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Stadtarchiv
Innsbruck
P-200-1946/D
Stadtmagistrat Innsbruck
B
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Stadtarchiv Innsbruck
P-200-1846D
Bibliothek
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STATISTISCHES
HANDBUCH
DER
STADT INNSBRUCK
mit statistischen Daten bis 31. Dezember 1946
Herausgegeben vom Statistischen Amt der Stadt Innsbruck
Innsbruck 1950
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2321TZITAT2
HUNGAH
#30
Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet
Abundant th
Eigentümer und Verleger: Stadtgemeinde Innsbruck
Druck und Kommissionsverlag: Tiroler Graphik, Innsbruck, Innrain 27-29
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VORWORT
Man hat behauptet, die Welt werde durch Zahlen
regiert; das aber weiß ich, daß die Zahlen uns be-
lehren, ob sie gut oder schlecht regiert werde.
Goethe-Gespräche mit Eckermann.
Statistik ist die planmäßige Untersuchung von Massenerscheinungen sowie die
Darstellung des Ergebnisses in Zahlen uns Maßen. Sie wird auf den verschiedensten
Wissensgebieten angewendet, hat aber als Bevölkerungs-, Wirtschafts- und Kultur-
statistik für jedes Staats- und Gemeinwesen besondere Bedeutung erlangt. In den
letzten Jahrzehnten, seit der Staat aus ideologischen Gründen oder kriegswirtschaft-
lich bedingt seinen Einfluß auf alle Bereiche des menschlichen Lebens anstrebte,
ist Statistik eine unentbehrliche Hilfswissenschaft geworden, die der politischen,
wirtschaftlichen und sozialen Lenkung der staatlichen und gesellschaftlichen Gemein-
schaft zu dienen hat.
Die Statistik soll zunächst die verschiedensten Erscheinungen im Ablauf des viel-
gestaltigen menschlichen Lebens zahlenmäßig festhalten, um dadurch in die Lage
zu kommen, gewisse Regelmäßigkeiten und Gesetzmäßigkeiten, die einzelnen Massen-
erscheinungen innewohnen, deutlich sichtbar zu machen und in ihren Größenver-
hältnissen abzugrenzen. Noch deutlicher wird ihre Bedeutung, wenn sie in einzelnen
Fällen auf Abweichungen von der erwarteten Regel stößt und die Ursachen und Wur-
zeln dieser Abweichungen zu ergründen trachtet, sei es, um sie zu beseitigen, sei es,
um ihnen Rechnung zu tragen.
Wie sollte man ein Jahresbudget erstellen können, wenn man sich nicht auf die
Ziffern früherer Jahre stützen kann. Kein Mensch wird heute an den Bau einer
Schule denken oder ihre Größe bestimmen, wenn er nicht die Zahl der Kinder kennt,
die im letzten Jahrzehnt geboren wurden und in den kommenden Jahren in die
Schule hineinwachsen werden. Die Stadtplanung muß, um diese Bezeichnung zu
verdienen, vor Beginn ihrer Arbeit wissen, wieviel gewerbliche Betriebe und Ge-
schäftsläden, wieviel Postämter, Schulen und wieviel an Verkehrs- und Erholungs-
flächen nach der zu erwartenden Dichte der Besiedlung vorgesehen werden müssen.
Ja sogar das Straßenbauamt steht seit einigen Jahren während des Winters in un-
unterbrochener und regster Fühlung mit dem meteorologischen Institut und benützt
dessen im wesentlichen auf den Gesetzen der Statistik beruhende Kenntnisse, um
den voraussichtlichen Eintritt von Schneefällen zu erfahren und die nötigen Arbeits-
partien rechtzeitig zu mobilisieren.
III
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So klar aus diesen wenigen Beispielen die Notwendigkeit einer Statistik hervor-
geht, so darf man keineswegs glauben, daß sie in Österreich besondere Popularität
besäße. Von vielen Ämtern, Behörden und Unternehmungen wird das Aufzeichnen
von statistischen Daten und das Ausfüllen von Formularen als nutzlose und zeit-
raubende Last empfunden. Gerade die Kreise der Unternehmer und der gewerb-
lichen Wirtschaft haben in Österreich noch lange nicht jene Aufgeschlossenheit
erworben, wie sie in anderen Ländern im Norden und Westen, insbesondere aber in
Amerika schon selbstverständlich ist. Die Statistik wirft eben nicht unmittelbar
klingende Münze ab, sondern sie kostet Arbeit, Mühe und auch Geld. Die Statistik
ist für jene, die ihre Sprache verstehen, eben die in Ziffern und in Kurven nieder-
gelegte Erfahrung der letzten Jahre und Jahrzehnte und jede Erfahrung verlangt
ihren Preis, manchmal einen sehr hohen, aber nie so hoch wie jener es ist, wenn man
erst durch Schaden klug werden muß.
Auch in der Gemeindeverwaltung in Innsbruck war die Statistik lange Zeit nicht
sonderlich geschätzt. Das erste bescheidene Bedürfnis dürfte durch den immer stärker
werdenden Fremdenverkehr am Anfang des Jahrhunderts aufgetaucht sein. Die
Handhabung war aber sehr großzügig. Man erzählt sich se non è vero, è ben
trovato-, daß die Meldezettel damals nicht gezählt, sondern auf der Waage gewogen
wurden, um das Verhältnis zwischen Zugang und Abgang zu berechnen. Wurden
sonst für bestimmte Beschlüsse oder Entscheidungen Unterlagen benötigt, mußten
sie, so gut es ging, in fallweisen Erhebungen beschafft werden. Die wenigen laufenden
oder periodischen Erhebungen statistischer Daten geschahen über Auftrag über-
geordneter Dienststellen oder über besondere Initiative einzelner Amtsvorstände
des Stadtmagistrates. Mit dem Erscheinen des Amtsblattes im Dezember 1934 be-
gannen erstmals regelmäßige statistische Veröffentlichungen, und zwar vorwiegend
aus den Gebieten des Bevölkerungs-, Gesundheits-, Schul- und Gewerbewesens und
über Fremdenverkehr und Arbeitslosenstand; auch Zahlen aus der Betriebsstatistik
der Stadtwerke fanden Aufnahme. Unter deutscher Herrschaft wuchs der Umfang
der der Stadtgemeinde anbefohlenen sogenannten Auftragsstatistik um ein Viel-
faches, aber auch die Stadtverwaltung selbst benötigte in dem überstürzten Um-
und Aufbau auf den verschiedensten Gebieten mehr denn je verläßliches Zahlen-
material. Dieser Bedarf führte mit 1. September 1939, also gerade mit Kriegsbeginn,
zur Schaffung des kleinen städtischen Statistischen Amtes, das in verständnis-
voller Zusammenarbeit mit allen städtischen Abteilungen und Ämtern und vielen
anderen Stellen außerhalb des Magistrates den nötigen Zahlenstoff sammeln und
verarbeiten sollte. Der Zeitpunkt, in dem das statistische Amt ins Leben gerufen
wurde, war für dessen Entwicklung ungünstig: die Dienststellen des Magistrates
mußten sich vor allem den kriegswichtigen Angelegenheiten widmen, die außerhalb
des Magistrates stehenden Stellen lehnten bis auf einige wenige ihre ursprünglich
zugesagte Mitarbeit nacheinander ab. Immerhin war zu Beginn der zweiten Republik
Österreich ein durch verschiedene Fährnisse des Krieges geretteter Zahlenstoff vor-
handen, den zu ordnen und nach Tunlichkeit zu ergänzen ein Gebot der Stunde war.
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Denn wie beim Umsturz im Jahre 1938 waren nun auch für den Wiederaufbau auf
allen Gebieten verläßliche Unterlagen nötig und von den verschiedensten Stellen
gesucht. Statistik gilt längst nicht mehr als Liebhaberei, die man je nach der finan-
ziellen Lage mehr oder weniger betreiben kann, sie ist heute, gleich einer Buch-
haltung, als notwendige Voraussetzung anerkannt für jede planmäßige Verwaltung,
sei es des Staates, sei es einer Gemeinde, oder der erfolgreichen Führung einer Unter-
nehmung. Sie ist auch für den Verantwortlichen der unbarmherzige Spiegel, aus dem
er Erfolg oder Mißerfolg seiner Maßnahmen ablesen kann.
Bei dieser Bedeutung der Statistik und der bestehenden Nachfrage war es geboten,
die erste umfangreichere Veröffentlichung des städtischen Statistischen Amtes so
zu gestalten, daß sie nicht nur der Stadtverwaltung allein von Nutzen sei, sondern
auch weiteren Kreisen der Bevölkerung zugänglich und verständlich gemacht werde.
Die Möglichkeit diesem Ziele wenigstens nahe zu kommen, lag darin, daß nicht nur
ein Tabellenwerk allein, sondern hiezu auch die nötigen Erläuterungen herausge-
geben werden; Zahlenreihen werden dem Laien bekanntlich erst dann verständlich
und lebendig, wenn die vorkommenden Begriffe klar definiert, Entwicklungen auf-
gezeigt, Vergleiche gezogen und verständnisfördernde geschichtliche oder auch recht-
liche Grundlagen beigefügt werden. Die Aufgabe, die dem kleinen Statistischen Amt
aus dieser Programmstellung erwuchs, war groß, sie wog umso schwerer, als der
Zeitpunkt, in dem sie begonnen und vollendet werden sollte, ähnlich der hemmenden
Wirkung der Geburtsstunde des Statistischen Amtes für dessen Entwicklung, der
Ausführung nicht günstig war; der damaligen Beanspruchung der Ämter und Aus-
kunftsstellen für kriegswichtige Angelegenheiten entsprach zu Beginn der zweiten
Republik der Wiederaufbau, der Schwächung des Beamtenkörpers durch Einbe-
rufungen zur Kriegsdienstleistung die Ausscheidung von Nationalsozialisten aus dem
Personalstand nach dem Verbotsgesetz 1945. Die Beschaffung des Zahlenmaterials
gerade aus den ersten Jahren des wiedererstandenen Österreich bereitete viel größere
Schwierigkeiten, die Vorstudien zum erläuternden Text erforderten mehr Zeit, als
erwartet werden konnte.
Das erste statistische Handbuch der Stadt Innsbruck liegt nun trotz alledem
genau mit dem geplanten Inhalt und in der geplanten Form fertig vor. Es kann
gerade noch vor der von der Staatsverwaltung in den nächsten Jahren beabsichtigten
großen Inventur des Volkes und der Wirtschaft: der Volks- und Wohnungszählung
und den landwirtschaftlichen und gewerblichen Betriebszählungen der Öffentlichkeit
als wertvolle Vergleichsgrundlage übergeben werden. Daß mit der programmäßigen
Verwirklichung auch an dem von allem Anfang an festgesetzten Endpunkt des
Erfassungszeitraumes, dem 31. Dezember 1946-fast ausnahmslos-festgehalten
wurde, ist auf die erwähnten Hindernisse und die geringe Zahl der zur Verfügung
stehenden Bearbeiter zurückzuführen. Der Wert des Handbuches wird dadurch
nicht beeinträchtigt, er liegt vor allem in der erstmaligen geschlossenen Darstellung
der Entwicklung der meisten für die Gemeinde wichtigen statistischen Stoffgebiete
oft weit zurück in die Vergangenheit - - und nicht in der Bereitstellung der neuesten
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So klar aus diesen wenigen Beispielen die Notwendigkeit einer Statistik hervor-
geht, so darf man keineswegs glauben, daß sie in Österreich besondere Popularität
besäße. Von vielen Ämtern, Behörden und Unternehmungen wird das Aufzeichnen
von statistischen Daten und das Ausfüllen von Formularen als nutzlose und zeit-
raubende Last empfunden. Gerade die Kreise der Unternehmer und der gewerb-
lichen Wirtschaft haben in Österreich noch lange nicht jene Aufgeschlossenheit
erworben, wie sie in anderen Ländern im Norden und Westen, insbesondere aber in
Amerika schon selbstverständlich ist. Die Statistik wirft eben nicht unmittelbar
klingende Münze ab, sondern sie kostet Arbeit, Mühe und auch Geld. Die Statistik
ist für jene, die ihre Sprache verstehen, eben die in Ziffern und in Kurven nieder-
gelegte Erfahrung der letzten Jahre und Jahrzehnte und jede Erfahrung verlangt
ihren Preis, manchmal einen sehr hohen, aber nie so hoch wie jener es ist, wenn man
erst durch Schaden klug werden muß.
Auch in der Gemeindeverwaltung in Innsbruck war die Statistik lange Zeit nicht
sonderlich geschätzt. Das erste bescheidene Bedürfnis dürfte durch den immer stärker
werdenden Fremdenverkehr am Anfang des Jahrhunderts aufgetaucht sein. Die
Handhabung war aber sehr großzügig. Man erzählt sich se non è vero, è ben
trovato-, daß die Meldezettel damals nicht gezählt, sondern auf der Waage gewogen
wurden, um das Verhältnis zwischen Zugang und Abgang zu berechnen. Wurden
sonst für bestimmte Beschlüsse oder Entscheidungen Unterlagen benötigt, mußten
sie, so gut es ging, in fallweisen Erhebungen beschafft werden. Die wenigen laufenden
oder periodischen Erhebungen statistischer Daten geschahen über Auftrag über-
geordneter Dienststellen oder über besondere Initiative einzelner Amtsvorstände
des Stadtmagistrates. Mit dem Erscheinen des Amtsblattes im Dezember 1934 be-
gannen erstmals regelmäßige statistische Veröffentlichungen, und zwar vorwiegend
aus den Gebieten des Bevölkerungs-, Gesundheits-, Schul- und Gewerbewesens und
über Fremdenverkehr und Arbeitslosenstand; auch Zahlen aus der Betriebsstatistik
der Stadtwerke fanden Aufnahme. Unter deutscher Herrschaft wuchs der Umfang
der der Stadtgemeinde anbefohlenen sogenannten Auftragsstatistik um ein Viel-
faches, aber auch die Stadtverwaltung selbst benötigte in dem überstürzten Um-
und Aufbau auf den verschiedensten Gebieten mehr denn je verläßliches Zahlen-
material. Dieser Bedarf führte mit 1. September 1939, also gerade mit Kriegsbeginn,
zur Schaffung des kleinen städtischen Statistischen Amtes, das in verständnis-
voller Zusammenarbeit mit allen städtischen Abteilungen und Ämtern und vielen
anderen Stellen außerhalb des Magistrates den nötigen Zahlenstoff sammeln und
verarbeiten sollte. Der Zeitpunkt, in dem das statistische Amt ins Leben gerufen
wurde, war für dessen Entwicklung ungünstig: die Dienststellen des Magistrates
mußten sich vor allem den kriegswichtigen Angelegenheiten widmen, die außerhalb
des Magistrates stehenden Stellen lehnten bis auf einige wenige ihre ursprünglich
zugesagte Mitarbeit nacheinander ab. Immerhin war zu Beginn der zweiten Republik
Österreich ein durch verschiedene Fährnisse des Krieges geretteter Zahlenstoff vor-
handen, den zu ordnen und nach Tunlichkeit zu ergänzen ein Gebot der Stunde war.
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Denn wie beim Umsturz im Jahre 1938 waren nun auch für den Wiederaufbau auf
allen Gebieten verläßliche Unterlagen nötig und von den verschiedensten Stellen
gesucht. Statistik gilt längst nicht mehr als Liebhaberei, die man je nach der finan-
ziellen Lage mehr oder weniger betreiben kann, sie ist heute, gleich einer Buch-
haltung, als notwendige Voraussetzung anerkannt für jede planmäßige Verwaltung,
sei es des Staates, sei es einer Gemeinde, oder der erfolgreichen Führung einer Unter-
nehmung. Sie ist auch für den Verantwortlichen der unbarmherzige Spiegel, aus dem
er Erfolg oder Mißerfolg seiner Maßnahmen ablesen kann.or
Bei dieser Bedeutung der Statistik und der bestehenden Nachfrage war es geboten,
die erste umfangreichere Veröffentlichung des städtischen Statistischen Amtes so
zu gestalten, daß sie nicht nur der Stadtverwaltung allein von Nutzen sei, sondern
auch weiteren Kreisen der Bevölkerung zugänglich und verständlich gemacht werde.
Die Möglichkeit diesem Ziele wenigstens nahe zu kommen, lag darin, daß nicht nur
ein Tabellenwerk allein, sondern hiezu auch die nötigen Erläuterungen herausge-
geben werden; Zahlenreihen werden dem Laien bekanntlich erst dann verständlich
und lebendig, wenn die vorkommenden Begriffe klar definiert, Entwicklungen auf-
gezeigt, Vergleiche gezogen und verständnisfördernde geschichtliche oder auch recht-
liche Grundlagen beigefügt werden. Die Aufgabe, die dem kleinen Statistischen Amt
aus dieser Programmstellung erwuchs, war groß, sie wog umso schwerer, als der
Zeitpunkt, in dem sie begonnen und vollendet werden sollte, ähnlich der hemmenden
Wirkung der Geburtsstunde des Statistischen Amtes für dessen Entwicklung, der
Ausführung nicht günstig war; der damaligen Beanspruchung der Ämter und Aus-
kunftsstellen für kriegswichtige Angelegenheiten entsprach zu Beginn der zweiten
Republik der Wiederaufbau, der Schwächung des Beamtenkörpers durch Einbe-
rufungen zur Kriegsdienstleistung die Ausscheidung von Nationalsozialisten aus dem
Personalstand nach dem Verbotsgesetz 1945. Die Beschaffung des Zahlenmaterials
gerade aus den ersten Jahren des wiedererstandenen Österreich bereitete viel größere
Schwierigkeiten, die Vorstudien zum erläuternden Text erforderten mehr Zeit, als
erwartet werden konnte.
Das erste statistische Handbuch der Stadt Innsbruck liegt nun trotz alledem
genau mit dem geplanten Inhalt und in der geplanten Form fertig vor. Es kann
gerade noch vor der von der Staatsverwaltung in den nächsten Jahren beabsichtigten
großen Inventur des Volkes und der Wirtschaft: der Volks- und Wohnungszählung
und den landwirtschaftlichen und gewerblichen Betriebszählungen der Öffentlichkeit
als wertvolle Vergleichsgrundlage übergeben werden. Daß mit der programmäßigen
Verwirklichung auch an dem von allem Anfang an festgesetzten Endpunkt des
Erfassungszeitraumes, dem 31. Dezember 1946-fast ausnahmslos-festgehalten
wurde, ist auf die erwähnten Hindernisse und die geringe Zahl der zur Verfügung
stehenden Bearbeiter zurückzuführen. Der Wert des Handbuches wird dadurch
nicht beeinträchtigt, er liegt vor allem in der erstmaligen geschlossenen Darstellung
der Entwicklung der meisten für die Gemeinde wichtigen statistischen Stoffgebiete -
oft weit zurück in die Vergangenheit - und nicht in der Bereitstellung der neuesten
V
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Zahlen. Das Buch soll Vergleichsgrundlage und Ausgangspunkt für weitere Ver-
öffentlichungen ähnlicher Art sein. Der Aktualität wird in den seit 1. Jänner 1950
herausgegebenen Vierteljahresberichten Rechnung getragen.
Das Handbuch hält sich in der Reihenfolge des gebotenen Stoffes mit Absicht
an jene des seit Jahrzehnten bewährten Jahrbuches der Stadt Wien. Es bietet in
24 Abschnitten und in einem fünfgliedrigen Anhang außer den Einführungstexten
272 Tabellen mit rund 28.000 Zahlen; ein Stadtplan und 18 Diagramme fördern die
Anschaulichkeit des Zahlenmaterials.
In die Arbeit teilten sich Magistratsdirektor i. R. Dr. Hans Fankhauser, der als
wiederbeschäftigter Ruhestandsbeamter fünf Jahre dem städtischen Statistischen
Amte vorstand und der derzeitige Leiter des Amtes Obermagistratsrat Dr. Eduard
Angerer. Durch die Signierung mit F und A bekennen sie sich als Bearbeiter der von
ihnen behandelten Abschnitte. In einigen Abschnitten, und zwar in III, IV, XII,
XVI und XIX sind Vorarbeiten des nach dem Zusammenbruch einige Jahre im
Statistischen Amte tätig gewesenen Majors a. D. Friedrich Royko verwertet. Das
städtische Vermessungsamt stellte den Stadtplan und nach den Entwürfen der Be-
arbeiter den Großteil der Diagramme bei.
Magistratsdirektor i. R. Dr. Hans Fankhauser war der eigentliche Initiator dieses
Werkes und er hat es auch trotz vieler Hindernisse und zu einer Zeit, da die Er-
eignisse der Nachkriegszeit auf uns einstürmten und alle Köpfe zum Bersten voll
von dringendsten Alltagssorgen waren, mit Geduld und Hartnäckigkeit zum guten
Ende geführt. Er hat dadurch seiner Dienstzeit, die er an höchster Stelle des Magi-
strates versah, den würdigsten Abschluß verliehen, der Stadtgemeinde einen letzten
großen Dienst erwiesen und sich selbst ein bleibendes Denkmal gesetzt.
Allen Dienststellen und Persönlichkeiten, insbesondere allen außerhalb des Magi-
strates stehenden, die durch Beistellung von Zahlenmaterial oder durch fachliche
Beratung beider Bearbeiter oder Durchsicht der Entwürfe zum Gelingen des Hand-
buches beigetragen haben, sei herzlichst gedankt.
Bei der Unmenge der verwendeten Quellen und der Vielgestaltigkeit dieses Erst-
lingswerkes werden sich trotz größter Vorsicht verschiedene Fehler und Irrtümer
eingeschlichen haben. Das städtische Statistische Amt ist für jede Richtigstellung
dankbar und nimmt Anregungen und Wünsche für eine Verwertung oder Berück-
sichtigung in einem allfälligen zweiten Handbuch gerne entgegen. Ob es zur Heraus-
gabe eines solchen kommt, hängt von der Aufnahme ab, die das erste findet. Ich
hoffe, daß diese günstig ist, und daß auch die finanzielle Lage der Stadt zur gegebenen
Zeit die Fortsetzung der begonnenen Veröffentlichung erlaubt.
Innsbruck, im November 1950.
VI
Dr. Anton Melzer
Bürgermeister ow to
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INHALTS ÜBERSICHT
Seite
of I. Naturverhältnisse
II. Stadtgebiet
III. Bevölkerungsstand
1
18.
29
IV. Bevölkerungsbewegung
57
V. Gesundheitspflege
79
VI. Allgemeine Fürsorge
109
VII. Sozialversicherung
137
VIII. Beschäftigung der Bevölkerung und Arbeitslosigkeit.
141
IX. Bau- und Wohnungswesen
168
Xa. Straßenpflege, Kehrichtabfuhr, Entwässerung
190
Xb. Stadtwerke Innsbruck, Versorgungsbetriebe
205
XI. Verkehr...
226
XII. Geld- und Kreditwesen
259
XIII. Gewerbe
261
XIV. Land- und Forstwirtschaft
270
XV. Tierhaltung und Veterinärwesen
297
XVI. Lebensmittelbeschaffung.
XVIII. Unterricht und Bildung
316
XVII. Preise, Lebenshaltungskosten, Arbeiterlöhne
331
345
XIX. Sport und Leibesübungen
388
XX. Kultuswesen
XXI. Verwaltung
394
406
XXII. Feuerschutz
XXIII. Finanzwirtschaft der Stadtgemeinde
420
426
Anhang:
1. Die gefallenen Soldaten und Kriegsversehrten der beiden Weltkriege
440
2. Opfer der Fliegerangriffe und Fliegerschäden
444
3. Der Wiederaufbau 1945 und 1946.
454
4. Wahlen; Abstimmung in Arzl 1946
459
5. Registrierung der Nationalsozialisten
465
VII
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VIII
INHALTSVERZEICHNIS
I. Naturverhältnisse
Text.
Tabellen
.
1. Geographische Lage und Ortszeit von Innsbruck
2. Höhenlagen der Stadt
3. Witterung
A Klima von Innsbruck, 25jähriges Mittel aus 1906 bis 1930
B Klima von Innsbruck, Jahresübersichten 1931 bis 1945
C Klima von Innsbruck, Monats- und Jahresübersichten 1946
D Klima von Innsbruck, Grenzen der Frosttage, 1. Schneetag, Schnee-
deckenzeit, Mittel aus 1906 bis 1930, Ergebnisse aus 1931 bis 1946 ..
4. Flüsse
A Inn
a) Mittlere Wasserstände 1931 bis 1940
b) Mittlere Wasserführung 1931 bis 1940
c) Wasserstand und Wassertemperatur 1946
B Sill
Wasserstand 1946
II. Stadtgebiet
Text..
Tabellen
1. Entwicklung des Innsbrucker Stadtgebietes (Eingemeindungen)
2. Gliederung des Stadtgebietes
A Das Stadtgebiet gegliedert nach dem Grundsteuerkataster.
B Gegenüberstellung der Flächenstände 1945 und 1946 und dieses Standes
nach Umbuchung der Parafikate
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17
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20
24
24
C Das Stadtgebiet gegliedert nach der tatsächlichen Benutzung
25
A Das Grundeigentum, die Stiftungsgrundstücke und das städtisch ver-
waltete öffentliche Gut nach dem Grundsteuerkataster.
26
B Gegenüberstellung der Flächenstände von 1945 und 1946 und dieses
Standes nach Umbuchung der Parafikate
27
28
3. Gliederung des Grundeigentumes der Stadt
C Das Grundeigentum, die Stiftungsgrundstücke und das städtisch ver-
waltete öffentliche Gut gegliedert nach der tatsächlichen Benutzung
III. Bevölkerungsstand
Text..
Tabellen
1. Einwohnerzählungen in Innsbruck vor 1869
29-43
44
45
B Die Entwicklung der Bevölkerung Innsbrucks und seiner Katastral-
gemeinden von 1869 bis 1946
46
2. Volkszählungen in Innsbruck von 1869 an
A Die Volkszählungen von 1869 bis 1939
3. Gliederung der Bevölkerung nach den üblichen Hauptmerkmalen
A Das Geschlechtsverhältnis der Bevölkerung von Innsbruck an den
Stichtagen der Volkszählungen 1869 bis 1939
47
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B Die Ständige Bevölkerung von Innsbruck nach dem Familienstand am
17. 5. 1939.
C Die Ständige Bevölkerung von Innsbruck, Arzl, Vill und Igls nach
Altersgruppen am 17. 5. 1939..
D Die Ständige Bevölkerung von Innsbruck, Arzl, Vill und Igls nach
Wirtschaftsabteilungen und der Stellung im Beruf am 17. 5. 1939.
E Die Erwerbspersonen und selbständigen Berufslosen in Innsbruck mit
ihren Angehörigen ohne Hauptberuf am 17. 5. 1939. .
a) Gliederung nach Wirtschaftsabteilungen.
b) Gliederung nach der Stellung im Beruf
F Die Bevölkerung von Innsbruck nach der Sprach- oder Volkszugehörig-
keit an den Stichtagen der Volkszählungen von 1910, 1934 und 1939.
G₁ Die Ständige Bevölkerung von Innsbruck, Arzl, Vill und Igls nach
der Religionszugehörigkeit am 17. 5. 1939
G. Die Bevölkerung von Innsbruck nach der Religionszugehörigkeit an den
Stichtagen der Volkszählungen von 1910, 1934 und 1939
H, Die Wohnbevölkerung von Innsbruck, Arzl, Vill und Igls am 17. 5. 1939
nach Einzel-, Familien- und Anstaltshaushaltungen; die Familienhaus-
haltungen nach ihrer Größe
H, Vergleich der Haushaltungen in Innsbruck nach den Ergebnissen der
Volkszählung von 1934 und 1939 ...
4. Entwicklung des Bevölkerungsstandes von Innsbruck nach 1939. Schätzungs-
zahlen, fortgeschriebene Einwohnerzahl, Zahl der ausgegebenen Lebens-
mittelkarten
IV. Bevölkerungsbewegung
Text.
Tabellen
1. Die natürliche Bevölkerungsbewegung
A Die natürliche Bevölkerungsbewegung von 1905 bis 1934
B Die natürliche Bevölkerungsbewegung und die Wanderungsbewegung
von 1943 bis 1946
2. Eheschließungen
A Gliederung der Eheschließenden in Ortsansässige und Ortsfremde, Ehe-
schließungsziffern 1941 bis 1946
B Alter der Eheschließenden 1941 bis 1946.
C Religionsbekenntnis und Familienstand der Eheschließenden 1946.
D Staatsangehörigkeit der Eheschließenden 1946
3. Geburten
A Geburtenziffern 1939 bis 1946 (Zahl der Geburten auf 1000 Einwohner),
Totgeborene in Prozenten
B Verhältniszahlen der ehelichen und unehelichen Kinder 1941 bis 1946
C Lebendgeborene der Jahre 1942 bis 1946, Gesamtzahlen, Ortsansässige
nach Ehelichkeit und Geschlecht, Geschlechterverhältnis.
4. Sterbefälle
A Grundzahlen der Gestorbenen in Innsbruck 1941 bis 1946 (Ortsan-
sässige und Ortsfremde).
B Sterbeziffern.
C Säuglingssterblichkeit 1935 bis 1946 (Kinder ortsansässiger Mütter).
D Säuglingssterblichkeit in Innsbruck 1941 bis 1946 (eheliche und unehe-
liche Kinder ortsansässiger und ortsfremder Mütter)
E Säuglingssterblichkeit in Innsbruck 1946 nach Monaten (Ortsansässige)
F Sterbefälle 1946 nach Altersjahren
G Gestorbene nach Todesursachen (nach den Hauptgruppen des inter-
nationalen Todesursachenverzeichnises)
.
H Todesfälle an Krebs und Tbe im Jahre 1946 (Ortsansässige Bevölkerung)
J Todesursachen durch äußere Einwirkung
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IX
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X
Seite
V. Gesundheitspflege
Text..
Tabellen
1. Sanitätspersonen und Apotheken
A Sanitätspersonen (Stand vom 14. 4. 1947)
B Öffentliche Apotheken (Stand vom Dezember 1946).
2. Rettungsdienst
.
.. 79-85
A Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz, Rettungsstelle Innsbruck
B Österreichischer Bergrettungsdienst, Ortsstelle Innsbruck.
3. Innsbrucker Krankenanstalten. Bewegung 1945 und 1946
4. Mutterberatung 1939 bis 1946
5. Schulgesundheitspflege und Schulzahnpflege, Impfungen 1945 und 1946
6. Tuberkulosenfürsorge 1939 bis 1946
a) Personal
b) Zu- und Abgänge von Patienten bei der Tuberkulosenfürsorgestelle
e) Leistungen der Tuberkulosenfürsorgestelle.
d) Maßnahmen der Fürsorgestelle.
e) Wohnungsfürsorge der Fürsorgestelle.
86
87
88
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90
91
92
93
93
94
94
94
7. Meldepflichtige Infektionskrankheiten, Erkrankungen und Todesfälle in den
Jahren 1945 und 1946. . .
95
8. Städtische Desinfektionsanstalt und städtische Wäscherei 1938, 1945 und
1946.
96
9. Städtische Bäder
A, Städtisches Volksbad in der Herzog-Otto-Straße, Besucherzahl in den
Jahren 1939 bis 1946-
A, Städtisches Volksbad in der Herzog-Otto-Straße, monatliche Besucher-
zahl in den Jahren 1943 und 1946.
A, Städtisches Volksbad in der Herzog-Otto-Straße, täglicher Durch-
schnittsbesuch und tägliche Durchschnittseinnahme in den Jahren 1943
und 1946.
B, Städtische Badeanstalt in der Salurner Straße, Besucherzahl in den
Jahren 1927 bis 1946
B, Städtische Badeanstalt in der Salurner Straße, monatliche Besucherzahl
in den Jahren 1942 und 1946
B, Städtische Badeanstalt in der Salurner Straße, täglicher Duschschnitts-
besuch und tägliche Durchschnittseinnahme in den Jahren 1942 und 1946
C₁ Städtisches Hallenbad, Zahl der Besucher seit der Eröffnung des Bades.
C, Städtisches Hallenbad, monatliche Besucherzahl 1939 und 1943
C, Städtisches Hallenbad, täglicher Durchschnittsbesuch und tägliche
Durchschnittseinnahme 1937, 1941 und 1943 . . .
C. Übersicht der Besucher des städtischen Hallenbades nach Bädern und
Geschlecht und der Einnahmen 1937 und 1940 bis 1944
96
99
97
97
98
99
99
100
101
103
103
D Männerschwimmbad und Frauenschwimmbad in der Museumstraße,
Zahl der Besucher und Einnahmen 1930 bis 1943.
104
.
E Summe aller an den städtischen Badeanstalten 1934, 1939 und 1943
abgegebenen Bäder. .
105
F Vergleich mit dem Bäderbesuch in elf deutschen Städten im Jahre 1939
10. Friedhöfe in Innsbruck
105
A Friedhöfe; Fläche, Grabstellen, Belegungen, Enterdigungen
B Friedhöfe; geschichtlicher Überblick
106
108
VI. Allgemeine Fürsorge
Text.
Tabellen
1. Jugendfürsorge
A, Zahl der Pflegekinder und der unter Amtsvormundschaft und Schutz-
aufsicht stehenden Minderjährigen; Sachwaltungen, Jugendgerichts-
hilfe, Mündelgelder. 1941 bis 1946
109-121
122
Seite 17
17/506
A, Zahl der in Fürsorgeerziehung und in zugelassener öffentlicher Er-
ziehung stehenden Zöglinge, 1941 bis 1946
B Städtisches Kinderheim Mariahilf . .
2. Armenfürsorge
A Übersicht über die Zuwendungen an Hilfsbedürftige in offener Fürsorge
1913, 1918, 1927 bis 1946
B Personenkreis der offenen Fürsorge im Monatsdurchschnitt vom 1.4.1941
bis 31. 12. 1946. .
Seite
123
123
124
125
C Alter, Geschlecht und Familienstand der in offener Fürsorge unterstütz-
ten Parteien; Mitunterstützte
D Kosten der offenen Fürsorge
129
126
E Durchschnittliche Höhe der laufenden Barunterstützungen je Partei und
Monat
G Personenkreis und Kosten der geschlossenen Fürsorge vom 1. 4. 1941
bis 31. 12. 1946. .
F₁/ Vergleiche über Personenkreis, Aufwand und Unterstützungshöhe mit
österreichischen und deutschen Städ en und dem Reich
H Altersheime und andere Versorgungsanstalten. Bewegung 1945 und 1946
J Familienstand und Alter der von der Stadt befürsorgten Anstalts-
pfleglinge
K Beruf und Berufsstellung der von der Stadt befürsorgten Anstalts-
pfeglinge
VII. Sozialversicherung
Text.
Tabellen
128
130
132
134
136
136
137-138
1. Gebietskrankenkasse, Stand der Versicherten im Stadtgebiet Innsbruck
2. Krankenfürsorgeanstalt der städtischen Angestellten
139
A Stand der Versicherten
139
B Versicherungsleistungen für Mitglieder und Angehörige aller ange-
schlossenen Orte
140
C Durchschnittliche Versicherungsleistungen und Verwaltungskosten
139
VIII. Beschäftigung der Bevölkerung und Arbeitslosigkeit
1. Beschäftigung der Bevölkerung in Innsbruck
Text.
Tabellen
A Erwerbspersonen, selbständige Berufslose, Angehörige 1934, 1939 und
1946..
.141-150
151
B, Berufliche Gliederung der Erwerbspersonen nach dem Ergebnis der
Volkszählung vom 22. 3. 1934.
152
B, Berufliche Gliederung der Erwerbspersonen nach dem Ergebnis der
Volkszählung vom 17. 5. 1939
153
TIE
B, Berufliche Gliederung der unselbständigen Erwerbstätigen nach dem
Ergebnis der Beschäftigungserhebung vom Juli 1946 ...
155
C Die Stellung der Erwerbspersonen in ihrem Beruf in den Jahren 1934,
1939 und 1946 mit Vergleichsübersicht
156.
D, Die wirtschaftliche Zugehörigkeit der Erwerbspersonen nach dem Er-
gebnis der Volkszählung vom 22. 3. 1934 ...
D, Die wirtschaftliche Zugehörigkeit der Erwerbspersonen nach dem Er-
gebnis der Volkszählung vom 17. 5. 1939. .
.
157
158
122
D. Die wirtschaftliche Zugehörigkeit der Berufstätigen nach dem Ergebnis
der Beschäftigungserhebung 1946 gegliedert nach Wirtschaftsabteilungen
und Wirtschaftszweigen
E Gliederung der gesamten Bevölkerung nach der sozialen Stellung und der
wirtschaftlichen Zugehörigkeit
F Das Alter der Berufstätigen im Juli 1946.
159
162
163
XI
Seite 18
18/506
2. Arbeitslosigkeit
A Zahl der vorgemerkten und unterstützten Arbeitslosen in Österreich und
Tirol 1933.
B Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen im Arbeitsamtssprengel Innsbruck
1930 bis 1934
Seite
164
164
165
C Zahl der Arbeitslosen in Innsbruck 1935 bis 1941
D Zahl der Arbeitslosen im Arbeitsamtssprengel Innsbruck vom Juli 1945
bis Dezember 1946
IX. Bau- und Wohnungswesen
Text mit Übersichten über öffentliche Gebäude und Denkmäler.
Tabellen
1. Häuser und Wohnungen in Innsbruck
167
168-178
A Entwicklung des Häuserbestandes in Innsbruck
179
B Gebäude und Wohnungen (Stand vom Dezember 1946)
180
.
D Neubauten im Stadtgebiet, errichtet in den Jahren 1920 bis 1946
E Siedlungen
C Beispiele für das Verhältnis der Anzahl der Gebäude zur Zahl der
Wohnungen
181
182
183
2. Städtische Häuser
A Gebäudebesitz der Stadt, Häuser, Wohnungen, Geschäfte und Betriebe
B Gebäudebesitz nach Katastralgemeinden Ende 1946; Wohnungs-
Neubauten nach Wohnungsgrößen
184
185
3. Bautätigkeit 1945/1946, Behebungen von Kriegs- und Zeitschäden, Neu-,
Ersatz-, Zu-, Auf- und Anbauten
186
4. Mietzinse für Bestandsräume
A Wohnungsmietzinse 1914, 1937 und 1945
187
B Beispiele für das Verhältnis zwischen Einkommen und Mietzins 1937 und
1945.
189
Xa. Straßenpflege, Kehrichtabfuhr, Entwässerung
Text..
Tabellen
1. Öffentliche Straßen und Brücken
A Öffentliche Straßen in Verwaltung der Stadt Innsbruck, Stand Ende 1946
B Brücken im Stadtgebiet über den Inn und die Sill
. 190-197
202
198
2. Straßenbau und Straßenerhaltung. Maschinen, Oberflächenbeläge
3. Straßenreinigung. Geräte....
195
.
195
4. Hauskehrichtabfuhr. Muligefäße und abgeführte Mullmenge in Innsbruck
1946. .
203
5. Stadtentwässerung in Innsbruck. Kanäle, Kanalspülung, Kanalräumung,
Senkgruben und Bedürfnisanstalten.
204
Xb. Stadtwerke Innsbruck, Versorgungsbetriebe
Text.
Tabellen
1. Wasserwerk, Wasserversorgung
A Trinkwasserversorgung von Innsbruck, Quellenübersicht
B Leitungslängen von den Quellfassungen bis zu den Hochbehältern
0 Verteilungsleitungen und Hauptversorgungsleitungen von den Hooh-
behältern an
D Quellenergiebigkeit
E Wasserabgabe
201
201
2. Elektrizitätswerk, Versorgung mit Strom, öffentliche Beleuchtung
A Leitungsnetz und Stromwirtschaft, Anschlüsse und Zähler, öffentliche
Beleuchtung des Stadtgebietes 1937, 1942, 1945 und 1946
B Angeschlossene Stromgeräte 1937, 1942, 1945 und 1946
XII
205-217
218
219
219
220
221
222
223
Seite 19
19/506
3. Gaswerk, Versorgung mit Gas
Seite
big wh.VIX
224
224
225
A Gaserzeugung und Gasabgabe in Innsbruck 1937, 1943, 1945 und 1946.
B Gasgeräte in Innsb:uck, Stand vom 31. 12. 1948
4. Stadtgärtnerei, Größe der allgemein zugänglichen Park- und Rasenanlagen.
Betriebsanlage
XI. Verkehr
Text.
Tabellen
1. Innsbrucker Verkehrsbetriebe-A.-G., Stubaitalbahn-A.-G. und Nordketten-
bahn
A Straßenbahnlinien 1 und 3.
B Straßenbahnlinie 4 nach Hall.
C Straßenbahnlinie 6 nach Igls
D Stubaitalbahn.
E Hungerburgbahn.
F Nordkettenbahn
226-232
233
234
236
235
237
238
239
H₁/, Autobus- und Obus-Linien, Verkehrsunternehmen Stubaital.
240
J Betriebsleistungen 1937 und 1946.
241
K Übersicht über die Verkehrsbetriebe A-H, und H,
242
2. Kraftfahrzeuge und Fahrräder in Innsbruck, Bestand im Dezember 1934
und 1946.
244
G Patscherkofelbahn
3. Straßenverkehrsunfälle im Bereich der Bundespolizeidirektion in Innsbruck
A Zahl der Unfälle und der hiebei verletzten oder getöteten Personen 1939
bis 1946.
B Die Unfälle im Jahre 1946 gegliedert nach Unfallschaden und Monaten
C Straßenkreuzungen und -züge mit den häufigsten Verkehrsunfällen 1946
4. Fremdenverkehr in Innsbruck
A Fremdenverkehr 1924/25 einschließlich 1935/36 in Jahressummen. . .
B Fremdenverkehr 1935/36 einschließlich 1945/46 in Monats- und Jahres-
summen
C Fremdenverkehr 1935/36 einschließlich 1945/46 nach Herkunftsländern
D Perzentueller Anteil der Herkunftsgruppen an der Gesamtzahl der Mel-
dungen 1928/29 einschließlich 1941/42. Geschichtliche Ereignisse...
E₁/ Durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Fremden in Innsbruck. Ver-
gleiche mit anderen Städten und Orten
F Gegenüberstellung der Hundertsätze der Meldungen und Übernachtun-
gen der Herkunftsgruppen..
G Verhältnis des Winterhalbjahres zum Sommerhalbjahr.
H₁/ Fremdenverkehr in Innsbruck und in vier Landeshauptstädten 1924/25
bis 1935/36, in Innsbruck und Salzburg 1939 bis 1944
5. Fremdenbeherbergungsstätten in Innsbruck
A Fremdenbeherbergungsstätten geordnet nach Katastralgemeinden
B Fremdenbeherbergungsstätten geordnet nach Betriebsgruppen
XII. Geld- und Kreditwesen
Text..
Tabelle
Die wesentlichsten Zahlen aus den Bilanzen der Sparkasse der Sadt
Innsbruck
XIII. Gewerbe
245
246
247
248
249
250
251
253
254
255
256
257
258
259-260
260a
Text..
Tabellen
1. Gewerbeanmeldungen, Konzessionsverleihungen, Löschungen 1946
2. Stand der Gewerbeberechtigungen März 1947
261-262
263
265
XIII
Seite 20
20/506
Seite
XIV. Land- und Forstwirtschaft
Text.
Tabellen
1. Bodenbenutzungserhebungen, Anbauflächen, Ertrag; Gemüseanbauer-
hebungen
A Bodenbenutzungserhebungen 1943 bis 1946, Wirtschaftsfläche der
Gemeinde
.
B Bodenbenutzungserhebungen 1943 bis 1946, Wirtschaftsflächen der
Betriebe von ½ ha an
C Gliederung der Wirtschaftsfläche der Gemeinde 1946 nach Kulturarten
und des Anbaues auf dem Acker- und Gartenland nach Fruchtgattungen
D Durchschnittserträge 1946..
E, Anteile der Flächen der Kulturarten an der land- und forstwirtschaftlich
genutzten Fläche 1946
E, Zahl und Gesamtwirtschaftsflächen der Betriebe 1946 nach Größen-
typen, ihre Anteile an Gesamtzahl und Gesamtfläche
Es/ Anteil der Betriebe 1946 nach Größentypen an der land- und forst-
wirtschaftlichen Nutzung in absoluten Zahlen und in Prozenten
F Der endgültige Anbau von Gemüse und Erdbeeren 1944.
G Der Frühjahrs- und der Nachanbau von Gemüse und Erdbeeren 1946
2. Fischfang in Innsbruck. Ergebnisse 1938 bis 1946.
3. Jagd in Innsbruck. Jagdgebiete, Wildstand und Abschuß 1944/45.
XV. Tierhaltung und Veterinärwesen
Text.
Tabellen
A Ergebnisse der Viehzählungen von 1938 bis 1946
270-278
279
280
281
290
283
284
285
286
288
291
296
297-303
304
1. Viehzählungen, Bestand an Nutztieren in Innsbruck
B Die Viehzählungen vom 3. 12. 1945 und 1946. Tiere nach Gattung,
Alter und Geschlecht
305
.
C Viehzählung vom 3. 12. 1946: Viehbestand nach Katastralgemeinden
D Viehzählung vom 3. 12. 1946: Verteilung der Tierarten auf die Vieh-
haltungen.
307
308
E Viehzählung vom 3. 12. 1946: Viehhaltungen mit einer Tiergattung allein
oder zusammen mit Geflügel oder Kaninchen
309
F Viehzählung vom 3. 12. 1946: Vergleich mit den Ergebnissen der Zählun-
gen vom 3. 12. 1938 und 1945
309
2. Hunde im Stadtgebiet, Stand vom Jahresende 1942 bis 1946
3. Anzeigepflichtige Tierseuchen und verseuchte Viehgehöfte 1946
4. Anlieferung von Schlacht- und Stechvieh, Schlachtungen
A Anlieferung von Schlacht- und Stechvieh auf den Schlachtviehmarkt
Innsbruck 1940 bis 1946 nach Herkunftsländern
310
310
B Anlieferung von Schlacht- und Stechvieh 1946 nach Monaten.
C Schlachtungen im städtischen Schlachthof 1946
5. Städtischer Schlachthof
6. Tierärzte in Innsbruck.
XVI. Lebensmittelbeschaffung
XIV
Text.
Tabellen
1. Lebensmittelbewirtschaftung
A Vom Ernährungsamt Innsbruck ausgegebene Lebensmittelkarten in aus-
gewählten Kartenperioden.
B Lebensmittelzuteilungen an Normalverbraucher in zehn Kartenperioden
(Auswahl)
311
313
314
315
315
316-320
321
322
Seite 21
21/506
Milchzuteilung in zehn Kartenperioden
D Tageskalorien sämtlicher Verbrauchergruppen in zehn Kartenperioden.
E Kaloriensätze für Normalverbraucher 1945 und 1946
F Verbrauch an rationierten Lebensmitteln 1946 . .
G Milchanlieferung und -ausgabe im Milchhof Innsbruck 1944 bis 1946.
2. Märkte und Marktpolizei
A Märkte und Markthallen.
B Täglicher Lebensmittelmarkt am Innrain, Jahrmärkte
C Marktpolizei. Lebensmittelproben, Beschlagnahme, Übertretungen
XVII. Preise, Lebenshaltungskosten, Arbeiterlöhne
Text.
Tabellen
1. Preise in Innsbruck
Seite
323
324
325
326
327
328
329
330
331-333
A Kleinhandelspreise für Lebens- und Genußmittel 1936 bis 1946.
B Preiserhöhung wichtiger bewirtschafteter Lebensmittel von Ende 1945
bis Ende 1946
334
339
2. Lebenshaltungskosten in Innsbruck beschränkt auf die aufgerufenen Lebens-
mittel, Strom, Gas und Wohnung miete
340
341
3. Arbeiterlöhne in Innsbruck (Auswahl)
XVIII. Unterricht und Bildung
Text.
Tabellen
1. Kindergärten in Innsbruck.
2. Volks-, Haupt- und Hilfsschulen in Innsbruck
A Die städtischen Volks- und Hauptschulgebäude
B Besuch der städtischen Volks- und Hauptschulen 1933/34 bis 1946/47
C Sprengelfremde Kinder an den städtischen Volks-, Hilfs- und Haupt-
schulen 1934/35 bis 1938/39
D Zahl aller Volksschulen (einschließlich Hilfsschule und Übungsschule),
der Lehrkräfte, Klassen und Kinder 1940/41 bis 1946/47.
E Zahl aller Hauptschulen, der Lehrkräfte, Klassen und Kinder 1940/41
bis 1946/47
F Zahl der Lebendgeburten und Zahl der Kinder der 1. Volksschulklassen
in Innsbruck von 1913, bzw. von 1919 an
3. Gewerbliche Berufsschulen, Schulen für Berufsausbildung
A Gewerbliche Fortbildungsschulen für Berufschulpflichtige 1945/46 und
1946/47
B Schulen für Berufsausbildung (Gewerbeschule, Handelsakademie, Kauf-
männische Wirtschaftsschule, Frauenberufsschule) 1945/46 und 1946/47
4. Lehrerbildungsanstalten mit Bildungsanstalten für Kindergärtnerinnen,
Hortnerinnen und Handarbeitslehrerinnen 1945/46 und 1946/47
5. Gymnasien, Oberrealschule und Frauenoberschule 1945/46 und 1946/47..
Gesamtübersicht zu den Unterabschnitten 2 bis 5
6. Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
A Lehrpersonen im Sommersemester 1946 und im Wintersemester 1946/47
B Zahl der Hörer in früheren Semestern.
Hörerschaft im Sommersemester 1946 und im Wintersemester 1946/47
916
D Staatsangehörigkeit der Hörerschaft.
E Glaubensbekenntnis der Hörerschaft.
PLA
.
345-359
360
362
364
364.
365
366
367
368
369
370
371
372
373
374
375
376
377
XV
Seite 22
22/506
BESUE
7. Städtische Musikschule (Konservatorium) 1934/35 bis 1946/47
8. Stadtbücherei Innsbruck
A Zahl der Bücher, Leser und Entleihungen 1941/42 bis 1946.
B Gliederung der Leser, der Entleiher und der Benützer der verschiedenen
Buchgruppen nach Männern, Frauen und Jugendlichen
9. Museen. Besucherzahl im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1935 bis
1940, 1945 und 1946 und im Tiroler Volkskunstmuseum 1929 bis 1937 . .
10. Theater, Konzerte, Lichtspiele
A Das Landestheater in Innsbruck 1945/46 und 1946/47.
B Zuschüsse der Stadt an das Stadt-, bzw. Landestheater und Ausgaben
für das städtische Orchester.
C Theater- und Orchesterbesuch, Gemeindezuschüsse in anderen Städten.
D Die kleineren Bühnen in Innsbruck, Konzerte und Lichtspieltheater 1946
E Konzerte der Stadt Innsbruck 1946/47
XIX. Sport und Leibesübungen
Text.
Tabellen
A Sport- und Spielplätze, Turnhallen
B Sportämter und Sportorganisationen in Innsbruck
XX. Kultuswesen in Innsbruck
Text..
Tabellen
1. Einrichtungen (Pfarreien, Vikariate, Seelsorgestellen)
2. Kultstätten
A Zahl der Kirchen und Kapellen.
B Übersicht der Kirchen geordnet nach ihrer Entstehungszeit.
C Übersicht der Kapellen geordnet nach Katastralgemeinden
3. Wechsel der Religionszugehörigkeit
A Religionszugehörigkeit der Bevölkerung 1934 und 1939
B Religionsaustritte und Übertritte 1938 bis 1946.
Seite
378
379
380
382
383
386
384
387
387
388-391
392
393
.. 394-395
397
C Religionsaustritte 1938 bis 1946 geordnet nach den aufgegebenen und
neugewählten Bekenntnissen.
D₁/ Religionseintritte 1945 und 1946 geordnet nach Sprengeln; Verhältnis-
zahlen zu den Austritten 1938 bis 1944
XXI. Verwaltung
Text.
Tabellen
397
398
400
401
402
403
405
406-413
1. Die Bediensteten der Stadtgemeinde Innsbruck im Magistrat
A Beamte und Angestellte gegliedert nach der Dienststelle 1905, 1932, 1936
und 1946
414
B Beamte, Angestellte und Arbeiter gegliedert nach der Dienststelle 1936
und 1946.
415
C Perzentuelle Zunahme der Zahl der Beamten und Angestellten, der Ein-
wohner und der Fläche des Stadtgebietes
416
D Personalaufwand des Stadtmagistrates 1936 und 1946
417
E Gruppenweise Gliederung der Beamten und Angestellten nach der Größe
ihres Reineinkommens
418
2. Zahl der Bediensteten der Stadtwerke und der Verkehrsbetriebe 1936 und
1946..
419
XVI
Seite 23
23/506
Seite
XXII. Feuerschutz
Text..
Tabellen
A Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr
B Ausrückungsanlässe und ihre Gliederung 1945 und 1946
XXIII. Finanzwirtschaft der Stadtgemeinde
Text..
Tabellen
A Einnahmen und Ausgaben des ordentlichen Haushaltes 1923 bis 1946,
Ausgaben je Einwohner
.
B Einnahmen und Ausgaben des ordentlichen und außerordentlichen Haus-
haltes 1937 bis 1946 (Steuern, Personalaufwand, Vermögensaufstellung,
die wichtigsten Gebühren)
420-422
423
424
426-435
436
436a
436b
437
C Entwicklung der Steuern, der Steuereinnahmen und Zuweisungen 1937
bis 1946.
D Gliederung des Personalaufwandes des Stadtmagistrates nach der Art der
Ausgabe 1941/42 bis 1946
E Gliederung der Einnahmen und Ausgaben der ordentlichen Haushalts-
pläne nach den Einzelplänen 1941/42 bis 1946
438a
F Gliederung des Personalaufwandes des Stadtmagistrates nach den Einzel-
plänen 1941/42 bis 1946. .
438
Anhang
1. Die gefallenen Soldaten und Kriegsversehrten der beiden Weltkriege
1914/1918 und 1939/1945 mit dem Wohnsitz in Innsbruck
Text.
Tabellen
A Die im Weltkrieg 1914/1918 gefallenen Innsbrucker und die gefallenen
Wehrmachtsangehörigen des 2. Weltkrieges.
B Kriegsinvalide des 1., Kriegsversehrte des 2. Weltkrieges
2. Opfer der Fliegerangriffe und Fliegerschäden in Innsbruck
440-441
442
443
Text.
Tabellen
A Opfer der 22 Fliegerangriffe 1943 bis 1945
444-446
447
B Bombenbeschädigte und unbeschädigte Gebäude gegliedert nach Stadt-
teilen und Schadensgruppen..
448
C Bombenbeschädigte und unbeschädigte Gebäude gegliedert nach ihrer
Verwendung (Gebäudeart)
D Bombenbeschädigte und unbeschädigte Wohnungen.
449
451
E Bombenschäden der Fremdenbeherbergungsstätten, Verluste an Zimmern
und Betten.
451
F Kriegsschäden an Straßen und Plätzen
452
G Bombenschäden an städtischen Versorgungseinrichtungen (Stadtwerken)
H Bombenschäden der Innsbrucker Verkehrsbetriebe
452
452
J Die baulichen Kriegsschäden im Stadtgebiet gegliedert nach Stadt-,
Bundes-, Landes- und Privatbesitz ..
453
3. Der Wiederaufbau der Stadt Innsbruck 1945 und 1946
Text.
.
Tabellen und Aufstellungen
A Behebung von Kriegsschäden an Straßen, Brücken, Kanalisation und
Versorgungseinrichtungen (Stadtwerken)
454-455
456
XVII
Seite 24
24/506
B Instandsetzung beschädigter Straßenverkehrsmittel, Übersicht über die
betriebsfähigen Lastkraftfahrzeuge
C Instandsetzung der Marktversorgungsanlagen
D Wohnungsinstandsetzung
E Menge des zum Wiederaufbau verwendeten Baumaterials
F Wiederaufbau im Kindergarten- und Schulwesen, Kulturleben und Sport
4. Gemeinderatswahlen; Nationalrats- und Landtagswahlen 1945, Abstim-
mung in Arzl 1946
Text..
Tabellen
A Gemeinderatswahlen in Innsbruck von 1919 bis 1933
Seite
457
458
458
458
458
.. 459-461
462
464
464
B Nationalrats- und Landtagswahlen am 25. 11. 1945, Ergebnisse in
Innsbruck.
C Abstimmung in Arzl am 6. 10. 1946 über die Lostrennung von Innsbruck
5. Registrierung der Nationalsozialisten in Innsbruck
Text...
Tabellen
A Ergebnisse des Registrierungsverfahrens beim Stadtmagistrat, Stand
vom 1. 4. 1948.
B Gliederung der registrierten Personen nach Berufen.
C Gliederung der registrierten Personen nach Altersstufen
Berichtigungen.
XVIII
465
466
467
467
468
Seite 25
25/506
Bildliche Darstellungen
Plan des Stadtgebietes von Innsbruck gegliedert nach Katastralgemeinden
18 Diagramme:
1. Die klimatischen Verhältnisse Innsbrucks in bildlicher Darstellung
2. Mittlere perzentuelle Häufigkeit der acht Winrichtungen in Innsbruck
3. Entwicklung des Innsbrucker Stadtgebietes (Eingemeindungen)..
4. Entwicklung der Bevölkerung in Innsbruck und im Gesamtraum der
neun seit April 1942 vereinigten Katastralgemeinden von 1869 an.
5. Altersaufbau der Bevölkerung von Innsbruck im Jahre 1939 nach
Altersjahren und Altersgruppen..
6. Eheschließungen, Lebendgeborene und Gestorbene in Innsbruck seit
1905. Lebendgeborene und gestorbene Ortsansässige seit 1935...
7. Todesursachen der in den Jahren 1945 und 1946 verstorbenen Orts-
ansässigen
8. Zuwendungen in offener Fürsorge in Innsbruck, Einwohnerzahlen,
Ausgaben auf 10.000 Einwohner
9. Bevölkerungsgruppen in Innsbruck: Volkszählung 1939 und Be-
schäftigungserhebung 1946
10. Altersaufbau der Erwerbstätigen in Innsbruck im Jahre 1946.
11. Stadtwerke Innsbruck, Elektrizitätswerk. Gesamtanschlußwert nach
Netzbereich und Verwendung..
12. Stadtwerke Innsbruck, Elektrizitätswerk. Anschlußwert der an das
Netz angeschlossenen Glühlampen, Bügeleisen, Heißwasserspeicher
und Herde
13. Fremdenmeldungen und Fremdennächtigungen in Innsbruck in den
Jahren 1926-1945; perzentueller Anteil der Herkunftsgruppen an
der Gesamtzahl der Fremdenmeldungen
14. Allgemeine Viehzählungen in Innsbruck 1938-1946, gesamter Vieh-
bestand
.
15. Schweinebestand in Innsbruck im Dezember der Jahre 1938-1946;
Stand an Milchkühen in Innsbruck einschließlich der zur Milch-
gewinnung und Arbeit verwendeten Kühe im Dezember der Jahre
1938 bis 1946. .
Abschnitt Seite
19
1/3
5
1/3
7
20
34.
II/1
III/2
III/3
18
37
IV/2, 3, 4 58
IV/4
64
VI/2
118
VIII/1
144
VIII/1
148
Xb/3
213
Xb/3
214
XI/4
232a
XV/1
299
XV/1
300
16. Zahl der Lebendgeborenen und der Kinder der ersten Volksschul-
klassen in Innsbruck..
. . XVIII/2
349
17. Religionsaustritte.
XX/3
396
18. Die ordentlichen Ausgaben der Stadt Innsbruck je Einwohner in den
Jahren 1923 bis 1946
XXIII
430
XIX
Seite 26
26/506
ZUR BEACHTUNG!
Ein Punkt (.) in den Tabellen bedeutet, daß eine Zahl nicht ermittelt werden konnte, wäh-
rend ein Strich (-) gleichbedeutend mit 0 ist.
α= = Durchschnitt.
Eine einfache Jahreszahl bedeutet das Kalenderjahr, eine Doppelzahl einen Berichtszeit-
raum von 12 Monaten, der sich nicht mit dem Kalenderjahr deckt (z. B. Schuljahr, Fremden-
jahr, Rechnungsjahr).
Bei der Einordnung doppelseitiger Tabellen war es, um leere Seiten zu vermeiden, in Einzel-
fällen nötig, die logische und fortlaufend bezeichnete Reihenfolge zu unterbrechen und eine
einseitige Tabelle vor- oder rückzureihen; in solchen Fällen ist durch einen Vermerk auf die
Seitenzahl der versetzten Tabelle verwiesen.
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XX
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I. Naturverhältnisse
I/1. Geographische Lage und Ortszeit von Innsbruck
Die geographische Lage der Stadt ist durch den südlichen Turm der St. Jakobs-
Pfarrkirche hinlänglich bestimmt; er liegt 574 m ü. d. M., 47° 16' 11.27" nördlicher
Breite und 11° 23' 54.57" östlicher Länge von Greenwich und bildet den Koordi-
natenursprung der alten Katastervermessung von Tirol und Vorarlberg. Die Lage
des meteorologischen Observatoriums der Universität, Schöpfstraße 41, wird mit
581 m ü. d. d. M., 47° 15.7' nördlicher Breite und 11° 23.8' östlicher Länge von
Greenwich und jene der Sternwarte der Universität, Sternwartestraße 15, mit
605 m ü. d. M., 47° 16' 6.5" nördlicher Breite und die Länge von Greenwich nicht
in Graden sondern in Zeit mit 0 Stunden, 45 Minuten und 31.42 Sekunden an-
gegeben.
Die mitteleuropäische Zeit (MEZ)- eine Stunde vor Greenwich - ist der mittleren
Ortszeit (MOZ) von Innsbruck um rund 14 Minuten voraus.
1/2. Höhenlagen der Stadt
Der westlichste Punkt des Stadtgebietes in der Talsohle - an der Grenze der
Gemeinde Zirl am linken Innuferliegt 585 m über dem Adriatischen Meer, der
östlichste Punkt an der Grenze der Gemeinde Ampaß am rechten Innufer
564 m; die Entfernung der beiden Punkte beträgt 11.4 km, der Höhenunterschied
ist 21 m. Das Gefälle der Talsohle von Westen nach Osten ist dementsprechend
0.18%. Der,,Bierstindl" am Fuße des Bergisel im Süden der Stadt liegt 594 m
hoch, der,,Goldene Stern" im Norden, in St. Nikolaus, 573 m; beide Gaststätten
sind 2.1 km voneinander entfernt, der Höhenunterschied beträgt wiederum 21 m,
er ergibt daher über dem Sillschuttkegel von Süden nach Norden eine Neigung des
Talbodens von 1%. Die mittlere Höhe des Stadtgebietes ist 579 m ü. d. M.; von
den in der Tabelle I/2 angeführten Punkten steht die Triumphpforte auf dieser
Höhe. Die Höhenlagen der neun Katastralgemeinden sind in der bezeichneten
Tabelle durch die Höhenlagen ihrer Pfarrkirchen gekennzeichnet. Der höchste
Punkt des Stadtgebietes ist der Kleine Solstein, zur Hälfte zum Zirler Gebiet ge-
hörend, mit 2641 m, der tiefste Punkt mit 564 m liegt am Inn an der Grenze der
Gemeinde Ampaß. Während der Kleine Solstein den westlichen Eckpfeiler des
Stadtgebietes bildet, ist die Rumer Spitze, an der die Grenzen der Gemeinden Arzl,
Rum und Thaur zusammenlaufen, der östliche Eckpfeiler auf der Nordkette. Hinter
der Nordkette zieht sich das Innsbrucker Gebiet an dem Südhang der zweiten,
zwischen dem Samer- und dem Hinterautal gelegenen Kette teilweise bis zum
Kamm hinauf, im Westen der Sagkopf mit 2137 m und im Osten die Sonntags-
karspitze mit 2577 m bilden dort die Grenzpunkte. Die Jägerkarlspitze und die
Praxmarerkarspitze liegen zur Gänze auf Scharnitzer Gebiet. Im Nordwesten ist
das Stadtgebiet an einer Stelle bis 72 km an die Grenze Bayerns vorgeschoben.
240 m nordöstlich der Patscherkofel-Bergstation liegt in annähernd 1900 m in der
,,Ampferer-Grube" der südlichste höchste Punkt des Stadtgebietes. Die Kuppe des
Patscherkofel mit der Bergstation der Patscherkofelbahn liegt auf Patscher Gebiet.
1
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I/3. Witterung¹)
Die klimatischen Verhältnisse der Stadt Innsbruck sind im allgemeinen durch
ihre Höhen- und Breitenlage an der Nordabdachung der Ostalpen gegeben, werden
aber im besonderen durch den Schutzwall des Karwendelgebirges gegen Nordwinde
und durch die Einmündung des Wipptales als Föhnstraße von Süden her günstig
beeinflußt.
Die Tabellen 1/3 A, B und C enthalten die Beobachtungen des meteorologischen
Observatoriums der Universität Innsbruck über die wichtigsten Klima-Elemente:
über Luftdruck, Lufttemperatur, Sonnenstrahlung, Niederschlag und Winde. Die
Tabelle I/3 D mit Zahlen über die zeitlichen Grenzen der Frosttage, der Schneezeit
und der Schneedeckenzeit, bildet eine Ergänzung der Angaben der ersten 3 Tabellen
zu den Temperatur- und Niederschlagsverhältnissen. Da ein einigermaßen richtiges
Bild der Witterungsverhältnisse eines Ortes nur aus den Mittelwerten einer längeren
Reihe nach gleicher Methode gefundenen Beobachtungsziffern gewonnen werden
kann, sind zum Vergleich mit den Ergebnissen aus dem Jahre 1946 die Mittelwerte
des 25jährigen Beobachtungszeitraumes von 1906-1931 und die Jahresmittel und
Summenergebnisse der einzelnen folgenden Jahre wiedergegeben. Aus diesem
Material ist über die einzelnen Klima-Elemente folgendes zu entnehmen:
Der mittlere Barometerstand nach dem 25jährigen Mittel ist 711.78 mm, der
mittlere Barometerstand des Jahres 1946 betrug 711.41 mm. Der bisher höchste
Luftdruck (absolutes Maximum) war 731.0 mm, der bisher tiefste (absolutes Mini-
mum) 684.0 mm; das Jahr 1946 weist ein Maximum von 723.4 und ein Minimum
von 693.8 auf. Der jährliche Gang des Luftdruckes ist sehr verschieden. Im all-
gemeinen sind die Schwankungen in der wärmeren Jahreszeit geringer als in der
kälteren. Das Maximum fällt meist auf den Herbst oder Winter, das Minimum auf
den Frühling. Die mittlere Jahrestemperatur nach dem Mittel der Jahre 1906
bis 1930 betrug 8.5° Celsius; ihr liegen Jahresmittel von 7.4 bis 9.4° C zugrunde.
Seither schwankten die mittleren Jahrestemperaturen zwischen 7.4 und 9.3º C.
Auch 1946 weist 9.3 Celsiusgrade als Temperaturmittel auf. Die höchste Temperatur
seit 1906 war plus 37° C, die niederste minus 26.8°. Das Jahr 1946 brachte Extreme
von -14.6° C im Jänner und +33.6 im Juni. Die Zahl der Frost- und darunter
der Eis- oder Wintertage charakterisiert die winterlichen Temperaturverhältnisse.
Ihr Eintritt und ihre Dauer sind besonders für die Landwirtschaft, das Baugewerbe
und den Wintersport von Bedeutung. Als mittlere Zahl des 25jährigen Beobachtungs-
zeitraumes werden 114.3 Frost- und darunter 25.8 Eistage ausgewiesen; völlig
1) Diese Einführung stützt sich auf Dr. E. Ekharts,,Klima von Innsbruck", Berichte des
Naturwissenschaftlich-medizinischen Vereines in Innsbruck, Jahrgang 1931/32-1933/34,
und auf Dr. Ehrenfried Hoinkes,,Die Windverteilung einer alpinen Talstation (Innsbruck)",
Meteorologische Zeitschrift, Heft 6, Jahrgang 1941. Zum Verständnis der Tabellen werden
im nachstehenden die wesentlichen Begriffe definiert: Frost- und Eistage (Wintertage) sind
jene Tage, an welchen die Temperatur bis oder unter Null sinkt (Minimum 0), bzw. den ganzen
Tag nicht über den Gefrierpunkt steigt (Maximum 0). Sommertage sind solche, an denen
das Tagesmaximum der Temperatur 25° C erreicht oder überschreitet. Es sei hier noch der
Tropentage gedacht, die in den Tabellen nicht gesondert ausgezählt sind; es sind Tage mit
einem Maximum, das gleich oder größer ist als 30° C. Nach Dr. Ekhart waren im 25jährigen
Beobachtungszeitraum im Jahresmittel 12.2 Tropentage. Als heitere Tage gelten solche
mit einer mittleren Bewölkung, die kleiner ist als 3/10, als trübe Tage solche, deren mittlere
Bewölkung größer ist als 8/10 des Firmamentes. Als Schneetage werden alle Niederschlags-
tage gezählt, an denen die gefallene Schnee- oder Schnee-Regen-Menge geschmolzen min-
destens 0.1 mm erreicht. Die Schneedeckenzeit ist der Zeitraum vom Beginn der ersten
bis zum Ende der letzten Schneedecke.
2
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frostfrei waren in dieser Zeitspanne nur die Monate Juni, Juli und August. Im Jahre
1946 wurden 97 Frost- und davon 27 Eistage gezählt. Die Tabelle I/3 D ergänzt
diese Zahlen durch die Zeitpunkte des ersten Herbst- und des letzten Frühlings-
frostes. Nach dem 25jährigen Mittel tritt der erste Herbstfrost am 20. Oktober,
der letzte Frühlingsfrost am 20. April ein. Tatsächlich schwankte das Datum des
ersten Frostes zwischen dem 23. September und 7. November, des letzten Frostes
zwischen dem 24. März und dem 12. Mai (Pankratius). Der letzte Frühlingsfrost
im Jahre 1946 fiel auf den 12. April, der erste Herbstfrost auf den 12. Oktober;
in diesem Jahre waren demnach genau sechs Monate völlig frostfrei. Sommertage
wurden im Mittel 57.3 gezählt. Sie fallen auf die Monate Mai, Juni, Juli, August
und September, ausnahmsweise auf den April; das Jahr 1946 brachte die erhöhte
Zahl von 65 Sommertagen und zwar in den Monaten Mai bis September. Die relative
Feuchtigkeit betrug im 25jährigen Mittel 71, im Jahresmittel 1946 70%. Die
Jahresschwankungen sind nicht groß; der höchste Prozentsatz wird in der kalten
Jahreszeit erreicht, der niederste zeigt sich im Frühling2). Dem Sonnenschein
und der Bewölkung gilt neben dem Niederschlag das besondere Interesse der Allge-
meinheit. Innsbruck hätte seiner Breitenlage nach, ohne Gebirge und bei Wolken-
losigkeit, eine Sonnenscheindauer von 4468 Stunden. Das Gebirge verursacht
einen Verlust von 752 Stunden, das ist rund 1, so daß die tatsächlich mögliche
Sonnenscheindauer 3716 Stunden beträgt. Dieser Zahl steht das 25jährige Mittel
von 1691.6 Stunden an Sonnenschein gegenüber; es beträgt 37.8% der astronomisch
und 45.6% der effektiv möglichen Dauer. Auf den Tag entfallen im Durchschnitt
sonach 4.6 Stunden. Der August ist mit 199.9 Stunden im Mittel (6.4 Stunden pro
Tag) der sonnenreichste, der Dezember mit 51.2 Stunden im Mittel (pro Tag 1.7 Stun-
den) der sonnenscheinärmste Monat. Der sonnigste Monat der Beobachtungsreihe
1906-1930 war, nach Dr. Ekhart, der Juli 1928 mit 277 Stunden, der sonnen-
ärmste der Dezember 1906 mit 24 Stunden. Im Jahre 1946 wurden 1815.6 Sonnen-
scheinstunden, das sind 49% der effektiv möglichen Dauer, registriert. Der April
1946 brachte mit 235.6 Sonnenscheinstunden gegenüber dem Durchschnittswerte
von 142 Stunden ein neues absolutes Maximum. Die stetige Zunahme der Sonnen-
scheindauer ist unverkennbar. Dieser Zunahme entspricht die Abnahme der sonnen-
losen Tage, die im Mittel der Jahre 1906-1930 63.7 Tage, in den Jahren 1931-1945
41-47 und im Jahre 1946 48 Tage betrugen. Die Bewölkung wird in Zehnteln
des sichtbaren Firmamentes geschätzt. Für den Zeitraum 1906-1930 wurde das
jährliche Bewölkungsmittel mit 6.0, für 1946 mit 6.2 festgestellt. In engstem Zu-
sammenhange mit dem Bewölkungsgrade steht naturgemäß die Zahl der heiteren
und trüben Tage, ohne daß sich aber das Verhältnis zueinander, wie auch das zur
Zahl der Sonnenscheinstunden, etwa in einer festen Zahl ausdrücken ließe. Die
größte Zahl an trüben Tagen weisen nach dem 25jährigen Mittel der Dezember und
April auf, die geringste der Februar und die Monate August, September und Oktober.
Am schönsten ist in Innsbruck der Spätwinter, der Spätsommer und der Herbst.
Wie in manch anderer Hinsicht, so fügt sich auch das Jahr 1946 durchaus nicht
2) Als relative Feuchtigkeit bezeichnet man das Verhältnis des in der Luft vorhandenen
Wasserdampfes zu der bei der jeweiligen Temperatur überhaupt möglichen Wasserdampf-
menge, als absolute Feuchtigkeit den in der Raumeinheit enthaltenen Wasserdampf. Die
absolute Feuchtigkeit ist in den Wintermonaten am geringsten und in den Sommermonaten
am höchsten. Ekhart nimmt als Maß für den absoluten Wasserdampfgehalt den Dampfdruck
und macht folgende Gegenüberstellung:
Sommerhalbjahr: relative Feuchtigkeit 68%, Dampfdruck 8.5 mm
Winterhalbjahr: relative Feuchtigkeit 74%, Dampfdruck 4.0 mm.
3
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dieser Regel: am trübsten war der Februar und am wolkenärmsten der April. Nebel-
tage sind selten. Sie fallen in ihrer überwiegenden Zahl auf die Monate Oktober bis
Jänner; im Mittel waren es 36.8, im Jahre 1946 25. Die Jahresmenge der Nieder-
schläge (Regen und Schnee) maß im Mittel des 25jährigen Beobachtungszeit-
raumes 861 mm. Davon entfielen 39% auf den Sommer, 21, bzw. 22 auf Frühjahr
und Herbst und 18% auf den Winter. Innsbruck gehört demnach dem,,Sommer-
regentyp" an. Das Jahr 1946 paßt mit seinen Niederschlägen nicht ganz in diesen
Rahmen. Die Gesamtmenge betrug nur 735 mm, der Februar war doppelt so nieder-
schlagsreich wie gewöhnlich, März, April und Mai waren außerordentlich trocken
und erst in den Monaten Juni, Juli und August fielen 426 mm, das sind 58% der
Jahresmenge. Daß in diesem Jahr die Zahl der Niederschlagstage (147) um 23 Tage
unter der Norm lag und die Häufigkeit der Gewitter um ein Drittel über dem Durch-
schnitt war, ist nicht überraschend. Der einzige Hagelschlag im Juli entsprach dem
Mittel und zeitlich der gegebenen Wahrscheinlichkeit. Schneetage wurden im Mittel
46.3 gezählt. Laut Tabelle I/3 D fiel der erste Schnee mit Regen vermischt Ende
Oktober, Schnee allein Mitte November. Die Schneezeit dauerte im Mittel 148 Tage.
Die Gesamtsumme der Neuschneehöhen wurde im Durchschnitt mit 145 cm ge-
messen. Die Schneedeckenzeit erstreckte sich von ungefähr Mitte November bis
Mitte März, im Mittel auf 122 Tage. Das Jahr 1946 dagegen hatte 44 Schneetage;
der erste mit Regen gemischte Schneefall trat am 1. November, der erste reine Schnee-
fall am 29. November ein. Die Neuschneehöhen betrugen zusammen 95 cm, die
letzte Schneedecke des Winters 1945/46 schwand am 27. Februar, die erste Schnee-
decke 1946/47 bildete sich am 30. November. Nach der Entwicklung der Witterungs-
verhältnisse in der Beobachtungszeit 1906-1930 und nach den seither registrierten
Ergebnissen scheint die Periode der kühlen Sommer und milden Winter, wie sie
zwischen 1890 und 1930 vorherrschten, zu Ende zu gehen und einem mehr kontinen-
talen Klima zu weichen. In diesem Zusammenhange sind die an der Wettersäule
im Innpark aus dem Jahre 1876 angebrachten meteorologischen Daten, die Mittel-
werte aus dem vorigen Jahrhundert darstellen, von einigem Interesse, wenn auch
wegen anderer Methoden oder Begriffsbestimmungen keine exakten wissenschaft-
lichen Vergleiche möglich sind³).
Das Diagramm Nr. 1 verstärkt in der Gegenüberstellung der Werte der wesentlichen
Klima-Elemente aus den Jahren 1906-1930 zu jenen des Jahres 1946 den Eindruck
einer möglicherweise eingetretenen Klimaschwankung. An Hand dieses Diagrammes
lassen sich der Inhalt der bisherigen Ausführungen im folgenden kurz zusammen-
fassen: Die Kurve des monatlichen Luftdruckmittels des Jahres 1946 ist selbst-
verständlich bewegter in den Extremen, nicht so ausgeglichen wie die des 25jährigen
Mittels, kommt dieser aber im Jahresdurchschnitt fast gleich (711.41:711.78 mm).
Die auf den Monatsmitteln aufgebaute Temperaturkurve 1946 fängt ein wenig tiefer
an als die des 25jährigen Mittels (-2.6:2.4), steigt rascher und eilt der Vergleichs-
kurve bis Juni um 2-4 Wochen voraus; sie übertrifft diese im Julimittel um 1.1°
3) Die Wettersäule trägt folgende Angaben:,,Barometerstand mittlerer 707.4 mm, höchster
721.7 mm, tiefster 689.8 mm; Temperaturen in Celsiusgraden:
Jänner -3.1
Februar -0.5
März
3.0
April
Mai
8.7
13.2
Juni
16.6
Juli
August
17.8
17.3
September 13.9
9.3
3.0
Oktober
November
Dezember -2.4
(Jahresmittel demnach 8.06° C). Innsbruck hat durchschnittlich im Jahre wolkenlose Tage
und teilbewölkte 298, ganz trübe 67, darunter Tage mit Regen 120, mit starkem Wind 71,
mit Gewitter 12. Die durchschnittliche Höhe der atmosphärischen Niederschläge beträgt
jährlich in Innsbruck 80 cm."
4
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Haigs
Die klimatischen Verhältnisse Innsbrucks in bildlicher Darstellung
0.1
1906
-
mm 715
1930
Mittlerer
1946
Luftdruck
mm 710
mm 705
mm 700
25jähr. Millel
Millere Temperatur
C +20
C
-15
C
10
C
+5
C
20
Tage 30
Frosk- und Sommerlage
.
25
.
20
•
15
10
.
5
Stunden:
200
Sonnenscheindauer
150
100
50
mm 150
Niederschlagsmenge
mm 100
mm 50
mm
19b ba
-dA cm 300
onlexcis
bay disagil
cm 200
cm 100
mb
bau I
Millerer Wassersland
10 jähr. Millel
Inn und Sill
cm
°
1931
1940
1946
Diagramm Nr. 1
bas (db)
5
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(18.7:17.6) und senkt sich, dieselbe anfangs Oktober schneidend, um -1.8° unter
den Dezemberwert des 25jährigen Mittels (-3.4:-1.6). Die frühere und stärkere
Erwärmung zeitigte im Jahre 1946 eine raschere Abnahme der Frosttage und im Mai
ein unvermitteltes Ansteigen der Zahl der Sommertage, die im Juni in ihrer Fort-
entwicklung durch den einsetzenden Regen gehemmt, im Juli die überdurchschnitt-
liche Höhe von 22 Tagen (16.2 im Mittel) erreichte; im November wird durch den
Ausfall der Hälfte der zu erwartenden Frosttage deren Gesamtzahl endgültig weit
unter das Mittel gedrückt (97:114.3). Die dargestellte Strahlungsdauer der
Sonne wirkt im Vergleichsbild mit dem Durchschnitt des 25-Jahreswertes geschlos-
sener, das Bild der Sonnenscheindauer im Jahre 1946 mit seinen Ausfällen im Februar
und Juni und den Überhöhungen im April (235.6 Stunden!), Juli und September,
wechselvoller. Die 3 Spitzen heben die Gesamtstrahlungsdauer um 124 Stunden
über das Mittel (1815.6:1691.6). Am sinnfälligsten kommt im 5. Bildpaar die
Niederschlagsarmut des Jahres 1946 zum Ausdruck. Die übernormal niederschlags-
reichen Monate Februar, Juni, Juli und August konnten keinen Ausgleich herbei-
führen. Das Jahr endete mit einem Abgang von 126 mm an Niederschlägen
(735:861 mm). Der Darstellung der wichtigsten Klima-Elemente sind die mittleren
Wasserstände unserer beiden Flüsse, zur Beurteilung ihrer naturgegebenen Abhängig-
keit von jenen, in Kurven beigefügt. Das Jahresmittel des Wasserstandes des Inn
aus dem Jahre 1946 und des 10jährigen Mittels aus den Jahren 1931-1940
(170:164 cm) unterscheiden sich, da es sich um ein viel jüngeres mehrjähriges
Mittel handelt, nur geringfügig.
Zum Schlusse sei noch der Wind verhältnisse gedacht. Die Ost- und West-
winde, meist lokale Talwinde (Talauf- und Talabwinde), aber auch Winde der
allgemeinen Zirkulation, sind zusammen ungefähr doppelt so häufig, wie die der
übrigen Richtungen zusammengenommen. Die Nordwinde werden durch die nörd-
lichen Kalkalpen fast zur Gänze abgehalten. Überfluten sie aber ausnahmsweise
die schützenden Gebirgskämme, werden sie im Herabstürzen zum Fallwind (Nord-
föhn) und erwärmen sich. Den Südwinden ist die Stadt gegen den Brenner hin aus-
gesetzt. Ihre perzentuelle Häufigkeit ist aber verhältnismäßig gering und entspricht
nicht annähernd der Laienmeinung. Die Zahl der Tage mit Südföhn betrug im 25-
jährigen Mittel 75, im Jahre 1946 58. Die Abneigung gegen den Südföhn, dem die
Stadt Innsbruck und ihre Umgebung eine Erhöhung des Temperatur-Jahresmittels
um 0.6° verdankt und der hier nach F. v. Kerner-Marilaun in pflanzengeographischer
Hinsicht förmlich eine südliche Insel hervorzaubert, gründet sich auf seine Böigkeit
und auf die für empfindliche Personen oft unangenehmen physischen und psychi-
schen Wirkungen. Die früher für jedermann so lästige Staubplage ist, seit der vor
rund 20 Jahren mit einem Kostenaufwand von 42 Millionen Schilling durch-
führten Asphaltierung der noch ungepflasterten Straßen und Gehsteige, in Wegfall
gekommen. Die in den Tabellen I/3 A, B und C enthaltenen Zahlen über die mittlere
Häufigkeit der Windrichtungen wurden aus den täglichen 3 Beobachtungen (7, 14
und 21 Uhr) gewonnen und zeigen die Anteile der acht Windrichtungen und der
Windstille an. Die Monatssumme der angegebenen Anteile bei regelmäßiger Ab-
lesung 93, 90 oder 84 entspricht der Zahl der Terminbeobachtungen. Bei der
Darstellung der Windfiguren im Diagramm Nr. 2 sind die Anteile der einzelnen
Windrichtungen von einem Nullpunkt aus, ihrer perzentuellen Häufigkeit und
Richtung entsprechend, als Strecken gezeichnet und deren Enden, des Gesamt-
eindruckes wegen, durch Linien verbunden. Der Prozentsatz der Windstille (C =
Calme) ist jeweils oberhalb der Figur angegeben. Die Summe der Prozentsätze der
einzelnen Windrichtungen und der Windstille ist stets 100. Die Windfiguren I und
6
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W
Mittlere prozentuelle Häufigkeit der 8 Windrichtungen in Innsbruck H
Jahresmillel 1931 - 1940
C-413%
N
S
O
Jahresmillel 1946
t.315%
Tänner
C-258%
Juli
C-301%
Monalsmillel 1966
C-Kalme, Windstille
Diagramm Nr. 2
0 1 2 3
6 7 8 9 10 %
April
C-144%
Oktober
C-312%
026 8 10%
7
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II bauen sich auf den Jahresmitteln auf und unterscheiden sich hauptsächlich durch
die Zunahme der Nordost- und der Südwestwinde im Jahre 1946. Im übrigen ist
beiden Jahresmitteln das Vorherrschen der Ost- und Westwinde, die leichte Be-
tonung der südlichen Richtung und die geringe Häufigkeit der Nordwest- und Nord-
winde gemeinsam. Die kleineren Windfiguren a, b, c und d ermöglichen die Be-
trachtung der Windverhältnisse zu verschiedenen Jahreszeiten an Hand der Monats-
mittel vom Jänner, April, Juli und Oktober. Im allgemeinen herrscht in Innsbruck
im Jänner der Westwind vor, in den übrigen Jahreszeiten halten sich Ost- und West-
wind annähernd die Waage. Daneben tritt der Südföhn mit seinen 2 Maxima im
Frühjahr und Herbst hervor, im Sommer hat der Ostwind das Übergewicht. Die
Windstille ist im Winter am größten und im Vergleich zu den Windverhältnissen
im Flachland bedeutend. Die Windgeschwindigkeit ist als 25jähriges Mittel mit
höchstens 6.2 km/h und für die weiteren Jahre mit höchstens 5.4 km/h berechnet
worden; die mittleren Stundenmaxima übersteigen nie 40 km/h, diesen können
aber bei besonders heftigen Föhnböen Momentanwerte von 80-85 km/h zugrunde
liegen. Jedenfalls sind die Windverhältnisse in Innsbruck so, daß weder die Wind-
häufigkeit noch die Windstärke, wie Ekhart sagt, die vielfach von Laien geäußerte
Meinung, unsere Stadt sei ein,,Windloch", gerechtfertigt erscheinen läßt.
1/4. Inn und Sill¹); Trinkwasserquellen
Der Inn entspringt im Oberengadin nördlich des Malojapasses (1817 m), tritt
nach rund 90 km bei Martinsbruck über die Tiroler Grenze und verläßt nach weiteren
212 km bei Erl das Land. Die offizielle Kilometrierung beginnt bei der Mündung
des Flusses in die Donau und weist folgende Zahlen aus: Passau-Erl 204 km,
Erl-Innsbruck 94 km, Innsbruck-Martinsbruck 118 km, Martinsbruck-Ur-
sprung 90 km, zusammen rund 506 km. Der Lauf des Inn mißt also vom Ursprung
bis Innsbruck 208 km, von Innsbruck bis Passau 298 km. Das städtische linke Inn-
ufer von Zirl bis Rum ist 13.25 km, das rechte von Völs bis Ampaß 10.17 km lang.
Das Flußbett ist an den Brücken durchschnittlich rund 80 m breit. Das Geschiebe
zeigt bei der Karwendelbrücke eine Korngröße bis zu 30 cm. Das Einzugsgebiet des
Inn umfaßt bei Innsbruck eine Fläche von 5794.3 km², bei Passau eine solche von
26131 km². Der Nullpunkt des Pegels bei der Innbrücke liegt 568.43 m, der des
Schreibpegels in der Englischen Anlage 568.04 m ü. d. M.; er war zu Beginn des
zweiten Weltkrieges bei beiden Pegeln um 1 m gesenkt worden, seither ist die Regi-
strierung von Minus-Wasserständen entfallen. Auf diese Senkung ist bei Vergleichen
mit Pegelhöhen aus früheren Jahren Bedacht zu nehmen. Die mittleren Pegelhöhen
im Durchschnitt der Jahre 1931-1940 sind laut Tabelle I/4 A
im Monat
Mittelwert in cm
1 2 3 45 6 7 8 9 10 11 12
86 82 87 116 198 295 299 245 197 152 117 96
im Jahresmittel 164 cm.
1) Das Zahlenmaterial über Inn und Sill wurde zum Großteil von Landesbaudirektor i. R.
Ing. Hofrat Hans Hussak zur Verfügung gestellt. Seine Zahlen unter a) und b) in der Tabelle
1/4 A stützen sich auf die Tagesmittel des Schreibpegels in der Englischen Anlage; sie sind
etwas niederer als die im neuen Österreichischen Wasserkraftkataster veröffentlichten Werte,
denen die täglich einmaligen Ablesungen um 8 Uhr früh am Lattenpegel an der Innbrücke
zugrunde liegen.
8
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Diesen Pegelhöhen entsprechen im Mittel folgende Wassermengen:
im Monat
m³/s
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
36 32 37 69 203 404 403 282 188 117 69 46
im Jahresmittel 157 m³/s.
Dieses Jahresmittel ergibt eine Gesamtabflußmenge von 4980 Millionen m³.
Der Zusammenhang zwischen Pegelstand, Wassermenge und Geschwindigkeit
kommt in folgenden Zahlen zum Ausdruck:
Pegelstand
75 cm (Winterniederwasser)
180 cm (Mittelwasser)
440 cm (normales Sommerhochwasser)
Wassermenge
26 m³/s2)
157 m³/s
786 m³/s
Geschwindigkeit
0.84 m
1.50 m
2.50 m.
Im Jahre 1946 betrug der Wasserstand im Jahresmittel 170 cm, dem nach dem
Schlüssel der Tabelle 1/4 A eine Wasserführung von rund 162 m³/s entspricht. Die
Wassertemperatur des Inn war im selben Jahre im Jahresmittel 6.5° C, das Maximum
fiel mit 13.30 auf den August, das Minimum von-0.1° auf mehrere Tage des Monats
Jänner.
Überschwemmungen durch den Inn sind selten. Sie treten meist nach schnee-
reichem Winter und kühlem Frühjahr bei beschleunigter Schneeschmelze oder
nach mehrtägigen warmen Regengüssen auf. Die drei größten Überschwemmungen
des 19. Jahrhunderts waren nach K. v. Sonklar³) die vom
onda s
9. und 10. August 1831 mit einem Pegelstand von 4.06 m
17. Juni
19. Juni
1855 mit einem Pegelstand von 5.00 m
1871 mit einem Pegelstand von 5.20 m.
An diese letzte erinnert die Marmortafel an der Nordwestecke des Krankenhauses
am Innrain, die eine Wasserhöhe von 81 cm über dem heutigen Gehsteig verzeichnet.
An der Westseite der Johanneskirche hält eine Steintafel die Erinnerung an 2 Über-
schwemmungen im 18. Jahrhundert und zwar an die vom 11. Juni 1762 und vom
27. September 1772 wach, mit Marken, die 129 und 149 cm über dem Boden liegen.
Die größte Überschwemmung seit Menschengedenken scheint aber, wie Sonklar
berichtet, die vom 10. Oktober 1789 gewesen zu sein, bei der das Wasser am Pegel
572 cm, an der Johanneskirche 161 cm und vor der St. Jakobs-Pfarrkirche 90 cm
gestanden sein soll.
Die Sill entspringt am Griesberg östlich des Brennersattels in ungefähr 1900 m
Höhe, durchfließt den Brennersee und mündet nach 42 km in den Inn. Das Einzugs-
gebiet beträgt 859 km². Der Pegel in der Reichenau ist 280 m vor der Einmündung
in den Inn angebracht. Sein Nullpunkt liegt 567.5 m ü. d. M.; das Flußbett ist
2) Die hier angegebenen Wassermengen entsprechen neuen Messungen, sie bleiben hinter
den in früheren Jahren veröffentlichten erheblich zurück.
3) K. v. Sonklar, Von Überschwemmungen. 1883. Die von Sonklar angegebenen Wasser-
stände bedürfen wegen der seither eingetretenen Änderungen (Flußbett, Brücke) einer Korrek-
tur. Nach einer Studie von Hofrat Dr. Krapf aus dem Jahre 1913 über die Hochwasser-
verhältnisse in Innsbruck würde z. B. damals dem von Sonklar für das Jahr 1871 gemeldeten
Hochwasserstand von 5.20 m am Lattenpegel in Innsbruck ein Stand von +4.43 m ent-
sprochen haben. Seit der Senkung des Pegelnullpunktes im Jahre 1940 bedeutet dieser Stand
5.43 m.
9
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36/506
25-29 m breit. Die Pegelstände und Wassermengen der Sill sind durchschnittlich bei
20 cm (Niederwasser)
55 cm (Mittelwasser)
1.7 m³/s
17.0 m³/s
140 cm (normales Hochwasser) 128.0 m³/s
Nach Tabelle I/4 B betrug das Jahresmittel des Wasserstandes 44 cm. Über-
schwemmungen durch die Sill sind noch seltener als durch den Inn. Am alten, künst-
lich angelegten Sillfall vor der Sillschlucht zweigt der Sillkanal ab, der ursprünglich
zu Feuerlöschzwecken im letzten Dezennium des 13. Jahrhunderts unter Herzog
Meinhard II. angelegt worden sein soll, später aber vorwiegend Mühlen und anderen
Gewerbebetrieben als Wasserkraft diente. Diesem Kanal wird auch, gleich an
seinem Anfang, das für die in den Jahren 1902 bis 1906 durchgeführte Kanalisation
nötige Schwemmwasser entnommen. Im letzten Weltkrieg wurde der Sillkanal
durch zahlreiche Bombenschäden auf seinem über 2 km langen Lauf durch die Stadt
in einem solchen Ausmaß unbrauchbar, daß beabsichtigt ist, ihn, mit Ausnahme
seines südlichen Teiles, von der Kammerau in Wilten bis zu seiner Einmündung
in die Sill aufzulassen. Der Kanal wurde bisher normal mit einer Wassermenge
von 6.1 m³/s gespeist. Sillausbrüche werden aus den Jahren 1817, 1840, 1868 (Über-
schwemmung des Saggens), 1871 (gleichzeitig mit der Überschwemmung durch den
Inn), 1925 (Dammbruch) und 1927 (25. 9.) gemeldet; bei dieser Überschwemmung
hatte die Sill einen Pegelstand von 280 cm mit einer Wasserführung von 560 m³/s.
Von gleicher Bedeutung wie die beiden Flüsse sind für die Stadt die Trinkwasser-
quellen, die in der näheren und weiteren Entfernung in ausreichendem Maße zur
Verfügung stehen. Das hervorragendste von allen Quellengebieten ist jenes oberhalb
der Mühlauer Klamm, dessen Einzugsgebiet, nach der Ergiebigkeit der Quellen
zu schließen, nicht nur an der Südseite der Gebirgskette, sondern über diese hinaus
weit nach Norden reicht und ungefähr 35 km² umfaßt. Die Aufzählung aller Quellen
der Stadt, deren einzelne von den früher selbständigen Katastralgemeinden für sich
oft mit großem Kostenaufwand erschlossen worden sind, und die genauen Zahlen
über Ergiebigkeit und Wasserabgabe finden sich im Abschnitt Xa dieses Buches.
F.
Geographische Lage und Ortszeit von Innsbruck
Tabelle 1/1
Pfarrkirche St. Jakob, Südturm
Nördliche Breite
47° 16' 11.27"
(Koordinatenursprung des
Koordinatensystemes von Tirol
und Vorarlberg)
Länge östlich
Ferro
29° 03' 39.57"
Greenwich
11° 23' 54.57"
MOZ 14 Minuten nach MEZ.
100
Seite 37
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a) Talsohle:
Höhenlagen der Stadt, bezogen auf das Adriatische Meer
Tabelle 1/2
Westlichster Punkt (Kat.-Gem. Hötting, linkes Innufer)
Östlichster Punkt (Kat.-Gem. Amras, rechtes Innufer).
,,Goldener Stern", Innstraße 35
585 m
564 m
.
573 m
Südturm der St.-Jakobs-Pfarrkirche (Knaufmitte 625.8, Höhenbolzen 574.33)
Triumphpforte (Straßenhöhe 578.6)
Wilten, Pfarrkirche (Knaufmitte
574 m
579 m
Höhenbolzen 588.37).
588 m
,,Bierstindl" am Fuße des Bergisel¹) (Höhenbolzen 594.25)
Pradl, Pfarrkirche (Höhenbolzen am Schulgebäude 577.35)
Amras, Pfarrkirche (Knaufmitte Höhenbolzen 576.4)
Mittlere Höhe des Stadtgebietes in der Talsohle.
594 m
577 m
.
576 m
579 m
b) Sonstige Höhen im bewohnten Stadtgebiet:
Hötting, neue Pfarrkirche (Knaufmitte 665.6, Höhenbolzen 607.9)
607 m
Weiherburg.
651 m
Hungerburg, Hotel Mariabrunn
857 m
595 m
Mühlau, Hauptplatz
Mühlau, Pfarrkirche. .
617 m
Mühlau, Schweinsbrücke
695 m
Arzl, Pfarrkirche (Knaufmitte 677.2, Turmbolzen 644.7)
643 m
674 m
Aral, Kalvarienberg
Bergisel¹), Museum
638 m
Vill, Pfarrkirche (Knaufmitte 865.4, Höhenbolzen 816.9)
816 m
Igls, Pfarrkirche (Knaufmitte 905.1, Höhenbolzen 870.3).
870 m
c) Bergbahnen:
Hungerburgbahn, Talstation an der Mühlauer Brücke
Hungerburgbahn, Bergstation.
Nordkettenbahn, Hungerburgbahn
.
Nordkettenbahn, Seegrube
Nordkettenbahn, Bergstation.
Patscherkofelbahn, Igls
Patscherkofelbahn, Mittelstation
Patscherkofelbahn, Bergstation im Gemeindegebiet Patsch
d) Berggipfel:
571 m
855 m
860 m
1905 m
2260 m
903 m
1141 m
1948 m
Hechenberg, südöstl. Kuppe
1931 m
Gleirschspitze
2326 m
.
Kleiner Solstein
2641 m
Mandlspitze.
2372 m
Hohe Warte
2618 m
Rumer Spitze
2460 m
Vorderes Brandjoch
2580 m
Sagkopf
2137 m
Frau Hitt
2272 m
Katzenkopf.
2538 m
Sattelspitze.
2382 m
Jägerkarspitze
2608 m
Kemacher
2482 m
Sonntagskarspitze
2577 m
Hafelekar
2334 m
Tab. I/1 und Tab. II/2, a und b Angaben des Stadtbauamtes - Stadtvermessung.
Tab. I/2, c Angaben der Betriebsleitungen.
Tab. I/2, d Höhen aus Freytag und Berndt, Umgebungskarte von Innsbruck.
1) Der Name Bergisel ist aus dem Worte burgusellum kleine Burg entstanden. Es ist
daher die Trennung des Namens in,,Berg Isel", die erst im 19. Jahrhundert gebräuchlich
wurde, nicht begründet.
11
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Tabelle I/3 A
Monate
mitt-
Jahr
lerer
mitt-
lere
Luftdruck
Klima von Innsbruck, 25jähriges Mittel aus 1906-1930
höchster³) niederster¹)
Lufttemperatur
höchste¹)
Mittlere Zahl d.
Mittlere Sonnen-
scheindauer
niederste¹)
Frost-Eis-
Som-
mer-
Stunden
mm Jahr
mm Jahr
mm
0º
Cº
Jahr Cº Jahr
tage tage tage
Jänner
Feber
März
April
Mai
713.23 731.0 | 1932
711.90 729.3 1920
709.95 727.7 1938
708.91 725.9 1924
711.15 726.5 1922
695.8
Juni
Juli
August
689.9 1936
1906 13.9 33.3 1931
712.05 723.2 1942 697.7 1941 16.3 36.1
712.48 723.2 1920 696.6 1930 17.6 36.5
712.92 721.6 1940 699.9 1945 17.1 37.0
687.4 1937 -2.4|15.1
685.5 1912 -0.2 17.7
684.0 1917 5.0 23.6 1912
8.7 28.7 1933
1939 26.6 1942
28.4 11.3
78
% der
mög-
lichen
67.7 36.0 6.1
ewölkungs
mittel (10-
Mittlere Zahl der
5.5 11.8 10.8
7.5
1912
-26.8 1929
23.5 4.4
73
103.9 42.3 5.5
5.7
8.4 5.9 4.0
-14.3 1929
14.8 0.3
64
150.1 46.5 5.8
5.2
10.0
4.1 1.2
6.5
1929
3.8
0.3
62
152.5 42.3 6.5
3.6
12.0
3.9 0.2
1.7
1945
0.3
8.2 63
192.2 48.4
6.0
4.4
10.1
3.0 0.2
1935
2.2 1923
12.6 66
185.1 46.6 6.3
3.2
10.7
2.4 0.3
1928.
4.5 1913
16.2 70
197.4 48.4 6.0
4.2
10.2
2.1 0.4
1923
3.3 1940
14.7 73
199.9 52.1 5.5
5.4
8.9
2.4 0.8
September
713.50 724.5 06, 29
697.4
Oktober
712.38 726.3 1919
November
711.52 729.6 1906
685.1
Dezember
711.33 729.8 1931
690.2
1927 13.9 30.6 1911
693.8 1926 9.2 25.1 1932
1916 3.1 23.0 1940 -15.2 1942
1908 -0.8 17.2 1942 -24.8 1940
-
1.0 1906
0.1
5.2
73
166.8 51.6
5.5
5.5
9.1
3.2 3.1
6.3 1919
2.9
75
139.5 47.5 5.6
5.9
9.2 5.4 5.9
16.0
1.4
-
76
85.3 39.2 6.2 3.8
24.5 8.4
77
51.2 28.9 6.6 3.8
10.0
12.8 12.8 6.8
8.2 6.3
I
Jahr
711.78 731.0
684.0
1932
III
1917
8.5 37.0
Niederschläge
VIII
1923
Mittlere Zahl der Tage mit
-26.8
II
1929
114.3 25.8 57.3 71 1691.6 45.6 6.0 56.3 123.2 63.7 36.8
Monate
Jahr
mittlere
Gesamt-
größte
Tagesmenge¹)
mittlere
Schnee
Summe d. Nieder- oder
menge
mm
mm
Jahr
Schnee- Gewitter Hagel
Neuschneeschlägen Regen u. decke
Windgeschwindig-
keit in km/h *)
stündl.
mittlere höchste
Mittlere Windverteilung³)
Mittlere
Zahl
Wind-
der
N NO
0
SO S SW W NW
Föhn-
stille
hohen em
tage
Schnee
Jänner
59
89
1916
43
12.2 9.7 21.7 0.00
5.5
36 2.2 2.7 8.4 3.2 4.4
7.1 18.4 2.1
44.5
4.0
Feber
35
48
1916
32 10.1 7.8
17.0
0.00
5.1
40
2.9
4.6
14.8 3.4
3.9 4.8 9.8
2.0
38.7
5.2
März
42
39
1944
28
April
64
51
1921
3
Mai
74
61
1940
1
Juni
103
49
1907
Juli
118
56
1914
August
116
53
1942
September
74
48
1945
Oktober
58
49
1937
2
13.2 7.6
16.2 4.2 0.8
15.5 0.6 0.1
17.6 0.0 0.0
18.0 0.0 0.0
16.0 0.0 0.0
14.2 0.0 0.0
12.1 1.0 0.5
4.8
0.08
7.0
36
2.1
6.0
19.2 4.2
7.3
5.0 12.7 2.3
34.2
10.0
0.24 0.1
8.0
39
3.3 9.0
19.4 3.7
9.6
3.9 10.0 4.0
27.1
10.3
2.88 0.3
7.4
34
2.8
7.9
22.2 4.5
8.3
4.3
11.3 2.7
29.0
9.1
4.32
0.2
6.3
31
3.1
7.6 23.4 3.5
4.3
3.1
8.4 2.8
33.8
6.0
6.16 0.4
6.0
35
3.1
7.6 23.1
3.4
3.3
3.4
9.2 2.2
38.7
5.0
4.32 0.2
5.3
25
2.5 7.0 23.9 3.1
2.3
1.9 6.3 2.0
44.0
4.2
1.48
5.4
28
2.5
5.8
21.0 3.7
4.6
3.0 8.4 1.9
39.1
4.9
0.12
6.3
33
2.0 5.0
15.6 5.2
7.5
5.2
11.4 2.1
39.0
6.8
November
58 44
1913
7 11.6 5.7
Dezember
61
74
1918
5.4 0.04
29 13.1 9.7 16.5 0.04
6.5
36
1.7 2.5
9.1 4.6
5.5
31
1.8 2.4 8.8 3.3
5.9 6.7
5.0
17.1 1.8
40.6
5.4
7.5 19.0 1.6
43.6
4.2
I
Jahr
861
89
145 169.7 46.3 66.8 19.68 1.2
6.2
40
2.5 5.7 17.5 3.8 5.5 4.6 11.8 2.3 37.6 75.1
1916
Aus,,Beobachtungen des meteorologischen Observatoriums der Universität Innsbruck (1947)" und aus Dr. E. Ekhart, Klima von Innsbruck.
1) Die absoluten Extreme sind den Jahren 1906-1945 entnommen.
3) Aus der Beobachtungszeit 1928-1933 (Ekhart).
³) 10jähriges Mittel 1931-1940.
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Luftdruck
Klima von Innsbruck, Jahresübersichten 1931-1945
Lufttemperatur
Zahl der
Sonnenschein-
dauer
Zahl der
Jahr mitt-
lerer
höchster
niederster
mitt-
höchste
niederste
Som-
% der
lere
mm
mm
Tag
mm
Tag
0º
Cº
Tag
çº Tag
tage
mer-
Stunden
mög-
Stage S
lichen
Nebel-
1931 710.95
729.8
23. 12.
693.4
28. 2.
7.7 33.7
14. 4. -17.6
9. 2. 121
39
54
72
1731.2 47 6.1
59
130 49 24
10. 3.
1932 712.09 731.0
27. 1.
697.6
1933 711.31 725.6
23.12.
694.0
1934 711.51 729.0
14. 2.
693.4
9.3 32.5
9. 10. 8.8 34.0 21. 8. -21.6 13. 2. 115 12
29.10.
15. 12. 7.7 32.1
12. 3.
68
68
1891.1 51
5.5
76
105 41
16
28. 7. -20.1
18. 12.
124
41
43
73
1663.5 45
6.4
53
155 62
18
24, 6.-17.6
3. 2.
97
19
57
70
1878.0 51
5.6 72
110 44
22
1935 710.47 723.6
1936 710.29 727.0
1937 709.91 726.2
1938 712.38 727.7
16. 1.
687.5 23. 2.
8.4 36.1
27. 6.-18.5 22. 1.
108
41
62
69
1701.8 46 6.2
60
135 67
22
20.12.
687.2
28. 2.
8.7 33.9
7. 7.-17.0
11. 2.
95
17
50
71
1517.8
9. 1.
687.4
28. 1.
8.8 35.8
11. 6. -15.0
10. 1.
115
22
60
71
41
1515.9 41 6.5
6.6
37
144
63 21
35
133
50
22
5. 3.
692.2
22.11.
8.3 34.5
25. 6.
-17.8
4. 1.
130
27
47
71
1786.0
47
5.8 70
130
55
34
1939 710.29 724.4
11. 2.
694.0
27. 1.
8.6 33.0
30. 6.-17.0
30. 12. 111
27
62 70
1591.2
43 6.6
30
149
55
40
1940 710.62 727.9
17.12.
691.1
7. 12'
7.4 31.1
11. 7.-24.8
17. 12.
120
55
45 71
1520.9
41 6.5
33
140
66
55
1941 710.68 725.1
2. 12.
690.5
16. 1.
8.1
34.0
25. 6. -17.8
14. 1.
122
29
49
69
1612.7 43 6.3
40
121
61 21
1942
711.70 724.8
23. 12.
692.6
25. 1.
8.6 32.8
7. 6.-26.6
23. 1.
104
49
71
72
1839.6 50
5.9
56
114
48 16
1943
712.90 728.8 19. 2.
692.6
14. 11. 9.3 34.2
19. 8.-17.1
10. 1. 107
10
62
70
1858.9 50
5.9
54 116
50 29
1944
711.38 727.2 17. 1.
690.3
29. 2. 8.0 32.7
7. 7.-15.3
23. 2. 128
38
56
73
1624.0
44 6.8 40 162 66 19
1945 712.67 726.0 28. 2.
694.5
19.
1. 8.6 34.0 22. 7. -20.1
10. 1. 107 36 66
71
1875.2
50
6.6 57 125 50
20
Niederschläge
Zahl der Tage mit
Windgeschwindig-
Windverteilung³)
Zahl
keit in km/h
Jahr
Gesamt größte Tagesmenge
Summe d.
Schnee,
der
menge
Heuschnee- Nieder-
mm
mm
Tag
höhen schlägen
Regen Schnee-
und
Gewitter Hagel
decke
mittlere
stündl. N NO
0
SO
S
SW
W
B
Wind-
NW
Föhn-
stille
höchste
cm
Schnee
tage
1931
845 49
20. 8.
143
181
57
104
34
1932
694
38
3. 1.
103 158
34
44
22
1933 972 33
12. 10.
150
192
52
85
25
33
4.8
34 29 46
252
51
54
45
115
49 454 42
5.4
35
28 32
253
51
79
57
167
42
389 70
4.0
34 27
22
255
55
56
38
139
8
495
40
1934 740 41
1935 930 33
1936 869
1937 1018 49
1938
29. 8.
38
157
21
55
27
5.0
36¹)
13
43
214
36 76
58
142
13
500
71
16. 5.
210
176 66
78
26
1
5.3
40
29
63
221
44
73
45
188
26
406
95
44
3. 12.
136
178
44
57
28
3
4.9
38
21 70
177
20
61 47
183
18
501
67
4. 10.
168
185
54
94
32
1
5.1
40
15
56
208
31
81 40
170
10
484
65
635 47
2. 7.
155
169
31
79
30
1
4.5
40
39
98
166
27
48 58
128
20
511
44
1939 824 39
13. 6.
127
170
53
72
23
5.1
38
34
86
203
36
77
41
129
21
468
62
1940 822 61
31 5.
181
156
58
109
16
4.8
35
51
71
287
51
89 46
150
34 319
57
1941
819 44
28. 7.
106
161
52
71
23
3
4.8
40
46
58
276
68
97
51
132
41
326
67
1942
837 53
4. 8.
132
165
46
91
31
5.3
34
27
63 206
43
77 47
107
10
513
55
1943
1944 1060
1945
735 41
40
814 48
27. 9.
99 149
41
48
29
4.5
36
29
62
72
42
90 58
128
13 501
45
3. 9.
254 187
63
96
14
1
5.0
35
31
52 270
48
61
59
128
20
429
33
24. 9. 146 167
49
77
34
4.52) 38 20 35 146 25
60
41 205
19
544
19
Tabelle 1/3 B
Aus,,Beobachtungen des meteorologischen Observatoriums der Universität Innsbruck", erschienen 1947 und aus den Jahrbüchern der Zentralanstalt für
Meteorologie und Geodynamik.
3) Messungen v. 7 Monaten. ) Messung v. Juli-Dez., in der 1. Hälfte des Jahres war der Anemograph wegen B ombenschadens außer Betrieb.
Beobachtungsergebnisse zu den täglich 3 Beobachtungszeiten (Terminbeobachtungen).
Seite 40
40/506
Tabelle 1/3 C
Luftdruck
Klima von Innsbruck, Monats- und Jahresübersicht 1946
Lufttemperatur
Sonnenschein-
dauer
Zahl der
Zahl der
Monate
mitt-
höchster
niederster
Jahr
lerer
mitt-
lere
höchste
niederste
Som-
mer-
mm
mm Tag mm Tag
0º Cº
0°
Tag
Stunden
% der
mög-
Tag
tage
lichen
mittel (10-
mittel (10-
Jänner
Feber
715.53 723.3 15.
710.98 723.4
699.9 30.
2.6 11.6
19.
-14.6 17.
29
9
0 74
107.2
57 4.5
8
6
4
1
15. 694.6
9.
2.0 14.1
4.
7.0
1.
20
0
0
75
69.7
28
8.0
0
17
5
2
März
709.15 722.0
19.
693.8
1.
6.4
21.1
31.
3.6
19.
9
0
65
165.2
51
5.7
11
3
April
711.65 720.8
3.
698.6
27.
12.5 24.1
16.
0.4
12.
1
0 55
235.6
65
4.8
5
4
1
0
Mai
Juni
707.48 713.5 19.
711.87 719.5
697.7 14.
16.4 27.7
29.
5.7
2.
0
15
56
200.2
51
6.4
0
9
0
0
30.
699.6
13.
16.4
33.6
8.
6.6 15.
11
66
138.4
35
7.6
0
16
2
0
Juli
713.73 720.5
1.
706.3 14.
18.7 32.9
5.
9.0 7.
0
22 71
218.3 54
6.1
2
7
4
August
711.31 717.7
September 713.52 721.1
22.
Oktober 711.76 718.8 25.
November 709.85 721.4 5.
Dezember 710.13 718.7 15. 695.6 9.
Jahr
711.41 723.4 15. 2. 693.8 1. 3.
13.
706.2 25.
17.7 32.9
5.
6.1
24.
0
0
15
71
183.7
48
6.7
0
10
3
0
706.2
1.
15.5 26.7
17.
5.0
22.
0
0
2
72
221.1
69
4.7
10
704.6 6.
8.5
22.0
1.
1.9
26.
0
0
73
145.7
50
6.1
3
14
694.6 18.
3.1 11.2
1.
5.1
14.
8
0
0
78
76.0
35
7.1
3
14
3.4 8.2
3.
-14.3
23. 25
18
0
83
54.5
31
7.3
4
9.3 33.6 8. 6.
-14.6 17. 1.
97
27
65
70
1815.6 49 6.2
41 132 48
54442
0
1
2
1
7
3
19 17
14
25
Niederschläge
Zahl der Tage mit
Windgeschwindig
Windverteilung¹)
Zahl
keit in km/h
Monate
Jahr
größte
Gesamt-
menge
Tagesmenge
Summe d.
Heuschnee- Nieder-
höhen schlägen und
Schnee,
Regen Schnee-
der
Wind-
Gewitter Hagel
N
NO
decke
mittlere höchste
0
SO
S
SW W NW
Föhn-
stille
mm
mm Tag
cm
Schnee
tage
Jänner
19
4
31.
5
7
4
16
0
4.4
27
3
Feber
93
16
9.
54
19
16
19
0
7.6
32
1
März
12
4
1.
7
2
0
5.9
35
1
April
12
4
6., 18.
4
0
0
1
6.2
33
2
14
Mai
23
7
8.
10
2
7.4
38
1
10
Juni
138
20
22.
19
0
6
6.2
37
14
Juli
165
34
7.
19
0
12
3.8
28
2
12
August
123
24
21.
15
.7
4.2
30
2 12
September
39
12
1.
8
0
0
2
4.2
34
2
Oktober
29
6
21.
10
0
0
4.5
34
1
November
41
17
1.
12
6
0
0
3.7
24
2
Dezember
41
12
10. 36
17
16
23
0
2.8
25
0
266404228422
12
5
7
5 33
2
23
4
5
8
30
23
3
6
6
20
3
16
8
15
2006
24
2
7
8
25
7
13
9
21
5
14
8
9
3
22
14
14
2
3
9
7
1
36
4
18
5
1
9
16
2
28
0
16
5
2
5
11
1
39
2
15
4
4
6
4
0
47
8
29
6
4
7
12
1
29
3
12
3
4
8
24
5
30
0
8
6
2
9
21
2
43
1
Jahr
735
34 7.7.
95
147
44
58
31
1
5.0
38
21
92
207
57
59
88
202
26
343
58
Beobachtungen des meteorologischen Observatoriums der Universität Innsbruck" (1947).
1) Beobachtungsergebnis zu den täglichen 3 Ablesezeiten (Terminbeobachtungen 7, 14 und 21 Uhr).
Seite 41
41/506
21
Klima von Innsbruck
Tabelle 1/3 D
Grenzen der Frosttage, erster Schneetag, Schneedeckenzeit
Mittel aus 1906-1930, Ergebnisse aus 1931-1946
Erster Schnee
Jahr
Letzte
Schneedecke
Letzter
Frühlings-
frost
Erster
Herbstfrost mit Regen
Erste
Schnee-
allein
decke
Mittel
19.3.
20.4.
20. 10.
28. 10.
14. 11.
18. 11.
1906-1930
(Extreme) (16. 1., 1. 5.) (24. 3., 12. 5.) (23. 9., 7. 11.) (19. 9., 2. 12.) (11. 10., 6. 1.)(4. 10., 15. 1.)
CALE
1931
1932
19.4.
9.4.
20.4.
26. 9.
22. 9.
18. 11.
28. 11.
21.4.
20.10.
31. 10.
7.12.
2. 11.
1933
23. 4.
24. 4.
15. 10.
12. 10.
13. 11.
12. 11.
1934
5.3.
6.4.
17.10.
17. 10.
18.10.
1. 11.
1935
17.5.
3.5.
27.10.
21. 10.
22.11.
18. 11.
1936
17. 3.
24.4.
5. 10.
6. 10.
11. 11.
1937
16. 3.
27.4.
13.10.
10. 11.
11. 11.
1938
21.4.
26.4.
22.10.
3.12.
4.12.
1939
26.3.
20.4.
29. 9.
27.10.
7.10.
11. 11.
4. 12.
28.10.
1940
19.3.
13.4.
30. 10.
27. 10.
30. 10.
30. 10.
1941
24. 2.
12.4.
17. 9.
13. 10.
29. 10.
30. 10.
1942
28.2.
3.5.
12. 9.
17. 11.
17. 11.
1943
10. 4.
11.4.
16. 10.
8.11.
15. 11.
1944
1. 4.
3.4.
1. 11.
8. 11.
10. 11.
1945
2.5.
4.5.
28. 10.
4.10.
25.11.
8. 11.
27.11.
1946
27.2.
12.4.
12. 10.
1. 11.
29.11.
30. 11.
Mittel 1906-1930 aus Dr. E. Ekhart, Klima von Innsbruck; die übrigen Daten sind dem
Material des meteorologischen Observatoriums der Universität Innsbruck entnommen.
Inn
Tabelle 1/4 A
Schreibpegel Innsbruck, 298.26 km von der Mündung in die Donau
Einzugsgebiet
=
5794.3 km², Pegelnullpunkt
= 568.04 m ü. d. M.
a) Mittlere Wasserstände des Inn in cm in den Jahren 1931 bis 1940
Jahres-
Jahr
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
mittel
1931
92 86
94
117
236
353
287
276
206
136 109
92
174
1932
89 79
78
90
191
238
309
247
201
137 102
88
154
1933
78 75
74
105
163 230
321
253
179
162 121
93
155
1934
83 80
81
121
205
235
267
248
219 141 113
98
158
1935
84 86
89
122
207
368
314
229 185 192 136 105
176
1936
98 87
90
130
219
297
322
238
1937
84 83
91
120
262 354
283
249
1938
78 80
91
97
148
302
276
241
186 126 101
221 176
123
183
89
165
94
178
139 102
86
152
1939
79 75
76
129
143
290
293
1940
95
87
104
128
210
285
316
242 200 164 149
231 189 148 118
123 164
94
167
Mittelwerte aus
86
82
87 116 198 295 299
245 197
152 117
96
164
den 10 Jahren
Angaben des Landesbaudirektors i. R. Ing. Hans Hussak.
15
Seite 42
42/506
b) Mittlere Wasserführung des Inn in m³/s in den Jahren 1931 bis 1940
Jahres-
Jahr
1
2
3 4
10
5
6
7
8
9
10
11
12
mittel
1931
41
1932
39
29
1933
29
1934
31
1935
34
1936
47
1937
3333333
36
43
68
286
546
372
351
206
91
58
41
178
28 40
192
271
407
283
194
94
51
38
139
26
26
55
131
251 462
305
154
130
72
42
140
30
31
76
204
259
324
286
228
99
63
47
140
36 38
75
212
587
452
248
167
184
91
54
181
36 40
83
231
389
459
263
169
79
50
38
157
34 32 40
72
342
570
364
287
231
152
73
43
187
1938
28
30 40
46
113
416
348 271
163
97
51
35
137
1939
29
26
27
85
102
385
389
276
194
134
109
75
153
1940
44
37
53
85
213
368 456
254 172 108
69
43
159
Mittelwerte aus
36
32 37
69
203
404
403 282 188 117
69
46
157
den 10 Jahren
Gesamtabfluß-
menge in hm³
Perzentuelles
Verhältnis
1.9 1.6 2
96.4 77.4 99.1 178.8 543.7 1047.21079.4 755.3 487.3 313.4 178.8 123.2 4980.0
3.6 21.0 10.9 21.7 15.2 9.8 6.3 3.5 2.5 100
Angaben des Landesbaudirektors i. R. Ing. Hans Hussak.
Lattenpegel Innsbruck an der Innbrücke, 198.60 km von der Mündung in die Donau
= 568.43 m ü. d. M.
Pegelnullpunkt
c) Wasserstand und Wassertemperatur des Inn im Jahre 1946
Wasserstand in cm
Wassertemperatur in Co
Monat
höchster
niederster
höchste
niederste
mittlere
mittlere
cm
Tag
cm
Tag
Cº
Tag
C¹º
Tag
Jänner
85
94
12., 13.
80
23.
0.3
2.1
31.
-0.1
3.-7.
17., 18.
Feber
87
94
6., 9.
83
28.
2.4
4.1
5.
1.0
1., 23.
März
96
144
31.
83
7.
4.8
6.8
31.
3.2
7.
April
167
190
19.
144
1., 2.
7.6
8.8
29.
6.0
12.
Mai
216 276
14.
166
1.
9.0
9.7
31.
8.2
9.
Juni
286
364
10.
229
19.
9.9
12.1
30.
8.4
23.
Juli
319
429
7.
276
14.
11.6
13.0
6., 22.
8.8
8.
26., 27.
August
249
284
1.
195
30.
11.0
13.3
9.
8.6
23.
September 214
299
8.
170
30.
10.3
11.7
18.
8.2
22.
Oktober
127
168
1., 3.
109
29., 30.
6.7
11.1
3.
3.5
31.
November
101
110
2.
94
29.
3.0
5.2
4.
1.0
29.
Dezember
89
96
1.
80
31.
1.1
3.2
4.
0.1
17.-25.
23. 1.
Jahr
170
429
7.7.
80
3.-7. I.
6.5
13.3
9. 8.
-0.1
31.12.
17., 18. I.
Angaben der Landeshauptmannschaft Tirol, Landesbauamt - Hydrographische Abteilung.
16
Seite 43
43/506
adalift sale
Sill
Tabelle 1/4 B
Pegel Reichenau, Innsbruck, 0.28 km von der Mündung in den Inn
Einzugsgebiet
859 km, Pegelnullpunkt
===
567.52 cm ü. d. M.
201 doan
Wasserstand der Sill im Jahre 1946
Wasserstand in cm
Monat
höchster
niederster
mittlerer
cm
Tag
cm
Jänner
18
20
1., 7., 8.
18
Tag
17.-31.
Feber
19
22
3., 4.
18
1., 12.-15.
März
19
31
30.
17
2., 8.
21.-24.
April
39
48
19.
31
1., 6.
Mai
53
67
13.
44
1., 3.
Juni
75
115
11., 23.
54
6.
Juli
92
148
7.
80
14.
August
77
93
22.
65
29.
September
63
78
1.
50
29., 30.
Oktober
38
51
2.
27
31.
November
20
30
2.
15
29., 30.
28., 29.
Dezember
14
25
22.
11
31.
Jahr
44
148
7.7.
11
28., 29.,
31.12.
Angaben der Landeshauptmannschaft Tirol, Landesbauamt
Hydrographische Abteilung.
17
Seite 44
44/506
II. Stadtgebiet
II/1. Entwicklung des Stadtgebietes
Vor den Eingemeindungen umfaßte das Innsbrucker Stadtgebiet eine Fläche
von 306.92 ha. Es war, abgesehen von einigen kleineren Gebietserwerbungen von
den Nachbargemeinden, insbesondere von Wilten, das gleiche Areal, das bei der
überlieferten ersten Aufzeichnung der Stadtgrenzen im Jahre 1480 den alten Burg-
frieden bildete. Am 1. Jänner 1904 wurden dem Stadtgebiete die Gemeinden Wilten
und Pradl, am 1. Oktober 1938 Hötting, Mühlau und Amras, am 1. April 1940 Arzl
und am 1. April 1942 Vill und Igls einverleibt. Der Gebietszuwachs betrug der Reihe
nach 1054.08 ha, 5992.95, 1901.40 und 920.67 ha, zusammen 9869.10 ha, so daß
Innsbruck im Jahre 1942 über ein Gebiet von 10176.02 ha verfügte, das in den
folgenden Jahren durch geringfügige Mappen- und Grenzberichtigungen mit
10175 ha 88 a 65 m² bestimmt wurde. Diese Gebietsentwicklung ist im Diagramm
Nr. 3 übersichtlich dargestellt. Die gesetzlichen Grundlagen der Eingemeindungen
sind die Landesgesetze vom 23. September 1903, LGBl. 64 und 65, die Verordnung
des Landeshauptmannes vom 29. September 1938, Verordnungsblatt Nr. 14, die
Verordnung des Landeshauptmannes vom 27. März 1940, VBl. Nr. 18, und die Ver-
ordnung vom 15. März 1942, Verordnungs- und Amtsblatt Nr. 391).
II/2. Gliederung des Stadtgebietes nach dem Grundsteuerkataster und nach der
tatsächlichen Benutzung
Die Tabelle II/2 A gliedert das Stadtgebiet nach Katastralgemeinden und Kultur-
gattungen gemäß dem Grundsteuerkataster. Bei der Betrachtung dieser Tabelle
darf der Begriff des Parifikationslandes nach dem Grundsteuergesetz vom Mai 1869
nicht außer acht gelassen werden²).
Was die Tabelle als Acker oder Wiese usw. ausweist, braucht in Wirklichkeit
nicht Acker oder Wiese zu sein; auf diesen Flächen kann z. B. längst ein Bahnhof,
ein Lager- oder Werkplatz, eine Schottergrube liegen. Bekanntlich bleiben nach dem
Grundsteuergesetz alle Flächen, die im Wege der landwirtschaftlichen Bodenkultur
benützbar sind, auch dann steuerpflichtig, wenn sie dieser Benützung entzogen
werden, ohne daß die neue Widmung Steuerfreiheit begründet, wie etwa durch
Verwendung als öffentliche Straßen, Plätze, als Friedhöfe oder Bauflächen. Im
1) Vergleiche,,Innsbrucks Gebiets- und Bevölkerungszunahme in den letzten 50 Jahren",
Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck Nr. 2 von 1947.
2) Regelung der Grundsteuer, Gesetz vom 24. Mai 1869, RGBl. Nr. 88, § 1. Der Grundsteuer
unterliegen alle Grundoberflächen, welche im Wege der landwirtschaftlichen Bodenkultur
benützbar sind und zwar auch dann, wenn sie dieser Benützung durch eine die Steuerfreiheit
nicht begründende Widmung entzogen sind. Aus § 15: Die Feststellung des Reinertrages
der Grundstücke erfolgt nach Kulturgattungen und Bonitätsklassen..... Ein Reinertrag
wird auch von jenen Flächen ermittelt, welche durch anderweitige Benützung der Urproduktion
entzogen sind (Parifikationsland).
18
Seite 45
45/506
Das Stadtgebiet von Innsbruck gegliedert nach Katastralgemeinden
Scharnitz
Zirl
Rum
Kamalan
Võis o
1 Innsbruck
2 Wilten
3 Pradl
4 Hötting
5 Mühlau
6 Amras
7 Arzi
8 Vill
9 Igls
2
1
Nailers
Absam
Thaur
2
6
O Ampaß
Mutters
Palsch
Schönberg
°
Aldrans
nute
Lans O
Then St
N
2
6
7
B
9
10 km
19
Seite 46
46/506
Entwicklung des Innsbrucker Stadtgebietes (Eingemeindungen)
Sland: 1.4.1942
Sland: 1.4.1940
Sland: 1.10.1938
Sland: 1.1.1904
Sland: 31. 12.1903
=100 ha
123
486
Nr.
Katastralgemeinde
Innsbruck
Wilten
Pradl
Stand, bzw.
Eingemeindung am
Zuwachs
ha
Gesamtfläche
ha
31. 12. 1903
306.92
1. 1. 1904
1054.08
1361.00
Hötting
5
Mühlau
1. 10. 1938
5992.95
7353.95
Amras
7
Arzl
1. 4. 1940
1901.40
9255.35
8
Vill
1. 4. 1942
920.67
10176.02
9
Igls
Diagramm Nr. 3
Grundbesitzbogen und im Parzellen-Protokoll wird nur ein entsprechender Vermerk
angebracht und die Grundsteuer weiterhin nach der bisherigen Kulturgattung und
-klasse eingehoben. Die Tabelle II/2 A bietet also ein steuertechnisches Bild, nicht
das der wirklichen Benützung. Die dadurch bedingten Differenzen treten bei der
Bodenbenutzungserhebung klar zutage. Um ein einigermaßen richtiges Bild zu
erhalten, versuchte das Stadtbauamt (Stadtvermessung) nach eigener Feststellung
des Katasterstandes von 1946, die Parifikate nach ihrer tatsächlichen Verwendung
umzubuchen. Das Ergebnis zeigt die Tabelle II/2 B; die Kulturarten Äcker, Wiesen,
20
Seite 47
47/506
Gärten und Wälder haben zugunsten der Bauflächen, der unproduktiven und
sonstigen Flächen Einbußen erlitten. Die Tabelle II/2 C gliedert die Fläche des Stadt-
gebietes nicht nach den Kulturgattungen des Steuerkatasters, sondern nach prak-
tischen Gesichtspunkten für die Gemeinde; in dieser Tabelle wirkt sich die Um-
buchung der Parifikationsländer in den unter II angeführten Summen aus; in der
ersten Summe dieser Rubrik sind sämtliche Baulichkeiten aller Flächenarten
enthalten.
-
Den größten Anteil am Stadtgebiete haben die Wälder (3661 ha), nach diesen
folgt die Summe der landwirtschaftlich genutzten Flächen (2703 ha) und knapp
hernach, diesen fast gleich als Besonderheit der Gebirgsstadt das Ödland, das
den größten Teil der ,,sonstigen Flächen" (2637 ha) ausmacht. Die Summe der
Bauflächen (253 ha) ist verhältnismäßig klein, das Gartenland (205 ha) wohl infolge
der überwiegend geschlossenen Bauweise auffallend gering, alle übrigen Flächen-
arten haben am Gesamtgebiet normale Anteile. Wie sich Innsbruck in seiner Gebiets-
gliederung zu anderen Städten verhält, ist aus der nachstehenden beispielsweisen
Gegenüberstellung der Städte Linz, Klagenfurt und Heidelberg zu entnehmen.
Gebietsgliederung der Städte Linz, Klagenfurt, Heidelberg, Innsbruck³)
Stadtgemeinde
Linz
Klagenfurt
Heidelberg Innsbruck
ha
%
ha
% ha % ha %
Gesamtfläche
9444
100
5456
100 9434 100 10176 100
Gebäude
354
3.7
242
4.4
375
4.0 253
2.5
Wege, Straßen, Plätze,
273
2.9
255
4.7
606
6.4
364
3.5
Eisenbahnen
Öffentliche Park- und
39
0.4
13
0.2
36
0.4
58
0.2
Gartenanlagen
Spiel- und Sportplätze
6 0.1
10
0.2
30
0.3
20
0.2
Friedhöfe, in Gebrauch
15
0.2
15
0.3
48
0.5
13
0.1
befindliche und geschlossene
Landwirtschaftlich genutzte
5653
59.9 3121
57.2
4433
47.0
2703
26.6
Flächen
Gartenland
Wälder
Gewässer
Sonstige Flächen
785 8.3 336
1702 18.0 1275 23.4
475 5.0
142 1.5
6.2
254
2.7
205
2.0
3302
35.0
3661
36.0
126 2.3
63 1.1
228 2.4
122 1.3
163
1.6
2736 26.9
Bevölkerungsdichte auf 1 km²
1357 Ew.
1039 Ew.
917 Ew.
961 Ew.
3) Daten über die anderen österreichischen Landeshauptstädte standen nicht zur Verfügung.
Heidelberg wurde als Beispiel einer Stadt Deutschlands deshalb gewählt, weil es in der Größe
seines Gebietes und seiner Bevölkerungsdichte Innsbruck nahe kommt. Die Zahlen von
Linz, Klagenfurt und Heidelberg sind dem Statistischen Jahrbuch deutscher Gemeinden 1941,
36. Jahrgang, entnommen. Bei der Berechnung der Bevölkerungsdichte von Innsbruck
wurde die,,fortgeschriebene" Einwohnerzahl von 97884 vom Dezember 1946 verwendet;
würde man der Berechnung die Zahl der vom Ernährungsamte zur selben Zeit ausgegebenen
95992 Lebensmittelkarten zugrunde legen, ergäbe sich eine Bevölkerungsdichte von 943 Ein-
wohnern auf den km².
21
Seite 48
48/506
Der Hauptunterschied in der Flächennutzung von Innsbruck gegenüber den drei
genannten Städten liegt im Übermaß des unproduktiven Landes (Karwendel) und
der dadurch bedingten Beschränkung der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen.
Mit Ausnahme der Eisenbahnen werden die wichtigsten Flächengruppen in späteren
Abschnitten dieses Buches eingehender behandelt. Bei der hervorragenden Be-
deutung, die den Eisenbahnen für Innsbruck zukommt, seien an dieser Stelle ihre
Anteile an der katastermäßig ausgewiesenen Gesamtfläche die Gebäude mit-
eingeschlossen-angeführt. Das Areal der Staatsbahnlinien umfaßt 128 ha 35 a 07 m²,
der Rest von 36 ha 18 a 62 m² entfällt auf die Lokal- und Seilbahnen.
Die nachstehende Übersicht gliedert das gesamte im Stadtgebiet gelegene Eisen-
bahnterritorium im einzelnen.
Bahn, Eröffnungsjahr
Fläche
ha
a
m²
Südbahn
Kufstein Innsbruck 1858, Brenner 1867
80
69
39
Arlbergbahn
Innsbruck-Landeck 1883, Arlberg 1884
Mittenwaldbahn
30
89
27
1912
16
76
41
Summe der Staatsbahnen
128
35
07
Lokalbahn Innsbruck-Hall (1891)
(Linie 4)
Mittelgebirgsbahn (1900)
(Linie 6)
Stubaitalbahn (1904)
Hungerburgbahn (1906)
Nordkettenbahn (1928)
Patscherkofelbahn (1928)
Summe der Lokal- und Seilbahnen
1
22
27
8
41
65
4
98
75
97
78
19
52
64
1
05
53
36
18
62
Schließlich sei noch erwähnt, daß der im Jahre 1925 eröffnete Flugplatz in der
Reichenau mit Vollendung des schon von der deutschen Wehrmacht während des
Krieges in die Ulfiswiese verlegten Flugplatzes von der Besatzungsmacht endgültig
aufgelassen wurde.
Das in der Tabelle II/2 C angegebene Flächenmaß von 100, bzw. 99.5 ha bezieht
sich daher nur auf den neuen Flugplatz.
II/3. Grundeigentum der Stadt Innsbruck; Stiftungsgrundstücke und städtisch ver-
waltetes öffentliches Gut
Das Grundeigentum der Stadtgemeinde inner- und außerhalb des Stadtgebietes,
die von der Stadt verwalteten Stiftungs- und Fondsgrundstücke, ferner das von
ihr verwaltete öffentliche Gut sind in den Tabellen II/3 A, B und C konform den
das Stadtgebiet betreffenden Tabellen II/2 A, B und C dargestellt. Im Stadtgebiet
umfaßt es 2630 ha, außerhalb des Stadtgebietes, verteilt auf 14 Gemeinden der
näheren Umgebung, 304 ha; der Hauptsache nach bestehen diese 2934 ha aus land-
wirtschaftlich genutzten Flächen, aus Wäldern und aus Ödland. In den Tabellen
22
22
Seite 49
49/506
sind auch die städtisch verwalteten Stiftungs- und Fondsgrundstücke im Ausmaße
von 3 ha und die von der Stadt gepflegten Straßen und Wege, denen in der Tabelle
II/3 C auch die außerhalb des Stadtgebietes gelegenen Wirtschaftswege des städti-
schen Grundbesitzes zugezählt sind, aufgenommen.
Das Ausmaß des Grundeigentums der Gemeinden ist außerordentlich verschieden.
Es läßt sich weder zu ihrem Gemeindegebiet noch zu ihrer Einwohnerzahl einiger-
maßen in Beziehung bringen. Nur im Vergleich mit Durchschnittszahlen kann fest-
gestellt werden, ob die Größe des Grundeigentums einer bestimmten Stadt über-
oder unterdurchschnittlich ist. Das Statistische Jahrbuch deutscher Gemeinden
von 1941 enthält eine Übersicht, die von 105 Städten, geordnet nach 4 Größen-
gruppen, die Gesamtsumme ihrer Gemeindegebiete und ihres Grundeigentums
innerhalb und außerhalb der Gemeindegrenzen angibt. Von den Grundflächen sind
in jedem Falle die Wege, Straßen, Plätze und Eisenbahnen abgezogen; dem Grund-
eigentum sind die städtisch verwalteten Stiftungsgrundstücke zugeschlagen. Greift
man nun aus dieser Übersicht die 105 Städte in ihrer Gesamtheit und die 50 Städte
der Gruppe von 50-100000 Einwohner heraus und rechnet die Durchschnitts-
summen, ergibt sich folgendes Bild:
Gesamtheit der
105 Städte
50 Städte von
über 50000 bis
100000 Einw.
Innsbruck
1. Stadtgebiet ohne Wege,
8003.8 ha
4410.7 ha
9812 ha
Eisenbahnen usw.
2. Grundeigentum
FOH
a) innerhalb
b) außerhalb des Stadtgebietes
2072.3 ha
1167.4 ha
2609 ha
1260.8 ha
1499.2 ha
303 ha
c) insgesamt
3333.1 ha
2666.6 ha
2912 ha
25.9
26.5%
26.6%
15.7 %
33.9 %
3.1 %
3. Hundertsatz
2 a von 1
2b von 1
Das Stadtgebiet Innsbrucks mißt nach Abzug der auf Wege, Straßen, Plätze und
Eisenbahnen entfallenden Flächen 9812 ha. Mit dieser Fläche steht Innsbruck um
rund 1800 ha über dem Flächendurchschnitt der Gesamtheit der erfaßten Städte
und um mehr als das Doppelte über jenem der 50 Städte seiner Größenordnung.
Ohne seine unproduktiven Flächen im Karwendel würde Innsbruck dem allgemeinen
Durchschnitt sehr nahe kommen.
Mit seinem Grundbesitz von rund 2912 ha hält Innsbruck die Mitte zwischen beiden
zum Vergleich herangezogenen Durchschnittssummen von 3333 und 2666 ha. Der
auf das Grundeigentum innerhalb des Stadtgebietes entfallende Teil von 2609 ha
überragt die beiden Vergleichssummen beträchtlich, steht aber mit 26.6% im nahezu
gleichen Verhältnis zum Stadtgebiet wie die entsprechenden Flächen der Vergleichs-
gruppen. Mit seinem außerhalb des Stadtgebietes liegenden Grundbesitz nimmt
Innsbruck aber eine Ausnahmestellung ein; er beträgt nach Abzug des Wegelandes
nur 303 ha, somit 14 des allgemeinen und 1/5 des auf die 50 Städte entfallenden
Durchschnittes. Natürlich ist auch der Hundertsatz vom Stadtgebiet außerordentlich
klein; er ist 5mal kleiner als jener der Gesamtheit der Städte und verglichen mit dem
Hundertsatz der 50 Städte, deren Grundbesitz außerhalb des Stadtgebietes auf-
fallenderweise größer ist, als der im Stadtgebiet gelegene, 11mal so klein. Die Gering-
fügigkeit dieses Besitzes läßt sich damit erklären, daß der vor 1938 in den damaligen
Nachbargemeinden im Durchschnittsmaß vorhandene Außenbesitz zum Großteil
eingemeindet wurde.
F.
23
33
Seite 50
50/506
Gliederung des Stadtgebietes von Innsbruck nach dem Grundsteuerkataster (Stand 1945)
Tabelle II/2 A
Katastral-
gemeinde
Grund-
stücke
Äcker
Wiesen
Gärten
Weiden
Alpen
Waldungen
Bau-
flächen
Unprodukt.
Land
Sonstige
steuerfr.
Flächen
Summe
Innsbruck
Wilten
Pradl
Hötting
Mühlau
Amras
Arzl
Vill
Zahl Zahl ha a m²
2881 975 14 33|27
2870 823 57 54 41
2419 641 111 79 45
6611 1501 194 70 93
1410 306 44 61 01
2227 242 88 23 45
3354 500 160 77 48
843 61 46 09 44
1224 165 64 43 87
ha a m²
ha a m² ha
46 95 90
65 97 20
-
a m² ha
18 06
E
a m² ha a m² ha a m²
ha a m²
ha
90
30 78
404 27
a m
85 13 20
ha
a m²
306 92 68
193 33 72
24
59 14 1 46 84
270 34 67
53 32 84
2 22 80
71 45 76
674
30 18
122 23 54
20
64 27
6 04
51 21 39
28 15 10
2 89 94
42
86 69
379
86 42
455 42 97
67 82 83 197
12 04 339 15 76 1701 29 36
34
63 79
1314 53 57
95
46 81
4400
18 06
56 18
20
16 92 77
29
45 03
363 78 59
13 59 37
547 54 40
29 86 59
1101
95 96
212 96
11
6 59 62
5 65 06
117 32
39
14 14 56
92 24 29 183 52 87
139 77 53
657 74 21
95 17 02
3 49 10
-
58 36
118 55 78
11 28 27 6 76 18
208 17 74
340 45 02
9 64 34
7 31 88
2 76 61
5 91 11
134 22
26 42 93
490
63 26
648 59
12
3 54
2 32
19 69 61
10 34 75
6 56 57
1901
36 41
366
66 56
553 99 12
Tabelle II/2 B
1945
1946
nach Grundsteuer- nach Grundsteuer-
waren
kataster
1
2
3
kataster
4
1946
nach Umbuchung
der Parifikate
5
2
1 |Äcker
Wiesen
ha
a m2
782 53 31
%
7.7
ha
764 61 69
a m
%
ha a m2
Igls
Gesamt-
fläche
23 839 5214 782 53 31 1418 15 63 231 47 76 333 51 90 522 68 63 3732 78 51 245 65 82 2521 24 18 387 82 91 10175 88 65
Vermessungsamt Innsbruck.
Gegenüberstellung der Flächenstände von 1945 und 1946 und des Standes
Von der
Nr. Gesamtfläche
nach Umbuchung der Parifikate
1) Der Unterschied der Summen unter Nr. 7, Rubrik 4 und 5,
von 65 a 66 m² ist auf überbaute Straßen (z. B. Franziskaner-
bogen) und auf Bassins und Wehranlagen zurückzuführen, die
in Rubrik 5 ausgeschieden sind.
2) In dieser Summe sind im Gegensatz zu den Summen unter
Nr. 9, Rubrik 3 und 4, auch Flächen enthalten, deren Widmung,
wie z. B. das Territorium der Eisenbahnen, keine Steuerfreiheit
begründet. Die Summe setzt sich zusammen
%
1418 15 63
13.9
3 Gärten
4
Weiden
5 Alpen
6
Waldungen
7
Bauflächen
8
Unprodukt. Land
9
Sonst. Flächen
231 47 76
333 51 90 3.3
522 68 63 5.1
3732 78 51 36.7
245 65 82
2521 24 18
387 82 91
2.3
7.5
1388 67 93 13.6
271 96 48 2.7
333 23 46
522 68 43 5.1
3732 16 83 36.7
690 41 53 6.8
1161 85 01 11.4
aus
ha
a
m²
an
204 87 73
2.0
208
47
25
3.3
329 58 91
3.2
155
32
58
520 69 73
5.1
58
31
94
3661 31 24
36.0
20
22
89
2.4
Gesamtfläche
10175 88 65
24.8
3.8
100 10175 88 65
253 47 14
2521 23 78
387 82 91
2.5
252 81 48
2.51)
13
07
33
Wegen und Plätzen
Eisenbahnen
öffentl. Parkanlagen
Spiel- und Sportplätzen
Friedhöfen
24.8
2636 98 47
26.0
162
51
12
3.8
717 34 55
7.0%)
99
41
44
Gewässern
Flugplätzen
100 10175 88 65
100
717 34 55
Stadtbauamt-
-
Stadtvermessung.
Seite 51
51/506
Tabelle II/2 C
Gliederung des Stadtgebietes von Innsbruck nach der tatsächlichen Benutzung
Nr.
Art der Flächen
(Stand 1946)
Gebäude einschließlich der Hofräume
Wege, Straßen und Plätze
Eisenbahnen ohne die unter Nr. 2 aufge-
nommenen Straßen mit Gleisanlagen
Öffentliche Park- und Gartenanlagen
Spiel- und Sportplätze einschließlich der
Schwimmbäder
1
2
3
4
5
6
Friedhöfe a) im Gebrauch befindliche
b) geschlossene
7
8
9
10
11
12
Landwirtschaftlich genutzte Flächen (Acker-
land, Erwerbsgärtnereien, Wiesen usw.)
Gartenland (Haus- und Ziergärten, private
Parkanlagen, Rasenflächen usw.)
Wälder
Gewässer (Flüsse, Bäche, Weiher, Seen)
Flugplätze
Sonstige Flächen (Ödland, Unland,
Übungsplätze usw.)
Gesamtfläche des Stadtgebietes
Stadtbauamt Stadtvermessung.
-
I
II
nach Grundsteuer-
nach Umbuchung
der Parifikate
kataster
und Gebäude
ha
a m2
%
ha
a m2
%
238 96 03
2.4
252
81 48
2.51)
208
47 53
2.0
208
47 25
2.0
164
53 69
1.6
155 32 58
1.5
60
96 19
0.6
58
31 94
0.6
20
38 56
0.2
20
22 89
0.2
14
03 50
0.1
12
84 51
0.1
22 82 0.0
22 82
0.0
2774 87 50 27.3
2702 55 18 26.62)
2509
258 36 70 2.5
3663 15 48 36.0
162 51 12 1.6
100 06 59 1.0
32 94 24.7
204 87 73
3661 31 24
162 51 12
99 41 44
2.0
36.0
1.6
1.0
2636 98 47 25.9
10175 88 65 100
10175 88 65 100
1) In dieser Summe sind aus den Benützungsarten Nr. 2, 3, 4, 5, 6 und 11 Bauflächen im Ausmaß
von 13 ha, 85 a, 45 m² enthalten.
2) Diese Summe besteht aus:
690 ha 41 a 53 m² Ackerland
1161 ha 85 a 01 m2 Wiesenland
329 ha 58 a 91 m2 Weideland
520 ha 69 a 73 m² Alpenland
2702 ha 55 a 18 m²
25
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Tabelle II/3 A
Äcker
Wiesen
Gärten
Weiden
Katastralgemeinde
ha am
Grundeigentum der Stadt Innsbruck, Stiftungsgrundstücke und städtisch verwaltetes
öffentliches Gut gegliedert nach dem Grundsteuerkataster (Stand 1945)
Bau-
flächen
Alpen
Waldungen
Unprodukt.
Land
Sonstige
steuerfreie
Flächen
Summe
Innsbruck
147 03
ha
15
07 57
Wilten
5 30 68
16 29 03
a m2 ha a m
8 72 70
1 79 67
ha a m² ha a m² ha
a m2 ha
-
a m
14 77 83
ha a
m²
ha
a m2
ha
a
m
295 86
1 93 58
44
94 57
10 08
2
34 88
3
74 27
33 25
7
05 45
36
97 31
Pradl
29 15 34
47 51 64
1 41 99
374
5
90 02
7
71 28
1
53 64
1
67 87
94
95 52
Hötting
17 56 74
31 78 41
3 53 13
63 05 63 338 69 74 159
27 66
3 11 98
208
65 99
4
03 38
829
72 66
Mühlau
3 07 30
3
04 92
22 11
26 02 32
60
71 24
1
22 68
31
24 71
41 32
125
96 60
Amras
13 78 01
27 24 72
8 68
5 05 62
19
72 01
36 25
31 66
11 31
66 68 26
Arzl
Vill
Igls
1 65 76
75 06
4 87 71 12
92 73
3 69 91
33 45
87
1 51
-
33 64 28 183 24 58 445 81 31
51 63
28 88
641 74 77
2 83 08
1310
16 26
96
16 62
66 43
76 29
247
42 36
innerhalb der Stadt
77 63 63 157 92 38 16 47 09 129
Grundeigentum
99
86 90 205 923 96
396--
a) Stiftungen
b) Öffentliches Gut
(Straßen u. Plätze)
-28 83-15 14-
Insgesamt
Grundeigentum
Grundeigentum
außerhalb der Stadt 460 21 31 26 82-19 60 -
insgesamt
Instädt. Verwaltung
82 23 84 180 19 20 16 66 69 129 42 12 565 02 52 862
19 59 521 94 32
789
93 74 31
68
69 00
2 44
49
896 82 81
18 46 73 2630 08 29
40 74
101
60 38
19 06 73
22 53 43 08 20
72
19 40
-
82 70
79
150
36 30
1 31 05 304 06 90
13 14 32
50 79
1037 19 11
19 77 78 2934 15 19
-
-
33 35
Stadtbauamt
13 06
4 29
191 40 26 16
83 39 66 191 40 26 16 70 65 129 75 47 565 02 52 862 13 14 32 68 14 1037 36 72 186 02 05 3104 48 61
Stadtvermessung.
1) Lage des Grundeigentums außerhalb des Stadtgebietes.
186 02 05/316
3 09 93
-
17 61 166
66
24
24 27
24 27 167 23 49
Katastral-
gemeinde
Fläche
ha
a
m²
Katastral-
gemeinde
Fläche
ha
a
m²
Aldrans
1
07
37
Natters
90
Ampaẞ
4
63
83
Patsch
2
00
80
Fulpmes
1
59
Pfons
30
67
Lans
46
86
Schönberg
65
12
56
Mieders
90
Telfes
17
57
38
Mühlbachl
5
96
75
Thaur
193
65
85
Mutters
11
15
36
Völs
2
06
08
Zwischen-
23
32
66
Gesamt-
304
06
90
summe
summe
Seite 53
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Tabelle II/3 B
Gegenüberstellung der Flächenstände von 1945 und 1946 und des Standes
nach Umbuchung der Parifikate
Vom Grundeigen-
Nr.
tum und den ver-
1
walteten Flichen
waren
2
1945
1946
1946
nach Grundsteuer- nach Grundsteuer-
nach Umbuchung
kataster
kataster
der Parifikate
3
4
5
ha
a m2
%
ha
a m2
%
ha
a m2
%
123456789
Äcker
83 39 66
2.7
80 30 84
2.6
66
12 55
2.1
Wiesen
191 40 26
6.2
187 14 26
6.0
155 59 02
5.0
Gärten
16 70 65
0.5
20 19 83
0.7
12
36 14
0.4
Weiden
129 75 47
4.2
129
22 34
4.2
126
64 13
4.1
6
5 Alpen
Waldungen
Bauflächen
565 02 52
18.2
565 02 52
18.2
563 03 82
18.1
862 13 14
27.8
862 75 22
27.8
849
95 15
27.4
32 68 14
1.0
35
48 86
1.1
35
48 86
1.1
Unprodukt. Land
1037 36 72
33.4
1037
30 44
33.4
1055
20 96 34.0
Sonst. Flächen
5.6
187
51 29
6.0
240 54 97
7.81)
3104 95 60
100
3104 95 60
100
186 02 05
Insgesamt 3104 48 61 100
Stadtbauamt Stadtvermessung
-
1) In dieser Summe sind im Gegensatz zu den Summen der
Rubriken 3 und 4 von Nr. 9 auch Flächen enthalten, deren
Widmung keine Steuerfreiheit begründet. Die Summe setzt
sich zusammen
Wegen und Plätzen
Eisenbahnen
(Nordkettenbahn)
öffentl. Parkanlagen
Spiel- und Sportplätzen
Friedhöfen
Gewässern
aus
ha
a
m²
an
175
19
38
18
22
87
2281
24
75
63
15
38
57
21
64
50
240
54
97
27
Seite 54
54/506
Tabelle II/3 C
Nr.
Art der Flächen
Gliederung des Grundeigentums der Stadt Innsbruck, der Stiftungsgrundstücke und
des städtisch verwalteten öffentlichen Gutes nach der tatsächlichen Benutzung
(Stand 1946)
II
nach Umbuchung
der Parifikate
I
nach Grundsteuer-
kataster
und Gebäude
ha
a m2
%
ha
a m²
%
12345
Gebäude einschließlich der Hofräume
32
35 31
1.0
35
48 86
1.11)
Wege, Straßen und Plätze
175
23 67
5.7
175
19 38
5.6
Eisenbahnen (Nordkettenbahn),
19
52 64
0.6
18
22 87
0.6
Öffentliche Park- und Gartenanlagen
25
09 04
0.8
24
75 63
0.8
Spiel- und Sportplätze einschließlich der
Schwimmbäder
12
76 59
0.4
12
15 38
0.4
6 Friedhöfe
a) in Gebrauch befindliche
9
19 26
0.3
8
34 39
0.3
b) geschlossene
22 82
22 82
7
Landwirtschaftlich genutzte Flächen
933
26 07 30.1
911
39 52 29.3)
8
Gartenland
16
78 62 0.5
12
36 14
0.4
9
Wälder
850
67 05 27.4
849
95 15 27.4
10
Gewässer
1
64 50
0.1
1
64 50 0.1
11
Flugplätze
12
Sonstige Flächen
1028
20 03 33.1
1055
20 96 34.0
Grundeigentum der Stadt und städtisch
3104
95 60 100
3104
95 60 100
verwaltete Flächen
Stadtbauamt
-
Stadtvermessung.
1) In dieser Summe sind aus Nr. 2 einschließlich 6 Bauflächen im Ausmaß von 3 ha, 13 a, 55 m²
enthalten.
2) Diese Summe besteht aus
66 ha 12 a 55 m² Ackerland
155 ha 59 a 02 m² Wiesenland
126 ha 64 a 13 m³ Weideland
563 ha 03 a 82 m² Alpenland
911 ha 39 a 52 m2
28
Seite 55
55/506
III. Bevölkerungsstand
Die Bevölkerungsstatistik¹) scheidet sich in die Statistik des Bevölkerungsstandes
und die Statistik der Bevölkerungsbewegung. Unter der Statistik des Bevölkerungs-
standes ist die Zählung der Bevölkerung an einem bestimmten Zeitpunkt (Stichtag)
zu verstehen, während die Statistik der Bevölkerungsbewegung die hauptsächlichsten
menschlichen Daseinsveränderungen, wie Geburten, Todesfälle, Eheschließungen,
Ehelösungen, Zu- und Abwanderungen zu erfassen hat, die sich in einem bestimmten
Zeitraum (Kalenderjahr, Verwaltungsjahr) ereignen. Feststellungen des Bevölke-
rungsstandes Volkszählungen sind schon aus dem Altertum überliefert,
die Ergebnisse dienten zum Großteil Besteuerungs- und Rekrutierungs-
zwecken. Dabei wurden meist nicht alle, sondern nur eine bestimmte Art von Per-
sonen gezählt vollberechtigte Bürger, wehrhafte Männer, während die Volks-
zählungen der letzten Jahrhunderte, insbesonders die modernen Volkszählungen,
jedes menschliche Individuum als Zähleinheit betrachten. Zu Anfang dieses Jahr-
hunderts wurde noch in den meisten Staaten die ortsanwesende Bevölkerung
gezählt, d. h. alle Personen, die sich am Stichtag an einem Ort des Zählgebietes
aufhalten; der Zählung entgehen dabei alle am Zähltag sich außerhalb des Zähl-
gebietes aufhaltenden Personen, die sonst in diesem Gebiete ihren Wohnsitz haben.
Dagegen werden alle Personen mitgezählt, die am Zähltag nur vorübergehend im
Zählgebiet weilen. Diese Erfassungsform der Bevölkerung erfreute sich wegen ihrer
Einfachheit lange großer Beliebtheit. In neuerer Zeit trat jedoch an ihre Stelle die
Erfassung der Wohnbevölkerung, d. h. aller Personen, die zur Zeit der Zählung
an einem Ort des Zählgebietes ihren Wohnsitz haben. In der Wohnbevölkerung sind
also jene Personen, die im Zählgebiet nicht ihren Wohnsitz haben und nur vorüber-
gehend anwesend sind, nicht enthalten, die außerhalb des Zählgebietes weilenden,
nur zeitweise abwesenden Personen aber, die im Zählgebiet ihren Wohnsitz haben,
werden mitgezählt. Die übliche Methode zur Gewinnung der Bevölkerungszahl
besteht in der Addition der ermittelten anwesenden Bevölkerung und der zeitweise
abwesenden Personen mit nachfolgender Subtraktion der vorübergehend anwesenden
Personen; der näheren Bearbeitung wird nachher nur die Wohnbevölkerung unter-
zogen.
Nach dem österreichischen Volkszählungsgesetz vom 29. März 1869, RGBI. 67,
in seiner ursprünglichen Fassung, bildete die anwesende Bevölkerung, nach der
Fassung vom 25. Juni 1930, BGBl. 230, die Wohnbevölkerung den Gegenstand der
Zählung; die letzte österreichische Zählung nach der 1. Gesetzesfassung war jene
vom 7. März 1923, die erste nach der 2. Fassung die Zählung vom 22. März 1934.
Die in Österreich auf Grund der deutschen Reichsgesetze vom 4. Oktober 1937,
RGBl. I-Seite 1053, und vom 6. Juli 1938, RGBl. I-Seite 786, am 17. Mai 1939
durchgeführte Volks-, Berufs- und Betriebszählung fußte ebenfalls auf dem
Wohnungsprinzip; die einschlägigen Bestimmungen rechneten zur Wohnbevölkerung
,,die gesamte Bevölkerung, die am Zählort dauernd wohnt, also auch das Militär,
1) Schrifttum: Dr. Wilhelm Winkler, Grundriß der Statistik, 1933, Dr. Hero Moeller,
Statistik 1928, Dr. Otto Donner, Statistik, 1937.
29
Seite 56
56/506
das dort seinen Standort hat, die ihrer Arbeitsdienstpflicht genügenden Arbeits-
männer und Arbeitsmaiden" und schufen in der Ständigen Bevölkerung, als
welche sie die,,Wohnbevölkerung ohne die ihrer Dienstpflicht genügenden Soldaten
und Arbeitsmänner und ohne die Arbeitsmaiden" bezeichneten, eine spezielle Art
der Wohnbevölkerung. Selbstverständlich begnügen sich die Staaten seit langem
nicht mehr mit der bloßen Feststellung der Kopfzahl ihrer Bewohner, sondern sie
wollen diese nach bestimmten Merkmalen gegliedert wissen, und zwar gewöhnlich
nach Geschlecht, Familienstand, Alter, Beruf, Geburtsland, Staats- und Sprach-
zugehörigkeit und Glaubensbekenntnis, weiters nach Wohngemeinschaften (Wohn-
parteien) oder nach Haushaltungen. Der Übergang auf die Erfassung der Wohn-
bevölkerung war durch die allgemein wachsende Bildung der Bevölkerung ins-
besonders der Haushaltungsvorstände möglich geworden, denen die Ausfüllung der
oft komplizierten Zählpapiere (umfassende Fragebogen in Form von Haushalts-
listen) obliegt. Die unmittelbare Durchführung der Zählung, d. h. der Austeilung,
Einsammlung und Überprüfung der Zählpapiere nebst der Summierung der orts-
anwesenden Personen, wird in der Regel den Gemeinden überlassen. Die Fest-
stellung der Zahl der Wohnbevölkerung und die Aufarbeitung des gesamten Zahlen-
materials nach den oben angeführten Gliederungsmerkmalen ist ausschließlich
Sache der statistischen Zentralstellen.
Zur ständigen Beobachtung der Entwicklung der Bevölkerung von Volkszählung
zu Volkszählung dient die sogenannte Fortschreibung. Die fortgeschriebene
Bevölkerungszahl wird in der Weise berechnet, daß zum Ergebnis der letzten
Volkszählung die Lebendgeborenen der ortsansässigen Mütter und die Zugezogenen
hinzugerechnet und die gestorbenen ortsansässigen Personen und die Abgewanderten
abgezogen werden. Die fortgeschriebenen Bevölkerungszahlen sind, wie die Erfahrung
lehrt, immer etwas zu hoch, da die Anmeldungen gewissenhafter als die Abmeldungen
erstattet werden; eine fortlaufende vollständige Erfassung der Wanderungsbewegung
ist nie möglich.
Als Ersatz für Volkszählungen können bei entsprechender Auswertung die
von den Gemeinden alljährlich für Zwecke der Lohnsteuer vorzunehmenden Per-
sonenstandsaufnahmen oder nötigenfalls auch die Zahlen der ausgegebenen
Lebensmittelkarten genommen werden²).
Mit dem Volkszählungsgesetz vom 29. März 1869 wurde in Österreich die peri-
odische, an der Wende eines Jahrzehntes nach gleichen Gesichtspunkten vorzu-
nehmende Volkszählung eingeführt. Sie fand erstmals am 31. Dezember 1869 statt
und wurde von da an bis 31. 12. 1910 viermal wiederholt³).
Infolge der Nachkriegsverhältnisse wurde die Ende 1920 fällige ordentliche Volks-
zählung auf 7. März 1923 verschoben und vorher eine vereinfachte, außerordentliche
Zählung am 31. 1. 1920 eingefügt. Die letzte österreichische ordentliche Volkszählung
fand am 22. März 1934 statt. Unter der Herrschaft Deutschlands kam es zu der
bis heute letzten Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 17. Mai 1939, die damals
als,,erste große Inventur von Volk und Wirtschaft im Großdeutschen Reich" in
2) So hat das Österreichische Statistische Zentralamt in seinem Gemeindeverzeichnis von
Österreich, Wien 1948, den Bevölkerungszahlen den Stand der Lebensmittelkarten vom
14. 10. 1946 zugrunde gelegt; für Innsbruck 95 365.
3) Die Vereinigten Staaten von Amerika hatten seit 1787, England seit 1801 alle 10 Jahre
einen Population Census. Im Deutschen Reich fand von 1871 bis zum Weltkrieg alle 5 Jahre
eine Volkszählung statt, dann folgten vereinfachte Zählungen 1916, 1917, 1919 und in den
Jahren 1925 und 1933 Volks-, Berufs- und Betriebszählungen.00
30
Seite 57
57/506
Szene gesetzt wurde. Die amtlichen Veröffentlichungen über die Ergebnisse dieser
9 Volkszählungen in Innsbruck, darunter naturgemäß überwiegend über die der
letzten, bilden neben wertvollen ergänzenden Auskünften des Österreichischen
Statistischen Zentralamtes fast ausschließlich die Grundlagen der Tabellen III/2 A
und B und III/3 A-H. Die Zählergebnisse vom Jahre 1939 in den Zählbezirken
Innere Stadt, Saggen-Dreiheiligen, Hötting-Ost und -West, Hungerburg und Mühlau,
die ohne jede Bedachtnahme auf die Zählbezirke der früheren Zählungen festgelegt
worden waren, mußten aber zur Herstellung der Vergleichbarkeit mit den Ergebnissen
aller bis 1869 zurückreichenden Zählungen auf die Gebiete der Katastralgemeinden
Innsbruck, Hötting und Mühlau umgerechnet werden. Aus der Katastralgemeinde
Innsbruck, dem uralten Stadtgebiete, waren Mariahilf und St. Nikolaus ausge-
schieden und zu Hötting geschlagen und von Hötting und Mühlau die,,Hungerburg"
als eigener Bezirk abgetreten worden. Es wurden also in die Tabelle III/2 B an
Stelle der offiziellen Zahlen: Innere Stadt und Saggen-Dreiheiligen = 25182,
Hötting-Ost und -West = 18021, Hungerburg = 395 und Mühlau = 2182 Ein-
wohner die auf die Katastralgemeinden umgerechneten Zahlen: Innsbruck = 31734,
Hötting 11667 und Mühlau =2379 Einwohner aufgenommen. In derselben
Tabelle sind, zur Vervollständigung des Entwicklungsbildes, den Volkszählungs-
ergebnissen ausnahmsweise die Zahlen der hieramtlichen Fortschreibung der Be-
völkerung mit dem Stand vom 31. Dezember 1946 angefügt.
III/1. Einwohnerzählungen vor dem Jahre 1869
Über Einwohnerzählungen, die in Innsbruck vor 1869 von weltlichen und geist-
lichen Behörden zu verschiedenen Zwecken vorgenommen wurden, wird in Ta-
belle III/1 eine Auswahl geboten. Streng vergleichbar sind die Zahlen nicht; bei der
Stadtbevölkerung wurde das Militär oder die Geistlichkeit oder der Hofstaat bald
mitgezählt, bald weggelassen und in den Beichtregistern werden die noch nicht
beichtenden Kinder fehlen. Im ganzen genommen aber vermittelt die Tabelle doch
ein annähernd richtiges und anregendes Bild von der langsamen, im allgemeinen
stetigen, hin und wieder gehemmten Bevölkerungszunahme von 5050 Einwohnern
zur Zeit Erzherzog Ferdinands bis zu 14224 Einwohnern im Jahr 1858, dem Jahr
der Eröffnung der ersten Teilstrecke der Südbahn Kufstein-Innsbruck.
