Heiligwasser-Besucher 1854 bis 1875 / Das älteste Inventar der Wallfahrtskirche Heiligwasser ============================================================================================ V E R Ö F F E N T L I C H U N G E N AUS D E M S T A D T A R C H I V I N N S B R U C K H e ra u sg e b e r: Karl S c h a d e lb a u e r Nr. 27 Heiligwasser-Besucher 1854 bis 1875 Von Dr. Karl Schadelbauer Das älteste Inventar der Wallfahrtskirche Heiligwasser Von Dr. Fritz Steinegger I N N S B R U C K 1964 IM S E L B S T V E R L A G DES S T A D T MA G I S T R AT E S V on d en V E R Ö F F E N T L I C H U N G E N AUS DEM S T A DT AR C H I V I N N S B R UC K sin dbereits erschienen: N r. 1 Innsbrucks stadtgeschichtliches Schrifttum bis zum Jah re 1950 (1. T e il: N r. 1— 2000) von W ilhelm Eppacher und K arl Schadelbauer. 1950. N r. 2 Innsbrucker U rkunden aus dem Stiftsarchiv W üten (1238— 1350) von K arl Schadelbauer. 1951. N r. 3 Die W ohltäter der L andeshauptstadt Innsbruck von W ilhelm Eppacher. 1951. N r. 4 Briefe aus Alt-Innsbruck (1461— 1873) von K arl Schadelbauer. 1952. N r. 5 Innsbrucker Geschichtsblätter (1. Folge) von K arl Schadelbauer. 1952. N r. 6 Verzeichnis der U rkunden des Stiftsarchivs W ilten von 1138— 1299 von K arl Schadel­ bauer. 1953. N r. 7 Innsbrucks stadtgeschichtliches Schrifttum bis zum Jah re 1950 (2. T e il: N r. 2001— 4770). 1953. N r. 8 Beiträge zur Innsbrucker Kirchengeschichte fü r Propst D r. Jo se f W eingartner. 1954. N r. 9 Lesebuch aus Innsbrucker Stadtgeschichtsquellen. 1955. N r. 10 Die gefälschten U rkunden des Bischofs R egin bert von Brixen für das K loster W ilten von D r. Fritz Steinegger. 1956. N r. 11 Innsbrucker Geschichtsblätter (2. Folge) 1956. N r. 12 D ie St.-Jakobs-K irche in Innsbruck im Lichte der Rechtsgeschichte von U niv.-Prof. D r. H . Lentze. N r. 13 Geschichte der Raum - und G renzbildung der Stadtgem einde Innsbruck von O tto Stolz. N r. 14 D ie Kleinstbände der „D ipau lian a“ — Ein Bücherverzeichnis (Band 1 bis 100) von K arl Schadelbauer. N r. 15 50 Jah re schulärztlicher D ienst in Volks- und Hauptschulen von Stadtphysikus D o k to r Leopold U nterrichter. N r. 16 D rei Befehlshefte des Innsbrucker Platzkom m andos vom Jah re 1809 von K arl Schadel­ bauer. N r. 17 D ie Kleinstbände der „D ipau lian a“ — Ein Bücherverzeichnis (Band 101 bis 200) von D r. K arl Schadelbauer. N r. 18 D as Stadtspital im Jah re 1839 — Die Beschreibung des Spitalsverw alters Fr. X . H on- stetter von D r. K arl Schadelbauer. N r. 19 D ie Berichte der „Innsbrucker Z eitun g“ von 1810 über das „D epartem ent der obern Etsch. N r. 20 D er Innsbrucker Bürgerm eister Felix R iccabona v. Reichenfels von Felix v. Gasteiger. N r. 21 Innsbrucker Ansichtskarten um 1900 von D r. K arl Schadelbauer. N r. 22 Am tliche Stim m ungsberichte 1850/51 und 1859/60. N r. 23 H erzog R u d olf IV . und Innsbruck 1363— 1365 von D r. K arl Schadelbauer. N r. 24 Leitfaden der Geschichte Innsbrucks von D r. K arl Schadelbauer. N r. 25 D ie Dreiheiligenkirche zu Innsbruck von D