Statistisches Handbuch der Stadt Innsbruck 1946 =============================================== St Stadtarchiv Innsbruck P-200-1946/D Stadtmagistrat Innsbruck B Stadtarchiv Innsbruck P-200-1846D Bibliothek STATISTISCHES HANDBUCH DER STADT INNSBRUCK mit statistischen Daten bis 31. Dezember 1946 Herausgegeben vom Statistischen Amt der Stadt Innsbruck Innsbruck 1950 2321TZITAT2 HUNGAH #30 Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet Abundant th Eigentümer und Verleger: Stadtgemeinde Innsbruck Druck und Kommissionsverlag: Tiroler Graphik, Innsbruck, Innrain 27-29 VORWORT Man hat behauptet, die Welt werde durch Zahlen regiert; das aber weiß ich, daß die Zahlen uns be- lehren, ob sie gut oder schlecht regiert werde. Goethe-Gespräche mit Eckermann. Statistik ist die planmäßige Untersuchung von Massenerscheinungen sowie die Darstellung des Ergebnisses in Zahlen uns Maßen. Sie wird auf den verschiedensten Wissensgebieten angewendet, hat aber als Bevölkerungs-, Wirtschafts- und Kultur- statistik für jedes Staats- und Gemeinwesen besondere Bedeutung erlangt. In den letzten Jahrzehnten, seit der Staat aus ideologischen Gründen oder kriegswirtschaft- lich bedingt seinen Einfluß auf alle Bereiche des menschlichen Lebens anstrebte, ist Statistik eine unentbehrliche Hilfswissenschaft geworden, die der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lenkung der staatlichen und gesellschaftlichen Gemein- schaft zu dienen hat. Die Statistik soll zunächst die verschiedensten Erscheinungen im Ablauf des viel- gestaltigen menschlichen Lebens zahlenmäßig festhalten, um dadurch in die Lage zu kommen, gewisse Regelmäßigkeiten und Gesetzmäßigkeiten, die einzelnen Massen- erscheinungen innewohnen, deutlich sichtbar zu machen und in ihren Größenver- hältnissen abzugrenzen. Noch deutlicher wird ihre Bedeutung, wenn sie in einzelnen Fällen auf Abweichungen von der erwarteten Regel stößt und die Ursachen und Wur- zeln dieser Abweichungen zu ergründen trachtet, sei es, um sie zu beseitigen, sei es, um ihnen Rechnung zu tragen. Wie sollte man ein Jahresbudget erstellen können, wenn man sich nicht auf die Ziffern früherer Jahre stützen kann. Kein Mensch wird heute an den Bau einer Schule denken oder ihre Größe bestimmen, wenn er nicht die Zahl der Kinder kennt, die im letzten Jahrzehnt geboren wurden und in den kommenden Jahren in die Schule hineinwachsen werden. Die Stadtplanung muß, um diese Bezeichnung zu verdienen, vor Beginn ihrer Arbeit wissen, wieviel gewerbliche Betriebe und Ge- schäftsläden, wieviel Postämter, Schulen und wieviel an Verkehrs- und Erholungs- flächen nach der zu erwartenden Dichte der Besiedlung vorgesehen werden müssen. Ja sogar das Straßenbauamt steht seit einigen Jahren während des Winters in un- unterbrochener und regster Fühlung mit dem meteorologischen Institut und benützt dessen im wesentlichen auf den Gesetzen der Statistik beruhende Kenntnisse, um den voraussichtlichen Eintritt von Schneefällen zu erfahren und die nötigen Arbeits- partien rechtzeitig zu mobilisieren. III So klar aus diesen wenigen Beispielen die Notwendigkeit einer Statistik hervor- geht, so darf man keineswegs glauben, daß sie in Österreich besondere Popularität besäße. Von vielen Ämtern, Behörden und Unternehmungen wird das Aufzeichnen von statistischen Daten und das Ausfüllen von Formularen als nutzlose und zeit- raubende Last empfunden. Gerade die Kreise der Unternehmer und der gewerb- lichen Wirtschaft haben in Österreich noch lange nicht jene Aufgeschlossenheit erworben, wie sie in anderen Ländern im Norden und Westen, insbesondere aber in Amerika schon selbstverständlich ist. Die Statistik wirft eben nicht unmittelbar klingende Münze ab, sondern sie kostet Arbeit, Mühe und auch Geld. Die Statistik ist für jene, die ihre Sprache verstehen, eben die in Ziffern und in Kurven nieder- gelegte Erfahrung der letzten Jahre und Jahrzehnte und jede Erfahrung verlangt ihren Preis, manchmal einen sehr hohen, aber nie so hoch wie jener es ist, wenn man erst durch Schaden klug werden muß. Auch in der Gemeindeverwaltung in Innsbruck war die Statistik lange Zeit nicht sonderlich geschätzt. Das erste bescheidene Bedürfnis dürfte durch den immer stärker werdenden Fremdenverkehr am Anfang des Jahrhunderts aufgetaucht sein. Die Handhabung war aber sehr großzügig. Man erzählt sich se non è vero, è ben trovato-, daß die Meldezettel damals nicht gezählt, sondern auf der Waage gewogen wurden, um das Verhältnis zwischen Zugang und Abgang zu berechnen. Wurden sonst für bestimmte Beschlüsse oder Entscheidungen Unterlagen benötigt, mußten sie, so gut es ging, in fallweisen Erhebungen beschafft werden. Die wenigen laufenden oder periodischen Erhebungen statistischer Daten geschahen über Auftrag über- geordneter Dienststellen oder über besondere Initiative einzelner Amtsvorstände des Stadtmagistrates. Mit dem Erscheinen des Amtsblattes im Dezember 1934 be- gannen erstmals regelmäßige statistische Veröffentlichungen, und zwar vorwiegend aus den Gebieten des Bevölkerungs-, Gesundheits-, Schul- und Gewerbewesens und über Fremdenverkehr und Arbeitslosenstand; auch Zahlen aus der Betriebsstatistik der Stadtwerke fanden Aufnahme. Unter deutscher Herrschaft wuchs der Umfang der der Stadtgemeinde anbefohlenen sogenannten Auftragsstatistik um ein Viel- faches, aber auch die Stadtverwaltung selbst benötigte in dem überstürzten Um- und Aufbau auf den verschiedensten Gebieten mehr denn je verläßliches Zahlen- material. Dieser Bedarf führte mit 1. September 1939, also gerade mit Kriegsbeginn, zur Schaffung des kleinen städtischen Statistischen Amtes, das in verständnis- voller Zusammenarbeit mit allen städtischen Abteilungen und Ämtern und vielen anderen Stellen außerhalb des Magistrates den nötigen Zahlenstoff sammeln und verarbeiten sollte. Der Zeitpunkt, in dem das statistische Amt ins Leben gerufen wurde, war für dessen Entwicklung ungünstig: die Dienststellen des Magistrates mußten sich vor allem den kriegswichtigen Angelegenheiten widmen, die außerhalb des Magistrates stehenden Stellen lehnten bis auf einige wenige ihre ursprünglich zugesagte Mitarbeit nacheinander ab. Immerhin war zu Beginn der zweiten Republik Österreich ein durch verschiedene Fährnisse des Krieges geretteter Zahlenstoff vor- handen, den zu ordnen und nach Tunlichkeit zu ergänzen ein Gebot der Stunde war. IV Denn wie beim Umsturz im Jahre 1938 waren nun auch für den Wiederaufbau auf allen Gebieten verläßliche Unterlagen nötig und von den verschiedensten Stellen gesucht. Statistik gilt längst nicht mehr als Liebhaberei, die man je nach der finan- ziellen Lage mehr oder weniger betreiben kann, sie ist heute, gleich einer Buch- haltung, als notwendige Voraussetzung anerkannt für jede planmäßige Verwaltung, sei es des Staates, sei es einer Gemeinde, oder der erfolgreichen Führung einer Unter- nehmung. Sie ist auch für den Verantwortlichen der unbarmherzige Spiegel, aus dem er Erfolg oder Mißerfolg seiner Maßnahmen ablesen kann. Bei dieser Bedeutung der Statistik und der bestehenden Nachfrage war es geboten, die erste umfangreichere Veröffentlichung des städtischen Statistischen Amtes so zu gestalten, daß sie nicht nur der Stadtverwaltung allein von Nutzen sei, sondern auch weiteren Kreisen der Bevölkerung zugänglich und verständlich gemacht werde. Die Möglichkeit diesem Ziele wenigstens nahe zu kommen, lag darin, daß nicht nur ein Tabellenwerk allein, sondern hiezu auch die nötigen Erläuterungen herausge- geben werden; Zahlenreihen werden dem Laien bekanntlich erst dann verständlich und lebendig, wenn die vorkommenden Begriffe klar definiert, Entwicklungen auf- gezeigt, Vergleiche gezogen und verständnisfördernde geschichtliche oder auch recht- liche Grundlagen beigefügt werden. Die Aufgabe, die dem kleinen Statistischen Amt aus dieser Programmstellung erwuchs, war groß, sie wog umso schwerer, als der Zeitpunkt, in dem sie begonnen und vollendet werden sollte, ähnlich der hemmenden Wirkung der Geburtsstunde des Statistischen Amtes für dessen Entwicklung, der Ausführung nicht günstig war; der damaligen Beanspruchung der Ämter und Aus- kunftsstellen für kriegswichtige Angelegenheiten entsprach zu Beginn der zweiten Republik der Wiederaufbau, der Schwächung des Beamtenkörpers durch Einbe- rufungen zur Kriegsdienstleistung die Ausscheidung von Nationalsozialisten aus dem Personalstand nach dem Verbotsgesetz 1945. Die Beschaffung des Zahlenmaterials gerade aus den ersten Jahren des wiedererstandenen Österreich bereitete viel größere Schwierigkeiten, die Vorstudien zum erläuternden Text erforderten mehr Zeit, als erwartet werden konnte. Das erste statistische Handbuch der Stadt Innsbruck liegt nun trotz alledem genau mit dem geplanten Inhalt und in der geplanten Form fertig vor. Es kann gerade noch vor der von der Staatsverwaltung in den nächsten Jahren beabsichtigten großen Inventur des Volkes und der Wirtschaft: der Volks- und Wohnungszählung und den landwirtschaftlichen und gewerblichen Betriebszählungen der Öffentlichkeit als wertvolle Vergleichsgrundlage übergeben werden. Daß mit der programmäßigen Verwirklichung auch an dem von allem Anfang an festgesetzten Endpunkt des Erfassungszeitraumes, dem 31. Dezember 1946-fast ausnahmslos-festgehalten wurde, ist auf die erwähnten Hindernisse und die geringe Zahl der zur Verfügung stehenden Bearbeiter zurückzuführen. Der Wert des Handbuches wird dadurch nicht beeinträchtigt, er liegt vor allem in der erstmaligen geschlossenen Darstellung der Entwicklung der meisten für die Gemeinde wichtigen statistischen Stoffgebiete oft weit zurück in die Vergangenheit - - und nicht in der Bereitstellung der neuesten V So klar aus diesen wenigen Beispielen die Notwendigkeit einer Statistik hervor- geht, so darf man keineswegs glauben, daß sie in Österreich besondere Popularität besäße. Von vielen Ämtern, Behörden und Unternehmungen wird das Aufzeichnen von statistischen Daten und das Ausfüllen von Formularen als nutzlose und zeit- raubende Last empfunden. Gerade die Kreise der Unternehmer und der gewerb- lichen Wirtschaft haben in Österreich noch lange nicht jene Aufgeschlossenheit erworben, wie sie in anderen Ländern im Norden und Westen, insbesondere aber in Amerika schon selbstverständlich ist. Die Statistik wirft eben nicht unmittelbar klingende Münze ab, sondern sie kostet Arbeit, Mühe und auch Geld. Die Statistik ist für jene, die ihre Sprache verstehen, eben die in Ziffern und in Kurven nieder- gelegte Erfahrung der letzten Jahre und Jahrzehnte und jede Erfahrung verlangt ihren Preis, manchmal einen sehr hohen, aber nie so hoch wie jener es ist, wenn man erst durch Schaden klug werden muß. Auch in der Gemeindeverwaltung in Innsbruck war die Statistik lange Zeit nicht sonderlich geschätzt. Das erste bescheidene Bedürfnis dürfte durch den immer stärker werdenden Fremdenverkehr am Anfang des Jahrhunderts aufgetaucht sein. Die Handhabung war aber sehr großzügig. Man erzählt sich se non è vero, è ben trovato-, daß die Meldezettel damals nicht gezählt, sondern auf der Waage gewogen wurden, um das Verhältnis zwischen Zugang und Abgang zu berechnen. Wurden sonst für bestimmte Beschlüsse oder Entscheidungen Unterlagen benötigt, mußten sie, so gut es ging, in fallweisen Erhebungen beschafft werden. Die wenigen laufenden oder periodischen Erhebungen statistischer Daten geschahen über Auftrag über- geordneter Dienststellen oder über besondere Initiative einzelner Amtsvorstände des Stadtmagistrates. Mit dem Erscheinen des Amtsblattes im Dezember 1934 be- gannen erstmals regelmäßige statistische Veröffentlichungen, und zwar vorwiegend aus den Gebieten des Bevölkerungs-, Gesundheits-, Schul- und Gewerbewesens und über Fremdenverkehr und Arbeitslosenstand; auch Zahlen aus der Betriebsstatistik der Stadtwerke fanden Aufnahme. Unter deutscher Herrschaft wuchs der Umfang der der Stadtgemeinde anbefohlenen sogenannten Auftragsstatistik um ein Viel- faches, aber auch die Stadtverwaltung selbst benötigte in dem überstürzten Um- und Aufbau auf den verschiedensten Gebieten mehr denn je verläßliches Zahlen- material. Dieser Bedarf führte mit 1. September 1939, also gerade mit Kriegsbeginn, zur Schaffung des kleinen städtischen Statistischen Amtes, das in verständnis- voller Zusammenarbeit mit allen städtischen Abteilungen und Ämtern und vielen anderen Stellen außerhalb des Magistrates den nötigen Zahlenstoff sammeln und verarbeiten sollte. Der Zeitpunkt, in dem das statistische Amt ins Leben gerufen wurde, war für dessen Entwicklung ungünstig: die Dienststellen des Magistrates mußten sich vor allem den kriegswichtigen Angelegenheiten widmen, die außerhalb des Magistrates stehenden Stellen lehnten bis auf einige wenige ihre ursprünglich zugesagte Mitarbeit nacheinander ab. Immerhin war zu Beginn der zweiten Republik Österreich ein durch verschiedene Fährnisse des Krieges geretteter Zahlenstoff vor- handen, den zu ordnen und nach Tunlichkeit zu ergänzen ein Gebot der Stunde war. IV Denn wie beim Umsturz im Jahre 1938 waren nun auch für den Wiederaufbau auf allen Gebieten verläßliche Unterlagen nötig und von den verschiedensten Stellen gesucht. Statistik gilt längst nicht mehr als Liebhaberei, die man je nach der finan- ziellen Lage mehr oder weniger betreiben kann, sie ist heute, gleich einer Buch- haltung, als notwendige Voraussetzung anerkannt für jede planmäßige Verwaltung, sei es des Staates, sei es einer Gemeinde, oder der erfolgreichen Führung einer Unter- nehmung. Sie ist auch für den Verantwortlichen der unbarmherzige Spiegel, aus dem er Erfolg oder Mißerfolg seiner Maßnahmen ablesen kann.or Bei dieser Bedeutung der Statistik und der bestehenden Nachfrage war es geboten, die erste umfangreichere Veröffentlichung des städtischen Statistischen Amtes so zu gestalten, daß sie nicht nur der Stadtverwaltung allein von Nutzen sei, sondern auch weiteren Kreisen der Bevölkerung zugänglich und verständlich gemacht werde. Die Möglichkeit diesem Ziele wenigstens nahe zu kommen, lag darin, daß nicht nur ein Tabellenwerk allein, sondern hiezu auch die nötigen Erläuterungen herausge- geben werden; Zahlenreihen werden dem Laien bekanntlich erst dann verständlich und lebendig, wenn die vorkommenden Begriffe klar definiert, Entwicklungen auf- gezeigt, Vergleiche gezogen und verständnisfördernde geschichtliche oder auch recht- liche Grundlagen beigefügt werden. Die Aufgabe, die dem kleinen Statistischen Amt aus dieser Programmstellung erwuchs, war groß, sie wog umso schwerer, als der Zeitpunkt, in dem sie begonnen und vollendet werden sollte, ähnlich der hemmenden Wirkung der Geburtsstunde des Statistischen Amtes für dessen Entwicklung, der Ausführung nicht günstig war; der damaligen Beanspruchung der Ämter und Aus- kunftsstellen für kriegswichtige Angelegenheiten entsprach zu Beginn der zweiten Republik der Wiederaufbau, der Schwächung des Beamtenkörpers durch Einbe- rufungen zur Kriegsdienstleistung die Ausscheidung von Nationalsozialisten aus dem Personalstand nach dem Verbotsgesetz 1945. Die Beschaffung des Zahlenmaterials gerade aus den ersten Jahren des wiedererstandenen Österreich bereitete viel größere Schwierigkeiten, die Vorstudien zum erläuternden Text erforderten mehr Zeit, als erwartet werden konnte. Das erste statistische Handbuch der Stadt Innsbruck liegt nun trotz alledem genau mit dem geplanten Inhalt und in der geplanten Form fertig vor. Es kann gerade noch vor der von der Staatsverwaltung in den nächsten Jahren beabsichtigten großen Inventur des Volkes und der Wirtschaft: der Volks- und Wohnungszählung und den landwirtschaftlichen und gewerblichen Betriebszählungen der Öffentlichkeit als wertvolle Vergleichsgrundlage übergeben werden. Daß mit der programmäßigen Verwirklichung auch an dem von allem Anfang an festgesetzten Endpunkt des Erfassungszeitraumes, dem 31. Dezember 1946-fast ausnahmslos-festgehalten wurde, ist auf die erwähnten Hindernisse und die geringe Zahl der zur Verfügung stehenden Bearbeiter zurückzuführen. Der Wert des Handbuches wird dadurch nicht beeinträchtigt, er liegt vor allem in der erstmaligen geschlossenen Darstellung der Entwicklung der meisten für die Gemeinde wichtigen statistischen Stoffgebiete - oft weit zurück in die Vergangenheit - und nicht in der Bereitstellung der neuesten V Zahlen. Das Buch soll Vergleichsgrundlage und Ausgangspunkt für weitere Ver- öffentlichungen ähnlicher Art sein. Der Aktualität wird in den seit 1. Jänner 1950 herausgegebenen Vierteljahresberichten Rechnung getragen. Das Handbuch hält sich in der Reihenfolge des gebotenen Stoffes mit Absicht an jene des seit Jahrzehnten bewährten Jahrbuches der Stadt Wien. Es bietet in 24 Abschnitten und in einem fünfgliedrigen Anhang außer den Einführungstexten 272 Tabellen mit rund 28.000 Zahlen; ein Stadtplan und 18 Diagramme fördern die Anschaulichkeit des Zahlenmaterials. In die Arbeit teilten sich Magistratsdirektor i. R. Dr. Hans Fankhauser, der als wiederbeschäftigter Ruhestandsbeamter fünf Jahre dem städtischen Statistischen Amte vorstand und der derzeitige Leiter des Amtes Obermagistratsrat Dr. Eduard Angerer. Durch die Signierung mit F und A bekennen sie sich als Bearbeiter der von ihnen behandelten Abschnitte. In einigen Abschnitten, und zwar in III, IV, XII, XVI und XIX sind Vorarbeiten des nach dem Zusammenbruch einige Jahre im Statistischen Amte tätig gewesenen Majors a. D. Friedrich Royko verwertet. Das städtische Vermessungsamt stellte den Stadtplan und nach den Entwürfen der Be- arbeiter den Großteil der Diagramme bei. Magistratsdirektor i. R. Dr. Hans Fankhauser war der eigentliche Initiator dieses Werkes und er hat es auch trotz vieler Hindernisse und zu einer Zeit, da die Er- eignisse der Nachkriegszeit auf uns einstürmten und alle Köpfe zum Bersten voll von dringendsten Alltagssorgen waren, mit Geduld und Hartnäckigkeit zum guten Ende geführt. Er hat dadurch seiner Dienstzeit, die er an höchster Stelle des Magi- strates versah, den würdigsten Abschluß verliehen, der Stadtgemeinde einen letzten großen Dienst erwiesen und sich selbst ein bleibendes Denkmal gesetzt. Allen Dienststellen und Persönlichkeiten, insbesondere allen außerhalb des Magi- strates stehenden, die durch Beistellung von Zahlenmaterial oder durch fachliche Beratung beider Bearbeiter oder Durchsicht der Entwürfe zum Gelingen des Hand- buches beigetragen haben, sei herzlichst gedankt. Bei der Unmenge der verwendeten Quellen und der Vielgestaltigkeit dieses Erst- lingswerkes werden sich trotz größter Vorsicht verschiedene Fehler und Irrtümer eingeschlichen haben. Das städtische Statistische Amt ist für jede Richtigstellung dankbar und nimmt Anregungen und Wünsche für eine Verwertung oder Berück- sichtigung in einem allfälligen zweiten Handbuch gerne entgegen. Ob es zur Heraus- gabe eines solchen kommt, hängt von der Aufnahme ab, die das erste findet. Ich hoffe, daß diese günstig ist, und daß auch die finanzielle Lage der Stadt zur gegebenen Zeit die Fortsetzung der begonnenen Veröffentlichung erlaubt. Innsbruck, im November 1950. VI Dr. Anton Melzer Bürgermeister ow to INHALTS ÜBERSICHT Seite of I. Naturverhältnisse II. Stadtgebiet III. Bevölkerungsstand 1 18. 29 IV. Bevölkerungsbewegung 57 V. Gesundheitspflege 79 VI. Allgemeine Fürsorge 109 VII. Sozialversicherung 137 VIII. Beschäftigung der Bevölkerung und Arbeitslosigkeit. 141 IX. Bau- und Wohnungswesen 168 Xa. Straßenpflege, Kehrichtabfuhr, Entwässerung 190 Xb. Stadtwerke Innsbruck, Versorgungsbetriebe 205 XI. Verkehr... 226 XII. Geld- und Kreditwesen 259 XIII. Gewerbe 261 XIV. Land- und Forstwirtschaft 270 XV. Tierhaltung und Veterinärwesen 297 XVI. Lebensmittelbeschaffung. XVIII. Unterricht und Bildung 316 XVII. Preise, Lebenshaltungskosten, Arbeiterlöhne 331 345 XIX. Sport und Leibesübungen 388 XX. Kultuswesen XXI. Verwaltung 394 406 XXII. Feuerschutz XXIII. Finanzwirtschaft der Stadtgemeinde 420 426 Anhang: 1. Die gefallenen Soldaten und Kriegsversehrten der beiden Weltkriege 440 2. Opfer der Fliegerangriffe und Fliegerschäden 444 3. Der Wiederaufbau 1945 und 1946. 454 4. Wahlen; Abstimmung in Arzl 1946 459 5. Registrierung der Nationalsozialisten 465 VII VIII INHALTSVERZEICHNIS I. Naturverhältnisse Text. Tabellen . 1. Geographische Lage und Ortszeit von Innsbruck 2. Höhenlagen der Stadt 3. Witterung A Klima von Innsbruck, 25jähriges Mittel aus 1906 bis 1930 B Klima von Innsbruck, Jahresübersichten 1931 bis 1945 C Klima von Innsbruck, Monats- und Jahresübersichten 1946 D Klima von Innsbruck, Grenzen der Frosttage, 1. Schneetag, Schnee- deckenzeit, Mittel aus 1906 bis 1930, Ergebnisse aus 1931 bis 1946 .. 4. Flüsse A Inn a) Mittlere Wasserstände 1931 bis 1940 b) Mittlere Wasserführung 1931 bis 1940 c) Wasserstand und Wassertemperatur 1946 B Sill Wasserstand 1946 II. Stadtgebiet Text.. Tabellen 1. Entwicklung des Innsbrucker Stadtgebietes (Eingemeindungen) 2. Gliederung des Stadtgebietes A Das Stadtgebiet gegliedert nach dem Grundsteuerkataster. B Gegenüberstellung der Flächenstände 1945 und 1946 und dieses Standes nach Umbuchung der Parafikate Seite 1-10 10 11 12 13 14 15 15 16 16 17 18-23 20 24 24 C Das Stadtgebiet gegliedert nach der tatsächlichen Benutzung 25 A Das Grundeigentum, die Stiftungsgrundstücke und das städtisch ver- waltete öffentliche Gut nach dem Grundsteuerkataster. 26 B Gegenüberstellung der Flächenstände von 1945 und 1946 und dieses Standes nach Umbuchung der Parafikate 27 28 3. Gliederung des Grundeigentumes der Stadt C Das Grundeigentum, die Stiftungsgrundstücke und das städtisch ver- waltete öffentliche Gut gegliedert nach der tatsächlichen Benutzung III. Bevölkerungsstand Text.. Tabellen 1. Einwohnerzählungen in Innsbruck vor 1869 29-43 44 45 B Die Entwicklung der Bevölkerung Innsbrucks und seiner Katastral- gemeinden von 1869 bis 1946 46 2. Volkszählungen in Innsbruck von 1869 an A Die Volkszählungen von 1869 bis 1939 3. Gliederung der Bevölkerung nach den üblichen Hauptmerkmalen A Das Geschlechtsverhältnis der Bevölkerung von Innsbruck an den Stichtagen der Volkszählungen 1869 bis 1939 47 B Die Ständige Bevölkerung von Innsbruck nach dem Familienstand am 17. 5. 1939. C Die Ständige Bevölkerung von Innsbruck, Arzl, Vill und Igls nach Altersgruppen am 17. 5. 1939.. D Die Ständige Bevölkerung von Innsbruck, Arzl, Vill und Igls nach Wirtschaftsabteilungen und der Stellung im Beruf am 17. 5. 1939. E Die Erwerbspersonen und selbständigen Berufslosen in Innsbruck mit ihren Angehörigen ohne Hauptberuf am 17. 5. 1939. . a) Gliederung nach Wirtschaftsabteilungen. b) Gliederung nach der Stellung im Beruf F Die Bevölkerung von Innsbruck nach der Sprach- oder Volkszugehörig- keit an den Stichtagen der Volkszählungen von 1910, 1934 und 1939. G₁ Die Ständige Bevölkerung von Innsbruck, Arzl, Vill und Igls nach der Religionszugehörigkeit am 17. 5. 1939 G. Die Bevölkerung von Innsbruck nach der Religionszugehörigkeit an den Stichtagen der Volkszählungen von 1910, 1934 und 1939 H, Die Wohnbevölkerung von Innsbruck, Arzl, Vill und Igls am 17. 5. 1939 nach Einzel-, Familien- und Anstaltshaushaltungen; die Familienhaus- haltungen nach ihrer Größe H, Vergleich der Haushaltungen in Innsbruck nach den Ergebnissen der Volkszählung von 1934 und 1939 ... 4. Entwicklung des Bevölkerungsstandes von Innsbruck nach 1939. Schätzungs- zahlen, fortgeschriebene Einwohnerzahl, Zahl der ausgegebenen Lebens- mittelkarten IV. Bevölkerungsbewegung Text. Tabellen 1. Die natürliche Bevölkerungsbewegung A Die natürliche Bevölkerungsbewegung von 1905 bis 1934 B Die natürliche Bevölkerungsbewegung und die Wanderungsbewegung von 1943 bis 1946 2. Eheschließungen A Gliederung der Eheschließenden in Ortsansässige und Ortsfremde, Ehe- schließungsziffern 1941 bis 1946 B Alter der Eheschließenden 1941 bis 1946. C Religionsbekenntnis und Familienstand der Eheschließenden 1946. D Staatsangehörigkeit der Eheschließenden 1946 3. Geburten A Geburtenziffern 1939 bis 1946 (Zahl der Geburten auf 1000 Einwohner), Totgeborene in Prozenten B Verhältniszahlen der ehelichen und unehelichen Kinder 1941 bis 1946 C Lebendgeborene der Jahre 1942 bis 1946, Gesamtzahlen, Ortsansässige nach Ehelichkeit und Geschlecht, Geschlechterverhältnis. 4. Sterbefälle A Grundzahlen der Gestorbenen in Innsbruck 1941 bis 1946 (Ortsan- sässige und Ortsfremde). B Sterbeziffern. C Säuglingssterblichkeit 1935 bis 1946 (Kinder ortsansässiger Mütter). D Säuglingssterblichkeit in Innsbruck 1941 bis 1946 (eheliche und unehe- liche Kinder ortsansässiger und ortsfremder Mütter) E Säuglingssterblichkeit in Innsbruck 1946 nach Monaten (Ortsansässige) F Sterbefälle 1946 nach Altersjahren G Gestorbene nach Todesursachen (nach den Hauptgruppen des inter- nationalen Todesursachenverzeichnises) . H Todesfälle an Krebs und Tbe im Jahre 1946 (Ortsansässige Bevölkerung) J Todesursachen durch äußere Einwirkung Seite 47 48 49 50 50 51 888 52 53 53 55 56 57-65 66 67 67 68 69 70 FF 71 71 72 73 73 73 74 74 75 76 77 78 IX > 222 X Seite V. Gesundheitspflege Text.. Tabellen 1. Sanitätspersonen und Apotheken A Sanitätspersonen (Stand vom 14. 4. 1947) B Öffentliche Apotheken (Stand vom Dezember 1946). 2. Rettungsdienst . .. 79-85 A Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz, Rettungsstelle Innsbruck B Österreichischer Bergrettungsdienst, Ortsstelle Innsbruck. 3. Innsbrucker Krankenanstalten. Bewegung 1945 und 1946 4. Mutterberatung 1939 bis 1946 5. Schulgesundheitspflege und Schulzahnpflege, Impfungen 1945 und 1946 6. Tuberkulosenfürsorge 1939 bis 1946 a) Personal b) Zu- und Abgänge von Patienten bei der Tuberkulosenfürsorgestelle e) Leistungen der Tuberkulosenfürsorgestelle. d) Maßnahmen der Fürsorgestelle. e) Wohnungsfürsorge der Fürsorgestelle. 86 87 88 89 90 91 92 93 93 94 94 94 7. Meldepflichtige Infektionskrankheiten, Erkrankungen und Todesfälle in den Jahren 1945 und 1946. . . 95 8. Städtische Desinfektionsanstalt und städtische Wäscherei 1938, 1945 und 1946. 96 9. Städtische Bäder A, Städtisches Volksbad in der Herzog-Otto-Straße, Besucherzahl in den Jahren 1939 bis 1946- A, Städtisches Volksbad in der Herzog-Otto-Straße, monatliche Besucher- zahl in den Jahren 1943 und 1946. A, Städtisches Volksbad in der Herzog-Otto-Straße, täglicher Durch- schnittsbesuch und tägliche Durchschnittseinnahme in den Jahren 1943 und 1946. B, Städtische Badeanstalt in der Salurner Straße, Besucherzahl in den Jahren 1927 bis 1946 B, Städtische Badeanstalt in der Salurner Straße, monatliche Besucherzahl in den Jahren 1942 und 1946 B, Städtische Badeanstalt in der Salurner Straße, täglicher Duschschnitts- besuch und tägliche Durchschnittseinnahme in den Jahren 1942 und 1946 C₁ Städtisches Hallenbad, Zahl der Besucher seit der Eröffnung des Bades. C, Städtisches Hallenbad, monatliche Besucherzahl 1939 und 1943 C, Städtisches Hallenbad, täglicher Durchschnittsbesuch und tägliche Durchschnittseinnahme 1937, 1941 und 1943 . . . C. Übersicht der Besucher des städtischen Hallenbades nach Bädern und Geschlecht und der Einnahmen 1937 und 1940 bis 1944 96 99 97 97 98 99 99 100 101 103 103 D Männerschwimmbad und Frauenschwimmbad in der Museumstraße, Zahl der Besucher und Einnahmen 1930 bis 1943. 104 . E Summe aller an den städtischen Badeanstalten 1934, 1939 und 1943 abgegebenen Bäder. . 105 F Vergleich mit dem Bäderbesuch in elf deutschen Städten im Jahre 1939 10. Friedhöfe in Innsbruck 105 A Friedhöfe; Fläche, Grabstellen, Belegungen, Enterdigungen B Friedhöfe; geschichtlicher Überblick 106 108 VI. Allgemeine Fürsorge Text. Tabellen 1. Jugendfürsorge A, Zahl der Pflegekinder und der unter Amtsvormundschaft und Schutz- aufsicht stehenden Minderjährigen; Sachwaltungen, Jugendgerichts- hilfe, Mündelgelder. 1941 bis 1946 109-121 122 A, Zahl der in Fürsorgeerziehung und in zugelassener öffentlicher Er- ziehung stehenden Zöglinge, 1941 bis 1946 B Städtisches Kinderheim Mariahilf . . 2. Armenfürsorge A Übersicht über die Zuwendungen an Hilfsbedürftige in offener Fürsorge 1913, 1918, 1927 bis 1946 B Personenkreis der offenen Fürsorge im Monatsdurchschnitt vom 1.4.1941 bis 31. 12. 1946. . Seite 123 123 124 125 C Alter, Geschlecht und Familienstand der in offener Fürsorge unterstütz- ten Parteien; Mitunterstützte D Kosten der offenen Fürsorge 129 126 E Durchschnittliche Höhe der laufenden Barunterstützungen je Partei und Monat G Personenkreis und Kosten der geschlossenen Fürsorge vom 1. 4. 1941 bis 31. 12. 1946. . F₁/ Vergleiche über Personenkreis, Aufwand und Unterstützungshöhe mit österreichischen und deutschen Städ en und dem Reich H Altersheime und andere Versorgungsanstalten. Bewegung 1945 und 1946 J Familienstand und Alter der von der Stadt befürsorgten Anstalts- pfleglinge K Beruf und Berufsstellung der von der Stadt befürsorgten Anstalts- pfeglinge VII. Sozialversicherung Text. Tabellen 128 130 132 134 136 136 137-138 1. Gebietskrankenkasse, Stand der Versicherten im Stadtgebiet Innsbruck 2. Krankenfürsorgeanstalt der städtischen Angestellten 139 A Stand der Versicherten 139 B Versicherungsleistungen für Mitglieder und Angehörige aller ange- schlossenen Orte 140 C Durchschnittliche Versicherungsleistungen und Verwaltungskosten 139 VIII. Beschäftigung der Bevölkerung und Arbeitslosigkeit 1. Beschäftigung der Bevölkerung in Innsbruck Text. Tabellen A Erwerbspersonen, selbständige Berufslose, Angehörige 1934, 1939 und 1946.. .141-150 151 B, Berufliche Gliederung der Erwerbspersonen nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 22. 3. 1934. 152 B, Berufliche Gliederung der Erwerbspersonen nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 17. 5. 1939 153 TIE B, Berufliche Gliederung der unselbständigen Erwerbstätigen nach dem Ergebnis der Beschäftigungserhebung vom Juli 1946 ... 155 C Die Stellung der Erwerbspersonen in ihrem Beruf in den Jahren 1934, 1939 und 1946 mit Vergleichsübersicht 156. D, Die wirtschaftliche Zugehörigkeit der Erwerbspersonen nach dem Er- gebnis der Volkszählung vom 22. 3. 1934 ... D, Die wirtschaftliche Zugehörigkeit der Erwerbspersonen nach dem Er- gebnis der Volkszählung vom 17. 5. 1939. . . 157 158 122 D. Die wirtschaftliche Zugehörigkeit der Berufstätigen nach dem Ergebnis der Beschäftigungserhebung 1946 gegliedert nach Wirtschaftsabteilungen und Wirtschaftszweigen E Gliederung der gesamten Bevölkerung nach der sozialen Stellung und der wirtschaftlichen Zugehörigkeit F Das Alter der Berufstätigen im Juli 1946. 159 162 163 XI 2. Arbeitslosigkeit A Zahl der vorgemerkten und unterstützten Arbeitslosen in Österreich und Tirol 1933. B Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen im Arbeitsamtssprengel Innsbruck 1930 bis 1934 Seite 164 164 165 C Zahl der Arbeitslosen in Innsbruck 1935 bis 1941 D Zahl der Arbeitslosen im Arbeitsamtssprengel Innsbruck vom Juli 1945 bis Dezember 1946 IX. Bau- und Wohnungswesen Text mit Übersichten über öffentliche Gebäude und Denkmäler. Tabellen 1. Häuser und Wohnungen in Innsbruck 167 168-178 A Entwicklung des Häuserbestandes in Innsbruck 179 B Gebäude und Wohnungen (Stand vom Dezember 1946) 180 . D Neubauten im Stadtgebiet, errichtet in den Jahren 1920 bis 1946 E Siedlungen C Beispiele für das Verhältnis der Anzahl der Gebäude zur Zahl der Wohnungen 181 182 183 2. Städtische Häuser A Gebäudebesitz der Stadt, Häuser, Wohnungen, Geschäfte und Betriebe B Gebäudebesitz nach Katastralgemeinden Ende 1946; Wohnungs- Neubauten nach Wohnungsgrößen 184 185 3. Bautätigkeit 1945/1946, Behebungen von Kriegs- und Zeitschäden, Neu-, Ersatz-, Zu-, Auf- und Anbauten 186 4. Mietzinse für Bestandsräume A Wohnungsmietzinse 1914, 1937 und 1945 187 B Beispiele für das Verhältnis zwischen Einkommen und Mietzins 1937 und 1945. 189 Xa. Straßenpflege, Kehrichtabfuhr, Entwässerung Text.. Tabellen 1. Öffentliche Straßen und Brücken A Öffentliche Straßen in Verwaltung der Stadt Innsbruck, Stand Ende 1946 B Brücken im Stadtgebiet über den Inn und die Sill . 190-197 202 198 2. Straßenbau und Straßenerhaltung. Maschinen, Oberflächenbeläge 3. Straßenreinigung. Geräte.... 195 . 195 4. Hauskehrichtabfuhr. Muligefäße und abgeführte Mullmenge in Innsbruck 1946. . 203 5. Stadtentwässerung in Innsbruck. Kanäle, Kanalspülung, Kanalräumung, Senkgruben und Bedürfnisanstalten. 204 Xb. Stadtwerke Innsbruck, Versorgungsbetriebe Text. Tabellen 1. Wasserwerk, Wasserversorgung A Trinkwasserversorgung von Innsbruck, Quellenübersicht B Leitungslängen von den Quellfassungen bis zu den Hochbehältern 0 Verteilungsleitungen und Hauptversorgungsleitungen von den Hooh- behältern an D Quellenergiebigkeit E Wasserabgabe 201 201 2. Elektrizitätswerk, Versorgung mit Strom, öffentliche Beleuchtung A Leitungsnetz und Stromwirtschaft, Anschlüsse und Zähler, öffentliche Beleuchtung des Stadtgebietes 1937, 1942, 1945 und 1946 B Angeschlossene Stromgeräte 1937, 1942, 1945 und 1946 XII 205-217 218 219 219 220 221 222 223 3. Gaswerk, Versorgung mit Gas Seite big wh.VIX 224 224 225 A Gaserzeugung und Gasabgabe in Innsbruck 1937, 1943, 1945 und 1946. B Gasgeräte in Innsb:uck, Stand vom 31. 12. 1948 4. Stadtgärtnerei, Größe der allgemein zugänglichen Park- und Rasenanlagen. Betriebsanlage XI. Verkehr Text. Tabellen 1. Innsbrucker Verkehrsbetriebe-A.-G., Stubaitalbahn-A.-G. und Nordketten- bahn A Straßenbahnlinien 1 und 3. B Straßenbahnlinie 4 nach Hall. C Straßenbahnlinie 6 nach Igls D Stubaitalbahn. E Hungerburgbahn. F Nordkettenbahn 226-232 233 234 236 235 237 238 239 H₁/, Autobus- und Obus-Linien, Verkehrsunternehmen Stubaital. 240 J Betriebsleistungen 1937 und 1946. 241 K Übersicht über die Verkehrsbetriebe A-H, und H, 242 2. Kraftfahrzeuge und Fahrräder in Innsbruck, Bestand im Dezember 1934 und 1946. 244 G Patscherkofelbahn 3. Straßenverkehrsunfälle im Bereich der Bundespolizeidirektion in Innsbruck A Zahl der Unfälle und der hiebei verletzten oder getöteten Personen 1939 bis 1946. B Die Unfälle im Jahre 1946 gegliedert nach Unfallschaden und Monaten C Straßenkreuzungen und -züge mit den häufigsten Verkehrsunfällen 1946 4. Fremdenverkehr in Innsbruck A Fremdenverkehr 1924/25 einschließlich 1935/36 in Jahressummen. . . B Fremdenverkehr 1935/36 einschließlich 1945/46 in Monats- und Jahres- summen C Fremdenverkehr 1935/36 einschließlich 1945/46 nach Herkunftsländern D Perzentueller Anteil der Herkunftsgruppen an der Gesamtzahl der Mel- dungen 1928/29 einschließlich 1941/42. Geschichtliche Ereignisse... E₁/ Durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Fremden in Innsbruck. Ver- gleiche mit anderen Städten und Orten F Gegenüberstellung der Hundertsätze der Meldungen und Übernachtun- gen der Herkunftsgruppen.. G Verhältnis des Winterhalbjahres zum Sommerhalbjahr. H₁/ Fremdenverkehr in Innsbruck und in vier Landeshauptstädten 1924/25 bis 1935/36, in Innsbruck und Salzburg 1939 bis 1944 5. Fremdenbeherbergungsstätten in Innsbruck A Fremdenbeherbergungsstätten geordnet nach Katastralgemeinden B Fremdenbeherbergungsstätten geordnet nach Betriebsgruppen XII. Geld- und Kreditwesen Text.. Tabelle Die wesentlichsten Zahlen aus den Bilanzen der Sparkasse der Sadt Innsbruck XIII. Gewerbe 245 246 247 248 249 250 251 253 254 255 256 257 258 259-260 260a Text.. Tabellen 1. Gewerbeanmeldungen, Konzessionsverleihungen, Löschungen 1946 2. Stand der Gewerbeberechtigungen März 1947 261-262 263 265 XIII Seite XIV. Land- und Forstwirtschaft Text. Tabellen 1. Bodenbenutzungserhebungen, Anbauflächen, Ertrag; Gemüseanbauer- hebungen A Bodenbenutzungserhebungen 1943 bis 1946, Wirtschaftsfläche der Gemeinde . B Bodenbenutzungserhebungen 1943 bis 1946, Wirtschaftsflächen der Betriebe von ½ ha an C Gliederung der Wirtschaftsfläche der Gemeinde 1946 nach Kulturarten und des Anbaues auf dem Acker- und Gartenland nach Fruchtgattungen D Durchschnittserträge 1946.. E, Anteile der Flächen der Kulturarten an der land- und forstwirtschaftlich genutzten Fläche 1946 E, Zahl und Gesamtwirtschaftsflächen der Betriebe 1946 nach Größen- typen, ihre Anteile an Gesamtzahl und Gesamtfläche Es/ Anteil der Betriebe 1946 nach Größentypen an der land- und forst- wirtschaftlichen Nutzung in absoluten Zahlen und in Prozenten F Der endgültige Anbau von Gemüse und Erdbeeren 1944. G Der Frühjahrs- und der Nachanbau von Gemüse und Erdbeeren 1946 2. Fischfang in Innsbruck. Ergebnisse 1938 bis 1946. 3. Jagd in Innsbruck. Jagdgebiete, Wildstand und Abschuß 1944/45. XV. Tierhaltung und Veterinärwesen Text. Tabellen A Ergebnisse der Viehzählungen von 1938 bis 1946 270-278 279 280 281 290 283 284 285 286 288 291 296 297-303 304 1. Viehzählungen, Bestand an Nutztieren in Innsbruck B Die Viehzählungen vom 3. 12. 1945 und 1946. Tiere nach Gattung, Alter und Geschlecht 305 . C Viehzählung vom 3. 12. 1946: Viehbestand nach Katastralgemeinden D Viehzählung vom 3. 12. 1946: Verteilung der Tierarten auf die Vieh- haltungen. 307 308 E Viehzählung vom 3. 12. 1946: Viehhaltungen mit einer Tiergattung allein oder zusammen mit Geflügel oder Kaninchen 309 F Viehzählung vom 3. 12. 1946: Vergleich mit den Ergebnissen der Zählun- gen vom 3. 12. 1938 und 1945 309 2. Hunde im Stadtgebiet, Stand vom Jahresende 1942 bis 1946 3. Anzeigepflichtige Tierseuchen und verseuchte Viehgehöfte 1946 4. Anlieferung von Schlacht- und Stechvieh, Schlachtungen A Anlieferung von Schlacht- und Stechvieh auf den Schlachtviehmarkt Innsbruck 1940 bis 1946 nach Herkunftsländern 310 310 B Anlieferung von Schlacht- und Stechvieh 1946 nach Monaten. C Schlachtungen im städtischen Schlachthof 1946 5. Städtischer Schlachthof 6. Tierärzte in Innsbruck. XVI. Lebensmittelbeschaffung XIV Text. Tabellen 1. Lebensmittelbewirtschaftung A Vom Ernährungsamt Innsbruck ausgegebene Lebensmittelkarten in aus- gewählten Kartenperioden. B Lebensmittelzuteilungen an Normalverbraucher in zehn Kartenperioden (Auswahl) 311 313 314 315 315 316-320 321 322 Milchzuteilung in zehn Kartenperioden D Tageskalorien sämtlicher Verbrauchergruppen in zehn Kartenperioden. E Kaloriensätze für Normalverbraucher 1945 und 1946 F Verbrauch an rationierten Lebensmitteln 1946 . . G Milchanlieferung und -ausgabe im Milchhof Innsbruck 1944 bis 1946. 2. Märkte und Marktpolizei A Märkte und Markthallen. B Täglicher Lebensmittelmarkt am Innrain, Jahrmärkte C Marktpolizei. Lebensmittelproben, Beschlagnahme, Übertretungen XVII. Preise, Lebenshaltungskosten, Arbeiterlöhne Text. Tabellen 1. Preise in Innsbruck Seite 323 324 325 326 327 328 329 330 331-333 A Kleinhandelspreise für Lebens- und Genußmittel 1936 bis 1946. B Preiserhöhung wichtiger bewirtschafteter Lebensmittel von Ende 1945 bis Ende 1946 334 339 2. Lebenshaltungskosten in Innsbruck beschränkt auf die aufgerufenen Lebens- mittel, Strom, Gas und Wohnung miete 340 341 3. Arbeiterlöhne in Innsbruck (Auswahl) XVIII. Unterricht und Bildung Text. Tabellen 1. Kindergärten in Innsbruck. 2. Volks-, Haupt- und Hilfsschulen in Innsbruck A Die städtischen Volks- und Hauptschulgebäude B Besuch der städtischen Volks- und Hauptschulen 1933/34 bis 1946/47 C Sprengelfremde Kinder an den städtischen Volks-, Hilfs- und Haupt- schulen 1934/35 bis 1938/39 D Zahl aller Volksschulen (einschließlich Hilfsschule und Übungsschule), der Lehrkräfte, Klassen und Kinder 1940/41 bis 1946/47. E Zahl aller Hauptschulen, der Lehrkräfte, Klassen und Kinder 1940/41 bis 1946/47 F Zahl der Lebendgeburten und Zahl der Kinder der 1. Volksschulklassen in Innsbruck von 1913, bzw. von 1919 an 3. Gewerbliche Berufsschulen, Schulen für Berufsausbildung A Gewerbliche Fortbildungsschulen für Berufschulpflichtige 1945/46 und 1946/47 B Schulen für Berufsausbildung (Gewerbeschule, Handelsakademie, Kauf- männische Wirtschaftsschule, Frauenberufsschule) 1945/46 und 1946/47 4. Lehrerbildungsanstalten mit Bildungsanstalten für Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen und Handarbeitslehrerinnen 1945/46 und 1946/47 5. Gymnasien, Oberrealschule und Frauenoberschule 1945/46 und 1946/47.. Gesamtübersicht zu den Unterabschnitten 2 bis 5 6. Leopold-Franzens-Universität Innsbruck A Lehrpersonen im Sommersemester 1946 und im Wintersemester 1946/47 B Zahl der Hörer in früheren Semestern. Hörerschaft im Sommersemester 1946 und im Wintersemester 1946/47 916 D Staatsangehörigkeit der Hörerschaft. E Glaubensbekenntnis der Hörerschaft. PLA . 345-359 360 362 364 364. 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 XV BESUE 7. Städtische Musikschule (Konservatorium) 1934/35 bis 1946/47 8. Stadtbücherei Innsbruck A Zahl der Bücher, Leser und Entleihungen 1941/42 bis 1946. B Gliederung der Leser, der Entleiher und der Benützer der verschiedenen Buchgruppen nach Männern, Frauen und Jugendlichen 9. Museen. Besucherzahl im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1935 bis 1940, 1945 und 1946 und im Tiroler Volkskunstmuseum 1929 bis 1937 . . 10. Theater, Konzerte, Lichtspiele A Das Landestheater in Innsbruck 1945/46 und 1946/47. B Zuschüsse der Stadt an das Stadt-, bzw. Landestheater und Ausgaben für das städtische Orchester. C Theater- und Orchesterbesuch, Gemeindezuschüsse in anderen Städten. D Die kleineren Bühnen in Innsbruck, Konzerte und Lichtspieltheater 1946 E Konzerte der Stadt Innsbruck 1946/47 XIX. Sport und Leibesübungen Text. Tabellen A Sport- und Spielplätze, Turnhallen B Sportämter und Sportorganisationen in Innsbruck XX. Kultuswesen in Innsbruck Text.. Tabellen 1. Einrichtungen (Pfarreien, Vikariate, Seelsorgestellen) 2. Kultstätten A Zahl der Kirchen und Kapellen. B Übersicht der Kirchen geordnet nach ihrer Entstehungszeit. C Übersicht der Kapellen geordnet nach Katastralgemeinden 3. Wechsel der Religionszugehörigkeit A Religionszugehörigkeit der Bevölkerung 1934 und 1939 B Religionsaustritte und Übertritte 1938 bis 1946. Seite 378 379 380 382 383 386 384 387 387 388-391 392 393 .. 394-395 397 C Religionsaustritte 1938 bis 1946 geordnet nach den aufgegebenen und neugewählten Bekenntnissen. D₁/ Religionseintritte 1945 und 1946 geordnet nach Sprengeln; Verhältnis- zahlen zu den Austritten 1938 bis 1944 XXI. Verwaltung Text. Tabellen 397 398 400 401 402 403 405 406-413 1. Die Bediensteten der Stadtgemeinde Innsbruck im Magistrat A Beamte und Angestellte gegliedert nach der Dienststelle 1905, 1932, 1936 und 1946 414 B Beamte, Angestellte und Arbeiter gegliedert nach der Dienststelle 1936 und 1946. 415 C Perzentuelle Zunahme der Zahl der Beamten und Angestellten, der Ein- wohner und der Fläche des Stadtgebietes 416 D Personalaufwand des Stadtmagistrates 1936 und 1946 417 E Gruppenweise Gliederung der Beamten und Angestellten nach der Größe ihres Reineinkommens 418 2. Zahl der Bediensteten der Stadtwerke und der Verkehrsbetriebe 1936 und 1946.. 419 XVI Seite XXII. Feuerschutz Text.. Tabellen A Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr B Ausrückungsanlässe und ihre Gliederung 1945 und 1946 XXIII. Finanzwirtschaft der Stadtgemeinde Text.. Tabellen A Einnahmen und Ausgaben des ordentlichen Haushaltes 1923 bis 1946, Ausgaben je Einwohner . B Einnahmen und Ausgaben des ordentlichen und außerordentlichen Haus- haltes 1937 bis 1946 (Steuern, Personalaufwand, Vermögensaufstellung, die wichtigsten Gebühren) 420-422 423 424 426-435 436 436a 436b 437 C Entwicklung der Steuern, der Steuereinnahmen und Zuweisungen 1937 bis 1946. D Gliederung des Personalaufwandes des Stadtmagistrates nach der Art der Ausgabe 1941/42 bis 1946 E Gliederung der Einnahmen und Ausgaben der ordentlichen Haushalts- pläne nach den Einzelplänen 1941/42 bis 1946 438a F Gliederung des Personalaufwandes des Stadtmagistrates nach den Einzel- plänen 1941/42 bis 1946. . 438 Anhang 1. Die gefallenen Soldaten und Kriegsversehrten der beiden Weltkriege 1914/1918 und 1939/1945 mit dem Wohnsitz in Innsbruck Text. Tabellen A Die im Weltkrieg 1914/1918 gefallenen Innsbrucker und die gefallenen Wehrmachtsangehörigen des 2. Weltkrieges. B Kriegsinvalide des 1., Kriegsversehrte des 2. Weltkrieges 2. Opfer der Fliegerangriffe und Fliegerschäden in Innsbruck 440-441 442 443 Text. Tabellen A Opfer der 22 Fliegerangriffe 1943 bis 1945 444-446 447 B Bombenbeschädigte und unbeschädigte Gebäude gegliedert nach Stadt- teilen und Schadensgruppen.. 448 C Bombenbeschädigte und unbeschädigte Gebäude gegliedert nach ihrer Verwendung (Gebäudeart) D Bombenbeschädigte und unbeschädigte Wohnungen. 449 451 E Bombenschäden der Fremdenbeherbergungsstätten, Verluste an Zimmern und Betten. 451 F Kriegsschäden an Straßen und Plätzen 452 G Bombenschäden an städtischen Versorgungseinrichtungen (Stadtwerken) H Bombenschäden der Innsbrucker Verkehrsbetriebe 452 452 J Die baulichen Kriegsschäden im Stadtgebiet gegliedert nach Stadt-, Bundes-, Landes- und Privatbesitz .. 453 3. Der Wiederaufbau der Stadt Innsbruck 1945 und 1946 Text. . Tabellen und Aufstellungen A Behebung von Kriegsschäden an Straßen, Brücken, Kanalisation und Versorgungseinrichtungen (Stadtwerken) 454-455 456 XVII B Instandsetzung beschädigter Straßenverkehrsmittel, Übersicht über die betriebsfähigen Lastkraftfahrzeuge C Instandsetzung der Marktversorgungsanlagen D Wohnungsinstandsetzung E Menge des zum Wiederaufbau verwendeten Baumaterials F Wiederaufbau im Kindergarten- und Schulwesen, Kulturleben und Sport 4. Gemeinderatswahlen; Nationalrats- und Landtagswahlen 1945, Abstim- mung in Arzl 1946 Text.. Tabellen A Gemeinderatswahlen in Innsbruck von 1919 bis 1933 Seite 457 458 458 458 458 .. 459-461 462 464 464 B Nationalrats- und Landtagswahlen am 25. 11. 1945, Ergebnisse in Innsbruck. C Abstimmung in Arzl am 6. 10. 1946 über die Lostrennung von Innsbruck 5. Registrierung der Nationalsozialisten in Innsbruck Text... Tabellen A Ergebnisse des Registrierungsverfahrens beim Stadtmagistrat, Stand vom 1. 4. 1948. B Gliederung der registrierten Personen nach Berufen. C Gliederung der registrierten Personen nach Altersstufen Berichtigungen. XVIII 465 466 467 467 468 Bildliche Darstellungen Plan des Stadtgebietes von Innsbruck gegliedert nach Katastralgemeinden 18 Diagramme: 1. Die klimatischen Verhältnisse Innsbrucks in bildlicher Darstellung 2. Mittlere perzentuelle Häufigkeit der acht Winrichtungen in Innsbruck 3. Entwicklung des Innsbrucker Stadtgebietes (Eingemeindungen).. 4. Entwicklung der Bevölkerung in Innsbruck und im Gesamtraum der neun seit April 1942 vereinigten Katastralgemeinden von 1869 an. 5. Altersaufbau der Bevölkerung von Innsbruck im Jahre 1939 nach Altersjahren und Altersgruppen.. 6. Eheschließungen, Lebendgeborene und Gestorbene in Innsbruck seit 1905. Lebendgeborene und gestorbene Ortsansässige seit 1935... 7. Todesursachen der in den Jahren 1945 und 1946 verstorbenen Orts- ansässigen 8. Zuwendungen in offener Fürsorge in Innsbruck, Einwohnerzahlen, Ausgaben auf 10.000 Einwohner 9. Bevölkerungsgruppen in Innsbruck: Volkszählung 1939 und Be- schäftigungserhebung 1946 10. Altersaufbau der Erwerbstätigen in Innsbruck im Jahre 1946. 11. Stadtwerke Innsbruck, Elektrizitätswerk. Gesamtanschlußwert nach Netzbereich und Verwendung.. 12. Stadtwerke Innsbruck, Elektrizitätswerk. Anschlußwert der an das Netz angeschlossenen Glühlampen, Bügeleisen, Heißwasserspeicher und Herde 13. Fremdenmeldungen und Fremdennächtigungen in Innsbruck in den Jahren 1926-1945; perzentueller Anteil der Herkunftsgruppen an der Gesamtzahl der Fremdenmeldungen 14. Allgemeine Viehzählungen in Innsbruck 1938-1946, gesamter Vieh- bestand . 15. Schweinebestand in Innsbruck im Dezember der Jahre 1938-1946; Stand an Milchkühen in Innsbruck einschließlich der zur Milch- gewinnung und Arbeit verwendeten Kühe im Dezember der Jahre 1938 bis 1946. . Abschnitt Seite 19 1/3 5 1/3 7 20 34. II/1 III/2 III/3 18 37 IV/2, 3, 4 58 IV/4 64 VI/2 118 VIII/1 144 VIII/1 148 Xb/3 213 Xb/3 214 XI/4 232a XV/1 299 XV/1 300 16. Zahl der Lebendgeborenen und der Kinder der ersten Volksschul- klassen in Innsbruck.. . . XVIII/2 349 17. Religionsaustritte. XX/3 396 18. Die ordentlichen Ausgaben der Stadt Innsbruck je Einwohner in den Jahren 1923 bis 1946 XXIII 430 XIX ZUR BEACHTUNG! Ein Punkt (.) in den Tabellen bedeutet, daß eine Zahl nicht ermittelt werden konnte, wäh- rend ein Strich (-) gleichbedeutend mit 0 ist. α= = Durchschnitt. Eine einfache Jahreszahl bedeutet das Kalenderjahr, eine Doppelzahl einen Berichtszeit- raum von 12 Monaten, der sich nicht mit dem Kalenderjahr deckt (z. B. Schuljahr, Fremden- jahr, Rechnungsjahr). Bei der Einordnung doppelseitiger Tabellen war es, um leere Seiten zu vermeiden, in Einzel- fällen nötig, die logische und fortlaufend bezeichnete Reihenfolge zu unterbrechen und eine einseitige Tabelle vor- oder rückzureihen; in solchen Fällen ist durch einen Vermerk auf die Seitenzahl der versetzten Tabelle verwiesen. doan tew XX Audions deal at anda id seconda I. Naturverhältnisse I/1. Geographische Lage und Ortszeit von Innsbruck Die geographische Lage der Stadt ist durch den südlichen Turm der St. Jakobs- Pfarrkirche hinlänglich bestimmt; er liegt 574 m ü. d. M., 47° 16' 11.27" nördlicher Breite und 11° 23' 54.57" östlicher Länge von Greenwich und bildet den Koordi- natenursprung der alten Katastervermessung von Tirol und Vorarlberg. Die Lage des meteorologischen Observatoriums der Universität, Schöpfstraße 41, wird mit 581 m ü. d. d. M., 47° 15.7' nördlicher Breite und 11° 23.8' östlicher Länge von Greenwich und jene der Sternwarte der Universität, Sternwartestraße 15, mit 605 m ü. d. M., 47° 16' 6.5" nördlicher Breite und die Länge von Greenwich nicht in Graden sondern in Zeit mit 0 Stunden, 45 Minuten und 31.42 Sekunden an- gegeben. Die mitteleuropäische Zeit (MEZ)- eine Stunde vor Greenwich - ist der mittleren Ortszeit (MOZ) von Innsbruck um rund 14 Minuten voraus. 1/2. Höhenlagen der Stadt Der westlichste Punkt des Stadtgebietes in der Talsohle - an der Grenze der Gemeinde Zirl am linken Innuferliegt 585 m über dem Adriatischen Meer, der östlichste Punkt an der Grenze der Gemeinde Ampaß am rechten Innufer 564 m; die Entfernung der beiden Punkte beträgt 11.4 km, der Höhenunterschied ist 21 m. Das Gefälle der Talsohle von Westen nach Osten ist dementsprechend 0.18%. Der,,Bierstindl" am Fuße des Bergisel im Süden der Stadt liegt 594 m hoch, der,,Goldene Stern" im Norden, in St. Nikolaus, 573 m; beide Gaststätten sind 2.1 km voneinander entfernt, der Höhenunterschied beträgt wiederum 21 m, er ergibt daher über dem Sillschuttkegel von Süden nach Norden eine Neigung des Talbodens von 1%. Die mittlere Höhe des Stadtgebietes ist 579 m ü. d. M.; von den in der Tabelle I/2 angeführten Punkten steht die Triumphpforte auf dieser Höhe. Die Höhenlagen der neun Katastralgemeinden sind in der bezeichneten Tabelle durch die Höhenlagen ihrer Pfarrkirchen gekennzeichnet. Der höchste Punkt des Stadtgebietes ist der Kleine Solstein, zur Hälfte zum Zirler Gebiet ge- hörend, mit 2641 m, der tiefste Punkt mit 564 m liegt am Inn an der Grenze der Gemeinde Ampaß. Während der Kleine Solstein den westlichen Eckpfeiler des Stadtgebietes bildet, ist die Rumer Spitze, an der die Grenzen der Gemeinden Arzl, Rum und Thaur zusammenlaufen, der östliche Eckpfeiler auf der Nordkette. Hinter der Nordkette zieht sich das Innsbrucker Gebiet an dem Südhang der zweiten, zwischen dem Samer- und dem Hinterautal gelegenen Kette teilweise bis zum Kamm hinauf, im Westen der Sagkopf mit 2137 m und im Osten die Sonntags- karspitze mit 2577 m bilden dort die Grenzpunkte. Die Jägerkarlspitze und die Praxmarerkarspitze liegen zur Gänze auf Scharnitzer Gebiet. Im Nordwesten ist das Stadtgebiet an einer Stelle bis 72 km an die Grenze Bayerns vorgeschoben. 240 m nordöstlich der Patscherkofel-Bergstation liegt in annähernd 1900 m in der ,,Ampferer-Grube" der südlichste höchste Punkt des Stadtgebietes. Die Kuppe des Patscherkofel mit der Bergstation der Patscherkofelbahn liegt auf Patscher Gebiet. 1 I/3. Witterung¹) Die klimatischen Verhältnisse der Stadt Innsbruck sind im allgemeinen durch ihre Höhen- und Breitenlage an der Nordabdachung der Ostalpen gegeben, werden aber im besonderen durch den Schutzwall des Karwendelgebirges gegen Nordwinde und durch die Einmündung des Wipptales als Föhnstraße von Süden her günstig beeinflußt. Die Tabellen 1/3 A, B und C enthalten die Beobachtungen des meteorologischen Observatoriums der Universität Innsbruck über die wichtigsten Klima-Elemente: über Luftdruck, Lufttemperatur, Sonnenstrahlung, Niederschlag und Winde. Die Tabelle I/3 D mit Zahlen über die zeitlichen Grenzen der Frosttage, der Schneezeit und der Schneedeckenzeit, bildet eine Ergänzung der Angaben der ersten 3 Tabellen zu den Temperatur- und Niederschlagsverhältnissen. Da ein einigermaßen richtiges Bild der Witterungsverhältnisse eines Ortes nur aus den Mittelwerten einer längeren Reihe nach gleicher Methode gefundenen Beobachtungsziffern gewonnen werden kann, sind zum Vergleich mit den Ergebnissen aus dem Jahre 1946 die Mittelwerte des 25jährigen Beobachtungszeitraumes von 1906-1931 und die Jahresmittel und Summenergebnisse der einzelnen folgenden Jahre wiedergegeben. Aus diesem Material ist über die einzelnen Klima-Elemente folgendes zu entnehmen: Der mittlere Barometerstand nach dem 25jährigen Mittel ist 711.78 mm, der mittlere Barometerstand des Jahres 1946 betrug 711.41 mm. Der bisher höchste Luftdruck (absolutes Maximum) war 731.0 mm, der bisher tiefste (absolutes Mini- mum) 684.0 mm; das Jahr 1946 weist ein Maximum von 723.4 und ein Minimum von 693.8 auf. Der jährliche Gang des Luftdruckes ist sehr verschieden. Im all- gemeinen sind die Schwankungen in der wärmeren Jahreszeit geringer als in der kälteren. Das Maximum fällt meist auf den Herbst oder Winter, das Minimum auf den Frühling. Die mittlere Jahrestemperatur nach dem Mittel der Jahre 1906 bis 1930 betrug 8.5° Celsius; ihr liegen Jahresmittel von 7.4 bis 9.4° C zugrunde. Seither schwankten die mittleren Jahrestemperaturen zwischen 7.4 und 9.3º C. Auch 1946 weist 9.3 Celsiusgrade als Temperaturmittel auf. Die höchste Temperatur seit 1906 war plus 37° C, die niederste minus 26.8°. Das Jahr 1946 brachte Extreme von -14.6° C im Jänner und +33.6 im Juni. Die Zahl der Frost- und darunter der Eis- oder Wintertage charakterisiert die winterlichen Temperaturverhältnisse. Ihr Eintritt und ihre Dauer sind besonders für die Landwirtschaft, das Baugewerbe und den Wintersport von Bedeutung. Als mittlere Zahl des 25jährigen Beobachtungs- zeitraumes werden 114.3 Frost- und darunter 25.8 Eistage ausgewiesen; völlig 1) Diese Einführung stützt sich auf Dr. E. Ekharts,,Klima von Innsbruck", Berichte des Naturwissenschaftlich-medizinischen Vereines in Innsbruck, Jahrgang 1931/32-1933/34, und auf Dr. Ehrenfried Hoinkes,,Die Windverteilung einer alpinen Talstation (Innsbruck)", Meteorologische Zeitschrift, Heft 6, Jahrgang 1941. Zum Verständnis der Tabellen werden im nachstehenden die wesentlichen Begriffe definiert: Frost- und Eistage (Wintertage) sind jene Tage, an welchen die Temperatur bis oder unter Null sinkt (Minimum 0), bzw. den ganzen Tag nicht über den Gefrierpunkt steigt (Maximum 0). Sommertage sind solche, an denen das Tagesmaximum der Temperatur 25° C erreicht oder überschreitet. Es sei hier noch der Tropentage gedacht, die in den Tabellen nicht gesondert ausgezählt sind; es sind Tage mit einem Maximum, das gleich oder größer ist als 30° C. Nach Dr. Ekhart waren im 25jährigen Beobachtungszeitraum im Jahresmittel 12.2 Tropentage. Als heitere Tage gelten solche mit einer mittleren Bewölkung, die kleiner ist als 3/10, als trübe Tage solche, deren mittlere Bewölkung größer ist als 8/10 des Firmamentes. Als Schneetage werden alle Niederschlags- tage gezählt, an denen die gefallene Schnee- oder Schnee-Regen-Menge geschmolzen min- destens 0.1 mm erreicht. Die Schneedeckenzeit ist der Zeitraum vom Beginn der ersten bis zum Ende der letzten Schneedecke. 2 frostfrei waren in dieser Zeitspanne nur die Monate Juni, Juli und August. Im Jahre 1946 wurden 97 Frost- und davon 27 Eistage gezählt. Die Tabelle I/3 D ergänzt diese Zahlen durch die Zeitpunkte des ersten Herbst- und des letzten Frühlings- frostes. Nach dem 25jährigen Mittel tritt der erste Herbstfrost am 20. Oktober, der letzte Frühlingsfrost am 20. April ein. Tatsächlich schwankte das Datum des ersten Frostes zwischen dem 23. September und 7. November, des letzten Frostes zwischen dem 24. März und dem 12. Mai (Pankratius). Der letzte Frühlingsfrost im Jahre 1946 fiel auf den 12. April, der erste Herbstfrost auf den 12. Oktober; in diesem Jahre waren demnach genau sechs Monate völlig frostfrei. Sommertage wurden im Mittel 57.3 gezählt. Sie fallen auf die Monate Mai, Juni, Juli, August und September, ausnahmsweise auf den April; das Jahr 1946 brachte die erhöhte Zahl von 65 Sommertagen und zwar in den Monaten Mai bis September. Die relative Feuchtigkeit betrug im 25jährigen Mittel 71, im Jahresmittel 1946 70%. Die Jahresschwankungen sind nicht groß; der höchste Prozentsatz wird in der kalten Jahreszeit erreicht, der niederste zeigt sich im Frühling2). Dem Sonnenschein und der Bewölkung gilt neben dem Niederschlag das besondere Interesse der Allge- meinheit. Innsbruck hätte seiner Breitenlage nach, ohne Gebirge und bei Wolken- losigkeit, eine Sonnenscheindauer von 4468 Stunden. Das Gebirge verursacht einen Verlust von 752 Stunden, das ist rund 1, so daß die tatsächlich mögliche Sonnenscheindauer 3716 Stunden beträgt. Dieser Zahl steht das 25jährige Mittel von 1691.6 Stunden an Sonnenschein gegenüber; es beträgt 37.8% der astronomisch und 45.6% der effektiv möglichen Dauer. Auf den Tag entfallen im Durchschnitt sonach 4.6 Stunden. Der August ist mit 199.9 Stunden im Mittel (6.4 Stunden pro Tag) der sonnenreichste, der Dezember mit 51.2 Stunden im Mittel (pro Tag 1.7 Stun- den) der sonnenscheinärmste Monat. Der sonnigste Monat der Beobachtungsreihe 1906-1930 war, nach Dr. Ekhart, der Juli 1928 mit 277 Stunden, der sonnen- ärmste der Dezember 1906 mit 24 Stunden. Im Jahre 1946 wurden 1815.6 Sonnen- scheinstunden, das sind 49% der effektiv möglichen Dauer, registriert. Der April 1946 brachte mit 235.6 Sonnenscheinstunden gegenüber dem Durchschnittswerte von 142 Stunden ein neues absolutes Maximum. Die stetige Zunahme der Sonnen- scheindauer ist unverkennbar. Dieser Zunahme entspricht die Abnahme der sonnen- losen Tage, die im Mittel der Jahre 1906-1930 63.7 Tage, in den Jahren 1931-1945 41-47 und im Jahre 1946 48 Tage betrugen. Die Bewölkung wird in Zehnteln des sichtbaren Firmamentes geschätzt. Für den Zeitraum 1906-1930 wurde das jährliche Bewölkungsmittel mit 6.0, für 1946 mit 6.2 festgestellt. In engstem Zu- sammenhange mit dem Bewölkungsgrade steht naturgemäß die Zahl der heiteren und trüben Tage, ohne daß sich aber das Verhältnis zueinander, wie auch das zur Zahl der Sonnenscheinstunden, etwa in einer festen Zahl ausdrücken ließe. Die größte Zahl an trüben Tagen weisen nach dem 25jährigen Mittel der Dezember und April auf, die geringste der Februar und die Monate August, September und Oktober. Am schönsten ist in Innsbruck der Spätwinter, der Spätsommer und der Herbst. Wie in manch anderer Hinsicht, so fügt sich auch das Jahr 1946 durchaus nicht 2) Als relative Feuchtigkeit bezeichnet man das Verhältnis des in der Luft vorhandenen Wasserdampfes zu der bei der jeweiligen Temperatur überhaupt möglichen Wasserdampf- menge, als absolute Feuchtigkeit den in der Raumeinheit enthaltenen Wasserdampf. Die absolute Feuchtigkeit ist in den Wintermonaten am geringsten und in den Sommermonaten am höchsten. Ekhart nimmt als Maß für den absoluten Wasserdampfgehalt den Dampfdruck und macht folgende Gegenüberstellung: Sommerhalbjahr: relative Feuchtigkeit 68%, Dampfdruck 8.5 mm Winterhalbjahr: relative Feuchtigkeit 74%, Dampfdruck 4.0 mm. 3 dieser Regel: am trübsten war der Februar und am wolkenärmsten der April. Nebel- tage sind selten. Sie fallen in ihrer überwiegenden Zahl auf die Monate Oktober bis Jänner; im Mittel waren es 36.8, im Jahre 1946 25. Die Jahresmenge der Nieder- schläge (Regen und Schnee) maß im Mittel des 25jährigen Beobachtungszeit- raumes 861 mm. Davon entfielen 39% auf den Sommer, 21, bzw. 22 auf Frühjahr und Herbst und 18% auf den Winter. Innsbruck gehört demnach dem,,Sommer- regentyp" an. Das Jahr 1946 paßt mit seinen Niederschlägen nicht ganz in diesen Rahmen. Die Gesamtmenge betrug nur 735 mm, der Februar war doppelt so nieder- schlagsreich wie gewöhnlich, März, April und Mai waren außerordentlich trocken und erst in den Monaten Juni, Juli und August fielen 426 mm, das sind 58% der Jahresmenge. Daß in diesem Jahr die Zahl der Niederschlagstage (147) um 23 Tage unter der Norm lag und die Häufigkeit der Gewitter um ein Drittel über dem Durch- schnitt war, ist nicht überraschend. Der einzige Hagelschlag im Juli entsprach dem Mittel und zeitlich der gegebenen Wahrscheinlichkeit. Schneetage wurden im Mittel 46.3 gezählt. Laut Tabelle I/3 D fiel der erste Schnee mit Regen vermischt Ende Oktober, Schnee allein Mitte November. Die Schneezeit dauerte im Mittel 148 Tage. Die Gesamtsumme der Neuschneehöhen wurde im Durchschnitt mit 145 cm ge- messen. Die Schneedeckenzeit erstreckte sich von ungefähr Mitte November bis Mitte März, im Mittel auf 122 Tage. Das Jahr 1946 dagegen hatte 44 Schneetage; der erste mit Regen gemischte Schneefall trat am 1. November, der erste reine Schnee- fall am 29. November ein. Die Neuschneehöhen betrugen zusammen 95 cm, die letzte Schneedecke des Winters 1945/46 schwand am 27. Februar, die erste Schnee- decke 1946/47 bildete sich am 30. November. Nach der Entwicklung der Witterungs- verhältnisse in der Beobachtungszeit 1906-1930 und nach den seither registrierten Ergebnissen scheint die Periode der kühlen Sommer und milden Winter, wie sie zwischen 1890 und 1930 vorherrschten, zu Ende zu gehen und einem mehr kontinen- talen Klima zu weichen. In diesem Zusammenhange sind die an der Wettersäule im Innpark aus dem Jahre 1876 angebrachten meteorologischen Daten, die Mittel- werte aus dem vorigen Jahrhundert darstellen, von einigem Interesse, wenn auch wegen anderer Methoden oder Begriffsbestimmungen keine exakten wissenschaft- lichen Vergleiche möglich sind³). Das Diagramm Nr. 1 verstärkt in der Gegenüberstellung der Werte der wesentlichen Klima-Elemente aus den Jahren 1906-1930 zu jenen des Jahres 1946 den Eindruck einer möglicherweise eingetretenen Klimaschwankung. An Hand dieses Diagrammes lassen sich der Inhalt der bisherigen Ausführungen im folgenden kurz zusammen- fassen: Die Kurve des monatlichen Luftdruckmittels des Jahres 1946 ist selbst- verständlich bewegter in den Extremen, nicht so ausgeglichen wie die des 25jährigen Mittels, kommt dieser aber im Jahresdurchschnitt fast gleich (711.41:711.78 mm). Die auf den Monatsmitteln aufgebaute Temperaturkurve 1946 fängt ein wenig tiefer an als die des 25jährigen Mittels (-2.6:2.4), steigt rascher und eilt der Vergleichs- kurve bis Juni um 2-4 Wochen voraus; sie übertrifft diese im Julimittel um 1.1° 3) Die Wettersäule trägt folgende Angaben:,,Barometerstand mittlerer 707.4 mm, höchster 721.7 mm, tiefster 689.8 mm; Temperaturen in Celsiusgraden: Jänner -3.1 Februar -0.5 März 3.0 April Mai 8.7 13.2 Juni 16.6 Juli August 17.8 17.3 September 13.9 9.3 3.0 Oktober November Dezember -2.4 (Jahresmittel demnach 8.06° C). Innsbruck hat durchschnittlich im Jahre wolkenlose Tage und teilbewölkte 298, ganz trübe 67, darunter Tage mit Regen 120, mit starkem Wind 71, mit Gewitter 12. Die durchschnittliche Höhe der atmosphärischen Niederschläge beträgt jährlich in Innsbruck 80 cm." 4 Haigs Die klimatischen Verhältnisse Innsbrucks in bildlicher Darstellung 0.1 1906 - mm 715 1930 Mittlerer 1946 Luftdruck mm 710 mm 705 mm 700 25jähr. Millel Millere Temperatur C +20 C -15 C 10 C +5 C 20 Tage 30 Frosk- und Sommerlage . 25 . 20 • 15 10 . 5 Stunden: 200 Sonnenscheindauer 150 100 50 mm 150 Niederschlagsmenge mm 100 mm 50 mm 19b ba -dA cm 300 onlexcis bay disagil cm 200 cm 100 mb bau I Millerer Wassersland 10 jähr. Millel Inn und Sill cm ° 1931 1940 1946 Diagramm Nr. 1 bas (db) 5 (18.7:17.6) und senkt sich, dieselbe anfangs Oktober schneidend, um -1.8° unter den Dezemberwert des 25jährigen Mittels (-3.4:-1.6). Die frühere und stärkere Erwärmung zeitigte im Jahre 1946 eine raschere Abnahme der Frosttage und im Mai ein unvermitteltes Ansteigen der Zahl der Sommertage, die im Juni in ihrer Fort- entwicklung durch den einsetzenden Regen gehemmt, im Juli die überdurchschnitt- liche Höhe von 22 Tagen (16.2 im Mittel) erreichte; im November wird durch den Ausfall der Hälfte der zu erwartenden Frosttage deren Gesamtzahl endgültig weit unter das Mittel gedrückt (97:114.3). Die dargestellte Strahlungsdauer der Sonne wirkt im Vergleichsbild mit dem Durchschnitt des 25-Jahreswertes geschlos- sener, das Bild der Sonnenscheindauer im Jahre 1946 mit seinen Ausfällen im Februar und Juni und den Überhöhungen im April (235.6 Stunden!), Juli und September, wechselvoller. Die 3 Spitzen heben die Gesamtstrahlungsdauer um 124 Stunden über das Mittel (1815.6:1691.6). Am sinnfälligsten kommt im 5. Bildpaar die Niederschlagsarmut des Jahres 1946 zum Ausdruck. Die übernormal niederschlags- reichen Monate Februar, Juni, Juli und August konnten keinen Ausgleich herbei- führen. Das Jahr endete mit einem Abgang von 126 mm an Niederschlägen (735:861 mm). Der Darstellung der wichtigsten Klima-Elemente sind die mittleren Wasserstände unserer beiden Flüsse, zur Beurteilung ihrer naturgegebenen Abhängig- keit von jenen, in Kurven beigefügt. Das Jahresmittel des Wasserstandes des Inn aus dem Jahre 1946 und des 10jährigen Mittels aus den Jahren 1931-1940 (170:164 cm) unterscheiden sich, da es sich um ein viel jüngeres mehrjähriges Mittel handelt, nur geringfügig. Zum Schlusse sei noch der Wind verhältnisse gedacht. Die Ost- und West- winde, meist lokale Talwinde (Talauf- und Talabwinde), aber auch Winde der allgemeinen Zirkulation, sind zusammen ungefähr doppelt so häufig, wie die der übrigen Richtungen zusammengenommen. Die Nordwinde werden durch die nörd- lichen Kalkalpen fast zur Gänze abgehalten. Überfluten sie aber ausnahmsweise die schützenden Gebirgskämme, werden sie im Herabstürzen zum Fallwind (Nord- föhn) und erwärmen sich. Den Südwinden ist die Stadt gegen den Brenner hin aus- gesetzt. Ihre perzentuelle Häufigkeit ist aber verhältnismäßig gering und entspricht nicht annähernd der Laienmeinung. Die Zahl der Tage mit Südföhn betrug im 25- jährigen Mittel 75, im Jahre 1946 58. Die Abneigung gegen den Südföhn, dem die Stadt Innsbruck und ihre Umgebung eine Erhöhung des Temperatur-Jahresmittels um 0.6° verdankt und der hier nach F. v. Kerner-Marilaun in pflanzengeographischer Hinsicht förmlich eine südliche Insel hervorzaubert, gründet sich auf seine Böigkeit und auf die für empfindliche Personen oft unangenehmen physischen und psychi- schen Wirkungen. Die früher für jedermann so lästige Staubplage ist, seit der vor rund 20 Jahren mit einem Kostenaufwand von 42 Millionen Schilling durch- führten Asphaltierung der noch ungepflasterten Straßen und Gehsteige, in Wegfall gekommen. Die in den Tabellen I/3 A, B und C enthaltenen Zahlen über die mittlere Häufigkeit der Windrichtungen wurden aus den täglichen 3 Beobachtungen (7, 14 und 21 Uhr) gewonnen und zeigen die Anteile der acht Windrichtungen und der Windstille an. Die Monatssumme der angegebenen Anteile bei regelmäßiger Ab- lesung 93, 90 oder 84 entspricht der Zahl der Terminbeobachtungen. Bei der Darstellung der Windfiguren im Diagramm Nr. 2 sind die Anteile der einzelnen Windrichtungen von einem Nullpunkt aus, ihrer perzentuellen Häufigkeit und Richtung entsprechend, als Strecken gezeichnet und deren Enden, des Gesamt- eindruckes wegen, durch Linien verbunden. Der Prozentsatz der Windstille (C = Calme) ist jeweils oberhalb der Figur angegeben. Die Summe der Prozentsätze der einzelnen Windrichtungen und der Windstille ist stets 100. Die Windfiguren I und 6 W Mittlere prozentuelle Häufigkeit der 8 Windrichtungen in Innsbruck H Jahresmillel 1931 - 1940 C-413% N S O Jahresmillel 1946 t.315% Tänner C-258% Juli C-301% Monalsmillel 1966 C-Kalme, Windstille Diagramm Nr. 2 0 1 2 3 6 7 8 9 10 % April C-144% Oktober C-312% 026 8 10% 7 II bauen sich auf den Jahresmitteln auf und unterscheiden sich hauptsächlich durch die Zunahme der Nordost- und der Südwestwinde im Jahre 1946. Im übrigen ist beiden Jahresmitteln das Vorherrschen der Ost- und Westwinde, die leichte Be- tonung der südlichen Richtung und die geringe Häufigkeit der Nordwest- und Nord- winde gemeinsam. Die kleineren Windfiguren a, b, c und d ermöglichen die Be- trachtung der Windverhältnisse zu verschiedenen Jahreszeiten an Hand der Monats- mittel vom Jänner, April, Juli und Oktober. Im allgemeinen herrscht in Innsbruck im Jänner der Westwind vor, in den übrigen Jahreszeiten halten sich Ost- und West- wind annähernd die Waage. Daneben tritt der Südföhn mit seinen 2 Maxima im Frühjahr und Herbst hervor, im Sommer hat der Ostwind das Übergewicht. Die Windstille ist im Winter am größten und im Vergleich zu den Windverhältnissen im Flachland bedeutend. Die Windgeschwindigkeit ist als 25jähriges Mittel mit höchstens 6.2 km/h und für die weiteren Jahre mit höchstens 5.4 km/h berechnet worden; die mittleren Stundenmaxima übersteigen nie 40 km/h, diesen können aber bei besonders heftigen Föhnböen Momentanwerte von 80-85 km/h zugrunde liegen. Jedenfalls sind die Windverhältnisse in Innsbruck so, daß weder die Wind- häufigkeit noch die Windstärke, wie Ekhart sagt, die vielfach von Laien geäußerte Meinung, unsere Stadt sei ein,,Windloch", gerechtfertigt erscheinen läßt. 1/4. Inn und Sill¹); Trinkwasserquellen Der Inn entspringt im Oberengadin nördlich des Malojapasses (1817 m), tritt nach rund 90 km bei Martinsbruck über die Tiroler Grenze und verläßt nach weiteren 212 km bei Erl das Land. Die offizielle Kilometrierung beginnt bei der Mündung des Flusses in die Donau und weist folgende Zahlen aus: Passau-Erl 204 km, Erl-Innsbruck 94 km, Innsbruck-Martinsbruck 118 km, Martinsbruck-Ur- sprung 90 km, zusammen rund 506 km. Der Lauf des Inn mißt also vom Ursprung bis Innsbruck 208 km, von Innsbruck bis Passau 298 km. Das städtische linke Inn- ufer von Zirl bis Rum ist 13.25 km, das rechte von Völs bis Ampaß 10.17 km lang. Das Flußbett ist an den Brücken durchschnittlich rund 80 m breit. Das Geschiebe zeigt bei der Karwendelbrücke eine Korngröße bis zu 30 cm. Das Einzugsgebiet des Inn umfaßt bei Innsbruck eine Fläche von 5794.3 km², bei Passau eine solche von 26131 km². Der Nullpunkt des Pegels bei der Innbrücke liegt 568.43 m, der des Schreibpegels in der Englischen Anlage 568.04 m ü. d. M.; er war zu Beginn des zweiten Weltkrieges bei beiden Pegeln um 1 m gesenkt worden, seither ist die Regi- strierung von Minus-Wasserständen entfallen. Auf diese Senkung ist bei Vergleichen mit Pegelhöhen aus früheren Jahren Bedacht zu nehmen. Die mittleren Pegelhöhen im Durchschnitt der Jahre 1931-1940 sind laut Tabelle I/4 A im Monat Mittelwert in cm 1 2 3 45 6 7 8 9 10 11 12 86 82 87 116 198 295 299 245 197 152 117 96 im Jahresmittel 164 cm. 1) Das Zahlenmaterial über Inn und Sill wurde zum Großteil von Landesbaudirektor i. R. Ing. Hofrat Hans Hussak zur Verfügung gestellt. Seine Zahlen unter a) und b) in der Tabelle 1/4 A stützen sich auf die Tagesmittel des Schreibpegels in der Englischen Anlage; sie sind etwas niederer als die im neuen Österreichischen Wasserkraftkataster veröffentlichten Werte, denen die täglich einmaligen Ablesungen um 8 Uhr früh am Lattenpegel an der Innbrücke zugrunde liegen. 8 Diesen Pegelhöhen entsprechen im Mittel folgende Wassermengen: im Monat m³/s 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 36 32 37 69 203 404 403 282 188 117 69 46 im Jahresmittel 157 m³/s. Dieses Jahresmittel ergibt eine Gesamtabflußmenge von 4980 Millionen m³. Der Zusammenhang zwischen Pegelstand, Wassermenge und Geschwindigkeit kommt in folgenden Zahlen zum Ausdruck: Pegelstand 75 cm (Winterniederwasser) 180 cm (Mittelwasser) 440 cm (normales Sommerhochwasser) Wassermenge 26 m³/s2) 157 m³/s 786 m³/s Geschwindigkeit 0.84 m 1.50 m 2.50 m. Im Jahre 1946 betrug der Wasserstand im Jahresmittel 170 cm, dem nach dem Schlüssel der Tabelle 1/4 A eine Wasserführung von rund 162 m³/s entspricht. Die Wassertemperatur des Inn war im selben Jahre im Jahresmittel 6.5° C, das Maximum fiel mit 13.30 auf den August, das Minimum von-0.1° auf mehrere Tage des Monats Jänner. Überschwemmungen durch den Inn sind selten. Sie treten meist nach schnee- reichem Winter und kühlem Frühjahr bei beschleunigter Schneeschmelze oder nach mehrtägigen warmen Regengüssen auf. Die drei größten Überschwemmungen des 19. Jahrhunderts waren nach K. v. Sonklar³) die vom onda s 9. und 10. August 1831 mit einem Pegelstand von 4.06 m 17. Juni 19. Juni 1855 mit einem Pegelstand von 5.00 m 1871 mit einem Pegelstand von 5.20 m. An diese letzte erinnert die Marmortafel an der Nordwestecke des Krankenhauses am Innrain, die eine Wasserhöhe von 81 cm über dem heutigen Gehsteig verzeichnet. An der Westseite der Johanneskirche hält eine Steintafel die Erinnerung an 2 Über- schwemmungen im 18. Jahrhundert und zwar an die vom 11. Juni 1762 und vom 27. September 1772 wach, mit Marken, die 129 und 149 cm über dem Boden liegen. Die größte Überschwemmung seit Menschengedenken scheint aber, wie Sonklar berichtet, die vom 10. Oktober 1789 gewesen zu sein, bei der das Wasser am Pegel 572 cm, an der Johanneskirche 161 cm und vor der St. Jakobs-Pfarrkirche 90 cm gestanden sein soll. Die Sill entspringt am Griesberg östlich des Brennersattels in ungefähr 1900 m Höhe, durchfließt den Brennersee und mündet nach 42 km in den Inn. Das Einzugs- gebiet beträgt 859 km². Der Pegel in der Reichenau ist 280 m vor der Einmündung in den Inn angebracht. Sein Nullpunkt liegt 567.5 m ü. d. M.; das Flußbett ist 2) Die hier angegebenen Wassermengen entsprechen neuen Messungen, sie bleiben hinter den in früheren Jahren veröffentlichten erheblich zurück. 3) K. v. Sonklar, Von Überschwemmungen. 1883. Die von Sonklar angegebenen Wasser- stände bedürfen wegen der seither eingetretenen Änderungen (Flußbett, Brücke) einer Korrek- tur. Nach einer Studie von Hofrat Dr. Krapf aus dem Jahre 1913 über die Hochwasser- verhältnisse in Innsbruck würde z. B. damals dem von Sonklar für das Jahr 1871 gemeldeten Hochwasserstand von 5.20 m am Lattenpegel in Innsbruck ein Stand von +4.43 m ent- sprochen haben. Seit der Senkung des Pegelnullpunktes im Jahre 1940 bedeutet dieser Stand 5.43 m. 9 25-29 m breit. Die Pegelstände und Wassermengen der Sill sind durchschnittlich bei 20 cm (Niederwasser) 55 cm (Mittelwasser) 1.7 m³/s 17.0 m³/s 140 cm (normales Hochwasser) 128.0 m³/s Nach Tabelle I/4 B betrug das Jahresmittel des Wasserstandes 44 cm. Über- schwemmungen durch die Sill sind noch seltener als durch den Inn. Am alten, künst- lich angelegten Sillfall vor der Sillschlucht zweigt der Sillkanal ab, der ursprünglich zu Feuerlöschzwecken im letzten Dezennium des 13. Jahrhunderts unter Herzog Meinhard II. angelegt worden sein soll, später aber vorwiegend Mühlen und anderen Gewerbebetrieben als Wasserkraft diente. Diesem Kanal wird auch, gleich an seinem Anfang, das für die in den Jahren 1902 bis 1906 durchgeführte Kanalisation nötige Schwemmwasser entnommen. Im letzten Weltkrieg wurde der Sillkanal durch zahlreiche Bombenschäden auf seinem über 2 km langen Lauf durch die Stadt in einem solchen Ausmaß unbrauchbar, daß beabsichtigt ist, ihn, mit Ausnahme seines südlichen Teiles, von der Kammerau in Wilten bis zu seiner Einmündung in die Sill aufzulassen. Der Kanal wurde bisher normal mit einer Wassermenge von 6.1 m³/s gespeist. Sillausbrüche werden aus den Jahren 1817, 1840, 1868 (Über- schwemmung des Saggens), 1871 (gleichzeitig mit der Überschwemmung durch den Inn), 1925 (Dammbruch) und 1927 (25. 9.) gemeldet; bei dieser Überschwemmung hatte die Sill einen Pegelstand von 280 cm mit einer Wasserführung von 560 m³/s. Von gleicher Bedeutung wie die beiden Flüsse sind für die Stadt die Trinkwasser- quellen, die in der näheren und weiteren Entfernung in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Das hervorragendste von allen Quellengebieten ist jenes oberhalb der Mühlauer Klamm, dessen Einzugsgebiet, nach der Ergiebigkeit der Quellen zu schließen, nicht nur an der Südseite der Gebirgskette, sondern über diese hinaus weit nach Norden reicht und ungefähr 35 km² umfaßt. Die Aufzählung aller Quellen der Stadt, deren einzelne von den früher selbständigen Katastralgemeinden für sich oft mit großem Kostenaufwand erschlossen worden sind, und die genauen Zahlen über Ergiebigkeit und Wasserabgabe finden sich im Abschnitt Xa dieses Buches. F. Geographische Lage und Ortszeit von Innsbruck Tabelle 1/1 Pfarrkirche St. Jakob, Südturm Nördliche Breite 47° 16' 11.27" (Koordinatenursprung des Koordinatensystemes von Tirol und Vorarlberg) Länge östlich Ferro 29° 03' 39.57" Greenwich 11° 23' 54.57" MOZ 14 Minuten nach MEZ. 100 a) Talsohle: Höhenlagen der Stadt, bezogen auf das Adriatische Meer Tabelle 1/2 Westlichster Punkt (Kat.-Gem. Hötting, linkes Innufer) Östlichster Punkt (Kat.-Gem. Amras, rechtes Innufer). ,,Goldener Stern", Innstraße 35 585 m 564 m . 573 m Südturm der St.-Jakobs-Pfarrkirche (Knaufmitte 625.8, Höhenbolzen 574.33) Triumphpforte (Straßenhöhe 578.6) Wilten, Pfarrkirche (Knaufmitte 574 m 579 m Höhenbolzen 588.37). 588 m ,,Bierstindl" am Fuße des Bergisel¹) (Höhenbolzen 594.25) Pradl, Pfarrkirche (Höhenbolzen am Schulgebäude 577.35) Amras, Pfarrkirche (Knaufmitte Höhenbolzen 576.4) Mittlere Höhe des Stadtgebietes in der Talsohle. 594 m 577 m . 576 m 579 m b) Sonstige Höhen im bewohnten Stadtgebiet: Hötting, neue Pfarrkirche (Knaufmitte 665.6, Höhenbolzen 607.9) 607 m Weiherburg. 651 m Hungerburg, Hotel Mariabrunn 857 m 595 m Mühlau, Hauptplatz Mühlau, Pfarrkirche. . 617 m Mühlau, Schweinsbrücke 695 m Arzl, Pfarrkirche (Knaufmitte 677.2, Turmbolzen 644.7) 643 m 674 m Aral, Kalvarienberg Bergisel¹), Museum 638 m Vill, Pfarrkirche (Knaufmitte 865.4, Höhenbolzen 816.9) 816 m Igls, Pfarrkirche (Knaufmitte 905.1, Höhenbolzen 870.3). 870 m c) Bergbahnen: Hungerburgbahn, Talstation an der Mühlauer Brücke Hungerburgbahn, Bergstation. Nordkettenbahn, Hungerburgbahn . Nordkettenbahn, Seegrube Nordkettenbahn, Bergstation. Patscherkofelbahn, Igls Patscherkofelbahn, Mittelstation Patscherkofelbahn, Bergstation im Gemeindegebiet Patsch d) Berggipfel: 571 m 855 m 860 m 1905 m 2260 m 903 m 1141 m 1948 m Hechenberg, südöstl. Kuppe 1931 m Gleirschspitze 2326 m . Kleiner Solstein 2641 m Mandlspitze. 2372 m Hohe Warte 2618 m Rumer Spitze 2460 m Vorderes Brandjoch 2580 m Sagkopf 2137 m Frau Hitt 2272 m Katzenkopf. 2538 m Sattelspitze. 2382 m Jägerkarspitze 2608 m Kemacher 2482 m Sonntagskarspitze 2577 m Hafelekar 2334 m Tab. I/1 und Tab. II/2, a und b Angaben des Stadtbauamtes - Stadtvermessung. Tab. I/2, c Angaben der Betriebsleitungen. Tab. I/2, d Höhen aus Freytag und Berndt, Umgebungskarte von Innsbruck. 1) Der Name Bergisel ist aus dem Worte burgusellum kleine Burg entstanden. Es ist daher die Trennung des Namens in,,Berg Isel", die erst im 19. Jahrhundert gebräuchlich wurde, nicht begründet. 11 Tabelle I/3 A Monate mitt- Jahr lerer mitt- lere Luftdruck Klima von Innsbruck, 25jähriges Mittel aus 1906-1930 höchster³) niederster¹) Lufttemperatur höchste¹) Mittlere Zahl d. Mittlere Sonnen- scheindauer niederste¹) Frost-Eis- Som- mer- Stunden mm Jahr mm Jahr mm 0º Cº Jahr Cº Jahr tage tage tage Jänner Feber März April Mai 713.23 731.0 | 1932 711.90 729.3 1920 709.95 727.7 1938 708.91 725.9 1924 711.15 726.5 1922 695.8 Juni Juli August 689.9 1936 1906 13.9 33.3 1931 712.05 723.2 1942 697.7 1941 16.3 36.1 712.48 723.2 1920 696.6 1930 17.6 36.5 712.92 721.6 1940 699.9 1945 17.1 37.0 687.4 1937 -2.4|15.1 685.5 1912 -0.2 17.7 684.0 1917 5.0 23.6 1912 8.7 28.7 1933 1939 26.6 1942 28.4 11.3 78 % der mög- lichen 67.7 36.0 6.1 ewölkungs mittel (10- Mittlere Zahl der 5.5 11.8 10.8 7.5 1912 -26.8 1929 23.5 4.4 73 103.9 42.3 5.5 5.7 8.4 5.9 4.0 -14.3 1929 14.8 0.3 64 150.1 46.5 5.8 5.2 10.0 4.1 1.2 6.5 1929 3.8 0.3 62 152.5 42.3 6.5 3.6 12.0 3.9 0.2 1.7 1945 0.3 8.2 63 192.2 48.4 6.0 4.4 10.1 3.0 0.2 1935 2.2 1923 12.6 66 185.1 46.6 6.3 3.2 10.7 2.4 0.3 1928. 