III/2. Die Volkszählungen von 1869 bis 1939; Einwohnerzahlen in Innsbruck nach
dem jeweiligen Gebiet und in den neun, seit 1. April 1942 vereinigten Katastral-
gemeinden
Wie im Abschnitt II ausführlich dargelegt wurde, vergrößerte sich das Innsbrucker
Gebiet im Jahre 1904 um die Nachbargemeinden Wilten und Pradl, im Jahre 1938
um Hötting, Mühlau und Amras, im Jahre 1940 um Arzl und 1942 um Vill und Igls.
Soweit es die Quellen ermöglichten, wurde in den Tabellen nicht nur die im Zeit-
punkt der Zählung auf dem jeweiligen Innsbrucker Gebiet befindliche Bevölkerung
dargestellt, sondern auch die Bevölkerung aller neun Katastralgemeinden zusammen-
genommen. Daraus ergibt sich die Teilung der Darstellung nach dem Gebietsstand
von Innsbruck im Zeitpunkt der Zählung und nach dem Gebietsstand vom
1. April 1942.
In den Tabellen III/2 A und B wurden neben den Zahlen über die Wohnbevölkerung
auch die Zahlen über die sogenannte Ständige Bevölkerung angegeben, die im Mai
1939 jener im Innsbrucker Stadtgebiet um 1869 und im heutigen Gesamtgebiet
31
Seite 58
58/506
um 1899 Einwohner nachstand. Diese Zahlen entfielen auf die ihrer Dienstpflicht
genügenden Soldaten und Arbeitsmänner, von denen in den Katastralgemeinden
Innsbruck 1486, Wilten 17, Pradl 366 und Igls 30 untergebracht waren; in den
Katastralgemeinden Hötting, Mühlau, Amras, Arzl und Vill war daher die Wohn-
bevölkerung gleich der Ständigen Bevölkerung. Arbeitsmaiden gab es in allen
neun Katastralgemeinden nicht.
An Hand der vorhin bezeichneten 2 Tabellen läßt sich die Entwicklung des Be-
völkerungsstandes unter Anfügung einiger Ergänzungen in großen Umrissen folgen-
dermaßen skizzieren: Innsbruck hatte im Jahre 1869 einschließlich des Militärs4)
16324 und im Jahre 1939 78395 Einwohner, im heutigen Gesamtgebiet, also in allen
9 Katastralgemeinden zusammengenommen, wurden zu denselben Zeitpunkten
25354 und 81710 gezählt; für den 31. Dezember 1946 wurde im Wege der Fort-
schreibung die Zahl von 97884 errechnet. Die erste Frage, die sich nun aufdrängt,
ist die, auf das Wievielfache oder um wieviel Prozent die Bevölkerungszahl in diesen
70, bzw. 77 Jahren gestiegen ist. Die Bevölkerung von Innsbruck stieg von 1869 bis
1939 rund auf das Fünffache oder um 380%, bis 1946 auf das Sechsfache oder um
499%. Die Zunahme im Gesamtgebiet ist im Verhältnis naturgemäß niederer. Die
Bevölkerung des Gesamtraumes wuchs bis 1939 auf das Dreifache oder um 222%,
bis 1946 rund auf das Vierfache oder um 286%. Der Prozentsatz der Bevölkerungs-
zunahme in den einzelnen Katastralgemeinden der Stadt, die bei dem Mangel einer
anderen Bezirkseinteilung die Stadtbezirke ersetzen müssen, ist, wie die nach-
stehende kleine Tabelle zeigt, ganz verschieden. Pradl, das nach 1939 den Großteil
der in Innsbruck nach und nach angesiedelten rund 8000 Südtiroler5) aufzunehmen
hatte, erfuhr den stärksten Zuwachs; in weitem Abstand folgen Wilten, das einmal
um die Jahrhundertwende von allen Gemeinden Tirols die größte Zunahme auf-
zuweisen hatte, dann kommt der Größe des Wachstums entsprechend Igls, Hötting
und Arzl auf gleicher Stufe, weiters Amras, Mühlau, Vill und Innsbruck. Die Kata-
stralgemeinde Innsbruck konnte auf ihrem kleinen 3.07 km² umfassenden Gebiet,
das seit 1480 die Burgfriedensfläche der Stadt bildete, nicht ganz das Doppelte
ihrer Einwohnerzahl vom Jahre 1869 erreichen.
Bevölkerungszuwachs in Prozenten
in der Katastral-
gemeinde
Innsbruck
Wilten
Pradl
Hötting
von 1869
in der Katastral-
von 1869
bis 1939
bis 1946
gemeinde
bis 1939
bis 1946
94 %
588 %
1545 %
234 %
248
96 %
633 %
2660 %
346%
Amras
253 %
301 %
Arzl
283 %
346 %
Vill
63 %
154 %
Igls
231 %
483 %
330% 70
Mühlau
Die zweite Frage wird darauf gerichtet sein, wie sich das Wachstum zeitlich voll-
zog, in welcher Zeitspanne es am stärksten und in welcher es am schwächsten war.
Sie findet in der nachstehenden Tabelle ihre Beantwortung. Die friedlichen Zeit-
läufe von 1890 bis 1910 scheinen einer gesunden Bevölkerungsentwicklung besonders
4) Die zur Zeit der Monarchie in Innsbruck lagernde Garnison betrug im Jahre 1869.,
im Jahre 1880 1348, im Jahre 1890 1977, im Jahre 1900 2475 und im Jahre 1910 2808 Mann.
5) Sonderzählung vom Februar 1947: 8096 Südtiroler, davon 1885 Einzelpersonen und
6211 in Haushalten; 1952 Haushaltungen.
32
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günstig gewesen zu sein, den höchsten auf das Jahr umgerechneten Zuwachs zeigt
allerdings der letzte, von Umwälzungen und Katastrophen durchzogene Abschnitt.
Die Mitte hält die Zeit von 1923 bis 1934, die nach den hemmenden Wirkungen des
ersten Weltkrieges besonders im Gesamtraum von Innsbruck einen Aufschwung
erkennen läßt.
im Zeitraum
1869-1880
Bevölkerungszuwachs von Zählung zu Zählung
in Innsbruck nach dem jeweiligen
Gebietsstand
in Zahlen
im Gesamtraum der 9 Katastral-
gemeinden
(Gebietsstand vom 1. 4. 1942)
in %
in Zahlen
in %
4213
5.2
6803
9.4
1880-1890
2783
3.4
6306
8.7
1890-1900
3546
4.4
11264
15.5
1900-1910
26328
32.3
15494
21.4
(15817)¹)
1910-1920
2456
3.0
4291
5.9
1920-1923
751
0.9
728
1.0
1923-1934
4604
5.6
8557
11.8
1934-1939
17390
21.3
2913
4.0
(15755)¹)
1939-1946
19489
23.9
16174
22.3
(3677)¹)
Gesamtzuwachs
81560
100
72530
100
1) Zuwächse durch Eingemeindungen.
Die Entwicklung in den einzelnen Katastralgemeinden verläuft nicht immer
konform der Bevölkerungszunahme im Gesamtraum. Sie ist den verschiedenen
Ursachen entsprechend bald beschleunigt, bald verlangsamt, selten aber rückläufig.
Es finden sich in Tabelle III/2 B, wenn man die Ständige Bevölkerung außer Be-
tracht läßt, unter den 90 in Frage kommenden Zahlen nur 8, die eine Abnahme
aufweisen. Im Diagramm Nr. 4 finden die vorstehenden Ausführungen über die
Entwicklung der Bevölkerung sowohl im jeweiligen Gebiet von Innsbruck wie auch
im Gesamtraum der 9 Katastralgemeinden ihre Bekräftigung. Die ungefähre Paralle-
lität der beiden Kurven und damit die Abhängigkeit der Entwicklung der Bevölke-
rung im jeweiligen Innsbrucker Gebiet von jener des Gesamtraumes der heute
vereinigten Katastralgemeinden ist offensichtlich. In Zeitspannen, in die Einge-
meindungen fielen, ist der Verlauf der Bevölkerungszunahme zum Teil auf
Grund berechneter Zahlen - in punktierten Linien angedeutet.
Das Stadtgebiet von Innsbruck ist seit 1. 1. 1904 durch Einverleibung von 8 Nach-
bargemeinden von 3.07 km² auf 101.76 km² angewachsen; es ist 33mal so groß
geworden. Die Bevölkerung aber ist von 16324 Einwohnern im Jahre 1869, auf
78395 im Jahre 1939 und auf 97884 im Jahre 1946 gestiegen. Sie hat sich also seit
1869 nur verfünffacht, bzw. versechsfacht. Der Stadtgemeinde wurden durchwegs
sehr dünn besiedelte Gebiete einverleibt, dadurch sank die Verhältniszahl, mit der
die Bevölkerungsdichte ausgedrückt wird, ganz bedeutend. Knapp vor der Ein-
gemeindung von Wilten und Pradl war die größte Bevölkerungsdichte erreicht
worden. Es entfielen damals 9100 Einwohner auf den km²; zu Ende des Jahres 1946
3
33
Seite 60
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34
1809
1880
1890
1900
1910
1920 1923
100.000
Eingemeindungen:
75.000 a) 1.1.1904
1.41940
d) 1.4.1942
Willen Pradl
Hölling - Mühlau
Vill -Jgls
Amras
Diagramm Nr. 4
50.000
25.000
1090
1900
1910
1920 1923
Bevölkerung von Innsbruck
Gesamtbevölkerung der neun Kalastralgemeinden
1880
-----
100.000
75.000
vereinigten Katastralgemeinden von 1869-1946
Entwicklung der Bevölkerung Innsbrucks und der neun seit April 1942
50,000
25.000
25
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waren es nur mehr 961 Einwohner. Die nachstehende Tabelle enthält die Dichtigkeits-
zahlen von den Stichtagen der Volkszählungen und vom Dezember 1946 in ihrer
charakteristischen Gegenbewegung und in dem stufenweisen Abfall nach den Ein-
gemeindungen im jeweiligen Innsbrucker Gebiet und dem konstanten Ansteigen
im Gesamtgebiet. Die darauffolgende Tabelle unterrichtet über die Bevölkerungs-
dichte jeder Katastralgemeinde für sich, und zwar an den Stichtagen der beiden
Volkszählungen von 1869 und 1939 und am 31. Dezember 1946. Die Aufnahme-
fähigkeit der Katastralgemeinde Innsbruck scheint vorläufig erlahmt zu sein. Die
gegenwärtige Bevölkerungsdichte von Pradl dokumentiert den Anstieg der Be-
völkerungszahl auf das 27fache.
am
Bevölkerungsdichte in Innsbruck
Auf 1 km² entfielen Einwohner
im jeweiligen Gebiet
von Innsbruck
im Gesamtgebiet der
9 Katastralgemeinden
Innsbruck
Wilten
Pradl
Hötting
Mühlau
Amras
Arzl
Vill
31. 12. 1869
5318
249
31. 12. 1880
6691
316
31. 12. 1890
7598
377
31. 12. 1900
8753
488
31. 12. 1910
3908
640
31. 1. 1920
4098
683
7. 3. 1923
4144
690
22. 3. 1934
4482
774
17. 5. 1939
1066
802
31. 12. 1946
961
961
Bevölkerungsdichte der 9 Katastralgemeinden von Innsbruck
Auf 1 km² entfielen Einwohner
in
am 31. 12. 1869
am 17. 5. 1939
am 31. 12. 1946
5317
10337
10461
382
2631
2802
209
3446
5783
79
265
353
62
216
267
103
364
413
32
122
143
44
72
112
39
131
230
Igls
Einiges Interesse beanspruchen die in der Fußnote 4 der Tabelle III/2 A ange-
gebenen Zahlen über die ortsanwesende Bevölkerung in den Jahren 1934 und
1939, die bei den früheren Zählungen die zu ermittelnde Bestandsmasse bildete.
Im Jahre 1934 war die ortsanwesende Bevölkerung und zwar nach den beiden
Gebietsständen kleiner, im Jahre 1939 größer als die Wohnbevölkerung. Zur
besseren Vorstellung der Abweichungen der beiden Erfassungsarten werden in der
nachstehenden Tabelle Wohnbevölkerung und ortsanwesende Bevölkerung einander
gegenübergestellt.
zelewemaal 0004
3°
35
Seite 62
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Wohnbevölkerung und ortsanwesende Bevölkerung in Innsbruck 1934 und 1939
Wohn-
Volks-
zählung
Orts-
anwesende
Gebiet
be-
völkerung
Be-
völkerung
Die ortsanwesende Be-
völkerung war größer oder
kleiner als die Wohn-
bevölkerung in
Zahlen
Innsbruck
Gebietsstand 1934.
61005
60934
%
71
- 0.1
1934
Innsbruck
Gebietsstand 1942
78797
78563
234
- 0.3
Innsbruck
Gebietsstand 1939
78395
80212
+1817
+ 2.3
1939
Innsbruck
Gebietsstand 1942
81710
83555
+1845
+2.2
Eine allgemein gültige Regel über die Größe der Abweichungen zwischen Wohn-
bevölkerung und ortsanwesender Bevölkerung läßt sich nicht aufstellen; das leichte
Fluktuieren der Bevölkerung ist von zu verschiedenen Faktoren abhängig. Im
Staat als Gesamtzählgebiet ist der Unterschied am kleinsten. Er beträgt meist nur
einen kleinen Bruchteil eines Prozentes, in den Ländern ist er etwas größer und in
Bezirken und Städten besonders mit saisongebundenem zeitweiligen Zustrom
von Ortsfremden - am größten. Der Zeitpunkt der Zählung ist hiebei ausschlag-
gebend. Jedenfalls sind die beobachteten Unterschiede in Innsbruck nicht so groß,
daß die Verwendung der Wohnbevölkerungszahlen in einer Reihe mit jenen der
ortsanwesenden Bevölkerung aus früheren Jahren das Entwicklungsbild stören
würden.
III/3. Gliederung der Bevölkerung nach den üblichen Hauptmerkmalen
Wurde bis jetzt Entwicklung und Bestand der Kopfzahl der Bevölkerung dar-
gelegt, soll nun an Hand der übrigen Tabellen die Gliederung der Bevölkerung nach
bestimmten Merkmalen besprochen werden. Die Hauptgrundlage hiefür bildet die
statistische Bearbeitung der Volkszählungsergebnisse von 1939 durch die Zentral-
stelle. Eines der wichtigsten Gliederungsmerkmale ist das Geschlecht. Die Tabelle
III/2 A enthält die absoluten Zahlen, die Tabelle III/3 A die Gliederungs- und
Beziehungszahlen. Die Männer waren nur bei der Volkszählung vom Jahre 1900
im kleinen Innsbrucker Gebiet in der Überzahl, sonst immer die Frauen. Damals
standen 13536 = 50.4% Männern 13330 = 49.6% Frauen gegenüber, auf 1000 Män-
ner entfielen 984 Frauen; bei der letzten Volkszählung waren die Anteile der Ge-
schlechter 47.5 und 52.5%, auf 1000 Männer entfielen 1105 Frauen. Wie sich die
Bevölkerung im selben Zeitpunkt in Tirol und im Deutschen Reich nach dem Ge-
schlecht gliederte, ist aus der folgenden Gegenüberstellung zu ersehen.
Geschlechtsverhältnis der Bevölkerung am 17. 5. 1939 in
Innsbruck
Tirol
Deutschland
Von 1000 Einwohnern waren Männer
475
499
488
Frauen
525
501
512
Auf 1000 Männer entfielen Frauen
1105
1004
1047
36
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8
Altersaufbau der Bevölkerung von Innsbruck im Jahre 1939
nach Altersjahren und Altersgruppen
Allersjahre
100
95
90
Männlich
85
Weiblich
80
75
5
4
Hundert Personen
70
65
60
55
50
45
40
35
30
25
20
15
10
1
1
2
3
Diagramm Nr. 5
5
6
Hundar Personen
37
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Wenn man in Innsbruck die fortgeschriebene Einwohnerzahl von 97884 vom
Dezember 1946 entsprechend dem bei der Lebensmittelkartenausgabe im selben
Monat festgestellten Geschlechtsverhältnis von 45.4:54.6 teilt, erhält man 44488
Männer und 53396 Frauen, somit auf 1000 Männer 1200 Frauen.
Über die Gliederung der ständigen Bevölkerung von Innsbruck nach dem Fa-
milienstand unterrichtet die Tabelle III/3 B. Rund die Hälfte der Bevölkerung
war ledig, von der anderen Hälfte entfielen 4/5 auf die Verheirateten und 1/5 auf
die Verwitweten und Geschiedenen. Typisch ist, daß die Zahl der Witwen 4mal
so groß ist als die Zahl der Witwer. Diese Allgemeinerscheinung ist nicht auf die
größere Sterblichkeit der Männer, auch nicht etwa auf deren häufigere Wieder-
verheiratung, sondern hauptsächlich auf den gewöhnlichen Altersunterschied der
Ehepaare zurückzuführen. Im Jahre 1939 entfielen von der Bevölkerung von
Innsbruck Tirol Deutschland
Auf Ledige
Verheiratete.
Verwitwete
Geschiedene.
49.3%
56.8%
46.3%
41.3%
36.6%
46.3%
7.1%
5.6%
6.4%
2.3%
1.0%
1.0%
Der Altersaufbau der Bevölkerung wird in der Tabelle III/3 C in 17 Alters-
gruppen und im Diagramm Nr. 5 nach Altersjahren und -gruppen wiedergegeben.
Die stärksten Jahrgänge sind von den Fünfundzwanzig- bis Vierzigjährigen besetzt.
Darüber ist der Aufbau, abgesehen von den bei den Männern erkennbar im ersten
Weltkrieg erlittenen Verlusten, normal, darunter aber zeigt sich sowohl männlicher-
als auch weiblicherseits bei den Zwanzig- bis Dreiundzwanzigjährigen, also bei den
in den Jahren 1916-19 Geborenen, ein schwerer Abgang; er senkte beim männlichen
Geschlecht die Zahl von 2 Jahrgängen tiefer als es im schlechtesten Jahrgang,
nämlich dem von 1934, zu beobachten war. Die Zeit der Wirtschaftskrise und der
Arbeitslosigkeit und der politischen Wirren spiegeln sich von den Vierzehnjährigen
abwärts wider; der jüngste Jahrgang aber war im suggerierten Glauben an eine bessere
und friedliche Zukunft gezeugt worden. Für die Beurteilung des Altersaufbaues
der Innsbrucker Bevölkerung nach 1939 steht die Jugendkartei mit dem Stand
vom 30. Juni 1945 der bald hernach aufgelassenen Adremastelle und eine Zählung
des städtischen Ernährungsamtes der letzten Kartenperiode des Jahres 1946 zur
Verfügung, die allerdings die Bevölkerung vom Gesichtspunkte des Nahrungs-
bedarfes gruppierte. Immerhin ist im beschränkten Maße ein Vergleich möglich,
der, wie aus nachstehender Gegenüberstellung zu ersehen ist, deutlich eine Zunahme
gerade der jüngsten Jahrgänge, und zwar in einem Ausmaße erkennen läßt, welches
das durch die Bevölkerungszunahme allein bedingte weit überschreitet.
Altersgruppen in
Jahren
1939
1945
1946
Zahl
%
Zahl
Zahl
%
unter 6.
4980
6.3
7606
9162
9.5
6 bis unter 12
12 bis unter 18
11973
15.0
5999
6934
13.8
5704
6315
unter 18 zusammen
16953
21.2
19109
22411
23.3
18 und darüber
62858
78.8
73581
76.7
Gesamtsumme
79811
100
95992
100
38
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Auf die Überzahl der Einwohner weiblichen Geschlechts wurde bereits hinge-
wiesen. Bekanntlich kommen aber mehr Knaben als Mädchen zur Welt. Aus der
Tabelle III/3 C über den Altersaufbau der Bevölkerung läßt sich nun ablesen, in
welchen Altersgruppen das weibliche Geschlecht das Übergewicht hatte. In den
ersten 4 Altersgruppen war das männliche Geschlecht mit 90, 6, 51 und 13 in der
Mehrheit, von da an durchwegs das weibliche Geschlecht. In ganz Tirol mit 323456
ständigen Einwohnern wiesen erst die Jahrgänge von 1900-1941 mit Ausnahme
der Siebenundsiebzig- und Vierundneunzigjährigen) ununterbrochen mehr Frauen
auf. In den früheren Jahrgängen rivalisierten die beiden Geschlechter; 25mal über-
wiegt das männliche Geschlecht, dazwischen hinein, völlig unregelmäßig, reihen sich
14 Jahrgänge mit weiblicher Überzahl. Je größer die Beobachtungsmasse um so
klarer kristallisiert sich eine eventuelle Norm heraus. In der Gesamtbevölkerung
des Deutschen Reiches mit 78072258 Einwohnern war auch der Jahrgang 1900 der
erste mit mehr Frauen als Männern, aber in den jüngeren Jahrgängen herrschte
ausnahmslos das männliche, in den älteren ausnahmslos das weibliche Geschlecht vor.
Die beiden Tabellen III/3 D und E enthalten Daten der Berufszählung.
Begriff und Systematik sind im Abschnitt VIII, der der Beschäftigung der Be-
völkerung gewidmet ist, ausführlich besprochen. Hier soll im Zuge der Betrachtung
des festgestellten Bevölkerungsstandes von verschiedenen Gesichtspunkten aus nur
eine Übersicht gegeben werden, wieviel von den Einwohnern erwerbstätig oder
berufslos sind und wieviel Angehörige von beiden Gruppen erhalten werden. Weiters
soll aus den Tabellen zu entnehmen sein, von welchen Erwerbszweigen die Erwerbs-
personen samt ihren Angehörigen leben und welche Stellung sie im Erwerbsleben
einnehmen. Von diesen Gesichtspunkten aus gliedert die Tabelle III/3 D die ganze
Bevölkerung, während die Tabelle III/3 E die Erwerbspersonen heraushebt.
Die wesentlichen Zahlen sind folgende: von den 76526 ständigen Einwohnern waren
im Jahre 1939 auf dem damaligen Gebiet 37274 = 48.7% Erwerbspersonen,
10645=13.9% selbständige Berufslose (Ruheständler, Rentner usw.) und 28607 =
37.4 Angehörige ohne Hauptberuf; von diesen entfielen 23 267 auf die Erwerbs-
personen und 5340 auf die Berufslosen. Die drei am stärksten besetzten Wirtschafts-
abteilungen sind der Reihe nach: Handel und Verkehr mit 27.7%, Industrie und
Handwerk mit 25.3% und öffentlicher Dienst mit 20.0%. Die land- und forstwirt-
schaftliche Bevölkerung von Innsbruck mit 2.4%, bzw. 3.1%, wenn man Arzl, Vill
und Igls einbezieht, war im Gegensatz zu jener Tirols von 30.5% verschwindend
klein?). Bei der Gliederung der Bevölkerung nach der Stellung der Erwerbstätigen
in ihrem Beruf, tritt die für die Landeshauptstadt typische zahlenmäßige Schwäche
der Selbständigen mit den mithelfenden Angehörigen von zusammen 12.7% gegen-
über den drei großen Gruppen der Unselbständigen: der Beamten (15.5%), der
Angestellten (20.9%) und der Arbeiter (30.0%) mit zusammen 66.4% klar zutage;
in Tirol betrug der Prozentsatz der Selbständigen und der mithelfenden Angehörigen
zusammen 37.5%). Die Gliederung der Erwerbspersonen allein, wie sie die
6) Der Jahrgang 1862 bestand aus 454 Männern und gleichviel Frauen, der Jahrgang 1845
aus 4 Männern und 2 Frauen.
7) Gliederung der Ständigen Bevölkerung von Tirol im Jahre 1939 nach Wirtschafts-
abteilungen: von den 323456 Einwohnern entfielen auf Land- und Forstwirtschaft 30.5%,
auf Industrie und Handwerk 28.0%, auf Handel und Verkehr 14.8%, auf öffentlichen Dienst
9.9%, auf häusliche Dienste 4.2% und auf selbständige Berufslose 12.6%.
8) Gliederung der Ständigen Bevölkerung von Tirol vom Jahre 1939 nach der Stellung im
Beruf: es entfallen auf Selbständige 23.5%, auf mithelfende Familienmitglieder 14.0%, auf
Beamte 7.7%, auf Angestellte 9.9%, auf Arbeiter 23.3% und der Rest von 12.6% auf die
selbständigen Berufslosen.
39
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Tabelle III/3 E enthält, zeigt wegen des Fehlens der Berufslosen und der Angehörigen
natürlich nicht dieselben Prozentsätze, aber doch dieselbe Größenordnung ihrer
Gruppen.
In den Haushaltungslisten, den Fragebogen zur Volkszählung 1939, wurde nach
Muttersprache und Volkszugehörigkeit gefragt; die Frage nach der Volks-
zugehörigkeit war neu. Die Gliederung der Innsbrucker Bevölkerung nach diesem
Merkmal kann in der Tabelle III/3 F geboten werden, nach jenem nicht. Bei der
Volkszählung im Jahre 1910 wurden die anwesenden Staatsbürger nach der,,Um-
gangssprache", bei der Volkszählung im Jahre 1934 die Wohnbevölkerung nach
der,,sprachlichen Zugehörigkeit" gegliedert. Als sprachliche Zugehörigkeit wurde
die Zugehörigkeit zu jener Sprache verstanden, zu deren Kulturkreis der Befragte
sich zugehörig fühlte. In der Tabelle III/3 F stehen also Ergebnisse von 3 Volks-
zählungen nebeneinander, die nach verschiedenen Zählbegriffen zustande kamen:
Umgangssprache, Kulturkreis, Volkstum. Trotz dieser Verschiedenheit ist ersichtlich,
daß der Prozentsatz fremdsprachiger und fremdvölkischer Personen in der Stadt
unter der österreichisch-ungarischen Monarchie am größten war⁹).
Aus der Tabelle III/3 G₁ ist die Religionszugehörigkeit der ständigen Be-
völkerung sowohl nach dem Gebietsstand 1939 als auch 1942 in absoluten und in
Gliederungszahlen zu ersehen. Die katholische Kirche einschließlich der unierten
Riten dominiert mit 88.9%, die Unterschiede der perzentuellen Anteile der einzelnen
Bekenntnisse nach den zwei Gebietsständen kommen nur in Hundertstel zum Aus-
druck. Die Vergleichstabelle III/3 G, zeigt die römisch-katholische Bevölkerung
im Jahre 1910 noch mit 95.6, im Jahre 1934 mit 93.5%. Die beiden evangelischen
Bekenntnisse erfuhren einen allmählichen Aufstieg ihrer Anteile, und zwar von
2.8 auf 4.3% und endlich auf 5.7%. Dieser Zuwachs wie die 4.3% an Gottgläubigen
verminderten den Prozentsatz der Katholiken. Der Frauenüberschuß verteilt sich
perzentuell ziemlich gleichmäßig auf die christlichen Bekenntnisse, bei den Gott-
gläubigen und Glaubenslosen sind die Männer stark in der Überzahl. Über die
Weiterentwicklung gibt der Abschnitt XX dieses Buches Aufschluß.
Bei den Volkszählungen werden nicht nur die Einzelpersonen gezählt, sondern
auch bestimmte Formen gesellschaftlicher Gemeinschaften. Laut Tabelle III/1
wurden in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die Familien gezählt, die
Volkszählungen von 1869 an erfaßten die Wohnparteien, die Zählung von 1934
setzte gleichsam zum Übergang - neben die Zahl der Wohnparteien die Zahl
der Haushaltungen. Die Volkszählung 1939 wies nur die Haushaltungen aus. Bei
normalem Wohnungsangebot mögen sich alle drei Begriffe decken, in Zeiten der
Wohnungsnot aber ist die Wohnpartei (Wohngemeinschaft) zweifellos der weitere
Begriff als die Familie und die Haushaltung, denn in einer Wohnung werden nicht
selten mehrere Familien oder auch Einzelpersonen mit eigener Wirtschaftsführung
zu finden sein. Eine allgemein gültige Abgrenzung des Begriffes Haushaltung ins-
besonders der Einzelhaushaltung gibt es nicht. Es kommt darauf an, wie der Begriff
in den Vorschriften der betreffenden Zählung festgelegt ist. Anläßlich der Volks-
zählung vom Jahre 1939 galten als Vorstand eines Haushaltes alle Inhaber einer
selbständigen Wohnung - Familienoberhaupt oder Einzelperson, die Vorstände
der in Untermiete wohnenden Familien, wenn sie eine eigene, vom Hauptmieter
der Wohnung, bzw. Hauseigentümer getrennte Hauswirtschaft führten, und die in
9) Fremdsprachige oder fremdvölkische Personen in Innsbruck: 1910 3.23%, 1934 =
2.36%, 1939 1.85 oder 1.58%, je nachdem ob man die 209 Juden und Mischlinge zu den
deutschen Volkszugehörigen rechnet oder nicht.
40
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67/506
Untermiete wohnenden Einzelpersonen, die über einen oder mehrere Mieträume mit
überwiegend eigenen Möbeln verfügten und eine eigene Hauswirtschaft führten 10).
Auf dieser Begriffsbestimmung beruhen die Zahlen der Tabelle III/3 H₁. Demnach
betrug die Zahl der Einzelhaushaltungen in Innsbruck im Jahre 1939 2666, der
Familienhaushaltungen 20543 und der Anstaltshaushaltungen 246, zusammen
23455. Die Gliederungsprozente der einzelnen Arten sind 11.4, 87.6 und 1.0. Unter
den 23455 Haushaltungen waren nur 392 = 1.7% landwirtschaftliche Haushaltungen.
Die durchschnittliche Größe der Familienhaushaltungen im allgemeinen betrug 3.4,
die landwirtschaftlichen Familienhaushalte 4.9 Personen. Unter den nach der Zahl
der zugehörigen Personen gruppierten Familienhaushaltungen zeigten jene mit 2 Per-
sonen die größte Anzahl an Haushaltungen, jene mit 3 Personen die größte Anzahl an
Personen. Im Gesamtgebiet lagen die Verhältnisse nicht anders. In Arzl und Igls
treten wohl die Familien mit 4 Personen hervor, ohne daß sich aber dadurch das
Gesamtbild änderte. In der Vergleichstabelle III/3 H, fällt vor allem die im Jahre
1934 verhältnismäßig geringe Anzahl von Einzelpersonen auf, sie ist auf eine engere
Begriffsabgrenzung zurückzuführen. Im übrigen läßt sich eine Abnahme der durch-
schnittlichen Größe der Familien- und Anstaltshaushaltungen feststellen.
III/4. Entwicklung des Bevölkerungsstandes nach 1939
In den besprochenen Tabellen wurden, abgesehen von einer einzigen Ausnahme,
ausschließlich Zahlen der allgemeinen Volkszählungen verwendet. Da die letzte
Volkszählung im Jahre 1939 stattfand, ist die Frage naheliegend, wie sich seither
die Entwicklung der Bevölkerung insbesonders während des Krieges und unmittelbar
nach dem Zusammenbruch gestaltete. Zur Beantwortung dieser Frage ist das sta-
tistische Amt auf drei Quellen angewiesen: die sogenannte Fortschreibung der
Bevölkerungszahl für die Jahre 1942-46, die Personenstandsaufnahme vom De-
zember 1945 und die Zahlen der vom städtischen Ernährungsamte in den einzelnen
Perioden ausgegebenen Lebensmittelkarten. So verschieden Methode und Zweck
dieser drei Arten der behelfsmäßigen Feststellung des Bevölkerungsstandes sind,
so ergeben sie doch gerade im gegenseitigen Vergleich und in teilweiser Kombination
brauchbare Resultate. Die Fortschreibung ist, wie schon eingangs erwähnt, eine Art
Saldierung der Zu- und Abgänge an Personen und müßte, wie eine Buchführung,
jederzeit ein richtiges Bild des Bevölkerungsstandes geben. In der Praxis aber zeigt
es sich, daß den Meldeämtern nie alle Veränderungen bekannt werden, daß insbe-
sonders die Abwanderungen schwerer zu erfassen sind als die Zuwanderungen.
Dadurch entsteht ein Plus an Einwohnern, das in Wirklichkeit nicht vorhanden
ist und das um so größer wird, je weiter sich die Fortschreibung von der letzten
Zählung, von der sie ausging, entfernt. Unter normalen Verhältnissen nimmt man
an, daß die Fortschreibung bis zu 5 Jahren noch brauchbare Ergebnisse liefert.
Treten aber plötzlich umfangreiche Massenverschiebungen ein, wie z. B. nach
dem Schrecken der Fliegerangriffe oder vor der Einnahme Wiens, verlieren ihre
Ergebnisse rasch an Wert. Die erste Zahl mit der die im Herbst des Jahres 1941
geschaffene Adremastelle nach gewissenhafter Prüfung der vorhandenen Karteien
in die Öffentlichkeit trat, war jene vom Dezember 1942 mit 100454 Einwohnern.
10) Abweichend hievon werden gegenwärtig in der Anleitung zur Ausfüllung der Haushalts-
listen für die jährliche Personenstandsaufnahme wohl mehrere Familien mit selbständiger
Wirtschaftsführung in einer Wohnung als eigene Haushalte angesehen, die alleinstehenden
Untermieter aber ausnahmslos als ,,andere Wohnungsgenossen" mit den Hausgehilfinnen
den zum Haushalt des Wohnungsinhabers gehörenden Personen zugezählt.
41
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Die Personenstandsaufnahmen, deren Grundlage die von den Haushaltsvorständen
auszufüllenden Haushaltslisten sind, kämen dem Volkszählungsverfahren am
nächsten, aber es fehlt dabei das für eine genaue lückenlose Erfassung unentbehrliche
Aufgebot von ehrenamtlichen Zählern. Bei der Volkszählung vom Jahre 1939 galt
als Norm, daß auf einen Zähler nicht mehr als 30 Haushalte entfallen sollen. Bei
Beachtung dieser Norm hätten in Innsbruck über 700 Zähler eingesetzt werden
müssen. Bei der Personenstandsaufnahme vom Jahre 1945 oblag es den Beamten
der Einwohnererfassungsstelle allein, die Haushaltslisten von säumigen Haus-
besitzern einzuholen, rund 2700 Personen zu Auskünften und Richtigstellungen
vor Amt zu laden und überdies unumgänglich nötige Erhebungen an Ort und Stelle
selbst durchzuführen. Die Zahl der ausgegebenen Lebensmittelkarten gibt von der
anwesenden Bevölkerung jedenfalls das verläßlichste Bild, besonders solange
jedermann in Zeiten strenger Bewirtschaftung der wichtigsten Lebensmittel auf den
Bezug der Lebensmittelkarten angewiesen ist.
Die folgende Gegenüberstellung der aus der Tabelle III/4 entnommenen Haupt-
resultate der behelfsmäßigen Ermittlungsarten gewährt einen Einblick in den durch
den Krieg und seine unmittelbaren Folgen bedingten starken Wechsel im Bevölke-
rungsstand und gleichzeitig in die Schwierigkeiten, die sich in so bewegter Zeit der
Ermittlung verläßlicher Einwohnerzahlen entgegenstellen. In den Zahlen der
Jahre 1945 und 1946 ist weder die Besatzung noch die zugehörige Zivilbevölkerung
enthalten.
Fortgeschriebene Bevölkerungszahl, Zahl der ausgegebenen Lebensmittelkarten,
Personenstandsaufnahme 1945
Zahl der
anwesen-
vorüber-
Zeitpunkt
den, ständi- gehend ab-
gen Ein-
ständigen
Ausländer
Zahl der
ausgegeb.
Lebens-
wesenden
Einwohner
darunter
wohner
Einwohner
insgesamt
mittel-
karten
Summe unter
b oder dist
größer oder
kleiner als
Summe unter
fum % v. b
oder d
a
b
0
d
e
f
g
31. 12. 1942
88020
12434
100454
3223
86457
+1.8%
31. 12. 1943
89374
13491
102865
5173
85089
+4.8%
31. 12. 1944
79288
19986
99274
7935
74684
+5.8%
31. 12. 1945
Personenstands-
aufnahme 1945
91704
7967
94694
- 3.3%
31. 12. 1946
97884
7790¹)
95992
+1.9 %
1) Darunter 4587,,personnes déplacées".
Der Zustrom von Reichsdeutschen zu den zahllosen neugeschaffenen Amts- und
Parteistellen und die beginnende Südtiroler-Umsiedlung trieb die Bevölkerungszahl
schon 1939 und 1940 sprunghaft in die Höhe. Im Frühjahr 1941 kam noch die Ein-
gemeindung von Arzl dazu. Wurde für das Jahr 1940 der Stand der Bevölkerung
auf 91857 geschätzt, erachtete man auf Grund des von der Einwohner-, bzw. Adrema-
stelle sortierten Materials für den Beginn der Rechnungsjahre 1941 und 1942 die
Zahlen von 97083 und 99308 als zutreffend. Die erste fortgeschriebene Einwohner-
zahl von 100454 wirkt daher nicht mehr überraschend. Zu beachten ist, daß in diesen
Summen die vorübergehend abwesenden Personen, das sind in der damaligen Zeit
42
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fast ausschließlich die zur Kriegsdienstleistung und zum Reichsarbeitsdienst Ein-
berufenen, enthalten sind. Damit erklärt sich der auf den ersten Blick befremdend
große Unterschied der fortgeschriebenen Zahl von den Zahlen der ausgegebenen
Lebensmittelkarten. Vermindert man die Gesamtsumme (d) um die Summen der
vorübergehend Abwesenden (c) erhält man Zahlen, die jenen der ausgegebenen
Lebensmittelkarten sehr nahe kommen. Daß sie diese nach einem Jahr der Fort-
schreibung nur um 1.8%, nach zwei Jahren um 4.8% und nach dem dritten Jahre
schon um 5.8% überstiegen, ist auf den mehrfach erwähnten Mangel der Fortschrei-
bung zurückzuführen. Daß die Abnahme der anwesenden Bevölkerung nach den
ersten Fliegerangriffen von 1943 und 1944 aber von beiden Amtsstellen fast mit der
selben Zahl ausgewiesen wird-Adremastelle = 10405, Ernährungsamt = 10086-
bestätigt die Gewissenhaftigkeit der unter ungünstigsten Bedingungen geleisteten
Arbeit. Das Jahr 1945 brachte neuen Zuzug aus dem Osten, besonders aus Wien,
es kehrten die Innsbrucker, soweit sie noch ein Heim hatten, aus ihren Ausweich-
quartieren zurück und auch die Heimkehrer kamen in großer Zahl. Gleichzeitig
setzte die Rückwanderung der Reichsdeutschen ein. Als sich die fortgeschriebene
Einwohnerzahl nach 43000 An- und Abmeldungen Ende 1945 der Zahl von 108000
näherte, entschloß man sich, das Ergebnis der Personenstandsaufnahme vom selben
Jahr als neuen Ausgangspunkt für die Fortschreibung zu nehmen. Die Evident-
haltung der vorübergehend abwesenden Einwohner wurde aufgelassen. Lag der
Ausgangspunkt entsprechend dem auffallend schwachen Ergebnis der Personen-
standsaufnahme unter der Zahl der ausgegebenen Lebensmittelkarten, stand die
fortgeschriebene Zahl Ende 1946, wie im ersten Jahr der Fortschreibung, schon
um 1.9% darüber. Da es zu dieser Zeit auch wieder Leute gab, die auf die Lebens-
mittelkarten verzichten konnten, wurde nicht die Zahl der ausgegebenen Lebens-
mittelkarten von 95992 sondern die größere, die fortgeschriebene Zahl von 97884
in der Tabelle III/2 B verwendet und der Besprechung zugrunde gelegt. Abgesehen
von der Unterscheidung zwischen In- und Ausländern, konnte weder bei der Fort-
schreibung noch bei der Personenstandsaufnahme eine Gliederung nach den üblichen
Hauptmerkmalen vorgenommen werden. Nur die zum Lebensmittelkartenbezug
Berechtigten, die beim Ernährungsamte ständig nach bestimmten Altersgruppen
geführt werden, wurden in der letzten Kartenperiode des Jahres 1946 nach dem
Geschlecht ausgezählt. Eingehende Gliederungen der Bevölkerung ohne maschinelle
Sortierungs- und Zählmittel verursachen bei größerer Einwohnerzahl einen un-
verhältnismäßig großen Arbeits- und Geldaufwand. Es wäre sehr wünschenswert,
wenn noch in diesem Jahrzehnt in Anwendung des österreichischen Volkszählungs-
gesetzes eine allgemeine Volkszählung angeordnet werden würde.
F.
43
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Tabelle III/1
Einwohnerzählungen in Innsbruck vor 1869
Jahr
Einwohner
1567
5050
1632
5200
1655
5746
1761
9548
1768
10369
1808
9306
1812
10237
1826
10767
1837
10826
Anmerkung
ohne Hofstaat und Klöster; erste überlieferte Volks-
zählung unter Erzherzog Ferdinand.
gezählt nach dem Beichtregister.
Zählung unter Erzherzog Ferdinand Karl.
Seelenzählung der St. Jakobspfarre.
In einer Seelenbeschreibung vom Jahre 1765 wurden
4478 Seelen registriert. Dabei fehlten die Priester, die
Adeligen, die landesfürstlichen und herrschaftlichen
Beamten und die behausten und unbehausten Untertanen.
Diese mitgerechnet ergab im Jahre 1768 die Summe von
10369.
darunter 620 Studenten (Hochschüler und Gymnasiasten),
309 Handwerksburschen, 179 männliche und 953 weibliche
Dienstboten; Zählung unter der Herrschaft Bayerns.
ohne Militär; 1925 Familien.
4900 männliche, 5867 weibliche Einwohner, 2346 Familien,
1974 Dienstboten.
4884 männliche, 5942 weibliche Einwohner, 2298 Familien;
ohne 2500 Mann Militär, 600 fremde Studenten und
6 Judenfamilien.
ohne Militär und Studenten
1840
11417
1845
11787
ohne 615 Fremde.
1847
12308
ohne 744 Fremde.
1851
13148
ohne Militär.
1858
14224
8971 Einheimische, 5253 Nichteinheimische.
Mitgeteilt vom Stadtarchiv.
44
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Tabelle III/2 A
Jahr und
Stichtag
Die Volkszählungen von 1869 bis 1939¹)
Die Bevölkerung von Innsbruck nach dem Gebietsstand
im Zeitpunkt der Zählung
vom 1. April 19422)
insgesamt
männlich weiblich
insgesamt männlich
weiblich
1869, 31.12.
16324
7532
8792
25354
11865
13489
1880, 31. 12.
20537
10088
10449
32157
15743
16414
1890, 31. 12.
23320
11583
11737
38463
18964
19499
1900, 31. 12.
26866
13536
13330
49727
24665
25062
1910, 31. 12.
53194
26445
26749
65221
32447
32774
1920, 31. 1.
55650
26 394
29 256
69512
33214
36298
1923, 7. 3.
56401
26938
29463
70240
33751
36489
1934, 22. 3.
610054)
28555
32450
787974)
37 200
41597
1939, 17. 5.)
78 3954)
37269
41126
81710)
38921
42789
76526
35400
41126
79811
37022
42789
Quellen: Veröffentlichungen der k. k. statistischen Zentralkommission, des Bundesamtes
für Statistik in Wien, des statistischen Reichsamtes in Berlin, des statistischen Amtes für die
Alpen- und Donaureichsgaue in Wien, ergänzende Mitteilungen des Österreichischen statisti-
schen Zentralamtes in Wien und eigene Erhebungen an Hand des Urmaterials.
1) Die Zählungen von 1869-1923 erfaßten die ortsanwesende Bevölkerung, jene von 1934
und 1939 die Wohnbevölkerung.
2) Seit 1. 4. 1942, dem Zeitpunkt der letzten Eingemeindungen, umfaßt das Stadtgebiet
die Katastralgemeinden Innsbruck, Wilten, Pradl, Hötting, Mühlau, Amras, Arzl, Vill und
Igls; die Zahlen in den letzten 3 Spalten der Tabelle sind Gesamtsumme der Einwohner auf
dem Gebiete dieser 9 Katastralgemeinden im Zeitpunkt der Zählungen.
3) a = Wohnbevölkerung, b = Ständige Bevölkerung; nach der Begriffsbestimmung der
Zählvorschriften von 1939 gehört zur Wohnbevölkerung die gesamte Bevölkerung, die am
Zählort dauernd wohnt, also auch das Militär, das dort seinen Standort hat, die ihrer Dienst-
pflicht genügenden Arbeitsmänner und die Arbeitsmaiden. Als ständige Bevölkerung gilt die
Wohnbevölkerung ohne die ihrer Dienstpflicht genügenden Soldaten und Arbeitsmänner
und ohne die Arbeitsmaiden.
4) Die Zahl der ortsanwesenden Bevölkerung betrug im Jahre 1934 nach dem Gebiets-
stand im Zeitpunkt der Zählung 60934, nach dem Gebietsstand vom April 1942 78563, im
Jahre 1939 80212, bzw. 83555 Einwohner.
L
45
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Tabelle III/2 B
Die Entwicklung der Bevölkerung Innsbrucks und seiner Katastralgemeinden
von 1869-1946
Katastralgemeinde-Fläche in km Zeitpunkt der Eingemeindung
-
Jahr
Inns-
bruck
Inns-
bruck
3.07
3.80
Wilten Pradl Hötting
6.74
Mühl-
au
Amras Arzl
19.01
44.00 11.02 4.91
Vill
Igls
3.67
5.54
1. 4.
Katastral-
gemeinden
zusammen
1. 1. 1904
1. 10. 1938
1940
1. 4. 1942
1869
16324 16324
2575
7961)
3484 683
5051)
607
162
218 25354
1880
20537
20537
4049
1000
4204
731
635
584
162
255
32157
1890
23 320
23320
6515
1247
4718
881
725
669 160
228
38463
1900
26866
26866 12452
1790
5693
1017 801
679 165
264
49727
1910
53194
31411 16438
5345
8171
1588 827
938
200
303
65221
1920
55 650¹)
31 201¹) 15973¹)
8476¹) 9503
1927 912
880
223
417
69512
1923
56401
1934
61005
30821
Ja 78395
31734
19392)
1946
31622 16188
17730
17733 13097
b 76526 30248 17716 12731
97884 32115 18891 21974
8591
12454
9330
1955 934
912
209 499
70240
1861
11376 2343 1351
11667 2379 1785 2327
265
11667 2379 1785 2327 265
693 79811
15544 2939 2028 2709 412 1272 97884
234 627 78797
723 81710
Quellen wie bei Tabelle III/2 A; die Zahlen für 1946 gründen sich auf die Fortschreibung der
Einwohnerzahl.
1) Die Aufteilung der 1301 Einwohner der früheren Gemeinde Amras-Pradl auf die 2 Katastral-
gemeinden Amras und Pradl und der 55650 Einwohner von Innsbruck auf die Katastralgemeinden
Innsbruck, Wilten und Pradl ist berechnet.
2) 1939 a = Wohnbevölkerung, 1939 b
=
Ständige Bevölkerung.
46
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Tabelle III/3 A
Das Geschlechtsverhältnis der Bevölkerung von Innsbruck
an den Stichtagen der Volkszählungen von 1869-1939
1869 1880 1890 1900 1910 1920 1923 1934
&
1939¹)
b
Von 1000 Einwohnern
waren Männer
Frauen
Auf 1000 Männer entfielen
Frauen
461 491 496 504 497 474 479
468 475 462
539 509 504 496 503 526 521 532 525 538
1167 1035 1013
984 1011 1108 1093 1136 1105 1161
1) a Wohnbevölkerung, b = Ständige Bevölkerung. Zieht man den Gebietsstand vom 1.4. 1942
in Betracht, ergeben sich für 1939 folgende Zahlen:
a) für die Wohnbevölkerung
b) für die Ständige Bevölkerung
476, 524, 1100
463, 537, 1159.
Tabelle III/3 B
Die Ständige Bevölkerung von Innsbruck nach dem Familienstand am 17. 5. 1939
Gebietsstand vom 17. 5. 1939
Familienstand
insgesamt
%
männlich¹)
%
weiblich¹)
%
Ledig
37717
49.3
17683
50.0
20034
48.7
Verheiratet
31 609
41.3
15943
45.0
15666
38.1
Verwitwet
5428
7.1
1022
2.9
4406
10.7
Geschieden
1772
2.3
752
2.1
1020
2.5
Insgesamt
76526
100
35400
100
41126
100
Mitgeteilt vom Österreichischen Statistischen Zentralamt; für die Darstellung des Gebiets-
standes vom 1. 4. 1942 fehlen die Unterlagen.
1) Das prozentuelle Verhältnis der Geschlechter zueinander ist bei den Ledigen 46.9%:53.1%,
bei den Verheirateten 50.4%:49.6%, bei den Verwitweten 18.8% : 81.2% und bei den Ge-
schiedenen 42.2%:57.6%.
47
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Tabelle III/3 C
Die Ständige Bevölkerung von Innsbruck, Arzl, Vill und Igls nach Altersgruppen.
am 17. 5. 1939
Altersgruppen
Innsbruck
Gebietsstand
1939
Arzl
Vill
Igls
Summe
(Innsbruck, Ge-
bietsstand 1942) Jahrgangs-
in Jahren
ins- männl.
gesamt weiblich
männl.
m.
m.
insges.
weibl.
insg.
insg.
W.
W.
ins-
gesamt weiblich
männl.
gruppen
2368
132
11
unter 6
4646
266
21
2278
134
1582
78
6 bis unter 10
3158
144
12
1576
66
1795
66
10 bis unter 14
3539
150
17
1744
84
1092
30
14 bis unter 16
2171
64
11
1079
34
1157
41
16 bis unter 18
2505
76
13
1348
35
934
33
18 bis unter 20
2443
69
1509
36
10
10
269
5
20 bis unter 21
785
13
-
516
8
-
1764
43
21 bis unter 25
3917
98
15
2153
55
3873
110
25 bis unter 30
7896
228
20
4023
118
20
3670
140
30 bis unter 35
7531
273
25
3861
133
3408
130
35 bis unter 40
6958
244
26
3550
114
2539
80
40 bis unter 45
5711
149
15
3172
69
2306
66
45 bis unter 50
5295
137
16
2989
71
2306
63
50 bis unter 55
5219
115
15
2913
52
2180
51
55 bis unter 60
4697
93
10
2517
42
1758
37
60 bis unter 65
3970
80
16
2212
43
2399
68
65 und darüber
6085
128
23
3686
60
HDT598 65 1282 || 388 ROTAT8825130
47
10
41
25
2563
4980
22
2444
1939/1934
7
32
19
36
17
22
22
11
23
25
10
46
12
12
86
11
67
14
18
62
49
7
43
9
7
44
41
24
11
36
RARE BASE OR TREAT
13
1680
3346
1933/1930
1666
19
1889
3742
1929/1926
1853
8
1136
2268
14
1132
1925/1924
12
1221
2617
11
1923/1922
1396
10
985
2547
15
1921/1920
1562
1
275
808
1919
9
533
14
1824
4076
32
2250
1918/1915
36
4031
8230
1914/1910
50
4199
30
3851
7896
37
4045
1909/1905
29
3585
7290
1904/1900
33
3705
22
2646
5924
1899/1895
27
3278
17
2396
5491
1894/1890
26
3095
19
2395
5393
25
2998
1889/1885
23
2262
4841
1884/1880
18
2579
11
1811
4090
1879/1875
13
2279
19
2499
6272
1874 u. ält.
17
3773
35400
1173
141
308
37022
Insgesamt 76526
2327
265
693
79811
41126
1154
124
385
42789
Quellen: Volkszählung 1939 (Tabelle 4b) und Auskünfte des Österreichischen Statistischen Zentralamtes
in Wien über Arzl, Vill und Igls.
48
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lsda
aim loud
Tabelle III/3 D
Die Ständige Bevölkerung von Innsbruck, Arzl, Vill und Igls nach Wirtschaftsabteilungen
und der Stellung im Beruf am 17. 5. 1939
a) Gliederung nach Wirtschaftsabteilungen
Innsbruck
Arzl
Vill
Igla
Summe
(Innsbruck,
Wirtschafts-
abteilung
Gebietsstand 1939
Gebietsstand 1942)
ins-
männl.
%
gesamt
weiblich insges.
m.
insg.
m.
insg.
m.
insges.
%
W.
W.
W.
männl.
weiblich
1. Land- und
959
167
58
67
1251
Forstwirtschaft
1862 2.4
368
111
121
2462
3.1
903
201
53
54
1211
2. Industrie und
10453
602
39
67
11 161
19 304
25.3
1055
59
131
20549
25.7
Handwerk
8851
453
20
64
9388
3. Handel und
Verkehr
9732
172
19
82
10005
21 228
27.7
375
40
220
21863 27.4
11496
203
21
138
11858
4. Öffentl. Dienst
7824
108
8
62
8002
und private
15304 20.0
210
13
108
15635
19.6
7480
102
5
46
7633
Dienstleistungen
5. Häusliche
66
1
1
68
2843 3.7
50
4
Dienste
2777
49
6. Selbständige
6366
123
15985
20.9
269
38
Berufslose
9619
146
12
34
2931 3.7
33
2863
17
29
6535
79
16371
20.5
21
50
9836
Insgesamt
76 526 100
35400
41 126
1173
141
308
37 022
2327
265
693
79 811 100
1154
124
385
42789
b) Gliederung nach der Stellung im Beruf
Innsbruck
Stellung im Beruf
(Soziale Stellung)
Arzl
Vill
Igls
Gebietsstand 1939
Summe
(Innsbruck,
Gebietsstand 1942)
ins-
gesamt
männl.
%
weiblich insges.
m.
m.
insg.
insg.
W.
W.
m.
W.
inages. %
männl.
weiblich
4305
172
42
86
1. Selbständige
2. Mithelfende
Angehörige
8444 11.0
290
65
157
8956 11.2
4139
118
23
71
E
4605
4351
213
38
13
20
284
1311
1.7
170
44
65
1590
2.0
1098
132
31
45
1306
6745
100
10
39
6894
3. Beamte
11833 15.5
187
18
65
12103 15.2
5088
87
8
26
5209
6881
115
10
39
7045
4. Angestellte
16027 20.9
228
17
80
16352 20.5
9146
113
7
41
9307
10890
625
49
95
11659
5. Arbeiter
22926 30.0
1183
83
247
24439 30.6
12036
558
34
152
12780
6. Selbständige
6366
123
17
29
6535
15985 20.9
269
38
79
16371 20.5
Berufslose
9619
146
21
50
9836
Insgesamt 76 526 100
35400
1173
141
308
37022
2327
265
693
79811 100
41126
1154
124
385
42789
Quellen: Volkszählung 1939, Tabelle Bz 4b, Mitteilungen des Österreichischen Statistischen Zentralamtes
über Arzl, Vill und Igls.
49
Seite 76
76/506
Tabelle III/3 E
Die Erwerbspersonen und selbständigen Berufslosen in Innsbruck mit ihren Ange-
hörigen ohne Hauptberuf nach Wirtschaftsabteilungen und der Stellung im Beruf
am 17. 5. 1939
a) Gliederung nach Wirtschaftsabteilungen
Erwerbspersonen
Angehörige
Summe
Wirtschaftsabteilung
männlich
männlich
(Ständ.
insgesamt %
weiblich
insgesamt
Bevölk.)
weiblich
1. Land- und
743
216
1277
3.4
585
1862
Forstwirtschaft
534
369
2. Industrie und
8450
2003
11388
30.6
7916
19304
Handwerk
2938
5913
7470
2262
3. Handel und Verkehr
12557
33.7
8671
21 228
5087
6409
4. Öffent. Dienst und
6202
1622
9284
24.9
6020
15304
priv. Dienstleistungen
3082
4398
41
25
5. Häusliche Dienste
2768
7.4
75
2843
2727
50
22906
6128
Summe von 1-5
37 274
100
23267
60541
14368
17139
6. Selbständige
Berufslose
5321
1045
10645
5340
15985
5324
4295
28227
7173
Insgesamt
47919
28 607
76526
19692
21434
Stellung im Beruf
b) Gliederung nach der Stellung im Beruf
Erwerbspersonen
Angehörige
Summe
(Soziale Stellung)
insgesamt %
männlich
weiblich
männlich
(Ständ.
insgesamt
weiblich
Bevölk.)
3114
1191
1. Selbständige
4276
11.5
4168
8444
1162
2977
2. Mithelfende
200
13
1231
3.3
80
1311
Angehörige
1031
67
5090
1655
3. Beamte
5538
14.8
6295
11833
448
4640
5569
1312
4. Angestellte
10617
28.5
5410
16027
5048
4098
8933
1957
5. Arbeiter
15612
41.9
7314
22926
6679
5357
22906
6128
Summe von 1-5
37274
100
23 267
60541
14368
17139
6. Selbständige
10645
Berufslose
5321
5324
1045
5340
15985
4295
Insgesamt
47919
28227
19692
7173
28 607
76526
21 434
Quelle: Volkszählung 1939, aus Tabelle Ba 4b. Für die Darstellung der Erwerbspersonen von
Aral, Vill und Igls, somit des Gesamtgebietsstandes, fehlen die Unterlagen. JA
50
Seite 77
77/506
Tabelle III/3 F
Die Bevölkerung von Innsbruck nach der Sprach- oder Volkszugehörigkeit an den
Stichtagen der Volkszählungen von 1910, 1934 und 1939
31. 12. 1910¹)
22. 3. 19342)
17. 5. 1939³)
Deutseh
47992 Deutsch
60175
Böhmisch,
Tschechisch
43
Deutsche Volks- und
Sprachangehörige
76944
Mährisch,
Slowakisch
18
Personen mit fremder Mutter-
Slowakisch
54
Slowenisch
28
sprache und Bekenntnis zur
Polnisch
122
deutschen Volkszugehörigkeit
538
Kroatisch
12
Ruthenisch
219
Magyarisch
57
Slowenisch
52
Fremdvölkische Personen
Volljuden
704
53
Zigeuner
1
Italienisch,
Jüdische Mischlinge
Andere
507
Ladinisch
983
1. Grades
94
Unbekannt
164
Andere
172
Jadische Mischlinge
2. Grades
62
Zusammen 49594
Zusammen 61005
Zusammen
78395
Quellen: Volkszählungsbuch 1910, Ergebnisse der Volkszählung vom 22. 3. 1934, Tirol,
bearbeitet vom Bundesamt für Statistik, Statistische Übersichten für den Reichsgau Tirol
mit Vorarlberg vom Statistischen Amt für die Reichsgaue der Ostmark (1941).
1) Anwesende Bevölkerung
=
53194, davon waren 49594 österreichische Staatsbürger und
3600 staatsfremde Personen; nur die österreichischen Staatsbürger wurden nach ihrer,,Um-
gangssprache" gegliedert.
2) Wohnbevölkerung.
3) Wohnbevölkerung nach dem Gebietsstand Innsbruck im Zeitpunkt der Zählung; eine
Ergänzung auf den um Arzl, Vill und Igls vermehrten Gebietsstand vom 1. 4. 1942 an war nicht
möglich, da in überwiegend reinsprachigen Gebieten die Zahlen über das,,Volkstum" nicht
für die einzelnen Gemeinden, sondern nur für die Stadt- und Landkreise im ganzen erhoben
wurden. An Juden sind in den 3 genannten Katastralgemeinden am 17. 5. 1939 1 Volljude
und 3 Mischlinge 1. Grades gezählt worden.
51
Seite 78
78/506
Tabelle III/3 G,
Die Ständige Bevölkerung von Innsbruck, Arzl, Vill und Igls nach der Religions-
zugehörigkeit am 17. 5. 1939
Innsbruck
Gebietsstand 1939
Arzl
Vill
Igls
Bekenntnis
Summe
(Innsbruck,
Gebietsstand 1942)
inages. %
männl.
weiblich insges.
m.
m.
m.
männl.
insg.
weibl.
insg.
insges. %
W.
W.
weibl.
1. Angehörige der
röm.-kath.
30779
1083
135
244
32241
68036 88.90
2165
256
558
71015 88.98
Kirche u. der
unierten Kirchen
37257
1082
121
314
38774
2. Angehörige
2083
4353 5.69
85
evangel. Kirchen
2270
125
3. Übrige Christen
268 0.35
2
143
3211
43
4
42
2
5
4. Glaubensjuden
15
0.02
10
5. Angehörige son-
stiger nicht
christlicher Reli-
18
11
18
0.03
1
-
7
II II
-
J
311 || 1
103
1
T
4811
45
2174
4545 5.70
58
2371
127
273
0.34
146
5
15
0.02
10
11
18
0.02
17
gionsgesellach.
2087
43
6. Gottgläubige
3338
4.36
71
1251
281
7. Glaubenslose
444
0.58
4
163
29
8. Ohne Angabe
54 0.07
25
21
2831
| |
18
2150
3
30
3442
4.31
12
1292
1
285
1
449
0.56
164
29
54
0.07
25
Insgesamt
76526
100
35400
41126
1173
141
308
37 022
2327
265
693
79811 100
1154
124
385
42789
Quellen: Volkszählung 1939, Tabelle 5 und Mitteilungen des Österreichischen Statistischen Zentralamtes
über Arzl, Vill und Igls.
52
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681
Tabelle III/3 G,
Die Bevölkerung von Innsbruck nach der Religionszugehörigkeit an den Stichtagen
der Volkszählungen von 1910, 1934 und 1939
31. 12. 1910¹)
22. 3. 19342)
Bekenntnis
Zahl
%
Zahl
%
17. 5. 1939³)
Zahl
%
Römisch-katholisch
50856
95.6
57025
93.5
Griechisch-katholisch
255
0.5
68036
88.9
Altkatholisch
14
0.1
148
0.2
Evangelisch A. B.
1386
2.6
2693
4.1
4353
5.7
Evangelisch H. B.
115
0.2
97
0.2
Israelitisch
384
0.7
317
0.6
15
0.0
Andere Bekenntnisse
114
0.2
147
0.3
286
0.4
Gottgläubig
3338
4.3
Ohne Bekenntnis
70
0.1
535
1.0
444
0.6
Unbekannt
43
0.1
54
0.1
Insgesamt
53194
100
61005
100
76526
100
Quellen: Volkszählungsbuch 1910, Ergebnisse der österreichischen Volkszählung vom 22.3.1934
Hon bearbeitet vom Bundesamt für Statistik, Tirol, Volkszählung 1939, Tabelle 5.
1) Anwesende Bevölkerung; das Stadtgebiet bestand aus den Katastralgemeinden Inns-
bruck, Wilten und Pradl.
2) Wohnbevölkerung, Stadtgebiet wie 1910.
) Ständige Bevölkerung; das Stadtgebiet bestand aus den Katastralgemeinden Innsbruck,
Wilten, Pradl, Hötting, Mühlau und Amras.
Tabelle III/3 H₁
Die Wohnbevölkerung von Innsbruck, Arzl, Vill und Igls nach Haushaltungen
am 17. 5. 1939
a) Einzel-, Familien- und Anstaltahaushaltungen
Innsbruck
Arzl
Vill
Gebietsstand 1939
Igls
Summe (Innsbruck,
Gebietsstand 1942)
Haus-
Art der
Haushaltungen
hal-
tungen
Per-
sonen
Personen
je Haus-
halt im
Ø
Per-
sonen
Haus-
hal-
tungen
Per-
sonen
Personen
je Haus-
halt im
0
insges. insges. insg.
davon davon davon
landw. landw. landw.
insg.
davon
landw.
insges. insges. insges.
davon davon davon
landw. landw. landw.
Einzel-
2666
2666
1
59
59
haushaltungen
23
23
1
4
4
Familien-
20543
69501
3.4 624
2242
58
haushaltungen
364
1793 4.9 76
376
21
Anstalts-
246
6228
haushaltungen
5
49
25.3
9.8
5
26
121
9
9 22 22
2
2
238 148 546
106 23 101
2756
29
21 373
484
2756
29
112
72527
3.4
2376
4.9
18 16 155
1 12
269
6427
23.9
6
61
10.1
23455
Insgesamt
392
78395
1865 4.7 80 380
3.3 688 2327
69 265 186 723
21 106 26 115
24 398
519
81710
3.3
2466
4.7
53
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CREAT
lb des ad
eres bair remov
b) Die Familienhaushaltungen nach ihrer Größe
Innsbruck
Gebietsstand 1939
Arzl
Vill
Igls
Summe
(Innsbruck, Gebietsstand
1942)
Familien-
haushaltungen
mit Personen
Haus-
haltungen
Haus-
Personen hal-
tung.
Per-
sonen
Haus-
hal-
Per-
sonen
tung.
Haus-
hal-
tung.
Per- Haus-
sonen haltungen
Personen
13324
189
378 19
23
73
146
10
20
6158
18474
164
492
10
65
195
14
42
3996
15984
129
516
4
50
200
11
44
2105
10525
67
335
5
48
240
12
60
902
5412
33
198
6
42
252
10
60
368
2576
26
182
7
28
196
10
70
173
1384
9
72
8
14
112
5
40
90
810
4
36
6
22
198
2
18
40
400
1
10
10
9
90
1
10
19
209
1
11
11
5
55
30
403
12 und mehr
8
109
11
12
12
030474833||||||
insgesamt insgesamt insges. insges. insges. insges. insges. insges. insgesamt insgesamt
davon davon davon davon davon davon davon davon davon
landw. landw. landw. landw.landw. landw. landw. landw.
6662
davon
landw.
landw.
38
43
86
6913
13826
6
7
14
93
186
30
37
111
6369
19107
12
2
6
85
255
28
34
136
4166
16664
16
6
24
71
40
16
80
2196
284
10980
18
18
--
5
61
305
7
42
945
5670
3
18
58
348
49
3
21
404
2828
5
35
1
7
44
308
24
4
32
189
1512
8
1
8
21
168
2
18
96
864
1
9
25
225
2
20
43
430
1
10
11
110
11
21
231
11
6
66
31
415
9
121
20543
69501
624
Insgesamt
364
1793
76
2242 58 238
376 21 106
148
546
21373
72527
23 101
484
2376
Quellen: Volkszählung 1939, Tabelle Hz 1, und Mitteilungen des Österreichischen Statistischen Zentral-
amtes über Arzl, Vill und Igls.
0.
54
Seite 81
81/506
Tabelle III/3 H₂
Vergleich der Haushaltungen in Innsbruck nach den Ergebnissen der Volkszählungen
von 1934 und 1939.
22. 3. 1934
17.5.1939
Gebietsstand 1939
Gebietsstand 1942
Art der
Haushaltungen Haus-
Per-
hal-
tungen
sonen
Personen Haus-
je Haus-
halt im
Personen Haus-
Per-
Ø
hal-
tungen
sonen
je Haus-
halt im
hal-
tungen
Per-
sonen
Personen
je Haus-
halt im
Ø
Einzel-
1115 1115
1
2666
2666
1
2756 2756
1
haushaltungen
Familien-
14783 55024 3.7
20543
69501
3.4 21373
72527 3.4
haushaltungen
Anstalts-
145 4866 33.5
246
6228
25.3
269 6427 23.9
haushaltungen
Insgesamt 16043 61005 3.8 23455
78395
3.3 24398 81710
3.3
Quellen: Ergebnisse der Volkszählung vom 22. 3. 1934, Tirol, bearbeitet vom Bundesamt für
Statistik, und Volkszählung 1939, Tabelle Hz 1.
55
Seite 82
82/506
96
Entwicklung des Bevölkerungsstandes von Innsbruck nach 1939
Schätzungszahlen, fortgeschriebene Einwohnerzahl, Zahl der ausgegebenen Lebensmittelkarten,
Personenstandsaufnahme 1945
Fortgeschriebene Einwohnerzahl
Ausgegebene
Lebensmittelkarten
Personalstandsaufnahme 1945
Schätzungszahlen
Tabelle III/4
davon
Zeit-
punkt
Zeit- Gesamt-
Zahl
vorüber-
punkt zahl
gehend
abwesend
an-
wesend
Zahl der
jährlichen
An- u. Ab-
meldungen
-
In der
Periode
Zahl
von
bis
1. 4.
918571)
1940
1.4.
97083)
1941
20. 10. bis
16.11.1941
83122
1. 4.
1942
99 3081)
31.12.
1942
16. 11. bis
100454
12434
88020
86457
13. 12. 1942
31. 12.
102865
13491
89 374
29161
1943
13.12.43 bis
9.1.1944
85089
K.-G. Innsbruck 30089
31. 12.
99274
19986
79288
33066
1944
11.12.44 bis
7.1.1945
74684
K.-G. Wilten
17699
K.-G. Pradl
20587
31. 12.
91704³)
43176
1945
10.12.45 bis
6.1.1946
K.-G. Hötting
14563
94694
91 704 K.-G. Mühlau
2752
K.-G. Amras
1900
K.-G. Arzl
2538
31.12.
97884
40662
1946
9.12.46 bis
5.1.1947
95992³)
K.-G. Vill
385
K.-G. Igls
1191
Quellen: Adremastelle, Einwohnererfassungsstelle, Ernährungsamt.
1) Einschließlich der vorübergehend Abwesenden. ) Ergebnis der Personenstandsaufnahme 1945.
3) 43629 Männer, 52363 Frauen; 1901 Selbstversorger.
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IV. Bevölkerungsbewegung
IV/1. Die natürliche Bevölkerungsbewegung von 1905-1946
Die vom Jahre 1905 bis zur Gegenwart vorliegenden Daten über die Bewegung
der Bevölkerung Innsbrucks müssen in zwei Abschnitten getrennt betrachtet
werden, und zwar von 1905 bis 1934 und von 1935 bis 1946, da im ersten Abschnitt
bei der Aufzeichnung der Bevölkerungsvorgänge zwischen ortsansässigen und orts-
fremden Personen noch nicht unterschieden wurde. Diese Frage spielt deshalb eine
große Rolle, weil in Innsbruck bis zum Ende des ersten Weltkrieges eine Landes-
gebäranstalt bestand, die aus Nord- und Südtirol Frauen zum Entbinden aufnahm,
weiters vor und nach dem ersten Weltkrieg das Allgemeine Krankenhaus in Innsbruck
Frauen aus ganz Tirol, vor allem aber aus dem weiteren Umkreis von Innsbruck,
die geburtshilfliche Abteilung aufsuchten und auf den übrigen Kliniken Patienten
aus dem ganzen Lande behandelt wurden. Für die erste Zeitspanne von 1905 bis 1934
kann daher die echte Bevölkerungsbewegung nicht nach Geburtenüberschuß und
Wanderungsbewegung nachgewiesen werden, da getrennte Aufzeichnungen über
die ortsansässige und ortsfremde Bevölkerungsbewegung fehlen. Vom Jahre 1935
an erfolgte in der Statistik die Aussonderung der ,,Ortsfremden", so daß eine
Beobachtung der Entfaltung der ortsansässigen Bevölkerung möglich war. Nach der
Errichtung des Statistischen Amtes der Stadt Innsbruck Ende 1939 konnte ab 1941
das in den Meldungen des Standesamtes und städtischen Gesundheitsamtes ent-
haltene Zahlenmaterial ausgewertet und statistisch aufgegliedert werden.
Die natürliche Bevölkerungsbewegung umfaßt die Eheschließungen, Geburten
und Sterbefälle. Die Tabelle IV/1 A enthält diese Daten für die Jahre 1905 bis 1934,
sie schließt damit auch die ortsfremden Personen ein; die Tabelle IV/1 B umfaßt
die Daten für die Jahre 1935 bis 1946, wobei die Ortsansässigen getrennt ausgewiesen
sind. Als ortsansässig werden Personen betrachtet, die ihren Wohnsitz seit wenigstens
2 Monaten in Innsbruck innehaben.
IV/2. Eheschließungen
Durch die Einführung der Standesämter im Jahre 1938, vor denen alle Ehen
seither zur Erlangung der staatlichen Gültigkeit abgeschlossen werden müssen, ist
die genaue Zählung der Eheschließungen nach verschiedenen Merkmalen erleichtert
worden. Die Tabellen IV/1 A und B enthalten die Grundzahlen der Eheschließungen
von 1905 bis 1946. Die Tabelle IV/2 A bringt die Zahlen der Eheschließungen im
Standesamte Innsbruck in den Jahren 1941 bis 1946 und die Unterscheidung der
Eheschließenden in ortsansässige und ortsfremde¹), die Tabelle IV/2 B gliedert die
1) Die Anzahl der vor dem Standesamt Innsbruck abgeschlossenen Ehen stimmt mit den
in den Statistischen Nachrichten des Österreichischen Statistischen Zentralamtes ange-
führten Ziffern nicht überein, weil dieses Amt die Eheschließungen nach dem Wohnbezirk
des Bräutigams zählt, während das Statistische Amt der Stadt Innsbruck als örtliches statisti-
sches Amt alle Ehen zählt, die vor dem Standesamt Innsbruck abgeschlossen werden.
57
Seite 84
84/506
58
Eheschließungen, Lebendgeborene und Gestorbene in Innsbruck
Ortsansässige und Ortsfremde
Lebendgeborene und Gestorbene
Ortsansässige
2000-
Geburten
1600·
1200
Sterbefälle
800-
400-
1905
Eheschließungen
1915
1925
1935
Diagramm Nr. 6
2400
2000
1600
1200
300
400
1946
1935
1926
bandh
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Eheschließenden nach dem Alter. Im Diagramm Nr. 6 sind die Zahlen dieser beiden
Tabellen bildlich verwertet; die punktierte Kurve dieses Diagramms veranschaulicht
die Entwicklung der Eheschließungen in Innsbruck in den letzten 4 Dezennien. Der
Wechsel der Höhepunkte und Tiefstände entspricht dem Geschehen dieser Zeit-
spanne. Die Wirkungen des ersten Weltkrieges, die rasch welkende Scheinblüte der
Nachkriegswirtschaft, Inflation, Arbeitslosigkeit, politische Wirren und der mächtige
materielle und psychische Auftrieb der Jahre 1938 und 1939 sowie der katastrophale
Sturz während des zweiten Weltkrieges sind wie von einem Filmband abzulesen.
Die geringste Anzahl von Ehen-341-wurde im Jahre 1915, die größte 2091-
im Jahre 1939 geschlossen, im Jahre 1945 wurden 576 Eheschließungen ausgewiesen.
Das Jahr 1946 brachte endlich den Umschwung; am Ende dieses Jahres stand man
mit 970 Ehen wieder dort, wo man im Jahre 1921 war, zu einer Zeit, als die Stadt
noch 56000 Einwohner zählte.
Die jährlichen Eheschließungsziffern, d. s. die Zahlen der insgesamt geschlossenen
Ehen auf 1000 der Bevölkerung (siehe Tabelle IV/2 A), der Jahre 1941 bis 1943
und 1946 liegen zum Teil weit über dem österreichischen Durchschnitt, der in den
Jahren 1926 bis 1935 6.5%00 bis 7.5%/00 und im Jahre 1946 bei einer Einwohnerzahl
von 7 Millionen für Österreich 9% betrug. Nur in den Jahren 1944 und 1945 ging
die Eheschließungsziffer ungefähr auf den österreichischen Vorkriegsdurchschnitt
zurück. Die Eheschließungsziffer für das Land Tirol erreichte im Jahre 1946 7.6% 00-
Demnach werden in Innsbruck mehr Ehen eingegangen, als durchschnittlich in
Österreich oder Tirol. Die Ursache hiefür mag in der Anziehungskraft der größeren
Stadt liegen. Wie die gleiche Tabelle erkennen läßt, ist bis zum Jahre 1946 die Zahl
der ortsansässigen Frauen, die eine Ehe eingehen, größer als die der ortsansässigen
Männer, d. h. viele Innsbrucker Mädchen heiraten weg. Das umgekehrte Bild zeigt
dieselbe Tabelle für die ortsfremden Männer, deren Zahl bei weitem die der Frauen
überragt.
Die meisten Ehen werden laut Tabelle IV/2 B im allgemeinen von den Männern
der Altersgruppen von 25 bis 35 Jahren, von den Frauen der Gruppen von 20 bis
30 Jahren geschlossen. Es fällt auf, daß während der Jahre 1941 bis 1943 in den Alters-
gruppen von 20 bis unter 25 und 25 bis unter 30 Jahren viel mehr Ehen von orts-
fremden Männern eingegangen wurden, als von ortsansässigen; ab 1944 treten die
ortsansässigen Männer in den Vordergrund. In den Altersgruppen von 30 bis
35 Jahren halten sich die Zahlen der Ortsansässigen und Ortsfremden ungefähr die
Waage, während in den späteren Altersgruppen die ortsansässigen Männer weitaus
die Mehrzahl bilden. Der Grund dieser altersmäßigen Überfremdung der jüngeren
männlichen Jahrgänge dürfte einerseits im Wehrdienst der ortsansässigen Männer,
andererseits in der starken Beschäftigung ortsfremder Personen in der Kriegswirt-
schaft zu finden sein. Bei den Frauen tritt diese Erscheinung nicht auf, bei ihnen
überwiegen durchaus die Ortsansässigen.
Von Interesse sind die Verhältniszahlen nach dem Familienstande und dem
Religionsbekenntnis gemäß der Tabelle IV/2 C. Danach waren von den eheschließen-
den Männern ungefähr drei Viertel, von den Frauen vier Fünftel bei Eingehen der
Ehe ledig. Die Betrachtung der Tabelle zeigt, daß 95% der Brautleute sich zu einer
Religion, darunter 84.38% zur katholischen Religion bekannten, dagegen 5% der-
selben sich als bekenntnislos ausgaben. Die verhältnismäßig große Zahl der griechisch-
katholischen Ehen hängt mit den zahlreichen,,Versetzten Personen", die im Jahre
1946 noch in Tirol lebten, zusammen. Die Tabelle IV/2 D gibt die Ziffer der Ehe-
schließungen nach der Staatsangehörigkeit der Brautleute wieder. Die Südtiroler
mit Einbürgerungsscheinen wurden dabei weisungsgemäß als Österreicher eingereiht;
59
Seite 86
86/506
die Anzahl der Ehen zwischen den Angehörigen der französischen Besatzungsmacht
und Österreichern ist bemerkenswert, ebenso die Ehen polnischer Staatsangehöriger,
die als,,Versetzte Personen" hier lebten. Über die Ehescheidungen liegen in den
Jahren bis 1946 keine Daten vor.
IV/3. Geburten
Laut Tabelle IV/1 A weist der Zeitraum von 1905 bis 1934 mit Ausnahme des
Jahres 1918 durchaus Geburtenüberschüsse der ansässigen und ortsfremden Be-
völkerung auf. Das Jahr 1915 bringt eine sehr ernst zu nehmende Wendung. Von
den ungewöhnlich hohen Geburtenzahlen der Jahre 1912 bis 1914 sinkt der Geburten-
überschuß auch nach dem Kriegsende auf weniger als 1/3 des Überschusses der
Jahre 1905 bis 1909 ab und konnte sich selbst nach der Rückkehr der Soldaten aus
der Kriegsgefangenschaft des ersten Weltkrieges nicht mehr wesentlich verbessern.
Die steigende Zahl der Arbeitslosen bewegt sich in den folgenden Jahren im umge-
kehrten Verhältnis zu den niedrigen Geburtenziffern. Die Jahre 1930 bis 1937
weisen den höchsten Stand an Arbeitslosen, dagegen den geringsten an Geburten
auf. Im Jahre 1934 erreichte die Geburtenzahl nicht einmal ein volles Tausend.
Die wirtschaftliche Unsicherheit brachte eine weitgehende Einschränkung der
Geburtenfreudigkeit in der Stadt. Der Verlauf der Geburtenkurve und der Kurve
der Sterbefälle im Diagramm Nr. 6 bestätigen diese Ausführungen; die Flächen
zwischen beiden Kurven soweit sie über der Sterbekurve liegen, schraffiert,
soweit sie darunter liegen, schwarz angelegt - treten als Geburten-, bzw. Sterbe-
überschuß augenfällig in Erscheinung.
Ab dem Jahre 1935 scheiden das städtische Gesundheitsamt und ab 1941 das
Standesamt der Stadt Innsbruck in den Ausweisen über die Bevölkerungsbewegung
die Bevölkerung nach Ortsansässigen und Ortsfremden. Der Zeitraum von 1935 bis
1946 weist in der Tabelle IV/1 B, Spalte,, Geborenen-, bzw. Gestorbenen-Überschuẞ"
an Ortsansässigen und Ortsfremden zusammen durchaus ein positives Vorzeichen
auf, allerdings sind die Zahlen recht uneinheitlich. Der Überschuß steigt, wie auch
aus den Kurven im Diagramm Nr. 6 ersichtlich ist, von 1935 bis 1938 leicht aber
stetig an, erhöht sich nach dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich im
Jahre 1939 um fast das Siebenfache des Jahres 1937 und erreicht im Jahre 1941
den Höhepunkt, um in den folgenden Kriegsjahren auf einen Tiefstand zu sinken,
der im Jahre 1946 endlich überwunden erscheint. Anders gestaltet sich die gleich-
artige Spalte des Geburtenüberschusses der Ortsansässigen. Die Jahre 1935 bis 1938
schließen mit einem Geburtenabgang ab, d. h. es gab mehr Särge als Wiegen in unserer
Stadt, wohl eine Folge der großen Arbeitslosigkeit jener Jahre. Nach der Einverlei-
bung Österreichs in das Deutsche Reich gehen die Minuszeichen entsprechend der
Zahl der Lebendgeborenen in Pluszeichen mit ansehnlichen Geburtenüberschüssen
über, sinken aber bis 1945 auf eine kleine Zahl ab. Das Jahr 1946 kann dann in ruhi-
gerer Zeit wieder einen Geburtenüberschuß von 812 Kindern buchen, der nur vom
Geburtenüberschuß der Jahre 1941 und 1942 übertroffen wird. Der Geburtenüber-
schuß der ortsansässigen und ortsfremden Bevölkerung erreicht in den Jahren
1905 bis 1946 die Summe von 21090 Personen.
Für die Beziehung der Einwohnerzahl zur Anzahl der jährlichen Geburten wird
die Geburtenziffer ermittelt, d. h. die Zahl der Geburten auf 1000 Einwohner. In
der Tabelle IV/3 A sind die Geburtenziffern Innsbrucks niedergelegt; die Tabelle
gestattet einen Vergleich mit den Geburtenzahlen Österreichs, Deutschlands, der
Schweiz und der Tschechoslowakei. Die Geburtenziffern von Innsbruck liegen bald
60
Seite 87
87/506
höher, bald niedriger als diese von Österreich. Die auffallend niedrige Ziffer des
Jahres 1944 läßt sich aus dem Kriegsgeschehen und der Flucht werdender Mütter
aus der oftmals von Fliegern heimgesuchten Stadt erklären. Beim Vergleich der
Geburtenziffern mit anderen Städten Österreichs zeigt es sich, daß im Jahre 1946
die Geburtenziffer in Innsbruck mit 17.5000 niedriger lag als diese von Linz mit
19.3000, aber höher als die österreichische Geburtenziffer mit 16.8%00-
Von Interesse ist auch die Verschiebung des Verhältnisses der Geburten orts-
ansässiger und ortsfremder Mütter. Stand die Zahl der Geburten ortsansässiger
Mütter zu der ortsfremder in den Jahren 1935 bis 1938 durchschnittlich im Verhältnis
von 51% zu 49%, änderte sich dasselbe während der Zeit der Zugehörigkeit Öster-
reichs zum Deutschen Reich in den Jahren 1939 bis 1945 im Durchschnitt auf 69.2%
zu 30.8% und blieb im Jahre 1946 mit 68.9% Geburten ortsansässiger Mütter fast in
der gleichen Höhe, d. h., der Anteil der städtischen Bevölkerung an der gesamten
Geburtenzahl in Innsbruck vergrößerte sich von 51% auf über 69%. Die Ursachen
dieser Erscheinung sind in der Einbeziehung der Randorte in das Gemeindegebiet
von Innsbruck zu erblicken, so daß Geburten bisher ortsfremder Mütter dieser
Stadtteile als solche ortsansässiger gezählt wurden; ferner in der damals an sich
größeren Geburtenfreudigkeit der städtischen Bevölkerung, die jedoch mit der Aus-
weitung des Krieges und der damit verbundenen immer stärkeren Heranziehung der
Männer zum Wehrdienst von 1942 an abnahm und nach Beginn des Bombenkrieges
in Innsbruck (Dezember 1943) in raschem Rückgang begriffen war. Der letztgenannte
Umstand brachte eine weitgehende Verminderung der Geburtenzahl, weil sich ein
Teil der schwangeren Frauen zur Entbindung auf das Land begab und auswärtige
Frauen in geringerer Zahl zur Entbindung nach Innsbruck kamen.
Die Tabelle IV/3 B enthält für die Jahre 1941 bis 1946 eine Aufgliederung der
lebendgeborenen Kinder ortsansässiger und ortsfremder Mütter nach der Ehelichkeit.
Hienach schwankt der Prozentsatz der in Innsbruck insgesamt ehelich geborenen
Kinder in diesen Jahren zwischen 85.6 und 73.7%, dagegen der unehelichen Kinder
zwischen 14.4 und 26.3%. Ein ähnliches Bild weisen auch die Verhältniszahlen der
Kinder ortsansässiger Mütter auf, deren eheliche Kinderzahl von 85.3% im Jahre
1941 auf 73.3% im Jahre 1945 zurückgeht, wogegen wieder der Prozentsatz der
unehelichen Kinder von 14.7% bis 1945 auf 26.7% ansteigt und im Jahre 1946
auf 23.7% fällt. Die Verhältniszahlen der unehelich geborenen Kinder betrugen
z. B. im Jahre 1935 in Österreich 25.2%, in Tirol 19.4%, im Jahre 1946 in Österreich
24.5%, in Tirol 22.9%. Die Verhältniszahlen der unehelichen Kinder in Innsbruck
liegen also in den Jahren 1945 und 1946 über denen Tirols, aber etwas unter denen
Österreichs. Eine fast schon historische Erinnerung kann man den Vermerk in
Staffler's,,Topographie von Tirol" aus dem Jahre 1838 nennen, in der unter der
Tiroler Bevölkerung nur jede 19. Geburt, also 5.3% aller Lebendgeborenen, als
unehelich angeführt ist.
In der Tabelle IV/3 C ist für die Jahre 1942 bis 1946 die Gruppierung der Lebend-
geborenen nach dem Geschlecht zu ersehen. In Prozenten gerechnet steigt die Anzahl
der Knaben, deren Zahl im Jahre 1942 der der Mädchen fast gleich ist, von 50 auf
53% im Jahre 1946. Die Sexualproportion, d. h. die Anzahl der Knaben auf 100 Mäd-
chen, erhöht sich in den in der Tabelle festgehaltenen Jahren von 100.9 auf 117.2
im Jahre 1944 und senkt sich auf 112.9 im Jahre 1946. Sie liegt damit weit über
dem normalen österreichischen Verhältnis von 106 Knaben zu 100 Mädchen. Die
Natur scheint damit, wie häufig beobachtet, die Kriegsverluste an Männern etwas
auszugleichen.
61
Seite 88
88/506
An Mehrlingsgeburten sind im Jahre 1946 zu verzeichnen: 28 Zwillingspaare,
und zwar 15mal Knabe und Mädchen, 9mal 2 Knaben, 4mal 2 Mädchen. 6 dieser
Zwillingsgeburten waren unehelich. Die Mehrlingsgeburten machen 2.31% der
Lebendgeburten des Jahres 1946 aus.
Die Anzahl der totgeborenen Kinder (Tabelle IV/1 A, B und 3 A) bewegte sich
in den Jahren 1905 bis 1946 in normaler Höhe. Die Verhältniszahlen zwischen
Lebend- und Totgeborenen schwanken in diesem Zeitraum zwischen 4.06% und
1.11%, wobei die Verhältniszahl für ganz Österreich 2.8% in den Jahren 1936 und
1937 und 2.2% im Jahre 1946 erreichte. Die Häufigkeitsziffer der Totgeborenen ist
daher in Innsbruck kleiner als der österreichische Durchschnitt.
IV/4. Sterbefälle
Die Sterbefälle der Jahre 1905 bis 1946 sind aus den Tabellen IV/1 A, B ersichtlich¹)
und finden in der mittleren Kurve des Diagrammes Nr. 6 ihre bildliche Darstellung.
Im Zeitraume 1905 bis 1937 zeigt die Zahlenreihe der Gestorbenen trotz der Zunahme
der Bevölkerung durch Geburtenüberschuß und Zuwanderung, abgesehen von 1918,
dem einzigen Jahr mit einem Sterbeüberschuß, im Durchschnitt nur einen gering-
fügigen Anstieg, dem vom Jahre 1919 an im großen und ganzen ein leichter Abfall
folgt. Vom Jahre 1938 an vergrößern sich die Zahlen der Sterbefälle, die jedoch
durch die Vergrößerung des Einwohnerstandes infolge der Eingemeindungen, Ge-
burtenüberschüsse und Zuwanderung ihre Erklärung finden; dies gilt sowohl für
die Gesamtzahl der Verstorbenen als auch für die der ortsansässigen Bevölkerung,
die im Gegensatz zur Gesamtbevölkerung, wie aus dem Diagramm ersichtlich ist,
in den Jahren 1935 einschließlich 1938 einen Geburtenabgang aufzuweisen hatte.
Im Durchschnitt der Jahre 1935 bis 1938 wurden unter 100 Gestorbenen 68 Orts-
ansässige und 32 Ortsfremde gezählt, in den Jahren 1939 bis 1945 änderte sich dieses
Verhältnis auf 73 Ortsansässige und 27 Ortsfremde, im Jahre 1946 betrug es 67 Orts-
ansässige und 33 Ortsfremde, hatte also das frühere Verhältnis wieder erreicht.
In der Tabelle IV/4 A sind die Grundzahlen der Verstorbenen der Jahre 1941 bis
1946 dargestellt. Während der Kriegsjahre weisen allgemein die Wintermonate die
meisten Todesfälle auf. Die ungewöhnlich hohen Zahlen im Dezember 1943 und 1944
finden ihre Begründung in den Luftangriffen während dieser Monate, die hohe Zahl
der Verstorbenen aus der ortsansässigen Bevölkerung im Jänner 1945 läßt sich mit
der Verschlechterung der Lebenshaltung infolge der Bedrohung durch Luftangriffe
und als unmittelbare Folge der Bombenwürfe im Dezember 1944 erklären.
Die Sterbeziffern, d. h. die Anzahl der Verstorbenen auf 1000 Einwohner, gerechnet
nach dem jeweiligen Einwohnerstand Innsbrucks sind in der kleinen Tabelle IV/4 B
wiedergegeben.
Für Innsbruck errechnet man in den Jahren 1935, 1939 und 1946 eine niedrigere
Sterbeziffer als für Tirol und Österreich, nur die Ziffer des Jahres 1945 ist gering-
fügig höher als die für Tirol; Österreich weist in diesem Jahre eine außerordentlich
hohe Sterblichkeit auf, die auf bedeutende Menschenverluste im Zusammenhang
mit den kriegerischen Ereignissen und den Ernährungsverhältnissen im Osten
Österreichs schließen läßt.
1) Siehe Fußnote zu Unterabschnitt IV/2; auch bei den Sterbefällen ergeben sich Unter-
schiede zwischen den Feststellungen des Österreichischen Statistischen Zentralamtes, das
die Zählung der Verstorbenen nach dem Wohnbezirke vornimmt, während das Statistische
Amt der Stadt Innsbruck gemäß dem Wirkungskreis des Standesamtes hier, alle Sterbefälle
verzeichnet, die sich in Innsbruck ereignen.
62
Seite 89
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Besondere Beobachtung wird in der Statistik der Säuglingssterblichkeit gewidmet,
worunter man die Anzahl der im ersten Lebensjahr verstorbenen Kinder im Verhältnis
zu der im gleichen Zeitraum lebend geborenen Kinder versteht. Die Tabelle IV/4 C
bringt eine Aufstellung der Säuglingssterblichkeit der Kinder ortsansässiger Mütter
im Zeitraume 1935 bis 1946. Bei zunehmender Geburtenhäufigkeit steigen natur-
gemäß die Grundzahlen; trotzdem war die Säuglingssterblichkeit während dieser
12 Jahre im steten Sinken begriffen. Bisherige Tiefpunkte sind die Jahre 1937 und
1943. Darin ist sicher die segensreiche Wirkung der aufklärenden Tätigkeit der
Mutter- und Säuglingsfürsorgestelle zu erblicken. Ausnahmen in dieser günstigen
Entwicklung bilden die Jahre 1944 bis 1946, in denen das Leben der Säuglinge unter
den furchtbaren Kriegseinwirkungen und den außerordentlich schlechten Ernährungs-
verhältnissen litt. Die große Säuglingssterblichkeit des Jahres 1945, die mehr als
doppelt so hoch ist, wie die des Jahres 1943, war im Jahre 1946 schon wieder von
9.1% auf 5.9% zurückgegangen. (Im März 1945 war sie sogar auf 22.8% gestiegen.)
Tirol wies im Jahre 1945 eine Säuglingssterblichkeit von 8.82%, Österreich sogar
von 13.99% auf, während sie im Jahre 1946 in Tirol mit 5.86% fast die gleiche
Verhältniszahl wie Innsbruck erreicht, wogegen diese für Österreich immer noch
8.09% beträgt.
Von Einfluß für die Säuglingssterblichkeit erscheint immer auch die eheliche oder
uneheliche Geburt der Kinder. Wie Tabelle IV/4 D zeigt, liegt der Prozentsatz
der Sterblichkeit der unehelich geborenen Kinder in der Mehrzahl der Jahre über
jenem der ehelich geborenen, worin ein Hinweis dafür liegt, daß die Fürsorge für die
ehelich geborenen Kinder trotz mancher sozialer Einrichtungen sich doch besser
gestaltet, als jene für die unehelichen. Sehr unterschiedlich sind laut Tabelle IV/4 E
die Häufigkeitsziffern in den einzelnen Monaten, in denen Unterschiede von 0.91%
bis 10.37% an Säuglingssterblichkeit vorkommen.
Das Verhältnis der Sterblichkeit der Säuglinge ortsansässiger Mütter zur Anzahl
der Verstorbenen insgesamt in den Jahren 1935 bis 1946 ist in Tabelle IV/4 C wieder-
gegeben. Es zeigt eine Spanne von 3.3% bis zu 11.5% und hat im Zeitraum 1938
bis 1946 sich im Durchschnitt verschlechtert.
Die Tabelle IV/4 F enthält eine Aufschlüsselung der Sterbefälle 1946 nach Alters-
jahren. Die Sterblichkeit der Säuglinge ortsansässiger und ortsfremder Mütter im
Verhältnis zur Anzahl der in diesem Jahr insgesamt verstorbenen Personen beträgt
14%, sie ist demnach wesentlich höher als die der Säuglinge ortsansässiger Mütter
allein (11.5%). Die Altersstufe vom 2. bis 5. Lebensjahr ist mit 3.35% aller Gestor-
benen vertreten, die Altersgruppe vom 6. bis 14. Lebensjahr mit 2.32%, vom 15. bis
40. Lebensjahr mit 10%. In der Altersgruppe vom 41. bis 54. Lebensjahr starben
14.43%, in der Altersgruppe zwischen dem 55. und 79. Lebensjahr 45.32% und
endlich in der Altersstufe darüber 11.15%. Ein Blick auf die Tabelle lehrt, daß im
Jahre 1946 im Alter bis zu 50 Jahren ungefähr ein Drittel ortsansässiger Männer
mehr gestorben sind als Frauen und auch der Unterschied bei den Ortsfremden nur
um weniges geringer ist; in den Altersjahren von 51 bis 97 Jahren sind die Unter-
schiede zwischen den Zahlen der gestorbenen Männer und Frauen etwas kleiner.
Insgesamt starben in diesem Jahre 691 Männer, dagegen nur 591 Frauen oder, in
Verhältniszahlen ausgedrückt, waren von allen Gestorbenen 54% Männer und 46%
Frauen, eine Erscheinung, die in vielen Staaten festzustellen ist.
Die Tabelle IV/4 G schlüsselt die Todesfälle der Jahre 1945 und 1946 nach den
Hauptgruppen des internationalen Todesursachenverzeichnisses auf. In den folgenden
Kreisdiagrammen sind die Todesursachen der beiden Jahre augenfällig dargestellt.
63
Seite 90
90/506
64
Todesursachen der ortsansässigen Verstorbenen des Jahres
1945
Krankheiten des
Nervensystems u.
84% organe
Krankheiten der
Kreislauforgane
7*0%
Krebs und andere
Gewächse
14°0%
Ubertragbare
1410helten
Krabs und andera
bewächse
Krankheiten der
12.2 % organe
Krankheiten der
Sendungsorgane
Krankhail
kheiten d. Harn
ersten Lebenszeit
_u. Geschlechtsorgane
Besondere Krankheiten der
Altersschwäche
3.3%
Ubertragbare
Krankheiten
8°3%
Longe
ursachen
43%
Außere
Einwirkungen
11°2%
5.0%
Diagramm Nr. 7
1946
Krankheiten des
Nervensystems und
10:30esorgane
Krankheiten der
Kreislauforgane
16 8%
25
48
Ein
Krankheiten d
67gsorgand
2
Geschlechlorgang
Krankheilen d. Harn
ersten Lebenszeit
Besondere Krankheiten derol
Altersschwäche
3.3%
5.7%
tlaggob
Seite 91
91/506
Im Jahre 1945, dem Jahre der letzten Bombenangriffe, des Zusammenbruches
und Kriegsendes, der Gefahren des Verkehrs, des Hungers und der wirtschaftlichen
Not, ragen unter den Todesursachen die Gruppen der äußeren Einwirkungen mit
229 Todesfällen, der übertragbaren Krankheiten, die 261 Sterbefälle verursachten,
der Krebskrankheiten und solche der Kreislauforgane hervor. Es ist gelungen, die
Infektionskrankheiten trotz der außerordentlichen Verhältnisse, welche diese be-
günstigten, auf ein erträgliches Maß einzuschränken und vor allem Epidemien
großen Umfanges hintanzuhalten, worin ein besonderes Verdienst der gesamten
Ärzteschaft und des Gesundheitsamtes liegt. Das Jahr 1946 brachte eine starke
Abnahme der Todesfälle durch äußere Einwirkungen und durch Infektionskrank-
heiten, leitet also wieder in normale Bahnen über. Die Tabelle IV/4 H bringt die
Todesfälle an Krebs und Tuberkulose der Jahre 1934 bis 1946. Durchschnittlich ein
Fünftel aller Todesfälle ist danach auf Krebs in seinen verschiedenen Arten zurück-
zuführen; ein günstigeres Bild weist die Spalte der Todesfälle an Tbc auf; ihre Zahl
läßt trotz der Ernährungsschwierigkeiten und oft ungünstigen Wohnungsverhältnisse
eher auf eine Abnahme des tödlichen Ausganges dieser Krankheit hoffen. Den Todes-
ursachen durch äußere Einwirkung ist noch die Tabelle IV/4 J gewidmet. Es sind
die Unfälle der verschiedensten Art, die im städtischen Verkehr und bei gewerblichen
Betrieben fast unvermeidlich, aber durch entsprechende Verkehrserziehung und er-
höhte Aufmerksamkeit in den Betriebsanlagen herabsetzbar sind; die verschiedenen
Selbstmorde sowie Mord und Totschlag spielen 1945 eine erhebliche Rolle. Die
Verwirrungen und Verirrungen bei Kriegsende ließen die Zahlen der Todesursachen
durch äußere Einwirkung in die Höhe schnellen; im Jahre 1946 liegt diese Zahl
schon wesentlich tiefer.
IV/5. Wanderungsbewegung
8101
Unter Wanderungsbewegung versteht man die Zuzüge von Personen aus einem
Orte außerhalb der Stadt in die Stadt oder die Wegzüge aus der Stadt. In Innsbruck
stehen über diese Zu- und Abwanderung wohl Zahlen seitens der Bundespolizei-
direktion zur Verfügung, jedoch nicht lückenlos, da die polizeilichen Meldestellen
weder auf Grund der früheren noch der bestehenden Meldevorschriften zur Erstellung
von Statistiken auf diesem Gebiete verhalten waren. Die Wanderungsbewegung
kann daher erst seit Vornahme der Erhebung seitens des Statistischen Amtes der
Stadt Innsbruck, d. i. seit dem Jahre 1943 überblickt werden (siehe Tabelle IV/1 B).
Mit Ausnahme des Jahres 1944, das einen erheblichen Wanderungsverlust nachweist,
der wahrscheinlich die Flucht vieler Bürger, besonders von Frauen mit Kindern
vor den Gefahren des Bombenkrieges auf das Land zum Ausdruck bringt, kann in
den anderen 3 Jahren ein Wanderungsgewinn festgestellt werden. In Wirklichkeit
dürfte derselbe nicht so hoch gewesen sein, wie ihn diese Zahlen aussprechen, da
erfahrungsgemäß viele Menschen sich der Lebensmittelkarten wegen wohl bei der
Polizei anmeldeten, aber beim Wegzug sich nicht abmeldeten. Die Zuwanderung
der Jahre 1945 und 1946 schließt auch viele Flüchtlinge aus dem Osten Österreichs
(Wien, Niederösterreich) und die große Zahl der Flüchtlinge aus den Südoststaaten
Europas (Ungarn, Jugoslawien, Rumänien) besonders auch der Volksdeutschen
aus diesen Staaten in sich. Deren Abwanderung ist erst in den späteren Jahren
wieder erkennbar. Die Rückwanderung der Flüchtlinge aus dem Osten Österreichs
setzte gegen das Ende des Jahres 1946 ein, gelangte aber erst 1947 und 1948 zum
Abschluß.
A.
B
65
Seite 92
92/506
66
99
Die natürliche Bevölkerungsbewegung von 1905-1934
Tabelle IV/1 A
Jahr
Eheschlie-
Bungen
Lebend-
geborene
Tot-
geborene
Gestorbene
Geborenen-(+)
Gestorbenen-(-)
Überschuß
1905
483
1674
60
954
+720
1906
508
1801
61
944
+857
1907
537
1846
76
1060
+786
1908
544
1886
65
1116
+770
1909
607
2027
72
1034
+993
1910
582
2076
79
1028
+1048
1911
632
2116
83
1184
+932
1912
590
2223
64
981
+1242
1913
554
2320
76
1036
+1284
1914
555
2282
78
1133
+1149
1915
341
1764
71
1074
+690
1916
348
1327
48
1215
+112
1917
376
1213
36
1084
+129
1918
492
1122
40
1357
-
235
1919
743
1278
39
1227
+ 51
1920
845
1389
1921
937
1300
1922
782
1258
1923
650
1150
1924
647
1197
1925
709
1277
1926
643
1191
1927
717
1176
73378334
42
1152
+237
39
1018
1035
+282
+223
942
+208
39
1029
+168
976
+ 301
29
965
+226
45
1004
+172
1928
765
1237
52
941
+296
1929
909
1275
40
992
+283
1930
872
1215
20
936
+279
1931
908
1204
40
966
+238
1932
761
1155
23
993
+162
1933
633
1079
49
908
+171
1934
673
998
34
925
+ 73
Seite 93
93/506
Tabelle IV/1 B
Ehe-
schlie
Lebend-
geborene
Tot-
geborene
Ge-
storbene¹)
Jahr
Die natürliche Bevölkerungsbewegung von 1935-1946 und die Wanderungsbewegung
von 1943-1946
Geborenen- (+)
Gestorbenen-(-)
überschuß
Zu-
Ab-
Bun-
gen
ins- hievon
gesamt
1935 709 1042
orta-
anslissig
ins- hievon ins-
orta-
gesamt
ansässig
hievon
orts-
hievon
ins-
orts-
gesamt
gesamt
wanderung
Wan-
derungs-
gewinn (+)
verlust -
ansässig
ansässig
568 26
16
1011 705 + 31
137
1936 815 1040
533 22
13
964
666 + 76
133
1937 822 1031
513
27
13
926
634
+105
121
1938 1385 1305
640
51
18
1118
748 +187
- 108
1939 2091 2030
1446
47
28
1320
979 +710
+467
1940 1589 2517
1941 1477 2605
1774
62
31
1379
1038 +1138
+736
1780 48
31
1334
979 +1271
+801
1942 1389 2484
1803
44
24
1239
940 +1245
+863
1943 1235 2374
1944 864 1499
1945 576 1713
1677
44
30
1482
1109
+892
941
41
25
1230
846
+269
1109 31
13
1633 1096
1946 970 2421 1668 50
32 1282 856
+568 15046
+95 15017
+ 80 +13 26196
+1139
14115+
931
18049
3032
16980
9216
+812
25026 14404
10622
1) Ohne Totgeborene, ohne gefallene oder gestorbene Militärpersonen, mit aivilen Opfern der Flieger-
angriffe.
Tabelle IV/2 A
Ortsansässige
Jahr insgesamt
Eheschließungen 1941-1946
Gliederung der Eheschließenden in Ortsansässige und Ortsfremde
Ortsfremde
Eheschließungs-
ziffer (abgeschlos-
sene Ehen auf Tau-
send der Bevölke-
Männer
Frauen Männer
Frauen
rung)
1941
1477
822
991
655
486
15.19
1942
1389
678
921
711
468
13.98
1943
1235
662
815
573
420
12.22
1944
864
498
567
366
297
8.81
1945
576
461
483
115
93
6.28
1946
970
820
779
150
191
10.17
67
Seite 94
94/506
88
68
Alter der Eheschließenden 1941-1946
Tabelle IV/2 B
1941
1942
Altersgruppe
Männer
Frauen
Männer
Frauen
Männer
1943
Frauen
oa.) of.) Sum. oa. of. Sum. ao.
of. Sum. 08. of. Sum. oa.
of. Sum. oa.
of. Sum.
1
1
51 78
196 237
206 164
148 94
135 59
85 22 107 33
2 50 24
129 250 155
433 249 143
370 194
242 119 40
194 96 27
10
87
74 3
405 49 115
392 176 236
281 167 170
159 107
123 118 80
43 58
unter 20 Jahren
von 20 bis unter 25 Jahren
von 25 bis unter 30 Jahren
von 30 bis unter 35 Jahren
von 35 bis unter 40 Jahren
von 40 bis unter 50 Jahren
von 50 und darüber
Insgesamt 822 655 1477 991 486 1477 678 711 1389 921 468 1389 662 573 1235 815 420 1235
3 53
164 320
20
73
1
1 37
19
56
412
161
202 110
481
104 110
214
324
175
499
312
147 175
322
149
90
239
337
169 93
262 136 140
276 134
69
203
84
191
81
47
128
92 68
160
66
36
102
198
75
26
91
107 63
170
74
27
101
26
84 21
11
32
75 17
92 31
4
35
1944
1945
1946
unter 20 Jahren
von 20 bis unter 25 Jahren
von 25 bis unter 30 Jahren
von 30 bis unter 35 Jahren
von 35 bis unter 40 Jahren
von 40 bis unter 50 Jahren
von 50 und darüber
88 66
111 99
1 42 14
154 237 109
210 83 67
104 120
224 79
63
56 1
346 81
150 103
142 95 20
1 21
26
107 171 30
39
142 116 24
115 63 19 82
54 36
90
46
26
72 65 10
75 45
64 34
98
48
12
76 11
Insgesamt 498 366
87
32
6
60 65 16
38 51
81
55
4
55 12
864 567 297
864 461 115
576 483 93
67523
27
5
5 61
6
67
201 196
24
220
344
69
413
140
220
27
247
160
52
212
149
43
192 82
27
109
52
91
19
110
62
19
81
60
94
29
123
43
11
54
14
65
8
73
27
7
34
576 820 150
970 779 191
970
¹) oa. = ortsansässig.
2) of. =
ortsfremd.
Seite 95
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Tabelle IV/2 C
Bräutigam
Braut
Religions-
bekenntnis
ledig verw. gesch. ledig verw. gesch.
Religionsbekenntnis und Familienstand der Eheschließenden 1946
Religions-
bekennt-
nis der
Braut-
leute
Summe
Män- Frau- ins-
ner
en
gesamt Prozente
Röm.-kath.
649 64 101 688 69
66
814
823 1637 84.39
Evangelisch
26
21
10
4959
45
7
8
Griech.-kath.
34
4
1
34
4
Altkatholisch
1
1
1
6
Gottgläubig
Islamitisch
Ohne
Bekenntnis
Griech.-orient.
1
-
10
35
1
1
26
10
18
18
Israelitisch
4
1
I
I
I
1
1
% 2
98
38
60
98
98
5.05
39
40
79
4.07
I
I
25
25
4
4
Summe:
757
81
132
805
1
1
5
3
2
10
5
0.25
7
6
13
0.67
-
I
63
1
1
2
0.11
4
=4
34
97
10
I
4
5.-
1
0.05
8
0.41
+8
84
81 970
970 1940 100.-
Prozente:
78.02 8.36 13.62 82.97 8.67 8.36
-
+
1
69
Seite 96
96/506
70
Staatsangehörigkeit der Eheschließenden 1946
Staatsangehörigkeit der Braut
Tabelle IV/2 D
DAVI
Bräutigam
Staatsangehörigkeit Zahl
Öster- Deutsch-Frank-
reich land reich
Jugo Li
Lu-
Tsche-
Un-
Italien sla-
wien
tauen
xem- | Polen
burg
Rumä- Ruß-
nien land
Un-
Staa-
Schweiz choslo-
wakei garn
tenlos
ge-
klärt
Österreich¹)
786
689
73
Bulgarien
2
2
Deutschland
20
17
Frankreich
34
24
Griechenland
2
2
Holland
1
1
Italien
7
5
Jugoslawien
9
Lettland
1
1
Litauen
3
Polen
34
4
Rumänien
4
1
Schweiz
2
Spanien
2
Tschechoslowakei
1
Türkei
1
Ungarn
3
USA.
1
Staatenlos
9
1
Ungeklärt³)
48
334 122II | |-
4
3
5
1
11-
3
4
3
2
1
2
1
25
1
1
6
47
Summe:
970
755
89
5
3
9
3
1
28
3
7
1
6
2
9
49
1) Südtiroler mit Einbürgerungsscheinen galten als Österreicher.
Zum größten Teil ehemalige Sowjetbürger und -bürgerinnen, die im Frühjahr 1945 nur kirchlich getraut wurden. Die Beurkundung
erfolgte erst im Jahre 1946.
Seite 97
97/506
Geburtenziffern
(Zahl der Geburten auf 1000 Einwohner).
Totgeborene in %
Tabelle IV/3 A
Jahr
Inns-
bruck¹)
Öster- Deutsch-
Tschecho-
Schweiz
reich
land
slowakei
Totgeborene
Promille
Jahr Prozent
1934/38
(Durchschnitt)
.³)
13.5
18.3
15.5
13.1
1905
4.06
1939
18.9
20.8
20.3
15.2
14.7
1911
3.97
1940³)
22.5
21.9
1914
3.45
1941
22.6
20.4
1934
3.40
1942
22.8
17.4
15.2
18.8
20.6
1938
2.73
1943
21.0
18.3
16.2
19.7
16.8
1940
1.71
1944
11.8
19.0
16.8.
20.4
1945
1.11
1945
13.9
13.3
20.9
1946
1.88
1946
17.5
16.8
1) Die Geburtenziffern von Innsbruck betreffen die Kinder ortsansässiger Mütter.
3) Die durchschnittliche Geburtenziffer kann nicht ermittelt werden, weil die Ziffern der
eingemeindeten Vororte dem Statistischen Amte nicht bekannt sind.
3) Den Geburtenziffern der Jahre 1940-1945 liegen die Bevölkerungszahlen des Jahres
1939 zugrunde, bei Innsbruck der Bevölkerungsstand 1939 nach dem jeweiligen Gebietsstande;
die Ziffern des Jahres 1946 sind nach den Bevölkerungszahlen des Jahres 1946 errechnet.
Tabelle IV/3 B
Verhältniszahlen der ehelichen und unehelichen Kinder 1941-1946
Von 100 Lebendgeborenen waren in
Innsbruck
Tirol
Österreich
Jahr
un-
ehelich
davon
Ortsansässige
ehelich
ehelich
un-
ehelich
ehelich
un-
ehelich
ehelich unehel.
1941
83.6
16.4
85.3
14.7
1942
83.1
16.9
84.8
15.2
1943
85.6
14.4
84.8
15.2
1944
76.3
23.7
76.9
23.1
1945
73.7
26.3
73.3
26.7
78.4
21.6
75.2
24.8
1946
75.9
24.1
76.3
23.7
77.1
22.9
75.5
24.5
71
Seite 98
98/506
Tabelle IV/3 C
Lebendgeborene der Jahre 1942-1946
Gesamtzahlen, Ortsansässige nach Ehelichkeit und Geschlecht,
Geschlechterverhältnis
Lebendgeborene insgesamt
0.3%
ehelich
unehelich
zusammen
Jahr
Kna- Mäd-
ben chen
zu-
sam-
men
Kna-Mäd-
zus.
ben chen
Kna- Mäd-
ben chen
zu-
sam-
men
Auf
Prozent
Kn. Mäd.
100 Mädchen
entfallen
Knaben
1942
1026 1037 2063 222 199
1943 996
1944 606
1945
1946
674
981
421 1248
964 1960 220 194 414 1216
538 1144 203 152 355 809
593 1267 238 208 446 912
857 1838 302 281 583 1284
1236
1158
2484 50 50
100.9
2374 51 49
105.0
690
1499 54
46
117.2
801
1713 53
47
113.8
1137
2421
53 47
112.9
hievon von ortsansässigen Müttern
1942
771 758 1529 147 127 274 918
1943 707 715 1422 138 117 255 845
1944 391 333 724 119 98 217
1945 432 381
885 1803 51
832 1677 50 50
510
431 941 54
813 154
142
296
586
523 1109
53 47
1946 687 586 1273 198
197 395
885
783 1668 53 47
98999
49
103.7
101.5
46
118.3
112.0
113.0
Zählblätter des Standesamtes.
72
12
T
6.12
dat
Seite 99
99/506
Grundzahlen der Gestorbenen in Innsbruck 1941-1946
(Ortsansässige und Ortsfremde)
Tabelle IV/4 A
1941
1942
1943
1944
1945
1946
Monat
oa.) of.) oa. of.
oa.
of.
oa. of.
08. of.
oa. of.
Jänner
135 38 98
27
85 28
Feber
96 26 87
20
83
25
79
März
76
30
82
14
89
34
73 27
April
72
27
84
26
86
25
76 33
Mai
86
31
88
16
79
28
76
Juni
72
27
74
26
61
22
48 28
Juli
81
40
65
27
64
44
August
56
33
76
34
64
20
52 27
12231222
107 15 180
23
72
34
69
15
82
37
82
28
77
32
99
33
97
34
114
62
63
39
61
57
63
36
55 27 100
51
74
43
76
59
44
24
September
57
34
57
Oktober
74
25
72
November
75
32 69
31
RE
18
62
24
46
22
85
46
57
27
30
79
10
79 31
106
42
80
43
79
24
99 20
87
41
79
34
Dezember
82 29 83
35 312 55
127 30
86
31
80 31
Jahressumme: 962 372 935 304 1143 339
917 313 1145 488
868 414
1230
1633
1282
Gesamtsumme:
1334
1239
1482
1) oa. = ortsansässig, 2) of.
=
ortsfremd.
Tabelle IV/4 B
Innsbruck)
Sterbeziffern
Tirol
Österreich
Deutsches
Reich
Jahr
auf 1000 der Wohnbevölkerung
1935
11.5
.2)
13.6
11.8
1939
12.79
13.9
15.3
12.6³)
19454)
11.95
11.55
21.15)
11.3)
1946
8.98
13.80
9.72
1) Gerechnet nach den gestorbenen Ortsansässigen.
3) Für 1935 fehlen die Berechnungsgrundlagen; Sterbeziffer 1934 =
3) Deutsche Großstädte.
4) Mit zivilen Opfern der Luftangriffe.
5) Nur Inländer.
Säuglingssterblichkeit 1935-1946
(Kinder ortsansässiger Mütter)
11.8, 1936 12.9.
Tabelle IV/4 C
Jahr
Lebend-
Im 1. Le-
bensjahr
gestorben
Säuglings-
sterblich-
keit %
Von 100 Ge-
Säuglinge
sind
Jahr
1935
568
44
7.7
6.2
1941
1780
103
1936
533
35
6.5
5.3
1942
1803
76
1937
513
21
4.0
3.3
1943
1677
67
1938
646
33
5.1
4.4
1944
941
51
1939
1446
74
5.1
7.5
1945
1109
101
geborene
Im 1. Le-
Obensjahr
gestorben
Säuglings-
sterblich-
keit %
Von 100 Ge-
Säuglinge
5.8
10.7
4.2
8.1
4.-
5.7
5.4
5.6
9.1
8.7
1940
1774
103
5.8
9.9
1946
1668
98
5.9
11.5
Grundzahlen vom Städt. Gesundheitsamt.
73
Seite 100
100/506
Tabelle IV/4 D
Säuglingssterblichkeit in Innsbruck 1941-1946
(Eheliche und uneheliche Kinder ortsansässiger und ortsfremder Mütter)
Jahr
Im 1. Lebensjahr
gestorbene Kinder
Prozentsatz
der Sterblichkeit
ehelich
unehelich
ehelich
unehelich
1941
136
47
6.24 %
11.-%
1942
93
18
4.50%
4.27%
1943
99
30
5.05 %
7.24 %
1944
72
21
6.29 %
1945
141
58
11.12%
1946
122
58
6.63%
5.91%
13.- %
9.95%
Säuglingssterblichkeit in Innsbruck 1946 nach Monaten
(Ortsansässige)
Tabelle IV/4 E
74
Anzahl der
Monat
lebend-
geborenen
gestorbenen
Säuglinge
Auf je 100
Lebendgeborene
entfielen
Sterbefälle
im 1. Lebensjahr
Jänner
110
1
0.91
Feber
138
März
150
April
139
Mai
128
Juni
117
Juli
139
August
151
1426335
9
6.52
9.33
8.63
4.69
2.56
9
6.47
3.31
September
132
4
3.03
Oktober
158
8
5.06
November
171
13
7.06
Dezember
135
14
10.37
Summe:
1668
98
5.87
19828
Seite 101
101/506
Tabelle IV/4 F
Sum-
me
"
287
2
5 3
132213
3512445
2
2
1
24
3
8
7
5
2220
6
4
1
4
Sterbefälle 1946 nach Altersjahren
Alters- Ortsansässige Ortsfremde Sum- Alters- Ortsansässige Ortsfremde
jahre männ. weibl. männ. weibl. me jahre
männ. weibl. männ. weibl.
37 180 Übertr 148 102 140 103
51
2
#1010
10
6
8888886882FFFFFF822882
I
13123221211
00 00
32573
13
8016724331-21212250255257223524038CCRABBLESUBURAR
BBB 131223512BULB TITLIB.
32212IT
- 11
3
87412121121 1221LI1I22L TIL 122233
-23456T8ADIEBER
12231
ESSEN
332232741
338
145
Übertr. 148 102 140
40
103 493 Summe: 442 414 249
177
1282
75
15
Seite 102
102/506
Tabelle IV/4 G
Gestorbene nach Todesursachen
(Nach dem internationalen Todesursachenverzeichnis, Hauptgruppen)
Todesursachen
I. Übertragbare Krank-
heiten
II. Krebs und andere
Gewächse
III. Rheuma, Stoffwechsel-
krankheiten, Störungen
d. inneren Sekretion,
andere Allgemeinkrank-
heiten, Avitaminosen
IV. Krankheiten des Blutes
und der blutbildenden
Organe
V. Chron. Vergiftungen
VI. Krankheiten d. Nerven-
systems und der
Sinnesorgane
VII. Krankheiten der Kreis-
lauforgane
VIII. Krankheiten der
Atmungsorgane
IX. Krankheiten der
Verdauungsorgane
X. Krankheiten der Harn-
und Geschlechtsorgane
XI. Krankheiten der
Schwangerschaft, der
Entbindung und des
Wochenbettes
XII. Krankheiten der Haut
und des Zellgewebes
XIII. Krankheiten d. Knochen
u. d. Bewegungsorgane
XIV. Angebor. Mißbildungen
XV. Besondere Krankheiten
d. ersten Lebenszeit
XVI. Altersschwäche
1945
1946
Sterbe-
davon
Sterbe-
davon
fälle
insgesamt
Ortsansässige
fälle
insgesamt
Ortsansässige
m.
W.
m.
W.
% m. W.
m.
W.
%
136 125
72
83
14.1 90 64 45 26 8.3
111 110
76
77
14.0 157 129 107 93 23.4
19
14
10
10
9
1.8
100
5
16
1
6 0.7
20
61
9
I co
3
61
-
6 0.8
89
2
4
TI
1
51
11
0.5
0.2
58
68 38 54
8.4
61
113 111 85 101
17.0
74 97
81 84 59 75
12.2
53 38
83 58 36 28
5.8
64
355
60
40
48
10.3
62
82
16.8
40
33
8.5
46
26
31
6.7
26
19 15
13
2.5
32 11
14
9
2.7
2
2
XVII. Äußere Einwirkungen
XVIII. Unbestimmte Todes-
159
15 226
29
21
38
70
ursachen
22
62
13181
12 3301
4
0.4
21
1
1
0.2
10
2
-
1
0.1
0.4
-
6 13
19
75
17 3.3 49
37 5.0 7 22
48 11.2 85
38
15 18 13
2.8
6
22-
32
7
a Gawl
3
30
6
57
6
17 226
2
1
0.1
0.2
1.2
19
5.7
3.3
29
10.0
1.4
872 761 529 567 100.0 701 581 443 413 100.0
1633
1096
1282
856
Nach Mitteilungen des Gesundheitsamtes und Standesamtes.
76
Seite 103
103/506
Tabelle IV/4 H
Todesfälle an Krebs und Tbe im Jahre 1946
(Ortsansässige Bevölkerung)
Gesamt-
Tod
Tod
Jahr
Prozent
Prozent
Todesfälle
an Krebs
an The
1934
661
126
19.0
77
1935
705
134
19.0
58
1936
666
125
18.7
52
1937
634
136
21.4
53
1938
748
145
19.3
56
1939
979
176
17.9
62
1940
1038
188
18.4
79
HANNON
11.6
8.2
7.8
8.3
7.4
6.4
7.6
1941
979
196
20.0
85
8.6
1942
940
214
22.7
77
8.1
1943
1109
184
16.5
74
6.6
1944
846
172
20.3
31
3.6
1945
1096
153
14.0
83
7.5
1946
856
200
23.4
43
5.0
12
77
Seite 104
104/506
Tabelle IV/4 J
Todesursachen
1. Selbstmord
Todesursachen durch äußere Einwirkung
1945
1946
davon
davon
Sterbefälle
insgesamt
Orts- Aus-
ansäs- wär-
sige tige
Sterbefälle
insgesamt ansäs- wär-
Orts- Aus-
sige
tige
m.
w. zus. m. w. m. w. m. w. zus. m. w. m. w.
19 14
33 13 10 6 4 13 8 21 12 8 1
8
5
13 3 4
5
1 2 2
4 2
2
1
2. Mord und Totschlag
3. Verunglückung mit Kraft-
fahrzeugen oder durch
Kraftfahrzeuge
4. Andere Verunglückungen
5. Sterbefälle von Militär-
und Zivilpersonen bei
Kriegshandlungen
6. Gerichtlich angeordnete
Hinrichtung
23
29 16 4
7
2 21
6
27 14 4 7 2
63 19
82 24
8 39 11 46 21
67 28 14 18 7
69
45 26 71 19 22 26 4
1
1
1
159 70 229 75 48 84 22 82 37 119 56 28 26
Selbstmorde Ortsansässiger
9
1945
Vergiftung mit:
Leuchtgas
Morphium
Schlafmittel
Zyankali
m. W. zus. m.
1 2 3 2
1 1
2 2 1
Thallium
Unklar
78
1946
1945
1946
Andere Todesarten:
W. zus
m.
W. zus. m. W. zus.
2111
23211
Erhängen
Erschießen
551
1
6 2
2 4
1 6
4
4
Sturz v. d. Höhe
Überfahren
Ertränken
2 Öffnen d. Pulsadern
1 2 3 2
1 -
1
1
2
Seite 105
105/506
V. Gesundheitspflege
Die öffentliche Gesundheitspflege obliegt der Stadtgemeinde im eigenen und
übertragenen Wirkungskreis. Die Stadt entledigt sich dieser Aufgabe in erster Linie
durch das städtische Gesundheitsamt. Vor 40 Jahren, kurz nach der Vereinigung
mit Wilten und Pradl, bestand das Stadtphysikat aus dem Physikus, einem Sanitäts-
konzipisten, dem Krankenhausdirektor und 2 vertraglich als,,Stadtärzte" bestellten
Privatärzten. Heute zählt das Amt 30 Angestellte: 6 Ärzte, 5 Kanzleikräfte, 13 Ge-
sundheitspflegerinnen, 2 technische Assistentinnen, 4 Desinfektoren und außerdem
3 nebenamtlich bestellte Ärzte. Diese Personalvermehrung ist nicht allein auf die
Bevölkerungszunahme von 43000 auf 100000 zurückzuführen, sondern, wie meist
auch bei den übrigen Abteilungen des Magistrates, auf die Erweiterung der alten
und die Zuweisung neuer Aufgaben. So wurde die Schulgesundheitspflege ausgebaut
und dem Amte die Mutter- und Säuglingsfürsorge, die Fürsorge für Tuberkulöse,
für Geschlechtskranke, Körperbehinderte, Sieche und Süchtige übertragen. Das
Anschwellen der Zahlen täglich wiederkehrender Amtshandlungen - Totenbeschau,
Infektionsdienst, Ausstellung ärztlicher Zeugnisse in den letzten 8 Jahren,
illustriert die nachstehende Tabelle:
Aufgabe
1938
1945
1946
Totenbeschau
592
741
573
Infektionsfälle
650
981
1110
Amtsärztliche Untersuchungen
1380
8701
16427
V/1. Sanitätspersonen und Apotheken
Nach dem Stand vom April 1947 hatte Innsbruck 61 praktische Ärzte, 67 Fach-
ärzte und 25 Zahnärzte. Der Anteil der Ärztinnen an diesen Ziffern ist 7, 4 und 1.
Da 67 Ärzte und 4 Zahnärzte aus politischen Gründen noch suspendiert sind, ist
die Zahl der Ärzte gegenüber früheren Dezennien nur unwesentlich gestiegen. An
den Universitätskliniken sind 206 Ärzte tätig, eine Zahl, die jene von 1938 weit
übersteigt. Sie setzt sich zusammen aus 8 Klinikvorständen, 41 Assistenzärzten,
28 bezahlten Hilfsärzten, 1 Hausarzt und 128 Gastärzten. Zählt man zu den 61 prak-
tischen Ärzten und 67 Fachärzten die 7 Professoren der Klinik hinzu, entfallen auf
Innsbruck 135 Ärzte und bei einer Einwohnerzahl von 97884 Ende 1946 auf einen
Arzt 725 Einwohner. Die Zahl der Dentisten ist von 23 auf 30 gestiegen; unter ihnen
sind 2 Dentistinnen. Die praktizierenden Hebammen sind von seinerzeit 28 auf
13 zurückgegangen. Die Zahl der Apotheken in Innsbruck hat mit der Einwohner-
zahl und dem Stadtgebiet Schritt gehalten, vor 20 Jahren waren 9 Apotheken,
heute sind es 14. Im übrigen fällt besonders die Zahl der Krankenschwestern und
-pfleger an den Universitätskliniken auf, deren Zahl sich hauptsächlich durch
Einstellung weltlichen Personals erhöht hat.
19
79
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V/2. Rettungsdienst
Zwei Stellen versehen den Rettungsdienst: die Rettungsstelle der Österr. Gesell-
schaft vom Roten Kreuz und die Ortsstelle des Österr. Bergrettungsdienstes. Vor-
läufer dieser beiden Einrichtungen sind die Freiwillige Rettungsgesellschaft und
der Bergrettungsdienst des Alpenvereines. Im April 1907 wurde die Rettungs-
abteilung der freiwilligen Feuerwehr Innsbruck gegründet, ihre Bereitschaftsräume
lagen im 2. Rathaushof. Im Sinne eines Beschlusses des Feuerwehr-Landesverbands-
tages vom August 1925 schied die Rettungsabteilung aus dem Verband der Frei-
willigen Feuerwehr aus, konstituierte sich als Verein und übte vom September 1925
an als,,Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck" satzungsgemäß ihre bisherige
Tätigkeit weiter aus. Die Rettungsgesellschaft war Mitglied der Samariter-Landes-
organisation; den ärztlich geprüften Samaritern stand das Recht zu, in Ausübung
ihres Dienstes das rote Kreuz zu tragen. Im Oktober 1927 bezog die Rettungsgesell-
schaft ihr eigenes Heim in der Wilhelm-Greil-Straße und betrieb dort seit März 1928
zur leichteren Schuldendeckung die,,Kammerlichtspiele". Nach der Angliederung
Österreichs an Deutschland wurde die Rettungsgesellschaft im Sinne des Gesetzes
über das Deutsche Rote Kreuz vom 9. Dezember 1937 aufgelöst und ihr Aufgaben-
kreis von diesem übernommen. Die Mitglieder der Rettungsgesellschaft wurden
nach § 8 dieses Gesetzes automatisch zu Mitgliedern des Deutschen Roten Kreuzes.
Die Liegenschaft erwarb die Stadtgemeinde Innsbruck auf Grund des Vertrages
vom 4. Oktober 1939 um den Schuldenstand, da sie nach wie vor den Rettungsdienst
als Pflichtaufgabe zu betreuen hatte; heute ist die Rettungsstelle eine Einrichtung
des Vereines der Österr. Gesellschaft vom Roten Kreuz, Landesverband Tirol. Der
Bergrettungsdienst wurde bisher unmittelbar vom Alpenverein ausgeübt. Seit 1946
hat sich für Österreich der,,Österreichische Bergrettungsdienst" mit eigenen Landes-
vereinen gebildet und vollbringt im vorläufigen Besitz der gesamten Rettungs-
einrichtungen des Alpenvereines seine alpinen Hilfsleistungen.
Laut Tabelle V/2 A weist die Rettungsstelle vom Österr. Roten Kreuz für 8 Monate
des Jahres 1945 553, für das Jahr 1946 1110 erste Hilfeleistungen und außerdem
5418, bzw. 8985 Krankentransporte aus; die Rettungswagen legten in den ange-
gebenen Zeiträumen 50800, bzw. 89448 km zurück. Mit weiter zurückliegenden
Jahren, bzw. mit 1927 verglichen, ergibt sich für die letzten zwei Jahre eine Abnahme
der Zahl der ersten Hilfeleistungen, aber eine gewaltige Zunahme der Kranken-
transporte und der gefahrenen Wagenkilometer. Der Jahresbericht 1927 enthält
hierüber nachstehende Zahlen: 1402, 2287 und 13460.
Der Leistungsausweis des Österr. Bergrettungsdienstes Tabelle V/2 B-
weist Zahlen auf, die jene früherer Jahre mit ihrem regen Touristenverkehr nicht
erreichen. Auffallend aber ist die verhältnismäßig hohe Zahl von Todesfällen, die
auf schlechte Ausrüstung, mangelnde Übung und unzureichende Ernährung zurück-
zuführen ist.
V/3. Allgemeines Krankenhaus und Sanatorien
Das Allgemeine Krankenhaus wurde gegen Ende der achtziger Jahre von der
Stadtgemeinde im Pavillonsystem erbaut. Die feierliche Eröffnung fand am 18. Ok-
tober 1888 statt. Im Juni 1889 übersiedelten die Patienten des alten Spitals am
Marktgraben in die neuen Gebäude. Seither wurde die ursprüngliche Anlage durch
eine Reihe von Neu-, Zu- und Umbauten erweitert. 1894 wurde die Nerven- und
Hautklinik erbaut und im Jahre 1897 mit dem Bau der Kinderklinik und 1899 mit
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dem des Epidemiespitals (Infektionsklinik) begonnen, 1913/14 wurde die ortho-
pädische Klinik errichtet. Wesentliche Erweiterungsbauten wurden 1923/24 an der
Frauenklinik, 1927 an der chirurgischen und 1929 an der medizinischen Klinik
vorgenommen. 1933 kam der Neubau an der Ecke Anichstraße-Innrain zur Aus-
führung, 1937 war der Neubau der psychiatrisch-neurologischen Klinik fertig-
gestellt.
Der Betriebsabgang, der sich nach dem ersten Weltkrieg aus der fortschreitenden
Geldentwertung ergab, bewog den Gemeinderat im Juni 1922 grundsätzlich die Über-
gabe des Krankenhauses an das Land zu beschließen. Das Land trachtete damals
die Landesgebäranstalt, die durch die Abtrennung Südtirols an Bedeutung verloren
hatte, aufzulassen und dafür eine Erweiterung der Frauenklinik durchzusetzen;
die Justizverwaltung war bestrebt, im Gebäude der Gebäranstalt Gerichtskanzleien
unterzubringen. Die zu lösenden Fragen berührten überdies die Kompetenzen des
Unterrichts- und des Sozialministeriums. Für den bei dieser Vielfalt von Interessen
und Interessenten nur allmählich entstehenden Vertragsentwurf wurden die Bestim-
mungen des heute noch geltenden Krankenanstaltsgesetzes vom Jahre 1920, ins-
besonders die Quotenbestimmung der Beitragspflichtigen, von grundlegender
Bedeutung. Obwohl trotz vieler aber öfter unterbrochener Verhandlungen bis 1938
keine Unterzeichnung zustande kam, hielten sich die Beitragsfaktoren zum Vorteil
der Anstalt an die wesentlichen Bestimmungen des Entwurfs. Nach der Einver-
leibung Österreichs verlangte der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und
Volksbildung sofort die Übergabe der Kliniken an das Reich. Es kam zu langwierigen
Verhandlungen, die wieder kein endgültiges Ergebnis zeitigten. Die Stadtgemeinde
ist Eigentümerin des ganzen Krankenhauskomplexes geblieben. Die Verwaltung
wird gegenwärtig ähnlich wie vor 1938 geführt. Beitragsfaktoren und Beitrags-
schlüssel sind unverändert geblieben. Die Betriebsauslagen werden durch die Ver-
pflegsgebühren, die vom Landeshauptmann mit Zustimmung der Landesregierung
festgesetzt werden, gedeckt. Uneinbringliche Verpflegsgebühren sind von den
Fürsorgeverbänden zu bezahlen. Betriebsabgang, Instandhaltungskosten und die
Kosten für Neu-, Zu- und Umbauten trägt das Land zu 5/8, der Bund zu 3/8. Für
das laufende Erfordernis der medizinischen Forschung und des Lehrbetriebes
Hörsäle, Laboratorien, Spezialarbeits- und Hilfskräfte, klinische Betten - kommt
die Unterrichtsverwaltung in namhaften Pauschalbeträgen auf. Dessen ungeachtet
drängen die großen Bauvorhaben Neubau der zerstörten Klinik für interne
Medizin, Wiederherstellung der schwerbeschädigten Nervenklinik, unerläßliche
Instandsetzungen in größerem Ausmaße - und die Regelung genereller und indi-
vidueller Personalfragen nach endlicher endgültiger Ordnung der Rechtslage.
Außer dem Krankenhaus besitzt Innsbruck noch 3 Sanatorien: anstoßend an das
Krankenhausareal das Städtische Sanatorium, eröffnet 1910, das Sanatorium der
Kreuzschwestern, gebaut 1880 (Erweiterungsbauten 1908 und 1936), und das Bürger-
liche Sanatorium der Barmherzigen Schwestern bei der Mühlauer Brücke, eröffnet
1910. Die Sanatorien kamen durch die Fliegerangriffe nicht so zu Schaden wie
das Krankenhaus. Eine Bombe durchschlug zwar das Dach und die Geschoẞdecken
des Städtischen Sanatoriums, blieb aber im Hausflur des Erdgeschosses liegen
ohne zu explodieren, das Sanatorium der Kreuzschwestern erlitt in der Hauptsache
nur Glasschaden, das 3. Sanatorium blieb unbeschädigt.
Alle Krankenanstalten zusammen verfügen laut Tabelle V/3 im Jahre 1946 über
1445 Krankenbetten. Die Zahl der Patienten betrug 21249 mit 481312 Verpflegs-
tagen, die Betten waren im Tagesdurchschnitt zu 91.2% belegt, auf jeden Patienten
entfielen durchschnittlich 22 Verpflegstage, die Zahl der Todesfälle war insgesamt 744.
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Die Anzahl der weiblichen Patienten überwog in allen Anstalten die der männlichen;
unter den Verstorbenen aber waren mehr Männer als Frauen. Bemerkenswert ist
der fast 100%ige Belag der Sanatorien. Die außerordentliche Nachfrage nach
Sanatoriumspflege hängt in vielen Fällen mit der unter den gegenwärtigen Verhält-
nissen oft bestehenden Unmöglichkeit häuslicher Pflege zusammen.
V/4. Mutterberatung
Durch die Gesetzgebung zur Vereinheitlichung des Gesundheitswesens ist die
Durchführung der Mutter- und Säuglingsfürsorge, soweit sie ärztliche Aufgaben
betrifft, seit 1. Dezember 1938 Sache des Gesundheitsamtes geworden. Die von
der Landeskommission für Mutter- und Säuglingsfürsorge für Tirol seit 1917 in
Innsbruck betriebene Fürsorgestelle ist auf das Gesundheitsamt übergegangen.
Vor der Eingemeindung von Hötting, Mühlau und Amras versahen den Dienst
unter der Leitung von 3 Ärzten, 5 Fürsorgerinnen und eine Hilfsfürsorgerin. Es
bestanden damals 3 Mutterberatungsstellen, eine in der Salurner Straße, die anderen
2 im Kindertagesheim in der Höttinger Au und im Pembaurblock. Heute übt das
Gesundheitsamt seine Mutter- und Säuglingsfürsorge unter Mitwirkung von 4 Ärzten
und 7 Fürsorgerinnen in 7 Beratungsstellen aus. Die Tabelle V/4 zeigt die Ent-
wicklung seit dem Jahre 1939.
V/5. Schulgesundheitspflege
Der schulärztliche Dienst wurde vom Gesundheitsamt schon im Jahre 1907 an
allen städtischen Volks- und Hauptschulen eingeführt. Die Zahl der Untersuchungen
an diesen Schulen belief sich durchschnittlich auf rund 5200 im Jahr. So waren es
z. B. im Jahre 1938 5420 mit 1400 Überweisungen zur Zahnbehandlung.
Besonders gründlich wurden die Schüler beim Schuleintritt, in der 3. Klasse
und bei der Ausschulung untersucht. In den 20er Jahren wurde der schulärztliche
Dienst auch auf die Mittelschulen ausgedehnt. Durch den Bombenangriff vom
16. 12. 1944, durch den mehrere Räume des Gesundheitsamtes vollständig zerstört
wurden, ist viel statistisches Material, darunter das über Schul-Gesundheitsfürsorge
und Zahnpflege, zugrunde gegangen. Als Beispiel für die Tätigkeit des Gesundheits-
amtes in dieser Hinsicht werden dessen Berichtszahlen aus dem Statistischen Jahr-
buch Deutscher Gemeinden 1941 in Tabelle V/5 in der Fußnote angeführt. Im
übrigen ist aus den Zahlen der Tabelle V/5 die energische Wiederaufnahme des
schulärztlichen Dienstes unter Einschluß der Kindergarten-Kinder abzulesen. Die
Schulzahnpflege wurde erst im Herbst 1946 mit der Wiedereröffnung der Schul-
zahnklinik wieder aufgenommen.
V/6. Tuberkulosen-Fürsorge
Wie die Mutter- und Säuglingsfürsorge wurde auch die Tuberkulosenfürsorge
mit 1. Dezember 1938, dem Wirksamkeitsbeginn des Gesetzes über die Vereinheit-
lichung des Gesundheitswesens, Aufgabe des Gesundheitsamtes. Die vom Volks-
verein zur Bekämpfung der Tuberkulose in Tirol vom Februar 1919 an betriebene
Fürsorgestelle wurde dem Amte einverleibt. Seit ihrem Bestand waren bis Ende
1938 10928 Tuberkulöse und Tuberkuloseverdächtige in ärztliche Beobachtung
genommen worden. Aus dem letzten Tätigkeitsbericht seien folgende Zahlen an-
geführt: im Jahre 1938 wurden 6344 ärztliche Konsultationen erteilt, 2665 ärztliche
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Untersuchungen vorgenommen, 830 ärztliche Atteste und Gutachten ausgestellt;
die Fürsorgeschwester machte 2447 Hausbesuche, wovon 209 Erstbesuche und
2238 Wiederholungsbesuche waren. Neu in Beobachtung genommen wurden 501 Per-
sonen, 50 davon als Schwerkranke. Die Tabelle V/6 bringt die auftragsgemäße
Berichterstattung der städtischen Fürsorgestelle seit 1939 in der reichseinheitlich
vorgeschriebenen Form. Sie gliedert sich in 5 Teile: Personal, Zu- und Abgang von
Patienten, Leistungen, Maßnahmen und Wohnungsfürsorge der Fürsorgestelle. Die
Zahlen der neuen Zugänge an Tuberkulosekranken und damit der nötigen Leistungen
der Fürsorgestelle haben im Jahre 1946 mit 3570 Patienten, 15582 Untersuchungen
und 2960 Krankenbesuchen den bisher höchsten Stand erreicht; die Todesfälle an
Tbe sind jedoch in diesem Jahr außergewöhnlich niedrig.
V/7. Anzeigepflichtige Infektionskrankheiten
Die Verhütung der Verbreitung anzeigepflichtiger, übertragbarer Krankheiten
gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Gesundheitsamtes. Die letzten Jahre
brachten mancherlei Gefahren mit sich. Trotzdem gelang es dem Gesundheitsamte
die aufgetretenen Fälle schwerer Infektionskrankheiten rasch und wirksam zu
lokalisieren. Im Jahre 1945 erforderten die eingeschleppten Fleckfieber- und Ruhr-
fälle und einige Erkrankungen an Typhus abdominalis größte Wachsamkeit, während
im darauffolgenden Jahr neben einigen aus Südtirol eingeschleppten Typhus- und
Ruhrfällen die auftretende Kinderlähmung große Sorge bereitete. Immerhin ist aus
der Tabelle V/7 zu entnehmen, daß die Bevölkerung trotz der Einschleppung von
Krankheiten durch Flüchtlinge und Heimkehrer nicht allzu hart getroffen wurde.
Die Zahl der Diphtheriefälle war gegenüber früheren Jahren etwas erhöht, die
Sterblichkeit an Diphtherie aber war geringer, Scharlach wies die gewöhnlichen
Zahlen und in beiden Jahren keine Todesfälle auf.
Besorgniserregend ist die Zunahme der Tuberkulose. Die nicht eingeklammerten
Zahlen in der Tabelle zeigen die gemeldeten Krankheitsfälle an. Darunter steht in
Klammern die Zahl der Todesfälle. Bei rasch verlaufenden Krankheiten gibt die
eingeklammerte Zahl also an, wie viele von den gemeldeten Erkrankten gestorben
sind. Bei Krankheiten mit langsamem, sich auf Jahre erstreckenden Verlauf, z. B.
bei der Tuberkulose, trifft dies nicht zu. Die im Berichtsjahr Verstorbenen werden
zum Großteil in früheren Jahren gemeldet worden sein. Daher kommt es in Einzel-
fällen vor, daß die Zahl der Verstorbenen größer ist, als die der Gemeldeten.
V/8. Städtische Desinfektionsanstalt und städtische Wäscherei
Die Desinfektionsanstalt und die Wäscherei wurden im August 1929 errichtet.
Die Anstalt wird unter der Aufsicht des Gesundheitsamtes von geschulten Des-
infektoren betrieben. Die Bombenbeschädigung der Anstalt erschwerte im Jahre
1945 beim Auftreten des eingeschleppten Fleckfiebers die notwendigen Entlausungen
und Desinfektionen. Die Tabelle V/8 gibt die Leistungen der beiden Betriebe wieder,
die sich, obwohl durch die Zahl der Infektionsfälle bedingt, im allgemeinen doch
immer innerhalb gewisser Grenzen bewegen.
V/9. Städtische Bäder
Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts mußten dem Badebedürfnis der Bevölkerung
die zwei alten, schon im 15. Jahrhundert erwähnten Warmbäder, das Bad zur
,,Kaiserkrone"
ursprünglich Ofenlochbad, später Weinstockbad- und das Bad
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am Venusberg, heute,,Maximilian-Venusbad", weiters die im Jahre 1882 eröffnete
Bade- und Waschanstalt Nicolits am Sillkanal, die auch eine Schwimmhalle hatte,
die städtische Schwimmschule in der Höttinger Au und die Schwimmschule im
Schloß Büchsenhausen genügen. Die Schwimmschule in der Höttinger Au war im
Juni 1870 eröffnet worden. Ihr Vorläufer war eine im Jahre 1833 über Verlangen
des Guberniums am Gießen aufgestellte Badehütte, zu deren Betrieb die Stadtge-
meinde nach Fischnaler den Aufseher und die Schwimmhosen beistellte.
Seit dem Jahre 1923 ist diese Badeanstalt dem Tiroler Wassersportverein 1919
verpachtet. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute die Stadt, wohl in Erkenntnis
der gesundheitlichen Bedeutung vermehrter Badegelegenheiten, in rascher Folge
7 Bäder, und zwar in den Jahren 1904, 1906 und 1914 die 3 sogenannten Volksbäder,
das letzte an Stelle des niedergerissenen Bades,,Kaiserkrone", 1906 und 1913 das
Männer- und Frauenschwimmbad - Sommerbäder in der Museumstraße, 1927
auf dem Grund des ein Jahr vorher aufgelassenen Nicolits-Bades die Badeanstalt
in der Salurner Straße und 1929 das Hallenbad neben dem Gaswerk. Die beiden
Volksbäder 1 und 2 im Garten der Dreiheiligenschule und in der Michael-Gaismayr-
Straße wurden, durch die beiden letztgenannten Anstalten entbehrlich geworden,
aufgelassen.
Die 5 in städtischer Verwaltung stehenden Bäder kamen durch die amerikanischen
Fliegerangriffe außerordentlich zu Schaden. Die beiden Schwimmbäder in der
Museumstraße wurden zerstört, die 3 übrigen Anstalten derart beschädigt, daß bis
heute nur das Volksbad 3 vollbetriebsfähig gestaltet, die Badeanstalt in der Salurner
Straße in beschränktem Umfang und das Hallenbad überhaupt noch nicht in Wieder-
verwendung genommen werden konnte. Die beiden Sommerbäder werden nicht mehr
aufgebaut; die Überreste des Frauenschwimmbades werden zu einem Kindertages-
heim ausgestaltet werden. Das zugeschüttete Schwimmbecken wird einen geschützten
Spielplatz bilden. Der Platz, wo das Männerschwimmbad gestanden ist, ist ein-
geebnet.
Der Besuch des Volksbades, der Badeanstalt in der Salurner Straße und des Hallen-
bades wurde in je 3 Tabellen dargestellt, und zwar für eine Reihe von Jahren in
Jahressummen, für 2 oder 3 Jahre in Monatssummen und weiters in Tagesdurch-
schnittsziffern. Die Angabe der Bruttoeinnahmen sowie der Durchschnittseinnahmen
pro Badegast ergänzen das Bild. Die Besuche des Hallenbades sind in einer 4. Tabelle
außerdem nach dem Geschlecht gegliedert. Die Jahresübersichten lassen die Ent-
wicklung der Frequenz überhaupt und die Monatsausweise die jahreszeitlich bedingten
Schwankungen erkennen, die Tagesdurchschnittsziffern veranschaulichen in ein-
prägsamen Zahlen den jeweiligen Umfang des Bäderbesuches. Die Gliederung der
Besucher des Hallenbades nach dem Geschlecht bestätigt die bekannte Tatsache,
daß die Brausen vorwiegend von Männern benützt, die Wannenbäder von den Frauen
bevorzugt werden und daß die Zahl der Schwimmer, bisher wenigstens, die der
Schwimmerinnen übertrifft. Der schwächste Besuch aller Anstalten fällt in der Gesamt-
summe auf die Jahre 1933/34. Den stärksten Besuch weist das Jahr 1943 auf,
dessen Besuchsziffern in der Gesamtsumme mehr als das Doppelte, in einzelnen
Badearten das Dreifache gegenüber 1934 betrugen. Ganz im Gegensatz hiezu senkte
sich die Besuchskurve des Männer- und des Frauenschwimmbades ständig, beim
Männerschwimmbad schneller, beim Frauenschwimmbad zögernder. Im Jahre 1943,
dem letzten Betriebsjahr, war die Frequenz beider Bäder seit der Eröffnung des
Hallenbades auf ein Drittel zurückgegangen. Durch die Einführung der Familien-
bäder waren sie unmodern geworden. In den Verhältniszahlen, den Jahresdurch-
schnitten auf den Kopf der Bevölkerung - Tabelle V/9 E-zeigt sich die Steige-
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rung des Besuches infolge des stärkeren Anwachsens der Bevölkerung, natürlich
in viel schwächerem Maße.
Die Bäderstatistik des deutschen Gemeindetages kam für das Jahr 1939, das
für Innsbruck ein gutes Durchschnittsjahr war, hinsichtlich 11 deutscher Städte
über 50000 bis 100000 Einwohner zu folgenden Ergebnissen: auf 80446 Einwohner
entfiel eine Schwimmhalle, jedes Hallenbad verabfolgte im Durchschnitt a) 131860
Schwimmbäder, b) 75545 sonstige Bäder; ein Sommerschwimmbad zählte durch-
schnittlich 44940 Besucher. Die Vergleichstabelle V/9 F zeigt die ermittelte In-
anspruchnahme der verschiedenen Arten von Badeanstalten und die auf den Kopf
der Bevölkerung entfallenden Durchschnittszahlen. Die entsprechende Gegenüber-
stellung der Innsbrucker Zahlen aus demselben Jahre lassen die über dem Durch-
schnitt liegende Frequenz der Warmbäder und des Hallenbades, aber auch den weit
unter dem Durchschnitt liegenden Besuch der beiden einem Geschlecht vorbehal-
tenen Sommerbäder erkennen. An den Durchschnittszahlen der deutschen Gemeinden
ermißt man unschwer das bis 1943 steigende Übermaß der Beanspruchung unserer
2 Warmbäder und des Hallenbades.
Die Badefreudigkeit der Innsbrucker Bevölkerung darf natürlich nicht allein
nach den Verhältniszahlen der Tabelle V/9 E beurteilt werden. Es wäre vollkommen
falsch, etwa daraus abzulesen, daß z. B. jeder Innsbrucker im Jahr nur 2 bis 3
Wannenbäder oder im ganzen 612 Bäder irgend welcher Art nimmt, denn außer
den 48 Brausen und 81 Wannen der städtischen Bäder in Innsbruck gibt es - abge-
sehen vom Venusbad-rund 7300 Badezimmer und bestehen neben den städtischen
Badeanstalten noch die Sommerbäder in der Höttinger Au, in Büchsenhausen und
Schönruh. Übrigens sind für den Sommerbadebetrieb auch die in den Nachbar-
gemeinden liegenden Badeanstalten am Lanser See, Mühlsee und Natterer See und
das neue Haller Schwimmbad von Bedeutung.
V/10. Friedhöfe
Die Friedhöfe in Innsbruck nehmen laut Tabelle V/10 A zusammen eine Fläche
von 13 h 65 a 31 m² ein. Die Anzahl aller Grabstellen, belegt oder unbelegt, beträgt
32462. Im Jahre 1945 wurden 1459 Tote begraben und von 7 die Asche in Urnen
entweder im Hain oder in Gräbern beigesetzt; im Jahre 1946 waren die entsprechen-
den Zahlen 1244 und 9. Die Gesamtzahl der Bestattungsfälle ist somit von 1466
auf 1253 zurückgegangen. Dieser Rückgang hängt mit der Abnahme der Sterbe-
fälle der Ortsansässigen zusammen, im Jahre 1945 waren es 1156, im Jahre 1946 868;
von den in beiden Jahren verstorbenen Ortsfremden wurden also je 300 bis 400 in
Innsbruck bestattet. In allen älteren Friedhöfen herrscht Platzmangel, der die
Stadtgemeinde, zufolge ihrer Aufgabe für eine sanitär einwandfreie Beerdigung
der im Stadtgebiet Verstorbenen zu sorgen, in nächster Zeit zu Friedhoferweite-
rungen oder zu Neuanlagen zwingen wird. Durch Fliegerangriffe nahmen besonders
der Westfriedhof und auch der neue Wiltener Friedhof Schaden. Im Westfriedhof
wurden neben vielen Freilandgräbern auch beträchtliche Teile der Arkaden und
damit eine Reihe von künstlerisch wertvollen Grabdenkmälern und Wandgemälden
zerstört oder schwer beschädigt. Die Tabelle V/10 B gibt einen kurzen Überblick
über die Entwicklungsgeschichte der wichtigsten Friedhöfe. Der im Jahre 1945
von der französischen Besatzungsmacht in der Bienerstraße angelegte Friedhof
miẞt 14 a 40 m², gilt als Provisorium und ist der Einflußnahme des Stadtmagistrates
entzogen.
F.
85
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Tabelle V/1 A
Sanitätspersonen
(Stand vom 14. 4. 1947)
Praktische Ärzte, darunter 7 Ärztinnen
Fachärzte, darunter 4 Ärztinnen.
Ärzte ohne Praxisberechtigung)
Ärzte an den Universitätskliniken
Zahnärzte, darunter 1 Zahnärztin
Dentisten, darunter 2 Dentistinnen
Hebammen, frei praktizierend
Lehrhebamme.
Hebammen an der Klinik.
.
.
61
67
88
206
.
25
30
314
Apothekenbesitzer und -Verwalter
Pharmazeutische Angestellte
15
48
Nichtpharmazeutische Angestellte in Apotheken.
29
Freiberufliche Krankenschwestern.
53
Krankenschwestern und -Pfleger an den Universitätskliniken
265
.
Krankenschwestern und -Pfleger in den Sanatorien
Operationsschwestern.
.
Technische Assistentinnen und Röntgenschwestern.
Freiberufliche Säuglingsschwestern
Freiberufliche Heilgymnastinnen
Masseusen
Gesundheitsfürsorgerinnen
Desinfektoren.
Angaben des Städtischen Gesundheitsamtes.
70
17
41
28
2
2
19
4
1) Zu den 88,,Ärzten ohne Praxisberechtigung" gehören 21 Amtsärzte, Vertrauensärzte
usw., also bei irgend welchen Stellen angestellte Ärzte. Die restlichen 67 Ärzte sind zum Teil
arbeitslose Ärzte, zum Teil verheiratete Ärztinnen, die den Beruf nicht ausüben, weiters Ärzte
im Ruhestand. Außer diesen 88 Ärzten sind 67 Ärzte und 4 Zahnärzte aus politischen Gründen
suspendiert.
86
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Öffentliche Apotheken
a) Geordnet nach der Lage:
In der Katastralgemeinde Innsbruck 9
In der Katastralgemeinde Wilten
In der Katastralgemeinde Pradl
In der Katastralgemeinde Mühlau
2
2
1
Insgesamt 14
b) Geordnet nach dem Gründungsjahr:
1. Alte Hofapotheke beim Goldenen Dachl
2. F. Winkler, Stadtapotheke¹)
3. St.-Anna-Apotheke.
4. Apotheke zur Mariahilf
Tabelle V/1 B
.
vor 1300
1500
"
1821
1877
1872
1880
1903
1906
1909
1927
1934
1934
1938
1943
5. Apotheke zur Triumphpforte
6. Apotheke zum Tiroler Adler.
.
.
7. Stadtapotheke zum Andreas Hofer
8. Saggen-Apotheke
.
.
9. Dreifaltigkeits-Apotheke
10. Nordketten-Apotheke
11. Apotheke zur Universität
12. Zentral-Apotheke
.
.
13. Apotheke zum hl. Konrad, Boxner Platz¹)
14. Burggrafen-Apotheke
Bezeichnung und Gründungsjahr nach Angaben der Inhaber.
1) Beide Apotheken wurden durch Sprengbomben zerstört; die Winkler-Apotheke befindet
sich nicht mehr in der Herzog-Friedrich-Straße Nr. 25, sondern derzeit Herzog-Friedrich-
Straße Nr. 28, die Konrad-Apotheke nicht mehr Bozner Platz Nr. 7, sondern in der Wilhelm-
Greil-Straße Nr. 19.
87
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Tabelle V/2 A
Rettungsdienst
Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz, Rettungsstelle Innsbruck
Leistungen im Jahre
1. Erste Hilfeleistungen
a) auf der Station
b) mit Rettungswagen
Insgesamt
2. Gliederung der ersten Hilfeleistungen mit Wagen nach
der Art des Anlasses
1945
vom 1. 5. an
1946
131
239
422
871
533
1110
d) Sportunfälle
f) Alkoholexzesse
g) Leuchtgasvergiftung
h) Starkstromunfälle
a) Verkehrsunfälle
b) Betriebsunfälle
c) Unfälle im Haushalt
e) Selbstmordversuche
128
189
55
91
5
19
13
84
14
53
6
17
1
32
1
3
i) Unfälle durch Elementarereignisse
3
k) Unfälle durch fremde Personen
36
19
1) Unfälle durch Tiere
2
m) Plötzliche Erkrankungen
150
336
Blinder Alarm
2
Vor dem Eintreffen der Rettungsmannschaft gestorben
10
24
Insgesamt
422
871
3. Sonstige Krankentransporte
5418
8985
4. Zurückgelegte Kilometer
50 800
89 448
Angaben der Rettungsstelle Innsbruck der Österr. Gesellschaft vom Roten Kreuz.
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(108) 800
a sole se
Tabelle V/2 B
Österreichischer Bergrettungsdienst, Ortsstelle Innsbruck
Meldestellen
Anzeigen
Angezeigte Personen
Von den angezeigten Personen sind:
a) allein zurückgekehrt
b) geborgen worden:
unverletzt
verletzt
tot (darunter Selbstmörder)
Ergebnislose Nachforschungen
Irrige Meldungen
1945
1946
23
23
23
50
00
49
49
27
20
67
1
6
16
54
8 (-)
5 (-)
2
1
1
Angaben des Österreichischen Bergrettungsdienstes, Landesleitung Tirol, Ortsstelle Innsbruck.
100
planch
89
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Tabelle V/3
Innsbrucker Krankenanstalten
-
Bewegung 1945 und 1946
Betten
Zahl der Pfleglinge
am
Nr.
Anstalten
Stand am
Jah- Jahresanfg.
Zuwachs
Zusammen
res-
ende
männl. ins-
weibl. ges.
im Tages-
Stand am durchschnitt
insgesamt dar. gestorb. Jahresende
männl. ins- männl. ins- männl. ins- männl. ins-minnl. ins- Hundertsatz gesamt
weibl. gesamt weibl. gesamt weibl. gesamt weibl. ges. weibl.
1945
Verpflegstage
Abgang
ins-
ges.
(-)
je
Pflegling
1 Allg. Krankenhaus
236
7035
7271
6835
470
436
1125
498
13215
13712
12853
784
860
(Univ.-Kliniken)
262
6180
6442
6018
314
424
943 (83.8) 344103 25
23
206
229
215
7
14
2
Städt. Sanatorium
60¹)
52
521
573
516
21
57
29
315
344
301
14
43
60 (100.0) 22088
38
3
Sanatorium der
62
508
570
512
21
58
140
140
1864
2004
1867
66
137
Kreuzschwestern
78
1356
1434
1355
45
79
131 (93.5)
48096
24
44
4
Sanatorium der
61
838
899
870
25
29
180¹)
160
2095
2255
2180
58
75
150 (83.3)
55042 24
Barmh. Schwestern
99
1257
1356
1310
33
46
382
8587
8969
8432
523
537
Zusammen 1505
850
17695
18545
17416
929
468
90108
9576
8984
406
592
1129 1284 (85.3) 469 329
25
1946
1 Allg. Krankenhaus
(Univ.-Kliniken)
436
6601
7037
6656
384
381
1125
860
15313
16173
15425
640
748
424
8712
9136
8769
256
367
1006 (89.4)
367 308
222
2
14
227
241
227
13
14
Städt. Sanatorium
60¹)
57
576
633
591
16
42
59 (98.3)
21481
33
43
349
392
364
3
28
3
Sanatorium der
58
651
729
667
24
62
140
137
2231
2388
2248
51
140
137 (97.8)
50148
21
Kreuzschwestern
79
1580
1659
1581
27
78
4
Sanatorium der
29
792
821
799
16
22
120
75
1980
2055
2003
37
52
Barmh. Schwestern
46
1188
1234
1204
21
30
116 (96.6)
42375
20
537
8271
8828
8349
437
479
Zusammen
1445
1129
20100
21249
20267
744
982
1318 (91.2) 481312
22
592
11829
12421
11918
307
503
Angaben des Verwaltungsdirektors der Universitätskliniken und der Leitungen der Sanatorien.
1) Mit Ausweichstellen.
Seite 117
117/506
Jahr
Baratungs-
Tabelle V/4
Mutterberatung
Zahl der ärztl. Beratungen
Ärzte
Für-
sorgerinnen
bei
Kleinkd.
Säugling.
Zu-
Erstmals Zahl der
begut- Quarz-
achtete licht-
(1-6 J.) sammen Säuglinge bestrahl.
1 Obfürs.
1939
6
3
7793
1148
8941
867
860
4 Fürsg.
1 Obfürs.
1940
7
3
4 Fürs.
10783
1513
12296
1343
1123
2 NSV.-Fs.
1 Obfürs.
1941
8
4
4 Fürs.
13409
1938
15347
1470
4200
4 NSV.-Fs.
1 Obfürs.
1942
10
5
5 Fürs.
15633
2835
18486
1645
410
6 NSV.-Fs.
1 Obfürs.
1943
10
10
5
3 Fürs.
15847
4494
20341
1538
568
8 NSV.-Fs.
1 Obfürs.
1944
10
4
6205
2239
8444
800
8 NSV.-Fs.
1 Obfürs.
1945
7
4
5463
1120
6583
822
1340
6 Fürs.
I Obfürs.
1946
7
4
9995
1802
11797
1199
2040
6 Fürs.
Angaben des Städt. Gesundheitsamtes.
91
Seite 118
118/506
Tabelle V/5
Schulgesundheitspflege und Schulzahnpflege¹), Impfungen
Tätigkeit
Schulärztliche Untersuchungen
1945
1946
a) Reihenuntersuchungen von Schülern und Schülerinnen
der Volks-, Haupt- und Mittelschulen
4622
8605
b) Reihenuntersuchungen von Kindergartenkindern
805
e) Überweisung zur Zahnbehandlung
Impfungen
a) Pockenschutzimpfung von Kindern
(vom voll. 1. bis 14. Jahre)
2202
b) Diphtherie-Scharlachimpfung von Kindern
3998
e) Typhusimpfung von Erwachsenen und 40 Kindern
4733
Angaben des Städt. Gesundheitsamtes.
1) Durch den Bombenangriff vom 16. Dez. 1944 ist das statistische Material über Schul-
gesundheitsfürsorge und Zahnpflege zugrunde gegangen. Als Beispiel für die Tätigkeit des
Gesundheitsamtes in dieser Hinsicht werden dessen Berichtszahlen aus dem,,Statistischen
Jahrbuch deutscher Gemeinden 1941" nachstehend angeführt.
Schuljahr 1940/41
Schulart
Betreute
Schüler
Durch Reihenunter-
suchungen erfaßte
Schüler
Jahr-
gänge
Zahl
v. H. d.
Betreut.
Zahl der
Überwachungs-
schüler
Zahl der
haupt-neben-haupt-neben-
amtl. amtl. amtl. amtl.
Schulärzte
Schulfür-
Borgerinnen
Volksschulen
Hauptschulen
4502
3
2764
61
691
2238
2
1073
48
268
4
5
5
Höhere Schulen
1359
9
1359
100
Hilfsschulen
136
6
136
100
136
Die 937 Schulanfänger wurden schulärztlich untersucht und von den 471 Knaben 9 (= 1.9%)
und von den 456 Mädchen 10 (= 2.2%) vom Schulbesuch zurückgestellt.
92
92
Seite 119
119/506
Tuberkulosenfürsorge
I. Personal
1
Tabelle V/6
-11
1
1
11
31
121
31
Art
1. Zahl der in der Fürsorgestelle tätigen Ärzte:
1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946
a) vollbeschäftigte Ärzte
b) nicht vollbeschäftigte Ärzte
11T
-11
c) Fachärzte für Tuberkulose
2. Zahl des in der Fürsorgestelle außerdem
tätigen Personals:
a) The-Fürsorgerinnen
b) allgemeine Fürsorgerinnen
c) Ordinationshilfe
1
1
1
1
1
11
11
Die Röntgenuntersuchungen werden mit eigenem Apparat vorgenommen.