r. Fr. H . H ye-K erkdal. N r. 26 D ie Innsbrucker Inwohneraufnahmen von 1508 bis 1567 II. Reihe Innsbrucker Archivnotizen zur Geschichte der österreichischen Vorlande. N r. 1 Aus dem landesfürstlichen Kopialbuch von 1458. N r. 2 D ie Reise K aiser Ferdinands I. von Speyer nach Freiburg (1562) u. a. D r u c k : T y ro lia In n sbru ck 6002 64 V E R Ö F F E N T L I C H U N G E N AUS DEM S T ADT AR C HI V I N N S B R U C K Herausgeber: Karl Schadelbauer Nr. 27 Heiligwasser-Besucher 1854 bis 1875 Von Dr. K arl Sch adelbau er Das älteste Inventar der Wallfahrtskirche Heiligwasser Von Dr. Fritz Steinegger I N N S B R U C K 1964 IM S E L B S T V E R L A G DES S T A D T M A G I S T R A T E S i/ iW / f l- C -J, Sc U-V H eilig w asser um 1 7 5 0 H eiligw asserbesucher 1854 bis 1875 Die Wallfahrtskirche zum heiligen Wasser gehörte in der zweiten H älfte des 19. Jahrhunderts bereits zu den beliebtesten Ausflugsorten in der Umgebung Inns­ brucks. Nicht allein die Bewohner der Stadt begaben sich gerne dahin, sondern schon unglaublich viele Fremde aller Länder der Erde. Das 300jährige Jubiläum der Errichtung des Kirchleins bietet die geeignete Gelegenheit, einmal Rückschau zu hal­ ten auf jene Besucher, die uns das älteste erhaltene Gästebuch aus den Jahren 1854 bis 1875 bekannt macht. Zuerst in wenigen Sätzen die Entstehungsgeschichte der W allfahrt. Nach einer frommen Sage soll im Jahre 1651 ein Muttergottesbild in einer ärmlichen Kapelle aufgestellt worden sein. Fast gleichzeitig setzen aber auch die historischen Nach­ richten ein. Laut bischöflichem Visitationsprotokoll von 1656 hat der Pfarrer von Patsch, Augustin H olzer, vorgebracht, daß in einem Walde seines Pfarrbezirkes ein geschnitztes Marienbild, dessen H erkunft man nicht kenne, seit einigen Jahren von zahlreichen Wallfahrern besucht und verehrt werde. Schon der Vorgänger dieses Pfarrers hatte sich 1652 beschwert, daß viele, besonders junge Leute an Festtagen beim Bild im Walde bei der Taxen Zusammenkommen und dort auch während des Pfarrgottesdienstes verbleiben. So kam die W allfahrt von Jah r zu Jah r mehr in Aufschwung, was den Abt Dominikus von Wilten schließlich im Jahre 1662 bewog, für das Muttergottesbild ein ordentliches Kirchlein zu bauen. Dieses wurde am 19. Oktober 1665 von dem Brixner Weihbischof Jesse Perghofer eingeweiht. Dabei wurde an Stelle des ursprünglichen Gnadenbildes ein sehr altes aus dem Besitze des Stiftes Wilten aufgestellt. Besonders gefeiert werden seither die Feste M aria H eim ­ suchung am 2. Ju li und M aria Schnee am 5. August. Mit dem Zunehmen des Wanderns und Bergsteigens, in diesem Falle also mit der Besteigung des Patscherkofels, erfuhr auch der Besuch von Heiligwasser eine neue Belebung. Als sich gar gekrönte H äupter die Mühe nahmen, den Ausflugsort mit ihrer Anwesenheit zu beehren, nahm der Besucherstrom vorzüglich im Frühsommer und Frühherbst ganz beträchtlich zu. Am 14. Juni 1848 bestiegen Erzherzog Franz Josef, der im folgenden Dezember als Franz Josef I. Kaiser von Österreich wurde, und sein