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H e ra u sg e b e r: Karl S c h a d e lb a u e r
Nr. 27
Heiligwasser-Besucher 1854 bis 1875
Von
Dr. Karl Schadelbauer
Das älteste Inventar der Wallfahrtskirche
Heiligwasser
Von
Dr. Fritz Steinegger
I N N S B R U C K 1964
IM S E L B S T V E R L A G DES S T A D T MA G I S T R AT E S
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V on d en
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sin dbereits erschienen:
N r. 1 Innsbrucks stadtgeschichtliches Schrifttum bis zum Jah re 1950 (1. T e il: N r. 1— 2000)
von W ilhelm Eppacher und K arl Schadelbauer. 1950.
N r. 2 Innsbrucker U rkunden aus dem Stiftsarchiv W üten (1238— 1350) von K arl Schadelbauer.
1951.
N r. 3 Die W ohltäter der L andeshauptstadt Innsbruck von W ilhelm Eppacher. 1951.
N r. 4 Briefe aus Alt-Innsbruck (1461— 1873) von K arl Schadelbauer. 1952.
N r. 5 Innsbrucker Geschichtsblätter (1. Folge) von K arl Schadelbauer. 1952.
N r. 6 Verzeichnis der U rkunden des Stiftsarchivs W ilten von 1138— 1299 von K arl Schadel
bauer. 1953.
N r. 7 Innsbrucks stadtgeschichtliches Schrifttum bis zum Jah re 1950 (2. T e il: N r. 2001— 4770).
1953.
N r. 8 Beiträge zur Innsbrucker Kirchengeschichte fü r Propst D r. Jo se f W eingartner. 1954.
N r. 9 Lesebuch aus Innsbrucker Stadtgeschichtsquellen. 1955.
N r. 10 Die gefälschten U rkunden des Bischofs R egin bert von Brixen für das K loster W ilten
von D r. Fritz Steinegger. 1956.
N r. 11 Innsbrucker Geschichtsblätter (2. Folge) 1956.
N r. 12 D ie St.-Jakobs-K irche in Innsbruck im Lichte der Rechtsgeschichte von U niv.-Prof.
D r. H . Lentze.
N r. 13 Geschichte der Raum - und G renzbildung der Stadtgem einde Innsbruck von O tto Stolz.
N r. 14 D ie Kleinstbände der „D ipau lian a“ — Ein Bücherverzeichnis (Band 1 bis 100) von
K arl Schadelbauer.
N r. 15 50 Jah re schulärztlicher D ienst in Volks- und Hauptschulen von Stadtphysikus D o k to r
Leopold U nterrichter.
N r. 16 D rei Befehlshefte des Innsbrucker Platzkom m andos vom Jah re 1809 von K arl Schadel
bauer.
N r. 17 D ie Kleinstbände der „D ipau lian a“ — Ein Bücherverzeichnis (Band 101 bis 200) von
D r. K arl Schadelbauer.
N r. 18 D as Stadtspital im Jah re 1839 — Die Beschreibung des Spitalsverw alters Fr. X . H on-
stetter von D r. K arl Schadelbauer.
N r. 19 D ie Berichte der „Innsbrucker Z eitun g“ von 1810 über das „D epartem ent der obern
Etsch.
N r. 20 D er Innsbrucker Bürgerm eister Felix R iccabona v. Reichenfels von Felix v. Gasteiger.
N r. 21 Innsbrucker Ansichtskarten um 1900 von D r. K arl Schadelbauer.
N r. 22 Am tliche Stim m ungsberichte 1850/51 und 1859/60.
N r. 23 H erzog R u d olf IV . und Innsbruck 1363— 1365 von D r. K arl Schadelbauer.
N r. 24 Leitfaden der Geschichte Innsbrucks von D r. K arl Schadelbauer.
N r. 25 D ie Dreiheiligenkirche zu Innsbruck von D r. Fr. H . H ye-K erkdal.
N r. 26 D ie Innsbrucker Inwohneraufnahmen von 1508 bis 1567
II. Reihe
Innsbrucker Archivnotizen zur Geschichte der österreichischen Vorlande.
N r. 1 Aus dem landesfürstlichen Kopialbuch von 1458.
N r. 2 D ie Reise K aiser Ferdinands I. von Speyer nach Freiburg (1562) u. a.
D r u c k : T y ro lia In n sbru ck 6002 64
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Herausgeber: Karl Schadelbauer
Nr. 27
Heiligwasser-Besucher 1854 bis 1875
Von
Dr. K arl Sch adelbau er
Das älteste Inventar der Wallfahrtskirche
Heiligwasser
Von
Dr. Fritz Steinegger
I N N S B R U C K 1964
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Die Wallfahrtskirche zum heiligen Wasser gehörte in der zweiten H älfte des
19. Jahrhunderts bereits zu den beliebtesten Ausflugsorten in der Umgebung Inns
brucks. Nicht allein die Bewohner der Stadt begaben sich gerne dahin, sondern
schon unglaublich viele Fremde aller Länder der Erde. Das 300jährige Jubiläum der
Errichtung des Kirchleins bietet die geeignete Gelegenheit, einmal Rückschau zu hal
ten auf jene Besucher, die uns das älteste erhaltene Gästebuch aus den Jahren
1854 bis 1875 bekannt macht.
Zuerst in wenigen Sätzen die Entstehungsgeschichte der W allfahrt. Nach einer
frommen Sage soll im Jahre 1651 ein Muttergottesbild in einer ärmlichen Kapelle
aufgestellt worden sein. Fast gleichzeitig setzen aber auch die historischen Nach
richten ein. Laut bischöflichem Visitationsprotokoll von 1656 hat der Pfarrer von
Patsch, Augustin H olzer, vorgebracht, daß in einem Walde seines Pfarrbezirkes ein
geschnitztes Marienbild, dessen H erkunft man nicht kenne, seit einigen Jahren von
zahlreichen Wallfahrern besucht und verehrt werde. Schon der Vorgänger dieses
Pfarrers hatte sich 1652 beschwert, daß viele, besonders junge Leute an Festtagen
beim Bild im Walde bei der Taxen Zusammenkommen und dort auch während des
Pfarrgottesdienstes verbleiben. So kam die W allfahrt von Jah r zu Jah r mehr in
Aufschwung, was den Abt Dominikus von Wilten schließlich im Jahre 1662 bewog,
für das Muttergottesbild ein ordentliches Kirchlein zu bauen. Dieses wurde am
19. Oktober 1665 von dem Brixner Weihbischof Jesse Perghofer eingeweiht. Dabei
wurde an Stelle des ursprünglichen Gnadenbildes ein sehr altes aus dem Besitze des
Stiftes Wilten aufgestellt. Besonders gefeiert werden seither die Feste M aria H eim
suchung am 2. Ju li und M aria Schnee am 5. August.
Mit dem Zunehmen des Wanderns und Bergsteigens, in diesem Falle also mit der
Besteigung des Patscherkofels, erfuhr auch der Besuch von Heiligwasser eine neue
Belebung. Als sich gar gekrönte H äupter die Mühe nahmen, den Ausflugsort mit
ihrer Anwesenheit zu beehren, nahm der Besucherstrom vorzüglich im Frühsommer
und Frühherbst ganz beträchtlich zu. Am 14. Juni 1848 bestiegen Erzherzog Franz
Josef, der im folgenden Dezember als Franz Josef I. Kaiser von Österreich wurde,
und sein Bruder Erzherzog Ferdinand Maximilian, der spätere Kaiser M ax von
Mexiko, den Patscherkofel, wobei sie in Heiligwasser nächtigten. Am 18. Juli 1848
machte Kaiser Ferdinand mit dem H erzog von Modena in drei Vierspännern einen
Ausflug nach Heiligwasser. König Friedrich August von Sachsen begab sich am
1. August 1852 nach Heiligwasser und am 2. zum Patscherkofel. Zur Erinnerung
an den Besuch Kaiser Franz Josefs 1. wurde vierzig Jahre später, am 15. Juni 1888,
von der Sektion Innsbruck-Wilten des österreichischen Touristen-Clubs eine Gedenk
tafel enthüllt. Die Teilnehmer an dieser Feier gingen um 5 Uhr früh vom Stift
Wilten ab. Es regnete in Strömen, oberhalb Heiligwasser schneite es. Die Festrede
hielt der Vereinsvorstand Dr. Pitra.
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Die mehrmalige Anwesenheit so erlauchter Gäste dürfte der Anlaß gewesen sein,
seit 1849 ein Gäste- oder Fremdenbuch zu führen, in das sich jeder Heiligwasser-
besucher eintragen konnte. Im Jahre 1961 fanden sich am Dachboden des G ast
hauses die alten Fremdenbücher wieder, die der Wiltener Stiftsherr P. Markus
Plunser, der seit vielen Jahren den Gottesdienst in der Wallfahrtskirche besorgt,
sorgsam in das Stift brachte, wo sie auch ausgebessert werden sollen. P. Markus
ermöglichte dankenswerterweise die Durcharbeitung des ältesten dieser Bücher mit
etwa 5000 Eintragungen für die vorliegende kleine Studie. Nicht allein die darin
genannten prominenten Persönlichkeiten sind nämlich interessant, sondern auch
weniger bekannte Namen geben orts- wie landeskundliche Hinweise, alle zusammen
einen wertvollen Beitrag zur Geschichte des Innsbrucker Fremdenverkehrs.