II. Zu- und Abgänge von Patienten bei der Tuberkulosenfürsorgestelle
Bewegung
1. Neuzugänge insgesamt
2. Von den Neuzugängen waren:
a) von Ärzten überwiesen
b) von Behörden überwiesen
c) Selbstmelder
d) von der Fürsorgestelle bestellt
e) ohne nähere Angabe
f) Schirmbildaufnahme d. Südtiroler
Rückwanderer
3. Abgänge insgesamt
4. Die Abgänge verteilen sich auf:
a) Todesfälle an Tuberkulose
b) Todesfälle an sonstigen Ursachen
e) Wegzug
d) Entweichen aus der Beobachtung
e) nicht mehr beobachtungs- oder
fürsorgebedürftige Patienten
1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946
410 2095 1768 1686 2181 1457 1869 3570
61 78 224
129 355 560
64
72 179 261
84 492 473
250
245 352 280 444
556 686 378 247 75
368 513 305 578 1000
517 630 494 600 1545
950
991
keine
Aufzeichnung
66 66 1120 1844 1399 1592 2132
34 60
45
83
53 731)
461)
6
6
9
5
10
40
35
92
80
167
80
45
26
8111
1035 1726 1245 1354 1864
1) In Tabelle V/7 sind für das Jahr 1945 83, für das Jahr 1946 43 Todesfälle an Tbe ver-
zeichnet; die Differenz mit den Angaben der Tbc-Fürsorgestelle ist damit zu erklären, daß bei
der Fürsorgestelle einerseits nicht jeder Sterbefall registriert werden kann, da ihr nicht alle
Sterbefälle in Innsbruck gemeldet werden - Meldepflicht besteht nur gegenüber dem Gesund-
heitsamt, andererseits aber auch auswärts gestorbene Tuberkulosekranke registriert werden,
wenn diese bei der Fürsorgestelle in Beobachtung waren.
93
Seite 120
120/506
94
46
III. Leistungen der Tuberkulosenfürsorgestelle
Tabelle V/6 (Fortsetzung)
Leistung
1939
1940
1941
1942
1943
1944
1945
1946
1. Untersuchungen d. Auskultation u. Perkussion
2573
3087
2353
3082
3485
3346
3026
2987
2. Röntgendurchleuchtungen
1567
3236
3208
3850
5323
3427
6282
10311
3. Röntgenaufnahmen
38
477
306
307
269
167
97
4. Sputumuntersuchungen
220
473
309
333
390
421
366
313
5. Tuberkulinproben
6. Blutsenkungsproben
7. Blutbilder
464
226
217
298
195
308
993
34
48
36
45
1350
1437
853
1
28
Untersuchungen insgesamt
4398
7771
6450
7826
9810
8906
11419
15582
Leistung
1. Überweisungen in ärztliche Behandlung
2. Überweisungen in Krankenhäuser
3. Überweisungen in Heilstätten
4. Überweisungen in Erholungsheime
5. Asylierung
IV. Maßnahmen der Fürsorgestelle
1939
1940
1941
1942
1943
1944
1945
1946
284
114
107
87
20
38
25
69
27
27
29
51
156
41
152
78
28
40
52
79
140
92
107
84
93
5
3
9
32
9
8
V. Wohnungsfürsorge der Fürsorgestelle
Leistung
1939
1940
1941
1942
1943
1944
1945
1946
1. Zahl der Krankenbesuche
2732
3006
3934
1867
2316
1534
2240
2960
(in wieviel Wohnungen)
(1240)
(1555)
(952)
(981)
(728)
(1310)
(1420)
2. Zahl d. Besuche bei ansteckenden Tuberkulösen
(in wieviel Wohnungen)
798
938
916
664
476
490
420
(182)
(201)
(335)
(216)
(217)
(294)
(271)
Angaben des Städt. Gesundheitsamtes.
Seite 121
121/506
Tabelle V/7
Meldepflichtige Infektionskrankheiten'), Erkrankungen und Todesfälle
in den Jahren 1945 und 1946
(Die Zahl der Todesfälle steht in Klammern unter der Zahl der gemeldeten Erkrankungen)
Tuberkulose
Alters-
klassen.
(Jahre)
Diphtherie
Scharlach
Keuchhusten
der Lunge u.
d. Kehlkopf.
der Haut
and. Organe
1945
Unterleibstyphus
Paratyphus
Übertragbare
Ruhr
Malaria
Fleckfieber
Zu-
sammen
0 bis
15
4
48
1
unter 1
(3)
(10)
(1)
(1) (1)
1 bis
73
64 163
36
1
335
1
6
78
(16)
1
unter 6
(9)
(3)
(10)
6 bis
27
30
13
24
2
1
unter 15
(1)
(3)
15 bis
24
unter 20
20 bis
68
19
unter 40
40 bis
27
unter 60
60 und
21
8D4
17
1
(1)
(1)
(1)
2
114
8
2
1
6
201
2 200
13
(1) (2)
12
32423
358
(25)
102
(1)
(5)
1
57
(3)
7 13
233
(19)
(3)
(1)
(23)
72
5
2
21
(1)
(14)
(1)
(1)
6
(3)
118
(20)
1
19
1
14
mehr J.
(21)
(8)
(6)
35
(35)
235
129 226 283
18 11
3
12
8 51
1
981
Zusammen
(14)
(13) (56)
(27) (1)
(2) (1) (13)
(127)
1946
0 bis
3
3
13
1
1
1
23
unter 1
(1)
(2)
(3)
1 bis
89
67
56
91
3
7
5
318
unter 6
(3)
(1)
(1)
(5)
6 bis
37
32
17
87
2
10
5
4
unter 15
(1)
(1)
15 bis
26
7
18
3
2
26
1
3
190
(2)
6 1
2
65
unter 20
20 bis
76
6
1 168
unter 40
(9)
40 bis
12
1
128
2 6
18
4 1 14 8 4
302
(2)
(11)
5 10
1
3 2 1
163
unter 60
(1)
(16)
(4) (1)
(22)
60 und
4
mehr J.
40
(10)
2
11
1
49
(1)
(11)
247
Zusammen
(6)
(3) (36)
116 87 533 9 42 1 18 1 26 13 17
Angaben des Städt. Gesundheitsamtes.
1) Der Tabellenkopf enthält von den 33 meldepflichtigen Infektionskrankheiten nur jene
14 Krankheiten, die in den Jahren 1945 und 1946 vorgekommen sind.
1110
E
(7) (1) (1)
(54)
95
Seite 122
122/506
Tabelle V/8
Städtische Desinfektionsanstalt und Städtische Wäscherei
Leistungen
Desinfektionsanstalt:
1938
1945
1946
1. Transporte im Stadtgebiet
333
206
259
2. Auswärtige Transporte
162
212
187
3. Raumdesinfektionen
347
135
402
4. Dampf- und Formalindesinfektionen
80
96
47
5. Wagendesinfektionen
1
1
6. Entlausungen
199
55
Wäscherei:
Gewaschene Wäschestücke
186494
99 806
122136
Angaben des Städt. Gesundheitsamtes.
Tabelle V/9 A₁
Städtisches Volksbad in der Herzog-Otto-Straße (6 Brausen, 30 Wannen)
Eröffnet am 28. 10. 1914
Beschädigt am 16. 12. 1944
Kostenaufwand: 248 683 Kronen
Wiedereröffnet am 1. 8. 1946
Besucherzahl in den Jahren 1939 bis 1946
Kalender-
jahr
Wannenbäder
Brausebäder
Bäder
insgesamt
Brutto-
einnahınen
in
Durch-
schnitts-
einnahme
I. Kl.
II. Kl.
RM bzw. S
pro Besucher
1939
24404
17177
40324
81905
40 354
0.49
1940
23122
22577
43991
89 690
49 239
0.54
1941
21 850
29 099
42762
98711
35012
0.35
1942
20245
35866
52207
108318
57 361
0.57
1943
20030
41 395
56527
117952
61 746
0.52
1944
18849
39006
51294
109149
58 328
0.53
1945)
v. 1. Aug.
9831
-")
2)
24521
34352
16690
0.48
1946 an
Tabellen V/9 A, -A, nach Angaben des Stadtbauamtes, Bäderverwaltung.
1) Vom 17. 12. 1944 bis 1. 8. 1946 gesperrt.
3) Die Unterscheidung in Klassen wurde mit der Wiedereröffnung vorläufig aufgelassen.
96
Seite 123
123/506
Wannenbäder
Monat
Brausebäder
Städtisches Volksbad in der Herzog-Otto-Straße
Monatliche Besucherzahl in den Jahren 1943 und 1946
Tagesdurch-
schnitt
I. Kl.
Bäder
insgesamt
Badetage
II. Kl.
an Bädern
Brutto-
einnahmen
Durchschn.-
einnahme
in RM bzw. S pro Besucher
1943
Jänner
Februar
1449
3136
4324
8909
24
371
4683
0.52
1590
3340
4414
9344
24
389
4894
0.52
März
1830
3863
5118
10811
27
400
5666
0.52
April
1793
3750
4824
10367
25
414
5429
0.52
Mai
1790
3480
4823
10093
25
404
5246
0.52
Juni
1771
3433
4670
9874
25
394
5131
0.51
Juli
1766
3698
5149
10613
27
393
5563
0.52
August
1620
3260
4686
9566
26
367
4986
0.52
September
1599
3496
4714
9809
26
377
5164
0.53
Oktober
1994
3750
5149
10893
26
418
5645
0.52
November
1498
3436
4873
9807
26
377
5189
0.53
Dezember
1330
2753
3783
7866
26
302
4120
0.52
Zusammen
20030
41395
56527
117952
307
384
61716
0.52
1946
August
1339
3579
4918
26
September
2022
4328
6350
25
Oktober
2532
5116
7648
27
November
2237
5910
8147
Dezember
1701
5588
7289
Zusammen
9831
24521
34352
125
222223
189
2427
0.49
254
3001
0.47
283
3576
0.46
25
326
3993
0.49
331
3693
0.50
274
16690
0.48
Tabelle V/9 A
Wannenbäder
Tägl.
Besucher-
II. Kl.
zahl
Tägl. Brutto-
einnahme
in RM/S
184
383
201
196
274
133
Tabelle V/9 A³
Städtisches Volksbad
in der Herzog-Otto-Straße
Kalenderjahr
(Badetage)
Brausebäder
I. Kl.
1943
65
134
Täglicher Durchschnittsbesuch und
(307)
tägliche Durchschnittseinnahme in
1946
78
97
10
den Jahren 1943 und 1946
(125)
Seite 124
124/506
Tabelle V/9 B₁
Städtische Badeanstalt in der Salurner Straße
(15 Brausen, 27 Wannen, Dampfbad)
Eröffnet am 15. XI. 1927; geschlossen wegen Brennstoffmangels am 12. XI. 1944; beschädigt durch Brandbomben am 16. XII. 1944;
wiedereröffnet für Brause- und Wannenbäder am 30. VII. 1945.
Besucherzahl in den Jahren 1927 bis 1946
Wannenbäder
Dampfbäder
Brutto-
Durchsch.-
Kalenderjahr
Brausebäder
Heilbäder
I. Kl.
II. Kl.
I. Kl.
II. Kl.
Bäder
insgesamt
einnahmen
Einnahme
in RM¹)
proBesuch.
1927
2200
2823
vom 15. 11. an
4268
1062
1691
186
12230
12825
1,048
1928
19128
20961
33674
6162
16715
2073
98713
99634
1,009
1929
21213
22942
35180
5091
16963
2466
113855
100524
0,883
1930
21869
19864
33725
5545
20635
2951
104589
102471
0,981
1931
23497
17294
31496
5209
21 793
3990
103279
100307
0,971
1932
24239
13476
27973
4437
20641
5714
96480
90773
0,940
1933
24864
10039
24686
3692
18608
6777
88666
81033
0,913
1934
24571
7279
21539
2789
16046
7266
79490
70483
0,911
1935
24833
6528
20068
2613
14281
6575
74898
65 141
0,869
1936
25855
6019
20009
2481
14056
6903
75323
63887
0,848
1937
25872
5379
19036
2094
13956
7710
74047
62443
0,843
1938
26780
6990
22864
1896
13804
8605
80939
68866
0,850
1939
26 690
11252
30067
2116
15900
8458
94483
83747
0,886
1940
27777
15869
35170
2634
19691
11618
112759
103367
0,916
1941
26991
21400
38 793
3680
19416
12567
122847
117008
0,952
1942
26319
30092
42182
5532
25555
14128
143 808
135736
0,943
1943
26165
42493
46327
7619
1030346
13918
166868
160366
0,961
1944
15290
30694
31337
5808
20887
7500
111516
109385
0,980
bis 12. 11.
1945
13431
22804
19725
55960
S 28203
0,503
ab 30. 7.
1946
27792
49 154
33262
110198
S 55207
0,500
Tabellen V/9 B₁-B, nach Angaben des Stadtbauamtes, Bäderverwaltung.
1) Die Schillingsummen sind der leichteren Vergleichbarkeit wegen bis 1938 im Verhältnis 3: 2 in Reichsmark umgerechnet.
Seite 125
125/506
Städtische Badeanstalt in der Salurner Straße
Monatliche Besucherzahl in den Jahren 1943 und 1946
Brause-
Wannenbäder
Dampfbäder
Monat
Heilbäder
bäder
I. Kl.
II. Kl.
I. Kl.
II. Kl.
Bäder
insgesamt
Brutto-
Durchsch.-
einnahmen Einnahme
in RM bzw. S proBesuch.
1943
Jänner
2060
3121
3582
684
2809
1057
13313
13000
0,976
Februar
2125
3230
3756
752
2874
1131
13868
13837
0,999
März
2608
3472
4093
759
2767
1314
15013
14328
0,954
April
2497
3485
4134
665
2340
1214
14335
13879
0,943
Mai
2291
3557
3796
652
2505
1469
14270
13488
0,945
Juni
2301
3566
3767
580
2355
1456
14025
13478
0,960
Juli
2321
3653
4012
531
2029
1537
14083
13053
0,930
August
1239
3310
3817
423
1596
1204
11589
11516
0,99
September
2245
3836
4017
597
2402
1268
14365
13490
0,930
Oktober
2644
4306
4479
710
2921
1036
16096
15250
0,947
November
2175
4002
3965
759
3361
739
15001
14766
0,98
Dezember
1659
2955
2909
507
2387
493
10910
10284
0,94
Zusammen
26165
42493
46327
7619
30346
13918
166868
160369
0,961
1946
Jänner
2815
5247
3703
Februar
2502
4558
3420
März
2835
5193
3476
April
2467
4503
3080
Mai
2450
4012
2626
Juni
2349
3632
2322
Juli
1981
3607
2755
August
1860
3333
2110
September
2003
3590
2488
Oktober
2421
4272
2772
November
2338
4019
2653
Dezember
1771
3188
1847
Zusammen
27 792
49 154
33252
Tabelle V/9 B³
11765
5933
0,504
10480
5312
0,507
11504
5805
0,505
10050
5066
0,504
9088
4490
0,494
8303
4057
0,488
8343
4231
0,507
7303
3655
0,500
8081
4059
0,502
9465
4725
0,499
9010
4487
0,498
6806
3387
0,498
110198
55207
0,500
Tabelle V/9 B₂
Kalenderjahr
Brause- Wannenbäder
Dampfbäder
Heil-
Tgl. Be-Tgl. Btto.-
sucher- Einnahm.
Städtische Badeanstalt
in der Salurner Straße
(Badetage)
bäder
bäder
1943
88
144
I. Kl. II. Kl.
156
I. Kl.
25
II. Kl.
zahl
RM/S
102
46
561
539
99
60
Täglicher Durchschnittsbesuch und
(297)
tägliche Durchschnittseinnahme in
1946
93
164
112
369
185
den Jahren 1943 und 1946
(298)
Seite 126
126/506
Tabelle V/9 C
Städtisches Hallenbad
(Schwimmbad, 24 Wannen, 27 Brausen)
Eröffnet am 15. Juni 1929; beschädigt am 19. 12. 1943; gesperrt vom 19. 12. 1943 bis
31. 1. 1944. Im Laufe des Jahres 1944 neuerlich und wiederholt beschädigt; endgültig gesperrt
am 17. 12. 1944. Schadenshöhe - nach damaliger Schätzung S 180000. Seit 1945 Wieder-
herstellung im Gange; Zeitpunkt der Wiedereröffnung von der Baustoffzuteilung und Brenn-
stofflage abhängig.
Bades
Zahl der Besucher seit der Eröffnung des Bades
Kalender-
jahr
Schwimm- Wannen- Brause- Schwimm-
bäder
bäder
bäder
unterricht
Massagen
Gesamtzahl
der Besucher
1929
v. 15. 6. an
107919
7627
1896
1556
326
119 324
1930
160028
22777
9846
2181
400
195232
1931
112421
24872
15772
1660
779
155504
1932
111108
22729
18071
1989
1486
155 383
1933
93263
18542
22719
1237
1294
137055
1934
99 264
16286
37 337
1825
1134
155846
1935
124354
15766
43167
1553
884
185724
1936
124436
15804
52844
1082
956
195122
1937
119588
15569
58 349
1105
880
195491
1938
140255
19242
65982
1401
599
227479
1939
164177
25959
74835
1072
151
266 194
1940
188794
34975
83559
806
-1)
308134
1941
185751
45905
80881
790
313327
1942
199017
56670
66678
778
323143
1943
224758
79181
72512
824
377275
1944
83597
48271
36425
105
168398
Tabellen V/9 C₁-C, nach Angaben der Stadtwerke Innsbruck, Gaswerk.
1) Massagen vom 1. 1. 1940 eingestellt.
100
fanolé
Seite 127
127/506
Städtisches Hallenbad
-
Monatliche Besucherzahl in den Jahren 1937 und 1943
Tabelle V/9 C₂
Schwimmbäder
Wannenbäder
Brausebäder
Besucher
1937
Schwimm-
Monat
männl. Vereins-
weibl.
zu-
mitglied. sammen
männl.
weibl. sammen
zu-
männl.
weibl.
unterricht
Massagen
zu-
im
sammen
Monat
im Tages-
Durchschn.
3341
588
3109
Jänner
347
5477
1377
4584
1789
789
1475
21
21
18
11477
370
3821
569
3139
Feber
349
6058
1197
4562
18
127
11962
470
1888
628
1423
5889
710
3798
März
446
8662
1609
5647
36
77
2327
899
1849
17
16031
517
4544
650
3616
April
591
8027
1495
5451
28
82
15083
502
2892
845
1835
7448
583
3608
Mai
515
12511
1303
5275
89
81
19259
621
4548
720
1667
7822
435
2655
Juni
895
14930
1001
4006
334
50
6213
566
1351
50
20321
677
7223
486
2983
Juli
1945
14349
1103
4441
341
86
20320
655
5181
617
1458
6872
515
3010
August
1632
12884
1101
4362
109
56
18512
597
4380
586
1352
5807
572
3306
September
1273 10559
1214
4749
34
73
3479
642
1443
6326
762
3908
Oktober
1174
10141
1529
5719
38
85
2641
767
1811
13
98
16629
554
17512
564
5818
573
2940
November
936
8995
1229
4397
42
62
14725
490
2241
656
1457
4647
660
3679
Dezember
543
6995
1411
5156
15
83
13660
440
1805
751
1477
69 558
Zusammen
39 384
10646¹) 119588
7103
39751
15569
58349
1105
880 195491
535
8466
18598
¹) Männl. 7090, weibl. 3556.
101
Seite 128
128/506
102
Tabelle V/9 C, (Fortsetzung)
Schwimmbäder
Wannenbäder
Brausebäder
1943
Schwimm-
Monat
männl. Vereins-
weibl. mitglied. sammen
zu-
männl.
zu-
männl.
unterricht
Massagen
zu-
im
weibl.
sammen
weibl.
sammen
Monat
Besucher
im Tages-
Durchschnitt
7705
2770
3747
Jänner
755 10144
6257
5646
16
22063
711
1684
3487
1899
10233
2733
3777
Feber
717
14280
6162
5663
22
26127
933
3330
3429
1886
13560
3216
4357
März
1112
19616
7111
6570
34
33 331
1075
4944
3895
2213
14334
3075
5632
April
920
20152
6902
7826
44
34924
1164
4898
3827
2194
15076
2979
6645
Mai
1052
23487
6938
6896
49
37370
1205
7359
3959
2251
13541
2711
4288
Juni
1289
22389
6453
6483
136
35461
1182
7559
3742
2195
14198
2774
4456
Juli
1063
22599
6863
6701
189
36 352
1172
7338
4089
2245
19149
2919
4067
August
1284
27554
6625
6143
144
L
40466
1305
7121
3706
2076
14406
3069
3839
September
1063
19496
6783
5606
106
31991
1066
4027
3714
1767
14575
3524
4359
Oktober
808
20371
7713
6507
32
34623
1116
4988
4189
2148
10374
3268
3645
November
881
16114
7231
5524
38
28907
963
4859
3963
1879
5682
1911
1956
Dezember
356
8556
4143
2947
14
15660
870
2568
2232
991
152783
34949
48768
Zusammen
60675
11 300¹) 224758
79181
72512
824
377275
1074
44232
23744
1) Männl. 9476, weibl. 1824.
Seite 129
129/506
Städtisches Hallenbad
Täglicher Durchschnittsbesuch und tägliche Durchschnittseinnahme in den Jahren 1937, 1941 und 1943
Tägliche
Schwimmbäder
Wannenbäder
Brausebäder
Schwimm-
unterricht
Massagen
Kalenderjahr
Tägliche
Besucherzahl
(Badetage) männl.
weibl.
zu-
sammen
männl.
zu-
männl.
zu-
weibl.
sammen
weibl.
männ. zu-
männ.
sammen weibl. sam. weibl.
zu-
männl.
Brutto-
einnahme
sam.
weibl.
zu-
sammen
in RM
1937
210
19
108
328
42
159
(365)
118
23
51
1941
363
58
153
514
127
224
(361)
151
69
71
1943
462
99
139
640
225
206
(351)
178
126
67
212121
2
341
3
3
3
co co co
3
535
196
1
194
576
868
334
292
702
1074
451
372
1933
Tabelle V/9 C4
Übersicht der Besucher nach Bädern und Geschlecht und der Einnahmen in den Jahren 1937 und 1940 bis 1944
Tabelle V/9 Ca
1631
Schwimmbäder
Wannenbäder
Brausebäder
Kalender-
jahr
männl.
weibl.
zu-
sammen
männl.
zu-
weibl. sammen
männl.
zu-
weibl.
Schwimm-
unterricht
männl. zu- männl. zu-
sam.
weibl. sammen weibl.
sammen
Massagen
Gesamtzahl
der Besucher
männl.
weibl. sammen
Brutto-
ein-
Durch-
schnitts-
nahmen
einn.
zu-
in RM pro Bes.
76648
7103
39751
736
294
124532
1937
119588
15569
58349
1105
880
195491
71650
0,366
42940
8466
18598
369
586
70959
129121
16067
57560
603
203351
1940
188794
34975
83559
806
308 134
110522
0,358
59 673
18908
25999
203
104783
131 113
20714
55170
592
207589
1941
185751
45905
80881
790
313327 120637
0,385
54638
25191
25711
198
105738
144201
24600
44211
572
213584
1942
199017
56670
66678
778
323147 130351
0,403
54816
32070
22467
206
109 559
162259
34949
48768
514
246490
1943
224758
79181
72512
824
377275
158474
0,420
62499
44232
23744
310
130785
66450
23066
24349
89
113954
1944
83597
48271
36425
105
168398 81359
0,483
17147
25 205
12076
16
54444
103
Seite 130
130/506
104
Männerschwimmbad
Frauenschwimmbad
in der Museumstraße
Tabelle V/9 D
Kostenaufwand: 91 849 Kronen
Eröffnet 1908
Kostenaufwand: 106378 Kronen
Eröffnet 1913
Zuschußbedarf beider Bäder zusammen in den letzten 6 Betriebsjahren durchschnittlich RM 6493 im Jahr
Zerstört am 15. 12. 1943.
Beschädigt am 15. 12. 1943, zerstört am 16. 11. 1944.
Zahl der Besucher
Durch-
Zahl der Besucherinnen
Durch-
Kalender-
Badebetrieb
jahr
vom
bis insgesamt
darunter
Schüler u.
Studenten
Brutto-
einnahmen
schnitts-
in RM
Einnahme
pro
Besucher
darunter
insgesamt Schülerinnen
u. Student.
Brutto-
einnahmen
in RM
schnitts-
Einnahmen
pro
Besucherin
1930
8. 5.-13. 9.
18206
6792
6429
0,353
20487
11643
6909
0,337
1931
19. 5.-12. 9.
15226
5734
5340
0,350
16510
9227
5667
0,343
1932
18. 5.-24. 9.
18461
6716
6182
0,334
20 799
10536
6886
0,331
1933
23. 5.-15. 9.
12573
4368
4120
0,328
14606
7111
4904
0,335
1934
23. 5.-8. 9.
10850
3860
3558
0,328
12885
5812
4197
0,325
1935
23. 5.-7.9.
10428
3591
3336
0,319
12771
5939
3994
0,313
1936
20. 5.-10. 9.
8872
2878
2818
0,318
9488
4067
2935
0,309
1937
21. 5.-10. 9.
9692
3067
3050
0,314
10939
4981
3289
0,300
1938
17. 5.-15. 9.
11294
4181
3475
0,307
12008
4867
3765
0,313
1939
16. 5.-16. 9.
9379
2581
3034
0,323
11983
5421
3611
0,301
1940
21. 5.-28.9.
7590
2753
2372
0,312
14063
5136
4366
0,310
1941
12. 6.-30. 9.
4193
2217
1509
0,359
10190
1929
3091
0,303
1942
11. 5.-28. 9.
5013
2047
1835
0,366
14844
7136
5016
0,338
1943
1. 5.-30.9.
5338
1844
1998
0,374
9025
3889
3899
0,431
Angaben des Stadtbauamtes, Bäderverwaltung.
Seite 131
131/506
Tabelle V/9 E
Summe aller an den städtischen Badeanstalten in den Jahren 1934, 1939 und 1943
abgegebenen Bäder
Bäderart
1934
Insgesamt
ab-
Einw. 61005
Jahresdurch-
schnitt auf
1939
Insgesamt
Einw. 78 395
ab-
Jahresdurch-
schnitt auf
1943 Einw. 101996
Insgesamt
ab-
Jahresdurch-
schnitt auf
gegebene
den Kopf der
gegebene
Bäder
Bevölkerung
Bäder
den Kopf der
Bevölkerung
gegebene den Kopf der
Bäder
Bevölkerung
Brausebäder
83 784
1.37
125929
1.61
118707
1.16
Wannenbäder
96149
1.57
124779
1.59
265923
2.61
Heilbäder
7266
0.12
8458
0.11
13918
0.13
Dampfbäder
18835
0.31
18016
0.23
37965
0.37
Schwimmbäder in
der Halle
101 089
1.66
165249
2.11
225582
2.22
Schwimmbäder in
den Sommerbädern
23735
0.39
21 362
0.27
14363
0.14
330858
5.42
463793
5.92
676458
6.63
008
Vergleich mit dem Bäderbesuch in 11 deutschen Städten über 50000 bis 100000
Einwohner im Jahre 1939
Ermittlungs-
bereich
Anzahl
Warmbadanst.
Zahl der
Besucher
auf den Kopf d.
Bevölkerung
Anzahl
Hallenbäder
a) Schwimm-
bäder
b) alle übrig.
Bäder-
arten
Jahresdurchsch.
auf den Kopf d.
ölkerung
Anzahl
Sommerbäder
Zahl der
Besucher
Jahresdurchsch.
auf den Kopf d.
Bevölkerung
Tabelle V/9 F
Insgesamt
ab-
gegebene
Bäder
Jahresdurchnitt auf
den Kopf der Bev.
11 deutsche
Städte über
12 312240 0.81 11
50000 bis
a) 1450471
b) 683 530 0.90
1.63
17 763989 0.85 3131801
3.52
100000 Einw.
Innsbruck
a)
165 249
2.11
2 176388 2.25 1
21
21362 0.27 463793 5.92
b)
100 794
1.28
105
Seite 132
132/506
106
Tabelle V/10 A
Friedhöfe
Friedhöfe
Fläche
in m²
Grab-
stellen
am Jahresende
1945
Neu- u. Wieder-
belegungen,
Beilegungen
Urnenplätze im
Urnenhain
alle d
Bestat-
tungen v.
Urnen
Gräbern
Städt. Friedhöfe:
1. Westfriedhof
48 697
14009
287 824
3
2. Ostfriedhof
21008
3488
562
22
23
19
3. Friedhof in Hötting¹)
5887
1415
83
4. Neuer Friedhof in Mühlau
7651
779
96
3
8
5. Neuer Friedhof in Arzl
4300
420
10
6. Friedhof in Amras
1131
250
15
7. Osterfeld)
6500
320
6
Städt. Friedhöfe insgesamt
95174
20681 1059
824
3
4
53
8. Alter Friedhof in Wilten
2617
540
18
9. Neuer Friedhof in Wilten
14720
3878
201
10. Friedhof in Mariahilf
5562
1554
97
121
4
11. Friedhof in St. Nikolaus
4438
1139
53
12. Alter Friedhof in Mühlau³)
821
191
6
13. Alter Friedhof in Arzl4)
614
14. Friedhof in Vill
658
140
3
50
15. Friedhof in Igls
16. Alter Militärfriedhof')
17. Heldenfriedhof
18. Prov. französischer Friedhof
Friedhöfe zusammen')
562
145
15
3571
946
7
6354 3248
1440
136531 32462 1459 824
3
4
65
Enterdigungen
Seite 133
133/506
Fläche
Grab-
in m²
stellen
Friedhöfe
am Jahresende
1946
Tabelle V/10 A (Fortsetzung)
Neu- u. Wieder-
belegungen,
Beilegungen
Urnen hai im
Urnenplätze
Bestat-
tungen v.
Urnen
Gräber
Enterdigungen
Städt. Friedhöfe:
1. Westfriedhof
48697 14009
501 824
6
41
2. Ostfriedhof
21008
3488
271
3
26
3. Friedhof in Hötting¹)
5887
1415
79
6
4. Neuer Friedhof in Mühlau
7651
779
59
5
5. Neuer Friedhof in Arzl
4300
420
7
6. Friedhof in Amras
1131
250
8
7. Osterfeld³)
6500
320
3
Städt. Friedhöfe insgesamt
95174
20681
925
824
6
3
81
8. Alter Friedhof in Wilten
2617
540
17
1
9. Neuer Friedhof in Wilten
14720
3878
146
10. Friedhof in Mariahilf
5562
1554
81
3
11. Friedhof in St. Nikolaus
4438
1139
50
12. Alter Friedhof in Mühlau³)
821
191
5
13. Alter Friedhof in Arzl')
614
-
14. Friedhof in Vill
658
140
2
15. Friedhof in Igls
562
145
8
1
3571
946
10
16. Alter Militärfriedhof³)
17. Heldenfriedhof
18. Prov. französischer Friedhof
Friedhöfe zusammen")
6354 3248
1440
136531 32462 1244 824 6 3 86
Angaben des Städt. Vermessungsamtes, der städt. Friedhofskanzlei, der Gebäudeverwaltung
des Amtes der Tiroler Landesregierung über den Friedhof in Mariahilf, der Pfarrämter von
Wilten, St. Nikolaus, Mühlau, Arzl, Igls-Vill, der Frau Oberstleutnant Mathilde Zeller über
den alten Militärfriedhof, der Kriegsgräber-Fürsorge des Amtes der Tiroler Landesregierung
und des Italienischen Roten Kreuzes über den Heldenfriedhof.
1) Über die knapp an der neuen Höttinger Kirche liegenden Grabstellen verfügt das Pfarramt.
2) Osterfeld ist Pachtgrund.
3) Nach einer alten Gepflogenheit kann über 27 im nördlichen Teil des Mühlauer Pfarr-
friedhofes gelegene Grabstellen die Gemeinde verfügen.
4) Im Arzler Pfarrfriedhof finden keine Beisetzungen mehr statt.
5) Davon sind 1759 m² Eigentum des Staates, 1812 m² Eigentum der Stadt.
6) Die in der Tabelle II/2 C für Friedhöfe ausgewiesene Fläche von 140350 m³ wird durch
Zuschlag des Tummelplatzes mit 3819 m² erreicht.
107
Seite 134
134/506
Tabelle V/10 B
Westfriedhof 1856
Friedhöfe in Innsbruck
Geschichtlicher Überblick
Der älteste Friedhof von Innsbruck um die St.-Jakobs-
Pfarrkirche wird 1509 aufgelassen und an die Westseite
der Spitalskirche verlegt.
1855 beschließt der Gemeinderat einen neuen Friedhof
außerhalb des Innrains anzulegen. 1856 wird ein kleiner
Teil, 1858 der Rest der neuen Begräbnisstätte geweiht.
Erweiterung nach Süden 1889, Um- und Neubauten (Ein-
segnungshalle, Leichenhalle) 1926/27, Eröffnung des Urnen-
friedhofes 1927.
Neuer Friedhof in Wilten 1877 1876 beschließt der Gemeinderat von Wilten die Erbauung
eines neuen Friedhofes südlich des alten. Einweihung 1877,
Friedhoferweiterung und Bau einer Leichenhalle 1899.
Neuer Friedhof in Mariahilf
1883
Neuer Friedhof in Hötting 1894
Neuer Friedhof in Arzl 1912
Ostfriedhof 1913
1786 Weihe des alten, hinter der Mariahilfkirche gelegenen,
von der Tiroler Landschaft und aus Kirchenmitteln er-
richteten Friedhofes.
1883 Einweihung des neuen Friedhofes am Höttinger
Gelände (Bruchfeld).
1898 Auflassung des alten Friedhofes.
Angelegt 1894, erweitert 1911.
Angelegt 1912.
Der alte Friedhof bei der heute abgebrochenen alten Pradler
Kirche wird 1703 eingeweiht, 1913 geschlossen, 1928 auf-
gelassen. Bau des Ostfriedhofes 1912/13.
Neuer Friedhof in Mühlau 1914 Angelegt 1914.
Osterfeld 1943
Angelegt nach den ersten beiden Fliegerangriffen auf
Innsbruck im Dezember 1943.
Die Friedhöfe um die Pfarrkirchen in St. Nikolaus, Mühlau, Arzl, Amras, Vill und Igls sind
meist so alt wie die Ansiedlungen.
Alter Militärfriedhof 1831
Neuer Militärfriedhof
(Heldenfriedhof) 1915
Französischer Friedhof 1945
Pestfriedhof in Hötting
1625/26
Tummelplatz 1797
1769 wird dem Militär der neben dem alten Militärspital
in Dreiheiligen liegende Pestfriedhof als Begräbnisplatz
überlassen.
1831 Errichtung eines neuen Militärfriedhofes in den Pradler
Feldern und Auflassung des alten. Erweiterung 1850.
1915 wird, da das Gräberfeld für die in Innsbruck verstor-
benen Soldaten nicht mehr ausreicht, südlich vom Ost-
friedhof der neue Soldatenfriedhof angelegt. lots
Angelegt 1945, Provisorium.
Angelegt 1625/26, wiederhergestellt 1846, Kapellenbau und
neuerliche Herstellung durch die Pestfreithofgesellschaft 1912.
1797 Begräbnisplatz für die im Militärlazarett in Schloß
Ambras verstorbenen Soldaten, später Gedächtnisstätte
gefallener Soldaten.
108
Seite 135
135/506
VI/1. Jugendfürsorge
VI. Allgemeine Fürsorge
§ 208 des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches in der Fassung der ersten Teil-
novelle (kaiserliche Verordnung vom 12. 10. 1914) schuf unter dem Titel der
,,Generalvormundschaft" die Möglichkeit, zur Wahrung der Rechte und Interessen
Minderjähriger, geeignete Organe der öffentlichen Verwaltung" oder Vereini-
gungen für Jugendschutz als Vormünder zu bestellen. Die näheren Bestimmungen
regelte die Verordnung des Justizministers vom 26. 6. 1916. Der Gemeinderat der
Stadt Innsbruck beschloß am 27. November 1917 als geeignetes Organ zur Übernahme
der Generalvormundschaft ein städtisches Jugendamt zu schaffen. Der vom Ge-
meinderat bestellte Organisator und spätere Leiter desselben übernahm als General-
vormund die Vormundschaft über alle seit dem 1. Mai 1918 in Innsbruck geborenen
unehelichen Kinder, die in Innsbruck bleibend untergebracht oder nach Innsbruck
zuständig waren. Gestützt auf das Heimatgesetz vom Jahre 1863, das in § 24 auch
die Sorge um die Erziehung armer Kinder den Gemeinden zur Pflicht machte,
erließ der Stadtmagistrat am 15. 6. 1918 eine Verordnung über das Halten von
Pflegekindern. Damit war der weiteren Entwicklung des Jugendamtes in seinen
beiden Hauptaufgaben der Weg gewiesen. Zehn Monate später wurden bereits
80 Mündel und 130 Pflegekinder betreut. Durch das Gesetz vom 4. 2. 1919, Staats-
gesetzblatt Nr. 76, über den Schutz von Ziehkindern und unehelichen Kindern und
durch die Vollzugsanweisung hiezu vom 1. 4. 1919 (Ziehkinderordnung) wurde die
erwähnte Verordnung des Magistrates vom 15. 6. 1918 überflüssig. Als weitere
Phase der mit der Novellierung des § 208 ABGB. begonnenen Entwicklung ist noch
das Gesetz vom 13. 7. 1929, BGBl. 194, über die Erweiterung des Wirkungskreises
der Berufsvormundschaften und die Durchführungsverordnung hiezu vom 31. 1. 1929,
BGBl. 54, zu erwähnen. Zu einer grundlegenden Regelung der Frage der Errichtung
von Jugendämtern und zur Festsetzung des Aufgabenkreises derselben ist es in Öster-
reich nicht gekommen. In Deutschland waren diese Fragen durch das Reichsgesetz für
Jugendwohlfahrt vom 9. 7. 1922-letzte Fassung vom November 1932-gelöst wor-
den. Nach der Okkupation Österreichs wurden vorerst länderweise Regelungen ge-
troffen. In Anlehnung an das Reichs-Jugendwohlfahrtsgesetz verfügte der Landes-
hauptmann von Tirol mit Kundmachung vom 11. Jänner 1939 die Errichtung eines
Landes-Jugendamtes, verpflichtete die Bezirksfürsorgeverbände, die seit Oktober 1938
an Stelle der einzelnen Gemeinden die Armenfürsorge übernommen hatten, zur
Schaffung von Jugendämtern und bestimmte, vorbehaltlich einer späteren Regelung,
den Aufgabenkreis. Das Pflegekinderwesen erfuhr eine sehr eingehende Behandlung
und die nationalsozialistische Volkswohlfahrt-Jugendhilfe mußte zum ersten Male
unter Aufrechterhaltung der Verantwortung des Jugendamtes offiziell zur Mitarbeit
herangezogen werden. Die endgültige, übrigens im wesentlichen auch noch in Geltung
stehende Regelung geschah durch die Verordnung über Jugendwohlfahrt in der
Ostmark vom 20. 3. 1940, RGBl. I, Seite 519; natürlich ist das Erziehungsziel ein
anderes geworden und die Mitarbeit der NSV-Jugendhilfe, die sich schließlich auf
alle,,Aufgaben der Menschenführung und Menschenbetreuung" erstreckte und die
109
Seite 136
136/506
Jugendämter von der unmittelbaren Berührung mit den Pfleglingen und Erziehungs-
berechtigten praktisch abschloß, ist weggefallen. Mit Freuden übernahm das
Städtische Jugendamt nach dem Zusammenbruch des Reiches seinen natürlichen,
vollen Wirkungskreis.
Die nachfolgenden, zum Verständnis der Tabellen VI/1 A, und A, wiedergegebenen
Begriffsbestimmungen sind meist wörtlich dem Texte der Jugendwohlfahrtsverord-
nung entnommen. Die hiedurch bezeichneten Arbeitsgebiete geben in ihrer Summe
ein Bild des Tätigkeitsfeldes der Jugendämter, die gebotenen Zahlen einen Überblick
über die Tätigkeit des Städtischen Jugendamtes in den letzten 7 Jahren.
Pflegekinderaufsicht.,,Pflegekinder sind Kinder unter 14 Jahren, die sich
dauernd oder nur für einen Teil des Tages, jedoch regelmäßig, in fremder Pflege
befinden, es sei denn, daß von vornherein feststeht, daß sie unentgeltlich in vorüber-
gehende Bewahrung genommen werden" (§ 15). Die Pflegekinder unterstehen der
Aufsicht des Jugendamtes. Das gleiche gilt grundsätzlich für uneheliche Kinder,
die sich bei der Mutter befinden, sie sollen aber, wenn ihr Wohl gesichert ist, wider-
ruflich von der Beaufsichtigung befreit werden. Ende Dezember 1946 standen
639 Pflegekinder und 1192 uneheliche bei ihrer Mutter untergebrachte Kinder
unter Pflegeaufsicht des Jugendamtes. Greift man auf den 31. März 1941 zurück,
fällt im Gegensatz zur geringfügigen Zunahme der Pflegekinder um 21 Kinder, die
hundertprozentige Steigerung der Zahl der bei ihren Müttern lebenden unehelichen
Kinder auf. Bei der Gegenüberstellung der Gesamtzahlen der im Reich und in
Innsbruck unter Pflegeaufsicht stehenden Kinder ergibt sich folgendes Bild:
Auf 1000 Kinder bis zu 14 Jahren entfielen
im Reich
in Innsbruck
am 31. 3. 1941 am 31. 3. 1941 am 31. 12. 1946
Pflegekinder in fremden Familien
22.2
43.8
39.5
b. d. Mutter lbd. unehel. Kinder
31.7
40.8
70.5
Kinder insgesamt
53.9
84.6
110.0
In diesen Meẞzahlen kommen mit aller Deutlichkeit die hohen Prozentsätze an
unehelichen Kindern in Innsbruck zum Ausdruck, die in den Jahren 1941 und 1946
15, bzw. 24% betrugen, während das Deutsche Reich vom Jahre 1940 an durch
mehrere Jahre den fast konstanten Satz von 7.8 aufwies. Der Prozentsatz der
ehelichen Kinder unter den Pflegekindern betrug am 31. 3. 1941 im Reich 13.7%,
in Innsbruck 16.1%; seither ist dieser auf 9.4% gesunken.
Amtsvormundschaft. Mit der Geburt eines unehelichen Kindes erlangt das
Jugendamt des Geburtsortes die Vormundschaft (gesetzliche Amtsvormundschaft
nach §29); weiters kann es mit seinem Einverständnis vom Vormundschaftsgericht
zum Vormund über einen Minderjährigen bestellt werden, soweit nicht ein geeigneter
anderer Vormund vorhanden ist (bestellte Amtsvormundschaft nach § 35). Dadurch,
daß das Jugendamt gesetzlicher Amtsvormund für die unehelichen Kinder wurde,
ging das Hauptanwendungsgebiet der Generalvormundschaft verloren. An die Stelle
der nach § 208 des ABGB. errichteten Generalvormundschaften trat die Amts-
vormundschaft des Jugendamtes (§ 73). Die Zahl der Amtsmündel unseres Amtes
wuchs von 2109 im März 1941 in stetem Anstieg auf 2737 im März 1946. Der Anteil
der ehelichen Amtsmündel betrug 5.7, bzw. 6.2%; auf je 1000 Minderjährige ent-
110
Seite 137
137/506
fielen im letzten Jahr 104 Amtsmündel. Bei einem Vergleich mit den Durchschnitts-
ziffern des Reiches aus einer der letzten Veröffentlichungen ergibt sich ein ähnliches,
aber noch kontrastreicheres Bild wie bei der Pflegekinderaufsicht.
Bestand an Amtsmündeln
Gebiet
Zeitpunkt
Deutsches Reich
31. 3. 1941
Innsbruck
31. 3. 1941
31. 12. 1946
Gesamtzahl
der
Amtsmündel
davon
Auf 1000
Minderjährige
eheliche
un-
eheliche
Zl.
%
10
956 206
35.5
925510 30696
3.2
2109
2537
90.2
104.6
1989
120
5.7
2380
157
6.2
Etwas besser fällt der Vergleich mit den Jugendämtern der Städte von 20000 bis
100000 Einwohnern aus. Betrachtet man hiebei das Verhältnis der Zahl der Amts-
mündel zur Einwohnerzahl, ergeben sich für die deutschen Städte im Jahre 1941
12.4 Mündel auf 1000 Einwohner, für Innsbruck im selben Jahr 22.9 und im Jahre
1946 25.9 Mündel. In seiner Eigenschaft als Amtsvormund wurden vom Jugendamt
für die Mündel aus Unterhaltsbeiträgen, Abfindungen, Renten usw. im Rechnungs-
jahr 1940/41 265 400.- RM, im Kalenderjahr 1946 480 902. S vereinnahmt und
in diesen beiden Jahren ein Gesamtmündelvermögen von 93900.- RM, bzw.
165 630. S verwaltet. Außerdem wurden zur Vertretung der Interessen vorwiegend
ehelicher Kinder im Durchschnitt jährlich rund 550 Sachwaltungen (Pfleg-
schaften) geführt.
Einen breiten Raum widmet die Jugendwohlfahrtsverordnung der Schutz-
aufsicht und der Fürsorgeerziehung.,,Die Schutzaufsicht besteht in dem Schutz
und der Überwachung des Minderjährigen unter Belassung des Minderjährigen in
seiner bisherigen Umgebung" (§ 45). Ein Minderjähriger ist unter Schutzaufsicht
zu stellen, wenn diese zur Verhütung seiner körperlichen, geistigen und sittlichen
Verwahrlosung geboten und ausreichend erscheint (§ 43). Erscheint sie nicht aus-
reichend, ist Fürsorgeerziehung anzuordnen, die in einer geeigneten Familie oder
Erziehungsanstalt unter öffentlicher Aufsicht und auf öffentliche Kosten durch-
geführt wird (§ 49). In beiden Fällen ist das Vormundschaftsgericht zur Anordnung
zuständig. Das Jugendamt kann eine Schutzaufsicht aber auch ohne gerichtliche
Anordnung ausüben, solange der Erziehungsberechtigte damit einverstanden ist,
hat jedoch das Vormundschaftsgericht hievon zu verständigen. In der Praxis ist
diese Verständigung sehr häufig unterblieben. Die vom Jugendamt mit Willen des
Erziehungsberechtigten übernommene Aufsicht wurde damit zu einer formlosen
Überwachungsmaßnahme. Die spärlichen Zahlen der Tabelle VI/1 A, über die
Schutzaufsicht zeigen, daß dieser Überwachungsform in der gesetzlich vorge-
schriebenen Art in Innsbruck, abgesehen von einem pflichtgemäßen Anlauf, wenig
Bedeutung zukommt. Die leichteren Fälle wurden auch hier, der allgemeinen Ent-
wicklung folgend, ohne Inanspruchnahme des Vormundschaftsgerichtes behandelt.
Ein lückenloses und ernsteres Bild vermittelt die Tabelle VI/1 A, über die Fürsorge-
erziehung. Fürsorgeerziehung nach den Bestimmungen der Jugendwohlfahrts-
verordnung kann entweder endgültig oder vorläufig angeordnet werden. Die vor-
läufige Überweisung zur Fürsorgeerziehung kommt in Fällen besonderer Dringlich-
111
Seite 138
138/506
keit oder zur Prüfung ihrer Erfolgsaussichten in Frage. Neben der Fürsorgeerziehung
im Sinne der Jugendwohlfahrtsverordnung gibt es in Anlehnung an die in einigen
Teilen des Deutschen Reiches eingeführte,,freiwillige Erziehungshilfe" auf Grund
der Vollzugsanweisung des Reichsstatthalters vom 15. 12. 1940 in Tirol und Vor-
arlberg die sogenannte zugelassene öffentliche Erziehung, die über Antrag des
Erziehungsberechtigten ohne Mitwirkung des Gerichtes vom Landesjugendamt
beschlossen werden kann. In der Reichsstatistik wurden diese Fälle von Fürsorge-
erziehung, die eine Art Gegenstück zur freiwillig übernommenen Schutzaufsicht
sind, nicht erfaßt. Laut Tabelle VI/1 A, standen in Innsbruck am Ende des Rech-
nungsjahres 1940/41 145 Zöglinge in Fürsorgeerziehung nach der JWV und 28 in
zugelassener öffentlicher Erziehung, am Ende des Jahres 1946 77 und 83; die Summen
der Zöglinge beider Erziehungsformen sind annähernd gleich. Auf 10000 Minder-
jährige¹) entfielen 1940/41 an Fürsorgezöglingen der ersten Art 72.9, an Zöglingen
der zweiten Art 14.1, zusammen 87, im Jahre 1946 36.2, 39.0, zusammen 75.2. Auf
10000 Einwohner traf es am 31. 3. 1941 15.8 Fürsorgezöglinge der ersten Art und
3.0 Zöglinge der zweiten Art, zusammen 18.8, am 31. 12. 1946 7.8, 8.5, zusammen
16.3. Die nachstehende Übersicht zeigt Innsbruck mit seinem Bestand an Fürsorge-
zöglingen nach der JWV in ihrem Verhältnis zur Zahl der Minderjährigen im Vergleich
zum Deutschen Reich.
Bestand an Fürsorgezöglingen nach der Jugendwohlfahrtsverordnung
Gebiet
Zeitpunkt
Deutsches Reich
Zahl der
Auf 10000
davon er
Fürsorge-
Minder-
männlich
weiblich
zöglinge
jährige¹)
Zahl
0/
Zahl
%
31. 3. 1941
81565
34.0
44358
54.4
37 207
45.6
Innsbruck
31. 3. 1941
145
72.9
83
57.3
62
42.7
31. 12. 1946
77
36.2
39
50.6
38
49.4
Als Meẞzahlen, gewonnen aus der Zahl der Einwohner und der Fürsorgezöglinge
der ersten Art, wurden nach dem Stand vom 31. 3. 1941 im zweiten Heft der Viertel-
jahreshefte für Statistik des Deutschen Reiches, Jahrgang 1942, ausgewiesen
auf 10000
Einwohner
für
für
Deutsches Reich
9.6
Steiermark
Wien
3.4
Kärnten
Niederösterreich
3.4
Oberösterreich
4.4
Salzburg
Tirol-Vorarlberg
auf 10000
Einwohner
6.0
7.2
5.2
13.7
1) Bei der Berechnung der Verhältniszahlen der Fürsorgezöglinge zu den Minderjährigen
legte das Statistische Reichsamt nicht die Gesamtsumme der Minderjährigen, sondern nur
die der 2- bis 21jährigen zugrunde. Um einen einwandfreien Vergleich zu ermöglichen, mußten
auch die Innsbrucker Zahlen in derselben Weise berechnet werden.
112
Seite 139
139/506
Es ist überraschend, daß Tirol und in diesem Land Innsbruck mit 15.8 die höchsten
Meẞzahlen aufweist; daraus auf eine besondere Verwahrlosung der Jugend in
unserem Land zu schließen, wäre verfehlt. Die Form der Fürsorgeerziehung war
damals neu, die hohen Zahlen können als Zeichen eines durchgreifenden Erfassens
der Gefährdeten angesehen werden. So wurden z. B. alle Zöglinge, die mit Wirksam-
keitsbeginn der Jugendwohlfahrtsverordnung in bestimmten Erziehungsanstalten
untergebracht waren, ausnahmslos als Fürsorgezöglinge im Sinne der JWV behandelt.
Jugendgerichtshilfe. Im Jugendstrafverfahren wurden vom Jugendamt im
Jahr durchschnittlich 130 Minderjährige vertreten.
Die besprochenen Aufgaben stellen die Hauptaufgaben, nicht das gesamte Tätig-
keitsfeld des Jugendamtes dar. Herausgegriffen wurden alle jene Tätigkeitsbereiche,
die in der deutschen Reichsstatistik erfaßt worden waren. Im neuen Österreich ist
es noch zu keiner offiziellen Regelung der Fürsorgestatistik und auch zu keiner
Veröffentlichung einschlägiger Zahlen seitens des statistischen Zentralamtes ge-
kommen, die als Richtschnur hätte dienen können.
Kinderheim Mariahilf. Das Kinderheim Mariahilf früher vom Rosalien-
verband als Säuglingskrippe geführt wurde im Jahre 1922 von der Stadtgemeinde
erworben, diente während der nationalsozialistischen Zeit zuerst als NSV.-Säuglings-
heim, dann als NSV.-Nähstube und wurde nach dem Zusammenbruch des Reiches
von Amerikanern und Franzosen besetzt. Völlig ausgeräumt kam das Haus im
Sommer 1945 wiederum in den Besitz der Stadt, wurde durch einen Veranden-
anbau erweitert, neu eingerichtet und im Herbst 1945 in beschränktem Maß seiner
früheren Bestimmung zugeführt. Das Heim ist für einen Belag von 50 Kindern
eingerichtet, der nötigenfalls vorübergehend vergrößert werden kann. Daneben
können rund 20 Tageskinder aufgenommen werden. Da erst vom Frühjahr 1946
an wieder von einem Normalbetrieb gesprochen werden kann, werden in der Tabelle
VI/1 B auch nur von diesem Jahr Zahlen gebracht. Bemerkt wird, daß ursprünglich
nur an die Aufnahme von 3- bis 10jährigen Kindern gedacht war; die Verhältnisse
nötigten aber zu einer Ausweitung dieser Altersgrenze nach oben und unten.
VI/2. Armenfürsorge
Vor dem 1. Oktober 1938 war in Österreich nach dem Heimatgesetz vom 3. De-
zember 1863 die Gemeinde Träger der Armenlast. Jeder Bürger hatte den Anspruch,
von seiner Heimatgemeinde im Verarmungsfalle unterstützt zu werden. Die Gemeinde
durfte auch auswärtigen Armen, im Falle eines augenblicklichen Bedürfnisses, die
nötige Unterstützung nicht versagen; ihr stand gegenüber der Heimatgemeinde
des Unterstützten und gegen allenfalls zivilrechtlich oder nach anderen Gesetzen
verpflichtete Personen der Anspruch auf Ersatz zu. Die Heimatzugehörigkeit als
Grundlage der Armenversorgungspflicht wurde in einer Zeit, in der die Bevölkerung
noch vorwiegend in der Heimatgemeinde seẞhaft war, als gerechtfertigt empfunden.
Mit der zunehmenden Flucht der ländlichen Bevölkerung in die Stadt und Industrie-
gebiete, trat aber eine Entfremdung zwischen Heimatgemeinde und Heimatberech-
tigten ein: die Heimatgemeinde zahlte nur ungern für einen, den sie gar nicht kannte,
der irgendwo in einer anderen Gemeinde seine Gesundheit und Arbeitskraft ein-
gebüẞt hatte oder aus sonstigen Gründen brotlos geworden war. Die Armenlast der
einzelnen Gemeinden wuchs und erreichte während der Wirtschaftskrise, besonders
in kleineren ländlichen Gemeinden, eine drückende, oft unerschwingliche Höhe.
Finanziell besser erging es den Gemeinden jener österreichischen Länder, z. B. in
Niederösterreich, die durch landesgesetzliche Regelung zum Zwecke der Armen-
versorgung zu Verbänden zusammengeschlossen waren. Es ist wissenswert, daß
113
Seite 140
140/506
diesen Landesarmengesetzen, meist aus den siebziger Jahren, dieselben Gedanken
zugrunde lagen -Bildung von Verbänden, Vereinheitlichung der Armenversorgung,
vorbeugende Fürsorge, Arbeitspflicht, Ersatzpflicht des Unterstützten und allenfalls
Drittverpflichteter, die im deutschen Fürsorgerecht verwertet waren und vom
1. Oktober 1938 an allen österreichischen Gemeinden zugute kamen. Der früheren
österreichischen Bundesregierung, die sich übrigens längst mit dem Gedanken der
Beseitigung des Begriffes des Heimatrechtes getragen hatte und dessen Verwirk-
lichung durch ihre Einflußnahme in jüngeren Gemeindeordnungen und Stadt-
rechten vorbereitet hatte, war die Reformbedürftigkeit der Armenfürsorge zur Ge-
nüge bekannt. Ihre Entwürfe wurden aber durch die Ereignisse des Jahres 1938
und die damit verbundene Einführung des deutschen Fürsorgerechtes in Österreich
gegenstandslos.
Die wesentlichsten Grundlagen der deutschen öffentlich rechtlichen Fürsorge
waren die wiederholt abgeänderte Verordnung über die Fürsorgepflicht
vom 13. Februar 1924¹), die auf Grund dieser Verordnung von der Reichsregierung
erlassenen,, Reichsgrundsätze" über Voraussetzung, Art und Maß der zu ge-
währenden Fürsorge und die von den Landesbehörden festgesetzten, den örtlichen
Verhältnissen angepaßten,,Richtsätze" zur Bemessung der Höhe der Unter-
stützung; über Kleinrentnerhilfe wurden Sonderbestimmungen erlassen. Die Ver-
ordnung über die Fürsorgepflicht gliederte die Fürsorgeaufgaben ursprünglich in
die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen, für die Renten-
empfänger der Invaliden- und Angestelltenversicherung (Sozialrentner), für die
Kleinrentner und die ihnen Gleichstehenden, für Schwerbeschädigte und Erwerbs-
beschränkte und für hilfsbedürftige Minderjährige, endlich in die Wochenfürsorge
und die allgemeine Armenfürsorge. Den Kriegsbeschädigten, Sozialrentnern, Klein-
rentnern und Gleichgestellten war gegenüber den anderen Hilfsbedürftigen eine
angemessene Mehrleistung zugedacht2). Aus dieser Sonderstellung ergab sich der
Begriff der gehobenen Fürsorge" im Gegensatz zur,,allgemeinen oder sonstigen
Fürsorge". Nach verschiedenen Wandlungen der Gruppeneinteilung der Hilfs-
bedürftigen wurden zu Beginn des 2. Weltkrieges der gehobenen Fürsorge auch
auslanddeutsche Flüchtlinge und diesen Gleichgestellte vorwiegend Personen,
die durch die Folgen des neuen Krieges ihre wirtschaftliche Lebensgrundlage verloren
hatten als Empfänger von,,Kriegshilfe" und endlich nach den Vorschriften des
Erlasses vom 31. 10. 1941 über die Erweiterung des Personenkreises der gehobenen
Fürsorge, alle jene Hilfsbedürftigen teilhaftig, die nach den Richtlinien für die
Beurteilung der Erbgesundheit zur Gruppe der,,Durchschnittsbevölkerung" zu
zählen und damit als erbtüchtig und förderungswürdig anzusehen waren. Nach dieser
tiefgreifenden Neuerung unterschied man innerhalb der gehobenen Fürsorge:
die Gruppen der Kriegsopfer und Gleichgestellten, der Sozialrentner, der Empfänger
von Kleinrentnerhilfe, der sonstigen Kleinrentner, der diesen nach § 17 der Reichs-
grundsätze³) Gleichgestellten, der Empfänger der erweiterten gehobenen Fürsorge
1) Vorher galt in Deutschland das Unterstützungswohnsitzgesetz vom 6. Juni 1870 in der
Fassung vom 30. Mai 1908; Orts- und Landesarmenverbänden oblagen die Aufgaben der
öffentlichen Fürsorge.
2) Nach dem Stand vom 1. Juli 1942 waren die Richtsätze der gehobenen Fürsorge in
Deutschland um 15%, in Österreich um 25% höher, als die Richtsätze der allgemeinen Fürsorge.
3) § 17 der Reichsgrundsätze lautet:,,Den Kleinrentnern können alte oder durch geistige
oder körperliche Gebrechen erwerbsunfähig gewordene Personen gleichgestellt werden, die
trotz wirtschaftlicher Lebensführung auf die öffentliche Fürsorge angewiesen sind." Durch
den Erlaẞ vom 31. 10. 1941 wurde diese Kannvorschrift in eine Muẞvorschrift umgewandelt.
114
Seite 141
141/506
und der Empfänger von Kriegshilfe, außerhalb der gehobenen Fürsorge: die Gruppen
der Pflegekinder und der Empfänger allgemeiner oder sonstiger Fürsorge.
Träger der Fürsorgepflicht wurden die Landes- und Bezirksfürsorgeverbände.
Die Durchführung der Fürsorge ist Aufgabe der Fürsorgebehörden und Fürsorge-
stellen. Jeder Hilfsbedürftige hat den Anspruch, vorläufig von demjenigen Für-
sorgeverband unterstützt zu werden, in dessen Bezirk er sich befindet; zur Fürsorge
endgültig verpflichtet ist der Fürsorgeverband, in dessen Bezirk der Hilfsbedürftige
bei Eintritt der Hilfsbedürftigkeit seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Ist ein solcher
nicht zu ermitteln, ist der Landesfürsorgeverband endgültig verpflichtet, in dessen
Bezirk sich der Hilfsbedürftige bei Eintritt der Hilfsbedürftigkeit befindet. Den
Landesfürsorgeverbänden ist außerdem die Anstaltsfürsorge für Geisteskranke,
Geistesschwache, Taubstumme, Blinde und Krüppel übertragen. Der endgültig
verpflichtete Fürsorgeverband hat dem vorläufig verpflichteten Verband Ersatz
der Kosten zu leisten (Erstattungen). Die Kosten für die erwähnte Anstaltsfürsorge
wurden anfänglich zu 1/5 später zu 34 auf die Bezirksfürsorgeverbände überwälzt.
Auffallend ist, daß sich keine gesetzliche Bestimmung findet, die festlegt, was unter
gewöhnlichem Aufenthalt zu verstehen ist. Das bis Ende 1939 bestandene Bundes-
amt für Heimatwesen bezeichnete als solchen,,den bis auf weiteres und nicht nur
vorübergehend oder besuchsweise als gewollten Mittelpunkt des Lebens, der
persönlichen Existenz gewählten Aufenthalt". Daß durch diese Begriffsbestimmung
weder Klarheit noch Sicherheit geschaffen wurde, kann nicht überraschen. Die
Frage des gewöhnlichen Aufenthaltes blieb ständig ein Zankapfel zwischen den
Fürsorgeverbänden. Zu den Fürsorgemaßnahmen zählen: die Aufnahme in eine
Anstalt geschlossene Fürsorge" oder Unterstützung in Geld oder Naturalien,
Arbeitsbeschaffung, Auskunft, Beratung u. dgl.-,,offene Fürsorge". Von besonderer
Bedeutung für Fürsorgeverbände und Unterstützte sind die Bestimmungen über
die Ersatzpflicht des Unterstützten, seines Ehegatten, der Eltern und seiner Erben.
In Österreich vollzog sich die Angleichung an das deutsche Fürsorgerecht in zwei
Entwicklungsstufen. Zuerst wurden mit der Verordnung über die Einführung
fürsorgerechtlicher Vorschriften in Österreich vom 3. 9. 1938 mit Wirksamkeit
vom 1. Oktober 1938 jene Bestimmungen in Kraft gesetzt, die für alle Hilfsbedürfti-
gen im Rahmen der ,, allgemeinen Fürsorge" ein gleiches Mindestmaß an öffent-
licher Fürsorge sicherstellen. Jedes Land bildete einen Landesfürsorgeverband,
jede landesunmittelbare Stadt (Statutarstadt) und die Gemeinden eines politischen
Bezirkes bildeten Bezirksfürsorgeverbände. Nicht mehr das Heimatrecht, sondern
der gewöhnliche Aufenthalt des Hilfsbedürftigen war für die Feststellung des end-
gültig zur Unterstützung verpflichteten Verbandes maßgebend. Die Reichsgrund-
sätze über Voraussetzung, Art und Maß der Fürsorge traten, soweit sie die allgemeine
Fürsorge betrafen, in Geltung. Die vom Landeshauptmann festgesetzten Richtsätze
wurden für die Beurteilung der Frage, wie weit im Einzelfall der notwendige Lebens-
bedarf nicht gedeckt und in welchem Ausmaß Unterstützung zu gewähren ist,
allein maßgebend. Der Unterstützte und bestimmte Dritte haben dem Fürsorge-
verband die Aufwandkosten zu ersetzen, sobald ein hinreichendes Vermögen oder
Einkommen vorhanden ist.
Nach Jahresfrist wurden in Österreich mit Verordnung vom 20. 11. 1939 auch die
Bestimmungen des deutschen Fürsorgerechtes über die gehobene Fürsorge'
in Kraft gesetzt. Dementsprechend wurden die Kriegsbeschädigten und Kriegs-
hinterbliebenen, die Kleinrentner und Sozialrentner aus der allgemeinen Fürsorge
herausgehoben und nach günstigeren Bestimmungen und höheren Richtsätzen
behandelt. In dieser zweiten Verordnung über die Einführung fürsorgerechtlicher
8"
115
Seite 142
142/506
Vorschriften in Österreich ist das Kleinrentnerhilfegesetz vom 5. 7. 1934 und die
dazugehörige Ergänzungsverordnung vom 24. 12. 1937 enthalten. Diesen Vor-
schriften gemäß erhalten Kleinrentnerhilfe Hilfsbedürftige, die nachweisen, daß sie
an einem bestimmten Stichtag ein Vermögen von 15000.- österreichischen Kronen
oder einen Rechtsanspruch auf eine lebenslängliche Rente von jährlich 625.- österr.
Kronen gehabt haben und daß ihr Vermögen oder ihr Anspruch der Geldentwertung
zum Opfer gefallen ist. Durch die Einführung dieser Bestimmungen wurde das
österreichische Kleinrentnergesetz vom 18. 7. 1929 nicht berührt. Die Leistungen
auf Grund dieses Gesetzes jedoch mußten auf die Fürsorgeleistungen angerechnet
werden. Die anderen Kleinrentner, die nach dem Kleinrentnerhilfegesetz keinen
Anspruch hatten, waren nach den Bestimmungen der Reichsgrundsätze zu unter-
stützen. Bei der zweiten Gruppe von Kleinrentnern spricht man von Kleinrentner-
fürsorge im Gegensatz zur Kleinrentnerhilfe. Mit den beiden genannten Verord-
nungen war in Österreich die Rechtsangleichung auf dem Gebiete des Fürsorge-
wesens hergestellt.
Die weitere Entwicklung - Einführung der Kriegshilfe (1940) und der erweiterten
gehobenen Fürsorge (1941), Erhöhung der Richtsätze war von da an zwangs-
läufig dieselbe wie im Reich. Die grundlegenden Bestimmungen des deutschen Für-
sorgerechtes sind heute, zwei Jahre nach dem Zusammenbruche des Reiches, in
Österreich noch in Kraft. Erwähnt sei noch, daß den Bezirksfürsorgeverbänden von
Mitte des Jahres 1940 an Reichszuschüsse zur Ausfolgung an die Empfänger von
Kleinrentnerhilfe und an die sonstigen Kleinrentner als zusätzliche Leistung4) über-
wiesen wurden und daß mit Verordnung über die Tuberkulosehilfe vom 8. Sep-
tember 1942 jegliche Hilfeleistung für an Tuberkulose Erkrankte und ihre Familien
aus der öffentlichen Fürsorge ausgeschieden und den Landesfürsorgeverbänden
im Zusammenwirken mit den Gesundheitsämtern und den Bezirksverwaltungs-
behörden als Sonderaufgabe übertragen wurde. Die beigegebenen Tabellen gliedern
sich vor allem nach der Unterscheidung in offene und geschlossene Fürsorge. Die
2 Tabellengruppen sind:
Offene Fürsorge
A Übersicht über die Zuwendungen an Hilfs-
bedürftige in offener Fürsorge 1913, 1918,
1927-1946
B Personenkreis der offenen Fürsorge im
Monatsdurchschnitt vom 1. 4. 1941 bis
31. 12. 1946
C Alter, Geschlecht und Familienstand der
in offener Fürsorge unterstützten Parteien
D Kosten der offenen Fürsorge
E Durchschnittliche Höhe der laufenden
Barunterstützungen je Partei und Monat
F Vergleich über Personenkreis, Aufwand
und Unterstützungshöhe mit österreichi-
schen und deutschen Städten und dem
Reich
Geschlossene Fürsorge
G Personenkreis u. Kosten der geschlossenen
Fürsorge vom 1. 4. 1941 bis 31. 12. 1946
H Zahl der während der Jahre 1945 und 1946
in städtischen und in fremden Heimen
untergebrachten Pfleglinge
J Familienstand und Alter der von der
Stadt befürsorgten Pfleglinge
K Beruf und Berufstellung der von der
Stadt befürsorgten Pfleglinge.
Durch die vorausgeschickte Darlegung des Wesens des geltenden Fürsorgerechtes
und seiner Begriffe, werden die Tabellen, die mit zahlreichen Fußnoten und An-
4) Anfänglich RM 11.- für Alleinstehende und RM 14.50 für Verheiratete, später RM 16.50,
bzw. RM 22. im Monat.
116
Seite 143
143/506
merkungen versehen sind, im allgemeinen verständlich sein. So lassen sich einfachste
Tatbestände, die den Umfang der Hilfsbedürftigkeit der Innsbrucker Bevölkerung
charakterisieren, wohl unschwer ablesen: es gab z. B. laut den Tabellen VI/2 B, D
und E im Jahre 1946 im Monat durchschnittlich 874 Parteien, die laufende Bar-
unterstützungen erhielten, hievon gehörten 694 (79.4%) der gehobenen, 180 (20.6%)
der allgemeinen Fürsorge an, auf 1000 Einwohner entfielen 8.9 unterstützte Parteien;
oder: die Kosten der offenen Fürsorge betrugen im selben Jahre 453749. S, das
sind 4.63 S pro Einwohner, wobei man aber, wenn man die seinerzeitigen Vorschriften
für die Erstellung von Reichsstatistiken, bzw. die Tuberkuloseverordnung beachten
will, wissen muß, daß der Aufwand für Erstattungen - 12102.- S - und die Aus-
gabe an Tuberkulosehilfe-16515.- S-nicht mitzuzählen sind. Auf dem Gebiete
der geschlossenen Fürsorge betreute die Stadt als Fürsorgeverband laut Tabelle
VI/2 G im Jahre 1946 556 Pfleglinge in eigenen Heimen mit einem Kostenaufwand
von 337618 S und bezahlte für 345 Krankenhauspatienten 53283.- S; die Zahl
der übrigen Anstaltspfleglinge, deren Unterbringung 99081. S kostete, kann,
da infolge einer mit dem Landesfürsorgeverband getroffenen, für das Jahr 1946
noch geltenden Pauschalvereinbarung keine konkreten Zahlen bekannt sind, nur
in Anlehnung an die Pfleglingszahlen 1943/44 mit rund 350 angenommen werden.
Die Gesamtzahl der im Jahre 1946 in Anstaltspflege gestandenen Personen stellt
sich sonach auf rund 1250 Personen; der Gesamtaufwand hiefür betrug 489782.- S.
Bei der Mannigfaltigkeit der hereinspielenden Vorschriften und Vorgänge, die sich
zum Teil schon an diesen einfachen Beispielen zeigte, scheint es zum genauen Ver-
ständnis aller Einzelheiten der Tabellen geboten, noch einige Erläuterungen zu
geben.
Zu Tabelle VI/2 A:
Der ausgewiesene Aufwand ist die Summe aller Zuwendungen, die Hilfsbedürftigen
durch das Stadtfürsorgeamt, früher Armenamt, in offener Fürsorge zugekommen
sind, ohne Rücksicht darauf, ob sie aus städtischen, staatlichen oder anderen Mitteln
bestritten wurden. Die auf den Einwohner entfallenden Aufwandsziffern zeigen
demnach nicht die tatsächliche Belastung jedes Einzelnen an, sondern das Verhältnis,
in welchem die Ausgaben jeweils zur Einwohnerzahl standen. Im Diagramm Nr. 8
wurde versucht, den Inhalt der Tabelle VI/2 A bildlich wiederzugeben. Die Zu-
wendungen vor der Einführung des deutschen Fürsorgerechtes bestanden im all-
gemeinen in ständigen Unterstützungen, Aushilfen, Erziehungsbeiträgen, Ärzte-
und Heilmittelkosten, Badekosten, Bestattungskosten. Die im Jahre 1937 veraus-
gabte Summe von 1079004. S setzte sich zusammen aus:
Ständige Unterstützungen
Aushilfen
Erziehungsbeiträge
Arzt- und Heilmittelkosten
Badekosten
Bestattungskosten
Kleinrentnerunterstützung
Winterhilfe (Naturalien)
S
400962.-
S
189980.-
S
190864.-
SSSS
51 281.
177
3135.
S
175 200.-
S
67 405.-
S 1079004.-
Die Unterstützungsarten der offenen Fürsorge nach dem deutschen Fürsorgerecht
sind aus der Tabelle VI/2 D zu entnehmen. Den früheren ständigen Unterstützungen
117
Seite 144
144/506
Zuwendungen in offener Fürsorge in Innsbruck.
Einwohnerzahlen.
Ausgaben auf 10000 Einwohner
"
Zuwendungen In 100000 Koder S
1000
Einwohner
1913 1918
1927 1928 1929
1930 1931 1932 1933 1934 1935
1936
1937
Zuwendungen in 100.000 RM oder S-RM
1000
Einwohner
100
10
9
118
1946
1.4 31.12
1938 1939 1939/40 1940/41 1941/42 1942/43 1943/44 1944/45 1945
1.1-2.3
90
80
70
60
50
40
40
30
20
10
60
50
40
30
20
10
Seite 145
145/506
entsprechen die laufenden, den Aushilfen die einmaligen Barleistungen, den Arzt-
und Heilmittelkosten die verschiedenen Unterstützungsarten der gesundheitlichen
Fürsorge, Bade- und Bestattungskosten fallen heute unter den Begriff der,,anderen
Sach- und Dienstleistungen" der wirtschaftlichen Fürsorge, die österreichische
Kleinrentnerunterstützung ist ein Ansatz zur gehobenen Fürsorge des deutschen
Rechtes. Der Begriff des Pflegegeldes ist enger als der des Erziehungsbeitrages;
der Erziehungsbeitrag wurde nicht nur für Pflegekinder in fremden Haushalten,
sondern auch für Kinder, die sich im Haushalt ihrer Eltern oder eines ihrer Eltern-
teile befinden, gewährt. Lokale Sonderaktionen, wie die Winterhilfe, gab es seit
1938 nicht mehr.
Die Rechnungsjahre, die sich auf den Zeitraum vom 1. 4. bis 31. 3. des nächsten
Jahres erstrecken, sind in dieser, wie auch in allen anderen Tabellen dieses Ab-
schnittes-wie Schuljahre - -mit zwei Jahreszahlen (z. B. 1941/42) gekennzeichnet.
Von der im Deutschen Reich bestehenden Übung, Rechnungsjahre nur mit einer
Zahl zu bezeichnen, wurde abgewichen, um einer Verwechslung mit dem wieder
als Abrechnungs- oder Wirtschaftszeitraum eingeführten Kalenderjahr vorzubeugen.
Zu Tabelle VI/2 B:
Die Tabelle enthält die monatlichen Durchschnittszahlen der unterstützten
hilfsbedürftigen Parteien. Als Partei gilt das Familienoberhaupt und der Allein-
stehende; die mitunterstützten Familienangehörigen, meist Ehefrauen und Kinder,
werden in der Regel nicht gezählt. Die Durchschnitte sind 1/12 der Summe der
Parteienstände am Ende der 12 Monate des Rechnungs- oder Kalenderjahres. Das
Deutsche Statistische Reichsamt bildete die Durchschnitte mit den Zahlen an den
Stichtagen vom 30. 6., 30. 9., 31. 12. und je zur Hälfte vom März des laufenden und
März des vorangegangenen Jahres. Um einen Vergleich mit Ziffern des Statistischen
Reichsamtes durchführen zu können, mußten in der Tabelle VI/2 F, Innsbrucker
Zahlen verwendet werden, die mit einem nach der zweiten Methode gebildeten Par-
teiendurchschnitt gewonnen wurden. Die Unterschiede sind geringfügig:
1942/43
Durchschnitt I
Monatl. Stichtage
Durchschnitt II
1/4jährl. Stichtage
Unter-
schied
Kriegsbeschädigte
32
32
Sozialrentner
Empfänger von Kleinrentnerhilfe
Sonstige Kleinrentner
350
348
69
68
90
89
Gleichgestellte nach § 17 RGr.
32
32
Empfänger erweiterter Fürsorge
186
168
-18
Empfänger von Kriegshilfe
2
2
Pflegekinder
60
62
+2
Empfänger allgemeiner Fürsorge
232
253
-++-21
1053
1054
+1
Unter den Empfängern zusätzlicher Reichszuschüsse sind die Empfänger von
Kleinrentnerhilfe und die sonstigen Kleinrentner enthalten. Soweit die Summe
dieser beiden Gruppen kleiner ist als die Gesamtzahl der Empfänger von Reichs-
zuschüssen, handelt es sich um Anstaltspfleglinge. Die Empfänger von Tuberkulose-
hilfe durften nach der Verordnung vom 8. 9. 1942 nicht zu den Empfängern der
öffentlichen Fürsorge gezählt werden. Die Tabelle zeigt in Grund- und Verhältnis-
119
Seite 146
146/506
zahlen die Entwicklung der Gruppen der Hilfsbedürftigen nach Einführung der
gehobenen Fürsorge.
Zu Tabelle VI/2 C:
Das Auffallendste an dieser Tabelle ist das Zunehmen der Hilfsbedürftigen unter
50 Jahren sowie der mitunterstützten Angehörigen. Stellenverluste und Verbrauch
der Ersparnisse waren die Ursache. Bemerkenswert ist das bedeutende Übergewicht
der weiblichen über die männlichen Hilfsbedürftigen; so standen am Ende des Jahres
1946 159 Männern 589 Frauen gegenüber.
Zu Tabelle VI/2 D:
Der Aufbau dieser Tabelle entspricht den Vorschriften des Deutschen Statistischen
Reichsamtes. Die Leistungen der offenen Fürsorge sind entsprechend gegliedert und
deren Aufwand summiert; die Erstattungen (Rückersätze an vorläufig verpflichtete
Fürsorgeverbände), die Reichszuschüsse für Kleinrentner und die Tuberkulosehilfe
sind getrennt angeführt. Die Summen der offenen Fürsorge (A+B) eignen sich zu
Vergleichen mit den Ergebnissen der Reichsfürsorgestatistik, während die End-
summen (A+B+C+D+E) analog der Tabelle VI/2 A über die Gesamtkosten
aller Zuwendungen informieren, die an Hilfsbedürftige durch das Fürsorgeamt
gewährt wurden. Wieviel von beiden Summen die Stadt, bzw. der einzelne Bewohner
zu tragen hat, läßt sich aus der nachstehenden Tabelle ablesen.
Rechnungs-
zeitraum
Ausgaben
RM, S
Einnahmen
Zuschuẞbedarf
RM, S
% d. Ausg.
insges.
je Einw.
1941/42
393848
78865
20
314883
3.24
1942/43
524365
87355
16
437 010
4.40
1943/44
449412
113730
25
335 682
3.26
1944/45
382411
73406
19
309 005
3.11
1945 (9 Mte.)
284088
71807
25
212281
2.31
1946
482365
161678
33
320687
3.27
Die Stadt als Fürsorgeverband hatte demnach im Jahre 1946 von den Gesamt-
auslagen von 482365 S 320687 S (67%) aus eigenem zu decken, auf den Ein-
wohner entfielen als tatsächliche Belastung 3.27 S. In den sechs Rechnungszeit-
räumen von 1941/42 an betrug der nötige Zuschußbedarf im Durchschnitt 77% der
Ausgaben. Als Einnahmen kamen in Frage der Ersatz der Aufwendungen für die
Tuberkulosehilfe, die Kostenersätze von den Unterstützten und Drittverpflichteten,
aus Nachlässen und von endgültig verpflichteten Fürsorgeverbänden, weiters die
Rückzahlung gewährter Darlehen. Früher waren auch die zugewiesenen Reichs-
zuschüsse für Kleinrentner auf der Ausgaben- wie Einnahmenseite zu finden. Wie
die Tabelle VI/2 B die Wirkungen der Einführung und der Erweiterung der gehobenen
Fürsorge auf den Personenkreis aufzeigt, kommen in der Tabelle VI/2 D die finan-
ziellen Auswirkungen dieser Maßnahmen zur Geltung. Das Schwergewicht in der
offenen Fürsorge liegt, den Reichsgrundsätzen gemäß, vollends auf den laufenden
Barleistungen, die sonstigen Leistungen treten diesen gegenüber weit zurück. Vor
1938, man vergleiche die Gliederung der Ausgaben für 1937, lagen die Verhältnisse
anders: die Aushilfen waren in der damaligen Zeit schwerer Arbeitslosigkeit die
gebotene Unterstützungsform für arbeitsfähige Hilfsbedürftige.
Zu Tabelle VI/2 E:
MORDE
Die Durchschnittsbeträge an laufenden Barunterstützungen sind die Quotienten
aus den Zahlen der Tabellen VI/2 D und B. Während im Rechnungsjahr 1942/43
120
Seite 147
147/506
die Durchschnitte durch die für 1941/42 enthaltenen Nachzahlungen überhöht
sind, zeigt sich vom Rechnungsjahr 1943/44 an ein ziemlich stabiler Stand, der den
Abschluß der mit dem Erlaß vom 31. 10. 1941 angeordneten Maßnahmen bedeutet.
Bei Betrachtung dieser Tabelle muß stets beachtet werden, daß die Durchschnitts-
beträge nicht das Durchschnittseinkommen der Unterstützten, sondern die Durch-
schnitte der Aufzahlungen auf ihr sonstiges Einkommen im Rahmen der Richtsätze
sind.
Zu Tabelle VI/2 F:
Die beste Kontrolle über die Richtigkeit der Anwendung neuer Vorschriften ist
der Vergleich. In der Tabelle VI/2 F wird aus den letzten Veröffentlichungen des
Statistischen Reichsamtes über die öffentliche Fürsorge in Österreich Material
geboten, das erkennen läßt, daß sich Innsbruck, wie auch die anderen zum Vergleich
herangezogenen österreichischen Städte, wie aus den Prozentsätzen und Verhältnis-
zahlen leicht entnommen werden kann, überraschend gut in das System des neuen
Fürsorgerechtes einfügen konnte und weder mit der Zahl der unterstützten Hilfs-
bedürftigen noch mit der Höhe der Kosten vom Mittel sonderlich abwich. So ent-
fielen am 31. März 1943 auf 1000 Einwohner in Innsbruck 13.1, im Reich 13.3 in
bar unterstützte Parteien und vom Gesamtaufwand des Rechnungsjahres 1942/43
in Innsbruck-nach der Berechnung des Reichsamtes - 5.40 RM, im Reich 5.50 RM
auf den Einwohner.
Die Teiltabelle 3 hat den Mangel, daß die durchschnittlichen Barleistungen in
Innsbruck in beiden Varianten a und b Nachzahlungen enthalten. Der Eindruck
wird richtiger, wenn man zum Vergleich mit den Zahlen des Reichsdurchschnittes
von 1942/43 es ist der letzte h. a. bekannte nicht die Zahlen desselben Rech-
nungsjahres, sondern aus Tabelle VI/2 E die des nächsten Jahres gegenüberstellt,
welche schon das Ergebnis der endgültigen Durchführung des neuen Fürsorge-
rechtes sind.
Zu den Tabellen über die geschlossene Fürsorge, d. h. die Unterbringung von
Hilfsbedürftigen in Heimen, Anstalten, Krankenhäusern usw., ist nur folgendes
zu sagen: die Kostenbeiträge sind Reinausgaben, die der Stadt als Fürsorgeverband
aus der Unterbringung von Hilfsbedürftigen erwachsen. Diesen Reinausgaben
stehen, wie in der offenen Fürsorge, auch Einnahmen gegenüber, unter denen die
Kostenersätze der Pfleglinge eine größere Rolle spielen als die Ersätze der Unter-
stützten in der offenen Fürsorge. Handelt es sich um krankenversicherungspflichtige
Patienten, wird die Stadt nur mit dem Betrage belastet, der nach Abzug der gesetz-
lichen Versicherungsleistung der Krankenkasse verbleibt; damit erklärt sich das in
der Tabelle VI/2 G manchmal aufscheinende Mißverhältnis zwischen Verpflegstagen
und -kosten. Die vom Rechnungsjahr 1944/45 an bei den Anstalten unter 6 bis 10
bestehenden Lücken hätten, soweit Kosten ausgewiesen sind, mit den zugehörigen
Zahlen von Pfleglingen und Verpflegstagen nur mangelhaft ausgefüllt werden können,
weil, wie die Fußnote 2 bereits erklärt, die möglicherweise alle diese Anstalten
berührende Zahl der vom Landesfürsorgeverband betreuten Pfleglinge und ihrer
Verpflegstage gefehlt hätte; vom Jahre 1947 an wird wiederum namentlich und nach
den tatsächlichen Verpflegstagen verrechnet. Die Tabelle VI/2 H fällt insofern aus
dem Rahmen der bisherigen Darstellung, als die ausgewiesene Frequenz der Anstalten
wie auch die Zahl der Verpflegstage sich nicht nur auf den Übergangszeitraum vom
1. 4. bis 31. 12. 1945 allein, sondern auf das ganze Jahr 1945 beziehen. Die Tabellen
VI/2 J und K über Familienstand, Alter und Beruf der Anstaltspfleglinge bedürfen
keiner Erläuterung.
F.
121
Seite 148
148/506
122
Jugendfürsorge in Innsbruck
Pflegeaufsicht - Amtsvormundschaft Schutzaufsicht Sachwaltungen Jugendgerichtshilfe
-
Mandelgelder
Mündelvermögen
Tabelle VI/1 A₁
Pflegekinder
Es standen unter
Amts-
vormundschaft
Pflegeaufsicht des Jugendamtes
Minderjährige
Im Rechnungs-
od. Kalenderjahr
Schutzaufsicht
Minderjährige
Am Ende des
Rechnungs-
oder
bei der
Mutter
davon
ohne
Kalenderjahres
ins-
gesamt
davon lebende
Kinder
ins-
davon
ins-
ins- weib-
gericht-
eheliche un-
%
eheliche gesamt gesamt
Kinder
eheliche
liche
gesamt
liche
%
Anord-
nung
%
RM od. S RM od. S
1940/41
608
16.1
567 1175 2109
5.7
103
57.3
90.3
602
109
265400
93900
1941/42
499
11.8
861
1360
2249
5.0
27
14.8
33.3
586
136
241997
81803
1942/43
507
12.4
875
1382
2350
5.3
541
447077
116668
1943/44
505
11.3
953 1458
2372
4.9
(3)
528
493631
143505
1944/45
2411
5.6
532
448057
197 623
1. 4.-31. 12.
705
10.4
1092 1797
2427
5.8
518
.9
268 158
188041
1945
1946
639
9.4
1142 1781 2537
6.2
4
50.0
50.0
516
132
296657
187755
do ob
Magistratsabteilung V, Jugendamt.
1) Stand am Ende des Rechnungs- oder Kalenderjahres.
2) Zahl der im Strafverfahren betreuten Minderjährigen.
3) Wurde durch NSV.-Jugendhilfe besorgt.
*) Vom April 1945 bis Februar 1946 ruhte die Tätigkeit des Gerichtes.
Seite 149
149/506
Am Ende
des
Rechnungs-
oder
Kalender-
Tabelle VI/1 A
Fürsorgeerziehung und zugelassene öffentliche Erziehung
I.
Vom Vormundschaftsgericht
der Fürsorgeerziehung überwiesene
Zöglinge
II.
Vom Landesjugend-
amt der zugelassenen
öffentl. Erziehung
überwiesene
Zöglinge
jahres
davon
insgesamt vorläufig endgültig
weibl. %
insgesamt weiblich %
davon
1940/41
145
26
119
42.7
28
42.8
1941/42
176
48
128
44.3
46
39.1
1942/43
157
35
122
48.4
59
40.7
1943/44
147
35
112
51.7
65
52.3
1944/45
105
23
82
53.3
63
49.2
1. 4.-31.12.
89
15
64
43.8
62
43.5
1945
1946
77
21
56
49.4
83
34.9
Aus der Kartei des Landesjugendamtes ermittelt.
Kinderheim Mariahilf
a) Kinderheim
Aufgenommene Heimkinder
Tabelle VI/1 B
Jahr
nach Altersjahren
Knaben Mädchen insgesamt
1½-6
über 6-12
über 12
1946
29
35
64
31
28
5
Einweisungsgründe
Wirt-
Jahr
schaftl. Obdach-
Vater oder
Mutter in
Miẞ-
hand-
Not losigkeit Heil-
Haft
stand
anst.
lung
Ge-
fährdung
Ver- Schwer-
wahr- erzieh-
losung barkeit
Ge-
brechen
1946
8
14
3
-
1
26
9
2
1
b) Tagesheim
Eingeschriebene Tageskinder
Jahr
am
Neu-
Jahres- auf- Abgang ins-
anfang nahmen.
gesamt
1946
1)
33
9
24
am Jahresende
Knaben Mädchen
13
11
2
unter 3 Jahre
3 Jahren und älter
22
Jahr
Durchschnittlicher Tagesbesuch in den Monaten
Jän. Feb. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.
1946 -1)-1) 8 4 6 9 17 15 19 21 24 24
Magistratsabteilung V, Jugendamt.
1) Vom 13. 12. 1945 an wegen Diphtherie geschlossen.
Jänner
bis Dez.
15
123
Seite 150
150/506
Tabelle VI/2 A
Übersicht
über die Zuwendungen an Hilfsbedürftige in offener Fürsorge in Innsbruck in den
Jahren 1913, 1918 und 1927 bis 1946. Höhe des Aufwandes je Einwohner
Kalenderjahr
Rechnungsjahr
Übergangszeitraum¹)
1913
Aufwand in
K, S oder RM³)
K 83569
124782
S 189418
228843
1918
1927
1928
1929
306667
1930
348114
1931
465649
1932
508438
1933
689 559
1934
767263
1935
835818
1936
1937
1938
1. 1.-31. 3.
1939
1939/40
842864
1079004
S 1006859
RM 671149
132159
(528636)³)
423997
Aufwand
je Einwohner
in K, S oder RM
K
1.54
2.26
S
3.21
3.86
5.15
5.82
7.74
8.41
11.36
12.57
13.63
13.67
17.42
S
15.22
RM 10.14
1.68
1940/41
409 199
1941/42
393848
1942/43
524365
1943/44
449412
1944/45
382411
1. 4.-31. 12.
1945
S
284088
(378784)4)
1946
482366
(6.74))
5.40
4.45
4.05
5.28
4.36
3.85
S
3.09
(4.13)4)
4.92
Die Aufwandszahlen sind den Rechnungsabschlüssen entnommen.
1) Bis 1. 1. 1939 Kalenderjahre, vom 1. 1. bis 31. 3. 1939 Übergangszeitraum, vom 1. 4. 1939
bis 31. 3. 1945 Rechnungsjahre, vom 1. 4. bis 31. 12. 1945 Übergangszeitraum, am 1. 1. 1946
Rückkehr zum Kalenderjahr.
2) Schillingwährung vom 1. 1. 1925 an, 10000 entwertete Kronen
währung vom 28. 3. 1938 an, 3 S
1 RM 1 S.
=
= 1 S; Reichsmark-
2 RM; Wiedereinführung des Schillings am 13. Dez. 1945,
3) Vierteljahresaufwand zum Vergleich mit dem Aufwand voller Kalender- oder Rechnungs-
jahre in (-) von 3 auf 12 Monate umgerechnet.
4) Aufwand der 9 Monate zu Vergleichszwecken in (-) von 9 auf 12 Monate umgerechnet.
124
Seite 151
151/506
Personenkreis der offenen Fürsorge in Innsbruck vom 1. 4. 1941 bis 31. 12. 1946
Monatliche Durchschnittszahl der Parteien
1941/42
1942/43
1943/44
1944/45
1. 4.-31. 12
1945
1946
Gruppen der hilfsbedürftigen Parteien
Zahl
monatl.
Zahl
monatl.
Zahl
monatl.
Zahl
monatl.
Zahl
Zahl
v. H.
monatl.
monatl.
Kriegsbeschädigte usw.
33
32
32
24
21
21
2.41
Sozialrentner
332
350
354
297
264
223
25.51
Empfänger von Kleinrentnerhilfe
64
69
65
49
36
22
2.51
Sonstige Kleinrentner
86
90
90
72
52
33
3.77
Gleichgestellte nach § 17 der R.-Gr.
37
32
24
22
20
21
2.41
Empfänger d. erweiterten gehob. Fürs.
186
305
262
241
374
42.79
Empfänger von Kriegshilfe
4
2
2
2
1
Empfänger v. gehob. Fürs. zusammen
556
761
872
728
635
694
79.40
(vom Hundert der Empf. der gehob.
und allgem. Fürsorge)
(48.55)
(72.26)
(86.67)
(89.43)
(87.46)
(79.40)
Pflegekinder
91
60
54
31
26
65
7.44
Empfänger allg. od. sonstiger Fürsorge
498
232
80
55
65
115
13.16
Empf. geh. u. allg. Fürs. zusammen
1145
1053
1006
814
726
874
100.-
(auf 1000 Einwohner)
(11.7)
(10.6)
(9.7)
(8.1)
(7.9)
(8.9)
Empfänger zusätzlicher Reichs-
zuschüsse an Kleinrentner
176
188
191
175
153
Empfänger von Tuberkulosehilfe
34
27
26
24
Tabelle VI/2 B
Die Grundlage für die Durchschnittsberechnung
amt, entnommen.
-
monatliche Parteienstände
sind statistischen Arbeiten der Mag.-Abt. V, Fürsorge-
Die Durchschnittszahl () ist ein Zwölftel der Summe der Parteienstände am Ende der 12 Monate des Rechnungs-, bzw. Kalenderjahres;
für den Zeitraum vom 1. 4. bis 31. 12. 1945 beträgt sie 1%, der 9 Monatssummen.
125
Seite 152
152/506
Tabelle VI/2 C auf Seite 129
Kosten der offenen Fürsorge in Innsbruck gegliedert nach den Gruppen der hilfs-
Zeit vom 1. April 1941
1941/42 1942/43 1943/44
Gruppen der hilfsbedürftigen Parteien
RM
RM
RM
A Laufende Barleistungen an
Kriegsbeschädigte usw.
7902
13273
10630
Sozialrentner
68923
120643
92089
Empfänger von Kleinrentnerhilfe
10149
22253
16873
Sonstige Kleinrentner
16631
33149
26625
Gleichgestellte nach § 17 der Reichs-Grundsätze
13623
17233
10277
Empfänger der erweiterten gehobenen Fürsorge
Empfänger von Kriegshilfe
125051
130284
4563
3543
2215
Empfänger von gehobener Fürsorge zusammen
121791
335145
288943
Pflegekinder
28673
19527
17840
Empfänger allgemeiner oder sonstiger Fürsorge
144116
79553
28939
Laufende Barleistungen zusammen (Summe A)
294580
434225
335722
B
Sonstige Leistungen
Wirtschaftliche Fürsorge
Einmalige Barleistungen
13239
5498
8950
Darlehen
780
1932
828
Nahrungsmittel
8818
4081
1848
Kleidung und Hausrat
2962
1037
1131
Andere Sach- und Dienstleistungen
2758
3011
2991
Wirtschaftliche Fürsorge zusammen
28557
15559
15748
Gesundheitliche Fürsorge
Ärztliche Behandlung
4051
2044
1488
Zahnärztliche Behandlung
603
545
307
Heilmittel einschließlich Prothesen
7886
4174
3281
Wochenfürsorge
337
467
462
Andere krankenpflegerische Leistungen
1529
831
770
Gesundheitliche Fürsorge zusammen
14406
8061
6308
Sonstige Leistungen zusammen (Summe B)
42963
23620
22056
Kosten d. offenen Fürsorge insges. (Summe A u. B) 337 543
457845
357778
je Einwohner RM oder S
3.47
4.61
3.47
CAR
Erstattungen (Rückersätze) an Fürsorgeverbände
17744
22234
17200
D
Reichszuschüsse an Kleinrentner
38561
44286
47052
E
Tuberkulosehilfe
27 382
Summe A, B, C, D und E
393848
524365
449412
4.05
5.28
4.36
je Einwohner RM oder S
Die Zahlen sind den Rechnungsabschlüssen (Jahresrechnungen) entnommen.
126
bralt
Seite 153
153/506
Tabelle VI/2 D
bedürftigen Parteien, Reichszuschüsse an Kleinrentner und Tuberkulosehilfe in der
bis 31. Dezember 1946
|1.4.-31.12
1944/45
1945
RM
RM
S
1946
S
8022
5147
77437
54839
12991
6896
20897
11473
9489
7327
110848
3478
243 163
10494
22976
95310
1260
182252
8017
24388
276623 214657
Anmerkung
7528
64345
7410
10146
13332
220098
322859
27846
61456
412161
29 480
6039
418
444
-
Zu 1942/43. Erhöhte Leistungen gemäß erhöhter Richt-
sätze und Überführung Hilfsbedürftiger von der allgem.
in die erweiterte geh. Fürsorge. In den Summen sind
36 600 RM an Nachzahlungen für 1941/42 enthalten. Im
Betrag von 79553 sind 2541 RM für erst im April 1943
fällige Unterstützungen verbucht; dadurch erhöht sich
in Tab. VI/2 E der monatl. Unterstützungsdurchschnitt
d. Empfänger d. allgem. Fürsorge um mehr als 2 RM.
Zu 1943/44. Unter den,,einmal. Barleistungen" v. 8950
sind 3970 RM an Unterstützungsbeiträgen f. Bomben-
geschädigte enthalten. Tbc-Hilfe i. Sinne d. Vdg. v.
8. 9. 42 wurde erstmals am 1. 4. 1943 ausbezahlt; sie gilt
nicht als Leistung d. öffentl. Fürsorge und ist nicht
zurückzuerstatten.
Zu 1944/45. Von den 16705 RM einmalige Barleistungen
sind 11390 RM Unterstützungsbeträge an Bombenge-
schädigte. Der hohe Betrag an Wochenfürsorge erklärt
sich aus der Zunahme der Hausentbindungen infolge Ver-
legung der Geburtsklinik nach Seefeld.
Zu 1945. Die 22746 RM an Darlehen wurden fast zur
Gänze Bombengeschädigten gewährt. Die Reichszu-
schüsse für Kleinrentner wurden mit 31. 8. 45 eingestellt.
Zu 1946. Vermehrung der Zahl der Hilfsbedürftigen
durch Stellenverluste u. Ersparnisseverbrauch u. allgem.
Erhöhung der Leistungen gemäß verbesserter Richt-
sätze v. 1. 10. 1946 bewirken Ansteigen des Aufwandes.
Unter den 29 480 einmaligen Barleistungen sind 14091 S
Aushilfen für Kartoffeleinkellerung. Kriegshilfe wurde
vom Beginn des Jahres 1946 nicht mehr gewährt.
16705
6662
503
22746
805
232
765
285
1778
2233
525
2550
20583
32158
39012
515
250
7
434
49
1618
555
1649
4082
172
162
383
6387
1360
2576
26970
33518
41588
303 603
248 175
453749
3.05
2.70
4.63
16098
11756
12102
40144
10058
22566
14099
16515
382411
284088
482366
3.85
3.09
4.92
127
Seite 154
154/506
128
Die durchschnittliche Höhe der laufenden Barunterstützungen in Innsbruck
je Partei und Monat vom 1. 4. 1941 bis 31. 12. 1946
Tabelle VI/2 E
Gruppen der hilfsbedürftigen Parteien
1941/42
1942/43¹)
1943/44
1944/45
1.4.-31.12.
1945
1946
RM
RM
RM
RM
S
S
Kriegsbeschädigte usw.
19.95
34.56
27.68
27.85
27.23
29.87
Sozialrentner
17.29
28.72
21.67
21.72
23.08
24.04
Empfänger von Kleinrentnerhilfe
13.21
26.87
21.63
22.09
21.28
28.06
Sonstige Kleinrentner
16.11
30.69
24.65
24.18
24.51
25.62
Gleichgestellte nach § 17 der Reichsgrundsätze
30.68
44.87
35.51
35.94
40.70
52.90
Empfänger der erweiterten gehobenen Fürsorge
56.02
35.59
35.25
43.94
49.04
Empfänger von Kriegshilfe
95.06
147.62
92.29
144.95
140.00
Pflegekinder
26.25
27.12
27.53
28.20
34.26
35.70
Empfänger allgemeiner oder sonstiger Fürsorge
24.11
28.57
30.14
34.81
41.68
44.43
Empfänger zusätzl. Reichszuschüsse an Kleinrentner
18.25
19.62
20.52
19.10
9.73
Empfänger von Tuberkulosehilfe
67.11
69.62
60.23
57.33
4) Im Rechnungsjahr 1942/43 sind die Durchschnittssummen durch die für 1941/42 ausbezahlten Nachzahlungen von 36600 RM
überhöht.
Seite 155
155/506
Tabelle VI/2 C
Alter, Geschlecht und Familienstand der in offener Fürsorge unterstützten Parteien
(ausschließlich der Pflegekinder)
Zahl der in offener Fürsorge Mitunterstützten
A. Parteien nach dem Alter
vollendete Lebensjahre
Am
Jahres-
ende¹)
Gruppe II
Summe
Summe
I u. II)
Prozent.
Verhält-
51-60 61-70 71-80 81-90 über 90
nis I: II
II
1941
28
122
378
384
121
9
1014
1042
3: 97
1942
63
92
363
405
104
5
969
1032
6: 94
1943
50
86
334
391
111
6
928
978
5: 95
1944
29
61
293
342
85
4
785
814
4: 96
1945
40
32
217
307
118
2
676
716
6: 94
1946
173
81
232
209
51
2
575
748
23: 77
B. Parteien nach dem Familienstand
Am
Jahresende¹)
männlich
weiblich
ledig verh. verw. gesch. Summe ledig verh. verw. gesch. Summe
1941
90
99
1942
77
125 50
1943
60
134
1944
51
104
1945
42
98
1946
38
91
184252
56
17
262
350 93
288 49
780
16
268
395
32
301
36
764
46
13
253
374
21
298
32
725
37
10
202
307
14
260
31
612
37
17
194
255
29
197
41
522
21
9
159
195
94
250
50
589
Am
Jahresende¹)
Ehefrauen
C. Zahl der Mitunterstützten
Sonstige Angehörige
unter 16 J. 16 J. u. darüber
Summe
1941
1942
105
104
19
1943
109
121
23
1944
97
50
1945
102
163
1946
81
258
18884
228
253
165
5
270
353
Angaben der Magistratsabteilung V, Fürsorgeamt.
1) In den Jahren 1941 einschließlich 1944 wurde die Zählung Ende August durchgeführt.
2) Die Gesamtsummen dieser Tabelle können mit jenen der Tabelle VI/2 B nicht überein-
stimmen, da es sich im einen Fall um Stichtagszählungen, im andern um Durchschnitte handelt.
129
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130
OL TV d
Tabelle VI/2 F 1
nadadale A
Vergleichstabellen
1. Am 31. März 1943 von der öffentlichen Fürsorge laufend in bar unterstützte Parteien in Innsbruck, Salzburg, Klagenfurt, der
Bezirksfürsorgeverbände der Städte des Deutschen Reiches unter 100000 Einwohnern und des Deutschen Reiches insgesamt.
Bezirksfürsorgeverbände
Gruppen der hilfsbedürftigen Parteien
Innsbruck
Salzburg
Klagenfurt
der Städte des
Deutsch. Reiches
des
Deutsch. Reiches
unt. 100000 Einw.
insgesamt
Zahl
%
Zahl %
Zahl
%
Zahl
%
Zahl
%
Kriegsbeschädigte usw.
33
3.1
20
1.8
8
1.1
2433
2.0
24535
2.1
Sozialrentner
374
35.8
270
24.9
238
33.0
53692
43.8
447115
38.0
Empfänger von Kleinrentnerhilfe
66
6.3
45
4.2
48
6.7
11038
9.0
73870
6.3
Sonstige Kleinrentner
95
9.1
71
6.5
6947
5.6
56549
4.8
Gleichgestellte nach § 17 d. R.-Gr.
26
2.5
1
0.1
4900
4.0
79 150
6.7
Empfänger der erweiterten geh. Fürsorge
322
30.8
574
52.9
301
41.8
19875
16.2
202043
17.2
Empfänger von Kriegshilfe
3
0.3
3
0.3
1
0.1
269
0.2
3378
0.3
Empfänger v. gehob. Fürs. zusammen
919
87.9
983
90.6
597
82.8
Pflegekinder
49
4.7
72
6.6
58
8.0
Empfänger allg. od. sonstiger Fürsorge
78
7.4
30
2.8
66
9.2
99154
10055
13460 11.0
80.8
886 640
75.4
8.2
122555
10.4
167165 14.2
Parteien insgesamt
1046
100.0
1085
100.0
721
100.0
auf 1000 Einwohner
13.1
14.5
13.5
122669
15.9
100.0
1176360 100.0
13.3
nodaph
Seite 157
157/506
Tabelle VI/2 F 2, 3
2. Kosten der offenen Fürsorge im Rechnungsjahr 1942/43 in Innsbruck, Salzburg,
Klagenfurt, in den Bezirksfürsorgeverbänden der Städte unter 100000 Einwohner und im
gesamten deutschen Reichsgebiet.
Sonstige
Leistungen
Gesamt-
aufwand
Laufende
Barleistungen
Wirt- Gesund-
schaftl. heitliche
Bezirksfürsorgeverbände
Fürsorge
je
1000 RM Einw. 1000 RM
%
1000 RM
RM
Innsbruck¹)
Salzburg
Klagenfurt
ge
a)
430.4
5.40
406.8 94.5
15.5
8.0
457.8 4.61
434.2 94.8
15.5
8.0
480.9 6.41
446.6 92.8
15.0
19.3
235.2 4.40
225.1
95.7
4.2
5.8
Bezirksfürsorgeverbände d. Städte
d. D. Reiches unter 100000 Einw.
52334 6.76
48 601
92.9
2324
1408
Bezirksfürsorgeverb. d. D. R.
insgesamt
487524
5.50 445 277
91.3
25 201
17046
3. Durchschnittliche laufende Barunterstützung je Partei und Monat im Rechnungsjahr
1942/43 in Innsbruck und im Deutschen Reich.
Innsbruck)
Deutsches
Gruppen der hilfsbedürftigen Parteien
RM
Reich
a)
b)
RM
Kriegsbeschädigte
31.25
34.56
27.89
Sozialrentner
28.06
28.88
25.54
Empfänger von Kleinrentnerhilfe
25.73
27.26
43.68
Sonstige Kleinrentner
28.65
31.03
35.79
Gleichgestellte nach § 17 R.-Gr.
39.31
44.87
48.25
Empfänger der erweiterten gehobenen Fürsorge
55.10
62.02
40.56
Empfänger von Kriegshilfe
150.-
147.50
86.87
Pflegekinder
26.33
26.24
19.92
Empfänger allgem. od. sonstiger Fürsorge
25.22
26.20
27.35
Quelle: Vierteljahreshefte zur Statistik des Deutschen Reiches 1943/I, II, III, IV
mit Ausnahme der Variante Innsbruck b).
1) Zu Tabelle F 2. Innsbruck a): Gesamtaufwand und laufende Barleistungen ohne Erstat-
tungen, ohne Reichszuschüsse, mit einem Viertel der Nachzahlungen für 1941/42, Divisor
80 000 Einwohner; Innsbruck b): wie Innsbruck a) aber mit allen Nachzahlungen für
1941/42 und Divisor 99 308 Einwohner.
=
*) Zu Tabelle F 3. Die Durchschnittsbeträge sind bei Innsbruck a) nach dem Aufwand von
406 800, bei b) von 434 200 und dem Durchschnitt von der Parteienzahl an den vierteljährigen
Stichtagen berechnet.
131
Seite 158
158/506
132
R
Personenkreis und Kosten der geschlossenen Fürsorge
Tabelle VI/2 G
foniles
mi bau sudowal
1941/42
1942/43³)
Nr.
Einrichtungen der geschlossenen Fürsorge
Zahl der
Kosten
Pfleg. Verpflegs-
linge
tage
RM
Zahl der
Pfleg- Verpflegs-
linge tage
1943/44
Zahl der
Kosten
Kosten
Pfleg- Verpflegs-
RM
linge
tage
RM
1
Städtische Altersheime
470
141 821
225122
439 136233
219486
438
133229
196973
2
Städtische Pflegeanstalt
150
29 837
58159
159
28923
59 850
147
29 488
56033
3
Arbeits- und Bewahrungshäuser
7
1962
2746
4
796
1136
2
343
522
4
Allgemeines Landeskrankenhaus Innsbruck
1146
25399
66997
403
11955
38055
233
6797
18889
5
Andere Krankenhäuser
41
1921
6729
43
2315
6889
29
2841
8859
6
Heil- und Pflegeanstalt Solbad Hall
121
37095
33207
122
20489
36011
193
30270
57 085
7
Andere Nervenheilanstalten
15
4695
3727
13
3495
4872
18
2063
4822
8
Blinden-, Taubstummen- und Krüppelheime
10
2625
869
14
2330
2302
10
2857
2987
9
Kinderheime, Erziehungs- und Unterrichts-
anstalten
41
6745
16489
39
5542
12869
49
11679
13845
10
Sonstige Einrichtungen d. geschlossenen Fürs.
103
33626
21820 115
Insgesamt
2104 285726
32442
435865 1351 244520
45070 101
30772
426540 1220 250339
34601
394616
Aus statistischen Arbeiten der Mag.-Abteilung V, Fürsorgeamt und den Rechnungsabschlüssen (Jahresrechnungen).
1) Mit Vdg. vom 20. 3. 1942, RGBI. 27, wurde der Kostenanteil für die nach § 5 der Vdg. vom 3. Sept. 1938 von den Landesfürsorgever-
bänden in Anstaltspflege übernommenen Geisteskranken, Geistesschwachen, Epileptiker, Taubstummen, Blinden und Krüppel mit Rück-
wirkung vom 1. 4. 1941 von 20% auf 75% erhöht; die auf Innsbruck entfallende, im Jahre 1942 flüssiggestellte Nachzahlung betrug 66 668 RM.
Der gesamte Aufwand für die geschlossene Fürsorge stellte sich demnach im Jahre 1942/43 auf 493 208 RM.
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159/506
Personenkreis und Kosten der geschlossenen Fürsorge
1944/45*)
1.4.-31. 12. 19452)
Nr.
Einrichtungen der geschlossenen Fürsorge
Zahl der
Zahl der
1946)
Zahl der
Kosten
Kosten
Kosten
Pfleg-Verpflegs-
linge
tage
RM
1
Städtische Altersheime
409
125623
Pfleg- Verpflegs-
linge tage
171905 342 94491
Pfleg- Verpflegs-
2
Städtische Pflegeanstalt
136
27260
48981
68
18402
RM
linge
tage
122136 430 123972
27255
25230
RM
263120
126
74498
3
Arbeits- und Bewahrungshäuser
4
Allgemeines Landeskrankenhaus Innsbruck
175
4781
16044
238
7673
24355
331
12243
47292
5
Andere Krankenhäuser
8
813
1786
9
823
3113
14
1948
5991
6
Heil- und Pflegeanstalt Solbad Hall
34805
4845
2655
7
Andere Nervenheilanstalten
1864
5
8
Blinden-, Taubstummen- und Krüppelheime
1138
1692
2275
9
Kinderheime, Erziehungs- und Unterrichts-
anstalten
25896
3595
11703
1=
10
Sonstige Einrichtungen d. geschlossenen Fürs.
24135
8085
12043
11
Einrichtungen unter 6-10 mit Pfleglingen nach
§ 5 der Vdg. v. 3. Sept. 1938
73280
Insgesamt
399834
53675
248751
70 200
489 782
Tabelle VI/ 2 G (Fortsetzung)
Aus statistischen Arbeiten der Mag.-Abteilung V, Fürsorgeamt und den Rechnungsabschlüssen (Jahresrechnungen).
2) Für das Rechnungsjahr 1944/45, die 9 Monate 1945 und das Kalenderjahr 1946 wurde der Kostanteil nach § 5 der Vdg. vom 3. 9. 1938
auf Grund des Pfleglingsstandes von 1943 pauschaliert. Die Aufteilung der Pauschalsummen, wie auch die Verteilung der Pfleglinge auf,
die in Frage kommenden Anstalten unter 6-10 war daher in diesen Jahren praktisch unmöglich.
133
Seite 160
160/506
134
Nr.
Anstalten
Altersheime und andere Versorgungsanstalten. Bewegung 1945 und 1946
Zahl der Pfleglinge
Betten am
Jahresanf.
Stand am
Jahresanfang Zuwachs
zu-
Abgang
sammen insgesamt dav.gest.
Stand am
Jahresende
m.
m.
m.
m.
m.
m.
zus.
zus.
zus.
zus.
zus.
zus.
w.
W.
W.
W.
W.
W.
1945
1
Städtisches Altersheim
Ing.-Etzel-Straße 59
70
19
89
21
20
225
206
68
274
58
136
49
185
37
28
2
Städtisches Altersheim
11
34
34
Schulgasse 3
23
3
Städtisches Altersheim
27
93
93
Innallee 11
66
18
20
Städtische Pflegeanstalt
17
82
75
55
19
1382
12
1
4
38
26
3
5
32
4
23
116
25
84
21
20
36
111
74
3
50
22 21252
im Tages-
durchschn.
Verpflegstage¹)
je
insgesamt Pflegling
68
48
216 216
78979 288.2
148
34 35
12634
332.4
10
37
91
33140
285.6
19
68
24955 224.8
128
42
170
46
36
124
Zusammen
434
408
131
539
137
97
280
369
91
61
278
402 4101407
149 708 277.7
23
24
5
Sonstige Anstalten³)
70
70
5
75
6
5
69 60 21830 291.0
47
4
45
151
45
Insgesamt
504
478
327
91
Fa
196
48
37
148
136
614
143
102
471 470 171538 279.3
418
95
65
323
Tabelle VI/2 H
Seite 161
161/506
1946
1
Städtisches Altersheim
68
29
233
216
Ing.-Etzel-Straße 59
148
31
2
Städtisches Altersheim
11
35
34
Schulgasse 3
23
3
Städtisches Altersheim
28
93
91
Innallee 11
63
12
17
22
4
Städtische Pflegeanstalt
82
61
44
43
2166 52 23
60
60
97
179
16
276
27
43
43
19
17
12
46 11
6
29
5
33
10
17
108
26
75
16
20
65
99
39
19
126
52
87
33
69
12
13
16
0 22 52 36
9
81
28
233 224 81584
295.5
152
11
4
35 35
12702
276.1
24
23
17
82
59
99
81
29 686
274.8
29
29
20
74 69
25230
200.2
54
124
62
186
51
29
135
Zusammen
443
402
154
556
132
78
424 409
149 202
268.3
278
370
289
20
24
5
Sonstige Anstalten³)
69
8
24279
315.3
Insgesamt
44
144
512
327
471
66
210
53
162
30
633
157
96
143
423
84
90
490 475 173481
274.0
54
333
30
Tabelle VI/2 H
Angaben der Magistratsabteilung V, Fürsorgeamt.
1) Da unter 1945 die Pfleglingsbewegung während des ganzen Kalenderjahres dargestellt ist, mußten auch die auf das ganze Jahr ent-
fallenden Verpflegstage angegeben werden; die auf den Abrechnungszeitraum vom 1. 4. bis 31. 12. 1945 entfallenden Verpflegstage sind:
59794, 9520, 2517794491 und 18402, zusammen 112893 (vergleiche Tabelle VI/2 G).
2) Die unter,,Sonstige Anstalten" angegebenen Zahlen betreffen nur die von der Stadt befürsorgten Pfleglinge in nichtstädtischen
Heimen (Notburgaheim, Krausenhaus, Versorgungshäuser in Ried, Imst, Nassereith usw.).
135
Seite 162
162/506
136
Familienstand und Alter der städtisch befürsorgten Anstaltspfleglinge 1945 und 1946
Pfleglinge am Jahresende nach dem
Tabelle VI/2 J
9129
Jahr
Familienstand
Alter
-
vollendete Lebensjahre
Geschlecht
ledig
verh.
verw.
gesch.
bis 50 51-60
61-70
71-80 81-90
über 90
Männer
85
14
40
9
18
10
42
60
18
1945
Frauen
175
13
123
12
25
23
76
136
55
8
Insgesamt
260
27
163
21
43
33
118
196
73
8
Männer
81
15
52
9
21
30
80
26
1946
Frauen
185
19
119
10
37
64
144
82
6
Insgesamt
266
34
171
19
58
94
224
108
6
Magistratsabteilung V, Fürsorgeamt.
Tabelle VI/2 K
Jahr
Beruf und Berufsstellung der städtisch befürsorgten Anstaltspfleglinge 1945 und 1946
Pfleglinge am Jahresende nach Beruf und Berufsstellung vor ihrer Aufnahme ins Heim
Land- und
Industrie
Forstwirtschaft und Gewerbe
Haus-
Handel
und Verkehr
Geschlecht
selb-
unselb-
unselb-
selb-
ständig ständig ständig ständig ständig
selb- unselb-
ständig |
Häus- Öffent-
liche licher
Dienste Dienst
Freie
Berufe
frauen Sonstige Ohne
ohneand. Berufe Beruf
Beruf
Männer
14
11
71
19
1945
Frauen
-
47
11
141
Insgesamt
14
11
118
30
141
19
Männer
18
12
72
20
19
1946
Frauen
1
-
39
9
135
Insgesamt
19
12
111
29
135
24
546651
4
13
1
4
93
19
4
8
93
32
005
4
12
4
108
28
4
8
108
40
4
Magistratsabteilung V, Fürsorgeamt.
Seite 163
163/506
bau todontisdik
VII. Sozialversicherung
Die Sozialversicherungs-Anstalten im Lande Tirol umfassen zumeist das Gebiet
des Bundeslandes Tirol, weshalb sie zufolge ihrer inneren Organisation Zahlen über
die Versicherten, die im Stadtgebiete von Innsbruck ansässig sind, und die Ver-
sicherungsleistungen für dieselben nicht angeben können.
VII/1. Gebietskrankenkasse
Es war nur möglich von der Gebietskrankenkasse für Tirol den Stand der Ver-
sicherten von Innsbruck zu erhalten, alle anderen Daten für Innsbruck konnten
auch von dieser Krankenkasse nicht erhoben werden. Damit ist eine statistische
Darstellung und Untersuchung über die Auswirkung der gesamten Sozialversicherung
auf die Bevölkerung der Stadt Innsbruck, über die Verhältniszahlen zwischen den
Sozialversicherten zur Bevölkerung, zur Zahl der Ärzte und Apotheken nicht möglich
geworden. Die Tafel VII/1 A weist den Stand der Versicherten in der Gebiets-
krankenkasse für Tirol für das Gebiet von Innsbruck aus.
VII/2. Krankenfürsorgeanstalt der städtischen Angestellten in Innsbruck
Der Gedanke, durch Krankenversicherung die städtischen Beamten, die von der
gesetzlichen Krankenversicherungspflicht als pragmatisierte Beamte ausgenommen
waren, im Falle der Krankheit zu schützen und schon in gesunden Tagen durch
Leistung von Beiträgen auf versicherungstechnischer Grundlage vorzusorgen,
wurde im Jahre 1920 durch die Gründung der Krankenfürsorgeanstalt der städti-
schen Beamten verwirklicht. Diese Anstalt wurde für die in ihren Kreis einbezogenen
Beamten zur Pflichteinrichtung erklärt und ihr eine Satzung gegeben.
Auf die Leistungen der Krankenfürsorgeanstalt haben als Mitglieder alle definitiv
Angestellten und Beamte des Ruhestandes der Stadtgemeinde Innsbruck Anspruch,
Angestellte anderer Gemeinden Tirols können, soferne diese Angestellten nach dem
Gehaltsschema des Bundes entlohnt werden, Aufnahme finden; den gleichen An-
spruch wie die Mitglieder haben die Angehörigen der Mitglieder, deren Kreis in der
Satzung genau festgelegt ist. Unbeschadet des Fortgenusses der Bezüge gebühren
den Mitgliedern und Angehörigen: bei freier Ärztewahl Arzthilfe und Heilmittel,
die Pflege in einer öffentlichen Krankenanstalt, in privaten Krankenhäusern die
Bezahlung der von der Krankenkasse festgelegten Verpflegsgebühren, Operations-
kostenbeiträge, fachärztliche Behandlung gemäß der Krankenordnung, Rückersatz
der Auslagen für gewöhnliche Zahnpflege, die Wochenhilfe an Wöchnerinnen, das
Sterbegeld bei Ableben eines Mitgliedes oder Kassenangehörigen, ein Begräbnis-
kostenbeitrag und endlich kann erweiterte Heilbehandlung bei Benützung von
Heilbädern und Heilstätten gewährt werden.
Die Mittel für diese Leistungen werden durch Beiträge der Arbeitgeber, d. h. der
Stadtgemeinde Innsbruck und der Gemeinden, deren Bedienstete Mitglieder sind,
sowie der Versicherten selbst, bis zur Höhe von zusammen 4%, bzw. 42% der ge-
137
Seite 164
164/506
samten Bezüge dieser Beamten und Angestellten aufgebracht. Arbeitgeber und
Arbeitnehmer zahlen je die Hälfte der Versicherungsbeiträge. Die Verwaltung
besorgt ein ehrenamtlich tätiger Vorstand, bestehend aus Mitgliedern der Kranken-
fürsorgeanstalt; als Prüfungsorgan diente ein Überwachungsausschuß, dem Mit-
glieder des Gemeinderates und Mitglieder der Krankenfürsorgeanstalt in gleicher
Zahl angehörten, bzw. seit 1939 das städtische Rechnungsprüfungsamt, das dem
Bürgermeister unmittelbar unterstellt ist.
Diese Krankenfürsorgeanstalt erwies sich in den 28 Jahren ihres Bestehens als
außerordentlich zweckmäßige Wohlfahrtseinrichtung, deren Leistungen durch die
Förderung der Stadtgemeinde Innsbruck eine bedeutende Höhe erreichen, deren
Verwaltungskosten aber dank der ehrenamtlichen Arbeit der Vorstandsmitglieder
klein sind. Die Tabellen VII/2 A-C geben hierüber Aufschluß.
Die Zahl der versicherten Mitglieder ist in allen Jahren geringer als die Zahl der
mitversicherten Personen. Es fällt auf, daß trotz der Vergrößerung der Stadtver-
waltung, die infolge der Vermehrung der Bevölkerung, der Eingemeindungen und
der Ausdehnung der Verwaltungsaufgaben notwendig geworden ist, die Anzahl der
versicherten Mitglieder nicht gestiegen ist, obwohl jeder Beamte verpflichtet war,
der Krankenfürsorgeanstalt beizutreten. Dieser Umstand ist dadurch zu erklären,
daß während der Kriegszeit und der Jahre 1945 und 1946 im allgemeinen keine
Pragmatisierungen von Beamten vorgenommen wurden, weshalb der erhöhte
Angestelltenstand der Stadtverwaltung in der Mitgliederzahl nicht in Erscheinung
tritt und diese Zahl sich um die verstorbenen Mitglieder und Mitversicherten ver-
minderte.
A.
138
Seite 165
165/506
Gebietskrankenkasse für Tirol
Stand der Versicherten im Stadtgebiet Innsbruck
Jahr
Kranken- und
Unfallversicherung
1945
1946
23510
26750
Tabelle VII/1 A
Nur
krankenversichert
Zusammen
323
334
23833
27084
Krankenfürsorgeanstalt der städtischen Angestellten
Stand der Versicherten
Tabelle VII/2 A
Mitglieder
Mitversicherte
Zusammen
Jahres-
ende
hievon
Innsbruck
hievon
Innsbruck
hievon
Innsbruck
1928
755
658
1089
908
1844
1566
1934
827
716¹)
1185
975¹)
2012
1691¹)
1936
718
611¹)
958
764¹)
1676
1375¹)
1940
755
637
929
733
1684
1370
1942
726
605
unbekannt
unbekannt
1945
672
560
846
644
1518
1204
1946
632
509
757
550
1389
1059
¹) Mit den Versicherten der 1938 an die Stadt Innsbruck angeschlossenen Gemeinde Hötting.
Tabelle VII/2 C
Versicherungsleistungen
je Mitglied
Krankenfürsorgeanstalt der Stadt Innsbruck
a) Durchschnittliche
b) Verwaltungskosten
zu Versicherungsleistungen
in Prozenten
Jahr
Schilling (RM)
Jahr
%
1928
148.93
1928
6.4
1934
198.88
1934
2.9
1936
196.93
1936
3.9
1940
107.41
1940
4.35
1942
128.56
1942
3.26
1945¹)
81.69
1945)
4.22
1946
148.61
1946
4.92
1) Das Jahr 1945 umfaßt nur 9 Monate (1. 4. bis 31. 12. 1945).
139
Seite 166
166/506
140
Versicherungsleistungen der Krankenfürsorgeanstalt für Mitglieder und Angehörige aller angeschlossenen Orte
(Beträge in Schillingen)
Tabelle VII/2 B
Jahr
Arzthilfe
Heilbehelfe
Röntgen
Operationen
Anstalts-
Bäder
pflege
Beistand
Überführung
Zahn-
ärztliche
Hilfe und
Zahnersatz
Geburts-
und
Wochenhilfe
Beihilfen
Sterbegeld
Zusammen
Medikamente
1928
34402.50
23055.11
11431.70
785.99
21 472.04
9493.-
9475.60
2333.60
112449.54
1934
46058.-
35714.40
21477.90
3660.50
33282.45
13862.-
7918.40
2505.10
164478.75
1936
40967.-
36010.30
23811.70
2163.66
20692.66
7593.85
7395.70
2763.40
141398.27
1940
18775.26
18838.47
13955.74
2355.07
13675.59
8640.59
4131.87
728.50
81 101.09
1942
22415.30
25854.08
11 990.54
1669.30
14644.60
5808.30
10458.40
495.50
93336.02
1945¹)
1946
13599.20
11593.71
14714.11
575.60
7432.-
3964.50
2699.80
322.50
54901.42
26 381.74
21 565.90
15829.20
852.50
14895.20
4614.40
9148.40
637.70
93925.04
hievon für Mitglieder und Angehörige von Innsbruck und Hötting, bzw. Innsbruck allein
1928
30830.30
20772.01
10519.50
785.99
18238.54
7209.-
8837.30
2080.60
99273.24
1934
39 687.40
31060.30
18585.90
3131.10
28 793.70
9419.40
7188.-
2505.10
140370.90
1936
33366.90
30901.70
19143.20
2054.76
16904.16
7135.85
6849.70
1855.40
118211.67
1940
14767.84
15941.47
12068.20
2058.20
11313.30
6285.55
3939.-
127.50
66501.06
1942
17202.50
21 794.92
10282.04
1403.80
11299.20
4692.50
8899.-
495.50
76079.46
1945¹)
11409.60
10231.40
13089.57
457.50
5065.-
3166.40
2330.
45749.47
1946
20739.35
16994.45
12698.85
572.20
11 269.-
3332.10
6939.
637.70
73182.65
1) Für 9 Monate (vom 1. 4. bis 31. 12. 1945).
Seite 167
167/506
VIII. Beschäftigung der Bevölkerung und Arbeitslosigkeit
VIII/1. Beschäftigung der Bevölkerung
Die Frage nach Umfang und Art der Berufstätigkeit der Bevölkerung ist alt und
für jede Staatsführung naheliegend. Aber erst seit Mitte des vorigen Jahrhunderts
suchte man in allen Staaten die Beantwortung dieser Frage durch systematische
Berufszählungen zu erreichen, die entweder gesondert oder in Verbindung mit
Volkszählungen durchgeführt wurden. Gefragt wurde nach dem Beruf, d. h. nach
der Tätigkeit, durch welche sich der einzelne in der Hauptsache seinen Lebensunter-
halt verschafft, nach der Stellung im Beruf - ob Unternehmer, Angestellter oder
Arbeiter und in welchem Betrieb die Erwerbstätigkeit ausgeübt wird. Selb-
ständige Personen, die keinen Beruf ausübten, hatten ihre Einnahmsquellen anzu-
geben: Kapitalsrente, die Volkszählung von 1934 nennt noch den Hausbesitz, Ruhe-
genuß, Sozialrente, Fürsorgeunterstützung und dgl. Damit waren drei Berufs-
gruppen: Erwerbspersonen, selbständige Berufslose und die von diesen beiden
finanziell abhängigen Angehörigen sowie drei Berufsmerkmale: Berufstätigkeit,
soziale Stellung und Betriebszugehörigkeit gegeben. Außerdem wurde auf die
beruflich wichtige Gliederung nach Alter und Geschlecht gebührend Bedacht
genommen.
Die näheren Begriffsbestimmungen der einzelnen Zählungen, und zwar nicht
nur die der verschiedenen Staaten, sondern auch die desselben Staates, weichen
voneinander ab, so daß Vergleiche und damit die Darstellung von Entwicklungs-
phasen erschwert oder teilweise unmöglich werden. Die Systematik der letzten
österreichischen Berufszählung, die mit der Volkszählung vom 22. März 1934 durch-
geführt wurde, ist eine andere, als die der letzten Volks-, Berufs- und Betriebs-
zählung des Deutschen Reiches vom 17. Mai 1939. Daß das Landesarbeitsamt bei
der statistischen Auswertung seiner Beschäftigungserhebung nach § 13 des Arbeits-
pflichtgesetzes vom 15. Februar 1946, BGBl. Nr. 63 aus 1946, teilweise eigene Wege
ging, liegt an den Aufgaben der Arbeitsämter. Immerhin beanspruchen die,,Statisti-
schen Ergebnisse der Tiroler Beschäftigungserhebung vom Jahre 1946" als jüngste
Berufszählung zur Beurteilung der Frage der Beschäftigung der Bevölkerung in
Innsbruck das größte Interesse¹).
Die Tabelle VIII/1 A zeigt die drei Bevölkerungsgruppen: die Erwerbspersonen,
die selbständigen Berufslosen und die von diesen abhängigen Angehörigen. Die
Tabellen VIII/1 B₁, B2, B3, VIII/1 C und VIII/1 D₁, D2, D3, entsprechen der Gliede-
rung der Erwerbspersonen nach den drei Berufsmerkmalen der Berufstätigkeit,
der Stellung im Beruf, auch als soziale Stellung bezeichnet, und der Betriebs-, bzw.
wirtschaftlichen Zugehörigkeit. Die Tabelle VIII/1 E erfaßt die ganze Bevölkerung;
die selbständigen Berufslosen sind als 6. Art der sozialen Stellung angefügt. Die
von den Berufstätigen und den Berufslosen erhaltenen Personen sind auf die Posi-
tionen ihrer Erhalter aufgeteilt. Die Tabelle VIII/1 F enthält den Altersaufbau der
Berufstätigen im Juli 1946.
1) Systematik und Ergebnisse der Beschäftigungserhebung vom Juli 1946:
141
131
Seite 168
168/506
I. Die drei Bevölkerungsgruppen
a) Erwerbspersonen
Die wichtigste der drei Bevölkerungsgruppen ist die der Erwerbspersonen, auch
Berufsträger genannt. Die beiden Zählungen vom Jahre 1934 und 1939 verstanden
darunter Personen, die am Stichtag der Zählung zum Zwecke des Erwerbes einem
Hauptberuf nachgingen; zu ihnen wurden auch die Arbeitslosen gezählt. Die Be-
schäftigungserhebung vom Jahre 1946 hingegen zählte unter der Bezeichnung
,,Berufs- und Erwerbstätige" nur die tatsächlich Beschäftigten und reihte die Arbeits-
losen oder Arbeitsuchenden mit anderen in eine Gruppe von Unbeschäftigten ein.
Demgemäß sind unter den in der Tabelle VIII/1 A für 1934 ausgewiesenen
29479 Erwerbspersonen 5715 Arbeitslose, unter den 37 274 Erwerbspersonen des
Jahres 1939 530 Arbeitslose und unter der Zahl 37 436 von 1946 keine Arbeitslosen
enthalten. Um einen einwandfreien Vergleich durchführen zu können, sind ent-
weder zur letzten Zahl 284 Arbeitsuchende) vom Juli 1946 dazuzuschlagen oder
A. Berufstätige (erhoben)
1. Unselbständige Erwerbstätige
Angestellte
Arbeiter
Lehrlinge
Beamte
Mithelfende Familienangehörige
2. Selbständige Erwerbstätige
32312,
m. 20120
w. 12192
a) des Handels, Gewerbes, Verkehrs
b) der Landwirtschaft
3141,
3. Freie Berufe
m. 2205 W. 936
308, m. 227 W.
81
937, m. 702 W.
235
4. Geistliche und Ordenspersonen
658,
m. 234 W.
424
5. Haushaltsführerinnen eines landwirtschaftlichen
Haushaltes (Bäuerinnen)
80,
m.
W.
80
Summe A
37436,
m. 23488
w. 13948
B. Berufalose, Unbeschäftigte (erhoben)
1. Studenten und Schüler
2. Haushaltsführerinnen eines nichtlandwirtschaftlichen
Haushaltes (Hausfrauen)
4474,
m. 2820
W. 1654
20863,
m.
w. 20863
3. Durch Alter, Invalidität, Krankheit, arbeits-
unfähig gewordene Personen
4. Unbeschäftigte
5. Ungeklärte Falle
5757, m. 2939
3406, m. 2155
273, m. 235
W.
2818
W.
1251
W.
38
Summe B
34773, m. 8149
w. 26624
C. Kinder unter 14 Jahren (geschätzt)
16800,
m. 8568
w. 8232
Summe von A, B und C 89009,
m. 40205
w. 48804
2) 284 ist die Hälfte der für Bezirk Innsbruck-Stadt und Innsbruck-Land (ohne Hall) in
Tabelle VIII/2 D ausgewiesenen Arbeitsuchenden.
142
Seite 169
169/506
aus den ersten 2 großen Zahlen die Arbeitslosen auszuscheiden. Die Reihen mit
vergleichbaren Zahlen sind dann entweder
29479 37 274 - 37720
oder 23764-36744-37436.
Die Korrektur tritt im Verhältnis der Summe der Beschäftigten zur Gesamt-
bevölkerung besonders deutlich hervor; die Verhältniszahlen (Berufstätigenziffern)
lauten demnach
für das Jahr
mit Arbeitslosen
ohne Arbeitslose
1934
48.32%
38.95%
1939
1946
48.70%
42.37%
48.01%
42.05%
In der niederen Zahl der tatsächlich Beschäftigten des Jahres 1934 spiegeln sich
die damaligen schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse; die Berufstätigenziffer
aus dem Jahre 1939 kann als normal angesehen werden, während der Beschäftigten-
stand vom Jahre 1946 die Annahme zuläßt, daß damals nicht alle vorhandenen
Arbeitskräfte eingesetzt waren.
Interesse beansprucht weiters die Gliederung der Erwerbspersonen nach dem
Geschlecht. Es ist auffallend, daß, wie die nachstehende Übersicht zeigt, der Anteil
der Frauen an der Gesamtzahl der Erwerbspersonen in den drei fraglichen Erhebungs-
jahren fast gleichbleibend ist, es stehen rund 38% Frauen 62% Männern gegenüber.
Die Prozentsätze der Zahl der weiblichen Erwerbspersonen von der Gesamtzahl
der weiblichen Einwohner waren 34.28, 34.93 und 28.65.
Geschlecht der Erwerbspersonen, Verhältniszahlen der Geschlechter zueinander
und der erwerbstätigen Frauen zur Gesamtzahl der weiblichen Einwohner.
1934
Erwerbspersonen 29478
männl. 18353, weibl. 11126
62.26%
37.74%
1939
Erwerbspersonen 37274
männl. 22906, weibl. 14368
61.45%
38.55%
1946
Erwerbspersonen 377203)
männl. 23 733, weibl. 13987
62.91% 37.05%
b) Selbständige Berufslose
Weibl. Einw. 32450
davon erwerbstätig
34.28%
Weibl. Einw. 41126
davon erwerbstätig
34.93%
Weibl. Einw. 48804
davon erwerbstätig
28.65%
Die 2. Berufsgruppe bilden die Personen ohne Beruf oder Berufsangabe, nach der
Systematik vom Jahre 1939 selbständige Berufslose genannt. Es werden darunter
hauptsächlich Personen verstanden, die, ohne einen Hauptberuf auszuüben, auf
Grund irgend eines Rechtstitels, der sich meist auf eine frühere Berufstätigkeit
gründet, ein eigenes Einkommen beziehen. Hieher gehören vor allem die Beamten
des Ruhestandes, Invaliden- und Unfllasrentner, aber auch die Insassen von Alters-
und Versorgungsanstalten; dazu kommen noch die Insassen von Taubstummen-,
Irren-, Besserungs- und Strafanstalten und außerdem nach der Systematik der Volks-
8) 37720 = 37436 Beschäftigte + 245 arbeitslose Männer + 39 arbeitslose Frauen.
143
Seite 170
170/506
Bevölkerungsgruppen in Innsbruck
Volkszählung 1989
I II I
88
ob an
Beschäftigungserhebung 1946
42000
39.000
36.000
C
33.000
Eve
30.000
27000
24.000
21.000
18.000
15.000
8TH
12.000
III disw
a
9.000
ATTC goo
800A Aliow
I II
III
Männl.
I
Erwerbspersonen
I
Weibl
Männl.
Weibl.
Erwerbstätige
I
Selbst. Berufslose
II
Arbeilsunfähige
Unbeschäftige
a) Haushaltsführerinnen
Angehörige ohne Hb.
III
b) Studenten, Schüler
c) Kinder unter 14 Jahren
Diagramm Nr. 9
144
6.000
3.000
Seite 171
171/506
zählung 1939 die nicht in ihrer Familie lebenden Studierenden und Schüler. Dieser
Gruppe der selbständigen Berufslosen entspricht bei der Beschäftigungserhebung
vom Juli 1946 annähernd die Summe der durch,,Alter, Invalidität und Krankheit
arbeitsunfähig" gewordenen Personen, der,,Unbeschäftigten" und der,,Ungeklärten
Fälle". In dieser Summe sind um die vorübergehend Arbeitsunfähigen und Arbeit-
suchenden zu viel und um die Studierenden und Schüler zu wenig; sie konnten,
da sie mit anderen in gemeinsamen Summen gezählt wurden, nicht ausgeschieden
werden. Dieser Mangel verhindert wohl einen exakten Vergleich, beeinträchtigt
aber nicht das Gesamtbild.
c) Angehörige ohne Hauptberuf
Zur 3. Bevölkerungsgruppe, den Angehörigen ohne Hauptberuf, zählt man alle
Familienmitglieder, die von einer Erwerbsperson oder einem selbständigen Berufs-
losen erhalten werden und zu ihrem Haushalt gehören, also meist Hausfrauen,
Kinder, allenfalls Eltern und Geschwister usw. Da die Volkszählung 1934 für Inns-
bruck die Angehörigen der Berufslosen und der Personen ohne Beruf nicht gesondert,
sondern mit diesen in einer Summe zählte, war ein Vergleich mit der 2. und 3. Be-
völkerungsgruppe der anderen Zählungen unmöglich. Für 1946 ist die Bevölkerungs-
gruppe der Angehörigen aus den für diese Erhebung vorgesehenen 3 Einzelgruppen:
Haushaltsführerinnen eines nichtlandwirtschaftlichen Haushaltes, Studenten und
Schüler und der Kinder unter 14 Jahren gebildet. An der Tabelle VIII/1 A, die mit
Absicht nur die dem jeweiligen System entsprechenden Gruppenzahlen ohne an-
passende Korrektur verwendet, ist jedenfalls die große Zahl der Angehörigen ohne
Hauptberuf im Jahre 1946 das Auffallendste.
Das Diagramm Nr. 9 über die Bevölkerungsgruppen in den Jahren 1939 und 1946
fördert die lebendige Vorstellung der Größenverhältnisse.
II. Die drei Berufsmerkmale
a) Berufliche Gliederung
Der Beruf kennzeichnet die Erwerbspersonen nach der von ihnen im Wirtschafts-
leben ausgeübten Tätigkeit, z. B. schmieden, backen, schneidern. Die berufliche
Einstufung geschieht an Hand von Verzeichnissen, die die Berufsarten, meist in
Gruppen und Abteilungen zusammengefaßt, enthalten. Die Volkszählung von 1934
kennt 275 Berufsarten und 23 Berufsgruppen, die Zählung von 1939 weist 530 Berufs-
positionen auf, die in 28 Berufsgruppen und 7 Berufsabteilungen vereinigt sind,
die Beschäftigungserhebung 1946 gliedert von den Erwerbspersonen nur die un-
selbständigen Erwerbstätigen also die Angestellten im weitesten Sinne-in
27 Berufsgruppen.
Die Berufsgruppierung der drei Zählungen ist ähnlich, aber nicht gleich, die
Reihenfolge der Gruppen verschieden. Sind Vergleiche schon dadurch erschwert,
werden sie zwischen den Tabellen VIII/1 B, und B, einerseits und B, anderseits,
die nur unselbständige Erwerbstätige enthält, überhaupt erst möglich, wenn aus den
Tabellen B, und B, die selbständigen Erwerbspersonen und überdies die Arbeits-
losen ausgeschieden werden. Die Zählungen 1934 und 1939 rechneten nämlich, wie
bereits früher erwähnt, zu den Erwerbspersonen als Berufsträgern auch die Arbeits-
losen, während die Beschäftigungserhebung 1946 nur die tatsächlich Beschäftigten
ins Auge faßte. Sie spricht wohl deshalb auch von Berufstätigen und nicht von
Erwerbspersonen. Bei der Zählung vom Jahre 1934 wurden 5715 Arbeitslose, und
10
145
Seite 172
172/506
zwar unselbständige Erwerbspersonen erfaßt; die arbeitslos gewordenen Selbständi-
gen blieben außer Betracht. Im Mai 1939 gab es nur 530 Arbeitslose; da sie wahr-
scheinlich wegen der Kleinheit dieser Zahl nicht berufsgruppenweise ausgezählt
wurden, konnten sie in die Tabelle B, nicht aufgenommen werden. Will man nun
z. B. die Entwicklung der Berufsgruppe 1,,Land- und forstwirtschaftliche Berufe"
verfolgen, sind die Zahlen der Berufsgruppe 1 der Tabelle B, und B, um die Zahl
der Selbständigen und um die bekannte Zahl der Arbeitslosen zu kürzen und die
Berufsgruppen 1 und 2 der Tabelle B,, die die Ackerbauer und Forstberufe ge-
trennt anführt, zusammenzuzählen. Die zu einem Vergleich geeignete Zahlenreihe
lautet also
nicht
sondern
392
244
1259-1391
923-1434.
Zu Einzelheiten der 3 Tabellen geben die Fußnoten entsprechende Aufklärungen.
b) Gliederung nach der Stellung im Beruf (Soziale Gliederung)
In der Tabelle VIII/1 C werden über die Stellung der Erwerbspersonen in ihrem
Beruf vollständige und miteinander besser vergleichbare Zahlen geboten. Die drei
Zählungen arbeiteten zwar mit einer ungleichen Anzahl von sozialen Gruppen und
mit verschiedenartig gebildeten Gruppen. Die Unterschiede sind aber nicht so tief-
gehend, daß sich die Ergebnisse nicht durch einige Umstellungen auf denselben
Nenner bringen ließen. Es wurden 5 bis 7 soziale Stellungen verwendet: Selbständige,
freie Berufe, mithelfende Familienangehörige, Beamte, Angestellte, Arbeiter und
Lehrlinge. Zu den Selbständigen sind alle Erwerbspersonen zu rechnen, die einen
Betrieb wirtschaftlich selbständig als Eigentümer oder Pächter führen. Die Zählungen
von 1934 und 1939 reihen auch die selbständigen freien Berufstätigen, wie Ärzte,
Rechtsanwälte, Schriftsteller und Künstler dazu. Die Erhebung von 1946 behandelt
diese nebst den Geistlichen und Ordenspersonen als eigene Gruppe. Zu den mit-
helfenden Familienangehörigen zählen hauptsächlich Ehefrauen und Kinder,
die im Betrieb des Ehemannes oder Vaters mithelfen. Ehefrauen oder andere An-
gehörige, die den privaten Haushalt führen, gehören nicht dazu, wohl aber die
Bäuerinnen, die im landwirtschaftlichen Betriebe tätig sind. Als Beamte gelten
nur Personen in einem öffentlich rechtlichen Dienstverhältnis des Staates, des
Landes, der Gemeinde oder anderer öffentlich rechtlicher Körperschaften. Quali-
fiziertere Angestellte von Privatbetrieben, z. B. von Banken, Sparkassen usw., die
sich sprachgebräuchlich Beamte nennen, gehören zu den Angestellten. Die Volks-
zählung vom Jahre 1934 hatte für die Beamten keine eigene Gruppe, sie reihte sie
zu den Angestellten. Angestellte sind vor allem jene unselbständigen Erwerbs-
personen, die angestelltenversicherungspflichtig sind. Die Zählung vom Jahre 1934
rechnete außer den Beamten einen Teil der Mönche und Nonnen dazu, die Zählung
1939 sämtliche Mönche und Nonnen. Arbeiter sind alle unselbständigen Erwerbs-
personen, die nicht angestellten- sondern invalidenversicherungspflichtig sind. Die
Zählung vom Jahre 1934 nahm einen Teil der Mönche und Nonnen, die Unteroffiziere
und Mannschaftspersonen des Bundesheeres, die Gendarmen, Polizisten und Feuer-
wehrleute zu den Arbeitern. Die Lehrlinge reiht die Zählung von 1939 in diese
Gruppe, während die Zählung von 1934 und 1946 sie als eigene Gruppe behandelt.
Vereinigt man nun in der Tabelle VIII/1 C die Selbständigen mit den freien Be-
rufen vom Jahre 1946, die Beamten mit den Angestellten, die Arbeiter mit den Lehr-
lingen und gibt die Geistlichen und Ordenspersonen aus den freien Berufen 1946
zu den Beamten und Angestellten, erhält man annähernd gleichartige Gruppen mit
vergleichbaren Zahlen. Die in dieser Tabelle enthaltene Vergleichsübersicht zeigt
146
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das Ergebnis. Am auffallendsten daran ist die Zunahme der mithelfenden Familien-
mitglieder, die in der Angliederung benachbarter Landgemeinden und in der späteren
Intensivierung des Gartenbaues ihre Ursache haben mag, und die Abnahme der
vereinigten Gruppen der Beamten und Angestellten; diese waren im Jahre 1939
mit zusammen 16155 = 43.3% aller Erwerbspersonen die stärkste Gruppe. Die
Einbuße von rund 2000 Beamten und 1000 Angestellten beim Zusammenbruch
des Deutschen Reiches rückte sie an die 2. Stelle. Heute haben die Arbeiter und
Lehrlinge mit 16637 Erwerbstätigen = 44.4% der Erwerbspersonen überhaupt,
wiederum das Übergewicht. Die Frauen partizipieren gut zu einem Drittel an der
Gesamtzahl. Wie sich die ganze Bevölkerung sozial gliedert, zeigt für das Jahr 1939
die Tabelle VIII/1 E unter Punkt a. Zu den 5 sozialen Gruppen kam als 6. die
Gruppe der selbständigen Berufslosen. Für 1934 fehlen zu einer vergleichenden
Darstellung die nötigen Unterlagen, für 1946 war sie von vornherein ausgeschlossen,
da sich Erhebung und Gliederung nur auf die Personen vom 14. Lebensjahr an be-
zogen und die Masse von 16800 Kindern unter 14 Jahren ungegliedert blieb.
c) Gliederung nach der Betriebs-, bzw. wirtschaftlichen Zugehörigkeit
Das 3. Merkmal der Berufszählung ist die Betriebszugehörigkeit. Je nach der
Art des Betriebes in dem die Erwerbsperson ihre hauptberufliche Tätigkeit ausübt,
wird sie einer,,Wirtschaftsart" oder einem,,Wirtschaftszweig", der untersten Einheit
der Betriebsgliederung, zugewiesen. Die Volkszählung 1934 arbeitete mit 189 Wirt-
schaftsarten, 25 Wirtschaftsgruppen und 4 Wirtschaftsabteilungen. Die Volks-
zählung 1939 unterschied 133 Wirtschaftszweige, 33 Wirtschaftsgruppen und 5 Wirt-
schaftsabteilungen. Die Beschäftigungszählung von 1946 reiht die Berufstätigen
in 60 Wirtschaftszweige ein, die sich ohne Schwierigkeit nach dem Vorbild der
Zählung von 1939 in 5 Wirtschaftsabteilungen mit einem Sammelposten für die
bei den alliierten Besatzungsmächten Bediensteten als,,Anhang" gruppieren lassen.
Zum Vergleich am wenigsten geeignet ist die Tabelle VIII/1 D, über die wirtschaft-
liche Zugehörigkeit der Erwerbspersonen nach den Ergebnissen der Zählung 1934.
Ihre Einteilung weicht, wie aus den Fußnoten ersichtlich ist, zu sehr von der Syste-
matik der Berufszählung 1939 und von der Beschäftigungserhebung 1946 ab. Wohl
aber sind die beiden Tabellen VIII/1 D, und VIII/1 D, Punkt a vergleichbar. Der
verhältnismäßig kleine, aus dem System fallende Sammelposten der bei den Be-
satzungsmächten Bediensteten muß dabei unberücksichtigt bleiben. In kürzestem
Auszug zeigt sich die wirtschaftliche Zugehörigkeit der Erwerbspersonen in den
Jahren 1939 und 1946 in folgenden Zahlen:
1939
1946
Wirtschaftsabteilung
Zahl
Hundert-
satz
Hundert-
Zahl
satz
1. Land- und Forstwirtschaft
2. Industrie und Handwerk
3. Handel und Verkehr
4. Öffentliche Dienste und private
Dienstleistungen
5. Häusliche Dienste.
6. Bedienstete der Besatzungsmächte
1277
3.4
1727
4.6
11 388
30.6
11266
30.1
12557
33.7
11 351
30.3
9284
24.9
9726
26.0
2768
7.4
2039
5.5
1327
3.5
Insgesamt
37274
100.0
37436
100.0
10°
147
Seite 174
174/506
148
Altersaufbau der Erwerbstätigen in Innsbruck im Jahre 1946
Allersgruppen
Über 75
Männlich
Weiblich
71-75
iba
66-70
dedi dola ab
300 200 100
3000
2000
1000
61-65
56-60
51-55
46-50
41-45
36-40
31-35
26-30
21-25
16-20
15
14
100
200 300
*) Maßstab für die Einzeljahrgänge
**) Maßstab für die Altersgruppen
Diagramm Nr. 10
1000
2000
3000
Seite 175
175/506
Von einer tiefgreifenden Änderung der Wirtschaftsstruktur der Innsbrucker
Bevölkerung seit dem Zusammenbruch des Reiches ist keine Rede.
Die Tabelle VIII/1 E Punkt b beantwortet für die Jahre 1934 und 1939 die Frage,
welcher Teil der Gesamtbevölkerung von den verschiedenen Zweigen der Wirt-
schaft lebt. Dieselbe Frage für das Jahr 1946 zu beantworten ist aus dem schon
öfter erwähnten Grund unmöglich, da sich die Erhebung und Auszählung nur auf
die über 14 Jahre alten Einwohner beschränkte und damit 16800 Kinder unter
14 Jahren nicht nach den Berufsmerkmalen ihrer Ernährer gegliedert wurden.
Den Altersaufbau der Berufstätigen des Jahres 1946 gibt die Tabelle VIII/1 F
mit dem zugehörigen Diagramm Nr. 10 wieder. Es ist jedenfalls von Interesse, daß
die größte Zahl von Erwerbstätigen bei den Männern unter den 35- bis 40jährigen,
bei den Frauen unter den 15- bis 25jährigen zu finden ist.
VIII/2. Arbeitslosigkeit
Die im vorhergehenden Abschnitt erwähnte, bei der Volkszählung vom 22. März
1934 gewonnene Zahl von 5715 Arbeitslosen¹) in Innsbruck erinnert an die damals
herrschenden katastrophalen wirtschaftlichen Verhältnisse, die sowohl den Plan
einer Zollunion mit Deutschland als auch den Gedanken einer Donauföderation
zeitigten; den verschiedenen Notmaßnahmen der österreichischen Regierung blieb
ein durchschlagender Erfolg versagt, da es sich nicht um eine lokale, österreichische,
auch nicht um eine mitteleuropäische, sondern um eine Weltwirtschaftskrise handelte.
Der natürliche, gleichermaßen den vitalen Interessen der Industrie- und Agrarländer
dienende Güteraustausch war unmöglich geworden.
Auf dem Arbeitsmarkt waren die ersten deutlichen Zeichen der Krise schon im
Jahre 1923 wahrnehmbar. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen in Österreich,
die im Februar 1922 noch 33554 betragen hatte, stieg im Februar 1923 schon auf
161 360 und wuchs von da an unaufhaltsam Jahr für Jahr bis sie im Februar 1933
mit 401321 Unterstützungsempfängern den Höhepunkt erreichte. Dieser Höchst-
stand erforderte einen Unterstützungsaufwand von wöchentlich bis zu 612 Millionen
Schilling; das bedeutete eine Belastung von einem Schilling pro Kopf der öster-
reichischen Bevölkerung in der Woche. Vom Frühjahr 1933 an sanken die Arbeits-
losenziffern; im Herbst desselben Jahres lagen sie schon unter jenen der gleichen
Monate des Vorjahres. Für die Abnahme der Arbeitslosigkeit war das Ansteigen
der Konjunktur in einigen Industriezweigen, die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
des Staates freiwilliger Arbeitsdienst, produktive Arbeitslosenfürsorge, andere
öffentliche Arbeiten und das Einrücken Arbeitsloser zu Schutzkorps maßgebend.
Der Rückgang der Zahl der unterstützten Arbeitslosen wurde auch durch die Spar-
maßnahmen der Regierung, wie Kürzung der Unterstützung von 30 auf 20 Wochen
und verschärfte Beschäftigungsüberprüfung, beschleunigt. Nach der Okkupation
durch Deutschland wurde die Zahl der Arbeitslosen sowohl durch vermehrtes
Stellenangebot als auch durch die Dienstpflicht verordnung vom 29. 6. 1938 gesenkt
und dann durch die Einberufung zur Kriegsdienstleistung praktisch bedeutungslos.
In Tirol entwickelte sich die Arbeitslosigkeit anfänglich im großen und ganzen
im selben Maße wie in Österreich, nahm aber vom Jahre 1927 an unverhältnismäßig
1) Das Bundesamt für Statistik betrachtet die bei der Volkszählung gewonnenen Zahlen
über die Arbeitslosen, die im allgemeinen höher sind, als die von den Industriellen Bezirks-
kommissionen verzeichneten, infolge der den Begriff der Arbeitslosigkeit ausweitenden Frage-
stellung der Volkszählungsbogen als obere Grenzzahlen.
149
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zu; so entfielen von 1000 unterstützten Arbeitslosen in Österreich im Jahre 1928 30,
im Jahre 1933 aber 44 auf Tirol. Folgende Zahlen kennzeichnen die Lage in Tirol
im tiefsten Punkt der Krise: im Jänner 1933 gab es bei einer Einwohnerzahl von
340 896 63 905 versicherungspflichtige Arbeitnehmer und 18822 zur Vermittlung vor-
gemerkte Arbeitslose (Höchststand), so daß es auf 1000 Einwohner 187 beschäftigte
Arbeitnehmer und 55 Arbeitslose, auf 1000 Beschäftigte 294 vorgemerkte Arbeitslose
traf. Der größte Teil der vorgemerkten Arbeitslosen gehörte dem Baugewerbe
(33.1%) und dem Gastgewerbe (14.8%) an; wesentliche Anteile entfielen noch auf
die Berufsgruppen der Steinindustrie (7.7%), der Eisen- und Metallindustrie (6.4%)
und des Handels (7.7%). Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen in Tirol erreichte
ihren Höhepunkt im Februar 1933 mit 17573 Unterstützungsempfängern.
Die Tabelle VIII/2 A wirft ein Streiflicht auf die kritische Zeit der Arbeitslosigkeit
in Österreich und Tirol. Ist heute ein Rückblick auf die Entwicklung der Arbeits-
losigkeit in Österreich und Tirol auf Grund des Statistischen Handbuches für die
Republik Österreich, der Statistischen Nachrichten (herausgegeben vom Bundesamt
für Statistik) und einzelner lokaler Publikationen ohne weiteres möglich, stellen
sich der Wiedergabe geschlossener Zahlenreihen über die Arbeitslosigkeit in Inns-
bruck bis zum erstmaligen Erscheinen des Amtsblattes im Jahre 1935, bisher un-
überbrückbare Schwierigkeiten entgegen. Die Industriellen Bezirkskommissionen,
später Landesarbeitsämter, sandten das ihnen von den Arbeitsämtern zugekommene
Zahlenmaterial an die Wiener Zentralstelle, die die Ergebnisse mit anderen öffent-
lichen Stellen länderweise, bestenfalls nach den Amtssprengeln der Arbeitsämter
gegliedert, veröffentlichte. Sprengel der Arbeitsämter waren in der Regel die politi-
schen Bezirke. Der Sprengel des Arbeitsamtes Innsbruck bestand aber aus dem
Bezirk Innsbruck-Stadt und dem Bezirk Innsbruck-Land. Deshalb sind bis zum
Erscheinen des Amtsblattes Zahlen über Innsbruck allein nirgends zu finden. Die
internen Aufzeichnungen des Landesarbeitsamtes, des Arbeitsamtes in Innsbruck
und der Deutschen Arbeitsfront gingen 1938 und 1945 verloren oder wurden auftrags-
gemäß mit anderem Aktenmaterial verbrannt.
Von den in der Tabelle VIII/2 B für beide politischen Bezirke zusammengefaßten
Zahlen fällt schätzungsweise nicht ganz die Hälfte auf Innsbruck allein. Anschließend
daran vermittelt die Tabelle VIII/2 C die Entwicklung von 1935 bis 1941. Über
Erlaß des Reichsministers vom Jänner 1941 wurden die bis dorthin monatlich zu
erstattenden Großstadtmeldungen aufgehoben und angeordnet, daß diese Meldungen
künftig nur mehr zu 4 Stichtagen des Jahres zu erstatten sind. Der Abschluß der
Tabelle VIII/2 C, die Stichtagmeldung vom März 1941, ist die erste und letzte
Stichtagmeldung, die dem städtischen statistischen Amt zugekommen ist. Von da
ab kam den Arbeitslosenziffern auch keinerlei Bedeutung mehr zu. Bis April 1945
gab es bei den Arbeitsämtern weder einen Arbeitslosen, noch einen Arbeitsuchenden.
Mit Mai 1945 trat durch das Freiwerden von Tausenden von Arbeitskräften der
Rüstungsindustrie eine vollständige Umstellung auf dem Arbeitsmarkt ein, ohne
daß sich aber die freiwerdenden Arbeitskräfte etwa zu neuer Arbeit drängten. Erst
auf Grund der Verordnung vom 30. Juni 1945 wurden in Zusammenarbeit mit den
Ernährungsämtern die Arbeitslosen erfaßt. Die Tabelle VIII/2 D zeigt die Ent-
wicklung vom Juli 1945 an. Hiezu muß nun ausdrücklich bemerkt werden, daß der
Amtssprengel des Arbeitsamtes Innsbruck sich wie früher auf beide politische
Bezirke erstreckt, jedoch mit Ausschluß des Gerichtsbezirkes Hall. Es besteht also
ohne weiteres die Möglichkeit zu erfahren, wieviel Arbeitslose in Hall, aber nicht,
wieviel in Innsbruck sind. Schätzungsweise dürfte der Anteil der Stadt Innsbruck
an den ausgewiesenen Arbeitslosenziffern etwas mehr als die Hälfte sein.
F.
150
10
Seite 177
177/506
Tabelle VIII/1 A
Erwerbspersonen, selbständige Berufslose, Angehörige in Innsbruck
nach den Ergebnissen der Zählungen vom 22. 3. 1934, 17. 5. 1939 und Juli 1946
1934
1939
1946
Bevölkerungsgruppen
Zahl
Hundert-
satz
Zahl
Hundert-
satz
|Hundert-
Zahl
satz
1. Erwerbspersonen
294791) 48.32
37274)
48.70
37436
42.05
2. Selbständige Berufslose
10645
13.91
315263)
51.68
94364)
10.60
3. Angehörige
28 607
37.39
42137
47.35
Gesamtbevölkerung
61005
100.00
76526
100.00
89 009 100.00
1) Darunter 5715 Arbeitslose.
2) Darunter 530 Arbeitslose.
3) In den Ergebnissen über die österr. Volkszählung vom 22. 3. 1934 sind die Berufslosen
nicht allein, sondern mit deren Angehörigen zusammen ausgewiesen, eine Teilung war daher
nicht möglich.
4) Die Zahl von 9436 setzt sich zusammen aus 5757,,durch Alter, Invalidität, Krankheit
." arbeitsunfähig gewordenen Personen, 3406,,Unbeschäftigten" und aus 273 ungeklärten
Fällen; unter den,, Unbeschäftigten" sind 284,,Arbeitsuchende" angenommen.
usw.
151
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Tabelle VIII/1 B₁₂
Berufsgruppen¹)
Berufliche Gliederung der Erwerbspersonen in Innsbruck nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 22. März 1934
Erwerbspersonen)
Stellung im Beruf
Ange-
stellte
davon
insges.
arbeits-
männl. weibl.
los
1. Berufe, die vorwieg. i. d. Land- u. Forstwirtschaft vork.
2. Berufe im Bergbau
392
317
75
85
63
6
6
6
3. Berufe, d. vorw. i. d. Erd-, Stein-, Ton- u. Glasind. vork.
4. Berufe, die vorwiegend im Baugewerbe vorkommen
5. Berufe, die vorwieg. i. d. Eisen- u. Metallindustrie vork.
6. Berufe, die vorw. i. d. Holz- u. Schnitzstoffindust. vork.
7. Berufe, die vorwiegend i. d. Lederindustrie vorkommen
8. Berufe, die vorwiegend i. d. Textilindustrie vorkommen
9. Berufe, die vorwiegend i. d. Bekleidungsindustrie vork.
10. Berufe, die vorwiegend i. d. Papierindustrie vorkommen
11. Berufe, die vorwiegend i. d. graph. Industrie vorkommen
12. Berufe, die vorwiegend i. d. chem. Industrie vorkommen
13. Berufe, d. vorw. i. d. Nahrungs- u. Genußmittelind. vork.
14. Berufe, die vorwieg. im Gast- u. Schankgewerbe vork.
15. Berufe, die vorwiegend im Handel vorkommen
16. Berufe, die vorwiegend im Verkehrswesen vorkommen
17. Berufe, d. vorwiegend i. Körperpfl.- u. Reinigungsw. vork.
18. Berufe, die vorwiegend im Gesundheitswesen vorkommen
19. Berufe, die vorwiegend im Lehr-, Bildungs-, Kunst- u.
Unterhaltungswesen vorkommen
1320
1513
152
144
8
57
23
1301
19
756
171
1500
13
532
185
696
666
30
241
164
37
35
2
14
14
561
139
422
150
28
1382
613
769
318
559
88
66
22
19
10
429
325
104
82
28
Selbstän-
Mithelf.
- 50 Famil..
Mitglied.
Arbeiter
Lehr-
linge
32
30
250
17
6
21
99
9
52
1062
35
10
1192
126
3
473
56
23
3
522
8
16
689
118
66
12
1
363
37
62
48
14
18
2
11
49
-
836
755
81
199
115
9
5
619
88
1663
453
1210
491
325
34
1235
69
2942
1550
1392
403
1110
105 1347
19
361
1326
1321
5
190
65
56
1200
5
551
255
206
163
126
4
361
60
858
333
525
46
179
4
631
36
8
1211
632
579
182
205
1
993
12
20. Rechtsanwälte und Notare
186
180
6
12
101
85
21. Berufe der öffentl. Verwaltung, d. Heerwesens u. d. Seels.
22. Berufe, für häusliche u. persönliche Dienstleistungen
23. In verschiedenen Betriebszweigen vorkommende Berufe³)
3171
2779
392
1405
1766
3756
639
3117
475 199
32
3525
6341 4296
2045
1276 370
34 4958
937
42
14504 1051
152
Zusammen
29479 18353 11126 57154) 4042 256 9626
Zusammengestellt aus den Zahlen der Tabelle 10 des Heftes Nr. 9,,Statistik des Bundesstaates Österreich" aus 1935, über die berufliche
Gliederung der Bevölkerung des Stadtbezirkes Innsbruck im März 1934.
1) Die Bezeichnung der Berufagruppen entspricht der amtlichen Quelle. Eine Zusammenfassung der Gruppen zu Abteilungen fehlt. Die
einzelnen Berufe werden in 257 Positionen genannt.
2) Unter den Erwerbspersonen sind die unselbständigen Arbeitslosen enthalten.
3) Unter dieser Bezeichnung sind vereinigt nicht bes. ausgezählte Selbständige, Ingenieure, Geometer, Zeichner, Laboranten, nicht beson-
ders ausgezählte technische Angestellte und Fachangestellte, Werkmeister, leitende Angestellte des kaufmännischen und Verwaltungs-
dienstes, Buchhalter, Kassiere, Rechtskonsulenten, Korrespondenten, Maschinschreiber und Stenographen, kaufmännisches Büropersonal
ohne nähere Angabe, Lageristen, Magazineure, Maschinisten, Heizer, nicht besonders ausgezählte Arbeitsberufe.
4) Von den 5715 Arbeitslosen sind 3764 männlichen und 1951 weiblichen Geschlechtes. Wirklich berufstätig, d. h. beschäftigt waren dem-
nach 14589 Männer und 9175 Frauen, zusammen 23764.
