen Dampf erzeugen konnte. Entstehungsursache des Brandes gänz¬ lich unbekannt enitatu den Löschtrain Kommans Ferdinand Weyrer, Bespannung stellte Alouis Sax. 140 Am 19. Dezbr. gegen 10 Uhr abends war am freistehenden Färbereikamine der Weyrer'schen Tuchfabrik ein Funken- sprechen bemerkbar, welches die mühlener Feuerwehrmänner in ihrem lobens¬ werthen Diensteifer veranlaßte zu erscheinen und sich bereit zu stellen wofür ihnen hier herzlich gedankt sein möge. Das, aus unaufgeklärter Ursache entstandene Funkenwerfen hörte von selbst bald auf, ohne Gott Lob. ernstliche Besorgniß zu erregen. Schlußbericht Das verflossene Jahr ist nun der Schluß des ersten Decenium des Bestandes der Mühlauer freiwilligen Feuerwehr und wenn dieselbe auch glücklicher Weise keine großen Leistungen zu verzeichnen, hatte, so hat sie doch überall, wo feuerunglück¬ entstanden, ihr möglichstes gethan, hat über¬ all ihre Pflicht erfüllt, und allerorts sich die größte Achtung verdient, was bei dem anerkannten Zusammenwirken der Chargen¬ und Mannschaft stehts der Fall sein wird. 741. Gestorben sind zwei Außerordentliche Mitglieder. die Standesliste wird am Anfange des Berichtes des Jahres 1885 verzeichnet werden. Spenden von Herrn Leopold Rauch zwei Stück kapirrente zu je 100 fl. Windwachen wurden im abge¬ laufenem Jahre 21. abgehalten Gott beschütze Mühlau!! Gut Heil Mühlau am 31. Dezember 1884. FerdWeyrer 144 E Efter insjahr 1885 Am 1. Jänner Jahres Hauptversammlung beim Koreth. Der in diesem Jahre fallenden zehnjährigen Stiftungsfeier halber, wurde von der Neuwahl der Chargen abgesehen. Bei dieser Versammlung, welche auch durch den Behuch unseres neuen Hochwürden Herrn Kuraten beehrt wurde, beschloß man heuer wieder eine Abendunterhaltung mit Tanz- in Sollingers ebenerdigen Lokalitäten abzuhalten, und im May das zehnjährige Bestehen unseres Vereines zu seiern. Hochwürden Herr Ruez spendete bei dieser Verhandlung fünf Gulden zur Feuerwehr¬ krankenkasse. Umstehend folgt die Standesliste. Die vielen alten Namen beweißen, daß seid dem 10 jährigem Bestände des Körpers fast ausschlißlich nur solche aus¬ getreten sind, die durch Übersiedlung dazu gezwungen werden. 141 Standesliste für 1885. | Ehrenmitglieder Herr Anton Josef Ruez Kurat in Mühlan Leopold Rauch Kunstmühlbesitzer in Mühlau Josef Mayr Baumeister in Innsbruck Kommandanschaft. Kommandant: Ferdinand Weyrer Thomas Lang Kommt. Stellvert: Leopold Turner Agndant: Horniſti Anton Pfeifhofer Franz Waldner Heiger Rottenführer: Alois Purner Johann Kattrein Sectionsführer: Steiger: Johann Purner Josef Purner Schöpf Anton Josef Meierhofer 146. Karl Metzler Steiger Rudolf Rauch Franz Schatz Alois Speckbacher Johann Hell Anton Schegg Anton Mayr Schlauchmänner /:Magazinsverwalter:/ Johann Thaler Sectionsführer: /: Kassir:/ Gottlieb Schatz Schlauchman: Franz Strasser Alois Rainer Spritzenmänner Rottenfuhrer: Thomas Lang. Leonhard Schlögl & Alois Schlegel Sectionsführer: Alois Schlögl Johann Ostir Spritzenmann: Johann Knapp. Anton Harm Anton Thaler Josef Purner Lorenz Mader 147 Spritzenmann: Anton Knapp Franz Sentobe Josef Sauerwein Ferdinand Ruetz Josef Strasser Ruppert Paulmichl Josef Kuen Konrad Sax Christian Rauch Franz Mayr Karl Rauch Anton Mayr Windisch Johann Hell Johann Huber