Die Eintragungen in das Buch, das auf der Außenseite den Titel „Fremdenbuch —
1849“ trägt, beginnen jetzt mit dem Monat Juli 1854 auf Seite 55. Die ersten 27
Blätter sind herausgerissen worden, ebenso fehlen die Seiten 82 bis 97 mit den
Notizen vom 12. August 1856 bis zum 26. August 1857. Im Ju li 1854 schrieben sich
41 Personen ein, darunter 12 Berliner, 2 Engländer, 2 H olländer, 2 Australier und
ein Amerikaner, im August 85 und im September 52 (darunter 12 Engländer). In
den Wintermonaten kamen kaum Besucher nach Heiligwasser, im Jah r 1855 wurde
das Buch erstmals am 24. Mai benützt. Für das Jah r 1860 liegen insgesamt
230 Namen vor, für 1861 sogar 347 und für 1862 etwas weniger, 300.
Von den Besuchern waren selbstverständlich der Großteil Einheimische, besonders
Studenten der Universität Innsbruck. Die theologische Fakultät war schon viel von
reichsdeutschen Studenten frequentiert. Zahlreiche Namen vorzüglich ausländischer
Gäste sind undeutlich geschrieben, einige in orientalischen Schriften oder in Gabels-
bergerstenographie. Mancher mißbraucht seine schwache Dichterader oder will witzig
sein, einzelne Namen dürften freie — meist geistlose -—- Erfindungen darstellen.
Im folgenden werden nur 100, mehr oder weniger willkürlich herausgegriffene
Eintragungen mitgeteilt, bei denen — wenigstens zumeist — über den Beruf, die
Tätigkeit oder den Rang des Schreibers näheres angegeben werden kann. Die bei
gefügten Lebensdaten sollen aber nur ganz knapp den Leser mit dem Genannten bekannt
machen und keine Biographien darstellen.
1854
1. Juli, 18.: Dr. Wiedemann, Maler — Dresden
2. August, 3.: Edouard Thurner, Tonkünstler — Ru ff ach bei Colmar
3. August, 6.: Adolph Hofmeister und Frau, Musikalienhändler — Leipzig
4. September, 7.: Wilhelm Rhomberg, Kaufm ann — Dornbirn mit Franz Rhom-
berg, Rudolf und Anna
5. November, 22: M (atthäus) Nagiller, Componist — München
N agiller, geb. zu Münster im Unterinntal am 24. Oktober 1815, weilte von
1842 bis 1848 in Paris, später in Bozen und seit 1866 als Dirigent des Musik-
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Vereins in Innsbruck. Er starb am 8. Ju li 1874. N agiller trug sich mehrmals ein,
so am 12. Mai 1861, 20. Juli 1863 und 12. April 1869.
1855
6. Mai, 24.: Pauline Gräfin von Beroldingen, Studiosa juris in Innsbruck —
Ratzenried
Mit der Genannten — übrigens einer sehr frühen Universitätsstudentin — kamen
zweifellos: Henriette G räfin Spaur, Philomena Gfin. Spaur, Auguste „contesse“
de Spaur, alle von Innsbruck. Eine eigene Gesellschaft bildeten wohl: Serafina
Fischer, Agnes Fischer, Filomena Fischer, Josephine Sybold und Prof. Georg
Schenach „conducteur“ , alle von Innsbruck. Prof. Schenach, ein gebürtiger
Innsbrucker, war Weltpriester und seit 1843 Ordinarius für Philosophie an der
philos. Fakultät. Er ging 1857 nach Wien und starb 1859. Paul Ignaz Jos. Gf.
v. Beroldingen (geb. 1804, gest. 1875) war der Besitzer des Mannslehens Ratzen
ried.
7. Juni, 14.: Gronewald, Director der Taubstummen-Anstalt zu Coeln am Rh ein
8. Juni 14.: A. Mitscherlich, Mitglied einer wissenschaftlichen Gesellschaft aus
Berlin
Vielleicht Alexander Mitscherlich, ein Sohn des berühmten Chemikers Eilhard
Mitscherlich. Alexander M. war zu Berlin 1836 geboren (gest. 1918).
9. September, 12.: (Regierungsrat?) Stoy Dr. Prof. an der Universität, Director
mit nachstehend 2 Lehrern und 17 Zöglingen aus Jena. Letztere waren aus
Cuxhaven, Dresden, New York, Prag, Buenos Aires, H amburg, Boston, Leipzig
(Heinrich Reclam), Porto Rico usw.
K arl Volkmar Stoy (geb. 1815 zu Pegau in Sachsen) war (nach der Allg.
Deutschen Biographie) ein weitbekannter Pädagoge, in seiner Art der einzige
Schüler des Philosophen H erbart. Nachdem er sich 1843 in Jena habilitiert hatte,
wurde er gleich zum Direktor der dort bestehenden höheren Privatschule ernannt.
In dieser unterrichtete Stoy im Jahre 1850 über 100 Knaben im Alter von 6 bis 18
Jahren. 1855 dürfte er auf einer Studienreise mit seinen Lehrern und 17 Schülern
den Ausflug nach Heiligwasser gemacht haben.
10. September, 18.: Norbert Spitzer, Chorherr zu Tepl und Brunnen-Inspektor —
M arienbad
1856
11. März, 30.: Dr. Michel, Prof. — Dr. Maassen, Prof. — Dr. Joh. Kerer, Prof. —
Innsbruck
Die drei Professoren, die an diesem Tage Heiligwasser besuchten, gehörten der
juridischen Fakultät der Universität Innsbruck an.
Prof. Dr. Joh. Kerer, ein gebürtiger Brunecker, war seit 1847 Ordinarius für
politische Wissenschaften und Statistik. In den Jahren 1849/50 und 1860/61
trug er die Würde eines Rektor Magnificus.
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Prof. Dr. Adalbert Theodor Michel, in Prag geboren, war 1855 von Olmütz
als Ordinarius für bürgerliches Recht nach Innsbruck gekommen. 1858 folgte er
einer Berufung nach Graz.
Prof. Dr. Friedrich Bernhard Maassen, ein Mecklenburger, war gleichfalls 1855
als außerordentlicher Professor für römisches Recht nach Innsbruck gekommen,
hier 1858 Ordinarius geworden und 1860 ebenfalls nach G raz übersiedelt. Prof.
Kerer machte mit seinen beiden neuen Kollegen diesen Ausflug wohl, um sie mit
der Schönheit der Landschaft bekannt zu machen.
1857
Die Eintragungen vom 12. August 1856 bis 26. August 1857 fehlen, da die Seiten
82 bis 97 herausgerissen wurden. Dabei wurde vermutlich die Eintragung des Statt
halters Erzherzog K arl Ludwig, der am 13. Juli mit seiner Gemahlin in Heiligwasser
weilte und dort aus den Händen des Abtes von Wilten die heilige Kommunion erhielt,
entfernt.
12. September, 6.: P. Wendelin Gaim, Missionario apostolico ex Provincia Espirito
Sto. in Brasilien
13. Oktober, 14.: Dr. Fr(iedrich) Böhmer — Frankfurt a. M.
Dr. J(ulius) Ficker — Innsbruck
An diesem Tage besuchen zwei der berühmtesten deutschen H istoriker ihrer Zeit
Heiligwasser. Der „Tiroler Bote“ weist Dr. Joh. Fr. Böhmer (geb. 1795, Frank
furt, gest. 1863 ebendort), den unermüdlichen Sammler deutscher Kaiser-Urkun-
den, am 11. Oktober als neu angekommenen Fremden, der bei der Goldenen
Sonne abgestiegen war, aus. Böhmer, der mehrmals in Innsbruck weilte und dieser
Stadt besonders gewogen war, war mit dem Innsbrucker Ordinarius für A ll
gemeine Geschichte, Dr. Julius Ficker R. v. Feldhaus, befreundet.
Ficker, geb. zu Münster in Westfalen 1826, hatte sich in Bonn habilitiert und
war, ursprünglich Jurist, 1852 zum Ordinarius an der philosophischen Fakultät
in Innsbruck ernannt worden. 1863 trat er dann als Ordinarius für Deutsche
Rechtsgeschichte an die juridische Fakultät über, an der er bis 1877 verblieb.
1858/59 versah er die Würde eines Rektors Magnificus, ging 1879 in
Pension und starb 1902.
Auf Vermittlung Fickers hinterließ Böhmer 40 Zentner seiner wertvollen Bücher
sammlung der Innsbrucker Universitätsbibliothek.
(Literatur: Eine Biographie Fickers veröffentlichte J. Jung (1907), Joh. Janssen
schrieb „Jo h . Fr. Böhmers Leben“ .)
1858
14. Juli, 24.: Erzherzog C arl Ludwig — Statthalter von Tirol und Vorarlberg —
Agenor Goluchowski (schrieb einige slawische Worte dazu), Oswald G raf Trapp
Erzh. K arl Ludwig (geb. 1833, gest. 1896), ein jüngerer Bruder Kaiser Franz
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Josefs I., war von 1855 bis 1861 Statthalter von Tirol. Er war bei der Bevölke
rung sehr beliebt. (Näheres bei Ant. Bundsmann „D ie Landeschefs von Tirol . . .“ )
Der österr. Staatsmann Agenor G raf Goluchowski stammte aus Lemberg (geb.
dort 1812, gest. dort 1875) und war von 1859 bis 1861 Innenminister. (Näheres
im österr. Biograph. Lexikon.)
15. August, 10.: Theobald Frh. v. Oer, Historienmaler — Dresden
Theobald Reinhold Frh. v. Oer (geb. 1807, Nottbeck; gest. 1885 Coswig),
Radierer, Historien- und Genremaler, war seit seinem 12. Jahre taub; er lebte
seit 1839 in Dresden. (Näheres in Thieme-Beckers Künstler-Lexikon.)