4.5 1913 16.2 70 197.4 48.4 6.0 4.2 10.2 2.1 0.4 1923 3.3 1940 14.7 73 199.9 52.1 5.5 5.4 8.9 2.4 0.8 September 713.50 724.5 06, 29 697.4 Oktober 712.38 726.3 1919 November 711.52 729.6 1906 685.1 Dezember 711.33 729.8 1931 690.2 1927 13.9 30.6 1911 693.8 1926 9.2 25.1 1932 1916 3.1 23.0 1940 -15.2 1942 1908 -0.8 17.2 1942 -24.8 1940 - 1.0 1906 0.1 5.2 73 166.8 51.6 5.5 5.5 9.1 3.2 3.1 6.3 1919 2.9 75 139.5 47.5 5.6 5.9 9.2 5.4 5.9 16.0 1.4 - 76 85.3 39.2 6.2 3.8 24.5 8.4 77 51.2 28.9 6.6 3.8 10.0 12.8 12.8 6.8 8.2 6.3 I Jahr 711.78 731.0 684.0 1932 III 1917 8.5 37.0 Niederschläge VIII 1923 Mittlere Zahl der Tage mit -26.8 II 1929 114.3 25.8 57.3 71 1691.6 45.6 6.0 56.3 123.2 63.7 36.8 Monate Jahr mittlere Gesamt- größte Tagesmenge¹) mittlere Schnee Summe d. Nieder- oder menge mm mm Jahr Schnee- Gewitter Hagel Neuschneeschlägen Regen u. decke Windgeschwindig- keit in km/h *) stündl. mittlere höchste Mittlere Windverteilung³) Mittlere Zahl Wind- der N NO 0 SO S SW W NW Föhn- stille hohen em tage Schnee Jänner 59 89 1916 43 12.2 9.7 21.7 0.00 5.5 36 2.2 2.7 8.4 3.2 4.4 7.1 18.4 2.1 44.5 4.0 Feber 35 48 1916 32 10.1 7.8 17.0 0.00 5.1 40 2.9 4.6 14.8 3.4 3.9 4.8 9.8 2.0 38.7 5.2 März 42 39 1944 28 April 64 51 1921 3 Mai 74 61 1940 1 Juni 103 49 1907 Juli 118 56 1914 August 116 53 1942 September 74 48 1945 Oktober 58 49 1937 2 13.2 7.6 16.2 4.2 0.8 15.5 0.6 0.1 17.6 0.0 0.0 18.0 0.0 0.0 16.0 0.0 0.0 14.2 0.0 0.0 12.1 1.0 0.5 4.8 0.08 7.0 36 2.1 6.0 19.2 4.2 7.3 5.0 12.7 2.3 34.2 10.0 0.24 0.1 8.0 39 3.3 9.0 19.4 3.7 9.6 3.9 10.0 4.0 27.1 10.3 2.88 0.3 7.4 34 2.8 7.9 22.2 4.5 8.3 4.3 11.3 2.7 29.0 9.1 4.32 0.2 6.3 31 3.1 7.6 23.4 3.5 4.3 3.1 8.4 2.8 33.8 6.0 6.16 0.4 6.0 35 3.1 7.6 23.1 3.4 3.3 3.4 9.2 2.2 38.7 5.0 4.32 0.2 5.3 25 2.5 7.0 23.9 3.1 2.3 1.9 6.3 2.0 44.0 4.2 1.48 5.4 28 2.5 5.8 21.0 3.7 4.6 3.0 8.4 1.9 39.1 4.9 0.12 6.3 33 2.0 5.0 15.6 5.2 7.5 5.2 11.4 2.1 39.0 6.8 November 58 44 1913 7 11.6 5.7 Dezember 61 74 1918 5.4 0.04 29 13.1 9.7 16.5 0.04 6.5 36 1.7 2.5 9.1 4.6 5.5 31 1.8 2.4 8.8 3.3 5.9 6.7 5.0 17.1 1.8 40.6 5.4 7.5 19.0 1.6 43.6 4.2 I Jahr 861 89 145 169.7 46.3 66.8 19.68 1.2 6.2 40 2.5 5.7 17.5 3.8 5.5 4.6 11.8 2.3 37.6 75.1 1916 Aus,,Beobachtungen des meteorologischen Observatoriums der Universität Innsbruck (1947)" und aus Dr. E. Ekhart, Klima von Innsbruck. 1) Die absoluten Extreme sind den Jahren 1906-1945 entnommen. 3) Aus der Beobachtungszeit 1928-1933 (Ekhart). ³) 10jähriges Mittel 1931-1940. Luftdruck Klima von Innsbruck, Jahresübersichten 1931-1945 Lufttemperatur Zahl der Sonnenschein- dauer Zahl der Jahr mitt- lerer höchster niederster mitt- höchste niederste Som- % der lere mm mm Tag mm Tag 0º Cº Tag çº Tag tage mer- Stunden mög- Stage S lichen Nebel- 1931 710.95 729.8 23. 12. 693.4 28. 2. 7.7 33.7 14. 4. -17.6 9. 2. 121 39 54 72 1731.2 47 6.1 59 130 49 24 10. 3. 1932 712.09 731.0 27. 1. 697.6 1933 711.31 725.6 23.12. 694.0 1934 711.51 729.0 14. 2. 693.4 9.3 32.5 9. 10. 8.8 34.0 21. 8. -21.6 13. 2. 115 12 29.10. 15. 12. 7.7 32.1 12. 3. 68 68 1891.1 51 5.5 76 105 41 16 28. 7. -20.1 18. 12. 124 41 43 73 1663.5 45 6.4 53 155 62 18 24, 6.-17.6 3. 2. 97 19 57 70 1878.0 51 5.6 72 110 44 22 1935 710.47 723.6 1936 710.29 727.0 1937 709.91 726.2 1938 712.38 727.7 16. 1. 687.5 23. 2. 8.4 36.1 27. 6.-18.5 22. 1. 108 41 62 69 1701.8 46 6.2 60 135 67 22 20.12. 687.2 28. 2. 8.7 33.9 7. 7.-17.0 11. 2. 95 17 50 71 1517.8 9. 1. 687.4 28. 1. 8.8 35.8 11. 6. -15.0 10. 1. 115 22 60 71 41 1515.9 41 6.5 6.6 37 144 63 21 35 133 50 22 5. 3. 692.2 22.11. 8.3 34.5 25. 6. -17.8 4. 1. 130 27 47 71 1786.0 47 5.8 70 130 55 34 1939 710.29 724.4 11. 2. 694.0 27. 1. 8.6 33.0 30. 6.-17.0 30. 12. 111 27 62 70 1591.2 43 6.6 30 149 55 40 1940 710.62 727.9 17.12. 691.1 7. 12' 7.4 31.1 11. 7.-24.8 17. 12. 120 55 45 71 1520.9 41 6.5 33 140 66 55 1941 710.68 725.1 2. 12. 690.5 16. 1. 8.1 34.0 25. 6. -17.8 14. 1. 122 29 49 69 1612.7 43 6.3 40 121 61 21 1942 711.70 724.8 23. 12. 692.6 25. 1. 8.6 32.8 7. 6.-26.6 23. 1. 104 49 71 72 1839.6 50 5.9 56 114 48 16 1943 712.90 728.8 19. 2. 692.6 14. 11. 9.3 34.2 19. 8.-17.1 10. 1. 107 10 62 70 1858.9 50 5.9 54 116 50 29 1944 711.38 727.2 17. 1. 690.3 29. 2. 8.0 32.7 7. 7.-15.3 23. 2. 128 38 56 73 1624.0 44 6.8 40 162 66 19 1945 712.67 726.0 28. 2. 694.5 19. 1. 8.6 34.0 22. 7. -20.1 10. 1. 107 36 66 71 1875.2 50 6.6 57 125 50 20 Niederschläge Zahl der Tage mit Windgeschwindig- Windverteilung³) Zahl keit in km/h Jahr Gesamt größte Tagesmenge Summe d. Schnee, der menge Heuschnee- Nieder- mm mm Tag höhen schlägen Regen Schnee- und Gewitter Hagel decke mittlere stündl. N NO 0 SO S SW W B Wind- NW Föhn- stille höchste cm Schnee tage 1931 845 49 20. 8. 143 181 57 104 34 1932 694 38 3. 1. 103 158 34 44 22 1933 972 33 12. 10. 150 192 52 85 25 33 4.8 34 29 46 252 51 54 45 115 49 454 42 5.4 35 28 32 253 51 79 57 167 42 389 70 4.0 34 27 22 255 55 56 38 139 8 495 40 1934 740 41 1935 930 33 1936 869 1937 1018 49 1938 29. 8. 38 157 21 55 27 5.0 36¹) 13 43 214 36 76 58 142 13 500 71 16. 5. 210 176 66 78 26 1 5.3 40 29 63 221 44 73 45 188 26 406 95 44 3. 12. 136 178 44 57 28 3 4.9 38 21 70 177 20 61 47 183 18 501 67 4. 10. 168 185 54 94 32 1 5.1 40 15 56 208 31 81 40 170 10 484 65 635 47 2. 7. 155 169 31 79 30 1 4.5 40 39 98 166 27 48 58 128 20 511 44 1939 824 39 13. 6. 127 170 53 72 23 5.1 38 34 86 203 36 77 41 129 21 468 62 1940 822 61 31 5. 181 156 58 109 16 4.8 35 51 71 287 51 89 46 150 34 319 57 1941 819 44 28. 7. 106 161 52 71 23 3 4.8 40 46 58 276 68 97 51 132 41 326 67 1942 837 53 4. 8. 132 165 46 91 31 5.3 34 27 63 206 43 77 47 107 10 513 55 1943 1944 1060 1945 735 41 40 814 48 27. 9. 99 149 41 48 29 4.5 36 29 62 72 42 90 58 128 13 501 45 3. 9. 254 187 63 96 14 1 5.0 35 31 52 270 48 61 59 128 20 429 33 24. 9. 146 167 49 77 34 4.52) 38 20 35 146 25 60 41 205 19 544 19 Tabelle 1/3 B Aus,,Beobachtungen des meteorologischen Observatoriums der Universität Innsbruck", erschienen 1947 und aus den Jahrbüchern der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. 3) Messungen v. 7 Monaten. ) Messung v. Juli-Dez., in der 1. Hälfte des Jahres war der Anemograph wegen B ombenschadens außer Betrieb. Beobachtungsergebnisse zu den täglich 3 Beobachtungszeiten (Terminbeobachtungen). Tabelle 1/3 C Luftdruck Klima von Innsbruck, Monats- und Jahresübersicht 1946 Lufttemperatur Sonnenschein- dauer Zahl der Zahl der Monate mitt- höchster niederster Jahr lerer mitt- lere höchste niederste Som- mer- mm mm Tag mm Tag 0º Cº 0° Tag Stunden % der mög- Tag tage lichen mittel (10- mittel (10- Jänner Feber 715.53 723.3 15. 710.98 723.4 699.9 30. 2.6 11.6 19. -14.6 17. 29 9 0 74 107.2 57 4.5 8 6 4 1 15. 694.6 9. 2.0 14.1 4. 7.0 1. 20 0 0 75 69.7 28 8.0 0 17 5 2 März 709.15 722.0 19. 693.8 1. 6.4 21.1 31. 3.6 19. 9 0 65 165.2 51 5.7 11 3 April 711.65 720.8 3. 698.6 27. 12.5 24.1 16. 0.4 12. 1 0 55 235.6 65 4.8 5 4 1 0 Mai Juni 707.48 713.5 19. 711.87 719.5 697.7 14. 16.4 27.7 29. 5.7 2. 0 15 56 200.2 51 6.4 0 9 0 0 30. 699.6 13. 16.4 33.6 8. 6.6 15. 11 66 138.4 35 7.6 0 16 2 0 Juli 713.73 720.5 1. 706.3 14. 18.7 32.9 5. 9.0 7. 0 22 71 218.3 54 6.1 2 7 4 August 711.31 717.7 September 713.52 721.1 22. Oktober 711.76 718.8 25. November 709.85 721.4 5. Dezember 710.13 718.7 15. 695.6 9. Jahr 711.41 723.4 15. 2. 693.8 1. 3. 13. 706.2 25. 17.7 32.9 5. 6.1 24. 0 0 15 71 183.7 48 6.7 0 10 3 0 706.2 1. 15.5 26.7 17. 5.0 22. 0 0 2 72 221.1 69 4.7 10 704.6 6. 8.5 22.0 1. 1.9 26. 0 0 73 145.7 50 6.1 3 14 694.6 18. 3.1 11.2 1. 5.1 14. 8 0 0 78 76.0 35 7.1 3 14 3.4 8.2 3. -14.3 23. 25 18 0 83 54.5 31 7.3 4 9.3 33.6 8. 6. -14.6 17. 1. 97 27 65 70 1815.6 49 6.2 41 132 48 54442 0 1 2 1 7 3 19 17 14 25 Niederschläge Zahl der Tage mit Windgeschwindig Windverteilung¹) Zahl keit in km/h Monate Jahr größte Gesamt- menge Tagesmenge Summe d. Heuschnee- Nieder- höhen schlägen und Schnee, Regen Schnee- der Wind- Gewitter Hagel N NO decke mittlere höchste 0 SO S SW W NW Föhn- stille mm mm Tag cm Schnee tage Jänner 19 4 31. 5 7 4 16 0 4.4 27 3 Feber 93 16 9. 54 19 16 19 0 7.6 32 1 März 12 4 1. 7 2 0 5.9 35 1 April 12 4 6., 18. 4 0 0 1 6.2 33 2 14 Mai 23 7 8. 10 2 7.4 38 1 10 Juni 138 20 22. 19 0 6 6.2 37 14 Juli 165 34 7. 19 0 12 3.8 28 2 12 August 123 24 21. 15 .7 4.2 30 2 12 September 39 12 1. 8 0 0 2 4.2 34 2 Oktober 29 6 21. 10 0 0 4.5 34 1 November 41 17 1. 12 6 0 0 3.7 24 2 Dezember 41 12 10. 36 17 16 23 0 2.8 25 0 266404228422 12 5 7 5 33 2 23 4 5 8 30 23 3 6 6 20 3 16 8 15 2006 24 2 7 8 25 7 13 9 21 5 14 8 9 3 22 14 14 2 3 9 7 1 36 4 18 5 1 9 16 2 28 0 16 5 2 5 11 1 39 2 15 4 4 6 4 0 47 8 29 6 4 7 12 1 29 3 12 3 4 8 24 5 30 0 8 6 2 9 21 2 43 1 Jahr 735 34 7.7. 95 147 44 58 31 1 5.0 38 21 92 207 57 59 88 202 26 343 58 Beobachtungen des meteorologischen Observatoriums der Universität Innsbruck" (1947). 1) Beobachtungsergebnis zu den täglichen 3 Ablesezeiten (Terminbeobachtungen 7, 14 und 21 Uhr). 21 Klima von Innsbruck Tabelle 1/3 D Grenzen der Frosttage, erster Schneetag, Schneedeckenzeit Mittel aus 1906-1930, Ergebnisse aus 1931-1946 Erster Schnee Jahr Letzte Schneedecke Letzter Frühlings- frost Erster Herbstfrost mit Regen Erste Schnee- allein decke Mittel 19.3. 20.4. 20. 10. 28. 10. 14. 11. 18. 11. 1906-1930 (Extreme) (16. 1., 1. 5.) (24. 3., 12. 5.) (23. 9., 7. 11.) (19. 9., 2. 12.) (11. 10., 6. 1.)(4. 10., 15. 1.) CALE 1931 1932 19.4. 9.4. 20.4. 26. 9. 22. 9. 18. 11. 28. 11. 21.4. 20.10. 31. 10. 7.12. 2. 11. 1933 23. 4. 24. 4. 15. 10. 12. 10. 13. 11. 12. 11. 1934 5.3. 6.4. 17.10. 17. 10. 18.10. 1. 11. 1935 17.5. 3.5. 27.10. 21. 10. 22.11. 18. 11. 1936 17. 3. 24.4. 5. 10. 6. 10. 11. 11. 1937 16. 3. 27.4. 13.10. 10. 11. 11. 11. 1938 21.4. 26.4. 22.10. 3.12. 4.12. 1939 26.3. 20.4. 29. 9. 27.10. 7.10. 11. 11. 4. 12. 28.10. 1940 19.3. 13.4. 30. 10. 27. 10. 30. 10. 30. 10. 1941 24. 2. 12.4. 17. 9. 13. 10. 29. 10. 30. 10. 1942 28.2. 3.5. 12. 9. 17. 11. 17. 11. 1943 10. 4. 11.4. 16. 10. 8.11. 15. 11. 1944 1. 4. 3.4. 1. 11. 8. 11. 10. 11. 1945 2.5. 4.5. 28. 10. 4.10. 25.11. 8. 11. 27.11. 1946 27.2. 12.4. 12. 10. 1. 11. 29.11. 30. 11. Mittel 1906-1930 aus Dr. E. Ekhart, Klima von Innsbruck; die übrigen Daten sind dem Material des meteorologischen Observatoriums der Universität Innsbruck entnommen. Inn Tabelle 1/4 A Schreibpegel Innsbruck, 298.26 km von der Mündung in die Donau Einzugsgebiet = 5794.3 km², Pegelnullpunkt = 568.04 m ü. d. M. a) Mittlere Wasserstände des Inn in cm in den Jahren 1931 bis 1940 Jahres- Jahr 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 mittel 1931 92 86 94 117 236 353 287 276 206 136 109 92 174 1932 89 79 78 90 191 238 309 247 201 137 102 88 154 1933 78 75 74 105 163 230 321 253 179 162 121 93 155 1934 83 80 81 121 205 235 267 248 219 141 113 98 158 1935 84 86 89 122 207 368 314 229 185 192 136 105 176 1936 98 87 90 130 219 297 322 238 1937 84 83 91 120 262 354 283 249 1938 78 80 91 97 148 302 276 241 186 126 101 221 176 123 183 89 165 94 178 139 102 86 152 1939 79 75 76 129 143 290 293 1940 95 87 104 128 210 285 316 242 200 164 149 231 189 148 118 123 164 94 167 Mittelwerte aus 86 82 87 116 198 295 299 245 197 152 117 96 164 den 10 Jahren Angaben des Landesbaudirektors i. R. Ing. Hans Hussak. 15 b) Mittlere Wasserführung des Inn in m³/s in den Jahren 1931 bis 1940 Jahres- Jahr 1 2 3 4 10 5 6 7 8 9 10 11 12 mittel 1931 41 1932 39 29 1933 29 1934 31 1935 34 1936 47 1937 3333333 36 43 68 286 546 372 351 206 91 58 41 178 28 40 192 271 407 283 194 94 51 38 139 26 26 55 131 251 462 305 154 130 72 42 140 30 31 76 204 259 324 286 228 99 63 47 140 36 38 75 212 587 452 248 167 184 91 54 181 36 40 83 231 389 459 263 169 79 50 38 157 34 32 40 72 342 570 364 287 231 152 73 43 187 1938 28 30 40 46 113 416 348 271 163 97 51 35 137 1939 29 26 27 85 102 385 389 276 194 134 109 75 153 1940 44 37 53 85 213 368 456 254 172 108 69 43 159 Mittelwerte aus 36 32 37 69 203 404 403 282 188 117 69 46 157 den 10 Jahren Gesamtabfluß- menge in hm³ Perzentuelles Verhältnis 1.9 1.6 2 96.4 77.4 99.1 178.8 543.7 1047.21079.4 755.3 487.3 313.4 178.8 123.2 4980.0 3.6 21.0 10.9 21.7 15.2 9.8 6.3 3.5 2.5 100 Angaben des Landesbaudirektors i. R. Ing. Hans Hussak. Lattenpegel Innsbruck an der Innbrücke, 198.60 km von der Mündung in die Donau = 568.43 m ü. d. M. Pegelnullpunkt c) Wasserstand und Wassertemperatur des Inn im Jahre 1946 Wasserstand in cm Wassertemperatur in Co Monat höchster niederster höchste niederste mittlere mittlere cm Tag cm Tag Cº Tag C¹º Tag Jänner 85 94 12., 13. 80 23. 0.3 2.1 31. -0.1 3.-7. 17., 18. Feber 87 94 6., 9. 83 28. 2.4 4.1 5. 1.0 1., 23. März 96 144 31. 83 7. 4.8 6.8 31. 3.2 7. April 167 190 19. 144 1., 2. 7.6 8.8 29. 6.0 12. Mai 216 276 14. 166 1. 9.0 9.7 31. 8.2 9. Juni 286 364 10. 229 19. 9.9 12.1 30. 8.4 23. Juli 319 429 7. 276 14. 11.6 13.0 6., 22. 8.8 8. 26., 27. August 249 284 1. 195 30. 11.0 13.3 9. 8.6 23. September 214 299 8. 170 30. 10.3 11.7 18. 8.2 22. Oktober 127 168 1., 3. 109 29., 30. 6.7 11.1 3. 3.5 31. November 101 110 2. 94 29. 3.0 5.2 4. 1.0 29. Dezember 89 96 1. 80 31. 1.1 3.2 4. 0.1 17.-25. 23. 1. Jahr 170 429 7.7. 80 3.-7. I. 6.5 13.3 9. 8. -0.1 31.12. 17., 18. I. Angaben der Landeshauptmannschaft Tirol, Landesbauamt - Hydrographische Abteilung. 16 adalift sale Sill Tabelle 1/4 B Pegel Reichenau, Innsbruck, 0.28 km von der Mündung in den Inn Einzugsgebiet 859 km, Pegelnullpunkt === 567.52 cm ü. d. M. 201 doan Wasserstand der Sill im Jahre 1946 Wasserstand in cm Monat höchster niederster mittlerer cm Tag cm Jänner 18 20 1., 7., 8. 18 Tag 17.-31. Feber 19 22 3., 4. 18 1., 12.-15. März 19 31 30. 17 2., 8. 21.-24. April 39 48 19. 31 1., 6. Mai 53 67 13. 44 1., 3. Juni 75 115 11., 23. 54 6. Juli 92 148 7. 80 14. August 77 93 22. 65 29. September 63 78 1. 50 29., 30. Oktober 38 51 2. 27 31. November 20 30 2. 15 29., 30. 28., 29. Dezember 14 25 22. 11 31. Jahr 44 148 7.7. 11 28., 29., 31.12. Angaben der Landeshauptmannschaft Tirol, Landesbauamt Hydrographische Abteilung. 17 II. Stadtgebiet II/1. Entwicklung des Stadtgebietes Vor den Eingemeindungen umfaßte das Innsbrucker Stadtgebiet eine Fläche von 306.92 ha. Es war, abgesehen von einigen kleineren Gebietserwerbungen von den Nachbargemeinden, insbesondere von Wilten, das gleiche Areal, das bei der überlieferten ersten Aufzeichnung der Stadtgrenzen im Jahre 1480 den alten Burg- frieden bildete. Am 1. Jänner 1904 wurden dem Stadtgebiete die Gemeinden Wilten und Pradl, am 1. Oktober 1938 Hötting, Mühlau und Amras, am 1. April 1940 Arzl und am 1. April 1942 Vill und Igls einverleibt. Der Gebietszuwachs betrug der Reihe nach 1054.08 ha, 5992.95, 1901.40 und 920.67 ha, zusammen 9869.10 ha, so daß Innsbruck im Jahre 1942 über ein Gebiet von 10176.02 ha verfügte, das in den folgenden Jahren durch geringfügige Mappen- und Grenzberichtigungen mit 10175 ha 88 a 65 m² bestimmt wurde. Diese Gebietsentwicklung ist im Diagramm Nr. 3 übersichtlich dargestellt. Die gesetzlichen Grundlagen der Eingemeindungen sind die Landesgesetze vom 23. September 1903, LGBl. 64 und 65, die Verordnung des Landeshauptmannes vom 29. September 1938, Verordnungsblatt Nr. 14, die Verordnung des Landeshauptmannes vom 27. März 1940, VBl. Nr. 18, und die Ver- ordnung vom 15. März 1942, Verordnungs- und Amtsblatt Nr. 391). II/2. Gliederung des Stadtgebietes nach dem Grundsteuerkataster und nach der tatsächlichen Benutzung Die Tabelle II/2 A gliedert das Stadtgebiet nach Katastralgemeinden und Kultur- gattungen gemäß dem Grundsteuerkataster. Bei der Betrachtung dieser Tabelle darf der Begriff des Parifikationslandes nach dem Grundsteuergesetz vom Mai 1869 nicht außer acht gelassen werden²). Was die Tabelle als Acker oder Wiese usw. ausweist, braucht in Wirklichkeit nicht Acker oder Wiese zu sein; auf diesen Flächen kann z. B. längst ein Bahnhof, ein Lager- oder Werkplatz, eine Schottergrube liegen. Bekanntlich bleiben nach dem Grundsteuergesetz alle Flächen, die im Wege der landwirtschaftlichen Bodenkultur benützbar sind, auch dann steuerpflichtig, wenn sie dieser Benützung entzogen werden, ohne daß die neue Widmung Steuerfreiheit begründet, wie etwa durch Verwendung als öffentliche Straßen, Plätze, als Friedhöfe oder Bauflächen. Im 1) Vergleiche,,Innsbrucks Gebiets- und Bevölkerungszunahme in den letzten 50 Jahren", Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck Nr. 2 von 1947. 2) Regelung der Grundsteuer, Gesetz vom 24. Mai 1869, RGBl. Nr. 88, § 1. Der Grundsteuer unterliegen alle Grundoberflächen, welche im Wege der landwirtschaftlichen Bodenkultur benützbar sind und zwar auch dann, wenn sie dieser Benützung durch eine die Steuerfreiheit nicht begründende Widmung entzogen sind. Aus § 15: Die Feststellung des Reinertrages der Grundstücke erfolgt nach Kulturgattungen und Bonitätsklassen..... Ein Reinertrag wird auch von jenen Flächen ermittelt, welche durch anderweitige Benützung der Urproduktion entzogen sind (Parifikationsland). 18 Das Stadtgebiet von Innsbruck gegliedert nach Katastralgemeinden Scharnitz Zirl Rum Kamalan Võis o 1 Innsbruck 2 Wilten 3 Pradl 4 Hötting 5 Mühlau 6 Amras 7 Arzi 8 Vill 9 Igls 2 1 Nailers Absam Thaur 2 6 O Ampaß Mutters Palsch Schönberg ° Aldrans nute Lans O Then St N 2 6 7 B 9 10 km 19 Entwicklung des Innsbrucker Stadtgebietes (Eingemeindungen) Sland: 1.4.1942 Sland: 1.4.1940 Sland: 1.10.1938 Sland: 1.1.1904 Sland: 31. 12.1903 =100 ha 123 486 Nr. Katastralgemeinde Innsbruck Wilten Pradl Stand, bzw. Eingemeindung am Zuwachs ha Gesamtfläche ha 31. 12. 1903 306.92 1. 1. 1904 1054.08 1361.00 Hötting 5 Mühlau 1. 10. 1938 5992.95 7353.95 Amras 7 Arzl 1. 4. 1940 1901.40 9255.35 8 Vill 1. 4. 1942 920.67 10176.02 9 Igls Diagramm Nr. 3 Grundbesitzbogen und im Parzellen-Protokoll wird nur ein entsprechender Vermerk angebracht und die Grundsteuer weiterhin nach der bisherigen Kulturgattung und -klasse eingehoben. Die Tabelle II/2 A bietet also ein steuertechnisches Bild, nicht das der wirklichen Benützung. Die dadurch bedingten Differenzen treten bei der Bodenbenutzungserhebung klar zutage. Um ein einigermaßen richtiges Bild zu erhalten, versuchte das Stadtbauamt (Stadtvermessung) nach eigener Feststellung des Katasterstandes von 1946, die Parifikate nach ihrer tatsächlichen Verwendung umzubuchen. Das Ergebnis zeigt die Tabelle II/2 B; die Kulturarten Äcker, Wiesen, 20 Gärten und Wälder haben zugunsten der Bauflächen, der unproduktiven und sonstigen Flächen Einbußen erlitten. Die Tabelle II/2 C gliedert die Fläche des Stadt- gebietes nicht nach den Kulturgattungen des Steuerkatasters, sondern nach prak- tischen Gesichtspunkten für die Gemeinde; in dieser Tabelle wirkt sich die Um- buchung der Parifikationsländer in den unter II angeführten Summen aus; in der ersten Summe dieser Rubrik sind sämtliche Baulichkeiten aller Flächenarten enthalten. - Den größten Anteil am Stadtgebiete haben die Wälder (3661 ha), nach diesen folgt die Summe der landwirtschaftlich genutzten Flächen (2703 ha) und knapp hernach, diesen fast gleich als Besonderheit der Gebirgsstadt das Ödland, das den größten Teil der ,,sonstigen Flächen" (2637 ha) ausmacht. Die Summe der Bauflächen (253 ha) ist verhältnismäßig klein, das Gartenland (205 ha) wohl infolge der überwiegend geschlossenen Bauweise auffallend gering, alle übrigen Flächen- arten haben am Gesamtgebiet normale Anteile. Wie sich Innsbruck in seiner Gebiets- gliederung zu anderen Städten verhält, ist aus der nachstehenden beispielsweisen Gegenüberstellung der Städte Linz, Klagenfurt und Heidelberg zu entnehmen. Gebietsgliederung der Städte Linz, Klagenfurt, Heidelberg, Innsbruck³) Stadtgemeinde Linz Klagenfurt Heidelberg Innsbruck ha % ha % ha % ha % Gesamtfläche 9444 100 5456 100 9434 100 10176 100 Gebäude 354 3.7 242 4.4 375 4.0 253 2.5 Wege, Straßen, Plätze, 273 2.9 255 4.7 606 6.4 364 3.5 Eisenbahnen Öffentliche Park- und 39 0.4 13 0.2 36 0.4 58 0.2 Gartenanlagen Spiel- und Sportplätze 6 0.1 10 0.2 30 0.3 20 0.2 Friedhöfe, in Gebrauch 15 0.2 15 0.3 48 0.5 13 0.1 befindliche und geschlossene Landwirtschaftlich genutzte 5653 59.9 3121 57.2 4433 47.0 2703 26.6 Flächen Gartenland Wälder Gewässer Sonstige Flächen 785 8.3 336 1702 18.0 1275 23.4 475 5.0 142 1.5 6.2 254 2.7 205 2.0 3302 35.0 3661 36.0 126 2.3 63 1.1 228 2.4 122 1.3 163 1.6 2736 26.9 Bevölkerungsdichte auf 1 km² 1357 Ew. 1039 Ew. 917 Ew. 961 Ew. 3) Daten über die anderen österreichischen Landeshauptstädte standen nicht zur Verfügung. Heidelberg wurde als Beispiel einer Stadt Deutschlands deshalb gewählt, weil es in der Größe seines Gebietes und seiner Bevölkerungsdichte Innsbruck nahe kommt. Die Zahlen von Linz, Klagenfurt und Heidelberg sind dem Statistischen Jahrbuch deutscher Gemeinden 1941, 36. Jahrgang, entnommen. Bei der Berechnung der Bevölkerungsdichte von Innsbruck wurde die,,fortgeschriebene" Einwohnerzahl von 97884 vom Dezember 1946 verwendet; würde man der Berechnung die Zahl der vom Ernährungsamte zur selben Zeit ausgegebenen 95992 Lebensmittelkarten zugrunde legen, ergäbe sich eine Bevölkerungsdichte von 943 Ein- wohnern auf den km². 21 Der Hauptunterschied in der Flächennutzung von Innsbruck gegenüber den drei genannten Städten liegt im Übermaß des unproduktiven Landes (Karwendel) und der dadurch bedingten Beschränkung der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen. Mit Ausnahme der Eisenbahnen werden die wichtigsten Flächengruppen in späteren Abschnitten dieses Buches eingehender behandelt. Bei der hervorragenden Be- deutung, die den Eisenbahnen für Innsbruck zukommt, seien an dieser Stelle ihre Anteile an der katastermäßig ausgewiesenen Gesamtfläche die Gebäude mit- eingeschlossen-angeführt. Das Areal der Staatsbahnlinien umfaßt 128 ha 35 a 07 m², der Rest von 36 ha 18 a 62 m² entfällt auf die Lokal- und Seilbahnen. Die nachstehende Übersicht gliedert das gesamte im Stadtgebiet gelegene Eisen- bahnterritorium im einzelnen. Bahn, Eröffnungsjahr Fläche ha a m² Südbahn Kufstein Innsbruck 1858, Brenner 1867 80 69 39 Arlbergbahn Innsbruck-Landeck 1883, Arlberg 1884 Mittenwaldbahn 30 89 27 1912 16 76 41 Summe der Staatsbahnen 128 35 07 Lokalbahn Innsbruck-Hall (1891) (Linie 4) Mittelgebirgsbahn (1900) (Linie 6) Stubaitalbahn (1904) Hungerburgbahn (1906) Nordkettenbahn (1928) Patscherkofelbahn (1928) Summe der Lokal- und Seilbahnen 1 22 27 8 41 65 4 98 75 97 78 19 52 64 1 05 53 36 18 62 Schließlich sei noch erwähnt, daß der im Jahre 1925 eröffnete Flugplatz in der Reichenau mit Vollendung des schon von der deutschen Wehrmacht während des Krieges in die Ulfiswiese verlegten Flugplatzes von der Besatzungsmacht endgültig aufgelassen wurde. Das in der Tabelle II/2 C angegebene Flächenmaß von 100, bzw. 99.5 ha bezieht sich daher nur auf den neuen Flugplatz. II/3. Grundeigentum der Stadt Innsbruck; Stiftungsgrundstücke und städtisch ver- waltetes öffentliches Gut Das Grundeigentum der Stadtgemeinde inner- und außerhalb des Stadtgebietes, die von der Stadt verwalteten Stiftungs- und Fondsgrundstücke, ferner das von ihr verwaltete öffentliche Gut sind in den Tabellen II/3 A, B und C konform den das Stadtgebiet betreffenden Tabellen II/2 A, B und C dargestellt. Im Stadtgebiet umfaßt es 2630 ha, außerhalb des Stadtgebietes, verteilt auf 14 Gemeinden der näheren Umgebung, 304 ha; der Hauptsache nach bestehen diese 2934 ha aus land- wirtschaftlich genutzten Flächen, aus Wäldern und aus Ödland. In den Tabellen 22 22 sind auch die städtisch verwalteten Stiftungs- und Fondsgrundstücke im Ausmaße von 3 ha und die von der Stadt gepflegten Straßen und Wege, denen in der Tabelle II/3 C auch die außerhalb des Stadtgebietes gelegenen Wirtschaftswege des städti- schen Grundbesitzes zugezählt sind, aufgenommen. Das Ausmaß des Grundeigentums der Gemeinden ist außerordentlich verschieden. Es läßt sich weder zu ihrem Gemeindegebiet noch zu ihrer Einwohnerzahl einiger- maßen in Beziehung bringen. Nur im Vergleich mit Durchschnittszahlen kann fest- gestellt werden, ob die Größe des Grundeigentums einer bestimmten Stadt über- oder unterdurchschnittlich ist. Das Statistische Jahrbuch deutscher Gemeinden von 1941 enthält eine Übersicht, die von 105 Städten, geordnet nach 4 Größen- gruppen, die Gesamtsumme ihrer Gemeindegebiete und ihres Grundeigentums innerhalb und außerhalb der Gemeindegrenzen angibt. Von den Grundflächen sind in jedem Falle die Wege, Straßen, Plätze und Eisenbahnen abgezogen; dem Grund- eigentum sind die städtisch verwalteten Stiftungsgrundstücke zugeschlagen. Greift man nun aus dieser Übersicht die 105 Städte in ihrer Gesamtheit und die 50 Städte der Gruppe von 50-100000 Einwohner heraus und rechnet die Durchschnitts- summen, ergibt sich folgendes Bild: Gesamtheit der 105 Städte 50 Städte von über 50000 bis 100000 Einw. Innsbruck 1. Stadtgebiet ohne Wege, 8003.8 ha 4410.7 ha 9812 ha Eisenbahnen usw. 2. Grundeigentum FOH a) innerhalb b) außerhalb des Stadtgebietes 2072.3 ha 1167.4 ha 2609 ha 1260.8 ha 1499.2 ha 303 ha c) insgesamt 3333.1 ha 2666.6 ha 2912 ha 25.9 26.5% 26.6% 15.7 % 33.9 % 3.1 % 3. Hundertsatz 2 a von 1 2b von 1 Das Stadtgebiet Innsbrucks mißt nach Abzug der auf Wege, Straßen, Plätze und Eisenbahnen entfallenden Flächen 9812 ha. Mit dieser Fläche steht Innsbruck um rund 1800 ha über dem Flächendurchschnitt der Gesamtheit der erfaßten Städte und um mehr als das Doppelte über jenem der 50 Städte seiner Größenordnung. Ohne seine unproduktiven Flächen im Karwendel würde Innsbruck dem allgemeinen Durchschnitt sehr nahe kommen. Mit seinem Grundbesitz von rund 2912 ha hält Innsbruck die Mitte zwischen beiden zum Vergleich herangezogenen Durchschnittssummen von 3333 und 2666 ha. Der auf das Grundeigentum innerhalb des Stadtgebietes entfallende Teil von 2609 ha überragt die beiden Vergleichssummen beträchtlich, steht aber mit 26.6% im nahezu gleichen Verhältnis zum Stadtgebiet wie die entsprechenden Flächen der Vergleichs- gruppen. Mit seinem außerhalb des Stadtgebietes liegenden Grundbesitz nimmt Innsbruck aber eine Ausnahmestellung ein; er beträgt nach Abzug des Wegelandes nur 303 ha, somit 14 des allgemeinen und 1/5 des auf die 50 Städte entfallenden Durchschnittes. Natürlich ist auch der Hundertsatz vom Stadtgebiet außerordentlich klein; er ist 5mal kleiner als jener der Gesamtheit der Städte und verglichen mit dem Hundertsatz der 50 Städte, deren Grundbesitz außerhalb des Stadtgebietes auf- fallenderweise größer ist, als der im Stadtgebiet gelegene, 11mal so klein. Die Gering- fügigkeit dieses Besitzes läßt sich damit erklären, daß der vor 1938 in den damaligen Nachbargemeinden im Durchschnittsmaß vorhandene Außenbesitz zum Großteil eingemeindet wurde. F. 23 33 Gliederung des Stadtgebietes von Innsbruck nach dem Grundsteuerkataster (Stand 1945) Tabelle II/2 A Katastral- gemeinde Grund- stücke Äcker Wiesen Gärten Weiden Alpen Waldungen Bau- flächen Unprodukt. Land Sonstige steuerfr. Flächen Summe Innsbruck Wilten Pradl Hötting Mühlau Amras Arzl Vill Zahl Zahl ha a m² 2881 975 14 33|27 2870 823 57 54 41 2419 641 111 79 45 6611 1501 194 70 93 1410 306 44 61 01 2227 242 88 23 45 3354 500 160 77 48 843 61 46 09 44 1224 165 64 43 87 ha a m² ha a m² ha 46 95 90 65 97 20 - a m² ha 18 06 E a m² ha a m² ha a m² ha a m² ha 90 30 78 404 27 a m 85 13 20 ha a m² 306 92 68 193 33 72 24 59 14 1 46 84 270 34 67 53 32 84 2 22 80 71 45 76 674 30 18 122 23 54 20 64 27 6 04 51 21 39 28 15 10 2 89 94 42 86 69 379 86 42 455 42 97 67 82 83 197 12 04 339 15 76 1701 29 36 34 63 79 1314 53 57 95 46 81 4400 18 06 56 18 20 16 92 77 29 45 03 363 78 59 13 59 37 547 54 40 29 86 59 1101 95 96 212 96 11 6 59 62 5 65 06 117 32 39 14 14 56 92 24 29 183 52 87 139 77 53 657 74 21 95 17 02 3 49 10 - 58 36 118 55 78 11 28 27 6 76 18 208 17 74 340 45 02 9 64 34 7 31 88 2 76 61 5 91 11 134 22 26 42 93 490 63 26 648 59 12 3 54 2 32 19 69 61 10 34 75 6 56 57 1901 36 41 366 66 56 553 99 12 Tabelle II/2 B 1945 1946 nach Grundsteuer- nach Grundsteuer- waren kataster 1 2 3 kataster 4 1946 nach Umbuchung der Parifikate 5 2 1 |Äcker Wiesen ha a m2 782 53 31 % 7.7 ha 764 61 69 a m % ha a m2 Igls Gesamt- fläche 23 839 5214 782 53 31 1418 15 63 231 47 76 333 51 90 522 68 63 3732 78 51 245 65 82 2521 24 18 387 82 91 10175 88 65 Vermessungsamt Innsbruck. Gegenüberstellung der Flächenstände von 1945 und 1946 und des Standes Von der Nr. Gesamtfläche nach Umbuchung der Parifikate 1) Der Unterschied der Summen unter Nr. 7, Rubrik 4 und 5, von 65 a 66 m² ist auf überbaute Straßen (z. B. Franziskaner- bogen) und auf Bassins und Wehranlagen zurückzuführen, die in Rubrik 5 ausgeschieden sind. 2) In dieser Summe sind im Gegensatz zu den Summen unter Nr. 9, Rubrik 3 und 4, auch Flächen enthalten, deren Widmung, wie z. B. das Territorium der Eisenbahnen, keine Steuerfreiheit begründet. Die Summe setzt sich zusammen % 1418 15 63 13.9 3 Gärten 4 Weiden 5 Alpen 6 Waldungen 7 Bauflächen 8 Unprodukt. Land 9 Sonst. Flächen 231 47 76 333 51 90 3.3 522 68 63 5.1 3732 78 51 36.7 245 65 82 2521 24 18 387 82 91 2.3 7.5 1388 67 93 13.6 271 96 48 2.7 333 23 46 522 68 43 5.1 3732 16 83 36.7 690 41 53 6.8 1161 85 01 11.4 aus ha a m² an 204 87 73 2.0 208 47 25 3.3 329 58 91 3.2 155 32 58 520 69 73 5.1 58 31 94 3661 31 24 36.0 20 22 89 2.4 Gesamtfläche 10175 88 65 24.8 3.8 100 10175 88 65 253 47 14 2521 23 78 387 82 91 2.5 252 81 48 2.51) 13 07 33 Wegen und Plätzen Eisenbahnen öffentl. Parkanlagen Spiel- und Sportplätzen Friedhöfen 24.8 2636 98 47 26.0 162 51 12 3.8 717 34 55 7.0%) 99 41 44 Gewässern Flugplätzen 100 10175 88 65 100 717 34 55 Stadtbauamt- - Stadtvermessung. Tabelle II/2 C Gliederung des Stadtgebietes von Innsbruck nach der tatsächlichen Benutzung Nr. Art der Flächen (Stand 1946) Gebäude einschließlich der Hofräume Wege, Straßen und Plätze Eisenbahnen ohne die unter Nr. 2 aufge- nommenen Straßen mit Gleisanlagen Öffentliche Park- und Gartenanlagen Spiel- und Sportplätze einschließlich der Schwimmbäder 1 2 3 4 5 6 Friedhöfe a) im Gebrauch befindliche b) geschlossene 7 8 9 10 11 12 Landwirtschaftlich genutzte Flächen (Acker- land, Erwerbsgärtnereien, Wiesen usw.) Gartenland (Haus- und Ziergärten, private Parkanlagen, Rasenflächen usw.) Wälder Gewässer (Flüsse, Bäche, Weiher, Seen) Flugplätze Sonstige Flächen (Ödland, Unland, Übungsplätze usw.) Gesamtfläche des Stadtgebietes Stadtbauamt Stadtvermessung. - I II nach Grundsteuer- nach Umbuchung der Parifikate kataster und Gebäude ha a m2 % ha a m2 % 238 96 03 2.4 252 81 48 2.51) 208 47 53 2.0 208 47 25 2.0 164 53 69 1.6 155 32 58 1.5 60 96 19 0.6 58 31 94 0.6 20 38 56 0.2 20 22 89 0.2 14 03 50 0.1 12 84 51 0.1 22 82 0.0 22 82 0.0 2774 87 50 27.3 2702 55 18 26.62) 2509 258 36 70 2.5 3663 15 48 36.0 162 51 12 1.6 100 06 59 1.0 32 94 24.7 204 87 73 3661 31 24 162 51 12 99 41 44 2.0 36.0 1.6 1.0 2636 98 47 25.9 10175 88 65 100 10175 88 65 100 1) In dieser Summe sind aus den Benützungsarten Nr. 2, 3, 4, 5, 6 und 11 Bauflächen im Ausmaß von 13 ha, 85 a, 45 m² enthalten. 2) Diese Summe besteht aus: 690 ha 41 a 53 m² Ackerland 1161 ha 85 a 01 m2 Wiesenland 329 ha 58 a 91 m2 Weideland 520 ha 69 a 73 m² Alpenland 2702 ha 55 a 18 m² 25 Tabelle II/3 A Äcker Wiesen Gärten Weiden Katastralgemeinde ha am Grundeigentum der Stadt Innsbruck, Stiftungsgrundstücke und städtisch verwaltetes öffentliches Gut gegliedert nach dem Grundsteuerkataster (Stand 1945) Bau- flächen Alpen Waldungen Unprodukt. Land Sonstige steuerfreie Flächen Summe Innsbruck 147 03 ha 15 07 57 Wilten 5 30 68 16 29 03 a m2 ha a m 8 72 70 1 79 67 ha a m² ha a m² ha a m2 ha - a m 14 77 83 ha a m² ha a m2 ha a m 295 86 1 93 58 44 94 57 10 08 2 34 88 3 74 27 33 25 7 05 45 36 97 31 Pradl 29 15 34 47 51 64 1 41 99 374 5 90 02 7 71 28 1 53 64 1 67 87 94 95 52 Hötting 17 56 74 31 78 41 3 53 13 63 05 63 338 69 74 159 27 66 3 11 98 208 65 99 4 03 38 829 72 66 Mühlau 3 07 30 3 04 92 22 11 26 02 32 60 71 24 1 22 68 31 24 71 41 32 125 96 60 Amras 13 78 01 27 24 72 8 68 5 05 62 19 72 01 36 25 31 66 11 31 66 68 26 Arzl Vill Igls 1 65 76 75 06 4 87 71 12 92 73 3 69 91 33 45 87 1 51 - 33 64 28 183 24 58 445 81 31 51 63 28 88 641 74 77 2 83 08 1310 16 26 96 16 62 66 43 76 29 247 42 36 innerhalb der Stadt 77 63 63 157 92 38 16 47 09 129 Grundeigentum 99 86 90 205 923 96 396-- a) Stiftungen b) Öffentliches Gut (Straßen u. Plätze) -28 83-15 14- Insgesamt Grundeigentum Grundeigentum außerhalb der Stadt 460 21 31 26 82-19 60 - insgesamt Instädt. Verwaltung 82 23 84 180 19 20 16 66 69 129 42 12 565 02 52 862 19 59 521 94 32 789 93 74 31 68 69 00 2 44 49 896 82 81 18 46 73 2630 08 29 40 74 101 60 38 19 06 73 22 53 43 08 20 72 19 40 - 82 70 79 150 36 30 1 31 05 304 06 90 13 14 32 50 79 1037 19 11 19 77 78 2934 15 19 - - 33 35 Stadtbauamt 13 06 4 29 191 40 26 16 83 39 66 191 40 26 16 70 65 129 75 47 565 02 52 862 13 14 32 68 14 1037 36 72 186 02 05 3104 48 61 Stadtvermessung. 1) Lage des Grundeigentums außerhalb des Stadtgebietes. 186 02 05/316 3 09 93 - 17 61 166 66 24 24 27 24 27 167 23 49 Katastral- gemeinde Fläche ha a m² Katastral- gemeinde Fläche ha a m² Aldrans 1 07 37 Natters 90 Ampaẞ 4 63 83 Patsch 2 00 80 Fulpmes 1 59 Pfons 30 67 Lans 46 86 Schönberg 65 12 56 Mieders 90 Telfes 17 57 38 Mühlbachl 5 96 75 Thaur 193 65 85 Mutters 11 15 36 Völs 2 06 08 Zwischen- 23 32 66 Gesamt- 304 06 90 summe summe Tabelle II/3 B Gegenüberstellung der Flächenstände von 1945 und 1946 und des Standes nach Umbuchung der Parifikate Vom Grundeigen- Nr. tum und den ver- 1 walteten Flichen waren 2 1945 1946 1946 nach Grundsteuer- nach Grundsteuer- nach Umbuchung kataster kataster der Parifikate 3 4 5 ha a m2 % ha a m2 % ha a m2 % 123456789 Äcker 83 39 66 2.7 80 30 84 2.6 66 12 55 2.1 Wiesen 191 40 26 6.2 187 14 26 6.0 155 59 02 5.0 Gärten 16 70 65 0.5 20 19 83 0.7 12 36 14 0.4 Weiden 129 75 47 4.2 129 22 34 4.2 126 64 13 4.1 6 5 Alpen Waldungen Bauflächen 565 02 52 18.2 565 02 52 18.2 563 03 82 18.1 862 13 14 27.8 862 75 22 27.8 849 95 15 27.4 32 68 14 1.0 35 48 86 1.1 35 48 86 1.1 Unprodukt. Land 1037 36 72 33.4 1037 30 44 33.4 1055 20 96 34.0 Sonst. Flächen 5.6 187 51 29 6.0 240 54 97 7.81) 3104 95 60 100 3104 95 60 100 186 02 05 Insgesamt 3104 48 61 100 Stadtbauamt Stadtvermessung - 1) In dieser Summe sind im Gegensatz zu den Summen der Rubriken 3 und 4 von Nr. 9 auch Flächen enthalten, deren Widmung keine Steuerfreiheit begründet. Die Summe setzt sich zusammen Wegen und Plätzen Eisenbahnen (Nordkettenbahn) öffentl. Parkanlagen Spiel- und Sportplätzen Friedhöfen Gewässern aus ha a m² an 175 19 38 18 22 87 2281 24 75 63 15 38 57 21 64 50 240 54 97 27 Tabelle II/3 C Nr. Art der Flächen Gliederung des Grundeigentums der Stadt Innsbruck, der Stiftungsgrundstücke und des städtisch verwalteten öffentlichen Gutes nach der tatsächlichen Benutzung (Stand 1946) II nach Umbuchung der Parifikate I nach Grundsteuer- kataster und Gebäude ha a m2 % ha a m² % 12345 Gebäude einschließlich der Hofräume 32 35 31 1.0 35 48 86 1.11) Wege, Straßen und Plätze 175 23 67 5.7 175 19 38 5.6 Eisenbahnen (Nordkettenbahn), 19 52 64 0.6 18 22 87 0.6 Öffentliche Park- und Gartenanlagen 25 09 04 0.8 24 75 63 0.8 Spiel- und Sportplätze einschließlich der Schwimmbäder 12 76 59 0.4 12 15 38 0.4 6 Friedhöfe a) in Gebrauch befindliche 9 19 26 0.3 8 34 39 0.3 b) geschlossene 22 82 22 82 7 Landwirtschaftlich genutzte Flächen 933 26 07 30.1 911 39 52 29.3) 8 Gartenland 16 78 62 0.5 12 36 14 0.4 9 Wälder 850 67 05 27.4 849 95 15 27.4 10 Gewässer 1 64 50 0.1 1 64 50 0.1 11 Flugplätze 12 Sonstige Flächen 1028 20 03 33.1 1055 20 96 34.0 Grundeigentum der Stadt und städtisch 3104 95 60 100 3104 95 60 100 verwaltete Flächen Stadtbauamt - Stadtvermessung. 1) In dieser Summe sind aus Nr. 2 einschließlich 6 Bauflächen im Ausmaß von 3 ha, 13 a, 55 m² enthalten. 2) Diese Summe besteht aus 66 ha 12 a 55 m² Ackerland 155 ha 59 a 02 m² Wiesenland 126 ha 64 a 13 m³ Weideland 563 ha 03 a 82 m² Alpenland 911 ha 39 a 52 m2 28 III. Bevölkerungsstand Die Bevölkerungsstatistik¹) scheidet sich in die Statistik des Bevölkerungsstandes und die Statistik der Bevölkerungsbewegung. Unter der Statistik des Bevölkerungs- standes ist die Zählung der Bevölkerung an einem bestimmten Zeitpunkt (Stichtag) zu verstehen, während die Statistik der Bevölkerungsbewegung die hauptsächlichsten menschlichen Daseinsveränderungen, wie Geburten, Todesfälle, Eheschließungen, Ehelösungen, Zu- und Abwanderungen zu erfassen hat, die sich in einem bestimmten Zeitraum (Kalenderjahr, Verwaltungsjahr) ereignen. Feststellungen des Bevölke- rungsstandes Volkszählungen sind schon aus dem Altertum überliefert, die Ergebnisse dienten zum Großteil Besteuerungs- und Rekrutierungs- zwecken. Dabei wurden meist nicht alle, sondern nur eine bestimmte Art von Per- sonen gezählt vollberechtigte Bürger, wehrhafte Männer, während die Volks- zählungen der letzten Jahrhunderte, insbesonders die modernen Volkszählungen, jedes menschliche Individuum als Zähleinheit betrachten. Zu Anfang dieses Jahr- hunderts wurde noch in den meisten Staaten die ortsanwesende Bevölkerung gezählt, d. h. alle Personen, die sich am Stichtag an einem Ort des Zählgebietes aufhalten; der Zählung entgehen dabei alle am Zähltag sich außerhalb des Zähl- gebietes aufhaltenden Personen, die sonst in diesem Gebiete ihren Wohnsitz haben. Dagegen werden alle Personen mitgezählt, die am Zähltag nur vorübergehend im Zählgebiet weilen. Diese Erfassungsform der Bevölkerung erfreute sich wegen ihrer Einfachheit lange großer Beliebtheit. In neuerer Zeit trat jedoch an ihre Stelle die Erfassung der Wohnbevölkerung, d. h. aller Personen, die zur Zeit der Zählung an einem Ort des Zählgebietes ihren Wohnsitz haben. In der Wohnbevölkerung sind also jene Personen, die im Zählgebiet nicht ihren Wohnsitz haben und nur vorüber- gehend anwesend sind, nicht enthalten, die außerhalb des Zählgebietes weilenden, nur zeitweise abwesenden Personen aber, die im Zählgebiet ihren Wohnsitz haben, werden mitgezählt. Die übliche Methode zur Gewinnung der Bevölkerungszahl besteht in der Addition der ermittelten anwesenden Bevölkerung und der zeitweise abwesenden Personen mit nachfolgender Subtraktion der vorübergehend anwesenden Personen; der näheren Bearbeitung wird nachher nur die Wohnbevölkerung unter- zogen. Nach dem österreichischen Volkszählungsgesetz vom 29. März 1869, RGBI. 67, in seiner ursprünglichen Fassung, bildete die anwesende Bevölkerung, nach der Fassung vom 25. Juni 1930, BGBl. 230, die Wohnbevölkerung den Gegenstand der Zählung; die letzte österreichische Zählung nach der 1. Gesetzesfassung war jene vom 7. März 1923, die erste nach der 2. Fassung die Zählung vom 22. März 1934. Die in Österreich auf Grund der deutschen Reichsgesetze vom 4. Oktober 1937, RGBl. I-Seite 1053, und vom 6. Juli 1938, RGBl. I-Seite 786, am 17. Mai 1939 durchgeführte Volks-, Berufs- und Betriebszählung fußte ebenfalls auf dem Wohnungsprinzip; die einschlägigen Bestimmungen rechneten zur Wohnbevölkerung ,,die gesamte Bevölkerung, die am Zählort dauernd wohnt, also auch das Militär, 1) Schrifttum: Dr. Wilhelm Winkler, Grundriß der Statistik, 1933, Dr. Hero Moeller, Statistik 1928, Dr. Otto Donner, Statistik, 1937. 29 das dort seinen Standort hat, die ihrer Arbeitsdienstpflicht genügenden Arbeits- männer und Arbeitsmaiden" und schufen in der Ständigen Bevölkerung, als welche sie die,,Wohnbevölkerung ohne die ihrer Dienstpflicht genügenden Soldaten und Arbeitsmänner und ohne die Arbeitsmaiden" bezeichneten, eine spezielle Art der Wohnbevölkerung. Selbstverständlich begnügen sich die Staaten seit langem nicht mehr mit der bloßen Feststellung der Kopfzahl ihrer Bewohner, sondern sie wollen diese nach bestimmten Merkmalen gegliedert wissen, und zwar gewöhnlich nach Geschlecht, Familienstand, Alter, Beruf, Geburtsland, Staats- und Sprach- zugehörigkeit und Glaubensbekenntnis, weiters nach Wohngemeinschaften (Wohn- parteien) oder nach Haushaltungen. Der Übergang auf die Erfassung der Wohn- bevölkerung war durch die allgemein wachsende Bildung der Bevölkerung ins- besonders der Haushaltungsvorstände möglich geworden, denen die Ausfüllung der oft komplizierten Zählpapiere (umfassende Fragebogen in Form von Haushalts- listen) obliegt. Die unmittelbare Durchführung der Zählung, d. h. der Austeilung, Einsammlung und Überprüfung der Zählpapiere nebst der Summierung der orts- anwesenden Personen, wird in der Regel den Gemeinden überlassen. Die Fest- stellung der Zahl der Wohnbevölkerung und die Aufarbeitung des gesamten Zahlen- materials nach den oben angeführten Gliederungsmerkmalen ist ausschließlich Sache der statistischen Zentralstellen. Zur ständigen Beobachtung der Entwicklung der Bevölkerung von Volkszählung zu Volkszählung dient die sogenannte Fortschreibung. Die fortgeschriebene Bevölkerungszahl wird in der Weise berechnet, daß zum Ergebnis der letzten Volkszählung die Lebendgeborenen der ortsansässigen Mütter und die Zugezogenen hinzugerechnet und die gestorbenen ortsansässigen Personen und die Abgewanderten abgezogen werden. Die fortgeschriebenen Bevölkerungszahlen sind, wie die Erfahrung lehrt, immer etwas zu hoch, da die Anmeldungen gewissenhafter als die Abmeldungen erstattet werden; eine fortlaufende vollständige Erfassung der Wanderungsbewegung ist nie möglich. Als Ersatz für Volkszählungen können bei entsprechender Auswertung die von den Gemeinden alljährlich für Zwecke der Lohnsteuer vorzunehmenden Per- sonenstandsaufnahmen oder nötigenfalls auch die Zahlen der ausgegebenen Lebensmittelkarten genommen werden²). Mit dem Volkszählungsgesetz vom 29. März 1869 wurde in Österreich die peri- odische, an der Wende eines Jahrzehntes nach gleichen Gesichtspunkten vorzu- nehmende Volkszählung eingeführt. Sie fand erstmals am 31. Dezember 1869 statt und wurde von da an bis 31. 12. 1910 viermal wiederholt³). Infolge der Nachkriegsverhältnisse wurde die Ende 1920 fällige ordentliche Volks- zählung auf 7. März 1923 verschoben und vorher eine vereinfachte, außerordentliche Zählung am 31. 1. 1920 eingefügt. Die letzte österreichische ordentliche Volkszählung fand am 22. März 1934 statt. Unter der Herrschaft Deutschlands kam es zu der bis heute letzten Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 17. Mai 1939, die damals als,,erste große Inventur von Volk und Wirtschaft im Großdeutschen Reich" in 2) So hat das Österreichische Statistische Zentralamt in seinem Gemeindeverzeichnis von Österreich, Wien 1948, den Bevölkerungszahlen den Stand der Lebensmittelkarten vom 14. 10. 1946 zugrunde gelegt; für Innsbruck 95 365. 3) Die Vereinigten Staaten von Amerika hatten seit 1787, England seit 1801 alle 10 Jahre einen Population Census. Im Deutschen Reich fand von 1871 bis zum Weltkrieg alle 5 Jahre eine Volkszählung statt, dann folgten vereinfachte Zählungen 1916, 1917, 1919 und in den Jahren 1925 und 1933 Volks-, Berufs- und Betriebszählungen.00 30 Szene gesetzt wurde. Die amtlichen Veröffentlichungen über die Ergebnisse dieser 9 Volkszählungen in Innsbruck, darunter naturgemäß überwiegend über die der letzten, bilden neben wertvollen ergänzenden Auskünften des Österreichischen Statistischen Zentralamtes fast ausschließlich die Grundlagen der Tabellen III/2 A und B und III/3 A-H. Die Zählergebnisse vom Jahre 1939 in den Zählbezirken Innere Stadt, Saggen-Dreiheiligen, Hötting-Ost und -West, Hungerburg und Mühlau, die ohne jede Bedachtnahme auf die Zählbezirke der früheren Zählungen festgelegt worden waren, mußten aber zur Herstellung der Vergleichbarkeit mit den Ergebnissen aller bis 1869 zurückreichenden Zählungen auf die Gebiete der Katastralgemeinden Innsbruck, Hötting und Mühlau umgerechnet werden. Aus der Katastralgemeinde Innsbruck, dem uralten Stadtgebiete, waren Mariahilf und St. Nikolaus ausge- schieden und zu Hötting geschlagen und von Hötting und Mühlau die,,Hungerburg" als eigener Bezirk abgetreten worden. Es wurden also in die Tabelle III/2 B an Stelle der offiziellen Zahlen: Innere Stadt und Saggen-Dreiheiligen = 25182, Hötting-Ost und -West = 18021, Hungerburg = 395 und Mühlau = 2182 Ein- wohner die auf die Katastralgemeinden umgerechneten Zahlen: Innsbruck = 31734, Hötting 11667 und Mühlau =2379 Einwohner aufgenommen. In derselben Tabelle sind, zur Vervollständigung des Entwicklungsbildes, den Volkszählungs- ergebnissen ausnahmsweise die Zahlen der hieramtlichen Fortschreibung der Be- völkerung mit dem Stand vom 31. Dezember 1946 angefügt. III/1. Einwohnerzählungen vor dem Jahre 1869 Über Einwohnerzählungen, die in Innsbruck vor 1869 von weltlichen und geist- lichen Behörden zu verschiedenen Zwecken vorgenommen wurden, wird in Ta- belle III/1 eine Auswahl geboten. Streng vergleichbar sind die Zahlen nicht; bei der Stadtbevölkerung wurde das Militär oder die Geistlichkeit oder der Hofstaat bald mitgezählt, bald weggelassen und in den Beichtregistern werden die noch nicht beichtenden Kinder fehlen. Im ganzen genommen aber vermittelt die Tabelle doch ein annähernd richtiges und anregendes Bild von der langsamen, im allgemeinen stetigen, hin und wieder gehemmten Bevölkerungszunahme von 5050 Einwohnern zur Zeit Erzherzog Ferdinands bis zu 14224 Einwohnern im Jahr 1858, dem Jahr der Eröffnung der ersten Teilstrecke der Südbahn Kufstein-Innsbruck. III/2. Die Volkszählungen von 1869 bis 1939; Einwohnerzahlen in Innsbruck nach dem jeweiligen Gebiet und in den neun, seit 1. April 1942 vereinigten Katastral- gemeinden Wie im Abschnitt II ausführlich dargelegt wurde, vergrößerte sich das Innsbrucker Gebiet im Jahre 1904 um die Nachbargemeinden Wilten und Pradl, im Jahre 1938 um Hötting, Mühlau und Amras, im Jahre 1940 um Arzl und 1942 um Vill und Igls. Soweit es die Quellen ermöglichten, wurde in den Tabellen nicht nur die im Zeit- punkt der Zählung auf dem jeweiligen Innsbrucker Gebiet befindliche Bevölkerung dargestellt, sondern auch die Bevölkerung aller neun Katastralgemeinden zusammen- genommen. Daraus ergibt sich die Teilung der Darstellung nach dem Gebietsstand von Innsbruck im Zeitpunkt der Zählung und nach dem Gebietsstand vom 1. April 1942. In den Tabellen III/2 A und B wurden neben den Zahlen über die Wohnbevölkerung auch die Zahlen über die sogenannte Ständige Bevölkerung angegeben, die im Mai 1939 jener im Innsbrucker Stadtgebiet um 1869 und im heutigen Gesamtgebiet 31 um 1899 Einwohner nachstand. Diese Zahlen entfielen auf die ihrer Dienstpflicht genügenden Soldaten und Arbeitsmänner, von denen in den Katastralgemeinden Innsbruck 1486, Wilten 17, Pradl 366 und Igls 30 untergebracht waren; in den Katastralgemeinden Hötting, Mühlau, Amras, Arzl und Vill war daher die Wohn- bevölkerung gleich der Ständigen Bevölkerung. Arbeitsmaiden gab es in allen neun Katastralgemeinden nicht. An Hand der vorhin bezeichneten 2 Tabellen läßt sich die Entwicklung des Be- völkerungsstandes unter Anfügung einiger Ergänzungen in großen Umrissen folgen- dermaßen skizzieren: Innsbruck hatte im Jahre 1869 einschließlich des Militärs4) 16324 und im Jahre 1939 78395 Einwohner, im heutigen Gesamtgebiet, also in allen 9 Katastralgemeinden zusammengenommen, wurden zu denselben Zeitpunkten 25354 und 81710 gezählt; für den 31. Dezember 1946 wurde im Wege der Fort- schreibung die Zahl von 97884 errechnet. Die erste Frage, die sich nun aufdrängt, ist die, auf das Wievielfache oder um wieviel Prozent die Bevölkerungszahl in diesen 70, bzw. 77 Jahren gestiegen ist. Die Bevölkerung von Innsbruck stieg von 1869 bis 1939 rund auf das Fünffache oder um 380%, bis 1946 auf das Sechsfache oder um 499%. Die Zunahme im Gesamtgebiet ist im Verhältnis naturgemäß niederer. Die Bevölkerung des Gesamtraumes wuchs bis 1939 auf das Dreifache oder um 222%, bis 1946 rund auf das Vierfache oder um 286%. Der Prozentsatz der Bevölkerungs- zunahme in den einzelnen Katastralgemeinden der Stadt, die bei dem Mangel einer anderen Bezirkseinteilung die Stadtbezirke ersetzen müssen, ist, wie die nach- stehende kleine Tabelle zeigt, ganz verschieden. Pradl, das nach 1939 den Großteil der in Innsbruck nach und nach angesiedelten rund 8000 Südtiroler5) aufzunehmen hatte, erfuhr den stärksten Zuwachs; in weitem Abstand folgen Wilten, das einmal um die Jahrhundertwende von allen Gemeinden Tirols die größte Zunahme auf- zuweisen hatte, dann kommt der Größe des Wachstums entsprechend Igls, Hötting und Arzl auf gleicher Stufe, weiters Amras, Mühlau, Vill und Innsbruck. Die Kata- stralgemeinde Innsbruck konnte auf ihrem kleinen 3.07 km² umfassenden Gebiet, das seit 1480 die Burgfriedensfläche der Stadt bildete, nicht ganz das Doppelte ihrer Einwohnerzahl vom Jahre 1869 erreichen. Bevölkerungszuwachs in Prozenten in der Katastral- gemeinde Innsbruck Wilten Pradl Hötting von 1869 in der Katastral- von 1869 bis 1939 bis 1946 gemeinde bis 1939 bis 1946 94 % 588 % 1545 % 234 % 248 96 % 633 % 2660 % 346% Amras 253 % 301 % Arzl 283 % 346 % Vill 63 % 154 % Igls 231 % 483 % 330% 70 Mühlau Die zweite Frage wird darauf gerichtet sein, wie sich das Wachstum zeitlich voll- zog, in welcher Zeitspanne es am stärksten und in welcher es am schwächsten war. Sie findet in der nachstehenden Tabelle ihre Beantwortung. Die friedlichen Zeit- läufe von 1890 bis 1910 scheinen einer gesunden Bevölkerungsentwicklung besonders 4) Die zur Zeit der Monarchie in Innsbruck lagernde Garnison betrug im Jahre 1869., im Jahre 1880 1348, im Jahre 1890 1977, im Jahre 1900 2475 und im Jahre 1910 2808 Mann. 5) Sonderzählung vom Februar 1947: 8096 Südtiroler, davon 1885 Einzelpersonen und 6211 in Haushalten; 1952 Haushaltungen. 32 günstig gewesen zu sein, den höchsten auf das Jahr umgerechneten Zuwachs zeigt allerdings der letzte, von Umwälzungen und Katastrophen durchzogene Abschnitt. Die Mitte hält die Zeit von 1923 bis 1934, die nach den hemmenden Wirkungen des ersten Weltkrieges besonders im Gesamtraum von Innsbruck einen Aufschwung erkennen läßt. im Zeitraum 1869-1880 Bevölkerungszuwachs von Zählung zu Zählung in Innsbruck nach dem jeweiligen Gebietsstand in Zahlen im Gesamtraum der 9 Katastral- gemeinden (Gebietsstand vom 1. 4. 1942) in % in Zahlen in % 4213 5.2 6803 9.4 1880-1890 2783 3.4 6306 8.7 1890-1900 3546 4.4 11264 15.5 1900-1910 26328 32.3 15494 21.4 (15817)¹) 1910-1920 2456 3.0 4291 5.9 1920-1923 751 0.9 728 1.0 1923-1934 4604 5.6 8557 11.8 1934-1939 17390 21.3 2913 4.0 (15755)¹) 1939-1946 19489 23.9 16174 22.3 (3677)¹) Gesamtzuwachs 81560 100 72530 100 1) Zuwächse durch Eingemeindungen. Die Entwicklung in den einzelnen Katastralgemeinden verläuft nicht immer konform der Bevölkerungszunahme im Gesamtraum. Sie ist den verschiedenen Ursachen entsprechend bald beschleunigt, bald verlangsamt, selten aber rückläufig. Es finden sich in Tabelle III/2 B, wenn man die Ständige Bevölkerung außer Be- tracht läßt, unter den 90 in Frage kommenden Zahlen nur 8, die eine Abnahme aufweisen. Im Diagramm Nr. 4 finden die vorstehenden Ausführungen über die Entwicklung der Bevölkerung sowohl im jeweiligen Gebiet von Innsbruck wie auch im Gesamtraum der 9 Katastralgemeinden ihre Bekräftigung. Die ungefähre Paralle- lität der beiden Kurven und damit die Abhängigkeit der Entwicklung der Bevölke- rung im jeweiligen Innsbrucker Gebiet von jener des Gesamtraumes der heute vereinigten Katastralgemeinden ist offensichtlich. In Zeitspannen, in die Einge- meindungen fielen, ist der Verlauf der Bevölkerungszunahme zum Teil auf Grund berechneter Zahlen - in punktierten Linien angedeutet. Das Stadtgebiet von Innsbruck ist seit 1. 1. 1904 durch Einverleibung von 8 Nach- bargemeinden von 3.07 km² auf 101.76 km² angewachsen; es ist 33mal so groß geworden. Die Bevölkerung aber ist von 16324 Einwohnern im Jahre 1869, auf 78395 im Jahre 1939 und auf 97884 im Jahre 1946 gestiegen. Sie hat sich also seit 1869 nur verfünffacht, bzw. versechsfacht. Der Stadtgemeinde wurden durchwegs sehr dünn besiedelte Gebiete einverleibt, dadurch sank die Verhältniszahl, mit der die Bevölkerungsdichte ausgedrückt wird, ganz bedeutend. Knapp vor der Ein- gemeindung von Wilten und Pradl war die größte Bevölkerungsdichte erreicht worden. Es entfielen damals 9100 Einwohner auf den km²; zu Ende des Jahres 1946 3 33 34 1809 1880 1890 1900 1910 1920 1923 100.000 Eingemeindungen: 75.000 a) 1.1.1904 1.41940 d) 1.4.1942 Willen Pradl Hölling - Mühlau Vill -Jgls Amras Diagramm Nr. 4 50.000 25.000 1090 1900 1910 1920 1923 Bevölkerung von Innsbruck Gesamtbevölkerung der neun Kalastralgemeinden 1880 ----- 100.000 75.000 vereinigten Katastralgemeinden von 1869-1946 Entwicklung der Bevölkerung Innsbrucks und der neun seit April 1942 50,000 25.000 25 waren es nur mehr 961 Einwohner. Die nachstehende Tabelle enthält die Dichtigkeits- zahlen von den Stichtagen der Volkszählungen und vom Dezember 1946 in ihrer charakteristischen Gegenbewegung und in dem stufenweisen Abfall nach den Ein- gemeindungen im jeweiligen Innsbrucker Gebiet und dem konstanten Ansteigen im Gesamtgebiet. Die darauffolgende Tabelle unterrichtet über die Bevölkerungs- dichte jeder Katastralgemeinde für sich, und zwar an den Stichtagen der beiden Volkszählungen von 1869 und 1939 und am 31. Dezember 1946. Die Aufnahme- fähigkeit der Katastralgemeinde Innsbruck scheint vorläufig erlahmt zu sein. Die gegenwärtige Bevölkerungsdichte von Pradl dokumentiert den Anstieg der Be- völkerungszahl auf das 27fache. am Bevölkerungsdichte in Innsbruck Auf 1 km² entfielen Einwohner im jeweiligen Gebiet von Innsbruck im Gesamtgebiet der 9 Katastralgemeinden Innsbruck Wilten Pradl Hötting Mühlau Amras Arzl Vill 31. 12. 1869 5318 249 31. 12. 1880 6691 316 31. 12. 1890 7598 377 31. 12. 1900 8753 488 31. 12. 1910 3908 640 31. 1. 1920 4098 683 7. 3. 1923 4144 690 22. 3. 1934 4482 774 17. 5. 1939 1066 802 31. 12. 1946 961 961 Bevölkerungsdichte der 9 Katastralgemeinden von Innsbruck Auf 1 km² entfielen Einwohner in am 31. 12. 1869 am 17. 5. 1939 am 31. 12. 1946 5317 10337 10461 382 2631 2802 209 3446 5783 79 265 353 62 216 267 103 364 413 32 122 143 44 72 112 39 131 230 Igls Einiges Interesse beanspruchen die in der Fußnote 4 der Tabelle III/2 A ange- gebenen Zahlen über die ortsanwesende Bevölkerung in den Jahren 1934 und 1939, die bei den früheren Zählungen die zu ermittelnde Bestandsmasse bildete. Im Jahre 1934 war die ortsanwesende Bevölkerung und zwar nach den beiden Gebietsständen kleiner, im Jahre 1939 größer als die Wohnbevölkerung. Zur besseren Vorstellung der Abweichungen der beiden Erfassungsarten werden in der nachstehenden Tabelle Wohnbevölkerung und ortsanwesende Bevölkerung einander gegenübergestellt. zelewemaal 0004 3° 35 Wohnbevölkerung und ortsanwesende Bevölkerung in Innsbruck 1934 und 1939 Wohn- Volks- zählung Orts- anwesende Gebiet be- völkerung Be- völkerung Die ortsanwesende Be- völkerung war größer oder kleiner als die Wohn- bevölkerung in Zahlen Innsbruck Gebietsstand 1934. 61005 60934 % 71 - 0.1 1934 Innsbruck Gebietsstand 1942 78797 78563 234 - 0.3 Innsbruck Gebietsstand 1939 78395 80212 +1817 + 2.3 1939 Innsbruck Gebietsstand 1942 81710 83555 +1845 +2.2 Eine allgemein gültige Regel über die Größe der Abweichungen zwischen Wohn- bevölkerung und ortsanwesender Bevölkerung läßt sich nicht aufstellen; das leichte Fluktuieren der Bevölkerung ist von zu verschiedenen Faktoren abhängig. Im Staat als Gesamtzählgebiet ist der Unterschied am kleinsten. Er beträgt meist nur einen kleinen Bruchteil eines Prozentes, in den Ländern ist er etwas größer und in Bezirken und Städten besonders mit saisongebundenem zeitweiligen Zustrom von Ortsfremden - am größten. Der Zeitpunkt der Zählung ist hiebei ausschlag- gebend. Jedenfalls sind die beobachteten Unterschiede in Innsbruck nicht so groß, daß die Verwendung der Wohnbevölkerungszahlen in einer Reihe mit jenen der ortsanwesenden Bevölkerung aus früheren Jahren das Entwicklungsbild stören würden. III/3. Gliederung der Bevölkerung nach den üblichen Hauptmerkmalen Wurde bis jetzt Entwicklung und Bestand der Kopfzahl der Bevölkerung dar- gelegt, soll nun an Hand der übrigen Tabellen die Gliederung der Bevölkerung nach bestimmten Merkmalen besprochen werden. Die Hauptgrundlage hiefür bildet die statistische Bearbeitung der Volkszählungsergebnisse von 1939 durch die Zentral- stelle. Eines der wichtigsten Gliederungsmerkmale ist das Geschlecht. Die Tabelle III/2 A enthält die absoluten Zahlen, die Tabelle III/3 A die Gliederungs- und Beziehungszahlen. Die Männer waren nur bei der Volkszählung vom Jahre 1900 im kleinen Innsbrucker Gebiet in der Überzahl, sonst immer die Frauen. Damals standen 13536 = 50.4% Männern 13330 = 49.6% Frauen gegenüber, auf 1000 Män- ner entfielen 984 Frauen; bei der letzten Volkszählung waren die Anteile der Ge- schlechter 47.5 und 52.5%, auf 1000 Männer entfielen 1105 Frauen. Wie sich die Bevölkerung im selben Zeitpunkt in Tirol und im Deutschen Reich nach dem Ge- schlecht gliederte, ist aus der folgenden Gegenüberstellung zu ersehen. Geschlechtsverhältnis der Bevölkerung am 17. 5. 1939 in Innsbruck Tirol Deutschland Von 1000 Einwohnern waren Männer 475 499 488 Frauen 525 501 512 Auf 1000 Männer entfielen Frauen 1105 1004 1047 36 8 Altersaufbau der Bevölkerung von Innsbruck im Jahre 1939 nach Altersjahren und Altersgruppen Allersjahre 100 95 90 Männlich 85 Weiblich 80 75 5 4 Hundert Personen 70 65 60 55 50 45 40 35 30 25 20 15 10 1 1 2 3 Diagramm Nr. 5 5 6 Hundar Personen 37 Wenn man in Innsbruck die fortgeschriebene Einwohnerzahl von 97884 vom Dezember 1946 entsprechend dem bei der Lebensmittelkartenausgabe im selben Monat festgestellten Geschlechtsverhältnis von 45.4:54.6 teilt, erhält man 44488 Männer und 53396 Frauen, somit auf 1000 Männer 1200 Frauen. Über die Gliederung der ständigen Bevölkerung von Innsbruck nach dem Fa- milienstand unterrichtet die Tabelle III/3 B. Rund die Hälfte der Bevölkerung war ledig, von der anderen Hälfte entfielen 4/5 auf die Verheirateten und 1/5 auf die Verwitweten und Geschiedenen. Typisch ist, daß die Zahl der Witwen 4mal so groß ist als die Zahl der Witwer. Diese Allgemeinerscheinung ist nicht auf die größere Sterblichkeit der Männer, auch nicht etwa auf deren häufigere Wieder- verheiratung, sondern hauptsächlich auf den gewöhnlichen Altersunterschied der Ehepaare zurückzuführen. Im Jahre 1939 entfielen von der Bevölkerung von Innsbruck Tirol Deutschland Auf Ledige Verheiratete. Verwitwete Geschiedene. 49.3% 56.8% 46.3% 41.3% 36.6% 46.3% 7.1% 5.6% 6.4% 2.3% 1.0% 1.0% Der Altersaufbau der Bevölkerung wird in der Tabelle III/3 C in 17 Alters- gruppen und im Diagramm Nr. 5 nach Altersjahren und -gruppen wiedergegeben. Die stärksten Jahrgänge sind von den Fünfundzwanzig- bis Vierzigjährigen besetzt. Darüber ist der Aufbau, abgesehen von den bei den Männern erkennbar im ersten Weltkrieg erlittenen Verlusten, normal, darunter aber zeigt sich sowohl männlicher- als auch weiblicherseits bei den Zwanzig- bis Dreiundzwanzigjährigen, also bei den in den Jahren 1916-19 Geborenen, ein schwerer Abgang; er senkte beim männlichen Geschlecht die Zahl von 2 Jahrgängen tiefer als es im schlechtesten Jahrgang, nämlich dem von 1934, zu beobachten war. Die Zeit der Wirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit und der politischen Wirren spiegeln sich von den Vierzehnjährigen abwärts wider; der jüngste Jahrgang aber war im suggerierten Glauben an eine bessere und friedliche Zukunft gezeugt worden. Für die Beurteilung des Altersaufbaues der Innsbrucker Bevölkerung nach 1939 steht die Jugendkartei mit dem Stand vom 30. Juni 1945 der bald hernach aufgelassenen Adremastelle und eine Zählung des städtischen Ernährungsamtes der letzten Kartenperiode des Jahres 1946 zur Verfügung, die allerdings die Bevölkerung vom Gesichtspunkte des Nahrungs- bedarfes gruppierte. Immerhin ist im beschränkten Maße ein Vergleich möglich, der, wie aus nachstehender Gegenüberstellung zu ersehen ist, deutlich eine Zunahme gerade der jüngsten Jahrgänge, und zwar in einem Ausmaße erkennen läßt, welches das durch die Bevölkerungszunahme allein bedingte weit überschreitet. Altersgruppen in Jahren 1939 1945 1946 Zahl % Zahl Zahl % unter 6. 4980 6.3 7606 9162 9.5 6 bis unter 12 12 bis unter 18 11973 15.0 5999 6934 13.8 5704 6315 unter 18 zusammen 16953 21.2 19109 22411 23.3 18 und darüber 62858 78.8 73581 76.7 Gesamtsumme 79811 100 95992 100 38 Auf die Überzahl der Einwohner weiblichen Geschlechts wurde bereits hinge- wiesen. Bekanntlich kommen aber mehr Knaben als Mädchen zur Welt. Aus der Tabelle III/3 C über den Altersaufbau der Bevölkerung läßt sich nun ablesen, in welchen Altersgruppen das weibliche Geschlecht das Übergewicht hatte. In den ersten 4 Altersgruppen war das männliche Geschlecht mit 90, 6, 51 und 13 in der Mehrheit, von da an durchwegs das weibliche Geschlecht. In ganz Tirol mit 323456 ständigen Einwohnern wiesen erst die Jahrgänge von 1900-1941 mit Ausnahme der Siebenundsiebzig- und Vierundneunzigjährigen) ununterbrochen mehr Frauen auf. In den früheren Jahrgängen rivalisierten die beiden Geschlechter; 25mal über- wiegt das männliche Geschlecht, dazwischen hinein, völlig unregelmäßig, reihen sich 14 Jahrgänge mit weiblicher Überzahl. Je größer die Beobachtungsmasse um so klarer kristallisiert sich eine eventuelle Norm heraus. In der Gesamtbevölkerung des Deutschen Reiches mit 78072258 Einwohnern war auch der Jahrgang 1900 der erste mit mehr Frauen als Männern, aber in den jüngeren Jahrgängen herrschte ausnahmslos das männliche, in den älteren ausnahmslos das weibliche Geschlecht vor. Die beiden Tabellen III/3 D und E enthalten Daten der Berufszählung. Begriff und Systematik sind im Abschnitt VIII, der der Beschäftigung der Be- völkerung gewidmet ist, ausführlich besprochen. Hier soll im Zuge der Betrachtung des festgestellten Bevölkerungsstandes von verschiedenen Gesichtspunkten aus nur eine Übersicht gegeben werden, wieviel von den Einwohnern erwerbstätig oder berufslos sind und wieviel Angehörige von beiden Gruppen erhalten werden. Weiters soll aus den Tabellen zu entnehmen sein, von welchen Erwerbszweigen die Erwerbs- personen samt ihren Angehörigen leben und welche Stellung sie im Erwerbsleben einnehmen. Von diesen Gesichtspunkten aus gliedert die Tabelle III/3 D die ganze Bevölkerung, während die Tabelle III/3 E die Erwerbspersonen heraushebt. Die wesentlichen Zahlen sind folgende: von den 76526 ständigen Einwohnern waren im Jahre 1939 auf dem damaligen Gebiet 37274 = 48.7% Erwerbspersonen, 10645=13.9% selbständige Berufslose (Ruheständler, Rentner usw.) und 28607 = 37.4 Angehörige ohne Hauptberuf; von diesen entfielen 23 267 auf die Erwerbs- personen und 5340 auf die Berufslosen. Die drei am stärksten besetzten Wirtschafts- abteilungen sind der Reihe nach: Handel und Verkehr mit 27.7%, Industrie und Handwerk mit 25.3% und öffentlicher Dienst mit 20.0%. Die land- und forstwirt- schaftliche Bevölkerung von Innsbruck mit 2.4%, bzw. 3.1%, wenn man Arzl, Vill und Igls einbezieht, war im Gegensatz zu jener Tirols von 30.5% verschwindend klein?). Bei der Gliederung der Bevölkerung nach der Stellung der Erwerbstätigen in ihrem Beruf, tritt die für die Landeshauptstadt typische zahlenmäßige Schwäche der Selbständigen mit den mithelfenden Angehörigen von zusammen 12.7% gegen- über den drei großen Gruppen der Unselbständigen: der Beamten (15.5%), der Angestellten (20.9%) und der Arbeiter (30.0%) mit zusammen 66.4% klar zutage; in Tirol betrug der Prozentsatz der Selbständigen und der mithelfenden Angehörigen zusammen 37.5%). Die Gliederung der Erwerbspersonen allein, wie sie die 6) Der Jahrgang 1862 bestand aus 454 Männern und gleichviel Frauen, der Jahrgang 1845 aus 4 Männern und 2 Frauen. 7) Gliederung der Ständigen Bevölkerung von Tirol im Jahre 1939 nach Wirtschafts- abteilungen: von den 323456 Einwohnern entfielen auf Land- und Forstwirtschaft 30.5%, auf Industrie und Handwerk 28.0%, auf Handel und Verkehr 14.8%, auf öffentlichen Dienst 9.9%, auf häusliche Dienste 4.2% und auf selbständige Berufslose 12.6%. 8) Gliederung der Ständigen Bevölkerung von Tirol vom Jahre 1939 nach der Stellung im Beruf: es entfallen auf Selbständige 23.5%, auf mithelfende Familienmitglieder 14.0%, auf Beamte 7.7%, auf Angestellte 9.9%, auf Arbeiter 23.3% und der Rest von 12.6% auf die selbständigen Berufslosen. 39 Tabelle III/3 E enthält, zeigt wegen des Fehlens der Berufslosen und der Angehörigen natürlich nicht dieselben Prozentsätze, aber doch dieselbe Größenordnung ihrer Gruppen. In den Haushaltungslisten, den Fragebogen zur Volkszählung 1939, wurde nach Muttersprache und Volkszugehörigkeit gefragt; die Frage nach der Volks- zugehörigkeit war neu. Die Gliederung der Innsbrucker Bevölkerung nach diesem Merkmal kann in der Tabelle III/3 F geboten werden, nach jenem nicht. Bei der Volkszählung im Jahre 1910 wurden die anwesenden Staatsbürger nach der,,Um- gangssprache", bei der Volkszählung im Jahre 1934 die Wohnbevölkerung nach der,,sprachlichen Zugehörigkeit" gegliedert. Als sprachliche Zugehörigkeit wurde die Zugehörigkeit zu jener Sprache verstanden, zu deren Kulturkreis der Befragte sich zugehörig fühlte. In der Tabelle III/3 F stehen also Ergebnisse von 3 Volks- zählungen nebeneinander, die nach verschiedenen Zählbegriffen zustande kamen: Umgangssprache, Kulturkreis, Volkstum. Trotz dieser Verschiedenheit ist ersichtlich, daß der Prozentsatz fremdsprachiger und fremdvölkischer Personen in der Stadt unter der österreichisch-ungarischen Monarchie am größten war⁹). Aus der Tabelle III/3 G₁ ist die Religionszugehörigkeit der ständigen Be- völkerung sowohl nach dem Gebietsstand 1939 als auch 1942 in absoluten und in Gliederungszahlen zu ersehen. Die katholische Kirche einschließlich der unierten Riten dominiert mit 88.9%, die Unterschiede der perzentuellen Anteile der einzelnen Bekenntnisse nach den zwei Gebietsständen kommen nur in Hundertstel zum Aus- druck. Die Vergleichstabelle III/3 G, zeigt die römisch-katholische Bevölkerung im Jahre 1910 noch mit 95.6, im Jahre 1934 mit 93.5%. Die beiden evangelischen Bekenntnisse erfuhren einen allmählichen Aufstieg ihrer Anteile, und zwar von 2.8 auf 4.3% und endlich auf 5.7%. Dieser Zuwachs wie die 4.3% an Gottgläubigen verminderten den Prozentsatz der Katholiken. Der Frauenüberschuß verteilt sich perzentuell ziemlich gleichmäßig auf die christlichen Bekenntnisse, bei den Gott- gläubigen und Glaubenslosen sind die Männer stark in der Überzahl. Über die Weiterentwicklung gibt der Abschnitt XX dieses Buches Aufschluß. Bei den Volkszählungen werden nicht nur die Einzelpersonen gezählt, sondern auch bestimmte Formen gesellschaftlicher Gemeinschaften. Laut Tabelle III/1 wurden in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die Familien gezählt, die Volkszählungen von 1869 an erfaßten die Wohnparteien, die Zählung von 1934 setzte gleichsam zum Übergang - neben die Zahl der Wohnparteien die Zahl der Haushaltungen. Die Volkszählung 1939 wies nur die Haushaltungen aus. Bei normalem Wohnungsangebot mögen sich alle drei Begriffe decken, in Zeiten der Wohnungsnot aber ist die Wohnpartei (Wohngemeinschaft) zweifellos der weitere Begriff als die Familie und die Haushaltung, denn in einer Wohnung werden nicht selten mehrere Familien oder auch Einzelpersonen mit eigener Wirtschaftsführung zu finden sein. Eine allgemein gültige Abgrenzung des Begriffes Haushaltung ins- besonders der Einzelhaushaltung gibt es nicht. Es kommt darauf an, wie der Begriff in den Vorschriften der betreffenden Zählung festgelegt ist. Anläßlich der Volks- zählung vom Jahre 1939 galten als Vorstand eines Haushaltes alle Inhaber einer selbständigen Wohnung - Familienoberhaupt oder Einzelperson, die Vorstände der in Untermiete wohnenden Familien, wenn sie eine eigene, vom Hauptmieter der Wohnung, bzw. Hauseigentümer getrennte Hauswirtschaft führten, und die in 9) Fremdsprachige oder fremdvölkische Personen in Innsbruck: 1910 3.23%, 1934 = 2.36%, 1939 1.85 oder 1.58%, je nachdem ob man die 209 Juden und Mischlinge zu den deutschen Volkszugehörigen rechnet oder nicht. 40 Untermiete wohnenden Einzelpersonen, die über einen oder mehrere Mieträume mit überwiegend eigenen Möbeln verfügten und eine eigene Hauswirtschaft führten 10). Auf dieser Begriffsbestimmung beruhen die Zahlen der Tabelle III/3 H₁. Demnach betrug die Zahl der Einzelhaushaltungen in Innsbruck im Jahre 1939 2666, der Familienhaushaltungen 20543 und der Anstaltshaushaltungen 246, zusammen 23455. Die Gliederungsprozente der einzelnen Arten sind 11.4, 87.6 und 1.0. Unter den 23455 Haushaltungen waren nur 392 = 1.7% landwirtschaftliche Haushaltungen. Die durchschnittliche Größe der Familienhaushaltungen im allgemeinen betrug 3.4, die landwirtschaftlichen Familienhaushalte 4.9 Personen. Unter den nach der Zahl der zugehörigen Personen gruppierten Familienhaushaltungen zeigten jene mit 2 Per- sonen die größte Anzahl an Haushaltungen, jene mit 3 Personen die größte Anzahl an Personen. Im Gesamtgebiet lagen die Verhältnisse nicht anders. In Arzl und Igls treten wohl die Familien mit 4 Personen hervor, ohne daß sich aber dadurch das Gesamtbild änderte. In der Vergleichstabelle III/3 H, fällt vor allem die im Jahre 1934 verhältnismäßig geringe Anzahl von Einzelpersonen auf, sie ist auf eine engere Begriffsabgrenzung zurückzuführen. Im übrigen läßt sich eine Abnahme der durch- schnittlichen Größe der Familien- und Anstaltshaushaltungen feststellen. III/4. Entwicklung des Bevölkerungsstandes nach 1939 In den besprochenen Tabellen wurden, abgesehen von einer einzigen Ausnahme, ausschließlich Zahlen der allgemeinen Volkszählungen verwendet. Da die letzte Volkszählung im Jahre 1939 stattfand, ist die Frage naheliegend, wie sich seither die Entwicklung der Bevölkerung insbesonders während des Krieges und unmittelbar nach dem Zusammenbruch gestaltete. Zur Beantwortung dieser Frage ist das sta- tistische Amt auf drei Quellen angewiesen: die sogenannte Fortschreibung der Bevölkerungszahl für die Jahre 1942-46, die Personenstandsaufnahme vom De- zember 1945 und die Zahlen der vom städtischen Ernährungsamte in den einzelnen Perioden ausgegebenen Lebensmittelkarten. So verschieden Methode und Zweck dieser drei Arten der behelfsmäßigen Feststellung des Bevölkerungsstandes sind, so ergeben sie doch gerade im gegenseitigen Vergleich und in teilweiser Kombination brauchbare Resultate. Die Fortschreibung ist, wie schon eingangs erwähnt, eine Art Saldierung der Zu- und Abgänge an Personen und müßte, wie eine Buchführung, jederzeit ein richtiges Bild des Bevölkerungsstandes geben. In der Praxis aber zeigt es sich, daß den Meldeämtern nie alle Veränderungen bekannt werden, daß insbe- sonders die Abwanderungen schwerer zu erfassen sind als die Zuwanderungen. Dadurch entsteht ein Plus an Einwohnern, das in Wirklichkeit nicht vorhanden ist und das um so größer wird, je weiter sich die Fortschreibung von der letzten Zählung, von der sie ausging, entfernt. Unter normalen Verhältnissen nimmt man an, daß die Fortschreibung bis zu 5 Jahren noch brauchbare Ergebnisse liefert. Treten aber plötzlich umfangreiche Massenverschiebungen ein, wie z. B. nach dem Schrecken der Fliegerangriffe oder vor der Einnahme Wiens, verlieren ihre Ergebnisse rasch an Wert. Die erste Zahl mit der die im Herbst des Jahres 1941 geschaffene Adremastelle nach gewissenhafter Prüfung der vorhandenen Karteien in die Öffentlichkeit trat, war jene vom Dezember 1942 mit 100454 Einwohnern. 10) Abweichend hievon werden gegenwärtig in der Anleitung zur Ausfüllung der Haushalts- listen für die jährliche Personenstandsaufnahme wohl mehrere Familien mit selbständiger Wirtschaftsführung in einer Wohnung als eigene Haushalte angesehen, die alleinstehenden Untermieter aber ausnahmslos als ,,andere Wohnungsgenossen" mit den Hausgehilfinnen den zum Haushalt des Wohnungsinhabers gehörenden Personen zugezählt. 41 Die Personenstandsaufnahmen, deren Grundlage die von den Haushaltsvorständen auszufüllenden Haushaltslisten sind, kämen dem Volkszählungsverfahren am nächsten, aber es fehlt dabei das für eine genaue lückenlose Erfassung unentbehrliche Aufgebot von ehrenamtlichen Zählern. Bei der Volkszählung vom Jahre 1939 galt als Norm, daß auf einen Zähler nicht mehr als 30 Haushalte entfallen sollen. Bei Beachtung dieser Norm hätten in Innsbruck über 700 Zähler eingesetzt werden müssen. Bei der Personenstandsaufnahme vom Jahre 1945 oblag es den Beamten der Einwohnererfassungsstelle allein, die Haushaltslisten von säumigen Haus- besitzern einzuholen, rund 2700 Personen zu Auskünften und Richtigstellungen vor Amt zu laden und überdies unumgänglich nötige Erhebungen an Ort und Stelle selbst durchzuführen. Die Zahl der ausgegebenen Lebensmittelkarten gibt von der anwesenden Bevölkerung jedenfalls das verläßlichste Bild, besonders solange jedermann in Zeiten strenger Bewirtschaftung der wichtigsten Lebensmittel auf den Bezug der Lebensmittelkarten angewiesen ist. Die folgende Gegenüberstellung der aus der Tabelle III/4 entnommenen Haupt- resultate der behelfsmäßigen Ermittlungsarten gewährt einen Einblick in den durch den Krieg und seine unmittelbaren Folgen bedingten starken Wechsel im Bevölke- rungsstand und gleichzeitig in die Schwierigkeiten, die sich in so bewegter Zeit der Ermittlung verläßlicher Einwohnerzahlen entgegenstellen. In den Zahlen der Jahre 1945 und 1946 ist weder die Besatzung noch die zugehörige Zivilbevölkerung enthalten. Fortgeschriebene Bevölkerungszahl, Zahl der ausgegebenen Lebensmittelkarten, Personenstandsaufnahme 1945 Zahl der anwesen- vorüber- Zeitpunkt den, ständi- gehend ab- gen Ein- ständigen Ausländer Zahl der ausgegeb. Lebens- wesenden Einwohner darunter wohner Einwohner insgesamt mittel- karten Summe unter b oder dist größer oder kleiner als Summe unter fum % v. b oder d a b 0 d e f g 31. 12. 1942 88020 12434 100454 3223 86457 +1.8% 31. 12. 1943 89374 13491 102865 5173 85089 +4.8% 31. 12. 1944 79288 19986 99274 7935 74684 +5.8% 31. 12. 1945 Personenstands- aufnahme 1945 91704 7967 94694 - 3.3% 31. 12. 1946 97884 7790¹) 95992 +1.9 % 1) Darunter 4587,,personnes déplacées". Der Zustrom von Reichsdeutschen zu den zahllosen neugeschaffenen Amts- und Parteistellen und die beginnende Südtiroler-Umsiedlung trieb die Bevölkerungszahl schon 1939 und 1940 sprunghaft in die Höhe. Im Frühjahr 1941 kam noch die Ein- gemeindung von Arzl dazu. Wurde für das Jahr 1940 der Stand der Bevölkerung auf 91857 geschätzt, erachtete man auf Grund des von der Einwohner-, bzw. Adrema- stelle sortierten Materials für den Beginn der Rechnungsjahre 1941 und 1942 die Zahlen von 97083 und 99308 als zutreffend. Die erste fortgeschriebene Einwohner- zahl von 100454 wirkt daher nicht mehr überraschend. Zu beachten ist, daß in diesen Summen die vorübergehend abwesenden Personen, das sind in der damaligen Zeit 42 fast ausschließlich die zur Kriegsdienstleistung und zum Reichsarbeitsdienst Ein- berufenen, enthalten sind. Damit erklärt sich der auf den ersten Blick befremdend große Unterschied der fortgeschriebenen Zahl von den Zahlen der ausgegebenen Lebensmittelkarten. Vermindert man die Gesamtsumme (d) um die Summen der vorübergehend Abwesenden (c) erhält man Zahlen, die jenen der ausgegebenen Lebensmittelkarten sehr nahe kommen. Daß sie diese nach einem Jahr der Fort- schreibung nur um 1.8%, nach zwei Jahren um 4.8% und nach dem dritten Jahre schon um 5.8% überstiegen, ist auf den mehrfach erwähnten Mangel der Fortschrei- bung zurückzuführen. Daß die Abnahme der anwesenden Bevölkerung nach den ersten Fliegerangriffen von 1943 und 1944 aber von beiden Amtsstellen fast mit der selben Zahl ausgewiesen wird-Adremastelle = 10405, Ernährungsamt = 10086- bestätigt die Gewissenhaftigkeit der unter ungünstigsten Bedingungen geleisteten Arbeit. Das Jahr 1945 brachte neuen Zuzug aus dem Osten, besonders aus Wien, es kehrten die Innsbrucker, soweit sie noch ein Heim hatten, aus ihren Ausweich- quartieren zurück und auch die Heimkehrer kamen in großer Zahl. Gleichzeitig setzte die Rückwanderung der Reichsdeutschen ein. Als sich die fortgeschriebene Einwohnerzahl nach 43000 An- und Abmeldungen Ende 1945 der Zahl von 108000 näherte, entschloß man sich, das Ergebnis der Personenstandsaufnahme vom selben Jahr als neuen Ausgangspunkt für die Fortschreibung zu nehmen. Die Evident- haltung der vorübergehend abwesenden Einwohner wurde aufgelassen. Lag der Ausgangspunkt entsprechend dem auffallend schwachen Ergebnis der Personen- standsaufnahme unter der Zahl der ausgegebenen Lebensmittelkarten, stand die fortgeschriebene Zahl Ende 1946, wie im ersten Jahr der Fortschreibung, schon um 1.9% darüber. Da es zu dieser Zeit auch wieder Leute gab, die auf die Lebens- mittelkarten verzichten konnten, wurde nicht die Zahl der ausgegebenen Lebens- mittelkarten von 95992 sondern die größere, die fortgeschriebene Zahl von 97884 in der Tabelle III/2 B verwendet und der Besprechung zugrunde gelegt. Abgesehen von der Unterscheidung zwischen In- und Ausländern, konnte weder bei der Fort- schreibung noch bei der Personenstandsaufnahme eine Gliederung nach den üblichen Hauptmerkmalen vorgenommen werden. Nur die zum Lebensmittelkartenbezug Berechtigten, die beim Ernährungsamte ständig nach bestimmten Altersgruppen geführt werden, wurden in der letzten Kartenperiode des Jahres 1946 nach dem Geschlecht ausgezählt. Eingehende Gliederungen der Bevölkerung ohne maschinelle Sortierungs- und Zählmittel verursachen bei größerer Einwohnerzahl einen un- verhältnismäßig großen Arbeits- und Geldaufwand. Es wäre sehr wünschenswert, wenn noch in diesem Jahrzehnt in Anwendung des österreichischen Volkszählungs- gesetzes eine allgemeine Volkszählung angeordnet werden würde. F. 43 Tabelle III/1 Einwohnerzählungen in Innsbruck vor 1869 Jahr Einwohner 1567 5050 1632 5200 1655 5746 1761 9548 1768 10369 1808 9306 1812 10237 1826 10767 1837 10826 Anmerkung ohne Hofstaat und Klöster; erste überlieferte Volks- zählung unter Erzherzog Ferdinand. gezählt nach dem Beichtregister. Zählung unter Erzherzog Ferdinand Karl. Seelenzählung der St. Jakobspfarre. In einer Seelenbeschreibung vom Jahre 1765 wurden 4478 Seelen registriert. Dabei fehlten die Priester, die Adeligen, die landesfürstlichen und herrschaftlichen Beamten und die behausten und unbehausten Untertanen. Diese mitgerechnet ergab im Jahre 1768 die Summe von 10369. darunter 620 Studenten (Hochschüler und Gymnasiasten), 309 Handwerksburschen, 179 männliche und 953 weibliche Dienstboten; Zählung unter der Herrschaft Bayerns. ohne Militär; 1925 Familien. 4900 männliche, 5867 weibliche Einwohner, 2346 Familien, 1974 Dienstboten. 4884 männliche, 5942 weibliche Einwohner, 2298 Familien; ohne 2500 Mann Militär, 600 fremde Studenten und 6 Judenfamilien. ohne Militär und Studenten 1840 11417 1845 11787 ohne 615 Fremde. 1847 12308 ohne 744 Fremde. 1851 13148 ohne Militär. 1858 14224 8971 Einheimische, 5253 Nichteinheimische. Mitgeteilt vom Stadtarchiv. 44 Tabelle III/2 A Jahr und Stichtag Die Volkszählungen von 1869 bis 1939¹) Die Bevölkerung von Innsbruck nach dem Gebietsstand im Zeitpunkt der Zählung vom 1. April 19422) insgesamt männlich weiblich insgesamt männlich weiblich 1869, 31.12. 16324 7532 8792 25354 11865 13489 1880, 31. 12. 20537 10088 10449 32157 15743 16414 1890, 31. 12. 23320 11583 11737 38463 18964 19499 1900, 31. 12. 26866 13536 13330 49727 24665 25062 1910, 31. 12. 53194 26445 26749 65221 32447 32774 1920, 31. 1. 55650 26 394 29 256 69512 33214 36298 1923, 7. 3. 56401 26938 29463 70240 33751 36489 1934, 22. 3. 610054) 28555 32450 787974) 37 200 41597 1939, 17. 5.) 78 3954) 37269 41126 81710) 38921 42789 76526 35400 41126 79811 37022 42789 Quellen: Veröffentlichungen der k. k. statistischen Zentralkommission, des Bundesamtes für Statistik in Wien, des statistischen Reichsamtes in Berlin, des statistischen Amtes für die Alpen- und Donaureichsgaue in Wien, ergänzende Mitteilungen des Österreichischen statisti- schen Zentralamtes in Wien und eigene Erhebungen an Hand des Urmaterials. 1) Die Zählungen von 1869-1923 erfaßten die ortsanwesende Bevölkerung, jene von 1934 und 1939 die Wohnbevölkerung. 2) Seit 1. 4. 1942, dem Zeitpunkt der letzten Eingemeindungen, umfaßt das Stadtgebiet die Katastralgemeinden Innsbruck, Wilten, Pradl, Hötting, Mühlau, Amras, Arzl, Vill und Igls; die Zahlen in den letzten 3 Spalten der Tabelle sind Gesamtsumme der Einwohner auf dem Gebiete dieser 9 Katastralgemeinden im Zeitpunkt der Zählungen. 3) a = Wohnbevölkerung, b = Ständige Bevölkerung; nach der Begriffsbestimmung der Zählvorschriften von 1939 gehört zur Wohnbevölkerung die gesamte Bevölkerung, die am Zählort dauernd wohnt, also auch das Militär, das dort seinen Standort hat, die ihrer Dienst- pflicht genügenden Arbeitsmänner und die Arbeitsmaiden. Als ständige Bevölkerung gilt die Wohnbevölkerung ohne die ihrer Dienstpflicht genügenden Soldaten und Arbeitsmänner und ohne die Arbeitsmaiden. 4) Die Zahl der ortsanwesenden Bevölkerung betrug im Jahre 1934 nach dem Gebiets- stand im Zeitpunkt der Zählung 60934, nach dem Gebietsstand vom April 1942 78563, im Jahre 1939 80212, bzw. 83555 Einwohner. L 45 Tabelle III/2 B Die Entwicklung der Bevölkerung Innsbrucks und seiner Katastralgemeinden von 1869-1946 Katastralgemeinde-Fläche in km Zeitpunkt der Eingemeindung - Jahr Inns- bruck Inns- bruck 3.07 3.80 Wilten Pradl Hötting 6.74 Mühl- au Amras Arzl 19.01 44.00 11.02 4.91 Vill Igls 3.67 5.54 1. 4. Katastral- gemeinden zusammen 1. 1. 1904 1. 10. 1938 1940 1. 4. 1942 1869 16324 16324 2575 7961) 3484 683 5051) 607 162 218 25354 1880 20537 20537 4049 1000 4204 731 635 584 162 255 32157 1890 23 320 23320 6515 1247 4718 881 725 669 160 228 38463 1900 26866 26866 12452 1790 5693 1017 801 679 165 264 49727 1910 53194 31411 16438 5345 8171 1588 827 938 200 303 65221 1920 55 650¹) 31 201¹) 15973¹) 8476¹) 9503 1927 912 880 223 417 69512 1923 56401 1934 61005 30821 Ja 78395 31734 19392) 1946 31622 16188 17730 17733 13097 b 76526 30248 17716 12731 97884 32115 18891 21974 8591 12454 9330 1955 934 912 209 499 70240 1861 11376 2343 1351 11667 2379 1785 2327 265 11667 2379 1785 2327 265 693 79811 15544 2939 2028 2709 412 1272 97884 234 627 78797 723 81710 Quellen wie bei Tabelle III/2 A; die Zahlen für 1946 gründen sich auf die Fortschreibung der Einwohnerzahl. 1) Die Aufteilung der 1301 Einwohner der früheren Gemeinde Amras-Pradl auf die 2 Katastral- gemeinden Amras und Pradl und der 55650 Einwohner von Innsbruck auf die Katastralgemeinden Innsbruck, Wilten und Pradl ist berechnet. 2) 1939 a = Wohnbevölkerung, 1939 b = Ständige Bevölkerung. 