Josef Dangl Ferdinand Lechner Josef Frenkwalder Ordnungsmannschaft Obmann: Anton Dinkhauser Ordnungsmann: Max Sentobe Leonhard Tschafon. Auserordentliche Mitglieder. Lorenz Sauerwein Josef Dusch Franz Prantl Jakob Ziel Alois Sax Alfons Schandl Kuen Peter Franz Poph Georg Schreier Löbl Schützengesellschaft Alois Hepperger in Mühlen Josef Dinkhäuser Anton Prantl und Frau Maria Riedl 148 Am 5. Jänner entzündete sich durch Unvorsichtig- keit beim Füllen einer Petroliumkanne im vermitheten Keller des Baron Nerbachischen Schlosses ein Paß Petrolium das auch mit einigen andern sich im | Keller befindlichen Kleinigkeiten verbrandte Die Feuerwehr war schnell am Platze, dem, einen fürchterlichen Raucheut- | wickelnden Brande wurde durch verstopfen der Kellerfenster mit Kotzen, und feste Bearbeiten mit den Spitze und einen Extinktaur rasch zu Leibe gegangen, und so in kurzer Zeit gelöscht. Die Rauchentwikalung und das Emporsteigen desselben durch das Siegenhaus war ein derartiges, daß dem im der Mansarde wohnende Schloßkapelain und seiner Bediene¬ rin durch den unensen Rauch der Stiegenweg abgeschlossen war. Die Neiger hatten auch schon alle Vorkehrungen zur Rettung durch das fenster getroffen, waren auch schon durch dasselbe in die Wohnung gestiegen, als dann allmälig der Rauch nachließ und nach einigen Zeit durch das Öffnen einer Gang¬ thüre freier Enganz zur Wohnung geschaffen wurde. Der Brand entstand um 4 Uhr nach- mittags und wurden die Loschar- | beiten durch den Rottenführer Schlögl geleitet. Für die rasche Hilfeleistung überließ uns Herr Baron v. Sternbach in seiner bekannten Logalität den ganzen zugesprochenen Entschädigungsbetrags in der Höhe von 43 fl 50 k. Ebenso spendeten Herr Georg Schreier als Pächter des Kellers und Herr Abraham Feßler Farbenfabrikant im Hause ja 10 fl. Sei ihnen auch hier der herzlichste Dank votirt. 150 Am 8. Februar Tanzkränzchen beim Dollinger. Wie schon gewohnt äußerst gemüthliche Unterhaltung ohne den mindesten Pörenden Zwischenfall, und Befriedigung Alt u. Jung trotz der an Improvi¬ sirung gränzenden Einfachheit. Kommandantschaftsbesprechung 17. April im Badhaus Kommandantschaftsbesprechung 28. April beim Dollinger 3. May. Das ist der Tag an dem euser Verein sein erstes Decenium vollendete, oder vielmehr sein zweites Decenum begann da wir am Sonntag den 2. May 1875 unser Gründungsfest begingen. Bei den oben angeführten Berathun¬ 151 gen wurde beschlossen von der Öffentlich- keit der Festivität abzusehen und nur in der Gemeinde und nur unter uns dieses schöne Erinnerungsfest zu feiern, und zwar mit folgendem Programm. Um 1/2 5 Uhr Tagreveille der Musikkapelle 8 „ Festmesse in der St. Leonhards Kirche “ hernach Frühschoppen bei Koreth. " 3 " Äußterung u. Spritzenprobe 4 " Gartenabend beim Zapfler “ Unser hochwürdige Herr Kurat der sich seid seinem Hiersein als sehr warmer Feuerwehrsrund steht gezeigt celebrirte das Hochamt ohne iergent einer Entschädigung und Kammerad Hans Purner verherrlichte den Gottesdienst als Regens Chori im Verein mit seinen Personal, das wohl fast aus lauter Feuerwehrmännern besteht durch die Aufführung einer wirklich feierlichen Messe, ebenso besorgte er in allerfrühe den Weckruf mit seiner braven Kapelle. 