16. September, 5.: B(althasar) Hunold. N ur nichts Halbes
Der gebürtige Schweizer Hunold (geb. Oberurnen 1828) war Custos am Tiroler
Landesmuseum Ferdinandeum und ein beachtlicher Dichter. Er starb 1884.
1859
17. August, 4.: Musikderektor Staudacher — Ellwangen, Königreich Würtemberg
18. September, 23.: Ignaz Sigl, Königlich Bairischer H of- und Kammermusikus
zur ewigen Dankbarkeit — München
19. September, 24: Mr. u. Ms. Jam es Roosevelt — New York
1860
20. Juni, 3.: Anton G raf Pfeil-Dirsdorf in Preußisch Schlesien mit Weckbecker
Oberst, Regiments-Commandant von K aiser-Jäger — Innsbruck
Pauline v. Weckbecker geb. Freiin v. Ergelet
Marie Freiin v. Erggelet geb. v. Dürfeld — Wien
Alfred Fr. Erggelet — Paris
Der Kaiserjägeroberst H ugo R. v. Weckbecker wurde am 1. Jänner 1860 zum
Ehrenbürger von Innsbruck ernannt.
21. August, 20.: Hirn Josef, Student — Sterzing
Univ.-Prof. Dr. Josef Hirn (geb. 1848, Sterzing, gest. 1927, Bregenz), habilitierte
sich 1879 für österr. und tirolische Geschichte, wurde 1886 Extraordinarius und
1890 Ordinarius in Innsbruck und später dem Unterrichtsministerium zugeteilt.
22. Oktober, 8.: Eduard Ille, Maler — München
Theodolinde Ille geb. Freiin v. Riederer
Eduard Valentin Ille (geb. 1823, München, gest. 1900 ebendort) war Schüler
des J. Schnorr v. Carolsfeld und des Moritz v. Schwind. Ille betätigte sich be
sonders als Illustrator und war seit 1863 Mitredakteur der „Fliegenden Blätter“ .
(Näheres in Thieme-Beckers Künstler-Lexikon.)
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1861
23. Juni, 13.: Prof. Dr. Geyer samt Frau — Innsbruck
Univ.-Prof. Dr. August Geyer, aus Asch in Böhmen gebürtig, habilitierte sich in
Prag und wurde 1860 Ordinarius für Strafrecht und Rechtsphilosophie in Inns
bruck, vor der er nach München berufen wurde. Geyer besuchte auch am
15. Oktober 1871 Heiligwasser.
24. August, 24.: P. Heribert Witsch, apostol. Missionär — Jerusalem
1862
25. April, 12.: In einer mit goldfarbigen Papierborten umrandeten Eintragung:
Hermann Jo sef Schmitz stud. theol. — Cöln
Gottfried Pilgram stud. theol. — Riehl (?) bei Coeln
Der erste wurde laut beigefügter Bemerkung am 30. November 1893 zum
Weihbischof von Cöln geweiht, der zweite wurde 1877 Bischof von Celle.
26. Juni.: L ’Abbe M. S. Khorum — Colm ar
Wurde laut beigefügter Bemerkung am 25. September 1881 als Bischof in Trier
inthronisiert.
27. August, 20.: Nepomuk Munding, Conditor — Innsbruck
28. September, 1.: Don Pedro II. Im perador do Brasil
(Scherzeintragung?)
29. September, 22.: Josef Hummel, Capellmeister — Innsbruck
Flemming, Opernsänger — Wien
J. B. H artm ann, Fonkünstler — München
Josef Bussel, Opernsänger — München
A. Hummel, Tonkünstler — Innsbruck
Tobias Hummel, Tonkünstler — München
Josef Friedrich Hummel (geb. Innsbruck 1841, gest. Salzburg 1929) war K om
ponist und schließlich Direktor des Mozarteums in Salzburg.
1863
30. Mai, 4.: A(ndreas) Steinhuber S. J. Praes(es) Congreg(ationis) mar(ianae) academ
(icae) Oenip(ontanae)
Dr. Andreas Steinhuber, geb. zu U ttlau in Baiern, wurde 1860 außerordent
licher Professor für Philosophische Vorbereitungswissenschaften an der theo
logischen Fakultät in Innsbruck, dann 1866 Ordinarius und schließlich nach Rom
berufen, wo er am 16. Jänner 1893 zum K ardinal erhoben wurde.
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31. Mai, 7.: Dr. H(ermann) Ign(az) Bidermann, Univ. Prof. — Innsbruck
Bidermann, ein gebürtiger Wiener, habilitierte sich in Pest. Er lehrte seit 1865
als Ordinarius für Nationalökonom ie, Verwaltungslehre und Statistik an der
juridischen Fakultät in Innsbruck, übersiedelte dann nach Graz, wo er 1892
starb.
32. August, 8.: K arl Ludwig Ziegler, Domorganist — München
Henno Zänkl gen. Granni, llte r Capellmeister — München
33. September, 9.: P. Bernardin Engl, Gymn.-Prof. — H all
34. Oktober, 6.: Belopotocky Colom (an), Armee Bischof Öster.(f) — Innsbruck
1864
35. Mai, 2.: H artm ann Grisar, stud. theol. — Coblenz, Rheinpreussen
Grisar, geb. zu Coblenz, wurde 1871 Ordinarius für Kirchengeschichte an der
Theologischen Fakultät in Innsbruck und später nach Rom berufen.
36. Mai, 16.: Prof. Dr. Jü lg — Innsbruck
Bernhard Jülg, geb. zu Ringelbach in Baden, war seit 1863 Ordinarius für
klassische Philologie an der Universität Innsbruck. Jü lg besuchte auch am
11. Juli 1869 und 26. Mai 1870 Heiligwasser.
37. Juni, 12.: Christian Jensen, M aler — aus Kiel in Holstein
38. Juni, 22.: G raf und Gräfin Belrupt — Innsbruck
Baron und Baronin Tschiderer — Innsbruck
Gräfin Seibvltsdorf, Baronin Mensi — Innsbruck
General und Generalin von Giani — Innsbruck
G raf Coronini — Innsbruck
G raf Trapp — Innsbruck
Oberst Loos — Cles
G raf Fedrigotti — Rovereto
Oblt. Potschka — Innsbruck
39. August, 31.: W. Ulrich (Mräch?) Geh. R at — aus Berlin
Dr. Ficker k. k. Prof. — Innsbruck
Dr. H . Stuffer Prof. — Bonn
Dr. A. Huber Prof. — Innsbruck
Jos. Durig, Realschullehrer — Innsbruck Patscherkojler
Franz Stuffer — Münster
Freiherr v. Fido — Innsbruck
Sovhocker(?) Direktor — Athen
Univ.-Prof. Dr. Jul. Ficker siehe No. 13
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Alfons Huber, geb. 1833 zu Fügen im Zillertal, war ein Schüler des Vorgenann
ten und sein Nachfolger für allgemeine Geschichte, seit 1870 für die Geschichte
Österreichs. Er ging 1887 an die Universität Wien, wo er 1898 verschied. Huber
schrieb eine fünfbändige Geschichte Österreichs bis zum Jahre 1648.
Josef Durig — gest. als Direktor des Pädagogium s im Jahre 1900 — war ein
verdienter Historiker, der sich u. a. mit Ficker und Huber um die Errichtung
eines Landesarchivs bei der Statthalterei bemühte.
1865
40. Juli, 3.: H. Lange, Maler und Frau — München
41. Juli, 28.: Carl Pustet, Typographus Apostolicus — Regensburg
1866
42. August, 30.: Dr. Friedrich Vering, Prof. aus Heidelberg
43. Oktober, 30.: Jules Abbel, stud. theol. — H elvetia
Cam ill Meichtry, Student — Leukerbad, Schweiz
J. Abbel wurde am 2. Februar 1896 zum Bischof von Sitten consecriert. Besuchte
auch am 17. September 1867 Heiligwasser. Meichtry wurde Titulardomherr in
Sitten.
1867
44. März, 12.: J<oh. v. Leiß, Dekan — Innsbruck
Ludwig Rapp, Benefiziat und Redakteur
Dekan Joh. v. Leiß wurde der Nachfolger des am 6. April 1879 gestorbenen
Fürstbischofs Vinzenz Gasser von Brixen. Er starb bereits am 23. April 1884.
45. Mai, 6.: Josef G latz mit Frau, Bildhauer — München
46. Juni, 2.: H ier ist das sogen. Heiligwasser-Lied eingetragen. Worte und Musik
stammen von Joh. Fuchs:
„Geliebtes heiligs Wasser, bist Allen wohl bekannt,
durch deine guten Knödel, durch deinen guten Wein.
Du weckest das Verlangen in jedem Pilgersmann,
daß er im Paradiese doch auch so leben kann.“
Zum ersten Male gesungen auf dem hl. Wasser von
Tenor II Josef Schumacher
Tenor I Gustav Schoepfer
Opernsänger aus Innsbruck
Buffo I Joh. Fuchs
Buffo II Otto Pusch
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47. Juni, 25.: B(aron) Kuhn FM L ( = Feldmarschalleutnant) mit Frau, Kindern.
Franz B. v. Kuhn, Armeekommandant, war am 5. September 1866 in Innsbruck
eingetroffen.