46 Tabelle III/3 A Das Geschlechtsverhältnis der Bevölkerung von Innsbruck an den Stichtagen der Volkszählungen von 1869-1939 1869 1880 1890 1900 1910 1920 1923 1934 & 1939¹) b Von 1000 Einwohnern waren Männer Frauen Auf 1000 Männer entfielen Frauen 461 491 496 504 497 474 479 468 475 462 539 509 504 496 503 526 521 532 525 538 1167 1035 1013 984 1011 1108 1093 1136 1105 1161 1) a Wohnbevölkerung, b = Ständige Bevölkerung. Zieht man den Gebietsstand vom 1.4. 1942 in Betracht, ergeben sich für 1939 folgende Zahlen: a) für die Wohnbevölkerung b) für die Ständige Bevölkerung 476, 524, 1100 463, 537, 1159. Tabelle III/3 B Die Ständige Bevölkerung von Innsbruck nach dem Familienstand am 17. 5. 1939 Gebietsstand vom 17. 5. 1939 Familienstand insgesamt % männlich¹) % weiblich¹) % Ledig 37717 49.3 17683 50.0 20034 48.7 Verheiratet 31 609 41.3 15943 45.0 15666 38.1 Verwitwet 5428 7.1 1022 2.9 4406 10.7 Geschieden 1772 2.3 752 2.1 1020 2.5 Insgesamt 76526 100 35400 100 41126 100 Mitgeteilt vom Österreichischen Statistischen Zentralamt; für die Darstellung des Gebiets- standes vom 1. 4. 1942 fehlen die Unterlagen. 1) Das prozentuelle Verhältnis der Geschlechter zueinander ist bei den Ledigen 46.9%:53.1%, bei den Verheirateten 50.4%:49.6%, bei den Verwitweten 18.8% : 81.2% und bei den Ge- schiedenen 42.2%:57.6%. 47 Tabelle III/3 C Die Ständige Bevölkerung von Innsbruck, Arzl, Vill und Igls nach Altersgruppen. am 17. 5. 1939 Altersgruppen Innsbruck Gebietsstand 1939 Arzl Vill Igls Summe (Innsbruck, Ge- bietsstand 1942) Jahrgangs- in Jahren ins- männl. gesamt weiblich männl. m. m. insges. weibl. insg. insg. W. W. ins- gesamt weiblich männl. gruppen 2368 132 11 unter 6 4646 266 21 2278 134 1582 78 6 bis unter 10 3158 144 12 1576 66 1795 66 10 bis unter 14 3539 150 17 1744 84 1092 30 14 bis unter 16 2171 64 11 1079 34 1157 41 16 bis unter 18 2505 76 13 1348 35 934 33 18 bis unter 20 2443 69 1509 36 10 10 269 5 20 bis unter 21 785 13 - 516 8 - 1764 43 21 bis unter 25 3917 98 15 2153 55 3873 110 25 bis unter 30 7896 228 20 4023 118 20 3670 140 30 bis unter 35 7531 273 25 3861 133 3408 130 35 bis unter 40 6958 244 26 3550 114 2539 80 40 bis unter 45 5711 149 15 3172 69 2306 66 45 bis unter 50 5295 137 16 2989 71 2306 63 50 bis unter 55 5219 115 15 2913 52 2180 51 55 bis unter 60 4697 93 10 2517 42 1758 37 60 bis unter 65 3970 80 16 2212 43 2399 68 65 und darüber 6085 128 23 3686 60 HDT598 65 1282 || 388 ROTAT8825130 47 10 41 25 2563 4980 22 2444 1939/1934 7 32 19 36 17 22 22 11 23 25 10 46 12 12 86 11 67 14 18 62 49 7 43 9 7 44 41 24 11 36 RARE BASE OR TREAT 13 1680 3346 1933/1930 1666 19 1889 3742 1929/1926 1853 8 1136 2268 14 1132 1925/1924 12 1221 2617 11 1923/1922 1396 10 985 2547 15 1921/1920 1562 1 275 808 1919 9 533 14 1824 4076 32 2250 1918/1915 36 4031 8230 1914/1910 50 4199 30 3851 7896 37 4045 1909/1905 29 3585 7290 1904/1900 33 3705 22 2646 5924 1899/1895 27 3278 17 2396 5491 1894/1890 26 3095 19 2395 5393 25 2998 1889/1885 23 2262 4841 1884/1880 18 2579 11 1811 4090 1879/1875 13 2279 19 2499 6272 1874 u. ält. 17 3773 35400 1173 141 308 37022 Insgesamt 76526 2327 265 693 79811 41126 1154 124 385 42789 Quellen: Volkszählung 1939 (Tabelle 4b) und Auskünfte des Österreichischen Statistischen Zentralamtes in Wien über Arzl, Vill und Igls. 48 lsda aim loud Tabelle III/3 D Die Ständige Bevölkerung von Innsbruck, Arzl, Vill und Igls nach Wirtschaftsabteilungen und der Stellung im Beruf am 17. 5. 1939 a) Gliederung nach Wirtschaftsabteilungen Innsbruck Arzl Vill Igla Summe (Innsbruck, Wirtschafts- abteilung Gebietsstand 1939 Gebietsstand 1942) ins- männl. % gesamt weiblich insges. m. insg. m. insg. m. insges. % W. W. W. männl. weiblich 1. Land- und 959 167 58 67 1251 Forstwirtschaft 1862 2.4 368 111 121 2462 3.1 903 201 53 54 1211 2. Industrie und 10453 602 39 67 11 161 19 304 25.3 1055 59 131 20549 25.7 Handwerk 8851 453 20 64 9388 3. Handel und Verkehr 9732 172 19 82 10005 21 228 27.7 375 40 220 21863 27.4 11496 203 21 138 11858 4. Öffentl. Dienst 7824 108 8 62 8002 und private 15304 20.0 210 13 108 15635 19.6 7480 102 5 46 7633 Dienstleistungen 5. Häusliche 66 1 1 68 2843 3.7 50 4 Dienste 2777 49 6. Selbständige 6366 123 15985 20.9 269 38 Berufslose 9619 146 12 34 2931 3.7 33 2863 17 29 6535 79 16371 20.5 21 50 9836 Insgesamt 76 526 100 35400 41 126 1173 141 308 37 022 2327 265 693 79 811 100 1154 124 385 42789 b) Gliederung nach der Stellung im Beruf Innsbruck Stellung im Beruf (Soziale Stellung) Arzl Vill Igls Gebietsstand 1939 Summe (Innsbruck, Gebietsstand 1942) ins- gesamt männl. % weiblich insges. m. m. insg. insg. W. W. m. W. inages. % männl. weiblich 4305 172 42 86 1. Selbständige 2. Mithelfende Angehörige 8444 11.0 290 65 157 8956 11.2 4139 118 23 71 E 4605 4351 213 38 13 20 284 1311 1.7 170 44 65 1590 2.0 1098 132 31 45 1306 6745 100 10 39 6894 3. Beamte 11833 15.5 187 18 65 12103 15.2 5088 87 8 26 5209 6881 115 10 39 7045 4. Angestellte 16027 20.9 228 17 80 16352 20.5 9146 113 7 41 9307 10890 625 49 95 11659 5. Arbeiter 22926 30.0 1183 83 247 24439 30.6 12036 558 34 152 12780 6. Selbständige 6366 123 17 29 6535 15985 20.9 269 38 79 16371 20.5 Berufslose 9619 146 21 50 9836 Insgesamt 76 526 100 35400 1173 141 308 37022 2327 265 693 79811 100 41126 1154 124 385 42789 Quellen: Volkszählung 1939, Tabelle Bz 4b, Mitteilungen des Österreichischen Statistischen Zentralamtes über Arzl, Vill und Igls. 49 Tabelle III/3 E Die Erwerbspersonen und selbständigen Berufslosen in Innsbruck mit ihren Ange- hörigen ohne Hauptberuf nach Wirtschaftsabteilungen und der Stellung im Beruf am 17. 5. 1939 a) Gliederung nach Wirtschaftsabteilungen Erwerbspersonen Angehörige Summe Wirtschaftsabteilung männlich männlich (Ständ. insgesamt % weiblich insgesamt Bevölk.) weiblich 1. Land- und 743 216 1277 3.4 585 1862 Forstwirtschaft 534 369 2. Industrie und 8450 2003 11388 30.6 7916 19304 Handwerk 2938 5913 7470 2262 3. Handel und Verkehr 12557 33.7 8671 21 228 5087 6409 4. Öffent. Dienst und 6202 1622 9284 24.9 6020 15304 priv. Dienstleistungen 3082 4398 41 25 5. Häusliche Dienste 2768 7.4 75 2843 2727 50 22906 6128 Summe von 1-5 37 274 100 23267 60541 14368 17139 6. Selbständige Berufslose 5321 1045 10645 5340 15985 5324 4295 28227 7173 Insgesamt 47919 28 607 76526 19692 21434 Stellung im Beruf b) Gliederung nach der Stellung im Beruf Erwerbspersonen Angehörige Summe (Soziale Stellung) insgesamt % männlich weiblich männlich (Ständ. insgesamt weiblich Bevölk.) 3114 1191 1. Selbständige 4276 11.5 4168 8444 1162 2977 2. Mithelfende 200 13 1231 3.3 80 1311 Angehörige 1031 67 5090 1655 3. Beamte 5538 14.8 6295 11833 448 4640 5569 1312 4. Angestellte 10617 28.5 5410 16027 5048 4098 8933 1957 5. Arbeiter 15612 41.9 7314 22926 6679 5357 22906 6128 Summe von 1-5 37274 100 23 267 60541 14368 17139 6. Selbständige 10645 Berufslose 5321 5324 1045 5340 15985 4295 Insgesamt 47919 28227 19692 7173 28 607 76526 21 434 Quelle: Volkszählung 1939, aus Tabelle Ba 4b. Für die Darstellung der Erwerbspersonen von Aral, Vill und Igls, somit des Gesamtgebietsstandes, fehlen die Unterlagen. JA 50 Tabelle III/3 F Die Bevölkerung von Innsbruck nach der Sprach- oder Volkszugehörigkeit an den Stichtagen der Volkszählungen von 1910, 1934 und 1939 31. 12. 1910¹) 22. 3. 19342) 17. 5. 1939³) Deutseh 47992 Deutsch 60175 Böhmisch, Tschechisch 43 Deutsche Volks- und Sprachangehörige 76944 Mährisch, Slowakisch 18 Personen mit fremder Mutter- Slowakisch 54 Slowenisch 28 sprache und Bekenntnis zur Polnisch 122 deutschen Volkszugehörigkeit 538 Kroatisch 12 Ruthenisch 219 Magyarisch 57 Slowenisch 52 Fremdvölkische Personen Volljuden 704 53 Zigeuner 1 Italienisch, Jüdische Mischlinge Andere 507 Ladinisch 983 1. Grades 94 Unbekannt 164 Andere 172 Jadische Mischlinge 2. Grades 62 Zusammen 49594 Zusammen 61005 Zusammen 78395 Quellen: Volkszählungsbuch 1910, Ergebnisse der Volkszählung vom 22. 3. 1934, Tirol, bearbeitet vom Bundesamt für Statistik, Statistische Übersichten für den Reichsgau Tirol mit Vorarlberg vom Statistischen Amt für die Reichsgaue der Ostmark (1941). 1) Anwesende Bevölkerung = 53194, davon waren 49594 österreichische Staatsbürger und 3600 staatsfremde Personen; nur die österreichischen Staatsbürger wurden nach ihrer,,Um- gangssprache" gegliedert. 2) Wohnbevölkerung. 3) Wohnbevölkerung nach dem Gebietsstand Innsbruck im Zeitpunkt der Zählung; eine Ergänzung auf den um Arzl, Vill und Igls vermehrten Gebietsstand vom 1. 4. 1942 an war nicht möglich, da in überwiegend reinsprachigen Gebieten die Zahlen über das,,Volkstum" nicht für die einzelnen Gemeinden, sondern nur für die Stadt- und Landkreise im ganzen erhoben wurden. An Juden sind in den 3 genannten Katastralgemeinden am 17. 5. 1939 1 Volljude und 3 Mischlinge 1. Grades gezählt worden. 51 Tabelle III/3 G, Die Ständige Bevölkerung von Innsbruck, Arzl, Vill und Igls nach der Religions- zugehörigkeit am 17. 5. 1939 Innsbruck Gebietsstand 1939 Arzl Vill Igls Bekenntnis Summe (Innsbruck, Gebietsstand 1942) inages. % männl. weiblich insges. m. m. m. männl. insg. weibl. insg. insges. % W. W. weibl. 1. Angehörige der röm.-kath. 30779 1083 135 244 32241 68036 88.90 2165 256 558 71015 88.98 Kirche u. der unierten Kirchen 37257 1082 121 314 38774 2. Angehörige 2083 4353 5.69 85 evangel. Kirchen 2270 125 3. Übrige Christen 268 0.35 2 143 3211 43 4 42 2 5 4. Glaubensjuden 15 0.02 10 5. Angehörige son- stiger nicht christlicher Reli- 18 11 18 0.03 1 - 7 II II - J 311 || 1 103 1 T 4811 45 2174 4545 5.70 58 2371 127 273 0.34 146 5 15 0.02 10 11 18 0.02 17 gionsgesellach. 2087 43 6. Gottgläubige 3338 4.36 71 1251 281 7. Glaubenslose 444 0.58 4 163 29 8. Ohne Angabe 54 0.07 25 21 2831 | | 18 2150 3 30 3442 4.31 12 1292 1 285 1 449 0.56 164 29 54 0.07 25 Insgesamt 76526 100 35400 41126 1173 141 308 37 022 2327 265 693 79811 100 1154 124 385 42789 Quellen: Volkszählung 1939, Tabelle 5 und Mitteilungen des Österreichischen Statistischen Zentralamtes über Arzl, Vill und Igls. 52 681 Tabelle III/3 G, Die Bevölkerung von Innsbruck nach der Religionszugehörigkeit an den Stichtagen der Volkszählungen von 1910, 1934 und 1939 31. 12. 1910¹) 22. 3. 19342) Bekenntnis Zahl % Zahl % 17. 5. 1939³) Zahl % Römisch-katholisch 50856 95.6 57025 93.5 Griechisch-katholisch 255 0.5 68036 88.9 Altkatholisch 14 0.1 148 0.2 Evangelisch A. B. 1386 2.6 2693 4.1 4353 5.7 Evangelisch H. B. 115 0.2 97 0.2 Israelitisch 384 0.7 317 0.6 15 0.0 Andere Bekenntnisse 114 0.2 147 0.3 286 0.4 Gottgläubig 3338 4.3 Ohne Bekenntnis 70 0.1 535 1.0 444 0.6 Unbekannt 43 0.1 54 0.1 Insgesamt 53194 100 61005 100 76526 100 Quellen: Volkszählungsbuch 1910, Ergebnisse der österreichischen Volkszählung vom 22.3.1934 Hon bearbeitet vom Bundesamt für Statistik, Tirol, Volkszählung 1939, Tabelle 5. 1) Anwesende Bevölkerung; das Stadtgebiet bestand aus den Katastralgemeinden Inns- bruck, Wilten und Pradl. 2) Wohnbevölkerung, Stadtgebiet wie 1910. ) Ständige Bevölkerung; das Stadtgebiet bestand aus den Katastralgemeinden Innsbruck, Wilten, Pradl, Hötting, Mühlau und Amras. Tabelle III/3 H₁ Die Wohnbevölkerung von Innsbruck, Arzl, Vill und Igls nach Haushaltungen am 17. 5. 1939 a) Einzel-, Familien- und Anstaltahaushaltungen Innsbruck Arzl Vill Gebietsstand 1939 Igls Summe (Innsbruck, Gebietsstand 1942) Haus- Art der Haushaltungen hal- tungen Per- sonen Personen je Haus- halt im Ø Per- sonen Haus- hal- tungen Per- sonen Personen je Haus- halt im 0 insges. insges. insg. davon davon davon landw. landw. landw. insg. davon landw. insges. insges. insges. davon davon davon landw. landw. landw. Einzel- 2666 2666 1 59 59 haushaltungen 23 23 1 4 4 Familien- 20543 69501 3.4 624 2242 58 haushaltungen 364 1793 4.9 76 376 21 Anstalts- 246 6228 haushaltungen 5 49 25.3 9.8 5 26 121 9 9 22 22 2 2 238 148 546 106 23 101 2756 29 21 373 484 2756 29 112 72527 3.4 2376 4.9 18 16 155 1 12 269 6427 23.9 6 61 10.1 23455 Insgesamt 392 78395 1865 4.7 80 380 3.3 688 2327 69 265 186 723 21 106 26 115 24 398 519 81710 3.3 2466 4.7 53 CREAT lb des ad eres bair remov b) Die Familienhaushaltungen nach ihrer Größe Innsbruck Gebietsstand 1939 Arzl Vill Igls Summe (Innsbruck, Gebietsstand 1942) Familien- haushaltungen mit Personen Haus- haltungen Haus- Personen hal- tung. Per- sonen Haus- hal- Per- sonen tung. Haus- hal- tung. Per- Haus- sonen haltungen Personen 13324 189 378 19 23 73 146 10 20 6158 18474 164 492 10 65 195 14 42 3996 15984 129 516 4 50 200 11 44 2105 10525 67 335 5 48 240 12 60 902 5412 33 198 6 42 252 10 60 368 2576 26 182 7 28 196 10 70 173 1384 9 72 8 14 112 5 40 90 810 4 36 6 22 198 2 18 40 400 1 10 10 9 90 1 10 19 209 1 11 11 5 55 30 403 12 und mehr 8 109 11 12 12 030474833|||||| insgesamt insgesamt insges. insges. insges. insges. insges. insges. insgesamt insgesamt davon davon davon davon davon davon davon davon davon landw. landw. landw. landw.landw. landw. landw. landw. 6662 davon landw. landw. 38 43 86 6913 13826 6 7 14 93 186 30 37 111 6369 19107 12 2 6 85 255 28 34 136 4166 16664 16 6 24 71 40 16 80 2196 284 10980 18 18 -- 5 61 305 7 42 945 5670 3 18 58 348 49 3 21 404 2828 5 35 1 7 44 308 24 4 32 189 1512 8 1 8 21 168 2 18 96 864 1 9 25 225 2 20 43 430 1 10 11 110 11 21 231 11 6 66 31 415 9 121 20543 69501 624 Insgesamt 364 1793 76 2242 58 238 376 21 106 148 546 21373 72527 23 101 484 2376 Quellen: Volkszählung 1939, Tabelle Hz 1, und Mitteilungen des Österreichischen Statistischen Zentral- amtes über Arzl, Vill und Igls. 0. 54 Tabelle III/3 H₂ Vergleich der Haushaltungen in Innsbruck nach den Ergebnissen der Volkszählungen von 1934 und 1939. 22. 3. 1934 17.5.1939 Gebietsstand 1939 Gebietsstand 1942 Art der Haushaltungen Haus- Per- hal- tungen sonen Personen Haus- je Haus- halt im Personen Haus- Per- Ø hal- tungen sonen je Haus- halt im hal- tungen Per- sonen Personen je Haus- halt im Ø Einzel- 1115 1115 1 2666 2666 1 2756 2756 1 haushaltungen Familien- 14783 55024 3.7 20543 69501 3.4 21373 72527 3.4 haushaltungen Anstalts- 145 4866 33.5 246 6228 25.3 269 6427 23.9 haushaltungen Insgesamt 16043 61005 3.8 23455 78395 3.3 24398 81710 3.3 Quellen: Ergebnisse der Volkszählung vom 22. 3. 1934, Tirol, bearbeitet vom Bundesamt für Statistik, und Volkszählung 1939, Tabelle Hz 1. 55 96 Entwicklung des Bevölkerungsstandes von Innsbruck nach 1939 Schätzungszahlen, fortgeschriebene Einwohnerzahl, Zahl der ausgegebenen Lebensmittelkarten, Personenstandsaufnahme 1945 Fortgeschriebene Einwohnerzahl Ausgegebene Lebensmittelkarten Personalstandsaufnahme 1945 Schätzungszahlen Tabelle III/4 davon Zeit- punkt Zeit- Gesamt- Zahl vorüber- punkt zahl gehend abwesend an- wesend Zahl der jährlichen An- u. Ab- meldungen - In der Periode Zahl von bis 1. 4. 918571) 1940 1.4. 97083) 1941 20. 10. bis 16.11.1941 83122 1. 4. 1942 99 3081) 31.12. 1942 16. 11. bis 100454 12434 88020 86457 13. 12. 1942 31. 12. 102865 13491 89 374 29161 1943 13.12.43 bis 9.1.1944 85089 K.-G. Innsbruck 30089 31. 12. 99274 19986 79288 33066 1944 11.12.44 bis 7.1.1945 74684 K.-G. Wilten 17699 K.-G. Pradl 20587 31. 12. 91704³) 43176 1945 10.12.45 bis 6.1.1946 K.-G. Hötting 14563 94694 91 704 K.-G. Mühlau 2752 K.-G. Amras 1900 K.-G. Arzl 2538 31.12. 97884 40662 1946 9.12.46 bis 5.1.1947 95992³) K.-G. Vill 385 K.-G. Igls 1191 Quellen: Adremastelle, Einwohnererfassungsstelle, Ernährungsamt. 1) Einschließlich der vorübergehend Abwesenden. ) Ergebnis der Personenstandsaufnahme 1945. 3) 43629 Männer, 52363 Frauen; 1901 Selbstversorger. IV. Bevölkerungsbewegung IV/1. Die natürliche Bevölkerungsbewegung von 1905-1946 Die vom Jahre 1905 bis zur Gegenwart vorliegenden Daten über die Bewegung der Bevölkerung Innsbrucks müssen in zwei Abschnitten getrennt betrachtet werden, und zwar von 1905 bis 1934 und von 1935 bis 1946, da im ersten Abschnitt bei der Aufzeichnung der Bevölkerungsvorgänge zwischen ortsansässigen und orts- fremden Personen noch nicht unterschieden wurde. Diese Frage spielt deshalb eine große Rolle, weil in Innsbruck bis zum Ende des ersten Weltkrieges eine Landes- gebäranstalt bestand, die aus Nord- und Südtirol Frauen zum Entbinden aufnahm, weiters vor und nach dem ersten Weltkrieg das Allgemeine Krankenhaus in Innsbruck Frauen aus ganz Tirol, vor allem aber aus dem weiteren Umkreis von Innsbruck, die geburtshilfliche Abteilung aufsuchten und auf den übrigen Kliniken Patienten aus dem ganzen Lande behandelt wurden. Für die erste Zeitspanne von 1905 bis 1934 kann daher die echte Bevölkerungsbewegung nicht nach Geburtenüberschuß und Wanderungsbewegung nachgewiesen werden, da getrennte Aufzeichnungen über die ortsansässige und ortsfremde Bevölkerungsbewegung fehlen. Vom Jahre 1935 an erfolgte in der Statistik die Aussonderung der ,,Ortsfremden", so daß eine Beobachtung der Entfaltung der ortsansässigen Bevölkerung möglich war. Nach der Errichtung des Statistischen Amtes der Stadt Innsbruck Ende 1939 konnte ab 1941 das in den Meldungen des Standesamtes und städtischen Gesundheitsamtes ent- haltene Zahlenmaterial ausgewertet und statistisch aufgegliedert werden. Die natürliche Bevölkerungsbewegung umfaßt die Eheschließungen, Geburten und Sterbefälle. Die Tabelle IV/1 A enthält diese Daten für die Jahre 1905 bis 1934, sie schließt damit auch die ortsfremden Personen ein; die Tabelle IV/1 B umfaßt die Daten für die Jahre 1935 bis 1946, wobei die Ortsansässigen getrennt ausgewiesen sind. Als ortsansässig werden Personen betrachtet, die ihren Wohnsitz seit wenigstens 2 Monaten in Innsbruck innehaben. IV/2. Eheschließungen Durch die Einführung der Standesämter im Jahre 1938, vor denen alle Ehen seither zur Erlangung der staatlichen Gültigkeit abgeschlossen werden müssen, ist die genaue Zählung der Eheschließungen nach verschiedenen Merkmalen erleichtert worden. Die Tabellen IV/1 A und B enthalten die Grundzahlen der Eheschließungen von 1905 bis 1946. Die Tabelle IV/2 A bringt die Zahlen der Eheschließungen im Standesamte Innsbruck in den Jahren 1941 bis 1946 und die Unterscheidung der Eheschließenden in ortsansässige und ortsfremde¹), die Tabelle IV/2 B gliedert die 1) Die Anzahl der vor dem Standesamt Innsbruck abgeschlossenen Ehen stimmt mit den in den Statistischen Nachrichten des Österreichischen Statistischen Zentralamtes ange- führten Ziffern nicht überein, weil dieses Amt die Eheschließungen nach dem Wohnbezirk des Bräutigams zählt, während das Statistische Amt der Stadt Innsbruck als örtliches statisti- sches Amt alle Ehen zählt, die vor dem Standesamt Innsbruck abgeschlossen werden. 57 58 Eheschließungen, Lebendgeborene und Gestorbene in Innsbruck Ortsansässige und Ortsfremde Lebendgeborene und Gestorbene Ortsansässige 2000- Geburten 1600· 1200 Sterbefälle 800- 400- 1905 Eheschließungen 1915 1925 1935 Diagramm Nr. 6 2400 2000 1600 1200 300 400 1946 1935 1926 bandh Eheschließenden nach dem Alter. Im Diagramm Nr. 6 sind die Zahlen dieser beiden Tabellen bildlich verwertet; die punktierte Kurve dieses Diagramms veranschaulicht die Entwicklung der Eheschließungen in Innsbruck in den letzten 4 Dezennien. Der Wechsel der Höhepunkte und Tiefstände entspricht dem Geschehen dieser Zeit- spanne. Die Wirkungen des ersten Weltkrieges, die rasch welkende Scheinblüte der Nachkriegswirtschaft, Inflation, Arbeitslosigkeit, politische Wirren und der mächtige materielle und psychische Auftrieb der Jahre 1938 und 1939 sowie der katastrophale Sturz während des zweiten Weltkrieges sind wie von einem Filmband abzulesen. Die geringste Anzahl von Ehen-341-wurde im Jahre 1915, die größte 2091- im Jahre 1939 geschlossen, im Jahre 1945 wurden 576 Eheschließungen ausgewiesen. Das Jahr 1946 brachte endlich den Umschwung; am Ende dieses Jahres stand man mit 970 Ehen wieder dort, wo man im Jahre 1921 war, zu einer Zeit, als die Stadt noch 56000 Einwohner zählte. Die jährlichen Eheschließungsziffern, d. s. die Zahlen der insgesamt geschlossenen Ehen auf 1000 der Bevölkerung (siehe Tabelle IV/2 A), der Jahre 1941 bis 1943 und 1946 liegen zum Teil weit über dem österreichischen Durchschnitt, der in den Jahren 1926 bis 1935 6.5%00 bis 7.5%/00 und im Jahre 1946 bei einer Einwohnerzahl von 7 Millionen für Österreich 9% betrug. Nur in den Jahren 1944 und 1945 ging die Eheschließungsziffer ungefähr auf den österreichischen Vorkriegsdurchschnitt zurück. Die Eheschließungsziffer für das Land Tirol erreichte im Jahre 1946 7.6% 00- Demnach werden in Innsbruck mehr Ehen eingegangen, als durchschnittlich in Österreich oder Tirol. Die Ursache hiefür mag in der Anziehungskraft der größeren Stadt liegen. Wie die gleiche Tabelle erkennen läßt, ist bis zum Jahre 1946 die Zahl der ortsansässigen Frauen, die eine Ehe eingehen, größer als die der ortsansässigen Männer, d. h. viele Innsbrucker Mädchen heiraten weg. Das umgekehrte Bild zeigt dieselbe Tabelle für die ortsfremden Männer, deren Zahl bei weitem die der Frauen überragt. Die meisten Ehen werden laut Tabelle IV/2 B im allgemeinen von den Männern der Altersgruppen von 25 bis 35 Jahren, von den Frauen der Gruppen von 20 bis 30 Jahren geschlossen. Es fällt auf, daß während der Jahre 1941 bis 1943 in den Alters- gruppen von 20 bis unter 25 und 25 bis unter 30 Jahren viel mehr Ehen von orts- fremden Männern eingegangen wurden, als von ortsansässigen; ab 1944 treten die ortsansässigen Männer in den Vordergrund. In den Altersgruppen von 30 bis 35 Jahren halten sich die Zahlen der Ortsansässigen und Ortsfremden ungefähr die Waage, während in den späteren Altersgruppen die ortsansässigen Männer weitaus die Mehrzahl bilden. Der Grund dieser altersmäßigen Überfremdung der jüngeren männlichen Jahrgänge dürfte einerseits im Wehrdienst der ortsansässigen Männer, andererseits in der starken Beschäftigung ortsfremder Personen in der Kriegswirt- schaft zu finden sein. Bei den Frauen tritt diese Erscheinung nicht auf, bei ihnen überwiegen durchaus die Ortsansässigen. Von Interesse sind die Verhältniszahlen nach dem Familienstande und dem Religionsbekenntnis gemäß der Tabelle IV/2 C. Danach waren von den eheschließen- den Männern ungefähr drei Viertel, von den Frauen vier Fünftel bei Eingehen der Ehe ledig. Die Betrachtung der Tabelle zeigt, daß 95% der Brautleute sich zu einer Religion, darunter 84.38% zur katholischen Religion bekannten, dagegen 5% der- selben sich als bekenntnislos ausgaben. Die verhältnismäßig große Zahl der griechisch- katholischen Ehen hängt mit den zahlreichen,,Versetzten Personen", die im Jahre 1946 noch in Tirol lebten, zusammen. Die Tabelle IV/2 D gibt die Ziffer der Ehe- schließungen nach der Staatsangehörigkeit der Brautleute wieder. Die Südtiroler mit Einbürgerungsscheinen wurden dabei weisungsgemäß als Österreicher eingereiht; 59 die Anzahl der Ehen zwischen den Angehörigen der französischen Besatzungsmacht und Österreichern ist bemerkenswert, ebenso die Ehen polnischer Staatsangehöriger, die als,,Versetzte Personen" hier lebten. Über die Ehescheidungen liegen in den Jahren bis 1946 keine Daten vor. IV/3. Geburten Laut Tabelle IV/1 A weist der Zeitraum von 1905 bis 1934 mit Ausnahme des Jahres 1918 durchaus Geburtenüberschüsse der ansässigen und ortsfremden Be- völkerung auf. Das Jahr 1915 bringt eine sehr ernst zu nehmende Wendung. Von den ungewöhnlich hohen Geburtenzahlen der Jahre 1912 bis 1914 sinkt der Geburten- überschuß auch nach dem Kriegsende auf weniger als 1/3 des Überschusses der Jahre 1905 bis 1909 ab und konnte sich selbst nach der Rückkehr der Soldaten aus der Kriegsgefangenschaft des ersten Weltkrieges nicht mehr wesentlich verbessern. Die steigende Zahl der Arbeitslosen bewegt sich in den folgenden Jahren im umge- kehrten Verhältnis zu den niedrigen Geburtenziffern. Die Jahre 1930 bis 1937 weisen den höchsten Stand an Arbeitslosen, dagegen den geringsten an Geburten auf. Im Jahre 1934 erreichte die Geburtenzahl nicht einmal ein volles Tausend. Die wirtschaftliche Unsicherheit brachte eine weitgehende Einschränkung der Geburtenfreudigkeit in der Stadt. Der Verlauf der Geburtenkurve und der Kurve der Sterbefälle im Diagramm Nr. 6 bestätigen diese Ausführungen; die Flächen zwischen beiden Kurven soweit sie über der Sterbekurve liegen, schraffiert, soweit sie darunter liegen, schwarz angelegt - treten als Geburten-, bzw. Sterbe- überschuß augenfällig in Erscheinung. Ab dem Jahre 1935 scheiden das städtische Gesundheitsamt und ab 1941 das Standesamt der Stadt Innsbruck in den Ausweisen über die Bevölkerungsbewegung die Bevölkerung nach Ortsansässigen und Ortsfremden. Der Zeitraum von 1935 bis 1946 weist in der Tabelle IV/1 B, Spalte,, Geborenen-, bzw. Gestorbenen-Überschuẞ" an Ortsansässigen und Ortsfremden zusammen durchaus ein positives Vorzeichen auf, allerdings sind die Zahlen recht uneinheitlich. Der Überschuß steigt, wie auch aus den Kurven im Diagramm Nr. 6 ersichtlich ist, von 1935 bis 1938 leicht aber stetig an, erhöht sich nach dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich im Jahre 1939 um fast das Siebenfache des Jahres 1937 und erreicht im Jahre 1941 den Höhepunkt, um in den folgenden Kriegsjahren auf einen Tiefstand zu sinken, der im Jahre 1946 endlich überwunden erscheint. Anders gestaltet sich die gleich- artige Spalte des Geburtenüberschusses der Ortsansässigen. Die Jahre 1935 bis 1938 schließen mit einem Geburtenabgang ab, d. h. es gab mehr Särge als Wiegen in unserer Stadt, wohl eine Folge der großen Arbeitslosigkeit jener Jahre. Nach der Einverlei- bung Österreichs in das Deutsche Reich gehen die Minuszeichen entsprechend der Zahl der Lebendgeborenen in Pluszeichen mit ansehnlichen Geburtenüberschüssen über, sinken aber bis 1945 auf eine kleine Zahl ab. Das Jahr 1946 kann dann in ruhi- gerer Zeit wieder einen Geburtenüberschuß von 812 Kindern buchen, der nur vom Geburtenüberschuß der Jahre 1941 und 1942 übertroffen wird. Der Geburtenüber- schuß der ortsansässigen und ortsfremden Bevölkerung erreicht in den Jahren 1905 bis 1946 die Summe von 21090 Personen. Für die Beziehung der Einwohnerzahl zur Anzahl der jährlichen Geburten wird die Geburtenziffer ermittelt, d. h. die Zahl der Geburten auf 1000 Einwohner. In der Tabelle IV/3 A sind die Geburtenziffern Innsbrucks niedergelegt; die Tabelle gestattet einen Vergleich mit den Geburtenzahlen Österreichs, Deutschlands, der Schweiz und der Tschechoslowakei. Die Geburtenziffern von Innsbruck liegen bald 60 höher, bald niedriger als diese von Österreich. Die auffallend niedrige Ziffer des Jahres 1944 läßt sich aus dem Kriegsgeschehen und der Flucht werdender Mütter aus der oftmals von Fliegern heimgesuchten Stadt erklären. Beim Vergleich der Geburtenziffern mit anderen Städten Österreichs zeigt es sich, daß im Jahre 1946 die Geburtenziffer in Innsbruck mit 17.5000 niedriger lag als diese von Linz mit 19.3000, aber höher als die österreichische Geburtenziffer mit 16.8%00- Von Interesse ist auch die Verschiebung des Verhältnisses der Geburten orts- ansässiger und ortsfremder Mütter. Stand die Zahl der Geburten ortsansässiger Mütter zu der ortsfremder in den Jahren 1935 bis 1938 durchschnittlich im Verhältnis von 51% zu 49%, änderte sich dasselbe während der Zeit der Zugehörigkeit Öster- reichs zum Deutschen Reich in den Jahren 1939 bis 1945 im Durchschnitt auf 69.2% zu 30.8% und blieb im Jahre 1946 mit 68.9% Geburten ortsansässiger Mütter fast in der gleichen Höhe, d. h., der Anteil der städtischen Bevölkerung an der gesamten Geburtenzahl in Innsbruck vergrößerte sich von 51% auf über 69%. Die Ursachen dieser Erscheinung sind in der Einbeziehung der Randorte in das Gemeindegebiet von Innsbruck zu erblicken, so daß Geburten bisher ortsfremder Mütter dieser Stadtteile als solche ortsansässiger gezählt wurden; ferner in der damals an sich größeren Geburtenfreudigkeit der städtischen Bevölkerung, die jedoch mit der Aus- weitung des Krieges und der damit verbundenen immer stärkeren Heranziehung der Männer zum Wehrdienst von 1942 an abnahm und nach Beginn des Bombenkrieges in Innsbruck (Dezember 1943) in raschem Rückgang begriffen war. Der letztgenannte Umstand brachte eine weitgehende Verminderung der Geburtenzahl, weil sich ein Teil der schwangeren Frauen zur Entbindung auf das Land begab und auswärtige Frauen in geringerer Zahl zur Entbindung nach Innsbruck kamen. Die Tabelle IV/3 B enthält für die Jahre 1941 bis 1946 eine Aufgliederung der lebendgeborenen Kinder ortsansässiger und ortsfremder Mütter nach der Ehelichkeit. Hienach schwankt der Prozentsatz der in Innsbruck insgesamt ehelich geborenen Kinder in diesen Jahren zwischen 85.6 und 73.7%, dagegen der unehelichen Kinder zwischen 14.4 und 26.3%. Ein ähnliches Bild weisen auch die Verhältniszahlen der Kinder ortsansässiger Mütter auf, deren eheliche Kinderzahl von 85.3% im Jahre 1941 auf 73.3% im Jahre 1945 zurückgeht, wogegen wieder der Prozentsatz der unehelichen Kinder von 14.7% bis 1945 auf 26.7% ansteigt und im Jahre 1946 auf 23.7% fällt. Die Verhältniszahlen der unehelich geborenen Kinder betrugen z. B. im Jahre 1935 in Österreich 25.2%, in Tirol 19.4%, im Jahre 1946 in Österreich 24.5%, in Tirol 22.9%. Die Verhältniszahlen der unehelichen Kinder in Innsbruck liegen also in den Jahren 1945 und 1946 über denen Tirols, aber etwas unter denen Österreichs. Eine fast schon historische Erinnerung kann man den Vermerk in Staffler's,,Topographie von Tirol" aus dem Jahre 1838 nennen, in der unter der Tiroler Bevölkerung nur jede 19. Geburt, also 5.3% aller Lebendgeborenen, als unehelich angeführt ist. In der Tabelle IV/3 C ist für die Jahre 1942 bis 1946 die Gruppierung der Lebend- geborenen nach dem Geschlecht zu ersehen. In Prozenten gerechnet steigt die Anzahl der Knaben, deren Zahl im Jahre 1942 der der Mädchen fast gleich ist, von 50 auf 53% im Jahre 1946. Die Sexualproportion, d. h. die Anzahl der Knaben auf 100 Mäd- chen, erhöht sich in den in der Tabelle festgehaltenen Jahren von 100.9 auf 117.2 im Jahre 1944 und senkt sich auf 112.9 im Jahre 1946. Sie liegt damit weit über dem normalen österreichischen Verhältnis von 106 Knaben zu 100 Mädchen. Die Natur scheint damit, wie häufig beobachtet, die Kriegsverluste an Männern etwas auszugleichen. 61 An Mehrlingsgeburten sind im Jahre 1946 zu verzeichnen: 28 Zwillingspaare, und zwar 15mal Knabe und Mädchen, 9mal 2 Knaben, 4mal 2 Mädchen. 6 dieser Zwillingsgeburten waren unehelich. Die Mehrlingsgeburten machen 2.31% der Lebendgeburten des Jahres 1946 aus. Die Anzahl der totgeborenen Kinder (Tabelle IV/1 A, B und 3 A) bewegte sich in den Jahren 1905 bis 1946 in normaler Höhe. Die Verhältniszahlen zwischen Lebend- und Totgeborenen schwanken in diesem Zeitraum zwischen 4.06% und 1.11%, wobei die Verhältniszahl für ganz Österreich 2.8% in den Jahren 1936 und 1937 und 2.2% im Jahre 1946 erreichte. Die Häufigkeitsziffer der Totgeborenen ist daher in Innsbruck kleiner als der österreichische Durchschnitt. IV/4. Sterbefälle Die Sterbefälle der Jahre 1905 bis 1946 sind aus den Tabellen IV/1 A, B ersichtlich¹) und finden in der mittleren Kurve des Diagrammes Nr. 6 ihre bildliche Darstellung. Im Zeitraume 1905 bis 1937 zeigt die Zahlenreihe der Gestorbenen trotz der Zunahme der Bevölkerung durch Geburtenüberschuß und Zuwanderung, abgesehen von 1918, dem einzigen Jahr mit einem Sterbeüberschuß, im Durchschnitt nur einen gering- fügigen Anstieg, dem vom Jahre 1919 an im großen und ganzen ein leichter Abfall folgt. Vom Jahre 1938 an vergrößern sich die Zahlen der Sterbefälle, die jedoch durch die Vergrößerung des Einwohnerstandes infolge der Eingemeindungen, Ge- burtenüberschüsse und Zuwanderung ihre Erklärung finden; dies gilt sowohl für die Gesamtzahl der Verstorbenen als auch für die der ortsansässigen Bevölkerung, die im Gegensatz zur Gesamtbevölkerung, wie aus dem Diagramm ersichtlich ist, in den Jahren 1935 einschließlich 1938 einen Geburtenabgang aufzuweisen hatte. Im Durchschnitt der Jahre 1935 bis 1938 wurden unter 100 Gestorbenen 68 Orts- ansässige und 32 Ortsfremde gezählt, in den Jahren 1939 bis 1945 änderte sich dieses Verhältnis auf 73 Ortsansässige und 27 Ortsfremde, im Jahre 1946 betrug es 67 Orts- ansässige und 33 Ortsfremde, hatte also das frühere Verhältnis wieder erreicht. In der Tabelle IV/4 A sind die Grundzahlen der Verstorbenen der Jahre 1941 bis 1946 dargestellt. Während der Kriegsjahre weisen allgemein die Wintermonate die meisten Todesfälle auf. Die ungewöhnlich hohen Zahlen im Dezember 1943 und 1944 finden ihre Begründung in den Luftangriffen während dieser Monate, die hohe Zahl der Verstorbenen aus der ortsansässigen Bevölkerung im Jänner 1945 läßt sich mit der Verschlechterung der Lebenshaltung infolge der Bedrohung durch Luftangriffe und als unmittelbare Folge der Bombenwürfe im Dezember 1944 erklären. Die Sterbeziffern, d. h. die Anzahl der Verstorbenen auf 1000 Einwohner, gerechnet nach dem jeweiligen Einwohnerstand Innsbrucks sind in der kleinen Tabelle IV/4 B wiedergegeben. Für Innsbruck errechnet man in den Jahren 1935, 1939 und 1946 eine niedrigere Sterbeziffer als für Tirol und Österreich, nur die Ziffer des Jahres 1945 ist gering- fügig höher als die für Tirol; Österreich weist in diesem Jahre eine außerordentlich hohe Sterblichkeit auf, die auf bedeutende Menschenverluste im Zusammenhang mit den kriegerischen Ereignissen und den Ernährungsverhältnissen im Osten Österreichs schließen läßt. 1) Siehe Fußnote zu Unterabschnitt IV/2; auch bei den Sterbefällen ergeben sich Unter- schiede zwischen den Feststellungen des Österreichischen Statistischen Zentralamtes, das die Zählung der Verstorbenen nach dem Wohnbezirke vornimmt, während das Statistische Amt der Stadt Innsbruck gemäß dem Wirkungskreis des Standesamtes hier, alle Sterbefälle verzeichnet, die sich in Innsbruck ereignen. 62 Besondere Beobachtung wird in der Statistik der Säuglingssterblichkeit gewidmet, worunter man die Anzahl der im ersten Lebensjahr verstorbenen Kinder im Verhältnis zu der im gleichen Zeitraum lebend geborenen Kinder versteht. Die Tabelle IV/4 C bringt eine Aufstellung der Säuglingssterblichkeit der Kinder ortsansässiger Mütter im Zeitraume 1935 bis 1946. Bei zunehmender Geburtenhäufigkeit steigen natur- gemäß die Grundzahlen; trotzdem war die Säuglingssterblichkeit während dieser 12 Jahre im steten Sinken begriffen. Bisherige Tiefpunkte sind die Jahre 1937 und 1943. Darin ist sicher die segensreiche Wirkung der aufklärenden Tätigkeit der Mutter- und Säuglingsfürsorgestelle zu erblicken. Ausnahmen in dieser günstigen Entwicklung bilden die Jahre 1944 bis 1946, in denen das Leben der Säuglinge unter den furchtbaren Kriegseinwirkungen und den außerordentlich schlechten Ernährungs- verhältnissen litt. Die große Säuglingssterblichkeit des Jahres 1945, die mehr als doppelt so hoch ist, wie die des Jahres 1943, war im Jahre 1946 schon wieder von 9.1% auf 5.9% zurückgegangen. (Im März 1945 war sie sogar auf 22.8% gestiegen.) Tirol wies im Jahre 1945 eine Säuglingssterblichkeit von 8.82%, Österreich sogar von 13.99% auf, während sie im Jahre 1946 in Tirol mit 5.86% fast die gleiche Verhältniszahl wie Innsbruck erreicht, wogegen diese für Österreich immer noch 8.09% beträgt. Von Einfluß für die Säuglingssterblichkeit erscheint immer auch die eheliche oder uneheliche Geburt der Kinder. Wie Tabelle IV/4 D zeigt, liegt der Prozentsatz der Sterblichkeit der unehelich geborenen Kinder in der Mehrzahl der Jahre über jenem der ehelich geborenen, worin ein Hinweis dafür liegt, daß die Fürsorge für die ehelich geborenen Kinder trotz mancher sozialer Einrichtungen sich doch besser gestaltet, als jene für die unehelichen. Sehr unterschiedlich sind laut Tabelle IV/4 E die Häufigkeitsziffern in den einzelnen Monaten, in denen Unterschiede von 0.91% bis 10.37% an Säuglingssterblichkeit vorkommen. Das Verhältnis der Sterblichkeit der Säuglinge ortsansässiger Mütter zur Anzahl der Verstorbenen insgesamt in den Jahren 1935 bis 1946 ist in Tabelle IV/4 C wieder- gegeben. Es zeigt eine Spanne von 3.3% bis zu 11.5% und hat im Zeitraum 1938 bis 1946 sich im Durchschnitt verschlechtert. Die Tabelle IV/4 F enthält eine Aufschlüsselung der Sterbefälle 1946 nach Alters- jahren. Die Sterblichkeit der Säuglinge ortsansässiger und ortsfremder Mütter im Verhältnis zur Anzahl der in diesem Jahr insgesamt verstorbenen Personen beträgt 14%, sie ist demnach wesentlich höher als die der Säuglinge ortsansässiger Mütter allein (11.5%). Die Altersstufe vom 2. bis 5. Lebensjahr ist mit 3.35% aller Gestor- benen vertreten, die Altersgruppe vom 6. bis 14. Lebensjahr mit 2.32%, vom 15. bis 40. Lebensjahr mit 10%. In der Altersgruppe vom 41. bis 54. Lebensjahr starben 14.43%, in der Altersgruppe zwischen dem 55. und 79. Lebensjahr 45.32% und endlich in der Altersstufe darüber 11.15%. Ein Blick auf die Tabelle lehrt, daß im Jahre 1946 im Alter bis zu 50 Jahren ungefähr ein Drittel ortsansässiger Männer mehr gestorben sind als Frauen und auch der Unterschied bei den Ortsfremden nur um weniges geringer ist; in den Altersjahren von 51 bis 97 Jahren sind die Unter- schiede zwischen den Zahlen der gestorbenen Männer und Frauen etwas kleiner. Insgesamt starben in diesem Jahre 691 Männer, dagegen nur 591 Frauen oder, in Verhältniszahlen ausgedrückt, waren von allen Gestorbenen 54% Männer und 46% Frauen, eine Erscheinung, die in vielen Staaten festzustellen ist. Die Tabelle IV/4 G schlüsselt die Todesfälle der Jahre 1945 und 1946 nach den Hauptgruppen des internationalen Todesursachenverzeichnisses auf. In den folgenden Kreisdiagrammen sind die Todesursachen der beiden Jahre augenfällig dargestellt. 63 64 Todesursachen der ortsansässigen Verstorbenen des Jahres 1945 Krankheiten des Nervensystems u. 84% organe Krankheiten der Kreislauforgane 7*0% Krebs und andere Gewächse 14°0% Ubertragbare 1410helten Krabs und andera bewächse Krankheiten der 12.2 % organe Krankheiten der Sendungsorgane Krankhail kheiten d. Harn ersten Lebenszeit _u. Geschlechtsorgane Besondere Krankheiten der Altersschwäche 3.3% Ubertragbare Krankheiten 8°3% Longe ursachen 43% Außere Einwirkungen 11°2% 5.0% Diagramm Nr. 7 1946 Krankheiten des Nervensystems und 10:30esorgane Krankheiten der Kreislauforgane 16 8% 25 48 Ein Krankheiten d 67gsorgand 2 Geschlechlorgang Krankheilen d. Harn ersten Lebenszeit Besondere Krankheiten derol Altersschwäche 3.3% 5.7% tlaggob Im Jahre 1945, dem Jahre der letzten Bombenangriffe, des Zusammenbruches und Kriegsendes, der Gefahren des Verkehrs, des Hungers und der wirtschaftlichen Not, ragen unter den Todesursachen die Gruppen der äußeren Einwirkungen mit 229 Todesfällen, der übertragbaren Krankheiten, die 261 Sterbefälle verursachten, der Krebskrankheiten und solche der Kreislauforgane hervor. Es ist gelungen, die Infektionskrankheiten trotz der außerordentlichen Verhältnisse, welche diese be- günstigten, auf ein erträgliches Maß einzuschränken und vor allem Epidemien großen Umfanges hintanzuhalten, worin ein besonderes Verdienst der gesamten Ärzteschaft und des Gesundheitsamtes liegt. Das Jahr 1946 brachte eine starke Abnahme der Todesfälle durch äußere Einwirkungen und durch Infektionskrank- heiten, leitet also wieder in normale Bahnen über. Die Tabelle IV/4 H bringt die Todesfälle an Krebs und Tuberkulose der Jahre 1934 bis 1946. Durchschnittlich ein Fünftel aller Todesfälle ist danach auf Krebs in seinen verschiedenen Arten zurück- zuführen; ein günstigeres Bild weist die Spalte der Todesfälle an Tbc auf; ihre Zahl läßt trotz der Ernährungsschwierigkeiten und oft ungünstigen Wohnungsverhältnisse eher auf eine Abnahme des tödlichen Ausganges dieser Krankheit hoffen. Den Todes- ursachen durch äußere Einwirkung ist noch die Tabelle IV/4 J gewidmet. Es sind die Unfälle der verschiedensten Art, die im städtischen Verkehr und bei gewerblichen Betrieben fast unvermeidlich, aber durch entsprechende Verkehrserziehung und er- höhte Aufmerksamkeit in den Betriebsanlagen herabsetzbar sind; die verschiedenen Selbstmorde sowie Mord und Totschlag spielen 1945 eine erhebliche Rolle. Die Verwirrungen und Verirrungen bei Kriegsende ließen die Zahlen der Todesursachen durch äußere Einwirkung in die Höhe schnellen; im Jahre 1946 liegt diese Zahl schon wesentlich tiefer. IV/5. Wanderungsbewegung 8101 Unter Wanderungsbewegung versteht man die Zuzüge von Personen aus einem Orte außerhalb der Stadt in die Stadt oder die Wegzüge aus der Stadt. In Innsbruck stehen über diese Zu- und Abwanderung wohl Zahlen seitens der Bundespolizei- direktion zur Verfügung, jedoch nicht lückenlos, da die polizeilichen Meldestellen weder auf Grund der früheren noch der bestehenden Meldevorschriften zur Erstellung von Statistiken auf diesem Gebiete verhalten waren. Die Wanderungsbewegung kann daher erst seit Vornahme der Erhebung seitens des Statistischen Amtes der Stadt Innsbruck, d. i. seit dem Jahre 1943 überblickt werden (siehe Tabelle IV/1 B). Mit Ausnahme des Jahres 1944, das einen erheblichen Wanderungsverlust nachweist, der wahrscheinlich die Flucht vieler Bürger, besonders von Frauen mit Kindern vor den Gefahren des Bombenkrieges auf das Land zum Ausdruck bringt, kann in den anderen 3 Jahren ein Wanderungsgewinn festgestellt werden. In Wirklichkeit dürfte derselbe nicht so hoch gewesen sein, wie ihn diese Zahlen aussprechen, da erfahrungsgemäß viele Menschen sich der Lebensmittelkarten wegen wohl bei der Polizei anmeldeten, aber beim Wegzug sich nicht abmeldeten. Die Zuwanderung der Jahre 1945 und 1946 schließt auch viele Flüchtlinge aus dem Osten Österreichs (Wien, Niederösterreich) und die große Zahl der Flüchtlinge aus den Südoststaaten Europas (Ungarn, Jugoslawien, Rumänien) besonders auch der Volksdeutschen aus diesen Staaten in sich. Deren Abwanderung ist erst in den späteren Jahren wieder erkennbar. Die Rückwanderung der Flüchtlinge aus dem Osten Österreichs setzte gegen das Ende des Jahres 1946 ein, gelangte aber erst 1947 und 1948 zum Abschluß. A. B 65 66 99 Die natürliche Bevölkerungsbewegung von 1905-1934 Tabelle IV/1 A Jahr Eheschlie- Bungen Lebend- geborene Tot- geborene Gestorbene Geborenen-(+) Gestorbenen-(-) Überschuß 1905 483 1674 60 954 +720 1906 508 1801 61 944 +857 1907 537 1846 76 1060 +786 1908 544 1886 65 1116 +770 1909 607 2027 72 1034 +993 1910 582 2076 79 1028 +1048 1911 632 2116 83 1184 +932 1912 590 2223 64 981 +1242 1913 554 2320 76 1036 +1284 1914 555 2282 78 1133 +1149 1915 341 1764 71 1074 +690 1916 348 1327 48 1215 +112 1917 376 1213 36 1084 +129 1918 492 1122 40 1357 - 235 1919 743 1278 39 1227 + 51 1920 845 1389 1921 937 1300 1922 782 1258 1923 650 1150 1924 647 1197 1925 709 1277 1926 643 1191 1927 717 1176 73378334 42 1152 +237 39 1018 1035 +282 +223 942 +208 39 1029 +168 976 + 301 29 965 +226 45 1004 +172 1928 765 1237 52 941 +296 1929 909 1275 40 992 +283 1930 872 1215 20 936 +279 1931 908 1204 40 966 +238 1932 761 1155 23 993 +162 1933 633 1079 49 908 +171 1934 673 998 34 925 + 73 Tabelle IV/1 B Ehe- schlie Lebend- geborene Tot- geborene Ge- storbene¹) Jahr Die natürliche Bevölkerungsbewegung von 1935-1946 und die Wanderungsbewegung von 1943-1946 Geborenen- (+) Gestorbenen-(-) überschuß Zu- Ab- Bun- gen ins- hievon gesamt 1935 709 1042 orta- anslissig ins- hievon ins- orta- gesamt ansässig hievon orts- hievon ins- orts- gesamt gesamt wanderung Wan- derungs- gewinn (+) verlust - ansässig ansässig 568 26 16 1011 705 + 31 137 1936 815 1040 533 22 13 964 666 + 76 133 1937 822 1031 513 27 13 926 634 +105 121 1938 1385 1305 640 51 18 1118 748 +187 - 108 1939 2091 2030 1446 47 28 1320 979 +710 +467 1940 1589 2517 1941 1477 2605 1774 62 31 1379 1038 +1138 +736 1780 48 31 1334 979 +1271 +801 1942 1389 2484 1803 44 24 1239 940 +1245 +863 1943 1235 2374 1944 864 1499 1945 576 1713 1677 44 30 1482 1109 +892 941 41 25 1230 846 +269 1109 31 13 1633 1096 1946 970 2421 1668 50 32 1282 856 +568 15046 +95 15017 + 80 +13 26196 +1139 14115+ 931 18049 3032 16980 9216 +812 25026 14404 10622 1) Ohne Totgeborene, ohne gefallene oder gestorbene Militärpersonen, mit aivilen Opfern der Flieger- angriffe. Tabelle IV/2 A Ortsansässige Jahr insgesamt Eheschließungen 1941-1946 Gliederung der Eheschließenden in Ortsansässige und Ortsfremde Ortsfremde Eheschließungs- ziffer (abgeschlos- sene Ehen auf Tau- send der Bevölke- Männer Frauen Männer Frauen rung) 1941 1477 822 991 655 486 15.19 1942 1389 678 921 711 468 13.98 1943 1235 662 815 573 420 12.22 1944 864 498 567 366 297 8.81 1945 576 461 483 115 93 6.28 1946 970 820 779 150 191 10.17 67 88 68 Alter der Eheschließenden 1941-1946 Tabelle IV/2 B 1941 1942 Altersgruppe Männer Frauen Männer Frauen Männer 1943 Frauen oa.) of.) Sum. oa. of. Sum. ao. of. Sum. 08. of. Sum. oa. of. Sum. oa. of. Sum. 1 1 51 78 196 237 206 164 148 94 135 59 85 22 107 33 2 50 24 129 250 155 433 249 143 370 194 242 119 40 194 96 27 10 87 74 3 405 49 115 392 176 236 281 167 170 159 107 123 118 80 43 58 unter 20 Jahren von 20 bis unter 25 Jahren von 25 bis unter 30 Jahren von 30 bis unter 35 Jahren von 35 bis unter 40 Jahren von 40 bis unter 50 Jahren von 50 und darüber Insgesamt 822 655 1477 991 486 1477 678 711 1389 921 468 1389 662 573 1235 815 420 1235 3 53 164 320 20 73 1 1 37 19 56 412 161 202 110 481 104 110 214 324 175 499 312 147 175 322 149 90 239 337 169 93 262 136 140 276 134 69 203 84 191 81 47 128 92 68 160 66 36 102 198 75 26 91 107 63 170 74 27 101 26 84 21 11 32 75 17 92 31 4 35 1944 1945 1946 unter 20 Jahren von 20 bis unter 25 Jahren von 25 bis unter 30 Jahren von 30 bis unter 35 Jahren von 35 bis unter 40 Jahren von 40 bis unter 50 Jahren von 50 und darüber 88 66 111 99 1 42 14 154 237 109 210 83 67 104 120 224 79 63 56 1 346 81 150 103 142 95 20 1 21 26 107 171 30 39 142 116 24 115 63 19 82 54 36 90 46 26 72 65 10 75 45 64 34 98 48 12 76 11 Insgesamt 498 366 87 32 6 60 65 16 38 51 81 55 4 55 12 864 567 297 864 461 115 576 483 93 67523 27 5 5 61 6 67 201 196 24 220 344 69 413 140 220 27 247 160 52 212 149 43 192 82 27 109 52 91 19 110 62 19 81 60 94 29 123 43 11 54 14 65 8 73 27 7 34 576 820 150 970 779 191 970 ¹) oa. = ortsansässig. 2) of. = ortsfremd. Tabelle IV/2 C Bräutigam Braut Religions- bekenntnis ledig verw. gesch. ledig verw. gesch. Religionsbekenntnis und Familienstand der Eheschließenden 1946 Religions- bekennt- nis der Braut- leute Summe Män- Frau- ins- ner en gesamt Prozente Röm.-kath. 649 64 101 688 69 66 814 823 1637 84.39 Evangelisch 26 21 10 4959 45 7 8 Griech.-kath. 34 4 1 34 4 Altkatholisch 1 1 1 6 Gottgläubig Islamitisch Ohne Bekenntnis Griech.-orient. 1 - 10 35 1 1 26 10 18 18 Israelitisch 4 1 I I I 1 1 % 2 98 38 60 98 98 5.05 39 40 79 4.07 I I 25 25 4 4 Summe: 757 81 132 805 1 1 5 3 2 10 5 0.25 7 6 13 0.67 - I 63 1 1 2 0.11 4 =4 34 97 10 I 4 5.- 1 0.05 8 0.41 +8 84 81 970 970 1940 100.- Prozente: 78.02 8.36 13.62 82.97 8.67 8.36 - + 1 69 70 Staatsangehörigkeit der Eheschließenden 1946 Staatsangehörigkeit der Braut Tabelle IV/2 D DAVI Bräutigam Staatsangehörigkeit Zahl Öster- Deutsch-Frank- reich land reich Jugo Li Lu- Tsche- Un- Italien sla- wien tauen xem- | Polen burg Rumä- Ruß- nien land Un- Staa- Schweiz choslo- wakei garn tenlos ge- klärt Österreich¹) 786 689 73 Bulgarien 2 2 Deutschland 20 17 Frankreich 34 24 Griechenland 2 2 Holland 1 1 Italien 7 5 Jugoslawien 9 Lettland 1 1 Litauen 3 Polen 34 4 Rumänien 4 1 Schweiz 2 Spanien 2 Tschechoslowakei 1 Türkei 1 Ungarn 3 USA. 1 Staatenlos 9 1 Ungeklärt³) 48 334 122II | |- 4 3 5 1 11- 3 4 3 2 1 2 1 25 1 1 6 47 Summe: 970 755 89 5 3 9 3 1 28 3 7 1 6 2 9 49 1) Südtiroler mit Einbürgerungsscheinen galten als Österreicher. Zum größten Teil ehemalige Sowjetbürger und -bürgerinnen, die im Frühjahr 1945 nur kirchlich getraut wurden. Die Beurkundung erfolgte erst im Jahre 1946. Geburtenziffern (Zahl der Geburten auf 1000 Einwohner). Totgeborene in % Tabelle IV/3 A Jahr Inns- bruck¹) Öster- Deutsch- Tschecho- Schweiz reich land slowakei Totgeborene Promille Jahr Prozent 1934/38 (Durchschnitt) .³) 13.5 18.3 15.5 13.1 1905 4.06 1939 18.9 20.8 20.3 15.2 14.7 1911 3.97 1940³) 22.5 21.9 1914 3.45 1941 22.6 20.4 1934 3.40 1942 22.8 17.4 15.2 18.8 20.6 1938 2.73 1943 21.0 18.3 16.2 19.7 16.8 1940 1.71 1944 11.8 19.0 16.8. 20.4 1945 1.11 1945 13.9 13.3 20.9 1946 1.88 1946 17.5 16.8 1) Die Geburtenziffern von Innsbruck betreffen die Kinder ortsansässiger Mütter. 3) Die durchschnittliche Geburtenziffer kann nicht ermittelt werden, weil die Ziffern der eingemeindeten Vororte dem Statistischen Amte nicht bekannt sind. 3) Den Geburtenziffern der Jahre 1940-1945 liegen die Bevölkerungszahlen des Jahres 1939 zugrunde, bei Innsbruck der Bevölkerungsstand 1939 nach dem jeweiligen Gebietsstande; die Ziffern des Jahres 1946 sind nach den Bevölkerungszahlen des Jahres 1946 errechnet. Tabelle IV/3 B Verhältniszahlen der ehelichen und unehelichen Kinder 1941-1946 Von 100 Lebendgeborenen waren in Innsbruck Tirol Österreich Jahr un- ehelich davon Ortsansässige ehelich ehelich un- ehelich ehelich un- ehelich ehelich unehel. 1941 83.6 16.4 85.3 14.7 1942 83.1 16.9 84.8 15.2 1943 85.6 14.4 84.8 15.2 1944 76.3 23.7 76.9 23.1 1945 73.7 26.3 73.3 26.7 78.4 21.6 75.2 24.8 1946 75.9 24.1 76.3 23.7 77.1 22.9 75.5 24.5 71 Tabelle IV/3 C Lebendgeborene der Jahre 1942-1946 Gesamtzahlen, Ortsansässige nach Ehelichkeit und Geschlecht, Geschlechterverhältnis Lebendgeborene insgesamt 0.3% ehelich unehelich zusammen Jahr Kna- Mäd- ben chen zu- sam- men Kna-Mäd- zus. ben chen Kna- Mäd- ben chen zu- sam- men Auf Prozent Kn. Mäd. 100 Mädchen entfallen Knaben 1942 1026 1037 2063 222 199 1943 996 1944 606 1945 1946 674 981 421 1248 964 1960 220 194 414 1216 538 1144 203 152 355 809 593 1267 238 208 446 912 857 1838 302 281 583 1284 1236 1158 2484 50 50 100.9 2374 51 49 105.0 690 1499 54 46 117.2 801 1713 53 47 113.8 1137 2421 53 47 112.9 hievon von ortsansässigen Müttern 1942 771 758 1529 147 127 274 918 1943 707 715 1422 138 117 255 845 1944 391 333 724 119 98 217 1945 432 381 885 1803 51 832 1677 50 50 510 431 941 54 813 154 142 296 586 523 1109 53 47 1946 687 586 1273 198 197 395 885 783 1668 53 47 98999 49 103.7 101.5 46 118.3 112.0 113.0 Zählblätter des Standesamtes. 72 12 T 6.12 dat Grundzahlen der Gestorbenen in Innsbruck 1941-1946 (Ortsansässige und Ortsfremde) Tabelle IV/4 A 1941 1942 1943 1944 1945 1946 Monat oa.) of.) oa. of. oa. of. oa. of. 08. of. oa. of. Jänner 135 38 98 27 85 28 Feber 96 26 87 20 83 25 79 März 76 30 82 14 89 34 73 27 April 72 27 84 26 86 25 76 33 Mai 86 31 88 16 79 28 76 Juni 72 27 74 26 61 22 48 28 Juli 81 40 65 27 64 44 August 56 33 76 34 64 20 52 27 12231222 107 15 180 23 72 34 69 15 82 37 82 28 77 32 99 33 97 34 114 62 63 39 61 57 63 36 55 27 100 51 74 43 76 59 44 24 September 57 34 57 Oktober 74 25 72 November 75 32 69 31 RE 18 62 24 46 22 85 46 57 27 30 79 10 79 31 106 42 80 43 79 24 99 20 87 41 79 34 Dezember 82 29 83 35 312 55 127 30 86 31 80 31 Jahressumme: 962 372 935 304 1143 339 917 313 1145 488 868 414 1230 1633 1282 Gesamtsumme: 1334 1239 1482 1) oa. = ortsansässig, 2) of. = ortsfremd. Tabelle IV/4 B Innsbruck) Sterbeziffern Tirol Österreich Deutsches Reich Jahr auf 1000 der Wohnbevölkerung 1935 11.5 .2) 13.6 11.8 1939 12.79 13.9 15.3 12.6³) 19454) 11.95 11.55 21.15) 11.3) 1946 8.98 13.80 9.72 1) Gerechnet nach den gestorbenen Ortsansässigen. 3) Für 1935 fehlen die Berechnungsgrundlagen; Sterbeziffer 1934 = 3) Deutsche Großstädte. 4) Mit zivilen Opfern der Luftangriffe. 5) Nur Inländer. Säuglingssterblichkeit 1935-1946 (Kinder ortsansässiger Mütter) 11.8, 1936 12.9. Tabelle IV/4 C Jahr Lebend- Im 1. Le- bensjahr gestorben Säuglings- sterblich- keit % Von 100 Ge- Säuglinge sind Jahr 1935 568 44 7.7 6.2 1941 1780 103 1936 533 35 6.5 5.3 1942 1803 76 1937 513 21 4.0 3.3 1943 1677 67 1938 646 33 5.1 4.4 1944 941 51 1939 1446 74 5.1 7.5 1945 1109 101 geborene Im 1. Le- Obensjahr gestorben Säuglings- sterblich- keit % Von 100 Ge- Säuglinge 5.8 10.7 4.2 8.1 4.- 5.7 5.4 5.6 9.1 8.7 1940 1774 103 5.8 9.9 1946 1668 98 5.9 11.5 Grundzahlen vom Städt. Gesundheitsamt. 73 Tabelle IV/4 D Säuglingssterblichkeit in Innsbruck 1941-1946 (Eheliche und uneheliche Kinder ortsansässiger und ortsfremder Mütter) Jahr Im 1. Lebensjahr gestorbene Kinder Prozentsatz der Sterblichkeit ehelich unehelich ehelich unehelich 1941 136 47 6.24 % 11.-% 1942 93 18 4.50% 4.27% 1943 99 30 5.05 % 7.24 % 1944 72 21 6.29 % 1945 141 58 11.12% 1946 122 58 6.63% 5.91% 13.- % 9.95% Säuglingssterblichkeit in Innsbruck 1946 nach Monaten (Ortsansässige) Tabelle IV/4 E 74 Anzahl der Monat lebend- geborenen gestorbenen Säuglinge Auf je 100 Lebendgeborene entfielen Sterbefälle im 1. Lebensjahr Jänner 110 1 0.91 Feber 138 März 150 April 139 Mai 128 Juni 117 Juli 139 August 151 1426335 9 6.52 9.33 8.63 4.69 2.56 9 6.47 3.31 September 132 4 3.03 Oktober 158 8 5.06 November 171 13 7.06 Dezember 135 14 10.37 Summe: 1668 98 5.87 19828 Tabelle IV/4 F Sum- me " 287 2 5 3 132213 3512445 2 2 1 24 3 8 7 5 2220 6 4 1 4 Sterbefälle 1946 nach Altersjahren Alters- Ortsansässige Ortsfremde Sum- Alters- Ortsansässige Ortsfremde jahre männ. weibl. männ. weibl. me jahre männ. weibl. männ. weibl. 37 180 Übertr 148 102 140 103 51 2 #1010 10 6 8888886882FFFFFF822882 I 13123221211 00 00 32573 13 8016724331-21212250255257223524038CCRABBLESUBURAR BBB 131223512BULB TITLIB. 32212IT - 11 3 87412121121 1221LI1I22L TIL 122233 -23456T8ADIEBER 12231 ESSEN 332232741 338 145 Übertr. 148 102 140 40 103 493 Summe: 442 414 249 177 1282 75 15 Tabelle IV/4 G Gestorbene nach Todesursachen (Nach dem internationalen Todesursachenverzeichnis, Hauptgruppen) Todesursachen I. Übertragbare Krank- heiten II. Krebs und andere Gewächse III. Rheuma, Stoffwechsel- krankheiten, Störungen d. inneren Sekretion, andere Allgemeinkrank- heiten, Avitaminosen IV. Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe V. Chron. Vergiftungen VI. Krankheiten d. Nerven- systems und der Sinnesorgane VII. Krankheiten der Kreis- lauforgane VIII. Krankheiten der Atmungsorgane IX. Krankheiten der Verdauungsorgane X. Krankheiten der Harn- und Geschlechtsorgane XI. Krankheiten der Schwangerschaft, der Entbindung und des Wochenbettes XII. Krankheiten der Haut und des Zellgewebes XIII. Krankheiten d. Knochen u. d. Bewegungsorgane XIV. Angebor. Mißbildungen XV. Besondere Krankheiten d. ersten Lebenszeit XVI. Altersschwäche 1945 1946 Sterbe- davon Sterbe- davon fälle insgesamt Ortsansässige fälle insgesamt Ortsansässige m. W. m. W. % m. W. m. W. % 136 125 72 83 14.1 90 64 45 26 8.3 111 110 76 77 14.0 157 129 107 93 23.4 19 14 10 10 9 1.8 100 5 16 1 6 0.7 20 61 9 I co 3 61 - 6 0.8 89 2 4 TI 1 51 11 0.5 0.2 58 68 38 54 8.4 61 113 111 85 101 17.0 74 97 81 84 59 75 12.2 53 38 83 58 36 28 5.8 64 355 60 40 48 10.3 62 82 16.8 40 33 8.5 46 26 31 6.7 26 19 15 13 2.5 32 11 14 9 2.7 2 2 XVII. Äußere Einwirkungen XVIII. Unbestimmte Todes- 159 15 226 29 21 38 70 ursachen 22 62 13181 12 3301 4 0.4 21 1 1 0.2 10 2 - 1 0.1 0.4 - 6 13 19 75 17 3.3 49 37 5.0 7 22 48 11.2 85 38 15 18 13 2.8 6 22- 32 7 a Gawl 3 30 6 57 6 17 226 2 1 0.1 0.2 1.2 19 5.7 3.3 29 10.0 1.4 872 761 529 567 100.0 701 581 443 413 100.0 1633 1096 1282 856 Nach Mitteilungen des Gesundheitsamtes und Standesamtes. 76 Tabelle IV/4 H Todesfälle an Krebs und Tbe im Jahre 1946 (Ortsansässige Bevölkerung) Gesamt- Tod Tod Jahr Prozent Prozent Todesfälle an Krebs an The 1934 661 126 19.0 77 1935 705 134 19.0 58 1936 666 125 18.7 52 1937 634 136 21.4 53 1938 748 145 19.3 56 1939 979 176 17.9 62 1940 1038 188 18.4 79 HANNON 11.6 8.2 7.8 8.3 7.4 6.4 7.6 1941 979 196 20.0 85 8.6 1942 940 214 22.7 77 8.1 1943 1109 184 16.5 74 6.6 1944 846 172 20.3 31 3.6 1945 1096 153 14.0 83 7.5 1946 856 200 23.4 43 5.0 12 77 Tabelle IV/4 J Todesursachen 1. Selbstmord Todesursachen durch äußere Einwirkung 1945 1946 davon davon Sterbefälle insgesamt Orts- Aus- ansäs- wär- sige tige Sterbefälle insgesamt ansäs- wär- Orts- Aus- sige tige m. w. zus. m. w. m. w. m. w. zus. m. w. m. w. 19 14 33 13 10 6 4 13 8 21 12 8 1 8 5 13 3 4 5 1 2 2 4 2 2 1 2. Mord und Totschlag 3. Verunglückung mit Kraft- fahrzeugen oder durch Kraftfahrzeuge 4. Andere Verunglückungen 5. Sterbefälle von Militär- und Zivilpersonen bei Kriegshandlungen 6. Gerichtlich angeordnete Hinrichtung 23 29 16 4 7 2 21 6 27 14 4 7 2 63 19 82 24 8 39 11 46 21 67 28 14 18 7 69 45 26 71 19 22 26 4 1 1 1 159 70 229 75 48 84 22 82 37 119 56 28 26 Selbstmorde Ortsansässiger 9 1945 Vergiftung mit: Leuchtgas Morphium Schlafmittel Zyankali m. W. zus. m. 1 2 3 2 1 1 2 2 1 Thallium Unklar 78 1946 1945 1946 Andere Todesarten: W. zus m. W. zus. m. W. zus. 2111 23211 Erhängen Erschießen 551 1 6 2 2 4 1 6 4 4 Sturz v. d. Höhe Überfahren Ertränken 2 Öffnen d. Pulsadern 1 2 3 2 1 - 1 1 2 V. Gesundheitspflege Die öffentliche Gesundheitspflege obliegt der Stadtgemeinde im eigenen und übertragenen Wirkungskreis. Die Stadt entledigt sich dieser Aufgabe in erster Linie durch das städtische Gesundheitsamt. Vor 40 Jahren, kurz nach der Vereinigung mit Wilten und Pradl, bestand das Stadtphysikat aus dem Physikus, einem Sanitäts- konzipisten, dem Krankenhausdirektor und 2 vertraglich als,,Stadtärzte" bestellten Privatärzten. Heute zählt das Amt 30 Angestellte: 6 Ärzte, 5 Kanzleikräfte, 13 Ge- sundheitspflegerinnen, 2 technische Assistentinnen, 4 Desinfektoren und außerdem 3 nebenamtlich bestellte Ärzte. Diese Personalvermehrung ist nicht allein auf die Bevölkerungszunahme von 43000 auf 100000 zurückzuführen, sondern, wie meist auch bei den übrigen Abteilungen des Magistrates, auf die Erweiterung der alten und die Zuweisung neuer Aufgaben. So wurde die Schulgesundheitspflege ausgebaut und dem Amte die Mutter- und Säuglingsfürsorge, die Fürsorge für Tuberkulöse, für Geschlechtskranke, Körperbehinderte, Sieche und Süchtige übertragen. Das Anschwellen der Zahlen täglich wiederkehrender Amtshandlungen - Totenbeschau, Infektionsdienst, Ausstellung ärztlicher Zeugnisse in den letzten 8 Jahren, illustriert die nachstehende Tabelle: Aufgabe 1938 1945 1946 Totenbeschau 592 741 573 Infektionsfälle 650 981 1110 Amtsärztliche Untersuchungen 1380 8701 16427 V/1. Sanitätspersonen und Apotheken Nach dem Stand vom April 1947 hatte Innsbruck 61 praktische Ärzte, 67 Fach- ärzte und 25 Zahnärzte. Der Anteil der Ärztinnen an diesen Ziffern ist 7, 4 und 1. Da 67 Ärzte und 4 Zahnärzte aus politischen Gründen noch suspendiert sind, ist die Zahl der Ärzte gegenüber früheren Dezennien nur unwesentlich gestiegen. An den Universitätskliniken sind 206 Ärzte tätig, eine Zahl, die jene von 1938 weit übersteigt. Sie setzt sich zusammen aus 8 Klinikvorständen, 41 Assistenzärzten, 28 bezahlten Hilfsärzten, 1 Hausarzt und 128 Gastärzten. Zählt man zu den 61 prak- tischen Ärzten und 67 Fachärzten die 7 Professoren der Klinik hinzu, entfallen auf Innsbruck 135 Ärzte und bei einer Einwohnerzahl von 97884 Ende 1946 auf einen Arzt 725 Einwohner. Die Zahl der Dentisten ist von 23 auf 30 gestiegen; unter ihnen sind 2 Dentistinnen. Die praktizierenden Hebammen sind von seinerzeit 28 auf 13 zurückgegangen. Die Zahl der Apotheken in Innsbruck hat mit der Einwohner- zahl und dem Stadtgebiet Schritt gehalten, vor 20 Jahren waren 9 Apotheken, heute sind es 14. Im übrigen fällt besonders die Zahl der Krankenschwestern und -pfleger an den Universitätskliniken auf, deren Zahl sich hauptsächlich durch Einstellung weltlichen Personals erhöht hat. 19 79 V/2. Rettungsdienst Zwei Stellen versehen den Rettungsdienst: die Rettungsstelle der Österr. Gesell- schaft vom Roten Kreuz und die Ortsstelle des Österr. Bergrettungsdienstes. Vor- läufer dieser beiden Einrichtungen sind die Freiwillige Rettungsgesellschaft und der Bergrettungsdienst des Alpenvereines. Im April 1907 wurde die Rettungs- abteilung der freiwilligen Feuerwehr Innsbruck gegründet, ihre Bereitschaftsräume lagen im 2. Rathaushof. Im Sinne eines Beschlusses des Feuerwehr-Landesverbands- tages vom August 1925 schied die Rettungsabteilung aus dem Verband der Frei- willigen Feuerwehr aus, konstituierte sich als Verein und übte vom September 1925 an als,,Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck" satzungsgemäß ihre bisherige Tätigkeit weiter aus. Die Rettungsgesellschaft war Mitglied der Samariter-Landes- organisation; den ärztlich geprüften Samaritern stand das Recht zu, in Ausübung ihres Dienstes das rote Kreuz zu tragen. Im Oktober 1927 bezog die Rettungsgesell- schaft ihr eigenes Heim in der Wilhelm-Greil-Straße und betrieb dort seit März 1928 zur leichteren Schuldendeckung die,,Kammerlichtspiele". Nach der Angliederung Österreichs an Deutschland wurde die Rettungsgesellschaft im Sinne des Gesetzes über das Deutsche Rote Kreuz vom 9. Dezember 1937 aufgelöst und ihr Aufgaben- kreis von diesem übernommen. Die Mitglieder der Rettungsgesellschaft wurden nach § 8 dieses Gesetzes automatisch zu Mitgliedern des Deutschen Roten Kreuzes. Die Liegenschaft erwarb die Stadtgemeinde Innsbruck auf Grund des Vertrages vom 4. Oktober 1939 um den Schuldenstand, da sie nach wie vor den Rettungsdienst als Pflichtaufgabe zu betreuen hatte; heute ist die Rettungsstelle eine Einrichtung des Vereines der Österr. Gesellschaft vom Roten Kreuz, Landesverband Tirol. Der Bergrettungsdienst wurde bisher unmittelbar vom Alpenverein ausgeübt. Seit 1946 hat sich für Österreich der,,Österreichische Bergrettungsdienst" mit eigenen Landes- vereinen gebildet und vollbringt im vorläufigen Besitz der gesamten Rettungs- einrichtungen des Alpenvereines seine alpinen Hilfsleistungen. Laut Tabelle V/2 A weist die Rettungsstelle vom Österr. Roten Kreuz für 8 Monate des Jahres 1945 553, für das Jahr 1946 1110 erste Hilfeleistungen und außerdem 5418, bzw. 8985 Krankentransporte aus; die Rettungswagen legten in den ange- gebenen Zeiträumen 50800, bzw. 89448 km zurück. Mit weiter zurückliegenden Jahren, bzw. mit 1927 verglichen, ergibt sich für die letzten zwei Jahre eine Abnahme der Zahl der ersten Hilfeleistungen, aber eine gewaltige Zunahme der Kranken- transporte und der gefahrenen Wagenkilometer. Der Jahresbericht 1927 enthält hierüber nachstehende Zahlen: 1402, 2287 und 13460. Der Leistungsausweis des Österr. Bergrettungsdienstes Tabelle V/2 B- weist Zahlen auf, die jene früherer Jahre mit ihrem regen Touristenverkehr nicht erreichen. Auffallend aber ist die verhältnismäßig hohe Zahl von Todesfällen, die auf schlechte Ausrüstung, mangelnde Übung und unzureichende Ernährung zurück- zuführen ist. V/3. Allgemeines Krankenhaus und Sanatorien Das Allgemeine Krankenhaus wurde gegen Ende der achtziger Jahre von der Stadtgemeinde im Pavillonsystem erbaut. Die feierliche Eröffnung fand am 18. Ok- tober 1888 statt. Im Juni 1889 übersiedelten die Patienten des alten Spitals am Marktgraben in die neuen Gebäude. Seither wurde die ursprüngliche Anlage durch eine Reihe von Neu-, Zu- und Umbauten erweitert. 1894 wurde die Nerven- und Hautklinik erbaut und im Jahre 1897 mit dem Bau der Kinderklinik und 1899 mit 80 dem des Epidemiespitals (Infektionsklinik) begonnen, 1913/14 wurde die ortho- pädische Klinik errichtet. Wesentliche Erweiterungsbauten wurden 1923/24 an der Frauenklinik, 1927 an der chirurgischen und 1929 an der medizinischen Klinik vorgenommen. 1933 kam der Neubau an der Ecke Anichstraße-Innrain zur Aus- führung, 1937 war der Neubau der psychiatrisch-neurologischen Klinik fertig- gestellt. Der Betriebsabgang, der sich nach dem ersten Weltkrieg aus der fortschreitenden Geldentwertung ergab, bewog den Gemeinderat im Juni 1922 grundsätzlich die Über- gabe des Krankenhauses an das Land zu beschließen. Das Land trachtete damals die Landesgebäranstalt, die durch die Abtrennung Südtirols an Bedeutung verloren hatte, aufzulassen und dafür eine Erweiterung der Frauenklinik durchzusetzen; die Justizverwaltung war bestrebt, im Gebäude der Gebäranstalt Gerichtskanzleien unterzubringen. Die zu lösenden Fragen berührten überdies die Kompetenzen des Unterrichts- und des Sozialministeriums. Für den bei dieser Vielfalt von Interessen und Interessenten nur allmählich entstehenden Vertragsentwurf wurden die Bestim- mungen des heute noch geltenden Krankenanstaltsgesetzes vom Jahre 1920, ins- besonders die Quotenbestimmung der Beitragspflichtigen, von grundlegender Bedeutung. Obwohl trotz vieler aber öfter unterbrochener Verhandlungen bis 1938 keine Unterzeichnung zustande kam, hielten sich die Beitragsfaktoren zum Vorteil der Anstalt an die wesentlichen Bestimmungen des Entwurfs. Nach der Einver- leibung Österreichs verlangte der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung sofort die Übergabe der Kliniken an das Reich. Es kam zu langwierigen Verhandlungen, die wieder kein endgültiges Ergebnis zeitigten. Die Stadtgemeinde ist Eigentümerin des ganzen Krankenhauskomplexes geblieben. Die Verwaltung wird gegenwärtig ähnlich wie vor 1938 geführt. Beitragsfaktoren und Beitrags- schlüssel sind unverändert geblieben. Die Betriebsauslagen werden durch die Ver- pflegsgebühren, die vom Landeshauptmann mit Zustimmung der Landesregierung festgesetzt werden, gedeckt. Uneinbringliche Verpflegsgebühren sind von den Fürsorgeverbänden zu bezahlen. Betriebsabgang, Instandhaltungskosten und die Kosten für Neu-, Zu- und Umbauten trägt das Land zu 5/8, der Bund zu 3/8. Für das laufende Erfordernis der medizinischen Forschung und des Lehrbetriebes Hörsäle, Laboratorien, Spezialarbeits- und Hilfskräfte, klinische Betten - kommt die Unterrichtsverwaltung in namhaften Pauschalbeträgen auf. Dessen ungeachtet drängen die großen Bauvorhaben Neubau der zerstörten Klinik für interne Medizin, Wiederherstellung der schwerbeschädigten Nervenklinik, unerläßliche Instandsetzungen in größerem Ausmaße - und die Regelung genereller und indi- vidueller Personalfragen nach endlicher endgültiger Ordnung der Rechtslage. Außer dem Krankenhaus besitzt Innsbruck noch 3 Sanatorien: anstoßend an das Krankenhausareal das Städtische Sanatorium, eröffnet 1910, das Sanatorium der Kreuzschwestern, gebaut 1880 (Erweiterungsbauten 1908 und 1936), und das Bürger- liche Sanatorium der Barmherzigen Schwestern bei der Mühlauer Brücke, eröffnet 1910. Die Sanatorien kamen durch die Fliegerangriffe nicht so zu Schaden wie das Krankenhaus. Eine Bombe durchschlug zwar das Dach und die Geschoẞdecken des Städtischen Sanatoriums, blieb aber im Hausflur des Erdgeschosses liegen ohne zu explodieren, das Sanatorium der Kreuzschwestern erlitt in der Hauptsache nur Glasschaden, das 3. Sanatorium blieb unbeschädigt. Alle Krankenanstalten zusammen verfügen laut Tabelle V/3 im Jahre 1946 über 1445 Krankenbetten. Die Zahl der Patienten betrug 21249 mit 481312 Verpflegs- tagen, die Betten waren im Tagesdurchschnitt zu 91.2% belegt, auf jeden Patienten entfielen durchschnittlich 22 Verpflegstage, die Zahl der Todesfälle war insgesamt 744. 6 81 Die Anzahl der weiblichen Patienten überwog in allen Anstalten die der männlichen; unter den Verstorbenen aber waren mehr Männer als Frauen. Bemerkenswert ist der fast 100%ige Belag der Sanatorien. Die außerordentliche Nachfrage nach Sanatoriumspflege hängt in vielen Fällen mit der unter den gegenwärtigen Verhält- nissen oft bestehenden Unmöglichkeit häuslicher Pflege zusammen. V/4. Mutterberatung Durch die Gesetzgebung zur Vereinheitlichung des Gesundheitswesens ist die Durchführung der Mutter- und Säuglingsfürsorge, soweit sie ärztliche Aufgaben betrifft, seit 1. Dezember 1938 Sache des Gesundheitsamtes geworden. Die von der Landeskommission für Mutter- und Säuglingsfürsorge für Tirol seit 1917 in Innsbruck betriebene Fürsorgestelle ist auf das Gesundheitsamt übergegangen. Vor der Eingemeindung von Hötting, Mühlau und Amras versahen den Dienst unter der Leitung von 3 Ärzten, 5 Fürsorgerinnen und eine Hilfsfürsorgerin. Es bestanden damals 3 Mutterberatungsstellen, eine in der Salurner Straße, die anderen 2 im Kindertagesheim in der Höttinger Au und im Pembaurblock. Heute übt das Gesundheitsamt seine Mutter- und Säuglingsfürsorge unter Mitwirkung von 4 Ärzten und 7 Fürsorgerinnen in 7 Beratungsstellen aus. Die Tabelle V/4 zeigt die Ent- wicklung seit dem Jahre 1939. V/5. Schulgesundheitspflege Der schulärztliche Dienst wurde vom Gesundheitsamt schon im Jahre 1907 an allen städtischen Volks- und Hauptschulen eingeführt. Die Zahl der Untersuchungen an diesen Schulen belief sich durchschnittlich auf rund 5200 im Jahr. So waren es z. B. im Jahre 1938 5420 mit 1400 Überweisungen zur Zahnbehandlung. Besonders gründlich wurden die Schüler beim Schuleintritt, in der 3. Klasse und bei der Ausschulung untersucht. In den 20er Jahren wurde der schulärztliche Dienst auch auf die Mittelschulen ausgedehnt. Durch den Bombenangriff vom 16. 12. 1944, durch den mehrere Räume des Gesundheitsamtes vollständig zerstört wurden, ist viel statistisches Material, darunter das über Schul-Gesundheitsfürsorge und Zahnpflege, zugrunde gegangen. Als Beispiel für die Tätigkeit des Gesundheits- amtes in dieser Hinsicht werden dessen Berichtszahlen aus dem Statistischen Jahr- buch Deutscher Gemeinden 1941 in Tabelle V/5 in der Fußnote angeführt. Im übrigen ist aus den Zahlen der Tabelle V/5 die energische Wiederaufnahme des schulärztlichen Dienstes unter Einschluß der Kindergarten-Kinder abzulesen. Die Schulzahnpflege wurde erst im Herbst 1946 mit der Wiedereröffnung der Schul- zahnklinik wieder aufgenommen. V/6. Tuberkulosen-Fürsorge Wie die Mutter- und Säuglingsfürsorge wurde auch die Tuberkulosenfürsorge mit 1. Dezember 1938, dem Wirksamkeitsbeginn des Gesetzes über die Vereinheit- lichung des Gesundheitswesens, Aufgabe des Gesundheitsamtes. Die vom Volks- verein zur Bekämpfung der Tuberkulose in Tirol vom Februar 1919 an betriebene Fürsorgestelle wurde dem Amte einverleibt. Seit ihrem Bestand waren bis Ende 1938 10928 Tuberkulöse und Tuberkuloseverdächtige in ärztliche Beobachtung genommen worden. Aus dem letzten Tätigkeitsbericht seien folgende Zahlen an- geführt: im Jahre 1938 wurden 6344 ärztliche Konsultationen erteilt, 2665 ärztliche 82 Untersuchungen vorgenommen, 830 ärztliche Atteste und Gutachten ausgestellt; die Fürsorgeschwester machte 2447 Hausbesuche, wovon 209 Erstbesuche und 2238 Wiederholungsbesuche waren. Neu in Beobachtung genommen wurden 501 Per- sonen, 50 davon als Schwerkranke. Die Tabelle V/6 bringt die auftragsgemäße Berichterstattung der städtischen Fürsorgestelle seit 1939 in der reichseinheitlich vorgeschriebenen Form. Sie gliedert sich in 5 Teile: Personal, Zu- und Abgang von Patienten, Leistungen, Maßnahmen und Wohnungsfürsorge der Fürsorgestelle. Die Zahlen der neuen Zugänge an Tuberkulosekranken und damit der nötigen Leistungen der Fürsorgestelle haben im Jahre 1946 mit 3570 Patienten, 15582 Untersuchungen und 2960 Krankenbesuchen den bisher höchsten Stand erreicht; die Todesfälle an Tbe sind jedoch in diesem Jahr außergewöhnlich niedrig. V/7. Anzeigepflichtige Infektionskrankheiten Die Verhütung der Verbreitung anzeigepflichtiger, übertragbarer Krankheiten gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Gesundheitsamtes. Die letzten Jahre brachten mancherlei Gefahren mit sich. Trotzdem gelang es dem Gesundheitsamte die aufgetretenen Fälle schwerer Infektionskrankheiten rasch und wirksam zu lokalisieren. Im Jahre 1945 erforderten die eingeschleppten Fleckfieber- und Ruhr- fälle und einige Erkrankungen an Typhus abdominalis größte Wachsamkeit, während im darauffolgenden Jahr neben einigen aus Südtirol eingeschleppten Typhus- und Ruhrfällen die auftretende Kinderlähmung große Sorge bereitete. Immerhin ist aus der Tabelle V/7 zu entnehmen, daß die Bevölkerung trotz der Einschleppung von Krankheiten durch Flüchtlinge und Heimkehrer nicht allzu hart getroffen wurde. Die Zahl der Diphtheriefälle war gegenüber früheren Jahren etwas erhöht, die Sterblichkeit an Diphtherie aber war geringer, Scharlach wies die gewöhnlichen Zahlen und in beiden Jahren keine Todesfälle auf. Besorgniserregend ist die Zunahme der Tuberkulose. Die nicht eingeklammerten Zahlen in der Tabelle zeigen die gemeldeten Krankheitsfälle an. Darunter steht in Klammern die Zahl der Todesfälle. Bei rasch verlaufenden Krankheiten gibt die eingeklammerte Zahl also an, wie viele von den gemeldeten Erkrankten gestorben sind. Bei Krankheiten mit langsamem, sich auf Jahre erstreckenden Verlauf, z. B. bei der Tuberkulose, trifft dies nicht zu. Die im Berichtsjahr Verstorbenen werden zum Großteil in früheren Jahren gemeldet worden sein. Daher kommt es in Einzel- fällen vor, daß die Zahl der Verstorbenen größer ist, als die der Gemeldeten. V/8. Städtische Desinfektionsanstalt und städtische Wäscherei Die Desinfektionsanstalt und die Wäscherei wurden im August 1929 errichtet. Die Anstalt wird unter der Aufsicht des Gesundheitsamtes von geschulten Des- infektoren betrieben. Die Bombenbeschädigung der Anstalt erschwerte im Jahre 1945 beim Auftreten des eingeschleppten Fleckfiebers die notwendigen Entlausungen und Desinfektionen. Die Tabelle V/8 gibt die Leistungen der beiden Betriebe wieder, die sich, obwohl durch die Zahl der Infektionsfälle bedingt, im allgemeinen doch immer innerhalb gewisser Grenzen bewegen. V/9. Städtische Bäder Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts mußten dem Badebedürfnis der Bevölkerung die zwei alten, schon im 15. Jahrhundert erwähnten Warmbäder, das Bad zur ,,Kaiserkrone" ursprünglich Ofenlochbad, später Weinstockbad- und das Bad 6 83 am Venusberg, heute,,Maximilian-Venusbad", weiters die im Jahre 1882 eröffnete Bade- und Waschanstalt Nicolits am Sillkanal, die auch eine Schwimmhalle hatte, die städtische Schwimmschule in der Höttinger Au und die Schwimmschule im Schloß Büchsenhausen genügen. Die Schwimmschule in der Höttinger Au war im Juni 1870 eröffnet worden. Ihr Vorläufer war eine im Jahre 1833 über Verlangen des Guberniums am Gießen aufgestellte Badehütte, zu deren Betrieb die Stadtge- meinde nach Fischnaler den Aufseher und die Schwimmhosen beistellte. Seit dem Jahre 1923 ist diese Badeanstalt dem Tiroler Wassersportverein 1919 verpachtet. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute die Stadt, wohl in Erkenntnis der gesundheitlichen Bedeutung vermehrter Badegelegenheiten, in rascher Folge 7 Bäder, und zwar in den Jahren 1904, 1906 und 1914 die 3 sogenannten Volksbäder, das letzte an Stelle des niedergerissenen Bades,,Kaiserkrone", 1906 und 1913 das Männer- und Frauenschwimmbad - Sommerbäder in der Museumstraße, 1927 auf dem Grund des ein Jahr vorher aufgelassenen Nicolits-Bades die Badeanstalt in der Salurner Straße und 1929 das Hallenbad neben dem Gaswerk. Die beiden Volksbäder 1 und 2 im Garten der Dreiheiligenschule und in der Michael-Gaismayr- Straße wurden, durch die beiden letztgenannten Anstalten entbehrlich geworden, aufgelassen. Die 5 in städtischer Verwaltung stehenden Bäder kamen durch die amerikanischen Fliegerangriffe außerordentlich zu Schaden. Die beiden Schwimmbäder in der Museumstraße wurden zerstört, die 3 übrigen Anstalten derart beschädigt, daß bis heute nur das Volksbad 3 vollbetriebsfähig gestaltet, die Badeanstalt in der Salurner Straße in beschränktem Umfang und das Hallenbad überhaupt noch nicht in Wieder- verwendung genommen werden konnte. Die beiden Sommerbäder werden nicht mehr aufgebaut; die Überreste des Frauenschwimmbades werden zu einem Kindertages- heim ausgestaltet werden. Das zugeschüttete Schwimmbecken wird einen geschützten Spielplatz bilden. Der Platz, wo das Männerschwimmbad gestanden ist, ist ein- geebnet. Der Besuch des Volksbades, der Badeanstalt in der Salurner Straße und des Hallen- bades wurde in je 3 Tabellen dargestellt, und zwar für eine Reihe von Jahren in Jahressummen, für 2 oder 3 Jahre in Monatssummen und weiters in Tagesdurch- schnittsziffern. Die Angabe der Bruttoeinnahmen sowie der Durchschnittseinnahmen pro Badegast ergänzen das Bild. Die Besuche des Hallenbades sind in einer 4. Tabelle außerdem nach dem Geschlecht gegliedert. Die Jahresübersichten lassen die Ent- wicklung der Frequenz überhaupt und die Monatsausweise die jahreszeitlich bedingten Schwankungen erkennen, die Tagesdurchschnittsziffern veranschaulichen in ein- prägsamen Zahlen den jeweiligen Umfang des Bäderbesuches. Die Gliederung der Besucher des Hallenbades nach dem Geschlecht bestätigt die bekannte Tatsache, daß die Brausen vorwiegend von Männern benützt, die Wannenbäder von den Frauen bevorzugt werden und daß die Zahl der Schwimmer, bisher wenigstens, die der Schwimmerinnen übertrifft. Der schwächste Besuch aller Anstalten fällt in der Gesamt- summe auf die Jahre 1933/34. Den stärksten Besuch weist das Jahr 1943 auf, dessen Besuchsziffern in der Gesamtsumme mehr als das Doppelte, in einzelnen Badearten das Dreifache gegenüber 1934 betrugen. Ganz im Gegensatz hiezu senkte sich die Besuchskurve des Männer- und des Frauenschwimmbades ständig, beim Männerschwimmbad schneller, beim Frauenschwimmbad zögernder. Im Jahre 1943, dem letzten Betriebsjahr, war die Frequenz beider Bäder seit der Eröffnung des Hallenbades auf ein Drittel zurückgegangen. Durch die Einführung der Familien- bäder waren sie unmodern geworden. In den Verhältniszahlen, den Jahresdurch- schnitten auf den Kopf der Bevölkerung - Tabelle V/9 E-zeigt sich die Steige- 84 rung des Besuches infolge des stärkeren Anwachsens der Bevölkerung, natürlich in viel schwächerem Maße. Die Bäderstatistik des deutschen Gemeindetages kam für das Jahr 1939, das für Innsbruck ein gutes Durchschnittsjahr war, hinsichtlich 11 deutscher Städte über 50000 bis 100000 Einwohner zu folgenden Ergebnissen: auf 80446 Einwohner entfiel eine Schwimmhalle, jedes Hallenbad verabfolgte im Durchschnitt a) 131860 Schwimmbäder, b) 75545 sonstige Bäder; ein Sommerschwimmbad zählte durch- schnittlich 44940 Besucher. Die Vergleichstabelle V/9 F zeigt die ermittelte In- anspruchnahme der verschiedenen Arten von Badeanstalten und die auf den Kopf der Bevölkerung entfallenden Durchschnittszahlen. Die entsprechende Gegenüber- stellung der Innsbrucker Zahlen aus demselben Jahre lassen die über dem Durch- schnitt liegende Frequenz der Warmbäder und des Hallenbades, aber auch den weit unter dem Durchschnitt liegenden Besuch der beiden einem Geschlecht vorbehal- tenen Sommerbäder erkennen. An den Durchschnittszahlen der deutschen Gemeinden ermißt man unschwer das bis 1943 steigende Übermaß der Beanspruchung unserer 2 Warmbäder und des Hallenbades. Die Badefreudigkeit der Innsbrucker Bevölkerung darf natürlich nicht allein nach den Verhältniszahlen der Tabelle V/9 E beurteilt werden. Es wäre vollkommen falsch, etwa daraus abzulesen, daß z. B. jeder Innsbrucker im Jahr nur 2 bis 3 Wannenbäder oder im ganzen 612 Bäder irgend welcher Art nimmt, denn außer den 48 Brausen und 81 Wannen der städtischen Bäder in Innsbruck gibt es - abge- sehen vom Venusbad-rund 7300 Badezimmer und bestehen neben den städtischen Badeanstalten noch die Sommerbäder in der Höttinger Au, in Büchsenhausen und Schönruh. Übrigens sind für den Sommerbadebetrieb auch die in den Nachbar- gemeinden liegenden Badeanstalten am Lanser See, Mühlsee und Natterer See und das neue Haller Schwimmbad von Bedeutung. V/10. Friedhöfe Die Friedhöfe in Innsbruck nehmen laut Tabelle V/10 A zusammen eine Fläche von 13 h 65 a 31 m² ein. Die Anzahl aller Grabstellen, belegt oder unbelegt, beträgt 32462. Im Jahre 1945 wurden 1459 Tote begraben und von 7 die Asche in Urnen entweder im Hain oder in Gräbern beigesetzt; im Jahre 1946 waren die entsprechen- den Zahlen 1244 und 9. Die Gesamtzahl der Bestattungsfälle ist somit von 1466 auf 1253 zurückgegangen. Dieser Rückgang hängt mit der Abnahme der Sterbe- fälle der Ortsansässigen zusammen, im Jahre 1945 waren es 1156, im Jahre 1946 868; von den in beiden Jahren verstorbenen Ortsfremden wurden also je 300 bis 400 in Innsbruck bestattet. In allen älteren Friedhöfen herrscht Platzmangel, der die Stadtgemeinde, zufolge ihrer Aufgabe für eine sanitär einwandfreie Beerdigung der im Stadtgebiet Verstorbenen zu sorgen, in nächster Zeit zu Friedhoferweite- rungen oder zu Neuanlagen zwingen wird. Durch Fliegerangriffe nahmen besonders der Westfriedhof und auch der neue Wiltener Friedhof Schaden. Im Westfriedhof wurden neben vielen Freilandgräbern auch beträchtliche Teile der Arkaden und damit eine Reihe von künstlerisch wertvollen Grabdenkmälern und Wandgemälden zerstört oder schwer beschädigt. Die Tabelle V/10 B gibt einen kurzen Überblick über die Entwicklungsgeschichte der wichtigsten Friedhöfe. Der im Jahre 1945 von der französischen Besatzungsmacht in der Bienerstraße angelegte Friedhof miẞt 14 a 40 m², gilt als Provisorium und ist der Einflußnahme des Stadtmagistrates entzogen. F. 85 Tabelle V/1 A Sanitätspersonen (Stand vom 14. 4. 1947) Praktische Ärzte, darunter 7 Ärztinnen Fachärzte, darunter 4 Ärztinnen. Ärzte ohne Praxisberechtigung) Ärzte an den Universitätskliniken Zahnärzte, darunter 1 Zahnärztin Dentisten, darunter 2 Dentistinnen Hebammen, frei praktizierend Lehrhebamme. Hebammen an der Klinik. . . 61 67 88 206 . 25 30 314 Apothekenbesitzer und -Verwalter Pharmazeutische Angestellte 15 48 Nichtpharmazeutische Angestellte in Apotheken. 29 Freiberufliche Krankenschwestern. 53 Krankenschwestern und -Pfleger an den Universitätskliniken 265 . Krankenschwestern und -Pfleger in den Sanatorien Operationsschwestern. . Technische Assistentinnen und Röntgenschwestern. Freiberufliche Säuglingsschwestern Freiberufliche Heilgymnastinnen Masseusen Gesundheitsfürsorgerinnen Desinfektoren. Angaben des Städtischen Gesundheitsamtes. 