152 Der Frühschoppen bei Koreth, der durch die Gegenwart des Herrn Koraten und Baron Sternbach und mehrerer Bürger beehrt wurde verlief unter Toasten und auf¬ mütternden Ansprachen, besonders von Seite unseres verehrten Selsorgers der immer gerne in unserer Mitte weilt in heiterster Stimmung. Bei dieser Gelegenheit wurde dann auch der Herr Kurat per Acclamation als Ehrenmitglied in unseren Verein aufgenommen. Nachmittags wurde programmmäßig die Musterung u. Spritzenprobe vor¬ genommen, der inzwischen eingetre¬ tene Regen verhinderte die Vorn Abhaltung einer größeren Übung und zogen wir uns ganz wie bei unserem erstem Wiegenfeste unter das schützende Dach des Zapfler Pavillons zurück, wo in unbeeiträchtigt freudiger Stimmung unter Musik und Gesang- der Abend verbracht wurde. Nachdem nun Romandant Weyrer in warmen Worten seinen lieben Kameraden besonders für ihr seltenes inniges Zusammenhalten das wohlverdiente Lob gespendet, und der dahingeschiedenen Mitglieder gedacht hatte. 153 dankte der Herr Vorsteher, unser wa¬ kerer Kamerk Johann Thaler im Namen der Gemeinde der Feuerwehr für ihre Mühe und Opferwilligkeit, und Herr Leopold Rauch spendete dem Verein in anerkannter Würdigung seiner Mützlichkeit einen Betrag von 15 fl für welches Geschenk dem wackern Geber hier herzlich gedankt sein soll, ebenso spendete Herr Baron v. Sternbach 5 f. — Am 7 Juni wurden wir den Herrn Verwalter Schandl ersucht mit unserer großen Saugspritze den neuen Dampfkessel der Mayr'schen Zigelei in der Hallerau zu füllen. Am 22. Juli Übung. Am 9. August Ordnungsdienst beim Umzuge des II. Oesterreichischen 154 Bundesschiessen. Diese, für Jensbruck so ehrende Festlichkeit hatte zwar für das Feuerwehrwesen im Allgemeinen, spetiell noch weniger für unseren Verein ein besonderes Interesse. Da wir jedoch schon einmal dienstlich dabei betheiligt wä¬ ren und die ganze Festivität als äußerst gelungen bezeichnet werden muß, so mögen auch hier einige Daten ver¬ zeichnet sein. Schon am Samstag, als am Vorabende des Hauptfesttages (9. August) sollten wir auf Einladung des Herrn Bürgermeisters von Innsbruck bei der Hr. Majestät dem Kaiser von den feuerwehren Innsbruck u. der Vororte gebrachten Fackelzug mitwirken, was aber un¬ sererseits des morgigen Dienstes wegen abgelehnt wurde. Beim Schützenumzüge selbst erhielten wir die Nuseinstrasse zur Spalirung zu¬ gewießen. Dieser „Historische Schützenaufzug“ veranschaulichte alle Trachten von Tirol 155 und betheiligten sich dabei über 12000 Schützen und 60 Musikkapellen. Das fest war vom herrlichsten Wetter begünstigt. Nachdem Umzug erfrischten wir uns beim Dollinger. Am 22. August. Übergabe der Ehrendiplome an den Hochw. Herrn Kurathen Anton Josef Ruetz und Herrn Leopold Rauch hernach Wahl des Abge¬ ordneten für den XIII. Delegirten- tag in Rattenberg. Beim Danke für die erwießene Ehre spendet der Herr Kurat 5 fl Am 6. September XIII. Delegirten Tag der deutschtirolischen Feuerwehren. Unser Verein war durch Kammerad Anton Dinkhauser vertreten Mann Sonst betheiligten sich noch circa 8 von unserem Körper an dem Stattenberger Delegirten Tag. 156 Am 25. Oktober Herbsthauptübung. Dieselbe wurde des eingetretenen Regens halber einfach am Dorfplatzl abgehalten, hernach Er- Frischung bei Röveth. Tags darauf wurden dann die Maschinen ganz