48. Juni, 10.: S. Exz. FM L Baron Kuhn und S. Exz. GM ( = Generalmajor) G raf
Leiningen mit der in Innsbruck dislocierten H albbrigade Regiment No. 59
H. Oberst Möraus — Depot (Cader?) des Kaiser-Jäger-Regim ents — H aupt
mann Fetter — G eb irg sb atterieN o .il9 — Hauptmann Schatz und No. 5 H aupt
mann A pplt — nach Ersteigung des Patscher Kofi von Innsbruck aus direkte
Linie am 10. Ju li 1867
49. Juli, 17.: Böt, drink und iss (d. h. bete, trinke und esse). U nd’s zohlen nit vergiss
Die heilig Wasser Kellnerin.
50. September, 3.: Carl Jul. Heer, Bildhauer — Vöhrenbach, bad(ischer) Schwarz
w ald zur Zeit in München
51. September, 10.: Dr. Math. Schwanda, k. k. Prof. d. Med(izin) — Wien
52. November, 19.: Occozardetti — Rorschach
Wurde Bischof von St. Cloud in N ordam erika; consecriert 1890. War auch am
31. Dezember 1868 in Heiligwasser (siehe No. 57/3).
1868
53. August, 2.: Dr. J(osef) Freiherr von Lasser — Innsbruck
B. Antonie Lasser
Lasser, aus salzburgischem Geschlecht stammend, war ein liberaler österr. Poli
tiker. Beim Eintritt des Grafen Goluchowski (siehe No. 14) in das Innen
ministerium im August 1859 wurde Lasser Sektionschef und 1860 Justizminister.
Er tritt 1865 in den Ruhestand, übernimmt aber bald danach den Posten eines
Statthalters von Tirol, als Nachfolger des Statthalters Georg R. v. Toggenburg,
bis er 1870 enthoben wird. (Näheres in der Allgem. Deutschen Biographie und
bei Ant. Bundsmann „D ie Landeschefs von Tirol . . .“ )
54. September, 5.: C. Kaulbach, Maler und Bildhauer — Würzburg
Lehrer an der Gewerbschule
55. September, 12.: Franz Plattner, Historienmaler aus Zirl
Georg Plattner aus Brasilien
Franz Plattner (geb. Zirl, 1826; gest. Innsbruck, 1887) ein Schüler Führichs an
der Wiener Akademie, Bahnbrecher der nazarenischen Malerei. (Näheres in
Thieme-Beckers Künstler-Lexikon.)
56. Dezember, 5.: Prof. Dr. Kl. Groß — Innsbruck
Dr. lnam a Sternegg Univ. Prof. — Innsbruck
K arl Groß, geb. zu Edelstadt in Schlesien, habilitierte sich in Wien für
Canonisches Recht, wurde 1867 Ordinarius in Innsbruck und ging später nach
12
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Graz. Carl Theodor von Inama-Sternegg, geb. zu Augsburg, habilitierte sich in
München für politische Wissenschaften und pol. Ökonomie, wurde 1868 außer
ordentlicher Professor in Innsbruck und 1871 Ordinarius; er kam später nach
Prag, dann als Sectionschef in das Unterrichts-Ministerium und wurde schließlich
Präsident der statistischen Central-Commission in Wien.
57. Dezember, 31.: Franz Grass, praesb(iter) dioec(esis) Brix(inensis) — Innsbruck
mit folgenden elf Söhnen (geistlichen) — Alle Theologen im Innsbrucker
Convikt
1. Josef Niedermayer, presb. dioec. Ratisbonae ( — Regensburg)
2. Anton Egger, Acolythus dioec. Trident, post, longam aberrationem in capita
Lanziana feliciter advenit
( = erreichte nach einem langen Irrweg die Lanser Köpfe)
3. Josef Occozardetti, Kleriker der Diözese St. Gallen
(später Bischof; siehe 19. November 1867)
4. Fr. Zephyrin Alfred Tobnerk, Theolog der Diöz. Budweis
5. Alois Oberrauch, Theolog der Diöz. Trient
6. Michael Weigl, Theolog der Diöz. Regensburg
7. Christian Bäumel, Theolog der Diöz. Regensburg
8. M ax Glaeser aus Regensburg
9. Anton Queri (Benjamin) aus Regensburg
10. Joseph Ringer aus Regensburg
11. Georg Laurent. Ciupke, Vratislavensis ( = Preßburg)
1869
58. September, 16.: Dr. Th. Eiselt, Professor — Prag
59. September, 19.: Prof. Ot. Hemholtz mit Frau — Heidelberg
1870
60. Juni, 9.: K arl Frh. v. Hohenbühel, k. k. Geh. R at und Oberlandesgerichts-
Pr'äsident etc. von Trient mit Frau und Tochter
61. Juni, 12.: Georg Franzelius, Theater-Direktor — Hannover
62. Juni, 21.: Dr. Busson — Innsbruck
Wohl Dr. Arnold Busson, geb. Münster in Westfalen, der sich in Innsbruck
für Allgemeine Geschichte habilitierte, hier 1871 Extraordinarius und 1872
Ordinarius wurde und später nach Graz ging; er starb 1892
63. Juni, 24.: Dr. Anton Westermayer, Stadtpfarrer aus München
64. Juni, 25.: Zur Erinnerung an den Jakobitag ( = 25. Juli) 1866 bei Vigolo
(Gefechtsort in Val Sorda in Welschtirol) von der I. Scharfschützen Companie
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Innsbruck-Sonnenburg: Alois Zimmeter Hauptmann, Joh. v. A tlm air Ober
lieutenant, Peter Schmittner Oberjäger mit Frau und Schwägerin, Joh. Pedit,
Führer ect. Näheres, die vorstehende Eintragung betreffend, in der 1867
erschienenen Schrift „Erlebnisse der 1. freiwilligen Scharf-Schützen-Kompanie
Innsbruck-Sonnenburg — 1866“ Al. Zimmeter, Rechnungsrat, war bei Vigolo
durch eine Kugel am rechten Arm verwundet worden. Nach seiner Verwundung
übernahm Oberl. J. v. Attlmayr, Gutsbesitzer in Innsbruck, das Kom panie
kommando. Der Oberjäger P. Schmittner aus Innsbruck und der Führer J.
Pedit, Bauer aus Lans, standen im 3. Zug.
65. August, 4.: Paul M oralt kgl. Hofmusikus — München
Franz Fromm kgl. Hofmusikus — München
Dr. Hermann Zschokke, k. k. H ofcaplan und Univ. Prof. — Wien
J . v. Hörmann pens. B. Sekretär — Innsbruck
Johann Zipfelm ayer — Jerurasalem (Scherzeintragung?)
Fr. Friedrich S. J. — Innsbruck
H urter Prof. — Innsbruck
Dr. Franz X av . Friedrich, geb. zu Werxhausen (Hannover), war seit 1866
Extraordinarius für Philos. Vorbereitungswissenschaften an der theolog. Fakul
tät; ging später nach Exaeten in H olland und starb 1884.
Dr. H ugo Hurter S. J., geb. Schaffhausen, war seit 1858 Ordinarius für D ogm a
tik. Er besuchte auch am 7. August 1871 Heiligwasser.
66. August: Prof. Dr. L. P f aff — Innsbruck
Antonie P f aff
Dr. Leopold Pfaff, geb. H erm annstadt in Siebenbürgen, war seit 1869 Ordinarius
für Römisches und österreichisches Civilrecht und übersiedelte später nach Wien.
67. September, 27.: Ferdinand von H aray — Erlau, Ungarn, Ehrendomherr,
M ilitärpfarrer
68. Oktober, 3.: Le comte Henri Desenffans d ’Avernas, Zuave Pontifical — Graz
69. Oktober, 4.: Carl Adam — Innsbruck
Kaufm ann K arl Adam, geb. 1821 Innsbruck — gest. 1898 ebd., war von 1861
bis 1864 der 1. konstitutionelle Bürgermeister der Stadt. Er wurde 1877 zum
Ehrenbürger ernannt.
70. Oktober, 10.: A(chilles) Thommen — Wien
Leiter des Brennerbahn-Baues, nach dem die Thommenstraße in Innsbruck
benannt ist. Sein Sohn, ein bekannter Schweizer Historiker, war Univ.-Prof. in
Basel.
1871
71. März, 21.: Der deutsch-französische Krieg findet in sechs Eintragungen seinen
Niederschlag:
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1. C arl Gey stud. theol. — Elberfeld, Rheinpreußen
„V ivat, crescat, floreat Papa Pius IX .,
simul cum imperatore Germaniae in spe
mox ad fidem catholicam converso .“
2. „M ort aux Prussiens! N on jam ais en France, jam ais Bismark ne regnera.
Ant. Syda-Guebersch (wir), Alsace-France — darunter von anderer H and:
Deutsch-Elsass
3. „Q ue plutot Syda regne en France
Et bien mieux Von tro sera — Paul Schieffer,
baron (d ’apres Vhotesse de Heilig-Wasser) au fond
simple alsacien-francais comme ms. Syd a.“
(Das heißt etwa: „Eher regiert Syda in Frankreich, und dies würde auch viel
besser sein — P. Schieffer Baron (nach der Bewirtung von Heiligwasser) in
Wirklichkeit ein einfacher französischer Elsässer wie H err Syd a.“ )
4. H aec scripsit Alsaticus! ( = dies schrieb ein Elsässer)
5. Dies schrieb ein Neu-Preusse
6. „N o s illustrissimi Oenipontanae theologicae facultatis doctores una cum
A lsatiae consenserunt — quibus quo minus Bismark eo magis Guebschwyriensis
Sydae placuit — Namenlose Doctores! “
72. Mai, 23.: Demenico Ma. Bondazzi — Ravenna
Sott’uffiziale ne’ Zuavi Pontifici — V iva Pio IX ., Pontifice e Re.