Bruder Erzherzog Ferdinand Maximilian, der spätere Kaiser M ax von Mexiko, den Patscherkofel, wobei sie in Heiligwasser nächtigten. Am 18. Juli 1848 machte Kaiser Ferdinand mit dem H erzog von Modena in drei Vierspännern einen Ausflug nach Heiligwasser. König Friedrich August von Sachsen begab sich am 1. August 1852 nach Heiligwasser und am 2. zum Patscherkofel. Zur Erinnerung an den Besuch Kaiser Franz Josefs 1. wurde vierzig Jahre später, am 15. Juni 1888, von der Sektion Innsbruck-Wilten des österreichischen Touristen-Clubs eine Gedenk­ tafel enthüllt. Die Teilnehmer an dieser Feier gingen um 5 Uhr früh vom Stift Wilten ab. Es regnete in Strömen, oberhalb Heiligwasser schneite es. Die Festrede hielt der Vereinsvorstand Dr. Pitra. 4 Die mehrmalige Anwesenheit so erlauchter Gäste dürfte der Anlaß gewesen sein, seit 1849 ein Gäste- oder Fremdenbuch zu führen, in das sich jeder Heiligwasser- besucher eintragen konnte. Im Jahre 1961 fanden sich am Dachboden des G ast­ hauses die alten Fremdenbücher wieder, die der Wiltener Stiftsherr P. Markus Plunser, der seit vielen Jahren den Gottesdienst in der Wallfahrtskirche besorgt, sorgsam in das Stift brachte, wo sie auch ausgebessert werden sollen. P. Markus ermöglichte dankenswerterweise die Durcharbeitung des ältesten dieser Bücher mit etwa 5000 Eintragungen für die vorliegende kleine Studie. Nicht allein die darin genannten prominenten Persönlichkeiten sind nämlich interessant, sondern auch weniger bekannte Namen geben orts- wie landeskundliche Hinweise, alle zusammen einen wertvollen Beitrag zur Geschichte des Innsbrucker Fremdenverkehrs. Die Eintragungen in das Buch, das auf der Außenseite den Titel „Fremdenbuch — 1849“ trägt, beginnen jetzt mit dem Monat Juli 1854 auf Seite 55. Die ersten 27 Blätter sind herausgerissen worden, ebenso fehlen die Seiten 82 bis 97 mit den Notizen vom 12. August 1856 bis zum 26. August 1857. Im Ju li 1854 schrieben sich 41 Personen ein, darunter 12 Berliner, 2 Engländer, 2 H olländer, 2 Australier und ein Amerikaner, im August 85 und im September 52 (darunter 12 Engländer). In den Wintermonaten kamen kaum Besucher nach Heiligwasser, im Jah r 1855 wurde das Buch erstmals am 24. Mai benützt. Für das Jah r 1860 liegen insgesamt 230 Namen vor, für 1861 sogar 347 und für 1862 etwas weniger, 300. Von den Besuchern waren selbstverständlich der Großteil Einheimische, besonders Studenten der Universität Innsbruck. Die theologische Fakultät war schon viel von reichsdeutschen Studenten frequentiert. Zahlreiche Namen vorzüglich ausländischer Gäste sind undeutlich geschrieben, einige in orientalischen Schriften oder in Gabels- bergerstenographie. Mancher mißbraucht seine schwache Dichterader oder will witzig sein, einzelne Namen dürften freie — meist geistlose -—- Erfindungen darstellen. Im folgenden werden nur 100, mehr oder weniger willkürlich herausgegriffene Eintragungen mitgeteilt, bei denen — wenigstens zumeist — über den Beruf, die Tätigkeit oder den Rang des Schreibers näheres angegeben werden kann. Die bei­ gefügten Lebensdaten sollen aber nur ganz knapp den Leser mit dem Genannten bekannt machen und keine Biographien darstellen. 