Seite 179
179/506
Berufliche Gliederung der Erwerbspersonen in Innsbruck nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 17. Mai 1939
Tabelle VIII/1 B₂
Ord. Zl.
Erwerbspersonen²)
der
Berufs-
Bezeichnung der
gruppe
Berufsabteilungen und -gruppen¹)
Ins-
gesamt
männl. weibl.
Selbstän-
dige
Angehör.
Mithelf.
Famil.-
Beamte
Stellung im Beruf
Ange-
Ar-
beiter
stellte
1.
1.
Land-, forst- und fischereiwirtschaftliche Berufe
1259
732
527
336
386
31
27
479
(zugleich Berufsgruppe 1)
2/3
Handwerkliche und industrielle Berufe
2.
Bergmännische Berufe
2
2
2
3.
Stein- und Glaswerker, keramische Berufe
204
196
8
45
4.
Eisen- und Metallwerker
2146
2121
25
251
5.
Chemiewerker
129
83
46
21
6.
Textilwerker
773
220
553
49
10
7.
Papierwerker
131
99
32
3
8.
Graphische Berufe
616
431
185
44
9.
Lederwerker
63
48
15
13
131○162
7
151
45
8
100
371
1476
59
40
59
655
8
119
1
116
449
2
46
10.
Holz- und Schnitzstoffwerker, Musikinstrumentenbauer und
Spielwarenmacher
769
744
25
143
20
597
11. Nahrungs- und Genußmittelwerker
1073
907
166
168
Bekleidungswerker (ohne Schuhwerker)
1432
427
1005 467
46
13.
Schuhwerker
250
238
12
135
14.
Bauwerker
2813
2776
37 278
93314
2
69
821
44
875
4
110
107
312
2112
15.
Sonstige industrielle Berufe
428
390
38
25
90
89
224
4. 16.
S
Kaufmännische Berufe
8011
3570
4441 1240 519
68
6051
133
(zugleich Berufsgruppe 16)
153
Fortsetzung auf der nächsten Seite
Seite 180
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154
Ord. Zl.
der
Berufs- su ov
abteil.
eddn18
Erwerbspersonen³)
Bezeichnung der
Berufsabteilungen und -gruppen).
ins-
gesamt
männl. weibl.
Stellung im Beruf
Selbstän-
dige
Angehör.
Mithelf.
Famil.-
Beamte
Ange-
stellte
Ar-
beiter
Tabelle VIII/1 B, (Fortsetzung)
5.
Verkehrs- und Gastwirtschaftsberufe
17.
Verkehrsberufe
18.
Gastwirtschaftsberufe
3347 3151
196
2509
506
2003
96
308 194
5 2038
428
780
211
1796
6.
Verwaltungs-, Rechtspflege-, Bildungs- und Heilberufe
19.
Berufe der öffentlichen Verwaltung und Rechtspflege, der
Wehrmacht usw.
2880
2679
201
2541
338
20.
Lehr- und Bildungsberufe, künstlerische Berufe
1016
647
369
147
2 443
418
6
21.
Berufe der Kirche, Mönche und Nonnen
960
406
554
-
81
874
5
901
22.
Berufe der Rechts- und Wirtschaftsberatung
168
161
7
127
41
23.
Berufe der Volks- und Gesundheitspflege
1020
437
583
212
24.
Veterinär- und Veterinärhilfsberufe
19
18
1
5
25.
Kosmetische Berufe
409
237
172
114
26.
Berufe des Unterhaltungsgewerbes (außer Künstler)
28
22
6
12
7. 27.
Hauswirtschaftliche Gehilfen
2567
6 2561
8181
57
678
65
7
6
24
253
15
1
12
2555
(zugleich Berufsgruppe 27)
8. 28.
Hilfsberufe für Lagerung, Transport, Reinigung usw.
2252
1652
600
37
1
19
332
1863
(zugleich Berufsgruppe 28)
Zusammen
37274 22906 14368 4276 1231 5538 10617
15612
Zusammengestellt aus den Zahlen des Bandes 557, Heft 28, der Statistik des Deutschen Reiches über die Berufstätigkeit der Bevölkerung des
Stadtkreises Innsbruck im Mai 1939.
1) Für die Berufe sind rund 530 Positionen vorgesehen; das,,Alphabetische Verzeichnis der Berufsbenennungen" (1939) enthält rund 24000
Berufsbenennungen.
*) Zu den Erwerbspersonen zählten auch die Arbeitslosen.
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Tabelle VIII/1 B,
Berufliche Gliederung der unselbständigen Erwerbstätigen in Innsbruck
Beschäftigungserhebung des Landesarbeitsamtes Tirol vom Juli 1946
Berufsgruppen¹)
1. Ackerbauer, Tierzüchter, Gartenbauer
2. Forst-, Jagd- und Fischereiberufe
3. Bergleute und verwandte Berufe
4. Steinwerker, Keramiker, Glaswerker
Unselbst. Erwerbstätige¹)
insges.
männl.
weibl.
1391
740
631
43
43
2
2
125
125
5. Metallwerker und zugehörige Berufe
2290
2286
4
6. Musikinstrumenten- und Spielwarenmacher
7. Chemiewerker
12
12
58
35
23
8. Gummiwerker und verwandte Berufe
9. Textilwerker
15
14
1
388
118
270
10. Papierwerker
129
44
85
11. Lederwerker und zugehörige Berufe
114
102
12
12. Holzwerker und zugehörige Berufe
556
536
20
13. Nahrungs- und Genußmittelwerker
508
498
10
14. Bekleidungswerker
1181
404
777
15. Friseure und sonstige Körperpflegeberufe
470
208
262
16. Bauwerker und zugehörige Berufe
1067
1065
2
17. Graphische Berufe
374
300
74
18. Reinigungs- und Desinfektionswerker
160
93
67
19. Bühnen- und Filmarbeiter
20. Gaststättenwerker
21. Verkehrswerker
11
11
1210
336
874
2858
2826
32
22. Hausgehilfen und verwandte Berufe
3604
91
3513
23. Hilfsarbeiter aller Art
1922
1608
314
24. Maschinisten und Heizer
179
179
25. Kaufmännische-, Büro- und Verwaltungsberufe
10306
6172
4134
26. Ingenieure und Techniker, sowie verwandte Berufe
1238
1125
113
27. Sonstige Berufe
2181
1147
1034
Zusammen
32392
20120
12272
,,Statistische Ergebnisse der Beschäftigungserhebung Juli 1946 des Landesarbeitsamtes Tirol."
1) Die Berufsgruppen sind nach dem Berufsverzeichnis für die Arbeitsvermittlungsstatistik
gebildet.
2) Die Veröffentlichung des Landesarbeitsamtes enthält nur eine berufliche Gliederung der
unselbständigen Erwerbstätigen. Eine Aufteilung dieser nach der Stellung im Berufe
wie in den Tabellen VIII/1 B, und B, konnte nicht angefügt werden, da das Landesarbeitsamt
die nach Berufsgruppen gegliederten unselbständigen Erwerbstätigen wohl für ganz Tirol nicht
aber für die einzelnen Bezirke auch nach ihrer Stellung gegliedert hat. Unter den Erwerbstätigen
sind die Arbeitslosen nicht enthalten.
155
Seite 182
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Tabelle VIII/1 C
Die Stellung der Erwerbspersonen in Innsbruck in ihrem Beruf in den Jahren 1934,
1939 und 1946
Stellung im Beruf¹)
Erwerbspersonen
(Soziale Stellung)
Hundert-
satz
männl. weibl. insges.
19342)
1. Selbständige
2694
1348
4042
13.7
2. Angestellte
5884
3742
9626
32.6
3. Arbeiter
9019
5485
14504
49.2
4. Lehrlinge
640
411
1051
3.6
5. Mithelfende Familienmitglieder
116
140
256
0.9
Insgesamt
18353
11126
29479
100.0
1939³)
1. Selbständige
3314
1162
4276
11.5
2. Mithelfende Familienangehörige
200
1031
1231
3.3
3. Beamte und Beamtenanwärter
5090
448
5538
14.8
4. Angestellte
5569
5048
10617
28.5
5. Arbeiter
8933
6679
15612
41.9
Insgesamt
22906
14368
37274
100.0
1946)
1. Angestellte
2. Arbeiter
3. Lehrlinge
4. Beamte
5740
4022
9762
26.1
9754
5434
15188
40.6
900
549
1449
3.8
3031
408
3439
9.2
5. Selbständige Erwerbstätige
6. Mithelfende Familienangehörige
7. Freie Berufe
2432
1017
3449
9.2
695
1859
2554
6.8
936
659
1595
4.3
Insgesamt
23488
13948
37436
100.0
1) Die Bezeichnung der sozialen Stellung und die Reihenfolge der einzelnen Arten derselben
entsprechen genau den amtlichen Veröffentlichungen.
2) Volkszählung vom 22. März 1934 (Wohnbevölkerung = 61005). Zu den,,Angestellten" sind
auch die Beamten der öffentlichen Verwaltung, die Offiziere, die Geistlichen und ein Teil der
Mönche und Nonnen gerechnet, zu den ,,Arbeitern" zählen der restliche Teil der Mönche und
Nonnen, die Unteroffiziere und Mannschaftspersonen des Bundesheeres, die Gendarmen,
Polizisten und Feuerwehrleute.
3) Volkszählung vom 17. Mai 1939 (Ständige Bevölkerung = 76526). Unter den,,Beamten"
sind auch die Offiziere, Unteroffiziere, langdienenden Mannschaften und Kirchenbeamten, nicht
aber die ihrer Dienstpflicht genügenden Soldaten, Arbeitsmänner und Arbeitsmaiden ent-
halten. Die Mönche und Nonnen gelten als,,Angestellte". Den,,Arbeitern" sind die Lehrlinge
zugezählt.
Beschäftigungserhebung des Landesarbeitsamtes Tirol vom Juli 1946 (72209 in Innsbruck
wohnende Personen über 14 Jahre ohne Staatsangehörige der 4 Besatzungsmächte und ohne
die in Lagern untergebrachten personnes déplacées +16800 Unmündige, zusammen 89009).
Unter den,,Mithelfenden Familienangehörigen" sind als Haushaltsführerinnen eines landwirt-
schaftlichen Haushaltes 80 Bäuerinnen, unter den,,Freien Berufen" 658 Geistliche und Ordens-
personen.
Vergleichsübersicht zur Tabelle VIII/1C über die soziale Stellung der Erwerbspersonen
1946
1934
1939
Stellung im Beruf
Zahl
%
Zahl
%
Zahl %
1. Selbständige einschl. der Freien
Berufe
4042
13.7
4276
2. Mithelfende Familienangehörige
256
0.9
3. Beamte und Angestellte
9626
32.6
1231
16155 43.3
11.5
3.3
43861)
11.7
2554
6.8
138592)
37.1
4. Arbeiter und Lehrlinge
15555 52.8
15612
41.9
16637
44.4
Insgesamt
29479
100.0
37 274
100.0
37436
100.0
1) Selbständige + Freie Berufe 658 Geistliche und Ordenspersonen.
2) Beamte +Angestellte + 658 Geistliche und Ordenspersonen.
156
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Die wirtschaftliche Zugehörigkeit der Erwerbspersonen in Innsbruck
nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 22. März 1934
Erwerbspersonen
Stellung im Beruf
davon
Mit-
Wirtschaftsabteilung¹)
ins-
gesamt
Hundert- männl. arbeitslos Selb- helfende
satz weibl. männl. ständige Familien- gestellte
An-
Arbeiter Lehrlinge
weibl.
mitglieder
323
75
A. Urerzeugung²)
398
1.4
63
32
30
256
17
75
16
B. Verarbeitende Gewerbe und
5592
2134
7076
24.0
1299
42
89
5157
489
Industrien
1484
252
C. Dienstleistungen³)
8142
763
15664
53.0
2310
148
4549
8154
503
7522
1199
D. Berufstätigkeit ohne nähere
4296
792
6341
21.5
370
34
4958
937
42
Betriebsangabe)
2045
484
18353
3764
Insgesamt
29479
100.0
4042
256
9626
14504
1051
11126
1951
=
= Berufs-
= Berufs-
Mit den Zahlen der Tabelle VIII/1 B, gebildet; Wirtschaftsabteilung A Berufsgruppen 1 und 2, Wirtschaftsabteilung B
gruppe 3 bis einschließlich 13, Wirtschaftsabteilung C Berufsgruppe 14 bis einschließlich 22 und Wirtschaftsabteilung D
gruppe 23 (die amtlichen Veröffentlichungen gliedern die Wohnbevölkerung von ganz Tirol nicht aber der einzelnen Bezirke nach der
wirtschaftlichen Zugehörigkeit).
Tabelle VIII/1 D₁
1) Bei der Volkszählung 1934 wurden die Erwerbspersonen in 189 Wirtschaftsarten eingeteilt und diese in 25 Wirtschaftsgruppen und
4 Wirtschaftsabteilungen zusammengefaßt.
2) Zur,,Urerzeugung" wurden gezählt: Die Land- und Forstwirtschaft, Gärtnerei, Tierzucht, Fischerei, Bergbau, Salinenwesen, Torf-
gräberei.
3) Zu den,,Dienstleistungen" wurden gereiht: Gast- und Schankwirtschaft, Handel, Verkehr, Geld-, Kredit-, Versicherungswesen, Körper-
pflege und Reinigungsbetriebe, Gesundheitswesen, Erziehung, Bildung, Kunst und Unterhaltung, Rechtsberatung, Interessenvertretung,
technische Büros, öffentliche Verwaltung, Heerwesen, religiöse Dienste, häusliche Dienste.
*) Die Wirtschaftsabteilung D deckt sich mit der Berufsgruppe 23, siehe Fußnote VIII/1 B.
157
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Die wirtschaftliche Zugehörigkeit der Erwerbspersonen in Innsbruck nach den
Ergebnissen der Volkszählung vom 17. Mai 1939
Tabelle VIII/1 D₂
Stellung im Beruf
Erwerbs-
Mithelfende
Wirtschaftsabteilung
personen
Selb-
An-
Familien-
Beamte
Arbeiter
ständige
angehörige
gestellte
Angehörige
ohne
Hauptberuf
Hdt.-
m.
m.
insges.
Satz
insges.
insges.
m.
m.
m.
insges.
insges.
m.
m.
insges.
insges.
W.
W.
W.
W.
W.
W.
W.
1. Landwirtschaft u. Tier-
zucht, Gärtnerei, Forst-
u. Jagdwirtschaft,
743
246
88
346
216
1277
3.4
336
386
31
472
585
534
90
298
19
126
369
Fischerei
8450
1267
30
58
1302
5793
2003
2. Industrie u. Handwerk
11388
30.6
1628
254
61
2015
7430
7916
2938
361
224
3
713
1637
5913
7470
1104
79
2043
2301
1938
2262
3. Handel u. Verkehr
12 557
33.7
1687
554
2209
4516
3591
8671
5087
583
475
161
2215
1653
6409
4. Öffentl. Dienst u. priv.
Dienstleistungen (ohne
häusl. Dienste)
6202
497
3
2954
1932
816
1622
9284
24.9
625
37
3237
4006
1379
6020
3082
128
34
283
2074
563
4398
41
1
40
25
5. Häusliche Dienste
2768
7.4
28
2740
75
2727
27
2700
Insgesamt
14368
37 2741) 100.0 22906 | 4276 3114 1231
1162
200 5538
1031
5090 10617 5569 15612
448
5048
8933 23 267 | 6128
6679
17139
Auszug aus der Tabelle Bz 4b der Berufszählung 1939.
1) Außer den 37 274 Erwerbspersonen mit 23 267 Angehörigen ohne Hauptberuf wurden 10645 selbständige Berufslose 5321 männl. und
5324 weibl. mit 5340 Angehörige ohne Hauptberuf 1045 männl. und 4295 weibl. gezählt; Gesamtzahl der ständigen Bevölke-
rung 76526.
Seite 185
185/506
Stellung im Beruf
Die wirtschaftliche Zugehörigkeit der Berufstätigen in Innsbruck nach den Ergebnissen der Beschäftigungserhebung
vom Juli 1946
a) Gliederung nach Wirtschaftsabteilungen
Berufstätige
Mithelfende
Selb-
Freie
An-
Lehr-
Wirtschaftsabteilung
ständige
Berufe
Familien-
Angehörige
Beamte
Arbeiter
gestellte
linge
Hun-
m.
insges. dertsatz
insg.
m.
m.
m.
m.
m.
m.
insg.
insg.
insg.
insg.
insges.
insg.
W.
W.
W.
W.
W.
W.
W.
W.
1. Landwirtschaft u. Tierzucht, Forst-
u. Jagdwirtschaft, Fischerei
938
227
1727 4.6
308
I
789
81
II
184
6
28
478
15
640
6
38
716
19
456
10
238
4
8413
1122
235
1379
2. Industrie u. Handwerk
11 266
30.1
1456
2853
334
1
575
9
1962
6394
5042
629
870
340
583
1352
241
7319
946
257
1386
1741
2803
186
3. Handel u. Verkehr
11351
30.3
1518
738
1519
3219
3965
392
4032
572
481
133
1478
1162
206
4. Öffentl. Dienst u. private Dienst-
leistungen (ohne häusl. Dienste)
6056
137
936
19
1633
2322
939
70
9726
26.0
167
1595
123
1905
3939
1829
168
3670
30
659
104
272
1617
890
98
12
12
5. Häusliche Dienste
2039 5.5
2027
| |
I
750
Alliierte Besatzungsmächte
1327 3.5
I
I
577
|| ||
478
1
60
1501
478
1489
270
480
I I
I
544
783
274
303
| I
159
Tabelle VIII/1 D,
23488
2432
Insgesamt
37436 100.0
3449
1595
13948
1017
659
936 2554
695
3031
5740
3439
9762
1859
408
4022 15188
9754
900
1449
5434
549
,,Statistische Ergebnisse der Beschäftigungserhebung Juli 1946 des Landesarbeitsamtes Tirol."
Seite 186
186/506
160
8
419
6
b) Gliederung nach Wirtschaftszweigen
Stellung im Beruf
Berufstätige Selb-
Mithelfende
Freie
Wirtschaftszweig
ständige
Berufe
Familien- Beamte
angehörige
An-
gestellte
Arbeiter
Lehrlinge
insges.
227
1 Landwirtschaft, Gärtnerei
1686
308 81
8
m. insg.m. insg..insg. insg.. insges. w.insg. w.
insg. w.nsw.
184
640 456
3
18
8
1
8
2 Forstwirtschaft, Jagd
41
3/6 Bergbau
11
T
7/10 Industrie in Steinen, Erden, Glas
283
50
84
1
3
20
707
471
236
10
72
9
50
10
5
5
Tabelle VIII/1 D, (Fortsetzung)
6
47
180
12
11/19 Eisen- und Metallindustrie
1795
20 u. 25 Chemische Industrie einschl.
2
T
52
301
2
Gummi
1
21
Textilindustrie
22
22
Papiererzeugung u. Verarbeitung
55
10
# 9
93
2
1
6
2
5
31
23
Graphische Industrie
918
24 Lederindustrie u. verw. Gewerbe
56
648
26/29 Holzindustrie u. verw. Gewerbe
30/35 Nahrungs- u. Genußmittelindustr. 1285
16
36 Schneiderei, Näherei
1097
37
37
Schuhindustrie und Gewerbe
385
5
73
3
243
569
I
3
59
1
2377
25
8
1286
22
Seite 187
187/506
69
21
9
2
34
38
Sonstiges Bekleidungsgewerbe
342
63
36
24
194
25
273
42
27
22
160
22
2537
246
46
409
1748
88
39
Bau- und Baunebengewerbe
2733
255
81
2
196
11
35
40
Wasser-, Gas- und E-Werke
619
701
7
82
261
514
1789
90
105
41
305
249
329
35
354
35
56
25
2405
672
175
41/42 Handel und Handelshilfsgewerbe
4524
1097
534
806
649
103
1747
862
284
2119
425
359
941
213
181
43
Geld-, Bank- u. Versicherungs-
486
770
4
wesen
284
3
273
460
664
67
21
204
47
16
8
51
5
831
377
44
Post
1188
357
I
64
381
9
485
263
431
9
108
199
50
2281
968
205
1060
48
45
Bundesbahn
2445
I
972
291
1134
48
164
4
86
74
46/47 Sonstiges Verkehrswesen
849
905
162
151
35
166
474
35
185
483
5
56
11
19
9
467
123
62
40
233
19
48
Gaststättengewerbe
1519
259
165
69
988
38
1052
136
103
29
765
19
49/52 Staatl. Verw., Kultus u. Erziehung 6993
4692
24
27
1092
568
1586
1847
641
22
26
1855
2919
1052
22
2301
3
524
22
269
072
411
53, 55/56 Gesundheitswesen, Fürsorge,
637
14
205
230
128
1461
18
262
34
664
413
14
Hygiene
824
4
57
34
3
434
285
275
54
Friseure
553
108
6
6
52
278
37
452
14
157
57
Theater, Musik, Film, Sport usw.
719
14
235
11
267
78
11
12
58
Haushaltung¹)
2039
478
2027
478
750
60
Alliierte Besatzungsmächte
1327
577
|| || || ||
134
261
132
127
245
36
356
103
111
67
12
60
1501
60
1489
270
480
544
783
I
I I
274
303
23488
2432
936
695
Insgesamt
37436
3449
1595
13948
1017
2554
659
1859 3439
3031
9762
5740
408
4022 15188
9754
900
5434
1449
549
161
¹) Der Wirtschaftszweig 59,,Notdienst, Luftschutzdienst usw." wurde aufgelassen.
Seite 188
188/506
162
Tabelle VIII/1 E
Gliederung der gesamten Bevölkerung von Innsbruck nach der sozialen Stellung und der wirtschaftlichen Zugehörigkeit
a) Die Ständige Bevölkerung nach ihrer sozialen Stellung am 17. Mai 1939
Stellung im Beruf
Hundert-
Zahl
(Soziale Stellung)
1. Selbständige
2. Mithelfende Angehörige
3. Beamte
satz
männlich
weiblich
insgesamt
4305
4139
8444
11.0
213
1098
1311
1.7
6745
5088
11833
15.5
4. Angestellte
6881
9146
16027
20.9
5. Arbeiter
10890
12036
22926
30.0
6. Selbständige Berufalose
6366
9619
15985
20.9
Insgesamt
35400
41126
76526
100.0
b) Die wirtschaftliche Zugehörigkeit der
Wohnbevölkerung am 22. März 1934
Ständigen Bevölkerung am 17. Mai 1939
Hundert-
Wirtschaftsabteilung¹)
Zahl
Wirtschaftsabteilung
Hundert-
Zahl
satz
satz
1. Land- u. Forstwirtschaft
622
1.0
1. Land- u. Forstwirtschaft
1862
2.4
2. Industrie u. Gewerbe
15230
25.0
2. Industrie u. Handwerk
19304
25.3
3. Handel u. Verkehr
17452
28.6
3. Handel u. Verkehr
21 228
27.7
4. Geld-, Kredit- u. Versicherungs-
wesen
1380
2.3
4. Öffentl. Dienst u. private Dienst-
leistungen²)
15304
20.0
5. Öffentlicher Dienst
6159
10.1
5. Häusliche Dienste
2843
3.7
6. Freie Berufe
5126
8.4
6. Selbständige Berufalose
15985
20.9
7. Häusliche Dienste
776
1.3
8. Ohne Beruf
13190
21.6
9. Ohne Berufsangabe
1070
1.7
Insgesamt
61005
100.0
Insgesamt
76526
100.0
1) Die in Tabelle VIII/1 D, wiedergegebenen Wirtschaftsabteilun-
gen sind hier durch herausgehobene Wirtschaftsgruppen stärker
gegliedert. Unter den,,Freien Berufen" sind enthalten: Gesund-
heitswesen, Erziehung, Bildung, Kunst, Unterhaltung, Rechts-
beratung und technische Büros. Unter den,,Häuslichen Diensten"
sind auch die stellenlosen und die außerhalb des Haushaltes des
Dienstgebers wohnhaften Personen dieser Abteilung gezählt; das
im Haushalte des Dienstgebers lebende Personal ist unter dem
Dienstzweig des Dienstgebers gezählt.
2) Unter der Wirtschaftsabteilung 4 sind auch freie künstlerische,
schriftstellerische und wissenschaftliche Betätigung, die Rechts- und
Wirtschaftsberatung und die Wirtschaftsgruppen Volks- und Ge-
sundheitspflege, hygienische Gewerbe, Friseurgewerbe, Theater und
Musik, Filmwesen, Schaustellungsgewerbe enthalten.
Seite 189
189/506
Tabelle VIII/1 F
Das Alter der Berufstätigen in Innsbruck im Juli 1946
Berufstätige
Geburtsjahrgang
Alter in
Jahren
Hundert-
insgesamt
männlich
weiblich
satz
Bis 1870
76 u. mehr
181
0.5
110
71
1871-1875
71-75
356
1.0
218
138
1876-1880
66-70
873
2.3
618
255
1881-1885
61-65
1701
4.5
1257
444
1886-1890
56-60
2555
6.8
1794
761
1891-1895
51-55
3050
8.1
2207
843
1896-1900
46-50
3735
10.0
2714
1021
1901-1905
41-45
4527
12.1
3186
1341
1906-1910
36-40
4609
12.3
3148
1461
1911-1915
31-35
4284
11.5
2792
1492
1916-1920
26-30
3306
8.3
1843
1463
1921
25
827
429.
398
1922
24
1923
23
1924
22
1925
21
1926
20
1927
19
1928
18
1929
17
1930
16
1931
15
ERRERA8755
865
380
485
836 4156
11.1
325
1736
511
2418
788
294
494
838
308
530
793
307
486,
712
297
415
747
3480
9.3
344
1510
403
1970
668
320
348
560
242
318
410
207
203
529
1.4
260
269
19321)
nicht festgestellt
14
119]
53
66
102
0.3
101
1
Insgesamt
37436
100.0
23488
13948
Beschäftigungserhebung des Landesarbeitsamtes Tirol vom Juli 1946.
1) Der Geburtsjahrgang 1932 ist nur ungefähr zur Hälfte erfaßt, da die Erhebung im Juli
stattfand.
11°
163
Seite 190
190/506
Tabelle VIII/2 A
Anzahl der vorgemerkten und unterstützten Arbeitslosen in Österreich und Tirol
im Jahre 1933
Österreich
Tirol
1933
Monatsende
vorgemerkte unterstützte
vorgemerkte unterstützte
Arbeitslose
Arbeitslose
Jänner
478034
397920
18822
17458
Februar
480063
401321
18756
17573
März
April
Mai
Juni
455538
379693
17568
16481
423305
350552
15709
14628
391844
320955
14488
13102
380785
307873
14457
12772
Juli
August
375262
300762
14351
12637
365985
291224
13595
11993
September
354899
279053
12943
11382
Oktober
November
Dezember
Monatsdurchschnitt
357 628
280381
13216
11829
383 293
300477
14835
13080
422258
335919
16598
14927
405741
328844
15444
13988
Statistische Nachrichten des Bundesamtes für Statistik.
Tabelle VIII/2 B
Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen im Arbeitsamtsprengel Innsbruck
(Pol. Bezirk Innsbruck-Stadt¹) und pol. Bezirk Innsbruck-Land) in den Jahren 1930 bis 1934
Monatsende
Jänner
Februar
März
April
1930
1931
1932
1933
1934
6074
6534
8310
9927
9513
5972
6737
8260
10065
9318
4485
5530
7825
9587
8739
3571
3917
6978
8908
8197
Mai
Juni
2800
3498
6558
8512
7979
2076
2772
6104
8613
7954
Juli
2137
2836
6317
8471
7571
August
2193
3202
6642
8256
7314
September
2535
3923
7086
8098
7719
Oktober
3575
5025
7921
7877
7932
November
4571
6609
8835
8560
8332
Dezember
6195
8045
9279
9157
8817
3848
4885
7509
8835
8282
Monatsdurchschnitt
,Wirtschaftsstatistischer Jahresbericht" der Kammer für Arbeiter und Angestellte in Inns-
bruck 1933 und 1934.
1) Von den für den ganzen Sprengel ausgewiesenen Arbeitslosen entfällt schätzungsweise
nicht ganz die Hälfte auf Innsbruck allein.
164
Seite 191
191/506
Tabelle VIII/2 C
Anzahl der Arbeitslosen in Innsbruck in den Jahren 1935 bis 1941
Arbeitslose
Unterstützungsempfänger
Monatsende
insgesamt Männer
Frauen
insgesamt
Männer
Frauen
1935
Jänner
3927
2635
1292
3586
2501
1085
Februar
3867
2572
1295
3487
2421
1066
März
3727
2425
1302
3367
2294
1073
April
3578
2310
1268
3238
2182
1056
Mai
3464
2143
1321
3049
1996
1053
Juni
3210
2002
1208
2755
1784
971
Juli
2706
1677
1029
2308
1485
823
August
2576
1697
879
2287
1554
733
September
2776
1744
1032
2300
1520
780
Oktober
2955
1782
1173
2585
1562
1023
November
3107
1959
1148
2648
1733
915
Dezember
3279
2199
1080
2794
1935
859
3264
2095
1168
2867
1913
953
1936
Jänner
3613
2425
1188
3227
2251
979
Februar
3558
2367
1191
3139
2179
960
März
3429
2231
1198
3030
2065
965
April
3231
2065
1166
2810
1900
910
Mai
2887
1840
1047
2481
1692
789
Juni
2754
1703
1051
2312
1516
796
Juli
2548
1708
840
2182
1545
640
August
2352
1590
762
2076
1445
631
September
2484
1583
901
2074
1426
648
Oktober
2776
1741
1035
2327
1547
780
November
3066
1962
1104
2580
1757
823
Dezember
3294
2186
1108
2791
1965
826
0
2999
1950
1049
2585
1774
812
1937
Jänner
3475
2282
1193
3016
2098
918
Februar
3472
2298
1174
3045
2143
902
März
3320
2184
1136
2784
1939
845
April
3055
1878
1177
2431
1596
835
Mai
Juni
2865
1737
1128
2283
1479
804
2550
1556
994
1999
1288
711
Juli
2241
1478
763
1851
1263
588
August
2053
1418
635
1717
1181
536
September
2326
1496
830
1821
1208
613
Oktober
2556
1650
904
2021
1313
708
November
2815
1796
1019
2297
1505
792
Dezember
2983
2030
953
2516
1780
736
2809
1816
992
2315
1566
749
165
Seite 192
192/506
Tabelle VIII/2 C (Fortsetzung)
Arbeitslose
Unterstützungsempfänger
Monatsende
insgesamt Männer
Frauen
insgesamt Männer Frauen
1938
Jänner
3218.
2174
1044
2754
1930
824
Februar
3096
2093
1003
2709
1909
800
März
2739
1805
934
2260
1548
712
April
2433
1730
703
1945
1415
530
Mai
2089
1132
957
1694
930
764
Juni
1302
689
613
1070
563
507
Juli
981
485
496
790
376
414
August
860
402
458
707
280
427
September bis
Dezember¹)
2089
1313
776
1741
1118
622
1939
Jänner
978
328
650
676
239
437
Februar
805
293
512
543
223
320
März
717
204
513
420
130
290
April
654
150
504
409
105
304
Mai
Juni
530
108
422
319
59
260
266
72
194
155
32
123
Juli
184
56
128
79
25
54
August
110
32
78
54
15
39
September
314
61
253
256
46
210
Oktober
360
305
55
272
36
236
November
345
66
279
261
50
211
Dezember
202
53
149
154
39
115
455
144
311
299
83
216
1940
Jänner
185
33
152
110
23
87
Februar
153
19
134
114
12
102
März
104
18
86
64
9
55
April
155
16
139
84
2
82
Mai
69
11
58
26
4
22
Juni
169
5
164
84
5
79
Juli
37
3
34
8
3
5
August
45
3
42
8
3
5
September
69
3
66
8
3
5
Oktober
136
3
133
12
3
9
November
144
3
141
14
2
12
Dezember
89
2
87
10
2
8
0
112
10
103
45
6
39
1941
März)
19
3
16
6
3
3
Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck, 1. bis 4. Jahrgang; von 1939 an direkte Mit-
teilungen des Arbeitsamtes Innsbruck.
1) Für den Zeitraum von Sept. bis Dez. 1938 wurden die Arbeitslosenziffern vom Arbeitsamt
nicht ermittelt.
1) Von 1941 an traten an Stelle der Monatameldungen vierteljährliche Stichtagmeldungen.
Die Meldung vom März 1941 ist die erste und letzte dieser Art, die das Amt erhalten hat.
166
Seite 193
193/506
Tabelle VIII/2 D
Anzahl der Arbeitslosen im Arbeitsamtsprengel Innsbruck
(pol. Bez. Innsbruck-Stadt und pol. Bez. Innsbruck-Land ohne den Gerichtsbezirk Solbad Hall)
vom Juli 1945 bis Dezember 1946
Arbeitslose
Unterstützungsempfänger
Monatsende
insgesamt
Männer
Frauen
insgesamt Männer
Frauen
2. Halbjahr 1945
Juli
3346
1696
1650
August
2215
1376
839
September
2799
1795
1004
3-6¹)
Oktober
1075
674
401
November
877
475
402
Dezember
726
354
372
Ø
1839
1062
778
1946)
Jänner
711
432
276
Februar
1040
606
434
17
März
1039
631
408
21
April
834
610
224
17
Mai
827
645
182
17
Juni
746
633
113
17
Juli
568
490
78
10
August
562
450
112
September
653
407
246
Oktober
693
415
278
November
757
525
232
Dezember
551
375
176
SPETTO77666
14
11
12
10
11
PURURIK22222
9
9
5
56978611444
0
748
518
230
12
6
5
Für 1945 Landesarbeitsamt, für 1946 Arbeitsamt Innsbruck.
1) Es waren gewöhnlich Frauen, die auf den Bezug der Altersrente warteten und eine geringe
Unterstützung nach den reichsdeutschen Bestimmungen erhielten.
3) Da der Gerichtsbezirk Hall fehlt, entfällt im Gegensatz zur Tab. VIII/2 B etwas mehr
als die Hälfte der ausgewiesenen Zahlen auf Innsbruck.
167
Seite 194
194/506
IX. Bau- und Wohnungswesen
IX/1. Häuser und Wohnungen
Die Ebene des Inntales an der verkehrsmäßig wichtigen Innbrücke und der Schutt-
kegel an der Sill am Ausgange, bzw. Endpunkte der Brennerstraße bilden das Ge-
lände, auf dem sich die Landeshauptstadt Innsbruck und das Straßendorf Wilten
in den vergangenen Jahrhunderten entwickelten. Das Dorf Mühlau entstand aus den
gewerblichen Betrieben am Mühlauer Bach, die Stadtteile Pradl und Amras im Tale,
Hötting und Arzl am Hanggelände formten sich aus landwirtschaftlichen Verhält-
nissen.
Seit Jahrhunderten haben der Stadtrat und die Regierungsbehörden auf die
Art der Bauführung, anfänglich in einzelnen allgemein gültigen baulichen Anord-
nungen, später durch Bauordnungen Einfluß genommen. Die Bauordnungen ent-
wickelten sich aus den Grundsätzen des Nachbarrechtes, brachten in Fortsetzung
dieser Gedanken die Verpflichtung zum Schutze vor Feuersgefahr, verlangten die
Sicherheit der Bewohner gegen Baugebrechen und die Verbesserung des Verkehrs
in der Stadt und erhielten endlich noch die notwendigen Bestimmungen zur Ver-
schönerung des Stadtbildes.
Das äußere Aussehen der Häuser will Kaiser Maximilian I. durch seinen Befehl,
daß die Häuser in Innsbruck mit Zinnen versehen werden müssen, beeinflussen.
Die Bestimmung des Stadtrates vom Jahre 1535 über die Größe der in der Stadt
zu verwendenden Ziegel greift schon in die Art der Bauführung ein, 1758 verlautbart
der Magistrat den Befehl der Hofkammer, daß für jeden Neubau oder eine beträcht-
liche Reparatur ein verläßlicher Plan oder Riß ausgearbeitet und der Behörde
vorgelegt werden müsse. 1820 erscheint die Bau- und Feuerlöschordnung für die
Provinzial-Hauptstadt Innsbruck. Ihre Bauvorschriften entspringen in erster Linie
der Sorge um die Hintanhaltung von Feuersbrünsten, weshalb sie Bauführungen
nur durch berechtigte Werkverständige zuläßt. Nach Änderungen in den Jahren
1826, 1832 und 1842 hat die k. k. vereinte Hofkanzlei einer neuen Bauordnung für
die Provinzial-Hauptstadt Innsbruck sowie für die Dörfer Wilten, Hötting und Pradl
mit Erlaẞ vom 1. 2. 1844 die Genehmigung erteilt, die bereits einer Bauordnung
im heutigen Sinne gleicht. 20 Jahre später wird über Antrag des Tiroler Landtages
das Gesetz über eine Bauordnung der Landeshauptstadt Innsbruck erlassen, die
auf die Stadt beschränkt ist und nicht mehr die Vororte umfaßt. Waren in der
Bauordnung des Jahres 1844 noch die Landesstelle (Gubernium) zur Erteilung der
Genehmigung für Neubauten, zu den übrigen Bauführungen in Innsbruck der Stadt-
magistrat und in den Vororten das k. k. Landgericht zuständig, kam jetzt die Ent-
scheidung über Bauführungen in erster Instanz dem Stadtmagistrat als unterster
politischer Behörde zu. Der Inhalt der Bauordnung wurde den geänderten Anschau-
ungen im Bauwesen angepaßt. Mit Gesetz vom 26. 11. 1884, LGBl. Nr. 40, wurde
abermals eine Bauordnung für das Gebiet der Stadt Innsbruck erlassen, laut der
die Entscheidung über Bauführungen in erster Instanz der Stadtmagistrat Innsbruck
trifft. Diese Bauordnung wurde durch die mit Gesetz vom 30. 3. 1896, LGBl. Nr. 31,
erlassene Bauordnung ersetzt, die im wesentlichen heute noch gilt. Sie wurde nur
168
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195/506
durch die Tiroler Landesgesetze vom 10. 12. 1914, LGBl. Nr. 99, vom 27. 1. 1930,
LGBl. Nr. 7, und die Verordnung des Landeshauptmannes und Landeshauptmann-
stellvertreters vom 15. 5. 1934, LGBl. Nr. 16, novelliert.
Die baugeschichtliche Entwicklung der Stadt führte nicht zu einer klaren Auf-
teilung des Stadtgebietes nach Verwaltungs-, Gewerbe-, Industrie- und Wohnvierteln.
Entsprechend der Bedeutung Innsbrucks, in früherer Zeit als Sitz des Hofes und der
Regierung, heute als Sitz der Staats- und Landesverwaltung für das Bundesland
Tirol, wurden die öffentlichen Gebäude für Verwaltung und Unterricht vornehmlich
im Stadtteile des ursprünglichen Innsbruck angelegt. Eine Aufstellung einer Aus-
wahl öffentlicher und halböffentlicher Gebäude, welche die wichtigen Ämter, Kam-
mern und Dienststellen beherbergen, findet sich am Ende des Textes dieses Ab-
schnittes. Einige der öffentlichen Gebäude stellen künstlerisch hochwertige, histo-
rische Bauten berühmter Baumeister dar, andere, insbesondere solche der neuesten
Zeit, wurden als reine Zweckbauten errichtet. Angefügt ist eine Aufstellung der das
Stadtbild zierenden öffentlichen Denkmäler mit Angaben über ihre Entstehungs-
zeit. Vorwiegend im Zentrum sind auch die Gasthöfe und Hotels der Fremdenstadt
Innsbruck entstanden, bei gleichzeitiger Häufung an bestimmten Plätzen, z. B. in
der Altstadt, beim Hauptbahnhof. Der Kurort Igls und die Hungerburg bilden
eigene Standorte. In der Kastastralgemeinde Innsbruck liegt nur 1 Fabrik (zwischen
dem alten Stadtgebiet und Pradl), dagegen eine große Zahl arbeitsintensiver Ge-
werbebetriebe. Die Industrie verteilt sich auf die früheren Gemeinden Wilten,
Pradl, Mühlau; die großen Verkehrsanlagen (Bahnhöfe, Postämter) liegen in Inns-
bruck und Wilten.
Die Wohnviertel in der Ebene des Inntales (Stadtteile Innsbruck, Wilten, Pradl)
weisen geschlossene Bauweise mit Häusern von zumeist 3 und 4 Stockwerken auf,
an die sich in größerer Ausdehnung die Gebiete der offenen Bauweise mit im all-
gemeinen einstöckigen Häusern reihen. Die Gemeinden am nördlichen Talhange,
Hötting, Mühlau, Arzl, sowie Amras am Südosthange des Inntales enthalten in ihrem
alten Bestande hauptsächlich landwirtschaftliche Siedlungen, Mühlau auch gewerb-
liche Betriebsstätten, neben denen sich die offene Bauweise der städtischen Bewohner
sehr ausgedehnt hat. Das Dorf Vill kennt fast nur landwirtschaftliche Bauten,
im Kurorte Igls tritt die Landwirtschaft gegenüber den Hotels, Pensionen und
Villen stark zurück.
Die Tabelle IX/1 A gibt ein Bild der Entwicklung des Häuserbestandes im Zeit-
raume der Jahre 1812 bis 1946, in dem die Eingemeindungen der Vororte eine große
Rolle spielen, da das Gebiet der ursprünglichen Stadt Innsbruck schon im Jahre
1904 fast vollständig verbaut und nur mehr in der Richtung Saggen ausdehnungs-
fähig war.
Aus der Tabelle IX/1 B ist die Verteilung der Gebäude und Wohnungen zu
ersehen. Von dem heutigen Bestande an Häusern fallen 24.3% auf das Gebiet der
Katastralgemeinde Innsbruck, also des alten Siedlungsgebietes vor der Einge-
meindung der Vororte; die drei im Jahre 1904 zusammengeschlossenen Katastral-
gemeinden Innsbruck, Wilten und Pradl enthalten heute 61.3% und die neu ein-
gemeindeten Vororte Hötting, Mühlau, Arzl, Amras, Vill und Igls 38.7% der Häuser-
zahl der ganzen Stadt. Vergleicht man die Anzahl der Wohnungen im gegenwärtigen
Gemeindegebiet, findet man, daß im Raume der Katastralgemeinde Innsbruck
31.3% aller Wohnungen liegen, im Gebiete der früheren Gemeinden Innsbruck,
Wilten, Pradl heute 87.8% und im Raume der früheren Orte Hötting, Mühlau,
Arzl, Amras, Vill und Igls 12.2% aller Wohnungen verteilt sind. Die Wohnungs-
dichte in den drei Stadtteilen Innsbruck, Wilten und Pradl fällt hiebei besonders
169
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auf. Ist die Anzahl der Wohnungen laut Tabelle IX/1 C in der Innsbrucker Alt-
stadt, die viele Häuser mit 4 und 5 Stockwerken aufweist, noch hoch, nimmt sie stark
in den eigentlichen Geschäftsstraßen ab, steigt aber besonders in den neueren mit
Mietwohnungshäusern besetzten Straßen an.
Der Wohnhausbau vollzog sich bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts fast aus-
schließlich durch private Bautätigkeit. Daher wies Innsbruck, abgesehen von einigen
staatlichen Wohngebäuden für Zollbeamte und Unteroffiziere, bis in die letzten
Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts nur Wohnhäuser auf, die privaten
Hausbesitzern gehörten. Dieser Zustand änderte sich, als der katholische St. Vinzenz-
verein in den Jahren 1888 bis 1898 im Stadtteile Dreiheiligen 88 Kleinwohnungen
für Arbeiterfamilien erbaute, zu denen im Jahre 1938 weitere 19 Wohnungen kamen.
Diese Wohnungen waren nicht den Angehörigen bestimmter Betriebe oder Berufe
vorbehalten, sondern schlechtweg arbeitenden Menschen. Etwas später entstanden
die Wohnhaussiedlung der Tiroler Glasmalerei-Anstalt in der Müllerstraße, die
Wohnhausgruppen einer Innsbrucker Spinnfabrik und Wohnhausanlagen für Eisen-
bahnangestellte.
In den Jahren nach dem ersten Weltkrieg ab 1920 nahm, als das Privatkapital
wegen der fortschreitenden Geldentwertung keine neuen Wohnhausbauten erstellte,
die Stadtgemeinde Innsbruck von sich aus den Wohnungsbau auf und errichtete
zunächst eine kleinere Wohnhausanlage mit Reihenhäusern, denen in den nächsten
Jahren eine Anzahl weiterer Wohnhausblocks folgte. Hiemit hat die Stadtgemeinde-
wie auch andere österreichische Städte sich grundsätzlich zum Wohnungsbau
für ihre Bürger entschlossen und ihn bis 1945 fortgesetzt (Tabelle IX/1D und IX/2A).
Die Mittel hiefür wurden ohne Einhebung einer eigenen Wohnbausteuer aus Dar-
lehen und laufenden allgemeinen Einnahmen gedeckt. Zu diesen Wohnhausanlagen
kamen die durch Umgestaltung bestehender Gebäude, wie ehemaliger Kasernen
und eines Militärspitales, gewonnenen Wohnungen und Barackenbauten.
vor-
Auch die Wohnbautätigkeit des Bundes und des Landes Tirol war in diesen Jahren
bedeutend. Die Wohnungsbeschaffung wurde nach dem ersten Weltkriege
her bestanden kleinere Wohnungsgenossenschaften durch die gemeinnützigen
Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaften erweitert; der Staat gewährte ihnen
aus Mitteln des Bundes-Wohn- und Siedlungsfonds die notwendigen Darlehen, die
Gemeinde unterstützte sie durch unentgeltliche oder billige Grundbeistellung. Die
genossenschaftliche Bautätigkeit nahm so große Formen an, daß die Genossenschaften
in Innsbruck heute eine erhebliche Anzahl von Wohnhäusern ihr Eigen nennen
können (Tabelle IX/1 D). Ein sehr beträchtlicher Anteil an der Ausführung neuer
Bauvorhaben kam dem privaten Hausbesitz zu, wobei besonders der Anteil des
Hausbaues in offener Bauweise hervorzuheben ist. Dem Wunsche vieler schaffender
Menschen nach dem Eigenheim kam die Stadtgemeinde mit der Anlage von Sied-
lungen entgegen, indem sie zwei derselben mit zusammen 61 Siedlerstellen auf
Stadtgrund erbaute und für weitere 63 Stellen Grund überließ. Außerdem reichte
sie ihre Hand noch beim Ausbau zweier Mittelstandssiedlungen (Tabelle IX/1 E).
Die Bundes-Wohnbauförderung im Sinne des Bundesgesetzes vom 14. 6. 1929,
BGBl. Nr. 200, wirkte sich in Innsbruck bei der Beschaffung neuen Wohnraumes
sehr nützlich aus. Sie wurde laut Tabelle IX/1 D von der Stadtgemeinde, gemein-
nützigen Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaften und Privaten stark in Anspruch
genommen. Durch alle diese Maßnahmen erreichte die Zahl der Wohnungen ein
solches Maß, daß in den Jahren 1935 bis 1937 der Wunsch nach großen und größeren
Mittelwohnungen voll erfüllt und der Bedarf an kleineren Mittelwohnungen und
Kleinwohnungen mit niedrigem Mietzins schon weitgehend gedeckt werden konnte.
170
Seite 197
197/506
Während der Kriegsjahre 1939 bis 1945 blieb die Bautätigkeit, abgesehen von der
Errichtung der Südtiroler Häuser, auf die Fertigstellung vor dem Kriege begonnener
Neubauten und auf die Vollendung der Kleinhaussiedlungen am Lohbach in Hötting
beschränkt. Als die Umsiedlung von Südtirolern nach Nordtirol in Gang kam,
mußte die Gemeinde selbst und durch Baugenossenschaften für die Unterbringung
der Umsiedler in Erfüllung ihrer Fürsorgepflicht Vorsorge treffen. Die hiefür not-
wendigen Baublocks in Wilten, Pradl und Hötting, deren Bau als,,staatspolitisch
wichtig" bezeichnet wurde, erreichten einen bedeutenden Umfang, da nahezu für
15000 Personen Wohnraum geschaffen werden mußte. Jede sonstige Wohnbau-
tätigkeit war vom Jahre 1941 bis Kriegsende von Staats wegen stillgelegt. In den
ersten zwei Jahren nach dem Kriege richtete sich die Bautätigkeit fast ausschließlich
auf die Wiederherstellung der durch Kriegsereignisse zerstörten oder beschädigten
Gebäude. Es entstanden daher beim vorhandenen Mangel an Baustoffen und Arbeits-
kräften nur wenige Neubauten.
Aus dem Vergleich der Tabellen IX/1 B und 1D ergeben sich folgende Fest-
stellungen: Von der Gesamtzahl von 25272 Wohnungen sind in den Jahren 1920
bis 1946 8583 Neubauwohnungen (ohne Notstandsbauten und Baracken), demnach
33.96% aller Wohnungen erstellt worden. Diese Ziffer läßt auf eine verhältnismäßig
große Zahl gesunder Wohnungen im Stadtgebiet schließen, da diese als Neubauten
den heutigen hygienischen Anforderungen im allgemeinen entsprechen. Wie weit
sie gegenwärtig unter den besonderen obwaltenden Verhältnissen (bombenzerstörte
Gebäude, Einquartierung der Besatzung) überbelegt sind, kann statistisch mangels
der erforderlichen Unterlagen nicht aufgezeigt werden.
12.25% aller Wohnungen in Innsbruck befinden sich im Jahre 1946 im Eigentum
der Stadtgemeinde (ohne Notstandsbauten und Baracken), die Neubauwohnungen
verteilen sich mit 30% auf städtischen Besitz, mit 8% auf Bundes- und Landes-
besitz, mit 25% auf Besitz allgemeiner gemeinnütziger Baugenossenschaften und
mit 37% auf den privaten Besitz (alles ohne Notstands- und Barackenwohnungen).
IX/2. Städtische Häuser
Die Stadtgemeinde Innsbruck besitzt, wie aus Tabelle IX/2 A hervorgeht, eine
große Anzahl Altwohnhäuser, die vor dem Jahre 1917 erbaut wurden und deren
Wohnungen zumeist den Bestimmungen des Mietengesetzes vom 7. 12. 1922,
BGBl. 872, und seiner späteren Änderungen unterliegen. Die Tabelle IX/2 B zeigt
die Verteilung der Häuser auf die einzelnen Katastralgemeinden des Stadtgebietes.
Die Steigerung der Anzahl dieser Wohnhäuser in den Jahren 1937 bis 1946 ist zum
Teil auf die Übernahme derselben im Wege der Eingemeindung der Randorte
zurückzuführen. Unter ,,Neubauten" im Sinne dieser Tabelle sind solche Wohn-
häuser zu verstehen, die seit dem Jahre 1919 errichtet wurden. Die Tabelle gibt ein
Bild der Leistung der Stadt Innsbruck auf diesem sozial wichtigen Gebiete der
Gemeindeverwaltung. Sie enthält auch eine Zusammenstellung der Wohnungen
in den städtischen Neubauten nach der Größe der Wohnungen. Die Wohnhaus-
anlagen in umgebauten Gebäuden, die früher einem anderen Zweck gedient haben,
sind hier nicht aufgenommen. Die kleinen, gesunden und hygienisch einwandfreien
Wohnungen stehen allen Bevölkerungsgruppen offen. Nach Wohnungsgrößen
gliedern sich die 2476 Neubauwohnungen folgendermaßen: 44.3% derselben sind
Kleinwohnungen, d. s. solche bis 12 Zimmereinheiten (1 Zimmer = 1 Einheit,
1 Kabinett (Kammer) bis 15 m² Wohnfläche Einheit), 25.1% umfassen kleine
171
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Mittelwohnungen von 2 Einheiten, 26.8% sind als große Mittelwohnungen von
22 bis 32 Einheiten zu bezeichnen, der Rest von 3.8% verteilt sich auf Groß-
wohnungen mit 4 und 5 Einheiten.
Alle städtischen Wohngebäude werden, soweit einzelne von ihnen nicht den
Stadtwerken gehören, von der Städtischen Gebäudeverwaltung betreut. Die Stadt-
gemeinde ist die größte Hausbesitzerin in Innsbruck geworden (Tabelle IX/2 A, 2 B).
IX/3. Bautätigkeit
Nach dem Kriege, in den Jahren ab Mai 1945 bis Ende 1946, galt fast alle Bau-
tätigkeit der Wiederherstellung der bombenzerstörten Gebäude. Über den Wieder-
aufbau berichtet der Abschnitt 2 des Anhanges. Die Tabelle IX/3 weist die Kriegs-
schadenbehebungen, die Behebungen von Zeitschäden und Umbauten sowie die
Neu-, Ersatz-, Zu-, Auf- und Anbauten aus. Die Zahlenangaben sind den Meldungen
des Stadtbauamtes an das Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau
entnommen. Die Bautätigkeit in diesen Jahren war durch die außerordentlich
große Baustoffknappheit und den Mangel an Fach- und Hilfsarbeitern sehr stark
behindert.
IX/4. Mietzinse für Bestandsräume
Wegen der allgemeinen Bedeutung der Mietzinse im Wirtschaftsleben wird im
Kapitel Bau- und Wohnungswesen auch eine Aufstellung über die Mietzinse von
Wohnungen in Innsbruck gebracht und in diesem Abschnitte behandelt.
Die Mietzinse der Wohnungen bildeten sich in Österreich bis zum Jahre 1914
völlig frei nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Die Verhältnisse während
des ersten Weltkrieges erforderten einen mietenrechtlichen Schutz der eingerückten
Soldaten, ihrer Familien und überhaupt der gesamten Bevölkerung hinsichtlich der
Höhe des Mietzinses und der Kündigungsmöglichkeit von Mietverträgen. Zu diesem
Zwecke wurde auf Grund der kaiserlichen Verordnung vom 10. 10. 1914, RGBl.
Nr. 274, die erste Mieterschutzverordnung vom 26. 1. 1917, RGBl. Nr. 34, erlassen,
die mit zwei weiteren Verordnungen das bisherige Bestandsrecht ergänzte. Mit dem
Gesetz vom 7. 12. 1922, RGBl. Nr. 872, über die Miete von Wohnungen und Geschäfts-
räumlichkeiten (Mietengesetz) erhielt die Mietengesetzgebung eine neue Grundlage.
Dieses Gesetz, das später durch Novellierungen wesentlich geändert wurde, teilt
die Mietverhältnisse an Wohnungen, Wohnungsbestandteilen und Geschäfts-
räumlichkeiten in Mietverhältnisse, die den Bestimmungen dieses Gesetzes unter-
liegen und solche, die ausgenommen sind, also in Mietverhältnisse über Räume, die,
kurz ausgedrückt,,,unter Mieterschutz" oder,,außer Mieterschutz" stehen.
Hiedurch bildeten sich zunächst 2 Gruppen von Mietzinsen: Die Mieterschutz-
zinse, welche nach den mietengesetzlichen Bestimmungen errechnet wurden, und
die Mietzinse, die frei nach den Wohnungsmarktverhältnissen vereinbart wurden.
Die letzteren galten im allgemeinen für Räume, die zu der im Mietengesetze fest-
gelegten Zeit nicht vermietet waren oder in Häusern gelegen sind, für welche die
baubehördliche Bewilligung erst nach dem 27. 1. 1917 erteilt wurde. Die beiden
Gruppen der Mietzinse weichen in ihrer Höhe für Bestandräume der gleichen Art
sehr weit voneinander ab, zum Teil aus dem Grunde, weil die Mietzinse für Neubau-
räume auch die Kosten für die Tilgung und Verzinsung des Baukapitals enthalten,
wogegen die Mietzinse der Mieterschutzhäuser außer der Deckung der Betriebs-
172
Seite 199
199/506
kosten nur die Instandhaltungskosten und einen allfälligen Ertrag für den Haus-
besitzer vorsehen; ein Anteil für Verzinsung und Rückzahlung des bereits getilgten
Anlagekapitals entfällt im allgemeinen.
Nach dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich wurde durch die Anordnung
über das Verbot der Preiserhöhung im Lande Österreich vom 29. 3. 1938, Gesetzblatt
für das Land Österreich Nr. 53/38, und die 1. Verordnung des Reichsstatthalters
(Österr. Landesregierung) über die Mietzinsregelung im Lande Österreich, Gesetzblatt
für das Land Österreich Nr. 159/38, jede Steigerung von Miet- und Pachtzinsen für
Bestandräume, die den Bestimmungen des Mietengesetzes unterliegen oder von
ihnen ausgenommen sind, vom 13. März 1938 ab untersagt. Nur die Erhöhung von
höchstens 20 Groschen alter österreichischer Währung für jede Krone des Jahres-
mietzinses für 1914 war in den im Mietengesetz festgelegten Fällen zulässig. Dieser
Zustand ist bis heute aufrecht geblieben. Damit wurde eine dritte Gruppe von Miet-
zinsen (Stop-Mietzinsen) für Räume in Neubauten, die nach dem 27. 1. 1917 errichtet
wurden, geschaffen. Diese Mietzinse werden nach dem Runderlaß des Reichsstatt-
halters, Preisbildungsstelle, vom 9. 3. 1939, RST I, Pr. 54872/39, im Sinne der
Richtlinien für die Preisbildung von Miet- und Pachtverhältnissen auf Grund einer
Ertragsberechnung ermittelt.
Eine 4. Gruppe an Mietzinsen bezieht sich auf Bestandsverhältnisse in Häusern,
die durch Kriegseinwirkung ganz oder teilweise zerstört wurden. Die Mietzinse in
solchen Häusern richten sich danach, ob die Wiederinstandsetzung mit eigenen
Mitteln, bzw. privaten Leihgeldern oder mit Hilfe des Wiederaufbaufondes finanziert
wurden. Im ersteren Falle ist die Mietzinsbildung nicht beschränkt, wenn die Wieder-
herstellungskosten den zweifachen Jahresbruttomietzins überstiegen haben. Bei
den mit Fondshilfe wiederhergestellten Bauten treten die Bestimmungen des Wohn-
haus-Wiederaufbau-Gesetzes vom 16. 6. 1948, BGBl. Nr. 130/48, in Kraft, wonach
solche Bauten auch hinsichtlich der Mietzinsbildung den mietengesetzlichen Be-
stimmungen unterliegen. Die Tabelle IX/4 A enthält Mietzinse für die Jahre 1914,
1937 und 1945 im Stadtgebiet Innsbruck, also Mietzinse der Gruppen 1 bis 3. Es
sind Durchschnitts-Mietzinse in stadteigenen Wohnungen, in solchen von Bau- und
Wohnungsgenossenschaften und in Privathäusern eingesetzt. Die Mietzinse wurden
von der Städtischen Gebäudeverwaltung von mehreren Wohnungsgenossenschaften
und einigen privaten Hausverwaltungen eingeholt. Der in einigen Fällen scheinbare
Widerspruch, daß größere Wohnungen billigere Mietzinse aufweisen, wird aus der
Verschiedenheit des Kapitaldienstes für die einzelnen Häuser verständlich.
Durch die ungleiche Höhe der Mietzinse für Bestandräume gleicher Größe werden
Teile der Bevölkerung, insbesondere die Angestellten und Arbeiter, deren Einkommen
in der Zeit der ersten Österreichischen Republik auf Mieterschutzzinse abgestellt
war, ungleich belastet. In der Tabelle IX/4 B sind Verhältniszahlen zwischen Ein-
kommen und Mietzins in den Jahren 1937 und 1945 errechnet. Die Einkommens-
beträge sind dem wirtschaftsstatistischen Bericht der Kammer für Arbeiter und
Angestellte in Innsbruck über das Jahr 1931 entnommen, da für 1937 kein Bericht
der Arbeiterkammer vorliegt; die Beträge für 1945 stammen aus dem Jahresbericht
1947. Als Mietzinse wurden solche in städtischen Gebäuden gewählt. Wie aus diesen
Beispielen, die nur für kleine Wohnungen errechnet sind, zu ersehen ist, schwankt
die perzentuelle Belastung des Monatseinkommens durch die Mietzinse in den dar-
gestellten Fällen bei Mieterschutzwohnungen im Jahre 1937 zwischen 6.7% und
8.4%, dagegen in Wohnungen außer Mieterschutz zwischen 12.2% und 20.2%. Es
betrug also in diesem Jahr der Unterschied im Verhältnis zwischen dem niedersten
173
Seite 200
200/506
Mieterschutzzinse und dem niedersten Zinse außer Mieterschutz 5.5% und zwischen
dem höchsten Mieterschutzzins und dem höchsten außer Mieterschutz 11.8%.
Beide Spannen machen sich bei dem zugrunde gelegten Einkommen recht stark
geltend. Im Jahre 1945 ist zwischen der niedersten und höchsten Belastung in
Wohnungen unter Mieterschutz eine Differenz von 4.8%, außer Mieterschutz von
16.3%; die Belastungsunterschiede zwischen den billigsten Mieterschutzwohnungen
und solchen außer Mieterschutz erreichen 5.4%, zwischen teuersten Mieterschutz-
wohnungen und denen außer Mieterschutz 16.9%. Diese Preisunterschiede fallen
um so mehr ins Gewicht, als es heute praktisch fast unmöglich geworden ist, einen
Wohnungswechsel wegen der Mietzinshöhe vorzunehmen.
A.
174
Seite 201
201/506
Öffentliche und halböffentliche Gebäude in Innsbruck (Auswahl)
Gebäude
Bauzeit
Stil
Baumeister
I. Staatsgebäude:
Altes Regierungsgebäude
Früh-Barock-
Herzog-Friedrich-Straße 3
1690-92
Fassade
Hofburg
1755-56
Barock bis Rokoko
Johann Martin
Gumpp d. Ä.
Johann Martin
Gumpp d. J. und
Rennweg 1
1766-70
Konstantin Johann
Walter
Landesregierungsgebäude
Herrengasse 1,3
1672,
Neu-Renaissance
umgebaut
1909
(19. Jh.)
nach 1628,
Dogana
Rennweg 3
Bezirkshauptmannschaft
Gilmstraße 2
Zeughaus
Zeughausgasse 1
Gerichtsgebäude
Schmerlingstraße 1
Gerichtsgebäude
1887-90
Michael-Gaismayr-Straße 1
bombenbe- Früh-Barock
Christoph Gumpp
schädigt
Neu-Renaissance
1851
(19. Jh.)
vor 1504
1882-87
spät-gotisch
Neu-Renaissance
gotisierender Bau
moderne Formen in
Jörg Kölderer
Winterhalder
Josef Mayr & Co.
Vonstadl
Postgebäude
1908
Maximilianstraße 2
der Art der deut- N. Tommasi
schen Renaissance
Finanzamt
1904
Bürgerstraße 34
Arbeitsamt
1931-32
modern
Schöpfstraße 3
Bundesbahndirektion
1899
Neu-Renaissance
Claudiastraße 2
Huter & Söhne
Ing. Albert,
Arch. Prachensky
Österreichische
Staatsbahnen
II. Landesgebäude:
Landhaus
Maria-Theresien-Straße 43
Ehem. Palais Fugger-Taxis
Maria-Theresien-Straße 45
Neues Landhaus
Landhausplatz 3
1725-28
Hoch-Barock
seit 1679
Früh-Barock
1938-39 modern
siehe Abschnitt V Gesundheits-
wesen
Georg Anton
Gumpp
Johann Martin
Gumpp d. Ä.
Ewald Guth und
Walter Guth
Allgem. öffentl. Krankenhaus¹)
Anichstraße 35
Landesbrandschaden-
um 1860,
Versicherung
neue
Wilhelm-Greil-Straße 10
Fassade
moderne heimatliche
Baukunst
1) Seit 1947 Eigentum des Landes.
175
Seite 202
202/506
Gebäude
Bauzeit
Stil
Baumeister
1500
gebaut um
1358, er-
neuert 1691 gotisch
Landes-Hypothekenanstalt
Meraner Straße 8
Volkskunstmuseum
Universitätsstraße 2
III. Städtische Gebäude:
Goldenes Dachlgebäude
Herzog-Friedrich-Straße 15
Erker zum Goldenen Dachl
Altes Rathaus
Herzog-Friedrich-Straße 21
um 1860,
bomben-
beschädigt
1553-61
um 1420,
modern
Kern aus der Spät-
gotik und Früh-
Renaissance
Fassade Barock
erneuert 1822 ursprünglich Gotik
u. 1936-37
spät-gotisch
Andrea Crivelli
Nikolaus Türing
Georg v. d. Werdt
Georg Anton
Gumpp 1719
Jörg Kölderer
Nikolaus Türing
Johann Martin
Gumpp
Stadtturm¹)
Beginn
Herzog-Friedrich-Straße
Mitte 14. Jh.
gotisch
Renaissance
Alte Hauptwache (Verkehrsamt)
letzt. Umbau
modern
Burggraben 3
1922
spätgotische Halle
Stadtbauamt
Arch. F. Wiesenberg
Rathaus
Umbau
Maria-Theresien-Straße 18
1848/49
Fassade moderne
Renaissance
Rathaus-Neubau
1938-39
modern
Fallmerayerstraße 1
Hochhaus
1927-29,
Wiederauf-
modern
Salurner Straße 11
bau 1948-49
Theater
1844-46
Rennweg 2
Stadtsaal
1888-90
Neu-Barock
Spätklassizismus
Stadtbauamt, Arch.
Theod. Prachensky
Siegfried Thurner,
Wiesenberg
L. Welzenbacher
Wiederaufbau
Arch. O. Mayr
Giuseppe Segusini
Arch. Wielemans
Universitätsstraße 1
Sieberer'sches Waisenhaus
1886-89
Neu-Renaissance
Siebererstraße 7, 9
nach Angaben des
Stifters Freiherr v.
Sieberer
Josef Mayr & Co.
Altersheim
1908-09
Ing.-Etzel-Straße 59
Volksbad III
1914
Herzog-Otto-Straße 6
Dampfbad
1926-27
Salurner Straße 6
Hallenbad
Amraser Straße 4
nach Angaben des
Stifters Freiherr v.
Sieberer, Jos. Retter
Stadtbauamt
Ing. Konzert
Stadtbauamt
Ing. Konzert
Baumeister Plank
Stadtbauamt
Ing. Konzert
Baumeister Plank
1) Höhe bis zum Rundgang 32.5 m, von diesem bis zur Spitze des Blitzableiters 24 m; ganze
Höhe von der Erde bis zur Spitze 56.5 m (gemessen von August Hopffer 1885 anläßlich der
Anlage des Blitzableiters).
Neu-Renaissance
Neu-Renaissance
modern
1927-29
modern
176
Seite 203
203/506
Gebäude
Bauzeit
Schlachthofanlage
Ing.-Etzel-Straße 30
Markthalle
Herzog-Siegmund-Ufer 3
Westfriedhof, Einsegnungshalle
Friedhofstraße 2
1908-09 modern
1913-14 modern
1856-58
Erweiterung modern
1889-90
Einsegnungs- modern
halle 1927
Stil
Baumeister
Stadtbauamt
Ing. Konzert
Baumeister Plank
Stadtbauamt
Ing. Konzert, Arch.
Th. Prachensky
Arch. F. Wiesenberg
Ausstellungshalle
1893
modern
Ing.-Etzel-Straße 31
Ostfriedhof
1912-13
Kaufmannstraße 1
modern
romanisch
IV. Halböffentliche Gebäude:
Stadtbauamt
Arch. Ringler
Baumeister Plank
Handelskammer
Meinhardstraße 14
1900-02
modern
Eigentümer: Kammer der
Arch. Ludwig Lutz
gewerblichen Wirtschaft
Arbeiterkammer
umgebaut
Maximilianstraße 7
1931
um 1860
modern
Arch. Ernst Müller
Bezirksbauernschaft
neue
Neu-Renaissance
Wilhelm-Greil-Straße 9.
A. Bayer
Fassade
Gebietskrankenkasse
umgebaut
modern
Arch. H. Neubauer
Museumstraße 33
1948-49
Blindenanstalt
Ing.-Etzel-Straße 71
1935-36
modern
Josef Retter
Eigentümer:
Blinden-Fürsorgeverein
1879,
Gewerkschaftshaus
bomben-
Südtiroler Platz 14, 16
beschädigt
Ferdinandeum
Museumstraße 15
(Tiroler Landes-Museum)
1842-45
1884-86
Eigentümer: Museumsverein
urspr. in Formen
ital. Frührenaissance
neue Fassade in
Formen ital. Hoch-
renaissance
A. Mutschlechner
N. Tommasi
Bergisel-Museum
Bergisel 1
1838
Eigentum: Stiftung z. ewigen
1897-98
Neu-Renaissance
Gedenken an die 4 Kaiser-
1948-49
Arch. Hans Flür
Georg Auer & Sohn
jäger-Regimenter
Sparkassen-Gebäude
Erlerstraße 8
1874-77
Eigentümer: Sparkasse der
Stadt Innsbruck
Neu-Renaissance
Arch. M. Hinträger
Wilhelm-Greil-Straße 23
Rettungsheim
Eigentum der Freiwilligen
Rettungsgesellsch. Innsbruck
1925-27
modern
Huter & Söhne
12
177
Seite 204
204/506
Denkmäler
Ent-
Bezeichnung
Eigentümer stehungs-
Stil
zeit
Leopoldsbrunnen
am Rennweg
Stadt
Künstler
1622-32, Früh-
1894 Barock
Kaspar Gras (Statuen),
gegossen von Heinrich u.
Friedrich Reinhart, heu-
tige Architektur von F.
Deininger und H. Fuß
Josefsbrunnen
Stadt
1698
Barock
Waltherpark
Annasäule
Land Tirol
1706
Maria-Theresien-Straße
Hoch-
Barock
Triumphpforte
Staat
1774
Leopoldstraße
Zopfstil
A
Christofero Benedetti
Georg Philipp Appeller
Architektur: Constantin
von Walter, Statuen,
Reliefs: Balthasar Moll
Rudolfsbrunnen
Romantik
Stadt
1877
Bozner Platz
Architekt: F. Schmidt
Plastik: Joh. Grissemann
Walther v. d. Vogelweide
Stadt
1877
Romantik
Schule Schwanthaler
Waltherpark
Andreas-Hofer-Denkmal
Bergisel-
1893
Bergisel
Stiftung
modern
(19. Jh.)
Heinrich Natter
Franz Thurner
Stadt
1905
Waltherpark
modern
(20. Jh.)
Fuẞ Heinrich
Adolf Pichler
Stadt
1909
Adolf-Pichler-Platz
modern
(20. Jh.)
Edmund Klotz
Anno neun
Stadt
1915
vor der Ottoburg
modern
(20. Jh.)
Christian Plattner
178
Seite 205
205/506
Entwicklung des Häuserbestandes in Innsbruck
Tabelle IX/1 A
Volkszählung
Volkszählung
Zahl der Häuser
Zahl der Häuser
vom
vom
11. 1. 1812
1837
31. 12. 1869
31. 12. 1880
31. 12. 1890
31. 12. 1900
574 (ohne Vororte)
612 (ohne Vororte)
626 (ohne Vororte)
701 (ohne Vororte)
842 (ohne Vororte)
1016 (ohne Vororte)
31. 1. 1920
7. 3. 1923
22. 3. 1934
17. 5. 1939
2132 mit Wilten, Pradl
2294 mit Wilten, Pradl
2652 mit Wilten, Pradl
-¹)
vom
31. 12. 1910
2010 mit Wilten, Pradl
31. 12. 1946
Fortschreibung 5814) mit Hötting, Mühlau,
Amras, Arzl, Vill und
Igls
1) Bei der Volkszählung 1939 waren Häuser und Wohnungen nicht Gegenstand der Erhebung.
Es war geplant, im Dezember 1941 Wohnhäuser und Wohnungen im Wege einer gesonderten
Reichszählung zu ermitteln. Aus diesem Grunde wurde die vom städtischen statistischen Amt,
hier, im Herbst 1941 begonnene Wohnungszählung als unzweckmäßig sistiert.
2) Diese Zahl ist nicht das Ergebnis einer Bestandsaufnahme, sondern der Fortschreibung des
Bestandes von 1934 durch Zuzählung der Neubauten und Abschreibung der Verluste.
12°
179
Seite 206
206/506
180
Katastral-
Gemeinde
Tabelle IX/1 B
der
Gebäude
Wohn-
Gebäude und Wohnungen
Stand vom Dezember 1946¹)
Öffentliche
Gebäude
Schulen
hievon
Gasthof-
Gebäude
Geschäfts-
Gebäude
Fabriks-
Gebäude
Anzahl der
Wohnungen
Wohnungen
je Haus
Anzahl der
Innsbruck
1416 1170
115 28
49
44
10
7918
5.59
Wilten
1067
951
31
12
23
31
19
5457
5.11
Pradl
1079
1041
21
5
2
4
6
5816
5.38
Hötting
1280
1237
15
6
17
4
1
3813
2.98
Mühlau
256
213
7
1
6
7
22
714
2.78
Amras
235
226
3
1
4
587
2.49
Arzl
298
290
5
1
1
667
2.23
Vill
Igls
46
41
3
2
77
1.66
137
102
1
26 6
223
1.62
Zusammen
5814
5271
202 55
130
97
59
25272
1) Mitgeteilt von der Magistratsabteilung VI (Stadtbauamt, Stadtvermessung). Es sind nur
Häuser mit eigenen Hausnummern gezählt. Bombenbeschädigte Häuser sind mit der ur-
sprünglichen Wohnungszahl angegeben. Ohne Burggraben- und Marktgraben-Vorbauten.
Öffentliche Gebäude: Amtsgebäude, Museen, Kirchen, Friedhofsgebäude, Jugend-, Alters-
heime, Krankenhäuser, Bundesbahngebäude.
Gasthöfe: Betriebe der Fremdenbeherbergung.
Geschäftagebäude: Banken, Sparkassen, Bürogebäude, Kaufhäuser, Privatbahngebäude,
Gewerbebetriebe.
2) Wohngebäude mit Geschäften und Gewerbebetrieben sind enthalten.
Seite 207
207/506
Straßenbezeichnung bäude
Ge-
Woh-
Beispiele für das Verhältnis der Anzahl der Gebäude zur Zahl der Wohnungen
nungen
je Haus
Straßenbezeichnung
Ge-
bäude
Woh-
nungen
Altstadt:
Badgasse
2
11 5.5
Wohnstraßen:
Colingasse
K.-G. Innsbruck:
Herz.-Friedr.-Str.
32 197
6.2
Falkstraße
Hofgasse
9
62
6.9
Bürgerstraße
Kiebachgasse
14
64
4.5
Höttinger Gasse
Pfarrgasse
7
49
7.-
Mozartstraße
Pfarrplatz
8
49
6.-
Schillerstraße
Riesengasse
11
90
8.1
St. Nikolausgasse
222222
10
56
5.6
23
54 2.3
23 120
5.2
20
120
6.-
17
157
9.2
19 157
8.2
32
182 5.6
Schlossergasse
17
76
4.4
Seilergasse
17
97
5.7
K.-G. Wilten:
Stiftgasse
16
76 4.7
Müllerstraße
48
232
4.8
Speckbacherstraße
56
398
7.1
133
771 5.79
K.-G. Pradl:
Burgenlandstraße
32 155 4.8
Geschäftsstraßen:
Pradler Straße
58
409
7.-
Maria-Theresien-Str.
44
206 4.6
K.-G. Hötting:
Meraner Straße
9
19 2.1
Höttinger Gasse
19
Museumstraße
37
168 4.5
Botanikerstraße
101
92
5.-
24
94 3.9
90
393 3.73
381
2226 5.84
181
Wohnungen
je Haus
Tabelle IX/1 C
Seite 208
208/506
Tabelle IX/1 D
Neubauten im Stadtgebiet Innsbruck, errichtet in den Jahren 1920 bis 1946¹)
Zeitraum
Öffentliche Bauten
der Stadt
Innsbruck
d. Bundes,
Landes Tirol,
anderer öffent-
licher
Körperschaften
Verkehrs-, Industrie-, Gewerbe-,
Geschäftsbauten
der Stadt
Innsbruck
d. Bundes,
Bundesbahn,
der Post, anderer
öffentlicher
Körperschaften
der Privat-
Wirtschaft
Privatschulen,
Privatheime
1920-
1.5. 1945
1945
2. Halbjahr
1946
15
7
7
1
16
7
15
23
48
9
7
4
86
5
Zeitraum
der Stadt-
gemeinde
Wohnhausbauten²)
d. Bundes,
Bundesbahn,
Post, Land Tirol
Gemeinnütziger
Genossenschaften
privater
Personen
insgesamt
Häuser
Woh-
nungen
Häuser
Woh-
nungen
Häuser
Woh-
nungen
Häuser
Woh-
nungen
Häuser
Woh-
nungen
1920-
1. 5. 1945
4313) 2634
152 656 396 2132 1138 3161 2117 8583
1945
2. Halbjahr
1946
4
5
4
5
14
16
14
16
431
2634 152 656 396
2132 1156 3182 2135 8604
Stadtgemeinde Innsbruck
Hievon Wohngebäude mit Bundes-Wohnbauförderung
(Bundesgesetz v. 14. 6. 1929, BGBl. Nr. 200)
Bauten gemeinnütziger
Wohnungsbaugenossen-
schaften
Privat-Bauten
Häuser
Wohnungen
Häuser
Wohnungen
Häuser
Wohnungen
27
271
41
404
76
356
2 Heime
1 Heim
1) Einschließlich der eingemeindeten Orte Hötting, Mühlau, Arzl, Amras, Vill, Igls; ein-
schließlich bombenzerstörter Gebäude.
3) Ohne Notstands- und Umbauten.
3) Davon 93 Kleinsiedlungshäuser mit 93 Wohnungen in das Eigentum der Siedler über-
gegangen.
182
Seite 209
209/506
Siedlungen
Tabelle IX/1 E
blowy J)
Kleinsiedlungen.
Mittelstandssiedlungen")
Erbaut u.
Sied-
davon Ende 1946
Sied-
Name der Siedlung lungs-
häuser
im Eigentum Name der Siedlung
Bau-
lungs-
stelle
häuser
d. Stadt d. Siedl.)
1934 Sieglanger
1935
20
1936
Lohbachsiedlung
Lohbachsiedlung
1937 Lohbachaledlung
1938 Lohbachsiedlung
1939 Lohbachsiedlung
54
20
26
4
BRIS
73551
13
41
Hörtnaglsiedlung 36
Resselstraße
33
10
38
8
15
Hans-Sachs-Str.
Schwindstraße
8
8
21
3
124
31
93
54
49)
1) Siedlerstelle nach Abzahlung des Grund- und Baudarlehens der Stadtgemeinde Innsbruck
in das Eigentum des Siedlers übertragen.
2) Grund von der Stadt den Siedlern in das Eigentum überlassen.
3) Davon 42 nach Plänen des Stadtbauamtes gebaut.
183
Seite 210
210/506
184
Tabelle IX/2 A
Städtischer Gebäudebesitz
(In Verwaltung der Magistratsabteilung IV Städtische Gebäudeverwaltung)
Gebäudebesitz der Stadt¹)
Stand am
Jahresende
Althäuser
Neubauten Kleinsiedlung
Summe
Notstands-
bauten und
Baracken
1937
97
89
124
310
19382)
130
124
124
378
1940³)
141
198
124
463
19454)
146
307
35
488
1946
146
307
31
484
BOAR
10
10
11
14
15
Städtische Wohnungen
1937
366
753
124
1243
171
1938
485
1104
124
1713
171
1940
536
1644
124
2304
173
19455)
555
2510
35
3100
177
1946
555
2510
31
3096
188
Geschäfte und Betriebe
1937
1938
82
87
1940
94
PAR
12
14
16
1945
96
34
1946
96
34
IIIII
94
7
101
7
110
7
130
7
130
7
1) Amts- und Schulgebäude, Betriebsgebäude und Wohnhäuser.
*) Nach der Eingemeindung von Hötting, Mühlau und Amras.
3) Nach der Eingemeindung von Arzl.
4) Einschließlich der bombenbeschädigten Häuser und nach Eingemeindung von Igls und Vill.
5) In bombenbeschädigten Gebäuden ist die ursprüngliche Wohnungsanzahl angegeben.
Seite 211
211/506
Katastralgemeinde
Gebäude
1. Städtischer Gebäudebesitz nach Katastralgemeinden am Jahresende 1946
davon
davon
Alt-
häuser
Neubauten
nach 1919
Innsbruck
Wilten
Pradl
199
Hötting
Mühlau
Amras
Arzl
2229466
66
63
850
227
623
70
63
15
48
568
92
476
23
20
179
1366
72
1294
27
7
21
Igls
Vill
1
1
28636-
11
43
231
91
140
4
1
35
34
1
3
1
24
18
6
1
3
7
6
1
1
13
13
2
2
Summe
484
146
338
3096
555
2541
130
2. Städtische Wohnhaus-Neubauten nach Wohnungsgrößen am Jahresende 1946
Wohn- Wohnun-
davon Wohnungen mit 1 Küche oder Wohnküche und Zimmern
häuser
gen
1
1½
2
2½
3
3%
4
5
3201) 24761)
236³)
869
622
405
206
48
46
44
1) Ohne die Neubauten der früher selbständigen Gemeinden.
2) Einschließlich von 6 Einzelzimmern ohne Küche.
185
Althäusern
Wohnungen
Neubauten
Geschäfte
u. Betriebe
Tabelle IX/2 B
Seite 212
212/506
Tabelle IX/3
3. Bautätigkeit 1945/1946
Baufertigstellungen¹)
a) Kriegsschadenbehebungen
Jahr
Wohnbauten
Öffentliche Gebäude
Gebäude für Kultus,
Landwirtschaft, Indu-
strie, Gewerbe,
Fremdenbeherbergung,
Verkehr usw.
Wohn-
Anzahl
Anzahl Fläche
Woh-
Ob-
Fläche
Ob-
Objekte
fläche
der
der derselben
nungen
in m³
jekte
in m²
jekte
Räume
Räume in m²
ab
1.5. 1945
130
1946
1325
845
7807
67 568
631409
1455
8652 698977
167
10
204
22
357
5039
97
2220
65
699
19716
107
2424
87
1056
24755
Jahr
b) Behebung von Zeitschäden und Umbauten
Wohnbauten
Öffentliche Gebäude
Gebäude für Kultus,
Landwirtschaft, Indu-
strie, Gewerbe,
Fremdenbeherbergung,
Verkehr usw.
Objekte
Woh-
nungen
Wohn-
fläche
in m²
Anzahl
Anzahl Fläche
Ob-
jekte
Fläche
Ob-
der
Räume
der
in m²
derselben
jekte
Räume
in m²
ab
1. 5. 1945
1946
11
3
90
1-
1
1
20
20
29
50
1851
11
3
90
1
-
20
21
30
1901
Jahr
c) Neu-, Ersatz-, Zu-, Auf- und Anbauten
Wohnbauten
Öffentliche Gebäude
Gebäude für Kultus,
Landwirtschaft, Indu-
strie, Gewerbe,
Fremdenbeherbergung,
Verkehr usw.
Woh-
Objekte
Wohn-
fläche
Anzahl
Anzahl Fläche
nungen
Ob-
jekte
der
Fläche
in m²
Ob-
in m²
Räume
jekte
der derselben
Räume
in m²
ab
1.5. 1945
1946
4
5
237
23
53
3921
14
16
770
1
| |
49
72
3628
18
21
1007
1
72
125
7549
1) Auf Grund der monatlichen Meldungen des Stadtbauamtes an das Bundesministerium für
Handel und Wiederaufbau zusammengestellt. Da diese Meldungen erst ab 1. 7. 1947 erstattet
werden, erfolgte die Aufteilung der Zahlenergebnisse auf die Jahre 1945 und 1946 nach Er-
fahrungsziffern der laufenden Erhebungen. Die Kriegsschadenbehebung umfaßt die Schadens-
gruppen 1-5 (Einteilung siehe Tabelle Anhang/1 D).
186
Seite 213
213/506
Wohnungs-Mietzinse
1. Monatliche Mietzinse für Wohnküchen und für Wohnungen mit Küche und
Wohnküchen
1 Zimmer
1½ Zimmer
2 Zimmer
2½ Zimmer
3 Zimmer
3½ Zimmer
4 Zimmer
a¹)
b²)
a¹) b³)
a
b
a
b
a
b
&
b
a
b
a
b
Mietzinse 1914 (Kronenwährung)
Stadtgemeinde
8.-
18.-
21.-
28.-
41.-
55.-
66.-
106.-
18.88
Wohnungs- und
15.73
bis
61.25
91.-
Bau-Genossenschaften
45.50
21.-
30.-
33.-
50.-
58.33
75.-
Private
8.33
bis
bis
bis
Hauseigentümer
26.-
40.-
50.-
bis
56.-
bis
66.60
bis
75.33
100.-
Mietzinse 1937 (Schillingwährung)
19. 29. 20.- 48.- 28.- 52.-28.- 70.- 32.- 78.- 46.- 104.-60.-101.-
Stadtgemeinde
15.-
Wohnungs- und
30.-
Bau-Genossenschaften
Private
Hauseigentümer
14.58.-
66.-
18.50
bis
30.-
56.-
90.60 41.-101.50
51.-
25.-
12.-20.-
17.14 bis
25.- 30.- 27.-
33.- 30.- 50.-
34.-60.-
bis
bis
45.-
bis
80.- 60. 100.-
bis
bis
bis
36.-
46.- 86. 48.48 95.-90.- 160.-
Mietzinse 1945 (Reichsmarkwährung)
Tabelle IX/4 A
Stadtgemeinde
13.-
14.-22.-
15. 36. 16.- 39.-21.- 52.-
24. 58.-
35.78.- 45.-76.-
30.-
Wohnungs- und
20.-
Bau-Genossenschaften
11.-
bis
35.60
16.-17.-20.-
12.25 33.50
41.33 bis
bis
22.60 37.-
56.66 30.36 67.-
Private
8.-
13.-
bis
Hauseigentümer
23.-
bis
24.-
bis
bis 18.-
18.90 50.-
22.-
bis
50.-
20.-
31.-
40. 33.56 55.-
bis 33.
26.50
bis
bis.
48.80 70.42.-
bis
bis 46.-
63.40
66.-
=
1) & Unter Mieterschutz.
3) b=Außer Mieterschutz.
187
Seite 214
214/506
188
2. Monatliche Mietzinse für Wohnungen mit Küche, Bad und
Wohnküchen
1 Zimmer
1½ Zimmer
2 Zimmer
2½ Zimmer
3 Zimmer
&
b
a
b
a
b
a
b
a
b
a
b
a
b
3½ Zimmer
4 Zimmer
a
b
Stadtgemeinde
Wohnungs- und
Bau-Genossenschaften
Private
Hauseigentümer
Stadtgemeinde
Wohnungs- und
Bau-Genossenschaften
Private
Hauseigentümer
Mietzinse 1914 (Kronenwährung)
Tabelle IX/4 A (Fortsetzung)
58.60
78.75
50.-
91.-
76.66
33.33
41.66 0
50.-
bis
62.50
68.33
bis
58.33
112.50
1
1
1
Stadtgemeinde
Wohnungs- und
Bau-Genossenschaften
Private
Hauseigentümer
Mietzinse 1937 (Schillingwährung)
-
40.-
59.-
55.-
-
69.-
73.-
-
104.-
111.-
86.
33.- 95.- 45.-
98.-
130.51.-132.50
75.-
100.-
157.-
30.- 60.-35.-
67.-40.-
bis
45.- 90.- 60.-
100.-
bis 79.-150.-94.-
105.-
bis
200.-
Mietzinse 1945 (Reichamarkwährung)
30.-
44.-
43.-
52.-
54.80
55.-
78.-
83.-
37.80
49.40
55.- 28.70 bis 38.20
64.-
64.50
bis
83.20
84.-
bis
45.15 bis
67.-
88.-
95.80
50.-
66.-
63.-105.-
20.-40.-24.- 45.-27.-
bis 30.- 60.-40.-
66.66
bis 53.- 100.-
bis
bis
70.-
70.-130.-
a = Unter Mieterschutz. b = Außer Mieterschutz.
Seite 215
215/506
Tabelle IX/4 B
Beispiele für das Verhältnis zwischen Einkommen und Mietzins
in den Jahren 1937 und 1945
Wohnungsgröße
Stellung
im Beruf
Gehalt oder
Lohn
monatlich¹)
Monatsmietzins²)
Mietzinsanteil vom
Monatsgehalt
Lohn in Prozenten
Unter Außer
Mieter- Mieter-
schutz schutz
Unter Außer
Mieter- Mieter-
schutz schutz
Schilling
1937
1 Zi., 1 Kü.
1½ Zi., 1 Kü.
Arbeiter
237.60
19.-
Arbeiter
237.60
20.-
2 Zi., 1 Kü.
Arbeiter
364.71
28.
2
Zi., 1 Kü.
Angestellter
415.67
28.
2½ Zi., 1 Kü.
2½ Zi., 1 Kü.
Arbeiter
364.71
28.
Angestellter
415.67
28.
IIIIII
29.-
8.0
12.2
48.-
8.4
20.2
52.
7.9
14.2
52.
6.7
12.5
70.
7.9
19.2
70.-
6.7
18.8
1945
1 Zi., 1 Kü.
Arbeiter
185.12
14.-
22.-
7.5
11.8
1½ Zi., 1 Kü.
Arbeiter
185.12
15.
36.
8.1
19.4
2
Zi., 1 Kü.
Arbeiter
185.12
16.
39.
8.6
21.1
2 Zi., 1 Kü.
2½ Zi., 1 Kü.
2½ Zi., 1 Kü.
Angestellter
Arbeiter
250.-
16.
39.
6.4
15.6
185.12
21.
52.
11.2
28.1
Angestellter
250.-
21.
52.
8.4
20.8
1) Einkommen aus,,Wirtschaftsstatistischem Bericht der Kammer für Arbeiter und An-
gestellte in Innsbruck" über das Jahr 1931 und,,Jahresbericht 1947 der Arbeiterkammer
in Innsbruck".
2) Mietzinse 1937 und 1945 in städtischen Wohnungen.
189
Seite 216
216/506
Xa. Straßenpflege, Kehrichtabfuhr, Entwässerung
Xa/1. Öffentliche Straßen und Brücken
Öffentliche Straßen
Die Straßen der Stadt Innsbruck entwickelten sich aus der Bauweise der Alt-
stadt, der Neustadt und der Vororte. Mit der Ausweitung der Stadt sah sich die
Stadtverwaltung veranlaßt, aufeinanderfolgend und sich ergänzend Stadtver-
bauungspläne mit Baufluchtlinien aufzustellen, um einerseits die Verbauungs-
flächen, andererseits die Verkehrswege und -flächen festzulegen. Entstanden die
alten Straßen ohne Regulierungsplan, aber doch nach dem sicheren Baugefühl der
damaligen Zeit in einer Breite, die dem Verkehrsbedürfnis voll entsprach, ja sogar
noch der Vergrößerung des Verkehres Jahrhunderte später genügten, sahen die
Verbauungspläne der letzten Jahrzehnte nach der Bedeutung der Straßen als
Durchzugs-, Geschäfts- oder Wohnstraßen die notwendigen Breiten vor. Besonders
die neueren Verbauungspläne achten auf diese Erfordernisse und bestimmen die
in absehbarer Zeit nötigen Straßenbreiten, die den Verkehr der Fahrzeuge aller Art,
Straßenbahnen und öffentlichen Verkehrsmittel sowie der Fußgänger aufnehmen
sollen.
Mit der Vergrößerung des Verkehres erhob sich schon im Mittelalter die Forderung
nach Ausbau der Straßen durch Grundbau und Pflasterung. So bewilligte Kaiser
Maximilian im Jahre 1500 der Stadt die Einhebung eines Wegzolles für beladene
Fuhrwerke, die,,Ballwagen" ausgenommen, gegen die Verpflichtung zur Pflasterung
der Vorstadt, Silbergasse und,,Anbruggen" und der Herrichtung des Weges durch
Wilten. Die Koppen für die Herstellung dieses Pflasters, das in den Jahren 1533
bis 1575 angelegt wurde, sind der Sill entnommen worden; 1681 verlangte die
Regierung auf Grund dieses Zollprivilegs die,,Erhebung" des arg verwahrlosten
Pflasters in der ganzen Stadt. 1682 bis 1684 kam das Pflaster vom Landhaus bis
zur heutigen Triumphpforte, am Spital- (Ursulinen-) Graben zum Innrain und in
der inneren Stadt zustande und 100 Jahre später beginnt die allmähliche Neu-
pflasterung der Hauptstraßen unter Berandung der Ritschen mit Quadern und teil-
weiser Holzüberbrückung. Die allmähliche gründliche Straßenbeschotterung mit
Verwendung von Sillkoppen als Fundament und die Herstellung eines Steinplatten-
belages auf den Randsteigen vor den Häusern wurde von 1826 bis 1840 durchgeführt.
1843 wird die Herstellung eines Straßenüberquerungs-Trottoirs gemeldet. Mit
Granitwürfeln wurde von 1870 bis 1872 der Rennweg, die Universitätsstraße und
der Ursulinengraben gepflastert. 1877 setzte die auch nach heutigen Begriffen neu-
zeitliche Straßenasphaltierung mit französischem Rohmaterial in der Herzog-
Friedrich-Straße und später in anderen Hauptstraßen ein, 1911 folgte die seit
1875/76 mit verbreiterten Randsteigen versehene Maria-Theresien-Straße. An
Straßenbaumaschinen wurde ab 1899 die Dampfstraßenwalze in den Dienst gestellt.
Der heute bestehende Straßenzustand, der dem starken Kraftwagenverkehr zu
dienen hat, geht auf ein umfassendes modernes Straßenbauprogramm zurück, mit
dem im Jahre 1926 durch Anlage von Straßengrundbauten, Neubeschotterungen,
190
Seite 217
217/506
Walzungen und Auflagen von Asphaltdecken verschiedener Art begonnen wurde.
Dieser Umbau der Straßendecken war um so notwendiger geworden, als die Schäden
des ersten Weltkrieges dringendst beseitigt werden mußten, der Kraftwagenverkehr
eine solche Dichte erreicht hatte, daß Schotterdecken unwirtschaftlich geworden
waren und die Staubentwicklung unhaltbare Zustände geschaffen hatte. Der zweite
Weltkrieg mit den Bombenschäden und der ungeheuren Beanspruchung der Straßen
durch Wehrmachtsfahrzeuge, besonders Panzerwagen, später durch die Fahrzeuge
und Panzer der Besatzungstruppen, erforderte nach seiner Beendigung wieder
außerordentliche Arbeitsleistungen und Mittel zur Wiederherstellung des vorher
guten Straßenzustandes, wobei in den ersten Jahren nach dem Kriege größte
Schwierigkeiten wegen des Mangels an Asphalt und Teer sowie Arbeitskräften zu
überwinden waren.
Fast sämtliche Straßen, Wege und Plätze im Stadtgebiete wurden von der Stadt-
gemeinde Innsbruck, bzw. den früheren selbständigen, jetzt zur Stadt gehörigen
Gemeinden gebaut und werden von der Stadt erhalten. Sie sind im Grundbuche
des Bezirksgerichtes Innsbruck als öffentliches Gut unter der Bezeichnung,,Wege
und Plätze in Verwaltung der Stadt Innsbruck" eingetragen und umfassen zusammen
laut Grundsteuerkataster nach dem Stande vom Jahre 1944 eine Fläche von 167 ha
23 a 49 m². Da seither hievon für Spiel- und Sportplätze 99 a 17 m² und für Park-
anlagen 1 ha 90 a 76 m² verwendet wurden und durch Neuherstellungen und anderes
ein Plus von 9 ha 80 a 27 m² zu verzeichnen ist, betragen die,,Wege und Plätze in
Verwaltung der Stadt Innsbruck" 174 ha 13 a 83 m².1)
Das Stadtgebiet wird von 2 Bundesstraßen durchzogen: der Wiener Straße und
der Brennerstraße. Die Wiener Straße führt nach der Durchfahrt durch Hall in
westlicher Richtung nach Eintritt in das Stadtgebiet - vorbei an der Tiroler Arbeiter-
bäckerei über die Mühlauer Innbrücke, den Rennweg, Burggraben, Herzog-
Friedrich-Straße, alte Innbrücke, Mariahilfstraße, Höttinger Au und über Krane-
bitten hinaus bis zur Zirler Grenze. Die Brennerstraße zweigt von der Wiener Straße
am Beginn der Maria-Theresien-Straße ab und führt über diese und die Leopold-
straße nach Süden. Diese Straßen stehen grundsätzlich in Verwaltung des Bundes;
die Erhaltung derselben aber ist, soweit sie durch das geschlossene Stadtgebiet
verlaufen, der Stadt gegen eine bestimmte Entschädigung übertragen. Für die
außerhalb des geschlossenen Stadtgebietes liegenden Straßenstücke sorgt der Bund
selbst, es sind dies die Strecken von der Ostgrenze bis zur Arbeiterbäckerei und von
der Überbrückung der Straße durch die Karwendelbahn bis zur Westgrenze, bzw.
vom Reselerhof an der Brennerstraße bis zur Südgrenze.
Die in Innsbruck als öffentliches Gut in Verwaltung des Bundes im Grundbuch
eingetragenen Straßenflächen haben ein Ausmaß von 20 ha 65 a 58 m²; unter ihnen
sind von früher her noch Strecken der Ellbögener Straße und die alten Fürstenwege
zum Schloß Ambras enthalten.
Als Landstraßen I. Ordnung kommen in Innsbruck folgende Straßenzüge in
Betracht:
a) Nr. 35 Pfaffenhofen-Kematen-Innsbruck. Die Straße zweigt in Innsbruck
beim Wiltener Kloster von der Brennerstraße ab und führt über die Pastorstraße-
1) Zählt man zu dieser Summe die in den Nachbargemeinden in städtischem Besitz befind-
lichen Straßenflächen im Ausmaß von 1 ha 9 a 84 m², ergibt sich die in Tabelle II/3 C unter
I ausgewiesene Summe von 175 ha 23 a 67 m².
191
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218/506
Egger-Lienz-Straße-Peterbrünnl-Ziegelstadel (Stadtgrenze) bis Völs nach
Pfaffenhofen.
b) Nr. 37 Grinzens-Götzens-Innsbruck. Sie zweigt beim Ziegelstadel in Wilten
von der Straße Nr. 35 ab und verläuft nur ein kurzes Stück auf Innsbrucker
Boden.
c) Nr. 38 Innsbruck, mit der Abzweigung von der Brennerstraße beim Wiltener
Friedhof, über Klostergasse-Sillbrücke-Amras-Aldrans-Lans-Igls-Vill-
Innsbruck.
d) Nr. 39 Innsbruck-Mühlau (abzweigend von der Wiener Straße)-Arzl-Rum-
Thaur Heiligkreuz-Haller Innbrücke-Kreuzhäusl-Tulfes Rinn-Sistrans-
Lans.
Als Landstraße II. Ordnung, und zwar mit Nr. 224 ist die Ellbögener Straße zu
nennen. Sie zweigt in Hall von der Wiener Straße ab und führt über Aldrans, Lans,
das Innsbrucker Gebiet in der Katastralgemeinde Igls durchquerend, über Patsch
zur Brennerstraße in Matrei²).
Die Einteilung in Landstraßen I. und II. Ordnung wurde in Österreich im De-
zember 1939 mit den reichsdeutschen straßenrechtlichen Vorschriften eingeführt.
Diese Klassifizierung ist grundbücherlich nicht eingetragen. Hinsichtlich der Er-
haltungspflicht gilt, daß die Strecken, die im verbauten Stadtgebiet liegen, von
der Stadt, die übrigen vom Land zu erhalten sind. Auf die Strecken der Land-
straßen, die nicht zum öffentlichen Gut in Verwaltung der Stadt und des Bundes
gehören, entfallen 5 ha 84 a 57 m².
Außerdem gibt es in Innsbruck noch 7 ha 83 a 27 m² an Privatwegen und -plätzen;
insgesamt sind sonach in Innsbruck 208 ha 47 a 53 m² als Straßen und Plätze in
Verwendung.
Die Tabelle Xa/1 A veranschaulicht die Zahl und die Fläche der Straßen Inns-
brucks sowie die Art des Straßenbelages.
Durchzugsstraßen
Veldidena, das heutige Wilten, war laut der Straßenkarte und Kursbücher des
3. und 4. Jahrhunderts n. Chr. an der großen römischen Straße gelegen, die von
Italien über den Brenner und nach Überschreitung des Inn über Seefeld durch
den Scharnitz-Paß nach Augsburg führte. Obwohl im Bereich von Wilten keine
römischen Meilensteine gefunden wurden, spricht alles Spätere dafür, daß diese
Reichsstraße den Inn in der Nähe der heutigen Innsbrucker Innbrücke überquerte
und über Hötting nach Zirl führte. Den Verlauf der Straße im Gebiete des südlichen
Teiles von Wilten bezeugt eine Urkunde vom Jahre 1267, wonach die Landstraße
(strata publica) knapp unterhalb der heutigen Brennerstraße verlief, wie jetzt noch
gut im Gelände wahrzunehmen ist. Vom Bergisel-Sattel ging die alte Brennerstraße
in der Richtung des Hohlweges am Reselerhof vorbei zur Haymongasse. Im Jahre
1698 wurde der steile Anstieg des Hohlweges durch einen Weg zwischen dem Reseler-
hof und Ferrarihof mit einer Schleifenführung zum Bergisel-Sattel umgangen.
Die heutige Brennerstraße entstand in den Jahren 1836 bis 1840. Sie ist in ganz
neuer Trasse angelegt und erreicht mit ausgeglichener Steigung den Bergisel-Sattel
beim Sonnenburgerhof.
*) Im Bundesstraßengesetz vom 18. 2. 1948, BGBL 59, ist die Ellbögenerstraße mit Wirk-
samkeit vom 1. 1. 1951 als Bundesstraße erklärt. Für Landstraßen I. und II. Ordnung gelten
heute noch und zwar als landesgesetzliche Norm sinngemäß die Bestimmungen des früheren
Bundesstraßengesetzes BGBL 387 aus 1921.
192
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219/506
Vom alten Veldidena wird die Straße in das Unterinntal unmittelbar ostwärts
abgezweigt haben. Der Meilenstein in den Amraser Feldern, südöstlich der Sillhöfe,
der heute noch steht und schon im 13. Jahrhundert erwähnt ist, dürfte nach
Otto Stolz ein römischer Meilenstein sein. Dies würde auch auf ein hohes Alter
der Sillbrücke am Ausgange der Sillschlucht hinweisen. Damit sind die Hauptstraßen,
die seit Jahrhunderten Innsbruck nach den drei möglichen Himmelsrichtungen
mit der Welt verbinden, genannt.
Für die Straße von der Innbrücke in das Unterinntal wurde in nachrömischer
Zeit, aber schon vor mehreren Jahrhunderten, eine andere Straßenführung gewählt.
Nach Hans Hörtnagl, Ynnsprugg, stieg die ursprüngliche Landstraße von der
Innbrücke bis zur Weiherburg hinauf und senkte sich von dort wieder nach Mühlau
herab, wovon ein Dekret König Heinrichs aus dem Jahre 1315 spricht. Um diese
beschwerliche Steigung zu vermeiden, wurde 1503 von der Mündung des Fallbaches
bis zur Saggen-Innbrücke ein Abkürzungsweg gebaut, 1547 verbessert; der Weg
wurde später als ,,Neuer Weg" bezeichnet und erscheint 1862 als,,Hoher Weg"
eingetragen. Diese Straße bildet die direkte Verbindung der Unterinntaler Straße,
die von Hall durch die Haller Au nach Innsbruck führt, mit der Oberinntaler Straße.
Ihr kommt als Umfahrungsstraße bei Vermeidung von 2 Innbrücken große Be-
deutung zu.
Die Brennerstraße, die Ober- und Unterinntaler Straße, die beiden letzteren
amtlich als,,Wiener Straße" bezeichnet, sind heute nach neuzeitlichen Grund-
sätzen als Fernstraßen ausgebaut. Die Oberinntaler Straße wurde im Jahre 1939
durch die Anlage eines Fahrradweges längs der Strecke Höttinger Au bis westlich
Kranebitten und eines Wirtschaftsweges längs der Kranebitter Allee auf diesem
Teilstück wesentlich entlastet.
Fluẞbrücken
Die älteste Nachricht einer Brücke über den Inn im heutigen Innsbruck, von der
sich der Name der Stadt ableitet, stammt aus dem Jahre 1180. Sie stand unweit
der heutigen Innbrücke und mußte laut einer Urkunde des Jahres 1373 gegen
Überlassung des großen und kleinen Zolles auf Weltzeiten von den Bürgern ein-
gehalten werden. Diese Brücke vermittelte in Innsbruck als einzige den namhaften
Durchzugsverkehr von Deutschland und den österreichischen Landen über den
Brenner nach Italien, also vom linken Innufer mit den Stadtteilen Mariahilf-
St. Nikolaus nach dem rechten Ufer, dem eigentlichen Stadtkern. 1656 forderte
die Regierung schon die Anlage von 2 Gehsteigen neben der Fahrbahn. 1789 begann
nach Abbruch der alten Brücke ein Neubau mit 4 Brückenfeldern, der 1792 voll-
endet wurde. Dieser Bau mußte in den Jahren 1870 bis 1873 der heute noch be-
stehenden Eisenbrücke weichen. Die beiden Gehsteige derselben wurden im Jahre
1936 verbreitert. Die Brücke entspricht nicht mehr den gegenwärtigen Anforde-
rungen, sie ist in ihrer Anlage veraltet und in ihrer Eisenstruktur überaltert. Die
zweite große Innbrücke entstand zwischen Innsbruck und Mühlau aus der um 1581
für Hofzwecke, besonders der Wasserzuleitung für die ,,Ruhelust" dienenden Holz-
brücke, die 1643 dem Verkehr der Saumrosse und der Wagen freigegeben wurde.
Da das linke Ufer um 17 Fuß höher lag als das rechte, neigte sich die Brücke in dem
Ausmaß gegen die Stadt zu (Hörtnagl, Ynnsprugg). Sie wich 1842/43 der form-
schönen eisernen Kettenbrücke, die fast hundert Jahre die Last des großen Verkehrs
trug und, zu schmal und zu wenig tragfähig geworden, in den Jahren 1939 bis 1941
gegen die eiserne Mühlauer Innbrücke ausgewechselt wurde, die zur Vermeidung
starker Kurven in 3 Brückenfeldern schief über den Inn geschlagen ist. Diese
13
193
Seite 220
220/506
Brücke nimmt auch das einfache Geleise der Lokalbahn Innsbruck-Hall auf,
so daß mit der Vollendung des Neubaues die in den Jahren 1889/90 erbaute eiserne
Trambahnbrücke entfernt werden konnte. Eine großzügige Bereinigung der Ein-
fahrtsstraße auf der Mühlauer Seite ging voraus. Da die alte Innbrücke vor der
Altstadt dem Verkehr über den Inn nicht mehr genügte, wurde in den Jahren
1930 bis 1932 im Zuge der Anichstraße-Blasius-Hueber-Straße zur Höttinger
Au-Straße die Universitätsbrücke erbaut. Als Brücke für leichtere Fahrzeuge
wurde 1938/39 in der Reichenau eine Holzbrücke über den Inn angelegt, die bei
Kriegsende 1945 teilweise abbrannte und durch eine eiserne Konstruktion ersetzt
werden wird³). Außerdem dienen drei Stege über den Inn ausschließlich dem Fuß-
gängerverkehr. Der Innsteg vermittelt den Verkehr von der Englischen Anlage am
Rennweg nach St. Nikolaus; er wurde in den Jahren 1873/75 von privaten Unter-
nehmern an Stelle der seit 1836 bestandenen Überfuhr erbaut. Dieser,,Kreuzersteg",
wie er im Volksmund hieß, ging im Jahre 1900 unter Aufhebung der Brückenmaut
an die Stadt über. Die Bombengefahr des zweiten Weltkrieges veranlaßte die Stadt,
zur leichteren Erreichbarkeit der Luftschutzstollen am Hohen Weg, unterhalb des
Löwenhauses einen hölzernen Brückensteg zu erbauen. Er wird heute als Verbindung
nach St. Nikolaus und zu den Anlagen der Weiherburg-Villa Blanka stark benützt.
Endlich ist der Fußsteg zu erwähnen, der im Traggerüst der Karwendelbahnbrücke
unter der Fahrbahn eingebaut ist. Er verbindet die Völser Straße mit dem Gelände
der Ulfiswiese in Hötting. Als westlichste Innbrücke ist die einspurige Kranebitter
Brücke zwischen Kranebitten und Völs anzuführen. Außer der erwähnten Karwendel-
bahnbrücke kreuzen noch zwei Eisenbahnbrücken den Inn: die prächtige in Marmor
von der Südbahngesellschaft in den Jahren 1854 bis 1856 aufgeführte zweigeleisige
Brücke, die auch die Bundesstraße übersetzt, und die Hungerburgbahnbrücke,
erbaut im Jahre 1906.
Zu den ältesten Sillbrücken zählt die Brücke am Bergisel und jene beim,,Goldenen
Schiff". Die Wiederaufrichtung der ersteren wird schon 1559 zwischen dem Bürger-
meister, dem Hofbaumeister und dem Salzmair von Hall beraten, um sie dem
schweren Fuhrwerksverkehr dienstbar zu machen; 1897 wird die gegenwärtige
Stahlbogenbrücke eingeweiht. Über die Sillbrücke beim,,Goldenen Schiff" berichtet
die Chronik, daß die Stadt 1678 deren Herrichtung und Beschotterung anläßlich
der Einweihung der Pradler Kirche bewilligt hat. 1909 wurde die heute bestehende
Stahlbetonbogenbrücke errichtet. Die Sillbrücke beim Gaswerk entstand 1859,
die heutige Eisenbetonbrücke im Jahre 1906. Zwei neue Eisenbetonbrücken über
die Sill wurden 1927 im Zuge der Pembaurstraße und der Erzherzog-Eugen-, bzw.
Prinz-Eugen-Straße erbaut. Erwähnt werden noch die 2 Fußstege in der Sillschlucht,
und zwar der eiserne Steg mit der Bundesbahn-Wasserleitung und der hölzerne
Steg, über den der Verschönerungsvereins-Weg durch die Sillschlucht führt. Die
Sill ist von der Straßenbahn (Linie 6 und 3) an 2 Stellen überbrückt, die eine Bahn-
brücke liegt neben der Sillbrücke am Bergisel, die andere neben der Gaswerkbrücke.
Ende des Jahres 1943 errichtete die Deutsche Reichsbahn ein Umfahrungsgeleise,
das vom Bergisel durch die Pradler und Amraser Felder über den Inn führte. Die
zugehörige Sillbrücke zwischen St. Bartlmä und den Feldern südlich der Sillhöfe
ist gesperrt, die Innbrücke in der Roßau wurde 1945 und 1946 abgetragen.
Aus der Tabelle Xa/1 B sind die technischen Angaben der Innsbrucker Brücken
zu entnehmen.
3) 1947/48 wieder hergestellt.
194
Seite 221
221/506
Xa/2. Straßenbau und Straßenerhaltung
Große Straßenbauarbeiten vergibt die Stadtgemeinde an private Straßenbau-
firmen; kleinere Arbeiten führt das Stadtbauamt selbst aus. Dabei bedient es sich
des städtischen Wirtschaftshofes und der 6 städtischen Bauhöfe unter Einsatz
folgender Baumaschinen: 2 Dampfstraßenwalzen, 1 Diesel-, 1 Benzinwalze, 3 Kom-
pressoren mit Zubehör, 3 Betonmischmaschinen, 1 Bitumenspritzapparat für Heiß-
bitumen und Heißteer, 3 Spritzmaschinen für Kaltasphalt. Die Lastkraftwagen
werden vom städtischen Fuhrpark beigestellt. Außerdem besitzt die Stadt ein
Schotterwerk.
In den Jahren 1945 und 1946 wurden 3.138 t Bitumen, bzw. Teermischgut ver-
arbeitet, und zwar 371 t für 5200 m² Neubeläge und 1400 t für rund 27000 m²
Oberflächenbeläge. Mit 1367 t Mischgut wurden außerdem rund 228000 m² Straßen-
decke notdürftig ausgebessert.
Xa/3. Straßenreinigung
Der Straßen- und Gassensäuberung kommt in der Geschichte der Stadt aus
Ordnungs- und Gesundheitsgründen eine wichtige Stellung zu. So erhält der Hofmaler
und Baudirektor Jörg Kölderer im Jahre 1524 von der Kammer den Auftrag, die
Saggengasse zu reinigen, 1545 verlangt der Rat der Stadt, daß die Anrainer der
,,Anpruggen" am linken Innufer die Misthaufen von ihren Anwesen entfernen und
1550 stellte der Rat fest, daß alle Düngerstätten mit Ausnahme jener der Silbergasse
verschwunden sind. Im Jahre 1556 erhält Innsbruck die erste Gassensäuberungs-
ordnung, später wurde sie mehrfach erneuert und 1781 als,,Stadt Innsbruckerische
Gassensäuberungsordnung" sogar in Druck gelegt. Die Staubplage wird 1827 durch
Einrichtung der,,Spritzenanstalt" seitens des Baumeisters Josef Huter bekämpft.
1876 spricht man von der Verpflichtung zur Schneefortschaffung. Die Straßen-
reinigung wird derzeit von der Abteilung,,Städtische Straßenreinigung" des Stadt-
bauamtes besorgt, die außer der üblichen Einrichtung folgende besondere Geräte
besitzt:
2 motorisierte Sprengwagen mit 2 Waschwagen, 4 Pferdesprengwagen, 6 große
Schneepflüge für Kraftwagen, 1 Vorbaupflug für einen Sprengwagen und viele
kleine Schneepflüge. Die Abfuhr des Straßen- und Gehwegkehrichts erfolgt durch
Handwagen über die Bauhöfe. Um eine gleichmäßige, schnelle und zuverlässige
Gehwegreinigung und Sandbestreuung zu erzielen, hat die Stadtgemeinde mit
Kundmachung vom 8. 11. 1938 und 10. 12. 1938 den Anschlußzwang an die,, Städtische
Straßenreinigung" für alle Hausbesitzer im geschlossen verbauten Gebiete der Stadt-
teile Innsbruck, Wilten, Pradl, Hötting und Mühlau ausgesprochen. Nur die Rand-
straßen sind davon befreit, die Hausbesitzer an denselben haben selbst für die
Reinigung und Sandbestreuung der Gehwege zu sorgen.
Xa/4. Hauskehrichtabfuhr
Die einheitliche Abfuhr des Hauskehrichts bereitete lange Jahre hindurch
Schwierigkeiten. 1861 führte die Stadt Kehrichtwagen ein, 1884 beschwerte man sich
über die neuangeschafften Mullabfuhrkisten, 1902 versuchte man es mit dem System
des,,Koprophors", bei dem die Mullgefäße erst am Mullablagerungsplatz entleert
wurden, 1913 mit dem System,,Belani", die alle nicht befriedigten. Nach dem
seit 1926/27 laut Gemeinderatsbeschluß vom 18. 12. 1925 und Beschluß des Re-
13
195
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222/506
gierungskommissärs vom 1. 3. 1935 eingeführten System „Öwa-Ochsner" wird
der Inhalt der zu den Häusern gehörigen Mullgefäße (Blechtonnen von 80 Liter
Inhalt mit Deckeln) fast staubfrei in die Mullwagen eingeschüttet und durch
Schneckengang oder Schuber im Mullwagen zum Zwecke der vollen Ausnützung
des Fassungsraumes entsprechend verteilt. Die Stadt besitzt 2 Faunpreẞ-Mullwagen
zu je 6 Kubikmeter und 3 Mullwagen System,,Wibro" zu 10 Kubikmeter Mull-
inhalt, mit deren Hilfe der Mull in der Regel wöchentlich, bei besonders starkem
Bedarf wie im Winter zweimal in der Woche abgeführt wird. Auf den Ab-
lagerungsplätzen werden die Wagen entleert. Der Ablagerungsplatz am Sillspitz
an der Einmündung der Sill in den Inn ist aufgelassen, im Westen Innsbrucks
wurde eine große Fläche eines alten Inneinbruches unterhalb des Gasthauses,,Peter-
brünnl" mit Mull vollständig aufgefüllt, heute wird das tiefgelegene Gelände der
Roßau im Osten Innsbrucks am Inn, in der Katastralgemeinde Amras gelegen,
mit dem anfallenden Mull aufgeschüttet. Eine Mullverwertungsanlage besteht nicht.
Die Innsbrucker Hausbesitzer sind verpflichtet, sich der städtischen Mullabfuhr
gegen Bezahlung der Gebühren zu bedienen; Ausnahmen von diesem Anschluß-
zwang bestehen für einzelne abgelegene Siedlungen und Häuser sowie für größere
landwirtschaftliche, gewerbliche und industrielle Betriebe.
Die Tabelle Xa/4 gibt Aufschluß über die Anzahl der Mullgefäße, von denen die
Systeme,,Ochsner",,,Schmidt und Melmer" sowie als Ersatz für noch nicht be-
schaffbare Blechtonnen hölzerne Normalgefäße eingeführt sind, und über die im
Jahre 1946 abgeführte Kehrichtmenge.
Xa/5. Stadtentwässerung
Die geschichtlich bekannten Anfänge der Stadtentwässerung gehen auf die
Erbauung des Sillkanales, auch,,die kleine Sill" genannt, in den Jahren 1292 bis 1293
zurück, aus dem die,,Ritschen", das sind die Abwässerkanäle, gespeist wurden.
Die 1554 geschaffene Sillbuchordnung, die 1592 bedarfsgemäß erneuert wurde,
sah für die Stadt 2 Kanäle vor, einen durch die Neustadt, den anderen zur Hof-
mühle. 1681 wird das,,neue Rinnwerk" mit einem Hauptkanal von der Vor- in die
Altstadt ausgeführt. 1730 wird das,,Steinerne Rinnwerk" von der ,,Gülden Rosen"
(Gasthof in der Altstadt) bis zur gräfl. Wolkenstein'schen Behausung (Maria-
Theresien-Straße) erwähnt. 1765 erfolgt die Eindeckung der Stadtritschen in der
Altstadt und 1770 der Anschluß einer Ritsche durch das Dorf Wilten an jene in
der Vorstadt bei der Triumphpforte. Auch für Hötting sollten die Verhältnisse
verbessert werden, indem die Regierung im Jahre 1736 anregt, das durch die Höttin-
ger Gasse herabfließende Wasser durch einen ,,verdeckten Wahler" in den Inn zu
leiten. Größere Herstellungsarbeiten wurden 1879 in der Maria-Theresien-Straße-
Bahnstraße sowie im Saggen vorgenommen.
Da diese Entwässerung der sich ausbreitenden Stadt und den neuzeitlichen
Anschauungen nicht mehr genügte, ging die Stadtverwaltung in den Jahren 1889
bis 1899 an die Ausarbeitung eines umfangreichen Projektes für eine moderne
Schwemmkanalisation, die das Gebiet der drei Gemeinden Innsbruck (mit Aus-
nahme des Stadtteiles am linken Innufer), Wilten und Pradl umfassen sollte. 1899
erfolgte die Annahme durch den Gemeinderat der Stadt Innsbruck, 1900 schloß
sich eine Vereinbarung mit der damals noch selbständigen Gemeinde Wilten über
einen einheitlichen Arbeitsplan an. Die Ausführung der Schwemmkanalisations-
anlage geschah in großzügiger Weise der Hauptsache nach in den Jahren 1902 bis
1906, in Pradl bis 1908.
196
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Die statistischen Daten dieser jahrzehntelang schon bewährten Einrichtung sind
aus Tabelle Xa/5 zu entnehmen. Die Entwässerung der Stadt Innsbruck erfolgt
durch ein Kanal-Misch-System (Regen- und Schmutzwässer in einem Kanal) von
Süden nach Norden in den Innfluß. Die Nebenkanäle münden in einen Sammel-
kanal, der die Abwässer erst im Gebiete der Reichenau ohne vorherige Klärung
in den Inn leitet und bei Trockenwetter ungefähr 410 1/sec. Abwässer dem Inn
zuführt. Die Stadt besitzt das Recht, aus dem Sillkanal beim Wuhrhause am Berg-
isel zum Zwecke der Kanalspülung 270 1/sec. zu entnehmen. Im Stadtgebiete zweigen
17 Regen-Entlastungskanäle, die direkt dem Inn zustreben, vom Hauptkanal ab.
Da der Inn als Gebirgsfluß ziemlich sauerstoffreich ist und die Kanalisation durch
gute Gefällsverhältnisse einwandfrei funktioniert, ist das Fehlen einer Filteranlage
nicht von Bedeutung. Die Straßenkanäle sind Ton-, bzw. Beton-Kreisprofil-Kanäle
bis zu 2 m lichter Höhe. Die Länge aller Straßenkanäle im Stadtgebiete beträgt
ca. 70 km, davon sind 18 km Sammelkanäle. Das eigentliche Entwässerungsgebiet
der Tiefkanalisation erstreckt sich demnach, ausgehend vom Sillkanal am Bergisel,
über die ganzen Stadtteile Wilten, Innsbruck, einschließlich des Bahnhofgeländes,
und Pradl. Hiedurch sind die Häuser von 60.000 Einwohnern an die Schwemm-
kanalisation angeschlossen. Der am linken Innufer gelegene Teil der Katastral-
gemeinde Innsbruck besitzt noch keine Tiefkanalisation').
Die Aufnahme der Schmutzwässer aus den Häusern geschieht durch Hausanschluß-
kanäle, die direkt in den Straßenkanal münden. Die Regenwässer von Dächern,
Höfen usw. werden durch die Hauskanalisation abgeführt. Die Straßenentwässerung
geschieht durch sogenannte Straßenabläufe. Für die Einsteigmöglichkeit in die
Kanäle sind alle 50 bis 60 m Straßenschächte angeordnet.
Die Kanalisation der in den Jahren 1938 bis 1942 durch die Eingemeindung
neu aufgenommenen Stadtteile ist noch nicht durchgeführt. In diesen werden die
Abwässer der Anwesen in Klär- und Sickergruben, bzw. Abortgruben aufgenommen,
die durch ein Privatunternehmen von Zeit zu Zeit unter Anwendung von Dampf-
pumpen (eingeführt 1874) geräumt werden. Besondere Schwierigkeiten bestehen
in Hötting, da dort nur Ritschenkanäle vorhanden sind. Das Projekt einer Schwemm-
kanalisation für die Stadtteile Mariahilf, St. Nikolaus und Hötting ist ausgearbeitet.
Die Kanalisation von Mühlau besteht aus Rohrkanälen, in die die Hausabwässer
über Klärgruben geleitet werden. Im Stadtteil Arzl ist ein kleineres Gebiet in
Ritschenausführung kanalisiert, der übrige Ortsteil besitzt Klär- und Sickergruben.
Solche sind auch in Amras, Vill und Igls angelegt. Die Anschlüsse der nicht voll-
wertigen Kanalisation in Mühlau und Arzl entwässern ein Gebiet, in dem rund
6700 Menschen leben.
Die Anzahl der Bedürfnisanstalten und Pissoirs ist klein, sie hat sich durch Kriegs-
einwirkung gegenüber 1937 noch verringert.
A.
*) Die Straßenkanallänge je Einwohner, die im Jahre 1937 noch 1,103 m betrug, ist infolge
des Einschlußes der neuen Gemeinden ohne Tiefkanalisation im Jahre 1946 auf 0,797 m
zurückgegangen.
197
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224/506
Tabelle Xa/1 A auf Seite 202
Flußbrücken über den Inn
Zahl
Benennung der Brücke
(örtliche Lage)
Straßenzug
Bahnlinie
Art der Brücke
198
1
2
3
Kranebittener Innbrücke Weg von Kranebitten
(Eigentümer: Rimml's
Erben)
nach Völs
Karwendelbahn-Innbrücke Innsbruck-Scharnitz;
(Eigentümer: Österr. Bun- Fußgängerweg zwischen
desbahn) mit unten liegen- Völser Straße u. Ufer-
dem Gehweg, km 1,227 d. weg-Dr.-Stumpf-
Strecke Innsbruck
Scharnitz
Universitätsbrücke
Straße
Stahl-Fachwerksbrücke,
Durchlauf-Parallelträger,
Fahrbahn Mitte
Stahl-Fachwerksbrücke,
Durchlauf-Parallelträger;
Fahrbahnoben, Gehweg unten
4
Alte Innbrücke
Blasius-Hueber-Straße Stahlbeton-Wölbbrücke, Fahr-
bahn oben, mit 2 seitlichen
Gehwegen
Verbindung zwischen Stahl-Fachwerksbrücke,
Herzog-Otto- und Inn- Durchlauf-Parallelträger mit
straße
auskragenden Gehwegen,
Fahrbahn unten
Karl-Kapferer- u. Inn- Stahl-Fachwerksbrücke,
5
Innsteg (Fußgängersteg)
straße
Durchlauf-Parallelträger,
Gehweg unten
zwischen
Nagel-Holzvollwandbinder als
Weiherburgsteg b. Löwen- Verbindung
6
haus
7
Hungerburg-Bahnbrücke
Rennweg und Hohem Balkenbrücke, Gehweg oben
Weg
Standseilbahn Inns- Stahl-Parallelfachwerksträ-
bruck-Hungerburg ger, Fahrbahn oben
8 Mühlauer Innbrücke
Rennweg-Haller Str. Stahl-Blechträger-Brücke,
und Lokalbahn Inns- Durchlaufträger, Fahrbahn
bruck Solbad Hall, oben m. 2 seitlichen Gehwegen
eingleisig
Steinwölbbrücke
9
Mühlauer Eisenbahnbrücke Innsbruck-Wörgl
Stahl-Blechträger-Brücke,
10 Reichenauer Innbrücke
Reichenauer Haller
Straße (Wiener Straße)
Durchlaufträger,
Fahrbahn
oben m. 2 seitlichen Gehwegen
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225/506
im Stadtgebiete Innsbruck
Baustoff
des
Brücken-
tragwerkes
Anzahl der Fluß-
pfeiler u. Landauf-
lager (Landwider-
lager)
Stück
Stahl 3 Flußpfeiler i.Stahl
und 2 Landauflager
in Beton
Stahl 1 Flußpfeiler in Be-
ton und 2 Landauf-
lager in Stahl
Gesamte
Lichtweite
der Brücke
Breite der
Fahrbahn
oder Gehweg
m
m
Tabelle Xa/1 B
Zulässiges
Höchstgewicht
eines
Fahrzeuges
Zullissige
Menschenlast
t
t/m²
84.00
Fahrbahn 3.00,
kein Gehweg
3
0.34
100.00
eingleisig,
Normalspur,
Gehweg 1.41
Regel- 0.45
lastenzug
Stahlbeton 1 Flußpfeiler und
2 Landwiderlager in
Beton m. Naturstein
77.00
Fahrbahn
11.00+2x 3.00
18
0.45
Gehwege
verkleidet
Schweiß-
eisen
2 Flußpfeiler in
Stein und 2 Land-
auflager in Stein
77.74
Fahrbahn
12
0.45
6.31+2×2.60
Gehwege
Stahl
2 Flußpfeiler in
71.40
Gehweg
0.45
Stein und 2 Land-
auflager in Stein
2.37
Holz
4 Flußpfeiler i. Holz
84.00
und 2 Landauflager
Gehweg
3.30
0.45
in Beton
Stahl
2 Flußpfeiler,
156.00
eingleisig
Regellast
1 Landpfeiler in
schiefe
1-m-Spur
Stahl und 2 Land-
auflager in Beton
Länge, bei
1850/00
Neigung
Stahl
2 Flußpfeiler in
Stein und 2 Land-
102.00
Fahrbahn
11.00+2x 3.00
auflager in Stein
Gehwege
Kramsacher 2 Flußpfeiler in
105.00
Marmor
Stein und 2 Land-
auflager in Stein
zweigleisig,
Normalspur
12
und Regellast
für Lokalbahn
Regellastenzug
0.45
I
d. Bundesbahn
Stahl
4 Flußpfeiler in
Stahl und 2 Land-
auflager in Beton
91.00
Fahrbahn
12
0.45
6.00+2x1.50
Gehwege
199
Seite 226
226/506
Flußbrücken über die Sill
Zahl
Benennung der Brücke
(örtliche Lage)
Straßenzug
Bahnlinie
Art der Brücke
Baustoffe
d. Brücke
11
Sillbrücke
Klostergasse
Fachwerksstahlbogen-
Stahl
(Igls, Aldrans)
brücke, Fahrbahn oben
12
Lokalbahnbrücke
Innsbruck-Igls Fachwerksstahlbogen-
brücke, Fahrbahn oben
Stahl
13
Lokalbahnbrücke
Amraser Straße
Stahlbetonbogenbrücke,
Stahlbeton
Innsbruck-Pradl
Fahrbahn oben
14 Gaswerkbrücke
Amraser Straße Stahlbetonbogenbrücke,
Stahlbeton
Fahrbahn oben
15
Pradler Sillbrücke
Dreiheiligenstr.- Stahlbetonbogenbrücke,
Pradler Straße Fahrbahn oben
Stahlbeton
16
Pembaurbrücke
Pembaurstraße - Stahlbetonbogenbrücke,
Stahlbeton
Bienerstraße
Fahrbahn oben
17
Erzherzog-Eugen-
Erzherzog
Stahlbetonbogenbrücke,
Stahlbeton
Brücke
Eugen-Straße
Fahrbahn oben
Angaben des Stadtbauamtes, Straßenbau.
200
Seite 227
227/506
im Stadtgebiete Innsbruck
Anzahl der
Flußpfeiler
Lichtweite
der Brücke
Stück
m
Tabelle Xa/1 B (Fortsetzung)
Breite der
Fahrbahn
oder Gehweg
Zulässiges
Höchst-
gewicht eines.
Fahrzeuges
Zulässige
Menschen-
last
Anmerkung
m
t/m²
39.00
Fahrbahn
6
0.40
4.60+2x 1.50
Gehwege
36.27
3.40
Regellast
30.50
3.50
Regellast
Geschwindig
keitsbeschrän-
kung
29.00
Fahrbahn
8
0.45
7.50-2x 2.50
Geschwindig-
keitsbeschrän-
Gehwege
kung
25.00
Fahrbahn
12
0.45
7.50+2x 2.50
Gehwege
27.50
Fahrbahn
18
0.45
7.00+2x 2.00
Gehwege
27.50
Fahrbahn
18
0.45
7.00+2× 2.00
Gehwege
201
Seite 228
228/506
Tabelle Xa/1 AZ
Öffentliche Straßen in Verwaltung der Stadt Innsbruck
Zahl, Ausmaß und Beschaffenheit
Stand Ende 1946
Stadtteil
Zahl der Straßen
Straßen, Plätze und
Gehsteigflächen
Oberfläche der Fahrbahn in m²
Fläche
Länge in
Fahr-
m
bahn
Gehwege
m²
m²
Innsbruck
108
31 150
365716
127028
Wilten
61
20228
194529
50468
49 242
3050
Pradl
76
22625
222 261
58 365
Hötting
64
36373
196578
17759
10 200
Mühlau
18
11101
81 598
9047
Arzl¹)
Amras
Vill
.
6
1209
8347
2468
Igls
Stampf- oder
Gußasphalt-
decke
Heißteer od.
Bitumen-
Einstreu-od.
Mischdecke
··|·|| Kaltasphalt-
Mischdecke
Pflaster-
decke
Schotter-
decke
171789
104983
75432 21113
48140
48801
4169
33526
98849
22820
5496
95096
73669
2512
110197
49 774
31824
8347
Zusammen 3332)
122686 1069 029 265135 62492
499064
147 053 33 290
327 130
Angaben des Stadtbauamtes, Straßenbau.
1) Die Flächenausmaße der Straßen, Plätze und Gehwege in den Stadtteilen Arzl, Vill und Igls sind
vom Stadtbauamt - Straßenbau noch nicht bearbeitet; es fehlen daher die Zahlen.
2) Noch nicht ausgebaute Straßen und Privatwege sind in der Zahl teilweise enthalten.
202
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Tabelle Xa/4
Mullgefäße und abgeführte Mullmenge in Innsbruck im Jahre 1946
Anzahl der Mullgefäße
eiserne
hölzerne
Gesamtanzahl
der
Normalgefäße
Gesamtmenge
des
abgeführten
Mulls
Ochsner
Schmidt
und Melmer
normal
in m³
Stück
Stück
Stück
Stück
6028
751
2678
9457¹)
23043¹)
Angaben des Stadtbauamtes, Mullbeseitigung.
1) Bei der Einwohnerzahl von 95992 entfiel demnach 1 Mullgefäß auf 10.10 Einwohner
und nicht ganz ein Viertel (0.240 m³) an abgeführtem Mull auf 1 Einwohner. Wien weist für 1946
bei 1695101 Einwohnern 163000 Kehrichtgefäße und 385760 m³ abgeführten Kehricht aus;
diese Summen ergeben auf 10.39 Einwohner 1 Mullgefäß und 0.227 m³ Mull auf 1 Einwohner.
Die Einwohnerzahlen entsprechen der Anzahl der im Dezember 1946 ausgegebenen Lebens-
mittelkarten.
203
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230/506
Tabelle X a/5
Stadtentwässerung in Innsbruck
a) Kanäle
Straßenkanäle in m
Straßen-
kanallänge
Jahr
Beton-
je Einwohn.
Rohrkanäle Zusammen
kanäle
in m
Hauskanäle
(Rohrkanäle)
auf öffentl.
Grund in m
1937
19700
47 600
67 300
1,103
20 300
1945
20000
51100
71100
0,775
25 600
1946
20700
52400
73100
0,797
26000
Jahr
b) Kanalspülung, Kanalräumung, Senkgruben und Bedürfnis-Anstalten
Spülkammern
Spülschieber
Kanalstrecken
Gespülte
Senkgruben
ohne
Auf Ableer-
plätze ge-
führter Aus-
hub aus den
Tiefkanälen
mit
Räumung
durch die
Stadtent-
Fuhren m³
wässerung
Bedürfnis-
Pissoirs
Anstalten
Aushub und Ab
fuhr der Stad
and privat
Zahl
Kabinen
Stände
Zahl
Stände
1937
6
295 Sch.
200 Kl.
67
3800 5700
205
110
900
10
14
14
33
306 Sch.
1945
6
12
1950 2900
450
980 7800 1
3
8
210 Kl.
312 Sch.
1946
6
22
3200 4800 480
1020 8100
-
3
co
8
221 Kl.
Angaben des Stadtbauamtes, Stadtentwässerung.
204
19
6
25
50 50
21
21
Seite 231
231/506
Xb. Stadtwerke Innsbruck, Versorgungsbetriebe
Wie alle größeren Städte Österreichs gründete auch die Stadtverwaltung Innsbruck
im Laufe der letzten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts und in den Jahren
seit der Jahrhundertwende eine Reihe von Einrichtungen und Unternehmungen,
die dem Wohle der Bevölkerung zu dienen haben, sei es in gesundheitlicher Hinsicht,
wie die Erbauung einwandfreier Wasserleitungen, sei es im wirtschaftlichen Interesse,
wie das Elektrizitätswerk, das Gaswerk, die Nordkettenbahn und andere. Diese
Einrichtungen und Unternehmungen wurden früher entweder im Rahmen der
Hoheitsverwaltung als Unterabteilung des Stadtbauamtes (Wasserversorgung,
Wasserwerk, städtische Badeanstalten) oder als selbständige Unternehmungen
geführt, deren Verwaltung einem gemeinderätlichen Ausschuß (Lichtwerke-Aus-
schuß, Nordkettenbahn-Ausschuß) mit einem fachlich geschulten Leiter oblagen.
Die selbständigen Betriebe waren handelsgerichtlich protokollierte Firmen und
unterstanden früher Verwaltungsausschüssen, später dem Bürgermeister. Jeder
dieser Betriebe hatte seine eigene Verwaltung, Personalwirtschaft, Betriebsführung
und Kassengebarung. Dieser Zustand währte bis 1938.
Mit 1. Jänner 1939 faßte der Oberbürgermeister jene Einrichtungen und Betriebe,
die als wirtschaftlich selbständig zu betrachten waren, als,,Stadtwerke Innsbruck"
zusammen, schuf für sie eine gemeinsame Verwaltung, Buchhaltung und Kassen-
gebarung und beseitigte damit die teilweise Mehrgeleisigkeit und manchmal unzweck-
mäßige gegenseitige Konkurrenzierung. Die früheren Einzelunternehmungen wurden
handelsgerichtlich gelöscht und die,,Stadtwerke Innsbruck" unter diesem Namen
im Handelsregister eingetragen. Die Zusammenlegung hat sich bewährt.
Die Stadtwerke unterstehen heute einem fachlich vorgebildeten Direktor, der
unmittelbar dem Bürgermeister unterstellt ist; der Bürgermeister kann mit seiner
Vertretung in den sich daraus ergebenden Belangen den Obmann des vom Gemeinde-
rat eingesetzten, mit bestimmten Befugnissen ausgestatteten Verwaltungsausschusses
der Stadtwerke betrauen¹). Zu den Stadtwerken zählen gegenwärtig folgende
städtische Betriebe: Elektrizitätswerk, Gaswerk mit Hallenbad, Wasserwerk,
Nordkettenbahn und Stadtgärtnerei. Die Stadtwerke besorgen weiters die Ver-
waltung der Innsbrucker Verkehrsbetriebe-A.-G. in bezug auf Buchhaltung und
Personalabteilung sowie die Geschäftsführung der Innsbrucker Hotel-A.-G., welche
zur Gänze im Besitze der Stadtgemeinde steht.
Der übrige Teil der Verwaltung der Innsbrucker Verkehrsbetriebe, welche die
Straßenbahn, den Obus- und Autobusbetrieb, die Mittelgebirgsbahn nach Igls
(Straßenbahn-Linie 6) und die Patscherkofel-Seilschwebebahn umfassen, wird von
der A.-G. selbst ausgeübt, deren Aktienmehrheit sich im Besitze der Stadtgemeinde
befindet, jedoch rechtlich selbständig und im Handelsregister unter diesem Namen
eingetragen ist. Dieselbe Bemerkung trifft auf die ,,A.-G. Stubaitalbahn" und das
1) Die Entwicklung der Stellung des Bürgermeisters zu den erwerbswirtschaftlichen Unter-
nehmungen der Stadt ergibt sich aus folgenden Bestimmungen: §§ 29 und 64 des Gemeinde-
statuts vom 9. 3. 1921, LGBl. 30, § 26 des Stadtrechtes vom 10. 7. 1935, LGBl. 35, und
§§ 26 und 35 des Stadtrechtes vom 2. 6. 1949, LGBI. 40.
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,,Verkehrsunternehmen Stubai Ges. m. b. H." zu, welche ebenfalls zum größten
Teil im Besitz der Stadtgemeinde stehend, in oben beschriebener Weise verwaltet
werden.
Nachstehend werden das Wasserwerk, Elektrizitätswerk, Gaswerk und die Stadt-
gärtnerei behandelt, während die Betriebe Nordkettenbahn und Innsbrucker Ver-
kehrsbetriebe-A.-G. im Abschnitt,,Verkehr" und jener des Hallenbades im Ab-
schnitt,,Gesundheitspflege, städtische Bäder" besprochen sind.
Xb/1. Wasserwerk, Wasserversorgung²)
Die erste Quellwasserleitung ließ der Rat der Stadt Innsbruck im Jahre 1485
erbauen; das Wasser entstammte dem Kesselbrunnen in der Spreng, oberhalb
Büchsenhausen, und wurde in Holzröhren über das Höttinger Ried und die Innbrücke
bis zum unteren Stadtplatz geführt, wo durch lange Zeit dieser erste und einzige
Brunnen den Bürgern fließendes Wasser spendete. Der zweite öffentliche Brunnen
erstand später vor dem Trautson-Hause am oberen Stadtplatz. 1665/66 ist ein
dritter Brunnen in der Altstadt vor dem Hirschenwirt erwähnt. Da das Wasser
des Kesselbrunnens nicht lange ausreichte, erwarb die Stadt noch einige Quellen
im Höttinger Gelände hinzu, wo eine Reihe entfernt voneinander liegender Quellen
zu Tage traten, geriet jedoch in arge Not, als im Jahre 1584 infolge wiederholter
Erdbeben einige dieser Quellen versiegten. Herzog Ferdinand II. schenkte ihr
daraufhin 1585 den Weinstockstollen im Höttinger Graben. Allmählich verschwanden
infolge dieser Verbesserungen der Trinkwasserversorgung die alten, früher ein-
gerichteten Ziehbrunnen.
In besserer Lage befand sich die Hofburg-Verwaltung, denn das Hofbaumeisteramt
besaß im Höttinger Gebiete eine Zahl reichfließender Quellen, deren größte hinter
der Weiherburg entsprang.
Doch als diese für den Wasserverbrauch der Hofhaltung und besonders für die
Wasserwerke der,,Ruhelust" im Garten neben der Hofburg nicht mehr hinreichten,
zog man 1581 den Mühlauer Bach zur Versorgung heran, baute ein Brunnenhaus
bei der Schweinsbrücke und legte eine Brücke, die,,Saggenbrücke", über den Inn,
auf der Holzröhren das Wasser zuführten. Vom Wasserüberfluß der Mühlauer
Wasserleitung gab das Hofbaumeisteramt im Laufe der Zeit manchem adeligen
Besitz und manchem Haus in der Stadt Wasseranteile ab. Im 17. und 18. Jahr-
hundert entstand im Stadtgebiete eine Reihe öffentlicher Brunnen. So wurde 1817
bei einer Revision der Brunnenrechte festgestellt, daß 7 Gemein- und 74 Privat-
brunnen in Verwaltung der Stadt standen, die jedoch bei der sich vergrößernden
Stadt den Bedarf auch nicht decken konnten. 1874 überließ das Finanzärar zunächst
alle ärarischen Brunnenleitungen, 1892 auch die ärarischen Wasserleitungsquellen
am Wurmbach, Brantlschrofen und Weiherburg der Stadt.
Erst im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts, im Jahre 1873, finden wir die erste
Befürwortung der Anlage einer Hochdruckwasserleitung, 1880/81 wird ein Bauplan
zur besseren Wasserversorgung der Stadt mit Herstellung einer praktischen Fassung
und Leitung am Wurmbach ausgearbeitet, die Anlage selbst 1882 vollendet. 1888
bis 1891 wurde der Bau der jetzigen Hochdruckwasserleitung durchgeführt. Damit
hatte Innsbruck eine zeitgemäße Hochdruckwasserleitung erhalten, die bis Ende
3) Die geschichtlichen Angaben wurden der Innsbrucker Chronik Konrad Fischnaler's und
dem Buche Hans Hörtnagel's,,Ynnsprugg Bürger, Bauten, Brauchtum" entnommen. Die
technischen Angaben stammen von den Stadtwerken, Betrieb Wasserwerk.
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der 20er Jahre des gegenwärtigen Jahrhunderts den Bedürfnissen der Stadt genügte.
Die Gemeinde Hötting wurde seit jeher von verschiedenen Quellen, die in ihrem
Gemeindegebiet liegen, mit Wasser versorgt. Zu einer einheitlichen Lösung der
Wasserfrage kam es nicht, da die einzelnen Quellen für sich zu wenig ergiebig und
für einen Zusammenschluß zu entfernt voneinander gelegen sind. In der neuesten
Zeit ist die Innsbrucker Hochdruckwasserleitung mit der Höttinger verbunden
worden. In der Gemeinde Arzl wurde anläßlich des Ausbaues der Wurmbachquellen
im Jahre 1888 aus den auf Rumer und Arzler Gebiet liegenden Klammbachquellen
eine Zementrohrleitung in den Ort gelegt, die 1937/38 gegen eine eiserne Hoch-
druckleitung ausgewechselt wurde. Die Gemeinde Amras mußte die im Jahre 1903
erbaute Wasserleitung, die das Wasser aus dem auf Gemeindeboden liegenden
Quellgebiete oberhalb von Schönruh entnahm, auflassen und ersetzte sie 1931 durch
eine einwandfreie Hochdruckleitung, die ihr Wasser aus den Schreyerbachquellen
in der Katastralgemeinde Sistrans entnimmt. Die Wiltener Wasserrechte sind schon
in alten Urkunden erwähnt. Im Jahre 1680 verlieh der Kaiser dem unteren Dorfe
von Wilten und der oberen Vorstadt die,,Mandelsberger"-Brunnenquellen, heute
Mentelberger Quellen benannt, deren Leitung, ursprünglich aus Holz gelegt, 1881
durch eiserne Rohre ersetzt wurde. 1903 erfolgte die Erwerbung der Quellen von
der Brunneninteressentschaft durch die Gemeinde Wilten. Die jetzige Hochdruck-
leitung stammt aus den Jahren 1931/1932. Die zweite Wasserleitung Wiltens führte
von den Klarerhöfen an der Brennerstraße, Gemeindegebiet Mutters, mit Durch-
bohrung des Sonnenburger Bühels und des Bergisel, nach Wilten. Die Hochdruck-
wasserleitung dieser Anlage stammt aus dem Jahre 1887. Igls kennt ebenfalls
zwei Quellgebiete, das eine bei Heiligwasser, das seit 1899 den Iglern Wasser liefert
und 1942/43 erweitert wurde, das andere aus dem Jahre 1926 am,,Einfang" in der
Nähe der Sägemühle an der Ellbögener Straße in Igls. Beide Quellgebiete liefern
für den heutigen Bedarf zu wenig Wasser, so daß nach neuen Möglichkeiten Umschau
gehalten werden muß. Vill besitzt keine öffentliche Trinkwasserversorgungsanlage,
sondern nur eine Interessentschaftsleitung.
Die weitere Ausdehnung der Stadt, die intensive Verbauung der Stadtviertel
Wilten und Pradl, die Modernisierung der Wohnungen durch Bäder und Wasch-
becken, die nun neben die Küchenbrunnen als Wasserverbraucher treten, die ver-
mehrten Industrie- und Gewerbeanlagen trieben den Wasserverbrauch in die Höhe.
Der Hochbehälter in Mühlau und die Verteilungs- und Druckrohrleitungen konnten
den Ansprüchen nicht mehr genügen, die Wasserversorgung zahlreicher Straßen-
züge ist unzulänglich geworden. Deshalb ging die Stadt im Jahre 1929/30 daran,
ein Projekt zur Erweiterung der Quellfassungen am Wurmbach und Klammbach,
Mühlauer Quellgebiet benannt, auszuarbeiten. Nach Verbesserung dieses Projektes
wurde im Jahre 1942 mit den Arbeiten begonnen, wofür eine Bauzeit von ungefähr
4 Jahren vorgesehen war. Die Schwierigkeiten gegen Ende des Krieges, die sich
nach Abschluß desselben durch Baustoff- und Arbeitskräftemangel vergrößerten,
verzögerten die Fertigstellung; die Arbeiten sind derzeit noch im Gange.
Aus der Tabelle Xb/1 A ist die Lage der Quellenhorizonte, d. i. die Höhe des
Wasserspiegels der Quellen, nach Katastralgemeinden und nach der Seehöhe zu
entnehmen. Ferner enthält sie ein Verzeichnis der Hochbehälter mit Seehöhe und
Fassungsraum, sowie die Höhenunterschiede zwischen den Quellen und Hoch-
behältern, sowie zwischen diesen und den Versorgungsgebieten. Sämtliche Gemeinde-
wasserleitungen sind also Hochdruckwasserleitungen, deren Quellhorizonte 6 m
bis 700 m, als wichtigste die Wurmbachquelle 446 m, über den Hochbehältern
liegen. Die Höhenunterschiede zwischen den Hochbehältern und wichtigen Punkten
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der Versorgungsgebiete betragen 25 m bis 166 m, vom Mühlauer Hochbehälter zur
Stadt (St. Jakobs-Pfarrkirche) 135 m. Von den kleineren Wasserleitungen des
Höttinger Gebietes wird teilweise schon vor den Hochbehältern Wasser an Ver-
braucher abgegeben; vom Mühlauer Hochbehälter werden sowohl Mühlau als auch
die Stadtteile Innsbruck im engeren Sinne, Pradl, teilweise Hötting und Wilten
mit Wasser versorgt. Das Wasser des Mühlauer Quellgebietes weist ganzjährig
eine Temperatur von rund plus 5° C auf und gelangt mit ungefähr plus 7° C in das
Rohrnetz, hat also einen sehr günstigen Wärmegrad aufzuweisen; die Höttinger
Quellen als kleinere und mehr oberflächliche Gewässer besitzen eine Temperatur
zwischen plus 6º C und 9° C, das Wiltener Wasser mißt im Mittel plus 8° C.
Die Quellwasser nördlich von Innsbruck, also die Wasser des Mühlauer Quell-
gebietes und der Höttinger Quellen, stammen aus den nördlichen Kalkalpen und
werden mit 72 deutschen Härtegraden als weiche bis mittelweiche Wasser be-
zeichnet³). Dieses Härtegradverhältnis bedeutet in gesundheitlicher Hinsicht für
die Bevölkerung und in gewerblicher Hinsicht für die Wirtschaft einen großen
Vorteil. Nur ein Teil der Höttinger Quellen (Ölberggebiet) weist härtere Beschaffen-
heit auf. Die südlich von Innsbruck aus dem Urgebirge und aus dem teilweise über-
lagerten Kalkgebirge entspringenden Quellen besitzen weiches Wasser. Über die
Quellenergiebigkeit berichtet die Tabelle Xb/1 D. An der Spitze aller im Gemeinde-
gebiet benutzten Quellen stehen hinsichtlich der Ergiebigkeit die Wurmbach- und
Klammbachquellen. Das Einzugsgebiet derselben schließt nach Meinung namhafter
Geologen nicht nur das darüber liegende Gebiet südlich des Kammes der Innsbrucker
Nordkette, sondern auch noch Gebietsteile der nördlich des Kammes gelegenen
Pfeisalpe und des obersten Gleirschtales in sich. Die Ergiebigkeit schwankt in den
Berichtsjahren der Tabelle je nach Jahreszeit zwischen 638 und 1948 Liter in der
Sekunde. Der wasserrechtliche Besitz der Stadt an den Wurmbach- und Klammbach-
quellen ist noch verhältnismäßig gering, sie hat sich jedoch durch Verträge mit
Personen, die am Mühlauer Bach unterhalb des Hochbehälters Wasserrechte besitzen,
den Bezug des notwendigen Wassers für die städtische Hochdruckwasserleitung
gesichert.
Aus den Tabellen Xb/1 E ist die Wasserabgabe von den Hochbehältern in das
Verteilungs- und Druckrohrnetz zu entnehmen. Sie zeigt bei der Mühlauer Wasser-
leitung ganzjährig eine ziemlich konstante Abgabe. Eine Mehrleistung ist wegen
der zu geringen lichten Weite der Gravitationsleitung von den Quellen zum Hoch-
behälter derzeit nicht erreichbar. Die Länge der Gravitationsleitungen sind in Ta-
belle Xb/1 B und des Rohrnetzes in Tabelle Xb/1 C ersichtlich. Vom Mühlauer
Quellgebiet wird das Wasser in Quelleitungen (Gravitationsleitungen) von 100 bis
200 Millimeter Nennweite in den Mühlauer Hochbehälter geführt, während die Quell-
leitungen zu den anderen Hochbehältern Nennweiten von 40 bis 150 mm besitzen.
Von den Hochbehältern läuft das Quellwasser in das Rohrnetz ab, wo es unter einem
Druck von 12 bis 2 atü in Verteilungs- und Hauptwasserversorgungsleitungen der
Stadtteile Innsbruck, Wilten und Pradl von 50 bis 500 mm, der übrigen Stadtteile
von 25 bis 175 mm Nennweite sich in den Straßen verzweigt. Für die Feuerlösch-
zwecke und Straßenbesprengung sind im ganzen Stadtgebiete rund 1000 Unterflur-
hydranten und 80 Oberflurhydranten angelegt. Die Anlagen des Mühlauer Quell-
gebietes stehen mit jenen von Wilten und Hötting in Verbindung.
8) 1 deutscher Härtegrad = 1 Teil Kalk in 100.000 Teilen Wasser (10 mg/1) oder der ent-
sprechenden Menge Magnesium (7.14 mg/1).
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Die Anzahl der angeschlossenen Grundstücke betrug
1936
1939
1945
1946
5530 Grundstücke mit
2670 Grundstücke mit rund 58000 Ausläufen
4380 Grundstücke mit rund 65000 Ausläufen
5420 Grundstücke mit 74082 Ausläufen
75630 Ausläufen
Die Wirkung der Eingemeindungen und die starke Bautätigkeit aus Anlaß der
Südtiroler Umsiedlung drücken sich in diesen Zahlen aus. Bei dem Stande des
Jahres 1946 von 5271 Wohnhäusern sind sämtliche Wohngrundstücke (mit wenigen
Ausnahmen am Rande der Stadt) mit Trinkwasser versehen, während von 5814
Gebäuden überhaupt nur 5.1% nicht an die städtische Wasserleitung angeschlossen
sind.
Da alle der Innsbrucker Hochdruckwasserleitung dienenden Quellen einwandfrei
gefaßt und das Wasser über die Hochbehälter in das Verteiler- und Druckrohrnetz
geleitet wird, besitzt das ganze Stadtgebiet einschließlich der neueingemeindeten
Stadtteile in hygienischer Beziehung einwandfreies und gesundes Trink- und Nutz-
wasser. Der erwähnte, gegenwärtig laufende Ausbau der Quellfassung des Mühlauer
Quellgebietes sowie die Neuanlage der Trinkwasserspeicher dieser Wasserleitung
wird in den Druckverhältnissen der Rohrleitungen die gewünschte Besserung
bringen.
Xb/2. Elektrizitätswerk, Versorgung mit Strom; öffentliche Beleuchtung
In den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts setzte sich der Gedanke
der Verwendung von Elektrizität für Beleuchtung und für gewerbliche Zwecke
schon so weit durch, daß eine Privatfirma im Jahre 1888/89 das erste Elektrizitäts-
werk in der Mühlauer Klamm erbaute, das am 31. 10. 1897 von der Stadt Innsbruck
angekauft und 1898/99 vergrößert wurde. Zwei gewerbliche Betriebe (Rauchmühle
im Jahre 1886 und Lodenfabrik Baur im Jahre 1892) errichteten am Mühlauer Bach
noch zwei Elektrizitätswerke. Durch die großen Vorteile der elektrischen Strom-
versorgung angeeifert, ließ die Stadt 1897 den Plan für ein großes Elektrizitätswerk
an der Sill ausarbeiten, für das sie die erforderlichen Wasserrechte erwarb. 1901
begann sie mit dem Bau, am 7. 10. 1903 erfolgte die Vollendung dieses Werkes,
das damals eines der größten Wasserkraft-Elektrizitätswerke Europas darstellte.
Da vorauszusehen war, daß bei weiterer Vergrößerung der Stadt und der sich immer
mehr ausbreitenden Verwendung elektrischen Stromes die Sill- und Mühlauer Werke
nur mehr für begrenzte Zeit genügen würden, erwarb die Stadt in vorsorglicher
Strompolitik im Jahre 1919 den Achensee und gründete mit einer Finanzgruppe
im Jahre 1924 die Tiroler Wasserkraftwerke-A.-G. (Tiwag), auf die sie den Achensee-
Besitz übertrug, wobei die Stadtgemeinde durch Aktienerwerbung und Vertrag
den entsprechenden Einfluß behielt. Nachdem 1924 der Bau der Wasserkraftanlagen
begonnen hatte, konnte das Achensee-Kraftwerk am 19. 9. 1927 eröffnet werden.
Durch Vertrag sicherte sich die Stadt Innsbruck den notwendigen Strombezug.
Mit der Eingemeindung von Mühlau im Jahre 1938 ging auch das kleine Elektrizitäts-
werk dieser Gemeinde an die Stadt über. Mit Hilfe der zwei Elektrizitätswerke
Sillwerk, Mühlauer Werk und des Strombezuges von der Tiwag vermag die Stadt
Innsbruck ihrer Bevölkerung den erforderlichen elektrischen Strom für Beleuchtung
und alle übrigen Anwendungszwecke in Haushalt, Gewerbe, Industrie und Land-
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wirtschaft in einwandfreier Form zu bieten. Außerdem wird noch eine Reihe von
Orten in der Umgebung von Innsbruck und im Stubaital mit Strom versorgt.
Sillwerk
Kraftwerksbeschreibung: Das Kraftwerk befindet sich im Wipptal, etwa 10.9 km
flußaufwärts von der Einmündung des Sillflusses in den Inn. Laut Eintragung
im öffentlichen Wasserbuche wird das Wasser für das Kraftwerk dem Sillfluß bei
Bach-Kilometer 19.65 entnommen und bei Bach-Kilometer 10.92 wieder zurück-
gegeben. Das Sillwerk liegt auf Bp. 95 in E.-Zl. 64/II des Grundbuches der Katastral-
gemeinde Schönberg. Es ist auf Grund des Baubewilligungsbescheides vom 20. 9. 1901
und der Rekursentscheidung der k. k. Statthalterei vom 30. 1. 1902 erbaut. Hiemit
wurde die Bewilligung zur Errichtung einer elektrischen Anlage mit Ausnutzung
der Wasserkraft des Sillflusses mit einem maximalen Quantum von 7.9 m³/s auf
die Dauer der für das städtische Sillwerk gegebenen Konzession, d. i. bis 15. 7. 1991
erteilt; mit dieser genehmigten Wassermenge und 75% Wirkungsgrad ergab sich
die zu gewinnende Wasserkraft im Maximum von ca. 15000 PS. Mit Bescheid vom
29. 4. 1930 wurde die Einleitung des Mühlbaches auf die gleiche Zeitdauer mit
maximal 400 1/s bewilligt und mit Bescheid vom 20. 7. 1932 die Erhöhung des
Stauspiegels der Sill und die Vergrößerung der Betriebswassermenge auf 9.1 m³/s
genehmigt. Hiezu kommen noch laut Bescheid vom 10. 11. 1932 und vom 4. 11. 1936
die Bewilligungen zur Einleitung des Falkasanerbaches in den Sillwerkstollen mit
einer Durchflußmenge von 350 l/s und von 4 kleinen Bächen zur Verbesserung
des Winterbetriebswassers des Sillwerkes.
Das Werk wurde am 7. 10. 1903 mit 2 Maschinensätzen von je 2500 PS in Betrieb
genommen; in den Jahren 1906 und 1909 erfolgte die Aufstellung von je 2 weiteren
Maschinensätzen zu 3300 PS. Der Umbau des Kraftwerkes in seinen heutigen
Ausbauzustand wurde in den Jahren 1926 bis 1928 durchgeführt.
Das Sillwerk nützt die mittlere Gefällsstufe der Sill aus, die auf eine Horizontal-
entfernung von rund 8 km einen Höhenunterschied von 195 m aufweist. Das Einzugs-
gebiet des Kraftwerkes miẞt 450 km², es besitzt einen mittleren Jahreszufluẞ
von 290 hm³. Der Betriebswasserdurchfluß beträgt 8.6 m³/s, Jahresmittelwasser
im Regeljahr 6.8 m³/s, Niederwasser im Regeljahr 3.8 m³/s. Das Werk rechnet im
Regeljahr mit einer Betriebswassermenge von 211 hm³, was bei einer Nutzfallhöhe
von 178 m ein Arbeitsvermögen im Regeljahr von 85000 MWh ergibt.
Das Wasser wird an zwei Wehröffnungen mit 3.5 m breiten Kulissenschützen
erfaßt und durch einen betonierten Freispiegelstollen mit einer Stollenlänge von
7566 m, einem Querschnitt von 4.5 m² und einem Gefälle von 1% zum Wasser-
schloß (Einkammerausführung) geleitet. Von dort fällt das Wasser in zwei zum Teil
in Rohrtunnel verlegte Druckrohrleitungen von 1250 mm 1. W. und 8-21 mm Wand-
stärke (verlegt im Jahre 1902), bzw. 1400 mm 1. W. und 8-22 mm Wandstärke
(verlegt im Jahre 1908) bei einer Länge der Rohrleitungen von 380 m zum Kraft-
haus ab. Das Abwasser der Turbinen gelangt in einem kurzen Unterwasserkanal
in das Flußbett der Sill zurück. Im Krafthaus sind gegenwärtig 3 Maschinensätze,
bestehend aus je 1 Zwillings-Pelton-Turbine zu 8000 PS, 375 U/min (liegende Bauart),
und 1 Drehstrom-Synchron-Generator zu 7500 kVA, 375 U/min, 5500 Volt, 50 Hertz,
(liegende Bauart) eingebaut. Die Schaltanlage besteht aus einer 25-kV-Innenraum-
Schaltanlage mit Doppelsammelschiene und einer 5-kV-Innenraum-Schaltanlage
mit Einfach-Sammelschiene. Die Stromzuführung aus dem Sillwerk in das Stadtnetz
geschieht über zwei 10 km lange 25-kV-Kabel mit den Querschnitten 3× 70 mm² Cu
und 3× 95 mm² Cu.
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Kraftwerk Mühlau
Das Kraftwerk befindet sich an der Schweinsbrücke in der Mühlauer Klamm,
ca. 3 km Luftlinie von der Stadtmitte entfernt. Der erste Ausbau dieses Werkes,
das die erste Wasserkraftanlage in Österreich war und von der Firma Ganz & Co. erbaut
wurde, erfolgte auf Grund des Bewilligungsdekretes der k. k. Statthalterei für Tirol
und Vorarlberg vom 20. August 1888, Zl. 16814, mit unbefristeter Dauer. Das
Betriebswasser hiezu wurde aus der Mühlauer Klamm entnommen und in zwei
520 m langen Druckrohren mit 350 mm Durchmesser über ein Nutzgefälle von
117 m den 2 Girard-Partialturbinen zu je 125 PS, 250 U/min zugeführt, die 2 Ein-
phasen-Wechselstrom-Generatoren zu je 80 kW, 2000 V antrieben.
Am 3. März 1894 suchte die Stadtgemeinde Innsbruck bei der Bezirkshauptmann-
schaft Innsbruck um die Bewilligung zur Ausnützung des gesamten Wasserquantums
des Mühlauer Baches zur Herstellung einer Zentralstation für elektrische Beleuchtung
an. Die Bewilligung wurde der Stadtgemeinde Innsbruck mit Bescheid vom
24. 4. 1894, Zl. 8934, erteilt, die Anlage von der Stadtgemeinde Innsbruck aber
nicht ausgeführt. Wohl aber erwarb sie im Jahre 1897 von der Firma Ganz & Co.
das bestehende Werk. Über Umbauten in den Jahren 1893, 1895, 1897, 1898 kam
es im Jahre 1899 auf Grund des Bescheides der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck
vom 24. 3. 1897, Zl. 17951, zum Ausbau der 360-m-Gefällsstufe in Verbindung mit
der Erschließung der städtischen Trinkwasserleitung für die Konzessionsdauer vom
15. 4. 1897 bis 14. 4. 1967, wobei das Wasser auf Seehöhe 1050 m gefaßt wurde.
Durch Neuverlegung einer dritten Rohrleitung mit der lichten Weite von 500 mm
(nach Abtragung der alten Rohrleitung) wurde die Kraftwerksanlage auf 2 Girard-
Partialturbinen zu je 1100 PS und 2 Zweiphasen-Wechselstrom-Generatoren zu
je 1000 kVA, 2x2000 V erweitert.
1901 wurde auf Grund des Bewilligungsbescheides der Bezirkshauptmannschaft
Innsbruck vom 26. 2. 1895, Zl. 4160, ein Unterliegerkraftwerk mit einem Nutz-
gefälle von 28 m und einer Konzessionsdauer von 70 Jahren errichtet.
Im Jahre 1912 wurde der Bau einer neuen Wasserfassung unter Ausnützung des
Wassers aus dem Wurmbache und des Überschusses aus dem Trinkwasserstollen
ausgeführt, womit für die Turbine II ein Nutzeffekt von 1750 PS erzielt wurde
(Bescheid vom 14. 9. 1912).
Andere Erweiterungen und Änderungen erfolgten in den Jahren 1916, 1926 und
1937.
Im Jahre 1938 wurde durch Aufstellung eines neuen Maschinensatzes, bestehend
in 1 Freistrahlturbine (2000 PS, 1000 U/min) und 1 Drehstrom-Synchron-
Generator (1700 kVA, 3×5100 V) der heutige Zustand mit folgender Maschinen-
ausrüstung erreicht: 1 Freistrahl-Turbine, 2000 PS, 1000 U/min, 1 Drehstrom-Syn-
chron-Generator, 1700 kVA, 5100 V, 1000 U/min (liegende Bauart), 1 Freistrahl-
Turbine, 1400 PS, 500 U/min, 1 Drehstrom-Synchron-Generator, 1200 kVA, 5000 V,
500 U/min (liegende Bauart).
Unterliegerkraftwerk: 1 Francis-Spiral-Turbine, 300 PS, 500 U/min, 1 Drehstrom-
Synchron-Generator, 210 kW, 5100 V, die Maschinen werden vom Hauptkraftwerk
aus ferngesteuert.
Die Schaltanlage im Hauptkraftwerk ist eine 5-kV-Innenraum-Schaltanlage mit
Einfachsammelschiene. Die Stromzuführung aus dem Mühlauer Kraftwerk in das
Stadtnetz geschieht über zwei 5-kV-Kabel; weiters führen vom Kraftwerk zwei
5-kV-Freileitungen in das umliegende Versorgungsgebiet.