73. Juli, 8.: Josef Reisinger, Opernsänger — München
74. August, 7.: Th. Korbalin ev.-luth. Pfarrer mit Frau — A ltdorf bei Nürnberg
„W er die Bergspitze besteigen will, der nehme nicht zwei, sondern drei oder vier
Flaschen Wein und tüchtig Proviant m it.“
75. Oktober, 15. (Kirchtag): Wilmanns (Prof.) — Innsbruck
Prof. Geyer samt Frau (wie 13. Juni 1861!)
Dr. August Wilmanns, geb. zu Bremen, habilitierte sich in Freiburg i. Br. und
w ar seit 1871 Ordinarius für klassische Philologie; er starb 1885
76. Oktober, 17.: Enrico Ratti, studente di Teologia — Pojana di Gronfion
1872
77. August, 11.: Ludwig Bamberger, Künstler — Dresden und Prag
78. August, 13.: O (tto) Stolz — Innsbruck
Geb. zu H all, habilitierte sich O. Stolz in Wien für Mathematik und wurde
1872 Extra- und 1876 Ordinarius an der Universität Innsbruck. Er starb 1905.
Sein Sohn war der bekannte Tiroler H istoriker gleichen Namens.
Jo sef Jungm ann S. J. Prof. d. Theologie aus Innsbruck
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79. August, 30.: Dr. B. Jungmann, Prof. d. Theologie aus Löwen (Belgien)
Josef Jungm ann S. J ., Prof. d. Theologie aus Innsbruck
Josef Jungmann, geb. zu Münster in Westfalen, war seit 1858 Ordinarius für
Katechetik und Beredsamkeit an der Innsbrucker Universität. Er starb 1885.
Beide weilten am 20. August 1874 wieder in Heiligwasser.
80. September, 6 .: M. J. Grisar, M aria und Justina Grisar, alle aus Coblenz.
Vermutlich Verwandte des Kirchenhistorikers Prof. Dr. H artm ann Grisar (siehe
N r. 35).
81. September, 10.: L. Weizenhofer, Dom prediger und D om vikar aus Eichstätt
1873
82. Juni, 7.: P. Willibald H authaler O. S. B. von St. Peter in Salzburg d. z. Innsbruck
Der bekannte Abt von St. Peter in Salzburg (seit 1901) und Herausgeber des
Salzburger Urkundenbuches (geb. Heimbach 1843, gest. Salzburg 1922). H au
thaler weilte am 7. Juli 1874 als „Lehram tscandidat in Innsbruck von St. Peter
in Salzburg“ wieder in Heiligwasser. Er studierte von 1872 bis 1874 in Inns
bruck Geschichte. (Näheres im österr. Biogr. Lexikon.)
83. August, 19.: Dr. M. H oerfarter — Decan in Kufstein
H oerfarter (geb. zu Kössen 1817, gest. zu Kufstein 1896) war Prof. der Theo
logie in Salzburg und dann Dekan in Kufstein. Um das Schulwesen hochverdient,
errichtete er z. B. 1870 den 1. Kindergarten in Tirol. (Näheres im österr.
Biogr. Lexikon.)
84. September, 13.: V al(entin) Hintner — Wien
Wohl wie N r. 98 vom 9. August 1875
85. Oktober, 19.: Dr. C arl Domanig — Innsbruck
Kunst- und Literarhistoriker sowie Schriftsteller, geb. zu Sterzing 1851, unter
richtete u. a. 21 Mitglieder des österr. Kaiserhauses und wurde dann Beamter im
kais. Münz- und Medaillenkabinett, schließlich Direktor des kunsthistorischen
Hofmuseums in Wien. Er starb 1913 im Überetsch.
86. November, 12.— 13.: Otto Baron von Brauthen (?) — Paderborn, Westfalen
Gf. Robert N ostitz (S. J .) — Prag
Gf. Joseph Herberstein — Innsbruck
Dr. Frh. v. Brenken — Paderborn
Gf. A dalbert Schönborn aus Böhmen — Innsbruck
Gf. Franz Schönborn, Priester der Erzdiöz. Prag — Innsbruck
Dieser Letztgenannte wurde Fürst-Erzbischof von Prag, inthronisiert am
15. August 1885. Er weilte mehrmals in Heiligwasser, so wohl schon am 3. Juni
1873 „F . Schönborn“ , dann 16. Februar 1874 „M on. Gf. Franz Schönborn,
Priester — P rag“ , und am 1. Juni 1874.
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1874
87. August, 8.: Ritter von Burlo, k. k. FM L ( = Feldmarschalleutnant) — Innsbruck
Anton R. v. Burlo-Ehrwall — geb. 1791, gest. 1880 — w ar Ehrenbürger von
Innsbruck und Patrizier von Triest. Bei seinem Leichenzug — er ruht im alten
Pradler M ilitärfriedhof — ritt hinter dem Leichenwagen ein Reiter in voller
mittelalterlicher Rüstung, die der Amraser Waffensammlung entlehnt war.
88. August, 21.: K. Brigl cand. med. — Girlan
Josef Brigl, Güterbesitzer — Girlan
89. September, 8.: G raf Eduard Taaffe, S. k. u. k. Maj. geb. R at und Statthalter
von Tirol und Vorarlberg
Ed. G raf Taaffe (geb. zu Wien 1833) war seit 1867 Statthalter in Oberöster
reich, seit 1871 von Tirol und Vorarlberg und seit Februar 1879 Minister des
Inneren. (Näheres bei Anton Bundsmann „D ie Landeschefs von Tirol . . .)
90. September, 9.: K arl von Sonklar, k. k. Gm ( = Generalmajor) — Innsbruck
K arl Sonklar Edler von Innstädten war M ilitärgeograph und gilt als Bahnbrecher
der modernen Alpenforschung (geb. 1815, gest. 1885). (Siehe Wurzbach Biograph.
Lexikon, Bd. 35.)
91. September: 14.: Rudolf Baur — Innsbruck
92. September, 17. und 19.: Prof. Dr. Anton Tschurtschenthaler — Innsbruck
Tschurtschenthaler, Edler v. Helmheim, geb. in Sexten im Pustertale, war
seit 1869 Ordinarius für Allgemeine Pathologie und Pharmakologie. Er ging
1886 in Pension.
1875
93. Februar, 17.: Jam es E. Znigley
Wurde am 24. Februar 1897 zum Bischof von Buffalo geweiht.
94. Juli, 1.: Josef Biederlack S. J . — Greven in Westfalen mit Verwandten
War Univ.-Prof. für Kirchenrecht und Moraltheologie an der Innsbrucker U ni
versität (1895 Ordinarius) und lehrte später an der Gregoriana in Rom. Weilte
auch am 3. August wieder in Heiligwasser.
95. Juli, 2.: Robert Schielin, Maler — München
96. Juli, 3.: Max Meggendorf er — München
97. Juli, 3.: Oswald Zingerle stud. phil. — Innsbruck
Wolfram Zingerle stud. phil. — Wilten
mit Purner Christian, Theolog — Mülolau und Joh. Hueber stud. jur. —
Innsbruck
W olfram und Oswald Zingerle waren die Söhne des berühmten Germanisten
und Sagensammlers Univ.-Prof. Dr. Ignaz Vinz. Zingerle. Wolfram (geb. zu
Innsbruck 1854, gest. ebendort 1913) war Univ.-Prof. für Rom anistik und
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Ober-Bibliothekar an der Universitätsbibliothek Innsbruck. Oswald (geb. zu
Innsbruck 1855, gest. ebendort 1927) war Univ.-Prof. für Germanistik in
Czernowitz und Graz.
98. August, 9.: Prof. Dr. Valentin Hintner — Wien
Schulmann und Philologe — geb. 1843 zu St. Veit in Defereggen, gest. 1923 zu
Mayrhofen — studiert in Innsbruck und Wien und wird dann Gym nasial
professor in Innsbruck, Czernowitz und Wien. Hintner verfaßte Lehrbücher der
griechischen Sprache. (Näheres im österr. Biograph. Lexikon.)
99. August, 13.: Prof. Dr. G(ustav) Bickell — Innsbruck
Weltpriester, geb. zu Cassel, lehrte seit 1874 christliche Archäologie und semitische
Sprachen an der Innsbrucker theologischen Fakultät und ging später nach Wien.
100. September, 6.: Georg V. Weber, Domkapellmeister — Mainz
H eilig w asser um 1 8 5 0
Nach einem Stich aus einer bei Unterberger erschienenen Serie
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D as älteste Inventar der W allfahrtskirche H eiligw asser
Dr. Fritz S t e i n e g g e r
Der weit über die Grenzen Tirols hinaus bekannte und seit mehr als dreihundert
Jahren stark besuchte M arien-W allfahrtsort Heiligwasser (Patrozinium : M aria Schnee,
5. August) hieß ursprünglich, wie aus dem Protokoll des Ruralkapitels zu Matrei vom
Jahre 1652 hervorgeht, das Marienbild im Wald bei der Taxen. Aber schon bald
nach der feierlichen Einweihung der gemauerten W allfahrtskapelle (19. Oktober 1665) 1
wird dafür der Nam e „Unser Lieben Frauen-Kapelle im Igler Wald bei dem Prindl“
gebraucht, welche Bezeichnung uns auch das älteste erhaltene Kapelleninventar belegt.
Erst später bürgerte sich dann der heute noch geltende Nam e „H eiligw asser“ ein.