1854 1. Juli, 18.: Dr. Wiedemann, Maler — Dresden 2. August, 3.: Edouard Thurner, Tonkünstler — Ru ff ach bei Colmar 3. August, 6.: Adolph Hofmeister und Frau, Musikalienhändler — Leipzig 4. September, 7.: Wilhelm Rhomberg, Kaufm ann — Dornbirn mit Franz Rhom- berg, Rudolf und Anna 5. November, 22: M (atthäus) Nagiller, Componist — München N agiller, geb. zu Münster im Unterinntal am 24. Oktober 1815, weilte von 1842 bis 1848 in Paris, später in Bozen und seit 1866 als Dirigent des Musik- Vereins in Innsbruck. Er starb am 8. Ju li 1874. N agiller trug sich mehrmals ein, so am 12. Mai 1861, 20. Juli 1863 und 12. April 1869. 1855 6. Mai, 24.: Pauline Gräfin von Beroldingen, Studiosa juris in Innsbruck — Ratzenried Mit der Genannten — übrigens einer sehr frühen Universitätsstudentin — kamen zweifellos: Henriette G räfin Spaur, Philomena Gfin. Spaur, Auguste „contesse“ de Spaur, alle von Innsbruck. Eine eigene Gesellschaft bildeten wohl: Serafina Fischer, Agnes Fischer, Filomena Fischer, Josephine Sybold und Prof. Georg Schenach „conducteur“ , alle von Innsbruck. Prof. Schenach, ein gebürtiger Innsbrucker, war Weltpriester und seit 1843 Ordinarius für Philosophie an der philos. Fakultät. Er ging 1857 nach Wien und starb 1859. Paul Ignaz Jos. Gf. v. Beroldingen (geb. 1804, gest. 1875) war der Besitzer des Mannslehens Ratzen­ ried. 7. Juni, 14.: Gronewald, Director der Taubstummen-Anstalt zu Coeln am Rh ein 8. Juni 14.: A. Mitscherlich, Mitglied einer wissenschaftlichen Gesellschaft aus Berlin Vielleicht Alexander Mitscherlich, ein Sohn des berühmten Chemikers Eilhard Mitscherlich. Alexander M. war zu Berlin 1836 geboren (gest. 1918). 9. September, 12.: (Regierungsrat?) Stoy Dr. Prof. an der Universität, Director mit nachstehend 2 Lehrern und 17 Zöglingen aus Jena. Letztere waren aus Cuxhaven, Dresden, New York, Prag, Buenos Aires, H amburg, Boston, Leipzig (Heinrich Reclam), Porto Rico usw. K arl Volkmar Stoy (geb. 1815 zu Pegau in Sachsen) war (nach der Allg. Deutschen Biographie) ein weitbekannter Pädagoge, in seiner Art der einzige Schüler des Philosophen H erbart. Nachdem er sich 1843 in Jena habilitiert hatte, wurde er gleich zum Direktor der dort bestehenden höheren Privatschule ernannt. In dieser unterrichtete Stoy im Jahre 1850 über 100 Knaben im Alter von 6 bis 18 Jahren. 1855 dürfte er auf einer Studienreise mit seinen Lehrern und 17 Schülern den Ausflug nach Heiligwasser gemacht haben. 10. September, 18.: Norbert Spitzer, Chorherr zu Tepl und Brunnen-Inspektor — M arienbad 1856 11. März, 30.: Dr. Michel, Prof. — Dr. Maassen, Prof. — Dr. Joh. Kerer, Prof. — Innsbruck Die drei Professoren, die an diesem Tage Heiligwasser besuchten, gehörten der juridischen Fakultät der Universität Innsbruck an. Prof. Dr. Joh. Kerer, ein gebürtiger Brunecker, war seit 1847 Ordinarius für politische Wissenschaften und Statistik. In den Jahren 1849/50 und 1860/61 trug er die Würde eines Rektor Magnificus. ü Prof. Dr. Adalbert Theodor Michel, in Prag geboren, war 1855 von Olmütz als Ordinarius für bürgerliches Recht nach Innsbruck gekommen. 