14°
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Die hydraulischen Verhältnisse sind durch folgende Angaben gekennzeichnet:
Mittlerer Jahreszufluß 27.4 hm³, Betriebswasserdurchfluß 0.5 m³/s, Schluckfähigkeit
der Turbine 0.5 m³/s, Jahresmittelwasser im Regeljahr 0.4 m³/s, Niederwasser im
Regeljahr 0.27 m³/s, Betriebswassermenge im Regeljahr 12.8 hm³, Nutzfallhöhe
335 m, Arbeitsvermögen im Regeljahr 9430 MWh. Das Unterwasser des Haupt-
kraftwerkes wird über ein Überfallwehr zum Unterliegerkraftwerk abgeleitet.
Gemeindewerk Mühlau
Für das in den Jahren 1907/1908 von der Gemeinde Mühlau erbaute Kraftwerk
liefern mehrere Quellen des Brunnentalbaches (kleiner Tuffbach) das Triebwasser,
das über eine 685 m lange Muffenrohrleitung mit einer lichten Weite von 0.32 m
in einem Nutzgefälle von 166 m dem Krafthaus zugeführt wird. Die genehmigte
Wassermenge beträgt 38 1/s.
Das Krafthaus ist heute mit einer Freistrahl-Pelton-Turbine, 90 PS, 1 Wechsel-
strom-Generator, 75 kVA, und 1 Freistrahlturbine, 100 PS, 1 Wechselstrom-
Generator, 75 kVA, beide Generatoren für bedienungslosen Asynchronbetrieb,
ausgerüstet.
Aus der Tabelle Xb/2 A sind die Zahlen über Leitungsnetz, Anschlüsse, Zähler
und Stromwirtschaft zu ersehen. Für das Niederspannungsnetz des Elektrizitäts-
werkes ist das Normal-Stromsystem von 3×220/380 V Drehstrom normiert; hie-
durch sind bis Ende des Jahres 1946 80% des Niederspannungsnetzes versorgt,
der Rest wird noch bis zur geplanten Umschaltung mit 2-Phasen-Strom 2×150 V
gespeist.
Die Stromabgabe an das Stadtgebiet hat sich von 1937 bis 1946 um das 2.8fache
gehoben. Auf den Kopf der Bevölkerung der Stadt umgerechnet betrug der Strom-
verbrauch im Jahre 1937 461 kWh, dagegen im Jahre 1946 schon 870 kWh. Dieser
Mehrverbrauch an elektrischem Strom ist der vor dem letzten Kriege stark be-
triebenen Elektrifizierung der Haushalte (Verbesserung der Beleuchtung, Ein-
führung von Koch- und Heizgeräten, Heißwasserspeichern usw.) und der wesent-
lichen Ausbreitung der Stromverwendung im Gewerbe (Großküchen, Backöfen und
Arbeitsmaschinen) zuzuschreiben. Die Tabellen Xb/2 A und B und die Kurven der
Diagramme Nr. 11 und 12 zeigen diesen Aufstieg in statistischen und graphischen
Übersichten.
efore
Das Elektrizitätswerk bildet als Wirtschaftsunternehmen nicht nur den Stolz
der Stadtgemeinde Innsbruck, es stellt durch seine Anlage einen ganz wesentlichen
Teil des Vermögens der Stadt Innsbruck dar und konnte durch Überschüsse in vielen
Finanzjahren dem Haushalte der Stadtverwaltung namhafte Einnahmen zuführen.
Öffentliche Beleuchtung
Die Beleuchtung der Stadt hatte im Verlaufe der Jahrhunderte entsprechend
dem technischen Fortschritte verschiedene Wandlungen durchgemacht. Von der
Beleuchtung der Altstadt und der Stadttore durch ausgehängte Pechpfannen, wie
sie uns aus dem Jahre 1551 überliefert ist, über die Reform der Stadtbeleuchtung,
die aus Anlaß der Anwesenheit des Hofes im Jahre 1764 mit 228 Laternen von der
Obrigkeit angeordnet wurde, über die späteren Unschlittlaternen, von denen 1788
berichtet wird, bis zu den Ripsöllampen, die 1830 probeweise mit 168 Stück auf
mannshohen Pfählen, in den engen Gassen als Hängelaternen, später als Armlaternen
an den Hausecken eingerichtet wurden, und bis zu den Petroleumlampen, die der
Gemeinderat 1850 anschaffte, ging die Entwicklung der Beleuchtung den in allen
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Stadtwerke Innsbruck
Elektrizitätswerk
Gesamt-Anschlußwert nach Netzbereich und Verwendung
120.000 kW
110.000
Gesamtanschlußwert
Drehsirom 220 Volt
Zweiph. Strom 150V
100.000
Wärme
Kraft
Licht
90.000
80.000
70.000+
60.000
50.000
40.000
30.000
20.000
10.000
O--
9110
0
1935
1940
1945
1950
Diagramm Nr. 11
213
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Stadtwerke Innsbruck
Elektrizitätswerk
Anschlußwert der an das Netz angeschlossenen Glühlampen,
Bügeleisen, Heißwasserspeicher und Herde
Glühlampen
Bügeleisen
Heißwasserspeicher
Herde
911118
9116
08
-O
35.000 kW
30.000
25.000
20.000
15.000
10.000
214
5.000
1931
1935
a
T
1940
1945
Diagramm Nr. 12
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Städten üblichen Weg. Mit der Errichtung der Gasanstalt an der Sill 1858/59 beginnt
ein neuer Abschnitt der Straßenbeleuchtung, die anfänglich als Gasflammenbeleuch-
tung, nach 1882 in einzelnen Versuchen als Gasglühlichtbeleuchtung eingerichtet
wurde und nach Maßgabe der Verlegung der Gasrohre die Petroleumlampen all-
mählich verdrängte, so daß 1894 schon 559 Gasflammen (neben 3 elektrischen
Lampen am Bahnhof) die Straßen Innsbrucks erhellten. Die allgemeine Einführung
des Auer-Gasglühlichtes erfolgte 1899 in Innsbruck und 1900 in Wilten.
Gleichzeitig nahm das elektrische Licht den Kampf mit der Gasbeleuchtung auf.
Einer Probebeleuchtung mit elektrischem Licht am Rennweg im Jahre 1881 folgten
die ersten elektrischen Bogenlampen in der Maria-Theresien-Straße 1890. Die Vor-
teile der elektrischen Beleuchtung verdrängten allmählich, insbesondere aber nach
Erfindung der starken Metalldrahtlampen, jede andere Beleuchtungsart vollständig.
Innsbruck zählte vor dem zweiten Weltkriege zu den bestbeleuchteten Städten
Österreichs. Eine Anzahl historischer Bauten wurde durch Scheinwerfer angestrahlt,
die Gehwege unter den Lauben der Altstadt erhielten durch geschmackvoll ausge-
führte Firmenschilder die notwendige Helligkeit. Ein besonderes Schaustück stellte
elektrische Anstrahlung von Baumgruppen und Blumenbeeten im Hofgarten dar.
Das Ausmaß der elektrischen Straßenbeleuchtung, deren sämtliche Lampen
während der ganzen Nacht eingeschaltet sind und deren Ein- und Abschaltung
von einer Zentralstelle aus erfolgt, ist aus der Tabelle Xb/2 A zu ersehen. Vor dem
Kriege, also vor der Zerstörung der Straßenbeleuchtung durch Kriegseinwirkung,
entfiel auf je 50 m Straßenlänge eine Straßenleuchte mit einem durchschnittlichen
Anschlußwert von 335 Watt. Die Schäden des Krieges konnten besonders wegen
Mangels an Beleuchtungskörpern bis Ende des Jahres 1946 noch nicht beseitigt
werden. Bemerkt wird, daß sich die Angaben der öffentlichen Beleuchtung nur auf
das Stadtgebiet Innsbruck, nicht auch auf Orte außerhalb Innsbrucks, die durch
das städtische Elektrizitätswerk mit Strom beliefert werden, beziehen.
Xb/3. Gaswerk, Versorgung mit Gas
Die unzureichende Petroleumbeleuchtung bildete den Anlaß, im Jahre 1857
auf den Vorschlag des Augsburger Technikers Riedinger zur Fabrikation von Holz-
gas einzugehen. Zu Beginn des Jahres 1858 schließt die Stadt mit ihm einen Vertrag;
der Bau der Anstalt an der Sill wird begonnen und 1859 die Gasrohrleitung in die
Neustadt verlegt. Nach einem gescheiterten Versuch auf Übernahme durch die
Stadt erneuerte diese im Jahre 1885 den Vertrag mit der Gesellschaft Riedinger
in Augsburg. Das Rohrnetz wurde auf die Stadtteile Kohlstatt, Mühlau und Wilten
ausgedehnt. Die näheren Angaben über die Gasverwendung zur Straßenbeleuchtung
sind im Abschnitt,,Öffentliche Beleuchtung" enthalten. 1899 erfolgte eine Erweite-
rung des Gaswerkes mit einem Gasbehälter von 3500 m³. Die Gasküchen haben
sich den Markt erobert; 1903 wurden 2612 Gasküchen gezählt, 1905 sind es schon
5000. Mit 1. Jänner 1905 ging das Gaswerk in den Besitz der Stadt über, 1907
wurde die ganze Gasfabrik nach neuesten Erkenntnissen umgebaut und vergrößert,
1914 wurden die Gasbehälter auf 16500 m³ Fassungsraum erweitert. Die Ausdehnung
der Stadt, die immer stärkere Verwendung von Gas im Haushalte zu Koch- und
Heizzwecken sowie im Gewerbe führten zu namhaften Steigerungen des Gasver-
brauches, der trotz der Konkurrenz des elektrischen Stromes anhielt. Darum mußte
sich die Stadt noch während des zweiten Weltkrieges zu einer abermaligen Ver-
größerung und Modernisierung der Fabrik entschließen, die in den Jahren 1941
215
Seite 242
242/506
bis 1942 durchgeführt wurde. Hand in Hand ging damit auch die Verlängerung des
Gasrohrnetzes.
Technische Angaben: Das Städtische Gaswerk verwendet als Ofensystem Koppers
kontinuierliche Vertikalkammeröfen. Die mittels Traktoren vom Bahnhof zum
Gaswerk geführte Kohle wird nach den verschiedenen Körnungen und dem Gas-
gehalt der Kohle sortiert, im chemischen Laboratorium des Gaswerkes auf Gas-,
Wasser- und Aschengehalt untersucht, in 4 Bunkern zu je 70 t Fassungsraum ge-
lagert und in der darunter befindlichen Mahl- und Mischanlage vermahlen und
betriebsfertig gemischt. Von den im höchsten Punkt der Anlage am Ofengebäude
befindlichen 3 Hochbunkern aus erfolgt die Beschickung der 3 Ofenblocks der
Koppers kontinuierlichen Vertikalkammeröfen. Jeder Ofenblock enthält 2 Kammern
mit einem Querschnitt von 2.3 × 0.4 m bei 9 m Höhe, die in einer Beschickungszeit
von 60-140 Minuten mit rund 400 kg Kohle pro Kammer gefüllt werden. Die
Füllung bewegt sich in 12-30 Stunden durch die Kammern nach abwärts, wobei
die eingebrachte Kohle langsam auf die volle Entgasungstemperatur von ca. 1280
bis 1300 Grad gebracht und Dampf auf den glühenden Koks zur Erzeugung von
Wassergas eingeblasen wird. Der unten bei den Kammern abgezogene Koks ist
bereits gelöscht. Er wird in einen Hochbehälter befördert, über Schüttelsiebe sortiert
und abgefahren.
Das Rohrgas wird technisch und chemisch gereinigt, gekühlt, Teer, Ammoniak,
Naphthalin, Schwefel und Zyanverbindungen werden entfernt und das gereinigte
Gas in 3 Behältern von 16500 m³, 3500 m³ und 1800 m³ aufgespeichert. Diese Be-
hälter gleichen die wechselnde Belastung des Rohrnetzes aus, geben zur Zeit hohen
Bedarfes Gas zusätzlich ab und bieten gleichzeitig Gelegenheit zur Mischung reinen
Destillationsgases mit Generatorgas, das zur Aufrechterhaltung eines konstanten
Heizwertes zugesetzt wird. Nach Passieren eines Druckreglers wird das Gas über
ein Niederdrucknetz mit einem Druck von 200-220 mm WS (Wassersäule) in die
Stadt abgegeben. Außerdem besitzt das Werk 2 Hochdruckgasleitungen, in welche
mittels Kompressoren Gas mit einem Druck von 8000-10000 mm WS eingepreẞt
wird. Die eine Leitung führt nach Wilten, die andere über den Innsteg nach Hötting,
wo über 5 Druckreglerstationen das Gas auf den normalen Stadtdruck von 200 mm
WS reduziert wird. Hiedurch erzielt das Werk auch in den entferntesten Stadt-
teilen den nötigen Gasdruck, um die Gasgeräte einwandfrei zu versorgen.
Die Tabelle Xb/3 A gibt ein Bild der Ausdehnung des Gasrohrnetzes, der Gas-
erzeugung und -abgabe und der erzeugten Nebenprodukte. Gerade die Koksgewin-
nung bildete in manchen Nachkriegsjahren die Rettung für die Brennstoffversorgung
von Innsbruck und Tirol und der Rohteer das begehrte, notwendige Produkt für
den Straßenbau. Andere Nebenerzeugnisse sind das Gaswasser, eine beim Waschen
des Gases erzielte wässerige Ammoniaklösung, die von den Bauern zur Düngung
verwendet wird, und die bei der Reinigung des Gases mit Schwefel angereicherten
Erden, welche an die Papierfabriken geliefert werden.
Aus der Tabelle Xb/3 B ist die Art und Menge der am 31. 12. 1948 im Gebrauch
befindlichen Gasgeräte zu entnehmen, deren Anzahl von der des Jahres 1946 nicht
stark abweicht, da wegen Materialmangels in den Jahren 1947 bis 1948 nur wenig
Geräte erzeugt wurden. Eine Aufstellung über die im Gebrauch befindlichen Gas-
geräte in den Vorkriegsjahren und Kriegsjahren kann nicht gebracht werden, weil
das Archiv des Gaswerkes durch Bombentreffer fast zur Gänze zerstört wurde.
Die Zahlen der Tabelle beweisen, daß sich die Gasgeräte im Haushalte und im Ge-
werbe auch neben der Verwendung elektrischen Stromes bewähren.
216
Seite 243
243/506
Beim Umfang der Gaserzeugung in Innsbruck und der im Betrieb befindlichen
Anlagen einschließlich der Gasversorgungsleitungen sowie der Bedeutung des Gases
für Haushalt und Gewerbe muß auch im Lande der,,Weißen Kohle" wohl auf viele
Jahre hinaus mit dem Bestande des Gaswerkes gerechnet werden.
Xb/4. Stadtgärtnerei
Der Stadtgärtnerei obliegt über Auftrag des Stadtbauamtes, bzw. der Magistrats-
abteilung IX für Agrar- und Forstangelegenheiten in Zusammenarbeit mit dieser,
die Anlage und Betreuung aller der Stadtgemeinde Innsbruck gehörenden öffent-
lichen Garten-, Parkanlagen und Alleen. Der Gartenbaubetrieb wird von der
Gärtnerei am Sillspitz ausgeführt; soweit es oben angeführte Aufgaben zulassen,
wird die Stadtgärtnerei als Handelsgärtnerei betrieben. Sie verfügt über heizbare
Treibhäuser samt den erforderlichen Freibeeten zur Aufzucht von Blumen, Grün-
schmuck, und über Baumschulen. Während des letzten Krieges mußte sich der Be-
trieb den Notwendigkeiten der Zeit anpassen und einschränken. In verschiedenen
Parkanlagen bauten Schrebergärtner Gemüse an, die Pflege öffentlicher Anlagen
trat hinter die Bedürfnisse um die notwendigste Nahrung zurück.
Die Tabelle Xb/4 gibt den Überblick über die Größe, Lage und Besitzverhältnisse
der allgemein zugänglichen Garten-, Park- und Rasenanlagen und über die Betriebs-
anlage. Außer diesen Anlagen besorgt die Stadtgärtnerei im Stadtbereiche noch die
Wartung und Betreuung von 10760 m Doppel-Alleen und 10670 m einseitige Alleen
in den Straßen der Stadt, die zusammen 2567 Schattenbäume aufweisen.
Der Gemüsebau wurde von der Stadtgärtnerei betrieben auf einer Fläche von
1937 5000 m²
1945 55000 m²
1941 30000 m²
1946 29000 m²
Der Rückgang der Anbaufläche im Jahre 1946 ist auf die Rückstellung eines
Grundstückes an den früheren Eigentümer zurückzuführen.
A.
217
Seite 244
244/506
Tabelle Xb/1 A
Trinkwasserversorgung von Innsbruck
Übersicht der Quellen
(Quellenhorizonte, Hochbehälter, Höhenunterschiede)
Quellenhorizonte
Name der Quelle
Katastral-
Gemeinde
m
Seehöhe
Hochbehälter
Bezeichnung
Fassungs-
m
raum
Seehöhe
in m³
Wurmbach-Quelle
Klammbach-Quelle
Arzl
1155
Mühlau
709
2000
Arzl u. Rum
1040
Wilten
649
1000
Klarerhof-Quelle
Mutters
655
Bergisel (Stapfbründl)
676
30
Stapfbründl-Quelle
Mutters
710
Mentelberg
707
100
Mentelberg- mit
Almtal (Hungerburg)
945
50
Ödtal-Quelle
Wilten
710-725
Angerle (Hötting
720
350
Weiherburg-Quelle
Hötting
750
Gemeindehaus (Höttg.)
620
200
Ölberg-Quelle
Hötting
730-740
Rauschbrunnen
Brandlschrofen- Quelle
Hötting
1015
(ober Hörtnaglsiedlg.)
740
50
Lehner-Quelle
Hötting
1100
Gramart
870
10
Weinstock-Quelle
Hötting
840
Amras
670
100
Rauschbrunnen-Quelle
Hötting
1000
Arzl
725
20
Schreyerbach-Quelle
Sistrans
1370
Igls
950
Heiligwasser-Quelle
Igls
1240
Einfanggebiet
Igls.
960
300
(1 Be-
hälter)
von der
Name der Quelle
Quelle zum
Hoch-
behälter
m
Höhenunterschiede¹)
vom Hochbe-
Name der Quelle
von der Quelle
hält ochbe-
Versorgungsgebiet
Wurmbach-Quelle
446
135
Brandlschrofen- Quelle
70
80
Klammbach-Quelle
315
82
Lehner-Quelle
380
113
Klarerhof-Quelle
6
61
Weinstock-Quelle
120
113
Stapfbründl-Quelle
34
25
Rauschbrunnen- Quelle
260
166
Mentelberg- mit
8
119
Schreyerbach-Quelle
700
94
Ödtal-Quelle
Heiligwasser-Quelle³)
290
80
Weiherburg-Quelle
143)
Einfanggebiet³)
10
80
Ölberg-Quelle
100
Angaben der Stadtwerke, Wasserwerk.
1) Die Höhenunterschiede beziehen sich auf die nivellierten oder aus der Karte geschätzten
Höhenangaben der Quellen, Hochbehälter und wichtiger Punkte des Versorgungsgebietes.
2) Höhenunterschied von der Quelle zum Versorgungsgebiet, da kein Hochbehälter
vorhanden.
3) Igls-Heiligwasser und Einfanggebiet besitzen einen gemeinsamen Hochbehälter.
218
Seite 245
245/506
Tabelle Xb/1 B
Trinkwasserversorgung von Innsbruck
Leitungslängen (Gravitationsleitungen) von den Quellfassungen bis zu den
Reservoiren (Hochbehältern)
Quelleitungen in den Katastral-Gemeinden
Wilten
Jahr Mühlau
Mentel-
Stapf-
berg-
Klarer Hötting Amras
Arzl
Igls
Summe in
m
brünnl
Ödtal
hof
1936
3620
2760
1100
1939
3620 2760
1100
Tonrohr
leitung
7480
5247
12727
1945 5111
2760
1100
u. Ge-
1946 5111 2760
1100
rinne
7384 6180 1280 2395
7384 6180 1280
26210
2395
26210
Angaben der Stadtwerke, Wasserwerk.
Tabelle Xb/10
Trinkwasserversorgung von Innsbruck
Verteilungsleitungen und Hauptwasserversorgungsleitungen von den Hochbehältern
an (Rohrnetzlängen) in Metern
K.-G. Innsbruck.
Jahr
Wilten, Pradl,
Mühlau
K.-G.
Hotting
K.-G. Amras K.-G. Arzl K.-G. Igls
Zusammen
1936
71236
71236
1939
74370
19153
93523
1945
81371
21069
6889
4050
5003
118382
1946
81371
21069
7330
4050
5003
118823
Angaben der Stadtwerke, Wasserwerk.
219
Seite 246
246/506
Tabelle Xb/1 D
Jahr
Monat
Trinkwasserversorgung von Innsbruck
Quellenergiebigkeit
Quellenergiebigkeit in l/s (Liter pro Sekunde)
Quellengebiet Mühlau
(Wurmbach- u. Klamm- Quellengebiet Quellengebiet Quellengebiet Quellengebiet Zusammen
Wilten
Hötting
Amras
Igls
bach-Quellen)
day, wasser-
1936
rechtl. im Be-
sitze d. Stadt
Jänner
875
165
48
Februar
800
155
50
März
745
150
48
April
750
152
49
Mai
755
175
50
Juni
825
212
50
111111
1088
1005
943
951
980
1087
Juli
1190
257
51
1498
August
1425
283
51
1759
September
1420
282
52
1754
Oktober
1240
251
49
1540
November
1110
207
47
1364
Dezember
1045
181
47
1273
1939
Jänner
869
165
58
1092
Februar
668
155
56
879
März
638
150
56
844
April
691
152
55
898
Mai
708
175
53
936
Juni
876
212
50
1138
Juli
1115
257
46
1418
August
1289
283
46
September
1222
282
46
Oktober
1093
251
42
November
994
207
37
Dezember
1077
181
45
|||||
1618
1550
1386
1238
1303
1945
Jänner
1026
195
22
18
10
Februar
927
185
26
18
März
973
180
38
20
April
1164
182
43
22
Mai
1287
213
45
25
Juni
1626
250
48
28
Juli
1948
295
50
29
August
1855
321
51
30
September
1579
320
52
30
Oktober
1471
289
52
28
November
1316
237
47
26
Dezember
1188
211
48
24
621686O15752
14
20
10
20
11
19
11
10
45679OUHOTEL
1275
1173
1231
1434
1597
1982
2353
2287
2009
1864
1646
1487
1946
Jänner
1044
195
48
Februar
900
185
45
März
866
180
44
April
1052
182
48
Mai
1029
213
50
Juni
1128
250
46
Juli
1325
295
48
August
1442
321
47
September
1412
320
48
Oktober
1278
289
43
November
1087
237
41
Dezember
906
211
42
222222222222
21
9
3
1320
20
10
4
1164
21
12
4
1127
14
6
1324
23
16
7
1338
25
19
8
1476
27
19
9
1723
29
18
9
1866
28
17
7
1832
26
16
6
1658
23
14
4
1406
21
11
3
1194
Angaben der Stadtwerke, Wasserwerk.
220
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247/506
Trinkwasserversorgung von Innsbruck
Tabelle Xb/1 E
Wasserabgabe v. d. Reservoiren (Hochbehältern) i. d. Verteilungs- u. Druckrohrnetz
Wasserabgabe (in Kubikmeter) in den Katastral-Gemeinden
Jahr
Monat
Innsbruck
Wilten
Pradl
Gemessen mittels Groß-
wasserzähler u. selbsttät.
Registrierapparaten
Hötting
Amras
Arzl
Igls
Zusammen
Geschätzt, da keine Meßanlage
1936
Jänner
415630 119 205
Februar
März
384930
113229
401240 117665
April
385450 114331
Mai
435170
117308
Juni
449 450
112604
Juli
448410
115816
|||||||
August
450 690
115683
September
441410
112789
Oktober
418620 112657
November
355050 108858
|||||||||||
534835
498159
518905
499781
552478
562054
564226
566373
554199
531277
463908
Dezember
378930 114842
493772
Zusammen
4964980 1374987
6339967
1939
Jänner
433120
147415
Februar
418840
128 200
März
455530
138969
April
476200 129719
Mai
549040
125511
Juni
556540
112353
Juli
586940
101 694
August
593590
100860
September
527510
97 248
Oktober
515690
94871
November
475680
82503
Dezember
473670
109313
||||||
IIIIIIII
580 535
|||||||||||
547040
594499
605919
674551
668893
688 634
694450
624758
610561
558 183
582983
Zusammen
6062350 1368 656
7431006
1945
Jänner
700700
52110
45530
24110
37 500
10710
870660
Feber
613000
55740
41130
21 770
33 870
9680
775190
März
692400
91 240
48210
26 780
40180
13390
912200
April
693900
97820
49 250
28510
38880
15550
923910
Mai
789300
103 230
50890
32140
42850
18750
1037160
Juni
813400
107130
51840
33 700
41470
18140
1065 680
Juli
842700 113510
53570
37500
45530
21430
1114240
August
840360 114060
58920
37 500
45530
21430
1117800
September
796040
114080
51840
33 700
41470
18140
1055270
Oktober
809 200
120780
50890
32140
40180
16070
1069 260
November
783100
108350
46 660
25920
36 290
12960
1013280
Dezember
816200 117290
45530
24110
32140
8040
1043310
Zusammen
9190300 1195340 594260
357 880
475890
184290
11997960
1946
Jänner
795600 121 850
45530
18750
32140
8040
1021910
Februar
742800
102080
41130
19 350
31450
7260
944070
März
810900
108410
48210
24110
37 500
10710
1039840
April
812400
110290
49 250
25920
36 290
12960
1047110
Mai
849 400
116530
48210
29 460
40180
16070
1099850
Juni
812000
101 230
46660
31 100
38880
15550
1045420
Juli
844600
107 550
48210
37 500
42850
18750
1099460
August
832500
105550
56250
34820
42850
18750
1090720
September
783260
102640
49 250
31 100
38880
15550
1020680
Oktober
794300
97270
48210
29 460
37 500
13390
1020130
November
753100
93160
41470
25920
33 700
10370
957720
Dezember
791 200
101 260
40180
24110
29 460
Zusammen
9622060
1267820
562560
331 600
441 680
8040
155440
994250
12381160
Angaben der Stadtwerke, Wasserwerk.
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248/506
222
Elektrizitätswerk Innsbruck
a) Leitungsnetz und Stromwirtschaft
Fremdstrombezug
Stromabgabe an
Tabelle Xb/2 A
Jahr
Kabel¹)
Freileitung
Eigen-
erzeugung
Strom-
Tiwag
Kleinwerk-
besitzer
Umsatz
Tiwag
Stadtgebiet
außerhalb d.
Stadtgebietes
Länge in km
kWh
kWh
kWh
kWh
1937
235.0
166.0
68441759
73400
68515159
31224692
28140326
4568085
1942
270.0
210.0
96463227
2053240
1782447
100298914
37 303725
54031535
2530729
1945
289.9
228.2
74518057
9844400
1085177
1946
296.0
229.2
72648710
25091856
806871
85447 634
98547437
3128550
4735568
68912180
5666754
79 832 254
5379831
b) Anschlüsse und Zähler
Jahr
Zahl der Hausanschlüsse)
1937
1942
1945
1946
5027
6643
7153
7415
Zahl der Zähler
29120
34298
32941
31956
c) Öffentliche Beleuchtung des Stadtgebietes Innsbruck
Anzahl der Lampen
Anschlußwert
1468
80
350
kW 495.0
kW 4.8
kW 110.0
4703)
kW 128.0
Angaben der Stadtwerke, Elektrizitätswerk.
1) Einschließlich des Stromzuführungskabels Sillwerk-Innsbruck.
Im Stadtgebiet von Innsbruck und in folgenden Gemeinden: Natters, Mutters, Kreith, Telfes, Neustift, Schönberg, Mieders,
Patsch, Lans, Aldrans, Sistrans.
3) Betriebsbereit ohne Leuchten = 1300.
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249/506
Elektrizitätswerk Innsbruck
Angeschlossene Stromgeräte¹)
Tabelle Xb/2 B
Benennung
1937
1942
1945
1946
Beleuchtungsgeräte:
Glühlampen
286841
355722
334834
345583
Koch- u. Backgeräte für Haushalt u. Gewerbe:
Tischherde
58
384
649
729
Vollherde
1493
4238
5235
5508
Einzelbratröhren
15
19
15
25
Großküchen
22
69
58
124
Futterdämpfer
2
2
Sonstige Koch- und Bratgeräte
1151
1737
6055
10247
Backgeräte für Gewerbe:
Backöfen mit Wärmespeicherung (Nachtstrom)
Backöfen mit direkter Beheizung
8
7
6
14
14
25
22
29
Sonstige Elektrowärmegeräte für Haushalt:
Heißwasserspeicher
2422
4764
4799
5769
Bügeleisen
18361
23016
22402
22556
Speicheröfen
Sonstige Wärmegeräte
2727
3847
7639
8385
Wärmegeräte für Gewerbe:
Bodenheizungsanlagen
1
2
2
Trocknungsanlagen
Bügelmaschinen und Bügeleisen
504
530
518
537
Trockenschränke
6
3
5
Sonstige Wärmegeräte
1268
2170
2512
2591
Kältegeräte für Haushalt und Gewerbe:
Kühlschränke und Kühlanlagen
264
620
613
631
Übrige Geräte:
Wasserpumpen
124
193
207
222
Waschmaschinen
Staubsauger und Bohner
Ventilatoren
Rundfunkgeräte
Klingeltransformatoren
Elektrische Uhren
Sonstige Geräte
Arbeitsmaschinen und Großgeräte:
76
105
121
129
1920
3730
4034
4059
886
1167
1025
1034
5966
14976
17505
17564
3325
4067
3940
4215
149
338
382
480
2764
2525
2688
2909
Ladegeräte für Sammler
2
4
4
4
Landwirtschaftliche Maschinen
320
436
447
490
Sonstige Arbeitsmaschinen und Großgeräte
2616
4059
3945
4607
Angaben der Stadtwerke, Elektrizitätswerk.
1) Im Stadtgebiet von Innsbruck und in den Gemeinden Natters, Mutters, Kreith, Telfes,
Fulpmes, Neustift, Schönberg, Mieders, Patsch, Lans, Aldrans und Sistrans.
223
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Tabelle Xb/3 A
Jahr
Gaserzeugung und Gasabgabe in Innsbruck
Länge des
Leitungs-
netzes in
m
Gas-
erzeugung
Gesamt-
verbrauch
in Kubikmetern
Zahl der an-
geschlossen.
Häuser
Zahl der
Gasmesser
Kohlenver-
brauch in t
Erzeugte
Nebenprodukte
Koks
Rohteer
in t
in t
5800 200
9868080
2876969 3165 16233 5958
2775 15257
13318
10358
538
3188 19092
15037
11709
1050
4400
281
3155
16604
15375
10823
701
1937
108907
5 800 300
1943
118893
9865380
1945
118553
2884569
1946
119272 11544460
11545760
Angaben der Stadtwerke, Gaswerk.
Gasgeräte in Innsbruck
Stand vom 31. 12. 1948
Haushaltsgeräte
Stück
Tabelle Xb/3 B
Gewerbliche Geräte
Stück
Herde
8600
Herde
45
Kocher
7578
Großkocher
21
Warmwasserapparate
2162
Konditor- und Großbacköfen
13
Heizöfen
848
Kaffeekochmaschinen
8
Kaffeeröstmaschinen
10
Waffelbackmaschinen
10
Räucheröfen
31
Verschiedene Kessel
20
Angaben der Stadtwerke, Gaswerk.
224
Seite 251
251/506
Seite 252
252/506
XI. Verkehr
XI/1. Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe-A.-G., die Stubaitalbahn-A.-G. mit dem Ver-
kehrsunternehmen Stubaital und die Nordkettenbahn
Die Entwicklung des Innsbrucker Verkehrswesens ist durch die Doppelaufgabe
gekennzeichnet, sowohl den Bedürfnissen der Wohnbevölkerung von Innsbruck
und seiner Umgebung, als auch in gleichem Maße den Interessen des Fremden-
verkehrs zu dienen; nahm doch ein nicht geringer Teil des Reisepublikums von
Innsbruck aus seinen Weg in das Tiroler Land und wurde mancher Bahnbau nur
angesichts des zu erwartenden Fremdenzustromes gewagt. Heute zwingt die Einbuße
an Wohnungen durch Zerstörung und Besetzung immer noch einen Teil der Bevölke-
rung - trotz ihrer beruflichen Bindung an die Stadt in der früher dem Fremden-
verkehr erschlossenen und vorbehaltenen Umgebung zu wohnen. Der Verkehr auf
den Innsbrucker Bahnen und Kraftfahrlinien trägt zur Zeit den Charakter eines
innerstädtischen oder Vororteverkehrs.
Als erste von den Innsbrucker Kleinbahnen wurde im Jahre 1891 die Lokalbahn
Innsbruck-Hall von der Firma Hirsch & Riedinger in Augsburg erbaut. Ihr folgten
im Jahre 1900 die Mittelgebirgsbahn Bergisel-Igls und 1904 die Stubaitalbahn.
1906 erstand die Seilbahn auf die Hungerburg. Von 1905 an wurden unter wieder-
holten Änderungen die Straßenbahnlinien geschaffen. Auf das Jahr 1928 fiel die Er-
öffnung der Patscherkofelbahn und der Nordkettenbahn. Mit Ausnahme der Lokal-
bahn Innsbruck-Hall und der Patscherkofelbahn, welch letztere die Firma Adolf
Bleichert in Leipzig-Wien ausführte, wurden sämtliche Bahnanlagen von der Bau-
unternehmung Ing. Josef Riehl, nach 1917 Innerebner & Mayer, vormals J. Riehl,
gebaut. Die Kraftverkehrslinie Innsbruck-Neustift (Verkehrsunternehmung Stubai-
tal) wurde 1926 ins Leben gerufen, die Autobuslinien Hötting, Wiltenberg und
Pradl wurden 1928 und die Dörferlinie nach Hall 1930 eingerichtet. Mit der Ein-
führung des Obusbetriebes im Jahre 1944 fand die Entwicklung der städtischen
Verkehrsmittel vorläufig ihren Abschluß.
Alle aufgezählten Unternehmungen und Betriebe sind heute mit Ausnahme der
Stubaitalbahn, dem Verkehrsunternehmen Stubaital und der Nordkettenbahn in
der Innsbrucker Verkehrsbetriebe-A.-G. vereinigt. Die Stubaitalbahn und das
Verkehrsunternehmen Stubaital gehören der noch bestehenden Aktiengesellschaft
Stubaitalbahn an, werden aber gemeinsam mit den ,,Innsbrucker Verkehrs-
betrieben" geführt.
Die Nordkettenbahn ist eines der Stadtwerke; es ist der einzige Innsbrucker
Verkehrsbetrieb, der von den ,,Innsbrucker Verkehrsbetrieben" rechtlich unabhän-
gig ist.
Die Aktien der Innsbrucker Verkehrsbetriebe-A.-G. sind zu 80%, die der Stubaital-
bahn-A.-G. zu 90% und die Anteile am Verkehrsunternehmen Stubaital zur Gänze
in den Händen der Stadtgemeinde.
Über die näheren Einzelheiten und über die Betriebsanlagen, die Fahrbetriebs-
mittel und die Betriebsleistungen in den Jahren 1937, 1940 bis einschließlich 1942,
226
Seite 253
253/506
1945 und 1946 geben die Tabellen XI/1 A einschließlich H 1 und H 2 Aufschluß.
Das Wesentlichste hievon ist in der Tabelle XI/1 K übersichtlich zusammengestellt.
Sämtliche Straßenbahnlinien und die Stubaitalbahn verfügten demnach Ende
Juni 1947 über 27 Triebwagen, 43 Anhängewagen mit zusammen 2920 Plätzen,
über 25 Lastwagen, 5 Hilfsfahrzeugen, darunter 1 Triebwagen, 2 Schneekehr-
maschinen und 5 Anhängeschneepflügen. Auf der Hungerburgbahn verkehren im
Pendelverkehr 2 Wagen mit je 60 Plätzen, auf den Seilschwebebahnen zusammen
5 Kabinen mit je 30 Plätzen. Im innerstädtischen Autobusverkehr waren 8, im
Obusverkehr 9 Wagen mit zusammen 775 Plätzen eingesetzt. Den Autoverkehr
nach Neustift im Stubaital besorgten 4 Wagen mit zusammen 160 Plätzen.
Die Zahl der Beschäftigten der genannten Verkehrsbetriebe war 540; hievon
entfielen auf die Kategorie der Angestellten 159, auf die der Arbeiter 381. Unter
den Angestellten waren 3, unter den Arbeitern 9 weiblichen Geschlechtes. Die
Verteilung auf die einzelnen Unternehmungen war folgende: 459 waren bei der Inns-
brucker Verkehrsbetriebe-A.-G., 44 bei der Stubaitalbahn-A.-G. einschließlich des
Autounternehmens Stubaital und 37 bei der Nordkettenbahn angestellt.
Die Betriebsleistungen weisen, wie aus den einzelnen Tabellen zu entnehmen ist,
teilweise einen ganz enormen Anstieg auf. Sie erreichen in den Jahren 1942 und 1946
eine bisher noch nie dagewesene Höhe. Die Beförderung von 15,4 Millionen Fahr-
gästen auf den beiden Straßenbahnlinien 1 und 3 im Jahre 1946 war beispielsweise
das 12.8fache der Frequenz vom Jahre 1937 und bedeutete eine maßlose Über-
lastung des Fahrpersonales und des von Haus aus kleinen, heute veralteten Fahr-
parkes¹).
Aus der TabelleXI/1 J ist der perzentuelle Unterschied zwischen den einander
gegenübergestellten Betriebsleistungen der Jahre 1937 und 1946 zu ersehen. Das
Jahr 1946 zeitigte bei allen in den Innsbrucker Verkehrsbetrieben zusammen-
geschlossenen Verkehrsmitteln eine Erhöhung auf 175% bei den Wagenkilometern,
auf 889% bei der Zahl der beförderten Personen und auf 441% bei den Brutto-Betriebs-
einnahmen, während bei der Nordkettenbahn Unterschiedsprozente von 152, 262
und 204 aufscheinen. Diese Höchstleistungen sind für das Jahr 1946 um so bemerkens-
werter, als die Anlagen der Verkehrsbetriebe zwanzigmal bombardiert, das Werk-
stättengebäude, die Remise und die Obushalle am Bahnhof Bergisel fast vollständig
zerstört und viele Fahrbetriebsmittel vernichtet worden waren.
XI/2. Kraftfahrzeuge und Fahrräder
Mit Ende des Jahres 1946 wurden ohne die Fahrzeuge der Besatzungsmacht
1608 Kraftfahrzeuge gezählt. Vergleicht man in der Tabelle XI/2 die Zahlen vom
Jahre 1934, fällt vor allem die Abnahme der Personenkraftwagen um die Hälfte
und die Zunahme der Lastkraftwagen um mehr als das Doppelte auf. Die Gesamt-
zahl ist wohl etwas höher als im Jahre 1934; man darf aber nicht außer acht lassen,
daẞ Innsbruck damals ein viel kleineres Gebiet und weniger Einwohner hatte als
im Jahre 1946. Die Entwicklung des Kraftfahrzeugbestandes in Innsbruck deckt
1) Die Wiener Straßenbahn und Stadtbahn erreichten im Jahre 1939 bei 2091 541 Ein-
wohnern mit 1634 Trieb- und 1978 Anhängewagen von zusammen 223338 Plätzen
138414914 km und eine Frequenz von 513713488 Fahrgästen. Dem Verhältnis zwischen
beförderten Fahrgästen und Plätzen in Wien würden in Innsbruck den von den Straßenbahn-
linien und der Stubaitalbahn beförderten 20780662 Personen nicht 2920, sondern 8728 Plätze
entsprechen.
15°
227
Seite 254
254/506
sich vollkommen mit der in ganz Österreich. Unter den Treibstoffen steht nach wie
vor Benzin an erster Stelle, 71.7% aller Fahrzeuge werden mit Benzin betrieben.
Die Zahl der Fahrräder beträgt das 6fache der seinerzeit vom Stadtpolizeiamte
angegebenen Schätzungsziffer.
XI/3. Straßenverkehrsunfälle
Die Straßenverkehrsunfälle in Innsbruck sind seit dem Jahre 1940 sowohl ihrer
Zahl nach als auch nach ihrer Schwere ständig gestiegen. Im Jahre 1940 ereigneten
sich 139, im Jahr 1946 490 Unfälle. Bei 28 von diesen Unfällen wurden 29 Personen
getötet, bei 237 286 Personen leicht oder schwer verletzt, in 225 Fällen entstand
nur Sachschaden. Die größte Zahl der Unfälle fiel auf den Jänner, die nächstgrößte
- zugleich mit der größten Zahl an Todesopfern auf den Mai, die kleinste Ziffer
wurde für November ausgewiesen. Typisch ist, daß die schwersten Unfälle, ins-
besondere die mit Todesopfern, weniger im verkehrsreichen Stadtinnern, in dem die
Unfälle mit Sachschäden vorwiegen, als vom Mittelpunkt der Stadt entfernt vor-
kommen.
XI/4. Fremdenverkehr
Der Fremdenverkehr ist eine der großen Hoffnungen Österreichs. Man muß sich
vergegenwärtigen, daß die Ausländer in den Vorkriegsjahren so viel Devisen ein-
brachten, daß im Durchschnitt die Hälfte des Handelsbilanzpassivums gedeckt
werden konnte. Den Nutzen ziffernmäßig festzustellen, der den einzelnen Gemeinden
aus dem Fremdenverkehr erwuchs, ist unmöglich, doch sind Gewinn und Vorteile
offensichtlich, die dem gesamten Gastgewerbe, den Bahnen, überhaupt den Ver-
kehrsunternehmungen jeder Art, der Lebensmittelindustrie und allen mit diesen
unmittelbaren Nutznießern irgendwie verbundenen Wirtschaftszweigen zufallen.
Nun harrt die Fremdenindustrie und der Fremdenverkehr auf Wiederaufbau und
Wiederbelebung.
Dem städtischen statistischen Amte stand aus eigener Erhebungstätigkeit ent-
sprechend dem Zeitpunkt seiner Errichtung 1. September 1939 - nur Material
zur Verfügung, das den Fremdenverkehr in Innsbruck während des Krieges, also in
einem Ausnahmezustand, zeigt. Es wurde daher durch verläßliche Zahlen aus dem
Statistischen Handbuch für die Republik Österreich, durch Zahlen des Tiroler Landes-
verkehrsamtes und des Stadtmagistrates über den Fremdenverkehr vor dem Krieg zu-
rück bis zum Jahr 1924/25 erweitert. Nach den reichsdeutschen Vorschriften galt als
Fremdenjahr der Zeitraum vom 1. Oktober des einen Jahres bis zum 30. September
des nächsten Jahres, nach den früheren, österreichischen Bestimmungen erstreckte
es sich vom 1. November bis 31. Oktober, eine zeitliche Abgrenzung, die laut Mit-
teilung des Österreichischen Statistischen Zentralamtes nächstens wieder eingeführt
werden wird; um eine vergleichbare Zahlenreihe aufstellen zu können, wurden alle
Jahresergebnisse einheitlich nach dem Zeitraum vom 1. November bis 31. Oktober
berechnet. Auch bei der Aufteilung der Fremden nach den Herkunftsländern wurde
auf die vor 1938 vorgeschriebene Gruppierung und Reihung zurückgegriffen. Die
vom statistischen Amte nach dem Zusammenbruch in den Jahren 1945 und 1946
gewonnenen Zahlen sind zu niedrig und nicht geeignet als Grundlage für irgend-
welche Schlußfolgerungen zu dienen. Eine restlose Erfassung des Fremdenverkehrs
war in diesen Jahren nicht möglich, weil weder über die Verpflichtung der Inhaber
der Beherbergungsstätten zur Berichterstattung, noch über die Erhebungsgrund-
228
Seite 255
255/506
sätze insbesondere über den Begriff des,,Fremden" Klarheit bestand. Erst
vom April 1947 an, als das Tiroler Landesverkehrsamt im Einvernehmen mit der
Kammer der gewerblichen Wirtschaft für Tirol, Sektion Fremdenverkehrsunter-
nehmungen, aus eigenem eine provisorische Regelung traf, können die Zählergebnisse
wieder als vollständig angesehen werden.
Die Tabelle XI/4 A enthält die Fremdenmeldungen und Übernachtungen von
1924/25 bis 1934/35 in Jahressummen, die Tabelle XI/4 B von 1935/36 bis 1945/46
in Jahressummen und Monatssummen. Die Tabelle XI/4 A gliedert die Jahres-
summen nach den 4 Herkunftsgruppen: Wien, sonstiges Österreich, Deutschland,
übriges Ausland. Die Tabelle XI/4 C wiederholt die Jahressummen von 1935/36
an, gliedert sie aber bis 1940/41 nach den Herkunftsländern; von dort an wird
nur zwischen Inland und Ausland unterschieden, die Frage nach den Herkunfts-
ländern hatte ab April 1942 zu unterbleiben. Die Tabelle XI/4 D enthält von 1928/29
an den jeweiligen perzentuellen Anteil der einzelnen Herkunftsgruppen zur Gesamt-
zahl der Meldungen. Die Jahressummen der Tabellen XI/4 A und B sind in den beiden
Kurven, die Prozentsätze der Tabelle XI/4 D im Stabdiagramm verwertet. Da die
beiden Kurven im selben Maßstab gehalten sind, ist auch das Verhältnis der Zahl
der gemeldeten Fremden zur Zahl ihrer Übernachtungen, mit anderen Worten die
durchschnittliche Aufenthaltsdauer, abzulesen. Die politischen Geschehnisse im
eigenen Land und die politischen Beziehungen zu Deutschland finden unverkennbar
ihren Ausdruck in der wechselnden Fremdenverkehrsfrequenz, wie auch in den
starken Schwankungen der Anteile des Auslandes daran. Vom Fremdenjahr 1924/25
bis 1928/29 stieg die Zahl der Fremden von 171034 auf 254864, sank während der
von Deutschland verfügten Ausreisesperren bis auf 116061 im Jahr 1934, wuchs
wieder in den nächsten 3 Jahren vorübergehender Entspannung und erreichte im
Jahre 1938, nach der Annexion Österreichs, durch den Zustrom von allein 205019
Reichsdeutschen mit 311975 Nächtigungen ihr bisher höchstes Maß.
Bis zum Jahre 1938 bildeten die Österreicher im Fremdenverkehr Innsbrucks
einen ziemlich verläßlichen Grundstock, dessen Höhe, wie die nachfolgende Über-
sicht zeigt, von 1928 an zwischen 90956 und 62506 schwankte, und im Maximum
55%, im Minimum 34% der Gesamtfrequenz betrug.
Fremdenjahr
1927/28
1928/29
1929/30
1930/31
Österreichische Gäste
Zahl
90956
86 620
89 296
84005
74645
Perzentueller Anteil
an der Gesamtfrequenz
37%
34%
36%
42%
41%
IT
1931/32
1932/33
1933/34
1934/35
1935/36
1936/37
(1937/38
69284
62505
65924
70640
76004
56070
51%
54%
51%
55%
49%
18%)
Unter den Ausländern waren die Reichsdeutschen seit 1924/25, mit Ausnahme
des Jahres 1925/26, das offenbar wegen währungspolitischer Schwierigkeiten
229
Seite 256
256/506
einen Rückschlag brachte, ununterbrochen bis 1933 mit den absoluten Zahlen
von 72455 bis 124695 und mit perzentuellen Anteilen zwischen 61 und 74%
im Durchschnitt mit 64% vorherrschend; nach Verfügung der 1000-Mark-Sperre
sank ihre Zahl auf 5073, ihr Anteil an den Ausländern auf 8.8%. Bemerkenswert
ist, wie nach der Drosselung der Ausreise der Reichsdeutschen die Zahl der übrigen
Ausländer wuchs; in allmählichem Anstieg erreichte sie im Jahre 1937 den Höchst-
stand von 84481. Die größten Kontingente an dieser Zahl stellten folgende Länder:
19913 Gäste
England
Frankreich
Tschechoslowakei
Niederlande.
Italien
Schweiz
9882
8728
"
7584
22
7485
"
7126
33
6260
"
Vereinigte Staaten von Amerika
Nach 1938 gab es keine Gliederung in Österreicher und Reichsdeutsche mehr,
die Erhebungsformulare kannten nur mehr Deutsche und Ausländer. Da die Aus-
länder durch die Ausweitung des Krieges bis auf einige tausend Italiener wegfielen,
bestanden die Gäste zu 98% aus Deutschen und Österreichern; sie wiesen zusammen
noch im Jahre 1943 die beachtliche Summe von 225307 auf.
Die Kurve der Nächtigungen, auf die es bei der Beurteilung des Fremdenverkehrs
eigentlich ankommt, verläuft bis 1934 in etwas stärkerer Reaktion auf wirtschaft-
liche und politische Einflüsse fast parallel und in doppelter Höhe mit der Kurve
der Meldungen. In den folgenden 8 Jahren vergrößert sich aber ihr Abstand in steilem
Anstieg um das Vierfache, erreicht im Jahre 1942 die noch nie dagewesene Höhe
von 1243988 und stürzt in den letzten Kriegsjahren, gleich der Fieberkurve eines
Sterbenden, jäh unter den bis dorthin tiefsten Stand vom Jahre 1934 auf 176341
herab.
In Übereinstimmung mit der graphischen Darstellung gibt die Tabelle XI/4 E₁
die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Fremden in Tagen wieder. Sie betrug
in den Jahren 1925 bis 1938 1.7 bis 2.5, im Durchschnitt dieser 13 Jahre rund 2 Tage.
Im Jahre 1938 bewirkte der durch Innsbruck flutende Strom Reichsdeutscher ein
Absinken auf 1.6 Tage. Als in den folgenden Jahren die Alpenländer als Reichs-
luftschutzkeller galten, wurde der Aufenthalt immer länger; die ausgewiesene
durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 4.7 und 4.8 Tagen ist für eine Landes-
hauptstadt ungewöhnlich. Die Zahlen von 1945 und 1946 müssen entsprechend
den völlig geänderten Verhältnissen beurteilt werden: Flüchtlinge und durch die
Besatzungsmacht aus ihren Wohnungen Gewiesene füllten vorübergehend die noch
brauchbaren Fremdenzimmer. Nach den Zahlen der Tabelle XI/4 E, nimmt Inns-
bruck unter den Landeshauptstädten Österreichs wohl den ersten Platz ein, kann
aber mit bekannten Sommerfrischorten oder Sportplätzen oder gar mit berühmten
österreichischen Bädern, wie Gastein oder Baden bei Wien, nicht im entferntesten
konkurrieren.
In der Tabelle XI/4 F sind in 6 beispielsweise gewählten Jahren den Hundert-
sätzen der Fremdenmeldungen der 4 Herkunftsgruppen die Hundertsätze der
Übernachtungen gegenübergestellt. Abgesehen vom Jahre 1938 in dem 205000
Reichsdeutsche zusammen nur auf 290000 Nächtigungen kamen, entfallen in Inns-
bruck, im Gegensatz zu Beobachtungen, die sich auf ganz Österreich bezogen, die
größten Übernachtungsprozente auf die Gruppe der Reichsdeutschen.
230
Seite 257
257/506
Im übrigen sei noch auf die ungleiche Verteilung des Fremdenverkehrs auf das
Winterhalbjahr und Sommerhalbjahr hingewiesen. Die Frequenzziffern verhielten
sich vor dem Krieg ungefähr wie 1:3; während des Krieges 2:3. Unter normalen
Verhältnissen trat bei den Übernachtungen der Unterschied noch stärker hervor;
es war daher auch der durchschnittliche Aufenthalt im Winter kürzer als im Sommer.
Die Tabelle XI/4 G enthält als Beispiele das Jahr 1931/32 als gutes Durchschnitts-
jahr, das Ausnahmejahr 1937/38 und das Jahr 1941/42, das für die Entwicklung
während des Krieges typisch ist. In der nachstehenden Übersicht sind die absoluten
und die Verhältniszahlen der Fremdenmeldungen von 7 Winter- und 7 Sommer-
halbjahren gegenübergestellt.
Fremdenmeldungen
Fremden-
jahr
KE
Winter-
%
Sommer-
%
halbjahr
halbjahr
1935/36
41219
26.4
114774
73.6
1936/37
46129
23.8
147 187
76.2
1937/38
61 111
19.5
250 864
80.5
1938/39
101397
34.8
188976
65.2
1939/40
87005
38.9
136502
61.1
1940/41
112644
40.7
163 722
59.3
1941/42
105913
40.9
152947
59.1
Endlich wird mit den Tabellen XI/4 H, und H, die Stellung Innsbrucks im
Fremdenverkehr im Vergleich zu 4 anderen Landeshauptstädten Österreichs gekenn-
zeichnet. Der vor 1914 unbestrittene Vorrang der Stadt ging zuerst hinsichtlich
der Zahl der Meldungen, von 1933 an aber auch in der Zahl der Übernachtungen
zugunsten der Stadt Salzburg verloren; die 1920 eröffneten Salzburger Festspiele
und der Bau der Großglocknerstraße in den Jahren 1930 bis 1935 taten ihre Wirkung.
Während des Krieges fielen, abgesehen vom Jahre 1944, die größeren Zahlen an
Übernachtungen fünfmal, an Meldungen zweimal wieder Innsbruck zu.
Aus den Tabellen, Übersichten und Kurven und dem Stabdiagramm kann ein
instruktives Bild der Entwicklung des Fremdenverkehres in Innsbruck in den be-
wegten letzten 22 Jahren gewonnen werden. Ob die daraus zu schöpfenden Er-
kenntnisse für die Zukunft irgendwie verwertet werden können, hängt von der
politischen und wirtschaftlichen Gestaltung ab, die Österreich und jene Länder
erfahren werden, aus denen Innsbruck Gäste erwarten kann.
XI/5. Fremdenverkehrsstätten
In engster Wechselbeziehung zum Fremdenverkehr steht naturgemäß das Beher-
bergungswesen. Die nachstehenden dem Statistischen Handbuch für die Republik
Österreich entnommenen Zahlen lassen die Anpassung der gewerbsmäßigen Be-
herbergung an die steigende Nachfrage und das gleichzeitige Zurücktreten der
privaten Zimmervermietung erkennen, die beim Wiederaufleben des Fremden-
verkehrs nach dem ersten Weltkrieg bereitwillig die Rolle eines Aushelfers übernahm,
aber ihre Bedeutung schon vor 1938 völlig einbüßte.
231
Seite 258
258/506
Fremdenjahr
Betriebe und Fremdenbetten vor 1938
Zahl der Betriebe
Gewerbl.
Beherbergungs-
stätten
Privathäuser
Zahl der Fremdenbetten in
gewerbl.
Beherbergungs- Privathäusern
stätten
1924/25
55
400
2182 TS
500
1925/26
55
400
2182
500
1926/27
55
400
2182
500
1927/28
55
800
2182
2000
1928/29
55
800
2182
2000
1929/30
60
540
2693
1350
1930/31
72
528
3185
913
1931/32
74
554
3200
930
1932/33
74
205
3200
361
1933/34
72
283
3193
500
1934/35
1935/36
69
150
2838
230
78
150
3478
230
Vor den im Jahre 1938 beginnenden Eingemeindungen waren in Innsbruck
demnach in 78 gewerbsmäßig betriebenen Fremdenbeherbergungsstätten rund
3500 und in 150 Privathäusern 230 Fremdenbetten verfügbar. Vor der ersten
Bombardierung im Dezember 1943 bestanden in allen neun seit 1942 zusammen-
geschlossenen Katastralgemeinden Innsbrucks 127 gewerbliche Fremdenbeher-
bergungsbetriebe mit 2808 Fremdenzimmern und 4608 Betten. Privatzimmer
wurden nur mehr selten angeboten. In der Folgezeit gingen durch Fliegerangriffe
in 30 Betrieben 840 Zimmer mit 1329 Betten verloren; durch die Beschlagnahme
seitens der Militärregierung und des Wohnungsamtes und durch Instandsetzungs-
arbeiten wurden in leichter beschädigten oder unbeschädigt gebliebenen Betrieben
1306 Zimmer mit 2097 Betten ihrem eigentlichen Zweck entzogen. Im Juli 1946,
dem Zeitpunkt der Schadenserhebung, konnten daher von ursprünglich 2808 Zim-
mern nur 662 (= 23.57%) und von 4608 Betten nur 1182 (= 25.65%) für die Unter-
bringung von Fremden verwendet werden. Da die Militärregierung beschlagnahmte
Betriebe nach und nach ganz oder teilweise frei gibt und die Wiederinstandsetzung
von leichter beschädigten Beherbergungsstätten, wenn auch langsam, trotz aller
Schwierigkeiten fortschreitet, ist zu hoffen, daß doch allmählich wenigstens jene
Zahl von Zimmern und Betten erreicht werden kann, die notwendig ist, um den
gegenwärtig bescheidenen Fremdenzuzug des zweiten Nachkriegsjahres ordentlich
unterzubringen.
Die beiden Tabellen XI/5 A und B enthalten die einschlägigen Daten, das eine
Mal gruppiert nach der Lage, das andere Mal nach der Type der Betriebe, in über-
sichtlicher Anordnung.
F.
232
Seite 259
259/506
Fremdenmeldungen ----- und Fremdennächtigungen
in den Jahren 1926-1945
in Innsbruck
1926 1927 1928 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945
1,200.000
600.000
500.000
400,000
300.000
200.000
100.000
1926 1927 1928 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
1,100,000
1,000,000
900.000
800.000
700.000
600.000
500.000
400.000
300.000
200.000
100.000
Wien/sonstiges Österreich
Übriges Ausland
Perzentueller Anteil der Herkunftsgruppen an der Gesamtzahl der Fremdenmeldungen
Deutsches Reich
Diagramm Nr. 13
232 a
Seite 260
260/506
Seite 261
261/506
Innsbrucker Verkehrsbetriebe-A.-G., Stubaitalbahn-A.-G. und Nordkettenbahn
A. Straßenbahnlinien 1 und 31)
Tabelle XI/1 A
Eröffnet: Linie 1 am 15. 7. 1905: Bergisel-Andreas-Hofer-Straße-Maria-Theresien-Straße
bis Museumstraße
am 18. 11. 1905: bis Conradstraße
Linie 3 am 30. 12. 1911: Museumstraße-Lindengasse
am 11. 3. 1926: Kaiserschützenplatz-Lindengasse
a) Betriebsanlage:
(Linie 1...8,686 km
Länge der Hauptgeleise: Linie 3...5,711 km (davon 1,604 km gemeinsam)
Länge der Nebengeleise: 0,687 km + 1,612 km Bahnhof-Bergisel
Spurweite: 1 m
b) Fahrbetriebsmittel:
Personenwagen:
Zahl der Triebwagen:
17
Zahl der Anhängewagen:
15
Zahl der Sitzplätze:
541
Zahl der Stehplätze:
651
Lastwagen:
Zahl der Triebwagen:
Zahl der Anhängewagen:
Hilfsfahrzeuge:
Zahl der Triebwagen:
Zahl der Anhängewagen:
Anhängeschneepflüge:
1
1
Zahl derselben:
Schneekehrmaschinen:
Zahl derselben:
1
e) Betriebsleistungen:
Streckenlänge
Jahr
am Jahres-
Wagen-
kilometer
Beförderte
Personen
ende in km
1937
7,087
756036
1195875
Betriebseinnahmen aus
Personen- und Gepäcks-
beförderung
S
512634.93
1940
7,087
853259
1941
7,087
1223305
5810556
5003538
RM 1328 897.90
RM 1631 207.77
1942
7,436
1499740
11091076
RM 2064382.51
1945
7,436
1946
7,436
742837
1202939
8597 586
15397951
S 1786135.80
S 2987040.45
1) Linie 2: Andreas-Hofer-Straße-Fischergasse-Leopoldstraße über Linie 4 nach Mühlau
wurde am 5. 11. 1909 eröffnet und 1923 aufgelassen. Linie 5 (an Stelle der am 27. 6. eröffneten
und am 15. 8. 1923 aufgelassenen Bahnhof-Rundlinie): Brunecker Straße-Hauptbahnhof-
Salurner Straße-Maximilianstraße-Landesgericht bis 1. 8. 1928; von da an Westbahnhof-
Landesgericht-Salurner Straße-Hauptbahnhof-Museumstraße-Maria-Theresien-Straße-
Anichstraße-Westbahnhof; vom 11. 9. 1929 an Brunecker Straße-Hauptbahnhof; 1936
aufgelassen.
233
Seite 262
262/506
Tabelle XI/1 B
dean
B. Linie 4 nach Hall (Lokalbahn Innsbruck-Hall)¹)
Eröffnet: am 1. 6. 1891: Bergisel-Leopoldstraße-Maria-Theresien-Straße-Marktgraben
Herzog-Otto-Straße - Rennweg - Karl-Kapferer-Straße -
Siebererstraße-Falkstraße-Mühlau-Hall²)
seit 10. 12. 1940: Maria-Theresien-Straße bis Mühlau auf Linie 1 mit Schleife
Museumstraße Maria-Theresien-Straße Salurner Straße -
Hauptbahnhof-Brunecker Straße.
Zuerst Dampfbetrieb, vom 28. 8. 1909 an elektrischer Betrieb Bergisel-Landes-Hauptschieẞ-
stand, vom 7. 1. 1910 an zur Gänze elektrifiziert.
a) Betriebsanlage:
Länge der Hauptgeleise: 9,182 km + 4,164 Linie 1 + 0,325 Linie 3
Länge der Nebengeleise: 0,321 km
Spurweite: 1 m
b) Fahrbetriebsmittel:
Personenwagen:
Zahl der Triebwagen:
Zahl der Anhängewagen:
Zahl der Sitzplätze:
Zahl der Stehplätze:
Lastwagen:
Zahl der Triebwagen:
Zahl der Anhängewagen:
Hilfsfahrzeuge:
Zahl der Triebwagen:
6
16
30, 16 je Trieb-, bzw. Anhängewagen
30, 20
5
Zahl der Anhängewagen: 1
Anhängeschneepflüge:
A
Zahl derselben:
1
Schneekehrmaschinen:
Zahl derselben:
1
e) Betriebsleistungen:
Streckenlänge
Jahr
am Jahresende
Wagen-
Kilometer
Beförderte
Personen
in km
1937
11,339
794119
1010026
1940
11,339
1055686
1140139
Betriebseinnahmen
aus Personen- und
Gepäcksbeförderung
S 400170.12
RM 674488.57
1941
10,605
1104080
1208 899
RM
709019.84
1942
10,605
1156107
2335017
RM
918279.39
1945
10,605
915370
3175778
S
985121.20
1946
10,605
1199 690
3157958
S 1224750.25
1) Die ersten Konzessionäre waren Anton Prantl, Realitätenbesitzer in Mühlau, Louis
Hirsch, Bankier, August Riedinger, Fabrikant und Ing. Hermann Dr. v. Schwind. An die
Stelle der Genannten trat am 17. 6. 1893 die A.-G. Lokalbahn Innsbruck-Hall in Tirol.
2) 1909 Verlegung des Teilstückes Siebererstraße-Falkstraße in die Kaiserjägerstraße
und den letzten Teil des Rennweges.
234
Seite 263
263/506
D. Stubaitalbahn³)
Eröffnet am 1. 8. 1904
Elektrischer Betrieb
a) Betriebsanlage:
Länge des Geleises: 18,164 km
Spurweite: 1 m
Größte Steigung: 45°/00
Seehöhe: Talstation
Station Telfes
Station Fulpmes
589 m
1003 m
936 m
b) Fahrbetriebsmittel:
Personenwagen:
Zahl der Triebwagen:
2
Zahl der Anhängewagen:
5
Zahl der Sitzplätze:
280
Zahl der Stehplätze:
140
Lastwagen:
Zahl der Triebwagen:
Zahl der Anhängewagen:
Hilfsfahrzeuge:
Zahl der Triebwagen:
Zahl der Anhängewagen:
Anhängeschneepflüge:
Zahl derselben:
e) Betriebsleistungen:
16
1
2
Tabelle XI/1 D
N
Streckenlänge
Jahr
am Jahres-
ende in km
Wagen-
Kilometer
Beförderte
Personen
1937
18,164
84803
159849
Betriebseinnahmen aus
Personenbeförderung
und Frachtenverkehr
S 145331.66
1940
18,164
87517
460625
RM 354431.81
1941
18,164
93431
622375
RM 517497.03
1942
18,164
95226
682287
RM 610227.73
1945
18,164
61769
1946
18,164
73402
925295
1018625
S 738716.11
S 738153.60
1) Aktiengesellschaft; Direktion und Verwaltung gemeinsam mit den Innsbrucker Ver-
kehrsbetrieben
235
Seite 264
264/506
Tabelle XI/1 C
C. Linie 6 nach Igls (Mittelgebirgsbahn Innsbruck-Igls)¹)
Eröffnet am 26. 6. 1900
Zuerst Dampfbetrieb, vom 28. 6. 1936 an elektrifiziert.
a) Betriebsanlage:
Länge des Geleises: 8,688 km
Spurweite: 1 m
Größte Steigung: 48.50/00
Seehöhe: Talstation 589 m
Station Igls 859 m
b) Fahrbetriebsmittel:
Personenwagen:
Zahl der Triebwagen:
Zahl der Anhängewagen:
Zahl der Sitzplätze:
Zahl der Stehplätze:
Lastwagen:
Zahl der Triebwagen:
Zahl der Anhängewagen:
Hilfsfahrzeuge:
Zahl der Triebwagen:
Zahl der Anhängewagen:
2
7
30, 16 je Trieb-, bzw. Anhängewagen
30, 20 je Trieb-, bzw. Anhängewagen
Anhängeschneepflüge:
Zahl derselben:
e) Betriebsleistungen:
4
ī
2
Streckenlänge
Jahr
am Jahres-
ende in km
Wagen-
Kilometer
Beförderte
Personen
1937
8,370
92150
1940
8,370
367 310
1941
8,370
365120
1942
8,370
402610
119091
654000
697 100
1105840
1945
8,370
287731
1081510
1946
8,370
416118
1206128
Betriebseinnahmon aus
Personenbeförderung
und Frachtenverkehr
S
73651.60
RM 277 630.-
RM 276040.-
RM 402610.-
S 387025.85
S 442076.85
1) Am 18. 11. 1927 Verschmelzung der Mittelgebirgsbahn-A.-G. mit der Lokalbahn Inns-
bruck-Hall
236
Seite 265
265/506
E. Hungerburgbahn¹)
(Standseilbahn)
Eröffnet am 12. 9. 1906
a) Betriebsanlage und Fahrbetriebsmittel:
Bahnlänge: waagrecht 775.50 m
schief
Spurweite: 1 m
824.00 m
55.5%
18.5%
571.25 m
Größte Steigung:
Kleinste Steigung:
Seehöhe: Talstation
Bergstation 854.85 m
Höhenunterschied:
Wagengewicht: 6.9 t
283.60 m
Fassungsraum des Wagens: 60 Personen
Drahtseil-Durchmesser: 30 mm
Fahrgeschwindigkeit: 1.8 m/s
b) Betriebsleistungen:
Tabelle XI/1 E
Jahr
Zahl der
Fahrten
Wagen-
Kilometer
Beförderte
Personen
1937
19010
31 310
208 256
Betriebseinnahmen aus
Personen- und
Gepäcksbeförderung
S 145931.71
1940
20230
33740
430760
RM 204780.-
1941
20970
34580
680160
1942
20720
34170
854740
RM 347 660.-
RM 453 200.-
1945
17940
29438
836483
S 376597.61
1946
20480
33755
778932
S 430068.22
1) Am 1. 1. 1907 wurde die in Eigenregie von Ing. Josef Riehl erbaute Bahn von der Lokal-
bahn-A.-G. übernommen.
ando
237
Seite 266
266/506
Tabelle XI/1 F
F. Nordkettenbahn¹)
(Seilschwebebahn)
Hungerburg-Seegrube eröffnet am 8. Juli 1928
Seegrube Hafelekar eröffnet am 20. Juli 1928
a) Betriebsanlage und Fahrbetriebsmittel:
Hungerburg-Seegrube
Bahnlänge: waagrecht 2,689 km
schief
2,885 km
Größte Steigung: 49.0%
Kleinste Steigung: 12.0%
Seehöhe: Talstation Hungerburg: 860 m
Seegrube:
Höhenunterschied:
Gewicht der Kabine: 1.2 t
1905 m
1045 m
Fassungsraum der Kabine: 30 Personen
Durchmesser des Tragseiles: 52.5 mm
Durchmesser des Zugseiles:
27.0 mm
Telfoa
Fahrgeschwindigkeit: 3.6 bis 4.5 m/s
Seegrube-Hafelekar
Bahnlänge: waagrecht
schief
Größte Steigung:
Kleinste Steigung:
Seehöhe: Seegrube:
Hafelekar:
0,680 km
0,752 km
59.0%
21.0%
1905 m
2260 m
Höhenunterschied: 355 m
Gewicht der Kabine: 1.2 t
Fassungsraum der Kabine: 30 Personen
Durchmesser des Tragseiles:
Durchmesser des Zugseiles:
49 mm
30 mm
Fahrgeschwindigkeit: 2.5 bis 3.5 m/s
b) Betriebsleistungen:
Jahr
Zahl der
Fahrten
Fahr-
Kilometer
Berg- und talwärts Einnahmen aus Personen-
beförderte Personen und Gepäcksbeförderung
mit Fahrkarten
Hungerburg-Seegrube
1937
5755
16603
1940
7444
21476
95953
149134
1941
10398
29989
262 236
1942
10864
31343
320544
1945
9115
26296
203035
1946
8793
25367
251495
Seegrube-Hafelekar
Beide Strecken zusamm.
RM 319262.90
RM 621489.35
RM 798007.19
S 549933.87
S 570835.43
1937
9580
7209
84009
1940
11886
8944
122887
1941
15222
11454
211323
siehe oben
1942
16104
12118
260 541
1945
11213
8434
132216
1946
11952
8993
162850
1) Die Nordkettenbahn ist ein Betrieb der Stadtwerke Innsbruck.
238
Seite 267
267/506
G. Patscherkofelbahn¹)
(Seilschwebebahn)
Eröffnet am 14. 4. 1928
a) Betriebeanlage und Fahrbetriebsmittel:
Bahnlänge: waagrecht
3,531 km
schief
3,788 km
Größte Steigung:
49.0%
Kleinste Steigung:
14.2%
Seehöhe: Talstation
903 m
Mittelstation
1141 m
1948 m
1045 m
Bergstation
Höhenunterschied:
Gewicht der Kabine:
1110 kg
30 Personen
Fassungsraum der Kabine:
Durchmesser des Tragseiles:
Durchmesser des Zugseiles:
Fahrgeschwindigkeit: 3.5 m/s
b) Betriebsleistungen:
49 mm
25 mm
Tabelle XI/1 G
Jahr
Zahl der
Fahrten
Fahr-
Kilometer)
Berg- und talwärts Einnahmen aus Personen-
beförderte Personen und Gepäcksbeförderung
1937
8820
16710
1940
9974
18990
67 243
107990
1941
11474
23630
170320
S 122040.-
RM 175880.-
RM 309 270.-
1942
14582
29120
252040
RM 464390.-
1945
10474
19832
1946
11356
21 460
152781
162141
S 274143.-
S 275159.
1) Am 31. 12. 1940 Verschmelzung der Patscherkofelbahn mit der Lokalbahn-A.-G.
2) Fahr-Kilometer zeigen bei den Seilschwebebahnen im Gegensatz zu den Wagen-Kilometern
nicht die von den Kabinen zurückgelegte Strecke an, sondern die Länge des über die Welle
gelaufenen Zugseiles. Da bei der Patscherkofelbahn jede Kabine nur bis zur Mitte der Strecke
fährt, wird das Seil nur in seiner halben Länge beansprucht. Die Fahr-Kilometer der Patscher-
kofelbahn betragen daher bei jeder Fahrt die Hälfte der ganzen Strecke, während sie bei
der Nordkettenbahn in jedem Abschnitt gleich der von einer Kabine zurückgelegten Strecke
sind.
239
Seite 268
268/506
Tabelle XI/1 H, H₂
H₁. Autobus- und Obus-Linien
H. Verkehrsunternehmen Stubaital
Eröffnung der ersten zwei Autobus-Linien Hötting und Wiltenberg im August, der Pradler
Linie im Dezember 19281).
Eröffnung der Dörfer-Linie am 4. 10. 1930).
Eröffnung der Obus-Linien A (Hötting) am 26. 6., B (Pradl) am 9. 8., C (Wiltenberg) am
8. 4. 1944.
Eröffnung des Verkehrsunternehmens Stubaital am 29. 10. 1926³).
I. Betriebsanlagen und Fahrbetriebsmittel
H₁. Autobus- und Obus-Linien
a) Betriebsanlage:
Länge der Oberleitung: 20,500 km
b) Fahrbetriebsmittel:
Zahl der Autobusse:
H. Verkehrsunternehmen Stubaital
8
Zahl der Obusse:
9
Fahrbetriebsmittel:
Zahl der Anhängewagen:
2
Zahl der Autobusse:
Zahl der Stehplätze:"
je 15-30
je 16-32
insges.
875
Zahl der Sitzplätze:
II. Betriebsleistungen
4
Zahl der Sitzplätze: je 30
Zahl der Stehplätze: je 10
(In Klammern: km und Personen, die von den Gesamtsummen auf die Dörfer-Linie entfallen.)
Streckenlänge
Jahr
am Jahresende
in Kilometer
1937
1940
1941
1942
1945
32.8
1946
32.8
Wagen-
Kilometer
Beförderte
Personen
H₁. Autobus- und Obus-Linien
67225
559 340
(80 680)
434520
(81000)
160200
(81350)
Betriebseinnahmen aus
Personen- und
Gepäcksbeförderung
27744
45664.25
1610590
384930.-
(211070)
1404180
375600.-
259 180.
2537 960
3383533
(258 840)
595 790
(322050)
318074
426 159
H. Verkehrsunternehmen Stubaital
471515.30
696801.25
1937
30.0
109 358
1940
30.0
82400
1941
30.0
1942
30.0
83766
75508
45328
85959
106 232
130009
1945
30.0
1946
30.0
26 360
52822
69177
109861
115646.50
124 609.29
194711.04
207 790.82
60400.60
99928.50
1) Anfänglich,,Kraftverkehr Innsbruck", Besitzer Hermann Egger; im Mai 1939 Über-
nahme durch die Lokalbahn Innsbruck-Hall, aufgelassen mit der Eröffnung der Obus-
Linien.
2) Zuerst,,Kraftverkehr Mühlau", im Oktober 1939 Übernahme durch die Lokalbahn
Innsbruck-Hall.
3) Leo Bayr, zuerst Alleininhaber des Verkehrsunternehmens,,Stubaital", schließt sich
am 17. 12. 1930 mit der Stubaitalbahn zu einer G. m. b. H. zusammen, am 3. 7. 1940 über-
nimmt die Stubaitalbahn das Unternehmen allein.
240
Seite 269
269/506
16
Betriebsleistungen in den Jahren 1937 und 1946
Perzentuelle Unterschiede
Benennung des
Zl.
Jahr
Betriebes
Wagen-
Kilometer
nterschied
in %
Beförderte
Personen
Unter-
schied
in %
Tabelle XI/1 J
Brutto-
Betriebs-
einnahmen
Unter-
schied
Straßenbahn-Linien
1937
756036 100
1195875
100
512634
100
1
1 und 3
1946
1202939
159
15397 951
1287
2987040
582
Straßenbahn-Linie 4
1937
794116
100
1010026
100
400170
100
2
nach Hall
1946
1199 690
151
3157958
312
1224750
306
Straßenbahn-Linie 6
1937
92150
100
119091
100
73651
100
3
nach Igls
1946
416118 451
1206 128
1012
442076
600
1937
4
Stubaitalbahn
1946
84803 100
73402
159 849
100
145 331
100
86
1018625
637
738153
507
1937
1727105 100
2484841
100
1131 786
100
Summe 1-4
1946
2892149
167
20780662
836
5392019
476
5
Hungerburgbahn
1937
31 310
100
208 256
100
145931
100
(Standseilbahn)
1946
33755
107
778932
374
430068
294
Patscherkofelbahn
1937
33420
100
67 243
100
122040
100
6
(Seilschwebebahn)
1946
42920 128
162141
241
275 159
225
Autobus- und Obus-
1937
7
Linien
1946
67225
426159 633
100
27 744
100
45664
100
3383533
12195
696801
1525
Verkehrsunternehmen 1937
8
Stubaital
1946
109358 100
52822
45 328
100
115646
100
48
109861
242
99928
86
1937
Summe 1-8
1946
1968418 100
3447805 175
2833412
25215129
100
1561067
100
889
6893975
441
Nord-
ketten-
1. Abschn.
2. Abschn.
33206 100
95953
100
1937
279415
100
7209 100
84009
100
bahn
9
(Seil-
schwebe-
bahn)
1. Abschn.
2. Abschn.
50734 152
251495
262
1946
570835
204
8993 124
162850
193
p
241
in %
Seite 270
270/506
Benennung
des Betriebes
Betriebseröffnung
Innsbrucker Verkehrsbetriebe-A.-G., Stubaitalbahn-A.-G.
des
Eigen-
tümers
Name
der betriebs-
führenden
Unternehmung
des Betriebes
Spurweite
Betriebsart
Über-
Betriebslänge in km
Erstiegene Höhe in m
Endhöhe in m ü. d. M.
15.7.
Straßenbahn-Linie 1
1905
Innsbrucker
Straßenbahn-Linie 3
30.12.
1911
Verkehrsbetriebe-A.-G.
1 m
Elektr. be-
triebene
Reibungs-
bahn
7,436
Straßenbahn-Linie 4
1. 6.
1 m
10,605
nach Hall
1891
"
Straßenbahn-Linie 6
26.6.
270
1 m
8,370
nach Igls
1900
99
859
A.-G.
Stubaitalbahn
1. 8.
Stubaital
Innsbrucker
Verkehrs-
347
1 m
18,164
1904
bahn
betriebe-A.-G.
936
Reibungsbahnen/
Elektr. be-
Hungerburgbahn
12.9.
1906
Innsbrucker
triebene
284
Verkehrsbetriebe-A.-G.
1 m
0,824
Stand-
855
seilbahn
8. 7.
Elektr. be-
1045
1. Abschn.
Nord-
1928
Stadt-
Stadtwerke
triebene
2,885
1905
kettenbahn
2. Abschn.
20.7.
gemeinde
Innsbruck
Innsbruck
Seilschwebe- 0,752 355
1928
bahn
2260
14. 4.
Innsbrucker
Patscherkofelbahn
1928
Verkehrsbetriebe-A.-G.
"
3,788 1045
1948
Seilbahnen/
Autobus-Linien
1928
Innsbrucker
Obus-Linien
1944
Verkehrsbetriebe-A.-G.
Diesel
Elektrisch
32,800
A.-G.
Innsbrucker
415
Verkehrsunternehmen
29. 10.
Stubaital-
Stubaital
1926
bahn
Verkehrs-
betriebe-A.-G.
Benzin
30,000
993
Kraftfahrlinien/
Angaben der,,Innsbrucker Verkehrsbetriebe" und der Stadtwerke Innsbruck.
242
Seite 271
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16
sicht
mit Verkehrsunternehmen Stubaital, Nordkettenbahn
Fahrbetriebsmittel)
Personenwagen
Betriebeleistungen 1946
Größte Steigung
n Promille
Geschwindigkeit
22 km
Triebwagen
Anhängewag.
Seilbahnwag.
Kabinen
Autobus
Obus
Zl. Plätze Zl. Plitze Zl. Plitze
Lastwagen
Hilfsfahrzeuge
Schneekehrm
chine (K) An-
Tabelle XI/1 K
Brutto-
Wagen-
Kilometer
Beförderte
Personen
Betriebs-
einnahmen
177
17
652 15 540
22) 1 (K) 1202939
15397951
2987 040
360 16 576
5 1
1 (K)
1199 690
3157958
1224750
22-40 km
Bergfahrt
48.5 30,Talfahrt 2
25 km
62
120 7 252
41 2
416118
1206128
442076
45
199
25 km
2 120 5 300
16 12
73402
1018625
738 153
Summe
27 1252 43 1668
25 5
2 (K)
2892149
20780662
5392019
5
555
1.8 m/s
2
120
33755
778932
430068
490 3.6-4.5m/s
2
60
50734
251495
570835
590 2.5-3.5m/s
490 3.5 m/s
12
30
8993
162850³)
60
42920
162141
275159
Summe
7 270
136402
1192568
1276062
2 100 8 280
40 km
426159
3383533
696 801
9 495
-
4 160
52822
109861
99928
Summe
1) Stand vom Juni 1947.
2
100 21 935
478981
3493 394
796729
2) Darunter 1 Triebwagen.
3) Wurde bei der Summierung nicht mitgezählt.
243
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244
Art der
Fahrzeuge
Tabelle XI/2
Kraftfahrzeuge und Fahrräder in Innsbruck
Kraftfahrzeugbestand im Dezember 19341)
Krafträder
Kleinkrafträder
Personenkraftwagen
Lastkraftwagen
Insgesamt
411
292
606
289
1598
Kraftfahrzeugbestand im Dezember 19462)
Erfaßt von
Treibstoff
kehrsstelle
Innsbruck-Stadt
dem Landes-
straßenver-
kehrsamt
Benzin
Heizöl
(Dieselmotor)
Permagas,
Holz, Holz-
kohle, Kohle
Elektrizität
zusammen
Kraftfahrzeuge
Motorräder
446
105
551
Personenkraftwagen
169
151
296
6
18
Lastkraftwagen.
551
77
265
120
242
11-
551
320
628
Traktoren
12
3
13
2
15
Autobusse
17
21
11
16
11
Spezialfahrzeuge
20
36
30
19
7
EI
38
56
Insgesamt
1215
393
1153
174
269
12
1608
Fahrräderbestand im Dezember 1934
Fahrräderbestand im Dezember 1946³)
6100 (schätzungsweise)")
32904 (fahrbereit)
4220 (nicht fahrbereit)
1) Bericht des Stadtpolizeiamtes Innsbruck.
2) Angaben der Erfassungsstellen.
3) Angabe des Städtischen Wirtschaftsamtes.
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Tabelle XI/3 B
Die Straßenverkehrsunfälle im Jahre 1946 nach dem Unfallschaden
28 Unfälle mit 29 getöteten Personen
99 Unfälle mit 114 schwerverletzten Personen
138 Unfälle mit 172 leichtverletzten Personen
225 Unfälle mit schweren und leichten Sachschäden
Die Straßenverkehrsunfälle im Jahre 1946 nach Unfallschäden und Monaten
Unfälle mit
schwer-
Monat
getöteten
verletzten
leicht-
verletzten
Summe
nur
Sachschaden
Personen
Jänner
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
3113632223IL
8
17
31
59
7
4
26
37
13
9
10
32
5
11
7
14
37
17
14
19
56
6
10
21
40
6
14
16
38
10
12
16
40
6
20
11
14
2
8
2
9
AROM
19
47
6
34
10
21
37
49
Insgesamt
28
99
138
225
490
Die an den Straßenunfällen im Jahre 1946 beteiligten Verkehrsteilnehmer
In 28 Fällen Militärfahrzeuge untereinander,
in 208 Fällen Zivilfahrzeuge untereinander,
in 254 Fällen Militärfahrzeuge mit Zivilfahrzeugen oder Fußgängern oder Zivilfahrzeuge mit
Fußgängern.
246
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Tabelle XI/3 C
Straßenkreuzungen und Straßenzüge mit den häufigsten Verkehrsunfällen i. J. 1946
Unfallstellen
Straßenkreuzungen
Kaiserjägerstraße-Siebererstraße
darunter Unfälle
bei denen Personen
Unfälle
insgesamt
verletzt
getötet
wurden
Museumstraße-Amraser Straße
Museumstraße-Ing.-Etzel-Straße
Museumstraße-Brunecker Straße
Museumstraße-Sillgasse-Meinhardstraße
Museumstraße-Wilhelm-Greil-Straße
Museumstraße-Erlerstraße
Burggraben-Maria-Theresien-Straße-Markt-
graben
Anichstraße-Maria-Theresien-Straße
Straßenzüge ohne die angeführten Kreuzungen
Ing.-Etzel-Straße
Museumstraße
Maria-Theresien-Straße
Burggraben
Leopoldstraße
| ||
1221
5344643
6
3
80
14
14
1-111
7414
15
6
4
10128
247
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248
Fremdenverkehr in Innsbruck in den Fremdenjahren 1924/25 einschließlich 1935/36
(Fremdenjahr 1. 11.-31. 10.)
Meldungen (M) und Übernachtungen (C) in Jahressummen
Tabelle XI/4 A
Ständiger Wohnsitz
Herkunftsgruppe
1924/25
1925/26
1926/27
1927/28
1928/29
1929/30¹)
M
Ü
M
Ü
M
Ü
M
Ü
M
Ü
M
Ü
Wien
25337
64399
Sonstiges Österreich
42673
103244
Deutsches Reich
72455
185 299
Übriges Ausland
30569
81 589
56540
79 785
105429 249099
18254 44332
32446
34264
37162
63394
35273
59462 34636 58370
33394
65438 90258
101574 203544
55 683
92492
51984 83015
55902
59 640
125672
36124 133347
Insgesamt
231 171
143 208
171034 434531 190393 429 756 240 298 490 543 240611 516384 254864 573988 247 228 559 691
111311
236 238
124 695
312708
38 344 128 192
43549
119895
96 487
61445
1930/312)
1931/32
1932/33³)
1933/34
1934/35
1935/36
M
Ü
M
Ü
M
Ü
M
Ü
M
Ü
M
Ü
34848 72627 30045 68592 30831 63573 28128 45 366
49157 89127 44600 84638 38453 70605 34374 56280
74762 159840 73770 183040 23998 44450 5073 7647
42462 82641 32754 70486 41426 87454 48486 90430
31077
60724
33373 77212
34847
64235
37267 82780
5708
7432
11234 18972
58990 128 219
74119 140895
Insgesamt
201 229 404 235 181 169 406 756 134708 266082 116061 199 723 130 622 260610 155993 319859
Die Zahlen der Tabelle sind aus den Jahrgängen 1926-1936 des Statistischen Handbuches für die Republik Österreich entnommen; im
Jahrgang 1926 wurde das erste Mal als Fremdenjahr der Zeitraum vom 1. November bis 31. Oktober angenommen.
1) Turnerfest, 16563 Turner mit 66212 Übernachtungen.
2) 100-M-Sperre vom 1. Juli 1931 an.
3) 1000-M-Sperre vom 1. Juni 1933 an.
Wien
Sonstiges Österreich
Deutsches Reich
Übriges Ausland
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Fremdenverkehr in Innsbruck in den Fremdenjahren 1935/36 einschließlich 1945/46
Meldungen (M) und Übernachtungen (U) in Monats- und Jahressummen
Tabelle XI/4 B
M
Fremden- Nov.
jahr
Dez.
Jänner Febr.
März
April Mai
Juni
Juli August Sept.
Okt.
Insgesamt
M
1935/36
M
1936/37
1937/38
Ü
1940/41
1941/42
M
1942/43
1943/44
M
M
1944/45 Ü
NO NO NO NO NO NO NO NO NO NO
5494 4939 6047 9164 7425 8150 9479 14271 24889
Ü 8162 9632 13229 26614 21654 18766 21933 32854 44370
34015
21 811
10309
155993
59 896
41337
21412
319859
6400 5804 6805
Ü 14660 14454
7128
10447
9545
18249
17 658
22467
21736
14075 18151 33085
30719 42409 59190
43087
25928
12861
193316
76502
50152
29 966
398162
M
7581 6202
7938
7685
10651
21054
20539 19356 22173
19171
23841
32132
26338 39279 55992
38736 54305 78742
67 520
41 196
20539
311975
104923
69 701
38845
522464
M
12813 7207 13183
17515
23462
27217
32473 37183
50 660
46011
12936 9713
290373
1938/39 Ü 22410 11142 31284 42618
50895
52584
55879 78362
83928
77735
65351 35537
607725
M 11348 11100 14090 14608
19493
16366
1939/40 Ü 26795 38176 53975
51725
68800
57 853
17873 17281 24033 30684 25984 20647
66480 68906 88063 97488 91286
223507
85311
794858
M 15572 15176 18649
Ü
Ü
67028
M 16826 16611 17285
85396 83363
63071
20122
88642 92571 103 252
24329
18796
21007
88549
97 648
24014
99 335 114700 119938
30470 32751
31423
24057
276366
109 464
99 894
1144092
15989 19640
19562
22497
84674 82417
93942
95 727
107 484
25989
127 454
26855 27738
27890
21 978
258860
138764 116574
129 597
98596
1243988
17013 16577
18174 17129
20542
20642
21 359
Ü
18228
68 263
62341 60427 71255
8859
45646 48326 49869
72569
82741
80671
82651
21 254 22633
91942 102773
19939
19864
18091
233217
89738
78 259
78803
954170
9852 9861
10647
10951
48 635
50748
11960 11838
83817 55071
13641 15322
58742 60154
10599
8331
140089
51 353
46008
666632
9972
47952
3550 3444
4117
3443
27717
24424
29 085
22629
683
2451
152
2378
95
2043
515
5114
446
3946
471
414
27 302
3799
4803
176341
1945/46
233
4226
223
4130
327
4123
377
4424
312
3201
321
3219
662
4926
659
4829
672
4959
650
5068
514 1083
4327 5388
6033
52820
249
10
Seite 278
278/506
Fremdenverkehr in Innsbruck in den Fremdenjahren 1935/36 einschließlich 1945/46
Meldungen und Übernachtungen nach Herkunftsländern
Tabelle XI/4 C
Herkunftsland
1935/36
1936/37
1937/38
1938/39
1939/40
1940/41
Ständiger Wohnsitz
M
Ü
M
0
M
Ü
M
Ü
M
Ü
M
Ü
Wien
33373
77212
34899
Sonstiges Österreich
37267
82780
41 105
82641
104524
56070 135929
264021 544 691 217412 768 266 271860 1121 423
Deutsches Reich, Danzig
11234
18972
32831
49 428 205019 290511
Schweiz, Liechtenstein
10327
15048
7126
10985
4286
7582
1910
3902
225
480
149
657
Italien
8826
17228
7485
14450
9776
20067
8256
24023
4529
21234
3353
17823
Jugoslawien
573
1372
1590
2352
675
1582
627
1999
127
292
91
690
Ungarn
2428
4590
3342
6774
1634
3406
1766
3833
78
436
119
198
Rumänien
528
1202
873
1379
743
1465
350
1186
34
72
41
141
Tschechoslowakei
7110
12201
8728
14621
4541 7578
758
2322
364
1195
59
255
Polen
602
1032
882
1566
463
938
145
438
32
107
7
68
Litauen, Lettl., Estl., Finnl.
132
287
301
610
640
1008
465
1167
19
84
11
16
Norwegen, Schweden, Dänem.
2190
3127
2986
4219
3473
4746
3080
4543
95
156
79
157
Niederlande
7166
13806
7584
15613
4316 9087
1918
4513
66
808
99
292
Belgien, Luxemburg
3828
6125
3306
5052 2518 3571
454
607
11
559
48
897
Großbritannien, Irland
13951
35230
19913
46997
7939 15747
2047
4601
4
4
Frankreich, Monaco
9458
16521
9882
17553
2881
5814
548
1169
3
3
6
50
Spanien, Portugal
383
821
153
578
165
399
113
170
38
67
17
138
Albanien, Griechenland
202
492
246
491
236
511
294
1237
33
52
63
204
Bulgarien, Türkei
Rußland u. russ. Asien
20
37
6
9
4
39
189
239
15
36
14
40
Übriges Asien
488
1216
586
1384
545
1395
307
1660
105
177
84
160
Afrika, Australien
872
1781 1470
2910
1082
2243
511
1153
46
63
1
1
Vereinigte Staaten von
Nordamerika
4882
8473
Übriges Amerika
96
155
6260
1595 2774
10688
4120
7273
1811
2762
93
184
12
14
772
1288
575
1041
86
254
13
13
Sonstiges Ausland
Insgesamt
57
167
564
77
285
155993
151
319 859 193316 398 162 311975 522464
290 373 607 725 223 507 794858 276 366 1144092
228
469
92
329
240
855
1941/42
Herkunft
M
Inland
Ausland
254417
4443
Insgesamt
Ü
1217081
26907
258 860 1243988 233 217 954170 140089 666 632
1942/43
1943/44
1944/45
1945/46
7910
M
225 307 900400
53770
Ü
M
136 692
3397
0
623138
43494
M
Ü
M
0
25 388 146884
1914 29457
4634 38764
1399 14056
27 302 176341
6033 52820
Seite 279
279/506
Tabelle XI/4 D
Perzentueller Anteil der Herkunftsgruppen an der Gesamtzahl der Meldungen in
den Fremdenjahren 1928/29 bis einschließlich 1941/42
Fremden-
jahr
1.11.-31.10.
Herkunftsgruppen
Fremden-
meldung.
Hundert-
satz
Anmerkung
1928/29
Wien
Sonstiges Österreich
Deutsches Reich
Übriges Ausland
34636 14 Günstigstes Fremdenjahr vor der
20 Einverleibung
51984
124695 49
34549 17
Insgesamt
254864 100
Wien
33 394
13
Sonstiges Österreich
55902
23
1929/30
Deutsches Reich
96487
39
Übriges Ausland
61445 25
Insgesamt
247 228 100
Wien
34848 17
Sonstiges Österreich
49157 25
1930/31
Deutsches Reich
Übriges Ausland.
74762 37
42462 21
Insgesamt
201 229 100
Wien
30045
16
Sonstiges Österreich
44 600
1931/32
Deutsches Reich
73770
Übriges Ausland
32754
41
18
Insgesamt
181169 100
Zusammenbruch der Creditanstalt.
Steigende Arbeitslosigkeit.
1. Juli: 100-M-Sperre
25
27. Mai: Kabinett Dollfuß. August:
Lausanner 300-Mill.-Anleihe. Beginn
des politischen Terrors. Warnung der
Fremden nach Österreich zu kommen
Wien
Sonstiges Österreich
1932/33
Deutsches Reich
Übriges Ausland
Insgesamt
Wien
1933/34
Sonstiges Österreich
Deutsches Reich
Übriges Ausland
Wien
1934/35
Insgesamt
Sonstiges Österreich
Deutsches Reich
Übriges Ausland
Insgesamt
30831 23 7. März: Rücktritt des Präsidiums
38453 28 des Nationalrates autorit. Regime
23998 18 gestützt auf das Ges. v. 24. 7. 1917,
41426 31 RGBI. 3071). Mai: Gründung der
Vaterl. Front, 26. 5. Verbot d. kom-
mun., 19. 6. d. nationalsoz. Partei.
29. Mai: 1000-M-Sperre
134708 100
28128 24
34378 30
5073 4
48486 42
116061 100
31077 24
34847 27
5708 4
58990 45
130622
100
12. Febr.: Soz. Umsturzversuch. Ver-
bot d. soz. Partei. 1. Mai: Ständever-
fassung. Umsturz versuch der Natio-
nalsoz. Dollfuß-Ermordung, Schusch-
nigg Kanzler. Röm. Protok. (wirtsch.
Vereinbarg. m. Italien u. Ungarn)
Ausbau der Verfassung und der
Vaterländischen Front
1) § 1 des Gesetzes v. 24. 7. 1917, RGBl. 307, ermächtigte die Regierung während der Dauer
der durch den Krieg hervorgerufenen außerordentlichen Verhältnisse durch Verordnung die
notwendigen Verfügungen zur Abwehr wirtschaftlicher Schädigungen zu treffen.
251
Seite 280
280/506
252
Tabelle XI/4 D (Fortsetzung)
Fremden-
jahr
1.11.-31.10.
Herkunftsgruppen
Fremden-
meldung.
Hundert-
Anmerkung
1935/36
1936/37
Wien
1937/38
Deutsches Reich
Übriges Ausland
Insgesamt
Deutsches Reich
1938/39
Ausland
Insgesamt
264021
26352
290373 100
Deutsches Reich
1939/40
Ausland
217412
6095
97
Wien
Sonstiges Österreich
Deutsches Reich
Übriges Ausland
Wien
33373 21 11. Juli: Pol. Abkommen m. Deutsch-
land. 28. Aug.: Aufhebung der
1000-M-Sperre. 1. Okt.: Allgem.
Wehrpflicht
37267
11234
74 119
24
7
48
Insgesamt
Sonstiges Österreich
Deutsches Reich
Übriges Ausland
155993 100
34899 18
41105 21
32831 17
84481 44
Insgesamt
193316 100
Sonstiges Österreich
Innerpol. Entspannung trotz Hem-
mungen, wirtsch. Aufbau, Rückgang
der Arbeitslosigkeit
11. Febr.: Berchtesgaden
13. März 1938: Einverleibung Öster-
56070 18
205019 66 reichs
50886
311975 100
Höchstzahl an Fremdenmeldungen
91 1. Sept.: Krieg mit Polen
9
3. Sept.: Krieg mit England und
Frankreich
9. April: Krieg mit Norwegen
3
Insgesamt
Deutsches Reich
1940/41
Ausland
271860
4506
98
Insgesamt
Deutsches Reich
1941/42
Ausland
Insgesamt
223507 100
2
276366 100
2
254417
4443
258860 100
11. Juni: Waffenstillstand mit
Frankreich
27. März: Jugoslawien bricht Drei-
Mächte-Pakt
6. April: Krieg gegen Jugoslawien
und Griechenland
22. Juni: Krieg gegen Rußland
8. Dez. 1941: Kriegserklärung Japans
an USA. und England
11. Dez. 1941: Kriegserklärung
Deutschlands u. Italiens an die
Vereinigten Staaten von Amerika
10. Mai: Einrücken in Holland, Bel-
gien und Luxemburg
Seite 281
281/506
speries
Tabelle XI/4 E₁
Durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Fremden in Innsbruck
Fremden-
jahr
Über-
Mel-
nach-
Durchschn.
Aufenthalt
1.11.-31.10.
dungen
tungen
Fremden-
jahr
in Tagen 1.11.-31.10.
1.11.-31.10 dungen
Mel- Übernach- Durchschn.
tungen
Aufenthalt
in Tagen
1924/25
171034
434531
2.5
1935/36
155992
319859
2.0
1925/26
190393
429 756
2.2
1936/37
193316
398162
2.0
1926/27
240 298
490543
2.0
1937/38
311975
522464
1.6
1927/28
240611
516384
2.1
1938/39
290373
607 725
2.1
1928/29
254864
573988
2.2
1939/40
223507
794858
3.5
1929/30
247 228
559 691
2.2
1940/41
276366
1144092
4.1
1930/31
201 229
404 235
2.0
1941/42
258 860
1243988
4.8
1931/32
181 169
406 756
2.2
1942/43
233 217
954170
4.1
1932/33
134708
266082
2.0
1943/44
140089
666 632
4.7
1933/34
116061
199 723
1.7
1944/45
27 303
176341
6.5
1934/35
130622
260610
2.0
1945/46
6033
52820
8.7
Tabelle XI/4 E
Vergleiche mit anderen Landeshauptstädten, mit Sommerfrisch-, Sport- und
Badeorten. Fremdenjahr 1928/29
Fremdenverkehrsort
Meldungen
Über- Durchschn.
nachtungen Aufenthalt
Linz
163140
212536
1.3
Salzburg
272483
505914
1.8
Graz
168049
253894
1.5
Klagenfurt
66271
100710
1.5
Innsbruck
254864
573988
2.2
Igls
5319
62236
11.7
Fulpmes
7693
65405
8.5
Seefeld
14699
180713
12.2
Kitzbühel
19361
216248
11.1
Baden bei Wien
49 203
993213
20.1
Bad Ischl
34051
322146
9.4
Bad Gastein
36451
519074
14.2
253
Seite 282
282/506
Tabelle XI/4 F
Zahl
Wien
Sonstiges Österreich
1928/29
Deutsches Reich
Übriges Ausland
34636
Gegenüberstellung der Hundertsätze der Meldungen und Übernachtungen der Herkunftsgruppen in 6 Fremdenjahren
Fremden-
jahr
1.11.-31.10.
Herkunftsgruppen
Übernachtungen
Hundert-
Anmerkung
Höchstzahl von Meldungen
Meldungen
Hundert-
Zahl
satz
satz
14
58370
10
51984
20
83015
14
124695
49
312708
55
und Übernachtungen vor
der Annexion
34549
17
119895
21
Insgesamt
254864
100
573988
100
Wien
33394
13
59 640
11
Sonstiges Österreich
55902
1929/30
Deutsches Reich
96487
39
Übriges Ausland
61445
25
Insgesamt
247228
100
Wien
34848
17
Sonstiges Österreich
49157
25
1930/31
Deutsches Reich
74762
37
Übriges Ausland
42462
21
Insgesamt
201229
100
Wien
30045
16
Sonstiges Österreich
44600
25
1931/32
Deutsches Reich
73770
41
Übriges Ausland
32754
18
Insgesamt
181169
100
32288
125672
22
231171
41
143208
26
559 691
100
72627
18
89127
22
159840
40
82641
20
404 235
100
68592
84638
21
183040
45
70486
406756
100
888
17
17
Wien
Sonstiges Österreich
}
56070
18
135929
26
Höchstzahl an Fremden-
1937/38
Deutsches Reich
205019
66
290511
56
meldungen
Übriges Ausland
50886
16
96024
18
Insgesamt
311975
100
522464
100
Deutsches Reich
254417
98
1217081
98
1941/42
Ausland
4443
2
26907
2
Höchstzahl an
Übernachtungen
Insgesamt
258860
100
1243988
100
254
Seite 283
283/506
Tabelle XI/4 G
Verhältnis des Winterhalbjahres zum Sommerhalbjahr
Absolute und Verhältniszahlen des Fremdenverkehrs in Innsbruck
in 3 Fremdenjahren
Meldungen (M) und
Übernachtungen (Ü)
im Fremdenjahr
(1. 11.-31. 10.)
Hundertsatz
a) im Winterhalbjahr
Durchschnittliche
Aufenthaltsdauer
in Tagen
a) im Winterhalbjahr b) im Sommerhalbjahr a) i. Winterhalbjahr
b) im Sommerhalbjahr
b) i. Sommerhalbjahr
1931/32
M
181 169
Ü
406 756
M 311975
M (b) 130026
Ub) 344914
M (b) 250 864
51143
M
(a) 28.2
(b) 71.8
61842
Ü (a) 15.2
(b) 84.8
a) 1.2
b) 2.6
1937/38
61111
M (a) 19.5
(b) 80.5
t
522464
Ü
137212
385252
Ü
(a) 26.2
a) 2.2
(b) 73.8
1.5
1941/42
M
258 860
U 1243988
(a) 105913
M152947
(a) 525519
M
Ja) 40.9
(b) 59.1
U (b) 718469
Ü
(a) 42.2
a) 4.9
(b) 57.8
b) 4.6
255
Seite 284
284/506
256
Innsbruck und 4 Landeshauptstädte
Meldungen (M) und Übernachtungen (U) in den 12 Fremdenjahren 1924/25-1935/36
(Berechnungszeitraum: 1. Nov. bis 31. Okt.)
Tabelle XI/4 H₁
Landes-
1924/25
1925/26
1926/27
1927/28
1928/29
1929/30
hauptstadt
M
Linz
Salzburg
Graz
U
M
127015 150845 126 238 151 125 136526 163450
213238 416441 230 292 411094
272488 382670 198438 253840 180771
Ü
M
U
M
Ü
M
0
M
Ü
162887
198182
163140 212536
163471 214336
245554
458 583
295 447
523 718
272 483
505914
240020
178354
557 270
168049
253 894
263 391 473410
171508 264822
Klagenfurt
52134 52134
Innsbruck
171034 434531
Landes-
hauptstadt
1930/31
48700 82622
190393 429 756
1931/32
72270 256867
94800
205 807
66271
100710
240 298 490 543 240611 516384
1932/33
1933/34
254864 573 988
1934/35
69 801
111021
247 228 559691
1936/36
M
0
M
Ü
M
Ü
M
0
M
Ü
M
Ü
Linz
150727
199 496
131 957
161 279
114654
137984
105920
122 796
120652
150818
96569
146018
Salzburg
236 884
440 741
209 663
367 108
152677
285 839
127 604
247 291
167 154
331 445
192 937
357 902
Graz
Klagenfurt
Innsbruck
158023 223982 125464
68094 148601
201 229 404 235 181 169
179 222
109040
174300
98989
141 454
100818
137373|
92542 127945
80896
154025
406 756 134708 266082
67 668
134355
82389
116061 199 723
161 667
99 597 171439 116195 192859
130 622 260610 157446 327127
Innsbruck und Salzburg
Fremdenmeldungen und Übernachtungen in den Kalenderjahren 1939 einschließlich 1944
Zahlen aus dem Statistischen Handbuch für die Republik Österreich.
Tabelle XI/4 H₂
Landes-
hauptstadt
1939
1940
1941
1942
1943
1944
M
Ü
M
Ü
M
Ü
M
Ü
M
Ü
M
0
292 801 639 144 231 807
386 130 605440 254 251
859 986 279055 1182752 259013 1197 997 226714 945311 126524 628 392
589 468 264211 682102 258075 721 552 257 963 798 281 212711 707618
Zahlen über Salzburg nach Mitteilung des Stadtmagistrats Salzburg, Abt. II.
Innsbruck
Salzburg
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285/506
Tabelle XI/5 A
Die Fremdenbeherbergungsstätten in Innsbruck geordnet nach ihrer Lage
Stand vom Dezember 1943
Katastral-
gemeinde
Ausfall durch
Bombenschäden,
Beschlagnahmen
usw.
Stand vom Juli
1946
Betriebe Zimmer Betten
an
Zimmern
an
Betten
Zimmer Betten
Innsbruck
43
1434
2359
1259
2049
175
310
Wilten
23
501
809
353
562
148
247
Pradl
3
16
37
16
37
Hötting
18
163
284
91
153
72
131
Mühlau
8
70
103
65
95
5
8
Amras
3
49
73
29
34
20
39
Arzl
1
10
17
10
17
Vill
2
17
29
17
29
Igls
26
548
897
349
533
199
364
Insgesamt
127
2808
4608
2146
3426
662
1182
Zahlen aus der Zusammenstellung des Stadtbauamtes (Stadtvermessung) über die Bomben-
schäden.
17
257
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286/506
Stand v. Dez. 1943
Betriebs- Katastral-
Gemeinde
type
durch Bombenschaden
Die Fremdenbeherbergungsstätten in Innsbruck geordnet nach Betriebstypen
Ausfall
durch Beschlagnahme
der Militärregierung
durch Beschlagn. d. Wohn.-
Amtes, Instandsetz. u. a.
insgesamt
Stand vom
Juli 1946
Betriebe Zimmer Betten
in
Betrieb.
an
an Zim.
in
Betten Betrieb.
an
an Zim.
in
Betten Betrieb.
an
an
an Zim.
an Zim.
Zimmer Betten
Betten
Betten
Innsbruck
Wilten
Pradl
Hötting
Mühlau
Amras
281
12 949 1494
292 449
10
483 759
5
177
245
35
50
72-
416
645
72
118
}
11
50
90
949
1494
9
28
258
391
34
58
35
50
35
50
258
Tabelle XI/5 B
Hotels
Arzl
Vill
Igls
5 302 462
4
260
260 378
42
84
Zusammen
26 1578 2455
15
660 1004
14
783 1191
2
59
118 1502 2313
76
142
Innsbruck
Wilten
14
Pradl
Gast-
Hötting
15
höfe
Mühlau
und
Amras
Gast-
Arzl
häuser
Vill
Igls
Zusammen
23562 222
28 464 832
7
80 144
10
207 356
6
93
167
16
37
116
216
1
3
6
45
71
10
24
192
6
33
1
32
56
7
12
7
40
33
53
1
12
22
1
071
75
4
841008
305 545
159
287
95
171
112
185
16
37
50
93
66
123
40
63
5
8
4
8
8
14
17
29
17
29
28
60
28
60
72 905 1623
14
176 317
16
232 410 16
86 153
494
880
411
743
Innsbruck
Wilten
Pradl
Pen-
Hötting
sionen
Mühlau
und
Amras
Fremden- Arzl
heime
31 2211
21
33
1
4
8
1
1
2
5
10
10
10
16
23
37
10
Vill
Igls
19
218
Zusammen
29
225325
4
2
4
-
12
18
32
1
630
10
13
6
10
6
8
51
17
375
8
80
135
530
1
4
8
11
90 150
4
21
11
22
29
25
26
229
25
25
11
32
26
12
25
10
17
9
20
89
56
75
50
155 129
220
150 233 175
297
Insgesamt in Innsbruck
127 2808 4608
30
840
1329
41
1105 1751 22
201 346 2146 3426 662 1182
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287/506
XII. Geld- und Kreditwesent
Die Sparkasse der Stadt Innsbruck begann als Vereinssparkasse auf Grund der
Statuten vom 31. 8. 1822 am 12. 2. 1822 ihre Tätigkeit. Hiemit ist sie die dritt-
älteste Sparkasse des ehemaligen Österreich. Nach Erscheinen des Sparkasse-
Regulativs von 1844 wurden im Jahre 1858 neue Statuten genehmigt, die 1865
durch ein neues Statut ersetzt und späterhin mehrfach abgeändert wurden. Die
Sparkasse blieb bis zur Gegenwart in der Rechtsform der Vereinssparkassa. Als
solche entwickelte sie sich für Einleger wie für Geldnehmer zum wahren Volks-
institut.
Ihre Hauptgeschäftszweige liegen in der Entgegennahme von Spareinlagen und
Giroeinlagen, in der Gewährung von Hypothekar-(Grundpfand-)Krediten, Wechsel-
und Kontokorrent-Darlehen gegen satzungsgemäße Sicherstellung.
In der folgenden Tabelle sind aus dem Ablaufe der 125jährigen Vergangenheit
einige Geschäftsjahre herausgegriffen, die aus politischen, wirtschaftlichen oder
währungsgeschichtlichen Gründen für die Entwicklung dieses Institutes besonders
bemerkenswert sind. Teilweise wurde das Wachsen der Sparkasse in 20jährigen
Perioden betrachtet.
Die Tabelle bringt naturgemäß keine vollständige Wiedergabe der Bilanzdaten
aus den betreffenden Jahren, sondern nur jene Ziffern und Geschäftszweige, die
für die Tätigkeit einer Sparkasse als eines bodenständigen, der Allgemeinheit dienen-
den Geldinstitutes charakteristisch sind.
Wiedergegeben werden zunächst drei Bilanzen, mit dem Gründungsjahr be-
ginnend, in alter Reichswährung, dann die günstige Entwicklung in drei 20jährigen
Zeitabständen bis 1898 in österreichischer Guldenwährung. Ihnen folgen die Zahlen
der Rechnungsabschlüsse von 1900, 1913 und 1918, die in den erstgenannten Jahren
eine gesunde Aufwärtsentwicklung bis zum ersten Weltkriege erkennen lassen.
Das Jahr 1918 zeigt das typische Kriegswirtschaftsbild: Verringerung derHypotheken
infolge Rückzahlung, Steigerung der Wertpapiere innerhalb von fünf Jahren fast
auf das Dreifache (8 Kriegsanleihen), starke Zunahme der Spareinlagen usw.
Nach Einführung der Schillingwährung (1925 Golderöffnungs-Bilanz) langsame
Erholung und Überwindung der Inflationsfolgen. Die Verfassungskämpfe und der
Zusammenbruch der Bodenkreditanstalt im Jahre 1929 führen zu Angstabhebungen,
ab 1930 zeigt die Weltwirtschaftskrise ihre Wirkungen, die 1931 durch die Schwierig-
keiten der Österreichischen Credit-Anstalt auch im Inlande die schwersten Folgen
auslöst. (Zunächst Einlagenzustrom, ab Juni 1931 starke Abhebungen.)
Bis 1935 verläuft sich die Krise einigermaßen, Zunahme der Einlagen um etwa
5 Millionen Schilling, der,,Phönix"-Skandal von 1936 bleibt ohne Auswirkung,
1937-das letzte Geschäftsjahr in der 1. Republik-zeigt sich als gutes Betriebsjahr.
17°
259
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Die erste Reichsmarkbilanz 1938 leitet eine scheinbare Aufwärtsentwicklung ein,
die allzu bald in eine Kriegskonjunktur ausartet. Ab 1942 spiegelt sich - diesmal
in verstärktem Maße die finanzielle Kriegswirtschaft wider: Absinken der Hypo-
theken, außerordentliche Zunahme des Wertpapierbestandes (Reichsanleihen),
Zunahme der Spareinlagen infolge Einschränkung des privaten Verbrauches und der
Vorratslager.
Für die Jahre 1945 und 1946 wurden noch keine Bilanzen veröffentlicht. A.
260
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Die wesentlichsten Zahlen aus Bilanzen der Sparkasse der Stadt Innsbruck
Spareinlagen
Darlehen
Jahr
Guthaben der
Zinsfuẞ
für
Einlagen
Scheck- und
Giro-Einlagen
Eigene
Wertpapiere
Nennwert
Liegen-
schaften
Rücklagen
Geldumsatz
Zahl
Grundpfand Gemeinde
Einleger
In Reichswährung fl
Ausgaben
für Spar-
einlagen-
Zinsen
Einnahmen
an Zinsen
Steuern-
und Ver-
waltungs-
kosten
Tabelle XII
Reingewinn
Gesamt-
vermögen
Jahr
1822
1842
1857
210
7295.33
4 %
3694
453194.55
3%
9254
1201430.12
3½%
1858
1878
1898
10631
1186040.90
29935
48890
12460636.50
33917021.89
3%
3%
3.6%
1900
1913
1918
50950
73413543.61
48244
96046896.38
55553
145302546.85
3.6%
414%
4 %
111
356410.26
789 309.51
30000.-
71750.-
8352.-
243 216.-
229.32
13005.01
70250.45
111
101.06
970.-
3030.13
229.32
1640.32
7525.05
1822
466 199.56
1842
8617.26
1264966.31
1857
In österreichischer Währung fl
111
782440.28
91000.-
216 156.50
10273140.41
2289 687.50
23838192.63
8000.- 12977 600.-
452293.87
1799 345.37
70402.96
965 294.89
6074672.17
24094450.05
1193806.36 1431 184.95 189907.39
3410.16
74166.82
8684.20
1250319.37
1858
139886.24 13425931.39
244086.29
1878
40170621.79
1898
In Kronen-Währung
52508237.85
63042501.12
56169708.43 5554441.83
397627.72 25742580.-
2784901.59 38798 100.-
94427 440.-
3498390.-
1323000.-
1262000.-
11726596.15
8663170.38
10025870.22
50286812.90 2746502.57
60252544.06 3950914.01
185260592.92
3130266.04
4346886.38
374929.26
384414.86
85708574.13
1900
368975.89
506040.58
105461 632.76
1913
5393294.32 6854 191.25
787 689.39
82404.89
155838611.20
1918
In Schilling-Währung
1925
11357773.94
1930
32619
43590921.74
1931
31583
39612788.51
5%%
5-7%
3 %
1935
36816
1937
39861
45957899.43
51382817.37
3½%
3 %
371237.60
2201 676.75
2736193.79
3361965.76
4172278.50
2599709.21
19671604.66 6893622.16
22636909.42
22898 296.32
28574105.18
6947946.97
6119798.16
6253623.39
384 688.37
6788 193.52
12759 216.98
8824957.75
10764449.12
600000.-
1074150.-
1063400.-
1062531.26
667 387.83
2437846.96 132804461.82
2443765.20 218183755.68
2303 215.98
1130 200.29
3511907.60
228 382.90
56873.68 12939035.84
1925
2975 655.50
1985000.-
2110000.-
2758470.24 196586862.-
4871715.66 260 809 575.-
1499 271.19
597057.98
4075044.78 575945.93
2100311.23 581575.30
360562.22
51826.58
48711685.65
1930
51808328.20
1931
1559 720.23
2389 594.66
645873.89
203065.65
307 296.28
52434912.44
1935
60939 378.19
1937
1938
41342
38791860.51
1940
1942
43711
46402772.27
3 %
2½%
53285
86275867.49
1944
64394
141032156.41
5029 326.62
16000398.87
29 375 223.37
48422978.09
In Reichsmark-Währung
20654029.50 3640640.83
21828 465.51
5465500.28
16517522.53
5252438.09
13364578.80
5864411.96
7206 625.28
16447942.42
47116485.06
83584 120.29
1430000.-
1923429.20
1773769.40
1784659.-
2056967.19
4094846.35
5131129.18
7229934.40
275 162154.36
429 810707.25
782710255.-
951 317 689.57
1151 368.30
1096 369.52
1849 233.28
1821 183.39 410629.91
2465876.02 523361.40
3678 390.26 669449.52
3337 493.38 5855 182.53 842217.12
309 482.41
595081.39
808545.57
1269 345.81
46432091.78
1938
67413291.07
127706212.05
1940
1942
205691952.74
1944
In Schilling-Währung
Bilanzen 1945 und 1946 noch nicht veröffentlicht
260 a
Seite 290
290/506
I
br
40
2002
2681
rear
of
8781
SIDE
0191
88228
40840
Seite 291
291/506
XIII. Gewerbe
Den beiden Tabellen XIII/1 und XIII/2 liegt die in der Gewerbeordnung ent-
haltene Einteilung in freie, gebundene, handwerksmäßige und konzessionierte
Gewerbe zugrunde.
Freie Gewerbe sind jene, die jedermann nach Anmeldung bei der Gewerbebehörde
ausüben kann, wenn er die allgemeinen Erfordernisse erfüllt, d. h., daß er eigen-
berechtigt, österreichischer Staatsbürger und nicht wegen eines Verbrechens oder
bestimmter Vergehen oder Übertretungen ausdrücklich ausgeschlossen ist; bei
Ausländern ist Gegenseitigkeit verlangt.
Gewerbe, deren Antritt einen Befähigungs- oder Verwendungsnachweis voraus-
setzen, ohne daß sie unter die handwerksmäßigen eingereiht werden können, sind
gebundene. Zum Antritt eines gebundenen Gewerbes ist außer den allgemeinen
Erfordernissen entweder der,,große" Befähigungsnachweis (5jährige Verwendung)
oder der,,kleine" Befähigungsnachweis (3jährige Verwendung) gefordert.
Handwerksmäßige Gewerbe sind solche, bei denen es sich um Fertigkeiten handelt,
welche die Ausbildung im Gewerbe durch die Erlernung und eine längere Verwendung
in demselben verlangen. Wer ein handwerksmäßiges Gewerbe betreiben will, hat
außer den allgemeinen Erfordernissen seine Befähigung durch das Zeugnis über
die in diesem Gewerbe mit Erfolg abgelegte Meisterprüfung nachzuweisen.
Zur Ausübung konzessionierter Gewerbe ist eine behördliche Bewilligung (Kon-
zession) nötig.
Die gebundenen, handwerksmäßigen und konzessionierten Gewerbe sind in der
Gewerbeordnung oder in Verordnungen aufgezählt. Das Reichshandwerksrecht
(Einführung des Handwerksrechtes in Österreich vom 24. 2. 1940) brachte ver-
schiedene Änderungen der Einstufungen in die einzelnen Gewerbearten mit sich,
die eine Vermehrung der handwerksmäßigen ergaben.
Bei gebundenen und handwerksmäßigen Gewerben hat der Anmeldende, wie
beim freien Gewerbe, grundsätzlich ein Recht darauf, daß seine Anmeldung von
der Gewerbebehörde zur Kenntnis genommen wird, wenn er die gesetzlichen Voraus-
setzungen erfüllt. Eine Einschränkung dieser grundsätzlichen Gewerbefreiheit
enthält das Gesetz über die außerordentlichen gewerblichen Maßnahmen (Unter-
sagungsgesetz), das der Gewerbebehörde, von bestimmten Ausnahmefällen abge-
sehen, das Recht gibt, die Ausstellung des Gewerbescheines zu versagen, wenn nach
ihrer Überzeugung die Wettbewerbsverhältnisse durch die Eröffnung des Betriebes
in wirtschaftlich ungesunder Weise beeinflußt würden. Die Verleihung einer Kon-
zession ist von vorne herein dem freien Ermessen der Behörde überlassen¹).
XIII/1. Gewerbeanmeldungen, Konzessionsverleihungen und Gewerbelöschungen
Im Jahre 1946 wurden 81 freie, 254 gebundene und 144 handwerksmäßige Gewerbe
angemeldet und 68 Konzessionen verliehen; 13 freie, 69 gebundene, 74 handwerks-
1) Über die geschichtliche Entwicklung des österreichischen Gewerberechtes wird auf den
Kommentar zur Gewerbeordnung von Heller-Laszky-Nathansky verwiesen.
261
Seite 292
292/506
mäßige und 26 konzessionierte Gewerbe wurden gelöscht. Der Zunahme von 547 Ge-
werbeberechtigungen steht eine Abnahme von 182 gegenüber. Vor 10 Jahren, auch
in einer Zeit wirtschaftlicher Depression, war das Verhältnis wesentlich ungünstiger:
Anmeldungen und verliehene Gewerbeberechtigungen waren 350, Löschungen 384.
XIII/2. Stand der Gewerbeberechtigungen
IX
Der Stand der beim Stadtmagistrat Innsbruck zu Anfang des Jahres 1947 im
Gewerberegister enthaltenen Gewerbeberechtigungen betrug insgesamt 5782;
auf die einzelnen Gewerbearten entfallen 438 freie, 2535 gebundene, 1732 hand-
werksmäßige und 1077 konzessionierte Gewerbe.
Das Landesarbeitsamt hat im Juli 1946 eine Beschäftigungserhebung durchgeführt,
bei der in der Gruppe,,selbständige Erwerbstätige des Handels, Gewerbes und
Verkehrs" 3137 Berufstätige ausgewiesen sind. Der große Unterschied zwischen
dem Stand der evident gehaltenen Gewerbeberechtigungen und dem Ergebnis dieser
Erhebung ist damit zu erklären, daß viele Gewerbetreibende mehrere Gewerbe-
berechtigungen haben, daß in das Verzeichnis der Gewerbeberechtigungen auch
jene aufgenommen wurden, die dermalen ruhend gemeldet sind, weiters daß unter
den Gewerbetreibenden viele Kriegsgefangene, Vermißte und Reichsdeutsche sind,
die bei der Beschäftigungserhebung des Landesarbeitsamtes nicht zu erfassen waren.
Die Zurücknahme der Gewerbeberechtigungen im Sinne des § 57, Abs. 4, der
Gewerbeordnung ist im Gange.
F.
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whand bi oshanday jed
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and in nondishonorable.x
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okowhand & poobnudag to sin feditionis 88 blan
262
Seite 293
293/506
Tabelle XIII/1
Gewerbeanmeldungen und Konzessionsverleihungen, Gewerbelöschungen i. J. 1946
Angemeldet Gelöscht
I. Freie Gewerbe
II. Gebundene Gewerbe
III. Handwerksmäßige Gewerbe
1. Rundfunkmechaniker
2. Bäcker
3. Bauhandwerker
4. Buchbinder
5. Fotografen.
6. Faẞbinder
7. Fleischhauer
8. Friseure
9. Glaser
10. Glas- und Gebäudereiniger
11. Goldarbeiter
12. Graveure
13. Hafner
14. Handschuh- (Bandagen-) macher
15. Hutmacher
16. Kleidermacher
17. Musikinstrumentenmacher
18. Kürschner
19. Maler
20. Mechaniker
21. Modisten
22. Sattler
23. Seiler
24. Schieferdecker
25. Schlosser
81
13
254
69
2
1
52312133322 L
38
5
01
8
1
3
1
4
4
2
3
2
6
2041412322 112 116212312
2
1
1
8
26. Schmiede
27. Schuhmacher
11
28. Stukkateure
1
3911
29. Stricker
30. Spengler
31. Tapezierer
32. Teppichknüpfer
2
2
2
1
33. Teppichstopfer
1
34. Tischler
9
6
35. Uhrmacher
1
3
36. Wäscher und Plätter
1
37. Wäscheschneider
4
38. Wagner
2
39. Zuckerbäcker
2
144
74
263
Seite 294
294/506
Tabelle XIII/1 (Fortsetzung)
IV. Konzessionierte Gewerbe
1. Fremdenführer
2. Fleischträger
3. Botengewerbe
4. Baumeister
5. Buchhandlungen
6. Elektroinstallateure
7. Frachtenrevisionsbüro
8. Gast- und Schankgewerbe
9. Giftverschleiß
10. Hufschmied
11. Inkassobüro
12. Installateure (Gas und Wasser)
13. Kraftfahrzeugmechaniker
14. Lastenbeförderung mit Kraftwagen
15. Mineralwasser
16.
Platzdienstgewerbe
17. Rattenvertilgung
18. Rauchfangkehrer
19. Realitäten- und Hypothekenbüro
20. Reisebüro
21. Steinmetz
22. Zimmermeister
Übersicht
I. Freie Gewerbe
II. Gebundene Gewerbe
III. Handwerksmäßige Gewerbe
IV. Konzessionierte Gewerbe
264
TBULB LI21121222
Verliehen Gelöscht
1
3
1
1
3
2
2653273322121211
1
68
26
Angemeldet Gelöscht
81
13
254
69
144
74
68
26
Zusammen
547
182
Seite 295
295/506
(Tabelle XIII/2
Stand der im Gewerberegister des Stadtmagistrates mit März 1947 enthaltenen
Gewerbeberechtigungen
I. Freie Gewerbe
Auslagenarrangeur
Autoverwertung
Bauunternehmung
Beratung
Bettfedernerzeugung
Brauereien
Herstellung diverser Artikel
Fabriksmäßige Betriebe
Feilbieten im Umherziehen
Frachtenverladung
Gepäcks- und Garderobenaufbewahrung
Gummireparaturen
Hundedressur
Informationsbüro
Klavierstimmer
Konzertagenturen
Heißmangelmaschinenbetrieb
Herstellung kunstgewerblicher Artikel
Lichtpausanstalten
Maskenleihanstalten
Masseure
Musikergewerbe
Landschaft- und Pressefoto
Obst most herstellung
Radioherstellung und Reparatur
Reparatur verschiedener Artikel
Patschenmacher
Sägewerke
Schönheitspflege
Spiel- und Sport warenherstellung
Steinbruch
Schreibbüro-Adressen-Reklame
Technisches Büro
Übersetzungsbüro
Verleger von Linoleum
Verleih diverser Gegenstände
Vervielfältigung
Vordruckgewerbe
3
3
16
17
2
2
62
80
6
8
3
4
3
1
6
26
3
2
14
2
3
1
7
6
24
14
21
3
2
46
10
5
3
15
1
10
Zusammen
438
II. Gebundene Gewerbe
Altmaterialienhandel
Antiquitätenhandel
Autogaragenbetrieb
Autowaschdienst
Baumaterialienhandel
Bierhandel
Briefmarkenhandel
Darm- und Saitlingshandel
Einzelhandel mit verschiedenen Gegenständen
Fahrradhandel, Handel mit Nähmaschinen usw.
Übertrag
16
13
16
96226936
129
19
241
265
Seite 296
296/506
Tabelle XIII/2 (Fortsetzung)
266
Übertrag
241
Farbwarenhandel
7
Foto, Film und Kino, Handel und Ausarbeitung
Galanterie warenhandel
Gebrannte geistige Getränke, Erzeugung und Handel
Gemischtwarenhandel
Glaswarenhandel
Gummiwarenhandel
Großhandel und Handel ohne Beschränkung
Handelsagenturen und Kommissionswarenhandel
Handel mit allen im freien Verkehr gestatteten Waren
Handel mit Büromaschinen und -Zubehör
Handel mit chirurgischen Artikeln
Handel mit Feuerlöschgeräten
Handel mit Gold- und Silberwaren, Uhren
Handel mit Haushalt- und Küchenartikeln
Handel mit Kirchengeräten
Handel mit Kraftfahrzeugen und -Zubehör
Handel mit Mineralöl und Treibstoffen
Handel mit Musikinstrumenten
Handel mit Optikerwaren
Handel mit Rauchrequisiten, Ansichtskarten, Reise-
andenken, Kanditen
9
19
55
312
3
189
4
281
436
7
1
1
13
4
6
17
21
11
2
40
Handel mit Radioapparaten und Zubehör, elektrischen
Artikeln, Schallplatten
18
Handel mit Schnittwaren, Manufaktur- und Kurz-
waren, Spitzen
Handel mit Sportartikeln
Handel mit technischen Artikeln
Häute und Felle, Handel und Verwertung
Holz- und Kohlenhandel
Huthandel
Käsereien, Molkereien, Milch- und Molkereiprodukten-
handel
Krawattenerzeugung
Kautschukstempel, Erzeugung und Handel
Konfektionswarenhandel
Konservenerzeugung
Korbwaren, Erzeugung und Handel
Kunstgewerbliche Gegenstände, Erzeugung und Handel
Kunst- und Handelsgärtner
Landesproduktenhandel
Lebensmittelhandel
Lederhandel
Lohnfuhrwerk mit Pferden und Lastkraftwagen
Mehl- und Getreideproduktenhandel
Marktfahrer
Maschinenhandel und Handel mit techn. Artikeln
Metall- und Eisenwarenhandel
Mineralwasser, Erzeugung; Füllung und Vertrieb
Möbelhandel
Natur- und Kunstblumen, Handel und Erzeugung
Obst- und Fruchtsäfte, Handel und Erzeugung
Obst- und Gemüsehandel
Ofenhandel
Papierwarenhandel
Parfümerie- und Toiletteartikel, Handel
Pelzwarenhandel
22
7
3
4
53
8
13
2
4
14
5
1
4
15
9
27
5
58
5
56
29
8
5
11
17
3
95
2
27
28
2
Übertrag 2239
Seite 297
297/506
Tabelle XIII/2 (Fortsetzung)
Pferdehandel, Handel mit Pferdegeschirr
Privatgeschäftsvermittlung
Reinigungsanstalt
Revision kaufmännischer Bücher, Verwaltung
Samenhandel
Sand- und Schottergewinnung
Übertrag
2239
1
7
2
82
4
31
6
8
23
Schuhcreme, Fußbodenpflegemittel, Schmiermittel, Er-
zeugung und Handel
Schuhwaren handel
Spediteure
Spielwarenhandel
Teppichhandel
Stahlwaren- und Eisenhandel
Teppichknüpfer
Textilwarenhandel
Versicherungsbüro
Viehhandel
Verkauf von heißen Würstchen
Wäschehandel
Weinhandel
Waffenhandel
Wohnungs- und Geschäftsvermittlung
Zuckerbäckerwarenhandel
6
4
2
1
33
4
11
5
3
27
3
7
26
Zusammen 2535
III. Handwerksmäßige Gewerbe
Asphaltierer
Bäcker
Bauhandwerker
Bildhauer
1
64
25
9
Buchbinder
19
Bürstenbinder
Chirurgische Instrumentenmacher
Drechsler (Pfeifenschneider)
Elektromaschinenbauer
4
4
14
2
Färber
Faẞbinder
Fleischhauer
Fotografengewerbe
9
6
77
45
Friseure
Galvaniseure
Gerber
Glaser
Glas- und Gebäudereiniger
Goldarbeiter
Goldsticker
120
3
16
36
11
20
1
Graveure
4
Gürtler
6
Hafner
ban
11
Handschuhmacher (Bandagisten)
9
Hutmacher
9
Isolierer
4
Karosseriebauer
1
Kleidermacher
390
Übertrag
920
267
Seite 298
298/506
Tabelle XIII/2 (Fortsetzung)
268
Korbflechter
Kraftfahrzengelektriker
Kürschner
Kupferschmiede
Maler
Mechaniker (Optiker)
Metallgießer
Modisten
Müller
Musikinstrumentenmacher
Pferdefleischhauer
Pflasterer
Posamentierer
Sattler
Schieferdecker, Dachdecker
Schirmmacher
Schlosser
Schmiede
Schuhmacher
Seifensieder
Seiler
Siebmacher
Spengler
Sticker
Stricker
Stukkateure
Tapezierer
Teppichknüpfer
Tierausstopfer
Tischler
Uhrmacher
Wachszieher
Wäscher und Plätter
Wäscheschneider
Waffen- und Munitionsverfertigung
Wagner
Weber
Zahntechniker
Zuckerbäcker
Übertrag
920
3
9
2
127
61
3
28
2
8
4
3
1
17
8
4
66
15
150
2
3
2
38
11
34
50
103
32
3
32
40
4
18
6
1
26
Zusammen
1732
IV. Konzessionierte Gewerbe
Ausgleichvermittlung
Boten, Träger
Bewachungsunternehmen
Baumeister
Brunnenmeister
Buchdrucker
Buch- und Kunsthandlung
Dienst- und Stellenvermittlung
Elektroinstallateure
Feuerwerksmaterialverfertigung und Verkauf
Flaschenbierabfüller
Frachtenrevisionsbüro
1
ban
5
60
1
9
51
45
2
2
3
Übertrag
183
Seite 299
299/506
Fremdenführer
Gastgewerbe
Gebäudeverwaltung
Giftverschleiß
Hufschmiede
Informationsbüro
Inkassogeschäfte
Tabelle XIII/2 (Fortsetzung)
Übertrag 183
6
Installateure
Kleinverschleiß gebrannter geistiger Getränke
Kraftfahrzeugmechaniker
Lastenbeförderung mit Lastkraftwagen
Leichenbestattungen
Margarineerzeugung
Maurermeister
Platzdienstgewerbe
Privatdetektiv
Rattenvertilgung
Rauchfangkehrer
Realitäten und Hypotheken-Vermittlung
Reisebüro
Sodawassererzeugung
Steinmetzmeister
Schuhputzer
Transport für Personen (periodisch)
Theaterkartenbüro
Trödler
Versteigerungs- und Pfandleihhäuser
Vervielfältigungsbüro
Wägeanstalten
Zimmermeister
Übersicht
I. Freie Gewerbe
II. Gebundene Gewerbe
III. Handwerksmäßige Gewerbe
IV. Konzessionierte Gewerbe
Angaben der Magistrats-Abteilung I.
399
17
23
10
4
13
44
13
40
95
7
21
76
2
5
16
23
4
6
8
5
1
17
3
5
2
26
Zusammen
1077
438
2535
1732
1077
Zusammen 5782
269
Seite 300
300/506
XIV. Land- und Forstwirtschaft
XIV/1. Bodennutzungserhebungen, Anbauflächen, Ertrag; Gemüseanbauerhebungen
Eine Förderung und Lenkung der Land- und Forstwirtschaft im Interesse des
Staates ist nur denkbar, wenn der Staatsverwaltung die Größe der Anbauflächen,
deren Verwendung und Ertrag bekannt ist. In Österreich wurden seit dem Jahre
1939 die Anbauflächen der verschiedenen Kulturarten alljährlich durch Boden-
benutzungserhebungen ermittelt, die bis zum Zusammenbruch des Deutschen
Reiches der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, hernach im Jahre
1945 die Tiroler Landesregierung und im Jahre 1946 das Bundesministerium für
Land- und Forstwirtschaft anordneten. Die unmittelbare Durchführung oblag nach
wie vor den Gemeinden, die endgültige Verarbeitung der Gemeindeergebnisse dem
Statistischen Zentralamt in Wien.
Den Bodenbenutzungserhebungen nach reichsdeutschem Muster liegt das,,Wirt-
schaftsprinzip" zugrunde. Nach diesem ist die Summe der,,Wirtschaftsflächen der
Betriebe" und die,,Wirtschaftsfläche der Gemeinde" festzustellen und zu gliedern.
Als,,Wirtschaftsfläche eines Betriebes" wird die Summe aller Grundflächen, die
von einem Betriebsinhaber bewirtschaftet werden, angesehen. Es gehören hiezu
alle Eigentums- und Pachtflächen, und zwar die land- und forstwirtschaftlich ge-
nutzten, wie auch die zum Betrieb gehörigen nicht produktiven Flächen (verbaute
Flächen, Wege, Gewässer, Ödland usw.). Hiebei ist es gleichgültig, wenn Flächen
in einer fremden Gemeinde liegen; Voraussetzung, daß sie für die eigene Gemeinde
zu zählen sind, ist, daß sie von der eigenen Gemeinde aus bewirtschaftet werden,
d. h. daß der Wirtschaftshof oder der Meierhof oder die Verwaltung in der eigenen
Gemeinde liegt. Flächen, die in einer fremden Gemeinde liegen und von der eigenen
Gemeinde aus bewirtschaftet werden, werden als ,,eigene Überländer" und Flächen,
die zwar in der eigenen Gemeinde liegen, aber von einer fremden Gemeinde aus be-
wirtschaftet werden, als ,,fremde Überländer" bezeichnet. Als ,,Betrieb" gilt bei
den Bodenbenutzungsaufnahmen jede Wirtschaftseinheit von mindestens einem
halben Hektar an, weiters, allerdings mit Ausnahme der Aufnahmen in den Jahren
1945 und 1946, jeder Erwerbsgartenbaubetrieb ohne Rücksicht auf seine Größe.
Die übrigen Wirtschaftseinheiten, in der Regel also unter einem halben Hektar,
werden als ,,Kleinbetriebe" oder,,Kleinflächen" bezeichnet. Die,,Wirtschatfs-
fläche der Gemeinde" besteht 1. aus der Summe der Wirtschaftsflächen der Betriebe,
2. aus der Summe der Flächen der Kleinbetriebe und 3. aus der Summe der Flächen
außerhalb aller Betriebe im weiteren Sinne. Zu den Flächen unter Punkt 3 zählen
Öd- und Unland, unkultivierte Moorflächen, Gebäude- und Hofflächen, Fabrik-
anlagen, Industriegelände, Lagerplätze, Straßen, Eisenbahnflächen, Friedhöfe,
Sport-, Flug- und Übungsplätze, Gewässer und Kahlgebirge usw., soweit sie nicht
zu einem Betrieb gehören. Die Wirtschaftsflächen der Betriebe sind unter Ver-
wendung reich gegliederter Fragebogen auf Grund der Angaben der Betriebsinhaber
von den Erhebungsorganen der Gemeinde, Betrieb für Betrieb, festzustellen. In
dieser Ermittlung liegt das Schwergericht der ganzen Erhebung. Die Summe der
270
Seite 301
301/506
Flächen der Kleinbetriebe war bisher, mit Ausnahme des Jahres 1946, gleich wie
die der Flächen außerhalb aller Betriebe zu schätzen. Die auf diese Weise
gewonnene Wirtschaftsfläche wird sich mit der Katasterfläche einer Gemeinde selten
decken, da die Wirtschaftsfläche auch Flächen einer fremden, meist benachbarten
Gemeinde als eigene Überländer enthalten werden und Teile der eigenen Kataster-
fläche als fremde Überländer nicht mitgerechnet werden dürfen. Wirtschaftsfläche
und Katasterfläche könnten nur dann gleich sein, wenn entweder überhaupt keine
Überländer vorhanden oder die Flächen der eigenen und fremden Überländer gleich
wären. Immerhin gibt die Katasterfläche Anhaltspunkte zur Schätzung und bleibt
ein Hilfsmittel zur Überprüfung der annähernden Richtigkeit der gefundenen Wirt-
schaftsfläche. Ein Instruktionsblatt enthält dementsprechend unter anderem die ein-
fache Formel: Wirtschaftsfläche der Gemeinde Katasterfläche der Gemeinde plus
eigene Überländer minus fremde Überländer. Sie ist aber nur anzuwenden, wenn man
die Flächen der eigenen und fremden Überländer kennt. Hier zeigen sich die Schwierig-
keiten, die eine Erhebung nach dem sogenannten Wirtschaftsprinzip, das sachlich
zweifellos Vorteile hat, in der Praxis bereitet. Der Stand der fremden Überländer
kommt der Gemeinde im Zuge der Erhebung nicht zur Kenntnis, denn der Inhaber
des Wirtschaftshofes in der fremden Gemeinde hat nur dieser - der Betriebsbogen
des Jahres 1946 mit seiner Übersicht über die Lage der Wirtschaftsflächen war ein
bedeutender Fortschritt-seine Überländer gesondert nach ihrer Lage bekannt zu
geben, die für die fremde Gemeinde eigene sind. Die Gemeinde kann also durch eine
Umfrage wenigstens bei den Nachbargemeinden-Innsbruck ist von 13 umgeben
Fläche und Nutzung der in ihr liegenden fremden Überländer erfahren. Die Lokal-
kenntnisse der Erhebungsorgane in dieser Hinsicht fallen bei einer Gemeinde von der
Größe Innsbrucks erfahrungsgemäß nicht in die Waagschale. Bei den eigenen Über-
ländern, die zwar der eigenen Gemeinde vom Betriebsinhaber angegeben werden, kann
die Schwierigkeit in der Beurteilung liegen, ob es sich tatsächlich um ein Überland
handelt, d. h. ob eine bestimmte Fläche in einer fremden Gemeinde wirklich von der
eigenen Gemeinde aus bewirtschaftet wird, oder ob sie als selbständiger Einzelbetrieb
mit eigener, einer Zentralstelle in der eigenen Gemeinde nur unterstellten Verwaltung
anzusehen ist und der Gemeinde zugehört, in der sie liegt (Förstereien, Almbetriebe
usw.); in solchen Fällen kann es vorkommen, daß Wirtschaftsflächen von beiden
in Frage kommenden Gemeinden gezählt oder überhaupt nicht erfaßt werden.
Wie sehr sich die Beurteilung der Frage, von wo aus eine Fläche verwaltet oder
bewirtschaftet wird, geändert hat, ergibt sich aus der Tatsache, daß im Jahre 1939
für die wenigen Großbetriebe von Innsbruck eine Gesamtbetriebsfläche von 27 096 ha
(zum Großteil allerdings Kahlgebirge) ausgewiesen wurde, der heute das statistische
Amt mit Sicherheit nur eine Fläche von 3070 ha gegenüberstellen kann. Exakte
Ergebnisse von Erhebungen nach dem Wirtschaftsprinzip ließen sich mit geeigneten
Formblättern nur bei gründlicher Schulung der Erhebungsorgane, bei entsprechender
Belehrung und gutem Willen der Betriebsinhaber und bei enger Zusammenarbeit
der Gemeinden, besonders der Nachbargemeinden, erreichen.
Die Bodenbenutzungsaufnahmen wurden regelmäßig im Mai und Juni eines
jeden Jahres im Laufe von ungefähr 4 Wochen durchgeführt. Zur Aufnahme der
Betriebe im engeren Sinne waren in Innsbruck in den Jahren 1943-46 neben
einigen städtischen Angestellten 9-17 ehrenamtliche Erhebungsorgane eingesetzt,
die zur Erfüllung ihrer Aufgabe insgesamt 54 bis 134 Arbeitstage benötigten. Die
Schwankungen in der Zahl der Erhebungsorgane und ihrer Arbeitstage waren
durch gleichzeitig vorzunehmende andere Erhebungen, bzw. Ermittlung der land-
wirtschaftlichen Arbeitskräfte oder der landwirtschaftlichen Maschinen, bedingt.
271
Seite 302
302/506
Die Gesamtergebnisse der Bodenbenutzungsaufnahmen der letzten 4 Jahre sind
in der Tabelle XIV/1 A einander gegenübergestellt; sie sind zur besseren Vergleich-
barkeit auf die Form der Erhebung vom Jahre 1945 gebracht, die nur sieben Kultur-
arten der Flächen vorsah, während die Erhebung vom Jahre 1943 sechzehn, die
von 1944 zehn und die letzte zwölf vorschreibt. Während diese Tabelle die Wirt-
schaftsfläche der Gemeinde und ihre Aufteilung auf die einzelnen Kulturarten
zeigt, bringt die Tabelle XIV/1 B die Gegenüberstellung der Summen der Wirt-
schaftsflächen der Betriebe von 2 ha an. Das Bild, das sich aus den Endsummen
ergibt, ist folgendes:
Flächen
1943
1944
1945
1946
ha
ha
ha
ha
Wirtschaftsfläche der Gemeinde
11436.81
11295.14
11295.14
11240.71
Summe der Wirtschaftsflächen der
Betriebe
6001.43
6216.70
5892.36
5979.96
Durch das Überwiegen der eigenen Überländer über die fremden war die Wirt-
schaftsfläche der Gemeinde stets größer als ihre Katasterfläche (10176 ha); die
Wirtschaftsfläche der Gemeinde ergab sich im Jahre 1946 nach der eingangs erwähn-
ten Formel Wirtschaftsfläche = Katasterfläche 10176 ha plus eigene Überländer
1090 ha minus fremde Überländer 25 ha. Das auffallendste an der Tabelle XIV/1 A
ist der plötzliche Rückgang der Ackerfläche im Jahre 1946. In diesem Jahr trat
auf Verlangen der Landwirtschaftskammern an Stelle der bis dorthin üblichen
Schätzung der land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen unter einem halben
Hektar, bei der die Zahlen des Katasters instruktionsgemäß als beiläufige Richt-
schnur angenommen worden waren es wies z. B. für Ackerland 782 ha aus - die
Erfassung: die dem Amte,, bekannten Inhaber von Kleinstbetrieben und die
Obmänner von Schrebergartenvereinigungen oder anderen Kleingartenanlagen"
waren zu vernehmen und ihre Angaben in eine eigene Liste einzutragen. Waren die
Schätzungen zu hoch, so war diese Erfassung infolge ihrer von vornherein zu er-
wartenden Lückenhaftigkeit zu nieder. Dem Vernehmen nach will man nach den
gemachten Erfahrungen künftighin wieder zur Schätzung der Kleinflächen zurück-
kehren. Der allmähliche Rückgang des Ackerlandes der Betriebe von 12 ha an,
wie ihn die Tabelle XIV/1 B zeigt, läßt sich mit Zerstörungen während des Krieges,
mit anderer Verwendung und mit der Rückgabe gepachteter Überländer erklären;
vielleicht mag auch das seit dem Wegfall des nationalsozialistischen Druckes hin
und wieder aufgetretene Bestreben, die wertvollsten Gründe möglichst knapp an-
zugeben, mit eine Rolle gespielt haben.
Die Tabelle XIV/1 C vermittelt die Einzelergebnisse der Bodenbenutzungs-
erhebung des Jahres 1946 in der für dieses Jahr vorgeschriebenen Form des,,Ge-
meindebogens" in 12 Kulturarten und 55 Verwendungsarten des Acker- und Garten-
landes. Unter Benützung der in der Tabelle XIV/1 D wiedergegebenen Durchschnitts-
ziffern kann der Ertrag der landwirtschaftlich genutzten Flächen annähernd be-
rechnet werden; die Ergebnisse sind, gemessen an dem Bedarf der Stadt mit rund
100000 Einwohnern recht bescheiden. So ergibt sich beispielsweise an Weizen und
Roggen ein durchschnittlicher Ertrag von 42129 kg, an Früh- und Spätkartoffeln
von 934379 kg, Erträge, aus denen jeder Einwohner im Jahr mit 42 dkg unge-
mahlenem Brotgetreide und mit 9.3 kg Kartoffeln beteilt werden könnte.ba...coul
272
Seite 303
303/506
Aus den folgenden Tabellen XIV/1 E₁, E, und E, lassen sich die Anteile der land-
wirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzten Gesamtfläche an der Wirtschafts-
fläche der Gemeinde sowie die Anteile der einzelnen Kulturarten an diesen Flächen
ablesen. Weiters geben sie Aufschluß über die Zahl und Gesamtwirtschaftsfläche
der Betriebe, geordnet nach Größentypen und ihrem Anteil an land- und forst-
wirtschaftlicher Nutzung. Die landwirtschaftlich genutzte Gesamtfläche beträgt
2462.49 ha, die forstwirtschaftliche 4775.62 ha, das sind 21.91%, bzw. 42.48% der
Wirtschaftsfläche der Gemeinde; in der forstwirtschaftlich genutzten Fläche sind
über 1000 ha fremdes Waldland als eigene Überländer enthalten. Der Anteil des
Waldlandes an der land- und forstwirtschaftlich genutzten Fläche ist daher im
Vergleich zur landwirtschaftlich genutzten Fläche besonders hoch (65.99% : 34.01%).
Unter den 612 Betrieben stehen die 255 Zwergbetriebe ihrer Zahl nach an erster
und ihrer Gesamtfläche von 279.61 ha nach an letzter Stelle, während die sechs
Großbetriebe in ihrer Zahl an letzter, mit ihrer Fläche von 3070.95 ha weitaus
an erster Stelle stehen; auf sie entfällt mehr als die Hälfte der Gesamtwirtschafts-
fläche der Betriebe.
Den größten Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche haben die 170 mittel-
bäuerlichen Betriebe mit 957.24 ha (60.9%), den an der forstwirtschaftlichen Nutzung
die Großbetriebe mit 2581.74 ha (84%). Im großen und ganzen deckt sich der Auf-
bau der Betriebe in Innsbruck mit der Struktur der österreichischen Landwirtschaft.
Auf Ende August 1946 wurde vom Bundesministerium für Land- und Forst-
wirtschaft eine,,Nacherhebung zur Bodenbenutzungsaufnahme" angeordnet. Durch
diese Erhebung mußte ermittelt werden, welche Zwischenfrüchte nach Aberntung
des bei der Bodenbenutzung erfaßten Getreides angebaut wurden, ob und von
welchen Flächen Samen von bestimmten Kleearten geerntet wurden und ob und
in welchem Ausmaße Spätsaaten von Flachs und Hanf vorhanden waren. Im Gegen-
satz zur Bodenbenutzung desselben Jahres hatte sich die Nacherhebung nur auf Be-
triebe von mindestens 12 ha zu erstrecken. In 163 von 612 land- und forstwirtschaft-
lichen Betrieben wurden an Zwischenfrüchten 45.89 ha und an Flächen zur Samen-
gewinnung von Rotklee und Luzerne 3.27 ha festgestellt; Spätsaaten von Flachs
und Hanf gab es nicht. Der Nachanbau betrug demnach 10.9% der bei der Boden-
benutzungsaufnahme ermittelten Acker- und Gartenfläche der Betriebe von
445.89 ha.
Eine besondere Stellung in der Anbauflächen-Ermittlung nimmt die Erhebung
des Gemüseanbaues ein. Unter deutscher Herrschaft wurden im Jahr zwei Er-
hebungen über den Gemüseanbau anbefohlen, eine im März über den geplanten
Gemüseanbau und eine im September über den endgültigen, d. h. über den im be-
treffenden Jahr tatsächlich durchgeführten Gemüseanbau. Zu erfassen waren alle
Betriebe, die Gemüse auf Freiland zum Verkauf angebaut hatten. Den Betriebs-
inhabern in Innsbruck wurden Fragebogen zugesandt, die sie ausgefüllt an einem
bestimmten Tag im Statistischen Amte abzuliefern hatten, wobei ihre Angaben
sofort durch Gartenbau-Sachverständige überprüft wurden. Sowohl die Planung
im Frühjahr, als auch die Erfolgsberichterstattung im Herbst, bereiteten den zu-
meist geschäftlich geschulten Betriebsinhabern keine besonderen Schwierigkeiten.
In den Jahren 1943 und 1944 war das Ergebnis des endgültigen Gemüseanbaues
von 78, bzw. 81 in Frage kommenden Betrieben mit einer Gesamtwirtschaftsfläche
von etwas über 90 ha, das eine Mal 203 ha 62 a, das andere Mal 190 ha 55 a; in
beiden Fällen wurde also die Gesamtfläche für den Hauptanbau, die Zwischen-
nutzung und den Vor- und Nachanbau mehr als zweimal verwendet. Die Tabelle
XIV/1 F mit den Teilergebnissen im Anbau von 33 Gemüsearten und von Erdbeeren
18
273
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ist ein Beispiel für die unter Deutschland üblich gewesene Feststellung des end-
gültigen Gemüseanbaues.
Im Jahre 1945 wurde angesichts der gegebenen Verhältnisse weder im Frühjahr
noch im Herbst von irgendeiner Seite eine Erhebung anbefohlen.
Im neuerstandenen Österreich ordnete das Bundesministerium für Land- und
Forstwirtschaft erstmals im Mai 1946 eine Erhebung des Frühjahrsanbaues von
Gemüse und Erdbeeren an. Die Erhebung hatte sich entsprechend dem von
den Landwirtschaftskammern gestellten Verlangen, im Gegensatz zu den
früheren Erhebungen, auf das ganze" Gemüse, also nicht nur auf das für
den Verkauf bestimmte Gemüse, zu erstrecken. Jeder,,Gemüseanbauer" hätte
nach dem Wortlaut des Erlasses in eine Liste eingetragen und sein Gemüse-
anbau darin von einem amtlichen Erhebungsorgan nach Art und Umfang vermerkt
werden sollen. Nach dieser Anordnung, deren Zweck nicht bekanntgegeben wurde,
wären in Innsbruck außer den rund 80 auf Erwerb gerichteten Betrieben vielleicht
5-6 Tausend Klein- und Kleinstgärtner, die außerberuflich in zusätzlicher Arbeit
ihren eigenen Gemüsebedarf zu decken suchten, zu erfassen gewesen. Nach einer
Rückfrage an das Statistische Zentralamt in Wien, suchte das Statistische Amt
dem erhaltenen Auftrag unter den gegebenen Verhältnissen auf folgende Weise
gerecht zu werden: der Anbau des zum Verkauf bestimmten Gemüses wurde wie
bisher erhoben, der Anbau des für den Eigenbedarf vorgesehenen Gemüses berechnet.
Um für diese Berechnung Grundlagen zu erhalten, wurden vorher in den Siedlungen
und Kleingartenanlagen auf verschiedenen Teilstücken zu ungefähr 5000 bis 6000 m²
gewissenhafte Messungen durchgeführt und das perzentuelle Verhältnis der für den
Gemüsebau verwendeten Flächen zur Gesamtbodenfläche und der Anteile der
34 in Frage kommenden Gemüsearten an der Gemüseanbaufläche festgestellt. Auf
Grund der erhaltenen Zahlen wurden die Gemüseanbauflächen der Siedler, der
Schrebergartenanlagen, der Gemeinschaftsküchen und des Anbaues auf dem übrigen
aus dem Grundsteuerkataster bekannten Gartenlandes berechnet und auf die
einzelnen Gemüsearten verteilt. Die Vermessungsarbeiten wurden von 3 Gärtnern
der hiesigen Gartenbauvereinigung und von 5 Erhebungsorganen in zusammen
30 Arbeitstagen geleistet. Diesen Erhebungsarbeiten begegneten die Kleinstgärtner
aller Art, die nur für ihren Eigenbedarf arbeiteten, mit größtem Mißtrauen. Sie
fürchteten wegen ihrer Selbsthilfe und ihres Fleißes von allgemeinen Gemüsezuteilun-
gen ausgeschlossen und vielleicht zu Zwangsablieferungen verpflichtet zu werden;
ihr Mißtrauen war umso verständlicher, als das Amt über den Zweck der angeord-
neten Erfassung jedes Stückchens Gemüsegrund keine Auskunft geben konnte.
Das Ergebnis dieser ersten neuartigen Erhebung des Frühjahrsanbaues war
folgendes: 65 ha 34 a dienten zum Anbau von Verkaufsgemüse, 20 ha 63 a wurden
von physischen und juristischen Personen mit Gemüse für ihren Eigenbedarf bestellt.
Die Tabelle XIV/1 G enthält die Verteilung des gesamten für den Gemüseanbau
im Frühjahr verwendeten Grundes von 85 ha 97 a auf 34 Gemüsearten und Erd-
beeren. Die nachstehende Übersicht veranschaulicht die Verteilung der Gesamt-
fläche auf die verschiedenen Gruppen von Gemüseanbauern.
1. Berufsgärtner und Landwirte
2. Anstalten, Sanatorien, Klöster, Gemeinschaftsküchen
3. Siedler
4. Schrebergärtner
5. Gemüseanbauer für den Eigenbedarf auf dem übrigen Gartenland.
Insgesamt
653373 m²
20428 m²
21 691 m2
76975 m²
87 249 m²
859716 m²
274
Seite 305
305/506
Die notgedrungen durchgeführten Erhebungen zeitigten nebenbei die lückenlose
Erfassung der Siedler und die erstmalige Aufnahme der Schrebergärten und der
von den Gemeinschaftsküchen benützten Flächen. Die Wirtschaftsflächen des
Gefangenhauses, des Krankenhauses, der Sanatorien und der Klöster waren von
der Bodenbenutzungserhebung her bekannt. Auf die 3 Siedlungen zusammen ent-
fallen 21 ha 24 a Gartenland, die Zahl der Siedler beträgt 241, ihre Flächenanteile
sind 750-915 m². Schrebergärtner wurden vorläufig 2573 auf einer Grundfläche
von 26 ha 08 a gezählt. Überraschend war die Verschiedenheit der Intensität der
Ausnützung der zur Verfügung stehenden Flächen und die Verschiedenheit der an-
gebauten Gemüsearten. Die Berufsgärtner nützten ihren Grund für Gemüseanbau-
also ohne Kartoffeln, Mais, Beerenobst, Tabak - zu 83%, die Schrebergärtner und
Gemeinschaftsküchen zu 30%, die Siedler in der Sieglanger-Siedlung zu 16.6%, in
der Lohbachsiedlung zu 8.9% und in der Hörtnaglsiedlung zu 6.4%. Daß die Gemüse-
arten bei den Erwerbsgärtnern am reichhaltigsten waren, liegt in der Natur der
Sache; bei den übrigen richteten sie sich nach den individuellen Bedürfnissen.
Als Gegenstück zur Erhebung des Frühjahrsanbaues wurde vom Bundesmini-
sterium für Land- und Forstwirtschaft auf das letzte Drittel des August 1946 eine
Erhebung über den Nachanbau von Gemüse und Erdbeeren anberaumt. Im Gegen-
satz zur Frühjahrserhebung wurde den Gemeinden ausdrücklich das Recht ein-
geräumt, die Gemüseflächen der Siedler und Schrebergärtner und die Gemüseflächen
in verstreut liegenden Hausgärten zu schätzen und das Ergebnis schätzungsweise
auf die einzelnen Gemüsearten aufzuteilen. Die im Frühjahr vom Statistischen
Amte angewendete Erhebungsmethode wurde im wesentlichen beibehalten. Bei
den neuerlichen Messungen von Teilstücken zeigte sich die schwache Ausnützung
des vorhandenen Grundes für den Gemüseanbau noch deutlicher als im Frühjahr:
in den Schrebergärtenanlagen betrug sie 8.12% gegenüber 30%, in der Sieglanger-
Siedlung 1.35% gegenüber 16.6%, in der Lohbachsiedlung 1.9% gegenüber 8.9% und
in der Hörtnaglsiedlung 0.7% gegenüber 6.4% im Frühjahr. Im ganzen wurde im
August eine Gemüsefläche einschließlich der Erdbeeren von 42 ha 04 a 22 m² fest-
gestellt, von der 35 ha 59 a zum Anbau von Verkaufsgemüse und 6 ha 44 a zum
Anbau von Gemüse für den Eigenbedarf dienten. Die Anteile der verschiedenen
Gruppen von Gemüsebauern sind:
1. Berufsgärtner und Landwirte
2. Anstalten, Sanatorien, Klöster und Gemeinschaftsküchen.
3. Siedler
4. Schrebergärtner
355 988 m²
23 708 m²
3326 m²
20560 m²
5. Gemüseanbauer für den Eigenbedarf auf dem übrigen Gartenland. 16840 m²
Insgesamt
420422 m²
Aus der Tabelle XIV/1 G ist auch die Aufteilung des im Herbst ermittelten
Gemüselandes auf die einzelnen jahreszeitlich bedingten Gemüsearten zu entnehmen.
Die Summe der Ergebnisse der Frühjahrs- und Herbsterhebung des tatsächlichen
gesamten Gemüseanbaues samt Erdbeeren in Innsbruck: 85.97 ha plus 42.04 ha =
128 ha 1 a, steht dem letzten Erhebungsergebnis des endgültigen Gemüseanbaues
vom Jahre 1944-190 ha 55 a-um 62 ha 54 a nach. Die außergewöhnliche Trocken-
heit im Jahre 1946 und die Methode der Erhebung in zwei Zeitpunkten mag einiger-
maßen die Ursache des auffallenden Rückganges sein.
18°
275
Seite 306
306/506
XIV/2. Fischfang
Das Fischereiwesen in Tirol ist durch das Fischereigesetz vom 5. März 1925,
LGBl. 25, und durch die Durchführungsverordnung der Tiroler Landesregierung
vom 31. Dezember 1925, LGBl. 1 aus 1926, geregelt. Für die Ausstellung der Fischerei-
scheine gelten noch die Bestimmungen der Kundmachung des Reichskommissärs
für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich vom 21. April 1939,
Nr. 578 des Gesetzblattes für Österreich, Seite 2161. Das Fischereigesetz vom
Jahre 1925 hatte die auf § 382 ABGB. beruhende Befugnis zum freien Fischfang
aufgehoben und zur Anbahnung eines ordentlichen Fischereibetriebes unter anderem
die Bildung von Revieren (Eigenreviere und Pachtreviere) und von Revieraus-
schüssen oder an deren Stelle die Einsetzung von Revierverwaltern vorgesehen.
Im Jahre 1935 war die Revierbildung beendet und damit die Voraussetzung zur
Wahl ein Revier gleich eine Stimme der für jeden politischen Bezirk aufzu-
stellenden Revierausschüsse gegeben.
Nach der Annexion Österreichs wurde ein Landes-Fischereiverband Alpenland,
eine Einrichtung des Reichsnährstandes, geschaffen, der zuerst seinen Sitz bei der
Landesbauernschaft in Salzburg hatte, später aber infolge der Trennung der Bauern-
schaften Salzburg und Tirol-Vorarlberg nach Innsbruck verlegt wurde. Der Verband
hatte als Unterverband die Bezirks-Fischereivereinigung Tirol und diese Orts-
Fischereivereinigungen in Innsbruck und anderen größeren Orten. Die Revieraus-
schüsse wurden, mit Ausnahme des Bezirkes Innsbruck-Stadt und -Land, dessen
Obmann auch der im Jahre 1876 gegründeten Fischereigesellschaft Innsbruck
vorstand, beseitigt und an ihrer Stelle Revierverwalter eingesetzt. Mit vieler Mühe
gelang es der Fischereigesellschaft, als Verein aufgelöst und übergeleitet in den
Landesverband, ihren Besitzstand zu erhalten. Nach dem Zusammenbruch des
Reiches wurden die Revierverwalter belassen, der Revierausschuß des Bezirkes
Innsbruck-Stadt und Land aufgehoben und sein Obmann als Revierverwalter be-
stellt. Der Landes-Fischereiverband mit seinen Untergliederungen verfiel der Auf-
lösung. Vorschläge für eine Neuorganisation wurden wohl im Jahre 1945 der Landes-
bauernschaft überreicht, aber bis heute nicht erledigt.
Im Stadtgebiet Innsbruck liegen folgende Reviere:
16: Inn linkes Ufer von der westlichen Stadtgrenze bis zum Markstein beim Tier-
garten,
18a: Inn rechtes Ufer von der westlichen Stadtgrenze bis zur Universitätsbrücke,
19: Inn beiderseits in Fortsetzung der Reviere 16 und 18a bis zur Weiherburg,
bzw. Silleinfluß,
20: Inn linkes Ufer vom Weiherburgbach bis zur östlichen Stadtgrenze,
21: Inn rechtes Ufer vom Silleinfluß bis zum Ampasser Bach,
31: Höttinger Gießen mit Tiergartenwässern vom Ursprung bis zur Mündung in
den Inn (früher 31a),
Lohbach vom Harterhof bis zum Gießen (früher 31b),
Lohbach vom Ursprung bis östliche Grenze des Harterhofes (früher 31c),
44: Sill vom Sonnenburger Tunnel bis zur Mündung in den Inn und Viller Bach
vom Ursprung bis zur Einmündung in die Sill (früher 65).
276
Seite 307
307/506
Die Vereinigung der früheren Reviere 31b und 31c mit 31a und die Umbenennung
in Revier 31 wurde vom Reichsstatthalter in Tirol und Vorarlberg am 3. 5. 1943,
die Vereinigung des Revieres 65 mit 44 am 22. 12. 1942 verfügt. Die Fischereigesell-
schaft bezeichnet sich als Besitzerin der Reviere 16, 18a, 20 und 21 und als Pächterin
der Reviere 19-Eigenrevier der Stadt Innsbruck und des neuen Revieres 31,
das aus 31a Eigenrevier der Stadt Innsbruck, 31b Eigenrevier der Innarchen-Ge-
nossenschaft und 31c Eigen- und Schonrevier Hörtnagl-Harterhof gebildet wurde.
Das Pachtrevier 44 wird vom Fischereipachtverein Innsbruck bewirtschaftet; es
gehört zu 36.4% dem Stift Wilten, zu 31.75% der Firma Herrburger und Rhomberg,
zu 13.35% dem Franz Tollinger, Sillhöfe, zu 12.45% der Stadtgemeinde und zu
6.05% der Fanni Stolz, Tivoli.