Der malerisch auf halbem Weg zum Patscherkofel gelegene W allfahrtsort, von dem
der fromme Pilger und der rasthaltende Tourist eine herrliche Aussicht auf die im Tal
ausgebreitete Olym piastadt Innsbruck und auf die im Norden sich gewaltig erhebende
Nordkette genießen können, ist der 1249 erstmals urkundlich erwähnten Pfarre Patsch
inkorporiert, die ab dem Jahre 1259 dem Prämonstratenser-Chorherrenstift Wilten
gehört, seit 1894 bei Igls. Gegenwärtig besorgt dort die Gottesdienste und Gebetsan
dachten der Wiltener Chorherr Markus Plunser als Excurrens vom Stifte Wilten aus.
Im Stiftsarchiv Wilten liegt in der Lade 48 neben einer großen Zahl an O riginal
urkunden, Akten, chronikartigen, handschriftlich aufgezeichneten und gedruckten Berich
ten über die Entstehung der wundertätigen Gebetsstätte, liturgischen Erbauungs- und
Gebetsbüchern, Bildern und einem Messenstiftungsbuch das älteste Inventar von H eilig
wasser verwahrt, das der erste K aplan daselbst, der Chorherr Bartholom äu Geyr, und
der Wiltener Hofrichter Johann Payr am 21. Juli 1670 verfaßten.
Der erste K aplan von Heiligwasser, Johann Geyr, wurde am 4. April 1632 als Sohn
des Michael Geyr in H ötting geboren, trat 1652 in das Kloster Wilten und nahm den
Ordensnamen Bartholomäus an, legte 1653 die feierliche Profeß ab, wirkte 1659 und
1675 als K urat in Hötting. Die Stelle eines Subpriors bekleidete er von 1660 bis
1676, der Pfarre Ampaß stand er von 1680 bis 1696 und von 1698 bis 1706 vor. Er
stirbt als Senior am 30. März 1719 im Stifte Wilten. Sein Taufpate war der wohl
habende Bauer Johann Fritz von H art bei Kranebitten 2.
Der ungekürzte, wörtliche Abdruck dieses Inventars, ein Papierlibell im Quartform at
(21 mal 16,8 cm Höhe mal Breite), 30 Seiten umfassend, foliiert, Signatur Lade 48 D
Nr. 1, ist schon deshalb gerechtfertigt, weil die genaue Verzeichnung und gegenständliche
Beschreibung des damals bereits vorhanden gewesenen Paramentenschatzes, des Gold-
und Silbergeschmeides, der Meßkelche und anderen Kultgegenständen, der Kapellen
inneneinrichtung, der hinterlegten Votivgaben und des Mobilars des ebenfalls schon
1 G. T in khauser — R app, Topographisch-historisch-statistische Beschreibung der D iözese Brixen, Bd. 2.,
Brixen 1879, S. 319—320. Anton M. Pichler —W ilhelm Böhm, Wege zu H offnung und Gnade, Wien 1953,
S. 116.
2 P farre H ötting, Taufbuch 1632, fol. 49, Stiftsarchiv W ilten, Diarium , und Sigh ard W immer, Chronologi
sches Verzeichnis der M itglieder des P räm o n straten serstiftes W ilten, H andschrift, S, 34.
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erbauten Mesnerhauses kultur- und kunstgeschichtlich interessant ist. Die reichhaltige
Innenausstattung der bescheidenen, barocken Gnadenkapelle, allein das Vorhandensein
von 15 kunstvoll gearbeiteten Meßkleidern, 14 Antipendien, 25 Gewändern für Christus
statuen und Mariafiguren, reich bestickt und mit Perlen besetzt, 5 Kelche, Silber ver
goldet, 46 verschiedenartige kostbare Schmuckstücke (Votivgaben), 24 Rosenkränze,
darunter 3 aus Kristall, und etlicher kostbarer Heiligen- und Marienbilder sowie sonsti
ger Kirchenzierate bezeugen, daß Heiligwasser von Anbeginn an eine unerhörte An
ziehungskraft für das gläubige Volk besaß. Und so pilgerten Reiche und Arme mit
ihren Sorgen und Anliegen zum stillen Ort der wundersamen Gebetserhörungen und
flehten die Gottesmutter um ihre H ilfe und Fürsprache an. Leider werden im
Inventar überhaupt keine Preisangaben über den materiellen Wert des Kirchengutes
gemacht, der gewiß beträchtlich gewesen sein mußte. Mit dem Mesnerhaus war gleich
zeitig ein Gastgewerberecht verbunden, damit an die von weiter her kommenden
Kirchfahrern Getränke und Speisen verabfolgt werden konnten.
Unter den ersten W allfahrern finden wir keine geringeren als den vorletzten in
Tirol residierenden Landesfürsten Erzherzog Ferdinand K arl ( f 1662), der der Kapelle
zu Heiligwasser zwei damastene Antipendien mit dem aufgestickten erzherzoglichen
Wappen geschenkt hatte. Je einen Meßkelch mit Patene stifteten der Baron von Taxis
und Christoph Friedrich von Freising ( t 1661) :5, der in der St.-Anna-Kapelle der
Stiftskirche Wilten seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Wohl eine seltene Votivgabe
in Tirol stellt eine rot-damastene Trompeterfahne, mit Jahrzahl 1662 darauf, dar, die
samt seinem türkischen Rock vom Hauptmann J. B. Cässari aus Dankbarkeit für die
gesunde Heimkehr aus den Türkenkriegen verehrt wurde.
Zur allgemeinen besseren Verständlichkeit wurde bei vorliegender Edition die
moderne Großschreibung eingeführt, die unnotwendigen Konsonanten- und V okal
häufungen beseitigt (z. B. statt ,,ckh“ ,,ck“ , unnd = und, dt d oder t usw. geschrieben)
und Ergänzungen und Worterklärungen sofort an der betreffenden Stelle in runde
Klammern gesetzt. Das jedem Einzelstück Vorgesetzte „ain “ wurde ausgelassen.
1670
Inventäry das Gottshaus oder W ahlfahrt hei Unser Liehen Frauen in Yglerperg
anbetreffend
Actum den ainundzwainzigisten T ag Monats Ju ly anno sechzechenhundertsibenzig.
Vor dem wolehrwirdig in Gott gaistlichen Herrn Bartolomeo Geyr, Subprior und
Conventualen des lobwirdigen uralten Gottshauß und Herrnclosters Wiltau und dem
ehrnvesten weisen Herrn Johann Payrn, Hofrichter und Gerichtschreiber alda, seind
demnach all und jede Kirchenzierden Unser Lieben Frauen-Capellen im Yglerw aldt,
bei dem Prindl ( = Brünnlein) genannt, widerumben durchsöchen und neben denjenigen,
so unzthero darzue komen, ordenlichen beschriben und den iezigen Mesner daselbs
Georg öberle eingehendiget worden, so er auch zu seinen künftigen Abdrit widerumben
in natura zu stöllen hat.
3 H ans Bruner, A delsgeschlechter und berühm te Bürger in Wilten, Tiroler Heimatbücher, Bd. 2, Inn s
bruck 1926, S. 144.
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Folgt darauf die Beschreibung.
Messgew'änter (abgekürzt „M “ )
Rotsametes M. mit ainer gülden ( = goldenen) Porten und mit silbernen Galonen
(Silberborten) dopplt verprämbt. M. von rotem Wurschet (halbseidenem Zeug) mit ainen
alten gestickten Creiz und weiß Seidenfransen und dergleichen Spiglen ausgenäet. M. von
plab (blauem) und grienen Damaschg (Dam ast), von rot und weissen Seidenfranslen
und Porten ausgemacht. M. von weiß gewässerten Schamlot (ein Seidenstoff) mit
grienen Pertlan (Borten) und Franslen ausgemacht. M. mit pluembten Legatur (Tressen,
unechte Gold- und Silberborten) von falsch gülden Spizen und Pertlan ausgemacht.
Schwarz glattsamates M. mit ainen weiß atlasnen Strich und guet silberen Galonen
ausgemacht. M. von schwarz und weissen Legatur mit falsch gülden Porten ausgemacht.
Waiss(e)s tamaschgenes M. mit ainen roten cappazolen Strich und leonischen (unechten)
Gold prämbt. Plumberanfarbs (mattblaues) Dobins (Tabin, Tobin, gewässerter T aft)
dito mit weiß atlassen Strich und gülden Porten verprämbt. Grien samates M. mit
königsfarb dobinen Strich und Silber verprämbt. Dito von rot und weisser Legatur mit
falsch gülden Porten verprämbt. Rot gewassert tafetes (taftenes) dito mit falsch sil
bernen Porten. M. von falschen Silberstuck mit plaben Strichen und Seidenporten ver
prämbt. Ain dito von rot und schwarzen Parchet (Barchant, Barchent) mit ainen dunck-
len plumberanfarben Strich. Und noch ain dito von grien und schwarzen Parchet und
dunckl plumberanfarben Strich.
Antipendia (gekürzt „ A “ )
R ot tamaschges A. (Vorhangtuch) mit iro erzfürstlichen Durchleuchtigkeit etc. Ferdi
nand Carl seligisten Wappen. Grien tamaschges A. mit obigen Wappen. A. von weiss
Legatur aussen herumb mit rot Cappezolan Strich und Spizen von Leibfarb (Fleischfarbe)
und gelber Seiden doppelt verprämbt. A. von grien und plaben Tamasch (Dam ast),
die Porten von rot und weisser Seiden. A. von roten C appizol und mit gelben Pliemblen
und Porten von rot und gelber Seiden ausgemacht. A. von neckerfarben Muschet
(Seidenstoffart) mit weis Seidenspizen verprämbt. A. mit vergulten truckten Leder
darauf Unser Frauen Pildnuß. Schwarz glat samates A. mit einen weiß
atlasen Strich und silbernen Galonen verprämbt. A. mit pollnischer truckhter Lainw at
(Leinwand) auf baiden Seiten mit rot cardissen (Kardiß, Zeug aus Schafwolle) Strichen.