1858 folgte er einer Berufung nach Graz. Prof. Dr. Friedrich Bernhard Maassen, ein Mecklenburger, war gleichfalls 1855 als außerordentlicher Professor für römisches Recht nach Innsbruck gekommen, hier 1858 Ordinarius geworden und 1860 ebenfalls nach G raz übersiedelt. Prof. Kerer machte mit seinen beiden neuen Kollegen diesen Ausflug wohl, um sie mit der Schönheit der Landschaft bekannt zu machen. 1857 Die Eintragungen vom 12. August 1856 bis 26. August 1857 fehlen, da die Seiten 82 bis 97 herausgerissen wurden. Dabei wurde vermutlich die Eintragung des Statt­ halters Erzherzog K arl Ludwig, der am 13. Juli mit seiner Gemahlin in Heiligwasser weilte und dort aus den Händen des Abtes von Wilten die heilige Kommunion erhielt, entfernt. 12. September, 6.: P. Wendelin Gaim, Missionario apostolico ex Provincia Espirito Sto. in Brasilien 13. Oktober, 14.: Dr. Fr(iedrich) Böhmer — Frankfurt a. M. Dr. J(ulius) Ficker — Innsbruck An diesem Tage besuchen zwei der berühmtesten deutschen H istoriker ihrer Zeit Heiligwasser. Der „Tiroler Bote“ weist Dr. Joh. Fr. Böhmer (geb. 1795, Frank­ furt, gest. 1863 ebendort), den unermüdlichen Sammler deutscher Kaiser-Urkun- den, am 11. Oktober als neu angekommenen Fremden, der bei der Goldenen Sonne abgestiegen war, aus. Böhmer, der mehrmals in Innsbruck weilte und dieser Stadt besonders gewogen war, war mit dem Innsbrucker Ordinarius für A ll­ gemeine Geschichte, Dr. Julius Ficker R. v. Feldhaus, befreundet. Ficker, geb. zu Münster in Westfalen 1826, hatte sich in Bonn habilitiert und war, ursprünglich Jurist, 1852 zum Ordinarius an der philosophischen Fakultät in Innsbruck ernannt worden. 1863 trat er dann als Ordinarius für Deutsche Rechtsgeschichte an die juridische Fakultät über, an der er bis 1877 verblieb. 1858/59 versah er die Würde eines Rektors Magnificus, ging 1879 in Pension und starb 1902. Auf Vermittlung Fickers hinterließ Böhmer 40 Zentner seiner wertvollen Bücher­ sammlung der Innsbrucker Universitätsbibliothek. (Literatur: Eine Biographie Fickers veröffentlichte J. Jung (1907), Joh. Janssen schrieb „Jo h . Fr. Böhmers Leben“ .) 1858 14. Juli, 24.: Erzherzog C arl Ludwig — Statthalter von Tirol und Vorarlberg — Agenor Goluchowski (schrieb einige slawische Worte dazu), Oswald G raf Trapp Erzh. K arl Ludwig (geb. 1833, gest. 1896), ein jüngerer Bruder Kaiser Franz Josefs I., war von 1855 bis 1861 Statthalter von Tirol. Er war bei der Bevölke­ rung sehr beliebt. (Näheres bei Ant. Bundsmann „D ie Landeschefs von Tirol . . .“ ) Der österr. Staatsmann Agenor G raf Goluchowski stammte aus Lemberg (geb. dort 1812, gest. dort 1875) und war von 1859 bis 1861 Innenminister. (Näheres im österr. Biograph. Lexikon.) 15. August, 10.: Theobald Frh. v. Oer, Historienmaler — Dresden Theobald Reinhold Frh. v. Oer (geb. 1807, Nottbeck; gest. 1885 Coswig), Radierer, Historien- und Genremaler, war seit seinem 12. Jahre taub; er lebte seit 1839 in Dresden. (Näheres in Thieme-Beckers Künstler-Lexikon.) 