Die Hauptgrundlage der reichseinheitlichen statistischen Erfassung der Fischerei-
fangergebnisse war das Gesetz vom 6. 7. 1938, RGBl. I, Seite 798. Auf Österreich
wurde es mit 15. 1. 1939 durch die Verordnung über die Einführung des Gesetzes
über die Statistik der Fischereifangergebnisse im Lande Österreich vom 27. 1. 1939,
RGBl. I. Seite 279, angewendet. Alle Personen, die zur Ausübung des Fischfanges
Fischereischeine erhalten hatten, mußten ihre Fangergebnisse alljährlich dem
Landrat, bzw. dem Oberbürgermeister bekanntgeben. Mit Erlaß vom 1. Dez. 1944
wurde die Reichsstatistik über Binnenfischerei eingestellt. Im neu erstandenen
Österreich zog das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft bei den
Fischereirevierverwaltern Erkundigungen über die im Jahre 1945 und 1946 vor-
handenen Fischereibetriebe ein; vielleicht kann hierin ein Ansatz zu einer staatlichen
österreichischen Fischereistatistik erblickt werden.
In der Tabelle XIV/2 wird wohl über die Fangergebnisse in den von der Fischerei-
gesellschaft bewirtschafteten Revieren vom Jahre 1938 an ein lückenloses Bild
gegeben; das Gesamtergebnis im ganzen Stadtgebiet kann nur für die drei Jahre
1941, 1942 und 1943 ausgewiesen werden. Die angegebenen Gesamtfangergebnisse
von 341, bzw. 345 und 392 kg Forellen und Äschen genügen zur Beurteilung der
Ertragfähigkeit der Gewässer Innsbrucks unter normalen Verhältnissen. Die sich
über neun Jahre erstreckende ununterbrochene Zahlenreihe der Fischereigesell-
schaft aber mit den Fangergebnissen von 135, 199, 158, 173, 339, 277, 240, 49 und
23 kg lassen sowohl den Aufstieg bei sorgfältiger Hege als auch die Wirkungen der
Nachkriegszeit unschwer erkennen. Nach dem Einmarsch der Amerikaner fischte
alles und auf jede Weise, auch mit Handgranaten, Netzen und Legangeln. Seither
hat sich vieles gebessert. Immerhin ist es bemerkenswert, daß die französische
Besatzungsmacht für sich das Recht beansprucht, in allen Gewässern zu fischen.
Es wird vieler Mühe und eines großen Aufwandes an Geldmitteln bedürfen, die
frühere Blüte der Sportfischerei in Innsbruck - eine Berufsfischerei gibt es in
Innsbruck nicht wieder zu erreichen. Der Wert der Fangergebnisse wurde bis
einschließlich 1944 nach dem Sportfischereipreis von RM 4.- für 1 kg Forellen
und RM 3.- für 1 kg Äschen berechnet, von 1945 an im Vergleich zu den Fleisch-
preisen mit S 12.- für Forellen und S 10.- für Äschen angenommen. Ein Verkauf
von Fischen an Gasthöfe oder Händler hat in den letzten Jahren bei dem gering-
fügigen Fangergebnis wohl kaum stattgefunden.
XIV/3. Jagd
Im Jagdwesen gilt gegenwärtig mangels landesgesetzlicher Bestimmungen im
Sinne des Gesetzes vom 10. Juli 1945, StGBl. 71, vorläufig noch das Reichsjagd-
gesetz vom 3. Juli 1934, RGBl. I, S. 549, in der Fassung vom 3. 4. 1938, RGBI. I,
277
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S. 410, mit einigen Änderungen. Ein tirolisches Landesjagdgesetz ist in Vorbereitung¹).
Die Einteilung in Jagdreviere geht auf das kaiserliche Jagdpatent vom 7. März
1849, RGBl. 154, zurück.
Während der deutschen Herrschaft wurde die Statistik über den Wildstand und
den Abschluß für die Jagdkreise, die sich meist mit den Landkreisen deckten, von
den Kreisjägermeistern, für das Gaugebiet vom Gaujägermeister geführt. Die letzte
dieser Statistiken wurde für das Jagdjahr (vom 1. 4. bis 31. 3.) 1944/45 aufgestellt.
Vom Jahre 1946 an wird die Jagdstatistik von der Landesforstinspektion geführt.
Laut Tabelle XIV/3 sind im Stadtgebiet Innsbruck 5 gemeinschaftliche Jagd-
gebiete mit einer Fläche von 6501 ha und 1 Eigenjagdgebiet im Ausmaße von
1139 ha. In den 5 gemeinschaftlichen Jagdgebieten war im Jagdjahr 1944/45 ein
Wildstand von 30 Gemsen und 250 Rehen, abgeschossen wurden in diesem Jahr
2 Gemsen und 10 Rehe. Als Fallwild wurden 10 Rehe angegeben.
Über die Gleirschtal-Jagd können keine Zahlen genannt werden; sie war seit
jeher mit der Karwendel-Jagd zusammengelegt und die Aufzeichnungen über den
Wildbestand und Abschuß wurden nicht getrennt geführt. Vom Jahre 1946 an
wird von der Landes-Forstinspektion eine neue Jagdstatistik aufgestellt.
Bis zum Kriegsende war der Wildstand trotz einiger strenger Winter, trotz des
Mangels an Wildfutter und des durch den Krieg bedingten erhöhten Abschusses
gut. Mit der Besetzung des Landes durch die Amerikaner und Franzosen und der
Entwaffnung der Jagdschutzorgane, die sich natürlich auch Einheimische und ver-
setzte Personen als Wilderer zunutze machten, begann ein gewaltiger Rückgang.
Mit der französischen Besatzungsmacht konnten in der Folge geordnete Verhält-
nisse angebahnt werden. General Bethouart beanspruchte die Jagd in den großen
Staatsjagdgebieten, vor allem im Karwendel, im übrigen wurde den Angehörigen
der Besatzungsmacht ein Viertel des der Abschuẞplanung unterliegenden Wildes
vorbehalten; hiezu zählen das Rotwild, Gems- und Rehwild, Auerhahn, Spielhahn
und Murmeltier. Das übrige Wild, z. B. Hasen, können von den Franzosen das
ganze Jahr gejagt werden.
In den verkehrsoffenen Gebieten litt der Wildstand in Tirol natürlich weit mehr
als in den entlegenen Tälern. Im Durchschnitt kann eine Herabsetzung der Wild-
bestände auf die Hälfte jener des Jahres 1944/45 angenommen werden. Für die
5 gemeinschaftlichen Jagdgebiete Innsbrucks wird der Wildstand im Jahre 1946 auf
20 Gemsen und 80 Rehe geschätzt. Es wird einer mehrjährigen Aufbauarbeit
bedürfen, die Jagd wiederum auf die alte Höhe zu bringen.
F.
1) Gesetz vom 12. Nov. 1947, LGBl. Nr. 8 aus 1948, betreffend die Regelung des Jagd-
wesens in Tirol.
278
ssing
noy
Seite 309
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Tabelle XIV/1A
Übersicht
Die Ergebnisse der Bodenbenutzungserhebungen 1943-1946¹)
Wirtschaftsfläche der Gemeinde
Jahr
1943
1944
1945
1946
Kulturarten und sonstige Flächen
ha
a
ha
a
ha
a
ha
a
I. Ackerland (einschl. Feldgemüse-
bau und Egärten)
II. Gartenland, Obstanlagen und
Baumschulen
III. Wiesen
a) mit einem Schnitt
b) mit zwei Schnitten
c) mit drei und mehr Schnitten
Streuwiesen (Wiesen, die nur der
Streugewinnung dienen)
IV. Viehweiden
751 81
726
58
656 97
386
76 86
66
72
82
39
74
14
74 65
149 56
118
04
122 84
128 56
130
99
900 10
890 85
857 58
742 91
303 31
274 54
251 28
176
44
51
1
75
64
184 53
185 00
196 13
333
51
522 70
4921 97
521
91
521 50 541
70
4782 92
20
4686 22
2
4775 62
V. Almen
VI. Forste und Holzungen.
VII. Öd- und Unland, Hofflächen und
Wegeland und sonstige Flächen
einschl. Gewässer
3657 49 3719 27 3920 50 4002 60
Wirtschaftsfläche der Gemeinde
11436 81 11 295 14 11295 14 11240 71
1) Die 16, 10, bzw. 12 Kulturarten der staatl. Erhebungen sind wegen der leichteren Ver-
gleichbarkeit in den 7 Kulturarten der in Tirol im Jahre 1945 durchgeführten Erhebung
zusammengefaßt.
279
Seite 310
310/506
Tabelle XIV/1 B
Übersicht
Die Ergebnisse der Bodenbenutzungserhebungen 1943-1946¹)
Summen der Wirtschaftsflächen der Betriebe von ½ ha an
Jahr
1943
1944
1945
1946
Kulturarten und sonstige Flächen
ha
a ha
a
ha
a
ha a
I. Ackerland (einschl. Feldgemüse-
bau und Egärten)
II. Gartenland, Obatanlagen und
Baumschulen
III. Wiesen
a) mit einem Schnitt
b) mit zwei Schnitten
e) mit drei und mehr Schnitten
Streuwiesen (Wiesen, die nur der
Streugewinnung dienen)
IV. Viehweiden
V. Almen
VI. Forste und Holzungen
VII. Öd- und Unland, Hofflächen und
Wegeland und sonstige Flächen
einschl. Gewässer
501
81 484
58
437
97
365 90
51
86
47 82
44
65
100 43
98 04
102
84
108
44
130 41
760 10
740
75
717 28
739 15
263 31
234
54
212
98
176 29
51
1
75
64
62 13
55
51 13
45
80
450 41
467
91
467 50
472
61
3700 97 3973
92
3710 73
3791
23
112 80 108 83
139 93.
157
50
Summe der Wirtschaftsflächen der
Betriebe
6001
43 6216 70 5892
36
5979
96
96
1) Die 16, 10, bzw. 12 Kulturarten der staatl. Erhebungen sind wegen der leichteren Ver-
gleichbarkeit in den 7 Kulturarten der in Tirol im Jahre 1945 durchgeführten Erhebung
zusammengefaßt.
280
Seite 311
311/506
Zahl
(Tabelle
Tabelle XIV/1 C
Bodenbenutzungserhebung 1946
a) Gliederung der Wirtschaftsfläche der Gemeinde nach 12 Kulturarten
Kulturarten und sonstige Flächen
386.74 ha
b) Gartenland ohne Ziergärten 106.82 ha
I.
a) Ackerland
II.
III.
IV.
Obstanlagen und Baumschulen
Wiesen
a) mit einem Schnitt
b) mit zwei Schnitten
c) mit drei und mehr Schnitten
Weiden
a) Talweiden
b) Hutweiden
V.
Alpines Grünland
a) Bergmähder
b) Almen
ha
a
493
56
42
74
130
99
742
91
176
44
3
76
329
75
5
08
536
62
64
VI.
Streuwiesen
VII.
Weingärten
VIII.
Waldungen
4775
62
IX.
Seen, Sümpfe, Teiche
153
06
X.
Unkultivierte Moorflächen
8
51
XI.
Gebäude und Hofflächen
245
64
XII.
Ödland, Unland, Friedhöfe, öffentliche Parkanlagen, Sport-,
Flug-, Übungsplätze, Wegeland, Ziergärten
3595
39
Wirtschaftsfläche der Gemeinde
11240
71
281
Seite 312
312/506
Tabelle XIV/1 C (Fortsetzung)
b) Gliederung des Anbaues auf dem Acker- und Gartenland
Fruchtgattung ha
a
Fruchtgattung
Gartengewächse
ha
a
Getreide und Hülsenfrüchte
1. Winterroggen
2. Sommerroggen
3. Winterweizen
4. Sommerweizen
5. Wintergerste
6. Sommergerste
7. Hafer
8. Wintermenggetreide
9. Sommermenggetreide
10. Körnermais
11. Buchweizen
12. Gewöhnliche Hirse
13. Speiseerbsen
14. Futtererbsen
15. Speisebohnen
16. Ackerbohnen
17. Sojabohnen
18. Linsen
19. Hülsenfruchtgemenge
20. Wicken
21. Alle anderen Arten von Ge-
treide und Hülsenfrüchten
39
1
B161 13 1
18 87
30. Gemüse und Erdbeeren
140 78
36
Handelsgewächse
32
31. Rape
72
32. Rübsen
97
33. Mohn
79
34. Ölkürbis
-
35. Flachs
40
36. Hanf
37
28
37. Hopfen
10
38. Tabak
2
39. Zichorien
21
1
49
6
4
40. Heil-, Gewürz- u. Duftpflanz.
41. Alle anderen Handelsgewächse
IIIII IT
to wall
96
6
3
48
31-41 zusammen
1
53
9
Futterpflanzen
72
42. Rotklee in Reinsaat
21
43
43. Weißklee in Reinsaat
8
44. Schwedenklee in Reinsaat
45. Luzerne
44
44
1-21 zusammen
83 91
46. Esparsette
19
47. Anderer Klee, gem. Anbau
11
Hackfrüchte
48. Kleegras (Mischung von Klee
22. Spätkartoffeln
79
77
49. Grünmais
23. Frühkartoffeln
3
41
24. Zuckerrüben f. Zuckerfabrik.
27
25. Futterrüben
26
06
und Gras)
a) Grünfuttergewinnung
b) Gärfuttergewinnung
50. Wicken
27
29
26. Kohlrüben
23
27. Futtermöhren
37
51. Alle anderen Futterpflanzen
52. Wechselwiesen=Egärten
28. Topinambur
29. Alle anderen Hackfrüchte
78
8
a) Kunst-Egärten
b) Natur-Egärten
53. Wechselweide
54. Zum Unterpflügen bestimmte
55. Brache
22-29 zusammen 110
89
Hauptfrüchte
1
03
42-55 zusammen
156
45
= 611 521
225 22 18
74
53
72
65
32
97
10
63
72
282
Ackerland und Gartenland zusammen 493 ha 56 a.
Seite 313
313/506
Tabelle XIV/1 D auf Seite 290
Tabelle XIV/1 E₁
Bodenbenutzungserhebung 1946
Die Anteile der Flächen der verschiedenen Kulturarten an der land- und forstwirtschaftlich
genutzten Fläche und an der landwirtschaftlich genutzten Fläche
1. Land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen
2
Kulturart
Ackerland
Gartenland
Obstanlagen
Baumschulen
Wiesen
Weiden
Alpines Grünland
Streuwiesen
Wald
Kulturart
Ackerland
Gartenland
Obstanlagen
Baumschulen
Wiesen
Weiden
Alpines Grünland
Streuwiesen
Insgesamt
Flächenausmaß in ha
Prozente
386.74
5.34
106.82
1.48
42.74
0.59
1050.34
14.51
333.51
4.61
541.70
7.48
0.64
0.00
4775.62
65.99
7238.11
100.-
2. Landwirtschaftlich genutzte Fläche
Flächenausmaß in ha
Prozente
386.74
15.71
106.82
4.34
42.74
1.73
1050.34
42.66
333.51
13.54
541.70
22.00
0.64
0.02
Insgesamt
2462.49
100.-
3. Übersicht der Hauptnutzungsgruppen
Nutzungsart
Flächenausmaß in ha
Prozente
Landwirtschaftlich genutzte Fläche
Forstwirtschaftlich genutzte Fläche
2462.49
21.91
4775.62
42.48
Keine land- oder forstwirtschaftliche
Nutzung
4002.60
35.61
Wirtschaftsfläche der Gemeinde
11240.71
100.-
283
Seite 314
314/506
Tabelle XIV/1 E,
Zahl und Gesamtwirtschaftsflächen der Betriebe nach Größentypen
Betriebstype
Zahl der
Betriebe
Anteil
Gesamt- der Zahl
betriebs-
flächen
in ha
der Gesamt-
betriebsflichen
d. einzelnen Typen a. d.
Gesamt-
betriebsfliche
Gesamtzahl
der Betriebe
Zwergbetriebe
255
279.61
41.7%
4.6%
von 0.5 bis unter 2 ha
Kleinbäuerliche Betriebe
167
510.04
27.3%
8.6%
von 2 bis unter 5 ha
Mittelbäuerliche Betriebe
170
1569.74
27.8%
26.2%
von 5 bis unter 20 ha
Großbäuerliche Betriebe
14
549.62
2.3%
9.2%
von 20 bis unter 100 ha
Großbetriebe
6
3070.95
0.9%
51.4%
von 100 ha und darüber
Zusammen
612
5979.96 100.0%
100.0%
284
Seite 315
315/506
Tabelle XIV/1 Es
Anteil der Betriebe nach Größentypen an der land- und forstwirtschaftlichen
Nutzung in absoluten Zahlen
Betriebstype
Zwergbetriebe
Kleinbäuerliche Betriebe
Mittelbäuerliche Betriebe
Großbäuerliche Betriebe
Großbetriebe
davon
Gesamt-
betriebs-
fläche
landwirt- forstwirt-
schaftlich schaftlich
un-
produktiv
genutzt
ha
279.61
133.55
125.42
20.64
510.04
287.36
207.79
14.89
1569.74
957.24
509.33
103.17
549.62
164.55
366.95
18.12
3070.95
488.53
2581.74
0.68
Zusammen 5979.96
2031.23
3791.23
157.50
Tabelle XIV/1 E,
Anteil der Betriebe nach Größentypen an der land- und forstwirtschaftlichen
Nutzung in Prozenten
Von der
Gesamtbetriebsfläche
genutzten Fläche
sind
Betriebstype
landwirt
forstwirt-
schaftlich schaftlich
landwirt-
forstwirt-
un-
schaftlich schaftlich
produktiv
genutzt
genutzt
Zwergbetriebe
47.8%
44.8%
7.4%
51.6%
48.4%
Kleinbäuerliche Betriebe
56.4%
40.7%
2.9%
58.1%
41.9%
Mittelbäuerliche Betriebe
60.9%
32.5%
6.6%
65.3%
34.7%
Großbäuerliche Betriebe
29.9%
66.8%
3.3%
30.9%
69.1%
Großbetriebe
15.9%
84.0%
0.0%
15.9%
84.1%
Zusammen
34.0%
63.4%
2.6%
34.9%
65.2%
285
Seite 316
316/506
Der endgültige
(Hauptanbau, Zwischennutzung, Vor- und Nach-
A. Gemüse
1. Weißkohl
(Weißkraut)
2. Rotkohl
(Rotkraut)
3. Wirsingkohl
(Kapuste)
a) Frühweiẞkohl
b) Herbstweißkohl
c) Dauerweißkohl
a) Frührotkohl
b) Herbstrotkohl
c) Dauerrotkohl
a) Frühwirsingkohl
b) Herbstwirsingkohl
c) Dauerwirsingkohl
4. Grünkohl (Braunkohl)
ha
a
m²
852
8##
50
44
44
484
41
88
45
82
3
220
29
12
31
42
98
2289
762
50
77
28
26
72
68
04
25
5. Rosenkohl (Sprossenkohl)
57
3333
70
6. Blumenkohl
(Karfiol)
a) Frühblumenkohl
16
b) Spätblumenkohl
10
7. Kohlrabi
a) Frühkohlrabi
13
b) Spätkohlrabi
6039
38
28
60
60
06
42
98
94
79
8. Kopfsalat
a) Früh- und Sommersalat
b) Herbstsalat
c) Wintersalat
9. Feldaalat (Rapunzchen)
10. Endiviensalat
11. Spinat
a) Frühjahrsspinat (Frühjahrs-
aussaat)
b) Herbat- und Winterspinat
12. Mangold
13. Möhren
a) frühe (auch Karotten)
b) späte
286
14. Rote Bete (Rote Rüben)
15. Speise-Kohlrüben (gelbe und weiße Sorte)
341
9555
07
61
828
78
12
83
3
48
94
8
94
76
68
720
10
27
22
12
62
76
1
63
70
10
20
54
97
=8
11
00
3
26
41
1
80
00
151
87
42
1-15 zusammen
Seite 317
317/506
Anbau 1944
anbau) von Gemüse und Erdbeeren zum Verkauf
16. Meerrettich (Kren)
17. Schwarzwurzeln
18. Rettich
19. Petersilie
20. Sellerie
21. Porree (Lauch)
Tabelle XIV/1 F
ha
&
m²
Übertrag 1-15
151
87
114
42
52-2
40
26
70
43
43
49
24
12
83
13
68
22. Steck-Speisezwiebeln
23. Saat-Speisezwiebeln
a) Frühjahrsaussaat
31
b) Spätaussaat (Winterswiebeln)
18
24. Spargel
a) ertragfähiger
1
128
55
75
00
b) noch nicht ertragfähiger
25. Rhabarber
26. Grüne Pflückerbsen
27. Grüne Pflückbohnen (auch Wachsbohnen)
a) Buschbohnen
b) Stangenbohnen (auch Prunk-
oder Feuerbohnen)
12
66
08
989
34
33
28. Dicke Bohnen (Puffbohnen)
29. Gurken
a) Einlegegurken
b) Schälgurken
30. Kürbis
31. Tomaten (Paradeiser)
32. Paprika
33. Sonstige Gemüsearten
6
13
50
65
29
2
40
27
48
2
65
43
1
90
2
7
5%
57
40
30
65
89
12
1-33 zusammen
189
90
g0
81
B. Erdbeeren
a) diesjährige Neupflanzungen
b) mehrjährige Pflanzungen
58
180
5
35
95
287
Seite 318
318/506
Erhebung des Frühjahrsanbaues 1946 von Gemüse und Erdbeeren und
Frühjahrsanbau
Nachanbau
Gemüseart
ha
a m² ha a
m²
1. Weißkraut
a) Frühjahrsweißkraut
b) Herbstweißkraut
c) Dauerweißkraut
#95
6 44. 35
15
22
12
4 20 95
1 57 46
1 02
20
34
2. Rotkraut
a) Frührotkraut
b) Herbstrotkraut
59
08
2
89
c) Dauerrotkraut
39
41
250
1 97 98
37
889
65
3. Kohl
a) Frühkohl
4
04
47
b) Herbstkohl
7
21
c) Dauerkohl
1
35
06
17
2 56
98
51
26
4. Grünkohl
5. Sprossen-(Rosen-)kohl
1 00
98 95
6. Karfiol
a) Frühkarfiol
6 04
b) Spätkarfiol
9
7. Kohlrabi
a) Frühkohlrabi
b) Spätkohlrabi
18
8. Kopfsalat
a) Früh- und Sommersalat
b) Herbstsalat
11 09 67
888
69 07
01 68
25
10
01
60 32
c) Wintersalat
9. Vogerlsalat (Rapunzel)
te) anmod
10. Endiviensalat
11. Spinat
a) Frühjahrsspinat (Frühjahrs-
aussaat)
b) Herbst- und Winterspinat
12. Mangold
13. Frühe Karotten
14. Möhren
15. Rote Rüben
16. Speisekohlrüben (Wruken)
288
4 42
24
1 13
333
2
81
26
6 33
88
21
81
7 36
96
23
3 05
50
81
3
00
=
96
57
11 16
1
99
07
07
50
61
19
30
74
14
1-16 zusammen
54 93 69 30
04
79
Seite 319
319/506
Tabelle XIV/1 G
Erhebung des Nachanbaues von Gemüse und Erdbeeren im Herbst 1946
19
Gemüseart
Frühjahrsanbau
Nachanbau
ha
a m² ha a m2
Übertrag 1-16
54 93 60 30 04
79
79
17. Kren (Meerrettich)
18. Schwarzwurzeln
19. Radieschen und Rettich
2
20. Petersilie
1
21. Sellerie
1
22. Porree (Lauch)
1
28
12 09
3
02
909
70 93
37
03
41
63
60 81
1
19 60
83
23. Speisezwiebeln
a) Frühzwiebel
87 56
b) Spätzwiebel
1
58
55
49
40
19
04
24. Knoblauch
24
83
25. Spargel
a) ertragfähiger
b) noch nicht ertragfähiger
2
05
1
48
95
73
95
15
15
52
26. Rhabarber
27. Grüne Pflückerbsen
28. Grüne Pflückbohnen
a) Stangenbohnen
b) Buschbohnen
24
29 40
16 84
1
36
46
94
29. Gurken
a) Einlegegurken
61 15
b) Schälgurken
1 32
41
30. Melonen
22
31. Speisekürbis
13
14
32. Paradeiser (Tomaten)
3
00
40
33. Paprika
29
27
34. Sonstige Gemüsearten.
92
40
8
90
06
81
1-34 zusammen
81
17 03
41
35
72
Erdbeeren
a) diesjährige Neupflanzungen
b) mehrjährige Pflanzungen
15
35
4 64
78
1080
68
68 50
30
289
Seite 320
320/506
Tabelle XIV/1 D
Durchschnittserträge 1946 in Meterzentner
pro ha
im Gerichtsbezirk
an
Steinach am
Innsbruck
Hall
Brenner
Winterweizen
Sommerweizen
Winterroggen
Sommerroggen
Wintergerate
19.5
15.0
8.0
9.0
12.0
15.0
9.0
8.0
8.5
8.5
Sommergerste
7.0
10.0
Hafer
7.0
9.0
Körnermais
18.3
30.0
Frühkartoffeln
66.3
220.0
Spätkartoffeln
114.3
240.0
Rotklee
32.5
36.0
Weiẞklee
26.0
DINO ||||
10.0
1.0
9.0
2.0
8.5
10.0
8.0
12.0
Schwedenklee
Luzerne
34.8
35.0
35.0
Esparsette
36.0
30.0
30.0
Anderer Klee
38.0
28.0
28.0
Kleegras
23.0
20.0
15.0
Kunst-Egärten
24.0
20.0
16.0
Natur-Egärten
22.0
15.0
12.0
Einmähdige Wiesen
10.5
15.0
10.0
Zweimähdige Wiesen
28.7
20.0
14.0
Drei- und mehrmähdige Wiesen
44.0
30.0
35.0
Bergmähder
5.0
8.0
8.0
Streuwiesen
10.0
12.0
8.0
Angaben des Österreichischen Statistischen Zentralamtes.
290
Seite 321
321/506
Fischereifangergebnisse in Innsbruck
(Flußfischerei)
in den Jahren 1938 bis 1946
Ä
Abkürzungen: F-Forellen, A Aschen
Tabelle XIV/2
Gesamtergebnis
Fisch
Gewicht
Jahr
Revier
art
in kg
Wert
in RM
der Berechtigten
im Stadtbezirk
kg
RM
kg RM
1938
16
F
Ä
35
10
18a
19
20
20
21
31a
31b
31c
44
F
Ä
44 4
10
140
30
(war im Jahre 1938 nicht im Besitze der Fischereigesellschaft)
F
20
Ä
F
30
Ä
F
30
Ä
F
233325
80
9
120
120
Fischereigesellschaft
6
20
135
525
Ä
F
Ä
F
Schonrevier
Ä
Innarchengenossenschaft
Hörtnagl-Harterhof
Pachtrevier
Fischereigesellschaft
F
40
160
16
Ä
10
30
F
30
120
18a
Ä
10
30
F
20
80
19
4
20
20
F
35
140
Ä
F
40
160
1939
21
Ä
2
20
12
6
F
8
32
31a
199
Ä
F
31b
Ä
F
Schonrevier
31c
Ä
F
44
Ä
19*
770
Innarchengenossenschaft
Hörtnagl-Harterhof
Pachtrevier
291
Seite 322
322/506
Tabelle XIV/2 (1. Fortsetzung)
Gesamtergebnis
Fisch- Gewicht
Wert
Jahr Revier
art in kg
in RM
der Berechtigten
im Stadtbezirk
kg
RM
kg
RM
F
35
140
16
Ä
10
30
F
10
40
18a
Ä
2
6
F
20
80
19
Ä
3
9
F
30
120
20
Ä
-
1940
22
F
30
120
21
Ä
-
-
F
15
31a
18
Fischereigesellschaft
60
158
605
Ä
-
-
F
31b
Ä
F
31c
Ä
Schonrevier
F
Innarchengenossenschaft
Hörtnagl-Harterhof
Pachtrevier
44
Ä
1941
292
F
16
Ä
F
18a
Ä
F
19
Ä
20
Ä
13
21
Ä
31a
Ä
31b
31c
Ä
44
Ä
PERERE DE DE DE DE DE DE
40
160
10
30
20
80
5
15
20
80
3
9
F
30
120
F
30
120
F
15
118
-
F
F
F
156
Schonrevier
624
12
Fischereigesellschaft
60
173
674
Innarchengenossenschaft
Hörtnagl-Harterhof
Pachtrevier
36
168
660
341 1334
Seite 323
323/506
Tabelle XIV/2 (2. Fortsetzung)
Gesamtergebnis
Wert
Fisch- Gewicht
Jahr
Revier
art in kg
in RM
der Berechtigten
im Stadtbezirk
oder S
kg
RM
kg RM
F
52
208
16
Ä
18
54
F
23
92
18a
Ä
5
15
F
27
108
19
8
24
F
37
148
20
Ä
-
F
43
172
1942
21
Ä
5
15
Fischereigesellschaft
F
21
84
31a
239
920
Ä
F
31b
Ä
F
31c
159
20
Innarchengenossenschaft
20
Ä
44¹)
F
95
(m. 65)
Ä
969
Schonrevier
380
Hörtnagl-Harterhof
Pachtrevier
345 1338
18
101
398
F
60
240
16
Ä
25
75
F
20
80
18a
Ä
6
18
19
199
F
30
120
10
30
1943
20
20
45
180
21
31a
F
312) 31b
Ä
31c
F
100
28
50
200
6
18
25
100
Fischereigesellschaft
Schonrevier
277
1061
400
Pachtrevier
44
Ä
15
45
115
445
392 1506
293
Seite 324
324/506
Tabelle XIV/2 (3. Fortsetzung)
Wert
Gesamtergebnis
Fisch- Gewicht
Jahr Revier
in RM
art
in kg
der Berechtigten
im Stadtbezirk
oder S
kg
RM oder S
kg RM/S
F
55
220
16
Ä
28
84
F
18
72
18a
Ä
2
6
F
20
80
19
Ä
5
15
F
41
164
1944³)
20
Ä
F
48
192
21
Ä
3
9
Fischereigesellschaft
F
20
80
31
240
922
Ä
F
Pachtrevier
44
Ä
16
Ä
F
18a
Ä
19
Ä
1945
20
21
31
Ä
F
Ä
F
44
Ä
PE DE DE DE DE DE DE
F
F
F
F
2013 022
144
100
4
48
36
8
96
10
120
24
49
99
Fischereigesellschaft
Pachtrevier
568
294
Seite 325
325/506
Fisch- Gewicht
Jahr
Revier
art
in kg
Wert
in S
F
16
Ä
F
189
72
80
12
18a
Ä
F
2
24
19
Ä
-
F
1
12
1946
20
Ä
F
5
60
21
Ä
31
F
Ä
44
F
Ä
Tabelle XIV/2 (4. Fortsetzung)
Gesamtergebnis
der Berechtigten
im Stadtbezirk
kg
S
kg
S
Fischereigesellschaft
23
260
Die Zahlen sind teils der Statistik der Fischereigesellschaft Innsbruck teils den von den
Berechtigten ausgefüllten Anmeldescheinen entnommen.
Die Fangergebnisse sind bis einschließlich 1944 nach dem Sportfischerpreis von RM 4.-
für 1 kg Forellen und RM 3.- für 1 kg Äschen von 1945 an mit S 12. für Forellen und
S 10.- für Äschen bewertet.
1) Nach der Eingemeindung von Igls und Vill wurde das Revier 65 (Viller Bach) zufolge
Erlasses des Reichsstatthalters für Tirol und Vorarlberg vom 22. 12. 1942 mit dem Revier 44
vereinigt.
2) Gemäß dem Erlasse des Reichsstatthalters vom 3. 5. 1943 wurden die Reviere 31b und
31c zu 31 a geschlagen und dieses als Revier 31 bezeichnet.
3) Im Jahre 1944 wurde die Fischereistatistik des Reiches eingestellt.
295
Seite 326
326/506
Tabelle XIV/3
Jagdgebiete, Wildstand und Abschuß
Jagdjahr 1944/45¹)
1. Gemeinschaftliche Jagdgebiete
Katastralgemeinde
Gemeinschaftliche
Jagdgebiete
Wildstand³)
Abschuẞ
Zahl Fläche in ha Gemsen Rehe Gemsen Rehe
Wilten
1
920
Hötting und Mühlau
1
2960
Amras und Pradl
1
921
30
250
2
10
Arzl
1
780
Vill und Igls
1
920
Zusammen
5
6501
30
250
2
10
2. Eigenjagdgebiete
1 Eigenjagd (Gleirschtal) mit einer Fläche von 1139 ha; sie erstreckt sich über Gebiete
der Katastralgemeinden Arzl, Mühlau und Hötting³).
3. Jagdgebiete insgesamt
Gesamtfläche der 6 Jagdgebiete in Innsbruck
= 7640 ha.
Angaben der Mag.-Abt. 1 und des Tiroler Jägerverbandes (Landes-Jagdamt).
1) Die Flächen der Jagdgebiete sind im Jahre 1946 unverändert geblieben.
3) Für das Jahr 1946 wird der Wildstand in den 5 gemeinschaftlichen Jagdgebieten auf
20 Gemsen und 80 Rehe geschätzt.
3) Eine Angabe des Wildstandes und Abschusses ist für dieses Eigenjagdgebiet nicht mög-
lich, da es mit der Karwendeljagd zusammengelegt ist und gesonderte Aufschreibungen
nicht geführt wurden.
296
Seite 327
327/506
XV. Tierhaltung und Veterinärwesen
XV/1. Viehzählungen, Bestand an Nutztieren
,,Die zweitwichtigste Produktionsbasis der Landwirtschaft nach Grund und
Boden ist der Viehbestand. Milch, Fleisch, Eier, Häute, Wolle, Federn, Horn,
Dünger usw. sind Produkte, welche die große Wichtigkeit des Viehbestandes be-
gründen, dessen genaue Kenntnis daher eine wesentliche Voraussetzung für jede
planmäßige Lenkung der Volkswirtschaft bildet¹)."
Seit dem Jahre 1938 wurden die fortlaufenden Veränderungen im Viehbestand
alljährlich durch Viehzählungen amtlich ermittelt. Die gesetzlichen Grundlagen
dieser Zählungen waren in Österreich für das Jahr 1938 eine Anordnung des Reichs-
ministers für Ernährung und Landwirtschaft2) und von 1939 an das Gesetz vom
31. Oktober 1938, RGBl. I, S. 1532. Dieses Gesetz bestimmte, daß alljährlich im
Dezember eine allgemeine Viehzählung durchzuführen ist und daß zu anderen Zeit-
punkten des Jahres nach Bedarf und beschränkt auf einige Tiergattungen Zwischen-
zählungen angeordnet werden können. Es legte den Gemeinden die Verpflichtung
zur Erhebung des Viehbestandes auf, regelte die Pflichten der Viehhalter und die
Rechte und Pflichten der Zähler. Als Zähler wurden in der Regel im Sinne des § 5
der Deutschen Gemeindeordnung ehrenamtlich verpflichtete Personen und nur
ausnahmsweise Beamte der Gemeinde oder uniformierte Ordnungspolizei verwendet.
Dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft oblag die allgemeine An-
ordnung, dem Statistischen Amt des Reichsstatthalters in Wien die Durchführung
für Österreich. Auf Grund der genannten beiden Normen wurden vom März 1938
bis Mai 1945 sieben allgemeine Viehzählungen³) und 19 Zwischenzählungen durch-
geführt; die Zwischenzählungen erstreckten sich jedesmal auf Schweine, daneben
aber auch fallweise auf Schafe, Kühe und Kalbinnen, ausnahmsweise auf Rinder
überhaupt und auf Hühner. Die letzte für das ganze Reich angeordnete Zählung
war die Zwischenzählung der Schweine und Hühner im März 1945. Die allgemeine
Viehzählung gegen Ende desselben Jahres wurde vom Österreichischen Statistischen
Zentralamt, dem früheren Statistischen Amt des Reichsstatthalters in Wien, nur
in Wien, Niederösterreich und Burgenland durchgeführt, während die übrigen
Länder selbst, und zwar zu verschiedenen Terminen, für die Aufnahme des Vieh-
bestandes ihres Landes sorgten. Die Tiroler Landesregierung faßte am 4. 10. 1945
den Beschluß, eine allgemeine Viehzählung am 3. Dezember,,nach den bisher hiefür
maßgebenden gesetzlichen Bestimmungen" vornehmen zu lassen. Seit 1946 ordnet
das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft-offenbar auch auf Grund
der alten Bestimmungen -die Zählungen an, das Statistische Zentralamt sorgt,
1) Österreichisches Statistisches Zentralamt in Nr. 1 der Statistischen Nachrichten vom
Jahre 1946.
2) Anordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft, kundgemacht im
Reichsministerialblatt der landwirtschaftlichen Verwaltung vom 15. 10. 1938, Nr. 44, die sich
auf die Bundesratsverordnung vom 30. 1. 1917, RGBI. S. 81, stützte.
3) Die außerordentliche Viehbestandsaufnahme vom Mai 1939 beruhte auf dem Volks-
zählungsgesetz.
297
Seite 328
328/506
wie früher, für die Durchführung und Aufarbeitung der Ergebnisse für ganz
Österreich.
Das Schwergewicht liegt auf den allgemeinen Viehzählungen im Dezember eines
jeden Jahres; deren Ergebnisse sind für die Beurteilung des Viehbestandes maẞ-
gebend. Die Zwischenzählungen unterrichten nur über die innerhalb eines Kalender-
jahres naturbedingten Schwankungen des Bestandes einer Tiergattung, z. B. durch
Nachwuchs oder Schlachtungen. In der Tabelle XV/1 A wird eine Übersicht über
die Entwicklung des Viehbestandes im Stadtgebiet in den letzten 9 Jahren gegeben.
Die beiden Diagramme Nr. 14 und 15 übertragen die Zahlen der Tabelle ins Bild-
liche. Es wird betont, daß die Viehbestände der erst nach 1938 eingemeindeten
Gebiete von Arzl, Vill und Igls von Anfang an in den angeführten Zahlen enthalten
sind, so daß die Zuwächse durch die Eingemeindungen nicht plötzlich in Erscheinung
treten und das Bild der natürlichen Entwicklung unverfälscht erkennen lassen.
Auffallend sind die Schwankungen der Zahl der Viehhalter von 529 bis 2104, der
Gesamtzahl des Viehbestandes von 12975 bis 29723 und darunter der Zahl der
Schweine, der Kaninchen und Hühner. Das Stabdiagramm veranschaulicht außer
der Höhe des Gesamtviehbestandes die Anteile der einzelnen Tiergattungen daran.
Es läßt das Verhältnis der Summe der Pferde, Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen
zur Summe der Kaninchen, Hühner und Bienenvölker deutlich hervortreten, zeigt
im Jahre 1938 das gesunde Normalverhältnis, das sich nach einer mehrjährigen
allgemeinen Schrumpfung des Gesamtviehbestandes in den Jahren 1942 bis 1943
durch Selbsthilfe vieler Konsumenten meist Kleingärtner-gegen Fleisch- und
Eierknappheit zugunsten der zweiten Gruppe beträchtlich verschob, um in den letzten
Jahren wegen Futtermangels, Fütterungsverboten und der drohenden staatlichen
Bewirtschaftung der Kaninchen unter das Normalverhältnis zurückzusinken. In
den beiden Kurven des Diagrammes Nr. 15 ist die Verschiedenheit des Rückganges
des Bestandes der Schweine und der Milchkühe dargestellt.
Die Tabelle XV/1 B zeigt den Viehbestand der beiden Jahre 1945 und 1946 bis
in alle Einzelheiten gegliedert, also nach Tiergattung, Alter, Geschlecht und Ver-
wendung. Die Gruppensummen der einzelnen Tiergattungen sind zur besseren Über-
sicht unterstrichen, überdies sind sie auch in der Vergleichstabelle XV/1 F einander
gegenübergestellt. Aus der Tabelle XV/1 C ist die Verteilung der Viehhaltungen
und des Viehbestandes des Jahres 1946 auf die 9 Katastralgemeinden, die Haupt-
zählbezirke der Stadt, zu entnehmen. Hötting, Arzl und Amras sind mit den Bestän-
den von 5387, 1926 und 1526, wie immer, die viehreichsten Bezirke; auch die Zahl
ihrer Rinder 773, 397 und 395 entspricht dieser Reihung. Die Anzahl ihrer
Viehbesitzer aber verläuft damit nicht konform, Arzl und Amras werden hierin
von Wilten, Amras auch noch von Pradl übertroffen. Siedler und Schrebergärtner
als Kleintierzüchter geben hiebei den Ausschlag.
Die Tabelle XV/1 D beantwortet die Frage in wievielen Viehhaltungen die ein-
zelnen Tiergattungen vorkommen. Die Zahl von 424 Viehhaltern mit Milchkühen
und die Verteilung der Milchkühe auf die einzelnen Viehhalter, von denen 134 nur
eine Kuh haben, lassen besonders im Vergleich zur Gesamtzahl der Viehhalter von
1679 die bescheidene Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe erkennen). Diese
*) Über die mögliche Jahresdurchschnittsleistung der gezählten 1391 Milch- und 196 Arbeits-
kühe gehen die Meinungen weit auseinander. Hält man sich an die in der Tiroler Tageszeitung
vom 2. 11. 1946 von einem Fachmann gegebene Darstellung, kommt man zu einer Milch-
leistung von 2699 800 Liter im Jahr. Von dieser Summe werden 41% für die Selbstversorger
und 15% für die Kälberfütterung abgezogen, 44% = 1187912 Liter verbleiben als jährliche
,,Marktleistung", das sind 748 Liter pro Kuh oder 12 Liter für den Einwohner.
298
Seite 329
329/506
Allgemeine Viehzählungen in Innsbruck, 1938-1946
Der gesamte Viehbestand
3
2
2
1
3
2
30.000
25.000
20.000
2
3
2
2
3
15.000
3
2
2
1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946
1 Geflügel, 2 Bienenvölker.
3 Kaninchen
Pferde, Maultiere, Rindvich,
Schafe, Schweine, Ziegen
Die Zahlen des Slabdiagrammes
10.000
5.000
I.
1000 Tiere oder
Bienenstöcke
Jahr
1
2
3
Summe
1938
1939
6707
6596
12452
1704
1115
21978
12641
931
20168
1940 5617
10559
685
715
17776
1941
5125
7326
525
12976
1942 6512
9835
1525
5614
23486
1943
7577
12742
1456
7948
29723
1944 6040
8836
1046
2272
18194
1945 5293
7608
703
1943
15547
1946 5205
7387
688
1514
14794
Diagramm Nr. 14
299
Seite 330
330/506
Schweinebestand in Innsbruck im Dezember der Jahre 1938-1946
Schweine:
Jahr: Zahl:
2000
1500
1938 2069
1939 2154
1940 1554
1941 1274
1942
1369
1000
1943 1893
1944 1211
1945
869
1946
1166
500
1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946
Stand an Milchkühen (A) in Innsbruck, einschließlich der zur Milchgewinnung und
Arbeit verwendeten Kühe (B) im Dezember der Jahre 1938-1946
2000
Milchkühe:
Jahr: A: B: Summe:
1500
1938 1819 335 2174
1939 1351 702 2053
1940 1435 539 1974
1941 1564 277 1841
1000
1942 1689 371 2060
1943 1710 379 2089
1944 1616 285 1901
1945 1486 165 1641
1946 1391 196 1587
500
1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946
300
1
-100 Tiere
Diagramm Nr. 15
Seite 331
331/506
Erkenntnis deckt sich vollkommen mit den Ergebnissen der Bodenbenutzungs-
aufnahmen und mit der im Jahre 1943 aufgestellten,,Kräftebilanz" (Feststellung
der in landwirtschaftlichen Betrieben über 2 ha tätigen Arbeitskräfte), die 275
hauptberufliche und 148 nebenberufliche Landwirte auswies. Die Tabelle XV/1 E
ist ein weiterer Beitrag zum Studium der Art der Viehhaltungen; unter den 1679
Viehbesitzern sind 1226, die nur eine Tiergattung allein oder zusammen mit Geflügel
oder Kaninchen halten. Den Vergleich mit den Zählergebnissen aus den Jahren 1945
und 1938 vermittelt die Tabelle XV/1 F. Der Rückgang des gesamten Viehbestandes
beträgt gegenüber 1945 4.9%, gegenüber 1938 32.7%. Betrachtet man die beiden
von den Pferden, Maultieren, Rindern, Schafen, Schweinen und Ziegen und die
von den übrigen Tieren gebildeten Zwischensummen, erhält man ein günstigeres
Bild. Die erste und für die Allgemeinheit wichtigere Gruppe hat sich zäher gehalten,
sie weist im Vergleich zu 1945 einen Verlust von 1.6%, zu 1938 von 22.3% auf.
Die zweite Gruppe hingegen erlitt Einbußen von 6.5%, bzw. 37.2%. Nicht zu über-
sehen ist die nun deutlich einsetzende Abnahme der Rinder. Die außergewöhnliche
Trockenheit, die schon im Frühjahr begann und bis zum Spätherbst anhielt, drückte
die Futteraufbringung unter den Durchschnitt. Die Zahl der Schweine und Ziegen
hat etwas zugenommen. Erwähnenswert ist, daß die Zunahme der Schweine im
verhältnismäßig kleinen Innsbrucker Bezirk gleich mit der Entwicklung des gesamten
Schweinebestandes in Österreich verläuft, während die Vermehrung der Ziegen im
Widerspruch zu der allgemeinen Abnahme des Ziegenbestandes steht. In der zweiten
Gruppe sind, abgesehen von den an sich bedeutungslosen Beständen an Enten,
Trut- und Perlhühnern, die Bienenvölker im Vergleich zu 1938 am stärksten und
zwar um 60% zurückgegangen; auch war das Jahr 1946 mit seiner Trockenheit,
besonders im Sommer und Herbst, und der Mangel an Futterzucker nicht dazu
angetan, den Rückgang zu hemmen.
XV/2. Hunde
Das Stadtsteueramt hat im Jahre 1946 1358 Hunde erfaßt. Der tatsächliche
Hundebestand ist höher. Man muß damit rechnen, daß eine größere Anzahl von
Hunden nicht angemeldet wurde; die vor dem Krieg üblichen Kontrollmaßnahmen
sind noch nicht in vollem Umfange wieder eingeführt. Weiters werden von den
französischen Wehrmachtsangehörigen ziemlich viele Hunde gehalten, die gegen-
wärtig nicht dem Anmeldezwang und der Versteuerung unterliegen. Vor dem zweiten
Weltkrieg betrug die Zahl der versteuerten Hunde 1700 bis 1800 im Jahre.
XV/3. Anzeigepflichtige Tierseuchen und verseuchte Viehgehöfte
Die Seuchenlage im Jahre 1946 war sehr günstig. Von den im Tierseuchengesetz
vom Jahre 1909 genannten anzeigepflichtigen Tierseuchen ist nur die Räude auf-
getreten, und zwar bei 7 Pferden und bei 12 Schafen und Ziegen. Weiters wurde im
Zuge einer durch die Landeshauptmannschaft für Tirol angeordneten Erhebung in
156 Fällen seuchenartiges Verwerfen festgestellt, eine Seuche, die kurz vor der
Annexion Österreichs als anzeigepflichtig erklärt wurde). Auch Tuberkulose beim
Nutzvieh in der im Tierseuchengesetz bezeichneten anzeigepflichtigen Form wurde
nicht beobachtet; unter den Schlachtrindern jedoch wurden 2105 mit lokalisierter
5) Die Anzeigepflicht trifft praktisch nur den Tierarzt, da die Krankheit nur durch Blut-
probe erkannt werden kann.
301
Seite 332
332/506
und 762 mit generalisierter Tuberkulose, Infektion auf dem Wege des großen Blut-
kreislaufes, festgestellt.
Die Räude der Einhufer, Schafe und Ziegen kam im Jahre 1946 in 11 Gehöften,
das seuchenartige Verwerfen der Rinder in 73 Gehöften vor.
XV/4. Anlieferung von Schlacht- und Stechvieh, Schlachtungen
Die Anlieferung von Schlacht- und Stechvieh auf den Schlachtviehmarkt Innsbruck
ist, wie die Tabelle XV/4 A zeigt, in den Jahren 1940 bis 1946 in der Stückzahl von
rund 30000 auf 15000 zurückgegangen, wobei Tirol aber im Jahre 1946 mit 11000
Stück über dem Durchschnitt seiner Lieferungen in den letzten 7 Jahren steht.
Sehr schwer ins Gewicht fällt der fast vollständige Ausfall der beträchtlichen Liefe-
rungen aus Oberösterreich, die in den Jahren 1940, 1941, 1943 und 1944 jene aus
Tirol übertrafen. Vom Auslande fällt in den letzten Jahren besonders Württemberg
mit den Auftriebsziffern von 3677, bzw. 3849 auf. Da im Schlachthof nur vermerkt
wird, ob die Tiere aus Tirol, aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland
kommen und die Tiroler Anlieferung nicht nach den einzelnen Bezirken unterschieden
wird, kann nicht ziffernmäßig genau angegeben werden, wieviel Schlachttiere aus
dem Innsbrucker Stadtgebiet stammen, doch ist der Anteil des Stadtbezirkes an
der Gesamtanlieferung sehr geringfügig und beträgt schätzungsweise nicht mehr
als 2-3%. Während die Tabelle XV/4 A die Jahresanlieferung nach Tiergattungen
und Herkunftsländern gliedert, ist in der Tabelle XV/4 B für das Jahr 1946 der
monatliche Auftrieb als Beispiel seiner Unregelmäßigkeit wiedergegeben. Die
Tabelle XV/4 C enthält für das Jahr 1946 die monatlichen Schlachtungsziffern;
sie können mit den Auftriebsziffern der Tabelle XV/4 B nicht übereinstimmen, da
ein Teil der angelieferten Tiere, wie gewöhnlich, vom Innsbrucker Schlachtvieh-
markt lebend nach anderen Konsumorten Tirols, insbesondere nach Solbad Hall,
ausgeführt wurde. Diese Wiederausfuhr betrug im Jahre 1946 2289 Stück, rund
15% des Auftriebes, und erstreckte sich zum weitaus überwiegenden Teil auf Rinder
und nur in Einzelfällen auf andere Tiere. Weiters ist aus einem Vergleich der Ta-
bellen XV/4 B und XV/4 C zu entnehmen, daß in einzelnen Monaten die Schlach-
tungsziffern höher als die Anlieferungsziffern waren. In der Fußnote zur Tabelle
XV/4 C gibt hierüber die Mag.-Abt. VIII Veterinäramt eine ausführliche
Aufklärung. Bei der Schlachtung der 13048 Tiere wurden 1824465 kg Fleisch ge-
wonnen; rechnet man noch die 607811 kg Fleisch dazu, die im Jahre 1946 in den
Schlachtviehhof als geschlachtetes Vieh oder als Fleisch eingeliefert wurden, sind
über den Schlachtviehhof dem Verbrauch durch die Innsbrucker Bevölkerung
2432276 kg, demnach rund 24 kg pro Kopf, zugeführt worden.
XV/5. Städtischer Schlachthof
Der Städtische Schlachthof wurde in den Jahren 1908/09 gebaut und 1910 in
Betrieb genommen. Er nimmt eine Grundfläche von 35699 m2 ein; die verbaute
Fläche betrug vor der Zerstörung der Schweinehalle und eines Teiles der Kühl-
anlage durch Flieger am 10. April 1945 7460 m². Es ist beabsichtigt, im Jahre 1947
mit den Wiederherstellungsarbeiten zu beginnen. Im Jahre 1915 wurde im Schlacht-
hof eine Kadaververwertungsanlage errichtet, die jedoch schon 1924 wegen tech-
nischer Mängel aufgelassen wurde. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft
dachte man an die Erbauung einer Landes-Kadaververwertungsanlage in Vomp bei
Schwaz. Die Ausführung dieses Planes unterblieb wegen des Zusammenbruches.
302
Seite 333
333/506
Daß heute weder eine Kadaververwertungsanlage noch ein Verbrennungsofen
besteht, wirkt sich sowohl in hygienischer als auch wirtschaftlicher Hinsicht nach-
teilig aus. Soweit es veterinärpolizeiliche und sonstige einschlägige Bestimmungen
zulassen, wird von den anfallenden Tierkadavern und Konfiskaten unter Anwendung
primitiver und umständlicher Methoden möglichst viel zu Tierfutter verarbeitet
oder zu technischen Zwecken verwendet. So wurden im Jahre 1946 20750 kg und
30528 Stück verdorben eingelangte Konserven als Tierfutter und 1100 kg Fett-
ausschnitte zur Seifenfabrikation abgegeben; der verbleibende Rest mußte nach
mittelalterlicher Methode verscharrt werden.
Einen aufschlußreichen Vergleich mit den Tabellen XV/4 A und C vermitteln
die nachstehenden Schlachtungsziffern im Eröffnungsjahr 1910, in welchem die
Stadt 53000 Einwohner zählte. Es wurden 5605 Rinder, 1297 Kälber, 7124 Schweine
und 615 Schafe, zusammen 14641 Tiere geschlachtet. Herkunftsländer waren Tirol,
Salzburg, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Krain, Ungarn, Kroatien und
Bosnien. Der weitaus größte Teil der Mastochsen stammte aus Kroatien. Von den
Rindern entfielen 60% auf Ochsen, 25% auf Stiere und nur 15% auf Kühe. Im
Jahre 1946 war das Verhältnis folgendes: 90.5% entfielen auf Kühe, 6% auf Stiere
und 3.5% auf Ochsen.
XV/6. Tierärzte
Im Jahre 1946 waren in Innsbruck 17 Tierärzte ansässig. Je vier standen im
amtstierärztlichen Dienst des Bundes, bzw. der Stadt, einer war bei einer Körper-
schaft angestellt, zwei waren frei berufstätig, sechs gehörten dem Ruhestand an.
Die tierärztliche Praxis übten im ganzen zehn aus.
F.
303
Seite 334
334/506
304
Jahr
Viehhalter
Pferde
Maultiere
Tabelle XV/1 A
Ergebnisse der allgemeinen Viehzählungen in Innsbruck seit dem Jahre 19381)
Enten
Gänse
Trut-u. Perlhiihner
Bienenstöcke
1938
664
477
5 2963
1939 852 331 4 2913 873 2154 321
1940 815 330 6 2740 842 1554 345
1941 529 280 10 2550 777 1274 233
1942 1643 307 12 2875 1338 1369 611 5614
876 2069 317 1115 11955 418
1943
45 34 1704 21978
12305 294 31 11
10098 278 157 26
7081 137
9471 268 70 26 1525
2104 296 11 3155 1454 1893 768 7948 12240 274 196 32 1456
-2)
931 20168
715
-5)
685
17776
89 19 525
12975
23486
29723
1944
1857 256 16 2871 1212 1211 474 2272
1945 1748 383 27 2683
1946 1679 343 14 2356
863 869 468 1943
783 1166 543 1514
8660 97
7504 43
7282 55
62 17 1046
48 13
18194
703
37 13 688 14794
15547
1) Der Viehstand der nach 1938 eingemeindeten Gebiete von Arzl, Vill und Igls ist von Anfang
an enthalten.
2) In den Jahren 1939 und 1941 wurden die Kaninchen nicht gezählt.
Summe
Seite 335
335/506
20
Die Viehzählung vom 3. Dezember 1945 und 1946
Tiere nach Gattung, Alter und Geschlecht
Tiergattung, Alter, Geschlecht
Tabelle XV/1 B
Viehzählung
vom 3. Dezember
1945
1946
Pferde (ohne Militärpferde)
Fohlen unter 1 Jahr alt
Jungpferde 1 bis 2 Jahre alt
Hengste
2 bis 14 Jahre alte
Stuten
Wallachen
383
343
8
13
.1)
8
19
133
110
Pferde 14 Jahre alt und älter
Maultiere, Maulesel und Esel
Rinder
Kälber unter 3 Monate alt
60
27
14
2683
2356
134
137
3 Monate bis noch
nicht 1 Jahr alt
männlich
weiblich
11
20
139
138
Jungvinh
1 bis noch nicht
2 Jahre alt
Zuchtstiere
7
19
J männlich
7
-9
sonstiges
weiblich
201
156
Zuchtstiere
22
15
Zugochsen und Zugstiere
45
47
2 Jahre alte und
ältere Tiere
Übrige Stiere und Ochsen
56
1
Kalbinnen
188
146
Kühe
1873
1668
darunter nur zur Milchgewinnung
1486
1391
zur Milchgewinnung und Arbeit
165
196
alle übrigen Kühe
222
81
Schafe
unter 1 Jahr alt
1 Jahr alte und ältere
männlich
weiblich
863
783
120
120
252
252
männlich
95
75
weiblich
396
336
305
Seite 336
336/506
Tabelle XV/1 B (Fortsetzung)
Viehzählung
Tiergattung, Alter, Geschlecht
vom 3. Dezember
1945
1946
Schweine
869
1166
Ferkel unter 8 Wochen alt
162
302
Jungschweine 8 Wochen bis 12 Jahre
199
344
Zuchteber 1 Jahr und ältere
½ Jahr bis noch nicht 1 Jahr alt
44
19
34
9
Zuchtsauen ½ bis noch nicht 1 Jahr alt {
trächtig
44
29
nicht trächtig
44
66
1 Jahr alt und älter
trächtig
45
33
nicht trächtig
47
49
Schlacht- und Mastschweine Jahr und älter
2 bis noch nicht 1 J. alt
133
195
117
120
Ziegen
468
543
männlich
11
16
unter 1 Jahr alt
weiblich
105
93
männlich
12
24
1 Jahr alte und ältere
weiblich
340
410
Zahme Kaninchen
1943
1514
darunter Angora-Wollkaninchen
46
33
Hühner (einschließlich Zwerghühner)
7502
7282
Kücken und Junghühner unter 3 Monate
.2)
241
von 3 Monaten
und darüber
Hähne
Hennen
591
649
6911
6392
Enten
43
55
Gänse
48
37
Trut- und Perlhühner
13
13
Bienenvölkers
703
688
Ergebnisse der vom städtischen Statistischen Amt durchgeführten Zählungen.
ge-
1) Bei der Zählung vom Jahre 1945 werden die Pferde abgesehen von den Fohlen
gliedert in Pferde von 1 bis noch nicht 3 Jahren = 27, von 3 bis noch nicht 9 Jahren = 133
und von 9 Jahren und älter = 215.
2) Kücken und Junghühner unter 3 Monate werden 1945 nicht ausgezählt, sie sind unter
den Hähnen und Hennen enthalten.
306
Seite 337
337/506
307
Hauptzählbezirk
(Katastral-
gemeinde)
Viehhalter
Pferde¹)
Maultiere
Rinder³)
Schafe
Schweine
Allgemeine Viehzählung vom 3. Dezember 1946
Viehbestand nach Katastralgemeinden
I. Innsbruck
117
34 (26)
1
88
(19)
15
44
19
147
488
II. Wilten
211
24 (12)
131 (95)
91
59
94
248
797
III. Pradl
146
23 (15)
IV. Hötting
673
102 (15)
11
V. Mühlau
123
22 (2)
VI. Amras
126
58 (3)
VII. Arzl
198
52 (2)
VIII. Vill
36
16 (2)
IX. Igls
49
12 (1)
21
2
138
(96)
61
138
66
125
618
773 (546) 305
260
229
755
2747
119 (91)
29
83
38
90
551
395 (300)
82
225
27
50
675
397 (222)
124
208
58
88
957
167 (113)
42
90
2
8
236
148
(105) 34
59
10
3
213
111632TL
9
36
881
4 13
31
1492
4
16
7
6
2
33
103
1281
156
5387
207
1148
7
1526
7
35
1926
9
570
104
583
Zusammen
1679
343 (78)
14
2356 (1587) 783 1166
543
1514
7282
55
55 37 13 688
14794
1) darunter in (
) Pferde in nicht landwirtschaftlichen Betrieben
2) darunter in (
) 1391 Kühe nur zur Milchgewinnung und 196 Kühe zur Milchgewinnung und Arbeit.
Tabelle XV/1 C
Ziegen
Kaninchen
Hühner
Enten
Gänse
Trut- und
Perlhühner
Bienenstöcke
Summe der
Tiere
Seite 338
338/506
LARGURA
308
37
Pferden
Maultieren
Rindern
Milchkühen
davon
NARULAK8
Zusammen
197 11
424 134
72
12
122325
I
Allgemeine Viehzählung vom 3. Dezember 1946
Verteilung der Tierarten auf die Viehhaltungen
2
Milchkühen
8888836
3-6
Zahl der Viehhaltungen mit
Schafen
Schweinen
Ziegen
Kaninchen
Hühnern
2136III ||
13432736
25
144 74 163 346 255 391 1470
13
15
Enten
IITII al
959T1424
Gänsen
Perlhühnern
Trut- und
Bienen-
stöcken
14
6 51
Tabelle XV/1 D
Seite 339
339/506
Tabelle XV/1 E
Allgemeine Viehzählung vom 3. Dezember 1946
Viehhaltungen mit einer Tiergattung allein oder zusammen mit Geflügel oder
Kaninchen
Zahl der Viehhaltungen mit
Schafen Schweinen
Ziegen
Kaninchen
Hauptzählbezirk
(Katastral-
gemeinde)
I. Innsbruck
II. Wilten
III. Pradl
IV. Hötting
V. Mühlau
VI. Amras
VII. Arzl
VIII. Vill
IX. Igla
652111
5
5
1
222 ||
||11|1od.Kaninch.
3
3
19
10
Nallein
allein
pun
25
30
68
11
3 1
3
2
8
3
2
2
21
||
2
1956514LI
17
35
15
36
99
236
12
1
16
-
1
Geflügel
Geflügel
Nallein
32532
Bienenvölk.
allein
45
76
11
22
3
Zusammen
15 12
8 15 10 40 19 170
70
196
653 18
Allgemeine Viehzählung vom 3. Dezember 1946
Tabelle XV/1 F
Vergleich mit den Zählergebnissen vom 3. Dezember 1938 und 3. Dezember 1945
Zählergebnisse vom
Prozent. Unterschied
des Standes 1946
Tiergattung
gegenüber
3. 12. 38 3. 12. 45 3. 12. 46
1938
1945
1. Pferde
2. Maultiere
477
5
383
343
-
28,0
-10,4
27
14
+180,0
-48,1
3. Rinder
2963
2683
2356
20,4
-12,2
(davon Milchkühe)
(2174)
(1651)
(1587)
27,0)
(- 3,8)
4. Schafe
876
863
783
10,6
9,3
5. Schweine
2069
869
1166
-
6. Ziegen
317
468
543
Summe von 1-6
6707
5293
5205
-
7. Kaninchen
1115
1943
1514
8. Hühner
11955
7504
7282
9. Enten
418
43
55
10. Gänse
45
48
37
11. Trut- und Perlhühner
34
13
13
12. Bienenvölker
1704
703
688
+11111
43,6
+ 71,2
22,3
+35,5
39,0
-
+34,2
+16,0
1,6
-22,1
2,9
86,8
+27,9
17,7
-22,9
61,7
0
59,6
2,1
Summe von 7-12
15271
10254
9589
-
37,2
6,5
Zusammen
21978
15547
14794
-
32,7
- 4,9
Vichhaltungen
664
1748
1679
+152,8
-
3,9
309
Seite 340
340/506
Tabelle XV/2
Hunde
Stand vom Jahresende
1942
1943
1944
1945
1946
2002
1900
1495
1240
1358
Angaben des Stadtsteueramtes.
Anzeigepflichtige Tierseuchen im Jahre 1946
Tabelle XV/3 A
Getötet als
Seuche, Tiergattung,
Nutz- oder Schlachtvieh
Räude der Einhufer:
Nutzvieh
Schlachtvieh
Räude der Schafe und Ziegen:
Nutzvieh
Seuchenartiges Verwerfen der Rinder:
Nutzvieh
Angaben der Mag.-Abt. VIII- Veterinäramt.
Infektions-
fähiger Vieh-
stand d. ver-
seuch. Gehöft,
Erkrankte
Tiere
Verendet
krank
seuchen-
verdächt.
ansteck.-
verdächt.
1
11 -
12
52
52
5
20
58
12
480
156
Verseuchte Viehgehöfte im Jahre 1946
11 Gehöfte mit Räude der Einhufer, Schafe und Ziegen
73 Gehöfte mit seuchenartigem Verwerfen der Rinder
Aus dem Veterinär-Jahresbericht 1946.
Tabelle XV/3 B
310
609
Seite 341
341/506
Tabelle XV/4 A
Anlieferung von Schlacht- und Stechvieh auf den Schlachtviehmarkt Innsbruck
in den Jahren 1940 bis einschließlich 1946 nach Herkunftsländern
Herkunftsland
Tirol
Oberösterreich
Salzburg
Kärnten
Vorarlberg
Bayern
Zusammen
Tirol
Oberösterreich
Salzburg
Kärnten
Bayern
Württemberg
Zusammen
I
1940
338 97
1752 2397 5542 2611 255 179 1 13172
1345 110 1727 2062
214 109 1356
8818
1
2
36 475
-
232 35
2 1
54 291
10
59 505
241
1
-11111
14065
2190
267
577
586
1953 608 5086 4554 15340 2844 290 181 1
IIIIII
||||||
1941
336 104 1607 4382 4111 1199 39
1645 121 1754
727 8834
433 101 1678
288
102
179
58 150
369
20
2
87 111 231
11111
2492 478 5495 5508 13176 1480 39
1942
30857
9
111111
11787
13081
2602
179
577
451
IIIII
9
28677
Tirol
Oberösterreich
Salzburg
Vorarlberg
Bayern
HIIL
19
168 90 760
30
48 728 769
16 625
1963
2
167 59 1908 4948 1206 94 11 18 7 8418
1542 264 2642 1661
208 24 889
1111
FI
FI
8072
1153
1564
1659
Zusammen
2104 437 6247 7383 4565 94 11
18 7 20866
311
Seite 342
342/506
312
Tabelle XV/4 A (Fortsetzung)
Herkunftsland
Pferde
Maultiere
Stiere
Ochsen
Kühe und
Kalbinnen
Kälber
Schweine
Schafe
Lämmer
Ziegen
Kitze
Tirol
140 10
Oberösterreich
Salzburg
Vorarlberg
Bayern
Württemberg
Italien
Zusammen
1943
233 136 3459 4557 1083 1094
2791 212 4186 2270 2914
8
36 3
10759
44
12417
46
-
183
-
229
8
1
68
664 250
991
57
22
350
16
91
537
216
216
1
35
36
141 10 3136 371 8281 7507 4338 1354
8
36 3
25 185
1944
Tirol
155 2
Oberösterreich
411 168
698 78
5761 3414 1265 966
1468 4386 6864 97
9
31 1
12183
13591
Salzburg
4
Vorarlberg
17
-
Bayern
Württemberg
61
1
40
-
6
105
176
-
160
67
244
13
14
9
151
651
729
1581
Polen
-
244
-
244
Zusammen
176 2 1211 261 7498 8611 9169 1064
9
31 1
28033
1945
Tirol
Oberösterreich
Salzburg
Vorarlberg
Bayern
Württemberg
558 38 216 246 5685 1099 252
146 48 626
561
14 1 65
85 10 668
25 78 447
253 78 2278
519
21
8618
1381
35
115
290
319
1372
550
734
334
3677
Zusammen 558 38
739 461 9769 2123 1501
519
21
15711
1946
Tirol
224
315 71 6690
818 43 2844
42
11011
Oberösterreich
Salzburg
84 110 185
4 10
379
-
84
-
98
Württemberg
181 112 2625
931
3849
Zusammen
224
584 303 9584 1749
43 2844
42
15337
Angaben der Mag.-Abt. VIII
Veterinäramt.
Summe
Seite 343
343/506
Tabelle XV/4 B
Anlieferung von Schlacht- und Stechvieh im Jahre 1946 nach Monaten
Monat
Pferde
Stiere
Ochsen
Kühe und
Kälber
Schweine
Schafe
Jänner
36 21
Februar
25 40 43
März
13 70 21
April
23 61
Mai
8 91
Juni
5 62
Juli
3 71 32 637
August
8 41
September
9 24
Oktober
20 50
November
40 33 36
Dezember
34 20 26 780
222222
52
591 126
468
114
852
52
7
973
316
17 1295
187
29
580
299
245
23 391
67
15622421
7
1
98
31
7
7
42
8 438
60
286
1116
54
-
2081
1463
150
1
268
79
5
37
43 2844
Zusammen 224 584 303 9584 1749
Angaben der Mag.-Abt. VIII Veterinäramt,
-
Lämmer
Ziegen
Kitze
11111
|||||
E
Summe
834
793
1045
1388
1601
984
990
574
825
3330
1992
4
981
2 15337
313
Seite 344
344/506
Tabelle XV/4 C
Monat
Schlachtungen im Städtischen Schlachthof im Jahre 1946¹)
Kalbinnen
Jänner
31
15 53
495
48
124
Februar
29
39
43
396
13 117
März
19
48
21
487
128
52
April
22
44
6
508 150
306
Mai
8
93
18
927
73
187
Juni
5
43
20
388
59
295
Juli
August
September
Oktober
21
November
Dezember
BTS
3
64
35
478
37
243
65772111
1
2
31
7
35
17
245
30
62
1
10
9
14
7
182
24
57
4
286
43
5
729
129
60
1
2187
42 33 35
1282
77
150
1
260
33 20 21 554 15
79
5
37
Zusammen 229 491 281 6671 783 1732
41 2814
-
Veterinäramt.
Lämmer
Ziegen
Kitze
11111111
IIIIIIII
-
Summe
773
644
793
1044
1309
813
861
408
583
3175
1881
764
4
2
13048
Angaben der Mag.-Abt. VIII
1) Die Magistrats-Abteilung VIII- Veterinäramt gibt zu den Ziffern der Tabelle XV/4C
folgende Aufklärung:
Die lebend angelieferten Tiere werden aus fleischhygienischen Gründen grundsätzlich
nicht gleich am Tage ihrer Ankunft geschlachtet, sondern sollen mindestens 24 Stunden
stehen bleiben. Da die Schlachtviehmärkte (Zuteilungen) gewöhnlich nur zweimal in der
Woche stattfinden, ergibt sich für die lebenden Tiere in der Regel eine Stehzeit von mehreren
Tagen, so daß z. B. Tiere, welche gegen Ende des Monats einlangen, meist erst zu Anfang des
darauffolgenden Monats geschlachtet werden. Dadurch ergibt sich dann die Möglichkeit,
daß in manchen Monaten mehr Tiere geschlachtet werden, als im gleichen Monat angeliefert
wurden. Diese monatlichen Verschiebungen gleichen sich jedoch innerhalb des Jahres wieder
aus und tatsächlich ist, mit einer einzigen Ausnahme, die Jahressumme der geschlachteten
Tiere kleiner oder gleich groß, wie die der aufgetriebenen Tiere. Diese Ausnahme betrifft die
Pferde und ist nicht durch eine theoretisch mögliche Jahresverschiebung, sondern durch den
Umstand bedingt, daß auswärts notgeschlachtete Pferde, zwecks Enthäutung und Zerteilung
in die mit Aufzügen ausgestattete Großviehschlachthalle eingeliefert und dort buchmäßig
als hier geschlachtete Tiere erfaßt werden, obwohl sie nicht lebend eingebracht und daher
auch nicht vom Stallmeister erfaßt werden.
In einigen Fällen bei Schweinen und Schafen hingegen, erklären sich die im Vergleich
zu den Auftriebsziffern höheren Schlachtungsziffern dadurch, daß von französischen Küchen-
verwaltungen und ähnlichen Stellen lebendes Stechvieh den im Schlachthof tätigen Lohn-
schlächtern privat zur Schlachtung übergeben wurden, wodurch diese Tiere dann wohl als
hier geschlachtet erfaßt wurden, ohne daß sie jedoch eingestellt und zur Lebendanlieferung
gezählt worden waren.
In diesem Zusammenhang wird zu den in den Tabellen XV/4 B und XV/4 C enthaltenen
Auftriebs- und Schlachtungsziffern bemerkt, daß darin alle jene Tiere nicht miterfaßt wurden,
welche durch eine eigene Dienststelle der französischen Besatzungstruppen in den Schlacht-
hofstallungen untergebracht und der Schlachtung in eigener Regie zugeführt worden waren.
Dieser Außenstelle der französischen Militär-Intendantur, welche bereits seit dem Sommer
1945 ihren Sitz im Städtischen Schlachthof hat, obliegt die reguläre Fleischversorgung der
Besatzungstruppen. Während im Jahre 1945 durch diese Dienststelle noch Massenschlachtungen
von Rindern, welche aus der französischen Besatzungszone Deutschlands stammten, durch-
geführt worden waren, welche zahlenmäßig die zivilen Schlachtungen für die einheimische
Bevölkerung weit übertroffen hatten, war die Inanspruchnahme der Schlachthofeinrichtungen
im Laufe des Jahres 1946 bereits bedeutend geringer geworden, da der Fleischbedarf der
französischen Besatzungstruppen immer mehr durch die Einfuhr von ausländischem Gefrier-
fleisch gedeckt wurde.
314
Seite 345
345/506
Städtischer Schlachthof
(Stand Ende 1944)
Grundfläche 35 699 m², verbaute Fläche 7460 m²
Tierärzte in Innsbruck
(Stand vom 31. Dezember 1946)
Staatliche Tierärzte
Städtische Tierärzte
4¹)
4
Frei berufstätige Tierärzte
Tierärzte im Ruhestand
3)
6
Zusammen
17
Angaben der Mag.-Abt. VIII Veterinäramt.
Tabelle XV/5
Tabelle XV/6
1) 2 bei der Landeshauptmannschaft, 1 bei der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck-Land
und 1 beim staatlichen Veterinäruntersuchungsamt tätig.
2) Davon einer beim Milchhof Innsbruck
-
reg. Genossenschaft m. b. H.
-
angestellt.
315
Seite 346
346/506
XVI. Lebensmittelbeschaffung
XVI/1. Lebensmittelbewirtschaftung
Die Versorgung der Stadt Innsbruck mit Lebensmitteln aller Art geschah seit
jeher durch Aufbringung derselben im Lande Tirol und durch Einfuhr aus anderen
Bundesländern oder aus dem Auslande. In der Lieferung von Fleisch ist Tirol als
Land, in dem hauptsächlich Zuchtviehwirtschaft betrieben wird, auf die Einfuhr
von Nutz- und Mastvieh, zeitweilig Gefrierfleisch angewiesen. Die eigene Aufbringung
an Fett der verschiedenen Gattungen trat hinter die Zufuhr von auswärts, teilweise
vom Auslande, zurück, nur die Erzeugung hochwertiger Butter erreichte in Tirol
und in den österreichischen Bundesländern eine solche Höhe, daß in manchen
Jahren noch Butter ausgeführt werden konnte. Die Milchversorgung geschah aus-
schließlich aus Tiroler Sennereien. Für Getreide und Mehl und damit für alle daraus
hergestellten Erzeugnisse bildete unser Land immer ein Zuschußgebiet.
Nach Ausbruch des Krieges wurde die bis dahin noch einigermaßen freie Lebens-
mittelwirtschaft aufgehoben und am 28. 8. 1939 das schon vorbereitete Rationierungs-
system für Lebensmittel eingeführt, das eine umfassende Organisation an Er-
nährungsämtern und Lebensmittel-Verteilungsstellen erforderte. Dieses System
wurde während des ganzen Krieges strenge gehandhabt. Mit seiner Hilfe konnte
die Bevölkerung in den Kriegsjahren 1939 bis 1945 ununterbrochen mit den ihr
zugedachten, aber gegenüber dem Friedensverbrauch wesentlich kleineren Mengen
an Lebensmitteln versorgt werden, Mengen, die sich während des Krieges nach und
nach noch verringerten. Die Bevölkerung war für diesen Zweck in landwirtschaftliche
Selbstversorger, Teilselbstversorger, Normalverbraucher (Erwachsene, Jugendliche
und Kinder nach mehreren Altersstufen) und Empfänger von zusätzlichen Lebens-
mittelkarten für Angestellte, Arbeiter, Schwerarbeiter, Schwerstarbeiter und
werdende und stillende Mütter eingeteilt. Die Tabelle XVI/1 A bringt eine Über-
sicht über eine ausgewählte Anzahl von Lebensmittelkartenperioden, die die weit-
reichende Organisation der Lebensmittelkartenverteilung durch das städtische
Ernährungsamt im Wege mehrerer Lebensmittelkartenausgabestellen erkennen läßt.
Große Schwierigkeiten traten bei Kriegsende mit der Wiedererrichtung des selb-
ständigen Österreich, der Besetzung seines Gebietes durch 4 Mächte, durch die
Verkehrsunterbrechung, Abschnürung der 4 Zonen untereinander und die Ab-
schaltung des reichsdeutschen Gebietes auf. Die Lebensmittelversorgung Tirols
und Innsbrucks konnte in der ersten Zeit nach Kriegsschluß nur durch Freigabe
von deutschen, amerikanischen und französischen Wehrmachtsbeständen aufrecht
erhalten werden, bis später (ab 1. April 1946) die UNRRA-Hilfe (United Nations
Relief and Rehabilitation-Administration) einsetzte, die ihrerseits durch die Hilfe
auf Grund des Marshall-Planes abgelöst wurde. Die zusätzlichen Spendenhilfen der
Schweiz und anderer Staaten, die Lebensmittel für Kinder, Kranke und alte Leute
sandten, kamen noch hinzu. Welchen Umfang die UNRRA-Hilfe angenommen hat,
geht daraus hervor, daß vom gesamten Kalorienbedarf Österreichs z. B. in der
18.Zuteilungsperiode (August und September 1946) nur 24% durch eigene Erzeugung
316
Seite 347
347/506
Österreichs gedeckt werden konnten. Die, UNRRA lieferte vom 1. 4. 1946 bis
15. 9. 1946 rein mengenmäßig 97.5% des geschätzten Zuschußbedarfes Österreichs
an Lebensmittel.
Über die in 75 Lebensmittelkartenperioden während der Jahre 1939 bis 1945
in Innsbruck ausgegebenen Lebensmittelmengen liegen keine geschlossenen Sta-
tistiken vor; ein Teil der Aufschreibungen wurde durch Bombenangriffe vernichtet.
Das System der Verteilung und Verbuchung wechselte in diesen Jahren zu wieder-
holten Malen.
Die Lebensmittelmengen wurden ab Mai 1945 in Kalorienwerten gemessen. Da
in späteren Jahren die Bedeutung des Begriffes Kalorienwert für die menschliche
Ernährung dem Laien nicht mehr so geläufig sein wird, wie in der Notzeit der Jahre
nach 1945, als die Zeitungen sehr häufig Mitteilungen über Nahrungsmittelzutei-
lungen, berechnet nach Kalorien, druckten und damit diesen Ausdruck der gesamten
Bevölkerung nahe brachten, wird die Bedeutung desselben für die Ernährung kurz
erklärt. Ein geistiger Arbeiter bedarf zur Erhaltung seiner vollen Arbeitsfähigkeit
Nahrungsmittel mit einem Brennwert von 2200-2400 Kalorien, bei leichter körper-
licher Arbeit wie der eines Schneiders, Schriftgießers, Feinmechanikers, Schuh-
machers, eines Lehrers oder Arztes erhöht sich die Anforderung auf 2600-3000
Kalorien. Die Tätigkeit des Metallarbeiters, Malers, Tischlers erfordert 3400-3600
Kalorien und die Schwerarbeit des Maurers, Schmiedes oder Erdarbeiters verlangt
4000 Kalorien und mehr.
Die während des Krieges im Jahre 1944 an die Zivilbevölkerung ausgegebenen
Rationen mit durchschnittlich 2000 Kalorien als Tageswert des Normalverbrauchers
reichten daher nicht für den physiologischen Mindestbedarf, um die Bevölkerung
bei voller Kraft zu erhalten; Arbeitern, Schwerarbeitern und Schwerstarbeitern
wurde wohl dauernd ein höherer Kaloriensatz zuerkannt, allein auch diese größere
Menge an Lebensmitteln war nicht voll zureichend. Laut Angabe des österreichischen
Institutes für Wirtschaftsforschung verbrauchte eine erwachsene Person im Jahre
1937 durchschnittlich Nahrungsmittel im Werte von rund 3200 Kalorien. Nach
dem Referat des Ernährungsministers Frenzel auf der Hochschulwoche in Bad Ischl
im Sommer 1946 wird der Kalorienbedarf eines Normalverbrauchers gemäß ärzt-
licher Norm mit 2800 Kalorien angegeben. Mit der Basis von 1200 Kalorien waren
nach diesem Referat 36.7% des friedensmäßigen Kohlehydratbedarfes, 50.6% des
Eiweißbedarfes und 31.6% des Fettbedarfes gedeckt.
Mit dem Ende der deutschen Herrschaft im Mai 1945, der damit verbundenen
völligen Auflösung der deutschen Beschaffungs- und Verteilungsorganisation und
der plötzlichen Lahmlegung des ganzen Transportwesens konnten die österreichischen
Ernährungsämter der Bevölkerung nur soviel an Nahrungsmitteln zuführen, daß
der Normalverbraucher in manchen Versorgungszeiträumen nur Lebensmittel im
Kalorienwerte von 800-900 Kalorien täglich erhielt, eine Menge, die wohl vor
dem Verhungern noch schützte, aber zur Erlangung der vollen Arbeitskraft ganz
unzureichend war. Die durchschnittliche Arbeitsleistung der Menschen sank rasch
ab. Nahrungsmittelreserven standen den Ernährungsämtern nicht zur Verfügung,
sie wußten von einer Woche zur anderen nicht, welche Nahrungsmittel sie in den
nächsten Tagen zu verteilen hatten. Am 18. 3. 1946 leitete die Bundesregierung
eine Vereinheitlichung der bis dahin in den Bundesländern verschiedenen Tages-
sätze an Verpflegung ein. Ab 1. April 1946 wurde als 1. Stufe ein Ernährungs-
programm vorgesehen, das den erwachsenen Normalverbrauchern täglich
1200 Kalorien sichern sollte, während Kinder von 6-12 Jahren Nahrungsmittel
im Kalorienwerte von 1370, Angestellte von 1450, Arbeiter von 1850, Schwerarbeiter
317
Seite 348
348/506
von 2700 und werdende oder stillende Mütter von 2295 Kalorien erhalten sollten.
Dieses Programm konnte im allgemeinen, wenn auch öfters nur mit Verspätung,
eingehalten werden.
Um einen Überblick über die Lebensmittelversorgung während des zweiten Welt-
krieges und der folgenden 2 Jahre zu gewinnen, wurden in den Tabellen XVI/1B-D
aus dem Zeitraume vom Herbst 1939 bis Frühjahr 1946 zehn Zuteilungsperioden
herausgegriffen, über welche die notwendigen Unterlagen vorliegen, und die Lebens-
mittelzuteilungen in den Altersgruppen der Erwachsenen, bei Milch auch der Kinder,
aufgezeichnet. Zu diesem Zwecke mußten die nach Gewicht und Menge der zwischen
1939 und 1945 ausgegebenen Lebensmittelmengen jeder Lebensmittelkartenperiode
auf den Kaloriengehalt im Sinne der jetzigen Bewertung umgerechnet werden,
da die kalorienmäßige Berechnung der Lebensmittelaufrufe erst mit 28. Mai 1945
eingeführt wurde. In der Zeit vom 28. August 1939 bis 27. Mai 1945 wurden die
Lebensmittelaufrufe in 75 Kartenperioden zu je 4 Wochen ausgegeben, ab dem
28. Mai 1945 begann eine neue Zählung der Perioden, so daß bis 5. Jänner 1947
weitere 22 Perioden neuer Zählung abgewickelt wurden. Nur die neue Zahl 15 der
Kartenperioden blieb wegen der Angleichung der Zählziffer an die Wiener Zählung
aus.
In den Tabellen XVI/1 B und C sind die Lebensmittelzuteilungen an die Bevölke-
rung in den erwähnten 10 Kartenperioden nach Mengen und Kalorien, in der Ta-
belle XVI/1 D die gesamte Kalorienmenge jeder Periode und die auf jeden Tag
entfallende Kalorienmenge der einzelnen Verbrauchergruppen berechnet. Hiebei
mußten bei den nachträglich angestellten Berechnungen einige unvermeidliche
Gleichstellungen vorgenommen werden; so wurden z. B. in der 67. und 71. Zu-
teilungsperiode verschiedene Mengen von Schweinefleisch zum einheitlichen Kalorien-
wert von 125 Gramm an Stelle von Butter oder Öl berechnet. Leider wurden von den
Ernährungsämtern die Kalorienwerte verschiedener Lebensmittel je Mengeneinheit
in verschiedenen Zuteilungsperioden gewechselt, so daß die Gesamtmenge an
Kalorien der Tabellen XVI/I B, C und D mit den Ansätzen der Tabelle XVI/1 E
nicht übereinstimmen. Den Berechnungen der Tabellen XVI/1 B-D liegen die
Kalorienwerte des Erlasses des Bundesministeriums für Volksernährung vom
15. 9. 1946 zugrunde, während in der Aufstellung der Tabelle XVI/1 E mehrfach
der Kalorienwert für die angeführten Lebensmittelkartenperioden gewechselt
wurde, wobei der Schlüssel für die Änderungen nicht zur Verfügung stand.
Lückenlose Übersichten, aus denen die aufgerufenen rationierten Lebensmittel-
mengen für die einzelnen Verbrauchergruppen zu ersehen sind, liegen laufend erst
seit Beginn der neuen Zählperioden, das ist ab 28. 5. 1945 vor. Siehe Tabelle XVI/1E.
Um einen Begriff zu bieten, welche Jahresmengen die Bevölkerung einer Stadt von
rund 95000 Verbrauchern (ohne Selbstverbraucher) an Lebensmitteln benötigt,
wurde für das Jahr 1946 die Aufstellung Tabelle XVI/1 F verfaßt, die trotz der
kärglichen Lebensmittelzuteilungen ansehnliche Tonnenzahlen ausweist, aber klar
aufzeigt, daß bei Aufteilung dieser Lebensmittel auf fast 100000 Köpfe je Tag nur
verhältnismäßig geringe Mengen an Lebensmitteln ausgegeben werden konnten.
Manche Unmutsäußerung eines Verbrauchers wäre unterblieben, wenn er die jeweils
vorhandene Lebensmittelmenge in Beziehung auf die einzelne Person hätte abschätzen
können.
Über die Milchanlieferung und Ausgabe im Milchhof Innsbruck, reg. Genossen-
schaft m. b. H., liegt für das Jahr 1944 bis 1946 in der Tabelle XVI/1 G eine genaue
Aufzeichnung vor. Der starke Rückgang der Milchanlieferung seit dem Jahre 1944
wird durch das Ausbleiben von Kunstdünger, durch Heunot und Mangel an Kraft-
318
Seite 349
349/506
futtermitteln, durch große Viehstellungen, durch tatsächlich erzielte Viehpreise,
die mit den amtlichen Fleisch- und Milchpreisen nicht im Einklang standen, und
endlich durch Nachlassen eines früher gehandhabten Druckes auf die Milchanlieferung
in die Stadt erklärt. Beim Vergleich der Tabellen XVI/1 Fund G wird auf den Unter-
schied zwischen den Angaben des städtischen Ernährungsamtes und des Milchhofes
bei der Ausgabe von Voll- und Magermilch im Jahre 1946 hingewiesen. Die Berech-
nung der Milch erfolgt für Vollmilch in Kilogramm, wobei ein Liter Vollmilch gleich
1.03 kg wiegt; demnach besitzt die vom städtischen Ernährungsamte im Jahre
1946 ausgegebene Menge an Vollmilch ein Gewicht von 4405547 kg. Die Magermilch
wird vom Milchhof in Liter angegeben. Der durch den Milchhof ausgegebenen
Menge an Vollmilch von 5323538 kg entspricht seitens des städtischen Ernährungs-
amtes nur eine Ausgabe von 4335483 Liter Milch gleicher Art. Dieser Unterschied
ist darauf zurückzuführen, daß der Milchhof auch die vom Landes-Ernährungsamt
ausgestellten Bezugscheine zu decken und die Besatzungsmacht sowie außerhalb
Innsbrucks liegende Krankenanstalten in Seefeld und Hochzirl zu beliefern hatte.
Bei der Magermilch erscheint im gleichen Jahre die ausgegebene Menge mit
3515729 Liter größer als der Gesamtanfall im Milchhof mit 3270283 Liter, was
sich dadurch erklärt, daß ein Teil der angelieferten Vollmilch im Milchhof entrahmt
wurde und als Magermilch teils in der Stadt zur Ausgabe gelangte, teils wieder auf
das Land zurückging.
XVI/2. Märkte und Marktpolizei
Seit jeher bildeten die Märkte den Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit der
Regierungen des Landes und des Rates der Stadt. Sie dienten der besseren Ver-
sorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und anderen Bedarfsgütern, ebenso
den Gewerbsleuten, Händlern und Bauern als Gelegenheiten des guten Absatzes
ihrer Waren und Erzeugnisse. Darum griffen die Fürsten und der Rat der Stadt
im Ablaufe der Zeit immer wieder zu ihrer Regelung ein. So verlegte Herzog Sieg-
mund 1455 den achttägigen Jahrmarkt in die Fastenzeit und verlieh 1460 zu seiner
und der Bürgerschaft leichteren Versorgung der Stadt einen Wochenmarkt für
Geflügel, Wildbret, Milch und Molkereiprodukte. 1587 werden die beiden Innsbrucker
Jahrmärkte auf den Rennplatz verlegt, so daß die fremden Kaufleute ihre Stände
und Läden dort aufschlagen durften. Geschichtlich sind weiters erwähnt der Thomas-
markt, der ab 1648 am ersten Tag als Krämer-, am zweiten Tag als Viehmarkt
abgehalten wurde, 1657 der schon uralte St. Nikolausmarkt auf dem Stadtplatz,
von wo er 1861 in die Neustadt (Maria-Theresien-Straße) verlegt wurde. 1679 mußte
der Wochenmarkt vor dem Pickentore gegen den Innrain sich verschieben, wobei
er ein Jahr später eine Marktordnung erhält und genau 2 Jahrhunderte nachher
verlegte man ihn vom Ursulinengraben zur Fleischbank. Heute ist die Bedeutung
der Märkte, abgesehen von dem täglichen Lebensmittelmarkt, für das Wirtschafts-
leben der Stadt zurückgetreten, nur den Viehmärkten kommt für den Bauernstand
und teilweise für die Versorgung der Stadt nach wie vor Geltung zu.
Wie um die Marktfrage sahen sich Regierung und Rat auch veranlaßt, den Verkehr
mit Lebensmitteln zu regeln, ihn in gesundheitspolizeilicher Hinsicht zu überwachen
und auch darum sich zu kümmern, daß richtige Maße und Gewichte beim Handel
mit diesen Gütern verwendet werden. So machte z. B. die Regierung im Jahre 1681
eine Fleischordnung bekannt, welche die Preise und die anständige Behandlung
der Kundschaft regelte, 1544 verbot der Stadtrat den Gebrauch zu kleiner Maße
für Milch und setzte den Preis fest, 1533 arbeitete er eine Ordnung für den Verkauf
319
Seite 350
350/506
der im Inn und in anderen Gewässern gefangenen Fische aus, die in die Fischbrunnen
abgeliefert werden mußten und bestimmte die Preise und um 1550 wird die,,Schmalz-
Waage" zum tarifierten Schmalzverkauf im Rathause neu eingerichtet. Endlich
forderte zur Strafe der Missetäter im Jahre 1700 die,,Geheimstelle in Polizei- und
Viktualiensachen" die Bereitstellung eines hölzernen,,Schandesels". Solcher Zeug-
nisse gibt es viele aus vergangenen Jahrhunderten, die als Vorläufer des gegen-
wärtigen Marktpolizeiwesens anzusprechen sind.
Das Gesetz vom 16. 1. 1896, Reichsgesetzblatt Nr. 89 aus 1897, über den Verkehr
mit Lebensmitteln und einigen Gebrauchsgegenständen sowie die hiezu erlassenen
Verordnungen geben neben den allgemeinen Bestimmungen der Gemeindeordnung
und des Reichssanitätsgesetzes den Gemeinden die Möglichkeit, den Verkehr mit
Lebensmitteln zu überwachen. Diese Tätigkeit übt das städtische Marktamt, das
dem städtischen Gesundheitsamt unterstellt ist, auf den Märkten und in den Lebens-
mittelgeschäften und -lagern aus; die Aufsicht über die Viehmärkte, die Schlach-
tungen im städtischen Schlacht- und Viehhofe, die Fleisch- und Trichinenschau
steht dem städtischen Veterinäramte zu, das die entsprechenden Einrichtungen
hiefür besitzt. Diese überwachende Tätigkeit hat dazu geführt, daß in den letzten
Jahrzehnten, auch während der beiden Kriege, die Bevölkerung vor den Folgen
des Genusses verdorbener Lebensmittel bewahrt blieb.
Alles Vieh und Fleisch, das in die Stadt eingebracht wird, ist beschaupflichtig.
Die eingelieferte Frischmilch wird nach Entkeimung nur in dem von der Stadt 1928
erbauten, aber 1939 an den Milchverband Innsbruck, reg. Genossenschaft m. b. H.,
abgegebenen Milchhof an die Verbraucher ausgegeben. Eine Ausnahme ist nur den
Bauern des Stadtgebietes zugebilligt, die die Milch aus ihren Gehöften direkt den
Verbrauchern zuführen dürfen. Die folgenden Tabellen XVI/2 A-C geben Auf-
schluß über die heute bestehenden Märkte und über Lebensmittelproben, Beschlag-
nahmen und festgestellte Übertretungen der marktpolizeilichen Vorschriften, die
vom städtischen Marktamt vorgenommen wurden.
Die Anlieferungen an Schlacht- und Stechvieh auf den Schlachtviehmarkt in
Innsbruck und die Schlachtungen im städtischen Schlacht- und Viehhof sind im
Abschnitt XV/4 behandelt.
A.
320
Seite 351
351/506
21
Kartenperiode
Vom Ernährungsamt Innsbruck ausgegebene Lebensmittelkarten in ausgewählten Kartenperioden
Durchschnitt
0-3
mit
3-6
6-10
10-14 14-18 18-20 20-80
über 80
Zeitraum
Gesamt
Jahre
Sammel- Ins-
bezug- gesamt
schein¹)
31 15. 12.-11. 1.42
4933
2745
3455
3845
4529
1827
56015
575
77924
5376 83300
43 16. 11.-13.12.42
5265
3624
3573
3903
4603
1687
56866
637
80158
6299
86457
46
8. 2. 7. 3. 43
5203
3769
3569
3917
4593
1719
57490
647
80907
5630
86537
47
8. 3. 4. 4.43
5150
3868
3581
3907
4552
1663
57 242
660
80623
5409
86032
neu
1
28. 5.-24. 6.45
88 308
8132
96440
6
15. 10.-11.11.45
90328
7395
97723
11
4. 3.-31. 3. 46
89431
7520
96951
0-3
3-6
6-12
12-18
über 18
Landw.
Selbst-
versorger
Jahre
16
24. 6.-21. 7.46 4150
4520
6524
5700
66737
2014
89645
22 9. 12. 46-5.1.47
4166
4548
6624
5703
66833
1901
89775
5949.
6217
95594
95992
321
1) Für Personen in Anstalten, Heimen, Krankenhaus, Sanatorien, Gefangenenhaus usw.
Tabelle XVI/1 A
Seite 352
352/506
322
Tabelle XVI/1 B
Lebensmittelzuteilungen an Erwachsene über 20 Jahre (Normalverbraucher) in 10 Lebensmittelkartenperioden, Auswahl
Mengen in Gramm, Kaloriensumme für die ganze Periode
Zuteilungsperiode
Nr.
von
bis
Roggen-Weizen-
Brot
Fettstoffe
Fleisch
Nährmittel und
Kartoffelstärke
Zucker und
Marmelade
Gramm Kalorien Gramm Kalorien Gramm Kalorien
Gramm Kalorien
Gramm Kalorien
5
18
18. 12. 39-14. 1.40
16. 12.40-12. 1.41
9 600
24480
1325
8867
2250
4500
600
2130
23354) 6163
9000
22950
1097
6870
2000
4000
600
2130
3100
7802
31
15.12.41-11. 1.42
9000
22950
1062
6587
1600
3200
600
2148
2700
6042
43
16.11.42-13.12.42
9000
22950
1050
6390
1400
2800
600
2121
2200
5280
56
15. 11.43-12.12.43
9700
24735
1090
6759
1000
2000
600
2148
2200
5280
67
18. 9. 44-15. 10. 44
9700
24735
1000³)
2732
1000
2000
600
2130
2250
5300
71
8. 1.454. 2.45
8900
22695
750)
3583
250³)
2500
600
2130
2150
5300
1000
6
15. 10. 45-11.11.45
8400
21420
625
3415
1000
2000
500
1805
875
2762
neu
11
4. 3.46-31. 3.46
7000
17850
550
3883
800
1600
800
2888
625
1525
neu
20
14. 10. 46-10. 11. 46
5200³)
13260
500
3380
800
1600
1200
4380
125
500
neu
1) Hiezu 2400 g Mais (Polenta) 8000 Kalorien.
2) Ausgabe von Schweinefleisch.
3) Fleischzuteilungen an Stelle von Butter.
4) Sonderzuteilung.
Seite 353
353/506
21°
Vollmilch
Vollmilch
Kinder v. 6-10 Jahren
Vollmilch
Erwachsene über 10 J.
Magermilch
Liter
Kalorien-
summe
Kalorien-
Kalorien-
Kalorien-
Liter
Liter
Liter
summe
summe
summe
Milchzuteilung
in 10 Lebensmittelkartenperioden
Kinder v. 0-3 Jahren Kinder v. 3-6 Jahren
Nr.
von...
bis
5
18. 12. 39-14. 1.40
21
13650
14
9100
7
4550
7
2590
18
16. 12. 40-12. 1.41
21
13650
14
9100
7
4550
7
2590
31
15. 12. 41-11. 1.42
21
13650
14
9100
7
4550
7
2590
43
16. 11. 42-13.12.42
21
13650
14
9100
7
4550
7
2590
56
15. 11. 43-12. 12.43
21
13650
14
9100
7
4550
7
2590
67
18. 9. 44-15. 10. 44
21
13650
14
9100
7
4550
3.5
1295
71
8. 1.454. 2.45
21
13650
14
9100
7
4550
3.5
1295
Magerm.
6
15. 10. 45-11. 11. 45
14
9100
14
9100
3.5
1295
3.5
1295
neu
11
4. 3. 46-31. 3.46
14
9100
14
9100
3.5
1295
3.5
1295
neu
20
14. 10. 46-10. 11. 46
0-1% J.
21
1½-6 J.
13650
14
9100
2.5
925
2.5
925
neu
Zuteilungsperiode
Bei Ausgabe von Vollmilch wurde keine Magermilch, bei Ausgabe von Magermilch keine Vollmilch zugeteilt.
323
Tabelle XVI/1 C
Seite 354
354/506
Tabelle XVI/1 D
Gesamtübersicht
über die Tageskalorien sämtlicher Verbrauchergruppen in den zur Betrachtung
herangezogenen Zuteilungsperioden
Zuteilungsperiode
Kinder von 0 bis
unter 3 Jahren
Kinder von 3 bis
unter 6 Jahren
Kinder von 6 bis
unter 10 Jahren
Nr.
...
von bis..
Kalorien- Tages-
Kalorien-Tages-
Kalorien- Tages-
summe kalorien
summe
kalorien
summe kalorien
5
18. 12. 39-14. 1.40
41993
1499
39 205
1400
42979
1534
18
16. 12. 40-12. 1.41
43122
1540
40158
1434
42371
1513
31
15. 12. 41-11. 1.42
41240
1472
38352
1369
41080
1467
43
16. 11. 42-13.12.42
40051
1430
37280
1331
40732
1454
56
15. 11. 43-12.12.43
39610
1414
37742
1347
43371
1548
67
18. 9. 44-15. 10.44
36736
1312
33 206
1185
37512
1340
71
8. 1.45-4. 2.45
35466
1266
33037
1180
38963
1392
6
neu
15. 10.45-11. 11. 45
35377
1263
35 377
1263
37797
1349
11
neu
4. 3. 46-31. 3.46
32546
1162
32546
1162
32866
1173
20
0-1 J.
1½-6 J.
6-12 J.
neu
14. 10. 46-10. 11. 46
32820
1172
36 890
1317
36855
1316
Zuteilungsperiode
Jugendliche von 10 bis
unter 20 Jahren
Normalverbraucher
über 20 Jahre
Kalorien-
Nr.
von...
bis...
Tages-
Kalorien-
Tages-
summe
kalorien
summe
kalorien
5
18. 12. 39-14. 1.40
48730
1740
48730
1740
18
16. 12. 40-12. 1.41
50794
1814
46 342
1655
31
15. 12. 41-11. 1.42
47968
1713
43517
1554
43
56
67
16. 11. 42-13.12.42
15. 11. 43-12.12.43
18. 9. 44-15. 10.44
47876
1710
42131
1504
49 245
1759
43512
1554
42162
1506
38192
1364
71
8. 1. 45-4. 2.45
43613
1557
37503
1339
6
neu
15. 10. 45-11. 11. 45
37797
1349
32697
1167
11
neu
20
4. 3. 46-31. 3.46
32866
1173
29041
1036
12-18 J.
über 18 Jahre
neu
14. 10. 46-10. 11.46
32045
1114
32045
1144
324
Seite 355
355/506
Nr.
Kaloriensätze für Normalverbraucher
1945 und 1946
Tabelle XVI/1 E
Zuteilungsperiode
Kleinst-
Klein-
Kinder
kinder
kinder
Jugend-
liche
Er-
wachsene
von...
bis...
12345
28. 5.-23. 6. 1945
24. 6.-22. 7.1945
855
1040
890
998
1182
846
23. 7.-19. 8. 1945
1008
1134
884
20. 8.-16. 9. 1945
962
1148
918
17. 9.-14. 10. 1945
1193
1378
1148
6
15. 10.-11. 11. 1945
1152
1305
1117
7
12. 11.-
9.12. 1945
1195
1335
1162
8
10. 12. 6. 1. 1946
1427
1460
1347
9
7. 1. 3.
2.1946
1153
1172
1074
10
4. 2.
3.
3. 1946
1113
1166
1036
11
13
14
12
4. 3.-31. 3. 1946
1. 4.-28. 4.1946
29. 4.-26. 5. 1946
27. 5.-23. 6. 1946
1141
1174
1045
1292
1352
1051
1228
1260
1131
1305
1238
1117
15
1)
16
24. 6.-21. 7. 1946
1468
1328
1196
17
22. 7.-18. 8.1946
1345
1573
1661
1418
1418
18
19. 8.-15. 9.1946
1320
1497
1572
1396
1422
19
16. 9.-13. 10. 1946
1271
1226
1573
1360
1334
20
14. 10.-10. 11. 1946
1042
1186
1240
1103
1103
21
11. 11.
8. 12. 1946
1043
1139
1136
1115
1097
22
9. 12.-
-
5. 1.1947
1081
1215
1362
1647
1471
1) Die Ordnungszahl 15 wurde in Innsbruck zwecks Angleichung an die in Wien bereits
laufende Numerierung übersprungen.
Die Durchschnittszahl der Normalverbraucher im Jahre 1946 betrug 96892 Personen.
325
Seite 356
356/506
Tabelle XVI/1 F
Verbrauch an rationierten Lebensmitteln im Jahre 1946
Bezeichnung
Mengen-
einheit
Gesamt-
menge
je Person
im Jahr³)
je Person
und Tag²)
Brot
kg
9644121
99.53
0.272
Fleisch
kg
1159624
11.96
0.032
Konservenfleisch
kg
97 337
1.00
Fleischkonserven
Dosen
59 498
0.61
Fett
kg
555625
5.73
0.015
Speck
kg
90498
0.93
0.002
Kinder bis 6 Jahre
Vollmilch
Liter
4335483
497.5
1.3
übrige Personen
Magermilch
Liter
3515729
39.8
0.1
Käse
kg
274995
2.83
0.007
Zucker
kg
448 207
4.62
0.012
Nährmittel
kg
740069
7.63
0.020
Kartoffel
kg
96211802)
99.29
0.272
Hülsenfrüchte
kg
752138
7.76
Polenta
kg
633947
6.54
Reis
kg
4925
Haferflocken
kg
70155
0.72
Sojabohnen
Dosen
306849
Weizengrieẞ
Weizenmehl
kg
Mischmehl
Erbsenmehl
Kinderstärkemehl
Sojamehl
Frische Fische
bo bo bo bo bo bo bo
kg
9454
55557
0.57
kg
94824
0.97
kg
197222
2.03
kg
21589
kg
96552
kg
321722
3.32
Fische
Dosen
363898
Sardinen
Dosen
190370
Frischeier
Stück
422876
4.36
Trockenei
Pakete
476981
4.92
Trockenei
offen, kg
486
Gemischte Konserven
Dosen
1776236
Salz
kg
498111
Kaffee-Ersatz
kg
17905
Marmelade
kg
16528
Honig
kg
5321
Brotaufstrich
kg
2003
Sacharin
Schokolade
Keks
Packungen
97380
1.00
Rippen
491697
5.07
Bohnenkaffee
Pudding-Pulver
Süßwaren
Nährblocks
kg
36004
0.37
0.001
kg
108383
1.11
kg
418
kg
9318
Stück
31322
0.32
Stück
669 575
6.91
0.018
Knorr-Suppen-Würfel
Mitteilung des städtischen Ernährungsamtes.
1) Gerechnet für 96892 Normalverbraucher.
2) Einschließlich 7152150 kg Einkellerungskartoffeln für 1946/47.
326
Seite 357
357/506
Tabelle XVI/1 G
Milchanlieferung und -ausgabe 1944-1946 im Milchhof Innsbruck
Produkt
1944
1945
1946
1. Vollmilch
Anlieferung
Rahmanlieferung (umgerechnet
in Vollmilch)
30 50 50
kg
9932659
7442510
6509 291
kg
6122308
4939071
9071 3.300716
kg
16054967
12381581
9810007
Ausgabe:
Trinkmilch
kg
3161964
3905027
5323538
entrahmt
kg
6679135
3468 841
1180634
verbuttert aus Rahm
kg
verarbeitet zu Käse
000
6122308
4939071
3293566
kg
91560
68642
12269
kg
16054967
12381581
9810007
2. Magermilch
Gesamtanfall
1
7710415
4049021
3270283
Ausgabe:
an Verteiler und Verbraucher
6245471
3098026
2640777
Buttermilch
1
110773
10243
an Lieferanten
1
689 155
568 160
56813
476450
verarbeitet zu Käse und Topfen 1
665016
372592
96243
1
7710415
4049021
3270283
3. Buttererzeugung
aus Vollmilch, bzw. Rahm
kg
532433
384152
253898
Zukauf
kg
753940
205172
389 002
zugekaufte Landbutter
kg
29186
20999
7475
Anfangsbestand
kg
98416
37684
3726
kg
1413975
648007
654 101
Fexp
Butterausgabe:
an Verteiler u. Verbraucher
kg
1190913
536196
583094
Rückgabe an Lieferanten
kg
156192
104900
70100
Landbutter an Verteiler und
Verbraucher
kg
17344
Landbutter an Reichsstelle
kg
11802
Endbestand
kg
37724
6911
907
kg
1413975
648007
654101
327
Seite 358
358/506
Tabelle XVI/2 A
Ständige Märkte
Märkte
In Markthallen
Offene Märkte
Straßenmärkte
1937
1943
1946
1937
1946
1937 1943 1946
Anzahl
2
1
1
1
1
1
Belagfläche m
1205
719
396
2670
Stände
65
90
48
27
4
20
20
Markthallen
Großmarkthalle
1937 1943 1946
Fleischbankgebäude
1937 1943 1946
Belagfläche m²
Verkaufsstände
hievon belegte
Verkaufsstände
486 750 750 a) Fleischverkaufshalle
17 verm.1) bel.2)
11
verm. belegt
Fläche derselben m² 282 486 486
Belagfläche m
Verkaufsstände
hievon belegte
Verkaufsstände
499
499
2223)
27
27
27
104)
27)
12
Fläche derselben m²
185
499
222
1) Die ganze Halle vermietet an eine
Lebensmittelgroßhandlung.
2) Belegt vom Städt. Ernährungsamt
und der französischen Besatzung.
3) 15 Stände 1944 durch Bombardierung
zerstört.
4) Hievon 9 Fleischstände, 1 Gemüse-
stand.
5) Hievon 6 Fleischstände, 21 Gemüse-
stände.
*) 6 Stände 1944 bombardiert.
b) Pferdefleisch-
verkaufsstände
Belagfläche m²
Vorhandene Stände
Belegte Stände
c) Fischhalle
Belagfläche m
Vorhandene Stände
Belegte Stände
d) Vorbauten-Stände
Belagfläche m²
Vorhandene Stände
Belegte Stände
328
90
966
90
938
90
6
6
938
6
6
38
go co co
38
38
3
3
3
3
goo
3
3
92
12
12
222
92
12
12
222
46
1986
6%)
Seite 359
359/506
Offener Markt am Innrain
(Täglicher Lebensmittelmarkt)
Tabelle XVI/2 B
Zeitweilig abgehaltene Märkte
(Jahrmärkte)
Lage
Größe m²
1.
15. Jänner
Krämermarkt')
2.
5. Februar
Lichtmeẞmarkt
Vor dem Fleischbankgebäude
1040
3.
23. Februar
Mittfastmarkt
Vor dem Ursulinenkloster
Innrain-Allee II. Teil
500
4.
14. April
Krämermarkt
1130
5.
17. Mai
6.
25. Juni
Maimarkt
Krämermarkt
2670
7.
26. Juli
Jakobimarkt
8.
10. August
Laurenzimarkt
¹) Die Krämermärkte werden im west-
lichen Teil der Innrain-Allee und am Vieh-
marktplatz bei den Sillhöfen, die Viehmärkte
am Viehmarktplatz bei den Sillhöfen abge-
halten.
9.
25. September
Krämermarkt
10.
8. Oktober
Brigittamarkt
11.
16. Oktober
Gallimarkt
12.
9. November
Krämermarkt
13.
29. November
Krämermarkt
14.
13. Dezember
Thomasmarkt
329
Seite 360
360/506
Tabelle XVI/2 C
Marktamt
Bezeichnung
1920
1925
1930 1944
1945
1946
A. Lebensmittelproben:
Milch
sonstige Proben
B.) Beschlagnahme verdorbener
Lebensmittel:
Fleisch, Wurstwaren, Fleisch-
567
810
962
IT
| |
1410
430
gemüse-Konserven
Dosen
232
217
481
237
44.393
Fische
kg
Fischkonserven
Dosen
111
1170
3213
10
1706
Fett
kg
87
Molkereiprodukte
(Kondensmilch)
kg
100
240
631
Eier
Stück
48 400
Mehl
kg
560
7939
Mahlprodukte u. Backwaren
kg
22
95
Zucker
kg
15799
294
Kartoffeln
kg
62600
Gemüse
kg 16000 42000 19000
78769 19034
67414
Obst
Hülsenfrüchte
Sojabohnen
Marmelade
kg
69
Dosen
7850
kg 14000
39 262 26380 7441
99144 4906
Dosen
640
-
I
Mineralwasser
Fl.
4000
C. Übertretungen:
der marktpolizeil. Vorschriften
der Eichvorschriften
gewerbepolizeilichen Vorschriften
Preistreiberei u. Strafmandate
sonstige Vorschriften
Mitteilung des städtischen Marktamtes.
330
528
312
280
34
41
4
48
32
16
223
46
45
-
IIIII
IIIII
6
290
200
Seite 361
361/506
XVII. Preise, Lebenshaltungskosten, Arbeiterlöhne
XVII/1. Preise
Die Preise der Lebensmittel waren in den Jahren 1936 und 1937 durch die Ge-
stehungskosten der österreichischen Landwirtschaft und, soweit es sich um einge-
führte Lebensmittel handelte, durch die Importpreise bestimmt. Die geringe Kauf-
kraft eines großen Teiles der Bevölkerung gestattete aber häufig dem Landwirte
nicht, die wirklichen Erzeugungskosten beim Verkauf der Lebensmittel zu erzielen,
er mußte vielfach unter dem Gestehungspreis landwirtschaftliche und forstwirt-
schaftliche Produkte absetzen. Die Preise für gewerbliche Erzeugnisse waren aus dem
gleichen Grunde ebenfalls gedrückt, reichten jedoch hin, dem Gewerbetreibenden
und Kaufmann einen angemessenen, manchmal auch nur bescheidenen Gewinn zu
sichern, obwohl die gegenseitige Konkurrenz der Unternehmer die Preise niedrig
hielt. Nach dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich und der Einführung
der Markwährung fand eine Angleichung der österreichischen Preise an die bisherigen
reichsdeutschen Lebensmittelpreise statt, so daß bald nicht mehr das Geldum-
rechnungsverhältnis von S 1.50 = RM 1. Geltung hatte, sondern allmählich und
allgemein ein solches von S 1. = RM 1.- entstand, daß also Lebensmittel die
früher S 1. kosteten nunmehr um RM 1.- verkauft wurden. Dieses Zugeständnis
wurde von den Behörden der österreichischen Landwirtschaft gemacht, die damit
in den Lebensmittelpreisen eine Angleichung an die deutschen Landwirtschafts-
preise erreichte und wirklich kostendeckende Erlöse erlangte. Die gewerbliche
Produktion mußte dagegen auch noch während des zweiten Weltkrieges im wesent-
lichen die Preise aufrecht halten, die sie schon vor dem März 1938 kalkuliert hatte.
Der Marktgrundsatz, daß Angebot und Nachfrage die Preise der Bedarfsgüter
bestimmen wurde von den Preisbehörden zwangsweise völlig ausgeschaltet.
Nach Kriegsende erließ die provisorische österreichische Regierung das Gesetz
vom 17. 7. 1945, mit dem grundsätzliche Bestimmungen über die Preisregelung
geschaffen wurden. In Tirol, wo die Staatsregierung wegen der Verkehrsabsperrung
einstweilen noch nicht anerkannt war, sorgte die Verordnung des Leiters der ameri-
kanischen Militärregierung vom 7. 7. 1945, betreffend wirtschaftliche Angelegen-
heiten der Verwaltung, Tiroler Amtsblatt Nr. 4, für die Aufrechthaltung der bisherigen
Bestimmungen über die Erzeugung und den Verkauf von Waren.
Mit Hilfe dieser Vorschriften konnten die Preise der von den Ernährungsämtern
aufgerufenen Lebensmittel im Jahre 1945 und in der ersten Hälfte des Jahres 1946
einigermaßen auf der gleichen Höhe gehalten werden, wie sie während des Krieges
Geltung hatten. Die Preise anderer Bedarfsgüter, wie Bekleidung, Haushaltungs-
gegenstände, Baustoffe und Erzeugnisse der Baunebengewerbe, stiegen wegen des
plötzlich auftretenden Bedarfes und des außerordentlich großen Gütermangels
bei der nun aus den Fugen geratenen bisherigen scharfen Zwangsbewirtschaftung
trotz Entgegenarbeitens der Preisbehörden rasch an. Da gemäß dem Schilling-
rechnungsgesetz vom 30. 11. 1945, BGBl. Nr. 231/1945, die Umrechnung von
RM in S im Dezember 1945 nach dem Verhältnis von RM 1.- S 1.- erfolgt war,
trat in der zweiten Hälfte des Jahres 1945 mit fortschreitender Entwertung der
331
Seite 362
362/506
österreichischen Währung auch eine Steigerung der Preise der Lebensmittel ein,
wie sie aus den Tabellen XVII/1 A und B ersichtlich ist. Über die Preise anderer
Bedarfsgegenstände wurden im Statistischen Amt der Stadt nach dem Kriege keine
regelmäßigen Aufzeichnungen geführt. Da, wenn auch immer nachhinkend, auch
die Löhne und Gehälter, am geringsten diese der öffentlichen Beamten und An-
gestellten, erhöht wurden, waren die Lohn- und Gehaltsempfänger trotz der Erhöhung
der Preise noch in der Lage, die wenigen von den Ernährungsämtern aufgerufenen
Lebensmittel zu kaufen und teilweise darüber hinaus am,,Schwarzen Markte"
sich vom Lande zusätzlich Nahrung zu verschaffen, wodurch neben der Miete der
Wochen- und Monatslohn weitgehend aufgebraucht wurde und für Nachschaffungen
anderer dringender Bedarfsgüter nur unzureichende Beträge verblieben. Dieser
Umstand machte sich bei dem außerordentlichen Mangel an Waren bis Ende 1946
nicht besonders stark fühlbar.
XVII/2. Lebenshaltungskosten
Die Preisentwicklung findet ihren Niederschlag in den Lebenshaltungskosten.
Dieser Begriff ist seiner Natur nach höchst individuell, weil die Bedürfnisse der
Menschen äußerst vielgestaltig sind. Um eine Vergleichsgrundlage zu schaffen,
wurde in der Tabelle XVII/2 der Begriff Lebenshaltungskosten vereinfacht und
eingeschränkt auf Haushaltungskosten, unter die die Kosten der vom Ernährungs-
amte zum Bezuge aufgerufenen Lebensmittel, die Wohunngsmiete in einem städ-
tischen, nicht unter Mieterschutz stehenden Haus, das aber der Verordnung
über das Verbot von Preiserhöhungen unterliegt, und die Kosten für Gas und elek-
trischen Strom eingereiht wurden. Die Ausgaben für Beheizung der Wohnung
wurden weggelassen, da sie in den angegebenen Zeitperioden nur einmal vorkom-
men. Es wurden die Lebenshaltungskosten in dieser Einschränkung in fünf Lebens-
mittel-Kartenperioden zu je 4 Wochen im Herbst der Jahre 1940 bis 1944, im
Frühjahr 1945 (vor Kriegsende) sowie zweier Perioden des Jahres 1946 ausgewählt
und dabei für 4 Familien verschiedener Größen ermittelt. Der Tabelle XVII/2 ist zu
entnehmen daß die Lebenshaltungskosten während des Krieges infolge der scharfen
Preisbestimmungen sich auf ungefähr gleicher Höhe hielten. Die kleinen Unterschiede
finden in den Verschiedenheiten der jeweiligen Lebensmittelaufrufe und in der gegen
Kriegsende überhaupt geringeren Menge an zugeteilten Lebensmitteln ihre Er-
klärung. Dagegen zeigt sich vom Kriegsende bis zum Dezember des Jahres 1946
eine sehr bemerkenswerte Preissteigerung. Obwohl die Mietzinse der Wohnungen
in der gleichen Höhe verblieben, erfuhren die Lebensmittel trotz der Preisstützung
seitens der Bundesregierung in der Zeit vom Mai 1945 bis Dezember 1946 Steigerungen
von 45.6% bis 78.9%. Die,,Lebenshaltungskosten" erhöhten sich vom März 1945
(73. Periode alter Zählung) bis Dezember 1946 (22. Periode neuer Zählung) wie folgt:
für das kinderlose Ehepaar um 18.5%, für die Familie mit 1 Kleinstkind um 31.5%,
für die Familie mit 1 Kleinkind und 1 Kind um 37.2%, für die Familie mit 1 Kind
und 1 Jugendlichen um 25%. Die Kollektivvertragslöhne von Hilfs- und Fach-
arbeitern stiegen im gleichen Zeitraum in einem oft höherem Maße, so daß die Steige-
rung der,,Lebenshaltungskosten" für diese Arbeitergruppen ausgeglichen wurden.
Andere lebenswichtige Waren jedoch, die in den aufgestellten,,Lebenshaltungs-
kosten" nicht erfaßt sind, wie Bekleidung, notwendige Haushaltungsgegenstände
usw. erhöhten sich in ungleich größerem Ausmaße, was zur Folge hatte, daß der
Reallohn, d. h. die Kaufkraft des Lohnes für alle wichtigen Bedarfsgüter allmählich
sank. Über Aufzeichnungen der Preise anderer Waren als den in den,,Lebens-
332
Seite 363
363/506
haltungskosten" genannten, verfügt das Amt nicht. Die Devisenkurse des Jahres
1945 und 1946 können zu einem Vergleich mit früheren Jahren nicht herangezogen
werden, da sie als Zwangskurs von der Österreichischen Nationalbank festgesetzt
wurden.
XVII/3. Arbeiterlöhne
In der Tabelle XVII/3 sind die Löhne von Arbeitern und Angestellten einer
größeren Anzahl von Berufsgruppen nach dem Stande vom Mai 1945 und letzten
Quartal 1946 dargestellt. Leider können keine Vergleichszahlen aus den Jahren
1936 bis 1938 erbracht werden, da der Stadtmagistrat in jener Zeit keine statistischen
Aufschreibungen über Löhne führte und bei der Arbeiterkammer und der Kammer
der gewerblichen Wirtschaft wegen Vernichtung der Unterlagen infolge des System-
wechsels im Jahre 1938 und der Bombenwürfe während des Krieges fast keine
Aufzeichnungen vorhanden sind.
Mit dem Anschlusse Österreichs an das Deutsche Reich wurden im Jahre 1938
auch die Löhne bei der Währungsänderung im Verhältnis von S 1.50 gleich RM 1.
umgerechnet. Trotzdem sie gegenüber reichsdeutschen Löhnen als niedrig anerkannt
wurden, durften sie nicht erhöht werden. Nur dem Reichstreuhänder der Arbeit
stand es zu, allfällige Lohnverbesserungen zu genehmigen, was aber beim Verbot,
Preise und Löhne zu erhöhen, nur in wenigen Fällen und in geringem Ausmaße
bewilligt wurde. Daher galten die in der Tabelle XVII/3 für den Stand Mai 1945
in Schilling eingesetzten Löhne in ungefähr dem gleichen Ausmaß während des
ganzen Krieges 1939 bis 1945 in Reichsmark.
Mit der wiedergewonnenen Selbständigkeit Österreichs änderte sich im Dezember
1945 die Währung neuerdings, wobei die Reichsmarklöhne im Verhältnis von 1:1 in
Schillinglöhne umgewandelt wurden. Infolge der ungeheuren Schwierigkeiten, die
beim Wiederaufbau Österreichs nach dem verlorenen Kriege, nach den Zerstörungen
und dem Zerreißen der bisherigen Wirtschaftsverbindungen zu bewältigen waren,
stiegen in der zweiten Hälfte des Jahres 1945 die Lebenshaltungskosten an. Ihnen
folgten die Löhne in einem vielfach ungleichen Ausmaße. Es erhöhten sich die
Wochenlöhne vom Mai 1945 bis zum 4. Quartal 1946 z. B. in der Ziegelindustrie
laut der Tabelle für Arbeiter der unteren und der höheren Lohngruppen um rund
41%, bei den Gas-, Wasser- und Heizungsinstallateuren die mittleren Löhne um
12%, die höheren um 30%, die niederen um 35%; im Tischlergewerbe die niederen
um 20%, die höheren um 42%, im Bäckergewerbe die niederen Löhne um 35%, die
höheren um 50%. Das Existenzminimum der schaffenden Menschen mußte bei der
fortschreitenden Teuerung in erster Linie gesichert werden. Es gelang aber nicht
allen Berufsgruppen sich den Realwert der Löhne und Bezüge zu erhalten; die
höheren Löhne der früher besser bezahlten Berufsgruppen stiegen nicht im gleichen
Ausmaße wie die bisher geringer bezahlten. Die Lohn- und Gehaltsnivellierung
zwischen den hohen und niederen Lohn- und Gehaltsgruppen nahm schon 1946
ihren Anfang.
A.
333
Seite 364
364/506
334
Fleisch:
Ware
Kleinhandelspreise für Lebens- und Genußmittel
Preisentwicklung 1936-1946
Tabelle XVII/1 A
Jänner Dezember Oktober Jänner
Mitte
Ende
Ende
Mitte
Ende
1936
1938
1939
1941
1943
1943
1945
1946
1946
S
RM
RM
RM
RM
RM
RM
S
S
Rindfleisch, vorderes
kg
Rindfleisch, hinteres
kg
Rindfleisch, Lungenbraten
kg
Kalbfleisch, Schnitzel
kg
Kalbfleisch, vorderes
kg
Kalbfleisch, hinteres
kg
Schweinefleisch
Schweinefleisch, Schinken gekocht
kg
Schaffleisch, vorderes
kg
Schaffleisch, hinteres
kg
Pferdefleisch, vorderes
kg
Pferdefleisch, hinteres
kg
Wildfleisch
kg
Wurst, bessere Knackwurst
kg
to to to to to to to to to to to to to
1.73
1.87
1.92
2.-
2.-
2.04
2.04
2.60
2.80
2.46
2.-
2.04
2.40
2.40
2.20
2.20
4.20
3.-
3.-
3.20
2.80
2.80
4.70
4.-
4.-
4.-
3.-
3.-
5.70
1.60
1.73
2.40
2.40
2.40
2.10
2.10
3.-
2.60
2.50
3.-
3.-
3.-
2.40
2.40
5.10
kg 3.20
2.50
3.-
2.-
2.-
2.-
3.-
-
4.67
4.70
1.80
1.80
1.80
1.80
1.80
1.80
2.20
2.20
2.20
2.20
2.20
1.20
1.60
1.07
1.20
1.20
1.60
2.-
1.20
1.50
1.80
1.50
2.40
2.60
2.60
2.80
1.87
1.87
2.20
3.50
3.-
3.75
3.75
Wurst, dürr
kg
2.-
2.-
2.-
3.80
4.
3.80
4.-
4.-
Milch, Käse, Eier:
Vollmilch
1
-.47
-.28
-.28
-.30
.30
-.30
-.30
-.30
.50
Magermilch
1
-.18
.18
-.18
-.18
-.18
.32
Topfen
kg
.66
.66
-.72
-.96-
Schnittkäse, mager
kg
1.33
1.40
1.40
1.40
1.68
1.86
4.58
Schnittkäse, halbfett
kg
3.60
1.70
2.80
3.30
3.30
3.40
4.10
5.44
Weichkäse, 40 g
Stück
.30
Eier
Stück
-.19
-.12
-.12
-.13
-.12
-.12
-.13
-.21
-.21
Brot und Getreideprodukte:
Brot
kg
-.61
-.53
.32
.38
-.38
-.38
-.38
-.38
-.60
Roggenbrot
kg
.32
Seite 365
365/506
Ware
Kleinhandelspreise für Lebens- und Genußmittel
Preisentwicklung 1936-1946
Jänner Dezember Oktober Jänner Mitte
Ende
Ende
Mitte
Ende
1936
1938
1939
1941
1943
1943
1945
1946
1946
S
RM
RM
RM
RM
RM
RM
S
S
Tabelle XVII/1 A (Fortsetzung)
Brot, halbweiß
kg
-.42
Brot, weiß
kg
-.60
1.22
Semmel
Stück
.07
-.045
-.045
Kleingebäck, schwarz
Stück
Weizenmehl
kg
-.70
-.55
.52
Brotmehl
kg
.50
Gerstenmehl
kg
.48
Weizengrieẞ
kg
.50
-.56
.54
Polenta
kg
Maismehl
kg
Gerste
kg
.57
.50
Haferflocken
kg
-.73
.62
Kartoffelstärkemehl
kg
Teigwaren
kg
.93
1.-
Bohnen
.40
-.41
Erbsen, grün
kg
.70
Erbsen, gelb
kg
.53
.53
Linsen
kg
.83
.68
7777777 777-7777
-.42
.72
1.-
.72
.58
.045
-.045
.045
-.05
.06
.50
.49
.49
.49
.37
.34
.34
.34
.48
.48
.48
.52
.50
.50
-.50
.52
.48
.48
.48
.54
.60
.60
.60
-.50
.68
.64
1.04
.96
.96
.96
-.76
1.07
1.07
.85
.85
-.85
1.-
.76
.90
.90
1.10
.95
Sojabohnenmehl
kg
Erbsenmehl
kg
Salz
kg
-.76
.30
.26
.26
.26
-.26
-.44
77777777777777777
-.58
.87
-.05
-.06
-.06
.09
-.49
.79
-.34
.54
-.81
-.81
.50
-.54
.54
-.54
.48
.60
.85
-.64
.64
.96
.98
.80
.80
.70
.70
.98
.98
.83
.80
.46
-.46
Öle und Fette:
Schweinefett
kg
2.60
1.87
2.-
2.16
2.16
2.16
2.25
2.25
Schweinespeck
kg
2.40
2.40
Schweinespeck (amerikanisch)
kg
1.70
Schweinespeck, geräuchert
kg
Pflanzenfett
Margarine
kg
0 0
2.40
2.20
3.-
3.60
kg 1.80
1.20
2.44
1.06
1.36
2.06
1.96
1.96
2.04
2.06
3.06
Speisemischfett
kg
335
Seite 366
366/506
336
Kleinhandelspreise für Lebens- und Genußmittel
Preisentwicklung 1936-1946
Tabelle XVII/1 A (Fortsetzung)
Jänner Dezember Oktober Jänner
Mitte
Ende
Ende
Mitte
Ende
Ware
1936
1938
1939
1941
1943
1943
1945
1946
1946
S
RM
RM
RM
RM
RM
RM
S
S
Butter
kg
Butterschmalz
kg
Olivenöl
Speiseöl
3050--
4.40
3.33
3.20
3.60
3.60
3.60
3.60
5.76
7.40
4.20
4.20
2.60
2.86
1
1.20
1.82
2.-
Gemüse und Obst:
Kartoffeln
kg
-.18
.09
-.09
Kraut
kg
.20
.16
Sauerkraut
kg
.33
.36
Kohl
kg
.26
.22
Karfiol
kg
Kohlrabi
kg
Spinat
kg
.50
Karotten
kg
-.30
.26
Rote Rüben
kg
.22
Zwiebel
kg
Salat
Tomaten
kg
Rotkraut
kg
Eẞäpfel
Kochäpfel
Birnen
Dörrpflaumen
Verschiedenes:
Kondensmilch
Dose
Fleischkonserven
Dose
Gemüse-Fleisch-Konserven
Dose
Fischkonserven
Dose
kg
PED EO ED EX EX EO ED E
.28
.25
7777777777
-.11
.13
-.11
.14
.16
.16
.32
.32
.35
.19
.21
.19
.36
.80
.64
.39
.34
.26
.88
.32
.44
.23
.28
.30
.17
.27
.16
.23
.40
.46
.40
1.30
1.05
.27
.25
.30
.22
.81
.50
.84
kg
.18
kg
.75
.38
7777-77777777777
-.18
.16
.28
.26
.30
-.42
.22
.40
-.91
1.-
1.05
.95
.26
-.44
.80
.52
.80
.80
.34
.34
.91
.20
.23
.50
.67
.78
.78
.47
.80
.80
.40
.48
.48
.80
.80
1.06
.28
.28
.68
.68
.80
kg
.95
11
1111
1.
4.
4.-
-.60
.60
1.38
Seite 367
367/506
Ware
Kleinhandelspreise für Lebens- und Genußmittel
Preisentwicklung 1936-1946
Jänner Dezember Oktober Jänner
Mitte
Ende
Ende
Mitte
Ende
1936
1938
1939
1941
1943
1943
1945
1946
1946
S
RM
RM
RM
RM
RM
RM
S
S
Tabelle XVII/1 A (Fortsetzung)
Sojabohnen-Konserven
-.78
Dose
I
Gemüseerbsen-Konserven
Dose
-.78
-.90
Grüne Fisolen-Konserven
Dose
1.12
.80
Tomaten-Konserven
Dose
-.30
.38
.30
1.70
Marmelade, Vierfrucht
kg
1.-
1.60
Marmelade
kg
1.50
1.25
2.-
3.
Kunsthonig
kg
1.80
1.52
1.52
1.52
11.-
Bienenhonig
kg
Powidl
kg
1.20
Malzkaffee
kg
-.59
.56
Gerstenkaffee
kg
-.52
.52
Kaffee-Ersatz
kg
.90
1.12
1.16
1.16
1.20
-.80
Trockenei
Paket
1.
Saccharin
Schachtel
8.
Maggi-Würze
1
.04
Maggi-Würfel
Stück
10.-
Rum
1
Essig
1
-.50
-.84
1.06
Kolonialwaren:
Bohnenkaffee, gebrannt
kg
4.80
4.80
4.80
6.80
9.-
9.
7.20
7.20
7.25
Bohnenkaffee, grün
kg
Kakao
kg
1.76
2.20
2.16
2.04
20.-
20.-
Tee, russischer
kg
Reis
kg
.60
.40
-.40
.54
-.66
.70
.90
-.90
.98
Zucker, Würfel
kg
1.32
.84
.84
.86
.84
.84
.84
Zucker, Staub oder Grieß
kg
.85
.85
.85
.80
.80
.80
1.-
1.84
Zitronen
Stück
.05
-.25
-.25
337
Seite 368
368/506
338
Ware
Tabelle XVII/1 A (Fortsetzung)
| |
-.78
1111
Jänner Dezember Oktober Jänner
Mitte
Ende
Ende
Mitte
Ende
1936
1938
1939
1941
1943
1943
1945
1946
1946
S
RM
RM
RM
RM
RM
RM
S
S
Kleinhandelspreise für Lebens- und Genußmittel
Preisentwicklung 1936-1946
kg
-.60
Dose
| |
-.50
Fische:
Kabeljau
kg
1.10
1.10
1.49
Rotbarsch
kg
1.20
1.20
Flundern
kg
1.60
Salzheringe
Stück
-.14
Orangen
Sardinen
1111
Seite 369
369/506
22*
Tabelle XVII/1 B
Preiserhöhung wichtiger bewirtschafteter Lebensmittel von Ende 1945 bis Ende 1946
Benennung
Erhöhung
um Prozent
Benennung
Erhöhung
um Prozent
Benennung
Erhöhung
um Prozent
Vorderes Rindfleisch 27.4 Weizenmehl
61.2
Kartoffeln
66.6
Hinteres Rindfleisch
90.9 Brotmehl
58.8
Kohl
313.6
Vollmilch
66.6 Weizengrieẞ
62.0
Karotten
167.6
Magermilch
77.7
Haferflocken
41.6
Eẞäpfel
32.5
Schnittkäse, mager
172.6
Teigwaren
2.0
Birnen
17.6
Eier
69.2
Erbsen, gelb
36.3
Marmelade
50.0
Brot
57.8
Salz
4.5
Kaffee-Ersatz
3.6
Weißbrot
50.0
Butter
105.5
Bohnenkaffee, grün
0.7
Semmel
20.0
Margarine
50.0
Grießzucker
130.0
339
Seite 370
370/506
340
Lebenshaltungskosten
beschränkt auf die Kosten der aufgerufenen Lebensmittel, von Strom und Gas und die Wohnungsmiete
15.
Größe der Familie
Ehepaar ohne Kinder:
Rationierte Lebensmittel
Wohnung (1 Zimmer + Küche)
Gas
Strom
Tabelle XVII/2
15.
28.
40.
54.
67.
73.
22.
23.9.
22.9.-
24.8.
20.9.-
18. 9.-
20. 10.40 19. 4. 41
20. 9. 42
17. 10. 43
15. 10. 44
5.3.-
1.4.45
24. 6. 9. 12.46-
21.7.46
-
5.1.47
RM
RM
RM
RM
RM
RM
S
S
36.28
37.44
33.32
33.60
31.12
31.92
46.16
46.48
35.-
35.-
35.-
35.-
35.-
35.-
35.-
35.-
7.50
7.50
7.50
7.50
7.50
7.50
6.-
9.-
6.-
6.-
6.-
6.-
6.-
6.-
2.40
4.80
Summe
84.78
85.94
81.82
82.10
79.62
80.42
89.56
95.28
Familie mit 1 Kleinstkind:
Rationierte Lebensmittel
Wohnung (1 Zimmer + Küche)
Gas
Strom
50.24
51.19
47.31
48.73
45.68
43.97
70.80
72.96
35.-
35.-
35.-
35.-
35.-
35.-
35.-
35.-
10.83
10.83
10.83
10.83
10.83
10.83
9.-
13.50
8.-
8.-
8.-
8.-
8.-
8.-
3.60
7.20
Summe
104.07
105.02
101.14
102.56
99.51
97.80
118.40
128.66
Familie mit Kleinkind und Kind:
Rationierte Lebensmittel
Wohnung (2 Zimmer + Küche)
Gas
Strom
69.60
70.06
65.71
66.12
62.14
60.04
91.89
107.46
50.-
50.-
50.-
50.-
50.-
50.-
50.-
50.-
14.20
14.20
14.20
14.20
14.20
14.20
12.-
18.50
11.-
11.-
11.-
11.-
11.-
11.-
4.80
9.60
Summe
144.80
145.26
140.91
141.32
137.34
135.24
158.69
185.56
72.76
73.58
69.46
70.50
64.25
65.74
88.34
102.09
50.-
50.-
50.-
50.-
50.-
50.-
50.-
50.-
17.50
17.50
17.50
17.50
17.50
17.50
12.-
18.50
11.-
11.-
11.-
11.-
11.-
11.-
4.80
9.60
Summe
151.26
152.08
147.96
149.-
142.75
144.24
155.14
180.19
Familie mit Kind und Jugendlichem:
Rationierte Lebensmittel
Wohnung (2 Zimmer + Küche)
Gas
Strom
Seite 371
371/506
Arbeiterlöhne in Innsbruck (Auswahl)
Wochenlohn
in S
Tabelle XVII/3
Wochenlohn
in S
Gewerbe
1. 5. 4.Quart.
1945
1946
Gewerbe
1. 5. 4.Quart.
1945 1946
Spengler
41.28 72.48 Qualifizierter Arbeiter über
Zementindustrie
Vorarbeiter
Facharbeiter
Angel. Arb. I. Kat.
Ungel. Arb. I. Kat.
Ziegelindustrie
Vorarbeiter
Betriebshandwerker
37.24 66.24
33.60 59.52
5 Jahre
65.76 84.
Gehilfen bis zum voll. 5. Jahr
59.52 67.20
29.76 52.80
Gehilfen bis zum voll. 1. Jahr
Hilfsarbeiter
38.88 52.80
38.88 57.60
36.96 52.80 raturen
Grubenarbeiter
30.72 43.20
40.80 57.60 Elektroinstallation und -Repa-
Obermonteur mit manueller
Arbeiter
28.80 40.80
Mitarbeit
77.76 93.60
Facharbeiter ab 5. Jahr
59.52 74.40
Eisen-, Metall- und Elektro-
Facharbeiter ab 3. Jahr
49.92 62.40
industrie
Hochwertigste Facharbeiter
56.16 78.72
Hilfsmonteure über 2. Jahr
im Fach
45.12 57.60
47.04 65.28
Hilfsarbeiter über 20 Jahre
38.40 52.80
Private Stromversorgung
55.20 65.10
31.20 43.20
48.-
-
67.20
Schwierige Facharbeit
Arbeiter mit Spezialkönnen
Einfachste Arbeit, ohne Aus-
bildung
Schlossergewerbe
Werkmeister, Vorarbeiter
Facharbeiter, über5. Gesellen-
jahr
Facharbeiter, 2. Gesellenjahr
Angelernter Arbeiter
Hilfsarbeiter ab 22 Jahre
Schmiede
Werkmeister, Vorarbeiter
Facharbeiter über 5 Jahre
Facharbeiter im 2. Jahr
Angelernter Arbeiter
Hilfsarbeiter ab 22 Jahre
Gas-, Wasser-, Heizungs-, Lüf-
tungs-, Kühlanlagen-Installat.
Obermonteure
Monteure mit 4 J. u. darüber
Monteure im 1. Gehilfenjahr
Mechaniker
Geprüfte Meister
Besser qualifizierte Arbeiter
und Spezialarbeiter
Facharbeiter über 6 Jahre
und darüber
Facharbeiter im 2. u. 3. Jahr
Angelernte Arbeiter über
22 Jahre
39.84 54.24
31.68 38.64 Facharbeiter ab 5. Gesellenjahr
Facharbeiter ab 1.Gesellenjahr
Maschinisten nach 10 Jahren
Hilfsarbeiter und Monteure
Hilfsarbeiter über 18. Lebensj.
56.16 81.60
43.20 55.20 Chemische Industrie
45.12 48.-
38.88 52.80
62.40 86.40
56.16 81.60
Professionisten, geprüfte Ma-
schinenwärter, Vorarbeiter,
chem. Facharbeiter
Hilfsheizer, angel. Arbeiter
auf Maschinen mit mehr als
6 Monaten
43.20 55.20 Qualifizierte Hilfsarbeiter
45.12 52.80 Vorarbeiterinnen
34.02 52.80 Arbeiterinnen über 18 Jahre
Textilindustrie, Spinnerei-
Weberei
72.93.60 Lohngruppe 14
59.52 67.20 Lohngruppe 10
38.88 52.80 Lohngruppe 5
65.76 96.-
59.24 86.40
59.52 76.80
43.20 57.60
45.12 57.60
Lohngruppe 1
Wirkerei, Strickerei, Konfek-
tion, Näherei, Ausrüsterei
Lohngruppe 14 (höchste)
Lohngruppe 10
Lohngruppe 1
43.20 57.60
38.40 52.80
38.40 67.20
36.48
55.20
35.04 48.-
33.60 48.-
29.28 38.40
44.16 70.18
38.40 60.89
28.80 48.50
23.04 38.68
44.16 65.28
36.- 52.80
21.60 36.-
341
Seite 372
372/506
Tabelle XVII/3 (1. Fortsetzung)
Wochenlohn
in S
Gewerbe
1. 5. 4.Quart.
1945 1946
Gewerbe
Tischler, Wagner, Faßbinder,
Bildhauer, Drechsler
Wochenlohn
in S
1. 5. 4.Qartal
1945 1946
Strickereigewerbe
Motorstricker u. Strickerinnen
mit selbständiger Maschinen-
wartung
Handnäherin
Strickerin
Büglerin
Maschinenmeister
57.40 81.60
60.48 63.84
Facharbeiter nach 3 Jahren
47.52 62.40
45.12 52.20
36. 43.20
48. 53.76 Facharbeiter nach 1 Jahr
48.53.76 Hilfsarbeiter
55.20 60.48
Sägeindustrie
Wäschereien
Wäschemeister, Heizer, Pro-
fessionisten
Maschinenwäscher
Handwäscherin
Näherin, Merkerin
Chemische Putzereien und
Färbereien
Gelernte Chem.-, Naß-, Tep-
pichwäscher, Detacheur
Gelernter Färber
Erste chem. Büglerin
Hilfsarbeiterin über 18 Jahre
38.40 96.
Lohngruppe 7a
60.-107.04
Lohngruppe 6
Lohngruppe 4
33.60
72.
28.80 48.
38.40
53.76
35.04 76.80 Lohngruppe 2
30.24 57.60
21.60 48.-Bäckergewerbe
35.04 57.60
Mischer, Schießer
35.04 62.40
31.20 48.
Geselle unter 22 Jahre
Hilfsarbeiter männl., weibl.,
über 18 Jahre
Verkaufspersonal über 20 J.,
monatlich
Gelernte Verkäuferin, monatl.
Fleischhauergewerbe
1. und 2. Gehilfe
33.60
40.80
48.
35.50
72.
55.20
25.- 38.40
100.-150.-
190.-
Buchbindergewerbe
55.20 85.44
Rastrierer, 4. Gehilfenjahr
64.80
80.1. Tafelgehilfe
48.70 72.
Rastrierer, 1. Gehilfenjahr
37.80 50.
Gehilfen
46.-
51.84
Gehilfe, 4. Jahr
58.50 72.
Hilfsarbeiter über 18 Jahre
30.-
44.64
Gehilfe, 1. Jahr
32.40 45.-
Arbeiterinnen nach dem
Teigwarenindustrie
3. Halbjahr
18. 28.
Facharbeiter
Angelernte Arbeiter
Hilfsarbeiter
Angelernte Arbeiterinnen
Mittelbrauereien
40.80 69.60
36.-
63.36
29.76 52.80
28.80 45.60
Druck- und Vervielfältigungs-
gewerbe
Maschinenmeister
Handsetzer
Buchdruckergehilfe A
Angelernter Hilfsarbeiter
Einlegerinnen
Chemigraphen-Gehilfe C
Chemigraphen-Gehilfe A
Sattler und Taschner
Qualifizierter Zuschneider
Facharbeiter ab 4. Geh.-Jahr
Facharbeiter im 1. Geh.-Jahr
Feinstepperinnen,
Köderinnen
Hilfsarbeiter
342
84.- 104.-
70.- 80.
42.
52.
Vorderburschen, Biersieder
54.- 80.
45.
58.
Gelernte Professionisten,
37. 40.
Brauer, Heizer
52.
77.
61.- 80.-
Angelernte Hilfsarbeiter
47.
70.
40.- 52.
Mineral-u. Sodawasserindustrie
Facharbeiter, Kraftfahrer
48.-
70.
48.- 101.28
Qualifizierter Hilfsarbeiter,
41.28 89.76
Mitfahrer
45. 63.
31.20 65.76
Hilfsarbeiter
45.
56.
Hilfsarbeiterinnen
35.
43.
!!!
26.40 84.
32.16 60.-
Herren- u. Damenschneiderei
Selbständige Arbeiter, Bügler
1. Klasse
33.60 76.80
Seite 373
373/506
Gewerbe
Wochenlohn
in S
1. 5. 4.Quart.
1945
1946
Tabelle XVII/3 (2. Fortsetzung)
Wochenlohn
in S
Gewerbe
1. 5. 4.Quart.
1945
1946
52.80 81.60
Unselbständige gelernte Ar-
beiter, Arbeiterinnen 1. Kl.
Arbeiterinnen ohne abgeschl.
Lehrzeit nach 5 Jahren
Schuhmacher
Vorarbeiter
Gehilfen für Neuanfertigung
Gehilfe für Reparaturen
Hoch- und Tiefbaugewerbe.
Hilfspoliere
Vorarbeiter, Stukkateure
Gelernte Gehilfen nach 1 J.
Angelernte Arbeiter
Hilfsarbeiter mit mind. ljähr.
Verwendung
Maler
Professionisten
3. Gehilfenjahr
Platten-, Fließenleger
33.60 67.20 Gehilfen mit 5jähr. Verw.
Gehilfen bis 2jähr. Verw.
Rauchfangkehrer
48.-
90.72
40.80 64.80
20.16 60.-
39.48 100.80
Gehilfen über 22. Lebensjahr
Gehilfen bis 22. Lebensjahr
60.76.80
55.68 69.60
36.-86.40
33.60 67.20
Innsbrucker Verkehrsbetriebe
Angestellte
Vergütungs-Gr. VII, monatl.
76.80 Vergütungs-Gr. VIII, monatl.
Vergütungs-Gr. X, monatl.
60.-
55.20 72.
38.40 52.80
41.28 62.40
35.04 72.
Arbeiter
Lohngruppe A
ab 11. Dienstjahr
ab 5. Dienstjahr
1. und 2. Dienstjahr
240.
216.
188.
61.92
57.60
45.60
Lohngruppe B
ab 9. Dienstjahr
52.80
ab 5. Dienstjahr
50.88
1. Gehilfenjahr
43.20 57.60
1. und 2. Dienstjahr
48.96
Hilfsarbeiter ab 6. Jahr
43.20 76.80
Sonderlohn
im 1. Jahr
28.80 48.
ab 9. Dienstjahr
66.24
ab 5. Dienstjahr
64.32
Tapezierergewerbe
1. und 2. Dienstjahr
62.40
Spezialfacharbeiter
54.72 81.46
43.20 62.40
38.40 54.24
55.20 74.40
Angelernte Arbeiter
Hilfsarbeiter über 20. Lebens-
jahr
Qualif. Hilfsarbeiterinnen
nach 20. Lebensjahr
Dachdeckergewerbe
Vorarbeiter
Gelernte Gehilfen nach dem
2. Gehilfenjahr
Angelernte Arbeiter nach 5-
jähriger Verwendung
Hilfsarbeiter mit ljähriger
Verwendung
Hafner, Töpfer, Keramiker
Gelernter Gehilfe mit 5jähr.
Verwendung
mit 2jähr. Verwendung
Hilfsarbeiter mit 5jähr. Verw.
Hilfsarbeiter bis 5jähr. Verw.
52.80 69.60 Köchin mit 2 Köchinnen
48.64.80
Hotelbeschließerin
Arbeiter im öffentlichen Dienst
38.40 50.40 Hilfsarbeiter
86.40
48.
38.40 64.80
36.-
32.16
55.20
48.
im 1. und 2. Dienstjahr
im 5. und 6. Dienstjahr
ab 11. Dienstjahr
Angelernte Arbeiter
im 1. und 2. Dienstjahr
im 5. und 6. Dienstjahr
ab 11. Dienstjahr
32.64 43.20
34.56 45.12
35.04 48.-
36.52.32
37.92 54.24
38.40 57.12
Hotel- und Gastgewerbe
Oberkellner mit über 8 Hilfs-
kräften
276.-
351.
Kellner mit Inkasso 5. Jahr
196.
271.
31.20 44.04 Tagesportier
216.
291.
Hoteldiener
126.
201.-
Küchenchef mit mindestens
5 Köchen
306.
381.-
Koch im 5. Jahr
186.- 261.
196.
116.-191.
261.
!!!!!!!!
343
Seite 374
374/506
Tabelle XVII/3 (3. Fortsetzung)
Gewerbe
Wochenlohn
in S
1. 5. 4.Quart.
1945 1946
Gewerbe
Wochenlohn
in S
1. 5. 4.Quart.
1945
1946
Sonderlohn I; Angel. Arbeiter
mit Qualifikation
im 1. und 2. Dienstjahr
im 5. und 6. Dienstjahr
ab 9. Dienstjahr
Sonderlohn II
im 1. und 2. Dienstjahr
im 5. und 6. Dienstjahr
ab 9. Dienstjahr
Handwerker
im 1. und 2. Dienstjahr
im 5. und 6. Dienstjahr
ab 9. Dienstjahr
Sonderlohn III; Handwerker
mit Qualifikation
Arbeiter im öffentlichen Dienst
Ungelernte Arbeiterinnen
37.44 56.16
(Putzerinnen)
im 1. und 2. Dienstjahr
25.44 55.70
im 5. und 6. Dienstjahr
ab 9. Dienstjahr
27.36 57.62
27.84 60.50
39.36 58.08
39.84 72.
39.36 64.32 Lichtspieltheater
41.28 67.20 Filmvorführer
41.76 69.60
42.24 67.68
44.16 71.04
mit über 10jähr. Praxis
mit weniger als 5jähr. Praxis
Kassierin
Platzanweiser
45.12 73.44 Friseurgewerbe
Gelernte Gehilfen
55. 138.-
25.- 84.
35.-
96.
!!!!
25.-60.-
35.50.
49.- 70.
45.60
im 1. Jahr, wöchentlich
ab 5. Jahr, wöchentlich
Sonderlohn IV
im 1. und 2. Dienstjahr
im 5. und 6. Dienstjahr
ab 9. Dienstjahr
48.96 58.56
Damenfriseurin
38.- 50.
50.88 78.24
Haararbeiterin
51.84 81.60 Handpflege
30.
55.
25.-
40.-
344
Seite 375
375/506
XVIII. Unterricht und Bildung
XVIII/1. Kindergärten; Hort im Kaysergarten
Kindergärten haben eine doppelte Aufgabe: die noch nicht schulpflichtigen
Kinder sollen zur Gemeinschaft erzogen, schulreif gemacht, sie sollen aber auch,
besonders wenn Vater und Mutter erwerbstätig sind, betreut werden. Die Aufgabe
ist demnach eine pädagogische und eine fürsorgerische. Die jeweils stärkere Betonung
des einen oder anderen Gesichtspunktes kommt in der städtischen Verwaltung
schon äußerlich in der Geschäftseinteilung zum Ausdruck. Vor dem ersten Weltkrieg
mußte sich um das Kindergartenwesen der Schulreferent kümmern, vom Jahre 1927
an das Jugendamt, heute fällt es wiederum in den Wirkungskreis des Schulamtes;
im Haushaltsplan sind aber die Kindergärten noch unter,,Fürsorgewesen und
Jugendhilfe" zu finden.
Die Anregung zur Errichtung von Kindergärten ging im Jahre 1831 vom Guber-
nium aus, das in einem Rundschreiben den Nutzen von ,,Kleinkinderschulen"
hervorhob. Abgesehen von den Anfängen 1833 machte sich die Stadtgemeinde
um die Gründung einer solchen in St. Nikolaus verdient lag die Initiative bei
dem im Jahre 1834 gegründeten Frauenverein zur Errichtung und Erhaltung von
Industrieschulen und Kinderwartanstalten. Erst nach dem ersten Weltkrieg erfreute
sich das Kindergartenwesen der besonderen Förderung durch die Stadtverwaltung.
Zu dem Kindergarten in St. Nikolaus, Innallee 3, und dem von Wilten übernommenen
Kindergarten in der Pechevilla (Ritter v. Schidlach-Stiftung) kamen im Jahre 1920
die vom Frauenverein übernommenen Kindergärten in der Museumstraße 17 und
in Dreiheiligen, im Jahre 1928 der neue städtische Kindergarten in Pradl und im
Jahre 1938 das 1932 eröffnete Montessoriheim am Innrain 57 hinzu.
So weist die Tabelle XVIII/1 im Jahre 1938 nach der Einverleibung Österreichs
und der Eingemeindung von Hötting, Mühlau und Amras sieben städtische und
sieben nichtstädtische Kindergärten auf, von denen schon vier von der national-
sozialistischen Volkswohlfahrt (NSV.) betrieben wurden. Die städtischen Kinder-
gärten wurden 1938/39 von 624 (58.6%), die nichtstädtischen von 440 (41.4%),
zusammen von 1064 Kindern besucht. Der damaligen Tendenz entsprechend be-
mächtigte sich die NSV. nach und nach aller Kindergärten; vom 1. September 1941
an gab es nur mehr NSV.-Kindergärten. Das Bild, das die Tabelle über das Jahr
1946/47 bietet, ist völlig geändert. Durch die Bombenangriffe waren die Pechevilla,
Leopoldstraße 43, das Haus des Vereines der Kinderfreunde, Leopoldstraße 44a,
und das Haus des Vinzenzvereines in Mariahilf, Kindergartenweg 8, zerstört worden;
das ehemalige Montessoriheim wurde durch die Beschlagnahme seitens der Be-
satzungsmacht seiner Zweckbestimmung entzogen. Diese Verluste wurden besonders
fühlbar, da die wirtschaftlichen Verhältnisse noch den Bedarf bedeutend erhöhten.
Durch Behelfslösungen gelang es, die frühere Zahl der städtischen Kindergärten
um 3 zu erhöhen; die Zahl der nichtstädtischen wurde fast erreicht. Im Schuljahr
1946/47 bestanden also 10 städtische Kindergärten und 6 nichtstädtische, in der
Mehrzahl Pfarrkindergärten, an denen insgesamt 1628 Kinder eingeschrieben
waren. Sie verteilten sich auf die städtischen Kindergärten im nahezu gleichen
345
Seite 376
376/506
Prozentsatz- 58.4: 41.6% - wie im Jahre 1938/39. Sämtliche Kinder wurden
in 36 Abteilungen von 35 Kindergärtnerinnen und 31 Helferinnen und Praktikantin-
nen betreut. Die nachstehende Übersicht, die einen Auszug aus der Tabelle XVIII/1
bildet, erleichtert den Überblick.
Jahr
1938/39
Bezeichnung
Zahl der Kindergärten nach
743
der Führung
Städtische Kindergärten
Kinder-
gärtnerinnen
und Prakt
kantinnen
Knaben
Mädchen
Zusam.
Kinder
19
19
NSV.-Kindergärten
9
Privatkindergärten
6
964
14 Kindergärten insgesamt
34
34
18
882 8
317
307 624
139 115 254
92
94
186
548
516
1064
10
06
1946/47
Städtische Kindergärten
Privatkindergärten
23
22
13
13
233
20
.
11
16 Kindergärten insgesamt
36
35
31
951
677
1628
Über die Schwierigkeiten des zustande gekommenen Wiederaufbaues der städti-
schen Kindergärten und über die weiteren Ziele des Schulamtes gibt der Abteilungs-
leiter Dr. Rettmeyer im Amtsblatt Nr. 4 vom 15. 4. 1947 in seinem Aufsatz,,Die
städtischen Kindergärten in Innsbruck" Aufschluß.b
Der einzige noch in Verwendung stehende Hort ist der Hort im Kaysergarten.
Im Mai 1923 wurde dort zuerst ein Kinderspielplatz errichtet, im Jahre 1928 ein
Bassin eingebaut und im Jahre 1930, nach Vollendung des Hortgebäudes, der
Kinderhort in Betrieb genommen. Der Hort ist während der Schulmonate an den
Mittwoch- und Samstagnachmittagen für schulpflichtige Kinder zugänglich, in den
Sommerferien täglich geöffnet. Zur Beaufsichtigung des gesamten Betriebes sind
außer dem Hortleiter 2-3 Kindergärtnerinnen, die von den städtischen Kinder-
gärten turnusweise zur Verfügung gestellt werden, anwesend. Besonders das
Schwimmbassin und der Fußballplatz üben auf die Jugend des linken Innufers
eine sehr große Anziehungskraft aus. In den letzten Jahren kamen im Sommer
durchschnittlich 400 Kinder täglich in den Kaysergarten. Jedes Kind, das einge-
schrieben wird, hat eine Gebühr von S 1.- als monatlichen Beitrag zu leisten.
XVIII/2. Volks-, Haupt- und Hilfsschulen
Die bekannte, auf viele Jahrzehnte zurückreichende Schulfreundlichkeit der
Stadtverwaltung findet vor allem in der Errichtung und Ausgestaltung der Schul-
gebäude ihren sichtbaren Ausdruck. Wie die Tabelle XVIII/2 A zeigt, erbaute die
Stadt seit 1863 10 Volks- und Hauptschulgebäude. Wenn auch die älteren Schul-
häuser, wie das am Innsteg oder in der Gilmstraße, den heutigen Anforderungen
nicht mehr völlig zu genügen vermögen, so bedeuteten sie damals - es sei nur an
die über 100 Jahre von 1768 bis 1877 in einem ehemaligen Wohnhaus in der Kiebach-
gasse untergebracht gewesene Normal- und Musterhauptschule erinnert einen
wesentlichen Fortschritt. In der damals beispielsweise für das Schulhaus am Innsteg
gebräuchlichen Bezeichnung,,Schulpalast" spiegelt sich die seinerzeitige Bewertung
346
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377/506
unverkennbar wider. Das letzte, im Jahre 1941 in Angriff genommene große Doppel-
Schulhaus in der Mandelsbergerstraße, konnte weder vollendet noch seinem eigentlichen
Zwecke zugeführt werden. Es wird heute von der Besatzungsmacht für Economats
de l'Armee verwendet. Im Jahre 1945 wurde im Sieglanger eine Notschulbaracke
errichtet. Im Zuge der Instandsetzung und des Umbaues eines bäuerlichen, der
Stadt gehörigen Hofes in Igls werden 3 Klassenräume mit den nötigen Neben-
räumen gewonnen werden. Von den seit 1905 eingemeindeten 6 Nachbargemeinden
übernahm die Stadt 9 Volks- und Hauptschulgebäude. Durch Fliegerangriffe wurden
von den insgesamt 19 Schulhäusern 2 schwer, 2 mittelschwer und 9 leicht beschädigt,
mit Ausnahme der 2 schwerbeschädigten dienen alle wieder ihrem ursprünglichen
Zweck. Das Hauptschulgebäude in der Müllerstraße ist allerdings wegen der not-
gedrungenen Aufnahme der Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungs-Anstalt, deren Ge-
bäude von den Franzosen als Spital verwendet wird, zur Gänze, das in Hötting,
wegen des Platzbedarfs der französischen Schule, in zwei Stockwerken dermalen
der Benützung durch städtische Schulen entzogen. In fremden Gebäuden wurden
1945 die Notschule bei den Allerheiligenhöfen und 1946/47 2 Klassen für,,Neu-Arzl"
untergebracht.
Die Tabellen XVIII/2 B, C, D und E unterrichten über den Besuch der Volks-
und Hauptschulen und der Hilfsschule, sie enthalten die Schüler-, Lehrer- und
Klassenzahl und, mit einigen Lücken, auch die Zahl der sprengelfremden Kinder.
Sank die Zahl der Schulkinder in den städtischen Volks- und Hauptschulen vom
Herbst 1933 bis zum Herbst 1937 von rund 5000 auf 4000, stieg sie im Herbst 1938
nach der Eingemeindung von Hötting und Amras und der Aufhebung der Privat-
schulen, unvermittelt auf über 6000 und in den nächsten Jahren durch Zuwanderung
von Südtirolern und Reichsdeutschen allmählich auf 72 Tausend. Der plötzliche
Fall auf 3640 Schüler im Herbst des Jahres 1944 ist auf die seit den Fliegerangriffen
im Dezember 1943 eingetretene Abwanderung von rund der Hälfte der Schul-
pflichtigen zurückzuführen. Die andere Hälfte der Kinder wurde in Kinderland-
Verschickungslagern und in den städtischen Randschulen erfaßt. So wurden in
5 KLV.-Lagern 823 Hauptschüler und -schülerinnen und von den Volksschulkindern
der 4. bis 8. Klasse einschließlich der Hilfsschüler 658 in 17 Lagern untergebracht;
in der Stadt wurden noch 20 Hauptschüler und in den am Rande der Stadt gelegenen
Schulen 2139 Volksschulkinder, vorwiegend aus den unteren Klassen, unterrichtet.
Alle übrigen Schulen waren geschlossen. Im Herbst 1945 meldeten sich wieder, wie
zu erwarten war, rund 7000 Volks- und Hauptschüler; mit dem Schuljahr 1946/47
stieg ihre Zahl auf die bisher noch nie erreichte Höhe von 8077. Es beginnen sich
die an Geburten reichen Jahre von 1939 an auszuwirken. Anstatt 900 bis 1000 Ein-
schreibungen in den ersten Volksschulklassen, gab es im Herbst 1946 schon 1886.
Ein besonderes Augenmerk wandte die Schulbehörde und die Stadtverwaltung
stets der Klassenzahl zu; die Stadt scheute auch in den Zeiten finanzieller Bedrängnis
keine Kosten, um durch Vermehrung der gesetzlich nicht notwendigen Klassen die
Schülerzahl in den einzelnen Klassen möglichst herabzudrücken. Sie trug beispiels-
weise auch ein Zeichen ihrer Schulfreundlichkeit 1934/35 die Kosten von
9 Hauptschulklassen und 8 Volksschulklassen und bestreitet heute freiwillig den
Aufwand für 6 Hauptschul- und 17 Volksschulklassen. Hiedurch konnte im Schul-
jahr 1934/35 an den Volksschulen ein Klassendurchschnitt von 46, an den Haupt-
schulen von 43 Schülern und im Schuljahr 1946/47 ein Durchschnitt von 43, bzw.
37 erzielt werden. Natürlich wiesen einzelne Klassen höhere Schülerzahlen auf,
da die Verschiedenheit der Geschlechter und der Altersstufen eine gleichmäßige
Verteilung der Schulkinder auf die einzelnen Klassen ausschließt.
347
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Beachtung verdienen auch die sprengelfremden Kinder, die sogenannten Fahr-
schüler, die täglich von auswärts nach Innsbruck zur Schule kommen. Ihre Zahl
schwankte in den letzten 10 Jahren zwischen 420 und 268; im letzten Schuljahr
(1946/47) betrug sie 307, eine Schülerzahl, die ein eigenes Schulhaus mittlerer Größe
füllen könnte. An der wiedergegebenen Zahlenreihe fällt auf, daß die Zahl der Fahr-
schüler nach der Eingemeindung von 6 Nachbargemeinden, aus denen in jedem Jahr
rund 200 Schulkinder gekommen waren, nicht nennenswert und nur allmählich
zurückgegangen ist. Der Anteil der Volksschüler an der Gesamtzahl, der von jeher
geringer als der der Hauptschüler war, ist im Schuljahr 1946/47 mit der Zahl 6 be-
deutungslos geworden.
Der gesamte Zuschußbedarf für das Schulamt und die städtische Volks- und
Hauptschulen betrug im Jahre 1946 S 909390; das einzelne Schulkind kostete der
Stadtgemeinde demnach im Durchschnitt S 131. Läßt man den Aufwand für das
Schulamt außer Betracht, vermindert sich die Belastung auf rund S 126 pro Kind.
In der Tabelle XVIII/2 F und dem zugehörigen Diagramm sind die Lebend-
geborenen der einzelnen Jahrgänge den jeweils 6 Jahre später in den ersten Volks-
schulklassen eingeschriebenen Schulkindern gegenübergestellt. In erster Linie
müßten diese wohl mit den Lebendgeborenen der ortsansässigen Mütter verglichen
werden, diese Zahl steht jedoch erst seit 1934 zur Verfügung. Aber selbst die Kurve
aller in Innsbruck Geborenen (a 1) verläuft zur Kurve der ersten Schuleintritte (b)
bis 1938 nahezu parallel, von 1938 an verliert sich aber mit einem jähen durch die
Eingemeindungen verursachten Anstieg auf die Dauer von 6 Jahren jeder Zusammen-
hang, sowohl mit der Geburtenkurve a 1 als auch mit der im Jahre 1940 beginnen-
den Kurve der Lebendgeborenen der ortsansässigen Mütter (a 2), denn diesen beiden
Kurven fehlen in dieser Zeitspanne die in den Nachbargemeinden vor deren Ein-
gemeindung geborenen Kinder.