zerlegt, gereinigt und gut ein¬ geschmirt. Am 24. Dezber Abends 1/2 5 Uhr geriet in einem von Herrn Epp gemietheten Keller ein Faß Petroleum in Brand. Die Innsbrucker Feuerwehr löschte des Feuer, welches sehr gefährlich hätte werden können, da in diesem Magazin noch an 100 Fässer von solchen Brenn und Leichtmaterial aufgestapelt waren. Am 26. Dezber: Meldete der Türmer in Innsbruck wieder Feuer am linken Janufer Es war in einem faßbinderlockal ein Brand ausgebrochen, der jedoch auch bald gelöscht wurde. Wir waren in diesen beiden Fällen nur in Bereitschaft 157. Schlußbericht Das Jahr 1885 war in Bezug von Elementen ereignisse sowohl in Bezug auf Feuer als auch in Bezug auf Wasserschäden für unsere Gegend ein sehr glückliches. In Inesbruck sowohl wie in dessen Umgebung ist außer einem Brande in Kematim kein Dachschindel verbrandt, ebenso wurden wir von Überschwemmung verschaut, während unsere armen Landsleute in Südtirol in diesem Jahre wieder fürchterlich heimgesucht wurden. Dank unserem lieben Herrgott für diese außerordentliche Gnade und Verschonung Es ist auch in diesem Jahre niemand aus dem Vereine gestorben. Windwachen wurden im abgelaufe¬ nen Jahre in 27 Nächten gehalten 158 Spenden Von Hochw. Herrn Kurat A. Ruez – – 5 fl — kr Herrn A. Fessler 10 „ — „ G. Schreier 10 Herrn Baron F v Sternbach 43 " 50 " Herrn Leopold Rauch - 15. " Baron v. Hernbach - Summe 88 f 50 k. Neuanschaffungen Zwei Petroleumfackeln Steigerlaternen “ Sechs Paar gestrickte Wollhandschuhe Gott beschütze Mühlan. Gut Heil Mühlau am 31. Dezb: 1885. Weyrer 50 Comdt. 160 Zwölftes Vereinsjahr 1 86 n 1. Jänner. Wie alljährlich Generalver¬ sammlung beim Korreth. Dieselbe be- ehrte auch der Herr Kurat, unserer wackeres Ehrenmitglied durch seine Gegenwart, und spendete derselbe wieder 5 fl zu Vereinszwecke. Bei der vorgenommenen Wahl wurden per Acclamation alle alten Chargen wie¬ dergewählt, nur übernahm Kamerad Josef Steiger vom Magazinsverwalter Thaler das Kommando der Schlauchrotte 29. April Spritzenprobe, und Reinigung der Maschinen, aller Geräthe und des Magazins. 161 Frühjahrs-Hauptübung. Dieselbe 2. Mai. wurde am Inn vor der Weynerischen Fabrik abgehalten um bei dem niederen Wasserstand des Flusses die Saugfähig¬ keit der Maschine zu prüfen, die sich auch bei Anwendung aller drei Saug- schläuche als vorzüglich bewährte. Nach der Übung war Erfrischung beim Attlmayr im Bachause. 3. Juni Beerdigung unseres äußer¬ ordentlichen Mitgliedes Lorenz Sauerwein. An diesem Tage unternahmen 25. Juli. wir einen gemeinsamen Ausflug nach Absam zu dessen Gelingen wohl am Meisten unsere wäkere Musikkapelle beitrug. Die absamer¬ 162 Feuerwehr erwartete uns am Wege zwischen Thaur und Absam, und führte uns nach freundlichster Begrüßung in den festlich gezierten Schankgarten des Bogner- wirthes, wo uns reservirte, mit schöne Alpen- rofen-Strauße geschmeckte Tische erwarteten Bei gegenseitiger, freudlichster Unterhaltung verflogen die Stunden des innigen, Kamerad- schäftlichen Beisammenseins, und in ungetrüs¬ ter, heitern Laune traten wir, aufgemuntert durch unsere brave Musick den langen Heimweg an. Ausnahmsweise war uns diesesmal der Himmel günstig, ein herrlicher Abend folgte einen wunderschönen Tag. 19. August Brand in Wattens. – Gegen 8 Uhr