16. September, 5.: B(althasar) Hunold. N ur nichts Halbes Der gebürtige Schweizer Hunold (geb. Oberurnen 1828) war Custos am Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum und ein beachtlicher Dichter. Er starb 1884. 1859 17. August, 4.: Musikderektor Staudacher — Ellwangen, Königreich Würtemberg 18. September, 23.: Ignaz Sigl, Königlich Bairischer H of- und Kammermusikus zur ewigen Dankbarkeit — München 19. September, 24: Mr. u. Ms. Jam es Roosevelt — New York 1860 20. Juni, 3.: Anton G raf Pfeil-Dirsdorf in Preußisch Schlesien mit Weckbecker Oberst, Regiments-Commandant von K aiser-Jäger — Innsbruck Pauline v. Weckbecker geb. Freiin v. Ergelet Marie Freiin v. Erggelet geb. v. Dürfeld — Wien Alfred Fr. Erggelet — Paris Der Kaiserjägeroberst H ugo R. v. Weckbecker wurde am 1. Jänner 1860 zum Ehrenbürger von Innsbruck ernannt. 21. August, 20.: Hirn Josef, Student — Sterzing Univ.-Prof. Dr. Josef Hirn (geb. 1848, Sterzing, gest. 1927, Bregenz), habilitierte sich 1879 für österr. und tirolische Geschichte, wurde 1886 Extraordinarius und 1890 Ordinarius in Innsbruck und später dem Unterrichtsministerium zugeteilt. 22. Oktober, 8.: Eduard Ille, Maler — München Theodolinde Ille geb. Freiin v. Riederer Eduard Valentin Ille (geb. 1823, München, gest. 1900 ebendort) war Schüler des J. Schnorr v. Carolsfeld und des Moritz v. Schwind. Ille betätigte sich be­ sonders als Illustrator und war seit 1863 Mitredakteur der „Fliegenden Blätter“ . (Näheres in Thieme-Beckers Künstler-Lexikon.) 8 1861 23. Juni, 13.: Prof. Dr. Geyer samt Frau — Innsbruck Univ.-Prof. Dr. August Geyer, aus Asch in Böhmen gebürtig, habilitierte sich in Prag und wurde 1860 Ordinarius für Strafrecht und Rechtsphilosophie in Inns­ bruck, vor der er nach München berufen wurde. Geyer besuchte auch am 15. Oktober 1871 Heiligwasser. 24. August, 24.: P. Heribert Witsch, apostol. Missionär — Jerusalem 1862 25. April, 12.: In einer mit goldfarbigen Papierborten umrandeten Eintragung: Hermann Jo sef Schmitz stud. theol. — Cöln Gottfried Pilgram stud. theol. — Riehl (?) bei Coeln Der erste wurde laut beigefügter Bemerkung am 30. November 1893 zum Weihbischof von Cöln geweiht, der zweite wurde 1877 Bischof von Celle. 26. Juni.: L ’Abbe M. S. Khorum — Colm ar Wurde laut beigefügter Bemerkung am 25. September 1881 als Bischof in Trier inthronisiert. 27. August, 20.: Nepomuk Munding, Conditor — Innsbruck 28. September, 1.: Don Pedro II. Im perador do Brasil (Scherzeintragung?) 29. September, 22.: Josef Hummel, Capellmeister — Innsbruck Flemming, Opernsänger — Wien J. B. H artm ann, Fonkünstler — München Josef Bussel, Opernsänger — München A. Hummel, Tonkünstler — Innsbruck Tobias Hummel, Tonkünstler — München Josef Friedrich Hummel (geb. Innsbruck 1841, gest. Salzburg 1929) war K om ­ ponist und schließlich Direktor des Mozarteums in Salzburg. 