70 17 41 28 2 2 19 4 1) Zu den 88,,Ärzten ohne Praxisberechtigung" gehören 21 Amtsärzte, Vertrauensärzte usw., also bei irgend welchen Stellen angestellte Ärzte. Die restlichen 67 Ärzte sind zum Teil arbeitslose Ärzte, zum Teil verheiratete Ärztinnen, die den Beruf nicht ausüben, weiters Ärzte im Ruhestand. Außer diesen 88 Ärzten sind 67 Ärzte und 4 Zahnärzte aus politischen Gründen suspendiert. 86 Öffentliche Apotheken a) Geordnet nach der Lage: In der Katastralgemeinde Innsbruck 9 In der Katastralgemeinde Wilten In der Katastralgemeinde Pradl In der Katastralgemeinde Mühlau 2 2 1 Insgesamt 14 b) Geordnet nach dem Gründungsjahr: 1. Alte Hofapotheke beim Goldenen Dachl 2. F. Winkler, Stadtapotheke¹) 3. St.-Anna-Apotheke. 4. Apotheke zur Mariahilf Tabelle V/1 B . vor 1300 1500 " 1821 1877 1872 1880 1903 1906 1909 1927 1934 1934 1938 1943 5. Apotheke zur Triumphpforte 6. Apotheke zum Tiroler Adler. . . 7. Stadtapotheke zum Andreas Hofer 8. Saggen-Apotheke . . 9. Dreifaltigkeits-Apotheke 10. Nordketten-Apotheke 11. Apotheke zur Universität 12. Zentral-Apotheke . . 13. Apotheke zum hl. Konrad, Boxner Platz¹) 14. Burggrafen-Apotheke Bezeichnung und Gründungsjahr nach Angaben der Inhaber. 1) Beide Apotheken wurden durch Sprengbomben zerstört; die Winkler-Apotheke befindet sich nicht mehr in der Herzog-Friedrich-Straße Nr. 25, sondern derzeit Herzog-Friedrich- Straße Nr. 28, die Konrad-Apotheke nicht mehr Bozner Platz Nr. 7, sondern in der Wilhelm- Greil-Straße Nr. 19. 87 88 Tabelle V/2 A Rettungsdienst Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz, Rettungsstelle Innsbruck Leistungen im Jahre 1. Erste Hilfeleistungen a) auf der Station b) mit Rettungswagen Insgesamt 2. Gliederung der ersten Hilfeleistungen mit Wagen nach der Art des Anlasses 1945 vom 1. 5. an 1946 131 239 422 871 533 1110 d) Sportunfälle f) Alkoholexzesse g) Leuchtgasvergiftung h) Starkstromunfälle a) Verkehrsunfälle b) Betriebsunfälle c) Unfälle im Haushalt e) Selbstmordversuche 128 189 55 91 5 19 13 84 14 53 6 17 1 32 1 3 i) Unfälle durch Elementarereignisse 3 k) Unfälle durch fremde Personen 36 19 1) Unfälle durch Tiere 2 m) Plötzliche Erkrankungen 150 336 Blinder Alarm 2 Vor dem Eintreffen der Rettungsmannschaft gestorben 10 24 Insgesamt 422 871 3. Sonstige Krankentransporte 5418 8985 4. Zurückgelegte Kilometer 50 800 89 448 Angaben der Rettungsstelle Innsbruck der Österr. Gesellschaft vom Roten Kreuz. (108) 800 a sole se Tabelle V/2 B Österreichischer Bergrettungsdienst, Ortsstelle Innsbruck Meldestellen Anzeigen Angezeigte Personen Von den angezeigten Personen sind: a) allein zurückgekehrt b) geborgen worden: unverletzt verletzt tot (darunter Selbstmörder) Ergebnislose Nachforschungen Irrige Meldungen 1945 1946 23 23 23 50 00 49 49 27 20 67 1 6 16 54 8 (-) 5 (-) 2 1 1 Angaben des Österreichischen Bergrettungsdienstes, Landesleitung Tirol, Ortsstelle Innsbruck. 100 planch 89 Tabelle V/3 Innsbrucker Krankenanstalten - Bewegung 1945 und 1946 Betten Zahl der Pfleglinge am Nr. Anstalten Stand am Jah- Jahresanfg. Zuwachs Zusammen res- ende männl. ins- weibl. ges. im Tages- Stand am durchschnitt insgesamt dar. gestorb. Jahresende männl. ins- männl. ins- männl. ins- männl. ins-minnl. ins- Hundertsatz gesamt weibl. gesamt weibl. gesamt weibl. gesamt weibl. ges. weibl. 1945 Verpflegstage Abgang ins- ges. (-) je Pflegling 1 Allg. Krankenhaus 236 7035 7271 6835 470 436 1125 498 13215 13712 12853 784 860 (Univ.-Kliniken) 262 6180 6442 6018 314 424 943 (83.8) 344103 25 23 206 229 215 7 14 2 Städt. Sanatorium 60¹) 52 521 573 516 21 57 29 315 344 301 14 43 60 (100.0) 22088 38 3 Sanatorium der 62 508 570 512 21 58 140 140 1864 2004 1867 66 137 Kreuzschwestern 78 1356 1434 1355 45 79 131 (93.5) 48096 24 44 4 Sanatorium der 61 838 899 870 25 29 180¹) 160 2095 2255 2180 58 75 150 (83.3) 55042 24 Barmh. Schwestern 99 1257 1356 1310 33 46 382 8587 8969 8432 523 537 Zusammen 1505 850 17695 18545 17416 929 468 90108 9576 8984 406 592 1129 1284 (85.3) 469 329 25 1946 1 Allg. Krankenhaus (Univ.-Kliniken) 436 6601 7037 6656 384 381 1125 860 15313 16173 15425 640 748 424 8712 9136 8769 256 367 1006 (89.4) 367 308 222 2 14 227 241 227 13 14 Städt. Sanatorium 60¹) 57 576 633 591 16 42 59 (98.3) 21481 33 43 349 392 364 3 28 3 Sanatorium der 58 651 729 667 24 62 140 137 2231 2388 2248 51 140 137 (97.8) 50148 21 Kreuzschwestern 79 1580 1659 1581 27 78 4 Sanatorium der 29 792 821 799 16 22 120 75 1980 2055 2003 37 52 Barmh. Schwestern 46 1188 1234 1204 21 30 116 (96.6) 42375 20 537 8271 8828 8349 437 479 Zusammen 1445 1129 20100 21249 20267 744 982 1318 (91.2) 481312 22 592 11829 12421 11918 307 503 Angaben des Verwaltungsdirektors der Universitätskliniken und der Leitungen der Sanatorien. 1) Mit Ausweichstellen. Jahr Baratungs- Tabelle V/4 Mutterberatung Zahl der ärztl. Beratungen Ärzte Für- sorgerinnen bei Kleinkd. Säugling. Zu- Erstmals Zahl der begut- Quarz- achtete licht- (1-6 J.) sammen Säuglinge bestrahl. 1 Obfürs. 1939 6 3 7793 1148 8941 867 860 4 Fürsg. 1 Obfürs. 1940 7 3 4 Fürs. 10783 1513 12296 1343 1123 2 NSV.-Fs. 1 Obfürs. 1941 8 4 4 Fürs. 13409 1938 15347 1470 4200 4 NSV.-Fs. 1 Obfürs. 1942 10 5 5 Fürs. 15633 2835 18486 1645 410 6 NSV.-Fs. 1 Obfürs. 1943 10 10 5 3 Fürs. 15847 4494 20341 1538 568 8 NSV.-Fs. 1 Obfürs. 1944 10 4 6205 2239 8444 800 8 NSV.-Fs. 1 Obfürs. 1945 7 4 5463 1120 6583 822 1340 6 Fürs. I Obfürs. 1946 7 4 9995 1802 11797 1199 2040 6 Fürs. Angaben des Städt. Gesundheitsamtes. 91 Tabelle V/5 Schulgesundheitspflege und Schulzahnpflege¹), Impfungen Tätigkeit Schulärztliche Untersuchungen 1945 1946 a) Reihenuntersuchungen von Schülern und Schülerinnen der Volks-, Haupt- und Mittelschulen 4622 8605 b) Reihenuntersuchungen von Kindergartenkindern 805 e) Überweisung zur Zahnbehandlung Impfungen a) Pockenschutzimpfung von Kindern (vom voll. 1. bis 14. Jahre) 2202 b) Diphtherie-Scharlachimpfung von Kindern 3998 e) Typhusimpfung von Erwachsenen und 40 Kindern 4733 Angaben des Städt. Gesundheitsamtes. 1) Durch den Bombenangriff vom 16. Dez. 1944 ist das statistische Material über Schul- gesundheitsfürsorge und Zahnpflege zugrunde gegangen. Als Beispiel für die Tätigkeit des Gesundheitsamtes in dieser Hinsicht werden dessen Berichtszahlen aus dem,,Statistischen Jahrbuch deutscher Gemeinden 1941" nachstehend angeführt. Schuljahr 1940/41 Schulart Betreute Schüler Durch Reihenunter- suchungen erfaßte Schüler Jahr- gänge Zahl v. H. d. Betreut. Zahl der Überwachungs- schüler Zahl der haupt-neben-haupt-neben- amtl. amtl. amtl. amtl. Schulärzte Schulfür- Borgerinnen Volksschulen Hauptschulen 4502 3 2764 61 691 2238 2 1073 48 268 4 5 5 Höhere Schulen 1359 9 1359 100 Hilfsschulen 136 6 136 100 136 Die 937 Schulanfänger wurden schulärztlich untersucht und von den 471 Knaben 9 (= 1.9%) und von den 456 Mädchen 10 (= 2.2%) vom Schulbesuch zurückgestellt. 92 92 Tuberkulosenfürsorge I. Personal 1 Tabelle V/6 -11 1 1 11 31 121 31 Art 1. Zahl der in der Fürsorgestelle tätigen Ärzte: 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 a) vollbeschäftigte Ärzte b) nicht vollbeschäftigte Ärzte 11T -11 c) Fachärzte für Tuberkulose 2. Zahl des in der Fürsorgestelle außerdem tätigen Personals: a) The-Fürsorgerinnen b) allgemeine Fürsorgerinnen c) Ordinationshilfe 1 1 1 1 1 11 11 Die Röntgenuntersuchungen werden mit eigenem Apparat vorgenommen. II. Zu- und Abgänge von Patienten bei der Tuberkulosenfürsorgestelle Bewegung 1. Neuzugänge insgesamt 2. Von den Neuzugängen waren: a) von Ärzten überwiesen b) von Behörden überwiesen c) Selbstmelder d) von der Fürsorgestelle bestellt e) ohne nähere Angabe f) Schirmbildaufnahme d. Südtiroler Rückwanderer 3. Abgänge insgesamt 4. Die Abgänge verteilen sich auf: a) Todesfälle an Tuberkulose b) Todesfälle an sonstigen Ursachen e) Wegzug d) Entweichen aus der Beobachtung e) nicht mehr beobachtungs- oder fürsorgebedürftige Patienten 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 410 2095 1768 1686 2181 1457 1869 3570 61 78 224 129 355 560 64 72 179 261 84 492 473 250 245 352 280 444 556 686 378 247 75 368 513 305 578 1000 517 630 494 600 1545 950 991 keine Aufzeichnung 66 66 1120 1844 1399 1592 2132 34 60 45 83 53 731) 461) 6 6 9 5 10 40 35 92 80 167 80 45 26 8111 1035 1726 1245 1354 1864 1) In Tabelle V/7 sind für das Jahr 1945 83, für das Jahr 1946 43 Todesfälle an Tbe ver- zeichnet; die Differenz mit den Angaben der Tbc-Fürsorgestelle ist damit zu erklären, daß bei der Fürsorgestelle einerseits nicht jeder Sterbefall registriert werden kann, da ihr nicht alle Sterbefälle in Innsbruck gemeldet werden - Meldepflicht besteht nur gegenüber dem Gesund- heitsamt, andererseits aber auch auswärts gestorbene Tuberkulosekranke registriert werden, wenn diese bei der Fürsorgestelle in Beobachtung waren. 93 94 46 III. Leistungen der Tuberkulosenfürsorgestelle Tabelle V/6 (Fortsetzung) Leistung 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1. Untersuchungen d. Auskultation u. Perkussion 2573 3087 2353 3082 3485 3346 3026 2987 2. Röntgendurchleuchtungen 1567 3236 3208 3850 5323 3427 6282 10311 3. Röntgenaufnahmen 38 477 306 307 269 167 97 4. Sputumuntersuchungen 220 473 309 333 390 421 366 313 5. Tuberkulinproben 6. Blutsenkungsproben 7. Blutbilder 464 226 217 298 195 308 993 34 48 36 45 1350 1437 853 1 28 Untersuchungen insgesamt 4398 7771 6450 7826 9810 8906 11419 15582 Leistung 1. Überweisungen in ärztliche Behandlung 2. Überweisungen in Krankenhäuser 3. Überweisungen in Heilstätten 4. Überweisungen in Erholungsheime 5. Asylierung IV. Maßnahmen der Fürsorgestelle 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 284 114 107 87 20 38 25 69 27 27 29 51 156 41 152 78 28 40 52 79 140 92 107 84 93 5 3 9 32 9 8 V. Wohnungsfürsorge der Fürsorgestelle Leistung 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1. Zahl der Krankenbesuche 2732 3006 3934 1867 2316 1534 2240 2960 (in wieviel Wohnungen) (1240) (1555) (952) (981) (728) (1310) (1420) 2. Zahl d. Besuche bei ansteckenden Tuberkulösen (in wieviel Wohnungen) 798 938 916 664 476 490 420 (182) (201) (335) (216) (217) (294) (271) Angaben des Städt. Gesundheitsamtes. Tabelle V/7 Meldepflichtige Infektionskrankheiten'), Erkrankungen und Todesfälle in den Jahren 1945 und 1946 (Die Zahl der Todesfälle steht in Klammern unter der Zahl der gemeldeten Erkrankungen) Tuberkulose Alters- klassen. (Jahre) Diphtherie Scharlach Keuchhusten der Lunge u. d. Kehlkopf. der Haut and. Organe 1945 Unterleibstyphus Paratyphus Übertragbare Ruhr Malaria Fleckfieber Zu- sammen 0 bis 15 4 48 1 unter 1 (3) (10) (1) (1) (1) 1 bis 73 64 163 36 1 335 1 6 78 (16) 1 unter 6 (9) (3) (10) 6 bis 27 30 13 24 2 1 unter 15 (1) (3) 15 bis 24 unter 20 20 bis 68 19 unter 40 40 bis 27 unter 60 60 und 21 8D4 17 1 (1) (1) (1) 2 114 8 2 1 6 201 2 200 13 (1) (2) 12 32423 358 (25) 102 (1) (5) 1 57 (3) 7 13 233 (19) (3) (1) (23) 72 5 2 21 (1) (14) (1) (1) 6 (3) 118 (20) 1 19 1 14 mehr J. (21) (8) (6) 35 (35) 235 129 226 283 18 11 3 12 8 51 1 981 Zusammen (14) (13) (56) (27) (1) (2) (1) (13) (127) 1946 0 bis 3 3 13 1 1 1 23 unter 1 (1) (2) (3) 1 bis 89 67 56 91 3 7 5 318 unter 6 (3) (1) (1) (5) 6 bis 37 32 17 87 2 10 5 4 unter 15 (1) (1) 15 bis 26 7 18 3 2 26 1 3 190 (2) 6 1 2 65 unter 20 20 bis 76 6 1 168 unter 40 (9) 40 bis 12 1 128 2 6 18 4 1 14 8 4 302 (2) (11) 5 10 1 3 2 1 163 unter 60 (1) (16) (4) (1) (22) 60 und 4 mehr J. 40 (10) 2 11 1 49 (1) (11) 247 Zusammen (6) (3) (36) 116 87 533 9 42 1 18 1 26 13 17 Angaben des Städt. Gesundheitsamtes. 1) Der Tabellenkopf enthält von den 33 meldepflichtigen Infektionskrankheiten nur jene 14 Krankheiten, die in den Jahren 1945 und 1946 vorgekommen sind. 1110 E (7) (1) (1) (54) 95 Tabelle V/8 Städtische Desinfektionsanstalt und Städtische Wäscherei Leistungen Desinfektionsanstalt: 1938 1945 1946 1. Transporte im Stadtgebiet 333 206 259 2. Auswärtige Transporte 162 212 187 3. Raumdesinfektionen 347 135 402 4. Dampf- und Formalindesinfektionen 80 96 47 5. Wagendesinfektionen 1 1 6. Entlausungen 199 55 Wäscherei: Gewaschene Wäschestücke 186494 99 806 122136 Angaben des Städt. Gesundheitsamtes. Tabelle V/9 A₁ Städtisches Volksbad in der Herzog-Otto-Straße (6 Brausen, 30 Wannen) Eröffnet am 28. 10. 1914 Beschädigt am 16. 12. 1944 Kostenaufwand: 248 683 Kronen Wiedereröffnet am 1. 8. 1946 Besucherzahl in den Jahren 1939 bis 1946 Kalender- jahr Wannenbäder Brausebäder Bäder insgesamt Brutto- einnahınen in Durch- schnitts- einnahme I. Kl. II. Kl. RM bzw. S pro Besucher 1939 24404 17177 40324 81905 40 354 0.49 1940 23122 22577 43991 89 690 49 239 0.54 1941 21 850 29 099 42762 98711 35012 0.35 1942 20245 35866 52207 108318 57 361 0.57 1943 20030 41 395 56527 117952 61 746 0.52 1944 18849 39006 51294 109149 58 328 0.53 1945) v. 1. Aug. 9831 -") 2) 24521 34352 16690 0.48 1946 an Tabellen V/9 A, -A, nach Angaben des Stadtbauamtes, Bäderverwaltung. 1) Vom 17. 12. 1944 bis 1. 8. 1946 gesperrt. 3) Die Unterscheidung in Klassen wurde mit der Wiedereröffnung vorläufig aufgelassen. 96 Wannenbäder Monat Brausebäder Städtisches Volksbad in der Herzog-Otto-Straße Monatliche Besucherzahl in den Jahren 1943 und 1946 Tagesdurch- schnitt I. Kl. Bäder insgesamt Badetage II. Kl. an Bädern Brutto- einnahmen Durchschn.- einnahme in RM bzw. S pro Besucher 1943 Jänner Februar 1449 3136 4324 8909 24 371 4683 0.52 1590 3340 4414 9344 24 389 4894 0.52 März 1830 3863 5118 10811 27 400 5666 0.52 April 1793 3750 4824 10367 25 414 5429 0.52 Mai 1790 3480 4823 10093 25 404 5246 0.52 Juni 1771 3433 4670 9874 25 394 5131 0.51 Juli 1766 3698 5149 10613 27 393 5563 0.52 August 1620 3260 4686 9566 26 367 4986 0.52 September 1599 3496 4714 9809 26 377 5164 0.53 Oktober 1994 3750 5149 10893 26 418 5645 0.52 November 1498 3436 4873 9807 26 377 5189 0.53 Dezember 1330 2753 3783 7866 26 302 4120 0.52 Zusammen 20030 41395 56527 117952 307 384 61716 0.52 1946 August 1339 3579 4918 26 September 2022 4328 6350 25 Oktober 2532 5116 7648 27 November 2237 5910 8147 Dezember 1701 5588 7289 Zusammen 9831 24521 34352 125 222223 189 2427 0.49 254 3001 0.47 283 3576 0.46 25 326 3993 0.49 331 3693 0.50 274 16690 0.48 Tabelle V/9 A Wannenbäder Tägl. Besucher- II. Kl. zahl Tägl. Brutto- einnahme in RM/S 184 383 201 196 274 133 Tabelle V/9 A³ Städtisches Volksbad in der Herzog-Otto-Straße Kalenderjahr (Badetage) Brausebäder I. Kl. 1943 65 134 Täglicher Durchschnittsbesuch und (307) tägliche Durchschnittseinnahme in 1946 78 97 10 den Jahren 1943 und 1946 (125) Tabelle V/9 B₁ Städtische Badeanstalt in der Salurner Straße (15 Brausen, 27 Wannen, Dampfbad) Eröffnet am 15. XI. 1927; geschlossen wegen Brennstoffmangels am 12. XI. 1944; beschädigt durch Brandbomben am 16. XII. 1944; wiedereröffnet für Brause- und Wannenbäder am 30. VII. 1945. Besucherzahl in den Jahren 1927 bis 1946 Wannenbäder Dampfbäder Brutto- Durchsch.- Kalenderjahr Brausebäder Heilbäder I. Kl. II. Kl. I. Kl. II. Kl. Bäder insgesamt einnahmen Einnahme in RM¹) proBesuch. 1927 2200 2823 vom 15. 11. an 4268 1062 1691 186 12230 12825 1,048 1928 19128 20961 33674 6162 16715 2073 98713 99634 1,009 1929 21213 22942 35180 5091 16963 2466 113855 100524 0,883 1930 21869 19864 33725 5545 20635 2951 104589 102471 0,981 1931 23497 17294 31496 5209 21 793 3990 103279 100307 0,971 1932 24239 13476 27973 4437 20641 5714 96480 90773 0,940 1933 24864 10039 24686 3692 18608 6777 88666 81033 0,913 1934 24571 7279 21539 2789 16046 7266 79490 70483 0,911 1935 24833 6528 20068 2613 14281 6575 74898 65 141 0,869 1936 25855 6019 20009 2481 14056 6903 75323 63887 0,848 1937 25872 5379 19036 2094 13956 7710 74047 62443 0,843 1938 26780 6990 22864 1896 13804 8605 80939 68866 0,850 1939 26 690 11252 30067 2116 15900 8458 94483 83747 0,886 1940 27777 15869 35170 2634 19691 11618 112759 103367 0,916 1941 26991 21400 38 793 3680 19416 12567 122847 117008 0,952 1942 26319 30092 42182 5532 25555 14128 143 808 135736 0,943 1943 26165 42493 46327 7619 1030346 13918 166868 160366 0,961 1944 15290 30694 31337 5808 20887 7500 111516 109385 0,980 bis 12. 11. 1945 13431 22804 19725 55960 S 28203 0,503 ab 30. 7. 1946 27792 49 154 33262 110198 S 55207 0,500 Tabellen V/9 B₁-B, nach Angaben des Stadtbauamtes, Bäderverwaltung. 1) Die Schillingsummen sind der leichteren Vergleichbarkeit wegen bis 1938 im Verhältnis 3: 2 in Reichsmark umgerechnet. Städtische Badeanstalt in der Salurner Straße Monatliche Besucherzahl in den Jahren 1943 und 1946 Brause- Wannenbäder Dampfbäder Monat Heilbäder bäder I. Kl. II. Kl. I. Kl. II. Kl. Bäder insgesamt Brutto- Durchsch.- einnahmen Einnahme in RM bzw. S proBesuch. 1943 Jänner 2060 3121 3582 684 2809 1057 13313 13000 0,976 Februar 2125 3230 3756 752 2874 1131 13868 13837 0,999 März 2608 3472 4093 759 2767 1314 15013 14328 0,954 April 2497 3485 4134 665 2340 1214 14335 13879 0,943 Mai 2291 3557 3796 652 2505 1469 14270 13488 0,945 Juni 2301 3566 3767 580 2355 1456 14025 13478 0,960 Juli 2321 3653 4012 531 2029 1537 14083 13053 0,930 August 1239 3310 3817 423 1596 1204 11589 11516 0,99 September 2245 3836 4017 597 2402 1268 14365 13490 0,930 Oktober 2644 4306 4479 710 2921 1036 16096 15250 0,947 November 2175 4002 3965 759 3361 739 15001 14766 0,98 Dezember 1659 2955 2909 507 2387 493 10910 10284 0,94 Zusammen 26165 42493 46327 7619 30346 13918 166868 160369 0,961 1946 Jänner 2815 5247 3703 Februar 2502 4558 3420 März 2835 5193 3476 April 2467 4503 3080 Mai 2450 4012 2626 Juni 2349 3632 2322 Juli 1981 3607 2755 August 1860 3333 2110 September 2003 3590 2488 Oktober 2421 4272 2772 November 2338 4019 2653 Dezember 1771 3188 1847 Zusammen 27 792 49 154 33252 Tabelle V/9 B³ 11765 5933 0,504 10480 5312 0,507 11504 5805 0,505 10050 5066 0,504 9088 4490 0,494 8303 4057 0,488 8343 4231 0,507 7303 3655 0,500 8081 4059 0,502 9465 4725 0,499 9010 4487 0,498 6806 3387 0,498 110198 55207 0,500 Tabelle V/9 B₂ Kalenderjahr Brause- Wannenbäder Dampfbäder Heil- Tgl. Be-Tgl. Btto.- sucher- Einnahm. Städtische Badeanstalt in der Salurner Straße (Badetage) bäder bäder 1943 88 144 I. Kl. II. Kl. 156 I. Kl. 25 II. Kl. zahl RM/S 102 46 561 539 99 60 Täglicher Durchschnittsbesuch und (297) tägliche Durchschnittseinnahme in 1946 93 164 112 369 185 den Jahren 1943 und 1946 (298) Tabelle V/9 C Städtisches Hallenbad (Schwimmbad, 24 Wannen, 27 Brausen) Eröffnet am 15. Juni 1929; beschädigt am 19. 12. 1943; gesperrt vom 19. 12. 1943 bis 31. 1. 1944. Im Laufe des Jahres 1944 neuerlich und wiederholt beschädigt; endgültig gesperrt am 17. 12. 1944. Schadenshöhe - nach damaliger Schätzung S 180000. Seit 1945 Wieder- herstellung im Gange; Zeitpunkt der Wiedereröffnung von der Baustoffzuteilung und Brenn- stofflage abhängig. Bades Zahl der Besucher seit der Eröffnung des Bades Kalender- jahr Schwimm- Wannen- Brause- Schwimm- bäder bäder bäder unterricht Massagen Gesamtzahl der Besucher 1929 v. 15. 6. an 107919 7627 1896 1556 326 119 324 1930 160028 22777 9846 2181 400 195232 1931 112421 24872 15772 1660 779 155504 1932 111108 22729 18071 1989 1486 155 383 1933 93263 18542 22719 1237 1294 137055 1934 99 264 16286 37 337 1825 1134 155846 1935 124354 15766 43167 1553 884 185724 1936 124436 15804 52844 1082 956 195122 1937 119588 15569 58 349 1105 880 195491 1938 140255 19242 65982 1401 599 227479 1939 164177 25959 74835 1072 151 266 194 1940 188794 34975 83559 806 -1) 308134 1941 185751 45905 80881 790 313327 1942 199017 56670 66678 778 323143 1943 224758 79181 72512 824 377275 1944 83597 48271 36425 105 168398 Tabellen V/9 C₁-C, nach Angaben der Stadtwerke Innsbruck, Gaswerk. 1) Massagen vom 1. 1. 1940 eingestellt. 100 fanolé Städtisches Hallenbad - Monatliche Besucherzahl in den Jahren 1937 und 1943 Tabelle V/9 C₂ Schwimmbäder Wannenbäder Brausebäder Besucher 1937 Schwimm- Monat männl. Vereins- weibl. zu- mitglied. sammen männl. weibl. sammen zu- männl. weibl. unterricht Massagen zu- im sammen Monat im Tages- Durchschn. 3341 588 3109 Jänner 347 5477 1377 4584 1789 789 1475 21 21 18 11477 370 3821 569 3139 Feber 349 6058 1197 4562 18 127 11962 470 1888 628 1423 5889 710 3798 März 446 8662 1609 5647 36 77 2327 899 1849 17 16031 517 4544 650 3616 April 591 8027 1495 5451 28 82 15083 502 2892 845 1835 7448 583 3608 Mai 515 12511 1303 5275 89 81 19259 621 4548 720 1667 7822 435 2655 Juni 895 14930 1001 4006 334 50 6213 566 1351 50 20321 677 7223 486 2983 Juli 1945 14349 1103 4441 341 86 20320 655 5181 617 1458 6872 515 3010 August 1632 12884 1101 4362 109 56 18512 597 4380 586 1352 5807 572 3306 September 1273 10559 1214 4749 34 73 3479 642 1443 6326 762 3908 Oktober 1174 10141 1529 5719 38 85 2641 767 1811 13 98 16629 554 17512 564 5818 573 2940 November 936 8995 1229 4397 42 62 14725 490 2241 656 1457 4647 660 3679 Dezember 543 6995 1411 5156 15 83 13660 440 1805 751 1477 69 558 Zusammen 39 384 10646¹) 119588 7103 39751 15569 58349 1105 880 195491 535 8466 18598 ¹) Männl. 7090, weibl. 3556. 101 102 Tabelle V/9 C, (Fortsetzung) Schwimmbäder Wannenbäder Brausebäder 1943 Schwimm- Monat männl. Vereins- weibl. mitglied. sammen zu- männl. zu- männl. unterricht Massagen zu- im weibl. sammen weibl. sammen Monat Besucher im Tages- Durchschnitt 7705 2770 3747 Jänner 755 10144 6257 5646 16 22063 711 1684 3487 1899 10233 2733 3777 Feber 717 14280 6162 5663 22 26127 933 3330 3429 1886 13560 3216 4357 März 1112 19616 7111 6570 34 33 331 1075 4944 3895 2213 14334 3075 5632 April 920 20152 6902 7826 44 34924 1164 4898 3827 2194 15076 2979 6645 Mai 1052 23487 6938 6896 49 37370 1205 7359 3959 2251 13541 2711 4288 Juni 1289 22389 6453 6483 136 35461 1182 7559 3742 2195 14198 2774 4456 Juli 1063 22599 6863 6701 189 36 352 1172 7338 4089 2245 19149 2919 4067 August 1284 27554 6625 6143 144 L 40466 1305 7121 3706 2076 14406 3069 3839 September 1063 19496 6783 5606 106 31991 1066 4027 3714 1767 14575 3524 4359 Oktober 808 20371 7713 6507 32 34623 1116 4988 4189 2148 10374 3268 3645 November 881 16114 7231 5524 38 28907 963 4859 3963 1879 5682 1911 1956 Dezember 356 8556 4143 2947 14 15660 870 2568 2232 991 152783 34949 48768 Zusammen 60675 11 300¹) 224758 79181 72512 824 377275 1074 44232 23744 1) Männl. 9476, weibl. 1824. Städtisches Hallenbad Täglicher Durchschnittsbesuch und tägliche Durchschnittseinnahme in den Jahren 1937, 1941 und 1943 Tägliche Schwimmbäder Wannenbäder Brausebäder Schwimm- unterricht Massagen Kalenderjahr Tägliche Besucherzahl (Badetage) männl. weibl. zu- sammen männl. zu- männl. zu- weibl. sammen weibl. männ. zu- männ. sammen weibl. sam. weibl. zu- männl. Brutto- einnahme sam. weibl. zu- sammen in RM 1937 210 19 108 328 42 159 (365) 118 23 51 1941 363 58 153 514 127 224 (361) 151 69 71 1943 462 99 139 640 225 206 (351) 178 126 67 212121 2 341 3 3 3 co co co 3 535 196 1 194 576 868 334 292 702 1074 451 372 1933 Tabelle V/9 C4 Übersicht der Besucher nach Bädern und Geschlecht und der Einnahmen in den Jahren 1937 und 1940 bis 1944 Tabelle V/9 Ca 1631 Schwimmbäder Wannenbäder Brausebäder Kalender- jahr männl. weibl. zu- sammen männl. zu- weibl. sammen männl. zu- weibl. Schwimm- unterricht männl. zu- männl. zu- sam. weibl. sammen weibl. sammen Massagen Gesamtzahl der Besucher männl. weibl. sammen Brutto- ein- Durch- schnitts- nahmen einn. zu- in RM pro Bes. 76648 7103 39751 736 294 124532 1937 119588 15569 58349 1105 880 195491 71650 0,366 42940 8466 18598 369 586 70959 129121 16067 57560 603 203351 1940 188794 34975 83559 806 308 134 110522 0,358 59 673 18908 25999 203 104783 131 113 20714 55170 592 207589 1941 185751 45905 80881 790 313327 120637 0,385 54638 25191 25711 198 105738 144201 24600 44211 572 213584 1942 199017 56670 66678 778 323147 130351 0,403 54816 32070 22467 206 109 559 162259 34949 48768 514 246490 1943 224758 79181 72512 824 377275 158474 0,420 62499 44232 23744 310 130785 66450 23066 24349 89 113954 1944 83597 48271 36425 105 168398 81359 0,483 17147 25 205 12076 16 54444 103 104 Männerschwimmbad Frauenschwimmbad in der Museumstraße Tabelle V/9 D Kostenaufwand: 91 849 Kronen Eröffnet 1908 Kostenaufwand: 106378 Kronen Eröffnet 1913 Zuschußbedarf beider Bäder zusammen in den letzten 6 Betriebsjahren durchschnittlich RM 6493 im Jahr Zerstört am 15. 12. 1943. Beschädigt am 15. 12. 1943, zerstört am 16. 11. 1944. Zahl der Besucher Durch- Zahl der Besucherinnen Durch- Kalender- Badebetrieb jahr vom bis insgesamt darunter Schüler u. Studenten Brutto- einnahmen schnitts- in RM Einnahme pro Besucher darunter insgesamt Schülerinnen u. Student. Brutto- einnahmen in RM schnitts- Einnahmen pro Besucherin 1930 8. 5.-13. 9. 18206 6792 6429 0,353 20487 11643 6909 0,337 1931 19. 5.-12. 9. 15226 5734 5340 0,350 16510 9227 5667 0,343 1932 18. 5.-24. 9. 18461 6716 6182 0,334 20 799 10536 6886 0,331 1933 23. 5.-15. 9. 12573 4368 4120 0,328 14606 7111 4904 0,335 1934 23. 5.-8. 9. 10850 3860 3558 0,328 12885 5812 4197 0,325 1935 23. 5.-7.9. 10428 3591 3336 0,319 12771 5939 3994 0,313 1936 20. 5.-10. 9. 8872 2878 2818 0,318 9488 4067 2935 0,309 1937 21. 5.-10. 9. 9692 3067 3050 0,314 10939 4981 3289 0,300 1938 17. 5.-15. 9. 11294 4181 3475 0,307 12008 4867 3765 0,313 1939 16. 5.-16. 9. 9379 2581 3034 0,323 11983 5421 3611 0,301 1940 21. 5.-28.9. 7590 2753 2372 0,312 14063 5136 4366 0,310 1941 12. 6.-30. 9. 4193 2217 1509 0,359 10190 1929 3091 0,303 1942 11. 5.-28. 9. 5013 2047 1835 0,366 14844 7136 5016 0,338 1943 1. 5.-30.9. 5338 1844 1998 0,374 9025 3889 3899 0,431 Angaben des Stadtbauamtes, Bäderverwaltung. Tabelle V/9 E Summe aller an den städtischen Badeanstalten in den Jahren 1934, 1939 und 1943 abgegebenen Bäder Bäderart 1934 Insgesamt ab- Einw. 61005 Jahresdurch- schnitt auf 1939 Insgesamt Einw. 78 395 ab- Jahresdurch- schnitt auf 1943 Einw. 101996 Insgesamt ab- Jahresdurch- schnitt auf gegebene den Kopf der gegebene Bäder Bevölkerung Bäder den Kopf der Bevölkerung gegebene den Kopf der Bäder Bevölkerung Brausebäder 83 784 1.37 125929 1.61 118707 1.16 Wannenbäder 96149 1.57 124779 1.59 265923 2.61 Heilbäder 7266 0.12 8458 0.11 13918 0.13 Dampfbäder 18835 0.31 18016 0.23 37965 0.37 Schwimmbäder in der Halle 101 089 1.66 165249 2.11 225582 2.22 Schwimmbäder in den Sommerbädern 23735 0.39 21 362 0.27 14363 0.14 330858 5.42 463793 5.92 676458 6.63 008 Vergleich mit dem Bäderbesuch in 11 deutschen Städten über 50000 bis 100000 Einwohner im Jahre 1939 Ermittlungs- bereich Anzahl Warmbadanst. Zahl der Besucher auf den Kopf d. Bevölkerung Anzahl Hallenbäder a) Schwimm- bäder b) alle übrig. Bäder- arten Jahresdurchsch. auf den Kopf d. ölkerung Anzahl Sommerbäder Zahl der Besucher Jahresdurchsch. auf den Kopf d. Bevölkerung Tabelle V/9 F Insgesamt ab- gegebene Bäder Jahresdurchnitt auf den Kopf der Bev. 11 deutsche Städte über 12 312240 0.81 11 50000 bis a) 1450471 b) 683 530 0.90 1.63 17 763989 0.85 3131801 3.52 100000 Einw. Innsbruck a) 165 249 2.11 2 176388 2.25 1 21 21362 0.27 463793 5.92 b) 100 794 1.28 105 106 Tabelle V/10 A Friedhöfe Friedhöfe Fläche in m² Grab- stellen am Jahresende 1945 Neu- u. Wieder- belegungen, Beilegungen Urnenplätze im Urnenhain alle d Bestat- tungen v. Urnen Gräbern Städt. Friedhöfe: 1. Westfriedhof 48 697 14009 287 824 3 2. Ostfriedhof 21008 3488 562 22 23 19 3. Friedhof in Hötting¹) 5887 1415 83 4. Neuer Friedhof in Mühlau 7651 779 96 3 8 5. Neuer Friedhof in Arzl 4300 420 10 6. Friedhof in Amras 1131 250 15 7. Osterfeld) 6500 320 6 Städt. Friedhöfe insgesamt 95174 20681 1059 824 3 4 53 8. Alter Friedhof in Wilten 2617 540 18 9. Neuer Friedhof in Wilten 14720 3878 201 10. Friedhof in Mariahilf 5562 1554 97 121 4 11. Friedhof in St. Nikolaus 4438 1139 53 12. Alter Friedhof in Mühlau³) 821 191 6 13. Alter Friedhof in Arzl4) 614 14. Friedhof in Vill 658 140 3 50 15. Friedhof in Igls 16. Alter Militärfriedhof') 17. Heldenfriedhof 18. Prov. französischer Friedhof Friedhöfe zusammen') 562 145 15 3571 946 7 6354 3248 1440 136531 32462 1459 824 3 4 65 Enterdigungen Fläche Grab- in m² stellen Friedhöfe am Jahresende 1946 Tabelle V/10 A (Fortsetzung) Neu- u. Wieder- belegungen, Beilegungen Urnen hai im Urnenplätze Bestat- tungen v. Urnen Gräber Enterdigungen Städt. Friedhöfe: 1. Westfriedhof 48697 14009 501 824 6 41 2. Ostfriedhof 21008 3488 271 3 26 3. Friedhof in Hötting¹) 5887 1415 79 6 4. Neuer Friedhof in Mühlau 7651 779 59 5 5. Neuer Friedhof in Arzl 4300 420 7 6. Friedhof in Amras 1131 250 8 7. Osterfeld³) 6500 320 3 Städt. Friedhöfe insgesamt 95174 20681 925 824 6 3 81 8. Alter Friedhof in Wilten 2617 540 17 1 9. Neuer Friedhof in Wilten 14720 3878 146 10. Friedhof in Mariahilf 5562 1554 81 3 11. Friedhof in St. Nikolaus 4438 1139 50 12. Alter Friedhof in Mühlau³) 821 191 5 13. Alter Friedhof in Arzl') 614 - 14. Friedhof in Vill 658 140 2 15. Friedhof in Igls 562 145 8 1 3571 946 10 16. Alter Militärfriedhof³) 17. Heldenfriedhof 18. Prov. französischer Friedhof Friedhöfe zusammen") 6354 3248 1440 136531 32462 1244 824 6 3 86 Angaben des Städt. Vermessungsamtes, der städt. Friedhofskanzlei, der Gebäudeverwaltung des Amtes der Tiroler Landesregierung über den Friedhof in Mariahilf, der Pfarrämter von Wilten, St. Nikolaus, Mühlau, Arzl, Igls-Vill, der Frau Oberstleutnant Mathilde Zeller über den alten Militärfriedhof, der Kriegsgräber-Fürsorge des Amtes der Tiroler Landesregierung und des Italienischen Roten Kreuzes über den Heldenfriedhof. 1) Über die knapp an der neuen Höttinger Kirche liegenden Grabstellen verfügt das Pfarramt. 2) Osterfeld ist Pachtgrund. 3) Nach einer alten Gepflogenheit kann über 27 im nördlichen Teil des Mühlauer Pfarr- friedhofes gelegene Grabstellen die Gemeinde verfügen. 4) Im Arzler Pfarrfriedhof finden keine Beisetzungen mehr statt. 5) Davon sind 1759 m² Eigentum des Staates, 1812 m² Eigentum der Stadt. 6) Die in der Tabelle II/2 C für Friedhöfe ausgewiesene Fläche von 140350 m³ wird durch Zuschlag des Tummelplatzes mit 3819 m² erreicht. 107 Tabelle V/10 B Westfriedhof 1856 Friedhöfe in Innsbruck Geschichtlicher Überblick Der älteste Friedhof von Innsbruck um die St.-Jakobs- Pfarrkirche wird 1509 aufgelassen und an die Westseite der Spitalskirche verlegt. 1855 beschließt der Gemeinderat einen neuen Friedhof außerhalb des Innrains anzulegen. 1856 wird ein kleiner Teil, 1858 der Rest der neuen Begräbnisstätte geweiht. Erweiterung nach Süden 1889, Um- und Neubauten (Ein- segnungshalle, Leichenhalle) 1926/27, Eröffnung des Urnen- friedhofes 1927. Neuer Friedhof in Wilten 1877 1876 beschließt der Gemeinderat von Wilten die Erbauung eines neuen Friedhofes südlich des alten. Einweihung 1877, Friedhoferweiterung und Bau einer Leichenhalle 1899. Neuer Friedhof in Mariahilf 1883 Neuer Friedhof in Hötting 1894 Neuer Friedhof in Arzl 1912 Ostfriedhof 1913 1786 Weihe des alten, hinter der Mariahilfkirche gelegenen, von der Tiroler Landschaft und aus Kirchenmitteln er- richteten Friedhofes. 1883 Einweihung des neuen Friedhofes am Höttinger Gelände (Bruchfeld). 1898 Auflassung des alten Friedhofes. Angelegt 1894, erweitert 1911. Angelegt 1912. Der alte Friedhof bei der heute abgebrochenen alten Pradler Kirche wird 1703 eingeweiht, 1913 geschlossen, 1928 auf- gelassen. Bau des Ostfriedhofes 1912/13. Neuer Friedhof in Mühlau 1914 Angelegt 1914. Osterfeld 1943 Angelegt nach den ersten beiden Fliegerangriffen auf Innsbruck im Dezember 1943. Die Friedhöfe um die Pfarrkirchen in St. Nikolaus, Mühlau, Arzl, Amras, Vill und Igls sind meist so alt wie die Ansiedlungen. Alter Militärfriedhof 1831 Neuer Militärfriedhof (Heldenfriedhof) 1915 Französischer Friedhof 1945 Pestfriedhof in Hötting 1625/26 Tummelplatz 1797 1769 wird dem Militär der neben dem alten Militärspital in Dreiheiligen liegende Pestfriedhof als Begräbnisplatz überlassen. 1831 Errichtung eines neuen Militärfriedhofes in den Pradler Feldern und Auflassung des alten. Erweiterung 1850. 1915 wird, da das Gräberfeld für die in Innsbruck verstor- benen Soldaten nicht mehr ausreicht, südlich vom Ost- friedhof der neue Soldatenfriedhof angelegt. lots Angelegt 1945, Provisorium. Angelegt 1625/26, wiederhergestellt 1846, Kapellenbau und neuerliche Herstellung durch die Pestfreithofgesellschaft 1912. 1797 Begräbnisplatz für die im Militärlazarett in Schloß Ambras verstorbenen Soldaten, später Gedächtnisstätte gefallener Soldaten. 108 VI/1. Jugendfürsorge VI. Allgemeine Fürsorge § 208 des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches in der Fassung der ersten Teil- novelle (kaiserliche Verordnung vom 12. 10. 1914) schuf unter dem Titel der ,,Generalvormundschaft" die Möglichkeit, zur Wahrung der Rechte und Interessen Minderjähriger, geeignete Organe der öffentlichen Verwaltung" oder Vereini- gungen für Jugendschutz als Vormünder zu bestellen. Die näheren Bestimmungen regelte die Verordnung des Justizministers vom 26. 6. 1916. Der Gemeinderat der Stadt Innsbruck beschloß am 27. November 1917 als geeignetes Organ zur Übernahme der Generalvormundschaft ein städtisches Jugendamt zu schaffen. Der vom Ge- meinderat bestellte Organisator und spätere Leiter desselben übernahm als General- vormund die Vormundschaft über alle seit dem 1. Mai 1918 in Innsbruck geborenen unehelichen Kinder, die in Innsbruck bleibend untergebracht oder nach Innsbruck zuständig waren. Gestützt auf das Heimatgesetz vom Jahre 1863, das in § 24 auch die Sorge um die Erziehung armer Kinder den Gemeinden zur Pflicht machte, erließ der Stadtmagistrat am 15. 6. 1918 eine Verordnung über das Halten von Pflegekindern. Damit war der weiteren Entwicklung des Jugendamtes in seinen beiden Hauptaufgaben der Weg gewiesen. Zehn Monate später wurden bereits 80 Mündel und 130 Pflegekinder betreut. Durch das Gesetz vom 4. 2. 1919, Staats- gesetzblatt Nr. 76, über den Schutz von Ziehkindern und unehelichen Kindern und durch die Vollzugsanweisung hiezu vom 1. 4. 1919 (Ziehkinderordnung) wurde die erwähnte Verordnung des Magistrates vom 15. 6. 1918 überflüssig. Als weitere Phase der mit der Novellierung des § 208 ABGB. begonnenen Entwicklung ist noch das Gesetz vom 13. 7. 1929, BGBl. 194, über die Erweiterung des Wirkungskreises der Berufsvormundschaften und die Durchführungsverordnung hiezu vom 31. 1. 1929, BGBl. 54, zu erwähnen. Zu einer grundlegenden Regelung der Frage der Errichtung von Jugendämtern und zur Festsetzung des Aufgabenkreises derselben ist es in Öster- reich nicht gekommen. In Deutschland waren diese Fragen durch das Reichsgesetz für Jugendwohlfahrt vom 9. 7. 1922-letzte Fassung vom November 1932-gelöst wor- den. Nach der Okkupation Österreichs wurden vorerst länderweise Regelungen ge- troffen. In Anlehnung an das Reichs-Jugendwohlfahrtsgesetz verfügte der Landes- hauptmann von Tirol mit Kundmachung vom 11. Jänner 1939 die Errichtung eines Landes-Jugendamtes, verpflichtete die Bezirksfürsorgeverbände, die seit Oktober 1938 an Stelle der einzelnen Gemeinden die Armenfürsorge übernommen hatten, zur Schaffung von Jugendämtern und bestimmte, vorbehaltlich einer späteren Regelung, den Aufgabenkreis. Das Pflegekinderwesen erfuhr eine sehr eingehende Behandlung und die nationalsozialistische Volkswohlfahrt-Jugendhilfe mußte zum ersten Male unter Aufrechterhaltung der Verantwortung des Jugendamtes offiziell zur Mitarbeit herangezogen werden. Die endgültige, übrigens im wesentlichen auch noch in Geltung stehende Regelung geschah durch die Verordnung über Jugendwohlfahrt in der Ostmark vom 20. 3. 1940, RGBl. I, Seite 519; natürlich ist das Erziehungsziel ein anderes geworden und die Mitarbeit der NSV-Jugendhilfe, die sich schließlich auf alle,,Aufgaben der Menschenführung und Menschenbetreuung" erstreckte und die 109 Jugendämter von der unmittelbaren Berührung mit den Pfleglingen und Erziehungs- berechtigten praktisch abschloß, ist weggefallen. Mit Freuden übernahm das Städtische Jugendamt nach dem Zusammenbruch des Reiches seinen natürlichen, vollen Wirkungskreis. Die nachfolgenden, zum Verständnis der Tabellen VI/1 A, und A, wiedergegebenen Begriffsbestimmungen sind meist wörtlich dem Texte der Jugendwohlfahrtsverord- nung entnommen. Die hiedurch bezeichneten Arbeitsgebiete geben in ihrer Summe ein Bild des Tätigkeitsfeldes der Jugendämter, die gebotenen Zahlen einen Überblick über die Tätigkeit des Städtischen Jugendamtes in den letzten 7 Jahren. Pflegekinderaufsicht.,,Pflegekinder sind Kinder unter 14 Jahren, die sich dauernd oder nur für einen Teil des Tages, jedoch regelmäßig, in fremder Pflege befinden, es sei denn, daß von vornherein feststeht, daß sie unentgeltlich in vorüber- gehende Bewahrung genommen werden" (§ 15). Die Pflegekinder unterstehen der Aufsicht des Jugendamtes. Das gleiche gilt grundsätzlich für uneheliche Kinder, die sich bei der Mutter befinden, sie sollen aber, wenn ihr Wohl gesichert ist, wider- ruflich von der Beaufsichtigung befreit werden. Ende Dezember 1946 standen 639 Pflegekinder und 1192 uneheliche bei ihrer Mutter untergebrachte Kinder unter Pflegeaufsicht des Jugendamtes. Greift man auf den 31. März 1941 zurück, fällt im Gegensatz zur geringfügigen Zunahme der Pflegekinder um 21 Kinder, die hundertprozentige Steigerung der Zahl der bei ihren Müttern lebenden unehelichen Kinder auf. Bei der Gegenüberstellung der Gesamtzahlen der im Reich und in Innsbruck unter Pflegeaufsicht stehenden Kinder ergibt sich folgendes Bild: Auf 1000 Kinder bis zu 14 Jahren entfielen im Reich in Innsbruck am 31. 3. 1941 am 31. 3. 1941 am 31. 12. 1946 Pflegekinder in fremden Familien 22.2 43.8 39.5 b. d. Mutter lbd. unehel. Kinder 31.7 40.8 70.5 Kinder insgesamt 53.9 84.6 110.0 In diesen Meẞzahlen kommen mit aller Deutlichkeit die hohen Prozentsätze an unehelichen Kindern in Innsbruck zum Ausdruck, die in den Jahren 1941 und 1946 15, bzw. 24% betrugen, während das Deutsche Reich vom Jahre 1940 an durch mehrere Jahre den fast konstanten Satz von 7.8 aufwies. Der Prozentsatz der ehelichen Kinder unter den Pflegekindern betrug am 31. 3. 1941 im Reich 13.7%, in Innsbruck 16.1%; seither ist dieser auf 9.4% gesunken. Amtsvormundschaft. Mit der Geburt eines unehelichen Kindes erlangt das Jugendamt des Geburtsortes die Vormundschaft (gesetzliche Amtsvormundschaft nach §29); weiters kann es mit seinem Einverständnis vom Vormundschaftsgericht zum Vormund über einen Minderjährigen bestellt werden, soweit nicht ein geeigneter anderer Vormund vorhanden ist (bestellte Amtsvormundschaft nach § 35). Dadurch, daß das Jugendamt gesetzlicher Amtsvormund für die unehelichen Kinder wurde, ging das Hauptanwendungsgebiet der Generalvormundschaft verloren. An die Stelle der nach § 208 des ABGB. errichteten Generalvormundschaften trat die Amts- vormundschaft des Jugendamtes (§ 73). Die Zahl der Amtsmündel unseres Amtes wuchs von 2109 im März 1941 in stetem Anstieg auf 2737 im März 1946. Der Anteil der ehelichen Amtsmündel betrug 5.7, bzw. 6.2%; auf je 1000 Minderjährige ent- 110 fielen im letzten Jahr 104 Amtsmündel. Bei einem Vergleich mit den Durchschnitts- ziffern des Reiches aus einer der letzten Veröffentlichungen ergibt sich ein ähnliches, aber noch kontrastreicheres Bild wie bei der Pflegekinderaufsicht. Bestand an Amtsmündeln Gebiet Zeitpunkt Deutsches Reich 31. 3. 1941 Innsbruck 31. 3. 1941 31. 12. 1946 Gesamtzahl der Amtsmündel davon Auf 1000 Minderjährige eheliche un- eheliche Zl. % 10 956 206 35.5 925510 30696 3.2 2109 2537 90.2 104.6 1989 120 5.7 2380 157 6.2 Etwas besser fällt der Vergleich mit den Jugendämtern der Städte von 20000 bis 100000 Einwohnern aus. Betrachtet man hiebei das Verhältnis der Zahl der Amts- mündel zur Einwohnerzahl, ergeben sich für die deutschen Städte im Jahre 1941 12.4 Mündel auf 1000 Einwohner, für Innsbruck im selben Jahr 22.9 und im Jahre 1946 25.9 Mündel. In seiner Eigenschaft als Amtsvormund wurden vom Jugendamt für die Mündel aus Unterhaltsbeiträgen, Abfindungen, Renten usw. im Rechnungs- jahr 1940/41 265 400.- RM, im Kalenderjahr 1946 480 902. S vereinnahmt und in diesen beiden Jahren ein Gesamtmündelvermögen von 93900.- RM, bzw. 165 630. S verwaltet. Außerdem wurden zur Vertretung der Interessen vorwiegend ehelicher Kinder im Durchschnitt jährlich rund 550 Sachwaltungen (Pfleg- schaften) geführt. Einen breiten Raum widmet die Jugendwohlfahrtsverordnung der Schutz- aufsicht und der Fürsorgeerziehung.,,Die Schutzaufsicht besteht in dem Schutz und der Überwachung des Minderjährigen unter Belassung des Minderjährigen in seiner bisherigen Umgebung" (§ 45). Ein Minderjähriger ist unter Schutzaufsicht zu stellen, wenn diese zur Verhütung seiner körperlichen, geistigen und sittlichen Verwahrlosung geboten und ausreichend erscheint (§ 43). Erscheint sie nicht aus- reichend, ist Fürsorgeerziehung anzuordnen, die in einer geeigneten Familie oder Erziehungsanstalt unter öffentlicher Aufsicht und auf öffentliche Kosten durch- geführt wird (§ 49). In beiden Fällen ist das Vormundschaftsgericht zur Anordnung zuständig. Das Jugendamt kann eine Schutzaufsicht aber auch ohne gerichtliche Anordnung ausüben, solange der Erziehungsberechtigte damit einverstanden ist, hat jedoch das Vormundschaftsgericht hievon zu verständigen. In der Praxis ist diese Verständigung sehr häufig unterblieben. Die vom Jugendamt mit Willen des Erziehungsberechtigten übernommene Aufsicht wurde damit zu einer formlosen Überwachungsmaßnahme. Die spärlichen Zahlen der Tabelle VI/1 A, über die Schutzaufsicht zeigen, daß dieser Überwachungsform in der gesetzlich vorge- schriebenen Art in Innsbruck, abgesehen von einem pflichtgemäßen Anlauf, wenig Bedeutung zukommt. Die leichteren Fälle wurden auch hier, der allgemeinen Ent- wicklung folgend, ohne Inanspruchnahme des Vormundschaftsgerichtes behandelt. Ein lückenloses und ernsteres Bild vermittelt die Tabelle VI/1 A, über die Fürsorge- erziehung. Fürsorgeerziehung nach den Bestimmungen der Jugendwohlfahrts- verordnung kann entweder endgültig oder vorläufig angeordnet werden. Die vor- läufige Überweisung zur Fürsorgeerziehung kommt in Fällen besonderer Dringlich- 111 keit oder zur Prüfung ihrer Erfolgsaussichten in Frage. Neben der Fürsorgeerziehung im Sinne der Jugendwohlfahrtsverordnung gibt es in Anlehnung an die in einigen Teilen des Deutschen Reiches eingeführte,,freiwillige Erziehungshilfe" auf Grund der Vollzugsanweisung des Reichsstatthalters vom 15. 12. 1940 in Tirol und Vor- arlberg die sogenannte zugelassene öffentliche Erziehung, die über Antrag des Erziehungsberechtigten ohne Mitwirkung des Gerichtes vom Landesjugendamt beschlossen werden kann. In der Reichsstatistik wurden diese Fälle von Fürsorge- erziehung, die eine Art Gegenstück zur freiwillig übernommenen Schutzaufsicht sind, nicht erfaßt. Laut Tabelle VI/1 A, standen in Innsbruck am Ende des Rech- nungsjahres 1940/41 145 Zöglinge in Fürsorgeerziehung nach der JWV und 28 in zugelassener öffentlicher Erziehung, am Ende des Jahres 1946 77 und 83; die Summen der Zöglinge beider Erziehungsformen sind annähernd gleich. Auf 10000 Minder- jährige¹) entfielen 1940/41 an Fürsorgezöglingen der ersten Art 72.9, an Zöglingen der zweiten Art 14.1, zusammen 87, im Jahre 1946 36.2, 39.0, zusammen 75.2. Auf 10000 Einwohner traf es am 31. 3. 1941 15.8 Fürsorgezöglinge der ersten Art und 3.0 Zöglinge der zweiten Art, zusammen 18.8, am 31. 12. 1946 7.8, 8.5, zusammen 16.3. Die nachstehende Übersicht zeigt Innsbruck mit seinem Bestand an Fürsorge- zöglingen nach der JWV in ihrem Verhältnis zur Zahl der Minderjährigen im Vergleich zum Deutschen Reich. Bestand an Fürsorgezöglingen nach der Jugendwohlfahrtsverordnung Gebiet Zeitpunkt Deutsches Reich Zahl der Auf 10000 davon er Fürsorge- Minder- männlich weiblich zöglinge jährige¹) Zahl 0/ Zahl % 31. 3. 1941 81565 34.0 44358 54.4 37 207 45.6 Innsbruck 31. 3. 1941 145 72.9 83 57.3 62 42.7 31. 12. 1946 77 36.2 39 50.6 38 49.4 Als Meẞzahlen, gewonnen aus der Zahl der Einwohner und der Fürsorgezöglinge der ersten Art, wurden nach dem Stand vom 31. 3. 1941 im zweiten Heft der Viertel- jahreshefte für Statistik des Deutschen Reiches, Jahrgang 1942, ausgewiesen auf 10000 Einwohner für für Deutsches Reich 9.6 Steiermark Wien 3.4 Kärnten Niederösterreich 3.4 Oberösterreich 4.4 Salzburg Tirol-Vorarlberg auf 10000 Einwohner 6.0 7.2 5.2 13.7 1) Bei der Berechnung der Verhältniszahlen der Fürsorgezöglinge zu den Minderjährigen legte das Statistische Reichsamt nicht die Gesamtsumme der Minderjährigen, sondern nur die der 2- bis 21jährigen zugrunde. Um einen einwandfreien Vergleich zu ermöglichen, mußten auch die Innsbrucker Zahlen in derselben Weise berechnet werden. 112 Es ist überraschend, daß Tirol und in diesem Land Innsbruck mit 15.8 die höchsten Meẞzahlen aufweist; daraus auf eine besondere Verwahrlosung der Jugend in unserem Land zu schließen, wäre verfehlt. Die Form der Fürsorgeerziehung war damals neu, die hohen Zahlen können als Zeichen eines durchgreifenden Erfassens der Gefährdeten angesehen werden. So wurden z. B. alle Zöglinge, die mit Wirksam- keitsbeginn der Jugendwohlfahrtsverordnung in bestimmten Erziehungsanstalten untergebracht waren, ausnahmslos als Fürsorgezöglinge im Sinne der JWV behandelt. Jugendgerichtshilfe. Im Jugendstrafverfahren wurden vom Jugendamt im Jahr durchschnittlich 130 Minderjährige vertreten. Die besprochenen Aufgaben stellen die Hauptaufgaben, nicht das gesamte Tätig- keitsfeld des Jugendamtes dar. Herausgegriffen wurden alle jene Tätigkeitsbereiche, die in der deutschen Reichsstatistik erfaßt worden waren. Im neuen Österreich ist es noch zu keiner offiziellen Regelung der Fürsorgestatistik und auch zu keiner Veröffentlichung einschlägiger Zahlen seitens des statistischen Zentralamtes ge- kommen, die als Richtschnur hätte dienen können. Kinderheim Mariahilf. Das Kinderheim Mariahilf früher vom Rosalien- verband als Säuglingskrippe geführt wurde im Jahre 1922 von der Stadtgemeinde erworben, diente während der nationalsozialistischen Zeit zuerst als NSV.-Säuglings- heim, dann als NSV.-Nähstube und wurde nach dem Zusammenbruch des Reiches von Amerikanern und Franzosen besetzt. Völlig ausgeräumt kam das Haus im Sommer 1945 wiederum in den Besitz der Stadt, wurde durch einen Veranden- anbau erweitert, neu eingerichtet und im Herbst 1945 in beschränktem Maß seiner früheren Bestimmung zugeführt. Das Heim ist für einen Belag von 50 Kindern eingerichtet, der nötigenfalls vorübergehend vergrößert werden kann. Daneben können rund 20 Tageskinder aufgenommen werden. Da erst vom Frühjahr 1946 an wieder von einem Normalbetrieb gesprochen werden kann, werden in der Tabelle VI/1 B auch nur von diesem Jahr Zahlen gebracht. Bemerkt wird, daß ursprünglich nur an die Aufnahme von 3- bis 10jährigen Kindern gedacht war; die Verhältnisse nötigten aber zu einer Ausweitung dieser Altersgrenze nach oben und unten. VI/2. Armenfürsorge Vor dem 1. Oktober 1938 war in Österreich nach dem Heimatgesetz vom 3. De- zember 1863 die Gemeinde Träger der Armenlast. Jeder Bürger hatte den Anspruch, von seiner Heimatgemeinde im Verarmungsfalle unterstützt zu werden. Die Gemeinde durfte auch auswärtigen Armen, im Falle eines augenblicklichen Bedürfnisses, die nötige Unterstützung nicht versagen; ihr stand gegenüber der Heimatgemeinde des Unterstützten und gegen allenfalls zivilrechtlich oder nach anderen Gesetzen verpflichtete Personen der Anspruch auf Ersatz zu. Die Heimatzugehörigkeit als Grundlage der Armenversorgungspflicht wurde in einer Zeit, in der die Bevölkerung noch vorwiegend in der Heimatgemeinde seẞhaft war, als gerechtfertigt empfunden. Mit der zunehmenden Flucht der ländlichen Bevölkerung in die Stadt und Industrie- gebiete, trat aber eine Entfremdung zwischen Heimatgemeinde und Heimatberech- tigten ein: die Heimatgemeinde zahlte nur ungern für einen, den sie gar nicht kannte, der irgendwo in einer anderen Gemeinde seine Gesundheit und Arbeitskraft ein- gebüẞt hatte oder aus sonstigen Gründen brotlos geworden war. Die Armenlast der einzelnen Gemeinden wuchs und erreichte während der Wirtschaftskrise, besonders in kleineren ländlichen Gemeinden, eine drückende, oft unerschwingliche Höhe. Finanziell besser erging es den Gemeinden jener österreichischen Länder, z. B. in Niederösterreich, die durch landesgesetzliche Regelung zum Zwecke der Armen- versorgung zu Verbänden zusammengeschlossen waren. Es ist wissenswert, daß 113 diesen Landesarmengesetzen, meist aus den siebziger Jahren, dieselben Gedanken zugrunde lagen -Bildung von Verbänden, Vereinheitlichung der Armenversorgung, vorbeugende Fürsorge, Arbeitspflicht, Ersatzpflicht des Unterstützten und allenfalls Drittverpflichteter, die im deutschen Fürsorgerecht verwertet waren und vom 1. Oktober 1938 an allen österreichischen Gemeinden zugute kamen. Der früheren österreichischen Bundesregierung, die sich übrigens längst mit dem Gedanken der Beseitigung des Begriffes des Heimatrechtes getragen hatte und dessen Verwirk- lichung durch ihre Einflußnahme in jüngeren Gemeindeordnungen und Stadt- rechten vorbereitet hatte, war die Reformbedürftigkeit der Armenfürsorge zur Ge- nüge bekannt. Ihre Entwürfe wurden aber durch die Ereignisse des Jahres 1938 und die damit verbundene Einführung des deutschen Fürsorgerechtes in Österreich gegenstandslos. Die wesentlichsten Grundlagen der deutschen öffentlich rechtlichen Fürsorge waren die wiederholt abgeänderte Verordnung über die Fürsorgepflicht vom 13. Februar 1924¹), die auf Grund dieser Verordnung von der Reichsregierung erlassenen,, Reichsgrundsätze" über Voraussetzung, Art und Maß der zu ge- währenden Fürsorge und die von den Landesbehörden festgesetzten, den örtlichen Verhältnissen angepaßten,,Richtsätze" zur Bemessung der Höhe der Unter- stützung; über Kleinrentnerhilfe wurden Sonderbestimmungen erlassen. Die Ver- ordnung über die Fürsorgepflicht gliederte die Fürsorgeaufgaben ursprünglich in die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen, für die Renten- empfänger der Invaliden- und Angestelltenversicherung (Sozialrentner), für die Kleinrentner und die ihnen Gleichstehenden, für Schwerbeschädigte und Erwerbs- beschränkte und für hilfsbedürftige Minderjährige, endlich in die Wochenfürsorge und die allgemeine Armenfürsorge. Den Kriegsbeschädigten, Sozialrentnern, Klein- rentnern und Gleichgestellten war gegenüber den anderen Hilfsbedürftigen eine angemessene Mehrleistung zugedacht2). Aus dieser Sonderstellung ergab sich der Begriff der gehobenen Fürsorge" im Gegensatz zur,,allgemeinen oder sonstigen Fürsorge". Nach verschiedenen Wandlungen der Gruppeneinteilung der Hilfs- bedürftigen wurden zu Beginn des 2. Weltkrieges der gehobenen Fürsorge auch auslanddeutsche Flüchtlinge und diesen Gleichgestellte vorwiegend Personen, die durch die Folgen des neuen Krieges ihre wirtschaftliche Lebensgrundlage verloren hatten als Empfänger von,,Kriegshilfe" und endlich nach den Vorschriften des Erlasses vom 31. 10. 1941 über die Erweiterung des Personenkreises der gehobenen Fürsorge, alle jene Hilfsbedürftigen teilhaftig, die nach den Richtlinien für die Beurteilung der Erbgesundheit zur Gruppe der,,Durchschnittsbevölkerung" zu zählen und damit als erbtüchtig und förderungswürdig anzusehen waren. Nach dieser tiefgreifenden Neuerung unterschied man innerhalb der gehobenen Fürsorge: die Gruppen der Kriegsopfer und Gleichgestellten, der Sozialrentner, der Empfänger von Kleinrentnerhilfe, der sonstigen Kleinrentner, der diesen nach § 17 der Reichs- grundsätze³) Gleichgestellten, der Empfänger der erweiterten gehobenen Fürsorge 1) Vorher galt in Deutschland das Unterstützungswohnsitzgesetz vom 6. Juni 1870 in der Fassung vom 30. Mai 1908; Orts- und Landesarmenverbänden oblagen die Aufgaben der öffentlichen Fürsorge. 2) Nach dem Stand vom 1. Juli 1942 waren die Richtsätze der gehobenen Fürsorge in Deutschland um 15%, in Österreich um 25% höher, als die Richtsätze der allgemeinen Fürsorge. 3) § 17 der Reichsgrundsätze lautet:,,Den Kleinrentnern können alte oder durch geistige oder körperliche Gebrechen erwerbsunfähig gewordene Personen gleichgestellt werden, die trotz wirtschaftlicher Lebensführung auf die öffentliche Fürsorge angewiesen sind." Durch den Erlaẞ vom 31. 10. 1941 wurde diese Kannvorschrift in eine Muẞvorschrift umgewandelt. 114 und der Empfänger von Kriegshilfe, außerhalb der gehobenen Fürsorge: die Gruppen der Pflegekinder und der Empfänger allgemeiner oder sonstiger Fürsorge. Träger der Fürsorgepflicht wurden die Landes- und Bezirksfürsorgeverbände. Die Durchführung der Fürsorge ist Aufgabe der Fürsorgebehörden und Fürsorge- stellen. Jeder Hilfsbedürftige hat den Anspruch, vorläufig von demjenigen Für- sorgeverband unterstützt zu werden, in dessen Bezirk er sich befindet; zur Fürsorge endgültig verpflichtet ist der Fürsorgeverband, in dessen Bezirk der Hilfsbedürftige bei Eintritt der Hilfsbedürftigkeit seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Ist ein solcher nicht zu ermitteln, ist der Landesfürsorgeverband endgültig verpflichtet, in dessen Bezirk sich der Hilfsbedürftige bei Eintritt der Hilfsbedürftigkeit befindet. Den Landesfürsorgeverbänden ist außerdem die Anstaltsfürsorge für Geisteskranke, Geistesschwache, Taubstumme, Blinde und Krüppel übertragen. Der endgültig verpflichtete Fürsorgeverband hat dem vorläufig verpflichteten Verband Ersatz der Kosten zu leisten (Erstattungen). Die Kosten für die erwähnte Anstaltsfürsorge wurden anfänglich zu 1/5 später zu 34 auf die Bezirksfürsorgeverbände überwälzt. Auffallend ist, daß sich keine gesetzliche Bestimmung findet, die festlegt, was unter gewöhnlichem Aufenthalt zu verstehen ist. Das bis Ende 1939 bestandene Bundes- amt für Heimatwesen bezeichnete als solchen,,den bis auf weiteres und nicht nur vorübergehend oder besuchsweise als gewollten Mittelpunkt des Lebens, der persönlichen Existenz gewählten Aufenthalt". Daß durch diese Begriffsbestimmung weder Klarheit noch Sicherheit geschaffen wurde, kann nicht überraschen. Die Frage des gewöhnlichen Aufenthaltes blieb ständig ein Zankapfel zwischen den Fürsorgeverbänden. Zu den Fürsorgemaßnahmen zählen: die Aufnahme in eine Anstalt geschlossene Fürsorge" oder Unterstützung in Geld oder Naturalien, Arbeitsbeschaffung, Auskunft, Beratung u. dgl.-,,offene Fürsorge". Von besonderer Bedeutung für Fürsorgeverbände und Unterstützte sind die Bestimmungen über die Ersatzpflicht des Unterstützten, seines Ehegatten, der Eltern und seiner Erben. In Österreich vollzog sich die Angleichung an das deutsche Fürsorgerecht in zwei Entwicklungsstufen. Zuerst wurden mit der Verordnung über die Einführung fürsorgerechtlicher Vorschriften in Österreich vom 3. 9. 1938 mit Wirksamkeit vom 1. Oktober 1938 jene Bestimmungen in Kraft gesetzt, die für alle Hilfsbedürfti- gen im Rahmen der ,, allgemeinen Fürsorge" ein gleiches Mindestmaß an öffent- licher Fürsorge sicherstellen. Jedes Land bildete einen Landesfürsorgeverband, jede landesunmittelbare Stadt (Statutarstadt) und die Gemeinden eines politischen Bezirkes bildeten Bezirksfürsorgeverbände. Nicht mehr das Heimatrecht, sondern der gewöhnliche Aufenthalt des Hilfsbedürftigen war für die Feststellung des end- gültig zur Unterstützung verpflichteten Verbandes maßgebend. Die Reichsgrund- sätze über Voraussetzung, Art und Maß der Fürsorge traten, soweit sie die allgemeine Fürsorge betrafen, in Geltung. Die vom Landeshauptmann festgesetzten Richtsätze wurden für die Beurteilung der Frage, wie weit im Einzelfall der notwendige Lebens- bedarf nicht gedeckt und in welchem Ausmaß Unterstützung zu gewähren ist, allein maßgebend. Der Unterstützte und bestimmte Dritte haben dem Fürsorge- verband die Aufwandkosten zu ersetzen, sobald ein hinreichendes Vermögen oder Einkommen vorhanden ist. Nach Jahresfrist wurden in Österreich mit Verordnung vom 20. 11. 1939 auch die Bestimmungen des deutschen Fürsorgerechtes über die gehobene Fürsorge' in Kraft gesetzt. Dementsprechend wurden die Kriegsbeschädigten und Kriegs- hinterbliebenen, die Kleinrentner und Sozialrentner aus der allgemeinen Fürsorge herausgehoben und nach günstigeren Bestimmungen und höheren Richtsätzen behandelt. In dieser zweiten Verordnung über die Einführung fürsorgerechtlicher 8" 115 Vorschriften in Österreich ist das Kleinrentnerhilfegesetz vom 5. 7. 1934 und die dazugehörige Ergänzungsverordnung vom 24. 12. 1937 enthalten. Diesen Vor- schriften gemäß erhalten Kleinrentnerhilfe Hilfsbedürftige, die nachweisen, daß sie an einem bestimmten Stichtag ein Vermögen von 15000.- österreichischen Kronen oder einen Rechtsanspruch auf eine lebenslängliche Rente von jährlich 625.- österr. Kronen gehabt haben und daß ihr Vermögen oder ihr Anspruch der Geldentwertung zum Opfer gefallen ist. Durch die Einführung dieser Bestimmungen wurde das österreichische Kleinrentnergesetz vom 18. 7. 1929 nicht berührt. Die Leistungen auf Grund dieses Gesetzes jedoch mußten auf die Fürsorgeleistungen angerechnet werden. Die anderen Kleinrentner, die nach dem Kleinrentnerhilfegesetz keinen Anspruch hatten, waren nach den Bestimmungen der Reichsgrundsätze zu unter- stützen. Bei der zweiten Gruppe von Kleinrentnern spricht man von Kleinrentner- fürsorge im Gegensatz zur Kleinrentnerhilfe. Mit den beiden genannten Verord- nungen war in Österreich die Rechtsangleichung auf dem Gebiete des Fürsorge- wesens hergestellt. Die weitere Entwicklung - Einführung der Kriegshilfe (1940) und der erweiterten gehobenen Fürsorge (1941), Erhöhung der Richtsätze war von da an zwangs- läufig dieselbe wie im Reich. Die grundlegenden Bestimmungen des deutschen Für- sorgerechtes sind heute, zwei Jahre nach dem Zusammenbruche des Reiches, in Österreich noch in Kraft. Erwähnt sei noch, daß den Bezirksfürsorgeverbänden von Mitte des Jahres 1940 an Reichszuschüsse zur Ausfolgung an die Empfänger von Kleinrentnerhilfe und an die sonstigen Kleinrentner als zusätzliche Leistung4) über- wiesen wurden und daß mit Verordnung über die Tuberkulosehilfe vom 8. Sep- tember 1942 jegliche Hilfeleistung für an Tuberkulose Erkrankte und ihre Familien aus der öffentlichen Fürsorge ausgeschieden und den Landesfürsorgeverbänden im Zusammenwirken mit den Gesundheitsämtern und den Bezirksverwaltungs- behörden als Sonderaufgabe übertragen wurde. Die beigegebenen Tabellen gliedern sich vor allem nach der Unterscheidung in offene und geschlossene Fürsorge. Die 2 Tabellengruppen sind: Offene Fürsorge A Übersicht über die Zuwendungen an Hilfs- bedürftige in offener Fürsorge 1913, 1918, 1927-1946 B Personenkreis der offenen Fürsorge im Monatsdurchschnitt vom 1. 4. 1941 bis 31. 12. 1946 C Alter, Geschlecht und Familienstand der in offener Fürsorge unterstützten Parteien D Kosten der offenen Fürsorge E Durchschnittliche Höhe der laufenden Barunterstützungen je Partei und Monat F Vergleich über Personenkreis, Aufwand und Unterstützungshöhe mit österreichi- schen und deutschen Städten und dem Reich Geschlossene Fürsorge G Personenkreis u. Kosten der geschlossenen Fürsorge vom 1. 4. 1941 bis 31. 12. 1946 H Zahl der während der Jahre 1945 und 1946 in städtischen und in fremden Heimen untergebrachten Pfleglinge J Familienstand und Alter der von der Stadt befürsorgten Pfleglinge K Beruf und Berufstellung der von der Stadt befürsorgten Pfleglinge. Durch die vorausgeschickte Darlegung des Wesens des geltenden Fürsorgerechtes und seiner Begriffe, werden die Tabellen, die mit zahlreichen Fußnoten und An- 4) Anfänglich RM 11.- für Alleinstehende und RM 14.50 für Verheiratete, später RM 16.50, bzw. RM 22. im Monat. 116 merkungen versehen sind, im allgemeinen verständlich sein. So lassen sich einfachste Tatbestände, die den Umfang der Hilfsbedürftigkeit der Innsbrucker Bevölkerung charakterisieren, wohl unschwer ablesen: es gab z. B. laut den Tabellen VI/2 B, D und E im Jahre 1946 im Monat durchschnittlich 874 Parteien, die laufende Bar- unterstützungen erhielten, hievon gehörten 694 (79.4%) der gehobenen, 180 (20.6%) der allgemeinen Fürsorge an, auf 1000 Einwohner entfielen 8.9 unterstützte Parteien; oder: die Kosten der offenen Fürsorge betrugen im selben Jahre 453749. S, das sind 4.63 S pro Einwohner, wobei man aber, wenn man die seinerzeitigen Vorschriften für die Erstellung von Reichsstatistiken, bzw. die Tuberkuloseverordnung beachten will, wissen muß, daß der Aufwand für Erstattungen - 12102.- S - und die Aus- gabe an Tuberkulosehilfe-16515.- S-nicht mitzuzählen sind. Auf dem Gebiete der geschlossenen Fürsorge betreute die Stadt als Fürsorgeverband laut Tabelle VI/2 G im Jahre 1946 556 Pfleglinge in eigenen Heimen mit einem Kostenaufwand von 337618 S und bezahlte für 345 Krankenhauspatienten 53283.- S; die Zahl der übrigen Anstaltspfleglinge, deren Unterbringung 99081. S kostete, kann, da infolge einer mit dem Landesfürsorgeverband getroffenen, für das Jahr 1946 noch geltenden Pauschalvereinbarung keine konkreten Zahlen bekannt sind, nur in Anlehnung an die Pfleglingszahlen 1943/44 mit rund 350 angenommen werden. Die Gesamtzahl der im Jahre 1946 in Anstaltspflege gestandenen Personen stellt sich sonach auf rund 1250 Personen; der Gesamtaufwand hiefür betrug 489782.- S. Bei der Mannigfaltigkeit der hereinspielenden Vorschriften und Vorgänge, die sich zum Teil schon an diesen einfachen Beispielen zeigte, scheint es zum genauen Ver- ständnis aller Einzelheiten der Tabellen geboten, noch einige Erläuterungen zu geben. Zu Tabelle VI/2 A: Der ausgewiesene Aufwand ist die Summe aller Zuwendungen, die Hilfsbedürftigen durch das Stadtfürsorgeamt, früher Armenamt, in offener Fürsorge zugekommen sind, ohne Rücksicht darauf, ob sie aus städtischen, staatlichen oder anderen Mitteln bestritten wurden. Die auf den Einwohner entfallenden Aufwandsziffern zeigen demnach nicht die tatsächliche Belastung jedes Einzelnen an, sondern das Verhältnis, in welchem die Ausgaben jeweils zur Einwohnerzahl standen. Im Diagramm Nr. 8 wurde versucht, den Inhalt der Tabelle VI/2 A bildlich wiederzugeben. Die Zu- wendungen vor der Einführung des deutschen Fürsorgerechtes bestanden im all- gemeinen in ständigen Unterstützungen, Aushilfen, Erziehungsbeiträgen, Ärzte- und Heilmittelkosten, Badekosten, Bestattungskosten. Die im Jahre 1937 veraus- gabte Summe von 1079004. S setzte sich zusammen aus: Ständige Unterstützungen Aushilfen Erziehungsbeiträge Arzt- und Heilmittelkosten Badekosten Bestattungskosten Kleinrentnerunterstützung Winterhilfe (Naturalien) S 400962.- S 189980.- S 190864.- SSSS 51 281. 177 3135. S 175 200.- S 67 405.- S 1079004.- Die Unterstützungsarten der offenen Fürsorge nach dem deutschen Fürsorgerecht sind aus der Tabelle VI/2 D zu entnehmen. Den früheren ständigen Unterstützungen 117 Zuwendungen in offener Fürsorge in Innsbruck. Einwohnerzahlen. Ausgaben auf 10000 Einwohner " Zuwendungen In 100000 Koder S 1000 Einwohner 1913 1918 1927 1928 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 Zuwendungen in 100.000 RM oder S-RM 1000 Einwohner 100 10 9 118 1946 1.4 31.12 1938 1939 1939/40 1940/41 1941/42 1942/43 1943/44 1944/45 1945 1.1-2.3 90 80 70 60 50 40 40 30 20 10 60 50 40 30 20 10 entsprechen die laufenden, den Aushilfen die einmaligen Barleistungen, den Arzt- und Heilmittelkosten die verschiedenen Unterstützungsarten der gesundheitlichen Fürsorge, Bade- und Bestattungskosten fallen heute unter den Begriff der,,anderen Sach- und Dienstleistungen" der wirtschaftlichen Fürsorge, die österreichische Kleinrentnerunterstützung ist ein Ansatz zur gehobenen Fürsorge des deutschen Rechtes. Der Begriff des Pflegegeldes ist enger als der des Erziehungsbeitrages; der Erziehungsbeitrag wurde nicht nur für Pflegekinder in fremden Haushalten, sondern auch für Kinder, die sich im Haushalt ihrer Eltern oder eines ihrer Eltern- teile befinden, gewährt. Lokale Sonderaktionen, wie die Winterhilfe, gab es seit 1938 nicht mehr. Die Rechnungsjahre, die sich auf den Zeitraum vom 1. 4. bis 31. 3. des nächsten Jahres erstrecken, sind in dieser, wie auch in allen anderen Tabellen dieses Ab- schnittes-wie Schuljahre - -mit zwei Jahreszahlen (z. B. 1941/42) gekennzeichnet. Von der im Deutschen Reich bestehenden Übung, Rechnungsjahre nur mit einer Zahl zu bezeichnen, wurde abgewichen, um einer Verwechslung mit dem wieder als Abrechnungs- oder Wirtschaftszeitraum eingeführten Kalenderjahr vorzubeugen. Zu Tabelle VI/2 B: Die Tabelle enthält die monatlichen Durchschnittszahlen der unterstützten hilfsbedürftigen Parteien. Als Partei gilt das Familienoberhaupt und der Allein- stehende; die mitunterstützten Familienangehörigen, meist Ehefrauen und Kinder, werden in der Regel nicht gezählt. Die Durchschnitte sind 1/12 der Summe der Parteienstände am Ende der 12 Monate des Rechnungs- oder Kalenderjahres. Das Deutsche Statistische Reichsamt bildete die Durchschnitte mit den Zahlen an den Stichtagen vom 30. 6., 30. 9., 31. 12. und je zur Hälfte vom März des laufenden und März des vorangegangenen Jahres. Um einen Vergleich mit Ziffern des Statistischen Reichsamtes durchführen zu können, mußten in der Tabelle VI/2 F, Innsbrucker Zahlen verwendet werden, die mit einem nach der zweiten Methode gebildeten Par- teiendurchschnitt gewonnen wurden. Die Unterschiede sind geringfügig: 1942/43 Durchschnitt I Monatl. Stichtage Durchschnitt II 1/4jährl. Stichtage Unter- schied Kriegsbeschädigte 32 32 Sozialrentner Empfänger von Kleinrentnerhilfe Sonstige Kleinrentner 350 348 69 68 90 89 Gleichgestellte nach § 17 RGr. 32 32 Empfänger erweiterter Fürsorge 186 168 -18 Empfänger von Kriegshilfe 2 2 Pflegekinder 60 62 +2 Empfänger allgemeiner Fürsorge 232 253 -++-21 1053 1054 +1 Unter den Empfängern zusätzlicher Reichszuschüsse sind die Empfänger von Kleinrentnerhilfe und die sonstigen Kleinrentner enthalten. Soweit die Summe dieser beiden Gruppen kleiner ist als die Gesamtzahl der Empfänger von Reichs- zuschüssen, handelt es sich um Anstaltspfleglinge. Die Empfänger von Tuberkulose- hilfe durften nach der Verordnung vom 8. 9. 1942 nicht zu den Empfängern der öffentlichen Fürsorge gezählt werden. Die Tabelle zeigt in Grund- und Verhältnis- 119 zahlen die Entwicklung der Gruppen der Hilfsbedürftigen nach Einführung der gehobenen Fürsorge. Zu Tabelle VI/2 C: Das Auffallendste an dieser Tabelle ist das Zunehmen der Hilfsbedürftigen unter 50 Jahren sowie der mitunterstützten Angehörigen. Stellenverluste und Verbrauch der Ersparnisse waren die Ursache. Bemerkenswert ist das bedeutende Übergewicht der weiblichen über die männlichen Hilfsbedürftigen; so standen am Ende des Jahres 1946 159 Männern 589 Frauen gegenüber. Zu Tabelle VI/2 D: Der Aufbau dieser Tabelle entspricht den Vorschriften des Deutschen Statistischen Reichsamtes. Die Leistungen der offenen Fürsorge sind entsprechend gegliedert und deren Aufwand summiert; die Erstattungen (Rückersätze an vorläufig verpflichtete Fürsorgeverbände), die Reichszuschüsse für Kleinrentner und die Tuberkulosehilfe sind getrennt angeführt. Die Summen der offenen Fürsorge (A+B) eignen sich zu Vergleichen mit den Ergebnissen der Reichsfürsorgestatistik, während die End- summen (A+B+C+D+E) analog der Tabelle VI/2 A über die Gesamtkosten aller Zuwendungen informieren, die an Hilfsbedürftige durch das Fürsorgeamt gewährt wurden. Wieviel von beiden Summen die Stadt, bzw. der einzelne Bewohner zu tragen hat, läßt sich aus der nachstehenden Tabelle ablesen. Rechnungs- zeitraum Ausgaben RM, S Einnahmen Zuschuẞbedarf RM, S % d. Ausg. insges. je Einw. 1941/42 393848 78865 20 314883 3.24 1942/43 524365 87355 16 437 010 4.40 1943/44 449412 113730 25 335 682 3.26 1944/45 382411 73406 19 309 005 3.11 1945 (9 Mte.) 284088 71807 25 212281 2.31 1946 482365 161678 33 320687 3.27 Die Stadt als Fürsorgeverband hatte demnach im Jahre 1946 von den Gesamt- auslagen von 482365 S 320687 S (67%) aus eigenem zu decken, auf den Ein- wohner entfielen als tatsächliche Belastung 3.27 S. In den sechs Rechnungszeit- räumen von 1941/42 an betrug der nötige Zuschußbedarf im Durchschnitt 77% der Ausgaben. Als Einnahmen kamen in Frage der Ersatz der Aufwendungen für die Tuberkulosehilfe, die Kostenersätze von den Unterstützten und Drittverpflichteten, aus Nachlässen und von endgültig verpflichteten Fürsorgeverbänden, weiters die Rückzahlung gewährter Darlehen. Früher waren auch die zugewiesenen Reichs- zuschüsse für Kleinrentner auf der Ausgaben- wie Einnahmenseite zu finden. Wie die Tabelle VI/2 B die Wirkungen der Einführung und der Erweiterung der gehobenen Fürsorge auf den Personenkreis aufzeigt, kommen in der Tabelle VI/2 D die finan- ziellen Auswirkungen dieser Maßnahmen zur Geltung. Das Schwergewicht in der offenen Fürsorge liegt, den Reichsgrundsätzen gemäß, vollends auf den laufenden Barleistungen, die sonstigen Leistungen treten diesen gegenüber weit zurück. Vor 1938, man vergleiche die Gliederung der Ausgaben für 1937, lagen die Verhältnisse anders: die Aushilfen waren in der damaligen Zeit schwerer Arbeitslosigkeit die gebotene Unterstützungsform für arbeitsfähige Hilfsbedürftige. Zu Tabelle VI/2 E: MORDE Die Durchschnittsbeträge an laufenden Barunterstützungen sind die Quotienten aus den Zahlen der Tabellen VI/2 D und B. Während im Rechnungsjahr 1942/43 120 die Durchschnitte durch die für 1941/42 enthaltenen Nachzahlungen überhöht sind, zeigt sich vom Rechnungsjahr 1943/44 an ein ziemlich stabiler Stand, der den Abschluß der mit dem Erlaß vom 31. 10. 1941 angeordneten Maßnahmen bedeutet. Bei Betrachtung dieser Tabelle muß stets beachtet werden, daß die Durchschnitts- beträge nicht das Durchschnittseinkommen der Unterstützten, sondern die Durch- schnitte der Aufzahlungen auf ihr sonstiges Einkommen im Rahmen der Richtsätze sind. Zu Tabelle VI/2 F: Die beste Kontrolle über die Richtigkeit der Anwendung neuer Vorschriften ist der Vergleich. In der Tabelle VI/2 F wird aus den letzten Veröffentlichungen des Statistischen Reichsamtes über die öffentliche Fürsorge in Österreich Material geboten, das erkennen läßt, daß sich Innsbruck, wie auch die anderen zum Vergleich herangezogenen österreichischen Städte, wie aus den Prozentsätzen und Verhältnis- zahlen leicht entnommen werden kann, überraschend gut in das System des neuen Fürsorgerechtes einfügen konnte und weder mit der Zahl der unterstützten Hilfs- bedürftigen noch mit der Höhe der Kosten vom Mittel sonderlich abwich. So ent- fielen am 31. März 1943 auf 1000 Einwohner in Innsbruck 13.1, im Reich 13.3 in bar unterstützte Parteien und vom Gesamtaufwand des Rechnungsjahres 1942/43 in Innsbruck-nach der Berechnung des Reichsamtes - 5.40 RM, im Reich 5.50 RM auf den Einwohner. Die Teiltabelle 3 hat den Mangel, daß die durchschnittlichen Barleistungen in Innsbruck in beiden Varianten a und b Nachzahlungen enthalten. Der Eindruck wird richtiger, wenn man zum Vergleich mit den Zahlen des Reichsdurchschnittes von 1942/43 es ist der letzte h. a. bekannte nicht die Zahlen desselben Rech- nungsjahres, sondern aus Tabelle VI/2 E die des nächsten Jahres gegenüberstellt, welche schon das Ergebnis der endgültigen Durchführung des neuen Fürsorge- rechtes sind. Zu den Tabellen über die geschlossene Fürsorge, d. h. die Unterbringung von Hilfsbedürftigen in Heimen, Anstalten, Krankenhäusern usw., ist nur folgendes zu sagen: die Kostenbeiträge sind Reinausgaben, die der Stadt als Fürsorgeverband aus der Unterbringung von Hilfsbedürftigen erwachsen. Diesen Reinausgaben stehen, wie in der offenen Fürsorge, auch Einnahmen gegenüber, unter denen die Kostenersätze der Pfleglinge eine größere Rolle spielen als die Ersätze der Unter- stützten in der offenen Fürsorge. Handelt es sich um krankenversicherungspflichtige Patienten, wird die Stadt nur mit dem Betrage belastet, der nach Abzug der gesetz- lichen Versicherungsleistung der Krankenkasse verbleibt; damit erklärt sich das in der Tabelle VI/2 G manchmal aufscheinende Mißverhältnis zwischen Verpflegstagen und -kosten. Die vom Rechnungsjahr 1944/45 an bei den Anstalten unter 6 bis 10 bestehenden Lücken hätten, soweit Kosten ausgewiesen sind, mit den zugehörigen Zahlen von Pfleglingen und Verpflegstagen nur mangelhaft ausgefüllt werden können, weil, wie die Fußnote 2 bereits erklärt, die möglicherweise alle diese Anstalten berührende Zahl der vom Landesfürsorgeverband betreuten Pfleglinge und ihrer Verpflegstage gefehlt hätte; vom Jahre 1947 an wird wiederum namentlich und nach den tatsächlichen Verpflegstagen verrechnet. Die Tabelle VI/2 H fällt insofern aus dem Rahmen der bisherigen Darstellung, als die ausgewiesene Frequenz der Anstalten wie auch die Zahl der Verpflegstage sich nicht nur auf den Übergangszeitraum vom 1. 4. bis 31. 12. 1945 allein, sondern auf das ganze Jahr 1945 beziehen. Die Tabellen VI/2 J und K über Familienstand, Alter und Beruf der Anstaltspfleglinge bedürfen keiner Erläuterung. F. 121 122 Jugendfürsorge in Innsbruck Pflegeaufsicht - Amtsvormundschaft Schutzaufsicht Sachwaltungen Jugendgerichtshilfe - Mandelgelder Mündelvermögen Tabelle VI/1 A₁ Pflegekinder Es standen unter Amts- vormundschaft Pflegeaufsicht des Jugendamtes Minderjährige Im Rechnungs- od. Kalenderjahr Schutzaufsicht Minderjährige Am Ende des Rechnungs- oder bei der Mutter davon ohne Kalenderjahres ins- gesamt davon lebende Kinder ins- davon ins- ins- weib- gericht- eheliche un- % eheliche gesamt gesamt Kinder eheliche liche gesamt liche % Anord- nung % RM od. S RM od. S 1940/41 608 16.1 567 1175 2109 5.7 103 57.3 90.3 602 109 265400 93900 1941/42 499 11.8 861 1360 2249 5.0 27 14.8 33.3 586 136 241997 81803 1942/43 507 12.4 875 1382 2350 5.3 541 447077 116668 1943/44 505 11.3 953 1458 2372 4.9 (3) 528 493631 143505 1944/45 2411 5.6 532 448057 197 623 1. 4.-31. 12. 705 10.4 1092 1797 2427 5.8 518 .9 268 158 188041 1945 1946 639 9.4 1142 1781 2537 6.2 4 50.0 50.0 516 132 296657 187755 do ob Magistratsabteilung V, Jugendamt. 1) Stand am Ende des Rechnungs- oder Kalenderjahres. 2) Zahl der im Strafverfahren betreuten Minderjährigen. 3) Wurde durch NSV.-Jugendhilfe besorgt. *) Vom April 1945 bis Februar 1946 ruhte die Tätigkeit des Gerichtes. Am Ende des Rechnungs- oder Kalender- Tabelle VI/1 A Fürsorgeerziehung und zugelassene öffentliche Erziehung I. Vom Vormundschaftsgericht der Fürsorgeerziehung überwiesene Zöglinge II. Vom Landesjugend- amt der zugelassenen öffentl. Erziehung überwiesene Zöglinge jahres davon insgesamt vorläufig endgültig weibl. % insgesamt weiblich % davon 1940/41 145 26 119 42.7 28 42.8 1941/42 176 48 128 44.3 46 39.1 1942/43 157 35 122 48.4 59 40.7 1943/44 147 35 112 51.7 65 52.3 1944/45 105 23 82 53.3 63 49.2 1. 4.-31.12. 89 15 64 43.8 62 43.5 1945 1946 77 21 56 49.4 83 34.9 Aus der Kartei des Landesjugendamtes ermittelt. Kinderheim Mariahilf a) Kinderheim Aufgenommene Heimkinder Tabelle VI/1 B Jahr nach Altersjahren Knaben Mädchen insgesamt 1½-6 über 6-12 über 12 1946 29 35 64 31 28 5 Einweisungsgründe Wirt- Jahr schaftl. Obdach- Vater oder Mutter in Miẞ- hand- Not losigkeit Heil- Haft stand anst. lung Ge- fährdung Ver- Schwer- wahr- erzieh- losung barkeit Ge- brechen 1946 8 14 3 - 1 26 9 2 1 b) Tagesheim Eingeschriebene Tageskinder Jahr am Neu- Jahres- auf- Abgang ins- anfang nahmen. gesamt 1946 1) 33 9 24 am Jahresende Knaben Mädchen 13 11 2 unter 3 Jahre 3 Jahren und älter 22 Jahr Durchschnittlicher Tagesbesuch in den Monaten Jän. Feb. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. 1946 -1)-1) 8 4 6 9 17 15 19 21 24 24 Magistratsabteilung V, Jugendamt. 1) Vom 13. 12. 1945 an wegen Diphtherie geschlossen. Jänner bis Dez. 15 123 Tabelle VI/2 A Übersicht über die Zuwendungen an Hilfsbedürftige in offener Fürsorge in Innsbruck in den Jahren 1913, 1918 und 1927 bis 1946. Höhe des Aufwandes je Einwohner Kalenderjahr Rechnungsjahr Übergangszeitraum¹) 1913 Aufwand in K, S oder RM³) K 83569 124782 S 189418 228843 1918 1927 1928 1929 306667 1930 348114 1931 465649 1932 508438 1933 689 559 1934 767263 1935 835818 1936 1937 1938 1. 1.-31. 3. 1939 1939/40 842864 1079004 S 1006859 RM 671149 132159 (528636)³) 423997 Aufwand je Einwohner in K, S oder RM K 1.54 2.26 S 3.21 3.86 5.15 5.82 7.74 8.41 11.36 12.57 13.63 13.67 17.42 S 15.22 RM 10.14 1.68 1940/41 409 199 1941/42 393848 1942/43 524365 1943/44 449412 1944/45 382411 1. 4.-31. 12. 1945 S 284088 (378784)4) 1946 482366 (6.74)) 5.40 4.45 4.05 5.28 4.36 3.85 S 3.09 (4.13)4) 4.92 Die Aufwandszahlen sind den Rechnungsabschlüssen entnommen. 1) Bis 1. 1. 1939 Kalenderjahre, vom 1. 1. bis 31. 3. 1939 Übergangszeitraum, vom 1. 4. 1939 bis 31. 3. 1945 Rechnungsjahre, vom 1. 4. bis 31. 12. 1945 Übergangszeitraum, am 1. 1. 1946 Rückkehr zum Kalenderjahr. 2) Schillingwährung vom 1. 1. 1925 an, 10000 entwertete Kronen währung vom 28. 3. 1938 an, 3 S 1 RM 1 S. = = 1 S; Reichsmark- 2 RM; Wiedereinführung des Schillings am 13. Dez. 1945, 3) Vierteljahresaufwand zum Vergleich mit dem Aufwand voller Kalender- oder Rechnungs- jahre in (-) von 3 auf 12 Monate umgerechnet. 4) Aufwand der 9 Monate zu Vergleichszwecken in (-) von 9 auf 12 Monate umgerechnet. 124 Personenkreis der offenen Fürsorge in Innsbruck vom 1. 4. 1941 bis 31. 12. 1946 Monatliche Durchschnittszahl der Parteien 1941/42 1942/43 1943/44 1944/45 1. 4.-31. 12 1945 1946 Gruppen der hilfsbedürftigen Parteien Zahl monatl. Zahl monatl. Zahl monatl. Zahl monatl. Zahl Zahl v. H. monatl. monatl. Kriegsbeschädigte usw. 33 32 32 24 21 21 2.41 Sozialrentner 332 350 354 297 264 223 25.51 Empfänger von Kleinrentnerhilfe 64 69 65 49 36 22 2.51 Sonstige Kleinrentner 86 90 90 72 52 33 3.77 Gleichgestellte nach § 17 der R.-Gr. 37 32 24 22 20 21 2.41 Empfänger d. erweiterten gehob. Fürs. 186 305 262 241 374 42.79 Empfänger von Kriegshilfe 4 2 2 2 1 Empfänger v. gehob. Fürs. zusammen 556 761 872 728 635 694 79.40 (vom Hundert der Empf. der gehob. und allgem. Fürsorge) (48.55) (72.26) (86.67) (89.43) (87.46) (79.40) Pflegekinder 91 60 54 31 26 65 7.44 Empfänger allg. od. sonstiger Fürsorge 498 232 80 55 65 115 13.16 Empf. geh. u. allg. Fürs. zusammen 1145 1053 1006 814 726 874 100.- (auf 1000 Einwohner) (11.7) (10.6) (9.7) (8.1) (7.9) (8.9) Empfänger zusätzlicher Reichs- zuschüsse an Kleinrentner 176 188 191 175 153 Empfänger von Tuberkulosehilfe 34 27 26 24 Tabelle VI/2 B Die Grundlage für die Durchschnittsberechnung amt, entnommen. - monatliche Parteienstände sind statistischen Arbeiten der Mag.-Abt. V, Fürsorge- Die Durchschnittszahl () ist ein Zwölftel der Summe der Parteienstände am Ende der 12 Monate des Rechnungs-, bzw. Kalenderjahres; für den Zeitraum vom 1. 4. bis 31. 12. 1945 beträgt sie 1%, der 9 Monatssummen. 125 Tabelle VI/2 C auf Seite 129 Kosten der offenen Fürsorge in Innsbruck gegliedert nach den Gruppen der hilfs- Zeit vom 1. April 1941 1941/42 1942/43 1943/44 Gruppen der hilfsbedürftigen Parteien RM RM RM A Laufende Barleistungen an Kriegsbeschädigte usw. 7902 13273 10630 Sozialrentner 68923 120643 92089 Empfänger von Kleinrentnerhilfe 10149 22253 16873 Sonstige Kleinrentner 16631 33149 26625 Gleichgestellte nach § 17 der Reichs-Grundsätze 13623 17233 10277 Empfänger der erweiterten gehobenen Fürsorge Empfänger von Kriegshilfe 125051 130284 4563 3543 2215 Empfänger von gehobener Fürsorge zusammen 121791 335145 288943 Pflegekinder 28673 19527 17840 Empfänger allgemeiner oder sonstiger Fürsorge 144116 79553 28939 Laufende Barleistungen zusammen (Summe A) 294580 434225 335722 B Sonstige Leistungen Wirtschaftliche Fürsorge Einmalige Barleistungen 13239 5498 8950 Darlehen 780 1932 828 Nahrungsmittel 8818 4081 1848 Kleidung und Hausrat 2962 1037 1131 Andere Sach- und Dienstleistungen 2758 3011 2991 Wirtschaftliche Fürsorge zusammen 28557 15559 15748 Gesundheitliche Fürsorge Ärztliche Behandlung 4051 2044 1488 Zahnärztliche Behandlung 603 545 307 Heilmittel einschließlich Prothesen 7886 4174 3281 Wochenfürsorge 337 467 462 Andere krankenpflegerische Leistungen 1529 831 770 Gesundheitliche Fürsorge zusammen 14406 8061 6308 Sonstige Leistungen zusammen (Summe B) 42963 23620 22056 Kosten d. offenen Fürsorge insges. (Summe A u. B) 337 543 457845 357778 je Einwohner RM oder S 3.47 4.61 3.47 CAR Erstattungen (Rückersätze) an Fürsorgeverbände 17744 22234 17200 D Reichszuschüsse an Kleinrentner 38561 44286 47052 E Tuberkulosehilfe 27 382 Summe A, B, C, D und E 393848 524365 449412 4.05 5.28 4.36 je Einwohner RM oder S Die Zahlen sind den Rechnungsabschlüssen (Jahresrechnungen) entnommen. 126 bralt Tabelle VI/2 D bedürftigen Parteien, Reichszuschüsse an Kleinrentner und Tuberkulosehilfe in der bis 31. Dezember 1946 |1.4.-31.12 1944/45 1945 RM RM S 1946 S 8022 5147 77437 54839 12991 6896 20897 11473 9489 7327 110848 3478 243 163 10494 22976 95310 1260 182252 8017 24388 276623 214657 Anmerkung 7528 64345 7410 10146 13332 220098 322859 27846 61456 412161 29 480 6039 418 444 - Zu 1942/43. Erhöhte Leistungen gemäß erhöhter Richt- sätze und Überführung Hilfsbedürftiger von der allgem. in die erweiterte geh. Fürsorge. In den Summen sind 36 600 RM an Nachzahlungen für 1941/42 enthalten. Im Betrag von 79553 sind 2541 RM für erst im April 1943 fällige Unterstützungen verbucht; dadurch erhöht sich in Tab. VI/2 E der monatl. Unterstützungsdurchschnitt d. Empfänger d. allgem. Fürsorge um mehr als 2 RM. Zu 1943/44. Unter den,,einmal. Barleistungen" v. 8950 sind 3970 RM an Unterstützungsbeiträgen f. Bomben- geschädigte enthalten. Tbc-Hilfe i. Sinne d. Vdg. v. 8. 9. 42 wurde erstmals am 1. 4. 1943 ausbezahlt; sie gilt nicht als Leistung d. öffentl. Fürsorge und ist nicht zurückzuerstatten. Zu 1944/45. Von den 16705 RM einmalige Barleistungen sind 11390 RM Unterstützungsbeträge an Bombenge- schädigte. Der hohe Betrag an Wochenfürsorge erklärt sich aus der Zunahme der Hausentbindungen infolge Ver- legung der Geburtsklinik nach Seefeld. Zu 1945. Die 22746 RM an Darlehen wurden fast zur Gänze Bombengeschädigten gewährt. Die Reichszu- schüsse für Kleinrentner wurden mit 31. 8. 