Der Zeitraum von 1938-43 scheidet daher für die Betrachtung aus. Von 1944
an zeigt sich wiederum deutlich die Abhängigkeit der Kurve der ersten Schuleintritte
von den Geburtenkurven al und a 2. Sie bewegt sich, bedingt durch die Zuwande-
rung, knapp über der Geburtenkurve a 2. Man kann daher gleichbleibende Zu-
und Abwanderung vorausgesetzt annehmen, daß in den nächsten Jahren die
Zahl der in die ersten Klassen eintretenden Schulkinder etwas höher sein wird als
die Zahl der Lebendgeborenen der ortsansässigen Mütter des jeweils in Frage kommen-
den Jahrganges. Bei dieser Prognose darf nicht übersehen werden, daß heute neben
der feststehenden Geburtenzahl eines bestimmten Jahrganges der Wanderungs-
bewegung erhöhte Bedeutung zukommt. So wurde im Schuljahr 1947/48 festgestellt,
daß unter den Schulkindern der 1. Volksschulklassen nur 77% in Innsbruck
geboren und somit mindestens 2612% zugewandert waren. Von den im Jahre 1941
in Innsbruck von den ortsansässigen Müttern Geborenen sind bis zu ihrem 1. Schul-
eintritt rund 1/5 abgewandert. Die Wanderungsbewegung, die durch die Gescheh-
nisse der letzten Jahre wesentlich beeinflußt war, wird in der Berechnung der Schüler
der 1. Klassen bis zu einem gewissen Grad immer eine unbekannte Größe bleiben.
Sicherheit hierin schuf nur die seinerzeit von der Adremastelle geführte Jugend-
kartei, die gleichzeitig mit dieser Stelle nach dem Zusammenbruch des Reiches
aufgelassen wurde.
XVIII/3 A. Gewerbliche Berufsschulen
Die gewerblichen Berufsschulen, früher Fortbildungsschulen genannt, vermitteln
den Lehrlingen während ihrer Lehrzeit eine entsprechende fachliche Fortbildung.
Gegenwärtig bestehen in Innsbruck 10 gewerbliche Berufsschulen, die laut Tabelle
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2600
2400-
2200
19-
2000
1800
1600
1400
1200
1000
b
Diagramm Nr. 16
349
800
600
400-
200
Zahl der Lebendgeborenen und der Kinder der 1. Volksschulklassen in Innsbruck
2600
2400
2200
2000
1800
1600
1400
1200
1000
800
600
400
200
Sch 1919 1920 1921 1922 1923 1924 1925 1926 1927 1928 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 1950 1951 1952 Sch
6 1913 1914 1915 1916 1917 1918 1919 1920 1921 1922 1923 1924 1925 1926 1927 1928 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 6
---Lebendgeburlen insgesamt,
Lebendgeborene ortsansässiger Müller, Kinder der 1. Volksschulklassen
Sch Schuleintritt, 6-Geburtsjahrgang
Sch-Schulein
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XVIII/3 A im Schuljahr 1946/47 von insgesamt 3230 Schülern und Schülerinnen
besucht wurden. Daß von diesen mehr als die Hälfte 1679 nicht in Innsbruck
wohnhaft war, ist damit zu erklären, daß in die Sprengel der einzelnen Berufs-
schulen auch die Umgebung von Innsbruck einbezogen ist. Bezeichnenderweise
übertreffen die Berufsschulen mit dieser Zahl die Gesamtsumme der auswärtigen
Schüler aller anderen Schulen zusammengenommen, die nach Tabelle XVIII/2-5
1518 betrug.
XVIII/3 B. Schulen für Berufsausbildung
Die Anfänge der Bundes-Gewerbeschule reichen zurück in das Jahr 1877;
im September desselben Jahres wurde auf Anregung der Regierung eine Zeichen-
und Modellierschule in Dreiheiligen errichtet. In Verbindung damit stand eine
Lehrwerkstätte für Holzschnitzerei und Kunsttischlerei. In den Jahren 1881-82
baute die Stadtgemeinde das Schulgebäude in der Anichstraße, das die Gewerbe-
schule im Oktober 1882 bezog. Die Entwicklung dieser Schule, sowohl in ihrer viel-
fältigen Verzweigung in verschiedene Abteilungen als auch in ihrer Besucherzahl,
machte im Jahre 1903 und 1907-09 Um- und Neubauten nötig, die die Stadt
auf ihre Kosten ausführte. Die Stadtgemeinde hat für die bauliche Instandhaltung
des gesamten Gebäudes zu sorgen. Die Bundes-Gewerbeschule gliedert sich heute
in eine höhere Abteilung für Hochbau, in eine höhere Abteilung für Elektrotechnik
und in fünf Fachschulen für Bildhauer, Dekorationsmaler, Tischler, Maschinen-
schlosser und Bauhandwerker. Die Stadtgemeinde trägt die Verpflichtung zur
baulichen Einhaltung des Schulgebäudes. Bei einem der Fliegerangriffe wurde das
Gebäude mittelschwer beschädigt. Die erforderlichen Wiederherstellungsarbeiten
sind im wesentlichen bereits durchgeführt. Die Bundes-Gewerbeschule wurde laut
Tabelle XVIII/3 B im Schuljahr 1946/47 von 879 Schülern und 62 Schülerinnen
besucht, 89 erhielten das Reifezeugnis.
Große Widmungen von Innsbrucker Bürgern ermöglichten im Jahre 1879 die
Gründung einer niederen Handelsschule. Sie wurde im Schulgebäude der städtischen
Bürgerschule in der Gilmstraße eröffnet und im nächsten Jahr in das Vorderhaus
der Innsbrucker Turnhalle in der Fallmerayerstraße verlegt. 1881 erhielt sie das
Öffentlichkeitsrecht, wurde 1886 zur Handelsakademie ausgestaltet und über-
siedelte 1890 in das Fugger-Reinhardt'sche Haus am Bozner Platz, in welchem bis
dorthin die Oberrealschule untergebracht war. In den Jahren 1904-05 errichtete
die Stadt mit Mitteln der Sparkasse Innsbruck das neue Handelsakademiegebäude
in der Karl-Schönherr-Straße, das die Schule im Jänner 1906 in Verwendung nahm.
Im Jahre 1928 wurde die Anstalt verstaatlicht; das Gebäude wurde dem Bunde
unentgeltlich in das Eigentum übertragen. Der Stadtgemeinde obliegt es, für die
Instandhaltung, Reinigung, Beheizung und Beleuchtung des Schulgebäudes zu
sorgen. In die Kosten hiefür teilen sich die Stadt, die Handelskammer und das
Land im Verhältnis von 2:2:1. Im Rahmen der Anstalt wird mit demselben Lehr-
körper eine kaufmännische Wirtschaftsschule mit 2 Jahrgängen geführt, deren
Anfang in einem im Jahre 1905 zur Handelsschule ausgestalteten Handelskurs zu
suchen ist. Im Schuljahr 1946/47 wurde die Handelsakademie von 219 Schülern
und 125 Schülerinnen, die Wirtschaftsschule von 126 Schülern und 240 Schülerinnen,
beide Schulen zusammen also von 710 Schülern und Schülerinnen besucht.
Die Bundes-Frauenberufsschule, eine Lehranstalt für gewerbliche und
hauswirtschaftliche Frauenberufe, besteht seit 1923; sie ist im ehemaligen Ferrari-
Palais untergebracht, das auf Kosten der Stadtgemeinde im Jahre 1926 entsprechend
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ausgebaut und eingerichtet wurde. Die Anstalt umfaßt eine Fachabteilung für
Damenschneiderei und eine Hauswirtschaftsschule, beide mit dreijährigem Lehr-
gang, weiters eine Fachabteilung für Gartenbau mit zweijährigem Lehrgang. Die
Lehrpersonen sind Bundesangestellte, das Gebäude ist Bundeseigentum, die Stadt-
gemeinde hat für die bauliche Einhaltung und die Stromkosten aufzukommen.
298 Schülerinnen frequentierten im Schuljahr 1946/47 die Schule.
XVIII/4. Lehrerbildungsanstalten mit Bildungsanstalten für Kindergärtnerinnen,
Hortnerinnen und Handarbeitslehrerinnen
An der ehemaligen Muster-Hauptschule in der Kiebachgasse wurde ein Präparan-
denkurs geführt, der im Jahre 1849 von 6 Monaten auf ein Jahr und im Jahre 1850
auf 2 Jahre ausgedehnt wurde. Erst im Jahre 1869 erhielt Innsbruck eine staatliche
Lehrerbildungsanstalt mit 4 Jahrgängen, gleich einer Obermittelschule. Für
diese Anstalt errichtete der Staat in den Jahren 1871-1874 den Pädagogium-
Neubau in der Fallmerayerstraße. Mit dem Unterricht wurde im September 1877
begonnen. Da das Gebäude heute noch von der Besatzungsmacht als Krankenhaus
verwendet wird, überließ die Stadtgemeinde der Lehrer- und Lehrerinnenbildungs-
anstalt das Schulgebäude der städtischen Knaben-Hauptschule in der Müllerstraße
vorübergehend zur Benützung. Neben der Heranbildung von Lehrern und Lehrer-
innen werden in zweijährigen Lehrgängen Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen und
Handarbeitslehrerinnen ausgebildet. Die Gesamtfrequenz der Anstalt betrug im
Schuljahr 1946/47 laut Tabelle XVIII/4 636 Schüler und Schülerinnen; 112 legten
die Reifeprüfung ab, 40 Kindergärtnerinnen erhielten das Befähigungszeugnis. Der
Besuch der Übungsschule, die nach fünfjähriger Unterbrechung seit 1945 wieder
im Rahmen der Anstalt geführt wird, ist in der Tabelle XVIII/2 unter den Volks-
schulen ausgewiesen.
Die katholische Lehrerinnenbildungsanstalt der Barmherzigen Schwestern
am Rennweg reicht in das Jahr 1861 zurück, sie erhielt 1911 das Öffentlichkeits-
recht, war während der nationalsozialistischen Zeit gesperrt und wird seit 1945 in
einem ganz bescheidenen Ausmaß-1945/46 mit einem 4. Jahrgang von 6 Schüler-
innen, 1946/47 mit einem 1. Jahrgang von 10 Schülerinnen weitergeführt. Die
Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen wurde im Schuljahr 1946/47 von 38 Schüler-
innen besucht.
XVIII/5. Gymnasien, Oberrealschule und Frauenoberschule
Von den Innsbrucker Mittelschulen reicht die Geschichte des Bundes-
Gymnasiums am weitesten zurück. Im Jahre 1562 eröffneten die Jesuiten eine
Lateinschule, 1603-1606 wurde östlich anstoßend an die Jesuitenkirche ihr Gym-
nasium errichtet. Das Revolutionsjahr 1848 brachte die endgültige Beseitigung der
Ordensgeistlichen als Lehrpersonen und deren Ersatz durch weltliche Lehrkräfte,
vorerst meist weltliche Geistliche. Um die Mitte der 60er Jahre wurde das Gym-
nasium verstaatlicht, doch fehlen hierüber genauere Angaben. Im September 1868
übersiedelte die Schule in das Theresianum; dortselbst verblieb sie bis zur Voll-
endung des vom Staate errichteten Neubaues im aufgelassenen botanischen Garten.
Im Herbst 1910 fand die Eröffnung des neuen Hauses statt. Der wachsende Zustrom
von Schülern, wohl auch die parallele Führung des neuen Mittelschultyps des
Realgymnasiums seit dem Schuljahr 1919/20 machten schon in den Jahren 1927
und 1928 Zubauten notwendig. Bei dem ersten Fliegerangriff am 15. Dezember 1943
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erlitt das Gebäude einen 7%igen Schaden. Im Schuljahr 1946/47 wurde die Anstalt
von 635 Schülern besucht, außerdem nahmen an 2 Reifeprüfungslehrgängen 76 Heim-
kehrer teil. Die Zahl der Maturanten betrug 115.
Der Anfang der Bundes-Oberrealschule fällt auf das Jahr 1850. Damals
wurde die 4. Klasse der Muster-Hauptschule in der Kiebachgasse zu einer Unter-
realschule mit 2 Jahrgängen ausgestaltet. Die neue Schule übersiedelte 1853 als
selbständige Anstalt in das Goldene Dachl-Gebäude und 1854 in das Fugger-Rein-
hardt'sche Haus am Bozner Platz 8. 1855 wurde sie zur Oberrealschule erweitert.
Im Herbst 1890 bezog sie das städtische Haus am Adolf-Pichler-Platz. In die Kosten
der Oberrealschule teilen sich nach der Intention eines alten Übereinkommens aus
dem Jahre 1851 Staat und Stadt, und zwar stellt der Staat den Lehrkörper bei,
während die Stadt für die Unterbringung und den Sachaufwand zu sorgen hat. Die
Schule besuchten im Schuljahr 1946/47 605 Schüler, darunter 23 Mädchen. Die
Matura bestanden 52 Schüler und 5 Schülerinnen.
Das städtische Mädchen-Realgymnasium entwickelte sich aus einer städti-
schen höheren Töchterschule, einem späteren Mädchenlyzeum. Im Jahre 1910 wurde
mit dem ersten Kurs dieser Anstalt die Umgestaltung zu einem Mädchen-Real-
gymnasium begonnen. Das Schulhaus in der Sillgasse war von der Stadtgemeinde
in den Jahren 1896-97 erbaut und von der höheren Töchterschule 1898 bezogen
worden. Auch bei dieser Schule werden die Kosten, ähnlich wie bei der Oberreal-
schule, vom Staat und von der Stadt getragen. Demnächst wird auch die Bezeichnung
in,,Bundes-Mädchen-Realgymnasium" geändert werden. Solange das Schulgebäude
- auch eine Kriegsfolge von der Postverwaltung besetzt ist, muß das Mädchen-
Realgymnasium in halbtägigem Unterricht gemeinsam mit der Oberrealschule das
alte Schulgebäude am Adolf-Pichler-Platz benützen.
Die Mädchen-Mittelschule der Frauen Ursulinen geht zurück auf das
im Jahre 1904 gegründete Lyzeum, das von 1912 an als Realgymnasium, von 1921
an als Frauen-Oberschule geführt wurde. Diese Oberschule wurde, wie alle Schulen
der Ursulinen, am 20. Juli 1938 geschlossen und im Schuljahr 1945/46 wieder er-
öffnet. Im Schuljahr 1946/47 zählte diese Mittelschule 227 Schülerinnen.
Über sämtliche Innsbrucker Schulen, mit Ausnahme der gewerblichen Berufs-
schulen, wird in der Tabelle XVIII/2-5 eine Übersicht gegeben. Darnach wurden
im Schuljahr 1946/47 12735 Schüler und Schülerinnen in 43 Anstalten und 347 Klas-
sen, bzw. Lehrgängen, von 475 vollbeschäftigten und 66 nicht vollbeschäftigten
Lehrkräften unterrichtet. 1518 Schüler und Schülerinnen wohnten nicht in Innsbruck,
465 beendeten ihre Studien mit der Ablegung der Reifeprüfung.
XVIII/6. Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
Gründer der Universität ist Leopold I. Als Gründungsjahr wird das Jahr 1669
angesehen. 1772 wurde die Universität im Zuge josephinischer Reformen Lyzeum.
Leopold II. erhob es 1791 wieder zur Universität. Unter der Herrschaft Bayerns
wiederholte sich 1810 dieselbe Degradierung wie unter Joseph II. Franz I. stellte
1826 zum zweiten Male den Hochschulcharakter wieder her. Von da an führte die
Universität neben dem Namen des Gründers Leopold auch den Namen ihres zweiten
Wiederherstellers Franz. In der nationalsozialistischen Zeit hieß die Schule Alpen-
Universität; heute trägt sie wieder den alten Namen.
Ursprünglich war die Hochschule außerhalb der Stadtmauern Innsbrucks in dem
zur Hofburg gehörigen sogenannten Neugebäude in der Herrengasse untergebracht.
1776 übersiedelte sie in das Heim des damals aufgehobenen Jesuitenordens, heute
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die,,Alte Universität". Ein Jahrhundert später sprengte vorwiegend die Ent-
wicklung der medizinischen Wissenschaft den gegebenen Rahmen. Die Stadt baute
gegen Ende der 80er Jahre Eröffnung 1889 das Krankenhaus mit separaten
Blocks für die einzelnen Kliniken, der Staat die nötigen Institute; so entstand 1882
das pathologische, 1889 das anatomische, 1901 das chemisch-pharmakologische
und 1904 das physiologisch-hygienisch-physikalische Institut. 1913 wurde in dem
auf Höttinger Gelände 1909 angelegten neuen botanischen Garten das botanische
Institut errichtet. Das neue Hauptgebäude am Innrain, die,,Neue Universität",
wurde 1923/24 bezogen. In unmittelbarer Nähe erhielt auch die Universitäts-
Bibliothek ein neues, allen Anforderungen entsprechendes Haus. Das alte Universi-
tätsgebäude und die alte Universitäts-Bibliothek wurden der theologischen Fakultät
und einigen naturwissenschaftlichen Instituten überlassen.
Im Wintersemester 1946/47 waren an der Universität 149 Lehrpersonen, darunter
69 Professoren, tätig; die genauere Gliederung ist in der Tabelle XVIII/6 A enthalten.
Nach dem ersten Weltkrieg besuchten die Universität rund 1600 Hörer, im
Wintersemester 1946/47 betrug ihre Zahl mehr als das 212fache: 4180 (Tabelle
XVIII/6 B). Die Lehrsäle sind überfüllt, der Lehrbetrieb ist erschwert. Der Zudrang
gilt besonders den philosophischen und naturwissenschaftlichen, den rechts- und
staatswissenschaftlichen Studien und dem Medizinstudium. Die Frequenz der
theologischen Fakultät ist bedeutend zurückgegangen (Tabelle XVIII/6 C). Unter
der ordentlichen Hörerschaft waren 837 Hörerinnen (21.22%). Das Statistische
Zentralamt wies an ordentlichen Hörerinnen an allen Universitäten Österreichs
für 1937/38 22.32%, für 1945/46 35.54% aus; die Zahl der weiblichen Studierenden
in Innsbruck ist demnach verhältnismäßig niedrig.
Die Summe der Ausländer betrug 19.98% aller Hörer. Das Verhältnis der Zahl
der Inländer zu der der Ausländer ist somit 4:1. An allen Hochschulen Österreichs
war es 1937/38 7:1, 1945/46 3:1. Die slawischen Länder stellen zusammen das größte
Kontingent (Tabelle XVIII/6 D).
Über die Religionszugehörigkeit endlich gibt die Tabelle XVIII/6 E Aufschluß.
Auffallend ist das fast völlige Fehlen der Israeliten und der Prozentsatz der Bekennt-
nislosen; an den österreichischen Hochschulen waren 1937/38 10.67% Israeliten
immatrikuliert, der Prozentsatz der Bekenntnislosen betrug 0.7.
Die nachstehende kleine Übersichtstabelle rundet das Bild über die Hörerschaft
an der Universität Innsbruck ab.
davon
Wintersemester 1946/47
Zahl
Männer
Frauen
Zahl
%
Zahl
%
Gesamt hörerschaft
4180
3283
78.54
897
21.46
Ordentliche Hörer
3944
3107
78.78
837
21.22
Außerordentliche Hörer u. Gasthörer
2361)
176
74.58
60
25.42
Inländer
3345
2666
79.71
679
20.29
Ausländer
835¹)
617
73.90
218
26.10
1) Von der Gesamthörerschaft beträgt der Hundertsatz der außerordentlichen Hörer und
Gasthörer 5.65, der Ausländer 19.98.
23
353
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XVIII/7. Städtische Musikschule (Konservatorium)
Im Jahre 1787 wurde in Innsbruck ein geselliger Verein gegründet, das sogenannte
,,Kasino", das neben schöngeistiger Unterhaltung Kammermusik pflegte und
Konzerte veranstaltete. Im Jahre 1812 führte die bayrische Regierung für die
Schüler des damaligen Lyzeums (Universität) und des Gymnasiums Musikunterricht
ein. Die Studierenden wurden von einem Benediktiner aus Fiecht in Gesang unter-
richtet und zu Chor- und Orchesterübungen vereinigt. Sie wirkten beim akademischen
Gottesdienst mit und gaben Konzerte. Ihre Erfolge reiften den Gedanken, alle
geeigneten Kräfte Innsbrucks zu einem Orchester zu vereinigen und eine öffentliche,
allgemein zugängliche Musikschule zu gründen. So ging aus dem Kasino 1818 der
Musikverein als,,Verein zur Beförderung der Tonkunst" und im Herbst desselben
Jahres aus der Schule des Benediktiners die Musikschule hervor. Anfänglich unter-
schied man an dieser Schule zwischen niederem und höherem Unterricht; zum nie-
deren Unterricht zählten die grundlegenden allgemeinen Kenntnisse der Musik und
die Gesanglehre. Die Teilnahme am höheren Unterricht wurde erst nach erlangter
Fertigkeit in Gesang gestattet. Im ersten Schuljahre waren 68 Schüler für Gesang,
Klavier, Violine, Cello und einige Blasinstrumente eingeschrieben.
Im Laufe der Zeit errangen der Musikverein und seine Schule, finanziell unterstützt
von der Stadtgemeinde und vom Staat, unter Führung hervorragender Männer
eine dominierende Stellung im Musikleben der Stadt und des Landes. Orchester
und Chor wurden in jahrelanger, zielbewußter Arbeit zur Aufführung schwieriger
Werke befähigt, der Unterricht an der Schule wurde nach einheitlichen und neu-
zeitlichen Grundsätzen gestaltet. Die Konzerte fanden ursprünglich im Redouten-
saal, später in den Stadtsälen statt. Der Unterricht wurde in den Räumen der alten
Universität, des alten Gymnasiums und des alten Rathauses oft unter ungünstigen
Verhältnissen erteilt. In den Jahren 1911/12 gelang es endlich dem Verein mit
Unterstützung des Landes, der Stadtgemeinde und der Innsbrucker Sparkasse,
ein eigenes Schulgebäude mit einem Konzertsaal und einem Probesaal zu erbauen.
Am 16. April 1912 fand die feierliche Eröffnung statt. Mit dem eigenen Heim waren
viele Hemmnisse im Schulbetrieb beseitigt, dem Aufstieg der Schule stand nichts
mehr im Wege. Ihre Leistungsfähigkeit wurde vom Bundesministerium am 28. Juni
1934 durch die Zuerkennung der Bezeichnung Konservatorium anerkannt.
Im nationalsozialistischen Staate war Musik Propagandamittel und Mittel zur
Gemeinschaftserziehung. Die breite Masse, insbesondere die Jugend, mußte erfaßt
und unterrichtet, das gemeinschaftliche Musizieren, Gesang und Tanz und die hiefür
geeigneten Instrumente sollten gepflegt werden. Diese Aufgabe verlangte eine kost-
spielige Erweiterung des Lehrplanes. Mit Beginn des Schuljahres 1938/39 übernahm
die Stadtgemeinde die Führung der Musikschule. Sie wurde zuerst als,, Gau-Musik-
schule", dann etwas vorsichtiger als ,,Musikschule der Gauhauptstadt Inns-
bruck" bezeichnet. Um der neuen Aufgabe gerecht zu werden, wurde dem Konser-
vatorium eine,,Musikschule für Jugend und Volk" angegliedert, die im Schuljahr
1941/42 zur,,Jugend-Musikschule" wurde. Im darauffolgenden Jahr wurde auch
diese durch den grundlegenden Neuaufbau der gesamten Musikschule entbehrlich.
Die Schule hatte in ihrer letzten Entwicklung folgende Gliederung: I. Vorbe-
reitender Gemeinschaftsunterricht (Gruppenunterricht in Rhythmik, Singen und
Blockflöte), II. Unterstufe (Grundschule), III. Mittelstufe (Fortbildung), IV. Ober-
stufe (Reifeausbildung), V. Sonderausbildung (Seminar für Musikerzieher, Opern-
und Schauspielschule), VI. Kurse. Die II., III. und IV. Stufe gliederte sich in Unter-
richt für Klavier und Orchesterinstrumente einerseits und für Volksinstrumente
354
Seite 385
385/506
anderseits und in eine Volks-Singschule. In die Mittelstufe fiel auch die Ausbildung
des Bann-Orchesters, des Spielmannszuges, des Fanfarenzuges sowie der HJ.- und
BDM.-Singschar. Zur Führung der Schule durch die Stadtgemeinde kam im Jahre
1939 im Einverständnis mit dem Musikverein die Verwaltung des Gebäudes und
übrigen Vermögens hinzu. Nach Löschung des Vereines gemäß einer Verordnung
des Reichsstatthalters in Tirol vom 15. Jänner 1941 erwarb die Stadtgemeinde
das Eigentum an der Liegenschaft. Die Lehrkräfte waren mit 1. 4. 1940 in den
städtischen Dienst übernommen worden.
Nach den ersten beiden verlustreichen Fliegerangriffen im Dezember 1943 wurden
die meisten Schulen in die nähere oder weitere Umgebung von Innsbruck verlagert.
Auch der Großteil der Lehrkräfte der Musikschule und die Schüler des Seminars
wurden im März 1944 mit den wertvollsten Instrumenten und dem wichtigsten
Notenmaterial nach Seefeld gebracht. Einige ältere Lehrkräfte blieben in Innsbruck
und unterrichteten entweder in ihrer Wohnung oder im Keller der Schule das
Haus war inzwischen vom Polizeidirektor beschlagnahmt worden die wenigen
noch in Innsbruck verbliebenen Schüler. Im Herbst 1944 wurden überdies die meisten
Lehrer einschließlich des Direktors zum Wehrdienst einberufen und die jüngeren
Lehrerinnen im Rathaus eingesetzt. Unter diesen Umständen war naturgemäß
nicht daran zu denken, den ursprünglich so weit gesteckten Zielen näher zu kommen.
Aus den Experimenten während der nationalsozialistischen Zeit wird sich die
Überzeugung gefestigt haben, daß für jeden Musikschüler neben seinem Spezialfach
eine lebendige, allgemein-musikalische Ausbildung unerläßlich ist, eine Auffassung,
die in den Anfängen der Musikschule unbestritten war.
Im Herbst 1945 wurde der Unterricht wieder aufgenommen. Heute zeigt die Schule
folgende Gliederung: I. Anfänger und Unterstufe, II. Oberstufe, III. Ausbildungs-
stufe.
Die statistischen Ausweise der Musikschule, die der Tabelle XVIII/7 zu Grunde
liegen, zeigen die Eigentümlichkeit, daß wohl die Lehrkräfte nach Köpfen, die
Schüler aber nach den von ihnen belegten Fächern gezählt sind. Da ein Teil der
Instrumentalschüler auch in Musiktheorie unterrichtet wird, ist er doppelt gezählt.
Eine Erhebung zu Beginn des Schuljahres 1947/48 ergab eine Kopfzahl von
549 Schülern gegenüber 647 in den einzelnen Fächern eingeschriebenen Schülern;
der Unterschied ist 98, das sind 15% der größeren Zahl. Zur annähernden Feststellung
der Kopfzahl der Schüler aus der Tabelle sind die Gesamtsummen der Konser-
vatoriumsschüler um rund 15% zu vermindern. Die Musikschule wurde also in den
beiden letzten Schuljahren von rund 550 Schülern besucht, deren überwiegende
Mehrheit wie immer Klavier- und Violinschüler waren. Die beiden Geschlechter
hielten sich nahezu die Waage; von der angegebenen Summe von 549 z. B. entfielen
265 auf Schüler, 284 auf Schülerinnen.
XVIII/8. Stadtbücherei Innsbruck
Mit einem entsprechend ausgewählten Bestand aus der im Jahre 1889 gegründeten
Freien Volksbibliothek, eröffnete die Stadtgemeinde am 31. März 1941 mit 6477 Bän-
den die städtische Volksbücherei.
Nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen wurde sie im Mai 1945 gesperrt.
Der seit 1941 auf 14435 angewachsene Bücherbestand wurde unter Kontrolle der
Besatzungsmächte einer neuerlichen Auswahl unterzogen. Mit 7556 Büchern wurde
die Stadtbücherei am 9. September 1946 neuerlich eröffnet. Der Zuwachs bis Ende
Dezember 1946 betrug 296 Bücher.
23*
355
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386/506
Wie die Tabelle XVIII/8 A zeigt, entfallen von dem mit Dezember erreichten
Stand von 7852 Büchern, 4028 auf schöne Literatur, 3240 auf belehrende Literatur,
584 auf Jugendschriften. Von den 7852 Büchern waren 2485 (38%) Mehrstücke.
Die Zahl der Leser war 1043. Es meldeten sich im September 539, im Oktober 238,
im November 165 und im Dezember 101.
Die 10479 Entleihungen verteilten sich mit 6592 auf schöne Literatur, mit 3302
auf belehrende Literatur und mit 585 auf Jugendschriften. Von ihrer Gesamtsumme
entfielen auf September 1268, auf Oktober 3014, auf November 3317 und auf De-
zember 2880. Die größte Nachfrage war nach Romanen, Reisebeschreibungen und
Jugendschriften (6185, 1108, 585), die geringste nach Büchern über Religion,
Sozialpolitik und Weltkrieg (14, 5, 1).
Die in der Tabelle für 1946 und für 1941/42-dem Eröffnungsjahr der Bücherei -
enthaltenen absoluten Zahlen und Hundertsätze sind einander ziemlich ähnlich;
bei dem Vergleich der Leser und Entleihungen ist zu beachten, daß die für 1946
angegebenen absoluten Zahlen nur 4 Monate betreffen und daher mit 3 zu multi-
plizieren sind.
Die Tabelle XVIII/8 B gliedert die Leser, die Entleiher und die Benützer der
3 Buchgruppen: schöne Literatur, belehrende Literatur und Jugendschriften, nach
Männern, Frauen, männlichen und weiblichen Jugendlichen; weiters wird gezeigt,
welchen Berufsgruppen die erwachsenen Entleiher angehören.
Die Zahl der erwachsenen Leserinnen übertrifft die der erwachsenen Leser, während
die weiblichen Jugendlichen den männlichen sowohl an Zahl, als auch an Ent-
leihungen nachstehen.
Die schöne Literatur wird von allen bevorzugt. Auffallend ist, daß die Jugend-
schriften mehr von Erwachsenen als von Jugendlichen selbst verlangt werden; die
Eltern werden in vielen Fällen die Bücher für ihre Kinder entleihen. Die größte An-
zahl von Entleihungen fällt bei den Männern auf die Berufsgruppe der Akademiker
und Lehrer, bei den Frauen auf die Hausfrauen.
Bei der kurzen Beobachtungsfrist von 4 Monaten wäre es verfrüht, die gewonnenen
Zahlen mit den Meßzahlen voll ausgebauter Volksbüchereien nach den verschieden-
sten Gesichtspunkten vergleichen und daraus Schlüsse ziehen zu wollen; unstreitig
ist, daß die Zahl der Bände und die der Bücherei zur Verfügung stehende Raum-
fläche von 145 m² im Verhältnis zur Einwohnerzahl Innsbrucks zu klein sind, denn
bei 100000 Einwohnern rechnet man unter günstigen Verhältnissen mit 20000 Bänden
und 600 m2, wobei man im Jahre einen Leserstand von 4000 erwartet.
Die Stadtbücherei Innsbruck steht eben nach 5 Jahren zum zweiten Male am
Anfang ihres Aufbaues.
XVIII/9. Museen
Die Museen in Innsbruck hatten ihre Sammlungen während des letzten Krieges
rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum und
das Berg-Isel-Museum erlitten durch Bombentreffer,,mittleren" Schaden; der
Eingang des Volkskunstmuseums wurde stark mitgenommen, der Gesamtschaden
des Hauses aber nur mit 2% klassifiziert. Das Schloß Ambras und das dort unter-
gebrachte Kaiserschützenmuseum blieben verschont. Keines der Museen konnte
bis heute wiedereröffnet werden. Nur das Ferdinandeum bietet seit September 1945
im wiederhergestellten Rundsaal des Erdgeschosses gelegentliche Sonderausstel-
lungen. Das Volkskunstmuseum dürfte als erstes, wenigstens in einem Teil seiner
Räume, wieder dauernd zugänglich werden. Die Stuben, die abgebrochen und ver-
lagert worden waren, sind bereits wieder aufgestellt.
356
Seite 387
387/506
In der Tabelle XVIII/9 werden über die Frequenz des Ferdinandeums und des
Volkskunstmuseums in früheren Jahren und über den Besuch der erwähnten Sonder-
ausstellungen einige Zahlen geboten. Auffallend ist, daß die 7 Sonderausstellungen
des Jahres 1946 18700 Besucher anzogen, also trotz des mangelnden Fremden-
verkehrs nur um 58 Personen weniger als im Jahre 1939, dem ausgewiesenen besten
Jahr. Von diesen Besuchern entfallen ungefähr 10-12% auf Schüler; Führungen
waren rund 40. Der Besuch des Volkskunstmuseums von seiner Eröffnung im Jahre
1929 bis Ende 1937 betrug im Jahresdurchschnitt 19000; die Besuchsziffern während
der nationalsozialistischen Herrschaft wurden nicht registriert.
Über diese beiden Museen seien noch einige Daten angeführt. Das Tiroler Landes-
museum Ferdinandeum ist Eigentum des gleichnamigen, im Jahre 1823 gegründeten
Vereines. Nach seinem ersten Protektor heißt es durchgängig Ferdinandeum, zuerst
mit dem Beisatz,,Tirolisches Nationalmuseum", etwas später,,Tirolisch-vorarl-
bergisches Nationalmuseum". Frühzeitig findet sich an Stelle der Bezeichnung
,,Nationalmuseum",,Landesmuseum". Die Beifügung,,vorarlbergisches" entfiel,
als sich die Tätigkeit des Ferdinandeums nach der Gründung des Vorarlberger
Landesmuseums im Jahre 1858 auf tirolisches Gebiet beschränkte. Die Sammlungen
waren ursprünglich im Stift Wilten untergebracht und wurden im Jahre 1824 in
die alte Universität damals k. k. Lyzealgebäude übertragen, wo sie bis zur
Vollendung des in den Jahren 1842-1845 erbauten eigenen, zuerst einstöckigen
Museumgebäude, verblieben. In den Jahren 1884-86 entstand das zweite Stock-
werk, 1909/10 wurde der Ostflügel mit Arkaden angebaut und im Jahre 1928 die
nötige Vergrößerung durch den westlichen Flügelbau erzielt. Die Beschädigung des
Museumgebäudes geschah bei dem Nachtangriff am 10. 4. 1945; die Kosten des
Wiederaufbaues sind nach dem Stande der Löhne und der Preise der Baumaterialien
im Juni 1947 auf 500000 Schilling geschätzt.
Das Volkskunstmuseum
Museum für tirolische Kunst und Gewerbe- wurde
am 15. Mai 1929 im ehemaligen Gebäude des Staatsgymnasiums (Theresianum,
,,Neues Stift") eröffnet. Die Sammlungen sind Eigentum des Landes Tirol; das
Gebäude überließ der Staat dem Land auf 99 Jahre zur Benützung. Die Beschädigung
des Hauses ereignete sich beim Angriff der amerikanischen Flieger vom 15. De-
zember 1944.
XVIII/10. Theater, Konzerte, Lichtspiele
Unter den Bühnen Innsbrucks nimmt naturgemäß das,,Landestheater" die erste
Stelle ein. Das Gebäude wurde in den Jahren 1844 46 auf Kosten des Ärars von
den italienischen Baumeistern Paolo Vanotti und Guiseppe Lazaris nach den Plänen
des Architekten Guiseppe Segusini an Stelle des von Erzherzog Ferdinand Karl
im Jahre 1653 gebauten Kommödienhauses errichtet; am 19. April 1846 fand die
erste Vorstellung im neuen Hause statt. Im Juli 1885 bot es das Finanzministerium
der Stadtgemeinde zur unentgeltlichen Übernahme an, unter der Bedingung, daß
es seinem Zwecke erhalten bleibe und von der Stadt in gleicher Weise weitergeführt
werde, wie dies bisher seitens des k. k. Ärares der Fall war. Der Gemeinderat nahm
am 31. Juli 1885 das Angebot an. Zur tatsächlichen Übernahme kam es aber wegen
der langwierigen Verhandlungen mit der Finanzbehörde erst am 5. Oktober 1886.
Einige Tage vorher am 30. September war die Bühne, die unter Kaiser Josef
als,,K. k. Hof- und Nationaltheater", später als,,K. k. und Nationaltheater" oder
auch kurz,,K. k. Nationaltheater" bezeichnet wurde, als ,,Innsbrucker Stadt-
theater" feierlich eröffnet worden. Seither wurden an dem Hause verschiedene
357
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388/506
bauliche Verbesserungen vorgenommen, von denen der Umbau der Bühne im Jahre
1926 die bedeutendste war. Das Bühnenhaus mißt nun 21 m in der Höhe, 25 m in
der Breite und 16 m in der Tiefe. Diese Ausmaße machten den Einbau eines Rund-
horizontes möglich.
Den Betrieb der Bühne führte die Stadtgemeinde nie in eigener Regie. Sie ver-
pachtete das Theater an Unternehmer, wie dies seit dem Erlöschen des Glanzes des
Innsbrucker Hofes längst üblich geworden war. Von 1886 bis 1939 versuchten
20 Pächter ihr Glück, dreimal wurde das Theater notgedrungen dem Personal als
Betriebsgemeinschaft für kurze Zeit überlassen. Nur drei bis vier von diesen Pächtern
konnten sich länger halten. In Rückschau auf diese Zeit spricht Dr. Lederer in einem
seiner bekannten Aufsätze über das Stadttheater statt von einer Geschichte von
einer Leidensgeschichte des Theaters; er erinnerte aber daran, daß es in der Bieder-
meierzeit, als Innsbruck wenig über 10000 Einwohner zählte, einer Frau gelang,
bei der Theatertreue des Publikums sich zuerst 7 und dann 10 Jahre zu behaupten
und trotz der Pflege des Schauspieles und der Oper die finanzielle Gebarung im
Gleichgewicht zu halten, was bis heute wenigen männlichen Leitern dieser Bühne
gelungen ist.
Die Leistungen, die die Stadtgemeinde zur Erhaltung des Theaters auf sich nahm,
bestanden im wesentlichen in der Beistellung und Erhaltung des spielfertigen Hauses,
in der Bezahlung des Orchesters und in Subventionen. Am 1. September 1939 über-
ließ die Stadtgemeinde das Theater dem Land Tirol zur Fortführung des Betriebes.
Von da ab führte das Land die Bühne in eigener Regie. Die Bühne nannte sich
zuerst,,Tiroler Landestheater", von 1942 an,,Reichsgautheater". Die Belastung,
die der Gemeinde aus diesem Vertragsverhältnis erwuchs, erreichte im Jahre 1943
331710 Reichsmark, für Innsbruck eine ungewohnte Höhe, aber gemessen an dem,
was sich bedeutendere reichsdeutsche Städte Theater und Orchester kosten ließen,
nicht über dem Durchschnitt (Tabellen XVIII/10 B und C).
Nach dem Zusammenbruch Deutschlands schlossen sich die Stadt und das Land
zu einer Theatergemeinschaft zusammen. Die grundlegende Vereinbarung ist vom
1. April 1947 datiert, aber rückwirkend bis zum 4. Mai 1945 rechtswirksam. Das
Theater wird von der Gemeinschaft unter dem Titel,,Landestheater" geführt, die
finanziellen Bedürfnisse des Betriebes sind grundsätzlich aus den erzielten Einnahmen
zu decken. Abgänge belasten das Land mit 60, die Stadt mit 40%. Der Vertrag ist
bis zum Jahre 1951 unkündbar.
Der Besuch des Landestheaters war in den Spieljahren 1945/46 und 1946/47,
wie überhaupt der Besuch aller kulturellen Veranstaltungen nach dem Kriege,
auffallend günstig. Zu den 380 Vorstellungen des Spieljahres 1946/47 wurden laut
Tabelle XVIII/10 A 233363 Karten gelöst. Der Prozentsatz der verkauften Plätze
war im Durchschnitt 69, ein Prozentsatz, der sich jenen in der Tabelle XVIII/10 C
durchaus angemessen einfügt.
Über die Zahl der Veranstaltungen und der Besucher der übrigen Bühnen in Inns-
bruck im Kalenderjahr 1946 gibt die Tabelle XVIII/10 D Aufschluß. Zwei dieser
Bühnen, die,,Tiroler Heimatbühne" und die,,Jugendbühne Innsbruck", übertrafen
im Prozentsatz der Platzausnützung sogar das gut besuchte Landestheater.
Aber nicht nur die Theater, sondern auch die Konzertsäle erfreuten sich gleich
nach dem Zusammenbruch eines glänzenden Besuches. Die Hauptstätte aller größeren
Konzertveranstaltungen war seit Dezennien der große Stadtsaal mit 847 Sitzplätzen.
Nach seiner Zerstörung gegen Ende des Krieges traten an seine Stelle der Riesensaal
in der Hofburg und der Bibliotheksaal in der alten Universität, stimmungsvolle
kleinere Säle, die vielleicht eine Vertiefung des Kunstgenusses für den Besucher,
358
Seite 389
389/506
aber die Notwendigkeit von Wiederholungen der Konzerte mit demselben Programm
für den Veranstalter mit sich brachten. Gegen Ende der Konzertsaison im Juni 1947
fanden 3 Aufführungen von Beethovens IX. Symphonie ausnahmsweise in der
Hofkirche statt. Kleinere musikalische Aufführungen, insbesondere Kammer-
musik- und Solistenabende, wurden nach wie vor im,,Musikvereinssaal", dem
Konzertsaal der Städtischen Musikschule, veranstaltet.
Über Zahl und Besuch der Konzerte im Kalenderjahr 1946 unterrichtet gleichfalls
die Tabelle XVIII/10 D. Als Veranstalter tritt heute neben der bekannten Konzert-
unternehmung Johann Groß auch die Stadt Innsbruck auf. Als Nachfolgerin des
aufgelösten Musikvereines sorgt sie nicht nur für die Fortführung der Musikschule,
sondern auch für den Bestand und die Betätigung des Orchesters und das Auftreten
einzelner hervorragender Mitglieder desselben in den,,Konzerten der Stadt Inns-
bruck". Das Orchester wurde 1893 ins Leben gerufen, mit der anfänglich begrenzten
Aufgabe, die Veranstaltungen der 1. Tiroler Landes-Ausstellung durch Musik zu
verschönern. Es bewährte sich und ging nicht mehr auseinander. Seine Fremden-
und Promenadenkonzerte im Sommer, sowie seine Verwendbarkeit im Theater und
in den Konzerten des Musikvereines, führten bald zu einer dauernden Subventio-
nierung durch die Stadtgemeinde. Krisen, die ihm wie dem Theater nicht erspart
blieben, konnten jedes Mal überwunden werden. Seit 1. 9. 1939 wurde aus dem
städtisch unterstützten Orchester, durch Übernahme seiner Mitglieder in den
städtischen Dienst, ein städtisches Orchester, das nach Jahresfrist vom Gau über-
nommen wurde. Nach dem Zusammenbruch behauptete es seinen Bestand als
Arbeitsgemeinschaft, bis es am 1. Juli 1946 von der Stadtgemeinde rückübernommen
wurde.
Im Rahmen der ,,Konzerte der Stadt Innsbruck" wurden im ersten Spieljahr
laut Tabelle XVIII/10 E 30 orchestrale Aufführungen, 6 Kammermusikabende
und 2 Sonatenabende gegeben, die von 13495 Personen besucht wurden. Die per-
zentuelle Platzausnützung war bei den Aufführungen in der Hofkirche die stärkste,
bei den Kammermusik- und Sonatenabenden die schwächste, kam aber im Durch-
schnitt dem günstigen Satze des Landestheaters gleich.
Das erste ständige Lichtspieltheater in Innsbruck war das ehemalige Kinemato-
graphen-Theater beim Grauen Bären. Von den heute noch bestehenden Lichtspiel-
theatern ist das Unternehmen,,Zentral-Lichtspiele" im Leitner-Haus, Maria-The-
resien-Straße 37, das älteste; es wurde im Oktober 1909 im Hause Maria-Theresien-
Straße 10 eröffnet und 1911 an seinen heutigen Platz verlegt. Die Zahl von 5 Licht-
spieltheatern und der Fassungsraum von 2667 Personen ist für eine Stadt mit
100000 Einwohnern im Vergleich zu anderen Städten nicht hoch. Der Besuch von
2.2 Millionen im Jahre 1946 aber, wie ihn die Tabelle XVIII/10 D ausweist, ist
außerordentlich günstig: 6030 Personen besuchten im Durchschnitt täglich ein
Kino und mehr als 22 Besuche entfielen im Jahr auf den Einwohner.
F.
359
Seite 390
390/506
Katastral-
gemeinde
Zahl
Städtische Kindergärten
Bezeichnung
1938/39
Kinder-
Abteilungen
gärtnerinnen
Helferinnen und
Kinder-
Praktikantin.
Knaben
Mädchen
Zusammen
Kinder
1
2
Innsbruck
3
4
Kg. Innrain 57
Kg. Dreiheiligen, Jahnstraße
Kg. Erzherzog-Eugen-Straßle
Kg. St. Nikolaus, Innstraße 97
Wilten
5
Kg. Leopoldstraße 43
Pradi
6
Kg. Pembaurstraße 20
2332 300
2323 310
224
-
23
27 50
46
50
96
36 9 45
46
30 76
50
57 107
5
5
91 109 200
Hötting
Mühlau
7
Kg. Mühlau, Schloßfeld 2
1
1
25 25 50
Insgesamt
7
Städtische Kindergärten
19
19
8
317 307 624
1946/47
1
Kg. Dreiheiligen, Jahnstraße
Innsbruck
2
Kg. Schlachthofbl., Erzh.-Eug.-Str.
3
Kg. St. Nikolaus, Innstraße 97
324
4
Wilten
Kg. Wilten-West, Speckbacherstr. 34
3
3
5
Kg. Sieglanger
1
1
223 21
324
131
74
171
118
50
Pradl
6
Kg. Pradl, Pembaurstraße 20
5
4
197
Hötting
7
Kg. Hötting-West, Fürstenweg 3
1
1
1
59
Mühlau
8
Kg. Mühlau, Hauptplatz 3
1
1
1
55
Arzl
9
Kg. Arzl, Altes Gemeindehaus
2
2
1
58
Igls
10
Kg. Igls, Villa Rößler
1
1
1
38
Insgesamt
10
Städtische Kindergärten
23
22
20
951
Nach Angaben der Mag.-Abt. II (Schul-, Kultur- und Sportamt).
360
Seite 391
391/506
gärten
Nichtstädtische Kindergärten
Zahl
Bezeichnung
2
3
4567
7
Tabelle XVIII/1
Abteilungen
Kinder-
gärtnerinnen
Helferinnen und
Praktikantin.
Knaben
1938/39
Kg. Aloisia Galli, Museumstraße 11
NSV.-Kg., Museumstraße 17
NSV.-Kg., Elisabethstraße 11
NSV.-Kg., Leopoldstraße 44s
NSV.-Kg. Reichenauer Straße 15
Kg. Mariahilf, Kindergartenweg
Pfarrkindergarten Hötting
141
2223
Nichtstädtischer Kg., dar. 4 NSV.-Kg. 15
1946/47
11
3
456
Kg. der Kapuziner
Kg. d. Ln. B. A. d. Barmh. Schwestern
Pfarrkindergarten Wilten-Ost
Pfarrkindergarten Pradl
Pfarrkindergarten Hötting
6 Pfarrkindergarten St. Georg
121
281
141
2214
Kinder
Mädchen
Zusammen
11
9
20
60
50
110
13
9
22
21
21
42
3
45
35
80
30
30
60
51
55
106
15
10
231
209
440
3
20
11
2
3
3
3
co.co
3
1
2 22
22
21
222
. .
61
209
120
120
80
87
6
Nichtstädtische Kindergärten
13
13
11
677
361
Seite 392
392/506
362
KVSch.
=
MVSch.
=
Knabenvolksschule
Mädchenvolksschule
Tabelle XVIII/2 A
Die städtischen Volks- und Hauptschulgebäude in Innsbruck
VSch. Volksschule mit
gemischten Klassen
KHSch. =
MHSch. =
Knabenhauptschule
Mädchenhauptschule
Bomben-
Bezeichnung der Schule
Baujahr
beschädigt
Verwendung im
Schuljahr 1946/47
Von der Stadt erbaut
Von der Stadt übernommen
bei der
im
Zahl im Jahre
Bezeichnung der Schule
Einge-
Zahl
Jahre meindung
von
1 1863/64
KVSch. St. Nikolaus
Innstraße 36
2
1868/70
KVSch. Gilmstraße 4
3
1873
MVSch. St. Nikolaus
leicht
leicht
Innallee 3
4
1875
KVSch. Dreiheiligen
Gewerbliche
Berufsschulen
KVSch., Hilfssch.
K. u. MVSch.
mittelschwer K. u. MVSch.
Jahnstraße 5
1
1905 Wilten
KVSch. u. KHSch.
Leopoldstralle 15, 1891
leicht
KVSch. und
2 KHSch.
2
1905
Wilten
MVSchulen Fischergasse-
Speckbacherstraße, 1901
bedingt total Kindergarten
5
1907/08
MHSch. Wilten
Mich.-Gaismayr-Straße 6
6
1909
K.-u. MVSch. Pradl
Pradler Platz 8
7
1910
KHSch. Müllerstraße 38
leicht
MHSch.
schwer
leicht
Bundes-Lehrer-u.
8
1913/14
KVSch. Haspingerstraße 5
Lehrerinnen-
Bildungs-Anstalt
mittelschwer K. und MVSch.
Seite 393
393/506
von
Bezeichnung der Schule
Baujahr
Bomben-
beschädigt
Verwendung im
Schuljahr 1946/47
Von der Stadt erbaut
Von der Stadt übernommen
bei der
im
Zahl im Jahre
Bezeichnung der Schule
Zahl
Einge-
Jahre meindung
9 1932/33
K. und MHSch. Pradl
Pembaurstraße-Gabels-
3)
leicht
K.- und MVSch.
K. und -MHSch.
bergerstraße
3
1938 Hötting KVSch. Hötting
4
1938
Schulgasse 4, 1912
Hötting MVSch. Mariahilf
leicht
K.- und MVSch.
4 Säle Kartenamt
K.- und MVSch.
Kindergartenweg 3, 1902
5
1938
Hötting K. u. MHSch. Hötting
leicht
K.- und MHSch.
Fürstenweg 3, 1931
6
1938 Mühlau
VSch. Mühlau
2 Stockw, franz. Schule
VSch.
Hauptplatz 3, 1901/02
7
1938
Amras
VSch. Amras Nr. 96
1892/93
VSch.
8³)
1940
Arzl
VSch. Arzl Nr. 81
(Gemeindehaus)
VSch.
10
1941/42 K.- und MVSch.
leicht
unvollendet
Mandelsbergerstraße 12
"
9
1942
Igls
VSch. Igls Nr. 60
(Gemeindehaus)
Franz. Besatzung
Economat d'Arm.
VSch.
Tabelle XVIII/2 A (Fortsetzung)
1) 1945 Notschulbaracke im Sieglanger, wird als Teil der VSch. in der Haspingerstraße geführt.
1947 werden in Igls im,,Wieserhof" im Zuge größerer Instandsetzungsarbeiten 3 Klassenräume eingebaut werden.
2) 1926 wurde in einem Teil des Sieberer'schen Waisenhauses die MVSch. Dreiheiligen und 1938 auch die MVSch. in der Sillgasse unter-
gebracht. Beide Schulen sind jetzt in der Jahnstraße 5. Das Sieberer'sche Waisenhaus dient der Besatzungsmacht.
) 1945 wurden in einer Baracke der Pfarre St. Georg bei den Allerheiligenhöfen eine Notachule und 1946/47 im Landes-Hauptschießstand
als Teil der VSch. Arzl 2 Klassen eingerichtet.
363
Seite 394
394/506
Schuljahr
Gemeinden
aus denen d.
Kinder kam.
Volks-
Tabelle XVIII/2 B
Schuljahr
Besuch der städtischen Volks- und Hauptschulen
in den Schuljahren 1933/34-1946/47
Schulkinder
Volksschulen
Klassen
Hauptschulen
insgesamt
1933/34
2865
1934/35 2901
1935/36
2820
1936/37 2747
1937/38 2599
1938/39 3644
1939/40 3737 123
1940/41 4658 136
1941/42 4961 142
1942/43 5496 139
1943/44 5679 149
1944/45 2797
1945/46 4465 101
1946/47 5041 120
darunter
PORECERERS Hilfsschüler
93
90
90
90
93
97
121
Ninsgesamt
75
6
40
66
5
46
66
5
45
68
5
42
67
5
40
91
5
41
99
6
38
39
123
41
131
40
128
45
31
73
39
110
41
121
43
6666266
dar. Hilfs-
schulklassen
Klassendurch-
CASAS schnitt ohne
Hilfsschüler
Schulkinder
der 1. Klasse
Schulkinder
Klassen
Klassen-
durchschnitt
Schulkinder
Klassen
627 2248 55
651
2030
609
1884
543
1730
478 1659
815
2512
859
2378
951
2238
1013 2149
1014
1911
1101 1861
612 843 30
1408 1680
8599988884
41 5113 130
47
43
4931 113
42
4704 111
42
41
4477
110
43
39
4258 110
65
39
6156
156
65
37
6115 164
38
6896 180
37
7110 181
51
37
7407 182
38
7540 176
28
3640 103
35
6145 158
1627 1828 49
37
6869
170
Tabelle XVIII/2 C
Sprengelfremde Kinder an den städtischen Volks-, Hilfs- und Hauptschulen
in den Schuljahren 1934/35-1939/40
Knaben
Mädchen
schule
Hilfs-
schule
Haupt-
-nz
sammen
Volks-
schule
Hilfs-
schule
1934/35
1935/36
1936/37
1937/38
1938/39
3334
33
47
13
152
212
31
4
94
129
341
38
50
12
173 235
26
37
57
14
171
242
28
40
61
11
191 263
36
45
33
186 219
30
1341
83
119
354
88 113
355
107
147
410
170 201
420
1939/40
Haupt-
schule
1) Aus den Gemeinden Hötting, Mühlau, Amras, Arzl, Vill und Igls kamen im Schuljahr
1934/35 195, 1935/36 202, 1936/37 191 und 1937/38 207 Kinder. Nach der Eingemeindung
der 3 erstgenannten Gemeinden entfielen im Schuljahr 1938/39 auf Arzl, Vill und Igls 124
Kinder.
364
Zusammen¹)
Zusammen
Seite 395
395/506
Kinder
Lehrkräfte
Volksschulen
(einschließlich Hilfsschule und Übungsschule)
Schulen, Lehrkräfte, Klassen, Kinder
Tabelle XVIII/2 D
Schulen
Schul-
jahr
insgesamt
dar.Hilfsschulen
m.
W.
m. w.
1940/41
17
1
44
78
1941/42 17 1
35
96
1942/43 16
1
36
96
1943/44 16 1
29
95
91)
-
7
43
1944/45
172) 1 11
1945/46 203) 1 32
1946/47 213) 1 39
17
95 4
104
5 4 142
4129 5 2559
Voll- N.-voll-Klassen
beschäftigte
Lehrkräfte
90622adar. Hilfschulkl.
Knaben
Kinder
darunter in
Hilfsschul-
klassen
Spreng.-
fremde
Kinder
121
6 2313 2345
123 6 2477
4658 75 61 136
2484
4961 84
58
131
6
2733
2763
5496 80
59
128
6 2810
2869
5679 83
66
50
23
-
1099
1040
2139
361
297
658 15 16
51 Mäd-
chen
Insgesamt
dar. Mädch.
142 20 13
139 25 14
149 26 11
-
31
2607
6 2884
2968
5166 48 53
5852 60 60
101 2
120 6
20
Aus Nachweisungen der Mag.-Abt. II und nach Angaben des Schulinspektors.
1) 9 Schulen am Rande der Stadt.
2) 17 Lager in verschiedenen Ortschaften mit 4-8 Klassen.
3) Darunter:
Lehrkräfte
Klassen
Kinder
Ubangs
d. Ursulinen
Volksschule
d. Barmh.
Schwestern
Insgesamt
schule d.B.L. Volksschule
u. Ln.-Bild.-
Anst.
1945/46 1946/47 1945/46 1946/47 1945/46 1946/47 1945/46 1946/47|
voll-
beschäftigt
m.
4
4
W.
4
4
++
5
7
+
10
4
4
6
13
17
nicht voll-
beschäftigt
m.
1
2
W.
2
1
--
--
1
1
11
2
3
3
2
Klassen
Knaben
Mädchen
Insgesamt
8
8
6
7
5
6
19
21
126
147
126
147
142 149
232 293 201
222
575
664
268 296
232
293
201
222
701
811
darunter sprengel-
fremde
Kn.
Mäd.
2
4
| |
2
4
365
Seite 396
396/506
366
Lehrkräfte
Tabelle XVIII/2 E
Hauptschulen
Schulen, Lehrkräfte, Klassen, Kinder
Voll- nicht v.
Haupt-
schulen
beschäftigte
Klassen
Kinder
Knabenkl. Mädchenkl. insgesamt
Sprengelfr.
Kinder
Schuljahr
Lehrkräfte
1940/41
1941/42
1942/43
1943/44
1944/45
1945/46
188881
städt.
nicht st.
m. w. m. w.
Klassen
Klassen
Schüler-
innen
Klassen
Schüler u
Schüler-
innen
nsges.
darunter
Schüler-
40 48
37 45
32
42
29
47
19 30
7 2) 32 44 2 6 27
1946/47
7 22) 35 45 2 13 28
22
2222222
3 28 1039 31 1199 59 2238
26 970 32
58
829 29 1082 51
1179
2149
383 164
1911 352
158
21
808 27
1053 48
1861 327
172
13
397 17
446 30
843
1059
960 29
32
1022 56 1982 266
1166 60 2225 301 176
151
Aus Nachweisungen der Mag.-Abt. II und nach Angaben des Schulinspektors.
1) In den 5 Kinderlandverschickungslagern (KLV-Lager) Berwang, Obergurgl, St. Anton
(Hotel Post und Alpenrose) und Obladis waren rund 44% der Hauptschüler und Haupt-
schülerinnen; zu den 12 Knabenklassen und den 377 Schülern ist die 6. Klasse der Knaben-
hauptschule Wilten mit 20 Schülern dazugezählt.
2) Hauptschulen der Frauen Ursulinen und der Barmherzigen Schwestern.
Lehrkräfte
Klassen
Hauptschule
der Úrsulinen
Hauptschule der
Barmh. Schwestern
insgesamt
Kinder
1945/46
1946/47
1945/46 1946/47 1945/46
1946/47
m.
vollbeschäftigt
W.
4
5
8
8
12
13
nicht voll-
beschäftigt
m.
W.
12
1
1
7
N
2
4
4
11
Mädchenklassen
Schülerinnen
3
5
5
6
8
11
127
200
175
197
302
397
dar. sprengelfr. Schülerin.
44
56
2
4
46
60
Seite 397
397/506
Tabelle XVIII/2 F
Zahl der Lebendgeburten und der Kinder der 1. Volksschulklassen
in Innsbruck
Lebendgeborene
Kinder der 1. Volksschulklassen
im
Zahl
Kalenderjahr
darunter von
ortsansässigen
Müttern
im Herbst
Zahl
des Jahres
1913
2320
1919
823
1914
2282
1920
837
1915
1764
1921
734
1916
1327
1922
633
1917
1213
1923
524
1918
1112
1924
555
1919
1278
1925
631
1920
1389
1926
933
1921
1300
1927
932
1922
1258
1928
822
1923
1150
1929
790
1924
1197
1930
714
1925
1277
1931
705
1926
1191
1932
614
1927
1176
1933
627
1928
1237
1934
651
1929
1275
1935
609
1930
1215
1936
543
1931
1204
1937
478
1932
1155
1938
815
1933
1079
1939
859
1934
998
523
1940
951
1935
1042
568
1941
1013
1936
1040
533
1942
1014
1937
1031
513
1943
1101
1938
1305
640
1944
612
1939
2030
1446
1945
1638
1940
2517
1774
1946
1886
1941
2592
1784
1942
2486
1816
1943
2371
1687
1944
1585
927
1945
1777
1055
1946
2421
1668
367
Seite 398
398/506
368
Tabelle XVIII/3 A
Schüler
davon nicht
in Innsbruck
wohnhaft
insgesamt
m.
W.
zus.
m.
W.
Gewerbliche Berufsschulen (Fortbildungsschulen für Berufsschulpflichtige)
Zahl
Bezeichnung der gewerblichen Berufsschule
Voll- nicht voll-
beschäftigte
Lehrkräfte
Klassen
m.
W.
m.
W.
Schuljahr 1945/46
10
10
152
15
167
67
6
2
9
1
115460478
3
21
256
331
587
124
165
10
349
349
209
11
98
176
274
49
78
1
17
22
39
3
11
3
51
51
9
15
314
314
208
3
12
169 263
432
50
97
-
2
38
38
13
15 398
1
399
154
5 84
6
100 1842 808 2650
886
357
10
12
34567890
Gewerbliche Berufsschule für das Bau- und Kunstgewerbe
Gewerbliche Berufsschule für das Bekleidungs- und Nahrungs-
mittelgewerbe
Gewerbliche Berufsschule für das Elektrogewerbe
Gewerbliche Berufsschule für Friseure
217
Gewerbliche Berufsschule für das Gaststättengewerbe
Gewerbliche Berufsschule für das graphische Gewerbe
Gewerbliche Berufsschule für das Holzgewerbe
2
Kaufmännische Berufsschule
2
2
Gewerbliche Berufsschule für das Malerhandwerk
Gewerbliche Berufsschule für das Metallgewerbe
Zusammen
8
8
Schuljahr 1946/47
1
2
mittelgewerbe
5
3461
Gewerbliche Berufsschule für das Elektrogewerbe
Gewerbliche Berufsschule für das Bau- und Kunstgewerbe
Gewerbliche Berufsschule für das Bekleidungs- und Nahrungs-
Gewerbliche Berufsschule für Friseure
-
14
-
13
246
14
260
146
10
3
3
1
Gewerbliche Berufsschule für das Gaststättengewerbe
7
8
Gewerbliche Berufsschule für das graphische Gewerbe
Gewerbliche Berufsschule für das Holzgewerbe
Kaufmännische Berufsschule
2
2
9
10
Gewerbliche Berufsschule für das Malerhandwerk
Gewerbliche Berufsschule für das Metallgewerbe
Zusammen
11
2125
10
4
26
347
377
724
137
159
4
10
322
322
206
5
1
14
101
170
271
54
71
8
2
18
30
48
5
16
9
3
54
54
10
13
20
451
451
299
3
4
14
150 279
429
43
101
7
2
65
65
17
17
18
604
2
606
404
1
90
9
122 2358 872 3230 1321
358
Angaben der Direktionen der Schulleitungen.
Seite 399
399/506
24
Zahl
Bezeichnung der Lehranstalt
Schulen für Berufsausbildung
Voll nicht voll-
beschäftigte
Lehrkräfte
m. w. m. W.
Schuljahr 1945/46
Klassen
Schüler
insgesamt
davon nicht
in Innsbruck
wohnhaft
m.
W.
zus.
m.
Matu-
ranten
W.
m.
W.
52
1
23
612
57 669
9
241
132
373
56
20
9
1
1
9
111
256
367
37
1 23
5
4
13
314
314
-
31
3
55
41 28
90
173
111
5
10
Zusammen
73 32
7
5
45
964
759 1723
96
304 83
5
Bundes-Gewerbeschule
Bundes Handelsakademie
Bundesstaatliche Kaufmännische Wirtschaftsschule
Bundes-Frauenberufsschule
1234
1231
4
369
Bundes-Gewerbeschule
Bundes-Handelsakademie
Schuljahr 1946/47
54
20
9
1 25
13
-
215
Zusammen
75 34
8
4
Bundesstaatliche Kaufmännische Wirtschaftsschule
Bundes-Frauenberufsschule
Angaben der Direktionen und Schulleitungen.
12
882
879
62 941
3
85
4
219
125
344
89
48 27 22
126
240 366
67
114
298 298
214
11
57 1224 725 1949 159 376 112
26
Tabelle XVIII/3 B
Zu 2. Unter den Maturanten sind im Schuljahr 1945/46 13 Externisten und 3 Externistinnen, im Schuljahr 1946/47 8 Externisten.
Zu 2 und 3. Handelsakademie und Wirtschaftsschule haben einen gemeinsamen Lehrkörper.
Zu 4. Die Absolventinnen der Hauswirtschaftsschule (3 Jahrgänge) unterziehen sich einer Abschlußprüfung, die Schülerinnen der Fach-
abteilung für Damenschneiderei (3 Jahrgänge) erhalten das Abschlußzeugnis (Schneidergehilfe); die Schülerinnen der Fachabteilung für
Obst- und Gartenbau (2 Jahrgänge) unterziehen sich der Gehilfenprüfung vor der Zunft.
Seite 400
400/506
370
Zahl
1
2
Lehrerbildungsanstalten mit Bildungsanstalten für Kindergärtnerinnen,
Hortnerinnen und Handarbeitslehrerinnen
Bezeichnung der Lehranstalt
Voll-
nicht voll-
beschäftigte
Lehrkräfte
m.
W.
m.
W.
Schuljahr 1945/46
Klassen
Schüler
insgesamt
dav. nicht
in Innsbruck
wohnhaft
Matu-
ranten
m.
W.
zus. m. W.
m.
w.
7+9 333 305 638 120 70
60 69
69
4
3
2
56 56
27
1
21
21
3
9
1¹)
6
6
6
1
2
1
17
5
5
131
18 18
333 311 644 120
10
70 60
74 74
21 21
37
60
75
75
3
Bundes-Lehrer- und Lehrerinnenbildungs-Anstalt mit
Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen und 22 13
Bildungsanstalt für Handarbeitslehrerinnen
Kath. Lehrerinnenbildungs-Anstalt d. Barmh. Schwestern mit
Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen
Lehrer- und Lehrerinnenbildungs-Anstalten
Zusammen Bildungsanstalten f. Kinderg. u. Hortnerinnen
Bildungsanstalt für Handarbeitslehrerinnen
23 25
Tabelle XVIII/4
Schuljahr 1946/47
Bundes-Lehrer- und Lehrerinnenbildungs-Anstalt mit
9+9 299 287 586 118
83
57
47
55
1
Bildungsanstalt f. Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen und
Bildungsanstalt für Handarbeitslehrerinnen
22
13
8
I
1
40 40
9
10
10
2
Kath. Lehrerinnenbildungs-Anstalt d. Barmh. Schwestern mit
Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen
6
13)
10
10
7
1
1
3
2
38 38
10
Lehrer- und Lehrerinnenbildungs-Anstalten
Zusammen Bildungsanstalten f. Kinderg. u. Hortnerinnen
Bildungsanstalt für Handarbeitslehrerinnen
23
22
2
136
299 297 596 118
90
57
55
78 78
19
10 10
5
Angaben der Direktionen der Anstalten.
1) 4. Jahrgang.
2) 1. Jahrgang.
Seite 401
401/506
Gymnasien, Oberrealschule und Frauenoberschule
Zahl
Bezeichnung der Lehranstalt
Voll-
nicht v.-
beschäftigte
Lehrkräfte
m. w. m. w.
Schuljahr 1945/46
Klassen
Schüler
dav. nicht
insgesamt
Matu-
ranten
in Innsbruck
wohnhaft
m.
W.
zus.
m. W.
m.
W.
1 Bundes-Gymnasium und Realgymnasium
2
Bundes-Oberrealschule
3 Städtisches Mädchen-Realgymnasium
4 Mittelschule (Frauenoberschule) der Ursulinen
41
22
635
635
162
136
-
3¹)
91¹)
91
26 16
-
18
579
23
602
157
6
40
6
12 13 2 3
19
596
596
198
20
1
-
14 3
136
136
44
62
1214
1969
Zusammen
79 15 8 17
755
319 248 176 26
31)
91¹)
91¹)
Schuljahr 1946/47
1 Bundes-Gymnasium und Realgymnasium
41
23
635
635
136
115
-
21)
761)
76)
2
Bundes-Oberrealschule
27
-
2
17
582
23
605
112
4 52
5
3
Städtisches Mädchen-Realgymnasium
9 15
2 4
16
482
482
140
43
4
Mittelschule (Frauenoberschule) der Ursulinen
1
5 4 7
7
227
227
76
63
1217
1949
Zusammen
78 20 8 11
732
248 220 167
48
21)
76¹)
76¹)
371
Angaben der Direktionen der Lehranstalten.
¹) Im Schuljahr 1945/46 wurden 3, im Schuljahr 1946/47 2 Reifeprüfungslehrgänge für Heimkehrer mit 91, bzw. 76 Teilnehmern gehalten.
Tabelle XVIII/5
Seite 402
402/506
372
Übersicht
über Volks- und Hauptschulen, Schulen für Berufsausbildung und Mittelschulen
Schulart
Schulen
Voll-
nicht v.-
beschäftigte
Lehrkräfte
m.
W. m. w.
Schuljahr 1945/46
Klassen
Schüler
insgesamt
m.
W.
dav. nicht
Matu-
ranten
in Innsbruck
wohnhaft
insges. insges.dav.w. insg. dav.w.
Volksschulen einschließlich der Hilfsschule
Hauptschulen
Schulen für Berufsausbildung
20 32 95 4
4
129
2559
2607
5166
2
2
9
32 44
2 6
56
960 1022
1982
266
151
4
73
32
7
5
45
964
759
1723
400
304 88
Lehrer- und Lehrerinnenbildungs-Anstalten
2
17
333
311
644
190
70
135 75
10 10
5
Bildungsanstalten f. Kindergärtnerinnen u. Hortnerinnen
2
23
25
5
5
3
74
74
37
Bildungsanstalt für Handarbeitslehrerinnen
1
1
21
21
3
Gymnasium, Realgymnasien, Oberrealschule
4
79
15
8 17
62
1214
755
1969
537 248 202 26
31)
91¹)
91¹)
313
6030
11579
Zusammen
42 239 211 26 37
5549
1395 815 425 106
3¹)
91¹)
91¹)
Schuljahr 1946/47
Volksschulen einschließlich der Hilfsschule
21 39 104
Hauptschulen
Schulen für Berufsausbildung
4 75
Lehrer- und Lehrerinnenbildungs-Anstalten
Bildungsanstalten f. Kindergärtnerinnen u. Hortnerinnen 2 23
Bildungsanstalt für Handarbeitslehrerinnen
Gymnasium, Realgymnasien, Oberrealschule
2
1
2101000
9 35 45
2 13
34
22
4 78 20 8 11
434 21
588 9 co
4
142
2884
2968 5852
6
6
60
1059 1166
57
1224
2225
725 1949
301 176
535 376 138 26
19
299
297
596
208
90 112
55
20
3
78
78
19
1
10
10
5
63
1217
732
1949
468 220 215
48
49
21)
76¹)
761)
345
6683
Zusammen
43 250 225 32 34
5976
21)
76¹)
12659
76¹)
1518 892 465 129
Angaben des städtischen Schulamtes und der Direktionen der einzelnen Lehranstalten.
1) Im Schuljahr 1945/46 wurden 3, im Schuljahr 1946/47 2 Reifeprüfungslehrgänge für Heimkehrer mit 91, bzw. 76 Teilnehmern gehalten.
Tabelle XVIII/2-5
Seite 403
403/506
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
A. Lehrpersonen im Sommersemester 1946
Tabelle XVIII/6 A
Theol.
Lehrpersonen
Rechts- u.
Staatsw.
Med.
Philos.
Natur-
wissensch. Summe
Fakultät
Ordentliche Professoren
6
6
Außerordentliche Profess.
5
3
Honorarprofessoren
I
190
13
832
10
45
6
26
4
Gastprofessoren
1
-
2
Professoren insgesamt
11
11
20
18
17
77
Dozenten
7
2
4
12
4
29
Lehrbeauftragte
3
3
13
12
31
Professoren d. Ruhestand.
5
3
6
4
4
22
Lehrpersonen insgesamt
26
19
30
47
37
159
Lehrpersonen
B. Lehrpersonen im Wintersemester 1946/47
Ordentliche Professoren
Außerordentliche Profess.
Theol.
Rechts- u.
Staatsw.
Natur-
Med.
Philos.
wissensch. Summe
Fakultät
6
6
10
5
3
8
11
☐
848
9
96
40
3
26
3
Honorarprofessoren
Gastprofessoren
Professoren insgesamt
11
9
18
Dozenten
7
3
Lehrbeauftragte
3
4
-
Professoren d. Ruhestand.
4
1
867
16
15
69
11
4
31
11
12
30
3
4
19
Lehrpersonen insgesamt
25
17
31
41
35
149
Angaben des Rektorates der Universität Innsbruck.
373
Seite 404
404/506
374
Tabelle XVIII/6 B
Übersicht
über die Zahl der Hörer in den Winter-Semestern 1913/14, 1924/25, 1926/27, 1946/47
und in den Sommer-Semestern 1926 und 1946
Winter-S. 13/14 Winter-S. 24/25 Sommer-S. 1926 Winter-S. 26/27 Sommer-S. 1946 Winter-S. 46/47
Fakultät
ord.
a.o. u.
Gast-
ord.
a.o. u.
Gast-
a.o. u.
ord.
ord.
Gast-
a.o. u.
Gast-
ord.
8.0. u.
Gast-
ord.
a.o. u.
Gast-
Hörer
Theologische
395
28
357
24
351
23
336
37
145
26
162
38
Rechts- und Staatswissensch.
314
22
356
33
497
12
448
34
1114
41
1241
25
Medizinische
401
19
370
18
400
6
362
8
1075
10
1117
27
Philosophische
176
125
220
189
347
171
378
149
677
61
703
73
Naturwissenschaftliche¹)
749
112
721
73
1286
194
1303
264
1595
212
1524
228
3760
250
3944
236
Zusammen
1480
1567
1807
1752
4010
4180
Die Zahlen über die ersten 4 Semester sind dem Universitätskalender 1927/28 entnommen.
1) Naturwissenschaftliche Fakultät seit 1. 10. 1939.
Seite 405
405/506
Ordentliche Hörer
Hörerschaft im Sommer-Semester 1946 und im Winter-Semester 1946/47
Außerordentliche Hörer
Gasthörer
Summe
Inländer
Fakultät
Ausländer
Inländer
Ausländer
Inländer
Ausländer
Hundert-
männl.
weibl.
zus.
männl.
weibl.
zus.
männl.
weibl.
männl.
zus.
zus.
weibl.
männl.
weibl.
zus.
männl.
weibl.
satz
zus.
männl.
weibl.
zus.
Sommer-Semester 1946
171
171
4.26
1051
11551)
28.81
104
825
1085
27.06
260
1B
408
4
738
18.40
3
330
651
8612) 21.47
210
13
3106
4
++
4010 100.00
904
89
56
21
5
10
Theologische
89
56
21
5
Rechts- und
808
207
35
887
227
39
staatswissenschaftliche
79
20
4
669
147
9
Medizinische
856
219
10
187
72
1
2
11
| |
279
111
14
Philosophische
475
202
51
196
91
37
427
125
91
338
Naturwissenschaftliche
577
172
104
89
150
47
13
2272
646
170
17
Zusammen
2884
876
225
612
230
55
74
21
Winter-Semester 1946/47
98
63
32
5
198
Theologische
99
63
32
6
I
200
4.78
1
2
Rechts- und
971
178
22
1
1
1173
1047
194
23
1
1
1266¹)
30.29
staatswissenschaftliche
76
16
1
93
726
144
23
Medizinische
907
210
181
66
324
106
16
Philosophische
518
185
48
194
79
32
393
104
57
Naturwissenschaftliche
568
153
68
175
49
11
1648
14
2246
2
895
25
2
1144
27.37
10
5
1111
249
1
459
1
776
18.57
317
558
7943)
18.99
236
2512
595
127
18
Zusammen
3139
805
171
627
210
44
8
ao ac
27
4
3283
26
35
4
4180
100.00
8
897
Angaben des Rektorates der Universität Innsbruck.
375
Tabelle XVIII/6 C
1) Unter den Hörern der Rechts- und Staatswissenschaften sind im Sommer-Semester 1946 488 (411 Männer, 77 Frauen), im Winter-
Semester 1946/47 475 (403 Männer, 72 Frauen) Hörer der Staatswissenschaften.
3) Unter den Hörern der Naturwissenschaften sind im Sommer-Semester 1946 158 (69 Männer, 89 Frauen), im Winter-Semester 1946/47
199 (76 Männer, 123 Frauen) Pharmazeuten.
Seite 406
406/506
Tabelle XVIII/6 D
Staatsangehörigkeit der Hörerschaft
im Sommer-Semester 1946 und im Winter-Semester 1946/47
Staat
Fakultät
natur-
Summe
theol. jurid. med. philos. wissensch.
Sommersemester 1946
Österreich
110
926
866
530
681
3113
Bulgarien
14
3
1
2
20
Deutschland
7
23
40
27
24
121
Estland, Lettl., Litauen
5
26
21
30
16
98
Frankreich
1
-
1
2
Italien
2
2
2
6
Jugoslawien
28
6
25
5
68
Niederlande
2
Polen
11
73
88
60
90
322
Rumänien
1
3
9
3
21
Schweden
1
2
1
4
Schweiz
19
Tschechoslowakei
Ungarn
022
1
5
5
30
12
11
12
44
11
7
8
3
31
Sonstige Staaten
2
4
2
1
9
Staatenlos
10
32
25
24
28
119
Ausland zusammen
61
229
219
208
180
897
Insgesamt
171
1155
1085
738
861
4010
Wintersemester 1946/47
Österreich
131
1070
932
576
636
3345
Polen
Bulgarien
Deutschland
Estland, Lettl., Litauen
Frankreich
Italien
Jugoslawien
Niederlande
Rumänien
3
11
2
B22-28 2
021
13
19
43
19
16
426
1
3
21
19
23
114
23
8
68
1
1
3
2
5
1
10
30
8
29
5
75
1
1
65
81
70
70
299
11
12
5
32
Schweden
3
3
Schweiz
Tschechoslowakei
Ungarn
22
25
2
1
1
29
3
12
12
12
16
55
12
11
8
10
5
46
Sonstige Staaten
5
2
4
2
13
Staatenlos
15
22
11
18
66
Ausland zusammen
69
196
212
200
158
835
Insgesamt
200
1266
1144
776
794
4180
Angaben des Rektorates der Universität Innsbruck,
376
Seite 407
407/506
Glaubensbekenntnis der Hörerschaft.
Tabelle XVIII/6 E
im Sommer-Semester 1946 und im Winter-Semester 1946/47
Fakultät
Glaubensbekenntnis
theol. jurid. med. philos.
natur-
wissen.
Summe
Hundert-
satz
Katholiken
Römisch-katholisch
Griechisch-katholisch
Sommersemester 1946
156
898
827 560
632
30831 3313
82.63
15
65
53
30
67
230
Protestanten
Evangelisch AB
Evangelisch HB
95
116
68
87
3661
374
9.33
2
3
3
8]
Andere Christen
Altkatholisch
1
6
32
14
26
15
87
40
97
2.42
if
Griechisch-orientalisch
Christgemeinschaft
Israeliten
Mohammedaner
Bekenntnislose
Gottgläubig
3
21
24
0.04
0.09
30
28
12
23
931
220
5.49
Konfessionslos
31
29
30
37
127)
Zusammen
171
1155 1085 738
861
4010
100.00
Wintersemester 1946/47
Katholiken
Römisch-katholisch
189
997
904 593
603
3286] 3515
84.10
Griechisch-katholisch
10
60
59
42
58
229
Protestanten
Evangelisch AB
1
91 108
Evangelisch HB
3
oom
66
69
3
69
Andere Christen
Altkatholisch
Griechisch-orientalisch
Israeliten
Mohammedaner
1
37
1811
3351
341
8.16
210
35
5
71
21
111 116
2.77
2
0.04
6
0.14
20
17
57
32
72
8
24
==
11
561
200
4.79
31
144)
Zusammen 200 1266 1144 776
794
4180
100.00
Bekenntnislose
Gottgläubig
Konfessionslos
Angaben des Rektorates der Universität Innsbruck.
377
Seite 408
408/506
378
Schuljahr
Lehrkräfte
Fächer
Städtische Musikschule (Konservatorium)
Zahl der Schüler in den Fächern
Instrumente
darunter
Insges
Klavier Geige
gesang
Solo-
Chor
Schausp.-
Schule
Opern-
Rhythmik
Musik-
theorie
pädagog.
Seminar
Musik-
Sonstige
Fächer u.
Kurse
⚫seisu
Musikschule für Jugend und,
Volk (Jugendmusikschule)
Zahl der Schüler
1934/35
26
12
378 212
97
24
-
1935/36 29
15 303 160
85
18
154
I 1
1936/37 37
26
442
191
96 18
135
9
64
1937/38
34
26
397
191
83 19
113
12
38
1938/39
26
22
435
277
98
19
14
56188
417
10
501
9
677
15
564
4
490
Fächer
im vorbereit.-
Gemeinsch.
Unterricht
Singschule
Instrumen-
talschule
in der
in der
1939/40
53 14
365
242
95
21
6
20
412 17
1004
328
1332
1940/41
48
14
345
221
90
23
2
14
384
22
-
823
429 1252
1941/42
39
14
472 291 128 24
14
1
19
9
2
541 20
44
361 340
745
1942/43
47 14
723 387 163 40
10
17
16
806
-
192 463 ¹)
655
1943/44
1944/45 25
1945/46
26
21
879
412
184 35
14
14
10
952
481
..
292) 14 533 312
15+14
141
98
22
1946/47 31
17
41
447
286
84
75
75
20
T
35
107
688
I
649
18+-13
Angaben der städtischen Musikschule.
1) Die Instrumentalschüler sind unter den Instrumentalschülern des Konservatoriums ausgewiesen.
2) In den Schuljahren 1945/46 und 1946/47 waren 15, bzw. 18 hauptamtliche und 14, bzw. 13 nebenamtliche Lehrkräfte beschäftigt.
TabelleXVIII/7
Seite 409
409/506
Stadtbücherei Innsbruck
-
Bücherbestand, Leser und Ausleihe seit der Eröffnung
am 31. 3. 1941
Rechnungsjahr,
von 1946 an
Kalenderjahr
Bücherbestand
in absoluten Zahlen und Prozenten
Bücherentleihungen
in absoluten Zahlen und Prozenten
Aktive
Insgesamt Literatur
Schöne
Belehrende
Jugend-
Leser¹)
Literatur schriften
Insgesamt Literatur
Schöne
Belehrende
Jugend-
Literatur schriften
7482
4062
3116
304
1866
32456
17699
12106
2651
1941/42
(100%)
(54.3%)
(41.6%)
(4.1%)
(100%)
(54.5%)
(37.3%)
(8.2%)
10885
5217
5243
425
2943
51292
31070
16794
3428
1942/43
(100%)
(47.9%)
(48.2%)
(3.9%)
(100%)
(60.6%)
(32.7%)
(6.7%)
13488
6132
6670
686
3347
54091
34084
16518
1943/44
(100%)
(45.5%)
(49.4%)
(5.1%)
(100%)
(63.0%)
(30.5%)
3489
(6.5%)
14435
6489
7135
1944/45
(100%)
(44.9%) (49.5%)
811
(0.6%)
3296
61861
34796
23757
(100%)
(56.3%) (38.4%)
3308
(5.3%)
1945/46
Gesperrt am 1. Mai 1945
1946
9. Sept. bis 22. Dez.
7852
(100%)
4028
3240
584
1043
(51.3%) (41.3%)
(7.4%)
10479
(100%)
6592
3302
585
(62.3%) (32.1%)
(5.6%)
1) Aktiver Leser ist jener, der im Rechnungs-, baw. Kalenderjahr wenigstens einmal ein Buch entlieben hat.
379
Tabelle XVIII/8 A
Seite 410
410/506
Tabelle XVIII/8 B
Zu den Zahlen der Tabelle XVIII/8 A über den Zeitraum vom 9. 9.-22. 12. 1946
1. Leserstand:
447
Männer
43%
526
Frauen
50%
49
Männliche Jugendliche
5%
21
Weibliche Jugendliche
2%
973
Erwachsene
93%
70
Jugendliche
7%
1043
Insgesamt
100%
2. Entleihungen:
4589
Durch Männer
44%
5083
Durch Frauen
48%
618
Durch männl. Jugendliche
6%
189
Durch weibl. Jugendliche
2%
9672
Durch Erwachsene
92%
807
Durch Jugendliche
8%
10479
100%
Insgesamt
3. Benützung der Buchgruppen:
Schöne Belehrende
Jugend-
Literatur
Literatur
schriften
Durch Männer
2620
1796
173
Zusammen 4589
Durch Frauen
3653
1223
207
Zusammen 5083
Durch männl. Jugendliche
222
217
179
zusammen 618
Durch weibl. Jugendliche
97
66
26
Zusammen 189
Zusammen
6592
3302
585
zusammen 10479
380
Seite 411
411/506
Tabelle XVIII/8 B (Fortsetzung)
4. Verteilung der Entleihungen durch Erwachsene auf die einzelnen Berufsgruppen:
a) Männer
Durch Arbeiter, untere Angestellte und Beamte
Durch selbständige Handwerker, mittlere Angestellte u. Beamte
Durch selbständige Kaufleute, höhere Angestellte und leitende
Beamte
Durch Akademiker und Lehrer
685 Entleihungen
1317 Entleihungen
698 Entleihungen
1889 Entleihungen
Insgesamt
4589 Entleihungen
b) Frauen
Durch Arbeiterinnen
133 Entleihungen
Durch erwerbstätige Frauen in mittlerer Stellung
Durch Akademikerinnen, Lehrerinnen, soz. Frauenberufe
Durch Hausfrauen von Arbeitern und unteren Angestellten und
Beamten
1255 Entleihungen
620 Entleihungen
598 Entleihungen
Durch Hausfrauen von Kaufleuten, mittleren und höheren An-
gestellten, Beamten und Akademikern
2477 Entleihungen
Insgesamt
5083 Entleihungen
381
Seite 412
412/506
Tabelle XVIII/9
Museen
A. Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
1. Zahl der Besucher in den Jahren 1935 einschl. 1940
Kalenderjahr
Monat
1935
1936
1937
1938
1939
1940
Jänner
Februar
März
April
284
320
212
215
587
331
330
434
352
289
819
674
296
341
507
324
1131
1243
386
403
397
896
843
1002
Mai
Juni
382
453
386
908
3690
1053
542
966
818
1323
2326
1391
Juli
1424
2130
1692
2642
5539
2083
August
2615
2528
3084
4267
3752
2378
September
1227
1268
1314
4528
71
2559
Oktober
406
474
389
564
geschl.
1410
November
233
183
223
424
geschl.
624
Dezember
221
158
199
494
geschl.
1672
Zusammen
8346
9658
9573
13874
18758
16420
2. Zahl der Besucher der Sonderausstellungen seit der Wiedereröffnung im September 1945
Monat
Ausstellung
1945
Besucher
September
Oktober
November
Lois Egg
3030
Paul Oberhammer
2676
Wilhelm Nikolaus Prachensky
2512
Dezember
Alte Weihnachtsbilder
2240
Zusammen
10458
1946
Februar
Andreas Einberger
2500
März
Tiroler Landschaftsmaler
3285
April
Martin Häusle
2131
Mai
Max Spielmann
2595
Juni
November
Dezember
Zusammen
Südtirols Kunstwerke
4490
Albin Egger-Lienz
1939
Johannes Obleitner
1760
18700
Angaben der Museumsleitung
B. Tiroler Volkskunstmuseum
Zahl der Besucher in den Jahren 1929 einschl. 1937¹)
Kalenderjahr
Besucher
1929
26346
1930
29644
1931
19116
1932
17969
1933
14300
1934
13555
1935
15864
1936
17220
1937
17662
Angaben der Museumsleitung.
1) Unter der nationalsozialistischen Herrschaft wurden die Besucherziffern nicht registriert.
382
Seite 413
413/506
Art der Veranstaltungen
Zahl
der verfügbaren
Plätze
Zahl der
Aufführungen
1945/46 1946/47 1945/46 1946/47
Das Landestheater in Innsbruck in den Spieljahren 1945/46 und 1946/47
Zahl der Besucher (verkaufte Karten)
insgesamt
je Vorstellung
vom Hundert
der verfügbaren
Plätze
1945/46 1946/47 1945/46 1946/47 1945/47 1946/47
A. Aufführungen des eigenen
Ensembles in Innsbruck
1. Oper
2. Operette
3. Schauspiel
4. Sonstige Aufführungen
893
893
59
94
41721
61679
707
656
79.1
73.4
dar.
dar.
116
112
84032
76496
724
683
81.1
76.4
100
100
148
144
88510
77406
598
537
66.9
60.2
Stehpl. Stehpl.
21
23
13291
14193
633
617
70.8
69.1
Zusammen
893
893
344
373
227 554 229 774
661
616
74.1
69.0
32
7
18362
3589
574
513
64.2
57.4
"
33
B. Gastspiele fremder Ensembles
A. und B. zusammen
C. Auswärtige Gastspiele des eigenen
Ensembles
Angaben der Verwaltung des Landestheaters.
383
376
380
245916
233 363
654
614
73.2
68.7
Tabelle XVIII/10 A
Seite 414
414/506
384
Theater- und Orchesterbesuch, Gemeindezuschüsse in 9 reichsdeutschen und
3 österreichischen Städten, Spieljahr 1939/40
Tabelle XVIII/10 B auf Seite 386
Zuschuẞ
der Gemeinde
Öffentliche Vor-
stellungen des
Gastspiele
fremder
Besucher
öffentlicher
Gemeinde
(mittlere
Jahres-
bevölkerung
eigenen
Ensembles
Ensembles
Vorstellungen
Ver-
Theater
Orchester
fügbare
Plätze
1940
in 1000)
Zahl
Besucher
n 1000
Zahl
Besucher
in 1000
je Vorstellung
durchschn.
in v. Hund.
der verfügb.
Plätze
in
1000
RM
auf
1 Einw.
RM
A₁¹)
Berlin
Schiller-Theater
1219
246
243
2
2
988
(4348)
Gemeindl. Orchester
81.03 1292
366
0.38
A,
Wien
St. W. Volksoper
1692
330
321
1155 68.24
2182
(1908.4)
Stadtorchester
1942
5
8
1600
82.39
68
1.21
Fremdes Theater und Orchester
102
Tabelle XVIII/10C
A3
Nürnberg
Opernhaus
1469
298
313
(421.6)
Schauspielhaus
697
315
160
IT
1.4
1050
71.5
1903
4
2
508
72.87
4.53
Fremdes Theater und Orchester
21
Mannheim
Nationaltheater
1273
290
230
-
793
62.30
1992
6.65
(288.9)
Graz
Opernhaus
1720
491
269
60
711
29.30
755
3.65
(206.1)
Schauspielhaus
706
80
Seite 415
415/506
25
B
Augsburg
Städtische Bühnen
1134
271
174
642
56.62
1192
6.48
(179.1)
Konzerte
1363
6
6
1000
73.34
7
Mainz
(155.2)
Stadttheater
1244
115
85.5
6
4
743
59.77
972
6.15
Fremdes Theater und Konzerte
6
Würzburg
(100.6)
Stadttheater
720
226
108
2 Kurtheater
560
74
17.6
15
91
25
478
66.37
342
3.20
6
238
42.47
C
Regensburg
(94.9)
Stadttheater
918
238
192
4
3
807
87.87
192
2.00
Heidelberg
Stadttheater
800
319
170
(84.3)
Städtisches Orchester
1600
25
18
Ulm
Stadttheater
487
273
121
(68.4)
Klagenfurt
(54.4)
Stadttheater Lindau
520
70
19
Grenzlandtheater
970
260
140
12
64 2
533
66.61
455
7.43
720
45.00
177
3.1
443
91.01
462
6.24
2.4
271
52.20
8
538 55.28
50
0.89
Tabelle XVIII/10 C (Fortsetzung)
Die Zahlen sind dem Statistischen Jahrbuch deutscher Gemeinden 1941 entnommen. In diesem Jahrbuch wurden über Theater und
Orchester zum ersten Mal auch Zahlen österreichischer Städte gebracht, Linz, Salzburg und Innsbruck fehlten.
1) Größengruppen A, Berlin allein, A, über 500000 Einwohner, A, 200000 bis 500000 Einwohner, C über 50000 bis 100000 Einwohner.
385
Seite 416
416/506
386
Tabelle XVIII/10 B
Zuschüsse der Stadt Innsbruck an das Stadt-, bzw. Landestheater und Ausgaben
für das städtische Orchester
Zuschuß in S oder RM
Rech-
Wohn-
jahr
nungs- bevölkerung
für das
Theater
Orchester
auf
1 Einw.
Anmerkung
1935
64483
77211
66880
2.23
,,Stadttheater",,,Städtisch
subventioniertes Orchester"
144091
1936
67 961
92751
67 500
2.35
160251
1937
71439
162521
50100
2.97
212621
1938
74917
154523
43991
2.64
198514
1939
78395
94609
91935
2.37
186544
1940
91857
307583
3.34
,,Landestheater"; am 1. 9.
1939,,Städt. Orchester"
am 1. 9. 1940 übernimmt der
Reichsgau das Orchester
1941
97083
329 736
1942
99 308
331 648
1943
102 865
331710
1
3.39
3.33
3.22
1944
99274
266900
2.68
1945
91 704
16883
0.18
1946
97884
20000
113345
1.36
133345
..Reichagautheater"
vom 4. 5. 1945 an wieder
,,Landestheater", Theater-
gemeinschaft Land Tirol
Stadt Innsbruck
am 1. 7. 1946 wieder,,Städt.
Orchester"
Seite 417
417/506
Bühne (Gründungsjahr)
Saal
bare
Tabelle XVIII/10D
Besuch der kleineren Bühnen, Konzerte und Lichtspieltheater im Jahre 1946
Vor-
Verfüg- stellungen
Besucher
Lichtspiele (Gründungsjahr)
Plätze
Veran- insgesamt
staltung.
je Vor-
stellung
in % der
verfügb.
Plätze
a) Die kleineren Bühnen¹)
Meinhardt-Bühne (1910)
240
158
23465
148
61.7
Klingenschmid-Bühne (1917)
Tiroler Heimatbühne (1923)
Jugendbühne Innsbruck (1945)
394
255
51566
202
51.3
250
186
43724
235
94.0
162
88
12259
139
85.8
Zusammen
1046
687
131014
190
65.7
b) Konzerte
Riesensaal in der Hofburg
500
43
15447
359
71.8
Bibliotheksaal d. Alt. Universität
Konzertsaal d. Städt. Musiksch.
430
18
4564
254
59.0
369
107
26127
244
66.1
Zusammen
1299
168
46138
274
67.1
e) Die Lichtspieltheater')
Zentrallichtspiele (1909)
560
1468
556561
379
67.7
Triumphlichtspiele (1912)
425
1365
461508
338
79.5
Löwenlichtspiele (1920)
271
1456
291227
200
73.8
Kammerlichtspiele (1928)
601
895
375448
419
69.7
Laurinlichtspiele (1943)
810
1140
516318
452
55.8
Zusammen
2667
6324
2201062
348
67.5
Angaben der Mag.-Abt. III, Stadtsteueramt.
1) Bühnen und Lichtspieltheater sind nach dem Gründungsjahr geordnet.
Tabelle XVIII/10 E
Konzerte der Stadt Innsbruck in der Spielzeit 1946/47
Besucher
Ort der Veranstaltung
Verfüg-
bare
Plätze
Veran-
staltung.
Besucher
je Veran-
staltung
in % der
verfügb.
Plätze
Riesensaal in der Hofburg
500
7
2779
397
79.4
Bibliotheksaal d. Alt. Universität
Konzertsaal d. Städt. Musiksch.
430
20
5881
294
68.3
369
8
1677
210
56.9
Zusammen
1299
35
10337
295
68.6
Hofkirche
1200
3
3158
1053
87.7
Insgesamt
38
13495
Angaben des Sekretariates der Städtischen Musikschule.
25°
387
Seite 418
418/506
XIX. Sport und Leibesübungen
Die Bevölkerung Innsbrucks betreibt fast alle in Österreich bekannten Sport-
arten, da das Gelände im Tale und im Gebirge sowie die vorhandenen Sportanlagen
beste Gelegenheit zur Ausübung des Sportes bieten.
Nach ihrer geschichtlichen Entwicklung sind der Reihe nach zu nennen Turnwesen,
Bergsteigen, Eislaufen, Schlittensport und Radfahren. Das Fußballspiel, Tennis
und andere Rasenspiele sowie der Kraftfahrsport folgen. Eine besondere Stellung
nimmt der Skilauf ein, der sich zum wahren Volkssport entwickelte.
Zu den Sportarten, die das ganze Jahr über betrieben werden können, zählen
Turnen, Bergsteigen, Schwimmen bei vorhandenem Hallenbad, Fechten, Ringen,
Boxen; Radfahren, Fußball, Tennis, Rasenspiele, Leichtathletik und Kraftfahr-
sport sind hauptsächlich auf die schneefreie Jahreszeit beschränkt. Sportlicher
Skilauf, Schlittenfahren einschließlich Bobfahren und Eislaufen sowie Eisschießen
werden nur im Winter geübt. In dieser Reihenfolge werden nachstehende Sport-
arten kurz besprochen.
Auf eine fast hundertjährige Geschichte blickt das Innsbrucker Turnwesen
zurück. Der Innsbrucker Turnverein wurde im Jahre 1849 gegründet. Die städtische
Turnhalle in der Fallmerayerstraße bildete seit 1880 seinen turnerischen Stütz-
punkt, bis sie im Jahre 1919 in sein Eigentum überging und 1928 durch eine zweite
große Turnhalle erweitert wurde. Der Verein wurde nach 1945 nicht wieder errichtet,
seine Turnhallen sind von der Besatzung belegt. Mehrere kleine Turnvereine, die
um die Jahrhundertwende gegründet wurden, bestehen heute nicht mehr. 1908
wurde der Christlich-deutsche Turnverein, heute Turnerschaft Innsbruck genannt,
und 1923 der Arbeiter-Turn- und Sportverein ins Leben gerufen, der heute den
Namen ASKÖ führt. Diese Vereine turnen in städtischen oder staatlichen Schul-
turnhallen, deren Zahl und Größe aus Tabelle XIX/A hervorgeht.
Die nächstälteste Organisation, die Leibesübung betreibt, bildet der Alpenverein,
der allerdings nicht als Sportvereinigung aufgefaßt werden darf, da man das Berg-
steigen in seiner allgemeinen Form nicht als Sportart bezeichnen kann. Im Jahre
1869 wurde die an München angeschlossene Sektion Innsbruck des Deutschen
Alpenvereins gegründet, die sich im Jahre 1874 in die Sektion Innsbruck des Deut-
schen und Österreichischen Alpenvereins umwandelte. Der Sitz des Österreichischen
Alpenvereins so lautet sein heutiger Name befindet sich derzeit in Innsbruck.
Die Tätigkeit erstreckt sich über das ganze Bundesgebiet. Die Sektion Innsbruck
dieses Vereins besitzt 4 Schutzhütten im Hochgebirge der Umgebung Innsbrucks.
Dem Österreichischen Alpenverein gehört heute als Sektion der im Jahre 1884 als
selbständiger Verein gegründete Österreichische Touristenklub in Tirol an, der
3 Schutzhütten in Tirol sein Eigen nennt. Im Jahre 1902 erfolgte die Gründung der
Ortsgruppe des Touristenvereines,,Die Naturfreunde", die 2 Hütten in den Stubaier
Alpen erbaute. Die Schutzhütten und Weganlagen des Alpenvereins, des Touristen-
klubs und der Naturfreunde stehen allen Bergsteigern zur Verfügung und bedeuten
damit für das Land Tirol ein wertvolles Mittel zur Förderung des Fremdenverkehrs.
Das Bergsteigen wird im Sommer und im Winter betrieben. Dem Alpenverein
388
Seite 419
419/506
unterstehen in der Ausbildung und Aufsicht die staatlich autorisierten Bergführer,
von denen in Innsbruck 13 ihren Standort besitzen.
Unter den Sportarten, die zur schneefreien Zeit den Menschen Erholung bieten,
zählt als eine der ältesten das Radfahren. Schon 1820 führte ein Südtiroler die
,,Reitmaschine" vor, ein Dreirad mit Pferdekopf. 1869 wurde das,,Velociped" in
Innsbruck eingeführt, jedoch war das Fahren in der Stadt bis zum Jahre 1876 ver-
boten. Dann kam der Aufschwung dieser Sportart, der 1880 zur Gründung des
,,Velocipede-Klub" führt und schon 1894 die Entstehung eines Fahrradverbandes
brachte, dessen Vereine in den Jahrzehnten ihres Bestandes eine große Reihe von
Straßenrennen mit schönen Erfolgen veranstalteten.
Das Fußballspiel fand gegen Ende des vorigen Jahrhunderts in Innsbruck Eingang
und wurde in den höheren Schulen im Rahmen der Jugendspiele fleißig gepflegt.
Fußballvereine führten Mannschaftsspiele unter sich und mit Vereinen anderer
Städte durch. Sie gründeten 1905 den Fußballverband. Nach dem ersten Weltkriege
organisierten sich die Vereine neuerdings 1926 zum Tiroler Fußballverband, der
auf dem neugeschaffenen Sportplatz an der Sill jedes Jahr eine große Reihe von
Wettspielen austrägt. Die Anlage dieses Sportplatzes, den die Stadt Innsbruck im
Jahre 1913 der sportfreudigen Bevölkerung bereit stellte, der jedoch während des
ersten Weltkrieges mit Baracken verbaut wurde und erst 1925 in moderner Aus-
gestaltung wieder eröffnet werden konnte, bildete die Voraussetzung für einen
großzügigen Rasensportbetrieb wie Fußball, Handball und alle Arten von Leicht-
athletik. Dazu kamen noch die Sportplätze in Wilten-West und in der Höttinger Au,
der letztere als privater Platz eines Fußballvereines, sowie ein Platz für die Jugend,
die noch nicht in Vereinen zusammengeschlossen war, im Pradler Saggen. Die beiden
letzteren Plätze mußten der Verbauung durch Wohnhäuser weichen. Die Bomben-
würfe des zweiten Weltkrieges wühlten den Sportplatz an der Sill durch unzählige
Bombentrichter völlig auf und zerstörten die Gebäude und Umzäunung. 1945/46
richtete die Stadt diesen Platz unter tätiger Mithilfe aktiver Sportler, die viele
Arbeitsschichten zur Einebnung desselben leisteten, wieder auf; damit setzte in
Innsbruck neuerlich ein geregelter Sportbetrieb in den verschiedenen Disziplinen
ein, der Wettkämpfe mit heimischen und auswärtigen, auch ausländischen Mann-
schaften gestattet. Der Kraftsport mit den Disziplinen Ringen, Boxen, Stemmen
wird in den Turnhallen und Sälen stark gepflegt. Ein alter Tiroler Volksbrauch ist
im Ranggeln auf freiem Gelände zu finden, bei dem sich zumeist Gegner aus den
Landgemeinden treffen. Der Tennissport fand besondere Förderung durch den
Innsbrucker Eislaufverein, der im Jahre 1912 eine eigene Tennissektion gründete
und auf dem Platze vor der Ausstellungshalle 14 Allwetterplätze anlegte, die leb-
haften Zuspruch finden. Auf ihnen werden jährlich eine Reihe von nationalen und
internationalen Turnieren ausgetragen. Dem Schwimmsport wird in Innsbruck
schon lange gehuldigt. Über die vorhandenen Badeanstalten unterrichtet der Ab-
schnitt Gesundheitswesen, Unterabschnitt VI/9, städtische Bäder. Ursprünglich
lehrten Schwimmlehrer jungen und erwachsenen Schülern das Schwimmen und
Springen, später übernahmen noch Schwimmvereine die sportliche Betreuung; so
besonders der Tiroler Wassersportverein 1919, der durch die Pachtung des städti-
schen Schwimmbades in der Höttinger Au in die Lage kam, einen regen Sportbetrieb
einzuführen. Die Hauptförderung erfuhr der Schwimmsport durch das im Jahre
1929 eröffnete städtische Hallenbad, das eine schwimmsportliche Betätigung in
seinem in Sportmaßen gehaltenen Schwimmbecken während des ganzen Jahres
gestattet. Alljährlich wird eine größere Anzahl von Schwimm- und Sprungkonkur-
renzen im Hallenbad oder Schwimmbad Höttinger Au ausgetragen. Ein recht er-
389
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420/506
heblicher Teil der einheimischen Bevölkerung ist heute des Schwimmens kundig;
statistische Aufzeichnungen hierüber fehlen. Erwähnt wird auch der Kajaksport,
der sich nach 1919 wesentlich entwickelte. Aus alter studentischer Sitte stammt
der Fechtsport, der jetzt neben der Übung in der Bundesanstalt für Leibeserziehung
besonders von der Turnerschaft Innsbruck betrieben wird. Vor dem zweiten Welt-
krieg nahm der Segelflugsport in Innsbruck einen erfreulichen Aufschwung, da die
im Gebirge vorhandenen Aufwinde günstige Gelegenheit zum Höhenflug bieten.
Infolge Verbotes seitens der Besatzungsmächte konnte dieser Sportzweig bis jetzt
nicht wieder aufgenommen werden.
In der Pflege des Wintersportes nimmt geschichtlich gesehen das einheimische
Schlittenfahren auf Naturbahnen, deren es in Tirol unzählige gibt, mit kleinen
Schlitten, sogenannten Rodeln, als alter Volksbrauch den ersten Platz ein. Neuer-
dings wird er durch zahlreiche Rodelrennen wirksam gefördert. Daneben fand der
Pferdeschlittensport schon frühzeitig Liebhaber; der Rennverein veranstaltete im
Jahre 1887 im Saggen sein erstes Schlittenrennen. Von nicht minderer Bedeutung
ist der Eislaufsport. Im Jahre 1884 wurde der,,Innsbrucker Eislaufverein" gegründet,
der nach zehnjährigem Bestande auf den Platz vor der Ausstellungshalle, im Sommer
Tennisplatz, übersiedelte und ihn heute noch im Winter unterhält. Die Benützer
des Eislaufplatzes teilen sich in solche, die ihn der reinen Erholung wegen besuchen,
in Kunstläufer und in Eishockeyspieler. Der Kunstlauf wird sehr gepflegt, eine
Reihe von Schau- und Wertungslaufen zeugen hievon. Die Eishockeymannschaften
führten seit 1913 zahlreiche Wettkämpfe mit Mannschaften des In- und Auslandes
durch. Das Eisschießen mit Eisstöcken auf vielen künstlichen Eisschieẞbahnen
bringt besonders älteren Männern viel Freude und Bewegung in der freien Natur.
Heute nimmt jedoch der Skilauf als Wintersport in Innsbruck den ersten Rang
ein, er hat sich zum eigentlichen Volkssport entwickelt, dem die körperlich befähigte
männliche und weitgehend auch weibliche Jugend der Stadt sich zuwendet, dem
aber auch eine große Zahl Erwachsener sich mit Freude hingibt. Keine größere
Stadt in Österreich beherbergt verhältnismäßig so viele Skiläufer es sind ihrer
an die zehntausende in ihren Mauern wie Innsbruck. In den neunziger Jahren
befaßten sich Mitglieder alpiner Vereine, besonders Akademiker mit dem Skilauf,
der anfänglich auf große Schwierigkeiten in der Ausrüstung wie auch in der Lauf-
technik stieß. Der sportliche Skilauf nahm mit der Gründung des Skiklubs Arlberg
in St. Anton im Jahre 1901 seinen Anfang. 1906 folgte die Gründung des Skiklubs
Innsbruck, der bald die große Huẞlhof-Sprungschanze erbaute und Skiwettkämpfe
im Sprung- und Abfahrtslauf veranstaltete. Im gleichen Jahr wurden die ersten
Meisterschaften von Tirol ausgetragen. 1908-1912 befand sich die Leitung des
Österreichischen Skiverbandes in Tirol; 1913 wurde der Tiroler Skiverband mit
17 Verbandsvereinen gegründet. Die Entwicklung des Skilaufes während des ersten
Weltkrieges gab nach demselben den großen Antrieb. Genannt wird nur ein Name:
Hannes Schneider, St. Anton am Arlberg. Im Jahre 1925 zählte der Tiroler Ski-
verband 27 Verbandsvereine. Durch die im gleichen Jahre von der Stadt erbaute
Bergisel-Sprungschanze, die im Jänner 1926 als Schanze für die größten damals
bekannten Sprungweiten eröffnet wurde, erhielt der Skisport in Tirol, besonders in
der Landeshauptstadt einen weiteren starken Aufschwung. Eine mittlere Sprung-
schanze steht auch auf der Seegrube in nächster Nähe der Nordkettenbahn zur
Verfügung. Das Jahr 1933 brachte als bisher größte internationale Wintersport-
veranstaltung unserer Stadt das FIS-Rennen mit seinem glänzenden Verlauf, für
das die Bergisel-Sprungschanze eigens umgebaut wurde. Während des zweiten Welt-
krieges verfiel diese Schanze, soll jedoch nach neuesten Erfahrungen wieder er-
390
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421/506
richtet werden. Der Tiroler Skiverband ist jetzt bis auf 100 Verbandsvereine an-
gewachsen, von denen 9 Vereine in Innsbruck den Sitz haben. Dem Skisport kommt
in seiner weiten Verbreitung nicht nur Selbstzweck zu, er fördert auch in sehr er-
heblichem Maße den Winterfremdenverkehr, der aus dem Tiroler Wirtschaftsleben
wegen der langen Aufenthaltsdauer der Fremden nicht mehr wegzudenken ist.
Mit dem Aufkommen der Automobile und Motorräder, die in ihren Anfängen
fast nur dem Vergnügen dienten, sammelten sich die Freunde dieser neuen Verkehrs-
mittel im Jahre 1908 zum Automobilklub Tirol-Vorarlberg mit dem Sitz in Inns-
bruck. Später wurde noch ein Touringclub gegründet. Beide Vereine schlossen sich
nach dem zweiten Weltkrieg zum Automobil- und Touringclub für Tirol zusammen.
An selbständigen Rennen führten diese Vereine zu wiederholten Malen das Zirler
Berg-Rennen als internationale Konkurrenz durch, beteiligten sich durch Mitglieder
und organisatorisch an verschiedenen großen Alpenfernfahrten, Auto- und Motor-
radrennen sowie Sternfahrten mit Kraftwagen und Motorrädern.
Über den Fischfang und die Jagd berichten die Unterabschnitte XIV/2 und 3.
Auf eine mehrhundertjährige Entwicklung und historische Bedeutung kann das
Schießwesen in Tirol und Innsbruck zurückblicken. Wohl vermischen sich beim
Schießwesen die Absichten der Schützen, Veranstalter und Förderer. Die letzteren,
das waren die Fürsten, die Gouverneure, Statthalter und Landeshauptleute haben
aus Gründen der Landesverteidigung und Hebung des vaterländischen Gefühles
das Schützentum gefördert. Wer die Tiroler Schützen in ihrer ureigenen Art genau
kennt, muß jedoch sagen, daß die Freude am sicheren Treffen, das von der ruhigen
Hand, dem scharfen Auge und der dauernden Übung ausgeht, den Ausschlag dafür
gibt, daß so viele Tiroler mit dem Scheibenstutzen und dem Kleinkalibergewehr so
gut umzugehen wissen. Diese Betätigung ist als Sport zu bezeichnen. Von den
Büchsenschützen zu Innsbruck, denen Herzog Siegmund im Jahre 1460 das Tuch, um
ein paar Hosen auszuschießen, bewilligte, über die Erneuerung dieser Begünstigung
und deren Ausdehnung auf die Armbrustschützen im Jahre 1500, über die Stachel-
schützen, das große Schießen im Hofgarten 1658,,,Die verbesserte und wohlerrichtete
neue Schützenordnung" Kaiser Karls VI. im Jahre 1736, das Freischießen für Erz-
herzog Johann im Jahre 1800, das Kaiserschießen von 1838, über die Errichtung
des neuen Landes-Hauptschießstandes in Mariahilf im Jahre 1863 und 1893 in der
Haller Au, beide eröffnet in Anwesenheit des Kaisers Franz Josef I., bis zur Um-
wandlung der Schützengesellschaft in eine Hauptschützengesellschaft in Innsbruck
im Jahre 1922, die ausdrücklich auf sportlicher Grundlage errichtet wurde, über die
Förderung des Schießwesens in der Zeit der Zugehörigkeit Österreichs zum Deut-
schen Reiche mit der Vergrößerung und Modernisierung des Landes-Hauptschieẞ-
standes, zieht sich bis zum heutigen Tage eine ununterbrochene Reihe von Schieß-
veranstaltungen, die die Tiroler Schützen als schärfste Konkurrenten bei ein-
heimischen und internationalen Schützenfesten erscheinen lassen. Nach Kriegsende
mußte 1946 das Schützenwesen neu gegründet werden und wird wieder, wenn auch
langsam, zur Bedeutung gelangen. Der Tiroler Landes-Sportschützenverband führte
bereits ein internationales Schützentreffen in Innsbruck durch.
Um die gesamte Sportbewegung organisatorisch und entwicklungsmäßig erfassen
und fördern zu können, wurden von den zuständigen Behörden Sportämter er-
richtet. Diese und die Sportverbände sowie größere Vereine sind in der Tabelle XIX/B
aufgezählt. Hier ist auch die,,Skischule Innsbruck" zu erwähnen, die alle staatlich
geprüften Skilehrer mit dem Sitz in Innsbruck umfaßt.
A.
391
Seite 422
422/506
Tabelle XIX/A
Sport- und Spielplätze, Turnhallen
Bezeichnung der
Sport- und Spielanlage
Städt. Sportplatz an der Sill
(Tivoli)
Städt. Sportplatz Wilten-West
Spielplätze in den von der Stadt
Fläche
in m²
Bezeichnung der
Sport- und Spielanlage
1 57.163 Spiel- und Sportplatz
Klosterkaserne
1 11.976
verwalteten Schulen
Anzahl
Fläche
in m²
1 22.305
5 16.751
1 5.000
Städt. Tennisplatz am Girgl, Igls 1
Städt. Eislaufplatz, Igls
4.000
1
2.000
7.900
Spielplatz Kaysergarten
Innstraße
Sportplatz der Universität 1
Spielplatz d. Bundesgymnasiums
Angerzellgame
Eislauf- und Tennisplatz des
Innsbrucker Eislaufvereins
Bezeichnung der Turnhalle
Anzahl
1 3.040
1 17.497
Fläche
in m²
Bezeichnung der Turnhalle
Anzahl
Fläche
in m²
Städtische:
Knabenhauptschule Pradl
Bundeseigentum:
Universität, Innrain 52
Pembaurstraße 18
1
313.1
davon 1 Fechtsaal
Mädchenhauptschule Pradl
Gymnasium, Angerzellgasse
2
668.0
1
316.0
Gabelsbergerstraße 1
1
313.1
Handelsakademie
Hauptschule Hötting
Karl-Schönherr-Straße 2
1
470.0
Fürstenweg 3
1
300.0
Lehrerbildungsanstalt
Volksschule Hötting
Fallmerayerstraße 7
Schulgasse 4
1
116.0
(von Besatzung belegt)
1 289.0
Volksschule Mariahilf
Summe
5 1743.0
Kindergartenweg 3
1
112.7
Volksschule St. Nikolaus
Privateigentum:
Innstraße 36
1
78.2
Gilmschule, Gilmstraße 4
1 74.5
Hauptschule d. Barmh. Schwest.
Falkstraße 28
1
116.2
Mädchen-Realgymnasium
Sillgasse 10
Innsbrucker Turnverein
1
383.0
1 146.4
Fallmerayerstraße 10
1
294.0
Mädchenhauptschule
Knabenhauptschule
Summe
3
793.2
Michael-Gaismayr-Straße 4
Müllerstraße 38
Volksschule Dreibeiligen
Jahnstraße 5
1
212.2
1 202.4
1 117.6
Summe 11 1986.2
392
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423/506
Sportämter und Sportorganisationen in Innsbruck
A. Sportämter:
1. Amt der Tiroler Landesregierung (Landessportamt)
2. Städtisches Sportamt (Magistrats-Abteilung II)
3. Bundesanstalt für Leibeserziehung
B. Sportverbände:
1. Österreichische Sport- und Turnunion, Landesverband Tirol
2. Arbeiterbund für Sport und Körperkultur (ASKÖ)
3. Österreichischer Fachverband für Turnen
4. Tiroler Fußballverband
5. Tiroler Handballverband
6. Tiroler Leichtathletikverband
7. Tiroler und Vorarlberger Kraftsportverband
8. Tiroler Schwimmverband
9. Tiroler Schwimmverband, Sektion Kajak
10. Turnvereine:
Turnerschaft Innsbruck
Arbeiter-Turn- und Sportverein
Innsbrucker Turn- und Sportgemeinschaft
Fechtaport:
Turnerschaft Innsbruck
11. Innsbrucker Eislaufverein, Sektion Tennis
12. Tiroler Tischtennisverband
13. Tiroler Radfahrerverband
14. Arbeiterbund der Radfahrer Österreichs (ARBÖ)
15. Automobil- und Touringclub Tirol
16. Österreichischer Alpenverein, Hauptverwaltung
und Sektion Innsbruck, Akademische Sektion Innsbruck
und Österreichischer Touristenklub Innsbruck
17. Touristenverein,,Naturfreunde", Innsbruck
18. Innsbrucker Eislaufverein
19. Tiroler Skiverband
20. Tiroler Schlittenverband
21. Tiroler Landes-Eisschießverband
22. Tiroler Landes-Sportschützenverband
23. Tiroler Landes-Jagdschutzverein
24. Fischereigesellschaft Innsbruck
25. Olympisches Komitee, Landesreferat Tirol.
Tabelle XIX/B
393
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424/506
XX. Kultuswesen
XX/1. Einrichtungen
Innsbruck ist seit 1921 Sitz der Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch.
Ihr Verwaltungsbezirk umfaßt Nordtirol bis einschließlich Münster und Zillerfluß,
Osttirol und Vorarlberg. Im Stadtgebiet sind 11 röm.-kath. Pfarreien, darunter
die Dekanat- und Propsteipfarre St. Jakob, 2 Vikariate und 4 Seelsorgestellen,
weiters ein evangelisches Pfarramt. Die Altkatholiken gehören zum Sprengel des
altkatholischen Stadtpfarramtes Salzburg.
XX/2. Kultstätten
Als Kultstätten sind zu erwähnen 30 kath. Kirchen, darunter 12 Pfarrkirchen
(Tabelle XX/2 A), 32 Kapellen (Tabelle XX/2 B) und die evangelische Pfarrkirche.
Die Kirchen sind in der Tabelle unter Angabe ihrer Baumeister nach ihrer Ent-
stehung geordnet; diese Reihung führt an den älteren Kirchen nach den Worten
Dr. Weingartners die Entstehung der Renaissance und ihre allmähliche Fortent-
wicklung zum Barock und Rokoko in sozusagen lückenlosen Reihen vor Augen und
läßt an den jüngeren Kirchen nach Dr. Heinrich Hammer erkennen, wie in der
für das 19. Jahrhundert bezeichnenden Repetition der historischen Kunststile,
romanische und gotische Formen möglichst,,korrekt" nachgebildet wurden¹).
Durch Fliegerangriffe kamen 17 Kirchen mehr oder weniger zu Schaden; die älteste
Kirche Innsbrucks, das Bartholomäuskirchlein in Wilten, 1275 das erste Mal urkund-
lich erwähnt, wurde zerstört, die 7 folgenden Kirchen wurden erheblich beschädigt:
Stiftskirche Wilten, Jesuitenkirche, Propsteipfarrkirche, Karmeliterinnenkirche,
Pfarrkirche Dreiheiligen, Johanneskirche und Servitenkirche.
XX/3. Wechsel der Religionszugehörigkeit
Nach dem vollendeten 14. Lebensjahre hat jedermann das Recht der freien Wahl
des Religionsbekenntnisses. Der Eintritt in eine gesetzlich anerkannte Kirche oder
Religionsgesellschaft ist vor deren Seelsorger oder Vorsteher zu erklären, der beab-
sichtigte Austritt aus einer gesetzlich anerkannten Kirche oder Religionsgesell-
schaft muß, um gesetzlich wirksam zu sein, der politischen Bezirksbehörde des
Wohn- oder Aufenthaltsortes des Austretenden in Innsbruck also beim Stadt-
magistrat gemeldet werden. Die politische Bezirksbehörde hat die Austritts-
erklärung zur Kenntnis zu nehmen, wenn sie die Freiwilligkeit der Willenserklärung
nicht bezweifelt. Die Prüfung der Beweggründe des Austrittes steht ihr nicht zu.
Die Bezirksbehörde gibt dem Seelsorger oder Vorsteher der verlassenen Kirche den
von ihr zur Kenntnis genommenen Austritt bekannt. Für einen Bekenntnislosen
1) Dr. Josef Weingartner,,,Die Kirchen Innsbrucks", Verlag Ed. Hölzel & Co., und Dr. Hein-
rich Hammer,,,Die Bauten Innsbrucks", aus,,Die tirolische Landeshauptstadt Innsbruck",
verlegt vom Tiroler Landesverkehrsamt Innsbruck.
394
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(Gottgläubiger, Konfessionsloser) oder einen Angehörigen einer nicht anerkannten
Religionsgesellschaft, der einer gesetzlich anerkannten Kirche beitreten will, besteht
keine Verpflichtung hievon die Bezirksbehörde zu verständigen.
Die Tabelle XX/3 A gibt über die Religionszugehörigkeit der Bevölkerung von
Innsbruck in den Jahren 1934 und 1939 Aufschluß. Die beiden Tabellen XX/3 B
und C zeigen die seit dem Jahre 1938 einsetzende und bis 1943 dauernde Abfall-
bewegung mit dem fast ausschließlichen Zustrom zur Gottgläubigkeit, während
die Tabellen XX/3 D, und D, die Religionseintritte in den Jahren 1945 und 1946
und ihre Verhältniszahlen zu den früheren Austritten wiedergeben. Die Zahl der
jährlichen Austritte bewegte sich vor 1938 ungefähr um 100 herum; im Jahre 1935
waren es 76, 1936 94 und 1937 120. Im Jahre 1938 stiegen die Austrittserklärungen
unvermittelt auf 2011, erreichten im Jahre 1940 mit 2588 den Höhepunkt, sanken
von da ab ständig und gingen schon im Jahre 1944 mit der Zahl von 144 Austritten
auf das normale Ausmaß zurück. Die Gesamtzahl der in den Jahren 1938 bis ein-
schließlich 1944 vor der Bezirksbehörde erklärten Austritte beträgt 9360; 5441
(58.13%) entfallen auf Männer, 3919 (41.87%) auf Frauen. Von diesen 9360 Aus-
getretenen erklärten sich 8394 (89.70%) gottgläubig, 557 (5.96%) konfessionslos,
57 (0.6%) röm.-kath., 343 (3.65%) evangelisch und ein Rest von 9 (0.09%) für andere
Bekenntnisse. Von den Ausgetretenen waren 8447 Katholiken, 876 Protestanten,
32 Altkatholiken, 4 Juden und 1 Angehöriger einer anderen Religionsgesellschaft.
Diese Verluste milderten sich durch die seit 1945 erfolgten Wiedereintritte im ganzen
um 2220, sie wurden, wenn man den während der Jahre 1938 bis 1944 erfolgten
Zuwachs von 57, bzw. 343 berücksichtigt, bei der kath. Kirche von 8447 auf 6952
gesenkt, bei der evangelischen Kirche mehr als ausgeglichen.
F.
395
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426/506
396
2600
2400
2200
2000
1800
1600
1400
1200
1000
800
600
400
200
Religionsaustritte in den Jahren 1936-1946
1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946
1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946
Austritte insgesam
Austritte aus der röm. kath. Kirche
Austritte aus der evang. Kirche
Diagramm Nr. 17
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Tabelle XX/1
Einrichtungen gesetzlich anerkannter Kirchen oder Religionsgesellschaften
1. Römisch-katholische Kirche:
11 Stadtpfarreien, 2 Stadtpfarrvikariate und 4 Seelsorgestellen.
Übersicht der katholischen Pfarreien in Innsbruck
1. Dekanat- und Propsteipfarre St. Jakob.
2. Stadtpfarre Dreiheiligen
3. Stadtpfarrvikariat Saggen
4. Stadtpfarre Mariahilf
5. Stadtpfarre St. Nikolaus
6. Stifts- und Stadtpfarre Wilten
7. Seelsorge Wilten-West
8. Seelsorge Mentlberg
9. Stadtpfarre Pradl
10. Stadtpfarre Hötting
11. Stadtpfarrvikariat St. Georg
12. Seelsorge Hungerburg
13. Stadtpfarre Mühlau
14. Stadtpfarre Amras
15. Stadtpfarre Arzl
16. Seelsorge Neu-Arzl
17. Stadtpfarre Igls-Vill.
18. Vikariat Neupradl
2. Evangelische Kirche:
1 Stadtpfarramt
Kultstätten
Tabelle XX/2 A
1. Römisch-katholische Kirche:
30 Kirchen, darunter 12 Pfarrkirchen und 3 Notkirchen,
32 Kapellen¹).
2. Evangelische Kirche:
1 Kirche.
1) Kapellen, in denen kein Gottesdienst gefeiert wird, sind nicht mitgezählt. Nach dem
Kirchenrecht besteht der Unterschied zwischen Kirchen und Kapellen darin, daß die Kirche
allen Gläubigen offensteht, während die Kapelle hauptsächlich oder ausschließlich einer be-
stimmten Gemeinschaft oder Familie dient, gleichgültig, ob zu den Gottesdiensten in der
Kapelle hin und wieder oder regelmäßig alle Gläubigen Zutritt haben.
397
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Tabelle XX/2 B
Übersicht der Kirchen in Innsbruck, geordnet nach der Entstehungszeit
Grund-
Architekt, Baumeister
Zahl
Kirche
11) Pfarrkirche von Vill
stein- Kirch-
legung weihe
Bauzeit
zu 1: Katholische Kirchen
21) Pfarrkirche von Igls
1379
1479
1489
3¹) Pfarrkirche von Amras
4
Hofkirche
(Franziskanerkirche)
1553-63
1563 Entwurf: Andrea Crivelli, Ausführung:
Niklas Türing, Marco della Bolla,
Hieronymus de Longhi, Anton del Bon.
1612-13 1613 unbekannt; 1860 nach Plänen von
Geppert umgebaut.
5 Kapuzinerkirche
1593
1594
6 Dreiheiligenkirche
7
Servitenkirche
8
Jesuitenkirche
1614-16 1616 unbekannt; 1899 Umbau des Turms
nach Plänen Deiningers.
1627-40 1646 Entwurf: Maler Schor und Tischler-
meister Gumpp nach Angaben P. Fon-
tanas; Türme 1900 Friedr. Schachner,
Ausführung: Huter & Söhne.
9
Mariahilfkirche
1648-49 1600
10
Wiltener Stiftskirche
1651-71 1665
Christoph Gumpp.
Entwurf: Christoph Gumpp, Ausfüh-
rung: Georg Scheffler, Gallus Appeller
heutige Fassade: 1716 Georg Anton
Gumpp.
1665
BR
12
13
111) Wallfahrtskirche
Heilig-Wasser
Spitalskirche
Ursulinenkirche
1662
1701-05 1705
14
Stadtpfarrkirche
St. Jakob
1700-02 1705
Johann Martin Gumpp d. Ältere.
Entwurf: Joh. Martin Gumpp d. Ä.
und Georg Martin Gumpp, Ausfüh-
rung: Franz Appeller.
1717-22 1724 Entwurf: von Wien, Urheber unbek.
Georg Anton Gumpps ursprüngl. Mo-
dell abgelehnt. Johann Jakob Her-
kommer, Johann Georg Fischer.
1729-35 1735 Hyazinth Dörflinger zugeschrieben, in
Wirklichkeit Georg Anton Gumpp.
15
St. Johannes-Kirche
16¹) Pfarrkirche v. Mühlau
17 Wiltener Pfarrkirche
1748
1750
1751-55 1756 Franz de Paula Penz, Bildhauer Stapf
von Füssen, Ausführung: Maurer-
meister Umhauser.
398
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429/506
Grund-
stein- Kirch-
Tabelle XX/2 B (Fortsetzung)
Zahl
Kirche
Architekt, Baumeister
legung
Bauzeit
weihe
181) Pfarrkirche von Arzl
nach)
1756
19
Kirche zur ewigen An-
betung
1869-70 1871
Firma Huter & Söhne.
Baumeister Josef Mayr.
Schwestern
Pfarrkirche
1881-83
1884 Baumeister Franz Mayr.
20¹) Kirche d. Karmeliterinn. 1847-48 1850
211) Kirche der Barmherzigen
22
22
von St. Nikolaus
23 Herz-Jesu-Kirche
44
24
Pfarrkirche von Pradl
1882-84 1886 Entwurf: Friedrich v. Schmidt, Aus-
führung: Fa. Huter, Bauleitung v.
Stadl.
1896-97 1898
Entwurf: Peter Huter, ausgeführt von
Alfons und Franz Mayr.
1905-07 1908 Entwurf: Prof. Josef Schmitz, Aus-
führung: Alfons und Franz Mayr, Bau-
leitung: Huter & Söhne.
1909-10 1911 Entwurf u. Ausführung: Fa. Huter &
Söhne.
25
Neue Höttinger
Pfarrkirche
261) Liebfrauenkirche
1930
1931
271) Theresienkirche
Hungerburg
281) Notkirche Neu-Arzl
1932
291) Notkirche Wilten-West
Karwendelstraße
301) Notkirche St. Georg
Hötting
1931
1932
Entwurf u. Ausführung: Baumeister
Alois Wörle.
1932 Entwurf: Ing. Siegfried Thurner, Aus-
führung: Fa. Huter & Söhne.
.3) Entwurf: Aurelius Schwabik, Aus-
führung: Maurermeister Rud. Wallner.
1932 Umbau eines Magazins der Österr.
Bundes-Bahnen.
1936
1936 Ing. Max Thaler.
1
Evangelische Kirche
(Christuskirche)
zu 2: Evangelische Kirche
1905 1906 Entwurf u. Bauleitung: Klemens Katt-
ner u. Gustav Knell, Ausführung:
Fa. Retter.
1) Angaben der zuständigen Pfarrer oder Seelsorger oder der Eigentümer.
2) Angabe des Pfarramtes Arzl:,,Grundsteinlegung, Bauvollendung und Kirchweihe des
ersten Kirchleins in Arzl wird um 1300 erfolgt sein. Nach dem Brand im Jahre 1756 neu
gebaut und neu geweiht". - Die Angaben über alle übrigen Kirchen sind den eingangs er-
wähnten Arbeiten von Dr. Weingartner und Dr. Hammer entnommen.
3) 30. Oktober 1949.
399
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Tabelle XX/2C
Übersicht der Kapellen in Innsbruck
MAX
Katastralgemeinde Innsbruck:
1. Propsteikapelle
2. Ettĺkapelle
3. Sarntheinkapelle
4. Krankenhauskapelle
5. Landhauskapelle
6. Silberne Kapelle
7. Kapelle des ehemals Scheuchenstuel'schen Waisenhauses
8. Kapelle im Jesuitenkolleg in der Sillgasse
9. Kapelle im Canisianum
10/11. 2 Kapellen im Sanatorium der Kreuzschwestern
12. Kapelle im Sanatorium der Barmherzigen Schwestern
13. Kapelle im Blindenheim
14. Kapelle im Sieberer-Waisenhaus
15. Kapelle im Greisenasyl
16. Kapelle im Malfatti-Institut.
Katastralgemeinde Wilten:
17. Schloßkapelle Mentlberg
18. Kreuzkapelle auf dem Bergisel
19. Kapelle im Marienheim, Maximilianstraße
20. Kapelle der St. Anna in der Gluirsch
21. St.-Konrad-Kapelle (Garnisonsspital)
22. Amraser Wegkapelle gegen Egerdach (Dodl)
Katastralgemeinde Amras:
23. Amraser Schloßkapelle
24. Tummelplatzkapelle.
Katastralgemeinde Hötting:
25. Kranebitter-Kapelle
26. Höttinger Bild-Kapelle
12
besteht seit 1950 nicht nich
27. Kapelle im Studienhaus der Herz-Jesu-Missionäre, Frau-Hitt-Straße
28. Mariahilf-Friedhofkapelle
29. Schloßkapelle Büchsenhausen
30. St.-Anna-Kapelle in der Weiherburg.
Katastralgemeinde Mühlau:
31. Sternbachkapelle.
Katastralgemeinde Arzl:
32. Kapelle auf dem Arzler Kalvarienberg.
33. Maria En ef Kapelle
Unterstrichen sind die selbständigen Bauten.
T
400
Seite 431
431/506
Tabelle XX/3 A
Religionszugehörigkeit der Bevölkerung von Innsbruck nach den Ergebnissen der
Volkszählungen von 1934 und 1939
Volkszählung vom 22. März 1934
Bekenntnis
Zahl der
Personen
Römisch-katholisch
Evangelisch A. B. u. H. B.
57025
Altkatholisch
Israelitisch
Andere
Konfessionslos
Unbekannt
Wohnbevölkerung
2970
140
317
147
535
43
61005
Volkszählung vom 17. Mai 1939
Bekenntnis
Zahl der Personen nach
dem Gebietsstand¹)
vom
17. 5. 1939 1. 4. 1942
Angehörige der röm.-kath. Kirche und der unierten Kirchen
Angehörige der evangelischen Kirche
68036
71015
4353
4545
Übrige Christen
268
273
Glaubensjuden
15
15
Angehörige sonstiger nicht christl. Religionsgesellschaften
18
18
Gottgläubige
3338
3442
Glaubenslose
444
449
Ohne Angabe
54
54
Ständige Bevölkerung
76526
79811
1) Am 17. Mai 1939 bestand Innsbruck aus den 6 Katastralgemeinden Innsbruck, Wilten,
Pradl, Hötting, Mühlau und Amras mit 76526 Einwohnern. Im selben Zeitpunkt wurden in
Arzl, Vill und Igls 3285 Einwohner gezählt. Am 1. April 1940 wurde Arzl, am 1. April 1942
Vill und Igls eingemeindet. Im Gebiete aller neun Katastralgemeinden, die vom 1. 4. 1942
an zu Innsbruck gehörten, waren demnach am Zählungstag 76526+3285-79811 Einwohner
festgestellt worden.
26
401
Seite 432
432/506
Tabelle XX/3 B
Religionsaustritte und Übertritte in den Jahren 1938 bis einschließlich 1946
Übertritte Es erklären oder bekennen sich
Austritte
konfess.- röm.-
gottgläubig
Jahr
los
evang.
kath.
alt-
kath.
israel.
zu sonst.
Religion
männl.
m.
m.
m.
m.
insges.
insg.
weibl.
W.
W.
w.
W.
W.
insg.
m. m.
W.
insg.
m.
W.
insg.
1279
879
312
1938
2011
1343
463
732
464
151
1515
1449
26
1939
2510
2374
45
995
925
19
1436
1414
14
1940
2588
2539
1152
1125
674
655
1941
1193
1153
519
498
346
338
1942
656
638
310
300
119
107
1943
258
225
139
118
72
64
±6 BT IT FIL
20
20
13
7
1
1
20
2
5
1
1
1944
144
122
1
72
58
98 45
12 24 21 28
9
25
17
79
17
187
108
36
11
79
43
7
3
26
19
6
14
10
3
13
8
3
10
14
11
10
79
11
1
-111
1
I
-
| |
11
1
6
Zu- 5441
4906
372
9360
8394
557
sammen 3919
3488
185
23
22
57
138
11 111
10
11
343
205
13 33 36
3
4
8
26
14
1945
67
29
41
15
45
1
1946
113
68
1
12 48
2
7
3
26
19
18
32
30
48
4506
9
I
10
26 2
16
==
11--
I
2
402
Seite 433
433/506
Tabelle XX/3 C
Die Religionsaustritte in den Jahren 1938-1946
geordnet nach den aufgegebenen und neugewählten Bekenntnissen
Übertritte zur
Austritte
römisch-
alt-
Jahr
männl.
Gott-
gläubigkeit
Konfessions-
losigkeit Kirche
kath.
evang.
Kirche
kath.
israel.
Kirche
zu sonst.
Rel.-Ges.
Kirche
weibl. insges.
m.
m.
inag.
insg. ins.
m.
m.
insg.
mins.
m.:.
m.
ins.
ins.
W.
W.
W.
W.
W.
W.
W.
I. Austritte aus der katholischen Kirche
1204
831
295
78
1938
1894
1271
437
186
690
440
142
108
1391
1329
26
36
1939
2294
2171
44
78
903
842
18
42
1325
1305
13
7
1940
2375
2331
18
26
1050
1026
19
584
567
13
1941
1022
990
18
438
423
5
10
307
301
1
1942
567
552
2
260
251
1
86
77
4
1943
185
163
5
99
86
1
11
60
55
1
1944
110
99
50
44
4957
4465
353
Summe I
8447
7577
525
3490
3112
172
| |
I
I
T
188448
14
5
13
3
14
III
IIIIII
11-
III |
3
10
6
137
341
204
17
1945
38
21
14
23
1946
56
33
2111
26
2
1213
3
24
1|--
2
II. Austritte aus der evangelischen Kirche
4
9
5
10
26
16
68
46
16
1938
104
68
36
22
89
24
124
120
1939
214
202
90
82
1
104
102
1940
203
198
99
96
86
84
1941
162
155
76
71
38
36
1942
88
85
50
49
33
30
I
1943
72
62
39
32
11
9
1944
33
23
22
14.
65471224212725
121
1111
24
11
11
3
6
3
1
9
7
404
427
18
Summe II
876
793
412
366
11
81
29
19
31
50
9
1945
28
19
21
11
co
3
|
7
25
18
20
3
16
1946
49
7
41
29
4
25
|- || || | |
T
|-
22 -
IIII
-
1111-
4
I-
IIII
3
3
III
PII
111
11-1
3
3
26*
403
Seite 434
434/506
Tabelle XX/3 C (Fortsetzung)
Übertritte zur
Austritte
Jahr
Gott-
gläubigkeit
Konfessions-
losigkeit
römisch-
kath.
Kirche
alt-
evang.
Kirche
kath.
Kirche Relig. Rel.-Ges.
israel. zu sonst.
männl.
weibl.
m.
m.
insges.
insg.
W.
W.
insg. ins.
m.
m.
insg. ins.
W.
W.
m.
W.
m.
W.
ins. ins.
m.
W.
TE
III. Austritte aus der altkatholischen Kirche
III
2
1
4
2
4
22
9
54
1938
III
981
2
1
1
10
7344
10
10
6
273451
1939
1940
1941
1
I I
I
5
10
1942
1
1943
1
1944
Summe
11
IIIII
III
1945
1946
17
14
32
24
1
15
10
20
2
3
1170
6
L
7
-
II II
115
6
III
21
11
|| ||
I
I
II II
IV. Austritte aus der israelitischen Religionsgesellschaft (kommen nur im Jahr 1938 vor)
1938
-
11
2
2
V. Austritte aus sonstigen Religionsgesellschaften (kommen nur im Jahre 1944 vor)
1944
22
4
1
1
Summe der Austritte in den Jahren 1938 bis einschl. 1944
I.
4957
4465
353
137
8447
7577
525
341
R.-k. K. 3490
3112
172
204
II.
464
427
18
19
876
793
29
50
-
Ev. K.
412
366
11
31
III.
17
14
2
1
32
24
1
5
2
A.-k. K.
15
10
1
3
1
IV.
2
1
1
4
Isr. Rg.
2
V.
1
1
sonst. Rg.
I I
2
2
-
111111
5441
4906
372
22
138
Summe
9360
8394
557
57
343.
1
3919
3488
185
35
205
1
404
1
4
3
221-1
I
GOA
3
8
5
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435/506
Religionseintritte in den Jahren 1945 und 1946
Tabelle XX/3 D₁
Zahl
Sprengel
1945
1946
1
Dekanat und Propsteipfarre St. Jakob
104
94
2
Stadtpfarre Dreiheiligen
70
70
3
Stadtpfarrvikariat Saggen
41
41
4
Stadtpfarre Mariahilf
34
61
5
Stadtpfarre St. Nikolaus
35
15
6/7/8
Stifts- und Stadtpfarre Wilten (einschl. der Seelsorge
Wilten-West und der Seelsorge Mentlberg)
170
147
9
Stadtpfarre Pradl
169
190
10
11
Stadtpfarre Hötting
52
28
Stadtpfarrvikariat St. Georg
26
12
Seelsorge Hungerburg
3
2
13
Stadtpfarre Mühlau
5
8
14
Stadtpfarre Amras
11
5
15
Stadtpfarre Arzl
17
11
16
17
Seelsorge Neu-Aral
1
6
Stadtpfarre Igla-Vill
2
20
Summe
714
724
Evangelisches Pfarramt A. und HB.
Altkatholisches Pfarramt
463
302
3
14
Tabelle XX/3 D₂
Verhältniszahlen der Eintritte 1945 und 1946 zu den Austritten 1938 einschl. 1944
Vom Hundert
Kirche
Austritte
Eintritte
der Austritte
Katholische Kirche
8447
1438
16.88
Evangelische Kirche
876
765
87.32
Altkatholische Kirche
32
17
53.12
Insgesamt
9355
2220
23.60
405
Seite 436
436/506
XXI. Verwaltung
Schon im Jahre 1358 wird das Rathaus der Stadt Innsbruck neben dem Stadt-
turm (heute Herzog-Friedrich-Straße 21) erwähnt. 1553 wird es mit den Wappen
des römischen Königtums, Österreichs und Tirols geschmückt. Durch einen Blitz-
schlag in die Pulverkammer stürzte 1691 der Rücktrakt des Rathauses ein, wird
aber wieder hergestellt. Ein Brand beschädigt im Jahre 1738 die Rathausfassade.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird die Verwaltung der Stadt, der
Magistrat, in das Haus Pfarrplatz Nummer 2 verlegt.
Im Jahre 1897 widmen Kaufmann Leonhard Lang und seine Frau ihr Haus in
der Maria-Theresien-Straße Nr. 18, ehemals Hotel,,Österreichischer Hof", als
Rathaus, in das der Magistrat bereits im November desselben Jahres übersiedelt.
Erst durch eine Reihe von zweckentsprechenden Ein- und Umbauten, und zwar
in den Jahren 1909, 1924 und 1926, erhielt das Haus im wesentlichen die Gestalt,
in der es sich heute als Rathaus und Verwaltungsgebäude zeigt. Die Ausdehnung
der Stadtverwaltung veranlaßte die Stadtgemeinde im Jahre 1939/40 zur Er-
richtung des neuen Verwaltungsgebäudes Fallmerayerstraße Nr. 1, das zusammen
mit dem Rathaus Maria-Theresien-Straße Nr. 18 einen geschlossenen Häuserblock
bilden sollte. In diesen beiden Gebäuden konnten fast alle städtischen Ämter, von
denen eine Anzahl aus Raummangel auswärts untergebracht war, vereinigt werden.
Schwere Bombenangriffe im Dezember 1944 und April 1945 zerstörten einen Teil
des neuen Verwaltungsgebäudes und die zwischen den Hauptgebäuden liegenden
Seiten- und Querflügel. Auch das Hauptgebäude Maria-Theresien-Straße Nr. 18
wurde beschädigt, weshalb der größte Teil der Ämter vorübergehend in das neue
Berufstätigenheim Haydnplatz Nr. 5 umsiedeln mußte. Das Hauptgebäude des
Rathauses und der unversehrt gebliebene Teil des neuen Verwaltungsgebäudes
wurden nach Instandsetzung schon 1945 wiederum in Verwendung genommen, der
zerstörte Nordflügel des Verwaltungsgebäudes wurde 1948/49 wieder aufgebaut;
die Seiten- und Querflügel sind noch Ruinen.
Die gesetzlichen Grundlagen der Verwaltung der Landeshauptstadt Innsbruck
waren in den letzten hundert Jahren vorerst die Bestimmungen des provisorischen
Gemeindegesetzes von 1849, das Reichsgemeindegesetz von 1862 und das Gemeinde-
statut vom 14. 4. 1874, LGBl. Nr. 28, welches in den Jahren 1897, 1904 und 1919
verschiedene Abänderungen erfuhr. Mit Landesgesetz vom 9. 3. 1921, LGBl. Nr. 30,
wurde ein neues Statut erlassen, das bis 1935 in Kraft blieb; die Bundesverfassung
des Jahres 1934 machte eine neue Satzung nötig, die als Stadtrecht der Landeshaupt-
stadt Innsbruck mit Landesgesetz vom 10. 7. 1935, LGBl. Nr. 35, erschien, bis 1938
angewendet wurde und nach Begründung der zweiten Republik Österreich seit
1945 nach dem vorläufigen Gemeindegesetz vom 10. 7. 1945, StGBl. Nr. 66, wieder
bis 30. 9. 1949 in Kraft stand, soweit seine Bestimmungen mit der Verfassung 1934,
BGBl. II Nr. 1, oder mit den übrigen nach dem 5. 3. 1933 erlassenen Verfassungs-
bestimmungen in Einklang zu bringen und nicht autoritärer Natur waren. Von
1938 bis Mai 1945 galt die Deutsche Gemeindeordnung.
Die Rechtsform der Gemeinde als juristische Person und als Körperschaft blieb
nach dem Ende der konstitutionellen Monarchie in der ersten Republik Österreich,
406
Seite 437
437/506
nach der Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich und nach der Wieder-
errichtung der zweiten Republik Österreich erhalten, so daß im rechtlichen Bestande
der Gemeinde trotz der Veränderung der Staatsform keine wesentliche Veränderung
eintrat.
Der Wirkungskreis der Gemeinde teilt sich in den selbständigen und übertragenen.
Der Begriff des selbständigen Wirkungskreises war im Laufe der Zeit verschiedenen
Wandlungen unterworfen, im allgemeinen wurde er in jüngerer Zeit eingeengt. Das
Stadtrecht von 1935 nannte ihn den eigenen Wirkungskreis. Nach diesem konnte
die Gemeinde mit Beobachtung der Bundes- und Landesgesetze nach freier Selbst-
bestimmung anordnen und verfügen. Auf nähere Einzelheiten kann hier nicht
eingegangen werden. Der übertragene Wirkungskreis der Gemeinde umfaßt die
Verpflichtung zur Mitwirkung für die Zwecke der öffentlichen Verwaltung, bzw.
nach dem Stadtrecht 1935 zur Mitwirkung bei der Bundes- und Landesvollziehung.
Er wird durch Gesetze des Bundes und Landes bestimmt. Die Gemeinde ist darüber
hinaus für ihr Gebiet mit der Besorgung der Bezirksverwaltung betraut.¹) Als
beschließendes Organ der Gemeindeverwaltung im eigenen Wirkungskreis ist seit
1921 der 40 Mitglieder zählende Gemeinderat und der aus 11 Mitgliedern bestehende
Stadtrat im Gemeindestatut vorgesehen. Das verwaltende und vollziehende Organ
ist der Bürgermeister, dem 2 Bürgermeister-Stellvertreter zur Seite stehen. Der
Bürgermeister ist für seine Amtsführung dem Gemeinderate und bezüglich des
übertragenen Wirkungskreises dem Landeshauptmann oder der Landesregierung
verantwortlich. Während in der Geltungszeit des Stadtrechtes 1935 der Gemeinde-
rat als Gemeindetag und der Stadtrat als Gemeinderat bezeichnet wurde, führte
man 1945 wieder die früheren Benennungen ein. Die deutsche Zeit von 1938 bis
1945 kannte den Oberbürgermeister, der nach dem damals geltenden Führergrundsatz
für die Leitung der Gemeinde die volle Verantwortung trug; seine beratenden Or-
gane waren 6 Beigeordnete und 31 Ratsherren.
Als Hilfsorgan der Hoheitsverwaltung der Gemeinde steht dem Bürgermeister
der Magistrat zur Verfügung, während der deutschen Zeit Behörde des Oberbürger-
meisters genannt. Dem Magistrat obliegen alle in den Wirkungskreis des Bürger-
meisters fallenden Angelegenheiten des eigenen und übertragenen Wirkungskreises
der Gemeinde und der Bezirksverwaltung. Er ist dem Bürgermeister untergeordnet.
Die Leitung des Magistrates führt der Magistratsdirektor, dem grundsätzlich alle
im Bereiche des Magistrates tätigen Beamten, Angestellten und Arbeiter unterstehen.
Zur Verwaltung wirtschaftlicher Unternehmungen setzt der Gemeinderat auch
selbständige Verwaltungsausschüsse ein, die ihr Personal selbst bestellen. Der
wichtigste dieser Ausschüsse war der Ausschuß der städtischen Licht- und Kraft-
werke, die im Jahre 1940 mit dem Wasserwerk, der Stadtgärtnerei und der Nord-
kettenbahn in die,,Stadtwerke" zusammengeschlossen wurden (siehe Abschnitt Xb).
Bis dorthin bestand ein eigener Nordkettenbahn-Ausschuß und bis 1939, dem Zeit-
punkt der Übergabe der städtischen Molkerei an den Milchhof, reg. Gen. m. b. H.,
auch ein Molkereiausschuß, die als Sonderausschüsse selbständige Beschlüsse im
Rahmen des Gemeindestatuts und ihrer Geschäftsordnung fassen konnten.
Der Stadtmagistrat gliederte sich früher in eine Reihe von Referaten und Ämtern,
seit dem Jahre 1932 in eine Magistratsdirektion und in Magistratsabteilungen, auf
welche die Geschäfte nach ihrem Gegenstande und ihrem sachlichen Zusammenhang
aufgeteilt sind.
1) Auch das letzte Stadtrecht vom 2. Juni 1949, LGBl. Nr. 40, spricht von einem eigenen
und übertragenen Wirkungskreis und überträgt der Stadt die Geschäfte der Bezirks-
verwaltungsbehörde.
407
Seite 438
438/506
Nach der heutigen Organisation umfaßt der Stadtmagistrat:
Die Magistratsdirektion für die Leitung des inneren Dienstes, für die Amtsorgani-
sation und die Personalverwaltung; unterstellt sind: Die Kanzlei des Gemeinde-
rates und Stadtrates, das Dolmetscherbüro, das hauptsächlich den Schriftverkehr
mit den Besatzungsbehörden zu besorgen hat, das Personalamt, die Gehalts-
und Lohnrechnungsstelle, Haupteinlauf und Registratur, allgemeine Schreib-
stube und Auslaufstelle, Erhebungsamt, Beschaffungsamt, Personalbetreuungs-
stelle, die Außendienststellen Arzl und Igls und die Bezirksverkehrsstelle zur
Verteilung des Kraftwagentreibstoffes für Innsbruck.
Die Magistratsabteilung I versieht hauptsächlich die Agenden der Bezirksver-
waltungsbehörde. Sie bearbeitet Angelegenheiten des Gewerbes, Arbeitsrechtes,
der Sozialversicherung, des Personenstandes, der Religion, der Staatsbürgerschaft,
des Sanitätsrechtes, Veterinärrechtes, Volkszählungswesens, der Wahlen und der
Ortspolizei; zur Abteilung gehören das Wahlamt, Standesamt, die Registrierungs-
stelle nach dem Verfassungsgesetz über das Verbot der NSDAP., die Einwohner-
erfassungsstelle²), die kriegsbedingten Ämter für Familienunterhalt³) und Kriegs-
schäden.
Die Magistratsabteilung II als Amt für Schulwesen, Kindergärten, Kultur-, Kunst-
und Musikpflege, Volksertüchtigung; unterstellt sind die Stadtbücherei, das
Stadtarchiv, die Musikschule, das städtische Orchester und die Spiel- und Sport-
plätze. Zur Abteilung II gehörte bis September 1947 auch das Statistische Amt,
das seither dem Bürgermeister direkt unterstellt ist.
Die Magistratsabteilung III als Amt für die Finanzverwaltung der Stadt; unter-
stellt sind die Stadtbuchhaltung, das Stadtsteueramt, das Einziehungsamt, die
Stadtkasse und die Steuerkasse.
Die Magistratsabteilung IV verwaltet das städtische Grundeigentum und vertritt
die Gemeinde in allen privatrechtlichen Angelegenheiten; zur Abteilung gehören
das Rechtsamt, die städtische Hausverwaltung, die Friedhofsverwaltung, das
Wohnungsamt, die Preisbildungsstelle für Miete und Pacht und die Hausrat-
bergungsstelle.
Die Magistratsabteilung V als Amt für Armen- und Jugendfürsorge mit den Dienst-
stellen Jugendamt, Vormundschaftsamt, Fürsorgeamt, Verwaltung der städtischen
Fürsorgeanstalten und Kinderheim Mariahilf).
Die Magistratsabteilung VI als Stadtbauamt mit eigenem Rechtsreferat. Ihre Auf-
gaben sind: Städtebau, Stadtvermessung, Straßen-, Wege- und Brückenbau,
Stadtentwässerung, Straßenreinigung, Mullbeseitigung, Wasserrechtsangelegen-
heiten, Bau- und Feuerpolizei, Genehmigung industrieller und gewerblicher Be-
triebsanlagen, allgemeine maschinentechnische Angelegenheiten, Wärmewirt-
schaft, Heizungs- und Lüftungsangelegenheiten, Gebäudeerhaltung, Bauberatung,
Denkmal- und Heimatschutz. Dementsprechend gliedert sich das Bauamt in
Ämter und Dienststellen für allgemeine Bauverwaltung, technische Gebäude-
verwaltung, Bau- und Feuerpolizei und Hochbauverwaltung (Entwurf und Aus-
führung stadteigener Bauten, Wohn- und Siedlungswesen), Tiefbau (Straßen-,
Brücken- und Wasserbau, Stadtentwässerung), Städtebau (Planung und Ver-
messung), Heizungs- und Maschinenwesen. Unterstellt sind die Berufsfeuerwehr,
2) Die Einwohnererfassungsstelle, nun Einwohneramt untersteht seit 1. XII. 1948 dem
Statistischen Amt.
3) Das Amt für Familienunterhalt ist seit 1. 1. 1948 bei der Magistratsabteilung V.
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der Wirtschaftshof mit dem Fuhrpark und dem Reinigungswesen, das städtische
Volksbad Nr. 3, das Dampfbad, die Kühlanlagen und die Eisfabrik, die Schotter-
werke.
Die Magistratsabteilung VII als städtisches Gesundheitsamt für den Aufgabenkreis:
Allgemeine Maßnahmen zur Verhütung von Krankheiten, Krankenhilfe und
Krankenfürsorge, Bekämpfung von Infektionskrankheiten und Volksseuchen,
Leichen- und Bestattungswesen, Überwachung des Sanitätspersonals, des Heil-
mittelwesens und des Sanitätsgewerbes, amtsärztliche Untersuchungen, schul-
ärztlicher Dienst, Mutterberatung, Säuglings- und Kleinkinderfürsorge, Tuber-
kulosebekämpfung; unterstellt sind die Mutter- und Säuglingsfürsorgestellen, die
Tuberkulosenfürsorgestelle, das Marktamt, die Desinfektionsanstalt und Wäscherei.
Die Magistratsabteilung VIII5) als Veterinäramt für das öffentliche Veterinärwesen
mit dem unterstellten Schlacht- und Viehhof und der Wasenmeisterei.
Folgende restliche Dienststellen unterstehen direkt dem Bürgermeister: Die Kanzlei
des Bürgermeisters, das Rechnungsprüfungsamt, das die Finanzgebarung der
Stadt zu überprüfen hat, das Verkehrsamt und als kriegswirtschaftliche
Ämter das Ernährungsamt, dem das Karten- und Bezugscheinausgabeamt
unterstellt ist, und das Wirtschaftsamt für die vom Staate angeordnete Bewirt-
schaftung wichtiger Bedarfsgüter außer Lebensmittel.
Das Kernstück des Abschnittes XXI dieses Buches sollen die Tabellen über die
Entwicklung des Personalstandes sein, und zwar des Personales des Stadtmagi-
strates, gegliedert nach den einzelnen Dienstzweigen, wie auch des Personales der
Stadtwerke einschließlich der fast zur Gänze in den Händen der Stadt befindlichen
Verkehrsbetriebe. Die Beschaffung des nötigen Zahlenmaterials für das Jahr 1946
begegnete keinerlei Schwierigkeiten, wohl aber mußten die Zahlen aus früheren
Jahren, infolge der Verluste statistischen Materials durch Bombenangriffe und
Brände, aus allen möglichen Hilfsquellen, so z. B. aus alten Adreßbüchern, Jahres-
berichten und aus zufällig geretteten Bilanzen des einen oder anderen Betriebes
zusammengetragen werden. Bei der Darstellung der Entwicklung des Beamten-
und Angestelltenkörpers des Magistrates in seiner Gliederung nach Verwaltungs-
oder Dienstzweigen bereiteten die im Laufe von mehreren Dezennien wiederholt
notwendig gewordenen Änderungen der inneren Organisation des Magistrates die
größten Schwierigkeiten; um die Vergleichbarkeit herzustellen, mußten die Be-
diensteten nach ihrer jeweiligen Verwendung entsprechend der im Jahre 1946
geltenden Organisation gruppiert werden.
Betrachtet man die Endsummen der beiden Tabellen XXI/1 A und B
Bedienstete
Beamte und Angestellte
Arbeiter
Zusammen
1905 1932 1936
1946
413
577
461
922
345
615
806
1537,
zeigt sich vom Jahre 1905 auf 1932 ein Zuwachs um fast die Hälfte, von 1932 auf
1936 eine Abnahme von rund einem Fünftel, von 1936 auf 1946 aber ein Hinauf-
schnellen des Standes auf fast das Doppelte. Diese Entwicklung war im großen
und ganzen bedingt:
) Am 13. 3. 1947 kam auch das Kinderheim Holzham-Westendorf dazu.
) Als IX. Magistratsabteilung wurde am 1. August 1947 ein Amt für Agrar- und Forst-
angelegenheiten geschaffen.
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1. durch den außerordentlichen Aufschwung, den die Stadtgemeinde seit ihrer
Vereinigung mit Wilten und Pradl bis 1914 genommen hat und durch den glimpf-
lichen Ablauf der Kriegs- und Nachkriegsjahre,
2. durch die Verbundlichung der städtischen Polizei am 1. Jänner 1936,
3. durch die Einverleibung Österreichs in das Deutsche Reich, die für die Gemeinde
nach den deutschen Gesetzen eine Unmenge neuer Aufgaben und überdies durch
Eingliederung von 6 Randgemeinden einen gewaltigen Gebietszuwachs und damit
eine Vergrößerung der gegebenen alten und neuen Aufgaben mit sich brachte,
endlich
4. durch den zweiten Weltkrieg, der zunächst die Errichtung verschiedener Kriegs-
ämter, auf die heute noch nicht verzichtet werden kann, notwendig machte und der
durch seine Zerstörungen und Schäden nach dem Zusammenbruch des Reiches den
Wiederaufbau im Gefolge hatte.
Zum Verständnis der Entwicklung des Personalstandes in den einzelnen Dienst-
zweigen ist noch die Kenntnis folgender Tatsachen notwendig. Die neugeschaffenen
Dienststellen: Personalbetreuungsstelle, Außendienststellen Arzl und Igls wurden
der Magistratsdirektion, das Standesamt, die Ämter für Familienunterhalt und
Kriegsschäden und die Registrierungsstelle für die Mitglieder der NSDAP. der
Magistratsabteilung I angegliedert; die dieser Abteilung schon früher unterstellte
Einwohnermeldestelle wurde zu einer vergrößerten Einwohnererfassungsstelle aus-
gestaltet.
Die Magistratsabteilung II wurde nach Verbundlichung der Polizei, wie schon
erwähnt, aufgelassen und erst im Jahre 1941 durch eine neue Abteilung für Schule,
Kultur, Kunst und Volksertüchtigung ersetzt. Die Senkung des bei dieser Abteilung
für das Jahr 1905 angegebenen Personalstandes ist auf die Ausscheidung der Volks-
und Bürgerschullehrer an den städtischen Schulen zurückzuführen, die vorgenommen
wurde, als die Landesbuchhaltung im Sinne des Gesetzes vom 30. 1. 1920 die Aus-
zahlung des Diensteinkommens der Lehrkräfte übernahm. Die spätere Vermehrung
hängt mit dem Ausbau des Kindergartenwesens, der Sportangelegenheiten, sowie
mit der neuen Stadtbücherei und der Übernahme der Musikschule des ehemaligen
Musikvereines und des bis dahin von der Stadt subventionierten Orchesters zu-
sammen.
Daß in der Abteilung III im letzten Jahrzehnt der Personalstand von 91 auf
52 Beamte und Angestellte fällt, erklärt sich aus der Auflassung der Gefällsverwal-
tung mit durchschnittlich 40-50 Gefällswachebeamten, als die allgemeine und be-
sondere Verbrauchsabgabe (Akzise, Gefälle) mit April 1939 aufgehoben wurde.")
Die Personalvermehrung in der Abteilung IV als Verwalterin städtischen Grund-
eigentums war durch die Eingemeindungen und durch die gebotene Vergrößerung
des Wohnungsamtes gegeben.
Im Jahre 1918 wurde das Jugendamt ins Leben gerufen und allmählich ausgebaut;
mit der Jugendwohlfahrtsverordnung des Deutschen Reiches, die seit 1940 auf
Österreich Anwendung fand, wurde das Tätigkeitsfeld des Jugendamtes bedeutend
erweitert. Der Aufgabenkreis des Armen- oder Fürsorgeamtes, der im Jahre 1905
noch von 2 Beamten mit ehrenamtlichen Helfern bewältigt werden konnte, wurde
wegen der nach dem ersten Weltkriege ständig ansteigenden Not und vom Oktober
1938 an auf Grund des deutschen Fürsorgerechtes immer weiter gezogen.
*) Siehe Abschnitt XXIII.
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Daß sich das Bauamt besonders ausdehnte, ist im großen Gebietszuwachs und in
den Wiederaufbauarbeiten begründet. Mitursache der Personalvermehrung war die
über Verlangen der Besatzungsmacht erfolgte Erhöhung des Personalstandes der
Berufsfeuerwehr von 18 auf 52 Mann.
Das Gesundheitsamt zählte im Jahre 1905 drei pragmatische Beamte: den
Physikus, einen Sanitätskonzipisten und den Krankenhausdirektor. Den Rest der
für diese Abteilung ausgewiesenen Zahl bilden 9 Sekundarärzte des Krankenhauses
und die in der Krankenhaus-Apotheke und in der Krankenhaus-Verwaltung tätigen
Beamten und Angestellten. Nachdem der Gemeinderat im Jahre 1922 beschlossen
hatte, das Krankenhaus dem Land zu übergeben und die nach dem Kranken-
anstalten-Gesetz beitragspflichtigen Faktoren gemeinsam die Kosten der Betriebs-
führung trugen, wurden die städtischen Beamten und Angestellten des Kranken-
hauses unter dem Personal des Magistrates nicht mehr geführt. Der weitere Anstieg
des Personalstandes des Gesundheitsamtes wurde durch die Unterstellung des
Marktamtes und durch die Erweiterung der alten und die Zuweisung neuer Aufgaben,
besonders im Sinne des deutschen Gesetzes zur Vereinheitlichung des Gesundheits-
wesens, das mit seinen drei Durchführungsverordnungen in Österreich am 1. De-
zember 1938 in Wirksamkeit getreten ist, bewirkt.
Das eigentümliche Auf und Ab im Personalstand des Veterinäramtes ist darauf
zurückzuführen, daß das Personal des im Jahre 1910 eröffneten Schlacht- und Vieh-
hofes in den Jahren 1932 und 1946 mitgezählt, im Jahre 1936 aber weggelassen
wurde, weil der Schlacht- und Viehhof damals nicht im Rahmen des Magistrates,
sondern als selbständiger Betrieb geführt worden war.
Die Tabelle XXI/1 B gliedert die in der Tabelle XXI/1 A für die Jahre 1936 und 1946
enthaltenen Zahlen in Beamte und Angestellte und erweitert sie durch die Zahl
der Arbeiter. Das Auffallendste an dieser Tabelle ist der starke Rückgang der Zahl
der Beamten und die gewaltige Zunahme der Zahl der Angestellten und Aushilfs-
angestellten:
Beamte Angestellte
Aushilfsangestellte
Jahr
1936
1946
346
190
Arbeiter Summe
115
0732
345
806
615
1537.
Im Jahre 1936 waren also 75% Beamte und 25 % Angestellte, während das Jahr
1946 gerade umgekehrt 26% an Beamten und 74% an Angestellten aufweist. Die
Lücken, die durch die Enthebung von Beamten, die als belastete oder minder-
belastete Nationalsozialisten angesehen wurden, entstanden waren, wurden provi-
sorisch durch Vertragsangestellte ausgefüllt.
Die Tabelle XXI/1 C verfolgt den Zweck, die Entwicklung des Beamten- und
Angestelltenkörpers des Magistrates im Zusammenhang mit der steigenden Be-
völkerungszahl und dem Gebietszuwachs darzustellen. Um ein möglichst unver-
zerrtes Bild des Wachstums des Personalstandes zu erhalten, wurden in dieser Ta-
belle die Volks- und Bürgerschullehrer, die Sicherheitswachebeamten und die in
den kriegswirtschaftlichen Ämtern tätigen Angestellten weggelassen. Von 1905 bis
1936 wächst der Personalstand um 72%, die Bevölkerung um 29%, von 1936 bis
1946 um 87, bzw. 60%. Der Gebietszuwachs seit 1905 beträgt 648%. Der Personal-
stand hat also im Verhältnis mehr zugenommen als die Einwohnerzahl. Die Gründe
hiefür liegen, wie bereits früher erörtert, in der Steigerung der Anforderungen, die
an die Gemeinde, bzw. den Magistrat gestellt wurden.