1863 30. Mai, 4.: A(ndreas) Steinhuber S. J. Praes(es) Congreg(ationis) mar(ianae) academ (icae) Oenip(ontanae) Dr. Andreas Steinhuber, geb. zu U ttlau in Baiern, wurde 1860 außerordent­ licher Professor für Philosophische Vorbereitungswissenschaften an der theo­ logischen Fakultät in Innsbruck, dann 1866 Ordinarius und schließlich nach Rom berufen, wo er am 16. Jänner 1893 zum K ardinal erhoben wurde. 31. Mai, 7.: Dr. H(ermann) Ign(az) Bidermann, Univ. Prof. — Innsbruck Bidermann, ein gebürtiger Wiener, habilitierte sich in Pest. Er lehrte seit 1865 als Ordinarius für Nationalökonom ie, Verwaltungslehre und Statistik an der juridischen Fakultät in Innsbruck, übersiedelte dann nach Graz, wo er 1892 starb. 32. August, 8.: K arl Ludwig Ziegler, Domorganist — München Henno Zänkl gen. Granni, llte r Capellmeister — München 33. September, 9.: P. Bernardin Engl, Gymn.-Prof. — H all 34. Oktober, 6.: Belopotocky Colom (an), Armee Bischof Öster.(f) — Innsbruck 1864 35. Mai, 2.: H artm ann Grisar, stud. theol. — Coblenz, Rheinpreussen Grisar, geb. zu Coblenz, wurde 1871 Ordinarius für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät in Innsbruck und später nach Rom berufen. 36. Mai, 16.: Prof. Dr. Jü lg — Innsbruck Bernhard Jülg, geb. zu Ringelbach in Baden, war seit 1863 Ordinarius für klassische Philologie an der Universität Innsbruck. Jü lg besuchte auch am 11. Juli 1869 und 26. Mai 1870 Heiligwasser. 37. Juni, 12.: Christian Jensen, M aler — aus Kiel in Holstein 38. Juni, 22.: G raf und Gräfin Belrupt — Innsbruck Baron und Baronin Tschiderer — Innsbruck Gräfin Seibvltsdorf, Baronin Mensi — Innsbruck General und Generalin von Giani — Innsbruck G raf Coronini — Innsbruck G raf Trapp — Innsbruck Oberst Loos — Cles G raf Fedrigotti — Rovereto Oblt. Potschka — Innsbruck 39. August, 31.: W. Ulrich (Mräch?) Geh. R at — aus Berlin Dr. Ficker k. k. Prof. — Innsbruck Dr. H . Stuffer Prof. — Bonn Dr. A. Huber Prof. — Innsbruck Jos. Durig, Realschullehrer — Innsbruck Patscherkojler Franz Stuffer — Münster Freiherr v. Fido — Innsbruck Sovhocker(?) Direktor — Athen Univ.-Prof. Dr. Jul. Ficker siehe No. 13 10 Alfons Huber, geb. 1833 zu Fügen im Zillertal, war ein Schüler des Vorgenann­ ten und sein Nachfolger für allgemeine Geschichte, seit 1870 für die Geschichte Österreichs. Er ging 1887 an die Universität Wien, wo er 1898 verschied. Huber schrieb eine fünfbändige Geschichte Österreichs bis zum Jahre 1648. Josef Durig — gest. als Direktor des Pädagogium s im Jahre 1900 — war ein verdienter Historiker, der sich u. a. mit Ficker und Huber um die Errichtung eines Landesarchivs bei der Statthalterei bemühte. 1865 40. Juli, 3.: H. Lange, Maler und Frau — München 41. Juli, 28.: Carl Pustet, Typographus Apostolicus — Regensburg 1866 42. August, 30.: Dr. Friedrich Vering, Prof. aus Heidelberg 43. Oktober, 30.: Jules Abbel, stud. theol. — H elvetia Cam ill Meichtry, Student — Leukerbad, Schweiz J. Abbel wurde am 2. Februar 1896 zum Bischof von Sitten consecriert. Besuchte auch am 17. September 1867 Heiligwasser. Meichtry wurde Titulardomherr in Sitten. 1867 44. März, 12.: J