45 eingestellt. Zu 1946. Vermehrung der Zahl der Hilfsbedürftigen durch Stellenverluste u. Ersparnisseverbrauch u. allgem. Erhöhung der Leistungen gemäß verbesserter Richt- sätze v. 1. 10. 1946 bewirken Ansteigen des Aufwandes. Unter den 29 480 einmaligen Barleistungen sind 14091 S Aushilfen für Kartoffeleinkellerung. Kriegshilfe wurde vom Beginn des Jahres 1946 nicht mehr gewährt. 16705 6662 503 22746 805 232 765 285 1778 2233 525 2550 20583 32158 39012 515 250 7 434 49 1618 555 1649 4082 172 162 383 6387 1360 2576 26970 33518 41588 303 603 248 175 453749 3.05 2.70 4.63 16098 11756 12102 40144 10058 22566 14099 16515 382411 284088 482366 3.85 3.09 4.92 127 128 Die durchschnittliche Höhe der laufenden Barunterstützungen in Innsbruck je Partei und Monat vom 1. 4. 1941 bis 31. 12. 1946 Tabelle VI/2 E Gruppen der hilfsbedürftigen Parteien 1941/42 1942/43¹) 1943/44 1944/45 1.4.-31.12. 1945 1946 RM RM RM RM S S Kriegsbeschädigte usw. 19.95 34.56 27.68 27.85 27.23 29.87 Sozialrentner 17.29 28.72 21.67 21.72 23.08 24.04 Empfänger von Kleinrentnerhilfe 13.21 26.87 21.63 22.09 21.28 28.06 Sonstige Kleinrentner 16.11 30.69 24.65 24.18 24.51 25.62 Gleichgestellte nach § 17 der Reichsgrundsätze 30.68 44.87 35.51 35.94 40.70 52.90 Empfänger der erweiterten gehobenen Fürsorge 56.02 35.59 35.25 43.94 49.04 Empfänger von Kriegshilfe 95.06 147.62 92.29 144.95 140.00 Pflegekinder 26.25 27.12 27.53 28.20 34.26 35.70 Empfänger allgemeiner oder sonstiger Fürsorge 24.11 28.57 30.14 34.81 41.68 44.43 Empfänger zusätzl. Reichszuschüsse an Kleinrentner 18.25 19.62 20.52 19.10 9.73 Empfänger von Tuberkulosehilfe 67.11 69.62 60.23 57.33 4) Im Rechnungsjahr 1942/43 sind die Durchschnittssummen durch die für 1941/42 ausbezahlten Nachzahlungen von 36600 RM überhöht. Tabelle VI/2 C Alter, Geschlecht und Familienstand der in offener Fürsorge unterstützten Parteien (ausschließlich der Pflegekinder) Zahl der in offener Fürsorge Mitunterstützten A. Parteien nach dem Alter vollendete Lebensjahre Am Jahres- ende¹) Gruppe II Summe Summe I u. II) Prozent. Verhält- 51-60 61-70 71-80 81-90 über 90 nis I: II II 1941 28 122 378 384 121 9 1014 1042 3: 97 1942 63 92 363 405 104 5 969 1032 6: 94 1943 50 86 334 391 111 6 928 978 5: 95 1944 29 61 293 342 85 4 785 814 4: 96 1945 40 32 217 307 118 2 676 716 6: 94 1946 173 81 232 209 51 2 575 748 23: 77 B. Parteien nach dem Familienstand Am Jahresende¹) männlich weiblich ledig verh. verw. gesch. Summe ledig verh. verw. gesch. Summe 1941 90 99 1942 77 125 50 1943 60 134 1944 51 104 1945 42 98 1946 38 91 184252 56 17 262 350 93 288 49 780 16 268 395 32 301 36 764 46 13 253 374 21 298 32 725 37 10 202 307 14 260 31 612 37 17 194 255 29 197 41 522 21 9 159 195 94 250 50 589 Am Jahresende¹) Ehefrauen C. Zahl der Mitunterstützten Sonstige Angehörige unter 16 J. 16 J. u. darüber Summe 1941 1942 105 104 19 1943 109 121 23 1944 97 50 1945 102 163 1946 81 258 18884 228 253 165 5 270 353 Angaben der Magistratsabteilung V, Fürsorgeamt. 1) In den Jahren 1941 einschließlich 1944 wurde die Zählung Ende August durchgeführt. 2) Die Gesamtsummen dieser Tabelle können mit jenen der Tabelle VI/2 B nicht überein- stimmen, da es sich im einen Fall um Stichtagszählungen, im andern um Durchschnitte handelt. 129 130 OL TV d Tabelle VI/2 F 1 nadadale A Vergleichstabellen 1. Am 31. März 1943 von der öffentlichen Fürsorge laufend in bar unterstützte Parteien in Innsbruck, Salzburg, Klagenfurt, der Bezirksfürsorgeverbände der Städte des Deutschen Reiches unter 100000 Einwohnern und des Deutschen Reiches insgesamt. Bezirksfürsorgeverbände Gruppen der hilfsbedürftigen Parteien Innsbruck Salzburg Klagenfurt der Städte des Deutsch. Reiches des Deutsch. Reiches unt. 100000 Einw. insgesamt Zahl % Zahl % Zahl % Zahl % Zahl % Kriegsbeschädigte usw. 33 3.1 20 1.8 8 1.1 2433 2.0 24535 2.1 Sozialrentner 374 35.8 270 24.9 238 33.0 53692 43.8 447115 38.0 Empfänger von Kleinrentnerhilfe 66 6.3 45 4.2 48 6.7 11038 9.0 73870 6.3 Sonstige Kleinrentner 95 9.1 71 6.5 6947 5.6 56549 4.8 Gleichgestellte nach § 17 d. R.-Gr. 26 2.5 1 0.1 4900 4.0 79 150 6.7 Empfänger der erweiterten geh. Fürsorge 322 30.8 574 52.9 301 41.8 19875 16.2 202043 17.2 Empfänger von Kriegshilfe 3 0.3 3 0.3 1 0.1 269 0.2 3378 0.3 Empfänger v. gehob. Fürs. zusammen 919 87.9 983 90.6 597 82.8 Pflegekinder 49 4.7 72 6.6 58 8.0 Empfänger allg. od. sonstiger Fürsorge 78 7.4 30 2.8 66 9.2 99154 10055 13460 11.0 80.8 886 640 75.4 8.2 122555 10.4 167165 14.2 Parteien insgesamt 1046 100.0 1085 100.0 721 100.0 auf 1000 Einwohner 13.1 14.5 13.5 122669 15.9 100.0 1176360 100.0 13.3 nodaph Tabelle VI/2 F 2, 3 2. Kosten der offenen Fürsorge im Rechnungsjahr 1942/43 in Innsbruck, Salzburg, Klagenfurt, in den Bezirksfürsorgeverbänden der Städte unter 100000 Einwohner und im gesamten deutschen Reichsgebiet. Sonstige Leistungen Gesamt- aufwand Laufende Barleistungen Wirt- Gesund- schaftl. heitliche Bezirksfürsorgeverbände Fürsorge je 1000 RM Einw. 1000 RM % 1000 RM RM Innsbruck¹) Salzburg Klagenfurt ge a) 430.4 5.40 406.8 94.5 15.5 8.0 457.8 4.61 434.2 94.8 15.5 8.0 480.9 6.41 446.6 92.8 15.0 19.3 235.2 4.40 225.1 95.7 4.2 5.8 Bezirksfürsorgeverbände d. Städte d. D. Reiches unter 100000 Einw. 52334 6.76 48 601 92.9 2324 1408 Bezirksfürsorgeverb. d. D. R. insgesamt 487524 5.50 445 277 91.3 25 201 17046 3. Durchschnittliche laufende Barunterstützung je Partei und Monat im Rechnungsjahr 1942/43 in Innsbruck und im Deutschen Reich. Innsbruck) Deutsches Gruppen der hilfsbedürftigen Parteien RM Reich a) b) RM Kriegsbeschädigte 31.25 34.56 27.89 Sozialrentner 28.06 28.88 25.54 Empfänger von Kleinrentnerhilfe 25.73 27.26 43.68 Sonstige Kleinrentner 28.65 31.03 35.79 Gleichgestellte nach § 17 R.-Gr. 39.31 44.87 48.25 Empfänger der erweiterten gehobenen Fürsorge 55.10 62.02 40.56 Empfänger von Kriegshilfe 150.- 147.50 86.87 Pflegekinder 26.33 26.24 19.92 Empfänger allgem. od. sonstiger Fürsorge 25.22 26.20 27.35 Quelle: Vierteljahreshefte zur Statistik des Deutschen Reiches 1943/I, II, III, IV mit Ausnahme der Variante Innsbruck b). 1) Zu Tabelle F 2. Innsbruck a): Gesamtaufwand und laufende Barleistungen ohne Erstat- tungen, ohne Reichszuschüsse, mit einem Viertel der Nachzahlungen für 1941/42, Divisor 80 000 Einwohner; Innsbruck b): wie Innsbruck a) aber mit allen Nachzahlungen für 1941/42 und Divisor 99 308 Einwohner. = *) Zu Tabelle F 3. Die Durchschnittsbeträge sind bei Innsbruck a) nach dem Aufwand von 406 800, bei b) von 434 200 und dem Durchschnitt von der Parteienzahl an den vierteljährigen Stichtagen berechnet. 131 132 R Personenkreis und Kosten der geschlossenen Fürsorge Tabelle VI/2 G foniles mi bau sudowal 1941/42 1942/43³) Nr. Einrichtungen der geschlossenen Fürsorge Zahl der Kosten Pfleg. Verpflegs- linge tage RM Zahl der Pfleg- Verpflegs- linge tage 1943/44 Zahl der Kosten Kosten Pfleg- Verpflegs- RM linge tage RM 1 Städtische Altersheime 470 141 821 225122 439 136233 219486 438 133229 196973 2 Städtische Pflegeanstalt 150 29 837 58159 159 28923 59 850 147 29 488 56033 3 Arbeits- und Bewahrungshäuser 7 1962 2746 4 796 1136 2 343 522 4 Allgemeines Landeskrankenhaus Innsbruck 1146 25399 66997 403 11955 38055 233 6797 18889 5 Andere Krankenhäuser 41 1921 6729 43 2315 6889 29 2841 8859 6 Heil- und Pflegeanstalt Solbad Hall 121 37095 33207 122 20489 36011 193 30270 57 085 7 Andere Nervenheilanstalten 15 4695 3727 13 3495 4872 18 2063 4822 8 Blinden-, Taubstummen- und Krüppelheime 10 2625 869 14 2330 2302 10 2857 2987 9 Kinderheime, Erziehungs- und Unterrichts- anstalten 41 6745 16489 39 5542 12869 49 11679 13845 10 Sonstige Einrichtungen d. geschlossenen Fürs. 103 33626 21820 115 Insgesamt 2104 285726 32442 435865 1351 244520 45070 101 30772 426540 1220 250339 34601 394616 Aus statistischen Arbeiten der Mag.-Abteilung V, Fürsorgeamt und den Rechnungsabschlüssen (Jahresrechnungen). 1) Mit Vdg. vom 20. 3. 1942, RGBI. 27, wurde der Kostenanteil für die nach § 5 der Vdg. vom 3. Sept. 1938 von den Landesfürsorgever- bänden in Anstaltspflege übernommenen Geisteskranken, Geistesschwachen, Epileptiker, Taubstummen, Blinden und Krüppel mit Rück- wirkung vom 1. 4. 1941 von 20% auf 75% erhöht; die auf Innsbruck entfallende, im Jahre 1942 flüssiggestellte Nachzahlung betrug 66 668 RM. Der gesamte Aufwand für die geschlossene Fürsorge stellte sich demnach im Jahre 1942/43 auf 493 208 RM. Personenkreis und Kosten der geschlossenen Fürsorge 1944/45*) 1.4.-31. 12. 19452) Nr. Einrichtungen der geschlossenen Fürsorge Zahl der Zahl der 1946) Zahl der Kosten Kosten Kosten Pfleg-Verpflegs- linge tage RM 1 Städtische Altersheime 409 125623 Pfleg- Verpflegs- linge tage 171905 342 94491 Pfleg- Verpflegs- 2 Städtische Pflegeanstalt 136 27260 48981 68 18402 RM linge tage 122136 430 123972 27255 25230 RM 263120 126 74498 3 Arbeits- und Bewahrungshäuser 4 Allgemeines Landeskrankenhaus Innsbruck 175 4781 16044 238 7673 24355 331 12243 47292 5 Andere Krankenhäuser 8 813 1786 9 823 3113 14 1948 5991 6 Heil- und Pflegeanstalt Solbad Hall 34805 4845 2655 7 Andere Nervenheilanstalten 1864 5 8 Blinden-, Taubstummen- und Krüppelheime 1138 1692 2275 9 Kinderheime, Erziehungs- und Unterrichts- anstalten 25896 3595 11703 1= 10 Sonstige Einrichtungen d. geschlossenen Fürs. 24135 8085 12043 11 Einrichtungen unter 6-10 mit Pfleglingen nach § 5 der Vdg. v. 3. Sept. 1938 73280 Insgesamt 399834 53675 248751 70 200 489 782 Tabelle VI/ 2 G (Fortsetzung) Aus statistischen Arbeiten der Mag.-Abteilung V, Fürsorgeamt und den Rechnungsabschlüssen (Jahresrechnungen). 2) Für das Rechnungsjahr 1944/45, die 9 Monate 1945 und das Kalenderjahr 1946 wurde der Kostanteil nach § 5 der Vdg. vom 3. 9. 1938 auf Grund des Pfleglingsstandes von 1943 pauschaliert. Die Aufteilung der Pauschalsummen, wie auch die Verteilung der Pfleglinge auf, die in Frage kommenden Anstalten unter 6-10 war daher in diesen Jahren praktisch unmöglich. 133 134 Nr. Anstalten Altersheime und andere Versorgungsanstalten. Bewegung 1945 und 1946 Zahl der Pfleglinge Betten am Jahresanf. Stand am Jahresanfang Zuwachs zu- Abgang sammen insgesamt dav.gest. Stand am Jahresende m. m. m. m. m. m. zus. zus. zus. zus. zus. zus. w. W. W. W. W. W. 1945 1 Städtisches Altersheim Ing.-Etzel-Straße 59 70 19 89 21 20 225 206 68 274 58 136 49 185 37 28 2 Städtisches Altersheim 11 34 34 Schulgasse 3 23 3 Städtisches Altersheim 27 93 93 Innallee 11 66 18 20 Städtische Pflegeanstalt 17 82 75 55 19 1382 12 1 4 38 26 3 5 32 4 23 116 25 84 21 20 36 111 74 3 50 22 21252 im Tages- durchschn. Verpflegstage¹) je insgesamt Pflegling 68 48 216 216 78979 288.2 148 34 35 12634 332.4 10 37 91 33140 285.6 19 68 24955 224.8 128 42 170 46 36 124 Zusammen 434 408 131 539 137 97 280 369 91 61 278 402 4101407 149 708 277.7 23 24 5 Sonstige Anstalten³) 70 70 5 75 6 5 69 60 21830 291.0 47 4 45 151 45 Insgesamt 504 478 327 91 Fa 196 48 37 148 136 614 143 102 471 470 171538 279.3 418 95 65 323 Tabelle VI/2 H 1946 1 Städtisches Altersheim 68 29 233 216 Ing.-Etzel-Straße 59 148 31 2 Städtisches Altersheim 11 35 34 Schulgasse 3 23 3 Städtisches Altersheim 28 93 91 Innallee 11 63 12 17 22 4 Städtische Pflegeanstalt 82 61 44 43 2166 52 23 60 60 97 179 16 276 27 43 43 19 17 12 46 11 6 29 5 33 10 17 108 26 75 16 20 65 99 39 19 126 52 87 33 69 12 13 16 0 22 52 36 9 81 28 233 224 81584 295.5 152 11 4 35 35 12702 276.1 24 23 17 82 59 99 81 29 686 274.8 29 29 20 74 69 25230 200.2 54 124 62 186 51 29 135 Zusammen 443 402 154 556 132 78 424 409 149 202 268.3 278 370 289 20 24 5 Sonstige Anstalten³) 69 8 24279 315.3 Insgesamt 44 144 512 327 471 66 210 53 162 30 633 157 96 143 423 84 90 490 475 173481 274.0 54 333 30 Tabelle VI/2 H Angaben der Magistratsabteilung V, Fürsorgeamt. 1) Da unter 1945 die Pfleglingsbewegung während des ganzen Kalenderjahres dargestellt ist, mußten auch die auf das ganze Jahr ent- fallenden Verpflegstage angegeben werden; die auf den Abrechnungszeitraum vom 1. 4. bis 31. 12. 1945 entfallenden Verpflegstage sind: 59794, 9520, 2517794491 und 18402, zusammen 112893 (vergleiche Tabelle VI/2 G). 2) Die unter,,Sonstige Anstalten" angegebenen Zahlen betreffen nur die von der Stadt befürsorgten Pfleglinge in nichtstädtischen Heimen (Notburgaheim, Krausenhaus, Versorgungshäuser in Ried, Imst, Nassereith usw.). 135 136 Familienstand und Alter der städtisch befürsorgten Anstaltspfleglinge 1945 und 1946 Pfleglinge am Jahresende nach dem Tabelle VI/2 J 9129 Jahr Familienstand Alter - vollendete Lebensjahre Geschlecht ledig verh. verw. gesch. bis 50 51-60 61-70 71-80 81-90 über 90 Männer 85 14 40 9 18 10 42 60 18 1945 Frauen 175 13 123 12 25 23 76 136 55 8 Insgesamt 260 27 163 21 43 33 118 196 73 8 Männer 81 15 52 9 21 30 80 26 1946 Frauen 185 19 119 10 37 64 144 82 6 Insgesamt 266 34 171 19 58 94 224 108 6 Magistratsabteilung V, Fürsorgeamt. Tabelle VI/2 K Jahr Beruf und Berufsstellung der städtisch befürsorgten Anstaltspfleglinge 1945 und 1946 Pfleglinge am Jahresende nach Beruf und Berufsstellung vor ihrer Aufnahme ins Heim Land- und Industrie Forstwirtschaft und Gewerbe Haus- Handel und Verkehr Geschlecht selb- unselb- unselb- selb- ständig ständig ständig ständig ständig selb- unselb- ständig | Häus- Öffent- liche licher Dienste Dienst Freie Berufe frauen Sonstige Ohne ohneand. Berufe Beruf Beruf Männer 14 11 71 19 1945 Frauen - 47 11 141 Insgesamt 14 11 118 30 141 19 Männer 18 12 72 20 19 1946 Frauen 1 - 39 9 135 Insgesamt 19 12 111 29 135 24 546651 4 13 1 4 93 19 4 8 93 32 005 4 12 4 108 28 4 8 108 40 4 Magistratsabteilung V, Fürsorgeamt. bau todontisdik VII. Sozialversicherung Die Sozialversicherungs-Anstalten im Lande Tirol umfassen zumeist das Gebiet des Bundeslandes Tirol, weshalb sie zufolge ihrer inneren Organisation Zahlen über die Versicherten, die im Stadtgebiete von Innsbruck ansässig sind, und die Ver- sicherungsleistungen für dieselben nicht angeben können. VII/1. Gebietskrankenkasse Es war nur möglich von der Gebietskrankenkasse für Tirol den Stand der Ver- sicherten von Innsbruck zu erhalten, alle anderen Daten für Innsbruck konnten auch von dieser Krankenkasse nicht erhoben werden. Damit ist eine statistische Darstellung und Untersuchung über die Auswirkung der gesamten Sozialversicherung auf die Bevölkerung der Stadt Innsbruck, über die Verhältniszahlen zwischen den Sozialversicherten zur Bevölkerung, zur Zahl der Ärzte und Apotheken nicht möglich geworden. Die Tafel VII/1 A weist den Stand der Versicherten in der Gebiets- krankenkasse für Tirol für das Gebiet von Innsbruck aus. VII/2. Krankenfürsorgeanstalt der städtischen Angestellten in Innsbruck Der Gedanke, durch Krankenversicherung die städtischen Beamten, die von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht als pragmatisierte Beamte ausgenommen waren, im Falle der Krankheit zu schützen und schon in gesunden Tagen durch Leistung von Beiträgen auf versicherungstechnischer Grundlage vorzusorgen, wurde im Jahre 1920 durch die Gründung der Krankenfürsorgeanstalt der städti- schen Beamten verwirklicht. Diese Anstalt wurde für die in ihren Kreis einbezogenen Beamten zur Pflichteinrichtung erklärt und ihr eine Satzung gegeben. Auf die Leistungen der Krankenfürsorgeanstalt haben als Mitglieder alle definitiv Angestellten und Beamte des Ruhestandes der Stadtgemeinde Innsbruck Anspruch, Angestellte anderer Gemeinden Tirols können, soferne diese Angestellten nach dem Gehaltsschema des Bundes entlohnt werden, Aufnahme finden; den gleichen An- spruch wie die Mitglieder haben die Angehörigen der Mitglieder, deren Kreis in der Satzung genau festgelegt ist. Unbeschadet des Fortgenusses der Bezüge gebühren den Mitgliedern und Angehörigen: bei freier Ärztewahl Arzthilfe und Heilmittel, die Pflege in einer öffentlichen Krankenanstalt, in privaten Krankenhäusern die Bezahlung der von der Krankenkasse festgelegten Verpflegsgebühren, Operations- kostenbeiträge, fachärztliche Behandlung gemäß der Krankenordnung, Rückersatz der Auslagen für gewöhnliche Zahnpflege, die Wochenhilfe an Wöchnerinnen, das Sterbegeld bei Ableben eines Mitgliedes oder Kassenangehörigen, ein Begräbnis- kostenbeitrag und endlich kann erweiterte Heilbehandlung bei Benützung von Heilbädern und Heilstätten gewährt werden. Die Mittel für diese Leistungen werden durch Beiträge der Arbeitgeber, d. h. der Stadtgemeinde Innsbruck und der Gemeinden, deren Bedienstete Mitglieder sind, sowie der Versicherten selbst, bis zur Höhe von zusammen 4%, bzw. 42% der ge- 137 samten Bezüge dieser Beamten und Angestellten aufgebracht. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen je die Hälfte der Versicherungsbeiträge. Die Verwaltung besorgt ein ehrenamtlich tätiger Vorstand, bestehend aus Mitgliedern der Kranken- fürsorgeanstalt; als Prüfungsorgan diente ein Überwachungsausschuß, dem Mit- glieder des Gemeinderates und Mitglieder der Krankenfürsorgeanstalt in gleicher Zahl angehörten, bzw. seit 1939 das städtische Rechnungsprüfungsamt, das dem Bürgermeister unmittelbar unterstellt ist. Diese Krankenfürsorgeanstalt erwies sich in den 28 Jahren ihres Bestehens als außerordentlich zweckmäßige Wohlfahrtseinrichtung, deren Leistungen durch die Förderung der Stadtgemeinde Innsbruck eine bedeutende Höhe erreichen, deren Verwaltungskosten aber dank der ehrenamtlichen Arbeit der Vorstandsmitglieder klein sind. Die Tabellen VII/2 A-C geben hierüber Aufschluß. Die Zahl der versicherten Mitglieder ist in allen Jahren geringer als die Zahl der mitversicherten Personen. Es fällt auf, daß trotz der Vergrößerung der Stadtver- waltung, die infolge der Vermehrung der Bevölkerung, der Eingemeindungen und der Ausdehnung der Verwaltungsaufgaben notwendig geworden ist, die Anzahl der versicherten Mitglieder nicht gestiegen ist, obwohl jeder Beamte verpflichtet war, der Krankenfürsorgeanstalt beizutreten. Dieser Umstand ist dadurch zu erklären, daß während der Kriegszeit und der Jahre 1945 und 1946 im allgemeinen keine Pragmatisierungen von Beamten vorgenommen wurden, weshalb der erhöhte Angestelltenstand der Stadtverwaltung in der Mitgliederzahl nicht in Erscheinung tritt und diese Zahl sich um die verstorbenen Mitglieder und Mitversicherten ver- minderte. A. 138 Gebietskrankenkasse für Tirol Stand der Versicherten im Stadtgebiet Innsbruck Jahr Kranken- und Unfallversicherung 1945 1946 23510 26750 Tabelle VII/1 A Nur krankenversichert Zusammen 323 334 23833 27084 Krankenfürsorgeanstalt der städtischen Angestellten Stand der Versicherten Tabelle VII/2 A Mitglieder Mitversicherte Zusammen Jahres- ende hievon Innsbruck hievon Innsbruck hievon Innsbruck 1928 755 658 1089 908 1844 1566 1934 827 716¹) 1185 975¹) 2012 1691¹) 1936 718 611¹) 958 764¹) 1676 1375¹) 1940 755 637 929 733 1684 1370 1942 726 605 unbekannt unbekannt 1945 672 560 846 644 1518 1204 1946 632 509 757 550 1389 1059 ¹) Mit den Versicherten der 1938 an die Stadt Innsbruck angeschlossenen Gemeinde Hötting. Tabelle VII/2 C Versicherungsleistungen je Mitglied Krankenfürsorgeanstalt der Stadt Innsbruck a) Durchschnittliche b) Verwaltungskosten zu Versicherungsleistungen in Prozenten Jahr Schilling (RM) Jahr % 1928 148.93 1928 6.4 1934 198.88 1934 2.9 1936 196.93 1936 3.9 1940 107.41 1940 4.35 1942 128.56 1942 3.26 1945¹) 81.69 1945) 4.22 1946 148.61 1946 4.92 1) Das Jahr 1945 umfaßt nur 9 Monate (1. 4. bis 31. 12. 1945). 139 140 Versicherungsleistungen der Krankenfürsorgeanstalt für Mitglieder und Angehörige aller angeschlossenen Orte (Beträge in Schillingen) Tabelle VII/2 B Jahr Arzthilfe Heilbehelfe Röntgen Operationen Anstalts- Bäder pflege Beistand Überführung Zahn- ärztliche Hilfe und Zahnersatz Geburts- und Wochenhilfe Beihilfen Sterbegeld Zusammen Medikamente 1928 34402.50 23055.11 11431.70 785.99 21 472.04 9493.- 9475.60 2333.60 112449.54 1934 46058.- 35714.40 21477.90 3660.50 33282.45 13862.- 7918.40 2505.10 164478.75 1936 40967.- 36010.30 23811.70 2163.66 20692.66 7593.85 7395.70 2763.40 141398.27 1940 18775.26 18838.47 13955.74 2355.07 13675.59 8640.59 4131.87 728.50 81 101.09 1942 22415.30 25854.08 11 990.54 1669.30 14644.60 5808.30 10458.40 495.50 93336.02 1945¹) 1946 13599.20 11593.71 14714.11 575.60 7432.- 3964.50 2699.80 322.50 54901.42 26 381.74 21 565.90 15829.20 852.50 14895.20 4614.40 9148.40 637.70 93925.04 hievon für Mitglieder und Angehörige von Innsbruck und Hötting, bzw. Innsbruck allein 1928 30830.30 20772.01 10519.50 785.99 18238.54 7209.- 8837.30 2080.60 99273.24 1934 39 687.40 31060.30 18585.90 3131.10 28 793.70 9419.40 7188.- 2505.10 140370.90 1936 33366.90 30901.70 19143.20 2054.76 16904.16 7135.85 6849.70 1855.40 118211.67 1940 14767.84 15941.47 12068.20 2058.20 11313.30 6285.55 3939.- 127.50 66501.06 1942 17202.50 21 794.92 10282.04 1403.80 11299.20 4692.50 8899.- 495.50 76079.46 1945¹) 11409.60 10231.40 13089.57 457.50 5065.- 3166.40 2330. 45749.47 1946 20739.35 16994.45 12698.85 572.20 11 269.- 3332.10 6939. 637.70 73182.65 1) Für 9 Monate (vom 1. 4. bis 31. 12. 1945). VIII. Beschäftigung der Bevölkerung und Arbeitslosigkeit VIII/1. Beschäftigung der Bevölkerung Die Frage nach Umfang und Art der Berufstätigkeit der Bevölkerung ist alt und für jede Staatsführung naheliegend. Aber erst seit Mitte des vorigen Jahrhunderts suchte man in allen Staaten die Beantwortung dieser Frage durch systematische Berufszählungen zu erreichen, die entweder gesondert oder in Verbindung mit Volkszählungen durchgeführt wurden. Gefragt wurde nach dem Beruf, d. h. nach der Tätigkeit, durch welche sich der einzelne in der Hauptsache seinen Lebensunter- halt verschafft, nach der Stellung im Beruf - ob Unternehmer, Angestellter oder Arbeiter und in welchem Betrieb die Erwerbstätigkeit ausgeübt wird. Selb- ständige Personen, die keinen Beruf ausübten, hatten ihre Einnahmsquellen anzu- geben: Kapitalsrente, die Volkszählung von 1934 nennt noch den Hausbesitz, Ruhe- genuß, Sozialrente, Fürsorgeunterstützung und dgl. Damit waren drei Berufs- gruppen: Erwerbspersonen, selbständige Berufslose und die von diesen beiden finanziell abhängigen Angehörigen sowie drei Berufsmerkmale: Berufstätigkeit, soziale Stellung und Betriebszugehörigkeit gegeben. Außerdem wurde auf die beruflich wichtige Gliederung nach Alter und Geschlecht gebührend Bedacht genommen. Die näheren Begriffsbestimmungen der einzelnen Zählungen, und zwar nicht nur die der verschiedenen Staaten, sondern auch die desselben Staates, weichen voneinander ab, so daß Vergleiche und damit die Darstellung von Entwicklungs- phasen erschwert oder teilweise unmöglich werden. Die Systematik der letzten österreichischen Berufszählung, die mit der Volkszählung vom 22. März 1934 durch- geführt wurde, ist eine andere, als die der letzten Volks-, Berufs- und Betriebs- zählung des Deutschen Reiches vom 17. Mai 1939. Daß das Landesarbeitsamt bei der statistischen Auswertung seiner Beschäftigungserhebung nach § 13 des Arbeits- pflichtgesetzes vom 15. Februar 1946, BGBl. Nr. 63 aus 1946, teilweise eigene Wege ging, liegt an den Aufgaben der Arbeitsämter. Immerhin beanspruchen die,,Statisti- schen Ergebnisse der Tiroler Beschäftigungserhebung vom Jahre 1946" als jüngste Berufszählung zur Beurteilung der Frage der Beschäftigung der Bevölkerung in Innsbruck das größte Interesse¹). Die Tabelle VIII/1 A zeigt die drei Bevölkerungsgruppen: die Erwerbspersonen, die selbständigen Berufslosen und die von diesen abhängigen Angehörigen. Die Tabellen VIII/1 B₁, B2, B3, VIII/1 C und VIII/1 D₁, D2, D3, entsprechen der Gliede- rung der Erwerbspersonen nach den drei Berufsmerkmalen der Berufstätigkeit, der Stellung im Beruf, auch als soziale Stellung bezeichnet, und der Betriebs-, bzw. wirtschaftlichen Zugehörigkeit. Die Tabelle VIII/1 E erfaßt die ganze Bevölkerung; die selbständigen Berufslosen sind als 6. Art der sozialen Stellung angefügt. Die von den Berufstätigen und den Berufslosen erhaltenen Personen sind auf die Posi- tionen ihrer Erhalter aufgeteilt. Die Tabelle VIII/1 F enthält den Altersaufbau der Berufstätigen im Juli 1946. 1) Systematik und Ergebnisse der Beschäftigungserhebung vom Juli 1946: 141 131 I. Die drei Bevölkerungsgruppen a) Erwerbspersonen Die wichtigste der drei Bevölkerungsgruppen ist die der Erwerbspersonen, auch Berufsträger genannt. Die beiden Zählungen vom Jahre 1934 und 1939 verstanden darunter Personen, die am Stichtag der Zählung zum Zwecke des Erwerbes einem Hauptberuf nachgingen; zu ihnen wurden auch die Arbeitslosen gezählt. Die Be- schäftigungserhebung vom Jahre 1946 hingegen zählte unter der Bezeichnung ,,Berufs- und Erwerbstätige" nur die tatsächlich Beschäftigten und reihte die Arbeits- losen oder Arbeitsuchenden mit anderen in eine Gruppe von Unbeschäftigten ein. Demgemäß sind unter den in der Tabelle VIII/1 A für 1934 ausgewiesenen 29479 Erwerbspersonen 5715 Arbeitslose, unter den 37 274 Erwerbspersonen des Jahres 1939 530 Arbeitslose und unter der Zahl 37 436 von 1946 keine Arbeitslosen enthalten. Um einen einwandfreien Vergleich durchführen zu können, sind ent- weder zur letzten Zahl 284 Arbeitsuchende) vom Juli 1946 dazuzuschlagen oder A. Berufstätige (erhoben) 1. Unselbständige Erwerbstätige Angestellte Arbeiter Lehrlinge Beamte Mithelfende Familienangehörige 2. Selbständige Erwerbstätige 32312, m. 20120 w. 12192 a) des Handels, Gewerbes, Verkehrs b) der Landwirtschaft 3141, 3. Freie Berufe m. 2205 W. 936 308, m. 227 W. 81 937, m. 702 W. 235 4. Geistliche und Ordenspersonen 658, m. 234 W. 424 5. Haushaltsführerinnen eines landwirtschaftlichen Haushaltes (Bäuerinnen) 80, m. W. 80 Summe A 37436, m. 23488 w. 13948 B. Berufalose, Unbeschäftigte (erhoben) 1. Studenten und Schüler 2. Haushaltsführerinnen eines nichtlandwirtschaftlichen Haushaltes (Hausfrauen) 4474, m. 2820 W. 1654 20863, m. w. 20863 3. Durch Alter, Invalidität, Krankheit, arbeits- unfähig gewordene Personen 4. Unbeschäftigte 5. Ungeklärte Falle 5757, m. 2939 3406, m. 2155 273, m. 235 W. 2818 W. 1251 W. 38 Summe B 34773, m. 8149 w. 26624 C. Kinder unter 14 Jahren (geschätzt) 16800, m. 8568 w. 8232 Summe von A, B und C 89009, m. 40205 w. 48804 2) 284 ist die Hälfte der für Bezirk Innsbruck-Stadt und Innsbruck-Land (ohne Hall) in Tabelle VIII/2 D ausgewiesenen Arbeitsuchenden. 142 aus den ersten 2 großen Zahlen die Arbeitslosen auszuscheiden. Die Reihen mit vergleichbaren Zahlen sind dann entweder 29479 37 274 - 37720 oder 23764-36744-37436. Die Korrektur tritt im Verhältnis der Summe der Beschäftigten zur Gesamt- bevölkerung besonders deutlich hervor; die Verhältniszahlen (Berufstätigenziffern) lauten demnach für das Jahr mit Arbeitslosen ohne Arbeitslose 1934 48.32% 38.95% 1939 1946 48.70% 42.37% 48.01% 42.05% In der niederen Zahl der tatsächlich Beschäftigten des Jahres 1934 spiegeln sich die damaligen schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse; die Berufstätigenziffer aus dem Jahre 1939 kann als normal angesehen werden, während der Beschäftigten- stand vom Jahre 1946 die Annahme zuläßt, daß damals nicht alle vorhandenen Arbeitskräfte eingesetzt waren. Interesse beansprucht weiters die Gliederung der Erwerbspersonen nach dem Geschlecht. Es ist auffallend, daß, wie die nachstehende Übersicht zeigt, der Anteil der Frauen an der Gesamtzahl der Erwerbspersonen in den drei fraglichen Erhebungs- jahren fast gleichbleibend ist, es stehen rund 38% Frauen 62% Männern gegenüber. Die Prozentsätze der Zahl der weiblichen Erwerbspersonen von der Gesamtzahl der weiblichen Einwohner waren 34.28, 34.93 und 28.65. Geschlecht der Erwerbspersonen, Verhältniszahlen der Geschlechter zueinander und der erwerbstätigen Frauen zur Gesamtzahl der weiblichen Einwohner. 1934 Erwerbspersonen 29478 männl. 18353, weibl. 11126 62.26% 37.74% 1939 Erwerbspersonen 37274 männl. 22906, weibl. 14368 61.45% 38.55% 1946 Erwerbspersonen 377203) männl. 23 733, weibl. 13987 62.91% 37.05% b) Selbständige Berufslose Weibl. Einw. 32450 davon erwerbstätig 34.28% Weibl. Einw. 41126 davon erwerbstätig 34.93% Weibl. Einw. 48804 davon erwerbstätig 28.65% Die 2. Berufsgruppe bilden die Personen ohne Beruf oder Berufsangabe, nach der Systematik vom Jahre 1939 selbständige Berufslose genannt. Es werden darunter hauptsächlich Personen verstanden, die, ohne einen Hauptberuf auszuüben, auf Grund irgend eines Rechtstitels, der sich meist auf eine frühere Berufstätigkeit gründet, ein eigenes Einkommen beziehen. Hieher gehören vor allem die Beamten des Ruhestandes, Invaliden- und Unfllasrentner, aber auch die Insassen von Alters- und Versorgungsanstalten; dazu kommen noch die Insassen von Taubstummen-, Irren-, Besserungs- und Strafanstalten und außerdem nach der Systematik der Volks- 8) 37720 = 37436 Beschäftigte + 245 arbeitslose Männer + 39 arbeitslose Frauen. 143 Bevölkerungsgruppen in Innsbruck Volkszählung 1989 I II I 88 ob an Beschäftigungserhebung 1946 42000 39.000 36.000 C 33.000 Eve 30.000 27000 24.000 21.000 18.000 15.000 8TH 12.000 III disw a 9.000 ATTC goo 800A Aliow I II III Männl. I Erwerbspersonen I Weibl Männl. Weibl. Erwerbstätige I Selbst. Berufslose II Arbeilsunfähige Unbeschäftige a) Haushaltsführerinnen Angehörige ohne Hb. III b) Studenten, Schüler c) Kinder unter 14 Jahren Diagramm Nr. 9 144 6.000 3.000 zählung 1939 die nicht in ihrer Familie lebenden Studierenden und Schüler. Dieser Gruppe der selbständigen Berufslosen entspricht bei der Beschäftigungserhebung vom Juli 1946 annähernd die Summe der durch,,Alter, Invalidität und Krankheit arbeitsunfähig" gewordenen Personen, der,,Unbeschäftigten" und der,,Ungeklärten Fälle". In dieser Summe sind um die vorübergehend Arbeitsunfähigen und Arbeit- suchenden zu viel und um die Studierenden und Schüler zu wenig; sie konnten, da sie mit anderen in gemeinsamen Summen gezählt wurden, nicht ausgeschieden werden. Dieser Mangel verhindert wohl einen exakten Vergleich, beeinträchtigt aber nicht das Gesamtbild. c) Angehörige ohne Hauptberuf Zur 3. Bevölkerungsgruppe, den Angehörigen ohne Hauptberuf, zählt man alle Familienmitglieder, die von einer Erwerbsperson oder einem selbständigen Berufs- losen erhalten werden und zu ihrem Haushalt gehören, also meist Hausfrauen, Kinder, allenfalls Eltern und Geschwister usw. Da die Volkszählung 1934 für Inns- bruck die Angehörigen der Berufslosen und der Personen ohne Beruf nicht gesondert, sondern mit diesen in einer Summe zählte, war ein Vergleich mit der 2. und 3. Be- völkerungsgruppe der anderen Zählungen unmöglich. Für 1946 ist die Bevölkerungs- gruppe der Angehörigen aus den für diese Erhebung vorgesehenen 3 Einzelgruppen: Haushaltsführerinnen eines nichtlandwirtschaftlichen Haushaltes, Studenten und Schüler und der Kinder unter 14 Jahren gebildet. An der Tabelle VIII/1 A, die mit Absicht nur die dem jeweiligen System entsprechenden Gruppenzahlen ohne an- passende Korrektur verwendet, ist jedenfalls die große Zahl der Angehörigen ohne Hauptberuf im Jahre 1946 das Auffallendste. Das Diagramm Nr. 9 über die Bevölkerungsgruppen in den Jahren 1939 und 1946 fördert die lebendige Vorstellung der Größenverhältnisse. II. Die drei Berufsmerkmale a) Berufliche Gliederung Der Beruf kennzeichnet die Erwerbspersonen nach der von ihnen im Wirtschafts- leben ausgeübten Tätigkeit, z. B. schmieden, backen, schneidern. Die berufliche Einstufung geschieht an Hand von Verzeichnissen, die die Berufsarten, meist in Gruppen und Abteilungen zusammengefaßt, enthalten. Die Volkszählung von 1934 kennt 275 Berufsarten und 23 Berufsgruppen, die Zählung von 1939 weist 530 Berufs- positionen auf, die in 28 Berufsgruppen und 7 Berufsabteilungen vereinigt sind, die Beschäftigungserhebung 1946 gliedert von den Erwerbspersonen nur die un- selbständigen Erwerbstätigen also die Angestellten im weitesten Sinne-in 27 Berufsgruppen. Die Berufsgruppierung der drei Zählungen ist ähnlich, aber nicht gleich, die Reihenfolge der Gruppen verschieden. Sind Vergleiche schon dadurch erschwert, werden sie zwischen den Tabellen VIII/1 B, und B, einerseits und B, anderseits, die nur unselbständige Erwerbstätige enthält, überhaupt erst möglich, wenn aus den Tabellen B, und B, die selbständigen Erwerbspersonen und überdies die Arbeits- losen ausgeschieden werden. Die Zählungen 1934 und 1939 rechneten nämlich, wie bereits früher erwähnt, zu den Erwerbspersonen als Berufsträgern auch die Arbeits- losen, während die Beschäftigungserhebung 1946 nur die tatsächlich Beschäftigten ins Auge faßte. Sie spricht wohl deshalb auch von Berufstätigen und nicht von Erwerbspersonen. Bei der Zählung vom Jahre 1934 wurden 5715 Arbeitslose, und 10 145 zwar unselbständige Erwerbspersonen erfaßt; die arbeitslos gewordenen Selbständi- gen blieben außer Betracht. Im Mai 1939 gab es nur 530 Arbeitslose; da sie wahr- scheinlich wegen der Kleinheit dieser Zahl nicht berufsgruppenweise ausgezählt wurden, konnten sie in die Tabelle B, nicht aufgenommen werden. Will man nun z. B. die Entwicklung der Berufsgruppe 1,,Land- und forstwirtschaftliche Berufe" verfolgen, sind die Zahlen der Berufsgruppe 1 der Tabelle B, und B, um die Zahl der Selbständigen und um die bekannte Zahl der Arbeitslosen zu kürzen und die Berufsgruppen 1 und 2 der Tabelle B,, die die Ackerbauer und Forstberufe ge- trennt anführt, zusammenzuzählen. Die zu einem Vergleich geeignete Zahlenreihe lautet also nicht sondern 392 244 1259-1391 923-1434. Zu Einzelheiten der 3 Tabellen geben die Fußnoten entsprechende Aufklärungen. b) Gliederung nach der Stellung im Beruf (Soziale Gliederung) In der Tabelle VIII/1 C werden über die Stellung der Erwerbspersonen in ihrem Beruf vollständige und miteinander besser vergleichbare Zahlen geboten. Die drei Zählungen arbeiteten zwar mit einer ungleichen Anzahl von sozialen Gruppen und mit verschiedenartig gebildeten Gruppen. Die Unterschiede sind aber nicht so tief- gehend, daß sich die Ergebnisse nicht durch einige Umstellungen auf denselben Nenner bringen ließen. Es wurden 5 bis 7 soziale Stellungen verwendet: Selbständige, freie Berufe, mithelfende Familienangehörige, Beamte, Angestellte, Arbeiter und Lehrlinge. Zu den Selbständigen sind alle Erwerbspersonen zu rechnen, die einen Betrieb wirtschaftlich selbständig als Eigentümer oder Pächter führen. Die Zählungen von 1934 und 1939 reihen auch die selbständigen freien Berufstätigen, wie Ärzte, Rechtsanwälte, Schriftsteller und Künstler dazu. Die Erhebung von 1946 behandelt diese nebst den Geistlichen und Ordenspersonen als eigene Gruppe. Zu den mit- helfenden Familienangehörigen zählen hauptsächlich Ehefrauen und Kinder, die im Betrieb des Ehemannes oder Vaters mithelfen. Ehefrauen oder andere An- gehörige, die den privaten Haushalt führen, gehören nicht dazu, wohl aber die Bäuerinnen, die im landwirtschaftlichen Betriebe tätig sind. Als Beamte gelten nur Personen in einem öffentlich rechtlichen Dienstverhältnis des Staates, des Landes, der Gemeinde oder anderer öffentlich rechtlicher Körperschaften. Quali- fiziertere Angestellte von Privatbetrieben, z. B. von Banken, Sparkassen usw., die sich sprachgebräuchlich Beamte nennen, gehören zu den Angestellten. Die Volks- zählung vom Jahre 1934 hatte für die Beamten keine eigene Gruppe, sie reihte sie zu den Angestellten. Angestellte sind vor allem jene unselbständigen Erwerbs- personen, die angestelltenversicherungspflichtig sind. Die Zählung vom Jahre 1934 rechnete außer den Beamten einen Teil der Mönche und Nonnen dazu, die Zählung 1939 sämtliche Mönche und Nonnen. Arbeiter sind alle unselbständigen Erwerbs- personen, die nicht angestellten- sondern invalidenversicherungspflichtig sind. Die Zählung vom Jahre 1934 nahm einen Teil der Mönche und Nonnen, die Unteroffiziere und Mannschaftspersonen des Bundesheeres, die Gendarmen, Polizisten und Feuer- wehrleute zu den Arbeitern. Die Lehrlinge reiht die Zählung von 1939 in diese Gruppe, während die Zählung von 1934 und 1946 sie als eigene Gruppe behandelt. Vereinigt man nun in der Tabelle VIII/1 C die Selbständigen mit den freien Be- rufen vom Jahre 1946, die Beamten mit den Angestellten, die Arbeiter mit den Lehr- lingen und gibt die Geistlichen und Ordenspersonen aus den freien Berufen 1946 zu den Beamten und Angestellten, erhält man annähernd gleichartige Gruppen mit vergleichbaren Zahlen. Die in dieser Tabelle enthaltene Vergleichsübersicht zeigt 146 das Ergebnis. Am auffallendsten daran ist die Zunahme der mithelfenden Familien- mitglieder, die in der Angliederung benachbarter Landgemeinden und in der späteren Intensivierung des Gartenbaues ihre Ursache haben mag, und die Abnahme der vereinigten Gruppen der Beamten und Angestellten; diese waren im Jahre 1939 mit zusammen 16155 = 43.3% aller Erwerbspersonen die stärkste Gruppe. Die Einbuße von rund 2000 Beamten und 1000 Angestellten beim Zusammenbruch des Deutschen Reiches rückte sie an die 2. Stelle. Heute haben die Arbeiter und Lehrlinge mit 16637 Erwerbstätigen = 44.4% der Erwerbspersonen überhaupt, wiederum das Übergewicht. Die Frauen partizipieren gut zu einem Drittel an der Gesamtzahl. Wie sich die ganze Bevölkerung sozial gliedert, zeigt für das Jahr 1939 die Tabelle VIII/1 E unter Punkt a. Zu den 5 sozialen Gruppen kam als 6. die Gruppe der selbständigen Berufslosen. Für 1934 fehlen zu einer vergleichenden Darstellung die nötigen Unterlagen, für 1946 war sie von vornherein ausgeschlossen, da sich Erhebung und Gliederung nur auf die Personen vom 14. Lebensjahr an be- zogen und die Masse von 16800 Kindern unter 14 Jahren ungegliedert blieb. c) Gliederung nach der Betriebs-, bzw. wirtschaftlichen Zugehörigkeit Das 3. Merkmal der Berufszählung ist die Betriebszugehörigkeit. Je nach der Art des Betriebes in dem die Erwerbsperson ihre hauptberufliche Tätigkeit ausübt, wird sie einer,,Wirtschaftsart" oder einem,,Wirtschaftszweig", der untersten Einheit der Betriebsgliederung, zugewiesen. Die Volkszählung 1934 arbeitete mit 189 Wirt- schaftsarten, 25 Wirtschaftsgruppen und 4 Wirtschaftsabteilungen. Die Volks- zählung 1939 unterschied 133 Wirtschaftszweige, 33 Wirtschaftsgruppen und 5 Wirt- schaftsabteilungen. Die Beschäftigungszählung von 1946 reiht die Berufstätigen in 60 Wirtschaftszweige ein, die sich ohne Schwierigkeit nach dem Vorbild der Zählung von 1939 in 5 Wirtschaftsabteilungen mit einem Sammelposten für die bei den alliierten Besatzungsmächten Bediensteten als,,Anhang" gruppieren lassen. Zum Vergleich am wenigsten geeignet ist die Tabelle VIII/1 D, über die wirtschaft- liche Zugehörigkeit der Erwerbspersonen nach den Ergebnissen der Zählung 1934. Ihre Einteilung weicht, wie aus den Fußnoten ersichtlich ist, zu sehr von der Syste- matik der Berufszählung 1939 und von der Beschäftigungserhebung 1946 ab. Wohl aber sind die beiden Tabellen VIII/1 D, und VIII/1 D, Punkt a vergleichbar. Der verhältnismäßig kleine, aus dem System fallende Sammelposten der bei den Be- satzungsmächten Bediensteten muß dabei unberücksichtigt bleiben. In kürzestem Auszug zeigt sich die wirtschaftliche Zugehörigkeit der Erwerbspersonen in den Jahren 1939 und 1946 in folgenden Zahlen: 1939 1946 Wirtschaftsabteilung Zahl Hundert- satz Hundert- Zahl satz 1. Land- und Forstwirtschaft 2. Industrie und Handwerk 3. Handel und Verkehr 4. Öffentliche Dienste und private Dienstleistungen 5. Häusliche Dienste. 6. Bedienstete der Besatzungsmächte 1277 3.4 1727 4.6 11 388 30.6 11266 30.1 12557 33.7 11 351 30.3 9284 24.9 9726 26.0 2768 7.4 2039 5.5 1327 3.5 Insgesamt 37274 100.0 37436 100.0 10° 147 148 Altersaufbau der Erwerbstätigen in Innsbruck im Jahre 1946 Allersgruppen Über 75 Männlich Weiblich 71-75 iba 66-70 dedi dola ab 300 200 100 3000 2000 1000 61-65 56-60 51-55 46-50 41-45 36-40 31-35 26-30 21-25 16-20 15 14 100 200 300 *) Maßstab für die Einzeljahrgänge **) Maßstab für die Altersgruppen Diagramm Nr. 10 1000 2000 3000 Von einer tiefgreifenden Änderung der Wirtschaftsstruktur der Innsbrucker Bevölkerung seit dem Zusammenbruch des Reiches ist keine Rede. Die Tabelle VIII/1 E Punkt b beantwortet für die Jahre 1934 und 1939 die Frage, welcher Teil der Gesamtbevölkerung von den verschiedenen Zweigen der Wirt- schaft lebt. Dieselbe Frage für das Jahr 1946 zu beantworten ist aus dem schon öfter erwähnten Grund unmöglich, da sich die Erhebung und Auszählung nur auf die über 14 Jahre alten Einwohner beschränkte und damit 16800 Kinder unter 14 Jahren nicht nach den Berufsmerkmalen ihrer Ernährer gegliedert wurden. Den Altersaufbau der Berufstätigen des Jahres 1946 gibt die Tabelle VIII/1 F mit dem zugehörigen Diagramm Nr. 10 wieder. Es ist jedenfalls von Interesse, daß die größte Zahl von Erwerbstätigen bei den Männern unter den 35- bis 40jährigen, bei den Frauen unter den 15- bis 25jährigen zu finden ist. VIII/2. Arbeitslosigkeit Die im vorhergehenden Abschnitt erwähnte, bei der Volkszählung vom 22. März 1934 gewonnene Zahl von 5715 Arbeitslosen¹) in Innsbruck erinnert an die damals herrschenden katastrophalen wirtschaftlichen Verhältnisse, die sowohl den Plan einer Zollunion mit Deutschland als auch den Gedanken einer Donauföderation zeitigten; den verschiedenen Notmaßnahmen der österreichischen Regierung blieb ein durchschlagender Erfolg versagt, da es sich nicht um eine lokale, österreichische, auch nicht um eine mitteleuropäische, sondern um eine Weltwirtschaftskrise handelte. Der natürliche, gleichermaßen den vitalen Interessen der Industrie- und Agrarländer dienende Güteraustausch war unmöglich geworden. Auf dem Arbeitsmarkt waren die ersten deutlichen Zeichen der Krise schon im Jahre 1923 wahrnehmbar. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen in Österreich, die im Februar 1922 noch 33554 betragen hatte, stieg im Februar 1923 schon auf 161 360 und wuchs von da an unaufhaltsam Jahr für Jahr bis sie im Februar 1933 mit 401321 Unterstützungsempfängern den Höhepunkt erreichte. Dieser Höchst- stand erforderte einen Unterstützungsaufwand von wöchentlich bis zu 612 Millionen Schilling; das bedeutete eine Belastung von einem Schilling pro Kopf der öster- reichischen Bevölkerung in der Woche. Vom Frühjahr 1933 an sanken die Arbeits- losenziffern; im Herbst desselben Jahres lagen sie schon unter jenen der gleichen Monate des Vorjahres. Für die Abnahme der Arbeitslosigkeit war das Ansteigen der Konjunktur in einigen Industriezweigen, die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen des Staates freiwilliger Arbeitsdienst, produktive Arbeitslosenfürsorge, andere öffentliche Arbeiten und das Einrücken Arbeitsloser zu Schutzkorps maßgebend. Der Rückgang der Zahl der unterstützten Arbeitslosen wurde auch durch die Spar- maßnahmen der Regierung, wie Kürzung der Unterstützung von 30 auf 20 Wochen und verschärfte Beschäftigungsüberprüfung, beschleunigt. Nach der Okkupation durch Deutschland wurde die Zahl der Arbeitslosen sowohl durch vermehrtes Stellenangebot als auch durch die Dienstpflicht verordnung vom 29. 6. 1938 gesenkt und dann durch die Einberufung zur Kriegsdienstleistung praktisch bedeutungslos. In Tirol entwickelte sich die Arbeitslosigkeit anfänglich im großen und ganzen im selben Maße wie in Österreich, nahm aber vom Jahre 1927 an unverhältnismäßig 1) Das Bundesamt für Statistik betrachtet die bei der Volkszählung gewonnenen Zahlen über die Arbeitslosen, die im allgemeinen höher sind, als die von den Industriellen Bezirks- kommissionen verzeichneten, infolge der den Begriff der Arbeitslosigkeit ausweitenden Frage- stellung der Volkszählungsbogen als obere Grenzzahlen. 149 zu; so entfielen von 1000 unterstützten Arbeitslosen in Österreich im Jahre 1928 30, im Jahre 1933 aber 44 auf Tirol. Folgende Zahlen kennzeichnen die Lage in Tirol im tiefsten Punkt der Krise: im Jänner 1933 gab es bei einer Einwohnerzahl von 340 896 63 905 versicherungspflichtige Arbeitnehmer und 18822 zur Vermittlung vor- gemerkte Arbeitslose (Höchststand), so daß es auf 1000 Einwohner 187 beschäftigte Arbeitnehmer und 55 Arbeitslose, auf 1000 Beschäftigte 294 vorgemerkte Arbeitslose traf. Der größte Teil der vorgemerkten Arbeitslosen gehörte dem Baugewerbe (33.1%) und dem Gastgewerbe (14.8%) an; wesentliche Anteile entfielen noch auf die Berufsgruppen der Steinindustrie (7.7%), der Eisen- und Metallindustrie (6.4%) und des Handels (7.7%). Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen in Tirol erreichte ihren Höhepunkt im Februar 1933 mit 17573 Unterstützungsempfängern. Die Tabelle VIII/2 A wirft ein Streiflicht auf die kritische Zeit der Arbeitslosigkeit in Österreich und Tirol. Ist heute ein Rückblick auf die Entwicklung der Arbeits- losigkeit in Österreich und Tirol auf Grund des Statistischen Handbuches für die Republik Österreich, der Statistischen Nachrichten (herausgegeben vom Bundesamt für Statistik) und einzelner lokaler Publikationen ohne weiteres möglich, stellen sich der Wiedergabe geschlossener Zahlenreihen über die Arbeitslosigkeit in Inns- bruck bis zum erstmaligen Erscheinen des Amtsblattes im Jahre 1935, bisher un- überbrückbare Schwierigkeiten entgegen. Die Industriellen Bezirkskommissionen, später Landesarbeitsämter, sandten das ihnen von den Arbeitsämtern zugekommene Zahlenmaterial an die Wiener Zentralstelle, die die Ergebnisse mit anderen öffent- lichen Stellen länderweise, bestenfalls nach den Amtssprengeln der Arbeitsämter gegliedert, veröffentlichte. Sprengel der Arbeitsämter waren in der Regel die politi- schen Bezirke. Der Sprengel des Arbeitsamtes Innsbruck bestand aber aus dem Bezirk Innsbruck-Stadt und dem Bezirk Innsbruck-Land. Deshalb sind bis zum Erscheinen des Amtsblattes Zahlen über Innsbruck allein nirgends zu finden. Die internen Aufzeichnungen des Landesarbeitsamtes, des Arbeitsamtes in Innsbruck und der Deutschen Arbeitsfront gingen 1938 und 1945 verloren oder wurden auftrags- gemäß mit anderem Aktenmaterial verbrannt. Von den in der Tabelle VIII/2 B für beide politischen Bezirke zusammengefaßten Zahlen fällt schätzungsweise nicht ganz die Hälfte auf Innsbruck allein. Anschließend daran vermittelt die Tabelle VIII/2 C die Entwicklung von 1935 bis 1941. Über Erlaß des Reichsministers vom Jänner 1941 wurden die bis dorthin monatlich zu erstattenden Großstadtmeldungen aufgehoben und angeordnet, daß diese Meldungen künftig nur mehr zu 4 Stichtagen des Jahres zu erstatten sind. Der Abschluß der Tabelle VIII/2 C, die Stichtagmeldung vom März 1941, ist die erste und letzte Stichtagmeldung, die dem städtischen statistischen Amt zugekommen ist. Von da ab kam den Arbeitslosenziffern auch keinerlei Bedeutung mehr zu. Bis April 1945 gab es bei den Arbeitsämtern weder einen Arbeitslosen, noch einen Arbeitsuchenden. Mit Mai 1945 trat durch das Freiwerden von Tausenden von Arbeitskräften der Rüstungsindustrie eine vollständige Umstellung auf dem Arbeitsmarkt ein, ohne daß sich aber die freiwerdenden Arbeitskräfte etwa zu neuer Arbeit drängten. Erst auf Grund der Verordnung vom 30. Juni 1945 wurden in Zusammenarbeit mit den Ernährungsämtern die Arbeitslosen erfaßt. Die Tabelle VIII/2 D zeigt die Ent- wicklung vom Juli 1945 an. Hiezu muß nun ausdrücklich bemerkt werden, daß der Amtssprengel des Arbeitsamtes Innsbruck sich wie früher auf beide politische Bezirke erstreckt, jedoch mit Ausschluß des Gerichtsbezirkes Hall. Es besteht also ohne weiteres die Möglichkeit zu erfahren, wieviel Arbeitslose in Hall, aber nicht, wieviel in Innsbruck sind. Schätzungsweise dürfte der Anteil der Stadt Innsbruck an den ausgewiesenen Arbeitslosenziffern etwas mehr als die Hälfte sein. F. 150 10 Tabelle VIII/1 A Erwerbspersonen, selbständige Berufslose, Angehörige in Innsbruck nach den Ergebnissen der Zählungen vom 22. 3. 1934, 17. 5. 1939 und Juli 1946 1934 1939 1946 Bevölkerungsgruppen Zahl Hundert- satz Zahl Hundert- satz |Hundert- Zahl satz 1. Erwerbspersonen 294791) 48.32 37274) 48.70 37436 42.05 2. Selbständige Berufslose 10645 13.91 315263) 51.68 94364) 10.60 3. Angehörige 28 607 37.39 42137 47.35 Gesamtbevölkerung 61005 100.00 76526 100.00 89 009 100.00 1) Darunter 5715 Arbeitslose. 2) Darunter 530 Arbeitslose. 3) In den Ergebnissen über die österr. Volkszählung vom 22. 3. 1934 sind die Berufslosen nicht allein, sondern mit deren Angehörigen zusammen ausgewiesen, eine Teilung war daher nicht möglich. 4) Die Zahl von 9436 setzt sich zusammen aus 5757,,durch Alter, Invalidität, Krankheit ." arbeitsunfähig gewordenen Personen, 3406,,Unbeschäftigten" und aus 273 ungeklärten Fällen; unter den,, Unbeschäftigten" sind 284,,Arbeitsuchende" angenommen. usw. 151 Tabelle VIII/1 B₁₂ Berufsgruppen¹) Berufliche Gliederung der Erwerbspersonen in Innsbruck nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 22. März 1934 Erwerbspersonen) Stellung im Beruf Ange- stellte davon insges. arbeits- männl. weibl. los 1. Berufe, die vorwieg. i. d. Land- u. Forstwirtschaft vork. 2. Berufe im Bergbau 392 317 75 85 63 6 6 6 3. Berufe, d. vorw. i. d. Erd-, Stein-, Ton- u. Glasind. vork. 4. Berufe, die vorwiegend im Baugewerbe vorkommen 5. Berufe, die vorwieg. i. d. Eisen- u. Metallindustrie vork. 6. Berufe, die vorw. i. d. Holz- u. Schnitzstoffindust. vork. 7. Berufe, die vorwiegend i. d. Lederindustrie vorkommen 8. Berufe, die vorwiegend i. d. Textilindustrie vorkommen 9. Berufe, die vorwiegend i. d. Bekleidungsindustrie vork. 10. Berufe, die vorwiegend i. d. Papierindustrie vorkommen 11. Berufe, die vorwiegend i. d. graph. Industrie vorkommen 12. Berufe, die vorwiegend i. d. chem. Industrie vorkommen 13. Berufe, d. vorw. i. d. Nahrungs- u. Genußmittelind. vork. 14. Berufe, die vorwieg. im Gast- u. Schankgewerbe vork. 15. Berufe, die vorwiegend im Handel vorkommen 16. Berufe, die vorwiegend im Verkehrswesen vorkommen 17. Berufe, d. vorwiegend i. Körperpfl.- u. Reinigungsw. vork. 18. Berufe, die vorwiegend im Gesundheitswesen vorkommen 19. Berufe, die vorwiegend im Lehr-, Bildungs-, Kunst- u. Unterhaltungswesen vorkommen 1320 1513 152 144 8 57 23 1301 19 756 171 1500 13 532 185 696 666 30 241 164 37 35 2 14 14 561 139 422 150 28 1382 613 769 318 559 88 66 22 19 10 429 325 104 82 28 Selbstän- Mithelf. - 50 Famil.. Mitglied. Arbeiter Lehr- linge 32 30 250 17 6 21 99 9 52 1062 35 10 1192 126 3 473 56 23 3 522 8 16 689 118 66 12 1 363 37 62 48 14 18 2 11 49 - 836 755 81 199 115 9 5 619 88 1663 453 1210 491 325 34 1235 69 2942 1550 1392 403 1110 105 1347 19 361 1326 1321 5 190 65 56 1200 5 551 255 206 163 126 4 361 60 858 333 525 46 179 4 631 36 8 1211 632 579 182 205 1 993 12 20. Rechtsanwälte und Notare 186 180 6 12 101 85 21. Berufe der öffentl. Verwaltung, d. Heerwesens u. d. Seels. 22. Berufe, für häusliche u. persönliche Dienstleistungen 23. In verschiedenen Betriebszweigen vorkommende Berufe³) 3171 2779 392 1405 1766 3756 639 3117 475 199 32 3525 6341 4296 2045 1276 370 34 4958 937 42 14504 1051 152 Zusammen 29479 18353 11126 57154) 4042 256 9626 Zusammengestellt aus den Zahlen der Tabelle 10 des Heftes Nr. 9,,Statistik des Bundesstaates Österreich" aus 1935, über die berufliche Gliederung der Bevölkerung des Stadtbezirkes Innsbruck im März 1934. 1) Die Bezeichnung der Berufagruppen entspricht der amtlichen Quelle. Eine Zusammenfassung der Gruppen zu Abteilungen fehlt. Die einzelnen Berufe werden in 257 Positionen genannt. 2) Unter den Erwerbspersonen sind die unselbständigen Arbeitslosen enthalten. 3) Unter dieser Bezeichnung sind vereinigt nicht bes. ausgezählte Selbständige, Ingenieure, Geometer, Zeichner, Laboranten, nicht beson- ders ausgezählte technische Angestellte und Fachangestellte, Werkmeister, leitende Angestellte des kaufmännischen und Verwaltungs- dienstes, Buchhalter, Kassiere, Rechtskonsulenten, Korrespondenten, Maschinschreiber und Stenographen, kaufmännisches Büropersonal ohne nähere Angabe, Lageristen, Magazineure, Maschinisten, Heizer, nicht besonders ausgezählte Arbeitsberufe. 4) Von den 5715 Arbeitslosen sind 3764 männlichen und 1951 weiblichen Geschlechtes. Wirklich berufstätig, d. h. beschäftigt waren dem- nach 14589 Männer und 9175 Frauen, zusammen 23764. Berufliche Gliederung der Erwerbspersonen in Innsbruck nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 17. Mai 1939 Tabelle VIII/1 B₂ Ord. Zl. Erwerbspersonen²) der Berufs- Bezeichnung der gruppe Berufsabteilungen und -gruppen¹) Ins- gesamt männl. weibl. Selbstän- dige Angehör. Mithelf. Famil.- Beamte Stellung im Beruf Ange- Ar- beiter stellte 1. 1. Land-, forst- und fischereiwirtschaftliche Berufe 1259 732 527 336 386 31 27 479 (zugleich Berufsgruppe 1) 2/3 Handwerkliche und industrielle Berufe 2. Bergmännische Berufe 2 2 2 3. Stein- und Glaswerker, keramische Berufe 204 196 8 45 4. Eisen- und Metallwerker 2146 2121 25 251 5. Chemiewerker 129 83 46 21 6. Textilwerker 773 220 553 49 10 7. Papierwerker 131 99 32 3 8. Graphische Berufe 616 431 185 44 9. Lederwerker 63 48 15 13 131○162 7 151 45 8 100 371 1476 59 40 59 655 8 119 1 116 449 2 46 10. Holz- und Schnitzstoffwerker, Musikinstrumentenbauer und Spielwarenmacher 769 744 25 143 20 597 11. Nahrungs- und Genußmittelwerker 1073 907 166 168 Bekleidungswerker (ohne Schuhwerker) 1432 427 1005 467 46 13. Schuhwerker 250 238 12 135 14. Bauwerker 2813 2776 37 278 93314 2 69 821 44 875 4 110 107 312 2112 15. Sonstige industrielle Berufe 428 390 38 25 90 89 224 4. 16. S Kaufmännische Berufe 8011 3570 4441 1240 519 68 6051 133 (zugleich Berufsgruppe 16) 153 Fortsetzung auf der nächsten Seite 154 Ord. Zl. der Berufs- su ov abteil. eddn18 Erwerbspersonen³) Bezeichnung der Berufsabteilungen und -gruppen). ins- gesamt männl. weibl. Stellung im Beruf Selbstän- dige Angehör. Mithelf. Famil.- Beamte Ange- stellte Ar- beiter Tabelle VIII/1 B, (Fortsetzung) 5. Verkehrs- und Gastwirtschaftsberufe 17. Verkehrsberufe 18. Gastwirtschaftsberufe 3347 3151 196 2509 506 2003 96 308 194 5 2038 428 780 211 1796 6. Verwaltungs-, Rechtspflege-, Bildungs- und Heilberufe 19. Berufe der öffentlichen Verwaltung und Rechtspflege, der Wehrmacht usw. 2880 2679 201 2541 338 20. Lehr- und Bildungsberufe, künstlerische Berufe 1016 647 369 147 2 443 418 6 21. Berufe der Kirche, Mönche und Nonnen 960 406 554 - 81 874 5 901 22. Berufe der Rechts- und Wirtschaftsberatung 168 161 7 127 41 23. Berufe der Volks- und Gesundheitspflege 1020 437 583 212 24. Veterinär- und Veterinärhilfsberufe 19 18 1 5 25. Kosmetische Berufe 409 237 172 114 26. Berufe des Unterhaltungsgewerbes (außer Künstler) 28 22 6 12 7. 27. Hauswirtschaftliche Gehilfen 2567 6 2561 8181 57 678 65 7 6 24 253 15 1 12 2555 (zugleich Berufsgruppe 27) 8. 28. Hilfsberufe für Lagerung, Transport, Reinigung usw. 2252 1652 600 37 1 19 332 1863 (zugleich Berufsgruppe 28) Zusammen 37274 22906 14368 4276 1231 5538 10617 15612 Zusammengestellt aus den Zahlen des Bandes 557, Heft 28, der Statistik des Deutschen Reiches über die Berufstätigkeit der Bevölkerung des Stadtkreises Innsbruck im Mai 1939. 1) Für die Berufe sind rund 530 Positionen vorgesehen; das,,Alphabetische Verzeichnis der Berufsbenennungen" (1939) enthält rund 24000 Berufsbenennungen. *) Zu den Erwerbspersonen zählten auch die Arbeitslosen. Tabelle VIII/1 B, Berufliche Gliederung der unselbständigen Erwerbstätigen in Innsbruck Beschäftigungserhebung des Landesarbeitsamtes Tirol vom Juli 1946 Berufsgruppen¹) 1. Ackerbauer, Tierzüchter, Gartenbauer 2. Forst-, Jagd- und Fischereiberufe 3. Bergleute und verwandte Berufe 4. Steinwerker, Keramiker, Glaswerker Unselbst. Erwerbstätige¹) insges. männl. weibl. 1391 740 631 43 43 2 2 125 125 5. Metallwerker und zugehörige Berufe 2290 2286 4 6. Musikinstrumenten- und Spielwarenmacher 7. Chemiewerker 12 12 58 35 23 8. Gummiwerker und verwandte Berufe 9. Textilwerker 15 14 1 388 118 270 10. Papierwerker 129 44 85 11. Lederwerker und zugehörige Berufe 114 102 12 12. Holzwerker und zugehörige Berufe 556 536 20 13. Nahrungs- und Genußmittelwerker 508 498 10 14. Bekleidungswerker 1181 404 777 15. Friseure und sonstige Körperpflegeberufe 470 208 262 16. Bauwerker und zugehörige Berufe 1067 1065 2 17. Graphische Berufe 374 300 74 18. Reinigungs- und Desinfektionswerker 160 93 67 19. Bühnen- und Filmarbeiter 20. Gaststättenwerker 21. Verkehrswerker 11 11 1210 336 874 2858 2826 32 22. Hausgehilfen und verwandte Berufe 3604 91 3513 23. Hilfsarbeiter aller Art 1922 1608 314 24. Maschinisten und Heizer 179 179 25. Kaufmännische-, Büro- und Verwaltungsberufe 10306 6172 4134 26. Ingenieure und Techniker, sowie verwandte Berufe 1238 1125 113 27. Sonstige Berufe 2181 1147 1034 Zusammen 32392 20120 12272 ,,Statistische Ergebnisse der Beschäftigungserhebung Juli 1946 des Landesarbeitsamtes Tirol." 1) Die Berufsgruppen sind nach dem Berufsverzeichnis für die Arbeitsvermittlungsstatistik gebildet. 2) Die Veröffentlichung des Landesarbeitsamtes enthält nur eine berufliche Gliederung der unselbständigen Erwerbstätigen. Eine Aufteilung dieser nach der Stellung im Berufe wie in den Tabellen VIII/1 B, und B, konnte nicht angefügt werden, da das Landesarbeitsamt die nach Berufsgruppen gegliederten unselbständigen Erwerbstätigen wohl für ganz Tirol nicht aber für die einzelnen Bezirke auch nach ihrer Stellung gegliedert hat. Unter den Erwerbstätigen sind die Arbeitslosen nicht enthalten. 155 Tabelle VIII/1 C Die Stellung der Erwerbspersonen in Innsbruck in ihrem Beruf in den Jahren 1934, 1939 und 1946 Stellung im Beruf¹) Erwerbspersonen (Soziale Stellung) Hundert- satz männl. weibl. insges. 19342) 1. Selbständige 2694 1348 4042 13.7 2. Angestellte 5884 3742 9626 32.6 3. Arbeiter 9019 5485 14504 49.2 4. Lehrlinge 640 411 1051 3.6 5. Mithelfende Familienmitglieder 116 140 256 0.9 Insgesamt 18353 11126 29479 100.0 1939³) 1. Selbständige 3314 1162 4276 11.5 2. Mithelfende Familienangehörige 200 1031 1231 3.3 3. Beamte und Beamtenanwärter 5090 448 5538 14.8 4. Angestellte 5569 5048 10617 28.5 5. Arbeiter 8933 6679 15612 41.9 Insgesamt 22906 14368 37274 100.0 1946) 1. Angestellte 2. Arbeiter 3. Lehrlinge 4. Beamte 5740 4022 9762 26.1 9754 5434 15188 40.6 900 549 1449 3.8 3031 408 3439 9.2 5. Selbständige Erwerbstätige 6. Mithelfende Familienangehörige 7. Freie Berufe 2432 1017 3449 9.2 695 1859 2554 6.8 936 659 1595 4.3 Insgesamt 23488 13948 37436 100.0 1) Die Bezeichnung der sozialen Stellung und die Reihenfolge der einzelnen Arten derselben entsprechen genau den amtlichen Veröffentlichungen. 2) Volkszählung vom 22. März 1934 (Wohnbevölkerung = 61005). Zu den,,Angestellten" sind auch die Beamten der öffentlichen Verwaltung, die Offiziere, die Geistlichen und ein Teil der Mönche und Nonnen gerechnet, zu den ,,Arbeitern" zählen der restliche Teil der Mönche und Nonnen, die Unteroffiziere und Mannschaftspersonen des Bundesheeres, die Gendarmen, Polizisten und Feuerwehrleute. 3) Volkszählung vom 17. Mai 1939 (Ständige Bevölkerung = 76526). Unter den,,Beamten" sind auch die Offiziere, Unteroffiziere, langdienenden Mannschaften und Kirchenbeamten, nicht aber die ihrer Dienstpflicht genügenden Soldaten, Arbeitsmänner und Arbeitsmaiden ent- halten. Die Mönche und Nonnen gelten als,,Angestellte". Den,,Arbeitern" sind die Lehrlinge zugezählt. Beschäftigungserhebung des Landesarbeitsamtes Tirol vom Juli 1946 (72209 in Innsbruck wohnende Personen über 14 Jahre ohne Staatsangehörige der 4 Besatzungsmächte und ohne die in Lagern untergebrachten personnes déplacées +16800 Unmündige, zusammen 89009). Unter den,,Mithelfenden Familienangehörigen" sind als Haushaltsführerinnen eines landwirt- schaftlichen Haushaltes 80 Bäuerinnen, unter den,,Freien Berufen" 658 Geistliche und Ordens- personen. Vergleichsübersicht zur Tabelle VIII/1C über die soziale Stellung der Erwerbspersonen 1946 1934 1939 Stellung im Beruf Zahl % Zahl % Zahl % 1. Selbständige einschl. der Freien Berufe 4042 13.7 4276 2. Mithelfende Familienangehörige 256 0.9 3. Beamte und Angestellte 9626 32.6 1231 16155 43.3 11.5 3.3 43861) 11.7 2554 6.8 138592) 37.1 4. Arbeiter und Lehrlinge 15555 52.8 15612 41.9 16637 44.4 Insgesamt 29479 100.0 37 274 100.0 37436 100.0 1) Selbständige + Freie Berufe 658 Geistliche und Ordenspersonen. 2) Beamte +Angestellte + 658 Geistliche und Ordenspersonen. 156 Die wirtschaftliche Zugehörigkeit der Erwerbspersonen in Innsbruck nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 22. März 1934 Erwerbspersonen Stellung im Beruf davon Mit- Wirtschaftsabteilung¹) ins- gesamt Hundert- männl. arbeitslos Selb- helfende satz weibl. männl. ständige Familien- gestellte An- Arbeiter Lehrlinge weibl. mitglieder 323 75 A. Urerzeugung²) 398 1.4 63 32 30 256 17 75 16 B. Verarbeitende Gewerbe und 5592 2134 7076 24.0 1299 42 89 5157 489 Industrien 1484 252 C. Dienstleistungen³) 8142 763 15664 53.0 2310 148 4549 8154 503 7522 1199 D. Berufstätigkeit ohne nähere 4296 792 6341 21.5 370 34 4958 937 42 Betriebsangabe) 2045 484 18353 3764 Insgesamt 29479 100.0 4042 256 9626 14504 1051 11126 1951 = = Berufs- = Berufs- Mit den Zahlen der Tabelle VIII/1 B, gebildet; Wirtschaftsabteilung A Berufsgruppen 1 und 2, Wirtschaftsabteilung B gruppe 3 bis einschließlich 13, Wirtschaftsabteilung C Berufsgruppe 14 bis einschließlich 22 und Wirtschaftsabteilung D gruppe 23 (die amtlichen Veröffentlichungen gliedern die Wohnbevölkerung von ganz Tirol nicht aber der einzelnen Bezirke nach der wirtschaftlichen Zugehörigkeit). Tabelle VIII/1 D₁ 1) Bei der Volkszählung 1934 wurden die Erwerbspersonen in 189 Wirtschaftsarten eingeteilt und diese in 25 Wirtschaftsgruppen und 4 Wirtschaftsabteilungen zusammengefaßt. 2) Zur,,Urerzeugung" wurden gezählt: Die Land- und Forstwirtschaft, Gärtnerei, Tierzucht, Fischerei, Bergbau, Salinenwesen, Torf- gräberei. 3) Zu den,,Dienstleistungen" wurden gereiht: Gast- und Schankwirtschaft, Handel, Verkehr, Geld-, Kredit-, Versicherungswesen, Körper- pflege und Reinigungsbetriebe, Gesundheitswesen, Erziehung, Bildung, Kunst und Unterhaltung, Rechtsberatung, Interessenvertretung, technische Büros, öffentliche Verwaltung, Heerwesen, religiöse Dienste, häusliche Dienste. *) Die Wirtschaftsabteilung D deckt sich mit der Berufsgruppe 23, siehe Fußnote VIII/1 B. 157 158 Die wirtschaftliche Zugehörigkeit der Erwerbspersonen in Innsbruck nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 17. Mai 1939 Tabelle VIII/1 D₂ Stellung im Beruf Erwerbs- Mithelfende Wirtschaftsabteilung personen Selb- An- Familien- Beamte Arbeiter ständige angehörige gestellte Angehörige ohne Hauptberuf Hdt.- m. m. insges. Satz insges. insges. m. m. m. insges. insges. m. m. insges. insges. W. W. W. W. W. W. W. 1. Landwirtschaft u. Tier- zucht, Gärtnerei, Forst- u. Jagdwirtschaft, 743 246 88 346 216 1277 3.4 336 386 31 472 585 534 90 298 19 126 369 Fischerei 8450 1267 30 58 1302 5793 2003 2. Industrie u. Handwerk 11388 30.6 1628 254 61 2015 7430 7916 2938 361 224 3 713 1637 5913 7470 1104 79 2043 2301 1938 2262 3. Handel u. Verkehr 12 557 33.7 1687 554 2209 4516 3591 8671 5087 583 475 161 2215 1653 6409 4. Öffentl. Dienst u. priv. Dienstleistungen (ohne häusl. Dienste) 6202 497 3 2954 1932 816 1622 9284 24.9 625 37 3237 4006 1379 6020 3082 128 34 283 2074 563 4398 41 1 40 25 5. Häusliche Dienste 2768 7.4 28 2740 75 2727 27 2700 Insgesamt 14368 37 2741) 100.0 22906 | 4276 3114 1231 1162 200 5538 1031 5090 10617 5569 15612 448 5048 8933 23 267 | 6128 6679 17139 Auszug aus der Tabelle Bz 4b der Berufszählung 1939. 1) Außer den 37 274 Erwerbspersonen mit 23 267 Angehörigen ohne Hauptberuf wurden 10645 selbständige Berufslose 5321 männl. und 5324 weibl. mit 5340 Angehörige ohne Hauptberuf 1045 männl. und 4295 weibl. gezählt; Gesamtzahl der ständigen Bevölke- rung 76526. Stellung im Beruf Die wirtschaftliche Zugehörigkeit der Berufstätigen in Innsbruck nach den Ergebnissen der Beschäftigungserhebung vom Juli 1946 a) Gliederung nach Wirtschaftsabteilungen Berufstätige Mithelfende Selb- Freie An- Lehr- Wirtschaftsabteilung ständige Berufe Familien- Angehörige Beamte Arbeiter gestellte linge Hun- m. insges. dertsatz insg. m. m. m. m. m. m. insg. insg. insg. insg. insges. insg. W. W. W. W. W. W. W. W. 1. Landwirtschaft u. Tierzucht, Forst- u. Jagdwirtschaft, Fischerei 938 227 1727 4.6 308 I 789 81 II 184 6 28 478 15 640 6 38 716 19 456 10 238 4 8413 1122 235 1379 2. Industrie u. Handwerk 11 266 30.1 1456 2853 334 1 575 9 1962 6394 5042 629 870 340 583 1352 241 7319 946 257 1386 1741 2803 186 3. Handel u. Verkehr 11351 30.3 1518 738 1519 3219 3965 392 4032 572 481 133 1478 1162 206 4. Öffentl. Dienst u. private Dienst- leistungen (ohne häusl. Dienste) 6056 137 936 19 1633 2322 939 70 9726 26.0 167 1595 123 1905 3939 1829 168 3670 30 659 104 272 1617 890 98 12 12 5. Häusliche Dienste 2039 5.5 2027 | | I 750 Alliierte Besatzungsmächte 1327 3.5 I I 577 || || 478 1 60 1501 478 1489 270 480 I I I 544 783 274 303 | I 159 Tabelle VIII/1 D, 23488 2432 Insgesamt 37436 100.0 3449 1595 13948 1017 659 936 2554 695 3031 5740 3439 9762 1859 408 4022 15188 9754 900 1449 5434 549 ,,Statistische Ergebnisse der Beschäftigungserhebung Juli 1946 des Landesarbeitsamtes Tirol." 160 8 419 6 b) Gliederung nach Wirtschaftszweigen Stellung im Beruf Berufstätige Selb- Mithelfende Freie Wirtschaftszweig ständige Berufe Familien- Beamte angehörige An- gestellte Arbeiter Lehrlinge insges. 227 1 Landwirtschaft, Gärtnerei 1686 308 81 8 m. insg.m. insg..insg. insg.. insges. w.insg. w. insg. w.nsw. 184 640 456 3 18 8 1 8 2 Forstwirtschaft, Jagd 41 3/6 Bergbau 11 T 7/10 Industrie in Steinen, Erden, Glas 283 50 84 1 3 20 707 471 236 10 72 9 50 10 5 5 Tabelle VIII/1 D, (Fortsetzung) 6 47 180 12 11/19 Eisen- und Metallindustrie 1795 20 u. 25 Chemische Industrie einschl. 2 T 52 301 2 Gummi 1 21 Textilindustrie 22 22 Papiererzeugung u. Verarbeitung 55 10 # 9 93 2 1 6 2 5 31 23 Graphische Industrie 918 24 Lederindustrie u. verw. Gewerbe 56 648 26/29 Holzindustrie u. verw. Gewerbe 30/35 Nahrungs- u. Genußmittelindustr. 1285 16 36 Schneiderei, Näherei 1097 37 37 Schuhindustrie und Gewerbe 385 5 73 3 243 569 I 3 59 1 2377 25 8 1286 22 69 21 9 2 34 38 Sonstiges Bekleidungsgewerbe 342 63 36 24 194 25 273 42 27 22 160 22 2537 246 46 409 1748 88 39 Bau- und Baunebengewerbe 2733 255 81 2 196 11 35 40 Wasser-, Gas- und E-Werke 619 701 7 82 261 514 1789 90 105 41 305 249 329 35 354 35 56 25 2405 672 175 41/42 Handel und Handelshilfsgewerbe 4524 1097 534 806 649 103 1747 862 284 2119 425 359 941 213 181 43 Geld-, Bank- u. Versicherungs- 486 770 4 wesen 284 3 273 460 664 67 21 204 47 16 8 51 5 831 377 44 Post 1188 357 I 64 381 9 485 263 431 9 108 199 50 2281 968 205 1060 48 45 Bundesbahn 2445 I 972 291 1134 48 164 4 86 74 46/47 Sonstiges Verkehrswesen 849 905 162 151 35 166 474 35 185 483 5 56 11 19 9 467 123 62 40 233 19 48 Gaststättengewerbe 1519 259 165 69 988 38 1052 136 103 29 765 19 49/52 Staatl. Verw., Kultus u. Erziehung 6993 4692 24 27 1092 568 1586 1847 641 22 26 1855 2919 1052 22 2301 3 524 22 269 072 411 53, 55/56 Gesundheitswesen, Fürsorge, 637 14 205 230 128 1461 18 262 34 664 413 14 Hygiene 824 4 57 34 3 434 285 275 54 Friseure 553 108 6 6 52 278 37 452 14 157 57 Theater, Musik, Film, Sport usw. 719 14 235 11 267 78 11 12 58 Haushaltung¹) 2039 478 2027 478 750 60 Alliierte Besatzungsmächte 1327 577 || || || || 134 261 132 127 245 36 356 103 111 67 12 60 1501 60 1489 270 480 544 783 I I I 274 303 23488 2432 936 695 Insgesamt 37436 3449 1595 13948 1017 2554 659 1859 3439 3031 9762 5740 408 4022 15188 9754 900 5434 1449 549 161 ¹) Der Wirtschaftszweig 59,,Notdienst, Luftschutzdienst usw." wurde aufgelassen. 162 Tabelle VIII/1 E Gliederung der gesamten Bevölkerung von Innsbruck nach der sozialen Stellung und der wirtschaftlichen Zugehörigkeit a) Die Ständige Bevölkerung nach ihrer sozialen Stellung am 17. Mai 1939 Stellung im Beruf Hundert- Zahl (Soziale Stellung) 1. Selbständige 2. Mithelfende Angehörige 3. Beamte satz männlich weiblich insgesamt 4305 4139 8444 11.0 213 1098 1311 1.7 6745 5088 11833 15.5 4. Angestellte 6881 9146 16027 20.9 5. Arbeiter 10890 12036 22926 30.0 6. Selbständige Berufalose 6366 9619 15985 20.9 Insgesamt 35400 41126 76526 100.0 b) Die wirtschaftliche Zugehörigkeit der Wohnbevölkerung am 22. März 1934 Ständigen Bevölkerung am 17. Mai 1939 Hundert- Wirtschaftsabteilung¹) Zahl Wirtschaftsabteilung Hundert- Zahl satz satz 1. Land- u. Forstwirtschaft 622 1.0 1. Land- u. Forstwirtschaft 1862 2.4 2. Industrie u. Gewerbe 15230 25.0 2. Industrie u. Handwerk 19304 25.3 3. Handel u. Verkehr 17452 28.6 3. Handel u. Verkehr 21 228 27.7 4. Geld-, Kredit- u. Versicherungs- wesen 1380 2.3 4. Öffentl. Dienst u. private Dienst- leistungen²) 15304 20.0 5. Öffentlicher Dienst 6159 10.1 5. Häusliche Dienste 2843 3.7 6. Freie Berufe 5126 8.4 6. Selbständige Berufalose 15985 20.9 7. Häusliche Dienste 776 1.3 8. Ohne Beruf 13190 21.6 9. Ohne Berufsangabe 1070 1.7 Insgesamt 61005 100.0 Insgesamt 76526 100.0 1) Die in Tabelle VIII/1 D, wiedergegebenen Wirtschaftsabteilun- gen sind hier durch herausgehobene Wirtschaftsgruppen stärker gegliedert. Unter den,,Freien Berufen" sind enthalten: Gesund- heitswesen, Erziehung, Bildung, Kunst, Unterhaltung, Rechts- beratung und technische Büros. Unter den,,Häuslichen Diensten" sind auch die stellenlosen und die außerhalb des Haushaltes des Dienstgebers wohnhaften Personen dieser Abteilung gezählt; das im Haushalte des Dienstgebers lebende Personal ist unter dem Dienstzweig des Dienstgebers gezählt. 2) Unter der Wirtschaftsabteilung 4 sind auch freie künstlerische, schriftstellerische und wissenschaftliche Betätigung, die Rechts- und Wirtschaftsberatung und die Wirtschaftsgruppen Volks- und Ge- sundheitspflege, hygienische Gewerbe, Friseurgewerbe, Theater und Musik, Filmwesen, Schaustellungsgewerbe enthalten. Tabelle VIII/1 F Das Alter der Berufstätigen in Innsbruck im Juli 1946 Berufstätige Geburtsjahrgang Alter in Jahren Hundert- insgesamt männlich weiblich satz Bis 1870 76 u. mehr 181 0.5 110 71 1871-1875 71-75 356 1.0 218 138 1876-1880 66-70 873 2.3 618 255 1881-1885 61-65 1701 4.5 1257 444 1886-1890 56-60 2555 6.8 1794 761 1891-1895 51-55 3050 8.1 2207 843 1896-1900 46-50 3735 10.0 2714 1021 1901-1905 41-45 4527 12.1 3186 1341 1906-1910 36-40 4609 12.3 3148 1461 1911-1915 31-35 4284 11.5 2792 1492 1916-1920 26-30 3306 8.3 1843 1463 1921 25 827 429. 398 1922 24 1923 23 1924 22 1925 21 1926 20 1927 19 1928 18 1929 17 1930 16 1931 15 ERRERA8755 865 380 485 836 4156 11.1 325 1736 511 2418 788 294 494 838 308 530 793 307 486, 712 297 415 747 3480 9.3 344 1510 403 1970 668 320 348 560 242 318 410 207 203 529 1.4 260 269 19321) nicht festgestellt 14 119] 53 66 102 0.3 101 1 Insgesamt 37436 100.0 23488 13948 Beschäftigungserhebung des Landesarbeitsamtes Tirol vom Juli 1946. 1) Der Geburtsjahrgang 1932 ist nur ungefähr zur Hälfte erfaßt, da die Erhebung im Juli stattfand. 11° 163 Tabelle VIII/2 A Anzahl der vorgemerkten und unterstützten Arbeitslosen in Österreich und Tirol im Jahre 1933 Österreich Tirol 1933 Monatsende vorgemerkte unterstützte vorgemerkte unterstützte Arbeitslose Arbeitslose Jänner 478034 397920 18822 17458 Februar 480063 401321 18756 17573 März April Mai Juni 455538 379693 17568 16481 423305 350552 15709 14628 391844 320955 14488 13102 380785 307873 14457 12772 Juli August 375262 300762 14351 12637 365985 291224 13595 11993 September 354899 279053 12943 11382 Oktober November Dezember Monatsdurchschnitt 357 628 280381 13216 11829 383 293 300477 14835 13080 422258 335919 16598 14927 405741 328844 15444 13988 Statistische Nachrichten des Bundesamtes für Statistik. Tabelle VIII/2 B Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen im Arbeitsamtsprengel Innsbruck (Pol. Bezirk Innsbruck-Stadt¹) und pol. Bezirk Innsbruck-Land) in den Jahren 1930 bis 1934 Monatsende Jänner Februar März April 1930 1931 1932 1933 1934 6074 6534 8310 9927 9513 5972 6737 8260 10065 9318 4485 5530 7825 9587 8739 3571 3917 6978 8908 8197 Mai Juni 2800 3498 6558 8512 7979 2076 2772 6104 8613 7954 Juli 2137 2836 6317 8471 7571 August 2193 3202 6642 8256 7314 September 2535 3923 7086 8098 7719 Oktober 3575 5025 7921 7877 7932 November 4571 6609 8835 8560 8332 Dezember 6195 8045 9279 9157 8817 3848 4885 7509 8835 8282 Monatsdurchschnitt ,Wirtschaftsstatistischer Jahresbericht" der Kammer für Arbeiter und Angestellte in Inns- bruck 1933 und 1934. 1) Von den für den ganzen Sprengel ausgewiesenen Arbeitslosen entfällt schätzungsweise nicht ganz die Hälfte auf Innsbruck allein. 164 Tabelle VIII/2 C Anzahl der Arbeitslosen in Innsbruck in den Jahren 1935 bis 1941 Arbeitslose Unterstützungsempfänger Monatsende insgesamt Männer Frauen insgesamt Männer Frauen 1935 Jänner 3927 2635 1292 3586 2501 1085 Februar 3867 2572 1295 3487 2421 1066 März 3727 2425 1302 3367 2294 1073 April 3578 2310 1268 3238 2182 1056 Mai 3464 2143 1321 3049 1996 1053 Juni 3210 2002 1208 2755 1784 971 Juli 2706 1677 1029 2308 1485 823 August 2576 1697 879 2287 1554 733 September 2776 1744 1032 2300 1520 780 Oktober 2955 1782 1173 2585 1562 1023 November 3107 1959 1148 2648 1733 915 Dezember 3279 2199 1080 2794 1935 859 3264 2095 1168 2867 1913 953 1936 Jänner 3613 2425 1188 3227 2251 979 Februar 3558 2367 1191 3139 2179 960 März 3429 2231 1198 3030 2065 965 April 3231 2065 1166 2810 1900 910 Mai 2887 1840 1047 2481 1692 789 Juni 2754 1703 1051 2312 1516 796 Juli 2548 1708 840 2182 1545 640 August 2352 1590 762 2076 1445 631 September 2484 1583 901 2074 1426 648 Oktober 2776 1741 1035 2327 1547 780 November 3066 1962 1104 2580 1757 823 Dezember 3294 2186 1108 2791 1965 826 0 2999 1950 1049 2585 1774 812 1937 Jänner 3475 2282 1193 3016 2098 918 Februar 3472 2298 1174 3045 2143 902 März 3320 2184 1136 2784 1939 845 April 3055 1878 1177 2431 1596 835 Mai Juni 2865 1737 1128 2283 1479 804 2550 1556 994 1999 1288 711 Juli 2241 1478 763 1851 1263 588 August 2053 1418 635 1717 1181 536 September 2326 1496 830 1821 1208 613 Oktober 2556 1650 904 2021 1313 708 November 2815 1796 1019 2297 1505 792 Dezember 2983 2030 953 2516 1780 736 2809 1816 992 2315 1566 749 165 Tabelle VIII/2 C (Fortsetzung) Arbeitslose Unterstützungsempfänger Monatsende insgesamt Männer Frauen insgesamt Männer Frauen 1938 Jänner 3218. 2174 1044 2754 1930 824 Februar 3096 2093 1003 2709 1909 800 März 2739 1805 934 2260 1548 712 April 2433 1730 703 1945 1415 530 Mai 2089 1132 957 1694 930 764 Juni 1302 689 613 1070 563 507 Juli 981 485 496 790 376 414 August 860 402 458 707 280 427 September bis Dezember¹) 2089 1313 776 1741 1118 622 1939 Jänner 978 328 650 676 239 437 Februar 805 293 512 543 223 320 März 717 204 513 420 130 290 April 654 150 504 409 105 304 Mai Juni 530 108 422 319 59 260 266 72 194 155 32 123 Juli 184 56 128 79 25 54 August 110 32 78 54 15 39 September 314 61 253 256 46 210 Oktober 360 305 55 272 36 236 November 345 66 279 261 50 211 Dezember 202 53 149 154 39 115 455 144 311 299 83 216 1940 Jänner 185 33 152 110 23 87 Februar 153 19 134 114 12 102 März 104 18 86 64 9 55 April 155 16 139 84 2 82 Mai 69 11 58 26 4 22 Juni 169 5 164 84 5 79 Juli 37 3 34 8 3 5 August 45 3 42 8 3 5 September 69 3 66 8 3 5 Oktober 136 3 133 12 3 9 November 144 3 141 14 2 12 Dezember 89 2 87 10 2 8 0 112 10 103 45 6 39 1941 März) 19 3 16 6 3 3 Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck, 1. bis 4. Jahrgang; von 1939 an direkte Mit- teilungen des Arbeitsamtes Innsbruck. 1) Für den Zeitraum von Sept. bis Dez. 1938 wurden die Arbeitslosenziffern vom Arbeitsamt nicht ermittelt. 1) Von 1941 an traten an Stelle der Monatameldungen vierteljährliche Stichtagmeldungen. Die Meldung vom März 1941 ist die erste und letzte dieser Art, die das Amt erhalten hat. 166 Tabelle VIII/2 D Anzahl der Arbeitslosen im Arbeitsamtsprengel Innsbruck (pol. Bez. Innsbruck-Stadt und pol. Bez. Innsbruck-Land ohne den Gerichtsbezirk Solbad Hall) vom Juli 1945 bis Dezember 1946 Arbeitslose Unterstützungsempfänger Monatsende insgesamt Männer Frauen insgesamt Männer Frauen 2. Halbjahr 1945 Juli 3346 1696 1650 August 2215 1376 839 September 2799 1795 1004 3-6¹) Oktober 1075 674 401 November 877 475 402 Dezember 726 354 372 Ø 1839 1062 778 1946) Jänner 711 432 276 Februar 1040 606 434 17 März 1039 631 408 21 April 834 610 224 17 Mai 827 645 182 17 Juni 746 633 113 17 Juli 568 490 78 10 August 562 450 112 September 653 407 246 Oktober 693 415 278 November 757 525 232 Dezember 551 375 176 SPETTO77666 14 11 12 10 11 PURURIK22222 9 9 5 56978611444 0 748 518 230 12 6 5 Für 1945 Landesarbeitsamt, für 1946 Arbeitsamt Innsbruck. 1) Es waren gewöhnlich Frauen, die auf den Bezug der Altersrente warteten und eine geringe Unterstützung nach den reichsdeutschen Bestimmungen erhielten. 3) Da der Gerichtsbezirk Hall fehlt, entfällt im Gegensatz zur Tab. VIII/2 B etwas mehr als die Hälfte der ausgewiesenen Zahlen auf Innsbruck. 167 IX. Bau- und Wohnungswesen IX/1. Häuser und Wohnungen Die Ebene des Inntales an der verkehrsmäßig wichtigen Innbrücke und der Schutt- kegel an der Sill am Ausgange, bzw. Endpunkte der Brennerstraße bilden das Ge- lände, auf dem sich die Landeshauptstadt Innsbruck und das Straßendorf Wilten in den vergangenen Jahrhunderten entwickelten. Das Dorf Mühlau entstand aus den gewerblichen Betrieben am Mühlauer Bach, die Stadtteile Pradl und Amras im Tale, Hötting und Arzl am Hanggelände formten sich aus landwirtschaftlichen Verhält- nissen. Seit Jahrhunderten haben der Stadtrat und die Regierungsbehörden auf die Art der Bauführung, anfänglich in einzelnen allgemein gültigen baulichen Anord- nungen, später durch Bauordnungen Einfluß genommen. Die Bauordnungen ent- wickelten sich aus den Grundsätzen des Nachbarrechtes, brachten in Fortsetzung dieser Gedanken die Verpflichtung zum Schutze vor Feuersgefahr, verlangten die Sicherheit der Bewohner gegen Baugebrechen und die Verbesserung des Verkehrs in der Stadt und erhielten endlich noch die notwendigen Bestimmungen zur Ver- schönerung des Stadtbildes. Das äußere Aussehen der Häuser will Kaiser Maximilian I. durch seinen Befehl, daß die Häuser in Innsbruck mit Zinnen versehen werden müssen, beeinflussen. Die Bestimmung des Stadtrates vom Jahre 1535 über die Größe der in der Stadt zu verwendenden Ziegel greift schon in die Art der Bauführung ein, 1758 verlautbart der Magistrat den Befehl der Hofkammer, daß für jeden Neubau oder eine beträcht- liche Reparatur ein verläßlicher Plan oder Riß ausgearbeitet und der Behörde vorgelegt werden müsse. 1820 erscheint die Bau- und Feuerlöschordnung für die Provinzial-Hauptstadt Innsbruck. Ihre Bauvorschriften entspringen in erster Linie der Sorge um die Hintanhaltung von Feuersbrünsten, weshalb sie Bauführungen nur durch berechtigte Werkverständige zuläßt. Nach Änderungen in den Jahren 1826, 1832 und 1842 hat die k. k. vereinte Hofkanzlei einer neuen Bauordnung für die Provinzial-Hauptstadt Innsbruck sowie für die Dörfer Wilten, Hötting und Pradl mit Erlaẞ vom 1. 2. 1844 die Genehmigung erteilt, die bereits einer Bauordnung im heutigen Sinne gleicht. 20 Jahre später wird über Antrag des Tiroler Landtages das Gesetz über eine Bauordnung der Landeshauptstadt Innsbruck erlassen, die auf die Stadt beschränkt ist und nicht mehr die Vororte umfaßt. Waren in der Bauordnung des Jahres 1844 noch die Landesstelle (Gubernium) zur Erteilung der Genehmigung für Neubauten, zu den übrigen Bauführungen in Innsbruck der Stadt- magistrat und in den Vororten das k. k. Landgericht zuständig, kam jetzt die Ent- scheidung über Bauführungen in erster Instanz dem Stadtmagistrat als unterster politischer Behörde zu. Der Inhalt der Bauordnung wurde den geänderten Anschau- ungen im Bauwesen angepaßt. Mit Gesetz vom 26. 11. 1884, LGBl. Nr. 40, wurde abermals eine Bauordnung für das Gebiet der Stadt Innsbruck erlassen, laut der die Entscheidung über Bauführungen in erster Instanz der Stadtmagistrat Innsbruck trifft. Diese Bauordnung wurde durch die mit Gesetz vom 30. 3. 1896, LGBl. Nr. 31, erlassene Bauordnung ersetzt, die im wesentlichen heute noch gilt. Sie wurde nur 168 durch die Tiroler Landesgesetze vom 10. 12. 1914, LGBl. Nr. 99, vom 27. 1. 1930, LGBl. Nr. 7, und die Verordnung des Landeshauptmannes und Landeshauptmann- stellvertreters vom 15. 5. 