abends zeigte sich eine intensive Röthe in der Richtung gegen Unterinthal, welche mit aller Bestimmtheit den Ausbruchein Schadenfeuers verrieth, jedoch in Bezug der genauen Örtlichkeit den Beobachter 163 ganz im Unklaren ließ. Wir fuhren mit unserer Maschiene und einen Mannschaftswagen bis unter das Schever¬ haus, von wo aus wir sahen, daß der Bram weit unter Hall ist, und schon im raschen Abnehmen begriffen war. Es wurden zwei große Gehöfte eingeäschert und verbranten leider auch mehrere Stück, Vieh. Unvorsichtiges Gebaren mit offenen Licht im Schweinstall war diesesmal, so wie leider schon öfters die Ursache des Unglückes. Die Bespannung des, vom Kommandanten Weyver geführten Train stellten Alois Sax und Andrä Dinkhauser Um 10 Uhr wurde wieder in das Magazin eingerückt. 12. September An diesem Tage wurde in Bozen die XII. Delegirten-Versamlung der deutsch-tirolischen Gouverbands-Feuer- | 164 wehren abgehalten, mit welcher auch der VI. Gantag festlich begangen wurde. Dieser Verein wurde durch Kamerad Sectionsführer Johann Kathrein vertreten. Die Hauptverhandlungen dreffen sich besonder um Einführung von Bezirksverbänden, welche nach den politischen Bezirken respt. Bezirkshauptmanschaften eingetheilt werden sollen, und einer Petition an den Landesausschuß um Vertheilung der von den Feuerassekurantsgesellschaften ein- gezahlten Beiträge. Die Einführung der bayerischen Hornsignale wurde noch ver¬ schoben, bis vom Militärkommen an da eine nochmalige Auforderung, respto. Verboth ihre Signale zu benützen an die feuer- wehren gelangt. Es wurde von mehreren Kameraden und Feuerwehrfreunde von hier der Feuerwehrtag in Bozen besucht, und sollen sich dieselben sehr gut unterhalten haben. 165 n Am 7. November war Herbsthauptübung Die ganz außerordentliche warme Herbstwitterung gestattete die so späte Abhaltung der Schlußübung. Dieselbe wurde zwischen den Diekhauser- und Tschavon'schen Mühlgebäuden abgehalten. Die so lange hatte angehaltene Trokenheit auf die Ver¬ schlüsse in der Maschine seine Einwirkung in einem Maase geltent gemacht, daß | selbst der Windkessel loker in seiner Verschraubung saß. Es ist bei Bedienung einer Feuerspritze nicht genug zu empfeh¬ len, sein Augenmerk ja auch auf die Witterungsverhältnisse zu lenken. Nach der und vor der Spritzenbrobe Exerzierübung und darauf Erfrischung beim Zapfler 18. Novber: Brandin Laus. Um 6 Uhr abends war am Mittelgebürge starkes Feuer sichtbar. Es war eben in Laus das Haus und der Stadl des Bauers Weber (fulgo „beim 166 Stamser in Brandgerathen, und auch einge- äschert worden. Erstehungsursache unbekannt. Nutzlosigkeit, und baldigst sichtbare rapide Abnahme des Feuers veranlaßten uns keinen Löschtraus auszusenden Schlußbericht Das abgelaufene Jahr war, Gott sei es gedankt in Bezug auf Elementarereig¬ nisse für unsere Gegend noch besser, als sein Vorgänger. Gestorben: Ein außerordentliches Mitglied Spenden: Von Hrn: Herrat Kuez - 5 fl Herrn Leopold Rauch 8 " Neuanschafungen: Feuerwehrpickel. Windwachen wurden in diesem Jahre 30 abgehalten. Gott beschütze Mühlan. Gut Heil! Weyres Comdt. a 167 ehrtes Vereinsjahr Dreiz 1887 Am 1. Jänner Jahres-Hauptversammlung beim Koreth. Nach Verlesung der Jahres und Rechenschaftsberichte, wurde diesesmal nur die, für den