A. von roter Lagtur mit falsch silberen Spizen. A. von plaben Tafet. Plumberan-
farbes dito von Dobin mit guet gülden Porten verprämbt. A. von naglpraun Silberstuck
mit ainen romänischen (romanischen) Strich und grossen guet gülden Spizen verprämbt.
A. von weiß gemalner Leinwat. Ain rot tamaschgener Trompeterfahn, darauf die
Jahrzahl 1662 (Darunter von der H and des Stiftsarchivars M aximilian Gärtner
(1867— 1877; Kurzbiographie über ihn bei Fritz Steinegger, D as Stiftsarchiv Wilten,
seine Bestände und deren Auswertung, Tiroler Heim at X V II, 1953, Innsbruck 1954,
S. 84, Anmerkung 25) folgender dreizeiliger Nachtrag eingefügt:
N B : siehe Kirchenraitung vom Jahre 1682— 1687: Als Tropheen aus dem Türken
kriege samt 1 tirggischen Rock anher verehrt durch Hauptmann j. B. Cässari.)
21
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Christi und Unser Frauen Röek (abgekürzt ,,R “ )
Reckl fir Unser Lieben Frauen ( = U. L. Fr.) von leibfarben Dobm mit schmalen guet
silbernen Galonen verprämbt. R. fir Unser Frauen von leibfarben Silberstuck und guet
silbernen Spizlen verprämbt. R. aus roten Cardiß fir Ecce Homo mit plab Seidenspizen.
Rot. seidenes R. für U. L. Fr. sambt den Kindtsreckl mit schwarz Seidenspizen. R. fir U.
L. Fr. von rot D oppldaffet mit silberen Galonen verprämt. Feilpraunes R. fir U. L. Fr.
und das Kind mit silberen Galonen doppelt verprämbt Carmesines (hochrotes) R. fir
U. L. Fr. und das Kind mit silberen Spizen dopplt verprämbt. Schwarz tafetes R. fir
U. L. Fr. und das Kind mit gülden Spizen verprämbt. R ot atlasses R. mit Silbergalo-
nen fir das Kind. Pluembtes croggotillens (krokodilgemustertes) R. fir Unser Frau und
das Kind. Dito von plumberan Farben Dobin mit Gold verprämbt und ain weißen
Strich sambt dergleichen Kindsreckl. Dito von plumber (mattblauer) Farben Cappizol
sambt den Kindsreckl mit silbernen Spizen. Dunckl goldfarbes und des Kinds mit
silbernen Porten. Goldstückes R. mit gülden Porten, das Kindsreckl von Plursch (Plüsch)
mit dergleichen Porten. Purpurfarbes Dafetr. fir U. L. Fr. und das Kind mit silbernen
Pertlen. Goldtstuckes R. mit gülden Spizen, das Kindsreckl mit noch gressern dergleichen
Spizen. R. von falschen Silber und ain solches Kinds dito mit gueten Silber verprämt.
Pluembtes franzesisches R. sambt des Kinds mit gueten gülden Pertlen. Weiß legaturs
dito sambt des Kinds mit grien Spizen. Weiß atles dito und des Kindts mit gülden
Spizen. Ain grien Dafetes dito sambt des Km ds mit silbernen Pertlen. Schamlotes dito
unnd des Kinds mit Silber prämbt und Rosetlen (Rosetten, kleine Rosen) gestickt.
Reyrfarbes R. fir U. L. Fr. mit falsch Silber vergulten Spizen. Kindsr. mit örblen
(Ärmel) von roten C appizol und silbernen Pertlen. Vier Ziborirecklen.
Gold und Silbergesehmeid
Silbervergulter Kelch sambt der Paten von iro Gnaden Herrn Baron von
Taxis, wegt 25V2 Lot. Anderer silbervergulter Kelch sambt der Paten, fast in voriger
Gresse. Silbervergultes Cibory von Herrn von Freysing etc., beyleiffig bey 14 Loth.
Von gueten Gold und Perlen gemachte U. L. Fr. Cron, wie auch desgleichen fir das
Cristkindl mit gülden Reslen und Medeyen (Gehänge). Silberen in- und auswendig ver-
gultes Speispicherle (Speisekelch). Schwarz samete Huetschnur, darauf 23 güldene
Reslen, wegen drey fast auf ainen Tucaten. Silbervergultes Ringl mit ainen Boehmisch.
Silbervergultes Ringl mit ainen Malchit (Malachit, ein grünes Kupfererz). Silberver
gultes Ringl mit ainen Granatstaindl. Guides Ringl mit ainen geschmelzten Resl.
Peyrischer Mächlring (Ehering) mit vier Staindlen. Guides schwarz geschmelztes
Ringl mit ainen gueten Robin (Rubin, roter Edelstein). (Mit . . . bis Robin wieder
getilgt.) Guides weiß geschmelztes Ringl mit ainen gueten Robin. Guides Ringl mit
ainen Sovierstaindl (Saphir). Alts silbernes Ringl. Silbervergulter Paurnpreitring
(Hochzeitsring). Zway güldene Ringlen mit Diemuet-Staindlen (Diamantsteinen). K u r
zes Halßketl von silbernen T radt (Draht) fir U. L. Fr. Halß. Vergulter Creizsechser
(Münze) mit ainen Ringl darinnen. Silbervergulter Pfening aines halben Taler groß.
Alts silbernes Hals-Agnus-Dei (rundes oder ovales Plättchen, das auf einer Seite das
Lamm mit der Kreuzesfahne trägt) daran unten kain Schreifl. Guet güldene mit gueten
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Staindlen versezte Medeya in Gestalt aines Schefflains (Schäflein, Lamm) wegt bey-
leifig acht Cronen. Zway silberne mit Staindlen und gueten Perlen besetzte Armpand-
lein (Armband). Silbernes spanisches Creiz mit Malchitstaindlen, hergeschenckt anno
1669 tcn. Peten (Rosenkranz) von Amera mit ainen gülden geschmelzten Creiz und nein
Reslen, dann alle Grallen mit clenern gülden Reslen unterschiden und velliger T rat von
Gold von der erzfürstlichen Priwesin verehrt. Mit Gold und clainen Robinstaindlen
eingefasstes geschmelztes Agnus-Dei mit ainen daran hangenden gueten Perl. Guides
Ringl mit zwayen Händen und schlechten glesern Staindl. Dergleichen Ringl mit ainen
halbspizigen Diemuet. Guides geschmelztes dito ohne Stain. Guides Ringl mit siben
Robinstainlen versezt. G ar clains guldes Kinds dito. Guides Schlangen dito mit ainen
Diemuet und Robin. Solches Ringl mit darauf geschmelzten Angesicht Christi. Medeye
von clainen gülden plab geschmelzten H erzl. Dergleichen dito und darauf U. L. Fr.
Pildnuß und ain Robin. Finnfzig guete Perlen, daran ain claine Medeya und ain
Robin. Zwey silber und vergulte Armbpennter sambt ainer Medeya und drey claine
Perlen mit plaben gemainen Staindlen. Silberes Creiz mit dergleichen gemainen
plaben Staindlen versezt. Clain plab geschmelzte Medeya im Formb aines H erz mit
ainen Robinl und clainen Perlen. Silberen vergulter Pfening darauf die Pildnuß Unsers
lieben Herrn und das Osterlämpl. Par silberne Leichterlen bei sechß Gulden wert.
Geschmelztes Agnus-Dei mit clain Perlen eingefast und ain etwas gressers daran.
Clains silbernes Petencreizl. Guides Resl mit ainen Perl. Silberner Petenpfening.
Corporaltaschen
(Meßtuchtaschen, Bursae, gesteifte Taschen zur Aufnahme der quadrat förmigen
geweihten Linnentücher, auf denen in- und außer der heiligen Messe der sakramen
tale Leib Christi, ebenso Kelche und Ziborien ruhen). Corporaltaschen von rot und
goldfarben Cappizol mit silberen Galonen ausgemacht. Corporaltaschen von weiß
pluembten Tropzall und grien Tamaschg mit silberen Pertlen. Corporaltaschen von
schwarz Seiden und weissen Atlaß mit silberen Pertlen ausgemacht. Ain dergleichen
Taschen von roten Atlaß mit gülden Pertlen. N aglpraun Silberstuck mit ainen gülden
Creiz dergleichen Spiz. Plumberanfarber Dobin mit gülden Porten.
Altarkiss
A ltarkiss von plumberanfarben Atlaß. Schwarz parchetes Altarkiss. Alts Kiss von
unterschidlichen Farben mit ainen rot Cardissanpoden (Zeug aus Schafwolle). Derglei
chen Kiss von weissen Atlaß mit güldenen Parten und vier güldene Knöpf.
Velamina
(Seidentücher in den Farben der Meßgewänder, mit denen bei der Feier der heiligen
Messe der Kelch bis zur Opferung zudeckt ist) oder
Kelchtiechlen (abgekürzt „ K t “ )
Kt. von grien Docken (Geflecht von schmalen Streifen aus dünnem Gold- oder Silber
blatt, die mit Seidenfäden durchzogen sind, Seidenstickerei) und grien Seidenspizen.