1934, LGBl. Nr. 16, novelliert. Die baugeschichtliche Entwicklung der Stadt führte nicht zu einer klaren Auf- teilung des Stadtgebietes nach Verwaltungs-, Gewerbe-, Industrie- und Wohnvierteln. Entsprechend der Bedeutung Innsbrucks, in früherer Zeit als Sitz des Hofes und der Regierung, heute als Sitz der Staats- und Landesverwaltung für das Bundesland Tirol, wurden die öffentlichen Gebäude für Verwaltung und Unterricht vornehmlich im Stadtteile des ursprünglichen Innsbruck angelegt. Eine Aufstellung einer Aus- wahl öffentlicher und halböffentlicher Gebäude, welche die wichtigen Ämter, Kam- mern und Dienststellen beherbergen, findet sich am Ende des Textes dieses Ab- schnittes. Einige der öffentlichen Gebäude stellen künstlerisch hochwertige, histo- rische Bauten berühmter Baumeister dar, andere, insbesondere solche der neuesten Zeit, wurden als reine Zweckbauten errichtet. Angefügt ist eine Aufstellung der das Stadtbild zierenden öffentlichen Denkmäler mit Angaben über ihre Entstehungs- zeit. Vorwiegend im Zentrum sind auch die Gasthöfe und Hotels der Fremdenstadt Innsbruck entstanden, bei gleichzeitiger Häufung an bestimmten Plätzen, z. B. in der Altstadt, beim Hauptbahnhof. Der Kurort Igls und die Hungerburg bilden eigene Standorte. In der Kastastralgemeinde Innsbruck liegt nur 1 Fabrik (zwischen dem alten Stadtgebiet und Pradl), dagegen eine große Zahl arbeitsintensiver Ge- werbebetriebe. Die Industrie verteilt sich auf die früheren Gemeinden Wilten, Pradl, Mühlau; die großen Verkehrsanlagen (Bahnhöfe, Postämter) liegen in Inns- bruck und Wilten. Die Wohnviertel in der Ebene des Inntales (Stadtteile Innsbruck, Wilten, Pradl) weisen geschlossene Bauweise mit Häusern von zumeist 3 und 4 Stockwerken auf, an die sich in größerer Ausdehnung die Gebiete der offenen Bauweise mit im all- gemeinen einstöckigen Häusern reihen. Die Gemeinden am nördlichen Talhange, Hötting, Mühlau, Arzl, sowie Amras am Südosthange des Inntales enthalten in ihrem alten Bestande hauptsächlich landwirtschaftliche Siedlungen, Mühlau auch gewerb- liche Betriebsstätten, neben denen sich die offene Bauweise der städtischen Bewohner sehr ausgedehnt hat. Das Dorf Vill kennt fast nur landwirtschaftliche Bauten, im Kurorte Igls tritt die Landwirtschaft gegenüber den Hotels, Pensionen und Villen stark zurück. Die Tabelle IX/1 A gibt ein Bild der Entwicklung des Häuserbestandes im Zeit- raume der Jahre 1812 bis 1946, in dem die Eingemeindungen der Vororte eine große Rolle spielen, da das Gebiet der ursprünglichen Stadt Innsbruck schon im Jahre 1904 fast vollständig verbaut und nur mehr in der Richtung Saggen ausdehnungs- fähig war. Aus der Tabelle IX/1 B ist die Verteilung der Gebäude und Wohnungen zu ersehen. Von dem heutigen Bestande an Häusern fallen 24.3% auf das Gebiet der Katastralgemeinde Innsbruck, also des alten Siedlungsgebietes vor der Einge- meindung der Vororte; die drei im Jahre 1904 zusammengeschlossenen Katastral- gemeinden Innsbruck, Wilten und Pradl enthalten heute 61.3% und die neu ein- gemeindeten Vororte Hötting, Mühlau, Arzl, Amras, Vill und Igls 38.7% der Häuser- zahl der ganzen Stadt. Vergleicht man die Anzahl der Wohnungen im gegenwärtigen Gemeindegebiet, findet man, daß im Raume der Katastralgemeinde Innsbruck 31.3% aller Wohnungen liegen, im Gebiete der früheren Gemeinden Innsbruck, Wilten, Pradl heute 87.8% und im Raume der früheren Orte Hötting, Mühlau, Arzl, Amras, Vill und Igls 12.2% aller Wohnungen verteilt sind. Die Wohnungs- dichte in den drei Stadtteilen Innsbruck, Wilten und Pradl fällt hiebei besonders 169 auf. Ist die Anzahl der Wohnungen laut Tabelle IX/1 C in der Innsbrucker Alt- stadt, die viele Häuser mit 4 und 5 Stockwerken aufweist, noch hoch, nimmt sie stark in den eigentlichen Geschäftsstraßen ab, steigt aber besonders in den neueren mit Mietwohnungshäusern besetzten Straßen an. Der Wohnhausbau vollzog sich bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts fast aus- schließlich durch private Bautätigkeit. Daher wies Innsbruck, abgesehen von einigen staatlichen Wohngebäuden für Zollbeamte und Unteroffiziere, bis in die letzten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts nur Wohnhäuser auf, die privaten Hausbesitzern gehörten. Dieser Zustand änderte sich, als der katholische St. Vinzenz- verein in den Jahren 1888 bis 1898 im Stadtteile Dreiheiligen 88 Kleinwohnungen für Arbeiterfamilien erbaute, zu denen im Jahre 1938 weitere 19 Wohnungen kamen. Diese Wohnungen waren nicht den Angehörigen bestimmter Betriebe oder Berufe vorbehalten, sondern schlechtweg arbeitenden Menschen. Etwas später entstanden die Wohnhaussiedlung der Tiroler Glasmalerei-Anstalt in der Müllerstraße, die Wohnhausgruppen einer Innsbrucker Spinnfabrik und Wohnhausanlagen für Eisen- bahnangestellte. In den Jahren nach dem ersten Weltkrieg ab 1920 nahm, als das Privatkapital wegen der fortschreitenden Geldentwertung keine neuen Wohnhausbauten erstellte, die Stadtgemeinde Innsbruck von sich aus den Wohnungsbau auf und errichtete zunächst eine kleinere Wohnhausanlage mit Reihenhäusern, denen in den nächsten Jahren eine Anzahl weiterer Wohnhausblocks folgte. Hiemit hat die Stadtgemeinde- wie auch andere österreichische Städte sich grundsätzlich zum Wohnungsbau für ihre Bürger entschlossen und ihn bis 1945 fortgesetzt (Tabelle IX/1D und IX/2A). Die Mittel hiefür wurden ohne Einhebung einer eigenen Wohnbausteuer aus Dar- lehen und laufenden allgemeinen Einnahmen gedeckt. Zu diesen Wohnhausanlagen kamen die durch Umgestaltung bestehender Gebäude, wie ehemaliger Kasernen und eines Militärspitales, gewonnenen Wohnungen und Barackenbauten. vor- Auch die Wohnbautätigkeit des Bundes und des Landes Tirol war in diesen Jahren bedeutend. Die Wohnungsbeschaffung wurde nach dem ersten Weltkriege her bestanden kleinere Wohnungsgenossenschaften durch die gemeinnützigen Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaften erweitert; der Staat gewährte ihnen aus Mitteln des Bundes-Wohn- und Siedlungsfonds die notwendigen Darlehen, die Gemeinde unterstützte sie durch unentgeltliche oder billige Grundbeistellung. Die genossenschaftliche Bautätigkeit nahm so große Formen an, daß die Genossenschaften in Innsbruck heute eine erhebliche Anzahl von Wohnhäusern ihr Eigen nennen können (Tabelle IX/1 D). Ein sehr beträchtlicher Anteil an der Ausführung neuer Bauvorhaben kam dem privaten Hausbesitz zu, wobei besonders der Anteil des Hausbaues in offener Bauweise hervorzuheben ist. Dem Wunsche vieler schaffender Menschen nach dem Eigenheim kam die Stadtgemeinde mit der Anlage von Sied- lungen entgegen, indem sie zwei derselben mit zusammen 61 Siedlerstellen auf Stadtgrund erbaute und für weitere 63 Stellen Grund überließ. Außerdem reichte sie ihre Hand noch beim Ausbau zweier Mittelstandssiedlungen (Tabelle IX/1 E). Die Bundes-Wohnbauförderung im Sinne des Bundesgesetzes vom 14. 6. 1929, BGBl. Nr. 200, wirkte sich in Innsbruck bei der Beschaffung neuen Wohnraumes sehr nützlich aus. Sie wurde laut Tabelle IX/1 D von der Stadtgemeinde, gemein- nützigen Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaften und Privaten stark in Anspruch genommen. Durch alle diese Maßnahmen erreichte die Zahl der Wohnungen ein solches Maß, daß in den Jahren 1935 bis 1937 der Wunsch nach großen und größeren Mittelwohnungen voll erfüllt und der Bedarf an kleineren Mittelwohnungen und Kleinwohnungen mit niedrigem Mietzins schon weitgehend gedeckt werden konnte. 170 Während der Kriegsjahre 1939 bis 1945 blieb die Bautätigkeit, abgesehen von der Errichtung der Südtiroler Häuser, auf die Fertigstellung vor dem Kriege begonnener Neubauten und auf die Vollendung der Kleinhaussiedlungen am Lohbach in Hötting beschränkt. Als die Umsiedlung von Südtirolern nach Nordtirol in Gang kam, mußte die Gemeinde selbst und durch Baugenossenschaften für die Unterbringung der Umsiedler in Erfüllung ihrer Fürsorgepflicht Vorsorge treffen. Die hiefür not- wendigen Baublocks in Wilten, Pradl und Hötting, deren Bau als,,staatspolitisch wichtig" bezeichnet wurde, erreichten einen bedeutenden Umfang, da nahezu für 15000 Personen Wohnraum geschaffen werden mußte. Jede sonstige Wohnbau- tätigkeit war vom Jahre 1941 bis Kriegsende von Staats wegen stillgelegt. In den ersten zwei Jahren nach dem Kriege richtete sich die Bautätigkeit fast ausschließlich auf die Wiederherstellung der durch Kriegsereignisse zerstörten oder beschädigten Gebäude. Es entstanden daher beim vorhandenen Mangel an Baustoffen und Arbeits- kräften nur wenige Neubauten. Aus dem Vergleich der Tabellen IX/1 B und 1D ergeben sich folgende Fest- stellungen: Von der Gesamtzahl von 25272 Wohnungen sind in den Jahren 1920 bis 1946 8583 Neubauwohnungen (ohne Notstandsbauten und Baracken), demnach 33.96% aller Wohnungen erstellt worden. Diese Ziffer läßt auf eine verhältnismäßig große Zahl gesunder Wohnungen im Stadtgebiet schließen, da diese als Neubauten den heutigen hygienischen Anforderungen im allgemeinen entsprechen. Wie weit sie gegenwärtig unter den besonderen obwaltenden Verhältnissen (bombenzerstörte Gebäude, Einquartierung der Besatzung) überbelegt sind, kann statistisch mangels der erforderlichen Unterlagen nicht aufgezeigt werden. 12.25% aller Wohnungen in Innsbruck befinden sich im Jahre 1946 im Eigentum der Stadtgemeinde (ohne Notstandsbauten und Baracken), die Neubauwohnungen verteilen sich mit 30% auf städtischen Besitz, mit 8% auf Bundes- und Landes- besitz, mit 25% auf Besitz allgemeiner gemeinnütziger Baugenossenschaften und mit 37% auf den privaten Besitz (alles ohne Notstands- und Barackenwohnungen). IX/2. Städtische Häuser Die Stadtgemeinde Innsbruck besitzt, wie aus Tabelle IX/2 A hervorgeht, eine große Anzahl Altwohnhäuser, die vor dem Jahre 1917 erbaut wurden und deren Wohnungen zumeist den Bestimmungen des Mietengesetzes vom 7. 12. 1922, BGBl. 872, und seiner späteren Änderungen unterliegen. Die Tabelle IX/2 B zeigt die Verteilung der Häuser auf die einzelnen Katastralgemeinden des Stadtgebietes. Die Steigerung der Anzahl dieser Wohnhäuser in den Jahren 1937 bis 1946 ist zum Teil auf die Übernahme derselben im Wege der Eingemeindung der Randorte zurückzuführen. Unter ,,Neubauten" im Sinne dieser Tabelle sind solche Wohn- häuser zu verstehen, die seit dem Jahre 1919 errichtet wurden. Die Tabelle gibt ein Bild der Leistung der Stadt Innsbruck auf diesem sozial wichtigen Gebiete der Gemeindeverwaltung. Sie enthält auch eine Zusammenstellung der Wohnungen in den städtischen Neubauten nach der Größe der Wohnungen. Die Wohnhaus- anlagen in umgebauten Gebäuden, die früher einem anderen Zweck gedient haben, sind hier nicht aufgenommen. Die kleinen, gesunden und hygienisch einwandfreien Wohnungen stehen allen Bevölkerungsgruppen offen. Nach Wohnungsgrößen gliedern sich die 2476 Neubauwohnungen folgendermaßen: 44.3% derselben sind Kleinwohnungen, d. s. solche bis 12 Zimmereinheiten (1 Zimmer = 1 Einheit, 1 Kabinett (Kammer) bis 15 m² Wohnfläche Einheit), 25.1% umfassen kleine 171 Mittelwohnungen von 2 Einheiten, 26.8% sind als große Mittelwohnungen von 22 bis 32 Einheiten zu bezeichnen, der Rest von 3.8% verteilt sich auf Groß- wohnungen mit 4 und 5 Einheiten. Alle städtischen Wohngebäude werden, soweit einzelne von ihnen nicht den Stadtwerken gehören, von der Städtischen Gebäudeverwaltung betreut. Die Stadt- gemeinde ist die größte Hausbesitzerin in Innsbruck geworden (Tabelle IX/2 A, 2 B). IX/3. Bautätigkeit Nach dem Kriege, in den Jahren ab Mai 1945 bis Ende 1946, galt fast alle Bau- tätigkeit der Wiederherstellung der bombenzerstörten Gebäude. Über den Wieder- aufbau berichtet der Abschnitt 2 des Anhanges. Die Tabelle IX/3 weist die Kriegs- schadenbehebungen, die Behebungen von Zeitschäden und Umbauten sowie die Neu-, Ersatz-, Zu-, Auf- und Anbauten aus. Die Zahlenangaben sind den Meldungen des Stadtbauamtes an das Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau entnommen. Die Bautätigkeit in diesen Jahren war durch die außerordentlich große Baustoffknappheit und den Mangel an Fach- und Hilfsarbeitern sehr stark behindert. IX/4. Mietzinse für Bestandsräume Wegen der allgemeinen Bedeutung der Mietzinse im Wirtschaftsleben wird im Kapitel Bau- und Wohnungswesen auch eine Aufstellung über die Mietzinse von Wohnungen in Innsbruck gebracht und in diesem Abschnitte behandelt. Die Mietzinse der Wohnungen bildeten sich in Österreich bis zum Jahre 1914 völlig frei nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Die Verhältnisse während des ersten Weltkrieges erforderten einen mietenrechtlichen Schutz der eingerückten Soldaten, ihrer Familien und überhaupt der gesamten Bevölkerung hinsichtlich der Höhe des Mietzinses und der Kündigungsmöglichkeit von Mietverträgen. Zu diesem Zwecke wurde auf Grund der kaiserlichen Verordnung vom 10. 10. 1914, RGBl. Nr. 274, die erste Mieterschutzverordnung vom 26. 1. 1917, RGBl. Nr. 34, erlassen, die mit zwei weiteren Verordnungen das bisherige Bestandsrecht ergänzte. Mit dem Gesetz vom 7. 12. 1922, RGBl. Nr. 872, über die Miete von Wohnungen und Geschäfts- räumlichkeiten (Mietengesetz) erhielt die Mietengesetzgebung eine neue Grundlage. Dieses Gesetz, das später durch Novellierungen wesentlich geändert wurde, teilt die Mietverhältnisse an Wohnungen, Wohnungsbestandteilen und Geschäfts- räumlichkeiten in Mietverhältnisse, die den Bestimmungen dieses Gesetzes unter- liegen und solche, die ausgenommen sind, also in Mietverhältnisse über Räume, die, kurz ausgedrückt,,,unter Mieterschutz" oder,,außer Mieterschutz" stehen. Hiedurch bildeten sich zunächst 2 Gruppen von Mietzinsen: Die Mieterschutz- zinse, welche nach den mietengesetzlichen Bestimmungen errechnet wurden, und die Mietzinse, die frei nach den Wohnungsmarktverhältnissen vereinbart wurden. Die letzteren galten im allgemeinen für Räume, die zu der im Mietengesetze fest- gelegten Zeit nicht vermietet waren oder in Häusern gelegen sind, für welche die baubehördliche Bewilligung erst nach dem 27. 1. 1917 erteilt wurde. Die beiden Gruppen der Mietzinse weichen in ihrer Höhe für Bestandräume der gleichen Art sehr weit voneinander ab, zum Teil aus dem Grunde, weil die Mietzinse für Neubau- räume auch die Kosten für die Tilgung und Verzinsung des Baukapitals enthalten, wogegen die Mietzinse der Mieterschutzhäuser außer der Deckung der Betriebs- 172 kosten nur die Instandhaltungskosten und einen allfälligen Ertrag für den Haus- besitzer vorsehen; ein Anteil für Verzinsung und Rückzahlung des bereits getilgten Anlagekapitals entfällt im allgemeinen. Nach dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich wurde durch die Anordnung über das Verbot der Preiserhöhung im Lande Österreich vom 29. 3. 1938, Gesetzblatt für das Land Österreich Nr. 53/38, und die 1. Verordnung des Reichsstatthalters (Österr. Landesregierung) über die Mietzinsregelung im Lande Österreich, Gesetzblatt für das Land Österreich Nr. 159/38, jede Steigerung von Miet- und Pachtzinsen für Bestandräume, die den Bestimmungen des Mietengesetzes unterliegen oder von ihnen ausgenommen sind, vom 13. März 1938 ab untersagt. Nur die Erhöhung von höchstens 20 Groschen alter österreichischer Währung für jede Krone des Jahres- mietzinses für 1914 war in den im Mietengesetz festgelegten Fällen zulässig. Dieser Zustand ist bis heute aufrecht geblieben. Damit wurde eine dritte Gruppe von Miet- zinsen (Stop-Mietzinsen) für Räume in Neubauten, die nach dem 27. 1. 1917 errichtet wurden, geschaffen. Diese Mietzinse werden nach dem Runderlaß des Reichsstatt- halters, Preisbildungsstelle, vom 9. 3. 1939, RST I, Pr. 54872/39, im Sinne der Richtlinien für die Preisbildung von Miet- und Pachtverhältnissen auf Grund einer Ertragsberechnung ermittelt. Eine 4. Gruppe an Mietzinsen bezieht sich auf Bestandsverhältnisse in Häusern, die durch Kriegseinwirkung ganz oder teilweise zerstört wurden. Die Mietzinse in solchen Häusern richten sich danach, ob die Wiederinstandsetzung mit eigenen Mitteln, bzw. privaten Leihgeldern oder mit Hilfe des Wiederaufbaufondes finanziert wurden. Im ersteren Falle ist die Mietzinsbildung nicht beschränkt, wenn die Wieder- herstellungskosten den zweifachen Jahresbruttomietzins überstiegen haben. Bei den mit Fondshilfe wiederhergestellten Bauten treten die Bestimmungen des Wohn- haus-Wiederaufbau-Gesetzes vom 16. 6. 1948, BGBl. Nr. 130/48, in Kraft, wonach solche Bauten auch hinsichtlich der Mietzinsbildung den mietengesetzlichen Be- stimmungen unterliegen. Die Tabelle IX/4 A enthält Mietzinse für die Jahre 1914, 1937 und 1945 im Stadtgebiet Innsbruck, also Mietzinse der Gruppen 1 bis 3. Es sind Durchschnitts-Mietzinse in stadteigenen Wohnungen, in solchen von Bau- und Wohnungsgenossenschaften und in Privathäusern eingesetzt. Die Mietzinse wurden von der Städtischen Gebäudeverwaltung von mehreren Wohnungsgenossenschaften und einigen privaten Hausverwaltungen eingeholt. Der in einigen Fällen scheinbare Widerspruch, daß größere Wohnungen billigere Mietzinse aufweisen, wird aus der Verschiedenheit des Kapitaldienstes für die einzelnen Häuser verständlich. Durch die ungleiche Höhe der Mietzinse für Bestandräume gleicher Größe werden Teile der Bevölkerung, insbesondere die Angestellten und Arbeiter, deren Einkommen in der Zeit der ersten Österreichischen Republik auf Mieterschutzzinse abgestellt war, ungleich belastet. In der Tabelle IX/4 B sind Verhältniszahlen zwischen Ein- kommen und Mietzins in den Jahren 1937 und 1945 errechnet. Die Einkommens- beträge sind dem wirtschaftsstatistischen Bericht der Kammer für Arbeiter und Angestellte in Innsbruck über das Jahr 1931 entnommen, da für 1937 kein Bericht der Arbeiterkammer vorliegt; die Beträge für 1945 stammen aus dem Jahresbericht 1947. Als Mietzinse wurden solche in städtischen Gebäuden gewählt. Wie aus diesen Beispielen, die nur für kleine Wohnungen errechnet sind, zu ersehen ist, schwankt die perzentuelle Belastung des Monatseinkommens durch die Mietzinse in den dar- gestellten Fällen bei Mieterschutzwohnungen im Jahre 1937 zwischen 6.7% und 8.4%, dagegen in Wohnungen außer Mieterschutz zwischen 12.2% und 20.2%. Es betrug also in diesem Jahr der Unterschied im Verhältnis zwischen dem niedersten 173 Mieterschutzzinse und dem niedersten Zinse außer Mieterschutz 5.5% und zwischen dem höchsten Mieterschutzzins und dem höchsten außer Mieterschutz 11.8%. Beide Spannen machen sich bei dem zugrunde gelegten Einkommen recht stark geltend. Im Jahre 1945 ist zwischen der niedersten und höchsten Belastung in Wohnungen unter Mieterschutz eine Differenz von 4.8%, außer Mieterschutz von 16.3%; die Belastungsunterschiede zwischen den billigsten Mieterschutzwohnungen und solchen außer Mieterschutz erreichen 5.4%, zwischen teuersten Mieterschutz- wohnungen und denen außer Mieterschutz 16.9%. Diese Preisunterschiede fallen um so mehr ins Gewicht, als es heute praktisch fast unmöglich geworden ist, einen Wohnungswechsel wegen der Mietzinshöhe vorzunehmen. A. 174 Öffentliche und halböffentliche Gebäude in Innsbruck (Auswahl) Gebäude Bauzeit Stil Baumeister I. Staatsgebäude: Altes Regierungsgebäude Früh-Barock- Herzog-Friedrich-Straße 3 1690-92 Fassade Hofburg 1755-56 Barock bis Rokoko Johann Martin Gumpp d. Ä. Johann Martin Gumpp d. J. und Rennweg 1 1766-70 Konstantin Johann Walter Landesregierungsgebäude Herrengasse 1,3 1672, Neu-Renaissance umgebaut 1909 (19. Jh.) nach 1628, Dogana Rennweg 3 Bezirkshauptmannschaft Gilmstraße 2 Zeughaus Zeughausgasse 1 Gerichtsgebäude Schmerlingstraße 1 Gerichtsgebäude 1887-90 Michael-Gaismayr-Straße 1 bombenbe- Früh-Barock Christoph Gumpp schädigt Neu-Renaissance 1851 (19. Jh.) vor 1504 1882-87 spät-gotisch Neu-Renaissance gotisierender Bau moderne Formen in Jörg Kölderer Winterhalder Josef Mayr & Co. Vonstadl Postgebäude 1908 Maximilianstraße 2 der Art der deut- N. Tommasi schen Renaissance Finanzamt 1904 Bürgerstraße 34 Arbeitsamt 1931-32 modern Schöpfstraße 3 Bundesbahndirektion 1899 Neu-Renaissance Claudiastraße 2 Huter & Söhne Ing. Albert, Arch. Prachensky Österreichische Staatsbahnen II. Landesgebäude: Landhaus Maria-Theresien-Straße 43 Ehem. Palais Fugger-Taxis Maria-Theresien-Straße 45 Neues Landhaus Landhausplatz 3 1725-28 Hoch-Barock seit 1679 Früh-Barock 1938-39 modern siehe Abschnitt V Gesundheits- wesen Georg Anton Gumpp Johann Martin Gumpp d. Ä. Ewald Guth und Walter Guth Allgem. öffentl. Krankenhaus¹) Anichstraße 35 Landesbrandschaden- um 1860, Versicherung neue Wilhelm-Greil-Straße 10 Fassade moderne heimatliche Baukunst 1) Seit 1947 Eigentum des Landes. 175 Gebäude Bauzeit Stil Baumeister 1500 gebaut um 1358, er- neuert 1691 gotisch Landes-Hypothekenanstalt Meraner Straße 8 Volkskunstmuseum Universitätsstraße 2 III. Städtische Gebäude: Goldenes Dachlgebäude Herzog-Friedrich-Straße 15 Erker zum Goldenen Dachl Altes Rathaus Herzog-Friedrich-Straße 21 um 1860, bomben- beschädigt 1553-61 um 1420, modern Kern aus der Spät- gotik und Früh- Renaissance Fassade Barock erneuert 1822 ursprünglich Gotik u. 1936-37 spät-gotisch Andrea Crivelli Nikolaus Türing Georg v. d. Werdt Georg Anton Gumpp 1719 Jörg Kölderer Nikolaus Türing Johann Martin Gumpp Stadtturm¹) Beginn Herzog-Friedrich-Straße Mitte 14. Jh. gotisch Renaissance Alte Hauptwache (Verkehrsamt) letzt. Umbau modern Burggraben 3 1922 spätgotische Halle Stadtbauamt Arch. F. Wiesenberg Rathaus Umbau Maria-Theresien-Straße 18 1848/49 Fassade moderne Renaissance Rathaus-Neubau 1938-39 modern Fallmerayerstraße 1 Hochhaus 1927-29, Wiederauf- modern Salurner Straße 11 bau 1948-49 Theater 1844-46 Rennweg 2 Stadtsaal 1888-90 Neu-Barock Spätklassizismus Stadtbauamt, Arch. Theod. Prachensky Siegfried Thurner, Wiesenberg L. Welzenbacher Wiederaufbau Arch. O. Mayr Giuseppe Segusini Arch. Wielemans Universitätsstraße 1 Sieberer'sches Waisenhaus 1886-89 Neu-Renaissance Siebererstraße 7, 9 nach Angaben des Stifters Freiherr v. Sieberer Josef Mayr & Co. Altersheim 1908-09 Ing.-Etzel-Straße 59 Volksbad III 1914 Herzog-Otto-Straße 6 Dampfbad 1926-27 Salurner Straße 6 Hallenbad Amraser Straße 4 nach Angaben des Stifters Freiherr v. Sieberer, Jos. Retter Stadtbauamt Ing. Konzert Stadtbauamt Ing. Konzert Baumeister Plank Stadtbauamt Ing. Konzert Baumeister Plank 1) Höhe bis zum Rundgang 32.5 m, von diesem bis zur Spitze des Blitzableiters 24 m; ganze Höhe von der Erde bis zur Spitze 56.5 m (gemessen von August Hopffer 1885 anläßlich der Anlage des Blitzableiters). Neu-Renaissance Neu-Renaissance modern 1927-29 modern 176 Gebäude Bauzeit Schlachthofanlage Ing.-Etzel-Straße 30 Markthalle Herzog-Siegmund-Ufer 3 Westfriedhof, Einsegnungshalle Friedhofstraße 2 1908-09 modern 1913-14 modern 1856-58 Erweiterung modern 1889-90 Einsegnungs- modern halle 1927 Stil Baumeister Stadtbauamt Ing. Konzert Baumeister Plank Stadtbauamt Ing. Konzert, Arch. Th. Prachensky Arch. F. Wiesenberg Ausstellungshalle 1893 modern Ing.-Etzel-Straße 31 Ostfriedhof 1912-13 Kaufmannstraße 1 modern romanisch IV. Halböffentliche Gebäude: Stadtbauamt Arch. Ringler Baumeister Plank Handelskammer Meinhardstraße 14 1900-02 modern Eigentümer: Kammer der Arch. Ludwig Lutz gewerblichen Wirtschaft Arbeiterkammer umgebaut Maximilianstraße 7 1931 um 1860 modern Arch. Ernst Müller Bezirksbauernschaft neue Neu-Renaissance Wilhelm-Greil-Straße 9. A. Bayer Fassade Gebietskrankenkasse umgebaut modern Arch. H. Neubauer Museumstraße 33 1948-49 Blindenanstalt Ing.-Etzel-Straße 71 1935-36 modern Josef Retter Eigentümer: Blinden-Fürsorgeverein 1879, Gewerkschaftshaus bomben- Südtiroler Platz 14, 16 beschädigt Ferdinandeum Museumstraße 15 (Tiroler Landes-Museum) 1842-45 1884-86 Eigentümer: Museumsverein urspr. in Formen ital. Frührenaissance neue Fassade in Formen ital. Hoch- renaissance A. Mutschlechner N. Tommasi Bergisel-Museum Bergisel 1 1838 Eigentum: Stiftung z. ewigen 1897-98 Neu-Renaissance Gedenken an die 4 Kaiser- 1948-49 Arch. Hans Flür Georg Auer & Sohn jäger-Regimenter Sparkassen-Gebäude Erlerstraße 8 1874-77 Eigentümer: Sparkasse der Stadt Innsbruck Neu-Renaissance Arch. M. Hinträger Wilhelm-Greil-Straße 23 Rettungsheim Eigentum der Freiwilligen Rettungsgesellsch. Innsbruck 1925-27 modern Huter & Söhne 12 177 Denkmäler Ent- Bezeichnung Eigentümer stehungs- Stil zeit Leopoldsbrunnen am Rennweg Stadt Künstler 1622-32, Früh- 1894 Barock Kaspar Gras (Statuen), gegossen von Heinrich u. Friedrich Reinhart, heu- tige Architektur von F. Deininger und H. Fuß Josefsbrunnen Stadt 1698 Barock Waltherpark Annasäule Land Tirol 1706 Maria-Theresien-Straße Hoch- Barock Triumphpforte Staat 1774 Leopoldstraße Zopfstil A Christofero Benedetti Georg Philipp Appeller Architektur: Constantin von Walter, Statuen, Reliefs: Balthasar Moll Rudolfsbrunnen Romantik Stadt 1877 Bozner Platz Architekt: F. Schmidt Plastik: Joh. Grissemann Walther v. d. Vogelweide Stadt 1877 Romantik Schule Schwanthaler Waltherpark Andreas-Hofer-Denkmal Bergisel- 1893 Bergisel Stiftung modern (19. Jh.) Heinrich Natter Franz Thurner Stadt 1905 Waltherpark modern (20. Jh.) Fuẞ Heinrich Adolf Pichler Stadt 1909 Adolf-Pichler-Platz modern (20. Jh.) Edmund Klotz Anno neun Stadt 1915 vor der Ottoburg modern (20. Jh.) Christian Plattner 178 Entwicklung des Häuserbestandes in Innsbruck Tabelle IX/1 A Volkszählung Volkszählung Zahl der Häuser Zahl der Häuser vom vom 11. 1. 1812 1837 31. 12. 1869 31. 12. 1880 31. 12. 1890 31. 12. 1900 574 (ohne Vororte) 612 (ohne Vororte) 626 (ohne Vororte) 701 (ohne Vororte) 842 (ohne Vororte) 1016 (ohne Vororte) 31. 1. 1920 7. 3. 1923 22. 3. 1934 17. 5. 1939 2132 mit Wilten, Pradl 2294 mit Wilten, Pradl 2652 mit Wilten, Pradl -¹) vom 31. 12. 1910 2010 mit Wilten, Pradl 31. 12. 1946 Fortschreibung 5814) mit Hötting, Mühlau, Amras, Arzl, Vill und Igls 1) Bei der Volkszählung 1939 waren Häuser und Wohnungen nicht Gegenstand der Erhebung. Es war geplant, im Dezember 1941 Wohnhäuser und Wohnungen im Wege einer gesonderten Reichszählung zu ermitteln. Aus diesem Grunde wurde die vom städtischen statistischen Amt, hier, im Herbst 1941 begonnene Wohnungszählung als unzweckmäßig sistiert. 2) Diese Zahl ist nicht das Ergebnis einer Bestandsaufnahme, sondern der Fortschreibung des Bestandes von 1934 durch Zuzählung der Neubauten und Abschreibung der Verluste. 12° 179 180 Katastral- Gemeinde Tabelle IX/1 B der Gebäude Wohn- Gebäude und Wohnungen Stand vom Dezember 1946¹) Öffentliche Gebäude Schulen hievon Gasthof- Gebäude Geschäfts- Gebäude Fabriks- Gebäude Anzahl der Wohnungen Wohnungen je Haus Anzahl der Innsbruck 1416 1170 115 28 49 44 10 7918 5.59 Wilten 1067 951 31 12 23 31 19 5457 5.11 Pradl 1079 1041 21 5 2 4 6 5816 5.38 Hötting 1280 1237 15 6 17 4 1 3813 2.98 Mühlau 256 213 7 1 6 7 22 714 2.78 Amras 235 226 3 1 4 587 2.49 Arzl 298 290 5 1 1 667 2.23 Vill Igls 46 41 3 2 77 1.66 137 102 1 26 6 223 1.62 Zusammen 5814 5271 202 55 130 97 59 25272 1) Mitgeteilt von der Magistratsabteilung VI (Stadtbauamt, Stadtvermessung). Es sind nur Häuser mit eigenen Hausnummern gezählt. Bombenbeschädigte Häuser sind mit der ur- sprünglichen Wohnungszahl angegeben. Ohne Burggraben- und Marktgraben-Vorbauten. Öffentliche Gebäude: Amtsgebäude, Museen, Kirchen, Friedhofsgebäude, Jugend-, Alters- heime, Krankenhäuser, Bundesbahngebäude. Gasthöfe: Betriebe der Fremdenbeherbergung. Geschäftagebäude: Banken, Sparkassen, Bürogebäude, Kaufhäuser, Privatbahngebäude, Gewerbebetriebe. 2) Wohngebäude mit Geschäften und Gewerbebetrieben sind enthalten. Straßenbezeichnung bäude Ge- Woh- Beispiele für das Verhältnis der Anzahl der Gebäude zur Zahl der Wohnungen nungen je Haus Straßenbezeichnung Ge- bäude Woh- nungen Altstadt: Badgasse 2 11 5.5 Wohnstraßen: Colingasse K.-G. Innsbruck: Herz.-Friedr.-Str. 32 197 6.2 Falkstraße Hofgasse 9 62 6.9 Bürgerstraße Kiebachgasse 14 64 4.5 Höttinger Gasse Pfarrgasse 7 49 7.- Mozartstraße Pfarrplatz 8 49 6.- Schillerstraße Riesengasse 11 90 8.1 St. Nikolausgasse 222222 10 56 5.6 23 54 2.3 23 120 5.2 20 120 6.- 17 157 9.2 19 157 8.2 32 182 5.6 Schlossergasse 17 76 4.4 Seilergasse 17 97 5.7 K.-G. Wilten: Stiftgasse 16 76 4.7 Müllerstraße 48 232 4.8 Speckbacherstraße 56 398 7.1 133 771 5.79 K.-G. Pradl: Burgenlandstraße 32 155 4.8 Geschäftsstraßen: Pradler Straße 58 409 7.- Maria-Theresien-Str. 44 206 4.6 K.-G. Hötting: Meraner Straße 9 19 2.1 Höttinger Gasse 19 Museumstraße 37 168 4.5 Botanikerstraße 101 92 5.- 24 94 3.9 90 393 3.73 381 2226 5.84 181 Wohnungen je Haus Tabelle IX/1 C Tabelle IX/1 D Neubauten im Stadtgebiet Innsbruck, errichtet in den Jahren 1920 bis 1946¹) Zeitraum Öffentliche Bauten der Stadt Innsbruck d. Bundes, Landes Tirol, anderer öffent- licher Körperschaften Verkehrs-, Industrie-, Gewerbe-, Geschäftsbauten der Stadt Innsbruck d. Bundes, Bundesbahn, der Post, anderer öffentlicher Körperschaften der Privat- Wirtschaft Privatschulen, Privatheime 1920- 1.5. 1945 1945 2. Halbjahr 1946 15 7 7 1 16 7 15 23 48 9 7 4 86 5 Zeitraum der Stadt- gemeinde Wohnhausbauten²) d. Bundes, Bundesbahn, Post, Land Tirol Gemeinnütziger Genossenschaften privater Personen insgesamt Häuser Woh- nungen Häuser Woh- nungen Häuser Woh- nungen Häuser Woh- nungen Häuser Woh- nungen 1920- 1. 5. 1945 4313) 2634 152 656 396 2132 1138 3161 2117 8583 1945 2. Halbjahr 1946 4 5 4 5 14 16 14 16 431 2634 152 656 396 2132 1156 3182 2135 8604 Stadtgemeinde Innsbruck Hievon Wohngebäude mit Bundes-Wohnbauförderung (Bundesgesetz v. 14. 6. 1929, BGBl. Nr. 200) Bauten gemeinnütziger Wohnungsbaugenossen- schaften Privat-Bauten Häuser Wohnungen Häuser Wohnungen Häuser Wohnungen 27 271 41 404 76 356 2 Heime 1 Heim 1) Einschließlich der eingemeindeten Orte Hötting, Mühlau, Arzl, Amras, Vill, Igls; ein- schließlich bombenzerstörter Gebäude. 3) Ohne Notstands- und Umbauten. 3) Davon 93 Kleinsiedlungshäuser mit 93 Wohnungen in das Eigentum der Siedler über- gegangen. 182 Siedlungen Tabelle IX/1 E blowy J) Kleinsiedlungen. Mittelstandssiedlungen") Erbaut u. Sied- davon Ende 1946 Sied- Name der Siedlung lungs- häuser im Eigentum Name der Siedlung Bau- lungs- stelle häuser d. Stadt d. Siedl.) 1934 Sieglanger 1935 20 1936 Lohbachsiedlung Lohbachsiedlung 1937 Lohbachaledlung 1938 Lohbachsiedlung 1939 Lohbachsiedlung 54 20 26 4 BRIS 73551 13 41 Hörtnaglsiedlung 36 Resselstraße 33 10 38 8 15 Hans-Sachs-Str. Schwindstraße 8 8 21 3 124 31 93 54 49) 1) Siedlerstelle nach Abzahlung des Grund- und Baudarlehens der Stadtgemeinde Innsbruck in das Eigentum des Siedlers übertragen. 2) Grund von der Stadt den Siedlern in das Eigentum überlassen. 3) Davon 42 nach Plänen des Stadtbauamtes gebaut. 183 184 Tabelle IX/2 A Städtischer Gebäudebesitz (In Verwaltung der Magistratsabteilung IV Städtische Gebäudeverwaltung) Gebäudebesitz der Stadt¹) Stand am Jahresende Althäuser Neubauten Kleinsiedlung Summe Notstands- bauten und Baracken 1937 97 89 124 310 19382) 130 124 124 378 1940³) 141 198 124 463 19454) 146 307 35 488 1946 146 307 31 484 BOAR 10 10 11 14 15 Städtische Wohnungen 1937 366 753 124 1243 171 1938 485 1104 124 1713 171 1940 536 1644 124 2304 173 19455) 555 2510 35 3100 177 1946 555 2510 31 3096 188 Geschäfte und Betriebe 1937 1938 82 87 1940 94 PAR 12 14 16 1945 96 34 1946 96 34 IIIII 94 7 101 7 110 7 130 7 130 7 1) Amts- und Schulgebäude, Betriebsgebäude und Wohnhäuser. *) Nach der Eingemeindung von Hötting, Mühlau und Amras. 3) Nach der Eingemeindung von Arzl. 4) Einschließlich der bombenbeschädigten Häuser und nach Eingemeindung von Igls und Vill. 5) In bombenbeschädigten Gebäuden ist die ursprüngliche Wohnungsanzahl angegeben. Katastralgemeinde Gebäude 1. Städtischer Gebäudebesitz nach Katastralgemeinden am Jahresende 1946 davon davon Alt- häuser Neubauten nach 1919 Innsbruck Wilten Pradl 199 Hötting Mühlau Amras Arzl 2229466 66 63 850 227 623 70 63 15 48 568 92 476 23 20 179 1366 72 1294 27 7 21 Igls Vill 1 1 28636- 11 43 231 91 140 4 1 35 34 1 3 1 24 18 6 1 3 7 6 1 1 13 13 2 2 Summe 484 146 338 3096 555 2541 130 2. Städtische Wohnhaus-Neubauten nach Wohnungsgrößen am Jahresende 1946 Wohn- Wohnun- davon Wohnungen mit 1 Küche oder Wohnküche und Zimmern häuser gen 1 1½ 2 2½ 3 3% 4 5 3201) 24761) 236³) 869 622 405 206 48 46 44 1) Ohne die Neubauten der früher selbständigen Gemeinden. 2) Einschließlich von 6 Einzelzimmern ohne Küche. 185 Althäusern Wohnungen Neubauten Geschäfte u. Betriebe Tabelle IX/2 B Tabelle IX/3 3. Bautätigkeit 1945/1946 Baufertigstellungen¹) a) Kriegsschadenbehebungen Jahr Wohnbauten Öffentliche Gebäude Gebäude für Kultus, Landwirtschaft, Indu- strie, Gewerbe, Fremdenbeherbergung, Verkehr usw. Wohn- Anzahl Anzahl Fläche Woh- Ob- Fläche Ob- Objekte fläche der der derselben nungen in m³ jekte in m² jekte Räume Räume in m² ab 1.5. 1945 130 1946 1325 845 7807 67 568 631409 1455 8652 698977 167 10 204 22 357 5039 97 2220 65 699 19716 107 2424 87 1056 24755 Jahr b) Behebung von Zeitschäden und Umbauten Wohnbauten Öffentliche Gebäude Gebäude für Kultus, Landwirtschaft, Indu- strie, Gewerbe, Fremdenbeherbergung, Verkehr usw. Objekte Woh- nungen Wohn- fläche in m² Anzahl Anzahl Fläche Ob- jekte Fläche Ob- der Räume der in m² derselben jekte Räume in m² ab 1. 5. 1945 1946 11 3 90 1- 1 1 20 20 29 50 1851 11 3 90 1 - 20 21 30 1901 Jahr c) Neu-, Ersatz-, Zu-, Auf- und Anbauten Wohnbauten Öffentliche Gebäude Gebäude für Kultus, Landwirtschaft, Indu- strie, Gewerbe, Fremdenbeherbergung, Verkehr usw. Woh- Objekte Wohn- fläche Anzahl Anzahl Fläche nungen Ob- jekte der Fläche in m² Ob- in m² Räume jekte der derselben Räume in m² ab 1.5. 1945 1946 4 5 237 23 53 3921 14 16 770 1 | | 49 72 3628 18 21 1007 1 72 125 7549 1) Auf Grund der monatlichen Meldungen des Stadtbauamtes an das Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau zusammengestellt. Da diese Meldungen erst ab 1. 7. 1947 erstattet werden, erfolgte die Aufteilung der Zahlenergebnisse auf die Jahre 1945 und 1946 nach Er- fahrungsziffern der laufenden Erhebungen. Die Kriegsschadenbehebung umfaßt die Schadens- gruppen 1-5 (Einteilung siehe Tabelle Anhang/1 D). 186 Wohnungs-Mietzinse 1. Monatliche Mietzinse für Wohnküchen und für Wohnungen mit Küche und Wohnküchen 1 Zimmer 1½ Zimmer 2 Zimmer 2½ Zimmer 3 Zimmer 3½ Zimmer 4 Zimmer a¹) b²) a¹) b³) a b a b a b & b a b a b Mietzinse 1914 (Kronenwährung) Stadtgemeinde 8.- 18.- 21.- 28.- 41.- 55.- 66.- 106.- 18.88 Wohnungs- und 15.73 bis 61.25 91.- Bau-Genossenschaften 45.50 21.- 30.- 33.- 50.- 58.33 75.- Private 8.33 bis bis bis Hauseigentümer 26.- 40.- 50.- bis 56.- bis 66.60 bis 75.33 100.- Mietzinse 1937 (Schillingwährung) 19. 29. 20.- 48.- 28.- 52.-28.- 70.- 32.- 78.- 46.- 104.-60.-101.- Stadtgemeinde 15.- Wohnungs- und 30.- Bau-Genossenschaften Private Hauseigentümer 14.58.- 66.- 18.50 bis 30.- 56.- 90.60 41.-101.50 51.- 25.- 12.-20.- 17.14 bis 25.- 30.- 27.- 33.- 30.- 50.- 34.-60.- bis bis 45.- bis 80.- 60. 100.- bis bis bis 36.- 46.- 86. 48.48 95.-90.- 160.- Mietzinse 1945 (Reichsmarkwährung) Tabelle IX/4 A Stadtgemeinde 13.- 14.-22.- 15. 36. 16.- 39.-21.- 52.- 24. 58.- 35.78.- 45.-76.- 30.- Wohnungs- und 20.- Bau-Genossenschaften 11.- bis 35.60 16.-17.-20.- 12.25 33.50 41.33 bis bis 22.60 37.- 56.66 30.36 67.- Private 8.- 13.- bis Hauseigentümer 23.- bis 24.- bis bis 18.- 18.90 50.- 22.- bis 50.- 20.- 31.- 40. 33.56 55.- bis 33. 26.50 bis bis. 48.80 70.42.- bis bis 46.- 63.40 66.- = 1) & Unter Mieterschutz. 3) b=Außer Mieterschutz. 187 188 2. Monatliche Mietzinse für Wohnungen mit Küche, Bad und Wohnküchen 1 Zimmer 1½ Zimmer 2 Zimmer 2½ Zimmer 3 Zimmer & b a b a b a b a b a b a b 3½ Zimmer 4 Zimmer a b Stadtgemeinde Wohnungs- und Bau-Genossenschaften Private Hauseigentümer Stadtgemeinde Wohnungs- und Bau-Genossenschaften Private Hauseigentümer Mietzinse 1914 (Kronenwährung) Tabelle IX/4 A (Fortsetzung) 58.60 78.75 50.- 91.- 76.66 33.33 41.66 0 50.- bis 62.50 68.33 bis 58.33 112.50 1 1 1 Stadtgemeinde Wohnungs- und Bau-Genossenschaften Private Hauseigentümer Mietzinse 1937 (Schillingwährung) - 40.- 59.- 55.- - 69.- 73.- - 104.- 111.- 86. 33.- 95.- 45.- 98.- 130.51.-132.50 75.- 100.- 157.- 30.- 60.-35.- 67.-40.- bis 45.- 90.- 60.- 100.- bis 79.-150.-94.- 105.- bis 200.- Mietzinse 1945 (Reichamarkwährung) 30.- 44.- 43.- 52.- 54.80 55.- 78.- 83.- 37.80 49.40 55.- 28.70 bis 38.20 64.- 64.50 bis 83.20 84.- bis 45.15 bis 67.- 88.- 95.80 50.- 66.- 63.-105.- 20.-40.-24.- 45.-27.- bis 30.- 60.-40.- 66.66 bis 53.- 100.- bis bis 70.- 70.-130.- a = Unter Mieterschutz. b = Außer Mieterschutz. Tabelle IX/4 B Beispiele für das Verhältnis zwischen Einkommen und Mietzins in den Jahren 1937 und 1945 Wohnungsgröße Stellung im Beruf Gehalt oder Lohn monatlich¹) Monatsmietzins²) Mietzinsanteil vom Monatsgehalt Lohn in Prozenten Unter Außer Mieter- Mieter- schutz schutz Unter Außer Mieter- Mieter- schutz schutz Schilling 1937 1 Zi., 1 Kü. 1½ Zi., 1 Kü. Arbeiter 237.60 19.- Arbeiter 237.60 20.- 2 Zi., 1 Kü. Arbeiter 364.71 28. 2 Zi., 1 Kü. Angestellter 415.67 28. 2½ Zi., 1 Kü. 2½ Zi., 1 Kü. Arbeiter 364.71 28. Angestellter 415.67 28. IIIIII 29.- 8.0 12.2 48.- 8.4 20.2 52. 7.9 14.2 52. 6.7 12.5 70. 7.9 19.2 70.- 6.7 18.8 1945 1 Zi., 1 Kü. Arbeiter 185.12 14.- 22.- 7.5 11.8 1½ Zi., 1 Kü. Arbeiter 185.12 15. 36. 8.1 19.4 2 Zi., 1 Kü. Arbeiter 185.12 16. 39. 8.6 21.1 2 Zi., 1 Kü. 2½ Zi., 1 Kü. 2½ Zi., 1 Kü. Angestellter Arbeiter 250.- 16. 39. 6.4 15.6 185.12 21. 52. 11.2 28.1 Angestellter 250.- 21. 52. 8.4 20.8 1) Einkommen aus,,Wirtschaftsstatistischem Bericht der Kammer für Arbeiter und An- gestellte in Innsbruck" über das Jahr 1931 und,,Jahresbericht 1947 der Arbeiterkammer in Innsbruck". 2) Mietzinse 1937 und 1945 in städtischen Wohnungen. 189 Xa. Straßenpflege, Kehrichtabfuhr, Entwässerung Xa/1. Öffentliche Straßen und Brücken Öffentliche Straßen Die Straßen der Stadt Innsbruck entwickelten sich aus der Bauweise der Alt- stadt, der Neustadt und der Vororte. Mit der Ausweitung der Stadt sah sich die Stadtverwaltung veranlaßt, aufeinanderfolgend und sich ergänzend Stadtver- bauungspläne mit Baufluchtlinien aufzustellen, um einerseits die Verbauungs- flächen, andererseits die Verkehrswege und -flächen festzulegen. Entstanden die alten Straßen ohne Regulierungsplan, aber doch nach dem sicheren Baugefühl der damaligen Zeit in einer Breite, die dem Verkehrsbedürfnis voll entsprach, ja sogar noch der Vergrößerung des Verkehres Jahrhunderte später genügten, sahen die Verbauungspläne der letzten Jahrzehnte nach der Bedeutung der Straßen als Durchzugs-, Geschäfts- oder Wohnstraßen die notwendigen Breiten vor. Besonders die neueren Verbauungspläne achten auf diese Erfordernisse und bestimmen die in absehbarer Zeit nötigen Straßenbreiten, die den Verkehr der Fahrzeuge aller Art, Straßenbahnen und öffentlichen Verkehrsmittel sowie der Fußgänger aufnehmen sollen. Mit der Vergrößerung des Verkehres erhob sich schon im Mittelalter die Forderung nach Ausbau der Straßen durch Grundbau und Pflasterung. So bewilligte Kaiser Maximilian im Jahre 1500 der Stadt die Einhebung eines Wegzolles für beladene Fuhrwerke, die,,Ballwagen" ausgenommen, gegen die Verpflichtung zur Pflasterung der Vorstadt, Silbergasse und,,Anbruggen" und der Herrichtung des Weges durch Wilten. Die Koppen für die Herstellung dieses Pflasters, das in den Jahren 1533 bis 1575 angelegt wurde, sind der Sill entnommen worden; 1681 verlangte die Regierung auf Grund dieses Zollprivilegs die,,Erhebung" des arg verwahrlosten Pflasters in der ganzen Stadt. 1682 bis 1684 kam das Pflaster vom Landhaus bis zur heutigen Triumphpforte, am Spital- (Ursulinen-) Graben zum Innrain und in der inneren Stadt zustande und 100 Jahre später beginnt die allmähliche Neu- pflasterung der Hauptstraßen unter Berandung der Ritschen mit Quadern und teil- weiser Holzüberbrückung. Die allmähliche gründliche Straßenbeschotterung mit Verwendung von Sillkoppen als Fundament und die Herstellung eines Steinplatten- belages auf den Randsteigen vor den Häusern wurde von 1826 bis 1840 durchgeführt. 1843 wird die Herstellung eines Straßenüberquerungs-Trottoirs gemeldet. Mit Granitwürfeln wurde von 1870 bis 1872 der Rennweg, die Universitätsstraße und der Ursulinengraben gepflastert. 1877 setzte die auch nach heutigen Begriffen neu- zeitliche Straßenasphaltierung mit französischem Rohmaterial in der Herzog- Friedrich-Straße und später in anderen Hauptstraßen ein, 1911 folgte die seit 1875/76 mit verbreiterten Randsteigen versehene Maria-Theresien-Straße. An Straßenbaumaschinen wurde ab 1899 die Dampfstraßenwalze in den Dienst gestellt. Der heute bestehende Straßenzustand, der dem starken Kraftwagenverkehr zu dienen hat, geht auf ein umfassendes modernes Straßenbauprogramm zurück, mit dem im Jahre 1926 durch Anlage von Straßengrundbauten, Neubeschotterungen, 190 Walzungen und Auflagen von Asphaltdecken verschiedener Art begonnen wurde. Dieser Umbau der Straßendecken war um so notwendiger geworden, als die Schäden des ersten Weltkrieges dringendst beseitigt werden mußten, der Kraftwagenverkehr eine solche Dichte erreicht hatte, daß Schotterdecken unwirtschaftlich geworden waren und die Staubentwicklung unhaltbare Zustände geschaffen hatte. Der zweite Weltkrieg mit den Bombenschäden und der ungeheuren Beanspruchung der Straßen durch Wehrmachtsfahrzeuge, besonders Panzerwagen, später durch die Fahrzeuge und Panzer der Besatzungstruppen, erforderte nach seiner Beendigung wieder außerordentliche Arbeitsleistungen und Mittel zur Wiederherstellung des vorher guten Straßenzustandes, wobei in den ersten Jahren nach dem Kriege größte Schwierigkeiten wegen des Mangels an Asphalt und Teer sowie Arbeitskräften zu überwinden waren. Fast sämtliche Straßen, Wege und Plätze im Stadtgebiete wurden von der Stadt- gemeinde Innsbruck, bzw. den früheren selbständigen, jetzt zur Stadt gehörigen Gemeinden gebaut und werden von der Stadt erhalten. Sie sind im Grundbuche des Bezirksgerichtes Innsbruck als öffentliches Gut unter der Bezeichnung,,Wege und Plätze in Verwaltung der Stadt Innsbruck" eingetragen und umfassen zusammen laut Grundsteuerkataster nach dem Stande vom Jahre 1944 eine Fläche von 167 ha 23 a 49 m². Da seither hievon für Spiel- und Sportplätze 99 a 17 m² und für Park- anlagen 1 ha 90 a 76 m² verwendet wurden und durch Neuherstellungen und anderes ein Plus von 9 ha 80 a 27 m² zu verzeichnen ist, betragen die,,Wege und Plätze in Verwaltung der Stadt Innsbruck" 174 ha 13 a 83 m².1) Das Stadtgebiet wird von 2 Bundesstraßen durchzogen: der Wiener Straße und der Brennerstraße. Die Wiener Straße führt nach der Durchfahrt durch Hall in westlicher Richtung nach Eintritt in das Stadtgebiet - vorbei an der Tiroler Arbeiter- bäckerei über die Mühlauer Innbrücke, den Rennweg, Burggraben, Herzog- Friedrich-Straße, alte Innbrücke, Mariahilfstraße, Höttinger Au und über Krane- bitten hinaus bis zur Zirler Grenze. Die Brennerstraße zweigt von der Wiener Straße am Beginn der Maria-Theresien-Straße ab und führt über diese und die Leopold- straße nach Süden. Diese Straßen stehen grundsätzlich in Verwaltung des Bundes; die Erhaltung derselben aber ist, soweit sie durch das geschlossene Stadtgebiet verlaufen, der Stadt gegen eine bestimmte Entschädigung übertragen. Für die außerhalb des geschlossenen Stadtgebietes liegenden Straßenstücke sorgt der Bund selbst, es sind dies die Strecken von der Ostgrenze bis zur Arbeiterbäckerei und von der Überbrückung der Straße durch die Karwendelbahn bis zur Westgrenze, bzw. vom Reselerhof an der Brennerstraße bis zur Südgrenze. Die in Innsbruck als öffentliches Gut in Verwaltung des Bundes im Grundbuch eingetragenen Straßenflächen haben ein Ausmaß von 20 ha 65 a 58 m²; unter ihnen sind von früher her noch Strecken der Ellbögener Straße und die alten Fürstenwege zum Schloß Ambras enthalten. Als Landstraßen I. Ordnung kommen in Innsbruck folgende Straßenzüge in Betracht: a) Nr. 35 Pfaffenhofen-Kematen-Innsbruck. Die Straße zweigt in Innsbruck beim Wiltener Kloster von der Brennerstraße ab und führt über die Pastorstraße- 1) Zählt man zu dieser Summe die in den Nachbargemeinden in städtischem Besitz befind- lichen Straßenflächen im Ausmaß von 1 ha 9 a 84 m², ergibt sich die in Tabelle II/3 C unter I ausgewiesene Summe von 175 ha 23 a 67 m². 191 Egger-Lienz-Straße-Peterbrünnl-Ziegelstadel (Stadtgrenze) bis Völs nach Pfaffenhofen. b) Nr. 37 Grinzens-Götzens-Innsbruck. Sie zweigt beim Ziegelstadel in Wilten von der Straße Nr. 35 ab und verläuft nur ein kurzes Stück auf Innsbrucker Boden. c) Nr. 38 Innsbruck, mit der Abzweigung von der Brennerstraße beim Wiltener Friedhof, über Klostergasse-Sillbrücke-Amras-Aldrans-Lans-Igls-Vill- Innsbruck. d) Nr. 39 Innsbruck-Mühlau (abzweigend von der Wiener Straße)-Arzl-Rum- Thaur Heiligkreuz-Haller Innbrücke-Kreuzhäusl-Tulfes Rinn-Sistrans- Lans. Als Landstraße II. Ordnung, und zwar mit Nr. 224 ist die Ellbögener Straße zu nennen. Sie zweigt in Hall von der Wiener Straße ab und führt über Aldrans, Lans, das Innsbrucker Gebiet in der Katastralgemeinde Igls durchquerend, über Patsch zur Brennerstraße in Matrei²). Die Einteilung in Landstraßen I. und II. Ordnung wurde in Österreich im De- zember 1939 mit den reichsdeutschen straßenrechtlichen Vorschriften eingeführt. Diese Klassifizierung ist grundbücherlich nicht eingetragen. Hinsichtlich der Er- haltungspflicht gilt, daß die Strecken, die im verbauten Stadtgebiet liegen, von der Stadt, die übrigen vom Land zu erhalten sind. Auf die Strecken der Land- straßen, die nicht zum öffentlichen Gut in Verwaltung der Stadt und des Bundes gehören, entfallen 5 ha 84 a 57 m². Außerdem gibt es in Innsbruck noch 7 ha 83 a 27 m² an Privatwegen und -plätzen; insgesamt sind sonach in Innsbruck 208 ha 47 a 53 m² als Straßen und Plätze in Verwendung. Die Tabelle Xa/1 A veranschaulicht die Zahl und die Fläche der Straßen Inns- brucks sowie die Art des Straßenbelages. Durchzugsstraßen Veldidena, das heutige Wilten, war laut der Straßenkarte und Kursbücher des 3. und 4. Jahrhunderts n. Chr. an der großen römischen Straße gelegen, die von Italien über den Brenner und nach Überschreitung des Inn über Seefeld durch den Scharnitz-Paß nach Augsburg führte. Obwohl im Bereich von Wilten keine römischen Meilensteine gefunden wurden, spricht alles Spätere dafür, daß diese Reichsstraße den Inn in der Nähe der heutigen Innsbrucker Innbrücke überquerte und über Hötting nach Zirl führte. Den Verlauf der Straße im Gebiete des südlichen Teiles von Wilten bezeugt eine Urkunde vom Jahre 1267, wonach die Landstraße (strata publica) knapp unterhalb der heutigen Brennerstraße verlief, wie jetzt noch gut im Gelände wahrzunehmen ist. Vom Bergisel-Sattel ging die alte Brennerstraße in der Richtung des Hohlweges am Reselerhof vorbei zur Haymongasse. Im Jahre 1698 wurde der steile Anstieg des Hohlweges durch einen Weg zwischen dem Reseler- hof und Ferrarihof mit einer Schleifenführung zum Bergisel-Sattel umgangen. Die heutige Brennerstraße entstand in den Jahren 1836 bis 1840. Sie ist in ganz neuer Trasse angelegt und erreicht mit ausgeglichener Steigung den Bergisel-Sattel beim Sonnenburgerhof. *) Im Bundesstraßengesetz vom 18. 2. 1948, BGBL 59, ist die Ellbögenerstraße mit Wirk- samkeit vom 1. 1. 1951 als Bundesstraße erklärt. Für Landstraßen I. und II. Ordnung gelten heute noch und zwar als landesgesetzliche Norm sinngemäß die Bestimmungen des früheren Bundesstraßengesetzes BGBL 387 aus 1921. 192 Vom alten Veldidena wird die Straße in das Unterinntal unmittelbar ostwärts abgezweigt haben. Der Meilenstein in den Amraser Feldern, südöstlich der Sillhöfe, der heute noch steht und schon im 13. Jahrhundert erwähnt ist, dürfte nach Otto Stolz ein römischer Meilenstein sein. Dies würde auch auf ein hohes Alter der Sillbrücke am Ausgange der Sillschlucht hinweisen. Damit sind die Hauptstraßen, die seit Jahrhunderten Innsbruck nach den drei möglichen Himmelsrichtungen mit der Welt verbinden, genannt. Für die Straße von der Innbrücke in das Unterinntal wurde in nachrömischer Zeit, aber schon vor mehreren Jahrhunderten, eine andere Straßenführung gewählt. Nach Hans Hörtnagl, Ynnsprugg, stieg die ursprüngliche Landstraße von der Innbrücke bis zur Weiherburg hinauf und senkte sich von dort wieder nach Mühlau herab, wovon ein Dekret König Heinrichs aus dem Jahre 1315 spricht. Um diese beschwerliche Steigung zu vermeiden, wurde 1503 von der Mündung des Fallbaches bis zur Saggen-Innbrücke ein Abkürzungsweg gebaut, 1547 verbessert; der Weg wurde später als ,,Neuer Weg" bezeichnet und erscheint 1862 als,,Hoher Weg" eingetragen. Diese Straße bildet die direkte Verbindung der Unterinntaler Straße, die von Hall durch die Haller Au nach Innsbruck führt, mit der Oberinntaler Straße. Ihr kommt als Umfahrungsstraße bei Vermeidung von 2 Innbrücken große Be- deutung zu. Die Brennerstraße, die Ober- und Unterinntaler Straße, die beiden letzteren amtlich als,,Wiener Straße" bezeichnet, sind heute nach neuzeitlichen Grund- sätzen als Fernstraßen ausgebaut. Die Oberinntaler Straße wurde im Jahre 1939 durch die Anlage eines Fahrradweges längs der Strecke Höttinger Au bis westlich Kranebitten und eines Wirtschaftsweges längs der Kranebitter Allee auf diesem Teilstück wesentlich entlastet. Fluẞbrücken Die älteste Nachricht einer Brücke über den Inn im heutigen Innsbruck, von der sich der Name der Stadt ableitet, stammt aus dem Jahre 1180. Sie stand unweit der heutigen Innbrücke und mußte laut einer Urkunde des Jahres 1373 gegen Überlassung des großen und kleinen Zolles auf Weltzeiten von den Bürgern ein- gehalten werden. Diese Brücke vermittelte in Innsbruck als einzige den namhaften Durchzugsverkehr von Deutschland und den österreichischen Landen über den Brenner nach Italien, also vom linken Innufer mit den Stadtteilen Mariahilf- St. Nikolaus nach dem rechten Ufer, dem eigentlichen Stadtkern. 1656 forderte die Regierung schon die Anlage von 2 Gehsteigen neben der Fahrbahn. 1789 begann nach Abbruch der alten Brücke ein Neubau mit 4 Brückenfeldern, der 1792 voll- endet wurde. Dieser Bau mußte in den Jahren 1870 bis 1873 der heute noch be- stehenden Eisenbrücke weichen. Die beiden Gehsteige derselben wurden im Jahre 1936 verbreitert. Die Brücke entspricht nicht mehr den gegenwärtigen Anforde- rungen, sie ist in ihrer Anlage veraltet und in ihrer Eisenstruktur überaltert. Die zweite große Innbrücke entstand zwischen Innsbruck und Mühlau aus der um 1581 für Hofzwecke, besonders der Wasserzuleitung für die ,,Ruhelust" dienenden Holz- brücke, die 1643 dem Verkehr der Saumrosse und der Wagen freigegeben wurde. Da das linke Ufer um 17 Fuß höher lag als das rechte, neigte sich die Brücke in dem Ausmaß gegen die Stadt zu (Hörtnagl, Ynnsprugg). Sie wich 1842/43 der form- schönen eisernen Kettenbrücke, die fast hundert Jahre die Last des großen Verkehrs trug und, zu schmal und zu wenig tragfähig geworden, in den Jahren 1939 bis 1941 gegen die eiserne Mühlauer Innbrücke ausgewechselt wurde, die zur Vermeidung starker Kurven in 3 Brückenfeldern schief über den Inn geschlagen ist. Diese 13 193 Brücke nimmt auch das einfache Geleise der Lokalbahn Innsbruck-Hall auf, so daß mit der Vollendung des Neubaues die in den Jahren 1889/90 erbaute eiserne Trambahnbrücke entfernt werden konnte. Eine großzügige Bereinigung der Ein- fahrtsstraße auf der Mühlauer Seite ging voraus. Da die alte Innbrücke vor der Altstadt dem Verkehr über den Inn nicht mehr genügte, wurde in den Jahren 1930 bis 1932 im Zuge der Anichstraße-Blasius-Hueber-Straße zur Höttinger Au-Straße die Universitätsbrücke erbaut. Als Brücke für leichtere Fahrzeuge wurde 1938/39 in der Reichenau eine Holzbrücke über den Inn angelegt, die bei Kriegsende 1945 teilweise abbrannte und durch eine eiserne Konstruktion ersetzt werden wird³). Außerdem dienen drei Stege über den Inn ausschließlich dem Fuß- gängerverkehr. Der Innsteg vermittelt den Verkehr von der Englischen Anlage am Rennweg nach St. Nikolaus; er wurde in den Jahren 1873/75 von privaten Unter- nehmern an Stelle der seit 1836 bestandenen Überfuhr erbaut. Dieser,,Kreuzersteg", wie er im Volksmund hieß, ging im Jahre 1900 unter Aufhebung der Brückenmaut an die Stadt über. Die Bombengefahr des zweiten Weltkrieges veranlaßte die Stadt, zur leichteren Erreichbarkeit der Luftschutzstollen am Hohen Weg, unterhalb des Löwenhauses einen hölzernen Brückensteg zu erbauen. Er wird heute als Verbindung nach St. Nikolaus und zu den Anlagen der Weiherburg-Villa Blanka stark benützt. Endlich ist der Fußsteg zu erwähnen, der im Traggerüst der Karwendelbahnbrücke unter der Fahrbahn eingebaut ist. Er verbindet die Völser Straße mit dem Gelände der Ulfiswiese in Hötting. Als westlichste Innbrücke ist die einspurige Kranebitter Brücke zwischen Kranebitten und Völs anzuführen. Außer der erwähnten Karwendel- bahnbrücke kreuzen noch zwei Eisenbahnbrücken den Inn: die prächtige in Marmor von der Südbahngesellschaft in den Jahren 1854 bis 1856 aufgeführte zweigeleisige Brücke, die auch die Bundesstraße übersetzt, und die Hungerburgbahnbrücke, erbaut im Jahre 1906. Zu den ältesten Sillbrücken zählt die Brücke am Bergisel und jene beim,,Goldenen Schiff". Die Wiederaufrichtung der ersteren wird schon 1559 zwischen dem Bürger- meister, dem Hofbaumeister und dem Salzmair von Hall beraten, um sie dem schweren Fuhrwerksverkehr dienstbar zu machen; 1897 wird die gegenwärtige Stahlbogenbrücke eingeweiht. Über die Sillbrücke beim,,Goldenen Schiff" berichtet die Chronik, daß die Stadt 1678 deren Herrichtung und Beschotterung anläßlich der Einweihung der Pradler Kirche bewilligt hat. 1909 wurde die heute bestehende Stahlbetonbogenbrücke errichtet. Die Sillbrücke beim Gaswerk entstand 1859, die heutige Eisenbetonbrücke im Jahre 1906. Zwei neue Eisenbetonbrücken über die Sill wurden 1927 im Zuge der Pembaurstraße und der Erzherzog-Eugen-, bzw. Prinz-Eugen-Straße erbaut. Erwähnt werden noch die 2 Fußstege in der Sillschlucht, und zwar der eiserne Steg mit der Bundesbahn-Wasserleitung und der hölzerne Steg, über den der Verschönerungsvereins-Weg durch die Sillschlucht führt. Die Sill ist von der Straßenbahn (Linie 6 und 3) an 2 Stellen überbrückt, die eine Bahn- brücke liegt neben der Sillbrücke am Bergisel, die andere neben der Gaswerkbrücke. Ende des Jahres 1943 errichtete die Deutsche Reichsbahn ein Umfahrungsgeleise, das vom Bergisel durch die Pradler und Amraser Felder über den Inn führte. Die zugehörige Sillbrücke zwischen St. Bartlmä und den Feldern südlich der Sillhöfe ist gesperrt, die Innbrücke in der Roßau wurde 1945 und 1946 abgetragen. Aus der Tabelle Xa/1 B sind die technischen Angaben der Innsbrucker Brücken zu entnehmen. 3) 1947/48 wieder hergestellt. 194 Xa/2. Straßenbau und Straßenerhaltung Große Straßenbauarbeiten vergibt die Stadtgemeinde an private Straßenbau- firmen; kleinere Arbeiten führt das Stadtbauamt selbst aus. Dabei bedient es sich des städtischen Wirtschaftshofes und der 6 städtischen Bauhöfe unter Einsatz folgender Baumaschinen: 2 Dampfstraßenwalzen, 1 Diesel-, 1 Benzinwalze, 3 Kom- pressoren mit Zubehör, 3 Betonmischmaschinen, 1 Bitumenspritzapparat für Heiß- bitumen und Heißteer, 3 Spritzmaschinen für Kaltasphalt. Die Lastkraftwagen werden vom städtischen Fuhrpark beigestellt. Außerdem besitzt die Stadt ein Schotterwerk. In den Jahren 1945 und 1946 wurden 3.138 t Bitumen, bzw. Teermischgut ver- arbeitet, und zwar 371 t für 5200 m² Neubeläge und 1400 t für rund 27000 m² Oberflächenbeläge. Mit 1367 t Mischgut wurden außerdem rund 228000 m² Straßen- decke notdürftig ausgebessert. Xa/3. Straßenreinigung Der Straßen- und Gassensäuberung kommt in der Geschichte der Stadt aus Ordnungs- und Gesundheitsgründen eine wichtige Stellung zu. So erhält der Hofmaler und Baudirektor Jörg Kölderer im Jahre 1524 von der Kammer den Auftrag, die Saggengasse zu reinigen, 1545 verlangt der Rat der Stadt, daß die Anrainer der ,,Anpruggen" am linken Innufer die Misthaufen von ihren Anwesen entfernen und 1550 stellte der Rat fest, daß alle Düngerstätten mit Ausnahme jener der Silbergasse verschwunden sind. Im Jahre 1556 erhält Innsbruck die erste Gassensäuberungs- ordnung, später wurde sie mehrfach erneuert und 1781 als,,Stadt Innsbruckerische Gassensäuberungsordnung" sogar in Druck gelegt. Die Staubplage wird 1827 durch Einrichtung der,,Spritzenanstalt" seitens des Baumeisters Josef Huter bekämpft. 1876 spricht man von der Verpflichtung zur Schneefortschaffung. Die Straßen- reinigung wird derzeit von der Abteilung,,Städtische Straßenreinigung" des Stadt- bauamtes besorgt, die außer der üblichen Einrichtung folgende besondere Geräte besitzt: 2 motorisierte Sprengwagen mit 2 Waschwagen, 4 Pferdesprengwagen, 6 große Schneepflüge für Kraftwagen, 1 Vorbaupflug für einen Sprengwagen und viele kleine Schneepflüge. Die Abfuhr des Straßen- und Gehwegkehrichts erfolgt durch Handwagen über die Bauhöfe. Um eine gleichmäßige, schnelle und zuverlässige Gehwegreinigung und Sandbestreuung zu erzielen, hat die Stadtgemeinde mit Kundmachung vom 8. 11. 1938 und 10. 12. 1938 den Anschlußzwang an die,, Städtische Straßenreinigung" für alle Hausbesitzer im geschlossen verbauten Gebiete der Stadt- teile Innsbruck, Wilten, Pradl, Hötting und Mühlau ausgesprochen. Nur die Rand- straßen sind davon befreit, die Hausbesitzer an denselben haben selbst für die Reinigung und Sandbestreuung der Gehwege zu sorgen. Xa/4. Hauskehrichtabfuhr Die einheitliche Abfuhr des Hauskehrichts bereitete lange Jahre hindurch Schwierigkeiten. 1861 führte die Stadt Kehrichtwagen ein, 1884 beschwerte man sich über die neuangeschafften Mullabfuhrkisten, 1902 versuchte man es mit dem System des,,Koprophors", bei dem die Mullgefäße erst am Mullablagerungsplatz entleert wurden, 1913 mit dem System,,Belani", die alle nicht befriedigten. Nach dem seit 1926/27 laut Gemeinderatsbeschluß vom 18. 12. 1925 und Beschluß des Re- 13 195 gierungskommissärs vom 1. 3. 1935 eingeführten System „Öwa-Ochsner" wird der Inhalt der zu den Häusern gehörigen Mullgefäße (Blechtonnen von 80 Liter Inhalt mit Deckeln) fast staubfrei in die Mullwagen eingeschüttet und durch Schneckengang oder Schuber im Mullwagen zum Zwecke der vollen Ausnützung des Fassungsraumes entsprechend verteilt. Die Stadt besitzt 2 Faunpreẞ-Mullwagen zu je 6 Kubikmeter und 3 Mullwagen System,,Wibro" zu 10 Kubikmeter Mull- inhalt, mit deren Hilfe der Mull in der Regel wöchentlich, bei besonders starkem Bedarf wie im Winter zweimal in der Woche abgeführt wird. Auf den Ab- lagerungsplätzen werden die Wagen entleert. Der Ablagerungsplatz am Sillspitz an der Einmündung der Sill in den Inn ist aufgelassen, im Westen Innsbrucks wurde eine große Fläche eines alten Inneinbruches unterhalb des Gasthauses,,Peter- brünnl" mit Mull vollständig aufgefüllt, heute wird das tiefgelegene Gelände der Roßau im Osten Innsbrucks am Inn, in der Katastralgemeinde Amras gelegen, mit dem anfallenden Mull aufgeschüttet. Eine Mullverwertungsanlage besteht nicht. Die Innsbrucker Hausbesitzer sind verpflichtet, sich der städtischen Mullabfuhr gegen Bezahlung der Gebühren zu bedienen; Ausnahmen von diesem Anschluß- zwang bestehen für einzelne abgelegene Siedlungen und Häuser sowie für größere landwirtschaftliche, gewerbliche und industrielle Betriebe. Die Tabelle Xa/4 gibt Aufschluß über die Anzahl der Mullgefäße, von denen die Systeme,,Ochsner",,,Schmidt und Melmer" sowie als Ersatz für noch nicht be- schaffbare Blechtonnen hölzerne Normalgefäße eingeführt sind, und über die im Jahre 1946 abgeführte Kehrichtmenge. Xa/5. Stadtentwässerung Die geschichtlich bekannten Anfänge der Stadtentwässerung gehen auf die Erbauung des Sillkanales, auch,,die kleine Sill" genannt, in den Jahren 1292 bis 1293 zurück, aus dem die,,Ritschen", das sind die Abwässerkanäle, gespeist wurden. Die 1554 geschaffene Sillbuchordnung, die 1592 bedarfsgemäß erneuert wurde, sah für die Stadt 2 Kanäle vor, einen durch die Neustadt, den anderen zur Hof- mühle. 1681 wird das,,neue Rinnwerk" mit einem Hauptkanal von der Vor- in die Altstadt ausgeführt. 1730 wird das,,Steinerne Rinnwerk" von der ,,Gülden Rosen" (Gasthof in der Altstadt) bis zur gräfl. Wolkenstein'schen Behausung (Maria- Theresien-Straße) erwähnt. 1765 erfolgt die Eindeckung der Stadtritschen in der Altstadt und 1770 der Anschluß einer Ritsche durch das Dorf Wilten an jene in der Vorstadt bei der Triumphpforte. Auch für Hötting sollten die Verhältnisse verbessert werden, indem die Regierung im Jahre 1736 anregt, das durch die Höttin- ger Gasse herabfließende Wasser durch einen ,,verdeckten Wahler" in den Inn zu leiten. Größere Herstellungsarbeiten wurden 1879 in der Maria-Theresien-Straße- Bahnstraße sowie im Saggen vorgenommen. Da diese Entwässerung der sich ausbreitenden Stadt und den neuzeitlichen Anschauungen nicht mehr genügte, ging die Stadtverwaltung in den Jahren 1889 bis 1899 an die Ausarbeitung eines umfangreichen Projektes für eine moderne Schwemmkanalisation, die das Gebiet der drei Gemeinden Innsbruck (mit Aus- nahme des Stadtteiles am linken Innufer), Wilten und Pradl umfassen sollte. 1899 erfolgte die Annahme durch den Gemeinderat der Stadt Innsbruck, 1900 schloß sich eine Vereinbarung mit der damals noch selbständigen Gemeinde Wilten über einen einheitlichen Arbeitsplan an. Die Ausführung der Schwemmkanalisations- anlage geschah in großzügiger Weise der Hauptsache nach in den Jahren 1902 bis 1906, in Pradl bis 1908. 196 Die statistischen Daten dieser jahrzehntelang schon bewährten Einrichtung sind aus Tabelle Xa/5 zu entnehmen. Die Entwässerung der Stadt Innsbruck erfolgt durch ein Kanal-Misch-System (Regen- und Schmutzwässer in einem Kanal) von Süden nach Norden in den Innfluß. Die Nebenkanäle münden in einen Sammel- kanal, der die Abwässer erst im Gebiete der Reichenau ohne vorherige Klärung in den Inn leitet und bei Trockenwetter ungefähr 410 1/sec. Abwässer dem Inn zuführt. Die Stadt besitzt das Recht, aus dem Sillkanal beim Wuhrhause am Berg- isel zum Zwecke der Kanalspülung 270 1/sec. zu entnehmen. Im Stadtgebiete zweigen 17 Regen-Entlastungskanäle, die direkt dem Inn zustreben, vom Hauptkanal ab. Da der Inn als Gebirgsfluß ziemlich sauerstoffreich ist und die Kanalisation durch gute Gefällsverhältnisse einwandfrei funktioniert, ist das Fehlen einer Filteranlage nicht von Bedeutung. Die Straßenkanäle sind Ton-, bzw. Beton-Kreisprofil-Kanäle bis zu 2 m lichter Höhe. Die Länge aller Straßenkanäle im Stadtgebiete beträgt ca. 70 km, davon sind 18 km Sammelkanäle. Das eigentliche Entwässerungsgebiet der Tiefkanalisation erstreckt sich demnach, ausgehend vom Sillkanal am Bergisel, über die ganzen Stadtteile Wilten, Innsbruck, einschließlich des Bahnhofgeländes, und Pradl. Hiedurch sind die Häuser von 60.000 Einwohnern an die Schwemm- kanalisation angeschlossen. Der am linken Innufer gelegene Teil der Katastral- gemeinde Innsbruck besitzt noch keine Tiefkanalisation'). Die Aufnahme der Schmutzwässer aus den Häusern geschieht durch Hausanschluß- kanäle, die direkt in den Straßenkanal münden. Die Regenwässer von Dächern, Höfen usw. werden durch die Hauskanalisation abgeführt. Die Straßenentwässerung geschieht durch sogenannte Straßenabläufe. Für die Einsteigmöglichkeit in die Kanäle sind alle 50 bis 60 m Straßenschächte angeordnet. Die Kanalisation der in den Jahren 1938 bis 1942 durch die Eingemeindung neu aufgenommenen Stadtteile ist noch nicht durchgeführt. In diesen werden die Abwässer der Anwesen in Klär- und Sickergruben, bzw. Abortgruben aufgenommen, die durch ein Privatunternehmen von Zeit zu Zeit unter Anwendung von Dampf- pumpen (eingeführt 1874) geräumt werden. Besondere Schwierigkeiten bestehen in Hötting, da dort nur Ritschenkanäle vorhanden sind. Das Projekt einer Schwemm- kanalisation für die Stadtteile Mariahilf, St. Nikolaus und Hötting ist ausgearbeitet. Die Kanalisation von Mühlau besteht aus Rohrkanälen, in die die Hausabwässer über Klärgruben geleitet werden. Im Stadtteil Arzl ist ein kleineres Gebiet in Ritschenausführung kanalisiert, der übrige Ortsteil besitzt Klär- und Sickergruben. Solche sind auch in Amras, Vill und Igls angelegt. Die Anschlüsse der nicht voll- wertigen Kanalisation in Mühlau und Arzl entwässern ein Gebiet, in dem rund 6700 Menschen leben. Die Anzahl der Bedürfnisanstalten und Pissoirs ist klein, sie hat sich durch Kriegs- einwirkung gegenüber 1937 noch verringert. A. *) Die Straßenkanallänge je Einwohner, die im Jahre 1937 noch 1,103 m betrug, ist infolge des Einschlußes der neuen Gemeinden ohne Tiefkanalisation im Jahre 1946 auf 0,797 m zurückgegangen. 197 Tabelle Xa/1 A auf Seite 202 Flußbrücken über den Inn Zahl Benennung der Brücke (örtliche Lage) Straßenzug Bahnlinie Art der Brücke 198 1 2 3 Kranebittener Innbrücke Weg von Kranebitten (Eigentümer: Rimml's Erben) nach Völs Karwendelbahn-Innbrücke Innsbruck-Scharnitz; (Eigentümer: Österr. Bun- Fußgängerweg zwischen desbahn) mit unten liegen- Völser Straße u. Ufer- dem Gehweg, km 1,227 d. weg-Dr.-Stumpf- Strecke Innsbruck Scharnitz Universitätsbrücke Straße Stahl-Fachwerksbrücke, Durchlauf-Parallelträger, Fahrbahn Mitte Stahl-Fachwerksbrücke, Durchlauf-Parallelträger; Fahrbahnoben, Gehweg unten 4 Alte Innbrücke Blasius-Hueber-Straße Stahlbeton-Wölbbrücke, Fahr- bahn oben, mit 2 seitlichen Gehwegen Verbindung zwischen Stahl-Fachwerksbrücke, Herzog-Otto- und Inn- Durchlauf-Parallelträger mit straße auskragenden Gehwegen, Fahrbahn unten Karl-Kapferer- u. Inn- Stahl-Fachwerksbrücke, 5 Innsteg (Fußgängersteg) straße Durchlauf-Parallelträger, Gehweg unten zwischen Nagel-Holzvollwandbinder als Weiherburgsteg b. Löwen- Verbindung 6 haus 7 Hungerburg-Bahnbrücke Rennweg und Hohem Balkenbrücke, Gehweg oben Weg Standseilbahn Inns- Stahl-Parallelfachwerksträ- bruck-Hungerburg ger, Fahrbahn oben 8 Mühlauer Innbrücke Rennweg-Haller Str. Stahl-Blechträger-Brücke, und Lokalbahn Inns- Durchlaufträger, Fahrbahn bruck Solbad Hall, oben m. 2 seitlichen Gehwegen eingleisig Steinwölbbrücke 9 Mühlauer Eisenbahnbrücke Innsbruck-Wörgl Stahl-Blechträger-Brücke, 10 Reichenauer Innbrücke Reichenauer Haller Straße (Wiener Straße) Durchlaufträger, Fahrbahn oben m. 2 seitlichen Gehwegen im Stadtgebiete Innsbruck Baustoff des Brücken- tragwerkes Anzahl der Fluß- pfeiler u. Landauf- lager (Landwider- lager) Stück Stahl 3 Flußpfeiler i.Stahl und 2 Landauflager in Beton Stahl 1 Flußpfeiler in Be- ton und 2 Landauf- lager in Stahl Gesamte Lichtweite der Brücke Breite der Fahrbahn oder Gehweg m m Tabelle Xa/1 B Zulässiges Höchstgewicht eines Fahrzeuges Zullissige Menschenlast t t/m² 84.00 Fahrbahn 3.00, kein Gehweg 3 0.34 100.00 eingleisig, Normalspur, Gehweg 1.41 Regel- 0.45 lastenzug Stahlbeton 1 Flußpfeiler und 2 Landwiderlager in Beton m. Naturstein 77.00 Fahrbahn 11.00+2x 3.00 18 0.45 Gehwege verkleidet Schweiß- eisen 2 Flußpfeiler in Stein und 2 Land- auflager in Stein 77.74 Fahrbahn 12 0.45 6.31+2×2.60 Gehwege Stahl 2 Flußpfeiler in 71.40 Gehweg 0.45 Stein und 2 Land- auflager in Stein 2.37 Holz 4 Flußpfeiler i. Holz 84.00 und 2 Landauflager Gehweg 3.30 0.45 in Beton Stahl 2 Flußpfeiler, 156.00 eingleisig Regellast 1 Landpfeiler in schiefe 1-m-Spur Stahl und 2 Land- auflager in Beton Länge, bei 1850/00 Neigung Stahl 2 Flußpfeiler in Stein und 2 Land- 102.00 Fahrbahn 11.00+2x 3.00 auflager in Stein Gehwege Kramsacher 2 Flußpfeiler in 105.00 Marmor Stein und 2 Land- auflager in Stein zweigleisig, Normalspur 12 und Regellast für Lokalbahn Regellastenzug 0.45 I d. Bundesbahn Stahl 4 Flußpfeiler in Stahl und 2 Land- auflager in Beton 91.00 Fahrbahn 12 0.45 6.00+2x1.50 Gehwege 199 Flußbrücken über die Sill Zahl Benennung der Brücke (örtliche Lage) Straßenzug Bahnlinie Art der Brücke Baustoffe d. Brücke 11 Sillbrücke Klostergasse Fachwerksstahlbogen- Stahl (Igls, Aldrans) brücke, Fahrbahn oben 12 Lokalbahnbrücke Innsbruck-Igls Fachwerksstahlbogen- brücke, Fahrbahn oben Stahl 13 Lokalbahnbrücke Amraser Straße Stahlbetonbogenbrücke, Stahlbeton Innsbruck-Pradl Fahrbahn oben 14 Gaswerkbrücke Amraser Straße Stahlbetonbogenbrücke, Stahlbeton Fahrbahn oben 15 Pradler Sillbrücke Dreiheiligenstr.- Stahlbetonbogenbrücke, Pradler Straße Fahrbahn oben Stahlbeton 16 Pembaurbrücke Pembaurstraße - Stahlbetonbogenbrücke, Stahlbeton Bienerstraße Fahrbahn oben 17 Erzherzog-Eugen- Erzherzog Stahlbetonbogenbrücke, Stahlbeton Brücke Eugen-Straße Fahrbahn oben Angaben des Stadtbauamtes, Straßenbau. 200 im Stadtgebiete Innsbruck Anzahl der Flußpfeiler Lichtweite der Brücke Stück m Tabelle Xa/1 B (Fortsetzung) Breite der Fahrbahn oder Gehweg Zulässiges Höchst- gewicht eines. Fahrzeuges Zulässige Menschen- last Anmerkung m t/m² 39.00 Fahrbahn 6 0.40 4.60+2x 1.50 Gehwege 36.27 3.40 Regellast 30.50 3.50 Regellast Geschwindig keitsbeschrän- kung 29.00 Fahrbahn 8 0.45 7.50-2x 2.50 Geschwindig- keitsbeschrän- Gehwege kung 25.00 Fahrbahn 12 0.45 7.50+2x 2.50 Gehwege 27.50 Fahrbahn 18 0.45 7.00+2x 2.00 Gehwege 27.50 Fahrbahn 18 0.45 7.00+2× 2.00 Gehwege 201 Tabelle Xa/1 AZ Öffentliche Straßen in Verwaltung der Stadt Innsbruck Zahl, Ausmaß und Beschaffenheit Stand Ende 1946 Stadtteil Zahl der Straßen Straßen, Plätze und Gehsteigflächen Oberfläche der Fahrbahn in m² Fläche Länge in Fahr- m bahn Gehwege m² m² Innsbruck 108 31 150 365716 127028 Wilten 61 20228 194529 50468 49 242 3050 Pradl 76 22625 222 261 58 365 Hötting 64 36373 196578 17759 10 200 Mühlau 18 11101 81 598 9047 Arzl¹) Amras Vill . 6 1209 8347 2468 Igls Stampf- oder Gußasphalt- decke Heißteer od. Bitumen- Einstreu-od. Mischdecke ··|·|| Kaltasphalt- Mischdecke Pflaster- decke Schotter- decke 171789 104983 75432 21113 48140 48801 4169 33526 98849 22820 5496 95096 73669 2512 110197 49 774 31824 8347 Zusammen 3332) 122686 1069 029 265135 62492 499064 147 053 33 290 327 130 Angaben des Stadtbauamtes, Straßenbau. 1) Die Flächenausmaße der Straßen, Plätze und Gehwege in den Stadtteilen Arzl, Vill und Igls sind vom Stadtbauamt - Straßenbau noch nicht bearbeitet; es fehlen daher die Zahlen. 2) Noch nicht ausgebaute Straßen und Privatwege sind in der Zahl teilweise enthalten. 202 Tabelle Xa/4 Mullgefäße und abgeführte Mullmenge in Innsbruck im Jahre 1946 Anzahl der Mullgefäße eiserne hölzerne Gesamtanzahl der Normalgefäße Gesamtmenge des abgeführten Mulls Ochsner Schmidt und Melmer normal in m³ Stück Stück Stück Stück 6028 751 2678 9457¹) 23043¹) Angaben des Stadtbauamtes, Mullbeseitigung. 1) Bei der Einwohnerzahl von 95992 entfiel demnach 1 Mullgefäß auf 10.10 Einwohner und nicht ganz ein Viertel (0.240 m³) an abgeführtem Mull auf 1 Einwohner. Wien weist für 1946 bei 1695101 Einwohnern 163000 Kehrichtgefäße und 385760 m³ abgeführten Kehricht aus; diese Summen ergeben auf 10.39 Einwohner 1 Mullgefäß und 0.227 m³ Mull auf 1 Einwohner. Die Einwohnerzahlen entsprechen der Anzahl der im Dezember 1946 ausgegebenen Lebens- mittelkarten. 203 Tabelle X a/5 Stadtentwässerung in Innsbruck a) Kanäle Straßenkanäle in m Straßen- kanallänge Jahr Beton- je Einwohn. Rohrkanäle Zusammen kanäle in m Hauskanäle (Rohrkanäle) auf öffentl. Grund in m 1937 19700 47 600 67 300 1,103 20 300 1945 20000 51100 71100 0,775 25 600 1946 20700 52400 73100 0,797 26000 Jahr b) Kanalspülung, Kanalräumung, Senkgruben und Bedürfnis-Anstalten Spülkammern Spülschieber Kanalstrecken Gespülte Senkgruben ohne Auf Ableer- plätze ge- führter Aus- hub aus den Tiefkanälen mit Räumung durch die Stadtent- Fuhren m³ wässerung Bedürfnis- Pissoirs Anstalten Aushub und Ab fuhr der Stad and privat Zahl Kabinen Stände Zahl Stände 1937 6 295 Sch. 200 Kl. 67 3800 5700 205 110 900 10 14 14 33 306 Sch. 1945 6 12 1950 2900 450 980 7800 1 3 8 210 Kl. 312 Sch. 1946 6 22 3200 4800 480 1020 8100 - 3 co 8 221 Kl. Angaben des Stadtbauamtes, Stadtentwässerung. 204 19 6 25 50 50 21 21 Xb. Stadtwerke Innsbruck, Versorgungsbetriebe Wie alle größeren Städte Österreichs gründete auch die Stadtverwaltung Innsbruck im Laufe der letzten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts und in den Jahren seit der Jahrhundertwende eine Reihe von Einrichtungen und Unternehmungen, die dem Wohle der Bevölkerung zu dienen haben, sei es in gesundheitlicher Hinsicht, wie die Erbauung einwandfreier Wasserleitungen, sei es im wirtschaftlichen Interesse, wie das Elektrizitätswerk, das Gaswerk, die Nordkettenbahn und andere. Diese Einrichtungen und Unternehmungen wurden früher entweder im Rahmen der Hoheitsverwaltung als Unterabteilung des Stadtbauamtes (Wasserversorgung, Wasserwerk, städtische Badeanstalten) oder als selbständige Unternehmungen geführt, deren Verwaltung einem gemeinderätlichen Ausschuß (Lichtwerke-Aus- schuß, Nordkettenbahn-Ausschuß) mit einem fachlich geschulten Leiter oblagen. Die selbständigen Betriebe waren handelsgerichtlich protokollierte Firmen und unterstanden früher Verwaltungsausschüssen, später dem Bürgermeister. Jeder dieser Betriebe hatte seine eigene Verwaltung, Personalwirtschaft, Betriebsführung und Kassengebarung. Dieser Zustand währte bis 1938. Mit 1. Jänner 1939 faßte der Oberbürgermeister jene Einrichtungen und Betriebe, die als wirtschaftlich selbständig zu betrachten waren, als,,Stadtwerke Innsbruck" zusammen, schuf für sie eine gemeinsame Verwaltung, Buchhaltung und Kassen- gebarung und beseitigte damit die teilweise Mehrgeleisigkeit und manchmal unzweck- mäßige gegenseitige Konkurrenzierung. Die früheren Einzelunternehmungen wurden handelsgerichtlich gelöscht und die,,Stadtwerke Innsbruck" unter diesem Namen im Handelsregister eingetragen. Die Zusammenlegung hat sich bewährt. Die Stadtwerke unterstehen heute einem fachlich vorgebildeten Direktor, der unmittelbar dem Bürgermeister unterstellt ist; der Bürgermeister kann mit seiner Vertretung in den sich daraus ergebenden Belangen den Obmann des vom Gemeinde- rat eingesetzten, mit bestimmten Befugnissen ausgestatteten Verwaltungsausschusses der Stadtwerke betrauen¹). Zu den Stadtwerken zählen gegenwärtig folgende städtische Betriebe: Elektrizitätswerk, Gaswerk mit Hallenbad, Wasserwerk, Nordkettenbahn und Stadtgärtnerei. Die Stadtwerke besorgen weiters die Ver- waltung der Innsbrucker Verkehrsbetriebe-A.-G. in bezug auf Buchhaltung und Personalabteilung sowie die Geschäftsführung der Innsbrucker Hotel-A.-G., welche zur Gänze im Besitze der Stadtgemeinde steht. Der übrige Teil der Verwaltung der Innsbrucker Verkehrsbetriebe, welche die Straßenbahn, den Obus- und Autobusbetrieb, die Mittelgebirgsbahn nach Igls (Straßenbahn-Linie 6) und die Patscherkofel-Seilschwebebahn umfassen, wird von der A.-G. selbst ausgeübt, deren Aktienmehrheit sich im Besitze der Stadtgemeinde befindet, jedoch rechtlich selbständig und im Handelsregister unter diesem Namen eingetragen ist. Dieselbe Bemerkung trifft auf die ,,A.-G. Stubaitalbahn" und das 1) Die Entwicklung der Stellung des Bürgermeisters zu den erwerbswirtschaftlichen Unter- nehmungen der Stadt ergibt sich aus folgenden Bestimmungen: §§ 29 und 64 des Gemeinde- statuts vom 9. 3. 1921, LGBl. 30, § 26 des Stadtrechtes vom 10. 7. 1935, LGBl. 35, und §§ 26 und 35 des Stadtrechtes vom 2. 6. 1949, LGBI. 40. 205 ,,Verkehrsunternehmen Stubai Ges. m. b. H." zu, welche ebenfalls zum größten Teil im Besitz der Stadtgemeinde stehend, in oben beschriebener Weise verwaltet werden. Nachstehend werden das Wasserwerk, Elektrizitätswerk, Gaswerk und die Stadt- gärtnerei behandelt, während die Betriebe Nordkettenbahn und Innsbrucker Ver- kehrsbetriebe-A.-G. im Abschnitt,,Verkehr" und jener des Hallenbades im Ab- schnitt,,Gesundheitspflege, städtische Bäder" besprochen sind. Xb/1. Wasserwerk, Wasserversorgung²) Die erste Quellwasserleitung ließ der Rat der Stadt Innsbruck im Jahre 1485 erbauen; das Wasser entstammte dem Kesselbrunnen in der Spreng, oberhalb Büchsenhausen, und wurde in Holzröhren über das Höttinger Ried und die Innbrücke bis zum unteren Stadtplatz geführt, wo durch lange Zeit dieser erste und einzige Brunnen den Bürgern fließendes Wasser spendete. Der zweite öffentliche Brunnen erstand später vor dem Trautson-Hause am oberen Stadtplatz. 1665/66 ist ein dritter Brunnen in der Altstadt vor dem Hirschenwirt erwähnt. Da das Wasser des Kesselbrunnens nicht lange ausreichte, erwarb die Stadt noch einige Quellen im Höttinger Gelände hinzu, wo eine Reihe entfernt voneinander liegender Quellen zu Tage traten, geriet jedoch in arge Not, als im Jahre 1584 infolge wiederholter Erdbeben einige dieser Quellen versiegten. Herzog Ferdinand II. schenkte ihr daraufhin 1585 den Weinstockstollen im Höttinger Graben. Allmählich verschwanden infolge dieser Verbesserungen der Trinkwasserversorgung die alten, früher ein- gerichteten Ziehbrunnen. In besserer Lage befand sich die Hofburg-Verwaltung, denn das Hofbaumeisteramt besaß im Höttinger Gebiete eine Zahl reichfließender Quellen, deren größte hinter der Weiherburg entsprang. Doch als diese für den Wasserverbrauch der Hofhaltung und besonders für die Wasserwerke der,,Ruhelust" im Garten neben der Hofburg nicht mehr hinreichten, zog man 1581 den Mühlauer Bach zur Versorgung heran, baute ein Brunnenhaus bei der Schweinsbrücke und legte eine Brücke, die,,Saggenbrücke", über den Inn, auf der Holzröhren das Wasser zuführten. Vom Wasserüberfluß der Mühlauer Wasserleitung gab das Hofbaumeisteramt im Laufe der Zeit manchem adeligen Besitz und manchem Haus in der Stadt Wasseranteile ab. Im 17. und 18. Jahr- hundert entstand im Stadtgebiete eine Reihe öffentlicher Brunnen. So wurde 1817 bei einer Revision der Brunnenrechte festgestellt, daß 7 Gemein- und 74 Privat- brunnen in Verwaltung der Stadt standen, die jedoch bei der sich vergrößernden Stadt den Bedarf auch nicht decken konnten. 1874 überließ das Finanzärar zunächst alle ärarischen Brunnenleitungen, 1892 auch die ärarischen Wasserleitungsquellen am Wurmbach, Brantlschrofen und Weiherburg der Stadt. Erst im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts, im Jahre 1873, finden wir die erste Befürwortung der Anlage einer Hochdruckwasserleitung, 1880/81 wird ein Bauplan zur besseren Wasserversorgung der Stadt mit Herstellung einer praktischen Fassung und Leitung am Wurmbach ausgearbeitet, die Anlage selbst 1882 vollendet. 1888 bis 1891 wurde der Bau der jetzigen Hochdruckwasserleitung durchgeführt. Damit hatte Innsbruck eine zeitgemäße Hochdruckwasserleitung erhalten, die bis Ende 3) Die geschichtlichen Angaben wurden der Innsbrucker Chronik Konrad Fischnaler's und dem Buche Hans Hörtnagel's,,Ynnsprugg Bürger, Bauten, Brauchtum" entnommen. Die technischen Angaben stammen von den Stadtwerken, Betrieb Wasserwerk. 206 P der 20er Jahre des gegenwärtigen Jahrhunderts den Bedürfnissen der Stadt genügte. Die Gemeinde Hötting wurde seit jeher von verschiedenen Quellen, die in ihrem Gemeindegebiet liegen, mit Wasser versorgt. Zu einer einheitlichen Lösung der Wasserfrage kam es nicht, da die einzelnen Quellen für sich zu wenig ergiebig und für einen Zusammenschluß zu entfernt voneinander gelegen sind. In der neuesten Zeit ist die Innsbrucker Hochdruckwasserleitung mit der Höttinger verbunden worden. In der Gemeinde Arzl wurde anläßlich des Ausbaues der Wurmbachquellen im Jahre 1888 aus den auf Rumer und Arzler Gebiet liegenden Klammbachquellen eine Zementrohrleitung in den Ort gelegt, die 1937/38 gegen eine eiserne Hoch- druckleitung ausgewechselt wurde. Die Gemeinde Amras mußte die im Jahre 1903 erbaute Wasserleitung, die das Wasser aus dem auf Gemeindeboden liegenden Quellgebiete oberhalb von Schönruh entnahm, auflassen und ersetzte sie 1931 durch eine einwandfreie Hochdruckleitung, die ihr Wasser aus den Schreyerbachquellen in der Katastralgemeinde Sistrans entnimmt. Die Wiltener Wasserrechte sind schon in alten Urkunden erwähnt. Im Jahre 1680 verlieh der Kaiser dem unteren Dorfe von Wilten und der oberen Vorstadt die,,Mandelsberger"-Brunnenquellen, heute Mentelberger Quellen benannt, deren Leitung, ursprünglich aus Holz gelegt, 1881 durch eiserne Rohre ersetzt wurde. 1903 erfolgte die Erwerbung der Quellen von der Brunneninteressentschaft durch die Gemeinde Wilten. Die jetzige Hochdruck- leitung stammt aus den Jahren 1931/1932. Die zweite Wasserleitung Wiltens führte von den Klarerhöfen an der Brennerstraße, Gemeindegebiet Mutters, mit Durch- bohrung des Sonnenburger Bühels und des Bergisel, nach Wilten. Die Hochdruck- wasserleitung dieser Anlage stammt aus dem Jahre 1887. Igls kennt ebenfalls zwei Quellgebiete, das eine bei Heiligwasser, das seit 1899 den Iglern Wasser liefert und 1942/43 erweitert wurde, das andere aus dem Jahre 1926 am,,Einfang" in der Nähe der Sägemühle an der Ellbögener Straße in Igls. Beide Quellgebiete liefern für den heutigen Bedarf zu wenig Wasser, so daß nach neuen Möglichkeiten Umschau gehalten werden muß. Vill besitzt keine öffentliche Trinkwasserversorgungsanlage, sondern nur eine Interessentschaftsleitung. Die weitere Ausdehnung der Stadt, die intensive Verbauung der Stadtviertel Wilten und Pradl, die Modernisierung der Wohnungen durch Bäder und Wasch- becken, die nun neben die Küchenbrunnen als Wasserverbraucher treten, die ver- mehrten Industrie- und Gewerbeanlagen trieben den Wasserverbrauch in die Höhe. Der Hochbehälter in Mühlau und die Verteilungs- und Druckrohrleitungen konnten den Ansprüchen nicht mehr genügen, die Wasserversorgung zahlreicher Straßen- züge ist unzulänglich geworden. Deshalb ging die Stadt im Jahre 1929/30 daran, ein Projekt zur Erweiterung der Quellfassungen am Wurmbach und Klammbach, Mühlauer Quellgebiet benannt, auszuarbeiten. Nach Verbesserung dieses Projektes wurde im Jahre 1942 mit den Arbeiten begonnen, wofür eine Bauzeit von ungefähr 4 Jahren vorgesehen war. Die Schwierigkeiten gegen Ende des Krieges, die sich nach Abschluß desselben durch Baustoff- und Arbeitskräftemangel vergrößerten, verzögerten die Fertigstellung; die Arbeiten sind derzeit noch im Gange. Aus der Tabelle Xb/1 A ist die Lage der Quellenhorizonte, d. i. die Höhe des Wasserspiegels der Quellen, nach Katastralgemeinden und nach der Seehöhe zu entnehmen. Ferner enthält sie ein Verzeichnis der Hochbehälter mit Seehöhe und Fassungsraum, sowie die Höhenunterschiede zwischen den Quellen und Hoch- behältern, sowie zwischen diesen und den Versorgungsgebieten. Sämtliche Gemeinde- wasserleitungen sind also Hochdruckwasserleitungen, deren Quellhorizonte 6 m bis 700 m, als wichtigste die Wurmbachquelle 446 m, über den Hochbehältern liegen. Die Höhenunterschiede zwischen den Hochbehältern und wichtigen Punkten 207 der Versorgungsgebiete betragen 25 m bis 166 m, vom Mühlauer Hochbehälter zur Stadt (St. Jakobs-Pfarrkirche) 135 m. Von den kleineren Wasserleitungen des Höttinger Gebietes wird teilweise schon vor den Hochbehältern Wasser an Ver- braucher abgegeben; vom Mühlauer Hochbehälter werden sowohl Mühlau als auch die Stadtteile Innsbruck im engeren Sinne, Pradl, teilweise Hötting und Wilten mit Wasser versorgt. Das Wasser des Mühlauer Quellgebietes weist ganzjährig eine Temperatur von rund plus 5° C auf und gelangt mit ungefähr plus 7° C in das Rohrnetz, hat also einen sehr günstigen Wärmegrad aufzuweisen; die Höttinger Quellen als kleinere und mehr oberflächliche Gewässer besitzen eine Temperatur zwischen plus 6º C und 9° C, das Wiltener Wasser mißt im Mittel plus 8° C. Die Quellwasser nördlich von Innsbruck, also die Wasser des Mühlauer Quell- gebietes und der Höttinger Quellen, stammen aus den nördlichen Kalkalpen und werden mit 72 deutschen Härtegraden als weiche bis mittelweiche Wasser be- zeichnet³). Dieses Härtegradverhältnis bedeutet in gesundheitlicher Hinsicht für die Bevölkerung und in gewerblicher Hinsicht für die Wirtschaft einen großen Vorteil. Nur ein Teil der Höttinger Quellen (Ölberggebiet) weist härtere Beschaffen- heit auf. Die südlich von Innsbruck aus dem Urgebirge und aus dem teilweise über- lagerten Kalkgebirge entspringenden Quellen besitzen weiches Wasser. Über die Quellenergiebigkeit berichtet die Tabelle Xb/1 D. An der Spitze aller im Gemeinde- gebiet benutzten Quellen stehen hinsichtlich der Ergiebigkeit die Wurmbach- und Klammbachquellen. Das Einzugsgebiet derselben schließt nach Meinung namhafter Geologen nicht nur das darüber liegende Gebiet südlich des Kammes der Innsbrucker Nordkette, sondern auch noch Gebietsteile der nördlich des Kammes gelegenen Pfeisalpe und des obersten Gleirschtales in sich. Die Ergiebigkeit schwankt in den Berichtsjahren der Tabelle je nach Jahreszeit zwischen 638 und 1948 Liter in der Sekunde. Der wasserrechtliche Besitz der Stadt an den Wurmbach- und Klammbach- quellen ist noch verhältnismäßig gering, sie hat sich jedoch durch Verträge mit Personen, die am Mühlauer Bach unterhalb des Hochbehälters Wasserrechte besitzen, den Bezug des notwendigen Wassers für die städtische Hochdruckwasserleitung gesichert. Aus den Tabellen Xb/1 E ist die Wasserabgabe von den Hochbehältern in das Verteilungs- und Druckrohrnetz zu entnehmen. Sie zeigt bei der Mühlauer Wasser- leitung ganzjährig eine ziemlich konstante Abgabe. Eine Mehrleistung ist wegen der zu geringen lichten Weite der Gravitationsleitung von den Quellen zum Hoch- behälter derzeit nicht erreichbar. Die Länge der Gravitationsleitungen sind in Ta- belle Xb/1 B und des Rohrnetzes in Tabelle Xb/1 C ersichtlich. Vom Mühlauer Quellgebiet wird das Wasser in Quelleitungen (Gravitationsleitungen) von 100 bis 200 Millimeter Nennweite in den Mühlauer Hochbehälter geführt, während die Quell- leitungen zu den anderen Hochbehältern Nennweiten von 40 bis 150 mm besitzen. Von den Hochbehältern läuft das Quellwasser in das Rohrnetz ab, wo es unter einem Druck von 12 bis 2 atü in Verteilungs- und Hauptwasserversorgungsleitungen der Stadtteile Innsbruck, Wilten und Pradl von 50 bis 500 mm, der übrigen Stadtteile von 25 bis 175 mm Nennweite sich in den Straßen verzweigt. Für die Feuerlösch- zwecke und Straßenbesprengung sind im ganzen Stadtgebiete rund 1000 Unterflur- hydranten und 80 Oberflurhydranten angelegt. Die Anlagen des Mühlauer Quell- gebietes stehen mit jenen von Wilten und Hötting in Verbindung. 