aus dem Aktivstande scheidenden Kameraden Leopold Purner, der bisher Adju¬ tant war, und nach Innsbruck übersiedeln mußte die Neuwahl vorgenommen, und fiel dieselbe auf seinem Bruder Josef Turner; auch wurde an diesem Tage ein neues Un¬ terhaltungs-Comité gewählt, welches unter Beiziehung zweier Kommandantschaftsmit¬ glieder allfällige Unterhaltungen zu be¬ rathen, so und nach Genehmigung der Kom- mandantschaft zu arrangiren hat. Dieses Comité besteht aus den Kameradan: Johann Kathrein Johann Purner, Anton Windisch, Johann Gstir, Franz Strasser und den Ersatzmann Franz Schatz. 168 Unser langjähriger Kamerad Leopold Pürner bleibt als außerordentliches Mitglied im Verein- Auch diesesmal beehrte unser Ehrenmitglied der Hochw. Herr Kurat Rüez die Versammlung und spendete wieder 5 fl zu feuerwehrzwecke. Ebenso Herr Baron v. Sternbach 5 Fl. Am 6. Februar Tanzkränzchen in den eben¬ erdigen Lokalitäten beim Follinger Obwohl äußerst bescheiden aber wie immer recht animirt und gelungen. Musick: 8 Mann von der Regimentsmusick „Herzog v. Württem¬ barg.“ Am 3. März Beerdigung unseres Kamera¬ den Anton Knapp. wurde dann für denselben der Am 8. März Seelengottesdienst abgehalten. Am 28. April Steigerübung und Maschinen — probe, auch Reinigung aller Geräthe und des Magazins. 169 Am 1. Mai Frühjahrs Hauptübung. dieselbe wurde bei der Farbenfabrik mit sehr schwiriger Geräthe und Spritzen aufstellung vorgenommen. Der angenommenen Gefährtung der Wannschaften u. Maschinen halber wurde schnellster Rückzug kommandirt welche Arbeit musterhaft in kaum 5 Minuten geschehen war. Nach der Übung in Anbetracht des Grün¬ Bachause dungstages Erfrischung beim Zapfler. Am 2 Mai Brand in der Köllensperger¬ schen Maschin-Schlosserei im Kirschen¬ thale. Das feuer wurde von der Inns- brucker u Höttinger Feuerwehr im Vereine mit der Dampfspritze gelöscht Am 30. Mai, brannte in Heilig-Kreuz bei Hall abends ein Bauernhaus nieder- Wir waren in Bereitschaft aber das bald gänzlich Verschwinden des Feuer¬ scheines halber, wurde nicht ausgefahren. 170 Am 2. Juni war in der Höttingerau ein kleiner Lokalbrand entstanden, bei welchem wir auch nicht thätig waren Am 17. Juli Besuch der Absamer Feuerwehr dieselbe wurde auf das Kameradschaftlich- ste empfangen, und bei heiterster Un¬ terhaltung vergiengen die frohen Stun- den in dollingers Garten. In Abwesenheit des Kommandanten machte Kamerad Lang die Honours Am 14. August Brand des am See ge¬ legenen Armenhauses in Amras. der Umstand, daß dieses alte verwahr¬ loste Gebäude gänzlich isolirt steht, veran¬ laßte uns nicht auszufahren. Kommandant Weyrer, der zufällig in der Nähe war betheiligte sich in Civil an der Löscharbeit. Am 21. August war in Felfs der erste Delegirten. tag des neugegründeten Bezirksverbandes 171 des politischen Bezirkes Innsbruck. Kame¬ rad Lang vertrat die Feuerwehr Mühlau Unter andern Anträgen werde auch beschlossen den Gouverband zu veranlassen beim Landesansschusse dahin zu wirken daß endlich einmal nach den Bestimmun¬ des Feuerpolizeigesetzes zur Creirung des Landesfeuerwehrfondes und Er- | nennung der feuerlösch-Inspektoren geschritten wird. Am 27. August Übung und Wahl des De¬ legirten für den XV. Feuerwehrtag in Niederdorf. Gewählt wurde Camerad Anton Windisch Am 