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Kt. von feilplaben (veilchenblauen) Cappizol und falsch silbernen Spizen. Kt. von
feilplaben Tamaschg und leibfarben Spizen. Kt. von Capizol mit unterschidlichen
Pluemben und guet silberen Spizen. Vierunddreissig Ktn. von schwarzer Arbeit. Rot
tamaschges Kelchtiechl mit clainen guet silbernen Galonen. Leibfarbes capizoles Kt.
mit falch silbernen Spizlen. Schlaires Kt. mit roten Zenndl unterfietert. Weiss(e)s Kt.
mit falsch silbernen Spizen. Rot tamaschges dito mit falsch silberen Spizen. Weisses
dopplt Tafetes mit gülden Spizen. Dockens mit falsch gülden Spizen. Atlas von
allerhand Farmb mit guet silberen und güldenen Spizen. Dergleichen dito mit falsch
silberen Spizen. Atleß von allerhand Farmb mit falschen Spizen. Königsfarbes mit
falschen silberen Spizen. Atleß mit allerhand Farmb und guet silberen Spizen, rot
unterfietert. Plumberanfarbes capizoles Kelchtiechl mit leibfarben Spizlen. Und ain gelb
capizols mit frien Spizlen.
Albm (Alben), Humeral (Schultertuch), Girtl (Cingulum)
Siben Albm von Haußleinwat sambt den Humeral und Girtlen.
Y berlegen
A indlif Yberlegen von Haußleinwat mit Spizen. Corporal, Purificatori (Kelch-
reinigungstüchlein) unnd Substratioritiechlen (Kommuniontüchlein). Vier Corporal von
Leinwat. Zwelf Stainlen auf den Kelch geherig. Zwelf Purificatoritiechlen. Zwainzig
Substratoritiechlen, so unterschidlich ausgenäet. Zwelf Tiechlen zum Opferkändelein
geherig.
Von Unterschidlichen Leinwat, Schlayr und Spizen
Korrock von Haußleinwat mit Spiz und Pertlen ausgemacht. Zway lange schmale
Speistiecher von H außlainw at mit Fransen. Vier Handsw allen von unterschidlicher
Arbait. Plab leinwater Schlayr mit falsch silbernen Spizen. Und ain Viertl Ellen
geklecklte große Spiz. Waiß viereggeter Schlayr mit Seiden ausgenäet. Weisser schmaler
Schlayr mit Leinwatenspizen. Feilplabes Hospenter. Neuer und ain alter Töppich.
Weiss leinwater Stauchen mit ainen gülden Strich. Weisser Zendl (Taftsorte) fir U. L.
Fr. Plaber Stauchen (Kopftuch, Schleier) fir U. L. Fr. mit gülden Spizen. Zway
schwarze und zw ay weisse Pareth (Barett, Kopfbedeckung des Priesters). Winntl
(Windel) mit ainen Strif Medele. Yberspang (Überspann) von roten Zendl. Plab
cardissaner Rock zum Altardienen. Zway Firhenglen bei Unser Frauen Pild von leib
farben Tafet mit silbernen Spizlen. Schwarz darnaschges Firtuech mit groß schwarzen
Spizen.
Unterschidliche Petten
Rot corallener Peten mit ainen silberen Creiz und Crucefix, daran ain hilzes
(hölzernes) mit Silber eingefastes Creizl, dann ain silberner Pfennig und sechß silberne
Untermärchlen (Unterteilungen). Mer ain rot corallener Peten mit ainen silber spani
schen Creizl, auch ain clainen silbernen Pfening und zwelf silberne Untermärchlen.
Rosenkranz von Permueter (Perlmutter) und schwarzpainen Agnus-Dei. Agstainener
(bernsteinerne) Peten mit ainen silber spänischen Creizl und ain Pfening, auch an
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silbernen T rat angefast. Cristalener Peten mit sechß silbervergulten Untermärchlen und
ain silbervergulter Pfening. Psalter (Rosenkranz) von Permueter mit ainen von Silber
aingefasten Agnus-Dei, auch silbervergulten Pfening und silbernen Trat. Weiss cristal-
lener Petern mit sechß silbernen Vater unser und amen silber eingefastes H erz. Sechß
gleserene Rosenkrenz. Groß cristallener Rosenkranz. Gipsener Rosenkranz. Rosenkranz
von Alabaster. Zwen alte cristallene Rosenkrenz. R ot corallener Psalter mit sechzechen
silbernen Aichlen und ain Namen Jesus. Rosenkranz von rossen Nägelen. Anderer
alabastener Rosenkranz. Claines rotes Petl mit drey silbernen Pfeninglen. Rosenkranz
von Permueter mit messingen Untermärchlen.
Unterschidliche Taflen, Puschen, Pilder, Krenz, Cronen
T afl auf K upfer gemalen, darinnen die Heiligen Drey Königen mit dopplten Romen
(Rahmen), so mit geschlagnen Silber yberzogen, mit Zieräden und vier falschen
Stainen geziert. Drey Pildlen von Alabaster U. L. Fr., St. Johannes unnd St. Anthoni.
Etlich claine eingefaste Agnus-Dei. Zwo grosse runde eingefasste Agnus-Dei. Drei
Hochzeitkrenz, ainer mit clainen Nussperlen. Unterschidliche permentene (pergamentene)
eingefaste Pilder. Sechß gleserne Cronen fir U. L. Fr. irrt Tabernackl. Ybersilberts
Tafele U. L. Fr., schwarz aingefast. Tafele, darauf Unser Frauen Heimsuechung mit
vergulten Räm bl (Rahmen). Par clenere und ain paar gressere haußplaterne Pischlen.
Vier Altarcrucefix. Ain par schwarze Täfelen mit Fiessen (Füßen), darinnen gestickte
H ältumer (Heiltümer, Reliquienschatz) mit Pleyweiß geziert. Ain par mitere Tafelen
ohne Fieß mit Hältumer. Ain par gar claine H ältum ertäfelen (Reliquientafeln).
Ain par claine und ain par etwas gressere Tafelen. Finf U. L. Fr. Pildlen aus H olz
geschnizlet. Ain Ecce Hom o und darzuegehöriges Unser Frauen Pildt aus H olz. Finf
beclaidte Jesuskindlein. Grosses H altum mit praunen H olz eingefaßt. Waxes (wächser
nes) Crucifix sambt M aria unnd Johannes darneben. Zw ay eingefaste Evangelia
S. Joannis. Teitsches Evangelipiechl. Ain Par Panndtofl. In rot Leder eingepundnes
Missal (Meßbuch). Grosses schwarz eingepundnes Missal. —- Schwarz Par hilzene
Leichter. Mer zw ay Totenmesspiechlen.
Von unterschidlichen Metal
Zines Speißpecherle. Zway Par zinnene Opferkändlen und ain Plädl. Zines Giessfaß
(Lavabokännchen) sambt den Pecket (Becken, Schüssel). Zway messinge Amplen.
Messings Wandlglöggl. Weißploches ölfläschl. Alte plechene Lutern (Laterne). Erzenes
sibenpfindiges Glöggl. Grösser und zway clenere Eisenleichter in der Kirchen steend.
Eisener Schlögl. Sandgätter. Staineisenkeil sambt zway Federn. Drey Eisenwelflen
(Werkzeug zum Steinspalten). Drey alte Pickl. Drey Schauflen. H au. Sechß zinnene
Altarleichter. Sechß messinge Leichter. Zw ay Körwisch.
In dem Mesnerhauß
Kupferner Sechtlkessl (Wäschekessel) und Feurhund (Herdeisen zum Auflegen der
Brände) darzue. Finf eisene Kochpfannen. Kupfernes Pfändl. Eisene Pradt- oder
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Dempfpfannen. Feurhund. Zway eisene Hengleichter sambt ainen Puzer. Finf zinene
Malschisslen (Eßschüsseln). Zwy zinene Salzpixlen. H alb Tuzet (Dutzend) metalene
Löffl. Nein Stubacher (Stubaier) Messer. Flalb Tuzet Gäbelen. Finfzechen hilzene
Täller. Finfzechen Tischsalvet (Servietten). Vier Tischtiecher. Drey werchene (aus Werg
hergestellte Leinwand) Stroseck. Unters Federpet sambt ainer groben Ziechen. Vier Kiss
mit harben (von rein gehecheltem Flachse) Ziechen. Werchens Par Leilacher. Zway
Speistiechlen. Pratrost. Zw ay Pratspieß. Schretpixen (Schrotbüchse) und ain neuer
Carbiner (Gewehr). Spansag und ain Zang. Zines halb unnd dergleichen ganz Frag-
genkandele. Grosses mit Stro yberzognes Glas von zechen Massen. Vier viereggete
Glöser, das ain mit ainem Schraufen. Zway Par Fueßeisen. Drey plöchene und etlich
kriegene Prantweingeschyrlen, so ain Fraggele oder dergleichen halten. Siben claine
Kreizer-Prantweingläslen. Alle kriegene Häfen, Krieg, Schissl, Pastetenhafen etc. Zway
grosse Petstaten. Drey grosse Tisch, davon der aine bei dem Wasser steet. Item am
Prantweintischl, auch ain Hengtisch. Calendertafl. Langer und ain kurzer Lainstul
(Lehnstuhl), zway lange Tischpenck. Krautprentl (Krautfaß, Bottich zum Einlegen,
Einmachen des Sauerkrautes). Zirbene Padwann. Helleparten.
Drey Hacken, drey Eisenkeil und ain Schlifstain (Schleifstein). Ohnegeverde, des zu
wahrem Urkhund seind diser Sachen halber zway gleichlautende Inventärlen aufgericht
und iedes dern besonders unter und mit voreingefierts Herrn Bartlmeen Geyrs aigner
Handschrif(t) verfert — und also das aine becref(t)igter dem Mesner, und das ander
zu ermelts Herrn Geyrs Händen zuegestellt und eingehendiget worden. Actum ut supra.
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