8) 1 deutscher Härtegrad = 1 Teil Kalk in 100.000 Teilen Wasser (10 mg/1) oder der ent- sprechenden Menge Magnesium (7.14 mg/1). 208 Die Anzahl der angeschlossenen Grundstücke betrug 1936 1939 1945 1946 5530 Grundstücke mit 2670 Grundstücke mit rund 58000 Ausläufen 4380 Grundstücke mit rund 65000 Ausläufen 5420 Grundstücke mit 74082 Ausläufen 75630 Ausläufen Die Wirkung der Eingemeindungen und die starke Bautätigkeit aus Anlaß der Südtiroler Umsiedlung drücken sich in diesen Zahlen aus. Bei dem Stande des Jahres 1946 von 5271 Wohnhäusern sind sämtliche Wohngrundstücke (mit wenigen Ausnahmen am Rande der Stadt) mit Trinkwasser versehen, während von 5814 Gebäuden überhaupt nur 5.1% nicht an die städtische Wasserleitung angeschlossen sind. Da alle der Innsbrucker Hochdruckwasserleitung dienenden Quellen einwandfrei gefaßt und das Wasser über die Hochbehälter in das Verteiler- und Druckrohrnetz geleitet wird, besitzt das ganze Stadtgebiet einschließlich der neueingemeindeten Stadtteile in hygienischer Beziehung einwandfreies und gesundes Trink- und Nutz- wasser. Der erwähnte, gegenwärtig laufende Ausbau der Quellfassung des Mühlauer Quellgebietes sowie die Neuanlage der Trinkwasserspeicher dieser Wasserleitung wird in den Druckverhältnissen der Rohrleitungen die gewünschte Besserung bringen. Xb/2. Elektrizitätswerk, Versorgung mit Strom; öffentliche Beleuchtung In den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts setzte sich der Gedanke der Verwendung von Elektrizität für Beleuchtung und für gewerbliche Zwecke schon so weit durch, daß eine Privatfirma im Jahre 1888/89 das erste Elektrizitäts- werk in der Mühlauer Klamm erbaute, das am 31. 10. 1897 von der Stadt Innsbruck angekauft und 1898/99 vergrößert wurde. Zwei gewerbliche Betriebe (Rauchmühle im Jahre 1886 und Lodenfabrik Baur im Jahre 1892) errichteten am Mühlauer Bach noch zwei Elektrizitätswerke. Durch die großen Vorteile der elektrischen Strom- versorgung angeeifert, ließ die Stadt 1897 den Plan für ein großes Elektrizitätswerk an der Sill ausarbeiten, für das sie die erforderlichen Wasserrechte erwarb. 1901 begann sie mit dem Bau, am 7. 10. 1903 erfolgte die Vollendung dieses Werkes, das damals eines der größten Wasserkraft-Elektrizitätswerke Europas darstellte. Da vorauszusehen war, daß bei weiterer Vergrößerung der Stadt und der sich immer mehr ausbreitenden Verwendung elektrischen Stromes die Sill- und Mühlauer Werke nur mehr für begrenzte Zeit genügen würden, erwarb die Stadt in vorsorglicher Strompolitik im Jahre 1919 den Achensee und gründete mit einer Finanzgruppe im Jahre 1924 die Tiroler Wasserkraftwerke-A.-G. (Tiwag), auf die sie den Achensee- Besitz übertrug, wobei die Stadtgemeinde durch Aktienerwerbung und Vertrag den entsprechenden Einfluß behielt. Nachdem 1924 der Bau der Wasserkraftanlagen begonnen hatte, konnte das Achensee-Kraftwerk am 19. 9. 1927 eröffnet werden. Durch Vertrag sicherte sich die Stadt Innsbruck den notwendigen Strombezug. Mit der Eingemeindung von Mühlau im Jahre 1938 ging auch das kleine Elektrizitäts- werk dieser Gemeinde an die Stadt über. Mit Hilfe der zwei Elektrizitätswerke Sillwerk, Mühlauer Werk und des Strombezuges von der Tiwag vermag die Stadt Innsbruck ihrer Bevölkerung den erforderlichen elektrischen Strom für Beleuchtung und alle übrigen Anwendungszwecke in Haushalt, Gewerbe, Industrie und Land- 14 209 wirtschaft in einwandfreier Form zu bieten. Außerdem wird noch eine Reihe von Orten in der Umgebung von Innsbruck und im Stubaital mit Strom versorgt. Sillwerk Kraftwerksbeschreibung: Das Kraftwerk befindet sich im Wipptal, etwa 10.9 km flußaufwärts von der Einmündung des Sillflusses in den Inn. Laut Eintragung im öffentlichen Wasserbuche wird das Wasser für das Kraftwerk dem Sillfluß bei Bach-Kilometer 19.65 entnommen und bei Bach-Kilometer 10.92 wieder zurück- gegeben. Das Sillwerk liegt auf Bp. 95 in E.-Zl. 64/II des Grundbuches der Katastral- gemeinde Schönberg. Es ist auf Grund des Baubewilligungsbescheides vom 20. 9. 1901 und der Rekursentscheidung der k. k. Statthalterei vom 30. 1. 1902 erbaut. Hiemit wurde die Bewilligung zur Errichtung einer elektrischen Anlage mit Ausnutzung der Wasserkraft des Sillflusses mit einem maximalen Quantum von 7.9 m³/s auf die Dauer der für das städtische Sillwerk gegebenen Konzession, d. i. bis 15. 7. 1991 erteilt; mit dieser genehmigten Wassermenge und 75% Wirkungsgrad ergab sich die zu gewinnende Wasserkraft im Maximum von ca. 15000 PS. Mit Bescheid vom 29. 4. 1930 wurde die Einleitung des Mühlbaches auf die gleiche Zeitdauer mit maximal 400 1/s bewilligt und mit Bescheid vom 20. 7. 1932 die Erhöhung des Stauspiegels der Sill und die Vergrößerung der Betriebswassermenge auf 9.1 m³/s genehmigt. Hiezu kommen noch laut Bescheid vom 10. 11. 1932 und vom 4. 11. 1936 die Bewilligungen zur Einleitung des Falkasanerbaches in den Sillwerkstollen mit einer Durchflußmenge von 350 l/s und von 4 kleinen Bächen zur Verbesserung des Winterbetriebswassers des Sillwerkes. Das Werk wurde am 7. 10. 1903 mit 2 Maschinensätzen von je 2500 PS in Betrieb genommen; in den Jahren 1906 und 1909 erfolgte die Aufstellung von je 2 weiteren Maschinensätzen zu 3300 PS. Der Umbau des Kraftwerkes in seinen heutigen Ausbauzustand wurde in den Jahren 1926 bis 1928 durchgeführt. Das Sillwerk nützt die mittlere Gefällsstufe der Sill aus, die auf eine Horizontal- entfernung von rund 8 km einen Höhenunterschied von 195 m aufweist. Das Einzugs- gebiet des Kraftwerkes miẞt 450 km², es besitzt einen mittleren Jahreszufluẞ von 290 hm³. Der Betriebswasserdurchfluß beträgt 8.6 m³/s, Jahresmittelwasser im Regeljahr 6.8 m³/s, Niederwasser im Regeljahr 3.8 m³/s. Das Werk rechnet im Regeljahr mit einer Betriebswassermenge von 211 hm³, was bei einer Nutzfallhöhe von 178 m ein Arbeitsvermögen im Regeljahr von 85000 MWh ergibt. Das Wasser wird an zwei Wehröffnungen mit 3.5 m breiten Kulissenschützen erfaßt und durch einen betonierten Freispiegelstollen mit einer Stollenlänge von 7566 m, einem Querschnitt von 4.5 m² und einem Gefälle von 1% zum Wasser- schloß (Einkammerausführung) geleitet. Von dort fällt das Wasser in zwei zum Teil in Rohrtunnel verlegte Druckrohrleitungen von 1250 mm 1. W. und 8-21 mm Wand- stärke (verlegt im Jahre 1902), bzw. 1400 mm 1. W. und 8-22 mm Wandstärke (verlegt im Jahre 1908) bei einer Länge der Rohrleitungen von 380 m zum Kraft- haus ab. Das Abwasser der Turbinen gelangt in einem kurzen Unterwasserkanal in das Flußbett der Sill zurück. Im Krafthaus sind gegenwärtig 3 Maschinensätze, bestehend aus je 1 Zwillings-Pelton-Turbine zu 8000 PS, 375 U/min (liegende Bauart), und 1 Drehstrom-Synchron-Generator zu 7500 kVA, 375 U/min, 5500 Volt, 50 Hertz, (liegende Bauart) eingebaut. Die Schaltanlage besteht aus einer 25-kV-Innenraum- Schaltanlage mit Doppelsammelschiene und einer 5-kV-Innenraum-Schaltanlage mit Einfach-Sammelschiene. Die Stromzuführung aus dem Sillwerk in das Stadtnetz geschieht über zwei 10 km lange 25-kV-Kabel mit den Querschnitten 3× 70 mm² Cu und 3× 95 mm² Cu. 210 Kraftwerk Mühlau Das Kraftwerk befindet sich an der Schweinsbrücke in der Mühlauer Klamm, ca. 3 km Luftlinie von der Stadtmitte entfernt. Der erste Ausbau dieses Werkes, das die erste Wasserkraftanlage in Österreich war und von der Firma Ganz & Co. erbaut wurde, erfolgte auf Grund des Bewilligungsdekretes der k. k. Statthalterei für Tirol und Vorarlberg vom 20. August 1888, Zl. 16814, mit unbefristeter Dauer. Das Betriebswasser hiezu wurde aus der Mühlauer Klamm entnommen und in zwei 520 m langen Druckrohren mit 350 mm Durchmesser über ein Nutzgefälle von 117 m den 2 Girard-Partialturbinen zu je 125 PS, 250 U/min zugeführt, die 2 Ein- phasen-Wechselstrom-Generatoren zu je 80 kW, 2000 V antrieben. Am 3. März 1894 suchte die Stadtgemeinde Innsbruck bei der Bezirkshauptmann- schaft Innsbruck um die Bewilligung zur Ausnützung des gesamten Wasserquantums des Mühlauer Baches zur Herstellung einer Zentralstation für elektrische Beleuchtung an. Die Bewilligung wurde der Stadtgemeinde Innsbruck mit Bescheid vom 24. 4. 1894, Zl. 8934, erteilt, die Anlage von der Stadtgemeinde Innsbruck aber nicht ausgeführt. Wohl aber erwarb sie im Jahre 1897 von der Firma Ganz & Co. das bestehende Werk. Über Umbauten in den Jahren 1893, 1895, 1897, 1898 kam es im Jahre 1899 auf Grund des Bescheides der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck vom 24. 3. 1897, Zl. 17951, zum Ausbau der 360-m-Gefällsstufe in Verbindung mit der Erschließung der städtischen Trinkwasserleitung für die Konzessionsdauer vom 15. 4. 1897 bis 14. 4. 1967, wobei das Wasser auf Seehöhe 1050 m gefaßt wurde. Durch Neuverlegung einer dritten Rohrleitung mit der lichten Weite von 500 mm (nach Abtragung der alten Rohrleitung) wurde die Kraftwerksanlage auf 2 Girard- Partialturbinen zu je 1100 PS und 2 Zweiphasen-Wechselstrom-Generatoren zu je 1000 kVA, 2x2000 V erweitert. 1901 wurde auf Grund des Bewilligungsbescheides der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck vom 26. 2. 1895, Zl. 4160, ein Unterliegerkraftwerk mit einem Nutz- gefälle von 28 m und einer Konzessionsdauer von 70 Jahren errichtet. Im Jahre 1912 wurde der Bau einer neuen Wasserfassung unter Ausnützung des Wassers aus dem Wurmbache und des Überschusses aus dem Trinkwasserstollen ausgeführt, womit für die Turbine II ein Nutzeffekt von 1750 PS erzielt wurde (Bescheid vom 14. 9. 1912). Andere Erweiterungen und Änderungen erfolgten in den Jahren 1916, 1926 und 1937. Im Jahre 1938 wurde durch Aufstellung eines neuen Maschinensatzes, bestehend in 1 Freistrahlturbine (2000 PS, 1000 U/min) und 1 Drehstrom-Synchron- Generator (1700 kVA, 3×5100 V) der heutige Zustand mit folgender Maschinen- ausrüstung erreicht: 1 Freistrahl-Turbine, 2000 PS, 1000 U/min, 1 Drehstrom-Syn- chron-Generator, 1700 kVA, 5100 V, 1000 U/min (liegende Bauart), 1 Freistrahl- Turbine, 1400 PS, 500 U/min, 1 Drehstrom-Synchron-Generator, 1200 kVA, 5000 V, 500 U/min (liegende Bauart). Unterliegerkraftwerk: 1 Francis-Spiral-Turbine, 300 PS, 500 U/min, 1 Drehstrom- Synchron-Generator, 210 kW, 5100 V, die Maschinen werden vom Hauptkraftwerk aus ferngesteuert. Die Schaltanlage im Hauptkraftwerk ist eine 5-kV-Innenraum-Schaltanlage mit Einfachsammelschiene. Die Stromzuführung aus dem Mühlauer Kraftwerk in das Stadtnetz geschieht über zwei 5-kV-Kabel; weiters führen vom Kraftwerk zwei 5-kV-Freileitungen in das umliegende Versorgungsgebiet. 14° 211 Die hydraulischen Verhältnisse sind durch folgende Angaben gekennzeichnet: Mittlerer Jahreszufluß 27.4 hm³, Betriebswasserdurchfluß 0.5 m³/s, Schluckfähigkeit der Turbine 0.5 m³/s, Jahresmittelwasser im Regeljahr 0.4 m³/s, Niederwasser im Regeljahr 0.27 m³/s, Betriebswassermenge im Regeljahr 12.8 hm³, Nutzfallhöhe 335 m, Arbeitsvermögen im Regeljahr 9430 MWh. Das Unterwasser des Haupt- kraftwerkes wird über ein Überfallwehr zum Unterliegerkraftwerk abgeleitet. Gemeindewerk Mühlau Für das in den Jahren 1907/1908 von der Gemeinde Mühlau erbaute Kraftwerk liefern mehrere Quellen des Brunnentalbaches (kleiner Tuffbach) das Triebwasser, das über eine 685 m lange Muffenrohrleitung mit einer lichten Weite von 0.32 m in einem Nutzgefälle von 166 m dem Krafthaus zugeführt wird. Die genehmigte Wassermenge beträgt 38 1/s. Das Krafthaus ist heute mit einer Freistrahl-Pelton-Turbine, 90 PS, 1 Wechsel- strom-Generator, 75 kVA, und 1 Freistrahlturbine, 100 PS, 1 Wechselstrom- Generator, 75 kVA, beide Generatoren für bedienungslosen Asynchronbetrieb, ausgerüstet. Aus der Tabelle Xb/2 A sind die Zahlen über Leitungsnetz, Anschlüsse, Zähler und Stromwirtschaft zu ersehen. Für das Niederspannungsnetz des Elektrizitäts- werkes ist das Normal-Stromsystem von 3×220/380 V Drehstrom normiert; hie- durch sind bis Ende des Jahres 1946 80% des Niederspannungsnetzes versorgt, der Rest wird noch bis zur geplanten Umschaltung mit 2-Phasen-Strom 2×150 V gespeist. Die Stromabgabe an das Stadtgebiet hat sich von 1937 bis 1946 um das 2.8fache gehoben. Auf den Kopf der Bevölkerung der Stadt umgerechnet betrug der Strom- verbrauch im Jahre 1937 461 kWh, dagegen im Jahre 1946 schon 870 kWh. Dieser Mehrverbrauch an elektrischem Strom ist der vor dem letzten Kriege stark be- triebenen Elektrifizierung der Haushalte (Verbesserung der Beleuchtung, Ein- führung von Koch- und Heizgeräten, Heißwasserspeichern usw.) und der wesent- lichen Ausbreitung der Stromverwendung im Gewerbe (Großküchen, Backöfen und Arbeitsmaschinen) zuzuschreiben. Die Tabellen Xb/2 A und B und die Kurven der Diagramme Nr. 11 und 12 zeigen diesen Aufstieg in statistischen und graphischen Übersichten. efore Das Elektrizitätswerk bildet als Wirtschaftsunternehmen nicht nur den Stolz der Stadtgemeinde Innsbruck, es stellt durch seine Anlage einen ganz wesentlichen Teil des Vermögens der Stadt Innsbruck dar und konnte durch Überschüsse in vielen Finanzjahren dem Haushalte der Stadtverwaltung namhafte Einnahmen zuführen. Öffentliche Beleuchtung Die Beleuchtung der Stadt hatte im Verlaufe der Jahrhunderte entsprechend dem technischen Fortschritte verschiedene Wandlungen durchgemacht. Von der Beleuchtung der Altstadt und der Stadttore durch ausgehängte Pechpfannen, wie sie uns aus dem Jahre 1551 überliefert ist, über die Reform der Stadtbeleuchtung, die aus Anlaß der Anwesenheit des Hofes im Jahre 1764 mit 228 Laternen von der Obrigkeit angeordnet wurde, über die späteren Unschlittlaternen, von denen 1788 berichtet wird, bis zu den Ripsöllampen, die 1830 probeweise mit 168 Stück auf mannshohen Pfählen, in den engen Gassen als Hängelaternen, später als Armlaternen an den Hausecken eingerichtet wurden, und bis zu den Petroleumlampen, die der Gemeinderat 1850 anschaffte, ging die Entwicklung der Beleuchtung den in allen 212 Stadtwerke Innsbruck Elektrizitätswerk Gesamt-Anschlußwert nach Netzbereich und Verwendung 120.000 kW 110.000 Gesamtanschlußwert Drehsirom 220 Volt Zweiph. Strom 150V 100.000 Wärme Kraft Licht 90.000 80.000 70.000+ 60.000 50.000 40.000 30.000 20.000 10.000 O-- 9110 0 1935 1940 1945 1950 Diagramm Nr. 11 213 Stadtwerke Innsbruck Elektrizitätswerk Anschlußwert der an das Netz angeschlossenen Glühlampen, Bügeleisen, Heißwasserspeicher und Herde Glühlampen Bügeleisen Heißwasserspeicher Herde 911118 9116 08 -O 35.000 kW 30.000 25.000 20.000 15.000 10.000 214 5.000 1931 1935 a T 1940 1945 Diagramm Nr. 12 Städten üblichen Weg. Mit der Errichtung der Gasanstalt an der Sill 1858/59 beginnt ein neuer Abschnitt der Straßenbeleuchtung, die anfänglich als Gasflammenbeleuch- tung, nach 1882 in einzelnen Versuchen als Gasglühlichtbeleuchtung eingerichtet wurde und nach Maßgabe der Verlegung der Gasrohre die Petroleumlampen all- mählich verdrängte, so daß 1894 schon 559 Gasflammen (neben 3 elektrischen Lampen am Bahnhof) die Straßen Innsbrucks erhellten. Die allgemeine Einführung des Auer-Gasglühlichtes erfolgte 1899 in Innsbruck und 1900 in Wilten. Gleichzeitig nahm das elektrische Licht den Kampf mit der Gasbeleuchtung auf. Einer Probebeleuchtung mit elektrischem Licht am Rennweg im Jahre 1881 folgten die ersten elektrischen Bogenlampen in der Maria-Theresien-Straße 1890. Die Vor- teile der elektrischen Beleuchtung verdrängten allmählich, insbesondere aber nach Erfindung der starken Metalldrahtlampen, jede andere Beleuchtungsart vollständig. Innsbruck zählte vor dem zweiten Weltkriege zu den bestbeleuchteten Städten Österreichs. Eine Anzahl historischer Bauten wurde durch Scheinwerfer angestrahlt, die Gehwege unter den Lauben der Altstadt erhielten durch geschmackvoll ausge- führte Firmenschilder die notwendige Helligkeit. Ein besonderes Schaustück stellte elektrische Anstrahlung von Baumgruppen und Blumenbeeten im Hofgarten dar. Das Ausmaß der elektrischen Straßenbeleuchtung, deren sämtliche Lampen während der ganzen Nacht eingeschaltet sind und deren Ein- und Abschaltung von einer Zentralstelle aus erfolgt, ist aus der Tabelle Xb/2 A zu ersehen. Vor dem Kriege, also vor der Zerstörung der Straßenbeleuchtung durch Kriegseinwirkung, entfiel auf je 50 m Straßenlänge eine Straßenleuchte mit einem durchschnittlichen Anschlußwert von 335 Watt. Die Schäden des Krieges konnten besonders wegen Mangels an Beleuchtungskörpern bis Ende des Jahres 1946 noch nicht beseitigt werden. Bemerkt wird, daß sich die Angaben der öffentlichen Beleuchtung nur auf das Stadtgebiet Innsbruck, nicht auch auf Orte außerhalb Innsbrucks, die durch das städtische Elektrizitätswerk mit Strom beliefert werden, beziehen. Xb/3. Gaswerk, Versorgung mit Gas Die unzureichende Petroleumbeleuchtung bildete den Anlaß, im Jahre 1857 auf den Vorschlag des Augsburger Technikers Riedinger zur Fabrikation von Holz- gas einzugehen. Zu Beginn des Jahres 1858 schließt die Stadt mit ihm einen Vertrag; der Bau der Anstalt an der Sill wird begonnen und 1859 die Gasrohrleitung in die Neustadt verlegt. Nach einem gescheiterten Versuch auf Übernahme durch die Stadt erneuerte diese im Jahre 1885 den Vertrag mit der Gesellschaft Riedinger in Augsburg. Das Rohrnetz wurde auf die Stadtteile Kohlstatt, Mühlau und Wilten ausgedehnt. Die näheren Angaben über die Gasverwendung zur Straßenbeleuchtung sind im Abschnitt,,Öffentliche Beleuchtung" enthalten. 1899 erfolgte eine Erweite- rung des Gaswerkes mit einem Gasbehälter von 3500 m³. Die Gasküchen haben sich den Markt erobert; 1903 wurden 2612 Gasküchen gezählt, 1905 sind es schon 5000. Mit 1. Jänner 1905 ging das Gaswerk in den Besitz der Stadt über, 1907 wurde die ganze Gasfabrik nach neuesten Erkenntnissen umgebaut und vergrößert, 1914 wurden die Gasbehälter auf 16500 m³ Fassungsraum erweitert. Die Ausdehnung der Stadt, die immer stärkere Verwendung von Gas im Haushalte zu Koch- und Heizzwecken sowie im Gewerbe führten zu namhaften Steigerungen des Gasver- brauches, der trotz der Konkurrenz des elektrischen Stromes anhielt. Darum mußte sich die Stadt noch während des zweiten Weltkrieges zu einer abermaligen Ver- größerung und Modernisierung der Fabrik entschließen, die in den Jahren 1941 215 bis 1942 durchgeführt wurde. Hand in Hand ging damit auch die Verlängerung des Gasrohrnetzes. Technische Angaben: Das Städtische Gaswerk verwendet als Ofensystem Koppers kontinuierliche Vertikalkammeröfen. Die mittels Traktoren vom Bahnhof zum Gaswerk geführte Kohle wird nach den verschiedenen Körnungen und dem Gas- gehalt der Kohle sortiert, im chemischen Laboratorium des Gaswerkes auf Gas-, Wasser- und Aschengehalt untersucht, in 4 Bunkern zu je 70 t Fassungsraum ge- lagert und in der darunter befindlichen Mahl- und Mischanlage vermahlen und betriebsfertig gemischt. Von den im höchsten Punkt der Anlage am Ofengebäude befindlichen 3 Hochbunkern aus erfolgt die Beschickung der 3 Ofenblocks der Koppers kontinuierlichen Vertikalkammeröfen. Jeder Ofenblock enthält 2 Kammern mit einem Querschnitt von 2.3 × 0.4 m bei 9 m Höhe, die in einer Beschickungszeit von 60-140 Minuten mit rund 400 kg Kohle pro Kammer gefüllt werden. Die Füllung bewegt sich in 12-30 Stunden durch die Kammern nach abwärts, wobei die eingebrachte Kohle langsam auf die volle Entgasungstemperatur von ca. 1280 bis 1300 Grad gebracht und Dampf auf den glühenden Koks zur Erzeugung von Wassergas eingeblasen wird. Der unten bei den Kammern abgezogene Koks ist bereits gelöscht. Er wird in einen Hochbehälter befördert, über Schüttelsiebe sortiert und abgefahren. Das Rohrgas wird technisch und chemisch gereinigt, gekühlt, Teer, Ammoniak, Naphthalin, Schwefel und Zyanverbindungen werden entfernt und das gereinigte Gas in 3 Behältern von 16500 m³, 3500 m³ und 1800 m³ aufgespeichert. Diese Be- hälter gleichen die wechselnde Belastung des Rohrnetzes aus, geben zur Zeit hohen Bedarfes Gas zusätzlich ab und bieten gleichzeitig Gelegenheit zur Mischung reinen Destillationsgases mit Generatorgas, das zur Aufrechterhaltung eines konstanten Heizwertes zugesetzt wird. Nach Passieren eines Druckreglers wird das Gas über ein Niederdrucknetz mit einem Druck von 200-220 mm WS (Wassersäule) in die Stadt abgegeben. Außerdem besitzt das Werk 2 Hochdruckgasleitungen, in welche mittels Kompressoren Gas mit einem Druck von 8000-10000 mm WS eingepreẞt wird. Die eine Leitung führt nach Wilten, die andere über den Innsteg nach Hötting, wo über 5 Druckreglerstationen das Gas auf den normalen Stadtdruck von 200 mm WS reduziert wird. Hiedurch erzielt das Werk auch in den entferntesten Stadt- teilen den nötigen Gasdruck, um die Gasgeräte einwandfrei zu versorgen. Die Tabelle Xb/3 A gibt ein Bild der Ausdehnung des Gasrohrnetzes, der Gas- erzeugung und -abgabe und der erzeugten Nebenprodukte. Gerade die Koksgewin- nung bildete in manchen Nachkriegsjahren die Rettung für die Brennstoffversorgung von Innsbruck und Tirol und der Rohteer das begehrte, notwendige Produkt für den Straßenbau. Andere Nebenerzeugnisse sind das Gaswasser, eine beim Waschen des Gases erzielte wässerige Ammoniaklösung, die von den Bauern zur Düngung verwendet wird, und die bei der Reinigung des Gases mit Schwefel angereicherten Erden, welche an die Papierfabriken geliefert werden. Aus der Tabelle Xb/3 B ist die Art und Menge der am 31. 12. 1948 im Gebrauch befindlichen Gasgeräte zu entnehmen, deren Anzahl von der des Jahres 1946 nicht stark abweicht, da wegen Materialmangels in den Jahren 1947 bis 1948 nur wenig Geräte erzeugt wurden. Eine Aufstellung über die im Gebrauch befindlichen Gas- geräte in den Vorkriegsjahren und Kriegsjahren kann nicht gebracht werden, weil das Archiv des Gaswerkes durch Bombentreffer fast zur Gänze zerstört wurde. Die Zahlen der Tabelle beweisen, daß sich die Gasgeräte im Haushalte und im Ge- werbe auch neben der Verwendung elektrischen Stromes bewähren. 216 Beim Umfang der Gaserzeugung in Innsbruck und der im Betrieb befindlichen Anlagen einschließlich der Gasversorgungsleitungen sowie der Bedeutung des Gases für Haushalt und Gewerbe muß auch im Lande der,,Weißen Kohle" wohl auf viele Jahre hinaus mit dem Bestande des Gaswerkes gerechnet werden. Xb/4. Stadtgärtnerei Der Stadtgärtnerei obliegt über Auftrag des Stadtbauamtes, bzw. der Magistrats- abteilung IX für Agrar- und Forstangelegenheiten in Zusammenarbeit mit dieser, die Anlage und Betreuung aller der Stadtgemeinde Innsbruck gehörenden öffent- lichen Garten-, Parkanlagen und Alleen. Der Gartenbaubetrieb wird von der Gärtnerei am Sillspitz ausgeführt; soweit es oben angeführte Aufgaben zulassen, wird die Stadtgärtnerei als Handelsgärtnerei betrieben. Sie verfügt über heizbare Treibhäuser samt den erforderlichen Freibeeten zur Aufzucht von Blumen, Grün- schmuck, und über Baumschulen. Während des letzten Krieges mußte sich der Be- trieb den Notwendigkeiten der Zeit anpassen und einschränken. In verschiedenen Parkanlagen bauten Schrebergärtner Gemüse an, die Pflege öffentlicher Anlagen trat hinter die Bedürfnisse um die notwendigste Nahrung zurück. Die Tabelle Xb/4 gibt den Überblick über die Größe, Lage und Besitzverhältnisse der allgemein zugänglichen Garten-, Park- und Rasenanlagen und über die Betriebs- anlage. Außer diesen Anlagen besorgt die Stadtgärtnerei im Stadtbereiche noch die Wartung und Betreuung von 10760 m Doppel-Alleen und 10670 m einseitige Alleen in den Straßen der Stadt, die zusammen 2567 Schattenbäume aufweisen. Der Gemüsebau wurde von der Stadtgärtnerei betrieben auf einer Fläche von 1937 5000 m² 1945 55000 m² 1941 30000 m² 1946 29000 m² Der Rückgang der Anbaufläche im Jahre 1946 ist auf die Rückstellung eines Grundstückes an den früheren Eigentümer zurückzuführen. A. 217 Tabelle Xb/1 A Trinkwasserversorgung von Innsbruck Übersicht der Quellen (Quellenhorizonte, Hochbehälter, Höhenunterschiede) Quellenhorizonte Name der Quelle Katastral- Gemeinde m Seehöhe Hochbehälter Bezeichnung Fassungs- m raum Seehöhe in m³ Wurmbach-Quelle Klammbach-Quelle Arzl 1155 Mühlau 709 2000 Arzl u. Rum 1040 Wilten 649 1000 Klarerhof-Quelle Mutters 655 Bergisel (Stapfbründl) 676 30 Stapfbründl-Quelle Mutters 710 Mentelberg 707 100 Mentelberg- mit Almtal (Hungerburg) 945 50 Ödtal-Quelle Wilten 710-725 Angerle (Hötting 720 350 Weiherburg-Quelle Hötting 750 Gemeindehaus (Höttg.) 620 200 Ölberg-Quelle Hötting 730-740 Rauschbrunnen Brandlschrofen- Quelle Hötting 1015 (ober Hörtnaglsiedlg.) 740 50 Lehner-Quelle Hötting 1100 Gramart 870 10 Weinstock-Quelle Hötting 840 Amras 670 100 Rauschbrunnen-Quelle Hötting 1000 Arzl 725 20 Schreyerbach-Quelle Sistrans 1370 Igls 950 Heiligwasser-Quelle Igls 1240 Einfanggebiet Igls. 960 300 (1 Be- hälter) von der Name der Quelle Quelle zum Hoch- behälter m Höhenunterschiede¹) vom Hochbe- Name der Quelle von der Quelle hält ochbe- Versorgungsgebiet Wurmbach-Quelle 446 135 Brandlschrofen- Quelle 70 80 Klammbach-Quelle 315 82 Lehner-Quelle 380 113 Klarerhof-Quelle 6 61 Weinstock-Quelle 120 113 Stapfbründl-Quelle 34 25 Rauschbrunnen- Quelle 260 166 Mentelberg- mit 8 119 Schreyerbach-Quelle 700 94 Ödtal-Quelle Heiligwasser-Quelle³) 290 80 Weiherburg-Quelle 143) Einfanggebiet³) 10 80 Ölberg-Quelle 100 Angaben der Stadtwerke, Wasserwerk. 1) Die Höhenunterschiede beziehen sich auf die nivellierten oder aus der Karte geschätzten Höhenangaben der Quellen, Hochbehälter und wichtiger Punkte des Versorgungsgebietes. 2) Höhenunterschied von der Quelle zum Versorgungsgebiet, da kein Hochbehälter vorhanden. 3) Igls-Heiligwasser und Einfanggebiet besitzen einen gemeinsamen Hochbehälter. 218 Tabelle Xb/1 B Trinkwasserversorgung von Innsbruck Leitungslängen (Gravitationsleitungen) von den Quellfassungen bis zu den Reservoiren (Hochbehältern) Quelleitungen in den Katastral-Gemeinden Wilten Jahr Mühlau Mentel- Stapf- berg- Klarer Hötting Amras Arzl Igls Summe in m brünnl Ödtal hof 1936 3620 2760 1100 1939 3620 2760 1100 Tonrohr leitung 7480 5247 12727 1945 5111 2760 1100 u. Ge- 1946 5111 2760 1100 rinne 7384 6180 1280 2395 7384 6180 1280 26210 2395 26210 Angaben der Stadtwerke, Wasserwerk. Tabelle Xb/10 Trinkwasserversorgung von Innsbruck Verteilungsleitungen und Hauptwasserversorgungsleitungen von den Hochbehältern an (Rohrnetzlängen) in Metern K.-G. Innsbruck. Jahr Wilten, Pradl, Mühlau K.-G. Hotting K.-G. Amras K.-G. Arzl K.-G. Igls Zusammen 1936 71236 71236 1939 74370 19153 93523 1945 81371 21069 6889 4050 5003 118382 1946 81371 21069 7330 4050 5003 118823 Angaben der Stadtwerke, Wasserwerk. 219 Tabelle Xb/1 D Jahr Monat Trinkwasserversorgung von Innsbruck Quellenergiebigkeit Quellenergiebigkeit in l/s (Liter pro Sekunde) Quellengebiet Mühlau (Wurmbach- u. Klamm- Quellengebiet Quellengebiet Quellengebiet Quellengebiet Zusammen Wilten Hötting Amras Igls bach-Quellen) day, wasser- 1936 rechtl. im Be- sitze d. Stadt Jänner 875 165 48 Februar 800 155 50 März 745 150 48 April 750 152 49 Mai 755 175 50 Juni 825 212 50 111111 1088 1005 943 951 980 1087 Juli 1190 257 51 1498 August 1425 283 51 1759 September 1420 282 52 1754 Oktober 1240 251 49 1540 November 1110 207 47 1364 Dezember 1045 181 47 1273 1939 Jänner 869 165 58 1092 Februar 668 155 56 879 März 638 150 56 844 April 691 152 55 898 Mai 708 175 53 936 Juni 876 212 50 1138 Juli 1115 257 46 1418 August 1289 283 46 September 1222 282 46 Oktober 1093 251 42 November 994 207 37 Dezember 1077 181 45 ||||| 1618 1550 1386 1238 1303 1945 Jänner 1026 195 22 18 10 Februar 927 185 26 18 März 973 180 38 20 April 1164 182 43 22 Mai 1287 213 45 25 Juni 1626 250 48 28 Juli 1948 295 50 29 August 1855 321 51 30 September 1579 320 52 30 Oktober 1471 289 52 28 November 1316 237 47 26 Dezember 1188 211 48 24 621686O15752 14 20 10 20 11 19 11 10 45679OUHOTEL 1275 1173 1231 1434 1597 1982 2353 2287 2009 1864 1646 1487 1946 Jänner 1044 195 48 Februar 900 185 45 März 866 180 44 April 1052 182 48 Mai 1029 213 50 Juni 1128 250 46 Juli 1325 295 48 August 1442 321 47 September 1412 320 48 Oktober 1278 289 43 November 1087 237 41 Dezember 906 211 42 222222222222 21 9 3 1320 20 10 4 1164 21 12 4 1127 14 6 1324 23 16 7 1338 25 19 8 1476 27 19 9 1723 29 18 9 1866 28 17 7 1832 26 16 6 1658 23 14 4 1406 21 11 3 1194 Angaben der Stadtwerke, Wasserwerk. 220 Trinkwasserversorgung von Innsbruck Tabelle Xb/1 E Wasserabgabe v. d. Reservoiren (Hochbehältern) i. d. Verteilungs- u. Druckrohrnetz Wasserabgabe (in Kubikmeter) in den Katastral-Gemeinden Jahr Monat Innsbruck Wilten Pradl Gemessen mittels Groß- wasserzähler u. selbsttät. Registrierapparaten Hötting Amras Arzl Igls Zusammen Geschätzt, da keine Meßanlage 1936 Jänner 415630 119 205 Februar März 384930 113229 401240 117665 April 385450 114331 Mai 435170 117308 Juni 449 450 112604 Juli 448410 115816 ||||||| August 450 690 115683 September 441410 112789 Oktober 418620 112657 November 355050 108858 ||||||||||| 534835 498159 518905 499781 552478 562054 564226 566373 554199 531277 463908 Dezember 378930 114842 493772 Zusammen 4964980 1374987 6339967 1939 Jänner 433120 147415 Februar 418840 128 200 März 455530 138969 April 476200 129719 Mai 549040 125511 Juni 556540 112353 Juli 586940 101 694 August 593590 100860 September 527510 97 248 Oktober 515690 94871 November 475680 82503 Dezember 473670 109313 |||||| IIIIIIII 580 535 ||||||||||| 547040 594499 605919 674551 668893 688 634 694450 624758 610561 558 183 582983 Zusammen 6062350 1368 656 7431006 1945 Jänner 700700 52110 45530 24110 37 500 10710 870660 Feber 613000 55740 41130 21 770 33 870 9680 775190 März 692400 91 240 48210 26 780 40180 13390 912200 April 693900 97820 49 250 28510 38880 15550 923910 Mai 789300 103 230 50890 32140 42850 18750 1037160 Juni 813400 107130 51840 33 700 41470 18140 1065 680 Juli 842700 113510 53570 37500 45530 21430 1114240 August 840360 114060 58920 37 500 45530 21430 1117800 September 796040 114080 51840 33 700 41470 18140 1055270 Oktober 809 200 120780 50890 32140 40180 16070 1069 260 November 783100 108350 46 660 25920 36 290 12960 1013280 Dezember 816200 117290 45530 24110 32140 8040 1043310 Zusammen 9190300 1195340 594260 357 880 475890 184290 11997960 1946 Jänner 795600 121 850 45530 18750 32140 8040 1021910 Februar 742800 102080 41130 19 350 31450 7260 944070 März 810900 108410 48210 24110 37 500 10710 1039840 April 812400 110290 49 250 25920 36 290 12960 1047110 Mai 849 400 116530 48210 29 460 40180 16070 1099850 Juni 812000 101 230 46660 31 100 38880 15550 1045420 Juli 844600 107 550 48210 37 500 42850 18750 1099460 August 832500 105550 56250 34820 42850 18750 1090720 September 783260 102640 49 250 31 100 38880 15550 1020680 Oktober 794300 97270 48210 29 460 37 500 13390 1020130 November 753100 93160 41470 25920 33 700 10370 957720 Dezember 791 200 101 260 40180 24110 29 460 Zusammen 9622060 1267820 562560 331 600 441 680 8040 155440 994250 12381160 Angaben der Stadtwerke, Wasserwerk. 222 Elektrizitätswerk Innsbruck a) Leitungsnetz und Stromwirtschaft Fremdstrombezug Stromabgabe an Tabelle Xb/2 A Jahr Kabel¹) Freileitung Eigen- erzeugung Strom- Tiwag Kleinwerk- besitzer Umsatz Tiwag Stadtgebiet außerhalb d. Stadtgebietes Länge in km kWh kWh kWh kWh 1937 235.0 166.0 68441759 73400 68515159 31224692 28140326 4568085 1942 270.0 210.0 96463227 2053240 1782447 100298914 37 303725 54031535 2530729 1945 289.9 228.2 74518057 9844400 1085177 1946 296.0 229.2 72648710 25091856 806871 85447 634 98547437 3128550 4735568 68912180 5666754 79 832 254 5379831 b) Anschlüsse und Zähler Jahr Zahl der Hausanschlüsse) 1937 1942 1945 1946 5027 6643 7153 7415 Zahl der Zähler 29120 34298 32941 31956 c) Öffentliche Beleuchtung des Stadtgebietes Innsbruck Anzahl der Lampen Anschlußwert 1468 80 350 kW 495.0 kW 4.8 kW 110.0 4703) kW 128.0 Angaben der Stadtwerke, Elektrizitätswerk. 1) Einschließlich des Stromzuführungskabels Sillwerk-Innsbruck. Im Stadtgebiet von Innsbruck und in folgenden Gemeinden: Natters, Mutters, Kreith, Telfes, Neustift, Schönberg, Mieders, Patsch, Lans, Aldrans, Sistrans. 3) Betriebsbereit ohne Leuchten = 1300. Elektrizitätswerk Innsbruck Angeschlossene Stromgeräte¹) Tabelle Xb/2 B Benennung 1937 1942 1945 1946 Beleuchtungsgeräte: Glühlampen 286841 355722 334834 345583 Koch- u. Backgeräte für Haushalt u. Gewerbe: Tischherde 58 384 649 729 Vollherde 1493 4238 5235 5508 Einzelbratröhren 15 19 15 25 Großküchen 22 69 58 124 Futterdämpfer 2 2 Sonstige Koch- und Bratgeräte 1151 1737 6055 10247 Backgeräte für Gewerbe: Backöfen mit Wärmespeicherung (Nachtstrom) Backöfen mit direkter Beheizung 8 7 6 14 14 25 22 29 Sonstige Elektrowärmegeräte für Haushalt: Heißwasserspeicher 2422 4764 4799 5769 Bügeleisen 18361 23016 22402 22556 Speicheröfen Sonstige Wärmegeräte 2727 3847 7639 8385 Wärmegeräte für Gewerbe: Bodenheizungsanlagen 1 2 2 Trocknungsanlagen Bügelmaschinen und Bügeleisen 504 530 518 537 Trockenschränke 6 3 5 Sonstige Wärmegeräte 1268 2170 2512 2591 Kältegeräte für Haushalt und Gewerbe: Kühlschränke und Kühlanlagen 264 620 613 631 Übrige Geräte: Wasserpumpen 124 193 207 222 Waschmaschinen Staubsauger und Bohner Ventilatoren Rundfunkgeräte Klingeltransformatoren Elektrische Uhren Sonstige Geräte Arbeitsmaschinen und Großgeräte: 76 105 121 129 1920 3730 4034 4059 886 1167 1025 1034 5966 14976 17505 17564 3325 4067 3940 4215 149 338 382 480 2764 2525 2688 2909 Ladegeräte für Sammler 2 4 4 4 Landwirtschaftliche Maschinen 320 436 447 490 Sonstige Arbeitsmaschinen und Großgeräte 2616 4059 3945 4607 Angaben der Stadtwerke, Elektrizitätswerk. 1) Im Stadtgebiet von Innsbruck und in den Gemeinden Natters, Mutters, Kreith, Telfes, Fulpmes, Neustift, Schönberg, Mieders, Patsch, Lans, Aldrans und Sistrans. 223 Tabelle Xb/3 A Jahr Gaserzeugung und Gasabgabe in Innsbruck Länge des Leitungs- netzes in m Gas- erzeugung Gesamt- verbrauch in Kubikmetern Zahl der an- geschlossen. Häuser Zahl der Gasmesser Kohlenver- brauch in t Erzeugte Nebenprodukte Koks Rohteer in t in t 5800 200 9868080 2876969 3165 16233 5958 2775 15257 13318 10358 538 3188 19092 15037 11709 1050 4400 281 3155 16604 15375 10823 701 1937 108907 5 800 300 1943 118893 9865380 1945 118553 2884569 1946 119272 11544460 11545760 Angaben der Stadtwerke, Gaswerk. Gasgeräte in Innsbruck Stand vom 31. 12. 1948 Haushaltsgeräte Stück Tabelle Xb/3 B Gewerbliche Geräte Stück Herde 8600 Herde 45 Kocher 7578 Großkocher 21 Warmwasserapparate 2162 Konditor- und Großbacköfen 13 Heizöfen 848 Kaffeekochmaschinen 8 Kaffeeröstmaschinen 10 Waffelbackmaschinen 10 Räucheröfen 31 Verschiedene Kessel 20 Angaben der Stadtwerke, Gaswerk. 224 XI. Verkehr XI/1. Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe-A.-G., die Stubaitalbahn-A.-G. mit dem Ver- kehrsunternehmen Stubaital und die Nordkettenbahn Die Entwicklung des Innsbrucker Verkehrswesens ist durch die Doppelaufgabe gekennzeichnet, sowohl den Bedürfnissen der Wohnbevölkerung von Innsbruck und seiner Umgebung, als auch in gleichem Maße den Interessen des Fremden- verkehrs zu dienen; nahm doch ein nicht geringer Teil des Reisepublikums von Innsbruck aus seinen Weg in das Tiroler Land und wurde mancher Bahnbau nur angesichts des zu erwartenden Fremdenzustromes gewagt. Heute zwingt die Einbuße an Wohnungen durch Zerstörung und Besetzung immer noch einen Teil der Bevölke- rung - trotz ihrer beruflichen Bindung an die Stadt in der früher dem Fremden- verkehr erschlossenen und vorbehaltenen Umgebung zu wohnen. Der Verkehr auf den Innsbrucker Bahnen und Kraftfahrlinien trägt zur Zeit den Charakter eines innerstädtischen oder Vororteverkehrs. Als erste von den Innsbrucker Kleinbahnen wurde im Jahre 1891 die Lokalbahn Innsbruck-Hall von der Firma Hirsch & Riedinger in Augsburg erbaut. Ihr folgten im Jahre 1900 die Mittelgebirgsbahn Bergisel-Igls und 1904 die Stubaitalbahn. 1906 erstand die Seilbahn auf die Hungerburg. Von 1905 an wurden unter wieder- holten Änderungen die Straßenbahnlinien geschaffen. Auf das Jahr 1928 fiel die Er- öffnung der Patscherkofelbahn und der Nordkettenbahn. Mit Ausnahme der Lokal- bahn Innsbruck-Hall und der Patscherkofelbahn, welch letztere die Firma Adolf Bleichert in Leipzig-Wien ausführte, wurden sämtliche Bahnanlagen von der Bau- unternehmung Ing. Josef Riehl, nach 1917 Innerebner & Mayer, vormals J. Riehl, gebaut. Die Kraftverkehrslinie Innsbruck-Neustift (Verkehrsunternehmung Stubai- tal) wurde 1926 ins Leben gerufen, die Autobuslinien Hötting, Wiltenberg und Pradl wurden 1928 und die Dörferlinie nach Hall 1930 eingerichtet. Mit der Ein- führung des Obusbetriebes im Jahre 1944 fand die Entwicklung der städtischen Verkehrsmittel vorläufig ihren Abschluß. Alle aufgezählten Unternehmungen und Betriebe sind heute mit Ausnahme der Stubaitalbahn, dem Verkehrsunternehmen Stubaital und der Nordkettenbahn in der Innsbrucker Verkehrsbetriebe-A.-G. vereinigt. Die Stubaitalbahn und das Verkehrsunternehmen Stubaital gehören der noch bestehenden Aktiengesellschaft Stubaitalbahn an, werden aber gemeinsam mit den ,,Innsbrucker Verkehrs- betrieben" geführt. Die Nordkettenbahn ist eines der Stadtwerke; es ist der einzige Innsbrucker Verkehrsbetrieb, der von den ,,Innsbrucker Verkehrsbetrieben" rechtlich unabhän- gig ist. Die Aktien der Innsbrucker Verkehrsbetriebe-A.-G. sind zu 80%, die der Stubaital- bahn-A.-G. zu 90% und die Anteile am Verkehrsunternehmen Stubaital zur Gänze in den Händen der Stadtgemeinde. Über die näheren Einzelheiten und über die Betriebsanlagen, die Fahrbetriebs- mittel und die Betriebsleistungen in den Jahren 1937, 1940 bis einschließlich 1942, 226 1945 und 1946 geben die Tabellen XI/1 A einschließlich H 1 und H 2 Aufschluß. Das Wesentlichste hievon ist in der Tabelle XI/1 K übersichtlich zusammengestellt. Sämtliche Straßenbahnlinien und die Stubaitalbahn verfügten demnach Ende Juni 1947 über 27 Triebwagen, 43 Anhängewagen mit zusammen 2920 Plätzen, über 25 Lastwagen, 5 Hilfsfahrzeugen, darunter 1 Triebwagen, 2 Schneekehr- maschinen und 5 Anhängeschneepflügen. Auf der Hungerburgbahn verkehren im Pendelverkehr 2 Wagen mit je 60 Plätzen, auf den Seilschwebebahnen zusammen 5 Kabinen mit je 30 Plätzen. Im innerstädtischen Autobusverkehr waren 8, im Obusverkehr 9 Wagen mit zusammen 775 Plätzen eingesetzt. Den Autoverkehr nach Neustift im Stubaital besorgten 4 Wagen mit zusammen 160 Plätzen. Die Zahl der Beschäftigten der genannten Verkehrsbetriebe war 540; hievon entfielen auf die Kategorie der Angestellten 159, auf die der Arbeiter 381. Unter den Angestellten waren 3, unter den Arbeitern 9 weiblichen Geschlechtes. Die Verteilung auf die einzelnen Unternehmungen war folgende: 459 waren bei der Inns- brucker Verkehrsbetriebe-A.-G., 44 bei der Stubaitalbahn-A.-G. einschließlich des Autounternehmens Stubaital und 37 bei der Nordkettenbahn angestellt. Die Betriebsleistungen weisen, wie aus den einzelnen Tabellen zu entnehmen ist, teilweise einen ganz enormen Anstieg auf. Sie erreichen in den Jahren 1942 und 1946 eine bisher noch nie dagewesene Höhe. Die Beförderung von 15,4 Millionen Fahr- gästen auf den beiden Straßenbahnlinien 1 und 3 im Jahre 1946 war beispielsweise das 12.8fache der Frequenz vom Jahre 1937 und bedeutete eine maßlose Über- lastung des Fahrpersonales und des von Haus aus kleinen, heute veralteten Fahr- parkes¹). Aus der TabelleXI/1 J ist der perzentuelle Unterschied zwischen den einander gegenübergestellten Betriebsleistungen der Jahre 1937 und 1946 zu ersehen. Das Jahr 1946 zeitigte bei allen in den Innsbrucker Verkehrsbetrieben zusammen- geschlossenen Verkehrsmitteln eine Erhöhung auf 175% bei den Wagenkilometern, auf 889% bei der Zahl der beförderten Personen und auf 441% bei den Brutto-Betriebs- einnahmen, während bei der Nordkettenbahn Unterschiedsprozente von 152, 262 und 204 aufscheinen. Diese Höchstleistungen sind für das Jahr 1946 um so bemerkens- werter, als die Anlagen der Verkehrsbetriebe zwanzigmal bombardiert, das Werk- stättengebäude, die Remise und die Obushalle am Bahnhof Bergisel fast vollständig zerstört und viele Fahrbetriebsmittel vernichtet worden waren. XI/2. Kraftfahrzeuge und Fahrräder Mit Ende des Jahres 1946 wurden ohne die Fahrzeuge der Besatzungsmacht 1608 Kraftfahrzeuge gezählt. Vergleicht man in der Tabelle XI/2 die Zahlen vom Jahre 1934, fällt vor allem die Abnahme der Personenkraftwagen um die Hälfte und die Zunahme der Lastkraftwagen um mehr als das Doppelte auf. Die Gesamt- zahl ist wohl etwas höher als im Jahre 1934; man darf aber nicht außer acht lassen, daẞ Innsbruck damals ein viel kleineres Gebiet und weniger Einwohner hatte als im Jahre 1946. Die Entwicklung des Kraftfahrzeugbestandes in Innsbruck deckt 1) Die Wiener Straßenbahn und Stadtbahn erreichten im Jahre 1939 bei 2091 541 Ein- wohnern mit 1634 Trieb- und 1978 Anhängewagen von zusammen 223338 Plätzen 138414914 km und eine Frequenz von 513713488 Fahrgästen. Dem Verhältnis zwischen beförderten Fahrgästen und Plätzen in Wien würden in Innsbruck den von den Straßenbahn- linien und der Stubaitalbahn beförderten 20780662 Personen nicht 2920, sondern 8728 Plätze entsprechen. 15° 227 sich vollkommen mit der in ganz Österreich. Unter den Treibstoffen steht nach wie vor Benzin an erster Stelle, 71.7% aller Fahrzeuge werden mit Benzin betrieben. Die Zahl der Fahrräder beträgt das 6fache der seinerzeit vom Stadtpolizeiamte angegebenen Schätzungsziffer. XI/3. Straßenverkehrsunfälle Die Straßenverkehrsunfälle in Innsbruck sind seit dem Jahre 1940 sowohl ihrer Zahl nach als auch nach ihrer Schwere ständig gestiegen. Im Jahre 1940 ereigneten sich 139, im Jahr 1946 490 Unfälle. Bei 28 von diesen Unfällen wurden 29 Personen getötet, bei 237 286 Personen leicht oder schwer verletzt, in 225 Fällen entstand nur Sachschaden. Die größte Zahl der Unfälle fiel auf den Jänner, die nächstgrößte - zugleich mit der größten Zahl an Todesopfern auf den Mai, die kleinste Ziffer wurde für November ausgewiesen. Typisch ist, daß die schwersten Unfälle, ins- besondere die mit Todesopfern, weniger im verkehrsreichen Stadtinnern, in dem die Unfälle mit Sachschäden vorwiegen, als vom Mittelpunkt der Stadt entfernt vor- kommen. XI/4. Fremdenverkehr Der Fremdenverkehr ist eine der großen Hoffnungen Österreichs. Man muß sich vergegenwärtigen, daß die Ausländer in den Vorkriegsjahren so viel Devisen ein- brachten, daß im Durchschnitt die Hälfte des Handelsbilanzpassivums gedeckt werden konnte. Den Nutzen ziffernmäßig festzustellen, der den einzelnen Gemeinden aus dem Fremdenverkehr erwuchs, ist unmöglich, doch sind Gewinn und Vorteile offensichtlich, die dem gesamten Gastgewerbe, den Bahnen, überhaupt den Ver- kehrsunternehmungen jeder Art, der Lebensmittelindustrie und allen mit diesen unmittelbaren Nutznießern irgendwie verbundenen Wirtschaftszweigen zufallen. Nun harrt die Fremdenindustrie und der Fremdenverkehr auf Wiederaufbau und Wiederbelebung. Dem städtischen statistischen Amte stand aus eigener Erhebungstätigkeit ent- sprechend dem Zeitpunkt seiner Errichtung 1. September 1939 - nur Material zur Verfügung, das den Fremdenverkehr in Innsbruck während des Krieges, also in einem Ausnahmezustand, zeigt. Es wurde daher durch verläßliche Zahlen aus dem Statistischen Handbuch für die Republik Österreich, durch Zahlen des Tiroler Landes- verkehrsamtes und des Stadtmagistrates über den Fremdenverkehr vor dem Krieg zu- rück bis zum Jahr 1924/25 erweitert. Nach den reichsdeutschen Vorschriften galt als Fremdenjahr der Zeitraum vom 1. Oktober des einen Jahres bis zum 30. September des nächsten Jahres, nach den früheren, österreichischen Bestimmungen erstreckte es sich vom 1. November bis 31. Oktober, eine zeitliche Abgrenzung, die laut Mit- teilung des Österreichischen Statistischen Zentralamtes nächstens wieder eingeführt werden wird; um eine vergleichbare Zahlenreihe aufstellen zu können, wurden alle Jahresergebnisse einheitlich nach dem Zeitraum vom 1. November bis 31. Oktober berechnet. Auch bei der Aufteilung der Fremden nach den Herkunftsländern wurde auf die vor 1938 vorgeschriebene Gruppierung und Reihung zurückgegriffen. Die vom statistischen Amte nach dem Zusammenbruch in den Jahren 1945 und 1946 gewonnenen Zahlen sind zu niedrig und nicht geeignet als Grundlage für irgend- welche Schlußfolgerungen zu dienen. Eine restlose Erfassung des Fremdenverkehrs war in diesen Jahren nicht möglich, weil weder über die Verpflichtung der Inhaber der Beherbergungsstätten zur Berichterstattung, noch über die Erhebungsgrund- 228 sätze insbesondere über den Begriff des,,Fremden" Klarheit bestand. Erst vom April 1947 an, als das Tiroler Landesverkehrsamt im Einvernehmen mit der Kammer der gewerblichen Wirtschaft für Tirol, Sektion Fremdenverkehrsunter- nehmungen, aus eigenem eine provisorische Regelung traf, können die Zählergebnisse wieder als vollständig angesehen werden. Die Tabelle XI/4 A enthält die Fremdenmeldungen und Übernachtungen von 1924/25 bis 1934/35 in Jahressummen, die Tabelle XI/4 B von 1935/36 bis 1945/46 in Jahressummen und Monatssummen. Die Tabelle XI/4 A gliedert die Jahres- summen nach den 4 Herkunftsgruppen: Wien, sonstiges Österreich, Deutschland, übriges Ausland. Die Tabelle XI/4 C wiederholt die Jahressummen von 1935/36 an, gliedert sie aber bis 1940/41 nach den Herkunftsländern; von dort an wird nur zwischen Inland und Ausland unterschieden, die Frage nach den Herkunfts- ländern hatte ab April 1942 zu unterbleiben. Die Tabelle XI/4 D enthält von 1928/29 an den jeweiligen perzentuellen Anteil der einzelnen Herkunftsgruppen zur Gesamt- zahl der Meldungen. Die Jahressummen der Tabellen XI/4 A und B sind in den beiden Kurven, die Prozentsätze der Tabelle XI/4 D im Stabdiagramm verwertet. Da die beiden Kurven im selben Maßstab gehalten sind, ist auch das Verhältnis der Zahl der gemeldeten Fremden zur Zahl ihrer Übernachtungen, mit anderen Worten die durchschnittliche Aufenthaltsdauer, abzulesen. Die politischen Geschehnisse im eigenen Land und die politischen Beziehungen zu Deutschland finden unverkennbar ihren Ausdruck in der wechselnden Fremdenverkehrsfrequenz, wie auch in den starken Schwankungen der Anteile des Auslandes daran. Vom Fremdenjahr 1924/25 bis 1928/29 stieg die Zahl der Fremden von 171034 auf 254864, sank während der von Deutschland verfügten Ausreisesperren bis auf 116061 im Jahr 1934, wuchs wieder in den nächsten 3 Jahren vorübergehender Entspannung und erreichte im Jahre 1938, nach der Annexion Österreichs, durch den Zustrom von allein 205019 Reichsdeutschen mit 311975 Nächtigungen ihr bisher höchstes Maß. Bis zum Jahre 1938 bildeten die Österreicher im Fremdenverkehr Innsbrucks einen ziemlich verläßlichen Grundstock, dessen Höhe, wie die nachfolgende Über- sicht zeigt, von 1928 an zwischen 90956 und 62506 schwankte, und im Maximum 55%, im Minimum 34% der Gesamtfrequenz betrug. Fremdenjahr 1927/28 1928/29 1929/30 1930/31 Österreichische Gäste Zahl 90956 86 620 89 296 84005 74645 Perzentueller Anteil an der Gesamtfrequenz 37% 34% 36% 42% 41% IT 1931/32 1932/33 1933/34 1934/35 1935/36 1936/37 (1937/38 69284 62505 65924 70640 76004 56070 51% 54% 51% 55% 49% 18%) Unter den Ausländern waren die Reichsdeutschen seit 1924/25, mit Ausnahme des Jahres 1925/26, das offenbar wegen währungspolitischer Schwierigkeiten 229 einen Rückschlag brachte, ununterbrochen bis 1933 mit den absoluten Zahlen von 72455 bis 124695 und mit perzentuellen Anteilen zwischen 61 und 74% im Durchschnitt mit 64% vorherrschend; nach Verfügung der 1000-Mark-Sperre sank ihre Zahl auf 5073, ihr Anteil an den Ausländern auf 8.8%. Bemerkenswert ist, wie nach der Drosselung der Ausreise der Reichsdeutschen die Zahl der übrigen Ausländer wuchs; in allmählichem Anstieg erreichte sie im Jahre 1937 den Höchst- stand von 84481. Die größten Kontingente an dieser Zahl stellten folgende Länder: 19913 Gäste England Frankreich Tschechoslowakei Niederlande. Italien Schweiz 9882 8728 " 7584 22 7485 " 7126 33 6260 " Vereinigte Staaten von Amerika Nach 1938 gab es keine Gliederung in Österreicher und Reichsdeutsche mehr, die Erhebungsformulare kannten nur mehr Deutsche und Ausländer. Da die Aus- länder durch die Ausweitung des Krieges bis auf einige tausend Italiener wegfielen, bestanden die Gäste zu 98% aus Deutschen und Österreichern; sie wiesen zusammen noch im Jahre 1943 die beachtliche Summe von 225307 auf. Die Kurve der Nächtigungen, auf die es bei der Beurteilung des Fremdenverkehrs eigentlich ankommt, verläuft bis 1934 in etwas stärkerer Reaktion auf wirtschaft- liche und politische Einflüsse fast parallel und in doppelter Höhe mit der Kurve der Meldungen. In den folgenden 8 Jahren vergrößert sich aber ihr Abstand in steilem Anstieg um das Vierfache, erreicht im Jahre 1942 die noch nie dagewesene Höhe von 1243988 und stürzt in den letzten Kriegsjahren, gleich der Fieberkurve eines Sterbenden, jäh unter den bis dorthin tiefsten Stand vom Jahre 1934 auf 176341 herab. In Übereinstimmung mit der graphischen Darstellung gibt die Tabelle XI/4 E₁ die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Fremden in Tagen wieder. Sie betrug in den Jahren 1925 bis 1938 1.7 bis 2.5, im Durchschnitt dieser 13 Jahre rund 2 Tage. Im Jahre 1938 bewirkte der durch Innsbruck flutende Strom Reichsdeutscher ein Absinken auf 1.6 Tage. Als in den folgenden Jahren die Alpenländer als Reichs- luftschutzkeller galten, wurde der Aufenthalt immer länger; die ausgewiesene durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 4.7 und 4.8 Tagen ist für eine Landes- hauptstadt ungewöhnlich. Die Zahlen von 1945 und 1946 müssen entsprechend den völlig geänderten Verhältnissen beurteilt werden: Flüchtlinge und durch die Besatzungsmacht aus ihren Wohnungen Gewiesene füllten vorübergehend die noch brauchbaren Fremdenzimmer. Nach den Zahlen der Tabelle XI/4 E, nimmt Inns- bruck unter den Landeshauptstädten Österreichs wohl den ersten Platz ein, kann aber mit bekannten Sommerfrischorten oder Sportplätzen oder gar mit berühmten österreichischen Bädern, wie Gastein oder Baden bei Wien, nicht im entferntesten konkurrieren. In der Tabelle XI/4 F sind in 6 beispielsweise gewählten Jahren den Hundert- sätzen der Fremdenmeldungen der 4 Herkunftsgruppen die Hundertsätze der Übernachtungen gegenübergestellt. Abgesehen vom Jahre 1938 in dem 205000 Reichsdeutsche zusammen nur auf 290000 Nächtigungen kamen, entfallen in Inns- bruck, im Gegensatz zu Beobachtungen, die sich auf ganz Österreich bezogen, die größten Übernachtungsprozente auf die Gruppe der Reichsdeutschen. 230 Im übrigen sei noch auf die ungleiche Verteilung des Fremdenverkehrs auf das Winterhalbjahr und Sommerhalbjahr hingewiesen. Die Frequenzziffern verhielten sich vor dem Krieg ungefähr wie 1:3; während des Krieges 2:3. Unter normalen Verhältnissen trat bei den Übernachtungen der Unterschied noch stärker hervor; es war daher auch der durchschnittliche Aufenthalt im Winter kürzer als im Sommer. Die Tabelle XI/4 G enthält als Beispiele das Jahr 1931/32 als gutes Durchschnitts- jahr, das Ausnahmejahr 1937/38 und das Jahr 1941/42, das für die Entwicklung während des Krieges typisch ist. In der nachstehenden Übersicht sind die absoluten und die Verhältniszahlen der Fremdenmeldungen von 7 Winter- und 7 Sommer- halbjahren gegenübergestellt. Fremdenmeldungen Fremden- jahr KE Winter- % Sommer- % halbjahr halbjahr 1935/36 41219 26.4 114774 73.6 1936/37 46129 23.8 147 187 76.2 1937/38 61 111 19.5 250 864 80.5 1938/39 101397 34.8 188976 65.2 1939/40 87005 38.9 136502 61.1 1940/41 112644 40.7 163 722 59.3 1941/42 105913 40.9 152947 59.1 Endlich wird mit den Tabellen XI/4 H, und H, die Stellung Innsbrucks im Fremdenverkehr im Vergleich zu 4 anderen Landeshauptstädten Österreichs gekenn- zeichnet. Der vor 1914 unbestrittene Vorrang der Stadt ging zuerst hinsichtlich der Zahl der Meldungen, von 1933 an aber auch in der Zahl der Übernachtungen zugunsten der Stadt Salzburg verloren; die 1920 eröffneten Salzburger Festspiele und der Bau der Großglocknerstraße in den Jahren 1930 bis 1935 taten ihre Wirkung. Während des Krieges fielen, abgesehen vom Jahre 1944, die größeren Zahlen an Übernachtungen fünfmal, an Meldungen zweimal wieder Innsbruck zu. Aus den Tabellen, Übersichten und Kurven und dem Stabdiagramm kann ein instruktives Bild der Entwicklung des Fremdenverkehres in Innsbruck in den be- wegten letzten 22 Jahren gewonnen werden. Ob die daraus zu schöpfenden Er- kenntnisse für die Zukunft irgendwie verwertet werden können, hängt von der politischen und wirtschaftlichen Gestaltung ab, die Österreich und jene Länder erfahren werden, aus denen Innsbruck Gäste erwarten kann. XI/5. Fremdenverkehrsstätten In engster Wechselbeziehung zum Fremdenverkehr steht naturgemäß das Beher- bergungswesen. Die nachstehenden dem Statistischen Handbuch für die Republik Österreich entnommenen Zahlen lassen die Anpassung der gewerbsmäßigen Be- herbergung an die steigende Nachfrage und das gleichzeitige Zurücktreten der privaten Zimmervermietung erkennen, die beim Wiederaufleben des Fremden- verkehrs nach dem ersten Weltkrieg bereitwillig die Rolle eines Aushelfers übernahm, aber ihre Bedeutung schon vor 1938 völlig einbüßte. 231 Fremdenjahr Betriebe und Fremdenbetten vor 1938 Zahl der Betriebe Gewerbl. Beherbergungs- stätten Privathäuser Zahl der Fremdenbetten in gewerbl. Beherbergungs- Privathäusern stätten 1924/25 55 400 2182 TS 500 1925/26 55 400 2182 500 1926/27 55 400 2182 500 1927/28 55 800 2182 2000 1928/29 55 800 2182 2000 1929/30 60 540 2693 1350 1930/31 72 528 3185 913 1931/32 74 554 3200 930 1932/33 74 205 3200 361 1933/34 72 283 3193 500 1934/35 1935/36 69 150 2838 230 78 150 3478 230 Vor den im Jahre 1938 beginnenden Eingemeindungen waren in Innsbruck demnach in 78 gewerbsmäßig betriebenen Fremdenbeherbergungsstätten rund 3500 und in 150 Privathäusern 230 Fremdenbetten verfügbar. Vor der ersten Bombardierung im Dezember 1943 bestanden in allen neun seit 1942 zusammen- geschlossenen Katastralgemeinden Innsbrucks 127 gewerbliche Fremdenbeher- bergungsbetriebe mit 2808 Fremdenzimmern und 4608 Betten. Privatzimmer wurden nur mehr selten angeboten. In der Folgezeit gingen durch Fliegerangriffe in 30 Betrieben 840 Zimmer mit 1329 Betten verloren; durch die Beschlagnahme seitens der Militärregierung und des Wohnungsamtes und durch Instandsetzungs- arbeiten wurden in leichter beschädigten oder unbeschädigt gebliebenen Betrieben 1306 Zimmer mit 2097 Betten ihrem eigentlichen Zweck entzogen. Im Juli 1946, dem Zeitpunkt der Schadenserhebung, konnten daher von ursprünglich 2808 Zim- mern nur 662 (= 23.57%) und von 4608 Betten nur 1182 (= 25.65%) für die Unter- bringung von Fremden verwendet werden. Da die Militärregierung beschlagnahmte Betriebe nach und nach ganz oder teilweise frei gibt und die Wiederinstandsetzung von leichter beschädigten Beherbergungsstätten, wenn auch langsam, trotz aller Schwierigkeiten fortschreitet, ist zu hoffen, daß doch allmählich wenigstens jene Zahl von Zimmern und Betten erreicht werden kann, die notwendig ist, um den gegenwärtig bescheidenen Fremdenzuzug des zweiten Nachkriegsjahres ordentlich unterzubringen. Die beiden Tabellen XI/5 A und B enthalten die einschlägigen Daten, das eine Mal gruppiert nach der Lage, das andere Mal nach der Type der Betriebe, in über- sichtlicher Anordnung. F. 232 Fremdenmeldungen ----- und Fremdennächtigungen in den Jahren 1926-1945 in Innsbruck 1926 1927 1928 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1,200.000 600.000 500.000 400,000 300.000 200.000 100.000 1926 1927 1928 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 1,100,000 1,000,000 900.000 800.000 700.000 600.000 500.000 400.000 300.000 200.000 100.000 Wien/sonstiges Österreich Übriges Ausland Perzentueller Anteil der Herkunftsgruppen an der Gesamtzahl der Fremdenmeldungen Deutsches Reich Diagramm Nr. 13 232 a Innsbrucker Verkehrsbetriebe-A.-G., Stubaitalbahn-A.-G. und Nordkettenbahn A. Straßenbahnlinien 1 und 31) Tabelle XI/1 A Eröffnet: Linie 1 am 15. 7. 1905: Bergisel-Andreas-Hofer-Straße-Maria-Theresien-Straße bis Museumstraße am 18. 11. 1905: bis Conradstraße Linie 3 am 30. 12. 1911: Museumstraße-Lindengasse am 11. 3. 1926: Kaiserschützenplatz-Lindengasse a) Betriebsanlage: (Linie 1...8,686 km Länge der Hauptgeleise: Linie 3...5,711 km (davon 1,604 km gemeinsam) Länge der Nebengeleise: 0,687 km + 1,612 km Bahnhof-Bergisel Spurweite: 1 m b) Fahrbetriebsmittel: Personenwagen: Zahl der Triebwagen: 17 Zahl der Anhängewagen: 15 Zahl der Sitzplätze: 541 Zahl der Stehplätze: 651 Lastwagen: Zahl der Triebwagen: Zahl der Anhängewagen: Hilfsfahrzeuge: Zahl der Triebwagen: Zahl der Anhängewagen: Anhängeschneepflüge: 1 1 Zahl derselben: Schneekehrmaschinen: Zahl derselben: 1 e) Betriebsleistungen: Streckenlänge Jahr am Jahres- Wagen- kilometer Beförderte Personen ende in km 1937 7,087 756036 1195875 Betriebseinnahmen aus Personen- und Gepäcks- beförderung S 512634.93 1940 7,087 853259 1941 7,087 1223305 5810556 5003538 RM 1328 897.90 RM 1631 207.77 1942 7,436 1499740 11091076 RM 2064382.51 1945 7,436 1946 7,436 742837 1202939 8597 586 15397951 S 1786135.80 S 2987040.45 1) Linie 2: Andreas-Hofer-Straße-Fischergasse-Leopoldstraße über Linie 4 nach Mühlau wurde am 5. 11. 1909 eröffnet und 1923 aufgelassen. Linie 5 (an Stelle der am 27. 6. eröffneten und am 15. 8. 1923 aufgelassenen Bahnhof-Rundlinie): Brunecker Straße-Hauptbahnhof- Salurner Straße-Maximilianstraße-Landesgericht bis 1. 8. 1928; von da an Westbahnhof- Landesgericht-Salurner Straße-Hauptbahnhof-Museumstraße-Maria-Theresien-Straße- Anichstraße-Westbahnhof; vom 11. 9. 1929 an Brunecker Straße-Hauptbahnhof; 1936 aufgelassen. 233 Tabelle XI/1 B dean B. Linie 4 nach Hall (Lokalbahn Innsbruck-Hall)¹) Eröffnet: am 1. 6. 1891: Bergisel-Leopoldstraße-Maria-Theresien-Straße-Marktgraben Herzog-Otto-Straße - Rennweg - Karl-Kapferer-Straße - Siebererstraße-Falkstraße-Mühlau-Hall²) seit 10. 12. 1940: Maria-Theresien-Straße bis Mühlau auf Linie 1 mit Schleife Museumstraße Maria-Theresien-Straße Salurner Straße - Hauptbahnhof-Brunecker Straße. Zuerst Dampfbetrieb, vom 28. 8. 1909 an elektrischer Betrieb Bergisel-Landes-Hauptschieẞ- stand, vom 7. 1. 1910 an zur Gänze elektrifiziert. a) Betriebsanlage: Länge der Hauptgeleise: 9,182 km + 4,164 Linie 1 + 0,325 Linie 3 Länge der Nebengeleise: 0,321 km Spurweite: 1 m b) Fahrbetriebsmittel: Personenwagen: Zahl der Triebwagen: Zahl der Anhängewagen: Zahl der Sitzplätze: Zahl der Stehplätze: Lastwagen: Zahl der Triebwagen: Zahl der Anhängewagen: Hilfsfahrzeuge: Zahl der Triebwagen: 6 16 30, 16 je Trieb-, bzw. Anhängewagen 30, 20 5 Zahl der Anhängewagen: 1 Anhängeschneepflüge: A Zahl derselben: 1 Schneekehrmaschinen: Zahl derselben: 1 e) Betriebsleistungen: Streckenlänge Jahr am Jahresende Wagen- Kilometer Beförderte Personen in km 1937 11,339 794119 1010026 1940 11,339 1055686 1140139 Betriebseinnahmen aus Personen- und Gepäcksbeförderung S 400170.12 RM 674488.57 1941 10,605 1104080 1208 899 RM 709019.84 1942 10,605 1156107 2335017 RM 918279.39 1945 10,605 915370 3175778 S 985121.20 1946 10,605 1199 690 3157958 S 1224750.25 1) Die ersten Konzessionäre waren Anton Prantl, Realitätenbesitzer in Mühlau, Louis Hirsch, Bankier, August Riedinger, Fabrikant und Ing. Hermann Dr. v. Schwind. An die Stelle der Genannten trat am 17. 6. 1893 die A.-G. Lokalbahn Innsbruck-Hall in Tirol. 2) 1909 Verlegung des Teilstückes Siebererstraße-Falkstraße in die Kaiserjägerstraße und den letzten Teil des Rennweges. 234 D. Stubaitalbahn³) Eröffnet am 1. 8. 1904 Elektrischer Betrieb a) Betriebsanlage: Länge des Geleises: 18,164 km Spurweite: 1 m Größte Steigung: 45°/00 Seehöhe: Talstation Station Telfes Station Fulpmes 589 m 1003 m 936 m b) Fahrbetriebsmittel: Personenwagen: Zahl der Triebwagen: 2 Zahl der Anhängewagen: 5 Zahl der Sitzplätze: 280 Zahl der Stehplätze: 140 Lastwagen: Zahl der Triebwagen: Zahl der Anhängewagen: Hilfsfahrzeuge: Zahl der Triebwagen: Zahl der Anhängewagen: Anhängeschneepflüge: Zahl derselben: e) Betriebsleistungen: 16 1 2 Tabelle XI/1 D N Streckenlänge Jahr am Jahres- ende in km Wagen- Kilometer Beförderte Personen 1937 18,164 84803 159849 Betriebseinnahmen aus Personenbeförderung und Frachtenverkehr S 145331.66 1940 18,164 87517 460625 RM 354431.81 1941 18,164 93431 622375 RM 517497.03 1942 18,164 95226 682287 RM 610227.73 1945 18,164 61769 1946 18,164 73402 925295 1018625 S 738716.11 S 738153.60 1) Aktiengesellschaft; Direktion und Verwaltung gemeinsam mit den Innsbrucker Ver- kehrsbetrieben 235 Tabelle XI/1 C C. Linie 6 nach Igls (Mittelgebirgsbahn Innsbruck-Igls)¹) Eröffnet am 26. 6. 1900 Zuerst Dampfbetrieb, vom 28. 6. 1936 an elektrifiziert. a) Betriebsanlage: Länge des Geleises: 8,688 km Spurweite: 1 m Größte Steigung: 48.50/00 Seehöhe: Talstation 589 m Station Igls 859 m b) Fahrbetriebsmittel: Personenwagen: Zahl der Triebwagen: Zahl der Anhängewagen: Zahl der Sitzplätze: Zahl der Stehplätze: Lastwagen: Zahl der Triebwagen: Zahl der Anhängewagen: Hilfsfahrzeuge: Zahl der Triebwagen: Zahl der Anhängewagen: 2 7 30, 16 je Trieb-, bzw. Anhängewagen 30, 20 je Trieb-, bzw. Anhängewagen Anhängeschneepflüge: Zahl derselben: e) Betriebsleistungen: 4 ī 2 Streckenlänge Jahr am Jahres- ende in km Wagen- Kilometer Beförderte Personen 1937 8,370 92150 1940 8,370 367 310 1941 8,370 365120 1942 8,370 402610 119091 654000 697 100 1105840 1945 8,370 287731 1081510 1946 8,370 416118 1206128 Betriebseinnahmon aus Personenbeförderung und Frachtenverkehr S 73651.60 RM 277 630.- RM 276040.- RM 402610.- S 387025.85 S 442076.85 1) Am 18. 11. 1927 Verschmelzung der Mittelgebirgsbahn-A.-G. mit der Lokalbahn Inns- bruck-Hall 236 E. Hungerburgbahn¹) (Standseilbahn) Eröffnet am 12. 9. 1906 a) Betriebsanlage und Fahrbetriebsmittel: Bahnlänge: waagrecht 775.50 m schief Spurweite: 1 m 824.00 m 55.5% 18.5% 571.25 m Größte Steigung: Kleinste Steigung: Seehöhe: Talstation Bergstation 854.85 m Höhenunterschied: Wagengewicht: 6.9 t 283.60 m Fassungsraum des Wagens: 60 Personen Drahtseil-Durchmesser: 30 mm Fahrgeschwindigkeit: 1.8 m/s b) Betriebsleistungen: Tabelle XI/1 E Jahr Zahl der Fahrten Wagen- Kilometer Beförderte Personen 1937 19010 31 310 208 256 Betriebseinnahmen aus Personen- und Gepäcksbeförderung S 145931.71 1940 20230 33740 430760 RM 204780.- 1941 20970 34580 680160 1942 20720 34170 854740 RM 347 660.- RM 453 200.- 1945 17940 29438 836483 S 376597.61 1946 20480 33755 778932 S 430068.22 1) Am 1. 1. 1907 wurde die in Eigenregie von Ing. Josef Riehl erbaute Bahn von der Lokal- bahn-A.-G. übernommen. ando 237 Tabelle XI/1 F F. Nordkettenbahn¹) (Seilschwebebahn) Hungerburg-Seegrube eröffnet am 8. Juli 1928 Seegrube Hafelekar eröffnet am 20. Juli 1928 a) Betriebsanlage und Fahrbetriebsmittel: Hungerburg-Seegrube Bahnlänge: waagrecht 2,689 km schief 2,885 km Größte Steigung: 49.0% Kleinste Steigung: 12.0% Seehöhe: Talstation Hungerburg: 860 m Seegrube: Höhenunterschied: Gewicht der Kabine: 1.2 t 1905 m 1045 m Fassungsraum der Kabine: 30 Personen Durchmesser des Tragseiles: 52.5 mm Durchmesser des Zugseiles: 27.0 mm Telfoa Fahrgeschwindigkeit: 3.6 bis 4.5 m/s Seegrube-Hafelekar Bahnlänge: waagrecht schief Größte Steigung: Kleinste Steigung: Seehöhe: Seegrube: Hafelekar: 0,680 km 0,752 km 59.0% 21.0% 1905 m 2260 m Höhenunterschied: 355 m Gewicht der Kabine: 1.2 t Fassungsraum der Kabine: 30 Personen Durchmesser des Tragseiles: Durchmesser des Zugseiles: 49 mm 30 mm Fahrgeschwindigkeit: 2.5 bis 3.5 m/s b) Betriebsleistungen: Jahr Zahl der Fahrten Fahr- Kilometer Berg- und talwärts Einnahmen aus Personen- beförderte Personen und Gepäcksbeförderung mit Fahrkarten Hungerburg-Seegrube 1937 5755 16603 1940 7444 21476 95953 149134 1941 10398 29989 262 236 1942 10864 31343 320544 1945 9115 26296 203035 1946 8793 25367 251495 Seegrube-Hafelekar Beide Strecken zusamm. RM 319262.90 RM 621489.35 RM 798007.19 S 549933.87 S 570835.43 1937 9580 7209 84009 1940 11886 8944 122887 1941 15222 11454 211323 siehe oben 1942 16104 12118 260 541 1945 11213 8434 132216 1946 11952 8993 162850 1) Die Nordkettenbahn ist ein Betrieb der Stadtwerke Innsbruck. 238 G. Patscherkofelbahn¹) (Seilschwebebahn) Eröffnet am 14. 4. 1928 a) Betriebeanlage und Fahrbetriebsmittel: Bahnlänge: waagrecht 3,531 km schief 3,788 km Größte Steigung: 49.0% Kleinste Steigung: 14.2% Seehöhe: Talstation 903 m Mittelstation 1141 m 1948 m 1045 m Bergstation Höhenunterschied: Gewicht der Kabine: 1110 kg 30 Personen Fassungsraum der Kabine: Durchmesser des Tragseiles: Durchmesser des Zugseiles: Fahrgeschwindigkeit: 3.5 m/s b) Betriebsleistungen: 49 mm 25 mm Tabelle XI/1 G Jahr Zahl der Fahrten Fahr- Kilometer) Berg- und talwärts Einnahmen aus Personen- beförderte Personen und Gepäcksbeförderung 1937 8820 16710 1940 9974 18990 67 243 107990 1941 11474 23630 170320 S 122040.- RM 175880.- RM 309 270.- 1942 14582 29120 252040 RM 464390.- 1945 10474 19832 1946 11356 21 460 152781 162141 S 274143.- S 275159. 1) Am 31. 12. 1940 Verschmelzung der Patscherkofelbahn mit der Lokalbahn-A.-G. 2) Fahr-Kilometer zeigen bei den Seilschwebebahnen im Gegensatz zu den Wagen-Kilometern nicht die von den Kabinen zurückgelegte Strecke an, sondern die Länge des über die Welle gelaufenen Zugseiles. Da bei der Patscherkofelbahn jede Kabine nur bis zur Mitte der Strecke fährt, wird das Seil nur in seiner halben Länge beansprucht. Die Fahr-Kilometer der Patscher- kofelbahn betragen daher bei jeder Fahrt die Hälfte der ganzen Strecke, während sie bei der Nordkettenbahn in jedem Abschnitt gleich der von einer Kabine zurückgelegten Strecke sind. 239 Tabelle XI/1 H, H₂ H₁. Autobus- und Obus-Linien H. Verkehrsunternehmen Stubaital Eröffnung der ersten zwei Autobus-Linien Hötting und Wiltenberg im August, der Pradler Linie im Dezember 19281). Eröffnung der Dörfer-Linie am 4. 10. 1930). Eröffnung der Obus-Linien A (Hötting) am 26. 6., B (Pradl) am 9. 8., C (Wiltenberg) am 8. 4. 1944. Eröffnung des Verkehrsunternehmens Stubaital am 29. 10. 1926³). I. Betriebsanlagen und Fahrbetriebsmittel H₁. Autobus- und Obus-Linien a) Betriebsanlage: Länge der Oberleitung: 20,500 km b) Fahrbetriebsmittel: Zahl der Autobusse: H. Verkehrsunternehmen Stubaital 8 Zahl der Obusse: 9 Fahrbetriebsmittel: Zahl der Anhängewagen: 2 Zahl der Autobusse: Zahl der Stehplätze:" je 15-30 je 16-32 insges. 875 Zahl der Sitzplätze: II. Betriebsleistungen 4 Zahl der Sitzplätze: je 30 Zahl der Stehplätze: je 10 (In Klammern: km und Personen, die von den Gesamtsummen auf die Dörfer-Linie entfallen.) Streckenlänge Jahr am Jahresende in Kilometer 1937 1940 1941 1942 1945 32.8 1946 32.8 Wagen- Kilometer Beförderte Personen H₁. Autobus- und Obus-Linien 67225 559 340 (80 680) 434520 (81000) 160200 (81350) Betriebseinnahmen aus Personen- und Gepäcksbeförderung 27744 45664.25 1610590 384930.- (211070) 1404180 375600.- 259 180. 2537 960 3383533 (258 840) 595 790 (322050) 318074 426 159 H. Verkehrsunternehmen Stubaital 471515.30 696801.25 1937 30.0 109 358 1940 30.0 82400 1941 30.0 1942 30.0 83766 75508 45328 85959 106 232 130009 1945 30.0 1946 30.0 26 360 52822 69177 109861 115646.50 124 609.29 194711.04 207 790.82 60400.60 99928.50 1) Anfänglich,,Kraftverkehr Innsbruck", Besitzer Hermann Egger; im Mai 1939 Über- nahme durch die Lokalbahn Innsbruck-Hall, aufgelassen mit der Eröffnung der Obus- Linien. 2) Zuerst,,Kraftverkehr Mühlau", im Oktober 1939 Übernahme durch die Lokalbahn Innsbruck-Hall. 3) Leo Bayr, zuerst Alleininhaber des Verkehrsunternehmens,,Stubaital", schließt sich am 17. 12. 1930 mit der Stubaitalbahn zu einer G. m. b. H. zusammen, am 3. 7. 1940 über- nimmt die Stubaitalbahn das Unternehmen allein. 240 16 Betriebsleistungen in den Jahren 1937 und 1946 Perzentuelle Unterschiede Benennung des Zl. Jahr Betriebes Wagen- Kilometer nterschied in % Beförderte Personen Unter- schied in % Tabelle XI/1 J Brutto- Betriebs- einnahmen Unter- schied Straßenbahn-Linien 1937 756036 100 1195875 100 512634 100 1 1 und 3 1946 1202939 159 15397 951 1287 2987040 582 Straßenbahn-Linie 4 1937 794116 100 1010026 100 400170 100 2 nach Hall 1946 1199 690 151 3157958 312 1224750 306 Straßenbahn-Linie 6 1937 92150 100 119091 100 73651 100 3 nach Igls 1946 416118 451 1206 128 1012 442076 600 1937 4 Stubaitalbahn 1946 84803 100 73402 159 849 100 145 331 100 86 1018625 637 738153 507 1937 1727105 100 2484841 100 1131 786 100 Summe 1-4 1946 2892149 167 20780662 836 5392019 476 5 Hungerburgbahn 1937 31 310 100 208 256 100 145931 100 (Standseilbahn) 1946 33755 107 778932 374 430068 294 Patscherkofelbahn 1937 33420 100 67 243 100 122040 100 6 (Seilschwebebahn) 1946 42920 128 162141 241 275 159 225 Autobus- und Obus- 1937 7 Linien 1946 67225 426159 633 100 27 744 100 45664 100 3383533 12195 696801 1525 Verkehrsunternehmen 1937 8 Stubaital 1946 109358 100 52822 45 328 100 115646 100 48 109861 242 99928 86 1937 Summe 1-8 1946 1968418 100 3447805 175 2833412 25215129 100 1561067 100 889 6893975 441 Nord- ketten- 1. Abschn. 2. Abschn. 33206 100 95953 100 1937 279415 100 7209 100 84009 100 bahn 9 (Seil- schwebe- bahn) 1. Abschn. 2. Abschn. 50734 152 251495 262 1946 570835 204 8993 124 162850 193 p 241 in % Benennung des Betriebes Betriebseröffnung Innsbrucker Verkehrsbetriebe-A.-G., Stubaitalbahn-A.-G. des Eigen- tümers Name der betriebs- führenden Unternehmung des Betriebes Spurweite Betriebsart Über- Betriebslänge in km Erstiegene Höhe in m Endhöhe in m ü. d. M. 15.7. Straßenbahn-Linie 1 1905 Innsbrucker Straßenbahn-Linie 3 30.12. 1911 Verkehrsbetriebe-A.-G. 1 m Elektr. be- triebene Reibungs- bahn 7,436 Straßenbahn-Linie 4 1. 6. 1 m 10,605 nach Hall 1891 " Straßenbahn-Linie 6 26.6. 270 1 m 8,370 nach Igls 1900 99 859 A.-G. Stubaitalbahn 1. 8. Stubaital Innsbrucker Verkehrs- 347 1 m 18,164 1904 bahn betriebe-A.-G. 936 Reibungsbahnen/ Elektr. be- Hungerburgbahn 12.9. 1906 Innsbrucker triebene 284 Verkehrsbetriebe-A.-G. 1 m 0,824 Stand- 855 seilbahn 8. 7. Elektr. be- 1045 1. Abschn. Nord- 1928 Stadt- Stadtwerke triebene 2,885 1905 kettenbahn 2. Abschn. 20.7. gemeinde Innsbruck Innsbruck Seilschwebe- 0,752 355 1928 bahn 2260 14. 4. Innsbrucker Patscherkofelbahn 1928 Verkehrsbetriebe-A.-G. " 3,788 1045 1948 Seilbahnen/ Autobus-Linien 1928 Innsbrucker Obus-Linien 1944 Verkehrsbetriebe-A.-G. Diesel Elektrisch 32,800 A.-G. Innsbrucker 415 Verkehrsunternehmen 29. 10. Stubaital- Stubaital 1926 bahn Verkehrs- betriebe-A.-G. Benzin 30,000 993 Kraftfahrlinien/ Angaben der,,Innsbrucker Verkehrsbetriebe" und der Stadtwerke Innsbruck. 242 16 sicht mit Verkehrsunternehmen Stubaital, Nordkettenbahn Fahrbetriebsmittel) Personenwagen Betriebeleistungen 1946 Größte Steigung n Promille Geschwindigkeit 22 km Triebwagen Anhängewag. Seilbahnwag. Kabinen Autobus Obus Zl. Plätze Zl. Plitze Zl. Plitze Lastwagen Hilfsfahrzeuge Schneekehrm chine (K) An- Tabelle XI/1 K Brutto- Wagen- Kilometer Beförderte Personen Betriebs- einnahmen 177 17 652 15 540 22) 1 (K) 1202939 15397951 2987 040 360 16 576 5 1 1 (K) 1199 690 3157958 1224750 22-40 km Bergfahrt 48.5 30,Talfahrt 2 25 km 62 120 7 252 41 2 416118 1206128 442076 45 199 25 km 2 120 5 300 16 12 73402 1018625 738 153 Summe 27 1252 43 1668 25 5 2 (K) 2892149 20780662 5392019 5 555 1.8 m/s 2 120 33755 778932 430068 490 3.6-4.5m/s 2 60 50734 251495 570835 590 2.5-3.5m/s 490 3.5 m/s 12 30 8993 162850³) 60 42920 162141 275159 Summe 7 270 136402 1192568 1276062 2 100 8 280 40 km 426159 3383533 696 801 9 495 - 4 160 52822 109861 99928 Summe 1) Stand vom Juni 1947. 2 100 21 935 478981 3493 394 796729 2) Darunter 1 Triebwagen. 3) Wurde bei der Summierung nicht mitgezählt. 243 244 Art der Fahrzeuge Tabelle XI/2 Kraftfahrzeuge und Fahrräder in Innsbruck Kraftfahrzeugbestand im Dezember 19341) Krafträder Kleinkrafträder Personenkraftwagen Lastkraftwagen Insgesamt 411 292 606 289 1598 Kraftfahrzeugbestand im Dezember 19462) Erfaßt von Treibstoff kehrsstelle Innsbruck-Stadt dem Landes- straßenver- kehrsamt Benzin Heizöl (Dieselmotor) Permagas, Holz, Holz- kohle, Kohle Elektrizität zusammen Kraftfahrzeuge Motorräder 446 105 551 Personenkraftwagen 169 151 296 6 18 Lastkraftwagen. 551 77 265 120 242 11- 551 320 628 Traktoren 12 3 13 2 15 Autobusse 17 21 11 16 11 Spezialfahrzeuge 20 36 30 19 7 EI 38 56 Insgesamt 1215 393 1153 174 269 12 1608 Fahrräderbestand im Dezember 1934 Fahrräderbestand im Dezember 1946³) 6100 (schätzungsweise)") 32904 (fahrbereit) 4220 (nicht fahrbereit) 1) Bericht des Stadtpolizeiamtes Innsbruck. 2) Angaben der Erfassungsstellen. 3) Angabe des Städtischen Wirtschaftsamtes. Tabelle XI/3 B Die Straßenverkehrsunfälle im Jahre 1946 nach dem Unfallschaden 28 Unfälle mit 29 getöteten Personen 99 Unfälle mit 114 schwerverletzten Personen 138 Unfälle mit 172 leichtverletzten Personen 225 Unfälle mit schweren und leichten Sachschäden Die Straßenverkehrsunfälle im Jahre 1946 nach Unfallschäden und Monaten Unfälle mit schwer- Monat getöteten verletzten leicht- verletzten Summe nur Sachschaden Personen Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember 3113632223IL 8 17 31 59 7 4 26 37 13 9 10 32 5 11 7 14 37 17 14 19 56 6 10 21 40 6 14 16 38 10 12 16 40 6 20 11 14 2 8 2 9 AROM 19 47 6 34 10 21 37 49 Insgesamt 28 99 138 225 490 Die an den Straßenunfällen im Jahre 1946 beteiligten Verkehrsteilnehmer In 28 Fällen Militärfahrzeuge untereinander, in 208 Fällen Zivilfahrzeuge untereinander, in 254 Fällen Militärfahrzeuge mit Zivilfahrzeugen oder Fußgängern oder Zivilfahrzeuge mit Fußgängern. 246 Tabelle XI/3 C Straßenkreuzungen und Straßenzüge mit den häufigsten Verkehrsunfällen i. J. 1946 Unfallstellen Straßenkreuzungen Kaiserjägerstraße-Siebererstraße darunter Unfälle bei denen Personen Unfälle insgesamt verletzt getötet wurden Museumstraße-Amraser Straße Museumstraße-Ing.-Etzel-Straße Museumstraße-Brunecker Straße Museumstraße-Sillgasse-Meinhardstraße Museumstraße-Wilhelm-Greil-Straße Museumstraße-Erlerstraße Burggraben-Maria-Theresien-Straße-Markt- graben Anichstraße-Maria-Theresien-Straße Straßenzüge ohne die angeführten Kreuzungen Ing.-Etzel-Straße Museumstraße Maria-Theresien-Straße Burggraben Leopoldstraße | || 1221 5344643 6 3 80 14 14 1-111 7414 15 6 4 10128 247 248 Fremdenverkehr in Innsbruck in den Fremdenjahren 1924/25 einschließlich 1935/36 (Fremdenjahr 1. 11.-31. 10.) Meldungen (M) und Übernachtungen (C) in Jahressummen Tabelle XI/4 A Ständiger Wohnsitz Herkunftsgruppe 1924/25 1925/26 1926/27 1927/28 1928/29 1929/30¹) M Ü M Ü M Ü M Ü M Ü M Ü Wien 25337 64399 Sonstiges Österreich 42673 103244 Deutsches Reich 72455 185 299 Übriges Ausland 30569 81 589 56540 79 785 105429 249099 18254 44332 32446 34264 37162 63394 35273 59462 34636 58370 33394 65438 90258 101574 203544 55 683 92492 51984 83015 55902 59 640 125672 36124 133347 Insgesamt 231 171 143 208 171034 434531 190393 429 756 240 298 490 543 240611 516384 254864 573988 247 228 559 691 111311 236 238 124 695 312708 38 344 128 192 43549 119895 96 487 61445 1930/312) 1931/32 1932/33³) 1933/34 1934/35 1935/36 M Ü M Ü M Ü M Ü M Ü M Ü 34848 72627 30045 68592 30831 63573 28128 45 366 49157 89127 44600 84638 38453 70605 34374 56280 74762 159840 73770 183040 23998 44450 5073 7647 42462 82641 32754 70486 41426 87454 48486 90430 31077 60724 33373 77212 34847 64235 37267 82780 5708 7432 11234 18972 58990 128 219 74119 140895 Insgesamt 201 229 404 235 181 169 406 756 134708 266082 116061 199 723 130 622 260610 155993 319859 Die Zahlen der Tabelle sind aus den Jahrgängen 1926-1936 des Statistischen Handbuches für die Republik Österreich entnommen; im Jahrgang 1926 wurde das erste Mal als Fremdenjahr der Zeitraum vom 1. November bis 31. Oktober angenommen. 1) Turnerfest, 16563 Turner mit 66212 Übernachtungen. 2) 100-M-Sperre vom 1. Juli 1931 an. 3) 1000-M-Sperre vom 1. Juni 1933 an. Wien Sonstiges Österreich Deutsches Reich Übriges Ausland Fremdenverkehr in Innsbruck in den Fremdenjahren 1935/36 einschließlich 1945/46 Meldungen (M) und Übernachtungen (U) in Monats- und Jahressummen Tabelle XI/4 B M Fremden- Nov. jahr Dez. Jänner Febr. März April Mai Juni Juli August Sept. Okt. Insgesamt M 1935/36 M 1936/37 1937/38 Ü 1940/41 1941/42 M 1942/43 1943/44 M M 1944/45 Ü NO NO NO NO NO NO NO NO NO NO 5494 4939 6047 9164 7425 8150 9479 14271 24889 Ü 8162 9632 13229 26614 21654 18766 21933 32854 44370 34015 21 811 10309 155993 59 896 41337 21412 319859 6400 5804 6805 Ü 14660 14454 7128 10447 9545 18249 17 658 22467 21736 14075 18151 33085 30719 42409 59190 43087 25928 12861 193316 76502 50152 29 966 398162 M 7581 6202 7938 7685 10651 21054 20539 19356 22173 19171 23841 32132 26338 39279 55992 38736 54305 78742 67 520 41 196 20539 311975 104923 69 701 38845 522464 M 12813 7207 13183 17515 23462 27217 32473 37183 50 660 46011 12936 9713 290373 1938/39 Ü 22410 11142 31284 42618 50895 52584 55879 78362 83928 77735 65351 35537 607725 M 11348 11100 14090 14608 19493 16366 1939/40 Ü 26795 38176 53975 51725 68800 57 853 17873 17281 24033 30684 25984 20647 66480 68906 88063 97488 91286 223507 85311 794858 M 15572 15176 18649 Ü Ü 67028 M 16826 16611 17285 85396 83363 63071 20122 88642 92571 103 252 24329 18796 21007 88549 97 648 24014 99 335 114700 119938 30470 32751 31423 24057 276366 109 464 99 894 1144092 15989 19640 19562 22497 84674 82417 93942 95 727 107 484 25989 127 454 26855 27738 27890 21 978 258860 138764 116574 129 597 98596 1243988 17013 16577 18174 17129 20542 20642 21 359 Ü 18228 68 263 62341 60427 71255 8859 45646 48326 49869 72569 82741 80671 82651 21 254 22633 91942 102773 19939 19864 18091 233217 89738 78 259 78803 954170 9852 9861 10647 10951 48 635 50748 11960 11838 83817 55071 13641 15322 58742 60154 10599 8331 140089 51 353 46008 666632 9972 47952 3550 3444 4117 3443 27717 24424 29 085 22629 683 2451 152 2378 95 2043 515 5114 446 3946 471 414 27 302 3799 4803 176341 1945/46 233 4226 223 4130 327 4123 377 4424 312 3201 321 3219 662 4926 659 4829 672 4959 650 5068 514 1083 4327 5388 6033 52820 249 10 Fremdenverkehr in Innsbruck in den Fremdenjahren 1935/36 einschließlich 1945/46 Meldungen und Übernachtungen nach Herkunftsländern Tabelle XI/4 C Herkunftsland 1935/36 1936/37 1937/38 1938/39 1939/40 1940/41 Ständiger Wohnsitz M Ü M 0 M Ü M Ü M Ü M Ü Wien 33373 77212 34899 Sonstiges Österreich 37267 82780 41 105 82641 104524 56070 135929 264021 544 691 217412 768 266 271860 1121 423 Deutsches Reich, Danzig 11234 18972 32831 49 428 205019 290511 Schweiz, Liechtenstein 10327 15048 7126 10985 4286 7582 1910 3902 225 480 149 657 Italien 8826 17228 7485 14450 9776 20067 8256 24023 4529 21234 3353 17823 Jugoslawien 573 1372 1590 2352 675 1582 627 1999 127 292 91 690 Ungarn 2428 4590 3342 6774 1634 3406 1766 3833 78 436 119 198 Rumänien 528 1202 873 1379 743 1465 350 1186 34 72 41 141 Tschechoslowakei 7110 12201 8728 14621 4541 7578 758 2322 364 1195 59 255 Polen 602 1032 882 1566 463 938 145 438 32 107 7 68 Litauen, Lettl., Estl., Finnl. 