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War bisher nur von der Zahl der Bediensteten die Rede, gewährt die Tabelle XXI/1 D
einen Einblick in den Personalaufwand der Jahre 1936 und 1946 und in sein
Verhältnis zu den Gesamtausgaben des ordentlichen Haushaltes. Die Schilling-
beträge aus dem Jahre 1936 sind zu einem Vergleich mit jenen aus dem Jahre 1946
unbrauchbar; sie müßten vorerst um annähernd 1, gekürzt werden. Wohl aber
kann man die Verhältniszahlen vergleichen, aus denen zu ersehen ist, daß sich der
Prozentsatz für Gehälter, Vergütungen und Löhne von 25.09 auf 27.42% erhöht
und der für Ruhegenüsse und Ruhelöhne von 8.32 auf 4.62% vermindert hat. In
Ergänzung der Tabelle XXI/1 D wird nachstehend die Zahl der Pensionsparteien aus
den beiden Vergleichsjahren angeführt:
Bezugsberechtigte
I. Empfänger von Ruhe- und Versorgungsgenüssen
1936
1946
Beamte
Witwen
Waisen.
Zusammen
II. Empfänger v. Ruhelöhnen u. Versorgungsgeldern
165
187
78
108
4
5
247
300
Arbeiter
76
76
Witwen
23
59
Waisen.
3
Zusammen
99
138
III. Empfänger von Ehren- und Gnadengaben und
Unterhaltsbeiträgen
23
28
I+II+III
369
466
Die Zahl der Pensionsparteien hat sich demnach vom Jahre 1936 auf 1946 von
369 auf 466, d. i. um 25% erhöht, die Zahl der aktiven Bediensteten ist im gleichen
Zeitraum von 806 auf 1537, d. i. um 91% gestiegen.
Wenn man nun von 2, der Aufwandszahlen des Jahres 1936 ausgeht, erhöht
sich der Personalaufwand für die Aktiven um 160%, der der Pensionsparteien um
32%, die Gesamtausgabe der Stadt um 138%. Aus dieser ungleichen Steigerung
erklärt sich, daß laut Tabelle XXI/1 D der Prozentsatz der Aktivitätsbezüge jeder
Art von den Gesamtausgaben von 25.09 auf 27.42% gestiegen und der Prozentsatz
der Ruhebezüge und Ruhelöhne von 8.3 auf 4.6% gesunken ist.
Die Tabelle XXI/1 E zeigt die Einstufung der aktiv tätigen Beamten und An-
gestellten des Magistrates in 4 Gehaltsgruppen, und zwar mit Bezügen unter 300,
von 300 bis unter 500, von 500 bis unter 900 und von 900 S und darüber. Das Gesamt-
bild, das sich im Vergleich zwischen 1946 und 19337) bietet, ist vom Standpunkte
des Dienstnehmers aus gesehen wenig günstig. Es standen in der Gruppe
3
4
1
2
im Jahre 1933
im Jahre 1946
49%
40%
10%
0.7%
61%
23%
6%
0.4%
7) Für das Jahr 1936, das bisher immer als Vergleichsjahr herangezogen wurde, steht keine
derartige Aufgliederung zur Verfügung; bei den geringfügigen Unterschieden zwischen 1936
und 1933 sind auch die Ziffern dieses Jahres für einen Vergleich brauchbar.
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Auch hier zeigt sich die übergroße Zahl der erst während des Krieges und nach
dem Zusammenbruch aufgenommenen Vertragsangestellten.
Die Entwicklung der Stadtbetriebe, die heute in den Stadtwerken zusammen-
gefaßt sind, ist im Abschnitt Xb behandelt. Ihr Aufblühen, ihre Ausgestaltung und
ihre Bedeutung im Wirtschaftsleben der Stadt spiegelt sich auch im Personalstand
wider, wie er in der Tabelle XXI/2 dargestellt wird. Dem Personalstand der Stadt-
werke wurde auch jener der Innsbrucker Verkehrsbetriebe angefügt; wenn auch die
Verkehrsbetriebe nicht städtische Betriebe im eigentlichen Sinne sind, so stellen sie
doch heute eines der wichtigsten und größten Unternehmen dar, auf welche die
Stadt infolge ihres nahezu 100%igen Aktienbesitzes ihren Einfluß ausüben kann.
Im Dienste der Stadt: im Magistrat, bei den Stadtwerken und in den Verkehrs-
betrieben arbeiteten Ende 1946 1537+794+5232854 Bedienstete.
A.
413
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Tabelle XXI/1 A
Beamte und Angestellte des Stadtmagistrates Innsbruck
Dienstaweig
1939
1905 1932 1936 1946
Kanzlei des Bürgermeisters
1
2
3
6
Magistratsdirektion
17
42
62
98
Mag. Abt. I (Bezirksverwaltung)
12
30
25
103
Mag.-Abt.
II (Sicherheit)¹)
75
199
11
-
Mag. Abt.
II (Schule, Kultur, Sport, Kindergärten,
Statistik, Archiv)")
144
57
119
151
Mag. Abt. III (Finanzwesen)
Mag. Abt. IV (Verwaltung des städt. Grundbesitzes,
75
80
91
52
Privatrechtsangelegenheiten der Stadt)
20
32
25
67
Mag.-Abt.
V (Fürsorge- und Jugendamt)
2
28
36
41
Mag.-Abt.
VI (Bauamt)
31
49
57
174
Mag. Abt. VII (Gesundheitsamt)
Mag. Abt. VIII (Veterinäramt)
Fremdenverkehrsamt
Rechnungsprüfungsamt
31
11
18
42
5
47
8
31
3
4
3
2
Summe I
413
577
461
771
Kriegswirtschaftliche Ämter:
Ernährungsamt, Gemeinschaftsküchen
Wirtschaftsamt
Karten- und Bezugscheinausgabeamt
Bezirksverkehrsstelle
IIII
IIII
33
41
71
6
Summe II
-
151
Summe I und II
413 577 461
922
1) Mit der Übertragung der Aufgaben der Sicherheitspolizei von der Stadt an den Bund
am 1. 1. 1936 blieb die Mag.-Abt. II zunächst unbesetzt.
2) An Stelle der Sicherheitspolizei trat als neue Mag.-Abt. II im Jahre 1941 das neu ge-
schaffene Amt für Schule, Kultur, Sport, Kindergärten usw. Im Jahre 1905 sind unter der
Zahl 144 auch die an den städtischen Volks- und Bürgerschulen wirkenden Lehrkräfte ent-
halten, deren Bezüge bis zum Jahre 1920 vorschußweise von der Stadtkasse ausbezahlt
wurden.
414
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Tabelle XXI/1B
Beamte, Angestellte und Arbeiter des Stadtmagistrates Innsbruck
Bezeichnung der Dienststelle
(Gruppe)
Stand v. 31. 12. 1936 Stand vom 31. 12. 1946
Beamte
Ange-
stellte
Arbeiter
Kanalei des Bürgermeisters
Magistratsdirektion
Mag.-Abt. I
Mag.-Abt. II
Mag.-Abt. III
Mag.-Abt. IV
Mag.-Abt.
V
Mag.-Abt. VI
2222222
42
18
78
41
87
23
37
Mag. Abt. VIII
Mag-Abt. VII
Rechnungsprüfungsamt
Fremdenverkehrsamt
Wachebeamte
16
7
3
11
I WILNS WAT
1
20
7
4
3
13
345
20
2
3
332881
1
25
17
27
16
14
RUBIR
15
71
14
11
40
11
16
48
11
18
13
10
1
3
1
Cangest.
11111
Arbeiter
15
49
481
13
44
Summe I
346
115
345 182 224
365
603
Kriegswirtschaftliche Ämter:
Ernährungsamt
Wirtschaftsamt
Karten- und Bezugscheinausgabeamt
Bezirksverkehrsstelle
Gemeinschaftsküchen
11111
IIIII
11111
34512
15211
27
32
64
5
12
Summe II
8
15
128
12
Summe I und II
346
115
345 190 239 493
615
Quelle: Magistratedirektion, Gehalts- und Lohnrechnungsstelle.
415
Seite 446
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Tabelle XXI/1C
Perzentuelle Steigerung der Zahl der Beamten und Angestellten, der Einwohner
und der Fläche von 1905 auf 1936 und 1946 und von 1936 auf 1946
Bedienstete)
Einwohner
Fläche der Stadt
Jahr
Steigerung d.
Anzahl von
Steigerung der
Anzahl von
Steigerung d.
Fläche von
Zahl
Zahl
km²
1905 1936
1905
1936
1905 1936
in Prozenten
in Prozenten
in Prozenten
1905
234
47151
13.61
1936
403
72
1946
752
221
61005)
87 978843) 108
29
13.61
60
101.76
648
648
1) Ohne Volks- und Bürger (Haupt)schullehrer, ohne Polizei und kriegswirtschaftliche Ämter
und ohne Arbeiter.
2) Volkszählung 1934.
a) Fortgeschriebene Einwohnerzahl.
416
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Personalaufwand des Stadtmagistrates Innsbruck 1936 und 1946¹)
1946
% der Gesamt-
ausgaben (I)
1936
Art der Ausgaben
Schilling
% der Gesamt-
ausgaben (I)
Schilling
I. Gesamtausgaben des ordentlichen Haushaltes
13153095
20864362
II. Ausgaben für Beamte und Angestellte
a) Gehalte und Vergütungen
2336617
17.76
4099986
19.65
963 660
7.32
837 547
4.01
Zusammen
3300 2773)
25.08
4937 533³)
23.66
3301070
25.09
5722271
27.42
1095 330
8.32
964360
4.62
Zusammen
4 396 400²)
33.41
6686631³)
32.04
b) Ruhegenüsse
III. Ausgaben für Beamte, Angestellte und Arbeiter
a) Gehalte, Vergütungen und Löhne
b) Ruhegenüsse und Ruhelöhne
Tabelle XXI/1 D
Aus den Rechnungsabschlüssen der Jahre 1936 und 1946.
1) Im ausgewiesenen Personalaufwand sind auch die Bezüge des Bürgermeisters und der Bürgermeisterstellvertreter, der Stadträte und im
Jahr 1946 außerdem die Sitzungsgelder der Gemeinderäte enthalten.
*) In diesen Summen sind die sonstigen Personalauslagen" S 49 698 nicht enthalten; der gesamte Personalaufwand beträgt daher
S 4446098.
3) In diesen Summen sind die,,sonstigen Personalauslagen" S 60 307 und Unfallversicherungsbeiträge S 38669 nicht enthalten. Der
gesamte Personalaufwand des Jahres 1946 beträgt demnach S 6785607 (vergleiche Tabelle XXIII/D).
417
Seite 448
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Tabelle XXI/1 E
Monatliches Reineinkommen der Beamten und Angestellten
des Stadtmagistrates Innsbruck nach Größengruppen
Gruppe der Bediensteten
1933
1946
Beamte d. allgemeinen Verwaltung
ledig
verheiratet
Zusammen
Von Hundert des Standes
Vertrags- u. Aushilfsangestellte
ledig
verheiratet
91 69
206 68
19 3
90
44
297 137 109 47
44
44
17 23 4
146
21 95 27
190
38 118 31
16 1.6
336
100 46 37 16 1.35 100 20 62
29
27
17 13 4
11
||
27
63
305 280 25
427 241 157
28
1
732 521 182 28
1
100 71 25 4 0.14
Zusammen
46 40
Von Hundert des Standes
100 87 13
Wachebeamte
ledig
verheiratet
49 42
123 32
7
-
84
Zusammen:
172
74 91
Von Hundert des Standes
100
43 53
7744
Handarbeitslehrerinnen,
Kindergärtnerinnen
ledig
verheiratet
43
5
27
27
16
-
2
Zusammen:
48 27 18
133
Von Hundert des Standes
100 56 38
6
Zusammen:
Von Hundert des Gesamtstandes
563 278 224 57 4 922 559 300 59 4
100 49 40 10 0.71 100 61 33 6 0.4
418
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Tabelle XXI/2
Zahl der Angestellten und Arbeiter der Stadtwerke und Verkehrsbetriebe in den
Jahren 1936 und 1946¹)
1936
1946
Bezeichnung des Werkes oder Betriebes
Ange-
Ange-
Arbeiter
Arbeiter
stellte
stellte
1. Stadtwerke)
Zentralverwaltung
Elektrizitätswerk
Gaswerk
Wasserwerk
Stadtgärtnerei
Nordkettenbahn
137
5
95
143
87
287
26
145
14
33
2
26
20
12
Stadtwerke insgesamt:
2. Innsbrucker Verkehrsbetriebe")
Verkehrsbetriebe-A.-G.
(Lokalbahn-A.-G. Innsbruck-Hall
Mittelgebirgsbahn
286
508
131
346
178
6
Hungerburgbahn
11
Patscherkofelbahn)
14
Stubaitalbahn-A.-G.
35
17
21
Verkehrsunternehmen Stubaital
8
1
7
Verkehrsbetriebe insgesamt:
252
149
374
Stadtwerke Innsbruck und Verkehrsbetriebe.
1) Bedienstete, die vom Kriegsdienst noch nicht zurückgekehrt sind, sind nicht mitgezählt.
Geringfügige Abweichungen von früher eingeholten, im Abschnitt XI verwerteten Angaben
finden damit ihre Erklärung.
2) Im Sinne einer Eigenbetriebsverordnung wurde mit 1. Jänner 1939 das Elektrizitätswerk,
das Gaswerk mit dem Hallenbad, das vom Stadtbauamt betriebene Wasserwerk, die dem
Stadtbauamt unterstellte Stadtgärtnerei und die bis dahin als selbständiger Betrieb geführte
Nordkettenbahn unter der Bezeichnung,,Stadtwerke" zusammengelegt. Vergleiche Ab-
schnitt X b. Nähere Zahlenangaben für die Zeit vor 1946 sind vorwiegend wegen Bomben-
schadens nicht erhältlich.
3) Die Lokalbahn-A.-G. Innsbruck-Hall einschließlich der Hungerburgbahn und Mittel-
gebirgsbahn wurde mit der Patscherkofelbahn 1941 zur Innsbrucker Verkehrsbetriebe-A.-G.
zusammengefaßt und die Stubaitalbahn sowie das Verkehrsunternehmen Stubaital in gemein-
same Betriebsführung übernommen. Näheres siehe Abschnitt XI.
27°
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XXII. Feuerschutz¹)
Feuerschutzmaßnahmen bildeten schon in früher Zeit eine große Sorge der für
Stadt und Land verantwortlichen Obrigkeiten. Innsbruck war bei der engen Ver-
bauung innerhalb der Stadtmauern besonders bei herrschendem Südwind großer
Feuersgefahr ausgesetzt. Der große Brand des Jahres 1292, der die ganze rechts-
seitige Stadt einäscherte, führte zur Erbauung des Sillkanales, auch kleine Sill
genannt, der die Ritschen der Stadt speiste. Solche Ritschen zweigten bei der alten
Engelmühle (unterhalb des Adambräus) und bei der Hofmühle in der Sillgasse ab.
Die erstgenannte Ritsche durchzog den Heilig-Geist-Anger, schwenkte bei der
heutigen Triumphpforte in die Neustadt oder Vorstadt ab, durchfloß dieselbe in
einem offenen Gerinne, um in den Marktgraben einzubiegen. Der andere Ritschen-
arm führte offen durch die Silbergasse, heute Universitätsstraße, und spaltete sich
vor dem Tore der Hofgasse in drei Teile. Der erste Teil floß entlang des Grabens
Rennweg Herrengasse, der zweite durch die Hofgasse, der dritte bog in den Burg-
graben ein und nahm seinen Weg durch die Altstadt. In der Neuzeit sahen sich die
Regierungen und der Rat der Stadt veranlaßt, eine Reihe von Maßnahmen zu treffen,
die der Verhütung der so gefürchteten Brände und deren Bekämpfung zu dienen
hatten. Man ging daher schon früh daran, einen organisierten Feuerschutz zu schaffen.
Im Jahre 1551 z. B. mußten die Bürger Wasserbehälter (Brenten) auf den Dächern
bereitstellen und wurden die,,Messing-Sprytzen" instandgesetzt. 1563 wird eine
neue Feuerwehrordnung eingeführt, nach der aus der Bürger- und Inwohnerschaft
wechselweise Feuerwächter an bestimmten Punkten der Stadt außer den,,ordinari
Wächtern" Feuerwachdienst zu versehen hatten. Diese Feuerordnung wurde 1567,
1605 und 1609 verbessert. 1542 wird eine ausführliche Feuerordnung unter nament-
licher Anführung der Hausbesitzer gedruckt, 1698 folgte eine Verbesserung derselben.
Im Verlaufe von Jahrzehnten wurden neue Spritzen gekauft, neue Feuerzeichen
vom Stadtturm aus eingeführt (1758); 1817 wurde das gesamte Feuerlöschwesen
durch ein bis 1864 in Kraft gebliebenes Statut geregelt. 1824 setzte man ein Direk-
torium, entnommen der Polizei-, Bau- und Fortifikationsleitung nebst dem Bürger-
meister der Stadt, zur Leitung der Löschanstalt ein.
Das moderne Feuerlöschwesen wurde mit der Gründung der Freiwilligen Feuer-
wehr Innsbruck im Jahre 1857 eingeleitet. In den folgenden Jahren wurde die Wehr
von der Stadt kräftig gefördert. 1864 erließ der Stadtmagistrat eine neue Feuerwehr-
ordnung, die das Innsbrucker Löschwesen regelte und die Leitung der Feuerwehr
der Löschdirektion unterstellte. Im Jahre 1885 schuf sich die Freiwillige Feuerwehr
eine neue Organisation, die bis 1938 in Geltung stand, nach der die Wehr in die
Branddirektion und in 4 Kompagnien eingeteilt war, denen nach der Eingemeindung
von Wilten und Pradl noch 2 Kompagnien angegliedert wurden. 1897 errichtete
man eine Sanitätsabteilung, 1907 die Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr,
die 1925 selbständig wurde und in die Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck
1) Aus Konrad Fischnaler's,,Innsbrucker Chronik", aus der Festschrift zur 70-Jahrfeier
der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck und nach Angaben des Kommandos der Innsbrucker
Berufsfeuerwehr.
420
Seite 451
451/506
überging. Weiters erfuhr die Feuerwehr im Jahre 1899 eine Ausgestaltung durch
die ständige Berufsfeuerwehr, bestehend aus 7 Mann, später 12, die von der Stadt-
gemeinde besoldet, aber dienstlich dem Branddirektor unterstellt war.
Die Feuerwehren von Innsbruck wie auch die der Nachbargemeinden gingen
stets mit den Fortschritten ihrer Zeit. 1878 wurde im Stadtturm ein Feuertelegraph
eingerichtet, im Mai 1880 traf die Dampf-Feuerwehrspritze ein, 1890 wurde die erste
Riesenschubleiter der Firma Magirus in Ulm angekauft, jetzt besitzt die Feuerwehr
4 Magirus-Drehleitern. Die neue Hochdruckwasserleitung, gespeist mit dem Wasser
der Wurmbachquellen in Mühlau, brachte der Innsbrucker Wehr die lang gewünschte
Möglichkeit der direkten Feuerbekämpfung. Die Hydrantenprobe fand am 3. 6. 1891
mit bestem Erfolg statt. Heute stehen der Feuerwehr zur Brandbekämpfung im
ganzen Stadtgebiet rund 1100 Unter- und Oberflurhydranten der Hochdruck-
wasserleitung zur Verfügung. Zur schnellen Verständigung wurden 1896 neue
Feuersignale und Feuermeldestationen eingeführt, die 1903 durch öffentliche Feuer-
melder ersetzt wurden. Die Zentrale dieser Anlage ging beim Bombenangriff im
Dezember 1944 zugrunde, sie wurde seither nicht mehr erneuert, weil heute Fern-
sprecher zur ersten Feuermeldung in sehr vielen Häusern in kürzester Frist erreicht
werden können.
Nach dem ersten Weltkrieg begann die Motorisierung der Berufsfeuerwehr. Der
pferdebespannte Feuerlöschwagen derselben wurde 1920 durch einen Kraftwagen
mit einer Höchstgeschwindigkeit von ungefähr 30 km in der Stunde ersetzt. 1923
wurde eine neue Motorfeuerspritze in Dienst gestellt, in den Jahren bis 1938 motori-
sierte man die meisten Geräte der 6 Kompagnien der Freiwilligen Feuerwehr und
gestaltete damit die Ausrüstung nach modernen Gesichtspunkten.
Während des zweiten Weltkrieges wurde die Berufsfeuerwehr dem Polizeipräsi-
denten als örtlichem Luftschutzleiter unterstellt, wobei sie jedoch weiterhin von
der Stadt besoldet wurde, erhielt den Namen Feuerschutzpolizei und bildete die
Kerntruppe der Luftschutzpolizei. Die Freiwillige Feuerwehr wurde aufgelöst, die
nicht zur Wehrmacht einberufenen Männer wurden zur Luftschutzpolizei eingezogen,
kaserniert und von der Polizei besoldet. Die Luftschutzpolizei bestand sonach aus
Männern der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr und außerdem aus
Dienstverpflichteten. Sie wurde während des Krieges mit neuen Feuerlöschgeräten
auf Kosten der Stadt ausgerüstet, wobei das Reich einen Zuschuß gewährte; die nicht
mehr entsprechenden Geräte wurden durch neueste Löschwagen und sonstige
Einrichtungen ergänzt, das Alarmsystem auf die Bedürfnisse des Bombenkrieges
umgestellt.
Nach Kriegsende erfolgte im Jahre 1945 eine grundlegende Neuorganisation der
Feuerwehr der Stadt Innsbruck. Die Berufsfeuerwehr bestand damals aus 18 Mann,
die Freiwillige Feuerwehr war überhaupt nicht mehr vorhanden. Über Auftrag der
Alliierten mußte die Berufsfeuerwehr ihren Stand auf 50, bzw. auf 52 Mann ein-
schließlich der 2 Mann, die abwechslungsweise ständig Theaterdienst zu versehen
hatten, erhöhen. Die gesamte Löschausrüstung und die motorisierten Feuerlösch-
geräte blieben glücklicher Weise erhalten, so daß heute die Feuerwehr vorzüglich
ausgerüstet ist und schlagfertig den schweren und gefahrvollen Brandbekämpfungs-
dienst versehen kann. Ende 1945 und 1946 wurden auch die freiwilligen Feuerwehren
in den Randgebieten der Stadt (Hötting, Kranebitten-Allerheiligenhöfe, Mühlau,
Arzl, Neu-Arzl, Amras, Vill, Igls und Sieglanger) neu aufgestellt; sie arbeiten in
einer Gesamtstärke von 254 Mann mit der Berufsfeuerwehr unter deren Kommando
in der Brandbekämpfung zusammen.
421
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Eine vollständige statistische Aufzeichnung über das Eingreifen der Feuerwehr
bei Bränden und Unglücksfällen seit ihrem Bestande ist nicht vorhanden. Durch
die Tätigkeit der Feuerwehr, die seit ihrer Gründung in mehreren tausend Fällen
einschritt, blieb vielen Bewohnern unserer Stadt das Haus und das Heim vor Feuer
verschont, blieben sehr bedeutende Vermögenswerte unserem Volke erhalten.
Allzeit hielt die Feuerwehr zum Nutzen aller Bürger an ihrem Grundsatze fest:
,,Einer für alle, alle für einen".
Die Tabelle XXII/A weist den Stand an Feuerlöschgeräten der Innsbrucker
Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren im Jahre 1946 aus, die Tabelle
XXII/B gibt einen Überblick über die Anzahl der Ausrückungen in den Jahren
1945 und 1946, und über die Hilfeleistungen, die die Berufsfeuerwehr im Jahre 1946
außer bei Bränden und öffentlichem Notstand ausführte. Außer den in Tabelle
XXII/B enthaltenen Alarmen mußte die Feuerwehr über Auftrag der französischen
Militärregierung zu 8 Probealarmen ausrücken und zwar 1mal im März, 2mal im
September und 5mal im Dezember 1946.
A.
422
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453/506
Personalstand: 52 Mann
Feuerwehr der Stadt Innsbruck
a) Berufsfeuerwehr
Tabelle XXII/A
Fahrzeuge
Löschfahrzeug mit 2500 min/1 Pumpenleistung.
Löschfahrzeuge mit 1500 min/1 Pumpenleistung
Tanklöschfahrzeuge mit 1500 min/1 Pumpenleistung u. 2500 1 mitgeführtem Wasser
Vollautomatische Motordrehleitern, 24 m
Tragbare Wasserpumpen, 800 min/l Pumpenleistung
Löschfahrzeug mit 800 min/l Pumpenleistung
Lastkraftwagen, 2 t Tragfähigkeit
Lastkraftwagen, 1 t Tragfähigkeit
Personenkraftwagen
Motorräder
b) Freiwillige Feuerwehr
5
1342611122
Zusammen
22
Einheit Amras
Einheit Vill.
Einheit Igls
Einheit Hötting
Personalstand
45 Mann
25 Mann Einheit Mühlau
42 Mann Einheit Arzl
25 Mann Einheit Neu-Arzl.
Übertrag
149 Mann
27 Mann
34 Mann
24 Mann
Einheit Allerheiligenhöfe
12 Mann
Einheit Sieglanger
20 Mann
149 Mann.
Zusammen 254 Mann
Fahrzeuge
Amras: Löschfahrzeug, 1500 min/1
Löschfahrzeug, 800 min/1
1
1
Mühlau:
Anhängeleiter, 17 m . .
1
Übertrag... 11
Löschfahrzeug, 800 min/1. 1
Anhängemotorspritzo
Vill:
Löschfahrzeug, 1000 min/1
I
1000 min/1
Tragkraftspritze, 400 min/1.
1
Anhängeleiter, 14 m
1
1
Anhängekraftspritze,
Arzl:
1000 min/1.
1
Igls:
Löschfahrzeug, 800 min/1
1
Neu-Aral:
Löschfahrzeug, 800 min/1. 1
Löschfahrzeug, 240 min/1.
Hötting: Löschfahrzeug, 1800 min/1.
1
Sieglanger: Löschkarren mit Motor-
Tragkraftspritze, 600 min/1
1
spritze, 800 min/l
1
Anhängeleiter, 14 m
Zusammen.
17
Allerheiligenhöfe: Löschkarren
1
11
423
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Tabelle XXII/B
Monat
Feuerwehr der Stadt Innsbruck
a) Ausrückungsanlässe insgesamt
Schadenfeuer¹)
Groß- Mittel- Klein-
feuer
Rauchfang-
feuer²)
Sonst. Hilfe-
leistungen
(Notstand)
Blinder
Alarm
Irreführung
Arbeits-
leistungen
Schauübungen
Gesamtzahl der
Ausrückungs-
Alarmfälle
1945
Jänner
Februar
März
April
Mai
Juni
1
Juli
August
2
September
....2118
1
2
2
3
Oktober
1
3
November
4
Dezember
Zusammen
5
10
30
10
1
1
25
2
2
1236
1
1
....426945565
16
51
1946
Jänner
Feber
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
1122|||||
5342
13
4
5
2
4
4
3
2
2
4
217
4
4
3
3
1
1211
6
5
2
8
6
2
4
2
4
3
3
1
4
2
11
2
3
2
7
2
3
21-11
27
10
17
2
11
10
1
12
14
16
1
2
15
12
2
Zusammen
6
33
67
17
43
4
6
237
20
19
-
183
Anteil v. H.
3.2% 18% 38.6% 9.4 % 23.5% 2.2% 3.2% 3.9%
-
100
1) Großfeuer: Einsatz von mehr als 2 Schlauchleitungen; Mittelfeuer: Einsatz von 1 oder
2 Schlauchleitungen; Kleinfeuer: Einsatz von Kleinlöschgeräten. Unter den Kleinfeuern sind
im Jahre 1946 auch 4 Waldbrände enthalten, und zwar 2 im März, 1 im April und 1 im Mai;
zu den Waldbränden werden auch Boden- und Grasnarbenbrände gerechnet.
2) Rauchfangfeuer (Rußbrände in Rauchfängen) gelten nicht als Schadenfeuer.
424
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Tabelle XXII/B (Fortsetzung)
1946
b) Gliederung der sonstigen Hilfeleistungen unter den Alarmfällen im Jahre 1946
Alarmfälle
1946
Alarmfälle
Befreiung aus Zwangalage:
Menschen
Tiere
3
Explosion
Blitzschlag
Sonstiges
21
Bergung von Geistesgestörten
Bergung von Leichen:
Ertrunkener
Sonstige
Öffnen versperrter Räume
Untersuchung nach einem ohne
Hilfe der Feuerwehr gelöschten
Brand
Untersuchung wegen
Brandgefahr
Gasgefahr
Einsturzgefahr
Gefährdung oder Sachschaden in
Gebäuden durch:
Baugebrechen
Niederschlagswasser
Leitungswasser
Sturm
1
11
4
+1-1
Gefährdung oder Sachschaden im
Freien durch:
Niederschlagswasser
Leitungswasser
Sturm
Sonstiges
Verkehrsstörung oder Schaden durch
Verkehrsunfall:
Eisenbahn
Straßenbahn allein
Straßenbahn u. andere Fahrzeuge
1
Kraftwagen allein
171)
3
Kraftwagen oder Pferdefuhrwerk
Pferdefuhrwerk allein
1
Sonstiges
3
Alarmfälle zusammen
43
2211
1) Die Autobergungen wurden gegen Kostenersatz vorgenommen.
-
Außerdem wurden
in 45 Fällen Drehleitern zur Behebung von Gebäudeschäden und dergleichen gegen Entgelt
zur Verfügung gestellt.
425
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456/506
XXIII. Finanzwirtschaft der Stadtgemeinde
Die Gemeinden sind Verwaltungssprengel und Selbstverwaltungskörper. Sie
entfalten nach Gesetz und Pflicht eine bestimmte obrigkeitliche Verwaltungs-
tätigkeit und haben das Recht, Vermögen aller Art zu besitzen und zu erwerben,
innerhalb der gesetzlichen Schranken darüber zu verfügen, wirtschaftliche Unter-
nehmungen zu betreiben, ihren Haushalt selbständig zu führen und Abgaben ein-
zuheben. In den älteren österreichischen Gemeindeordnungen und Statuten, die
gemäß dem Reichsgemeindegesetz von 1862 noch fest auf dem Boden der vollen
Gemeindeautonomie stehen, sind die Bestimmungen über die Haushaltsführung
sehr spärlich. So enthält noch das Gemeindestatut der Stadt Innsbruck vom 9. Mai
1921 unter Betonung der Öffentlichkeit des Voranschlages und der Jahresrechnung
im wesentlichen nichts anderes als die Verpflichtung des Gemeinderates, alljährliche
Einnahmen und Ausgaben für das kommende Verwaltungsjahr in einem Voranschlag
festzustellen und die Jahresrechnung über das abgelaufene Verwaltungsjahr zu
prüfen. Von der Trennung des Haushaltsplanes (Voranschlages) in einen ordentlichen
und außerordentlichen und von einer Ausgestaltung des letzteren für die Ver-
mögenswirtschaft ist ebenso wenig die Rede, wie von Rücklagen zur Sicherung des
Haushaltes gegen wirtschaftliche Schwankungen und zur zeitlichen Lastenverteilung.
Die Vermögenswirtschaft wird mit Hinweisen auf die Pflicht zur Inventarisierung
des Gemeindeeigentums, über die Vermehrung und fruchtbringende Verwaltung
des Stammvermögens und mit beschränkenden Bestimmungen über Darlehens-
aufnahmen und Verpfändungen abgetan. Dafür ist das Recht zur Erhebung von
Abgaben der Gemeinde, auch wiederum dem Reichsgemeindegesetz entsprechend,
nahezu erschöpfend dargestellt¹).
Nach dem ersten Weltkrieg führte der harte Kampf des Gesamtstaates um seine
Existenz zu einer grundlegenden Neuregelung der Besteuerungsrechte des Bundes,
der Länder und Gemeinden. Mit der Finanzausgleichsgesetzgebung des Jahres 1922,
1) Die einschlägigen Bestimmungen des Gemeindestatutes vom 9. Mai 1921 lauten: § 37.
Soweit die nötigen Ausgaben durch die Einnahmen nicht gedeckt sind, hat der Gemeinderat
neue Ertragsquellen zu eröffnen oder durch Gemeindeumlagen für die Bedeckung des Ab-
ganges zu sorgen. In der Regel sind die Gemeindeabgaben nach den Verhältnissen der direkten
und indirekten Steuern umzulegen. Doch kann die Stadt außer diesen und den dermals be-
stehenden Lokalauflagen auch andere Umlagen einführen. Durch Zuschlag zur Verzehrungs-
steuer darf bloß der Verbrauch, nicht aber die Erzeugung und der Handelsverkehr getroffen
werden. § 38. Für Umlagen auf direkte Steuern, die 150%, und Zuschläge zur Verzehrungs-
steuer, die 100% der Bundessteuer überschreiten, ebenso zur Einführung von Abgaben von
dem Verbrauch der der Verzehrungssteuer unterliegenden geistigen Flüssigkeiten auf die
Dauer von 10 Jahren sowie zur Erhöhung derartiger Abgaben ist die Bewilligung der Landes-
regierung erforderlich. Zur Einführung oder Erhöhung der Abgaben von dem Verbrauche
der der Verzehrungssteuer unterliegenden geistigen Flüssigkeiten auf eine Zeitdauer von
mehr als 10 Jahren, dann zur Einführung anderer Auflagen oder Abgaben, welche in die
Kategorie der Zuschläge zu den direkten Steuern oder zur Verzehrungssteuer nicht gehören,
sowie zur Erhöhung der bestehenden Auflagen oder Abgaben dieser Art, endlich zur Einhebung
von Zuschlägen, welche 500% der direkten Steuern oder 200% der Verzehrungssteuer über-
steigen, ist ein Landesgesetz oder ein durch die Bundesregierung genehmigter Beschluß der
Landesregierung erforderlich.
426
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457/506
die sich schon seit der Personalsteuerreform vom Jahre 1896 in den zielbewußten
Bemühungen des Staates, die Länder und Gemeinden von bestimmten Besteuerungs-
gebieten auszuschließen, vorbereitet hatte, wurden die Besteuerungsrechte und
Abgabenerträge zwischen dem Bund, den Ländern und Gemeinden unter Berück-
sichtigung ihres Aufgabenkreises neu verteilt³). Die wirtschaftlichen Erschütte-
rungen zeitigten die Neuregelung des Finanzausgleiches vom Jahre 1931; das
autoritäre System führte zur Finanzausgleichsgesetzgebung vom Jahre 1934, die
die früher angebahnte Ordnung festigte. Die Grundlage der gesamten Neuregelung
bildete die Gliederung der öffentlichen Abgaben nicht nach steuerrechtlichen Merk-
malen, sondern nach dem staatsrechtlichen Begriff der Ertragshoheit, d. h. - nach
Dr. R. Pfaundler nach dem Rechte zur Verfügung über einen Abgabenertrag im
eigenen Haushalt. Darnach ergaben sich folgende neun Abgabenformen:
1. Ausschließliche Bundesabgaben, deren Ertrag ganz dem Bunde zufließt.
2. Zwischen Bund und Ländern (Gemeinden) geteilte Abgaben, an deren Ertrag
Bund und Länder (Gemeinden) beteiligt sind; sie gliedern sich in
a) gemeinschaftliche Bundesabgaben, die durch den Bund erhoben werden und
aus denen dem Bund und den Ländern (Gemeinden) Ertragsanteile zufließen,
b) Zuschlagsabgaben, die aus einer Stammabgabe des Bundes und aus Zuschlägen
der Länder (Gemeinden) bestehen und
c) gleichartige Abgaben: Bund und Länder (Gemeinden) erheben von demselben
Besteuerungsgegenstand Abgaben, die auch in ihren steuerrechtlichen Merkmalen -
z. B. Bemessungsgrundlage, Abgabenpflicht im wesentlichen übereinstimmen.
3. Ausschließliche Landesabgaben, deren Ertrag ganz den Ländern zufließt.
4. Zwischen Ländern und Gemeinden geteilte Abgaben, an deren Ertrag Länder
und Gemeinden beteiligt sind; sie gliedern sich in
a) gemeinschaftliche Landesabgaben, die durch die Länder erhoben werden und
aus denen den Ländern und den Gemeinden Ertragsanteile zufließen,
b) Zuschlagsabgaben, die aus einer Stammabgabe der Länder und aus Zuschlägen
der Gemeinden bestehen und
c) gleichartige Abgaben der Länder und Gemeinden: Länder und Gemeinden
erheben von dem Besteuerungsgegenstand Abgaben, die auch in ihren anderen
steuerrechtlichen Merkmalen im wesentlichen übereinstimmen.
5. Ausschließliche Gemeindeabgaben, deren Ertrag ganz den Gemeinden zufließt.
Das Abgabenrecht der Gemeinden war mit den Finanzverfassungs- und Abgaben-
teilungsgesetzen zu kompliziert und auch zu veränderlich geworden, um es in seinem
vollen Umfang wie früher in die Stadtrechte oder Gemeindeordnungen aufnehmen
zu können; im Innsbrucker Stadtrecht vom Jahre 1935 z. B. ist statt der früheren
ausführlichen abgabenrechtlichen Bestimmungen, die ein vollständiges Bild des
Steuerrechtes der Stadt geben, im § 39, Abs. 1, Pkt. 4, nur der Hinweis enthalten,
daß dem Gemeindetag das Recht zusteht, im Rahmen der durch die Gesetze gezogenen
Grenzen eigene Gemeindeabgaben auszuschreiben und Zuschläge zu Abgaben des
Bundes und des Landes zu beschließen.
Im Gegensatz hiezu gewannen die früher stiefmütterlich behandelten Bestim-
mungen über die Haushaltsführung neben den vermehrten Kontroll- und Aufsichts-
3) Schrifttum: Dr. Richard Pfaundler, System des Finanzausgleichs in Österreich, Wien 1935,
und Entwurf des Finanzausgleichs-Übergangsgesetzes 1946 in,,Der österreichische Volkswirt",
1946 Nr. 20 und 21.
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458/506
rechten der übergeordneten Gebietskörperschaften an Umfang und Bedeutung.
Durch die Finanzausgleichsgesetzgebung waren Bund, Länder und Gemeinden zu
einer engen Interessengemeinschaft zusammengefaßt worden. Die Verteilung der
Besteuerungsrechte geschah nach der Belastung der Gebietskörperschaften durch
den ihnen obliegenden Wirkungskreis, die Verteilung der Ertragsanteile zuerst
nach dem Merkmal des örtlichen Steueraufkommens, von 1931 an aber auch nach
dem Merkmal des Bedarfes. In der Vielfalt des Aufgabenkreises der Gemeinde gibt
es eine Reihe von Verwaltungsgebieten, von denen Art und Umfang der pflicht-
gemäßen Aufgabenerfüllung in weitem Maße von der Auffassung der Gemeinde-
vertretung abhängt. Man denke nur an das Gebiet der Wohlfahrtspflege mit seinen
Teilgebieten der Gesundheitspflege, der Armenpflege, der Jugend- und Wohnungs-
fürsorge. Um bei angemessener, gerechter Verteilung der Steuern und Abgaben-
anteile das eigentliche Ziel des Finanzausgleiches, die Ausgeglichenheit der Haus-
halte der Gebietskörperschaften zu erreichen, wurde dem Bund in der Verfassung
und dem Rechnungshofgesetz 1934 eine besondere Einflußnahme auf die Wirtschafts-
führung der Gebietskörperschaften eingeräumt. So wurde im § 39 des Innsbrucker
Stadtrechtes vom Jahre 1935 neben ausgedehnten Genehmigungsrechten der
Landesregierung in finanziellen Belangen in 12 grundsätzlichen Punkten die Führung
des Haushaltes geregelt und dem Gemeinderat die Pflicht auferlegt, in Ausführung
dieser Bestimmungen im Einvernehmen mit dem Rechnungshof eine Haushalts-
ordnung zu erlassen. Die Einheitlichkeit aller Haushaltsführungen in dieser Hinsicht
war die selbstverständliche Voraussetzung, daß der Rechnungshof seiner umfassenden
Aufgabe gerecht werden konnte. Zu einem einheitlichen Haushaltsplan der Gemein-
den kam es in Österreich erstmals im Jahre 1938. Mit diesen Regelungen fand die
Entwicklung des österreichischen Finanzausgleichsrechtes ihr vorläufiges Ende.
An Stelle der Stadtrechte und Gemeindeordnungen trat die Deutsche Gemeinde-
ordnung mit ausführlichsten Bestimmungen über die Aufstellung und Ausführung
der Haushaltspläne, über die Vermögensgebarung, die wirtschaftliche Betätigung
und das Kassen-, Rechnungs- und Prüfungswesen. Eine eigene Rücklagenverordnung,
eine Verordnung über die Aufstellung und Ausführung des Haushaltsplanes der
Gemeinden (GemHVO.) und die Verordnung über das Kassen- und Rechnungswesen
der Gemeinden (KuRVO.) bildeten ergänzende Vorschriften von besonderer Gründ-
lichkeit. Obwohl diese Bestimmungen wegen des Krieges nicht in vollem Umfang
zur Anwendung kamen, zeitigten sie doch eine einheitliche Wirtschaftsführung auf
einheitlicher Grundlage, die nicht nur eine Vergleichbarkeit der Haushaltspläne
und Jahresrechnungen ein und derselben Gemeinde von Jahr zu Jahr sicherte,
sondern auch lehrreiche Vergleiche mit jeder anderen Gemeinde des Reiches ge-
stattete. Das deutsche Finanzausgleichsrecht beruhte auf einem Gesetz vom April
1926, das 1935 und 1936 einige Änderungen erfahren hatte. Gegen Ende der deutschen
Herrschaft trat noch die Finanzausgleichsverordnung vom 20. Oktober 1944 in
Wirksamkeit. Typisch für den deutschen Finanzausgleich war, daß die Länder
(Reichsgaue) fast kein eigenes Besteuerungsrecht hatten und daher auf Finanz-
zuweisungen seitens des Reiches und auf Umlagen der Gemeinden angewiesen waren;
das Steueraufkommen der Gemeinden wurde durch die Zuweisung der Grundsteuer,
der Gewerbe-, der Bürgersteuer (später Ausgleichsbeträge) und der Getränkesteuer
bedeutend gehoben. Charakteristisch ist weiters, daß die Schlüsselzuweisungen
nicht nach dem Steueraufkommen, sondern nach dem ungedeckten Bedarf bemessen
wurden. Die Entwicklung des Steuerwesens der Gemeinden und des Steuerauf-
kommens der Stadt Innsbruck vom Jahre 1937 an wird bei der Besprechung der
Tabelle XXIII/C dargestellt.
428
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459/506
Nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches wurde die Deutsche Gemeinde-
ordnung mit ihren Nebengesetzen durch die Kundmachung vom 10. Juli 1945,
STGBI. Nr. 68, aufgehoben. An ihre Stelle trat das vorläufige Gemeindegesetz vom
10. Juli 1945, STGBl. Nr. 663). Das Verfassungsüberleitungsgesetz vom 1. Mai 1945
setzte das deutsche Finanzausgleichsrecht und das österreichische Finanzverfassungs-
gesetz vom Jahre 1934 außer Kraft und das österreichische Finanzgesetz vom
Jahre 1931 wieder in Wirksamkeit. Da dieses Gesetz nur die verfassungsrechtlichen
Grundlagen zur Abgabenteilung aber keine Bestimmungen über die Abgabenteilung
selbst enthielt, mußte notgedrungen das frühere deutsche Ausgleichsrecht vorüber-
gehend beibehalten werden; die Länder und Gemeinden erhielten vorschußweise
Zuwendungen oder behielten dem Bund zukommende Beträge vorläufig zurück.
Der Entwurf eines Finanzausgleichs-Übergangsgesetzes 1946, der die endgültige
Regelung hätte herbeiführen sollen, hat nie Gesetzeskraft erlangt. Erst durch das
Finanzverfassungsgesetz und das Finanzausgleichsgesetz vom 21. Jänner 1948 fand
diese Übergangszeit ein Ende. Nach dem neuen Finanzausgleichsgesetz gelten die
bis zum 31. Dezember 1947 vom Bund den Ländern und Gemeinden vorschußweise
gewährten Zuwendungen oder die von diesen zurückbehaltenen Beträge als endgültige
Zahlungen. Es sei noch darauf hingewiesen, daß die Einteilung der Abgaben im neuen
Finanzverfassungsgesetz dieselbe geblieben ist, wie sie in Österreich vor 1938 in
Geltung war; nur werden die,,gleichartigen Abgaben" des Bundes und der Länder
zur klareren Begriffsabgrenzung als,,Abgaben von demselben Besteuerungsgegen-
stand" bezeichnet. Wichtig für die Erhaltung der Einheitlichkeit der Haushalts-
führung der Gemeinden ist, daß dem Bundesministerium für Finanzen das Recht
eingeräumt ist, im Einvernehmen mit dem Rechnungshof Form und Gliederung
der Voranschläge und Rechnungsabschlüsse zu regeln. Die Abgabenteilung, wie sie
das bis 31. 12. 1948 befristete Finanzausgleichsgesetz vorsieht, ist für die Gemeinden
nicht ungünstig.
Die 6 Tabellen XXIII/A-F gewähren einen Einblick in die Finanzwirtschaft
der Stadt seit Einführung der Schillingwährung unter Bundeskanzler Seipel. Wie
aus dem Aufwand eines privaten Haushaltes auf das Einkommen und den Lebens-
standard der Familie Schlüsse gezogen werden können, so kennzeichnen vor allem
die Ausgaben des ordentlichen Haushaltes einer Gemeinde, d. h. jenes Teiles des
Voranschlages, der nach van der Borght die regelmäßig wiederkehrenden,
dauernden, nur allmählich sich verschiebenden Einnahme- und Ausgabeposten
enthält, die wirtschaftliche Kraft und jenen Bedarf, dessen Deckung der Gemeinde-
vertretung für die Erfüllung der feststehenden Pflichtaufgaben und für die Wohl-
fahrt der Bevölkerung jeweils unerläßlich erscheint. Es war nicht immer die zwin-
gende Not allein, die die Ausgaben hinauftrieb, es waren auch die gesteigerten An-
sprüche, die der herrschenden Auffassung über die gebührende Lebenshaltung der
Bevölkerung entsprachen.
Die Tabelle XXIII/A in Verbindung mit dem Diagramm Nr. 18 bietet ein Bild
der Entwicklung des ordentlichen Haushaltes der Stadt zurück bis zum Jahre 1923.
Der Rechnungsabschluß dieses Jahres weist die Einnahmen und Ausgaben noch in
österreichischen Kronen, und zwar mit 29060 759890 und mit 22341 762279 aus.
Diese Werte sind zur Anpassung an die von 1924 an folgenden Schillingbeträge in
der Tabelle mit einem Zehntausendstel ihres Nennwertes eingesetzt. Die gefestigte
neue Währung brachte allmählich einen wirtschaftlichen Aufschwung mit sich. Aus
der Tabelle und dem Diagramm läßt sich erkennen, daß anfänglich die Ausgaben
3) Seit 1. 10. 1949 gilt für Innsbruck das Stadtrecht vom 2. Juni 1949, LGBl. 40.
429
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460/506
430
300+
250
200
450
Diagramm Nr. 18
Die ordentlichen Ausgaben der Stadt Innsbruck je Einwohner in den Jahren 1923 bis 1946
Beträge: 1923-1937 Schillinge, 1938-1944 Reichsmark, 1945 und 1946 Schillinge
400
1923 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46
(Der schraffierte Teil der Stäbe veranschaulicht 1937 die Umrechnung des Schillingbetrages in RM im Verhältnis von 3:2 und 1945 die
Aufrundung der für die Übergangszeit vom 1. 4. bis 31. 12. ausgewiesenen Ausgaben auf einen Jahresaufwand.)
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vorsichtig den steigenden Steuereinnahmen angepaßt wurden. Seit 1928 zeigten
sich schon Fehlbeträge; zuerst im minimalen Betrag von 284200, im Jahre 1931
aber schon in der Höhe von 1,263 267 S. Der Aufstieg war zu Ende. Die folgenden
Jahre waren eine Zeit der angespanntesten Finanzlage der Stadt. Die Einnahmen
konnten über 14.5 Millionen nicht gesteigert, die Ausgaben trotz Streichung jedes
nicht unbedingt nötigen Aufwandes nicht unter 15 Millionen gesenkt werden. Erst
die Jahre 1936 und 1937 brachten trotz des Rückganges der Steuern eine bessere
Ausgeglichenheit des Haushaltes. Das Diagramm, das auf den auf den Kopf
der jeweiligen Bevölkerung umgerechneten Ausgaben aufgebaut ist, gibt ein unver-
fälschtes Bild der damaligen Not.
Das Rechnungsjahr 1938, das letzte bis 1946, das sich mit dem Kalenderjahr
deckt, nimmt als ausgesprochenes Übergangsjahr eine Sonderstellung ein. Ein-
nahmen und Ausgaben stiegen, wenn man die Schillingsummen des Rechnungs-
abschlusses von 1937 im Verhältnis von 3:2 Reichsmark umrechnet, um mehr als
100%. Außerordentliche Beihilfen des Reiches erleichterten den Übergang. Das
neue volle Rechnungsjahr 1939/40, das den Zeitraum vom 1. 4. 1939 bis 31. 3. 1940
umfaßt, brachte nochmals einen Abgang von rund 500 000 Reichsmark. Die Ausgaben,
die durch die notwendige Personalvermehrung in fast allen Abteilungen besonders
im Bauamt, durch die Errichtung des Standesamtes, des Statistischen Amtes, der
Adremastelle, des Verkehrsamtes, des Ernährungsamtes und anderer durch die
Kriegswirtschaft notwendig gewordener Ämter hervorgerufen wurden, verhinderten
den Ausgleich. Vom Rechnungsjahr 1940/41 an kam für die Stadtgemeinde das
deutsche Steuerwesen zur vollen Entfaltung. Die Ausgaben blieben hinter den Ein-
nahmen zurück. Der Höhepunkt dieser Entwicklung wurde im Rechnungsjahr
1943/44 mit 31.5 Millionen Einnahmen und 30 Millionen Ausgaben erreicht. Der
Übergangszeitraum vom 1. 4. bis 31. 12. 1945 nach dem Zusammenbruch des Deut-
schen Reiches trägt wiederum den Stempel äußerster Selbsteinschränkung. Wenn
man die Einnahmen und Ausgaben dieses Zeitraumes auf 12 Monate umrechnet,
erhält man eine Jahreseinnahme von 15.5 Millionen und eine Ausgabe von 14.9 Milli-
onen, also nur die Hälfte des Höchstausmaßes. In dieser Umrechnung verhält sich
das angenommen volle Jahr 1945 zu 1943/44 wie 1937 zu 1938. Das Rechnungsjahr
1946, das sich wiederum mit dem Kalenderjahr deckt, entwickelte sich günstig. An
Einnahmen waren 14.2 Millionen, an Ausgaben 17 Millionen präliminiert. Der
Rechnungsabschluß lautete dann auf 22.1 Millionen an Einnahmen und 20.8 Millionen
an Ausgaben; abgesehen von der allmählich ansteigenden Teuerung blieb das
Jahr 1946 noch von tiefer greifenden wirtschaftlichen Störungen verschont. Das
erste Lohn- und Preisabkommen und die Währungsschutzmaßnahmen wurden erst
im Jahre 1947 nötig.
Die Tabelle XXIII/B vervollständigt das bisher gegebene Bild für den Zeitraum
von 1937 einschließlich 1946 durch die gesonderte Angabe der Steuereingänge von
den ordentlichen Einnahmen und des Personalaufwandes von den Ausgaben, durch
die Zahlen des außerordentlichen Haushaltes und durch die Vermögensaufstellung;
weiters wurden in dieser Tabelle auch die Eingänge der wichtigsten Gebühren auf-
genommen. Der Prozentsatz der Steuereingänge von den Gesamteinnahmen und der
Prozentsatz des Personalaufwandes von den Gesamtausgaben sind Gradmesser
der Wirtschaftsführung. Die Steuern haben im Einkommen der Gemeinden seit
Jahrhunderten subsidiären Charakter; die Ausgaben sind in erster Linie mit den
Einkünften aus dem ,,Gemeindeeigentum" zu bestreiten und erst der ungedeckte
Rest ist durch Steuern zu decken, auch der Personalaufwand ist nicht Selbstzweck
der Gemeindewirtschaft, sondern soll zur Erfüllung der Gemeindeaufgaben mit
431
Seite 462
462/506
überwiegend sachlichem Aufwand führen. Es ist nicht zu übersehen, daß im Jahre
1937 die fraglichen Prozentsätze 52.5 und 32.2, im Rechnungsjahr 1943/44 36.2
und 18.8 und im Jahre 1946 37.2 und 32.5 lauteten.
Auch die Zahlen des außerordentlichen Haushaltsplanes halten, wie die dar-
gestellten 10 Jahre zeigen, mit dem jeweiligen Umfang des ordentlichen Haushalts-
planes Schritt. Zu den außerordentlichen Ausgaben, die nie dauernde sein können,
gehören Ausgaben für Bauvorhaben, für Grundstückkäufe, für außergewöhnliche
Neuanschaffungen, für größere Kapitalsbeteiligungen, für außerordentliche Schulden-
tilgung usw. In Zeiten wirtschaftlicher Schwäche wird eine Gemeindeverwaltung
ohne Zwang keine derartigen Rechtsgeschäfte abschließen. Die ausgewiesenen hohen
Beträge dienten vorwiegend zur Finanzierung des Rathaus-Erweiterungsbaues in
der Fallmerayerstraße, des Schulhausbaues in der Mandelsbergerstraße, zum Bau
von Volks- und Mittelwohnungen für die Südtiroler Umsiedler, zur Beteiligung an
Verkehrsunternehmungen (Lokalbahn Innsbruck-Hall, Patscherkofelbahn, Stubai-
talbahn), zu Grundstückankäufen, zur Finanzierung der Erweiterung von Stadt-
entwässerungsanlagen und zur vorzeitigen Tilgung alter Darlehen.
Frühere Vermögensnachweise der Gemeinden haben nur dann vollen Wert, wenn
sie nach gleichen Normen, insbesondere auf Grund gleicher Bewertungsbestimmungen
aufgestellt sind. Die Richtlinien der deutschen Verordnung über das Kassen- und
Rechnungswesen der Gemeinden (KuRVO.) wurden für die Vermögensaufstellung
der Stadt vom Rechnungsjahre 1940/41 angewendet; von da an sind die Ergebnisse
untereinander vergleichbar, mit den früheren vor 1940 zustande gekommenen Auf-
stellungen nicht. Die Verschuldung je Einwohner betrug am Ende des Rechnungs-
jahres (Rechnungszeitraumes)
1940/41
247.15 RM
1941/42
260.29 RM
1942/43
266.95 RM
1943/44
241.49 RM
1944/45
247.64 RM
1945
1946
261.08 S
236.84 S
1.04 $
=rund 226.40 S
Die Schwankungen der Kopfziffern sind bei der annähernd gleichbleibenden
Verschuldung mit der schwankenden fortgeschriebenen Bevölkerungszahl zu er-
klären. Die durchschnittliche Kopfquote in den sieben angeführten Jahren betrug
rund 252 RM oder S, sie steht über den im Statistischen Jahrbuch deutscher Ge-
meinden vom Jahre 1941 bekanntgegebenen Durchschnitten4).
In der Fußnote zu Tabelle XXIII/B ist noch der Vollständigkeit halber der
wichtigsten Gebühren für die Gemeindeeinrichtungen und Anlagen5), die für Zwecke
4) Nach dem Statistischen Jahrbuch deutscher Gemeinden vom Jahre 1941 war am 31. 3. 1940
die Gesamtverschuldung je Einwohner bei den Gemeinden über 500000 Einwohner (ohne
Berlin) mit einem Durchschnittsbetrag von fast 240 Reichsmark am höchsten und bei den
Gemeinden mit 20000-50000 Einwohnern mit einem Durchschnittsbetrag von 174 Reichs-
mark am niedersten.
5) Zu diesen Anlagen zählen Einrichtungen zur Abfuhr von Abfallstoffen, Wasserleitungs-
anlagen, Kanalisationen und dergleichen. Den Gegensatz hiezu bilden die erwerbswirtschaft-
lichen Einrichtungen der Gemeinde (Betriebe). Als solche kann man jene bezeichnen, die
gegen Entgelt Leistungen zur Verfügung stellen, die ihrer Art nach auch durch Privat-
unternehmer mit der Absicht auf Gewinnerzielung in den allgemeinen Verkehr gebracht zu
werden pflegen" (Popitz). Zu den Betrieben zählen Stromversorgungsanlagen, Gaswerke,
Kleinbahnen, Leichenbestattungsunternehmen usw.
432
Seite 463
463/506
der öffentlichen Verwaltung betrieben werden, gedacht. Die jeweils geltende landes-
gesetzliche Regelung, die auf der Finanzausgleichsgesetzgebung beruht, gab den
Gemeinden bisher innerhalb gewisser Schranken ein freies Beschlußrecht für die
Gebührenfestsetzung. Seit dem Jahre 1934 durften die erhobenen Gebühren das
Jahreserfordernis für die Erhaltung, den Betrieb und die Amortisation der Anlage
nicht überschreiten).
In den jährlichen Haushaltsplänen der Stadt Innsbruck ist jedesmal eine Über-
sicht über die Entwicklung der Steuereinnahmen aufgenommen, die mehrere Rech-
nungsjahre umfaßt und das Steueraufkommen der verschiedenen jeweils geltenden
Steuerarten enthält. Diese Übersichten sind die Grundlage der Tabelle XXIII/C,
die die Entwicklung des Abgabenrechtes der Gemeinden und der Steuereinnahmen
der Stadt Innsbruck von 1937-1946 vermitteln soll. In der Gliederung der Steuer-
arten lehnt sich die Tabelle aus praktischen Gründen an die erwähnten Übersichten
an. Unter den,,eigenen" Gemeindesteuern sind von Punkt 1-7 jene ausschließlichen
Gemeindeabgaben vorangestellt, die nach der Eingliederung Österreichs in das
Deutsche Reich bald der Aufhebung verfielen. Die Abgaben unter 8-13 sind Über-
bleibsel aus der Systematik des österreichischen Finanzausgleiches. Die Fürsorge-
abgabe und die Wertzuwachsabgabe waren gemeinschaftliche Landesabgaben, die
Zuschläge zu den Immobiliargebühren Zuschlagsabgaben des Bundes, die Zuschläge
zur Landesenergieabgabe, zur Landesgrundsteuer und Landesgebäudesteuer Zu-
schlagsabgaben des Landes. Auch diese Abgabenformen wurden bald beseitigt. Die
Wertzuwachsabgabe wurde durch eine Wertzuwachssteuer ersetzt, sie hielt sich bis
September 1944. Der Zuschlag zu den Immobiliargebühren behauptete sich als
Zuschlag zur Grunderwerbssteuer über 1946 hinaus. Die unter Punkt 14-22 auf-
gezählten Steuern sind mit Ausnahme der Feilbietungsabgabe und der Hundesteuer,
den zwei einzigen Steuern, die von den ausschließlichen Gemeindeabgaben aus der
Zeit vor 1938 übriggeblieben sind, für österreichische Gemeinden durchwegs neue
Steuern. Die genauen Daten über die Aufhebung und Einführung der einzelnen
Steuerarten sind in der Tabelle vermerkt?). Übrigens bleiben nach dem österreichi-
schen Finanzausgleichsgesetz 1948 den Gemeinden die Grundsteuer, die Gewerbe-
steuer nach Ertrag und Kapital, die Lohnsummensteuer, die Getränkesteuer, die
Vergnügungssteuer, die Abgabe für das Halten von Tieren, die Feilbietungsabgabe
und Ankündigungsabgabe als ausschließliche Gemeindeabgaben gesichert.
Das gesamte Steueraufkommen, das sich in den Jahren 1937-1946 auf 4.3 bis
13 Millionen Reichsmark im Jahre belief, wurde schon bei der Besprechung der
Tabelle XXIII/B in seinem perzentuellen Verhältnis zu den Gesamteinnahmen
der Stadt berührt. Von den einzelnen Steuerarten kamen im Jahre 1937 den Bundes-
abgaben-Ertragsanteilen, der allgemeinen und besonderen Verbrauchsabgabe
(Akzise, Gefälle) und den Zuschlägen zur Landesenergieabgabe und zur Landes-
gebäudesteuer besondere Bedeutung zu, während im Jahre 1946 als wichtigste
Einnahmequellen die vom Bund eingehobene, der Stadt in der Höhe des Steuer-
aufkommens zugewiesene Gewerbesteuer, die Bürgersteuer-Ausgleichsbeträge, die
Grundsteuer, die Lohnsummensteuer und Vergnügungssteuer hervortreten. Wie
die Tabelle XXIII/C die Steuern als wichtige Einnahmequellen gliedert, gliedert
die Tabelle XXIII/D den Personalaufwand als bedeutende Ausgabenpost. Die Gliede-
*) Diese Einschränkung des freien Beschlußrechtes hinsichtlich des Höchstausmaßes ist
im § 10, Abs. 3, Pkt. d des FAG von 1948 nicht mehr enthalten.
) Vergleiche,,Das Los der vor dem Jahre 1938 erhobenen Steuern, Steuerzuschläge und
Steueranteile von Innsbruck" von Dr. R. Böckle, Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck,
Nr. 1 von 1948.
28
433
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rung ist natürlich viel einfacher als bei den Steuern; die Gliederungsmerkmale sind
nur Aktivität und Ruhestand und die Stellung im Beruf: Beamter, Angestellter,
Arbeiter. Die erste Frage gilt immer dem Verhältnis des Aufwandes für die Aktiven
zum Aufwand für die Ruheständler. Die Antwort gibt die nachstehende Übersicht
in Prozenten des Gesamtpersonalaufwandes; die,,sonstigen Personalauslagen",
die 2 Prozent des Aufwandes nie erreichten, enthalten Todfallsbeiträge, Aushilfen,
Remunerationen, Auslagen für Amtsbekleidung und ausnahmsweise (1941) auch
Reisekosten und Kosten der Beamtenschulung.
Rechnungsjahr
Aktivitätsbe-
züge jeder Art
Ruhebezüge
jeder Art
Sonstige Per-
sonalausgaben
in Prozenten des gesamten Personalaufwandes
1941/42
83.3
14.8
1.9
1942/43
84.7
14.3
1.0
1943/44
84.6
14.6
0.8
1944/45
85.1
14.3
0.6
1945, 1. 4.-31. 12.
84.3
15.0
0.7
1946
84.4
14.1
1.5
Durchschnitt
84.4
14.8
1.1
Ein Durchschnitt von 14.8 Prozent des Personalaufwandes in den 6 in Betracht
gezogenen Jahren, von dem 1.6% auf Ruhelöhne entfallen, ist keine übermäßige
Pensionslast. Die Aktivitätsbezüge von durchschnittlich 84.4% des gesamten
Personalaufwandes verteilen sich nach der Stellung der aktiven Bediensteten wie
folgt: es entfallen auf
Beamte
Angestellte
Arbeiter
24.9%
37.3%
22.2%
Die Senkung des Prozentsatzes der Beamtengehälter von 27.3 auf 17.4% im
Jahre 1946 und die gleichzeitige Steigerung der Vergütungen an Angestellte von
35.8 auf 43% erinnert an den Ersatz der ausgeschiedenen politisch mehr oder minder
belasteten Beamten durch Vertragsangestellte.
Die beiden Tabellen XXIII/E und F führen in die 10 Einzelpläne des ordentlichen
Haushaltsplanes der Rechnungsjahre 1941/42 bis 1946 ein. Aus Tabelle XXIII/E
ist ersichtlich, wie sich die Einnahmen und Ausgaben auf die 10 Einzelpläne
verteilen, die Tabelle XXIII/F zeigt die Verteilung des Personalaufwandes.
Nach Tabelle XXIII/E weisen von den 10 Gruppen Überschüsse der Natur der
Sache nach regelmäßig die wirtschaftlichen Unternehmungen und die Finanz-
und Steuerverwaltung auf; dreimal sind mit geringfügigen Überschüssen auch die
öffentlichen Einrichtungen (Stadtentwässerung, Mullabfuhr, Badeanstalten, Fried-
höfe usw.) vertreten. Die übrigen Verwaltungszweige waren ständig zuschußbedürftig.
Die größten Zuschüsse benötigten stets die allgemeine Verwaltung und das Für-
sorgewesen, in manchen Jahren auch das Schul- und das Bau- und Siedlungswesen.
Die in die Tabelle aufgenommenen Prozentsätze sind Kontrollzahlen der Ausgaben-
entwicklung der Einzelpläne. Durch sie werden Verschiebungen der Ausgaben leicht
wahrnehmbar und verlangen nach Aufklärung. So wurde die Steigerung der Ausgaben
434
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465/506
der allgemeinen Verwaltung von 6 auf 15% in der Hauptsache durch die im Jahre
1946 vorgenommene Verrechnung der gesamten Ruhebezüge und Ruhegelder
auf diesem Einzelplan verursacht, während das sprunghafte Hinaufschnellen der
Ausgaben der Finanz- und Steuerverwaltung von 19.6% auf 36.2% und schließlich
auf 46.8% mit der Einführung des Kriegsbeitrages, der im Jahre 1945 noch als
Wiederaufbaubeitrag beibehalten wurde, mit Rücklagenbildungen und besonders
mit der Abwicklung mehrerer Vorjahre in den Rechnungsabschlüssen 1943 und 1946
in Beträgen von 4.2 und 5 Millionen Schilling erklärt werden kann; die Senkung
der Fürsorgeausgaben ist auf den Entfall des Einsatz- und Räumungs-Familien-
unterhaltes zurückzuführen. Besonders instruktiv können derartige Vergleiche mit
anderen Städten sein; sie haben allerdings zur Voraussetzung, daß der Aufbau der
Haushaltspläne unbedingt gleichartig ist, eine Voraussetzung, die, seitdem der
Zwang zur einheitlichen Form des Haushaltsplanes aufgehört hat, nicht mehr
ausnahmslos gegeben ist. Ähnliche Studien sind an der Hand der letzten Tabelle,
der Tabelle XXIII/F, auch über den Personalaufwand möglich. Die Verteilung
auf die 10 Einzelpläne war ziemlich konstant; nur die Einzelpläne 0 und 9 zeigen
stärkere Schwankungen. In einem Fall läßt sich der Anstieg auf 39.8% mit der
schon erwähnten Verrechnung aller Ruhebezüge auf dem einen Einzelplan, im
anderen Fall die Senkung auf 5.5% mit dem Ersatz einer Reihe von Beamten
höheren Dienstalters und -grades durch jüngere, viel billigere Kräfte begründen.
Das Rechnungsjahr 1946 wird als erstes volles Jahr im wiedererstandenen Öster-
reich für die künftige finanzielle Entwicklung Ausgangspunkt und Vergleichsbasis
sein. Aus diesem Grunde seien die Ausführungen über die Finanzwirtschaft der
Stadt mit der nachstehenden Zusammenstellung der kennzeichnendsten Summen
und Meẞzahlen aus diesem Rechnungsjahr abgeschlossen:
Rechnungsjahr 1946
Einwohnerzahl = 97884
I. Ordentlicher Haushalt
S 22122815.--
S 20864362.
1258453.-
8245037.--
6785 607.-
SSSSS
Einnahmen
Ausgaben
Überschuß
Steuern
Personalaufwand
Pensionsaufwand
S
964 360.-
S 213 je Einwohner
37.3% der Einnahmen
32.2% der Ausgaben
= 14.1% des Personalaufwandes
4.6% der Ausgaben
II. Außerordentlicher Haushalt
Einnahmen
Ausgaben
S
448418.
S
152574.-
= S 1.5 je Einwohner
III. Vermögens-Aufstellung
+ $ 101 600.-
$
101 600.-
Aktiv-Vermögen S 151360 260.-
Passiv-Vermögen S 23183116.- = S
Rein-Vermögen
S 128177144.-
28°
236.84 (min. 1.04 $) je Einwohner
F.
435
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466/506
Tabelle XXIII/A
Einnahmen und Ausgaben des ordentlichen Haushaltes der Stadt Innsbruck in den
Jahren 1923 bis 1946; Ausgaben je Einwohner
Rechnungsjahr
Einnahmen Ausgaben
Fehlbetrag
Währung
Überschuß Ausgaben
je Einw.
1923
S
2906075
2234176
671899
39
1924
S
4611 194
3553991
1057 203
61
1925
S
6035710
4780750
1254960
81
1926
S
7073167
5910253
1162914
100
1927
S
7886589
7792614
93975
132
1928
S
9532479
9816685
284 204
165
1929
8
9754726
10225042
470316
1930
S
12661705
13108821
1931¹)
S
12985818
14249 085
1932
S
14625436
15117733
1933
S
14497165
15452215
1934
S
14155455
15320473
447116
1263 267
492297
955050
1165018
1935
S
14417 199
15606885
1936
S
12408922
13153095
1189 686
744173
1937
S
12401 608
12987004
(=RM
8267 739
8658003
585 396
390264
1111111111
171
219
237
250
254
251
254
213
209
139)
1938 RM (2 RM
3 S)) 18006 765
17938057
68 708
271
1939/40 RM²)
15854477
16388530
534053
209³)
1940/41 RM
21372763
20276422
1096341
220
1941/42
RM
25125856
23565424
1560432
243
1942/43
RM
29 254911
25836021
3418890
260
1943/44
RM
31 406 640
1944/45 RM
25 880966
29 809968
23327500
1596 672
289
2553466
234
1. 4.-31.12.
1945 S (1 S = 1 RM)
13181810
11 191412
1990 398
122
1946
S
22122815
20864 362
1258 453
213
Magistratsabteilung III, Buchhaltung.
1) Die Betreffnisse aus der im Jahre 1931 aufgenommenen Schweizer Franken-Anleihe von
30 Millionen sind in den Schilling-Summen der Rechnungsjahre 1932 einschließlich 1937 im
Umrechnungsverhältnis von 100:175 enthalten.
3) Das Rechnungsjahr 1938 umfaßt das Kalenderjahr, das Rechnungsjahr 1939/40 den
Zeitraum vom 1. 4. 1939 bis 31. 3. 1940, über die dazwischenliegenden 3 Monate besteht ein
eigener Rechnungsabschluß, der in der ordentlichen Gebarung an Einnahmen 3111377 und
an Ausgaben 2832771 RM enthält.
3) Für das Rechnungsjahr 1939 weist das Statistische Jahrbuch deutscher Gemeinden 1941
in der Gruppe der Städte mit über 50000 bis 100000 Einwohnern an Ausgaben des ordentlichen
Haushaltes je Einwohner Beträge von 74.9 RM (Pirmasens) bis 231.4 RM (Heidelberg) aus.
436
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Tabelle XXIII/B
Einnahmen und Ausgaben des ordentlichen und außerordentlichen Haushaltes der Stadt Innsbruck in den Jahren 1937 einschließlich 1946
Steuern Personalaufwand - - Vermögensaufstellung
Ordentlicher Haushalt
Außerordentlich. Haushalt
Vermögensaufstellung
Einnahmen¹)
Ausgaben¹)
Rechnungsjahr
Währung
davon Steuern³)
dav. Personalaufw.
Aktiv-
Passiv-
Rein-
insgesamt
Betrag
v.H.d. insgesamt
Einn.
Betrag
v.H.d. Einnahmen Ausgaben
Ausg.
vermögen
1937
S
RM (2 RM 3 S)
12401 608
8267739
6515786
4343860
52.5
12987004
8658003
4180235
2786824
32.2
181 153
120768
1074171
716114
116905406
51088454
65816952
1938
RM
18006765
5318651 29.5
17938057
3644985 20.3
1743274
1777456
79 623 828
2981 783
sfr.
24079 670
76642035
-sfr.
24079 670)
1939/40 RM
1940/41 RM
1941/42 RM
15854477
21372763
6401 339
40.4
16388530
4369084 26.6
3056964.
9637 633
45.1
20 276 422
4878188
24.0
12197343
6100543
12471 094
25125856
11083916
44.1
23565424
5629 503
23.9
10816757
9160043
118185715
128282907
22702517
25270 153
.4)
95483 198
103012754
1942/43 RM
29254911
13010222
44.5
25836021
5653851
21.9
7450073
4039455
184276991
26510701
107766290
1943/44 RM
31406640
11361860
36.2
29 809 968
5592844
18.8
3530571
4295421
1944/45 RM
25880966
11076979
42.8
23 327 500
5472070 23.4
3511 323
3143178
141 852899
145 650 630
24841 434
24584712
117011465
121065918
1.4.-31.12.
1945 S (SRM)
1946
S
13181810
22122815
5559 690
8245037 37.3
42.2
11 191412
20864 362
4011054 35.8
6785607 32.5
2164418
448418
101 281
152574
146384970
151 360 260
$ 101 600
23942 354
23183116
+$ 101600
122442616
128177144
Magistratsabteilung III (Buchhaltung) und Gehalts- und Lohnrechnungsstelle.
1) In den Rechnungsjahren 1937 einschließlich 1940/41 sind die Gesamteinnahmen und -ausgaben, von 1941/42 an die Reineinnahmen und -ausgaben
angegeben. Die Gesamteinnahmen und -ausgaben, die die internen Zahlungen (Erstattungen) enthalten und sich in Einnahme und Ausgabe ausgleichen, sind
im Durchschnitt nur um 3% höher als die Reineinnahmen und -ausgaben, in denen die Erstattungen nicht enthalten sind.
2) Neben den Steuern treten unter den Einnahmen die Gebühren für Gehwegreinigung, Mullabfuhr, Kanalbenützung und Wasserbezug hervor; nach der
Eingliederung der vom Bauamt betreuten Wasserleitungsanlagen in die Stadtwerke sind die Wassergebühren Einnahmen der Werke geworden.
Rechnungsjahr
Währung
Gehweg-
reinigungs-
Mullabfuhr-
Kanal-
benützungs-
Wasser-
Rechnungsjahr
Währung
Gehweg-
reinigungs-
Mullabfuhr-
Kanal-
benützungs-
Wasser-
Gebühr
Gebühr
S
1937
RM
42305
28 204
208 201
138800
820464
546976
959 639
1942/43 RM
145892
639 758
1943/44 RM
138 365
220437
212421
1938
RM
150444
534 109
730984
1944/45 RM
137 245
201852
706809
621 293
652602
1939/40 RM
134753
180749
1940/41 RM
1941/42 RM
142639
143392
177 650
194690
578 689
651919
614061
772277
167 360
1.4.-31.12.
1945
S
92745
136822
480 270
1946
S
137217
202425
842753
3) Das Reinvermögen vermindert sich um die Schweizer Franken-Schuld, über deren Wert in RM damals kein feststehender Kurs bestand. Erst nach der
Umwandlung mit 1. 10. 1940 wurden 57 RM für 100 sfr. fixiert.
4) Für das Rechnungsjahr 1939 ist eine Vermögensaufstellung mangels zwingender Bestimmungen zur Anwendung der neuen reichsdeutschen Vorschriften
unterblieben.
436 a
Seite 468
468/506
Steuerart
Tabelle XXIII/C
Die Entwicklung der Steuern und der Steuereinnahmen und Zuweisungen der Stadt Innsbruck in den Jahren 1937 einschließlich 1946 (Istaufkommen)")
1937
1938
RM
1939/40
RM
1940/41
RM
1941/42
RM
1942/43
RM
1943/44
RM
1944/45
RM
1.4.-31.12.
1945
1946
S
S
RM
S
Einführungsdaten
397 348
3835846
1070183
Zu I. Vom 1. 4. 1943 an statt der Bundes-Ab-
gabenertragsanteile Schlüsselzuweisungen, die im
umgekehrten Verhältnis zur Steuerkraft der Ge-
meinde stehen. Im Jahre 1945 fallen sie aus, im
Jahre 1946 betragen sie 50% einer auf Grund der
Steuerkraft berechneten Schlüsselzuweisung.
Zu II. Vom 1. 4. 1943 an erhebt das Reich die Ge-
werbesteuer in vereinfachter Form, die Gemeinden
erhalten Gewerbesteueranteilsbeträge. Im 1. Halb-
jahr 1945 werden 70%, im 2. Halbjahr 60% des
Ausmaßes von 1944 überwiesen. Vom 1. 1. 1946 an
erhält die Gemeinde das gesamte Aufkommen an
Gewerbesteuer. Die Bürgersteuer wird vom
J. 1943 an durch den Bürgersteuer-Ausgleichsbe-
trag ersetzt; im 1. Halbjahr 1945 70%, im 2. Halb-
jahr 60%, im J. 1946 68% des Ausmaßes von 1944.
Zu III. Die Gemeindeabgaben 1-8 und 11 werden
mit 1. 4. 1939 aufgehoben, an ihre Stelle tritt die
Gewerbesteuer nach Ertrag und Kapital.
Vom 1. 6. 1940 an statt Wertzuwachsabgabe (9)
Wertzuwachssteuer, an Stelle dieser ab Sept. 1944
Zuschlag zur Grunderwerbsteuer.
Vom 1. 5. 1940 an statt des Zuschlages zu den Im-
mobiliargebühren (10) Zuschlag zur Grund-
erwerbsteuer. Die Zuschläge unter 12 und 13 fallen
mit 1. 4. 1941, dafür Einführung der Grundsteuer.
Wirksamkeitsbeginn der neuen Steuern:
(14) Grundsteuer 1. 4. 1941.
(15) Gewerbesteuer 1. 4. 1939, statt dieser Ge-
werbesteuer-Anteilsbeträge v. 1. 4. 1943 an.
(16) Lohnsummensteuer 1. 9. 1939.
(17) Bürgersteuer 1. 1. 1940, statt dieser Bürger-
steuer-Ausgleichsbeträge von 1943 an.
(19) Getränkesteuer 1. 1. 1940.
(20) Vergnügungssteuer 1. 1. 1940 statt Ver-
gnügungsabgabe.
(22) Jagdsteuer 1. 7. 1940.
Feilbietungsabgabe (18) u. Hundesteuer (21)
gründen sich auf das österr. Gemeindeabgaben-
gesetz von 1935.
Schlüsselzuweisungen
II. Steuerzuweisungen
Gewerbesteuer-Anteilsbeträge
Gewerbesteuer
Bürgersteuer-Ausgleichsbeträge
III. Eigene Gemeindesteuern
1. Gasverbrauchsabgabe
2. Plakatabgabe
3. Steckschilderabgabe
I. Finanzzuweisungen
B.-Abg.-Ertragsanteile,
1134039
756025
1121626
1471426
1348464
730536
1910829
289 244
414696
11
11
5961045
1556982
5970988
1573774
2985494
788241
209965
139976
267 493
2488
15590
10393
9812
1459
11689
7796
7744
883
4. Konzessionsabgabe
13180
8787
8932
7176
5. Untermietabgabe
52301
34868
34864
2758
6. Luxusgaststättenabgabe
128713
85 809
94101
10813
111111
7. Allgemeine und besondere Ver-
brauchsabgabe (Gefälle)
1184098
789 399
938 349
62839
8. Fürsorgeabgabe
429655
9. Wertzuwachsabgabe, -steuer
14250
286436
9.500
373681
71551
22154
44764
22395
34126
59096
41515
4781
2330
10. Zuschläge
11. Zuschläge zur Landesenergieabg.
12. Zuschläge zur Landesgrundsteuer
13. Zuschläge z. Landesgebäudesteuer
zu den Immobiliargeb.
zur Grunderwerbsteuer
81578
1200000
52812
1583752
54 385
800 000
35 208
1055835
43841
825 222
160 280
115944
70812
82994.
24885
3050
4844
16196
81 839
1181 850
30042
1287 159
70786
1220427
14. Grundsteuer
15. Gewerbesteuer
16. Lohnsummensteuer
17. Bürgersteuer
18. Feilbietungsabgabe
3583
2389
2091
2073 158
122384
585095
3455
19. Getränkesteuer
20. Vergnügungsabgabe, -steuer
21. Hundesteuer
351014
49567
234 009
33045
265776
39276
436794
26815
22. Jagdsteuer
4447435
281511
1297244
1647
575510
203 852
52 264
154
1737446
5244020
316232
1841765
1811426
6306631
294795
1611742
1858 362
441865
1826231
166316
308 483
300 860
1150281
20430
185914
1707 215
6174
388 826
23. Aufgehobene Abgaben
403
760477
199587
56511
218
91783
3573
660037
7679
1158
590530
206001
52184
426
10488
228 598
51202
312
999
559772
214580
40620
312
153794
234751
33377
234
146480
637903
38554
312
Insgesamt
6515786
4343 860
5318651
6401 339
9637 633
11083916 13010222
11361860
11076979
5559 690
8245037
Magistratsabteilung III, Buchhaltung.
1) Istaufkommen = tatsächliche Einnahme während des Abrechnungszeitraumes im Gegensatz zur vorgeschriebenen Einnahme.
436b
Seite 469
469/506
Tabelle XXIII/D
Gliederung des Personalaufwandes des Stadtmagistrates Innsbruck nach der Art
der Ausgabe in den Rechnungsjahren 1941/42 einschließlich 1946
1941/42
1942/43
1943/44
Art
Betrag
%
Betrag
%
Betrag
%
Gehälter der Beamten¹)
1442567
25.6
1515175
26.8
1539 122
27.5
Vergütungen der Angestellten
1916544
34.0
1973758
34.9
1975952
35.3
Löhne der Arbeiter
1332375
23.7
1299 936
23.0
1215181
21.8
Ruhegehälter
743815
13.2
719 765
12.7
731688
13.0
Sonstige Personalauslagen²)
Ruhelöhne
Unfallversicherungsbeiträge)
92012
1.6
89174
1.6
87197
1.6
92487
1.7
56043
1.0.
43704
0.8
9703
0.2
Insgesamt
5629 503 100.0
5653851
100.0
5592844
100.0
1. 4.-31.12.
1944/45
1946
1945
Art
Betrag
%
Betrag
%
Betrag
%
Gehälter der Beamten¹)
1494979
27.3
999 085
24.9
1182932
17.4
Vergütungen der Angestellten
1959 405
35.8
1645 396
41.0
2917 054
43.0
Löhne der Arbeiter
1202798
22.0
738679
18.4
1622285
24.0
Ruhegehälter
697 865
12.8
536578
13.4
837 547
12.3
Ruhelöhne
84601
1.5
64150
1.6
126813
1.8
Sonstige Personalauslagen*)
32422
0.6
27166
0.7
60307
0.9
Unfallversicherungsbeiträge)
38 669
0.6
5472070 100.0 4011054 100.0
6785607
100.0
Insgesamt
Abschlüsse der Gehalts- und Lohnrechnungsstelle.
1) Unter den Gehältern der Beamten sind auch die Funktionsgebühren des Bürgermeisters,
der Bürgermeisterstellvertreter und der Stadträte und die Sitzungsgelder der Gemeinderäte
enthalten.
2) Als,,sonstige Personalauslagen" gelten Todfallsbeiträge, Aushilfen, Remunerationen
und Auslagen für Amtsbekleidung; im Rechnungsjahr 1941/42 sind auch die Reisekosten und
die Kosten der Beamtenschulung dazugezählt.
3) In den Rechnungsjahren 1942/43 einschließlich 1945 sind die Unfallversicherungsbeiträge
bei den Vergütungen und Löhnen verrechnet.
437
Seite 470
470/506
Tabelle XXIII/F
Gliederung des Personalaufwandes des Stadtmagistrates Innsbruck nach den Einzel-
plänen des ordentlichen Haushaltsplanes in den Rechnungsjahren 1941/42
einschließlich 1946
1941/42
1942/43
1943/44
Einzelplan
Betrag
%
Betrag
%
Betrag
%
0 Allgemeine Verwaltung
1311302
23.3
1418674
25.1
1504301
26.9
1 Polizei
161884
2.9
327 269
5.8
371 128
6.6
2 Schulwesen
355930
6.3
355744
6.3
387 628
6.9
3 Kultur- u. Gemeinschafts-
pflege
28833
0.5
42595
0.8
41 297
0.7
4 Fürsorgewesen und
Jugendhilfe
483046
8.6
392577
6.9
351 369
6.3
5 Gesundheitswesen, Volks-
und Jugendertüchtigung
198753
3.5
211817
3.7
197594
3.5
6 Bau-, Wohnungs- und
8 Wirtschaftliche
Siedlungswesen
7 Öffentliche Einrichtungen
und Wirtschaftsförderung
Unternehmungen
9 Finanz- u. Steuerverwaltg.
874773
15.6
854626
15.1
813581
14.6
1464918
26.0 1308129
23.1
1262878
22.6
67455
682609
1.2
12.1
60437
681983
1.1
12.1
49 382
613686
0.9
11.0
Insgesamt
5629 503 100.0
5653851 100.0
5592844
100.0
1944/45
1. 4.-31.12.
1945
1946
Betrag
%
Betrag
%
Betrag
%
O Allgemeine Verwaltung
1616107
29.5
1370954
34.2
2703518
39.8
1 Polizei
378246
6.9
302951
7.6
362646
5.4
2 Schulwesen
334632
6.1
199 647
5.0
354917
5.2
3 Kultur- u. Gemeinschafts-
pflege
40452
0.8
25381
0.6
135023
2.0
4 Fürsorgewesen und
Jugendhilfe
323385
5.9
246278
6.1.
464104
6.8
5 Gesundheitswesen, Volks-
und Jugendertüchtigung
187 623
3.4
144857
3.6
208 687
3.1
6 Bau-, Wohnungs- und
Siedlungswesen
784548
14.3
574340
14.3
894 585
13.2
7 Öffentliche Einrichtungen
und Wirtschaftsförderung
1214497
22.2
756385
18.9
1244007
18.3
8 Wirtschaftliche
Unternehmungen
46403
0.9
9 Finanz- u. Steuerverwaltg.
546177
10.0
28046
362215
0.7
48101
0.7
9.0
370019
5.5
Insgesamt
5472070 100.0 4011054
100.0
6785607
100.0
Abschlüsse der Gehalts- und Lohnrechnungsstelle.
438
Seite 471
471/506
Tabelle XXIII/E
Gliederung der Einnahmen und Ausgaben des ordentlichen Haushaltsplanes der Stadt Innsbruck nach den Einzelplänen in den Rechnungsjahren 1941/42 einschl. 1946
Beträge in Reichsmark, von 1945 an in Schillingen (1 RM = 1 S)
Rechnungsabschluß 1942/43
Rechnungsabschluß 1943/44
Rechnungsabschluß 1941/42
Einzelplan
Gesamt-
einnahmen
0 Allgemeine Verwaltung
460789
Betrag
1747819
Gesamtausgaben Zuschuẞ-
bedarf
Überschuß
Rein-
einnahmen
Reinausgaben
Zuschuẞ-
bedarf
Überschuß
Rein-
einnahmen
%
Betrag 0
Reinausgaben
Betrag
Zuschuẞ-
bedarf
Überschuß
7.4
1287030
332927
1762089
6.8
1429 162
1 Polizei
157564
382530
1.6
224966
2 Schulwesen
192435
1218945
5.2
1026510
55524
195222
662 305
794777
2.6
606 781
3.1
599 555
312910
38719
170908
1800413
%
6.0
1487503
841078
715274
2.8
802359
2.4
544366
3 Kultur- und Gemeinschafts-
pflege
72639
705693
3.0
633054
11952
603440
2.3
591488
21 283
572545
1.9
551263
4 Fürsorgewesen und
Jugendhilfe
7013177
8606804 36.5
1593627
8145843
10105452 39.1
1959 609
7676279
9154665 30.8
1478386
5 Gesundheitswesen, Volks-
und Jugendertüchtigung
65514
544893
2.3
479379
62602
454987
1.8
392 385
84434
518567
1.7
434133
6 Bau-, Wohnungs- und
Siedlungswesen
618900
2569123
10.9
1950223
198589
2538918
9.8.
2340 329
173867
2024887
6.8
1851019
7 Öffentliche Einrichtungen
und Wirtschaftsförderung
2383419
8 Wirtschaftl. Unternehmungen
9 Finanz- u. Steuerverwaltung
1212284
12949135
3538634 15.0 1155215
290638 1.3
3960345 16.8
921 646
8988790
25 125856
23565424 100.0
8350004
9910436
2303171
1716580
16232501
29 254911
3554925 13.8
287406 1.1
5071722 19.6
1251754
2300899
2159447
7.3
141452
1429174
11160779
2620050
1204 368
4.1
1415683
18007291
10818724
36.2
7188566
25 836021 100.0
9171063 12589953
31 406 640
29 809 968 100.0
7149029
8745701
Insgesamt
+1560432
+3418890
+1596672
Rechnungsabschluß 1944/45
Rechnungsabschluß 1945¹)
Rechnungsabschluß 1946
Einzelplan
Rein-
Reinausgaben
einnahmen
Zuschuß-
bedarf
Überschuß
Rein-
einnahmen
Betrag
%
0 Allgemeine Verwaltung
530275
1967278
8.4
1437002
1 Polizei
25421
800046
3.5
774625
2 Schulwesen
229 265
654361
2.8
425096
346051
75186
100490
Reinausgaben
Betrag %
1625438 14.5
537912 4.9
761295 6.9
Zuschuẞ-
bedarf
Überschuß
Rein-
einnahmen
Reinausgaben Zuschuß-
bedarf
Überschuß
1279 387
462725
660 805
681477
116427
214016
Betrag %
3149230 15.1
473470 2.3
1190846 5.8
2467752
357 042
976830
3 Kultur- und Gemeinschafts-
pflege
14821
529516
2.3
514695
53454
72034
0.6
18580
82 320
222972
1.0
140652
4 Fürsorgewesen und
Jugendhilfe
5428844
6772926 29.0
1344082
1855846
2419023 27.7
563 177
1206 168
2470815
11.9
1264648
5 Gesundheitswesen, Volks-
und Jugendertüchtigung
86094
314958
1.4
228864
13412
218764
1.9
205 353
57122
308 610
1.5
251489
6 Bau-, Wohnungs- und
Siedlungswesen
334464
1227850
5.2
893 385
523360
791622
7.0
268 261
518776
1204258
5.7
685482
7 Öffentliche Einrichtungen
und Wirtschaftsförderung
2272658
8 Wirtschaftl. Unternehmungen
9 Finanz- u. Steuerverwaltung
1612446
15346678
2588666 11.0
824145 3.6
7647754 32.8
316009
788301
7698923
1347933
1543585
7322493
1150184 10.3
165708
1.4
3449432 30.8
197749
1377876
3873061
2014333
1297 988
15934 188
1972674
9.5
41659
93795
9777 692
0.4
1204 193
46.8
6156496
25 880966
23 327 500
100.0
5933758
8487 224
13181810
11 191412
100.0
Insgesamt
+2553466
3458 288
+1990398
5448 686
22122815
20864 362
100.0
6143895
7402348
+1258453
Magistratsabteilung III, Buchhaltung.
1) Das Rechnungsjahr 1945 umfaßt nur den Zeitraum vom 1. 4. bis 31. 12. 1945.
438 a
Seite 472
472/506
eraer
B
1718107
THE
Seite 473
473/506
ANHANG
Seite 474
474/506
1.
Die gefallenen Soldaten und Kriegsversehrten der beiden
Weltkriege 1914/1918 und 1939/1945 mit dem Wohnsitz
in Innsbruck
Das Land Tirol besitzt in Innsbruck auf dem Bergisel eine Heldengedenkstätte
für die gefallenen Soldaten der vier Tiroler Kaiserjäger-Regimenter.
Über Anregung des Herrn Landes-Archivdirektors i. R. Hofrat Dr. Karl Böhm
wurden nach dem ersten Weltkriege die Namen aller in diesem Kriege gefallenen
Soldaten, die in Tirol ihren Wohnsitz hatten, gleichgültig bei welchem Truppenkörper
sie gedient hatten, gemeindeweise mit den erreichbaren Personalangaben gesammelt.
So kam das,,Tiroler Ehrenbuch" zustande, ein einzigartiges Denkmal, dem im
Berg-Isel-Museum seit dem Wiederaufbau ein würdiger Platz eingeräumt ist¹).
Das Ehrenbuch 1914/1918 umfaßt 50 Bände mit den Sterbeandenken-, bzw. Licht-
bildern der Gefallenen Nord- und Südtirols und 70 Bände mit den Personaldaten
jedes Einzelnen der toten Soldaten. In diesem Heldengedenkbuch konnten nur die
Namen jener Gefallenen aufgenommen werden, für die von den Angehörigen ent-
sprechende Personalangaben zur Verfügung gestellt oder über die die nötigen Daten
in anderer Weise in Erfahrung gebracht wurden. Es können somit diese Bände
keinen Anspruch auf unbedingte Vollständigkeit erheben, ihre Zahlen kommen
jedoch der Wirklichkeit sehr nahe. Eine genauere Aufzeichnung über die im ersten
Weltkriege gefallenen Innsbrucker existiert nicht. Die Tabelle Anhang 1/A bringt
die Zahlen der im Heldenbuch eingetragenen Soldaten (Offiziere und Mannschafts-
personen) des ersten Weltkrieges, die in Innsbruck ihren Wohnsitz hatten. Es forderte
somit der erste Weltkrieg an Gefallenen und Vermißten 2.21% der gesamten Be-
völkerung Innsbrucks, gerechnet auf Grund der Volkszählung 1920 und nach dem
damaligen Gebietsumfang, oder 4.63% der männlichen Bevölkerung der Stadt.
Nach dem zweiten Weltkrieg 1939/1945 begann Hofrat Dr. Böhm wiederum die
Namen der in diesem Kriege gefallenen Soldaten gemeindeweise sammeln zu lassen,
um sie, wie jene des ersten Weltkrieges, zu dauerndem Gedenken in ein neues Ehren-
buch einzutragen²). Die zu diesem Zweck vom Statistischen Amt der Stadt im Jahre
1947 in Innsbruck vorgenommene Erhebung brachte kein restlos befriedigendes
Ergebnis. Die Ausfüllung der ausgegebenen Fragebogen war dem freien Willen der
Angehörigen überlassen, die nicht, wie in kleineren Gemeinden, durchwegs reges
Interesse an der Sache zeigten; viele Familien, die Kriegsopfer zu beklagen hatten,
waren von Innsbruck weggezogen, Hausherren oder Unterstandsgeber konnten über
ihre früheren Mieter, die gefallen waren, keine Angaben machen, auch die ver-
schollenen Kriegsgefangenen spielten damals noch eine größere Rolle. Die auf diese
Art zustande gekommenen Angaben sind für Innsbruck jedenfalls noch zu unvoll-
ständig, um zu statistischen Zwecken herangezogen werden zu können. Hiefür
1) Bei dem Luftangriff vom 19. Dezember 1943 wurde die Südostecke des Museumgebäudes
am Bergisel zerstört; Wiederaufbau und Neugestaltung 1948/49, Eröffnung am 14. August 1949.
2) Das Tiroler Ehrenbuch 1939/1945 zählt gegenwärtig 25 Bände mit den Namen der
Gefallenen von Nord- und Osttirol.
440
Seite 475
475/506
kommen vorderhand nur die amtlichen Feststellungen in Betracht. In der deutschen
Wehrmacht war die Wehrmachtsstelle für Kriegsverluste und Kriegsgefangene
in Berlin als Zentralstelle eingerichtet und verpflichtet, die Standesämter des ganzen
Reiches von den Kriegsverlusten zu verständigen. Von dieser Wehrmachtsstelle
wurde dem Standesamt Innsbruck für die Zeit vom 1. 9. 1939 bis 31. 3. 1945 nament-
lich die in der Tabelle Anhang 1/A genannte Anzahl von gefallenen und gestorbenen,
in Innsbruck einschließlich der eingemeindeten Vororte ansässig gewesenen Wehr-
machtsangehörigen (Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaftspersonen) gemeldet.
Die Namensliste ist im Besitz des Statistischen Amtes. Vom 1. 4. 1945 bis 30. 6. 1950
wurde vom Standesamt außerdem die in der Tabelle angeführte Zahl von Gefallenen
beurkundet. Diese Meldungen bilden natürlich noch kein endgültiges Ergebnis, da
dem Standesamt immer wieder Kriegssterbefälle zur Kenntnis kommen. Die Zahl
der Opfer der Innsbrucker Bevölkerung im zweiten Weltkrieg übertraf jene des ersten
Weltkrieges. Die 2062 bis jetzt bekannten, gefallenen Soldaten Innsbrucks bedeuten
2.58% der Gesamtbevölkerung, wie sie bei der Volkszählung 1939 für das heutige
Stadtgebiet festgestellt wurde, oder 5.67% der männlichen Bevölkerung der Stadt.
Die Zahl der vermißten Soldaten ist nicht eingerechnet, ihre genaue Anzahl kann
derzeit noch nicht festgestellt werden.
Die Tabelle Anhang 1/B gibt eine Übersicht über die Anzahl der Versehrten des
ersten und zweiten Weltkrieges nach dem Stande vom 31. 12. 1947. Beide Kriege
brachten also unserer Stadt sehr schwere Einbußen, Einbußen, die sich bevölkerungs-
politisch und wirtschaftlich auf das Schwerste auswirken.
A.
441
Seite 476
476/506
Anhang 1/A
442
Die im Weltkrieg 1914/1918 gefallenen Innsbrucker
(Aus dem Tiroler Ehrenbuch am Bergisel)
Stadtteil
Tote
Vermiẞte
Zusammen
Innsbruck-Wilten-Pradl
858
23
Hötting
207
Mühlau
40
Arzl
19
Igls
Vill
7
6
Amras
25
BLARIN
881
34
241
44
24
6
2
27
Zusammen
1162
69
1231
Gefallene Wehrmachtsangehörige des Weltkrieges 1939/1945
mit dem Wohnsitz in Innsbruck
Von der Wehrmachtsstelle für Kriegsverluste und Kriegs-
gefangene in Berlin für die Zeit vom 1. 9. 1939 bis
31. 3. 1945 gemeldet
Vom Standesamt Innsbruck in der Zeit vom 1. 4. 1945 bis
30. 6. 1950 beurkundet
Zusammen
Gefallene
1225
837
2062
Seite 477
477/506
Gesamtzahl der lebenden
Invaliden des
1. Weltkrieges
(Stand vom 31. 12. 1947)
674
Kriegsinvalide des 1. Weltkrieges 1914/1918)
(Stadtgebiet Innsbruck)
hievon
Von der Gesamt-
zahl sind
Anzahl der von
den Versehrten
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Arm- Bein- Kriegs- zu erhaltenden
amputierte blinde
Familien-
angehörigen
% invalid
28
161 151
141
47
75
50
21
22
36
3
836
Anzahl der Witwen nach Gefallenen des 1. Weltkrieges
Anzahl der Waisen des 1. Weltkrieges
443
268
30
Anzahl der ausgegebenen Einstellungsscheine für Invalide
und Gleichstellungsscheine
Kriegsversehrte des 2. Weltkrieges 1939/1945)
(Stadtgebiet Innsbruck)
Gesamtzahl
hievon
Von der Gesamtzahl sind
der Versehrten
dea 2. Weltkrieges
Arm-
Bein-
ohne
I.
II.
III.
IV.
amputierte
Kriegs-
blinde
(Stichtag v. 31. 12. 1947)
Versehrtenstufe
1228
139
380
387
301
21
49
126
9
Anzahl der Witwen nach Gefallenen des 2. Weltkrieges
Anzahl der Waisen des 2. Weltkrieges
762
712
1) Mitgeteilt vom Landes-Invalidenamt für Tirol.
Anzahl
20
der von den Versehrten
zu erhaltenden
Familienangehörigen
1473
Anzahl der ausgegebenen Einstellungsscheine für Invalide
und Gleichstellungsscheine
152
Anhang 1/B
Seite 478
478/506
2.
Opfer der Fliegerangriffe und Fliegerschäden
Bei Kriegsbeginn im Herbst 1939 wurden über behördlichen Auftrag in den meisten
Häusern des Stadtgebietes Innsbruck Luftschutzkeller ausgebaut, die man damals
allgemein gegen Bombenwirkung für sicher hielt. Bei den häufigen Fliegeralarmen
suchte der Großteil der Bevölkerung diese Keller auf. Bis Dezember 1943 erfolgte
kein feindlicher Fliegerangriff auf Innsbruck.
War die Bedrohung bis Herbst 1943 aus dem Westen zu erwarten, änderte sich
die Lage, als die alliierten Mächte in Afrika und Italien Flugplätze errichteten. Am
15. 12. 1943 flog, durch Luftwarnung angekündigt, ein Verband von 48 Flugzeugen
ein, der Bomben auf die Stadt warf. Dieser erste Angriff forderte 258 Todesopfer,
darunter 234 Zivilpersonen. Der Überraschung dieses Angriffes ist die besonders
große Zahl der Opfer zuzuschreiben. Diesem Einflug folgten 4 Tage später der nächste
und bis Kriegsende weitere 20. Als Beispiel besonders verheerender Wirkung von
Bombentreffern werden die Einschläge im Neubau des Innsbrucker Rathauses,
Fallmerayerstraße 1, beim Angriff vom 16. 12. 1944 angeführt, bei dem 23 Todes-
opfer, darunter 13 Angestellte des Stadtmagistrates, im Luftschutzkeller dieses
Gebäudes zu beklagen waren. Der Tabelle Anhang 2/A ist die Gesamtzahl der
Todesopfer zu entnehmen; die Namensliste wird im Statistischen Amt verwahrt.
Die Karte über Bombentrichter, Schaden- und Brandstellen, die dem vom Stadt-
magistrat herausgegebenen Heft,,Innsbruck hilft sich selbst" beigegeben ist, gibt
ein übersichtliches Bild der Verteilung der Bombeneinschläge¹). Wie aus den Auf-
zeichnungen der örtlichen Luftschutzpolizei zu entnehmen ist, erfolgten 19 Angriffe
bei Tag, 3, davon ein großer, bei Nacht; 5624 Sprengbomben, zum großen Teil der
schwersten Gattung (250-500 kg Gewicht), 1200 Splitterbomben, 672 Blindgänger
und rund 10000 Stab- und Brandbomben, also zusammen rund 17500 Bomben,
fielen bei allen Angriffen auf das Stadtgebiet und die darüber hinaus zum Bereiche
des Polizeipräsidiums Innsbruck gehörige Umgebung²).
Die Anzahl der Fliegeralarme ohne Angriffe betrug 1940 und 1941 je 3 Nacht-
alarme, 1942 3 Tag-, 8 Nachtalarme, 1943 11 Tag-, 9 Nachtalarme, 1944 65 Tag-,
16 Nachtalarme und 1945 (bis 14. 2.) 5 Tagalarme und 1 Nachtalarm; vom 14. 2. 1945
an sind die Alarme nicht mehr verzeichnet.
Die Feuerwehr (Luftschutzpolizei) hatte bei den 22 Fliegerangriffen nach dem
Tagebuch des Luftschutzsachbearbeiters für Feuerlöschdienst 119 Brände zu be-
kämpfen und zwar 69 Großfeuer mit gleichzeitig mehreren Brandstellen, 42 Mittel-
feuer, 3 Waldbrände und 5 Flächenbrände.
Der Stand der einheimischen Bevölkerung verminderte sich in jener Zeit, weil
viele Frauen mit Kindern und Personen aus bombenbeschädigten Wohnungen
ihren Wohnsitz in die Umgebung Innsbrucks verlegten und auch Gewerbebetriebe
ihre Arbeitsstätten nach auswärts verlagerten.
1) Auch Bild 1 des in der Monatsschrift,,Der Aufbau", Heft 1/2, 1948, enthaltenen Auf-
satzes,,Kriegsschäden und Wiederaufbau in Innsbruck" von Baudirektor Dipl.-Ing. Reiter
ist in dieser Hinsicht instruktiv.
2) Unter anderem fielen auf Solbad Hall beim Angriff vom 25. 12. 1944 rund 60, beim An-
griff vom 16. 2. 1945 schätzungsweise 500-600 Sprengbomben.
444
Seite 479
479/506
Als sich die Luftschutzkeller und Splittergräben gegen die Wirkung der schweren
Bomben ungenügend erwiesen, baute man nach den ersten Angriffen in die beider-
seits des Inntales gelegenen Berghänge öffentliche Luftschutzstollen für die Be-
völkerung, von denen bis Kriegsende 15 auf der nördlichen Talseite des Inntales
in einer Länge von zusammen 5295 (hievon 1156 m in Fels, 4139 m in Geschiebe-
material), und auf der südlichen Talseite 12 Stollen in der Gesamtlänge von 3087 m
(hievon 1748 m in Fels, 1339 m in Schottergeschiebe), in den Berg hinein getrieben
wurden und die zusammen rund 50000 Menschen fassen konnten. Im östlichen Teil
von Pradl befand sich ein großer Erdbunker; außerdem gab es noch einen Stollen
der Bahnverwaltung am Westbahnhof für das eigene Personal und Fahrgäste,
2 Wehrmachtsstollen sowie 2 Luftschutzbefehlsstollen. Ein Fluchtsteg über den
Inn beim Löwenhaus am Rennweg und einer beim Sieglanger verkürzten die Zugangs-
wege zu den Stollen. In der Neuhauserstraße wurde eine Bahnunterführung angelegt.
Bei den Fliegerangriffen erlitten der Stadtkern Innsbrucks und die beiden Stadt-
teile Wilten und Pradl die schwersten Schäden. Rund 75% der Häuser dieser 3 Stadt-
teile wurden beschädigt, 6.9%, derselben sogar total (unbedingt und bedingt) zer-
stört. Die Tabelle Anhang 2/B unterrichtet über die Gebäudeschäden in ihrer
Gesamtheit und Schwere und über ihre Verteilung auf die einzelnen Stadtteile;
die Tabelle Anhang 2/C zeigt in einer dem allgemeinen Bedürfnis angepaẞten Form,
wie die Gebäude gegliedert nach ihrer Verwendung zu Schaden gekommen sind,
wieviel und in welchem Ausmaß beispielsweise Amtsgebäude, Schulen, Kirchen,
Bahnhöfe, Wohn- und Geschäftshäuser usw. beschädigt wurden. In Ergänzung
hiezu weisen die Tabellen Anhang 2/D und E die Verluste an Wohnungen und die
Verluste der Fremdenbeherbergungsstätten an Zimmern und Betten aus.
Auf die Schäden, die an den städtischen Straßen durch Kriegseinwirkung ent-
standen sind, wie durch Bombenwürfe, Wehrmachtsfahrzeuge und Panzer - es
sind verschiedene Panzerverbände während des Krieges und nach demselben durch
die Straßen Innsbrucks gerollt weist die Tabelle Anhang 2/F hin. Rund
176600 Raummeter Schutt lagen bei Kriegsende in den Straßen und öffentlichen
Plätzen der Stadt.
Sehr bedeutende Schäden erlitten die städtischen Versorgungseinrichtungen, wie
aus der Aufstellung Anhang 2/G zu ersehen ist. Bei verschiedenen Angriffen wurde
die städtische Wasserleitung getroffen, so daß oft ganze Straßenzüge von der Wasser-
versorgung abgeschlossen waren und die Bevölkerung das notwendige Wasser weit
herbeiholen mußte; im Kanalnetz war der Spülwasserdurchlauf gehemmt. Das
Umspannwerk des Elektrizitätswerkes am Bismarckplatz blieb zwar vor Zerstörung
verschont, durch Reißen von Kabeln und Freileitungen aber waren zeitweilig
einzelne Stadtteile vom elektrischen Strom abgeschaltet. Das Gaswerk konnte
viele Straßenzüge nicht mehr mit dem zum Kochen notwendigen Gas versehen,
weil die Leitungen beschädigt oder zerstört waren; kurzfristig mußte es den Betrieb
ganz einstellen. Schwere Einbußen hatten auch die Innsbrucker Verkehrsbetriebe
zu verzeichnen, von denen Remisen, Maschinen, Geleise, Fahrdrahtleitungen,
Straßenbahnwagen, Obusse und Autobusse in großem Umfang zerstört oder be-
schädigt wurden, wie der Aufstellung Anhang 2/H entnommen werden kann. Alle
diese Schäden im Zusammenhang mit der Straßenbeschädigung legten zeitweilig
mehrere Linien, gegen Kriegsende sogar alle Linien des Stadtbereiches lahm, so daß
damals nur mehr außerhalb des Weichbildes der Stadt 3 Linien, davon eine nur im
Umsteigverkehr, der Personenbeförderung zur Verfügung standen.
Abschließend werden in der Tabelle 2/J die Schadensfälle und Schadenssummen
in ihrer Verteilung auf die Stadtgemeinde Innsbruck, auf den Staat, darunter,
445
Seite 480
480/506
getrennt angeführt, die Bundesbahn, auf das Land Tirol und auf die übrigen Grund-
stückbesitzer ausgewiesen. Daß der Großteil der Gesamtschadenssumme auf Hoch-
bauten und nur ein kleiner Teil auf andere Bauten und Anlagen, wie Brücken,
Straßen, Rohrleitungen, Licht- und Telephonkabel usw. entfällt, ist bei der dichten
Verbauung der Stadt selbstverständlich. Die Schätzung der Summen erfolgte nach
dem Zustand und dem Lohn- und Preisstand vom Mai 1945; da der Wiederaufbau
Jahre erfordert, betragen die Schadenssummen infolge des zerstörenden Einflusses
der Witterung und der Steigerung der Materialpreise und Löhne ein Vielfaches der
angegebenen Zahlen³).
Das gewaltige Ausmaß der Zerstörungen konnte den Willen der Innsbrucker
Bevölkerung, die Schäden zum Teil noch während des Krieges zu beseitigen und
nach dem Kriege tatkräftig an die Wiederaufrichtung des früheren Bestandes zu
schreiten, nicht unterdrücken. Das Kapitel über den Wiederaufbau legt Zeugnis
dafür ab.
A.
3) Der Bauindex hat sich bis Ende 1947 gegenüber Mai 1945 um rund 520% erhöht.
446
Seite 481
481/506
Ortsansässige
Ortsfremde
Datum
des Angriffes
Tabelle Anhang 2/A
Opfer der 22 Fliegerangriffe auf Innsbruck 1943-1945
Wehr-
machts- Kriegsge-
an- fangene
Zu-
sammen
Männer
Frauen
Männer
Frauen gehörige
I. Gefallen¹)
15. 12. 1943
75
19. 12. 1943
Summe 1943
92
13. 6. 1944
20. 10. 1944
26. 10. 1944
15. 11. 1944
16. 11. 1944
25. 11. 1944
30. 11. 1944
3. 12. 1944
10
B121111
128
16
15
23
1
258
17
23
4
4
4
11
63
151
20
19
27
12
321
16
5
co
3
2
3
29
1
11
2
7. 12. 1944
2
15. 12. 1944
2
2
4
16. 12. 1944.
13
24
2
1
40
19. 12. 1944
25. 12. 1944
1
1
29. 12. 1944
3
5
8
Summe 1944
45
37
9
2
6
99
14. 2. 1945
16. 2. 1945
27. 2. 1945
4
7. 4. 1945
1
2
3
6
10. 4. 1945
12
15
27
20. 4. 1945
-
1
1
Summe 1945
14
19
4
151
207
Gesamtsumme I
II. Nach dem Angriffstag den Verletzungen erlegen
33
21
34
==
38
12
458
Im Jahre 1943
6
8
2
1
17
Im Jahre 1944
10
3
14
Im Jahre 1945
5
2
1
I
9
Gesamtsumme II
16
13
7
2
1
1
40
Gesamtsa. I+II
167
220
40
23
35
13
4982)
Aus den Zählblättern für Sterbefälle des Standesamtes Innsbruck.
1) Gefallen
unmittelbar beim Angriff umgekommen oder am selben Tag gestorben.
2) Im Laufe des Jahres 1947 wurden vom Standesamt, hier, noch 4 gefallene Wehrmachts-
angehörige beurkundet; weiters wurden im selben Jahre aus den Meldeblättern für das Tiroler
Ehrenbuch noch 2 ihren Verletzungen erlegene Ortsansässige männlichen Geschlechts ermittelt,
so daß mit Ende 1947 ein Stand von 504 Opfern bekannt war. Von den vier Wehrmachts-
angehörigen fiel einer am 29. 12. 1944, die übrigen drei am 20. 4. 1945, die zwei verwundeten
ortsansässigen Männer starben im Jahre 1944.
447
Seite 482
482/506
Tabelle Anhang 2/B
Bombenbeschädigte und unbeschädigte Gebäude aller Art³)
Gesamtzahl
der Gebäude
gegliedert nach Stadtteilen
Unbeschädigt Beschädigt
Zahl
Prozent
der Geb.
der K.-G.
Zahl
Prozent
der Geb.
der KG
Von den beschädigten Gebäuden
entfallen auf die Schadens-
gruppe)
1
2
3
4
5
Stadtteile
(Katastral-
gemeinden
K.-G.)
Innsbruck
2046 788
38.5
1258 61.5
712
334
101
53
58
Wilten
1344 111
8.3
1233
91.7
711
288
92
51
91
Pradl
1227
253 20.6
974 79.4
684
173
50
38
29
Hötting
1499
1331 88.8
168 11.2
91
53
6
4
14
Mühlau
300
294 98.0
6
2.0
6
Amras
221
126 57.0
95
43.0
85
3
Arzl
311
246 79.1
65
20.9
52
10
4
Vill
55
50 90.9
5 9.1
2
2
1
2
Igls
148
119 80.4
29
19.6
26
3
|
Insgesamt
71513) 33183)
46.4%
aller Gebäude
3833
53.6%
2369
866 254 146 198
33.1% 12.1% 3.6% 2.0% 2.8%
aller Gebäude
Erhebungsergebnisse des Stadtbauamtes vom November 1946.
1) Gebäude mit und ohne Hausnummern, z. B. Stöcklgebäude, Werkstätten.
2) Nach dem Ausmaß des erlittenen Schadens werden 5 Gruppen unterschieden:
1. Leichter Schaden bis zu 10% iger Schädigung,
2. mittlerer Schaden bei über 10-50%iger Schädigung,
3. schwerer Schaden bei über 50-70%iger Schädigung,
4. bedingter Totalschaden bei über 70-85%iger Schädigung,
5. unbedingter Totalschaden bei über 85-100%iger Schädigung.
,,Bedingter Totalschaden" liegt dann vor, wenn es nicht ausgeschlossen scheint, daß die
vorhandenen Mauern bei einem Wiederaufbau verwendet werden können.
3) Das im Adreẞbuch 1947 veröffentlichte Erhebungsergebnis vom April 1946 steht dem
vom November 1946 um 364 Gebäude nach; es handelt sich hauptsächlich um Berg- und
Gartenhütten und kleinere Gebäude, die meist ohne Baubewilligung erstellt worden waren.
448
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29
Tabelle Anhang 2/C
Bombenbeschädigte und unbeschädigte Gebäude aller Art
gegliedert nach ihrer Verwendung (Gebäudeart)
Verwendung der Gebäude
(Gebäudeart)
Gesamtzahl
d. Gebäude
Unbe-
schädigt
Beschädigt
Von den beschädigten Gebäuden
entfallen auf die Schadensgruppe
1
2
3
4
5
1. Verwaltungs- und
Amtsgebäude
2. Hochschule
3. Mittelschulen
A. Öffentliche Gebäude ohne Nebengebäude
4. Volks- und Hauptschulen
5. Kindergärten
6. Museen
7. Kirchen einschließlich der
aufgelassenen
Einsegnungshallen
5218635769
2083638
7
134212
484881
12
821258
9 1322 41246
32
27
14
9
3
12
10
6
1
9
21
13
12
6
31
14
17
8. Notkirchen, Kapellen und
24
9
9. Widen
11
4
10. Klöster
27
21
9
11. Heime und Stiftungen
39
21
22
5 2185
12. Krankenhäuser,
Sanatorien, Kliniken
14
13. Bäder
6
14. Bahnhöfe
15. Kasernen
16. Sonstige Gebäude
BAR
13
20
20
46877
10
1
5
5
2
18
13
Summe A
297 108
189
105
B. Privatgebäude
1
1
12
8
6
1. Wohn- und
Geschäftshäuser
5028
2397
2631
1753
525
157
93
103
2. Hotels
26
4
22
9
8
3
1
1
3. Gasthöfe
46
5
41
31
7
2
1
4. Gastwirtschaften
144
69
75
48
19
2
5
1
5. Pensionen
21
17
4
3
6. Fremdenheime
9
6
3
2
1
7. Kaffeehäuser und Bars
15
2
13
7
3
1
2
Summe B 5289 2500 2789
1853
564
164
100
108
449
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Tabelle Anhang 2/C (Fortsetzung)
Verwendung der Gebäude
(Gebäudeart)
Gesamtzahl
d. Gebäude
Unbe-
schädigt
Beschädigt
C. Sonstige Gebäude
Von den beschädigten Gebäuden
entfallen auf die Schadensgruppe
1
2
3
4
5
1. Wohnstöckl
297 138 159
113
30
10
3
3
2. Berg- und Gartenhütten,
Wochenendhäuschen
138
134
4
3
3. Betriebs-, Fabriks-, Werk-
stätten- und Nebengebäude
688
168
520
222
150
4. Laden vorbauten
27
27
16
5. Bahnbögen
214
123
91
46
34
658
3
322
1
31
146
Summe C 1364
563
801 384
230
74
38
75
D. Baracken
1. Wohnbaracken
111
89
22
12
2. Lagerbaracken
49
17
32
15
Summe D
160
106
54
27
Rohbauten
E. Rohbauten
41
41
Zusammenstellung
9
514
22 4
3
a
6
9.
A. Öffentliche Gebäude
B. Privatgebäude
C. Sonstige Gebäude
297 108 189 105
58
12
8
6
5289 2500
2789
1853
564
164
100
108
1364 563
801
384
230
74
38
75
D. Baracken
E. Rohbauten
41
160 106
41
54
27
14
4
9
Gesamtsumme
7151 3318 3833 2369
866
254 146
198
Aus einer Übersicht des Stadtbauamtes über Erhebungsergebnisse vom November 1946.
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Tabelle Anhang 2/D
Bombenbeschädigte und unbeschädigte Wohnungen in Innsbruck
Wohnungen
I. Beschädigte Wohnungen
Hievon
Prozent
Prozent
Zahl
von I
von III
15386
100.0
59.6
a) Leicht beschädigt (0-10% beschädigt).
b) Stark beschädigt (10-70% beschädigt)
5816
37.8
7002
45.1
c) Unbenützbar geworden (70-100% beschädigt)
2568
16.7
II. Nicht beschädigte Wohnungen
10407
-
40.4
III. Stand der Wohnungen vor den Fliegerangriffen
25793¹)
100.0
Erhebungsergebnisse des Stadtbauamtes vom November 1946.
1) In dieser Zahl sind 578 Wohnungen enthalten, die als Kanzleien oder Ordinationsräume
verwendet wurden.
Tabelle Anhang 2/E
Bombenschäden der Fremdenbeherbergungsstätten, Verluste an Zimmern und Betten
Zahl der bei
Kriegsbeginn
Beherbergungsstätten
vorhandenen
Kriegsende beschädigten.
oder zerstörten
Zimmer
Betten
Zimmer
Betten
Hotels
1591
2582
660
1004
Gasthöfe und Gasthäuser
803
1487
176
317
Pensionen
215
374
4
8
Insgesamt
26091)
4443¹)
840
1329)
Erhebungen des Stadtbauamtes.
1) Die Zahlen vom September 1939 sind natürlich niederer als die in Tabelle XI/5A für den
Dezember 1943 angegebenen.
2) Das Stadtbauamt gebrauchte in Publikationen auch die Zahl 1461, die das Ergebnis
einer zweiten Umfrage bei den Besitzern der Beherbergungsstätten war.
29°
451
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Tabelle Anhang 2/F
Kriegsschäden an Straßen und Plätzen
Sonstige Kriegseinwirkung
(Fahrzeuge, Panzer)
Anzahl der
beschädigten
Stellen
203
Bombenschäden
Zerstörte
Straßendecken
in m²
25000
Stadtbauamt, Straßenbau.
Zerstörte
Gehwege
Beschädigte Beschädigte
Straßendecken
Gehwege
in m³
in m²
in m
12000
274000
45000
Anhang 2/G
Bombenschäden an städtischen Versorgungseinrichtungen
1. Städtisches Wasserwerk:
Hauptversorgungsleitungen 268 Großschadensstellen mit 3256 m Muffendruckrohren ver-
schiedener Größen, 34 Hochdruckschieber, 37 Feuerlöschunterflurhydranten.
Grabungsarbeiten 7800 m³ Erdmaterial-Aushub und Wiedereinfüllung.
2. Elektrizitätswerk:
115 Kabelschäden im Hochspannungsnetz,
206 Kabelschäden im Niederspannungsnetz,
80 Leitungsschäden im Freileitungsnet
25 km Leitung der Straßenbeleuchtung,
16 Transformatoren ganz oder teilweise beschädigt.
Verwaltungsgebäude und Werkstätten in Innsbruck schwer beschädigt.
3. Gaswerk:
Im Werksgelände: durch 16 schwere, 68 Splitter- und leichte Bomben Schäden an Betriebs-
gebäuden, Reinigergebäude, Kohlenhaus, 3 Gasbehältern, Rohrleitungen.
Gasrohrnetz: 353 Treffer und 105 Undichten mit 2631 m Rohrleitungsschaden. Regler-
station ganz zerstört.
4. Kanalisation:
Schadensstellen
Anzahl
Länge in lf. m
Kanaltiefe
Betonkanäle
600/900 mm-1500/2000 mm
65
512
3.50-6.00 m
Rohrkanäle
200-700 mm
142
1620
3.50-5.50 m
Hauskanalanschlüsse
durchschnittlich
100-150 mm
114
1293
2.60 m
321
3425
Anhang 2/H
Bombenschäden der Innsbrucker Verkehrsbetriebe-AG.
Die Anlagen der Verkehrsbetriebe-AG. wurden 20mal bombardiert, dadurch das Werk-
stätten- und Remisengebäude und die Obushalle am Bahnhof Berg Isel fast vollständig
zerstört und der Großteil der Maschinen und viele Fahrbetriebsmittel vernichtet oder be-
schädigt; 2362 m an Geleisen und 8915 m an Fahr- und Speiseleitungen, hievon 5675 m für
die Straßenbahnen und 3240 m für die Obuslinien, waren unbrauchbar geworden. Die gesamte
Schadenssumme wurde nach dem Stande der Materialpreise und Löhne von 1944 bis Mai 1945
auf 2342200.- S geschätzt.
452
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Bauten in
1. Stadtbesitz
Die baulichen Kriegsschäden im Stadtgebiet von Innsbruck
gegliedert nach Stadt-, Bundes-, Landes- und Privatbesitz¹)
2. Bundesbesitz
a) Bundesbesitz ohne B.-Bahn
b) Besitz der Österr. B.-Bahn
3. Landesbesitz
beschädigten
Bauten
% aller
Zahl der
Schadens-
fälle
Schadens-
summe in
% d. ganzen
Schadens-
summe
Davon entfallen auf
Hochbauten
and. Bauten u. Anlagen
S.000 T
Schadens-
Schadens
Zahl
%
summe in
% Zahl %
summe in %
1000 S
1000 S
1463 31.1 16733.6 17.6 373
10.4
12297.0 13.9 1090
97.5
4436.6
66.5
105
2.2 12862.4 13.6
89
2.5
10758.0 12.2
16
1.4
2103.6
31.6
59
1.2 3911.4
4.1
53
1.5
3901.8
4.4
6
0.5
9.6
0.2
46
1.0
8951.0
9.5
36
1.0
6857.0
7.8 10
0.9
2094.0
31.4
41
0.9 3236.7
3.4
41
1.1
3236.7
3091
65.8 61978.6 65.4 3079
86.0 61850.7 70.2
12 1.1
127.9
1.9
Tabelle Anhang 2/J
Zusammen
4700 100.0 94811.3 100.0 3582 100.0 88 143.2 100.0 1118 100.0 6668.1 100.0
Zusammengestellt auf Grund des Berichtes des Stadtbauamtes an das Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau vom Februar 1948
und der Mitteilungen der Tiroler Landesregierung, Bundesgebäudeverwaltung, Postdirektion und der Streckenleitung Innsbruck der
Österreichischen Bundesbahn.
¹) Schäden unter 2000 S sind nicht aufgenommen; die Schadenshöhe ist nach dem Lohn- und Preisstand vom Mai 1945 berechnet.
4. Privatbesitz
453
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3.
Der Wiederaufbau der Stadt Innsbruck 1945 und 1946
Mit dem Zusammenbruch der Herrschaft des Deutschen Reiches stand bei Ein-
stellung der Kampfhandlungen am 3. Mai 1945 die Stadtverwaltung vor der Aufgabe,
das fast vollständig stockende Verkehrs- und Wirtschaftsleben wieder in Gang
zu bringen. Die Arbeit wurde gleichzeitig an vielen Stellen begonnen. Die für den
Wiederaufbau ausgeführten Leistungen lassen sich nicht nach dem Maßstab normaler
Wirtschaftsverhältnisse werten. Die Beschaffung jeder Tonne Zement oder Straßen-
teer, von Holz oder Ziegeln, Eisen oder Blech, überhaupt sämtlicher Bau- und Werk-
stoffe bereitete in jedem einzelnen Falle und in jeder kleinsten Menge unendliche
Schwierigkeiten. Dazu kam der Mangel an Arbeitskräften, da Tausende aus der
Kriegsgefangenschaft noch nicht zurückgekehrt waren, sowie der Mangel an Brenn-
stoffen, Kohle, Öl und Benzin, an Fahrzeugen, kurz, es gab nichts, was nicht die
Überwindung allergrößter Hindernisse notwendig machte. Von diesem Gesichts-
punkte aus gesehen, bedeuten die zahlenmäßig manchmal nicht so erheblichen
Leistungen einen ungeheuren Arbeitsaufwand, der nur verstanden werden kann,
wenn man sich die Verhältnisse der Jahre 1945 und 1946 vor Augen hält. Hiezu
kam das fast vollständige Fehlen von Arbeitsmaschinen, so daß beinahe alles in
Handarbeit und vielfach mit ungeschulten Kräften geleistet werden mußte. Das
ganze Baumaterial, wie z. B. Ziegel, Zement, Eisen, Holz, durfte bei der bestehenden
Bewirtschaftung der wichtigsten Bedarfsgüter nur nach eingehender Prüfung durch
das Bauwirtschaftsamt der Stadt, bei größeren Mengen des Landes, bei großen des
zuständigen Bundesministeriums und teilweise sogar erst mit Zustimmung des
Alliierten Rates dem Bauherrn, bzw. Baumeister zugeteilt werden, was oft wochen-
und monatelange Verzögerungen hervorrief.
Zunächst wurden die Straßen und Verkehrsflächen von den Trümmern und
Schutthaufen befreit, einsturzgefährliche Häuserteile eingerissen, der Schutt ab-
geführt und an den öffentlichen Verkehrsmitteln die Straßenbahn-Geleise, -Ober-
leitungen und -Fahrzeuge instandgesetzt. Gleichzeitig mußten in den Straßen die
Schäden an der Wasserleitung, der Kanalisation, den elektrischen Kabeln und
Freileitungen, am Gasrohrnetz, an den Fernsprechkabeln und endlich am Straßen-
körper selbst, teils im Grundbau, teils im Oberflächenbelag behoben werden. Hand
in Hand ging die Wiederaufnahme des Betriebes der öffentlichen Verkehrslinien im
Stadtgebiet. Über den Arbeitsanfall und die Materialmenge sowie über die Leistungen
geben die Aufstellungen des Anhanges 3/A und B Aufschluß. Eine gewaltige Auf-
bauleistung vollbrachte die österreichische Bundesbahn, die das fast gänzlich
zerstörte Hauptbahnhofgelände in einfachster Form wieder betriebsfähig machte,
das Bahnhofgelände von den bombenzerstörten Wagen, gestürzten Masten und
aufgerissenen Schienen befreite, die schwergetroffenen Viaduktbogen und Gleis-
anlagen auf den 3 Innsbrucker Bahnhöfen sowie eine Reihe wichtiger Betriebs-
gebäude instand setzte und damit erst einen geordneten Eisenbahnverkehr ermög-
lichte. Statistische Angaben über diesen Wiederaufbau der Bundesbahn stehen dem
Stadtmagistrat nicht zur Verfügung. Die Dringlichkeit der Versorgung der Bevölke-
rung mit Lebensmitteln verlangte die schnelle Wiederherstellung der zerstörten
Einrichtungen im Schlacht- und Viehhof und der Kühl- und Gefrieranlagen im
454
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489/506
Fleischbankgebäude, den damals einzigen Anlagen dieser Art in Tirol. Im halb-
zerstörten Fleischbankgebäude wurde auch die Volksküche wieder instand gesetzt,
außerdem wurden neue Küchen für Gemeinschaftsverpflegung eingerichtet und
damit die Schulkinderausspeisung ermöglicht. An Schulkinder wurden täglich
5000 bis 11000 warme Jausen verabreicht, für die die Schweizer-Hilfe und später
die UNRRA die nötigen Lebensmittel zur Verfügung stellte. Die Bauarbeiterküche
verrechnete täglich 600 bis 1400 Mittag- und Abendessen, die Volksküche täglich
200 Mittagessen (Aufstellung Anhang 3/C).
Gleichzeitig mußte an die Instandsetzung der beschädigten Häuser und Wohnungen
geschritten werden, damit die durch die Bombardierung und Inanspruchnahme
seitens der Besatzungsmacht ins Ungemessene gestiegene Wohnungsnot der Inns-
brucker Bevölkerung, deren Zahl sich durch die in die Stadt aus den Ausweich-
quartieren zurückgekehrten Familien, durch Zuzug von Österreichern aus den öst-
lichen Bundesländern, insbesondere aus Wien, und durch eine bedeutende Zahl
von Ausländern sehr erheblich vergrößert hatte, etwas vermindert werde. Die in
den Aufstellungen Anhang 3/D und E ersichtlichen Zahlen zeugen von dem starken
Aufbauwillen aller beteiligten Kreise. Der Bürgermeister erließ eine Kundmachung,
wonach bei Bauvorhaben mit einer Instandsetzungskostensumme bis zu RM 500.-
im Einzelfalle Bauschäden ohne behördliche Bewilligung beseitigt werden durften.
Das Ergebnis war die behelfsmäßige Instandsetzung von 4941 beschädigten Woh-
nungen; der Wiederaufbau der schwerbeschädigten und zerstörten Häuser ging
aus den genannten Gründen natürlich langsam vor sich. Jedoch Stadt, Land und
Bund sowie einzelne Private räumten mit sehr großen Kosten den Ruinenschutt
fort und begannen schon 1945 in einzelnen Fällen den Wiederaufbau der Gebäude.
Erst 1946 konnte ein wesentliches Ergebnis erzielt werden, der Baufortschritt war
ungleich langsamer als vor oder während des Krieges (Aufstellungen Anhang 3/D
und E).
Kindergärten und Schulen wurden schon im Herbst 1945 wieder eröffnet. Der
Unterricht an allen städtischen Volks- und Hauptschulen fand zwar teilweise in
fremden Gebäuden und in vermindertem Ausmaße aber regelmäßig statt. Die Mittel-
schulen konnten vollzählig, jedoch nur unter beschränkten Raumverhältnissen mit
dem Unterricht einsetzen, der Wiederaufbau der stark beschädigten Gewerbeschule
wurde begonnen. Die Universität nahm den Vorlesungsbetrieb gleichfalls im Herbst
1945 auf; zerstörte und beschädigte Kliniken arbeiteten in Ausweichgebäuden. Das
Musik- und Theaterleben nahm einen erfreulichen Aufschwung, eine Reihe von
kulturellen und künstlerischen Veranstaltungen gaben Zeugnis von dem wieder-
erwachten Kulturinteresse der Bevölkerung. In mehreren Kirchen wurden die
Schäden behoben oder mit der Erneuerung der zerstörten Teile begonnen.
Die Rasensportler halfen sich selbst und leisteten zur Instandsetzung des gänzlich
zerstörten und aufgewühlten Sportplatzes an der Sill und des beschädigten Platzes
in Wilten-West viele nützliche Arbeitsstunden, so daß schon 1946 ein Teil des Sport-
platzes an der Sill benützt werden konnte.
Es gab kaum mehr ein Gebiet des kulturellen und sportlichen Lebens, das nicht
schon bis Ende 1946 wieder in Gang gebracht worden wäre.
Für diese ungeheure Arbeit standen in Innsbruck rund 700 Lastkraftfahrzeuge,
die mit Holz- oder Permagas, manche mit Dieselöl oder Benzin betrieben wurden,
und eine Anzahl von Pferdefuhrwerken zur Verfügung. Nur durch den zentralen
von der Bezirksverkehrsstelle gelenkten Einsatz konnten diese Fahrzeuge dem
ganzen Wirtschaftsleben dienen, die Lebensmittelzufuhr, die Schuttabräumung
und den Wiederaufbau bewältigen.
A.
455
Seite 490
490/506
Anhang 3/A
Behebung von Bomben- und Kriegsschäden in den Jahren 1945 und 1946
I. Straßen- und Wasserbau
1. Beseitigung des an öffentlichen Verkehrsflächen liegenden sowie aus Hausruinen
geräumten Schuttes: 124350 m³ 1), hievon 8000 m³ durch freiwillige Mitarbeit von
36834 Innsbrucker Bürgern in Halbtagsarbeit gemäß Aufruf des Bürgermeisters.
2. Behebung von Schäden im Straßenbau:
a) Straßendecken:
Verwendetes Bitumen-, bzw. Teermischgut 3138 t; hievon 371 t für 5000 m² Neu-
beläge an zerstörten Straßenstellen, 1400 t für 27000 m² Oberflächenbeläge an
beschädigten Straßendecken, 1367 t für 228000 m² Ausbesserungen von Schlag-
löchern zur notdürftigen Deckenerhaltung:
b) Gehwegbeläge: Gehwege mit Betonplatten 132 m², solche mit Guẞasphalt 369 m².
3. Behebung von Schäden an Wasserbauten:
Gaswerkbrücke über die Sill: Schwerer Fahrbahnschaden behoben; alte Innbrücke:
Gehweginstandsetzung; Reichenauer Innbrücke: Brückenreste abgetragen, Beginn des
Baues der Stahlbetonbrücke.
II. Versorgungsanlagen und Kanalisation
1. Städtisches Wasserwerk:
a) An den Hauptversorgungsleitungen: 264 Schadensstellen behoben; hiezu verwendet
3226 m Muffendruckrohre samt Formstücken, 33 Stück Hockdruckschieber, 37 Stück
Feuerlösch-Unterflurhydranten;
b) Hausanschlußversorgungsleitungen: behobene Schadensstellen 207; hiezu verwendet
912 m Rohre.
Erdbewegung zu a und b 7800 m³.
c) Die beschädigte Wasserzähler-Prüf- und Eichstation instandgesetzt.
2. Städtisches Elektrizitätswerk:
Verwendetes Material 6200 m Erdkabel 1-25 kV, 5500 kg Kupferseil, 3800 kg Stahl-
seil, 2 Transformatoren, 800 Stück Straßenbeleuchtungs-Armaturen, 470 Stück
Straßenlampen und vieles andere.
3. Städtisches Gaswerk:
Zur Instandsetzung des Gasrohr-Straßennetzes u. a. verwendet: 2631 m Rohre der
lichten Weiten 10 bis 450 mm mit dem Eisenaufwand von 64529 kg.
1) Diese Summe stieg im Laufe des Jahres 1947 auf 164592 m³ und schließlich auf 176000 m³
(vergleiche,,Innsbruck hilft sich selbst" vom April 1948).
456
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491/506
Anhang 3/A (Fortsetzung)
4. Städtische Kanalisation:
Von den 321 Schadensstellen wurden bis Ende 1946 gemäß der nachstehenden Über-
sicht 247 behoben²).
Schadensstellen
Anzahl Länge in lf. m Aushub in m³
Kanaltiefe in m
a) Betonkanäle
600/900 mm-1500/2000 mm
62
480
3500
3.50-6.00
b) Rohrkanäle
200-700 mm
120
1340
4800
3.50-5.50
c) Hauskanalanschlüsse
100-150 mm
65
710
2050
2.60
247
2530
10 350
2) Im Jahre 1947 wurde der Schaden an 31 Stellen und 1948 an den restlichen 43 Stellen
ausgebessert. Hiezu waren erforderlich
an Kanälen lf. m
an Aushub m³
im Jahre 1947 im Jahre 1948
im Jahre 1947 im Jahre 1948
zu a
32 m
290 m³
zu b
160
120 m
680
480 m³
zu c
223
360 m
650
950 m³
383
512 m
1330
1720 m³
895
3050
Anhang 3/B
Straßenverkehrsmittel und Lastkraftfahrzeuge
Bis Ende 1945 zwei Straßenbahnlinien, die elektrische Linie nach Hall und Igls betriebs-
fähig gemacht, teilweise auch die Obus- und Autobusstrecken in Betrieb gesetzt, nachdem
die zerstörten und beschädigten Gleisstücke ausgewechselt und die Oberleitungen angebracht
worden waren. Benzin- und Reifenbeschaffung bringt größte Schwierigkeiten. Ende 1946
bestand der Wagenpark der Verkehrsbetriebe aus 9 vierachsigen und 20 zweiachsigen Trieb-
wagen, aus 39 Beiwagen, 11 Autobussen und 9 Obussen, wovon aber zeitweise rund 25%
in Reparatur standen).
Transportwesen: Für Wirtschaft, Ernährung, Schuttabfuhr und Wiederaufbau verfügbar
rund 700 Lastkraftfahrzeuge, vorhandene Kraftfahrzeugwerkstätten 16, davon teilweise
bombenbeschädigt 7, von der Besatzung belegt die 6 größten betriebsfähigen Werkstätten.
Anhang 3/C
3) Die im Abschnitt XI/1 genannten Zahlen wurden im Juni 1947 ermittelt und sind daher
in ihrer Gesamtsumme etwas höher.
457
Seite 492
492/506
Anhang 3/C
Marktversorgungsanlagen
Im städtischen Schlacht- und Viehhof: Die zerstörte Fleischgroßmarkthalle und die Ställe
instandgesetzt, der Wiederaufbau der Schweine-Abhängehalle begonnen; Instandsetzungs-
arbeiten am modernen Kühl- und Gefrierhaus mit gleichzeitiger Vergrößerung desselben
fortgesetzt. Im Fleischbankgebäude am Innrain die Kühl- und Eisanlage in Betrieb genommen.
Die Schäden im Marktamt und in der Großmarkthalle behoben. Da das durch Bomben zer-
störte Landeslagerhaus in der Sterzinger Straße nicht mehr aufgebaut wird, Beginn des
Wiederaufbaues und Neubaues von Lagerhäusern durch Privatfirmen am Frachtenbahnhof,
Westbahnhof und Höttinger Bahnhof. Der Gemüsemarkt am Innrain bleibt wegen geringer
Anlieferung bis Ende 1946 ohne Bedeutung.
Anhang 3/D
Wohnungsinstandsetzung 1945/1946
15386 Wohnungen waren in der Stadt zerstört oder beschädigt worden; hievon wurden
bis zum Ende des Jahres 1946 instandgesetzt:
behelfsmäßig 4941 Wohnungen -32% der beschädigten Wohnungen,
3868 Wohnungen
=
25% der beschädigten Wohnungen,
=
57% der beschädigten Wohnungen.
endgültig
zusammen 8809 Wohnungen
Anhang 3/E
Mauerziegel
Dachziegel
Eisen
Rohre
Zement
Zum Wiederaufbau bis April 1947 verwendetes Baumaterial:
Anhang 3/F
6900000 Stück
1500000 Stück
400 t
Kalk
Schnittholz.
Rundholz
138 t
Glas
3450 t
1380 t
10200 m³
863 m³
40000 m²
Kindergärten, Schulen, Kulturleben, Sport
10 städtische Kindergärten für 950 Kinder, 6 private Kindergärten für 670 Kinder instand-
gesetzt.
Wiedereröffnete städtische Schulen: 25 Schulen, jedoch teilweise in fremden Schulgebäuden
und in beschränkter Form. Aufbau eines zerstörten Volksschulgebäudes begonnen, 2 Schul-
häuser von der Besatzung, 1 Schulhaus von der Postverwaltung belegt; Gewerbeschule im
Wiederaufbau.
Alle staatlichen Schulen (Mittelschulen, Fachschulen, Universität) in Betrieb.
Wiedereröffnung des Landestheaters unter Ergänzung des Theatermagazins (früher in der
zerstörten Dogana) und des Fundus; Wiederaufnahme der Orchesterkonzerte, der musi-
kalischen, literarischen und künstlerischen Veranstaltungen, Einrichtung der Volkshochschule.
Arbeit am zerstörten Sportplatz an der Sill und am beschädigten Sportplatz in Wilten-West.
458
Seite 493
493/506
4.
Gemeinderatswahlen,
Nationalrats- und Landtagswahlen 1945,
Abstimmung in Arzl 1946
1. Gemeinderatswahlen
Auf Grund des Reichsgemeindegesetzes vom 5. 3. 1862 wurde mit Zustimmung
des Tiroler Landtages das Gesetz vom 14. 4. 1874, LGBl. Nr. 28, über ein Gemeinde-
statut und über eine Gemeindewahlordnung für die Landeshauptstadt Innsbruck
erlassen. Nach diesem Gesetz und seinen Änderungen waren alle Bürger (Bürger
im Sinne dieses Gesetzes), unter den Gemeindeangehörigen alle Personen männlichen
Geschlechtes, die bestimmte Steuerleistungen aufzuweisen hatten, Reichs-, Landes-
und Gemeindebeamte, die Einkommensteuer zu entrichten hatten, Offiziere, Seel-
sorger mit Pfarrercharakter, Doktoren aller Fakultäten, Lehrer, Professoren und
Gemeindegenossen mit gewissen Steuerverpflichtungen für den Innsbrucker Ge-
meinderat wahlberechtigt, wobei die Wahlberechtigten nach der Höhe der Steuer-
leistungen in 3 Wahlkörper geteilt waren. Wählbar war jedes wahlberechtigte
Gemeindemitglied männlichen Geschlechtes nach Vollendung des 24. Lebensjahres.
Die provisorische Tiroler Landesversammlung erließ mit Gesetz vom 4. 6. 1919,
LGBl. Nr. 37, eine neue Gemeindewahlordnung für Innsbruck, nach der alle deutsch-
österreichischen und unter der Voraussetzung der Gegenseitigkeit auch die reichs-
deutschen Staatsbürger ohne Unterschied des Geschlechtes bei vollendetem 20. Le-
bensjahr und Wohnsitz in Innsbruck die Wahlberechtigung besaßen. Damit war
auch für die Wahlen in den Innsbrucker Gemeinderat das allgemeine, gleiche, direkte
und geheime Verhältnis-Wahlrecht eingeführt. Die Bestimmung über die Wahl-
berechtigung deutscher Staatsangehöriger wurde mit Gesetz vom 29. 5. 1922,
LGBl. Nr. 72, aufgehoben. Es war ohne Unterschied des Geschlechtes jeder wahl-
berechtigte deutsch-österreichische Staatsbürger wählbar, der am 1. Jänner des
Wahljahres das 26. Lebensjahr vollendet hatte.
Die große Anzahl der Wahlen in den Innsbrucker Gemeinderat hängt mit der
Bestimmung der Wahlordnung zusammen, daß nicht nach jeder Gemeinderats-
periode der gesamte Gemeinderat neu gewählt wird, sondern, daß nach Ablauf
eines festgelegten Zeitraumes nur ein Teil der Gemeinderäte ausscheidet, der andere
bis zum Ablauf der Wahlperiode im Amte bleibt. Die Wahlordnung von 1874 sah
eine Amtsdauer von 3 Jahren vor, wobei alljährlich der dritte Teil der Gemeinderäte
ausschied und durch neue ersetzt wurde. Nach dem Gemeindestatut vom 9. 3. 1921,
LGBl. Nr. 30, wurden die Mitglieder des Gemeinderates auf 4 Jahre gewählt, wobei
alle 2 Jahre die Hälfte ausschied. Nach einer Gesamtwahl wurden die ausscheidenden
Mitglieder durch das Los bestimmt.
Vom 15. 6. 1919 bis 23. 4. 1933 schritt die Bevölkerung Innsbrucks achtmal für
Gemeinderatswahlen zur Wahlurne. Das Ergebnis dieser Wahlen ist im Anhang 4/A
durchgehends mit der Zahl der gültigen Stimmen und deren Verteilung auf die
einzelnen Parteien dargestellt. Leider konnte die Zahl der Wahlberechtigten und
459
Seite 494
494/506
der abgegebenen Stimmen bei der Mehrzahl der Wahlen nicht ermittelt werden,
so daß die Verhältniszahlen der Wahlbeteiligung nur in 2 Fällen verzeichnet sind.
Mit dem Gesetz betreffend das Stadtrecht der Landeshauptstadt Innsbruck vom
10. 7. 1935, LGBl. Nr. 35, wurde eine neue Art der Gemeindevertretung eingeführt,
die Gemeindetag hieß. Die 28 Mitglieder des Gemeindetages wurden nicht mehr von
der Bevölkerung gewählt, sondern von kulturellen Gemeinschaften und Berufs-
ständen auf 4 Jahre entsendet. Während der Jahre als Österreich dem Deutschen
Reiche angegliedert war, gab es, dem Führergrundsatz entsprechend, nur ernannte
Mitglieder der Gemeindevertretung (Ratsherren), die die Stellung eines Beraters
des Oberbürgermeisters besaßen.
Die erste Gemeindevertretung nach dem zweiten Weltkrieg ging nicht aus einer
Wahl hervor, sondern wurde auf Grund des Artikels 7 des vorläufigen Gemeinde-
gesetzes vom 10. 7. 1945, StGBl. Nr. 66, von der Tiroler Landesregierung gemäß
den von den anerkannten demokratischen Parteien eingereichten Vorschlägen im
Sinne des Stadtrechtes von 1935, LGBl. Nr. 35, in der Zahl von 40 Gemeinderats-
mitgliedern und der nötigen Zahl von Ersatzmitgliedern am 18. 7. 1946 ernannt.
Diesem Gemeinderate gehörten 22 Mitglieder der Österreichischen Volkspartei,
17 Mitglieder der Sozialistischen Partei Österreichs und 1 Mitglied der Kommu-
nistischen Partei Österreichs an. Der Bürgermeister, die beiden Bürgermeister-
stellvertreter, die 7 Stadträte und die Gemeinderatsausschüsse wurden von den
Gemeinderatsmitgliedern aus ihrem Kreise gewählt¹).
2. Nationalratswahlen
Seit dem Bestande der Republik Österreich, also seit November 1918, fanden
in Österreich bis einschließlich des Jahres 1946 sechsmal Wahlen in den Nationalrat
statt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde dem österreichischen Volke auf Grund des
Verfassungsgesetzes vom 9. Oktober 1945 für die erste Wahl des Nationalrates,
der Landtage und des Gemeinderates der Stadt Wien in der befreiten Republik
Österreich (Wahlgesetz), StGBl. Nr. 198, in der Fassung der Wahlgesetznovelle
vom 16. 11. 1945, Gelegenheit gegeben, am 25. 11. 1945 den Nationalrat zu wählen.
Hiebei waren alle Männer und Frauen, die das 21. Lebensjahr vollendet hatten,
aktiv wahlberechtigt. Außer den nach früheren Wahlgesetzen vom Wahlrechte
ausgeschlossenen Personen konnten bei dieser Wahl 2 große Personengruppen ihre
Stimmen nicht abgeben: Einmal die gewaltige Zahl der noch in Kriegsgefangen-
schaft befindlichen Soldaten, ferner alle ehemaligen Angehörigen der National-
sozialistischen deutschen Arbeiterpartei oder ihrer Wehrverbände, die vom Wahl-
rechte ausgeschlossen waren, mit Ausnahme der einfachen Mitglieder gewisser
Gliederungen derselben. Auf diesen Umstand ist die hohe Zahl der weiblichen Wahl-
berechtigten mit 67.17% aller Wahlberechtigten zurückzuführen.
Zur Wahl waren in Österreich 4 Parteien zugelassen, von denen in Innsbruck
die Österreichische Volkspartei, die Sozialistische Partei Österreichs und die Kommu-
nistische Partei Österreichs als wahlwerbende Gruppen auftraten2). Das Ergebnis
ist aus Anhang 4/B zu ersehen.
1) Dieser Gemeinderat blieb bis 4. 4. 1950 im Amte.
2) Die vierte Partei war die Demokratische Partei Österreichs.
460
Seite 495
495/506
3. Landtagswahlen
Gleichzeitig mit den Nationalratswahlen wurden auf Grund des unter Punkt 2
genannten Gesetzes am 25. 11. 1945 die Wahlen in den Tiroler Landtag vorgenommen,
deren Ergebnis hinsichtlich des Stadtgebietes im Anhang 4/B festgehalten ist.
Auch für diese Wahlen kanditierten nur die 3 Parteien Österreichische Volkspartei,
Sozialistische Partei Österreichs und die Kommunistische Partei. Die Wahl-
berechtigung war an die gleichen Voraussetzungen gebunden wie bei der National-
ratswahl nur mit dem Unterschied, daß die Personen in Tirol seẞhaft sein mußten.
4. Abstimmung in Arzl am 6. 10. 1946
Bewohner der früher selbständigen Gemeinde Arzl, die am 1. 4. 1940 mit der Stadt
Innsbruck vereinigt wurde, stellten an die Tiroler Landesregierung die Bitte, Arzl
wieder als selbständige Gemeinde zu errichten. Der Tiroler Landtag ordnete zur
Erkundung des Wunsches der Bevölkerung von Arzl über die beantragte Lostrennung
dieses Stadtteiles von Innsbruck unter gleichzeitiger Wiedererhebung von Arzl zur
selbständigen Gemeinde für den 6. Oktober 1946 unter Aufsicht eines von der Landes-
hauptmannschaft eingesetzten Organes eine Befragung in den beiden Sprengeln
Arzl nördlich der Eisenbahn und Arzl südlich der Eisenbahn an. Der Ortsteil Arzl
nördlich der Eisenbahn besitzt hauptsächlich bäuerlichen Charakter, er schließt
das alte Dorf ein, nur in seinem westlichen Teile befinden sich Wohnhäuser in offener
Bauweise, die nicht Landwirten gehören. Der Ortsteil Arzl südlich der Eisenbahn
umfaßt nur Bewohner mit Berufen, die in der Stadt ausgeübt werden. Bei der Be-
fragung waren alle Männer und Frauen, die das 21. Lebensjahr vollendet hatten,
die österreichische Staatsbürgerschaft besaßen, seit mindestens 6 Monaten in Arzl
ansässig waren und dort den ständigen Wohnsitz hatten, abstimmungsberechtigt.
Das Ergebnis dieser Befragung ist in der Tabelle Anhang 4/C festgehalten. Es
stimmten nur 59.8% der Stimmberechtigten ab. 67.8% der gezählten gültigen Stim-
men sprachen sich für das Verbleiben des Stadtteiles Arzl bei Innsbruck, 32.2% für
die Wiederherstellung einer selbständigen Gemeinde Arzl aus. Auf Grund dieser
Abstimmung und der sonst von der Landeshauptmannschaft gepflogenen Erhebun-
gen, insbesondere einer solchen über die Belastung der Bewohner Arzls durch Ge-
meindesteuern in den Jahren 1938 und 1945/46, wurde entschieden, daß der Stadt-
teil Arzl (Arzl nördlich und südlich der Eisenbahnlinie) bei Innsbruck zu verbleiben
hat.
A.
461
Seite 496
496/506
Anhang 4/A
Gemeinderatswahlen in der Landeshauptstadt Innsbruck
Tag
der
Wahl
Gültige
Stimmen
1919-1933
Von den gültigen Stimmen entfielen auf
Partei, Gruppe
Stimmen
in % der
Gesamt-
z
Gemeinde-
ratsmitgl.
Gewählte
Sozialdemokratische Partei
8548
35.5
14
15. 6.
1919
Tiroler Volkspartei
7670
31.9
13
24060¹)
Deutschfreiheitliche Partei
Wirtschaftliche Vereinigung
7204
29.9
12
638
2.7
1
Sozialdemokratische Partei
8823
38.2
Tiroler Volkspartei
6671
28.8
22. 5.
1921
23127
Großdeutsche Volkspartei
5932
25.6
Christl. Wirtschaftsvereinigung
945
4.1
Nationalsozialistische Partei
646
2.8
Kriegsopfergruppe
110
0.5
8881
6
6
27. 5.
1923
25 7052) Großdeutsche Volkspartei
Nationalsozialistische Partei
Sozialdemokratische Partei
Tiroler Volkspartei
9640
37.5
8
8636
33.6
7
5390
21.0
4
2039
7.9
26.4.
1925
27 814
Sozialdemokratische Partei
Tiroler Volkspartei
10894
39.2
8
7890
28.4
Großdeutsche Volkspartei
Nationalsozialistische Partei
7347
26.4
1683
6.0
1
Sozialdemokratische Partei
12312
42.0
9
15. 5.
1927
Tiroler Volkspartei
8729
29.8
6
29 301³)
Nationale Einheitsliste
7396
25.2
5
Wirtschaftliche Vereinigung
864
3.0
Sozialdemokratische Partei
Tiroler Volkspartei
14016
42.1
10315
31.0
28. 4.
1929
Großdeutsche Volkspartei
Österr. Angestellten-Gruppe
Nationalsozialistische Partei
5952
17.9
1365
4.1
33315) Hausbesitzer, Gastwirte, andere Berufe
1085
3.2
277.
0.8
Nationalsozialistische Partei
(Hitler-Bewegung)
Kommunistische Partei
202
0.6
103
0.3
ATA II
9
7
4
1) Abgegebene Stimmen 24644.
3) Wahlberechtigte 33509, abgegebene Stimmen 26040, Wahlbeteiligung 77.7%-
3) Abgegebene Stimmen 29864.
*) Abgegebene Stimmen 35515.
462
Seite 497
497/506
Tag
der
Wahl
Gültige
Stimmen
Anhang 4/A (Fortsetzung)
Von den gültigen Stimmen entfielen auf
Partei, Gruppe
Stimmen
in % der
Gewählte
Gesamt-
zahl
Gemeinde-
ratsmitgl.
Sozialdemokratische Partei
Tiroler Volkspartei
12043
9883
41.1
33.7
Großdeutsche Volkspartei
5063
17.3
17.5.
1931
29 301
Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei
1196
4.1
(Hitler-Bewegung)
Frauenpartei (Wahlgemeinschaft der
arbeitenden Frauen)
Kommunistische Partei
726
2.5
390
1.3
13
Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei
(Hitler-Bewegung)
Sozialdemokratische Partei
23.4.
1933
36429) Tiroler Volkspartei
Großdeutsche Volkspartei
Bürgerlicher Ständebund
Kommunistische Partei
Nationale Existenzpartei
426
15001
41.2
9935
27.3
9394
25.8
828
2.2
778
2.1
467
1.3
26
0.1
20511
9
6
5) Wahlberechtigte 41505, abgegebene Stimmen 37.816, Wahlbeteiligung 91.1%.
463
Seite 498
498/506
464
Tabelle Anhang 4/B
Nationalrats- und Landtagswahlen am 25. 11. 1945
Ergebnisse im Stadtgebiet Innsbruck
Wahlberechtigte Ab- Wahlbe- Un-
Stimmen
insges.
männlich
weiblich
gegebene teiligung gültige
Stimmen
in %
Stimmen
Gültige
Stimmen
Partei
insges.
in % der
Ges.-Zahl
Nationalratswahl
39996
m. 13129
w. 26867
Ö.V.P.
18033
54.6
33949
84.9
935
33014
S.P.Ö.
13516
41.0
K.P.Ö.
1465
4.4
Landtagswahl
Ö.V.P.
18033
54.2
34151
911
33240
S.P.Ö.
13738
41.4
K.P.Ö.
1469
4.4
Tabelle Anhang 4/C
Abstimmung in Arzl am 6. 10. 1946 über die Lostrennung von Innsbruck
Entscheidung
Ortsteil
Ab-
stimmungs-
berechtigte
Abgegebene
Stimmen
Beteiligung
in % der Ab
stimmungs-
berechtigten
Arzl nördlich
der Eisenbahn
1057 635
60
60
621
370
59.6
251
40.4
Arzl südlich
368 217
59
212
195
92.0
17
8.0
der Eisenbahn
Zusammen
1425 852
59.8
833
565
67.8
268
32.2
Seite 499
499/506
5.
Registrierung der Nationalsozialisten
Das Verfassungsgesetz vom 8. Mai 1945, StGBl. Nr. 13, über das Verbot der
nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei (Verbotsgesetz) bestimmte, daß
die ehemaligen Nationalsozialisten zu verzeichnen sind. In der Nationalsozialisten-
Registrierungsverordnung wurde die Art der Erfassung und der Verzeichnung in
besonderen Listen festgelegt. Die Anmeldung für diese Registrierung hatten die
Betroffenen bei den Bezirksverwaltungsbehörden, in Innsbruck beim Stadtmagistrat,
selbst vorzunehmen, dem die Durchführung der Registrierung oblag. Durch das
Bundesverfassungsgesetz vom 6. 2. 1947, BGBl. Nr. 25, über die Behandlung der
Nationalsozialisten (Nationalsozialistengesetz) erhielt das Verbotsgesetz in vielen
Punkten eine neue Fassung, wobei auch der Kreis der zu registrierenden Personen
gewisse Änderungen erfuhr.
Beide Gesetze sind von großer staatspolitischer Bedeutung, sie sprachen auch
Rechtsfolgen aus, die für einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung in persön-
licher und wirtschaftlicher Hinsicht einschneidende Maßnahmen zur Folge hatten.
Das Ergebnis der beim Stadtmagistrat vorgenommenen Registrierung der National-
sozialisten ist in den Tabellen Anhang 5/A-C dargestellt. Ausnahmsweise wurde
hiebei über den in diesem Handbuch eingehaltenen Rahmen hinaus der Stand vom
1. 4. 1948 genommen, da zu diesem Zeitpunkt das Registrierungsverfahren einen
gewissen Abschluß erreicht hatte. Zum Verständnis der Tabelle Anhang 5/A ist
naturgemäß die Kenntnis des Nationalsozialistengesetzes nötig; die Aufzählung
der einzelnen gesetzlichen Tatbestände in der Erläuterung oder im Kopf der Tabelle
wäre zu weitläufig gewesen. Die Tabelle B enthält die Gliederung der in den Regi-
strierungslisten verzeichneten Personen nach Berufen, die Tabelle C nach Alters-
stufen.
A.
465
30
Seite 500
500/506
Tabelle Anhang 5/A
Ergebnisse des Registrierungsverfahrens
beim Stadtmagistrat Innsbruck nach dem Stande vom 1. April 1948
Personen
Männer Frauen Zusamm.
Anzahl der gemeldeten Personen
10621
4762
15383
A
Anzahl der in den Registrierungslisten ver-
zeichneten Personen
9423
4519
13942
Belastete § 17, Abs. (2),
981
25
1006
Von den ver-
VG. 1947.
B
zeichneten
Personen sind
Minderbelastete
8442
4494
12936
§ 17, Abs. 3, VG. 1947
a) § 17, Abs. (4), lit. a
331
138
469
Von der Sühne-
b) § 17, Abs. (4), lit. b
115
12
127
C
pflicht ausgenom-
men gemäß § 17,
Abs. (4),VG. 1947
c) § 17, Abs. (4), lit. c
10
10
a ollada Summe von a), b) und c)
456
150
606
a) § 4, Abs. (5), lit. a
09
60
11
14
71
dosa 0 oth
b) § 4, Abs. (5), lit. b
112
23
135
Von der Ver-
zeichnung aus-
c) § 4, Abs. (5), lit. c.
421
24
24
445
D
genommen
gemäß § 4,
Abs. (5),
VG. 1947
d) § 4, Abs. (5), lit. d
5
5
e) § 4, Abs. (5), lit. e
T
f) § 4, Abs. (5), lit, f
130
21
132
Meldungen nicht
E
registrierungs-
pflichtiger
Personen
g) § 4, Abe. (1)
321
59
380
Summe von D und E
1049
119
1168
F Meldungen mit nicht abgeschlossenem Verfahren
466
273
Seite 501
501/506
Tabelle Anhang 5/B
Gliederung der in den Registrierungslisten des Stadtmagistrates Innsbruck ver-
zeichneten Personen nach
Berufene
nach dem Stande vom 1. April 1948
Männer
Frauen
Zusammen
Berufe
belastete
minder-
belastete
belastete
minder-
belastete
belastete
minder-
belastete
Land- u. Forstwirtschaft
6
84
Industrie u. Handwerk
91
878
Handel u. Verkehr
62
380
Sonstige Erwerbszweige
60
127
Freie Berufe
143
848
Öffentlicher Dienst
163
2405
2227
11
9
6
93
151
91
1029
128
64
508
154
62
281
213
145
1061
468
164
2873
Angestellte in privaten
Diensten
201
1308
2
792
203
2100
Arbeiter in privaten
Diensten
166
1502
Hausgehilfen
Studenten
3
22
23
175
168
1677
66
6
88
18
199
125
18
324
Haushalt
11
1955
11
1955
Pensionisten
Sonstige
49
630
121
49
751
19
59
137
19
196
Summe
981
8442
25
25
4494
1006
12936
Tabelle Anhang 5/C
Gliederung der in den Registrierungslisten des Stadtmagistrates Innsbruck ver-
zeichneten Personen nach
Altersstufen
nach dem Stande vom 1. April 1948
Altersstufen
Männer
Frauen
Zusammen
belastete
minder-
belastete
belastete
minder-
belastete
belastete
minder-
belastete
im Alter bis 20 Jahren
3
43
von 21-30 Jahren
86
584
von 31-40 Jahren
260
1747
von 41-50 Jahren
272
2620
von 51-60 Jahren
228
2010
von 61-70 Jahren
117
1107
von 71-80 Jahren
14
301
über 80 Jahre
1
30
30°
25152
76
3
119
811
86
1395
921
262
2668
1163
277
3783
925
239
2935
460
122
1567
129
16
430
9
1
39
Summe
981
8442
25
4494
1006
12936
467
Seite 502
502/506
BERICHTIGUNGEN
Seite 4, Zeile 4 des Absatzes: läßt statt lassen.
Seite 7:
Seite 16:
Seite 31, Zeile 13:
Seite 36, Zeile 11
Seite 38, Zeile 10
Seite 39, Zeile 14.
Seite 56:
Seite 97:
Seite 118:
Seite 123:
Seite 137, Zeile
Seite 139:
Seite 139:
Seite 235:
Seite 256:
Im Diagramm sind die Windfiguren über die Jahresmittel mit I und II,
über die Monatsmittel Jänner, April usw. mit a, b, c, d zu bezeichnen.
In Tabelle I/4A, Punkt e nach Lattenpegel Innsbruck an der Innbrücke:
298.60 km statt 198.60 km und im Tabellenkopf Spalte 2: mittlerer statt
mittlere.
abgetrennt statt abgetreten.
(ohne Tabelle): würde statt würden.
im 3. Absatz: die statt der.
im 2. Absatz ist % nach 37.4 einzufügen.
Im Tabellenkopf letzte Spalte: Personenstandsaufnahme statt Personal-
standsaufnahme.
Tabellenbezeichnung: V/9 A, statt V/9 A.
Das Diagramm ist mit Nr. 8 zu bezeichnen.
In Tabelle VI/1: Ende 1945 74 statt 64 endgültig überwiesene Zöglinge.
7 in Unterabschnitt VII/1: VII/1 statt VII/1A.
Tabellenbezeichnung: VII/1 statt VII/IA.
Links von der Tabellenbezeichnung VII/2C ist der Hinweis,,Tabelle
VII/2B auf Seite 140" anzubringen.
Tabelle XI/1D gehört auf Seite 236 und Tabelle XI/1C auf 235.
In Tabelle XI/4H₁: 1935/36 statt 1936/1936.
Seite 298, Zeile 4 im 2. Absatz: fettgedruckt statt unterstrichen.
Seite 343:
Seite 348, Zeile 1
Seite 357, Zeile 12
Seite 394, Zeile 2
Seite 397:
Seite 400:
Seite 400:
Die unter Hotel- und Gastgewerbe angegebenen Löhne sind Monatslöhne.
im 2. Absatz: städtischen statt städtische.
im 2. Absatz: Museumsgebäudes statt Museumsgebäude.
in Unterabschnitt XX/2: 33 Kapellen statt 32 Kapellen.
In Tabelle XX/2: 33 Kapellen statt 32 Kapellen.
In Tabelle XX/2 C sind die unter Nr. 21 und 22 angeführten Kapellen als
selbständige Bauten zu unterstreichen, während der Strich unter Nr. 29-
Schloßkapelle Büchsenhausen - zu entfallen hat.
Als letzte Zeile anzufügen: 33. Mariahilf-Kapelle.
468
TACT
0202
108
06
Seite 503
503/506
Seite 504
504/506
Seite 505
505/506
Seite 506
506/506