11. September XV. Delegistentag der deutsch¬ tirolischen Feuerwehr-Ganverbandes. der Vorstand konstatirte daß gegen¬ wärtig sich in folgenden Bezirkshaupt¬ manschaften Bezirksverbande gebildet haben: Innsbruck Brixen, Bozen, Brunneck, Linne, Schwaz, Kufstein u. Kitzbüchel wurde Es nun beantragt von im Jahre 1888 172 in Sterzing den letzten Gaudelegirtentag abzuhalten, dafür jährlich einen Bezirksdeln- girten tag einzutühren, und nur alle 3 Jahre einen Gantag zu halten. Auch wurde der Antrag angenommen, Feuerwehrman¬ nern, welche sich außerhalb Tirols bei Lösch¬ arbeiten verletzen, die gebührende Unterstützung zukommen zu lassen. Am 30. Oktober Herbsthauptübung. Dieselbe wurde im Etablissement des Kommandani- ten abgehalten, und dort auch die kleine Fabriksdampfspritze probirt. Nachher Erfrischung beim Zapfler. Schlußbericht Das Jahr 1887 war, in Bezug auf Elementar- ereignisse wieder, Gott sei Lob und Dank, ein sehr glückliches; außer einer theilweisen Überschwemmung des mitleren Zillerthaler kamen in Nordtirol keine bedeutender Unglücksfälle vor 173 Spenden. Von Hochw: Herrn Kuraten 5 fl Von Herrn Baron Sternbach 5 fl Gestorben Ein ausübendes Mitglied Windwachen 20 Windwachern wurden in diesem Jahre abgehalten. Gott beschütze Mühlau: Gut Heil! Fad Weyrer 2 Comdt. Schluss des I. Buches Von der Gründung im Herbst des Jahres 1874 bis 31. Dezeb. 1887. - 144 Register der Brände bei welchen die Freiw. Feuerwehr Mühlau ent¬ weder thätig oder in Bereitschaft war 1.) Pfarrkirchendach in Hall 17. Maij 1875 ... Seite 8 9. 2. Futterstadel in Wilten - - . 3. Juli 1875 - - - " 3. Stillhof b. Mutters - - 21. Septb. 1875 - - - " 11 aus¬ I. I. Brand in Hötting - - 9. März 1876 - - " 21 + 5. Stärkefabrik in Mühlau 10. Augst 1876 - - " - 23 6.II Brandin Hötting -- 11 Augst. 1876-- , 24 7. Kleines Dachfeuer u. Arzl. 31 Mai 1877 - - 32 8. Brand in der oberen Sillgasse. 17 März 1878 – – " 50 a. Kapferer Bränerei - - - 1. Mai 1878 ... " 51 + 10. Rothadlerwirthstadel in der Höttinger-Au- 17. Sept 1878 - " 56 Mtr 175 Seite 11. Zielerhütte in Mühlau - 3. Novb 1878. 58 12. Schusterhäusl in Amras 21. Juni 1879 - - 65 13. Halmschober in Pradl - 1. Oktb. 1879 - - 71. Ausz. 14. Rechenhofbrand - - 19. Jönner 1880 - 75 15. Spinnfabrik in Innsbruck 15 Mai 1881 — 9° 16. Brand im Hôtel Europa 22. Mai 1881 – 92 Z. Landesschutzenstall - 13 Novb. 1881 - 121 96 - 18 Großer Wiltanerbrand 28 Novb 1881 – 123 967 19. Papierfabrik Mühlau 10. Jänner 1883 - 121 20. Grosser Brand in Igls - 27 Augst 1883 - 123. 21. Feuermeldung aus Arzl 12. Septb 1883 - - 124. 22 Brand in der Dampfsage der Gebrüder Hutter - - 18. Novb 1883 - 125 23. Kaminbrandt Zapfler - 24. Febr. 1884 - 133 176 Seite 24. Dachbrand b. Mechan: Müller — 11. Augst 1884 135 25. Brand in St: Nikolaus 12. Dez 6. 1884 138 26. Funkenfleg aus dem Weyreischen Färbereikamin. 19. Dezb 1884 - - 140 I. 27. Kellerbrand bei Schreier - - 5. Jönner 1885 - - 148 28 Kellerbrand bei Epp - 24. Dez 6 1885 .. 156 29. Kleinfener in St. Nikol: 26. Dezb. 1885 15.6. 30. Brand in Wattens. 19. Augst. 1886 162 31. Brand in Laus- 18. Novb 1886 - - - 165 des 32. Brand b. Köllensperger - 2. Mai 1887 - 33. Brand in Heilig Kreuz - 20 Mai 1887. 169 34. Armenhaus in Amras-14 Augst 1887 & 170. Mühlan am 31. Dezb: 1887