132 287 301 610 640 1008 465 1167 19 84 11 16 Norwegen, Schweden, Dänem. 2190 3127 2986 4219 3473 4746 3080 4543 95 156 79 157 Niederlande 7166 13806 7584 15613 4316 9087 1918 4513 66 808 99 292 Belgien, Luxemburg 3828 6125 3306 5052 2518 3571 454 607 11 559 48 897 Großbritannien, Irland 13951 35230 19913 46997 7939 15747 2047 4601 4 4 Frankreich, Monaco 9458 16521 9882 17553 2881 5814 548 1169 3 3 6 50 Spanien, Portugal 383 821 153 578 165 399 113 170 38 67 17 138 Albanien, Griechenland 202 492 246 491 236 511 294 1237 33 52 63 204 Bulgarien, Türkei Rußland u. russ. Asien 20 37 6 9 4 39 189 239 15 36 14 40 Übriges Asien 488 1216 586 1384 545 1395 307 1660 105 177 84 160 Afrika, Australien 872 1781 1470 2910 1082 2243 511 1153 46 63 1 1 Vereinigte Staaten von Nordamerika 4882 8473 Übriges Amerika 96 155 6260 1595 2774 10688 4120 7273 1811 2762 93 184 12 14 772 1288 575 1041 86 254 13 13 Sonstiges Ausland Insgesamt 57 167 564 77 285 155993 151 319 859 193316 398 162 311975 522464 290 373 607 725 223 507 794858 276 366 1144092 228 469 92 329 240 855 1941/42 Herkunft M Inland Ausland 254417 4443 Insgesamt Ü 1217081 26907 258 860 1243988 233 217 954170 140089 666 632 1942/43 1943/44 1944/45 1945/46 7910 M 225 307 900400 53770 Ü M 136 692 3397 0 623138 43494 M Ü M 0 25 388 146884 1914 29457 4634 38764 1399 14056 27 302 176341 6033 52820 Tabelle XI/4 D Perzentueller Anteil der Herkunftsgruppen an der Gesamtzahl der Meldungen in den Fremdenjahren 1928/29 bis einschließlich 1941/42 Fremden- jahr 1.11.-31.10. Herkunftsgruppen Fremden- meldung. Hundert- satz Anmerkung 1928/29 Wien Sonstiges Österreich Deutsches Reich Übriges Ausland 34636 14 Günstigstes Fremdenjahr vor der 20 Einverleibung 51984 124695 49 34549 17 Insgesamt 254864 100 Wien 33 394 13 Sonstiges Österreich 55902 23 1929/30 Deutsches Reich 96487 39 Übriges Ausland 61445 25 Insgesamt 247 228 100 Wien 34848 17 Sonstiges Österreich 49157 25 1930/31 Deutsches Reich Übriges Ausland. 74762 37 42462 21 Insgesamt 201 229 100 Wien 30045 16 Sonstiges Österreich 44 600 1931/32 Deutsches Reich 73770 Übriges Ausland 32754 41 18 Insgesamt 181169 100 Zusammenbruch der Creditanstalt. Steigende Arbeitslosigkeit. 1. Juli: 100-M-Sperre 25 27. Mai: Kabinett Dollfuß. August: Lausanner 300-Mill.-Anleihe. Beginn des politischen Terrors. Warnung der Fremden nach Österreich zu kommen Wien Sonstiges Österreich 1932/33 Deutsches Reich Übriges Ausland Insgesamt Wien 1933/34 Sonstiges Österreich Deutsches Reich Übriges Ausland Wien 1934/35 Insgesamt Sonstiges Österreich Deutsches Reich Übriges Ausland Insgesamt 30831 23 7. März: Rücktritt des Präsidiums 38453 28 des Nationalrates autorit. Regime 23998 18 gestützt auf das Ges. v. 24. 7. 1917, 41426 31 RGBI. 3071). Mai: Gründung der Vaterl. Front, 26. 5. Verbot d. kom- mun., 19. 6. d. nationalsoz. Partei. 29. Mai: 1000-M-Sperre 134708 100 28128 24 34378 30 5073 4 48486 42 116061 100 31077 24 34847 27 5708 4 58990 45 130622 100 12. Febr.: Soz. Umsturzversuch. Ver- bot d. soz. Partei. 1. Mai: Ständever- fassung. Umsturz versuch der Natio- nalsoz. Dollfuß-Ermordung, Schusch- nigg Kanzler. Röm. Protok. (wirtsch. Vereinbarg. m. Italien u. Ungarn) Ausbau der Verfassung und der Vaterländischen Front 1) § 1 des Gesetzes v. 24. 7. 1917, RGBl. 307, ermächtigte die Regierung während der Dauer der durch den Krieg hervorgerufenen außerordentlichen Verhältnisse durch Verordnung die notwendigen Verfügungen zur Abwehr wirtschaftlicher Schädigungen zu treffen. 251 252 Tabelle XI/4 D (Fortsetzung) Fremden- jahr 1.11.-31.10. Herkunftsgruppen Fremden- meldung. Hundert- Anmerkung 1935/36 1936/37 Wien 1937/38 Deutsches Reich Übriges Ausland Insgesamt Deutsches Reich 1938/39 Ausland Insgesamt 264021 26352 290373 100 Deutsches Reich 1939/40 Ausland 217412 6095 97 Wien Sonstiges Österreich Deutsches Reich Übriges Ausland Wien 33373 21 11. Juli: Pol. Abkommen m. Deutsch- land. 28. Aug.: Aufhebung der 1000-M-Sperre. 1. Okt.: Allgem. Wehrpflicht 37267 11234 74 119 24 7 48 Insgesamt Sonstiges Österreich Deutsches Reich Übriges Ausland 155993 100 34899 18 41105 21 32831 17 84481 44 Insgesamt 193316 100 Sonstiges Österreich Innerpol. Entspannung trotz Hem- mungen, wirtsch. Aufbau, Rückgang der Arbeitslosigkeit 11. Febr.: Berchtesgaden 13. März 1938: Einverleibung Öster- 56070 18 205019 66 reichs 50886 311975 100 Höchstzahl an Fremdenmeldungen 91 1. Sept.: Krieg mit Polen 9 3. Sept.: Krieg mit England und Frankreich 9. April: Krieg mit Norwegen 3 Insgesamt Deutsches Reich 1940/41 Ausland 271860 4506 98 Insgesamt Deutsches Reich 1941/42 Ausland Insgesamt 223507 100 2 276366 100 2 254417 4443 258860 100 11. Juni: Waffenstillstand mit Frankreich 27. März: Jugoslawien bricht Drei- Mächte-Pakt 6. April: Krieg gegen Jugoslawien und Griechenland 22. Juni: Krieg gegen Rußland 8. Dez. 1941: Kriegserklärung Japans an USA. und England 11. Dez. 1941: Kriegserklärung Deutschlands u. Italiens an die Vereinigten Staaten von Amerika 10. Mai: Einrücken in Holland, Bel- gien und Luxemburg speries Tabelle XI/4 E₁ Durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Fremden in Innsbruck Fremden- jahr Über- Mel- nach- Durchschn. Aufenthalt 1.11.-31.10. dungen tungen Fremden- jahr in Tagen 1.11.-31.10. 1.11.-31.10 dungen Mel- Übernach- Durchschn. tungen Aufenthalt in Tagen 1924/25 171034 434531 2.5 1935/36 155992 319859 2.0 1925/26 190393 429 756 2.2 1936/37 193316 398162 2.0 1926/27 240 298 490543 2.0 1937/38 311975 522464 1.6 1927/28 240611 516384 2.1 1938/39 290373 607 725 2.1 1928/29 254864 573988 2.2 1939/40 223507 794858 3.5 1929/30 247 228 559 691 2.2 1940/41 276366 1144092 4.1 1930/31 201 229 404 235 2.0 1941/42 258 860 1243988 4.8 1931/32 181 169 406 756 2.2 1942/43 233 217 954170 4.1 1932/33 134708 266082 2.0 1943/44 140089 666 632 4.7 1933/34 116061 199 723 1.7 1944/45 27 303 176341 6.5 1934/35 130622 260610 2.0 1945/46 6033 52820 8.7 Tabelle XI/4 E Vergleiche mit anderen Landeshauptstädten, mit Sommerfrisch-, Sport- und Badeorten. Fremdenjahr 1928/29 Fremdenverkehrsort Meldungen Über- Durchschn. nachtungen Aufenthalt Linz 163140 212536 1.3 Salzburg 272483 505914 1.8 Graz 168049 253894 1.5 Klagenfurt 66271 100710 1.5 Innsbruck 254864 573988 2.2 Igls 5319 62236 11.7 Fulpmes 7693 65405 8.5 Seefeld 14699 180713 12.2 Kitzbühel 19361 216248 11.1 Baden bei Wien 49 203 993213 20.1 Bad Ischl 34051 322146 9.4 Bad Gastein 36451 519074 14.2 253 Tabelle XI/4 F Zahl Wien Sonstiges Österreich 1928/29 Deutsches Reich Übriges Ausland 34636 Gegenüberstellung der Hundertsätze der Meldungen und Übernachtungen der Herkunftsgruppen in 6 Fremdenjahren Fremden- jahr 1.11.-31.10. Herkunftsgruppen Übernachtungen Hundert- Anmerkung Höchstzahl von Meldungen Meldungen Hundert- Zahl satz satz 14 58370 10 51984 20 83015 14 124695 49 312708 55 und Übernachtungen vor der Annexion 34549 17 119895 21 Insgesamt 254864 100 573988 100 Wien 33394 13 59 640 11 Sonstiges Österreich 55902 1929/30 Deutsches Reich 96487 39 Übriges Ausland 61445 25 Insgesamt 247228 100 Wien 34848 17 Sonstiges Österreich 49157 25 1930/31 Deutsches Reich 74762 37 Übriges Ausland 42462 21 Insgesamt 201229 100 Wien 30045 16 Sonstiges Österreich 44600 25 1931/32 Deutsches Reich 73770 41 Übriges Ausland 32754 18 Insgesamt 181169 100 32288 125672 22 231171 41 143208 26 559 691 100 72627 18 89127 22 159840 40 82641 20 404 235 100 68592 84638 21 183040 45 70486 406756 100 888 17 17 Wien Sonstiges Österreich } 56070 18 135929 26 Höchstzahl an Fremden- 1937/38 Deutsches Reich 205019 66 290511 56 meldungen Übriges Ausland 50886 16 96024 18 Insgesamt 311975 100 522464 100 Deutsches Reich 254417 98 1217081 98 1941/42 Ausland 4443 2 26907 2 Höchstzahl an Übernachtungen Insgesamt 258860 100 1243988 100 254 Tabelle XI/4 G Verhältnis des Winterhalbjahres zum Sommerhalbjahr Absolute und Verhältniszahlen des Fremdenverkehrs in Innsbruck in 3 Fremdenjahren Meldungen (M) und Übernachtungen (Ü) im Fremdenjahr (1. 11.-31. 10.) Hundertsatz a) im Winterhalbjahr Durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Tagen a) im Winterhalbjahr b) im Sommerhalbjahr a) i. Winterhalbjahr b) im Sommerhalbjahr b) i. Sommerhalbjahr 1931/32 M 181 169 Ü 406 756 M 311975 M (b) 130026 Ub) 344914 M (b) 250 864 51143 M (a) 28.2 (b) 71.8 61842 Ü (a) 15.2 (b) 84.8 a) 1.2 b) 2.6 1937/38 61111 M (a) 19.5 (b) 80.5 t 522464 Ü 137212 385252 Ü (a) 26.2 a) 2.2 (b) 73.8 1.5 1941/42 M 258 860 U 1243988 (a) 105913 M152947 (a) 525519 M Ja) 40.9 (b) 59.1 U (b) 718469 Ü (a) 42.2 a) 4.9 (b) 57.8 b) 4.6 255 256 Innsbruck und 4 Landeshauptstädte Meldungen (M) und Übernachtungen (U) in den 12 Fremdenjahren 1924/25-1935/36 (Berechnungszeitraum: 1. Nov. bis 31. Okt.) Tabelle XI/4 H₁ Landes- 1924/25 1925/26 1926/27 1927/28 1928/29 1929/30 hauptstadt M Linz Salzburg Graz U M 127015 150845 126 238 151 125 136526 163450 213238 416441 230 292 411094 272488 382670 198438 253840 180771 Ü M U M Ü M 0 M Ü 162887 198182 163140 212536 163471 214336 245554 458 583 295 447 523 718 272 483 505914 240020 178354 557 270 168049 253 894 263 391 473410 171508 264822 Klagenfurt 52134 52134 Innsbruck 171034 434531 Landes- hauptstadt 1930/31 48700 82622 190393 429 756 1931/32 72270 256867 94800 205 807 66271 100710 240 298 490 543 240611 516384 1932/33 1933/34 254864 573 988 1934/35 69 801 111021 247 228 559691 1936/36 M 0 M Ü M Ü M 0 M Ü M Ü Linz 150727 199 496 131 957 161 279 114654 137984 105920 122 796 120652 150818 96569 146018 Salzburg 236 884 440 741 209 663 367 108 152677 285 839 127 604 247 291 167 154 331 445 192 937 357 902 Graz Klagenfurt Innsbruck 158023 223982 125464 68094 148601 201 229 404 235 181 169 179 222 109040 174300 98989 141 454 100818 137373| 92542 127945 80896 154025 406 756 134708 266082 67 668 134355 82389 116061 199 723 161 667 99 597 171439 116195 192859 130 622 260610 157446 327127 Innsbruck und Salzburg Fremdenmeldungen und Übernachtungen in den Kalenderjahren 1939 einschließlich 1944 Zahlen aus dem Statistischen Handbuch für die Republik Österreich. Tabelle XI/4 H₂ Landes- hauptstadt 1939 1940 1941 1942 1943 1944 M Ü M Ü M Ü M Ü M Ü M 0 292 801 639 144 231 807 386 130 605440 254 251 859 986 279055 1182752 259013 1197 997 226714 945311 126524 628 392 589 468 264211 682102 258075 721 552 257 963 798 281 212711 707618 Zahlen über Salzburg nach Mitteilung des Stadtmagistrats Salzburg, Abt. II. Innsbruck Salzburg Tabelle XI/5 A Die Fremdenbeherbergungsstätten in Innsbruck geordnet nach ihrer Lage Stand vom Dezember 1943 Katastral- gemeinde Ausfall durch Bombenschäden, Beschlagnahmen usw. Stand vom Juli 1946 Betriebe Zimmer Betten an Zimmern an Betten Zimmer Betten Innsbruck 43 1434 2359 1259 2049 175 310 Wilten 23 501 809 353 562 148 247 Pradl 3 16 37 16 37 Hötting 18 163 284 91 153 72 131 Mühlau 8 70 103 65 95 5 8 Amras 3 49 73 29 34 20 39 Arzl 1 10 17 10 17 Vill 2 17 29 17 29 Igls 26 548 897 349 533 199 364 Insgesamt 127 2808 4608 2146 3426 662 1182 Zahlen aus der Zusammenstellung des Stadtbauamtes (Stadtvermessung) über die Bomben- schäden. 17 257 Stand v. Dez. 1943 Betriebs- Katastral- Gemeinde type durch Bombenschaden Die Fremdenbeherbergungsstätten in Innsbruck geordnet nach Betriebstypen Ausfall durch Beschlagnahme der Militärregierung durch Beschlagn. d. Wohn.- Amtes, Instandsetz. u. a. insgesamt Stand vom Juli 1946 Betriebe Zimmer Betten in Betrieb. an an Zim. in Betten Betrieb. an an Zim. in Betten Betrieb. an an an Zim. an Zim. Zimmer Betten Betten Betten Innsbruck Wilten Pradl Hötting Mühlau Amras 281 12 949 1494 292 449 10 483 759 5 177 245 35 50 72- 416 645 72 118 } 11 50 90 949 1494 9 28 258 391 34 58 35 50 35 50 258 Tabelle XI/5 B Hotels Arzl Vill Igls 5 302 462 4 260 260 378 42 84 Zusammen 26 1578 2455 15 660 1004 14 783 1191 2 59 118 1502 2313 76 142 Innsbruck Wilten 14 Pradl Gast- Hötting 15 höfe Mühlau und Amras Gast- Arzl häuser Vill Igls Zusammen 23562 222 28 464 832 7 80 144 10 207 356 6 93 167 16 37 116 216 1 3 6 45 71 10 24 192 6 33 1 32 56 7 12 7 40 33 53 1 12 22 1 071 75 4 841008 305 545 159 287 95 171 112 185 16 37 50 93 66 123 40 63 5 8 4 8 8 14 17 29 17 29 28 60 28 60 72 905 1623 14 176 317 16 232 410 16 86 153 494 880 411 743 Innsbruck Wilten Pradl Pen- Hötting sionen Mühlau und Amras Fremden- Arzl heime 31 2211 21 33 1 4 8 1 1 2 5 10 10 10 16 23 37 10 Vill Igls 19 218 Zusammen 29 225325 4 2 4 - 12 18 32 1 630 10 13 6 10 6 8 51 17 375 8 80 135 530 1 4 8 11 90 150 4 21 11 22 29 25 26 229 25 25 11 32 26 12 25 10 17 9 20 89 56 75 50 155 129 220 150 233 175 297 Insgesamt in Innsbruck 127 2808 4608 30 840 1329 41 1105 1751 22 201 346 2146 3426 662 1182 XII. Geld- und Kreditwesent Die Sparkasse der Stadt Innsbruck begann als Vereinssparkasse auf Grund der Statuten vom 31. 8. 1822 am 12. 2. 1822 ihre Tätigkeit. Hiemit ist sie die dritt- älteste Sparkasse des ehemaligen Österreich. Nach Erscheinen des Sparkasse- Regulativs von 1844 wurden im Jahre 1858 neue Statuten genehmigt, die 1865 durch ein neues Statut ersetzt und späterhin mehrfach abgeändert wurden. Die Sparkasse blieb bis zur Gegenwart in der Rechtsform der Vereinssparkassa. Als solche entwickelte sie sich für Einleger wie für Geldnehmer zum wahren Volks- institut. Ihre Hauptgeschäftszweige liegen in der Entgegennahme von Spareinlagen und Giroeinlagen, in der Gewährung von Hypothekar-(Grundpfand-)Krediten, Wechsel- und Kontokorrent-Darlehen gegen satzungsgemäße Sicherstellung. In der folgenden Tabelle sind aus dem Ablaufe der 125jährigen Vergangenheit einige Geschäftsjahre herausgegriffen, die aus politischen, wirtschaftlichen oder währungsgeschichtlichen Gründen für die Entwicklung dieses Institutes besonders bemerkenswert sind. Teilweise wurde das Wachsen der Sparkasse in 20jährigen Perioden betrachtet. Die Tabelle bringt naturgemäß keine vollständige Wiedergabe der Bilanzdaten aus den betreffenden Jahren, sondern nur jene Ziffern und Geschäftszweige, die für die Tätigkeit einer Sparkasse als eines bodenständigen, der Allgemeinheit dienen- den Geldinstitutes charakteristisch sind. Wiedergegeben werden zunächst drei Bilanzen, mit dem Gründungsjahr be- ginnend, in alter Reichswährung, dann die günstige Entwicklung in drei 20jährigen Zeitabständen bis 1898 in österreichischer Guldenwährung. Ihnen folgen die Zahlen der Rechnungsabschlüsse von 1900, 1913 und 1918, die in den erstgenannten Jahren eine gesunde Aufwärtsentwicklung bis zum ersten Weltkriege erkennen lassen. Das Jahr 1918 zeigt das typische Kriegswirtschaftsbild: Verringerung derHypotheken infolge Rückzahlung, Steigerung der Wertpapiere innerhalb von fünf Jahren fast auf das Dreifache (8 Kriegsanleihen), starke Zunahme der Spareinlagen usw. Nach Einführung der Schillingwährung (1925 Golderöffnungs-Bilanz) langsame Erholung und Überwindung der Inflationsfolgen. Die Verfassungskämpfe und der Zusammenbruch der Bodenkreditanstalt im Jahre 1929 führen zu Angstabhebungen, ab 1930 zeigt die Weltwirtschaftskrise ihre Wirkungen, die 1931 durch die Schwierig- keiten der Österreichischen Credit-Anstalt auch im Inlande die schwersten Folgen auslöst. (Zunächst Einlagenzustrom, ab Juni 1931 starke Abhebungen.) Bis 1935 verläuft sich die Krise einigermaßen, Zunahme der Einlagen um etwa 5 Millionen Schilling, der,,Phönix"-Skandal von 1936 bleibt ohne Auswirkung, 1937-das letzte Geschäftsjahr in der 1. Republik-zeigt sich als gutes Betriebsjahr. 17° 259 Die erste Reichsmarkbilanz 1938 leitet eine scheinbare Aufwärtsentwicklung ein, die allzu bald in eine Kriegskonjunktur ausartet. Ab 1942 spiegelt sich - diesmal in verstärktem Maße die finanzielle Kriegswirtschaft wider: Absinken der Hypo- theken, außerordentliche Zunahme des Wertpapierbestandes (Reichsanleihen), Zunahme der Spareinlagen infolge Einschränkung des privaten Verbrauches und der Vorratslager. Für die Jahre 1945 und 1946 wurden noch keine Bilanzen veröffentlicht. A. 260 Die wesentlichsten Zahlen aus Bilanzen der Sparkasse der Stadt Innsbruck Spareinlagen Darlehen Jahr Guthaben der Zinsfuẞ für Einlagen Scheck- und Giro-Einlagen Eigene Wertpapiere Nennwert Liegen- schaften Rücklagen Geldumsatz Zahl Grundpfand Gemeinde Einleger In Reichswährung fl Ausgaben für Spar- einlagen- Zinsen Einnahmen an Zinsen Steuern- und Ver- waltungs- kosten Tabelle XII Reingewinn Gesamt- vermögen Jahr 1822 1842 1857 210 7295.33 4 % 3694 453194.55 3% 9254 1201430.12 3½% 1858 1878 1898 10631 1186040.90 29935 48890 12460636.50 33917021.89 3% 3% 3.6% 1900 1913 1918 50950 73413543.61 48244 96046896.38 55553 145302546.85 3.6% 414% 4 % 111 356410.26 789 309.51 30000.- 71750.- 8352.- 243 216.- 229.32 13005.01 70250.45 111 101.06 970.- 3030.13 229.32 1640.32 7525.05 1822 466 199.56 1842 8617.26 1264966.31 1857 In österreichischer Währung fl 111 782440.28 91000.- 216 156.50 10273140.41 2289 687.50 23838192.63 8000.- 12977 600.- 452293.87 1799 345.37 70402.96 965 294.89 6074672.17 24094450.05 1193806.36 1431 184.95 189907.39 3410.16 74166.82 8684.20 1250319.37 1858 139886.24 13425931.39 244086.29 1878 40170621.79 1898 In Kronen-Währung 52508237.85 63042501.12 56169708.43 5554441.83 397627.72 25742580.- 2784901.59 38798 100.- 94427 440.- 3498390.- 1323000.- 1262000.- 11726596.15 8663170.38 10025870.22 50286812.90 2746502.57 60252544.06 3950914.01 185260592.92 3130266.04 4346886.38 374929.26 384414.86 85708574.13 1900 368975.89 506040.58 105461 632.76 1913 5393294.32 6854 191.25 787 689.39 82404.89 155838611.20 1918 In Schilling-Währung 1925 11357773.94 1930 32619 43590921.74 1931 31583 39612788.51 5%% 5-7% 3 % 1935 36816 1937 39861 45957899.43 51382817.37 3½% 3 % 371237.60 2201 676.75 2736193.79 3361965.76 4172278.50 2599709.21 19671604.66 6893622.16 22636909.42 22898 296.32 28574105.18 6947946.97 6119798.16 6253623.39 384 688.37 6788 193.52 12759 216.98 8824957.75 10764449.12 600000.- 1074150.- 1063400.- 1062531.26 667 387.83 2437846.96 132804461.82 2443765.20 218183755.68 2303 215.98 1130 200.29 3511907.60 228 382.90 56873.68 12939035.84 1925 2975 655.50 1985000.- 2110000.- 2758470.24 196586862.- 4871715.66 260 809 575.- 1499 271.19 597057.98 4075044.78 575945.93 2100311.23 581575.30 360562.22 51826.58 48711685.65 1930 51808328.20 1931 1559 720.23 2389 594.66 645873.89 203065.65 307 296.28 52434912.44 1935 60939 378.19 1937 1938 41342 38791860.51 1940 1942 43711 46402772.27 3 % 2½% 53285 86275867.49 1944 64394 141032156.41 5029 326.62 16000398.87 29 375 223.37 48422978.09 In Reichsmark-Währung 20654029.50 3640640.83 21828 465.51 5465500.28 16517522.53 5252438.09 13364578.80 5864411.96 7206 625.28 16447942.42 47116485.06 83584 120.29 1430000.- 1923429.20 1773769.40 1784659.- 2056967.19 4094846.35 5131129.18 7229934.40 275 162154.36 429 810707.25 782710255.- 951 317 689.57 1151 368.30 1096 369.52 1849 233.28 1821 183.39 410629.91 2465876.02 523361.40 3678 390.26 669449.52 3337 493.38 5855 182.53 842217.12 309 482.41 595081.39 808545.57 1269 345.81 46432091.78 1938 67413291.07 127706212.05 1940 1942 205691952.74 1944 In Schilling-Währung Bilanzen 1945 und 1946 noch nicht veröffentlicht 260 a I br 40 2002 2681 rear of 8781 SIDE 0191 88228 40840 XIII. Gewerbe Den beiden Tabellen XIII/1 und XIII/2 liegt die in der Gewerbeordnung ent- haltene Einteilung in freie, gebundene, handwerksmäßige und konzessionierte Gewerbe zugrunde. Freie Gewerbe sind jene, die jedermann nach Anmeldung bei der Gewerbebehörde ausüben kann, wenn er die allgemeinen Erfordernisse erfüllt, d. h., daß er eigen- berechtigt, österreichischer Staatsbürger und nicht wegen eines Verbrechens oder bestimmter Vergehen oder Übertretungen ausdrücklich ausgeschlossen ist; bei Ausländern ist Gegenseitigkeit verlangt. Gewerbe, deren Antritt einen Befähigungs- oder Verwendungsnachweis voraus- setzen, ohne daß sie unter die handwerksmäßigen eingereiht werden können, sind gebundene. Zum Antritt eines gebundenen Gewerbes ist außer den allgemeinen Erfordernissen entweder der,,große" Befähigungsnachweis (5jährige Verwendung) oder der,,kleine" Befähigungsnachweis (3jährige Verwendung) gefordert. Handwerksmäßige Gewerbe sind solche, bei denen es sich um Fertigkeiten handelt, welche die Ausbildung im Gewerbe durch die Erlernung und eine längere Verwendung in demselben verlangen. Wer ein handwerksmäßiges Gewerbe betreiben will, hat außer den allgemeinen Erfordernissen seine Befähigung durch das Zeugnis über die in diesem Gewerbe mit Erfolg abgelegte Meisterprüfung nachzuweisen. Zur Ausübung konzessionierter Gewerbe ist eine behördliche Bewilligung (Kon- zession) nötig. Die gebundenen, handwerksmäßigen und konzessionierten Gewerbe sind in der Gewerbeordnung oder in Verordnungen aufgezählt. Das Reichshandwerksrecht (Einführung des Handwerksrechtes in Österreich vom 24. 2. 1940) brachte ver- schiedene Änderungen der Einstufungen in die einzelnen Gewerbearten mit sich, die eine Vermehrung der handwerksmäßigen ergaben. Bei gebundenen und handwerksmäßigen Gewerben hat der Anmeldende, wie beim freien Gewerbe, grundsätzlich ein Recht darauf, daß seine Anmeldung von der Gewerbebehörde zur Kenntnis genommen wird, wenn er die gesetzlichen Voraus- setzungen erfüllt. Eine Einschränkung dieser grundsätzlichen Gewerbefreiheit enthält das Gesetz über die außerordentlichen gewerblichen Maßnahmen (Unter- sagungsgesetz), das der Gewerbebehörde, von bestimmten Ausnahmefällen abge- sehen, das Recht gibt, die Ausstellung des Gewerbescheines zu versagen, wenn nach ihrer Überzeugung die Wettbewerbsverhältnisse durch die Eröffnung des Betriebes in wirtschaftlich ungesunder Weise beeinflußt würden. Die Verleihung einer Kon- zession ist von vorne herein dem freien Ermessen der Behörde überlassen¹). XIII/1. Gewerbeanmeldungen, Konzessionsverleihungen und Gewerbelöschungen Im Jahre 1946 wurden 81 freie, 254 gebundene und 144 handwerksmäßige Gewerbe angemeldet und 68 Konzessionen verliehen; 13 freie, 69 gebundene, 74 handwerks- 1) Über die geschichtliche Entwicklung des österreichischen Gewerberechtes wird auf den Kommentar zur Gewerbeordnung von Heller-Laszky-Nathansky verwiesen. 261 mäßige und 26 konzessionierte Gewerbe wurden gelöscht. Der Zunahme von 547 Ge- werbeberechtigungen steht eine Abnahme von 182 gegenüber. Vor 10 Jahren, auch in einer Zeit wirtschaftlicher Depression, war das Verhältnis wesentlich ungünstiger: Anmeldungen und verliehene Gewerbeberechtigungen waren 350, Löschungen 384. XIII/2. Stand der Gewerbeberechtigungen IX Der Stand der beim Stadtmagistrat Innsbruck zu Anfang des Jahres 1947 im Gewerberegister enthaltenen Gewerbeberechtigungen betrug insgesamt 5782; auf die einzelnen Gewerbearten entfallen 438 freie, 2535 gebundene, 1732 hand- werksmäßige und 1077 konzessionierte Gewerbe. Das Landesarbeitsamt hat im Juli 1946 eine Beschäftigungserhebung durchgeführt, bei der in der Gruppe,,selbständige Erwerbstätige des Handels, Gewerbes und Verkehrs" 3137 Berufstätige ausgewiesen sind. Der große Unterschied zwischen dem Stand der evident gehaltenen Gewerbeberechtigungen und dem Ergebnis dieser Erhebung ist damit zu erklären, daß viele Gewerbetreibende mehrere Gewerbe- berechtigungen haben, daß in das Verzeichnis der Gewerbeberechtigungen auch jene aufgenommen wurden, die dermalen ruhend gemeldet sind, weiters daß unter den Gewerbetreibenden viele Kriegsgefangene, Vermißte und Reichsdeutsche sind, die bei der Beschäftigungserhebung des Landesarbeitsamtes nicht zu erfassen waren. Die Zurücknahme der Gewerbeberechtigungen im Sinne des § 57, Abs. 4, der Gewerbeordnung ist im Gange. F. blocent 6ted drawsDayil) whand bi oshanday jed hot sit now alaltaised by ditidsante al had obredell and mals gisted nav nov za obno and in nondishonorable.x adrowo ogillameznowned Hananlardan bir 18 wall okowhand & poobnudag to sin feditionis 88 blan 262 Tabelle XIII/1 Gewerbeanmeldungen und Konzessionsverleihungen, Gewerbelöschungen i. J. 1946 Angemeldet Gelöscht I. Freie Gewerbe II. Gebundene Gewerbe III. Handwerksmäßige Gewerbe 1. Rundfunkmechaniker 2. Bäcker 3. Bauhandwerker 4. Buchbinder 5. Fotografen. 6. Faẞbinder 7. Fleischhauer 8. Friseure 9. Glaser 10. Glas- und Gebäudereiniger 11. Goldarbeiter 12. Graveure 13. Hafner 14. Handschuh- (Bandagen-) macher 15. Hutmacher 16. Kleidermacher 17. Musikinstrumentenmacher 18. Kürschner 19. Maler 20. Mechaniker 21. Modisten 22. Sattler 23. Seiler 24. Schieferdecker 25. Schlosser 81 13 254 69 2 1 52312133322 L 38 5 01 8 1 3 1 4 4 2 3 2 6 2041412322 112 116212312 2 1 1 8 26. Schmiede 27. Schuhmacher 11 28. Stukkateure 1 3911 29. Stricker 30. Spengler 31. Tapezierer 32. Teppichknüpfer 2 2 2 1 33. Teppichstopfer 1 34. Tischler 9 6 35. Uhrmacher 1 3 36. Wäscher und Plätter 1 37. Wäscheschneider 4 38. Wagner 2 39. Zuckerbäcker 2 144 74 263 Tabelle XIII/1 (Fortsetzung) IV. Konzessionierte Gewerbe 1. Fremdenführer 2. Fleischträger 3. Botengewerbe 4. Baumeister 5. Buchhandlungen 6. Elektroinstallateure 7. Frachtenrevisionsbüro 8. Gast- und Schankgewerbe 9. Giftverschleiß 10. Hufschmied 11. Inkassobüro 12. Installateure (Gas und Wasser) 13. Kraftfahrzeugmechaniker 14. Lastenbeförderung mit Kraftwagen 15. Mineralwasser 16. Platzdienstgewerbe 17. Rattenvertilgung 18. Rauchfangkehrer 19. Realitäten- und Hypothekenbüro 20. Reisebüro 21. Steinmetz 22. Zimmermeister Übersicht I. Freie Gewerbe II. Gebundene Gewerbe III. Handwerksmäßige Gewerbe IV. Konzessionierte Gewerbe 264 TBULB LI21121222 Verliehen Gelöscht 1 3 1 1 3 2 2653273322121211 1 68 26 Angemeldet Gelöscht 81 13 254 69 144 74 68 26 Zusammen 547 182 (Tabelle XIII/2 Stand der im Gewerberegister des Stadtmagistrates mit März 1947 enthaltenen Gewerbeberechtigungen I. Freie Gewerbe Auslagenarrangeur Autoverwertung Bauunternehmung Beratung Bettfedernerzeugung Brauereien Herstellung diverser Artikel Fabriksmäßige Betriebe Feilbieten im Umherziehen Frachtenverladung Gepäcks- und Garderobenaufbewahrung Gummireparaturen Hundedressur Informationsbüro Klavierstimmer Konzertagenturen Heißmangelmaschinenbetrieb Herstellung kunstgewerblicher Artikel Lichtpausanstalten Maskenleihanstalten Masseure Musikergewerbe Landschaft- und Pressefoto Obst most herstellung Radioherstellung und Reparatur Reparatur verschiedener Artikel Patschenmacher Sägewerke Schönheitspflege Spiel- und Sport warenherstellung Steinbruch Schreibbüro-Adressen-Reklame Technisches Büro Übersetzungsbüro Verleger von Linoleum Verleih diverser Gegenstände Vervielfältigung Vordruckgewerbe 3 3 16 17 2 2 62 80 6 8 3 4 3 1 6 26 3 2 14 2 3 1 7 6 24 14 21 3 2 46 10 5 3 15 1 10 Zusammen 438 II. Gebundene Gewerbe Altmaterialienhandel Antiquitätenhandel Autogaragenbetrieb Autowaschdienst Baumaterialienhandel Bierhandel Briefmarkenhandel Darm- und Saitlingshandel Einzelhandel mit verschiedenen Gegenständen Fahrradhandel, Handel mit Nähmaschinen usw. Übertrag 16 13 16 96226936 129 19 241 265 Tabelle XIII/2 (Fortsetzung) 266 Übertrag 241 Farbwarenhandel 7 Foto, Film und Kino, Handel und Ausarbeitung Galanterie warenhandel Gebrannte geistige Getränke, Erzeugung und Handel Gemischtwarenhandel Glaswarenhandel Gummiwarenhandel Großhandel und Handel ohne Beschränkung Handelsagenturen und Kommissionswarenhandel Handel mit allen im freien Verkehr gestatteten Waren Handel mit Büromaschinen und -Zubehör Handel mit chirurgischen Artikeln Handel mit Feuerlöschgeräten Handel mit Gold- und Silberwaren, Uhren Handel mit Haushalt- und Küchenartikeln Handel mit Kirchengeräten Handel mit Kraftfahrzeugen und -Zubehör Handel mit Mineralöl und Treibstoffen Handel mit Musikinstrumenten Handel mit Optikerwaren Handel mit Rauchrequisiten, Ansichtskarten, Reise- andenken, Kanditen 9 19 55 312 3 189 4 281 436 7 1 1 13 4 6 17 21 11 2 40 Handel mit Radioapparaten und Zubehör, elektrischen Artikeln, Schallplatten 18 Handel mit Schnittwaren, Manufaktur- und Kurz- waren, Spitzen Handel mit Sportartikeln Handel mit technischen Artikeln Häute und Felle, Handel und Verwertung Holz- und Kohlenhandel Huthandel Käsereien, Molkereien, Milch- und Molkereiprodukten- handel Krawattenerzeugung Kautschukstempel, Erzeugung und Handel Konfektionswarenhandel Konservenerzeugung Korbwaren, Erzeugung und Handel Kunstgewerbliche Gegenstände, Erzeugung und Handel Kunst- und Handelsgärtner Landesproduktenhandel Lebensmittelhandel Lederhandel Lohnfuhrwerk mit Pferden und Lastkraftwagen Mehl- und Getreideproduktenhandel Marktfahrer Maschinenhandel und Handel mit techn. Artikeln Metall- und Eisenwarenhandel Mineralwasser, Erzeugung; Füllung und Vertrieb Möbelhandel Natur- und Kunstblumen, Handel und Erzeugung Obst- und Fruchtsäfte, Handel und Erzeugung Obst- und Gemüsehandel Ofenhandel Papierwarenhandel Parfümerie- und Toiletteartikel, Handel Pelzwarenhandel 22 7 3 4 53 8 13 2 4 14 5 1 4 15 9 27 5 58 5 56 29 8 5 11 17 3 95 2 27 28 2 Übertrag 2239 Tabelle XIII/2 (Fortsetzung) Pferdehandel, Handel mit Pferdegeschirr Privatgeschäftsvermittlung Reinigungsanstalt Revision kaufmännischer Bücher, Verwaltung Samenhandel Sand- und Schottergewinnung Übertrag 2239 1 7 2 82 4 31 6 8 23 Schuhcreme, Fußbodenpflegemittel, Schmiermittel, Er- zeugung und Handel Schuhwaren handel Spediteure Spielwarenhandel Teppichhandel Stahlwaren- und Eisenhandel Teppichknüpfer Textilwarenhandel Versicherungsbüro Viehhandel Verkauf von heißen Würstchen Wäschehandel Weinhandel Waffenhandel Wohnungs- und Geschäftsvermittlung Zuckerbäckerwarenhandel 6 4 2 1 33 4 11 5 3 27 3 7 26 Zusammen 2535 III. Handwerksmäßige Gewerbe Asphaltierer Bäcker Bauhandwerker Bildhauer 1 64 25 9 Buchbinder 19 Bürstenbinder Chirurgische Instrumentenmacher Drechsler (Pfeifenschneider) Elektromaschinenbauer 4 4 14 2 Färber Faẞbinder Fleischhauer Fotografengewerbe 9 6 77 45 Friseure Galvaniseure Gerber Glaser Glas- und Gebäudereiniger Goldarbeiter Goldsticker 120 3 16 36 11 20 1 Graveure 4 Gürtler 6 Hafner ban 11 Handschuhmacher (Bandagisten) 9 Hutmacher 9 Isolierer 4 Karosseriebauer 1 Kleidermacher 390 Übertrag 920 267 Tabelle XIII/2 (Fortsetzung) 268 Korbflechter Kraftfahrzengelektriker Kürschner Kupferschmiede Maler Mechaniker (Optiker) Metallgießer Modisten Müller Musikinstrumentenmacher Pferdefleischhauer Pflasterer Posamentierer Sattler Schieferdecker, Dachdecker Schirmmacher Schlosser Schmiede Schuhmacher Seifensieder Seiler Siebmacher Spengler Sticker Stricker Stukkateure Tapezierer Teppichknüpfer Tierausstopfer Tischler Uhrmacher Wachszieher Wäscher und Plätter Wäscheschneider Waffen- und Munitionsverfertigung Wagner Weber Zahntechniker Zuckerbäcker Übertrag 920 3 9 2 127 61 3 28 2 8 4 3 1 17 8 4 66 15 150 2 3 2 38 11 34 50 103 32 3 32 40 4 18 6 1 26 Zusammen 1732 IV. Konzessionierte Gewerbe Ausgleichvermittlung Boten, Träger Bewachungsunternehmen Baumeister Brunnenmeister Buchdrucker Buch- und Kunsthandlung Dienst- und Stellenvermittlung Elektroinstallateure Feuerwerksmaterialverfertigung und Verkauf Flaschenbierabfüller Frachtenrevisionsbüro 1 ban 5 60 1 9 51 45 2 2 3 Übertrag 183 Fremdenführer Gastgewerbe Gebäudeverwaltung Giftverschleiß Hufschmiede Informationsbüro Inkassogeschäfte Tabelle XIII/2 (Fortsetzung) Übertrag 183 6 Installateure Kleinverschleiß gebrannter geistiger Getränke Kraftfahrzeugmechaniker Lastenbeförderung mit Lastkraftwagen Leichenbestattungen Margarineerzeugung Maurermeister Platzdienstgewerbe Privatdetektiv Rattenvertilgung Rauchfangkehrer Realitäten und Hypotheken-Vermittlung Reisebüro Sodawassererzeugung Steinmetzmeister Schuhputzer Transport für Personen (periodisch) Theaterkartenbüro Trödler Versteigerungs- und Pfandleihhäuser Vervielfältigungsbüro Wägeanstalten Zimmermeister Übersicht I. Freie Gewerbe II. Gebundene Gewerbe III. Handwerksmäßige Gewerbe IV. Konzessionierte Gewerbe Angaben der Magistrats-Abteilung I. 399 17 23 10 4 13 44 13 40 95 7 21 76 2 5 16 23 4 6 8 5 1 17 3 5 2 26 Zusammen 1077 438 2535 1732 1077 Zusammen 5782 269 XIV. Land- und Forstwirtschaft XIV/1. Bodennutzungserhebungen, Anbauflächen, Ertrag; Gemüseanbauerhebungen Eine Förderung und Lenkung der Land- und Forstwirtschaft im Interesse des Staates ist nur denkbar, wenn der Staatsverwaltung die Größe der Anbauflächen, deren Verwendung und Ertrag bekannt ist. In Österreich wurden seit dem Jahre 1939 die Anbauflächen der verschiedenen Kulturarten alljährlich durch Boden- benutzungserhebungen ermittelt, die bis zum Zusammenbruch des Deutschen Reiches der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, hernach im Jahre 1945 die Tiroler Landesregierung und im Jahre 1946 das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft anordneten. Die unmittelbare Durchführung oblag nach wie vor den Gemeinden, die endgültige Verarbeitung der Gemeindeergebnisse dem Statistischen Zentralamt in Wien. Den Bodenbenutzungserhebungen nach reichsdeutschem Muster liegt das,,Wirt- schaftsprinzip" zugrunde. Nach diesem ist die Summe der,,Wirtschaftsflächen der Betriebe" und die,,Wirtschaftsfläche der Gemeinde" festzustellen und zu gliedern. Als,,Wirtschaftsfläche eines Betriebes" wird die Summe aller Grundflächen, die von einem Betriebsinhaber bewirtschaftet werden, angesehen. Es gehören hiezu alle Eigentums- und Pachtflächen, und zwar die land- und forstwirtschaftlich ge- nutzten, wie auch die zum Betrieb gehörigen nicht produktiven Flächen (verbaute Flächen, Wege, Gewässer, Ödland usw.). Hiebei ist es gleichgültig, wenn Flächen in einer fremden Gemeinde liegen; Voraussetzung, daß sie für die eigene Gemeinde zu zählen sind, ist, daß sie von der eigenen Gemeinde aus bewirtschaftet werden, d. h. daß der Wirtschaftshof oder der Meierhof oder die Verwaltung in der eigenen Gemeinde liegt. Flächen, die in einer fremden Gemeinde liegen und von der eigenen Gemeinde aus bewirtschaftet werden, werden als ,,eigene Überländer" und Flächen, die zwar in der eigenen Gemeinde liegen, aber von einer fremden Gemeinde aus be- wirtschaftet werden, als ,,fremde Überländer" bezeichnet. Als ,,Betrieb" gilt bei den Bodenbenutzungsaufnahmen jede Wirtschaftseinheit von mindestens einem halben Hektar an, weiters, allerdings mit Ausnahme der Aufnahmen in den Jahren 1945 und 1946, jeder Erwerbsgartenbaubetrieb ohne Rücksicht auf seine Größe. Die übrigen Wirtschaftseinheiten, in der Regel also unter einem halben Hektar, werden als ,,Kleinbetriebe" oder,,Kleinflächen" bezeichnet. Die,,Wirtschatfs- fläche der Gemeinde" besteht 1. aus der Summe der Wirtschaftsflächen der Betriebe, 2. aus der Summe der Flächen der Kleinbetriebe und 3. aus der Summe der Flächen außerhalb aller Betriebe im weiteren Sinne. Zu den Flächen unter Punkt 3 zählen Öd- und Unland, unkultivierte Moorflächen, Gebäude- und Hofflächen, Fabrik- anlagen, Industriegelände, Lagerplätze, Straßen, Eisenbahnflächen, Friedhöfe, Sport-, Flug- und Übungsplätze, Gewässer und Kahlgebirge usw., soweit sie nicht zu einem Betrieb gehören. Die Wirtschaftsflächen der Betriebe sind unter Ver- wendung reich gegliederter Fragebogen auf Grund der Angaben der Betriebsinhaber von den Erhebungsorganen der Gemeinde, Betrieb für Betrieb, festzustellen. In dieser Ermittlung liegt das Schwergericht der ganzen Erhebung. Die Summe der 270 Flächen der Kleinbetriebe war bisher, mit Ausnahme des Jahres 1946, gleich wie die der Flächen außerhalb aller Betriebe zu schätzen. Die auf diese Weise gewonnene Wirtschaftsfläche wird sich mit der Katasterfläche einer Gemeinde selten decken, da die Wirtschaftsfläche auch Flächen einer fremden, meist benachbarten Gemeinde als eigene Überländer enthalten werden und Teile der eigenen Kataster- fläche als fremde Überländer nicht mitgerechnet werden dürfen. Wirtschaftsfläche und Katasterfläche könnten nur dann gleich sein, wenn entweder überhaupt keine Überländer vorhanden oder die Flächen der eigenen und fremden Überländer gleich wären. Immerhin gibt die Katasterfläche Anhaltspunkte zur Schätzung und bleibt ein Hilfsmittel zur Überprüfung der annähernden Richtigkeit der gefundenen Wirt- schaftsfläche. Ein Instruktionsblatt enthält dementsprechend unter anderem die ein- fache Formel: Wirtschaftsfläche der Gemeinde Katasterfläche der Gemeinde plus eigene Überländer minus fremde Überländer. Sie ist aber nur anzuwenden, wenn man die Flächen der eigenen und fremden Überländer kennt. Hier zeigen sich die Schwierig- keiten, die eine Erhebung nach dem sogenannten Wirtschaftsprinzip, das sachlich zweifellos Vorteile hat, in der Praxis bereitet. Der Stand der fremden Überländer kommt der Gemeinde im Zuge der Erhebung nicht zur Kenntnis, denn der Inhaber des Wirtschaftshofes in der fremden Gemeinde hat nur dieser - der Betriebsbogen des Jahres 1946 mit seiner Übersicht über die Lage der Wirtschaftsflächen war ein bedeutender Fortschritt-seine Überländer gesondert nach ihrer Lage bekannt zu geben, die für die fremde Gemeinde eigene sind. Die Gemeinde kann also durch eine Umfrage wenigstens bei den Nachbargemeinden-Innsbruck ist von 13 umgeben Fläche und Nutzung der in ihr liegenden fremden Überländer erfahren. Die Lokal- kenntnisse der Erhebungsorgane in dieser Hinsicht fallen bei einer Gemeinde von der Größe Innsbrucks erfahrungsgemäß nicht in die Waagschale. Bei den eigenen Über- ländern, die zwar der eigenen Gemeinde vom Betriebsinhaber angegeben werden, kann die Schwierigkeit in der Beurteilung liegen, ob es sich tatsächlich um ein Überland handelt, d. h. ob eine bestimmte Fläche in einer fremden Gemeinde wirklich von der eigenen Gemeinde aus bewirtschaftet wird, oder ob sie als selbständiger Einzelbetrieb mit eigener, einer Zentralstelle in der eigenen Gemeinde nur unterstellten Verwaltung anzusehen ist und der Gemeinde zugehört, in der sie liegt (Förstereien, Almbetriebe usw.); in solchen Fällen kann es vorkommen, daß Wirtschaftsflächen von beiden in Frage kommenden Gemeinden gezählt oder überhaupt nicht erfaßt werden. Wie sehr sich die Beurteilung der Frage, von wo aus eine Fläche verwaltet oder bewirtschaftet wird, geändert hat, ergibt sich aus der Tatsache, daß im Jahre 1939 für die wenigen Großbetriebe von Innsbruck eine Gesamtbetriebsfläche von 27 096 ha (zum Großteil allerdings Kahlgebirge) ausgewiesen wurde, der heute das statistische Amt mit Sicherheit nur eine Fläche von 3070 ha gegenüberstellen kann. Exakte Ergebnisse von Erhebungen nach dem Wirtschaftsprinzip ließen sich mit geeigneten Formblättern nur bei gründlicher Schulung der Erhebungsorgane, bei entsprechender Belehrung und gutem Willen der Betriebsinhaber und bei enger Zusammenarbeit der Gemeinden, besonders der Nachbargemeinden, erreichen. Die Bodenbenutzungsaufnahmen wurden regelmäßig im Mai und Juni eines jeden Jahres im Laufe von ungefähr 4 Wochen durchgeführt. Zur Aufnahme der Betriebe im engeren Sinne waren in Innsbruck in den Jahren 1943-46 neben einigen städtischen Angestellten 9-17 ehrenamtliche Erhebungsorgane eingesetzt, die zur Erfüllung ihrer Aufgabe insgesamt 54 bis 134 Arbeitstage benötigten. Die Schwankungen in der Zahl der Erhebungsorgane und ihrer Arbeitstage waren durch gleichzeitig vorzunehmende andere Erhebungen, bzw. Ermittlung der land- wirtschaftlichen Arbeitskräfte oder der landwirtschaftlichen Maschinen, bedingt. 271 Die Gesamtergebnisse der Bodenbenutzungsaufnahmen der letzten 4 Jahre sind in der Tabelle XIV/1 A einander gegenübergestellt; sie sind zur besseren Vergleich- barkeit auf die Form der Erhebung vom Jahre 1945 gebracht, die nur sieben Kultur- arten der Flächen vorsah, während die Erhebung vom Jahre 1943 sechzehn, die von 1944 zehn und die letzte zwölf vorschreibt. Während diese Tabelle die Wirt- schaftsfläche der Gemeinde und ihre Aufteilung auf die einzelnen Kulturarten zeigt, bringt die Tabelle XIV/1 B die Gegenüberstellung der Summen der Wirt- schaftsflächen der Betriebe von 2 ha an. Das Bild, das sich aus den Endsummen ergibt, ist folgendes: Flächen 1943 1944 1945 1946 ha ha ha ha Wirtschaftsfläche der Gemeinde 11436.81 11295.14 11295.14 11240.71 Summe der Wirtschaftsflächen der Betriebe 6001.43 6216.70 5892.36 5979.96 Durch das Überwiegen der eigenen Überländer über die fremden war die Wirt- schaftsfläche der Gemeinde stets größer als ihre Katasterfläche (10176 ha); die Wirtschaftsfläche der Gemeinde ergab sich im Jahre 1946 nach der eingangs erwähn- ten Formel Wirtschaftsfläche = Katasterfläche 10176 ha plus eigene Überländer 1090 ha minus fremde Überländer 25 ha. Das auffallendste an der Tabelle XIV/1 A ist der plötzliche Rückgang der Ackerfläche im Jahre 1946. In diesem Jahr trat auf Verlangen der Landwirtschaftskammern an Stelle der bis dorthin üblichen Schätzung der land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen unter einem halben Hektar, bei der die Zahlen des Katasters instruktionsgemäß als beiläufige Richt- schnur angenommen worden waren es wies z. B. für Ackerland 782 ha aus - die Erfassung: die dem Amte,, bekannten Inhaber von Kleinstbetrieben und die Obmänner von Schrebergartenvereinigungen oder anderen Kleingartenanlagen" waren zu vernehmen und ihre Angaben in eine eigene Liste einzutragen. Waren die Schätzungen zu hoch, so war diese Erfassung infolge ihrer von vornherein zu er- wartenden Lückenhaftigkeit zu nieder. Dem Vernehmen nach will man nach den gemachten Erfahrungen künftighin wieder zur Schätzung der Kleinflächen zurück- kehren. Der allmähliche Rückgang des Ackerlandes der Betriebe von 12 ha an, wie ihn die Tabelle XIV/1 B zeigt, läßt sich mit Zerstörungen während des Krieges, mit anderer Verwendung und mit der Rückgabe gepachteter Überländer erklären; vielleicht mag auch das seit dem Wegfall des nationalsozialistischen Druckes hin und wieder aufgetretene Bestreben, die wertvollsten Gründe möglichst knapp an- zugeben, mit eine Rolle gespielt haben. Die Tabelle XIV/1 C vermittelt die Einzelergebnisse der Bodenbenutzungs- erhebung des Jahres 1946 in der für dieses Jahr vorgeschriebenen Form des,,Ge- meindebogens" in 12 Kulturarten und 55 Verwendungsarten des Acker- und Garten- landes. Unter Benützung der in der Tabelle XIV/1 D wiedergegebenen Durchschnitts- ziffern kann der Ertrag der landwirtschaftlich genutzten Flächen annähernd be- rechnet werden; die Ergebnisse sind, gemessen an dem Bedarf der Stadt mit rund 100000 Einwohnern recht bescheiden. So ergibt sich beispielsweise an Weizen und Roggen ein durchschnittlicher Ertrag von 42129 kg, an Früh- und Spätkartoffeln von 934379 kg, Erträge, aus denen jeder Einwohner im Jahr mit 42 dkg unge- mahlenem Brotgetreide und mit 9.3 kg Kartoffeln beteilt werden könnte.ba...coul 272 Aus den folgenden Tabellen XIV/1 E₁, E, und E, lassen sich die Anteile der land- wirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzten Gesamtfläche an der Wirtschafts- fläche der Gemeinde sowie die Anteile der einzelnen Kulturarten an diesen Flächen ablesen. Weiters geben sie Aufschluß über die Zahl und Gesamtwirtschaftsfläche der Betriebe, geordnet nach Größentypen und ihrem Anteil an land- und forst- wirtschaftlicher Nutzung. Die landwirtschaftlich genutzte Gesamtfläche beträgt 2462.49 ha, die forstwirtschaftliche 4775.62 ha, das sind 21.91%, bzw. 42.48% der Wirtschaftsfläche der Gemeinde; in der forstwirtschaftlich genutzten Fläche sind über 1000 ha fremdes Waldland als eigene Überländer enthalten. Der Anteil des Waldlandes an der land- und forstwirtschaftlich genutzten Fläche ist daher im Vergleich zur landwirtschaftlich genutzten Fläche besonders hoch (65.99% : 34.01%). Unter den 612 Betrieben stehen die 255 Zwergbetriebe ihrer Zahl nach an erster und ihrer Gesamtfläche von 279.61 ha nach an letzter Stelle, während die sechs Großbetriebe in ihrer Zahl an letzter, mit ihrer Fläche von 3070.95 ha weitaus an erster Stelle stehen; auf sie entfällt mehr als die Hälfte der Gesamtwirtschafts- fläche der Betriebe. Den größten Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche haben die 170 mittel- bäuerlichen Betriebe mit 957.24 ha (60.9%), den an der forstwirtschaftlichen Nutzung die Großbetriebe mit 2581.74 ha (84%). Im großen und ganzen deckt sich der Auf- bau der Betriebe in Innsbruck mit der Struktur der österreichischen Landwirtschaft. Auf Ende August 1946 wurde vom Bundesministerium für Land- und Forst- wirtschaft eine,,Nacherhebung zur Bodenbenutzungsaufnahme" angeordnet. Durch diese Erhebung mußte ermittelt werden, welche Zwischenfrüchte nach Aberntung des bei der Bodenbenutzung erfaßten Getreides angebaut wurden, ob und von welchen Flächen Samen von bestimmten Kleearten geerntet wurden und ob und in welchem Ausmaße Spätsaaten von Flachs und Hanf vorhanden waren. Im Gegen- satz zur Bodenbenutzung desselben Jahres hatte sich die Nacherhebung nur auf Be- triebe von mindestens 12 ha zu erstrecken. In 163 von 612 land- und forstwirtschaft- lichen Betrieben wurden an Zwischenfrüchten 45.89 ha und an Flächen zur Samen- gewinnung von Rotklee und Luzerne 3.27 ha festgestellt; Spätsaaten von Flachs und Hanf gab es nicht. Der Nachanbau betrug demnach 10.9% der bei der Boden- benutzungsaufnahme ermittelten Acker- und Gartenfläche der Betriebe von 445.89 ha. Eine besondere Stellung in der Anbauflächen-Ermittlung nimmt die Erhebung des Gemüseanbaues ein. Unter deutscher Herrschaft wurden im Jahr zwei Er- hebungen über den Gemüseanbau anbefohlen, eine im März über den geplanten Gemüseanbau und eine im September über den endgültigen, d. h. über den im be- treffenden Jahr tatsächlich durchgeführten Gemüseanbau. Zu erfassen waren alle Betriebe, die Gemüse auf Freiland zum Verkauf angebaut hatten. Den Betriebs- inhabern in Innsbruck wurden Fragebogen zugesandt, die sie ausgefüllt an einem bestimmten Tag im Statistischen Amte abzuliefern hatten, wobei ihre Angaben sofort durch Gartenbau-Sachverständige überprüft wurden. Sowohl die Planung im Frühjahr, als auch die Erfolgsberichterstattung im Herbst, bereiteten den zu- meist geschäftlich geschulten Betriebsinhabern keine besonderen Schwierigkeiten. In den Jahren 1943 und 1944 war das Ergebnis des endgültigen Gemüseanbaues von 78, bzw. 81 in Frage kommenden Betrieben mit einer Gesamtwirtschaftsfläche von etwas über 90 ha, das eine Mal 203 ha 62 a, das andere Mal 190 ha 55 a; in beiden Fällen wurde also die Gesamtfläche für den Hauptanbau, die Zwischen- nutzung und den Vor- und Nachanbau mehr als zweimal verwendet. Die Tabelle XIV/1 F mit den Teilergebnissen im Anbau von 33 Gemüsearten und von Erdbeeren 18 273 ist ein Beispiel für die unter Deutschland üblich gewesene Feststellung des end- gültigen Gemüseanbaues. Im Jahre 1945 wurde angesichts der gegebenen Verhältnisse weder im Frühjahr noch im Herbst von irgendeiner Seite eine Erhebung anbefohlen. Im neuerstandenen Österreich ordnete das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft erstmals im Mai 1946 eine Erhebung des Frühjahrsanbaues von Gemüse und Erdbeeren an. Die Erhebung hatte sich entsprechend dem von den Landwirtschaftskammern gestellten Verlangen, im Gegensatz zu den früheren Erhebungen, auf das ganze" Gemüse, also nicht nur auf das für den Verkauf bestimmte Gemüse, zu erstrecken. Jeder,,Gemüseanbauer" hätte nach dem Wortlaut des Erlasses in eine Liste eingetragen und sein Gemüse- anbau darin von einem amtlichen Erhebungsorgan nach Art und Umfang vermerkt werden sollen. Nach dieser Anordnung, deren Zweck nicht bekanntgegeben wurde, wären in Innsbruck außer den rund 80 auf Erwerb gerichteten Betrieben vielleicht 5-6 Tausend Klein- und Kleinstgärtner, die außerberuflich in zusätzlicher Arbeit ihren eigenen Gemüsebedarf zu decken suchten, zu erfassen gewesen. Nach einer Rückfrage an das Statistische Zentralamt in Wien, suchte das Statistische Amt dem erhaltenen Auftrag unter den gegebenen Verhältnissen auf folgende Weise gerecht zu werden: der Anbau des zum Verkauf bestimmten Gemüses wurde wie bisher erhoben, der Anbau des für den Eigenbedarf vorgesehenen Gemüses berechnet. Um für diese Berechnung Grundlagen zu erhalten, wurden vorher in den Siedlungen und Kleingartenanlagen auf verschiedenen Teilstücken zu ungefähr 5000 bis 6000 m² gewissenhafte Messungen durchgeführt und das perzentuelle Verhältnis der für den Gemüsebau verwendeten Flächen zur Gesamtbodenfläche und der Anteile der 34 in Frage kommenden Gemüsearten an der Gemüseanbaufläche festgestellt. Auf Grund der erhaltenen Zahlen wurden die Gemüseanbauflächen der Siedler, der Schrebergartenanlagen, der Gemeinschaftsküchen und des Anbaues auf dem übrigen aus dem Grundsteuerkataster bekannten Gartenlandes berechnet und auf die einzelnen Gemüsearten verteilt. Die Vermessungsarbeiten wurden von 3 Gärtnern der hiesigen Gartenbauvereinigung und von 5 Erhebungsorganen in zusammen 30 Arbeitstagen geleistet. Diesen Erhebungsarbeiten begegneten die Kleinstgärtner aller Art, die nur für ihren Eigenbedarf arbeiteten, mit größtem Mißtrauen. Sie fürchteten wegen ihrer Selbsthilfe und ihres Fleißes von allgemeinen Gemüsezuteilun- gen ausgeschlossen und vielleicht zu Zwangsablieferungen verpflichtet zu werden; ihr Mißtrauen war umso verständlicher, als das Amt über den Zweck der angeord- neten Erfassung jedes Stückchens Gemüsegrund keine Auskunft geben konnte. Das Ergebnis dieser ersten neuartigen Erhebung des Frühjahrsanbaues war folgendes: 65 ha 34 a dienten zum Anbau von Verkaufsgemüse, 20 ha 63 a wurden von physischen und juristischen Personen mit Gemüse für ihren Eigenbedarf bestellt. Die Tabelle XIV/1 G enthält die Verteilung des gesamten für den Gemüseanbau im Frühjahr verwendeten Grundes von 85 ha 97 a auf 34 Gemüsearten und Erd- beeren. Die nachstehende Übersicht veranschaulicht die Verteilung der Gesamt- fläche auf die verschiedenen Gruppen von Gemüseanbauern. 1. Berufsgärtner und Landwirte 2. Anstalten, Sanatorien, Klöster, Gemeinschaftsküchen 3. Siedler 4. Schrebergärtner 5. Gemüseanbauer für den Eigenbedarf auf dem übrigen Gartenland. Insgesamt 653373 m² 20428 m² 21 691 m2 76975 m² 87 249 m² 859716 m² 274 Die notgedrungen durchgeführten Erhebungen zeitigten nebenbei die lückenlose Erfassung der Siedler und die erstmalige Aufnahme der Schrebergärten und der von den Gemeinschaftsküchen benützten Flächen. Die Wirtschaftsflächen des Gefangenhauses, des Krankenhauses, der Sanatorien und der Klöster waren von der Bodenbenutzungserhebung her bekannt. Auf die 3 Siedlungen zusammen ent- fallen 21 ha 24 a Gartenland, die Zahl der Siedler beträgt 241, ihre Flächenanteile sind 750-915 m². Schrebergärtner wurden vorläufig 2573 auf einer Grundfläche von 26 ha 08 a gezählt. Überraschend war die Verschiedenheit der Intensität der Ausnützung der zur Verfügung stehenden Flächen und die Verschiedenheit der an- gebauten Gemüsearten. Die Berufsgärtner nützten ihren Grund für Gemüseanbau- also ohne Kartoffeln, Mais, Beerenobst, Tabak - zu 83%, die Schrebergärtner und Gemeinschaftsküchen zu 30%, die Siedler in der Sieglanger-Siedlung zu 16.6%, in der Lohbachsiedlung zu 8.9% und in der Hörtnaglsiedlung zu 6.4%. Daß die Gemüse- arten bei den Erwerbsgärtnern am reichhaltigsten waren, liegt in der Natur der Sache; bei den übrigen richteten sie sich nach den individuellen Bedürfnissen. Als Gegenstück zur Erhebung des Frühjahrsanbaues wurde vom Bundesmini- sterium für Land- und Forstwirtschaft auf das letzte Drittel des August 1946 eine Erhebung über den Nachanbau von Gemüse und Erdbeeren anberaumt. Im Gegen- satz zur Frühjahrserhebung wurde den Gemeinden ausdrücklich das Recht ein- geräumt, die Gemüseflächen der Siedler und Schrebergärtner und die Gemüseflächen in verstreut liegenden Hausgärten zu schätzen und das Ergebnis schätzungsweise auf die einzelnen Gemüsearten aufzuteilen. Die im Frühjahr vom Statistischen Amte angewendete Erhebungsmethode wurde im wesentlichen beibehalten. Bei den neuerlichen Messungen von Teilstücken zeigte sich die schwache Ausnützung des vorhandenen Grundes für den Gemüseanbau noch deutlicher als im Frühjahr: in den Schrebergärtenanlagen betrug sie 8.12% gegenüber 30%, in der Sieglanger- Siedlung 1.35% gegenüber 16.6%, in der Lohbachsiedlung 1.9% gegenüber 8.9% und in der Hörtnaglsiedlung 0.7% gegenüber 6.4% im Frühjahr. Im ganzen wurde im August eine Gemüsefläche einschließlich der Erdbeeren von 42 ha 04 a 22 m² fest- gestellt, von der 35 ha 59 a zum Anbau von Verkaufsgemüse und 6 ha 44 a zum Anbau von Gemüse für den Eigenbedarf dienten. Die Anteile der verschiedenen Gruppen von Gemüsebauern sind: 1. Berufsgärtner und Landwirte 2. Anstalten, Sanatorien, Klöster und Gemeinschaftsküchen. 3. Siedler 4. Schrebergärtner 355 988 m² 23 708 m² 3326 m² 20560 m² 5. Gemüseanbauer für den Eigenbedarf auf dem übrigen Gartenland. 16840 m² Insgesamt 420422 m² Aus der Tabelle XIV/1 G ist auch die Aufteilung des im Herbst ermittelten Gemüselandes auf die einzelnen jahreszeitlich bedingten Gemüsearten zu entnehmen. Die Summe der Ergebnisse der Frühjahrs- und Herbsterhebung des tatsächlichen gesamten Gemüseanbaues samt Erdbeeren in Innsbruck: 85.97 ha plus 42.04 ha = 128 ha 1 a, steht dem letzten Erhebungsergebnis des endgültigen Gemüseanbaues vom Jahre 1944-190 ha 55 a-um 62 ha 54 a nach. Die außergewöhnliche Trocken- heit im Jahre 1946 und die Methode der Erhebung in zwei Zeitpunkten mag einiger- maßen die Ursache des auffallenden Rückganges sein. 18° 275 XIV/2. Fischfang Das Fischereiwesen in Tirol ist durch das Fischereigesetz vom 5. März 1925, LGBl. 25, und durch die Durchführungsverordnung der Tiroler Landesregierung vom 31. Dezember 1925, LGBl. 1 aus 1926, geregelt. Für die Ausstellung der Fischerei- scheine gelten noch die Bestimmungen der Kundmachung des Reichskommissärs für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich vom 21. April 1939, Nr. 578 des Gesetzblattes für Österreich, Seite 2161. Das Fischereigesetz vom Jahre 1925 hatte die auf § 382 ABGB. beruhende Befugnis zum freien Fischfang aufgehoben und zur Anbahnung eines ordentlichen Fischereibetriebes unter anderem die Bildung von Revieren (Eigenreviere und Pachtreviere) und von Revieraus- schüssen oder an deren Stelle die Einsetzung von Revierverwaltern vorgesehen. Im Jahre 1935 war die Revierbildung beendet und damit die Voraussetzung zur Wahl ein Revier gleich eine Stimme der für jeden politischen Bezirk aufzu- stellenden Revierausschüsse gegeben. Nach der Annexion Österreichs wurde ein Landes-Fischereiverband Alpenland, eine Einrichtung des Reichsnährstandes, geschaffen, der zuerst seinen Sitz bei der Landesbauernschaft in Salzburg hatte, später aber infolge der Trennung der Bauern- schaften Salzburg und Tirol-Vorarlberg nach Innsbruck verlegt wurde. Der Verband hatte als Unterverband die Bezirks-Fischereivereinigung Tirol und diese Orts- Fischereivereinigungen in Innsbruck und anderen größeren Orten. Die Revieraus- schüsse wurden, mit Ausnahme des Bezirkes Innsbruck-Stadt und -Land, dessen Obmann auch der im Jahre 1876 gegründeten Fischereigesellschaft Innsbruck vorstand, beseitigt und an ihrer Stelle Revierverwalter eingesetzt. Mit vieler Mühe gelang es der Fischereigesellschaft, als Verein aufgelöst und übergeleitet in den Landesverband, ihren Besitzstand zu erhalten. Nach dem Zusammenbruch des Reiches wurden die Revierverwalter belassen, der Revierausschuß des Bezirkes Innsbruck-Stadt und Land aufgehoben und sein Obmann als Revierverwalter be- stellt. Der Landes-Fischereiverband mit seinen Untergliederungen verfiel der Auf- lösung. Vorschläge für eine Neuorganisation wurden wohl im Jahre 1945 der Landes- bauernschaft überreicht, aber bis heute nicht erledigt. Im Stadtgebiet Innsbruck liegen folgende Reviere: 16: Inn linkes Ufer von der westlichen Stadtgrenze bis zum Markstein beim Tier- garten, 18a: Inn rechtes Ufer von der westlichen Stadtgrenze bis zur Universitätsbrücke, 19: Inn beiderseits in Fortsetzung der Reviere 16 und 18a bis zur Weiherburg, bzw. Silleinfluß, 20: Inn linkes Ufer vom Weiherburgbach bis zur östlichen Stadtgrenze, 21: Inn rechtes Ufer vom Silleinfluß bis zum Ampasser Bach, 31: Höttinger Gießen mit Tiergartenwässern vom Ursprung bis zur Mündung in den Inn (früher 31a), Lohbach vom Harterhof bis zum Gießen (früher 31b), Lohbach vom Ursprung bis östliche Grenze des Harterhofes (früher 31c), 44: Sill vom Sonnenburger Tunnel bis zur Mündung in den Inn und Viller Bach vom Ursprung bis zur Einmündung in die Sill (früher 65). 276 Die Vereinigung der früheren Reviere 31b und 31c mit 31a und die Umbenennung in Revier 31 wurde vom Reichsstatthalter in Tirol und Vorarlberg am 3. 5. 1943, die Vereinigung des Revieres 65 mit 44 am 22. 12. 1942 verfügt. Die Fischereigesell- schaft bezeichnet sich als Besitzerin der Reviere 16, 18a, 20 und 21 und als Pächterin der Reviere 19-Eigenrevier der Stadt Innsbruck und des neuen Revieres 31, das aus 31a Eigenrevier der Stadt Innsbruck, 31b Eigenrevier der Innarchen-Ge- nossenschaft und 31c Eigen- und Schonrevier Hörtnagl-Harterhof gebildet wurde. Das Pachtrevier 44 wird vom Fischereipachtverein Innsbruck bewirtschaftet; es gehört zu 36.4% dem Stift Wilten, zu 31.75% der Firma Herrburger und Rhomberg, zu 13.35% dem Franz Tollinger, Sillhöfe, zu 12.45% der Stadtgemeinde und zu 6.05% der Fanni Stolz, Tivoli. Die Hauptgrundlage der reichseinheitlichen statistischen Erfassung der Fischerei- fangergebnisse war das Gesetz vom 6. 7. 1938, RGBl. I, Seite 798. Auf Österreich wurde es mit 15. 1. 1939 durch die Verordnung über die Einführung des Gesetzes über die Statistik der Fischereifangergebnisse im Lande Österreich vom 27. 1. 1939, RGBl. I. Seite 279, angewendet. Alle Personen, die zur Ausübung des Fischfanges Fischereischeine erhalten hatten, mußten ihre Fangergebnisse alljährlich dem Landrat, bzw. dem Oberbürgermeister bekanntgeben. Mit Erlaß vom 1. Dez. 1944 wurde die Reichsstatistik über Binnenfischerei eingestellt. Im neu erstandenen Österreich zog das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft bei den Fischereirevierverwaltern Erkundigungen über die im Jahre 1945 und 1946 vor- handenen Fischereibetriebe ein; vielleicht kann hierin ein Ansatz zu einer staatlichen österreichischen Fischereistatistik erblickt werden. In der Tabelle XIV/2 wird wohl über die Fangergebnisse in den von der Fischerei- gesellschaft bewirtschafteten Revieren vom Jahre 1938 an ein lückenloses Bild gegeben; das Gesamtergebnis im ganzen Stadtgebiet kann nur für die drei Jahre 1941, 1942 und 1943 ausgewiesen werden. Die angegebenen Gesamtfangergebnisse von 341, bzw. 345 und 392 kg Forellen und Äschen genügen zur Beurteilung der Ertragfähigkeit der Gewässer Innsbrucks unter normalen Verhältnissen. Die sich über neun Jahre erstreckende ununterbrochene Zahlenreihe der Fischereigesell- schaft aber mit den Fangergebnissen von 135, 199, 158, 173, 339, 277, 240, 49 und 23 kg lassen sowohl den Aufstieg bei sorgfältiger Hege als auch die Wirkungen der Nachkriegszeit unschwer erkennen. Nach dem Einmarsch der Amerikaner fischte alles und auf jede Weise, auch mit Handgranaten, Netzen und Legangeln. Seither hat sich vieles gebessert. Immerhin ist es bemerkenswert, daß die französische Besatzungsmacht für sich das Recht beansprucht, in allen Gewässern zu fischen. Es wird vieler Mühe und eines großen Aufwandes an Geldmitteln bedürfen, die frühere Blüte der Sportfischerei in Innsbruck - eine Berufsfischerei gibt es in Innsbruck nicht wieder zu erreichen. Der Wert der Fangergebnisse wurde bis einschließlich 1944 nach dem Sportfischereipreis von RM 4.- für 1 kg Forellen und RM 3.- für 1 kg Äschen berechnet, von 1945 an im Vergleich zu den Fleisch- preisen mit S 12.- für Forellen und S 10.- für Äschen angenommen. Ein Verkauf von Fischen an Gasthöfe oder Händler hat in den letzten Jahren bei dem gering- fügigen Fangergebnis wohl kaum stattgefunden. XIV/3. Jagd Im Jagdwesen gilt gegenwärtig mangels landesgesetzlicher Bestimmungen im Sinne des Gesetzes vom 10. Juli 1945, StGBl. 71, vorläufig noch das Reichsjagd- gesetz vom 3. Juli 1934, RGBl. I, S. 549, in der Fassung vom 3. 4. 1938, RGBI. I, 277 S. 410, mit einigen Änderungen. Ein tirolisches Landesjagdgesetz ist in Vorbereitung¹). Die Einteilung in Jagdreviere geht auf das kaiserliche Jagdpatent vom 7. März 1849, RGBl. 154, zurück. Während der deutschen Herrschaft wurde die Statistik über den Wildstand und den Abschluß für die Jagdkreise, die sich meist mit den Landkreisen deckten, von den Kreisjägermeistern, für das Gaugebiet vom Gaujägermeister geführt. Die letzte dieser Statistiken wurde für das Jagdjahr (vom 1. 4. bis 31. 3.) 1944/45 aufgestellt. Vom Jahre 1946 an wird die Jagdstatistik von der Landesforstinspektion geführt. Laut Tabelle XIV/3 sind im Stadtgebiet Innsbruck 5 gemeinschaftliche Jagd- gebiete mit einer Fläche von 6501 ha und 1 Eigenjagdgebiet im Ausmaße von 1139 ha. In den 5 gemeinschaftlichen Jagdgebieten war im Jagdjahr 1944/45 ein Wildstand von 30 Gemsen und 250 Rehen, abgeschossen wurden in diesem Jahr 2 Gemsen und 10 Rehe. Als Fallwild wurden 10 Rehe angegeben. Über die Gleirschtal-Jagd können keine Zahlen genannt werden; sie war seit jeher mit der Karwendel-Jagd zusammengelegt und die Aufzeichnungen über den Wildbestand und Abschuß wurden nicht getrennt geführt. Vom Jahre 1946 an wird von der Landes-Forstinspektion eine neue Jagdstatistik aufgestellt. Bis zum Kriegsende war der Wildstand trotz einiger strenger Winter, trotz des Mangels an Wildfutter und des durch den Krieg bedingten erhöhten Abschusses gut. Mit der Besetzung des Landes durch die Amerikaner und Franzosen und der Entwaffnung der Jagdschutzorgane, die sich natürlich auch Einheimische und ver- setzte Personen als Wilderer zunutze machten, begann ein gewaltiger Rückgang. Mit der französischen Besatzungsmacht konnten in der Folge geordnete Verhält- nisse angebahnt werden. General Bethouart beanspruchte die Jagd in den großen Staatsjagdgebieten, vor allem im Karwendel, im übrigen wurde den Angehörigen der Besatzungsmacht ein Viertel des der Abschuẞplanung unterliegenden Wildes vorbehalten; hiezu zählen das Rotwild, Gems- und Rehwild, Auerhahn, Spielhahn und Murmeltier. Das übrige Wild, z. B. Hasen, können von den Franzosen das ganze Jahr gejagt werden. In den verkehrsoffenen Gebieten litt der Wildstand in Tirol natürlich weit mehr als in den entlegenen Tälern. Im Durchschnitt kann eine Herabsetzung der Wild- bestände auf die Hälfte jener des Jahres 1944/45 angenommen werden. Für die 5 gemeinschaftlichen Jagdgebiete Innsbrucks wird der Wildstand im Jahre 1946 auf 20 Gemsen und 80 Rehe geschätzt. Es wird einer mehrjährigen Aufbauarbeit bedürfen, die Jagd wiederum auf die alte Höhe zu bringen. F. 1) Gesetz vom 12. Nov. 1947, LGBl. Nr. 8 aus 1948, betreffend die Regelung des Jagd- wesens in Tirol. 278 ssing noy Tabelle XIV/1A Übersicht Die Ergebnisse der Bodenbenutzungserhebungen 1943-1946¹) Wirtschaftsfläche der Gemeinde Jahr 1943 1944 1945 1946 Kulturarten und sonstige Flächen ha a ha a ha a ha a I. Ackerland (einschl. Feldgemüse- bau und Egärten) II. Gartenland, Obstanlagen und Baumschulen III. Wiesen a) mit einem Schnitt b) mit zwei Schnitten c) mit drei und mehr Schnitten Streuwiesen (Wiesen, die nur der Streugewinnung dienen) IV. Viehweiden 751 81 726 58 656 97 386 76 86 66 72 82 39 74 14 74 65 149 56 118 04 122 84 128 56 130 99 900 10 890 85 857 58 742 91 303 31 274 54 251 28 176 44 51 1 75 64 184 53 185 00 196 13 333 51 522 70 4921 97 521 91 521 50 541 70 4782 92 20 4686 22 2 4775 62 V. Almen VI. Forste und Holzungen. VII. Öd- und Unland, Hofflächen und Wegeland und sonstige Flächen einschl. Gewässer 3657 49 3719 27 3920 50 4002 60 Wirtschaftsfläche der Gemeinde 11436 81 11 295 14 11295 14 11240 71 1) Die 16, 10, bzw. 12 Kulturarten der staatl. Erhebungen sind wegen der leichteren Ver- gleichbarkeit in den 7 Kulturarten der in Tirol im Jahre 1945 durchgeführten Erhebung zusammengefaßt. 279 Tabelle XIV/1 B Übersicht Die Ergebnisse der Bodenbenutzungserhebungen 1943-1946¹) Summen der Wirtschaftsflächen der Betriebe von ½ ha an Jahr 1943 1944 1945 1946 Kulturarten und sonstige Flächen ha a ha a ha a ha a I. Ackerland (einschl. Feldgemüse- bau und Egärten) II. Gartenland, Obatanlagen und Baumschulen III. Wiesen a) mit einem Schnitt b) mit zwei Schnitten e) mit drei und mehr Schnitten Streuwiesen (Wiesen, die nur der Streugewinnung dienen) IV. Viehweiden V. Almen VI. Forste und Holzungen VII. Öd- und Unland, Hofflächen und Wegeland und sonstige Flächen einschl. Gewässer 501 81 484 58 437 97 365 90 51 86 47 82 44 65 100 43 98 04 102 84 108 44 130 41 760 10 740 75 717 28 739 15 263 31 234 54 212 98 176 29 51 1 75 64 62 13 55 51 13 45 80 450 41 467 91 467 50 472 61 3700 97 3973 92 3710 73 3791 23 112 80 108 83 139 93. 157 50 Summe der Wirtschaftsflächen der Betriebe 6001 43 6216 70 5892 36 5979 96 96 1) Die 16, 10, bzw. 12 Kulturarten der staatl. Erhebungen sind wegen der leichteren Ver- gleichbarkeit in den 7 Kulturarten der in Tirol im Jahre 1945 durchgeführten Erhebung zusammengefaßt. 280 Zahl (Tabelle Tabelle XIV/1 C Bodenbenutzungserhebung 1946 a) Gliederung der Wirtschaftsfläche der Gemeinde nach 12 Kulturarten Kulturarten und sonstige Flächen 386.74 ha b) Gartenland ohne Ziergärten 106.82 ha I. a) Ackerland II. III. IV. Obstanlagen und Baumschulen Wiesen a) mit einem Schnitt b) mit zwei Schnitten c) mit drei und mehr Schnitten Weiden a) Talweiden b) Hutweiden V. Alpines Grünland a) Bergmähder b) Almen ha a 493 56 42 74 130 99 742 91 176 44 3 76 329 75 5 08 536 62 64 VI. Streuwiesen VII. Weingärten VIII. Waldungen 4775 62 IX. Seen, Sümpfe, Teiche 153 06 X. Unkultivierte Moorflächen 8 51 XI. Gebäude und Hofflächen 245 64 XII. Ödland, Unland, Friedhöfe, öffentliche Parkanlagen, Sport-, Flug-, Übungsplätze, Wegeland, Ziergärten 3595 39 Wirtschaftsfläche der Gemeinde 11240 71 281 Tabelle XIV/1 C (Fortsetzung) b) Gliederung des Anbaues auf dem Acker- und Gartenland Fruchtgattung ha a Fruchtgattung Gartengewächse ha a Getreide und Hülsenfrüchte 1. Winterroggen 2. Sommerroggen 3. Winterweizen 4. Sommerweizen 5. Wintergerste 6. Sommergerste 7. Hafer 8. Wintermenggetreide 9. Sommermenggetreide 10. Körnermais 11. Buchweizen 12. Gewöhnliche Hirse 13. Speiseerbsen 14. Futtererbsen 15. Speisebohnen 16. Ackerbohnen 17. Sojabohnen 18. Linsen 19. Hülsenfruchtgemenge 20. Wicken 21. Alle anderen Arten von Ge- treide und Hülsenfrüchten 39 1 B161 13 1 18 87 30. Gemüse und Erdbeeren 140 78 36 Handelsgewächse 32 31. Rape 72 32. Rübsen 97 33. Mohn 79 34. Ölkürbis - 35. Flachs 40 36. Hanf 37 28 37. Hopfen 10 38. Tabak 2 39. Zichorien 21 1 49 6 4 40. Heil-, Gewürz- u. Duftpflanz. 41. Alle anderen Handelsgewächse IIIII IT to wall 96 6 3 48 31-41 zusammen 1 53 9 Futterpflanzen 72 42. Rotklee in Reinsaat 21 43 43. Weißklee in Reinsaat 8 44. Schwedenklee in Reinsaat 45. Luzerne 44 44 1-21 zusammen 83 91 46. Esparsette 19 47. Anderer Klee, gem. Anbau 11 Hackfrüchte 48. Kleegras (Mischung von Klee 22. Spätkartoffeln 79 77 49. Grünmais 23. Frühkartoffeln 3 41 24. Zuckerrüben f. Zuckerfabrik. 27 25. Futterrüben 26 06 und Gras) a) Grünfuttergewinnung b) Gärfuttergewinnung 50. Wicken 27 29 26. Kohlrüben 23 27. Futtermöhren 37 51. Alle anderen Futterpflanzen 52. Wechselwiesen=Egärten 28. Topinambur 29. Alle anderen Hackfrüchte 78 8 a) Kunst-Egärten b) Natur-Egärten 53. Wechselweide 54. Zum Unterpflügen bestimmte 55. Brache 22-29 zusammen 110 89 Hauptfrüchte 1 03 42-55 zusammen 156 45 = 611 521 225 22 18 74 53 72 65 32 97 10 63 72 282 Ackerland und Gartenland zusammen 493 ha 56 a. Tabelle XIV/1 D auf Seite 290 Tabelle XIV/1 E₁ Bodenbenutzungserhebung 1946 Die Anteile der Flächen der verschiedenen Kulturarten an der land- und forstwirtschaftlich genutzten Fläche und an der landwirtschaftlich genutzten Fläche 1. Land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen 2 Kulturart Ackerland Gartenland Obstanlagen Baumschulen Wiesen Weiden Alpines Grünland Streuwiesen Wald Kulturart Ackerland Gartenland Obstanlagen Baumschulen Wiesen Weiden Alpines Grünland Streuwiesen Insgesamt Flächenausmaß in ha Prozente 386.74 5.34 106.82 1.48 42.74 0.59 1050.34 14.51 333.51 4.61 541.70 7.48 0.64 0.00 4775.62 65.99 7238.11 100.- 2. Landwirtschaftlich genutzte Fläche Flächenausmaß in ha Prozente 386.74 15.71 106.82 4.34 42.74 1.73 1050.34 42.66 333.51 13.54 541.70 22.00 0.64 0.02 Insgesamt 2462.49 100.- 3. Übersicht der Hauptnutzungsgruppen Nutzungsart Flächenausmaß in ha Prozente Landwirtschaftlich genutzte Fläche Forstwirtschaftlich genutzte Fläche 2462.49 21.91 4775.62 42.48 Keine land- oder forstwirtschaftliche Nutzung 4002.60 35.61 Wirtschaftsfläche der Gemeinde 11240.71 100.- 283 Tabelle XIV/1 E, Zahl und Gesamtwirtschaftsflächen der Betriebe nach Größentypen Betriebstype Zahl der Betriebe Anteil Gesamt- der Zahl betriebs- flächen in ha der Gesamt- betriebsflichen d. einzelnen Typen a. d. Gesamt- betriebsfliche Gesamtzahl der Betriebe Zwergbetriebe 255 279.61 41.7% 4.6% von 0.5 bis unter 2 ha Kleinbäuerliche Betriebe 167 510.04 27.3% 8.6% von 2 bis unter 5 ha Mittelbäuerliche Betriebe 170 1569.74 27.8% 26.2% von 5 bis unter 20 ha Großbäuerliche Betriebe 14 549.62 2.3% 9.2% von 20 bis unter 100 ha Großbetriebe 6 3070.95 0.9% 51.4% von 100 ha und darüber Zusammen 612 5979.96 100.0% 100.0% 284 Tabelle XIV/1 Es Anteil der Betriebe nach Größentypen an der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung in absoluten Zahlen Betriebstype Zwergbetriebe Kleinbäuerliche Betriebe Mittelbäuerliche Betriebe Großbäuerliche Betriebe Großbetriebe davon Gesamt- betriebs- fläche landwirt- forstwirt- schaftlich schaftlich un- produktiv genutzt ha 279.61 133.55 125.42 20.64 510.04 287.36 207.79 14.89 1569.74 957.24 509.33 103.17 549.62 164.55 366.95 18.12 3070.95 488.53 2581.74 0.68 Zusammen 5979.96 2031.23 3791.23 157.50 Tabelle XIV/1 E, Anteil der Betriebe nach Größentypen an der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung in Prozenten Von der Gesamtbetriebsfläche genutzten Fläche sind Betriebstype landwirt forstwirt- schaftlich schaftlich landwirt- forstwirt- un- schaftlich schaftlich produktiv genutzt genutzt Zwergbetriebe 47.8% 44.8% 7.4% 51.6% 48.4% Kleinbäuerliche Betriebe 56.4% 40.7% 2.9% 58.1% 41.9% Mittelbäuerliche Betriebe 60.9% 32.5% 6.6% 65.3% 34.7% Großbäuerliche Betriebe 29.9% 66.8% 3.3% 30.9% 69.1% Großbetriebe 15.9% 84.0% 0.0% 15.9% 84.1% Zusammen 34.0% 63.4% 2.6% 34.9% 65.2% 285 Der endgültige (Hauptanbau, Zwischennutzung, Vor- und Nach- A. Gemüse 1. Weißkohl (Weißkraut) 2. Rotkohl (Rotkraut) 3. Wirsingkohl (Kapuste) a) Frühweiẞkohl b) Herbstweißkohl c) Dauerweißkohl a) Frührotkohl b) Herbstrotkohl c) Dauerrotkohl a) Frühwirsingkohl b) Herbstwirsingkohl c) Dauerwirsingkohl 4. Grünkohl (Braunkohl) ha a m² 852 8## 50 44 44 484 41 88 45 82 3 220 29 12 31 42 98 2289 762 50 77 28 26 72 68 04 25 5. Rosenkohl (Sprossenkohl) 57 3333 70 6. Blumenkohl (Karfiol) a) Frühblumenkohl 16 b) Spätblumenkohl 10 7. Kohlrabi a) Frühkohlrabi 13 b) Spätkohlrabi 6039 38 28 60 60 06 42 98 94 79 8. Kopfsalat a) Früh- und Sommersalat b) Herbstsalat c) Wintersalat 9. Feldaalat (Rapunzchen) 10. Endiviensalat 11. Spinat a) Frühjahrsspinat (Frühjahrs- aussaat) b) Herbat- und Winterspinat 12. Mangold 13. Möhren a) frühe (auch Karotten) b) späte 286 14. Rote Bete (Rote Rüben) 15. Speise-Kohlrüben (gelbe und weiße Sorte) 341 9555 07 61 828 78 12 83 3 48 94 8 94 76 68 720 10 27 22 12 62 76 1 63 70 10 20 54 97 =8 11 00 3 26 41 1 80 00 151 87 42 1-15 zusammen Anbau 1944 anbau) von Gemüse und Erdbeeren zum Verkauf 16. Meerrettich (Kren) 17. Schwarzwurzeln 18. Rettich 19. Petersilie 20. Sellerie 21. Porree (Lauch) Tabelle XIV/1 F ha & m² Übertrag 1-15 151 87 114 42 52-2 40 26 70 43 43 49 24 12 83 13 68 22. Steck-Speisezwiebeln 23. Saat-Speisezwiebeln a) Frühjahrsaussaat 31 b) Spätaussaat (Winterswiebeln) 18 24. Spargel a) ertragfähiger 1 128 55 75 00 b) noch nicht ertragfähiger 25. Rhabarber 26. Grüne Pflückerbsen 27. Grüne Pflückbohnen (auch Wachsbohnen) a) Buschbohnen b) Stangenbohnen (auch Prunk- oder Feuerbohnen) 12 66 08 989 34 33 28. Dicke Bohnen (Puffbohnen) 29. Gurken a) Einlegegurken b) Schälgurken 30. Kürbis 31. Tomaten (Paradeiser) 32. Paprika 33. Sonstige Gemüsearten 6 13 50 65 29 2 40 27 48 2 65 43 1 90 2 7 5% 57 40 30 65 89 12 1-33 zusammen 189 90 g0 81 B. Erdbeeren a) diesjährige Neupflanzungen b) mehrjährige Pflanzungen 58 180 5 35 95 287 Erhebung des Frühjahrsanbaues 1946 von Gemüse und Erdbeeren und Frühjahrsanbau Nachanbau Gemüseart ha a m² ha a m² 1. Weißkraut a) Frühjahrsweißkraut b) Herbstweißkraut c) Dauerweißkraut #95 6 44. 35 15 22 12 4 20 95 1 57 46 1 02 20 34 2. Rotkraut a) Frührotkraut b) Herbstrotkraut 59 08 2 89 c) Dauerrotkraut 39 41 250 1 97 98 37 889 65 3. Kohl a) Frühkohl 4 04 47 b) Herbstkohl 7 21 c) Dauerkohl 1 35 06 17 2 56 98 51 26 4. Grünkohl 5. Sprossen-(Rosen-)kohl 1 00 98 95 6. Karfiol a) Frühkarfiol 6 04 b) Spätkarfiol 9 7. Kohlrabi a) Frühkohlrabi b) Spätkohlrabi 18 8. Kopfsalat a) Früh- und Sommersalat b) Herbstsalat 11 09 67 888 69 07 01 68 25 10 01 60 32 c) Wintersalat 9. Vogerlsalat (Rapunzel) te) anmod 10. Endiviensalat 11. Spinat a) Frühjahrsspinat (Frühjahrs- aussaat) b) Herbst- und Winterspinat 12. Mangold 13. Frühe Karotten 14. Möhren 15. Rote Rüben 16. Speisekohlrüben (Wruken) 288 4 42 24 1 13 333 2 81 26 6 33 88 21 81 7 36 96 23 3 05 50 81 3 00 = 96 57 11 16 1 99 07 07 50 61 19 30 74 14 1-16 zusammen 54 93 69 30 04 79 Tabelle XIV/1 G Erhebung des Nachanbaues von Gemüse und Erdbeeren im Herbst 1946 19 Gemüseart Frühjahrsanbau Nachanbau ha a m² ha a m2 Übertrag 1-16 54 93 60 30 04 79 79 17. Kren (Meerrettich) 18. Schwarzwurzeln 19. Radieschen und Rettich 2 20. Petersilie 1 21. Sellerie 1 22. Porree (Lauch) 1 28 12 09 3 02 909 70 93 37 03 41 63 60 81 1 19 60 83 23. Speisezwiebeln a) Frühzwiebel 87 56 b) Spätzwiebel 1 58 55 49 40 19 04 24. Knoblauch 24 83 25. Spargel a) ertragfähiger b) noch nicht ertragfähiger 2 05 1 48 95 73 95 15 15 52 26. Rhabarber 27. Grüne Pflückerbsen 28. Grüne Pflückbohnen a) Stangenbohnen b) Buschbohnen 24 29 40 16 84 1 36 46 94 29. Gurken a) Einlegegurken 61 15 b) Schälgurken 1 32 41 30. Melonen 22 31. Speisekürbis 13 14 32. Paradeiser (Tomaten) 3 00 40 33. Paprika 29 27 34. Sonstige Gemüsearten. 92 40 8 90 06 81 1-34 zusammen 81 17 03 41 35 72 Erdbeeren a) diesjährige Neupflanzungen b) mehrjährige Pflanzungen 15 35 4 64 78 1080 68 68 50 30 289 Tabelle XIV/1 D Durchschnittserträge 1946 in Meterzentner pro ha im Gerichtsbezirk an Steinach am Innsbruck Hall Brenner Winterweizen Sommerweizen Winterroggen Sommerroggen Wintergerate 19.5 15.0 8.0 9.0 12.0 15.0 9.0 8.0 8.5 8.5 Sommergerste 7.0 10.0 Hafer 7.0 9.0 Körnermais 18.3 30.0 Frühkartoffeln 66.3 220.0 Spätkartoffeln 114.3 240.0 Rotklee 32.5 36.0 Weiẞklee 26.0 DINO |||| 10.0 1.0 9.0 2.0 8.5 10.0 8.0 12.0 Schwedenklee Luzerne 34.8 35.0 35.0 Esparsette 36.0 30.0 30.0 Anderer Klee 38.0 28.0 28.0 Kleegras 23.0 20.0 15.0 Kunst-Egärten 24.0 20.0 16.0 Natur-Egärten 22.0 15.0 12.0 Einmähdige Wiesen 10.5 15.0 10.0 Zweimähdige Wiesen 28.7 20.0 14.0 Drei- und mehrmähdige Wiesen 44.0 30.0 35.0 Bergmähder 5.0 8.0 8.0 Streuwiesen 10.0 12.0 8.0 Angaben des Österreichischen Statistischen Zentralamtes. 290 Fischereifangergebnisse in Innsbruck (Flußfischerei) in den Jahren 1938 bis 1946 Ä Abkürzungen: F-Forellen, A Aschen Tabelle XIV/2 Gesamtergebnis Fisch Gewicht Jahr Revier art in kg Wert in RM der Berechtigten im Stadtbezirk kg RM kg RM 1938 16 F Ä 35 10 18a 19 20 20 21 31a 31b 31c 44 F Ä 44 4 10 140 30 (war im Jahre 1938 nicht im Besitze der Fischereigesellschaft) F 20 Ä F 30 Ä F 30 Ä F 233325 80 9 120 120 Fischereigesellschaft 6 20 135 525 Ä F Ä F Schonrevier Ä Innarchengenossenschaft Hörtnagl-Harterhof Pachtrevier Fischereigesellschaft F 40 160 16 Ä 10 30 F 30 120 18a Ä 10 30 F 20 80 19 4 20 20 F 35 140 Ä F 40 160 1939 21 Ä 2 20 12 6 F 8 32 31a 199 Ä F 31b Ä F Schonrevier 31c Ä F 44 Ä 19* 770 Innarchengenossenschaft Hörtnagl-Harterhof Pachtrevier 291 Tabelle XIV/2 (1. Fortsetzung) Gesamtergebnis Fisch- Gewicht Wert Jahr Revier art in kg in RM der Berechtigten im Stadtbezirk kg RM kg RM F 35 140 16 Ä 10 30 F 10 40 18a Ä 2 6 F 20 80 19 Ä 3 9 F 30 120 20 Ä - 1940 22 F 30 120 21 Ä - - F 15 31a 18 Fischereigesellschaft 60 158 605 Ä - - F 31b Ä F 31c Ä Schonrevier F Innarchengenossenschaft Hörtnagl-Harterhof Pachtrevier 44 Ä 1941 292 F 16 Ä F 18a Ä F 19 Ä 20 Ä 13 21 Ä 31a Ä 31b 31c Ä 44 Ä PERERE DE DE DE DE DE DE 40 160 10 30 20 80 5 15 20 80 3 9 F 30 120 F 30 120 F 15 118 - F F F 156 Schonrevier 624 12 Fischereigesellschaft 60 173 674 Innarchengenossenschaft Hörtnagl-Harterhof Pachtrevier 36 168 660 341 1334 Tabelle XIV/2 (2. Fortsetzung) Gesamtergebnis Wert Fisch- Gewicht Jahr Revier art in kg in RM der Berechtigten im Stadtbezirk oder S kg RM kg RM F 52 208 16 Ä 18 54 F 23 92 18a Ä 5 15 F 27 108 19 8 24 F 37 148 20 Ä - F 43 172 1942 21 Ä 5 15 Fischereigesellschaft F 21 84 31a 239 920 Ä F 31b Ä F 31c 159 20 Innarchengenossenschaft 20 Ä 44¹) F 95 (m. 65) Ä 969 Schonrevier 380 Hörtnagl-Harterhof Pachtrevier 345 1338 18 101 398 F 60 240 16 Ä 25 75 F 20 80 18a Ä 6 18 19 199 F 30 120 10 30 1943 20 20 45 180 21 31a F 312) 31b Ä 31c F 100 28 50 200 6 18 25 100 Fischereigesellschaft Schonrevier 277 1061 400 Pachtrevier 44 Ä 15 45 115 445 392 1506 293 Tabelle XIV/2 (3. Fortsetzung) Wert Gesamtergebnis Fisch- Gewicht Jahr Revier in RM art in kg der Berechtigten im Stadtbezirk oder S kg RM oder S kg RM/S F 55 220 16 Ä 28 84 F 18 72 18a Ä 2 6 F 20 80 19 Ä 5 15 F 41 164 1944³) 20 Ä F 48 192 21 Ä 3 9 Fischereigesellschaft F 20 80 31 240 922 Ä F Pachtrevier 44 Ä 16 Ä F 18a Ä 19 Ä 1945 20 21 31 Ä F Ä F 44 Ä PE DE DE DE DE DE DE F F F F 2013 022 144 100 4 48 36 8 96 10 120 24 49 99 Fischereigesellschaft Pachtrevier 568 294 Fisch- Gewicht Jahr Revier art in kg Wert in S F 16 Ä F 189 72 80 12 18a Ä F 2 24 19 Ä - F 1 12 1946 20 Ä F 5 60 21 Ä 31 F Ä 44 F Ä Tabelle XIV/2 (4. Fortsetzung) Gesamtergebnis der Berechtigten im Stadtbezirk kg S kg S Fischereigesellschaft 23 260 Die Zahlen sind teils der Statistik der Fischereigesellschaft Innsbruck teils den von den Berechtigten ausgefüllten Anmeldescheinen entnommen. Die Fangergebnisse sind bis einschließlich 1944 nach dem Sportfischerpreis von RM 4.- für 1 kg Forellen und RM 3.- für 1 kg Äschen von 1945 an mit S 12. für Forellen und S 10.- für Äschen bewertet. 1) Nach der Eingemeindung von Igls und Vill wurde das Revier 65 (Viller Bach) zufolge Erlasses des Reichsstatthalters für Tirol und Vorarlberg vom 22. 12. 1942 mit dem Revier 44 vereinigt. 2) Gemäß dem Erlasse des Reichsstatthalters vom 3. 5. 1943 wurden die Reviere 31b und 31c zu 31 a geschlagen und dieses als Revier 31 bezeichnet. 3) Im Jahre 1944 wurde die Fischereistatistik des Reiches eingestellt. 295 Tabelle XIV/3 Jagdgebiete, Wildstand und Abschuß Jagdjahr 1944/45¹) 1. Gemeinschaftliche Jagdgebiete Katastralgemeinde Gemeinschaftliche Jagdgebiete Wildstand³) Abschuẞ Zahl Fläche in ha Gemsen Rehe Gemsen Rehe Wilten 1 920 Hötting und Mühlau 1 2960 Amras und Pradl 1 921 30 250 2 10 Arzl 1 780 Vill und Igls 1 920 Zusammen 5 6501 30 250 2 10 2. Eigenjagdgebiete 1 Eigenjagd (Gleirschtal) mit einer Fläche von 1139 ha; sie erstreckt sich über Gebiete der Katastralgemeinden Arzl, Mühlau und Hötting³). 3. Jagdgebiete insgesamt Gesamtfläche der 6 Jagdgebiete in Innsbruck = 7640 ha. Angaben der Mag.-Abt. 1 und des Tiroler Jägerverbandes (Landes-Jagdamt). 1) Die Flächen der Jagdgebiete sind im Jahre 1946 unverändert geblieben. 3) Für das Jahr 1946 wird der Wildstand in den 5 gemeinschaftlichen Jagdgebieten auf 20 Gemsen und 80 Rehe geschätzt. 3) Eine Angabe des Wildstandes und Abschusses ist für dieses Eigenjagdgebiet nicht mög- lich, da es mit der Karwendeljagd zusammengelegt ist und gesonderte Aufschreibungen nicht geführt wurden. 296 XV. Tierhaltung und Veterinärwesen XV/1. Viehzählungen, Bestand an Nutztieren ,,Die zweitwichtigste Produktionsbasis der Landwirtschaft nach Grund und Boden ist der Viehbestand. Milch, Fleisch, Eier, Häute, Wolle, Federn, Horn, Dünger usw. sind Produkte, welche die große Wichtigkeit des Viehbestandes be- gründen, dessen genaue Kenntnis daher eine wesentliche Voraussetzung für jede planmäßige Lenkung der Volkswirtschaft bildet¹)." Seit dem Jahre 1938 wurden die fortlaufenden Veränderungen im Viehbestand alljährlich durch Viehzählungen amtlich ermittelt. Die gesetzlichen Grundlagen dieser Zählungen waren in Österreich für das Jahr 1938 eine Anordnung des Reichs- ministers für Ernährung und Landwirtschaft2) und von 1939 an das Gesetz vom 31. Oktober 1938, RGBl. I, S. 1532. Dieses Gesetz bestimmte, daß alljährlich im Dezember eine allgemeine Viehzählung durchzuführen ist und daß zu anderen Zeit- punkten des Jahres nach Bedarf und beschränkt auf einige Tiergattungen Zwischen- zählungen angeordnet werden können. Es legte den Gemeinden die Verpflichtung zur Erhebung des Viehbestandes auf, regelte die Pflichten der Viehhalter und die Rechte und Pflichten der Zähler. Als Zähler wurden in der Regel im Sinne des § 5 der Deutschen Gemeindeordnung ehrenamtlich verpflichtete Personen und nur ausnahmsweise Beamte der Gemeinde oder uniformierte Ordnungspolizei verwendet. Dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft oblag die allgemeine An- ordnung, dem Statistischen Amt des Reichsstatthalters in Wien die Durchführung für Österreich. Auf Grund der genannten beiden Normen wurden vom März 1938 bis Mai 1945 sieben allgemeine Viehzählungen³) und 19 Zwischenzählungen durch- geführt; die Zwischenzählungen erstreckten sich jedesmal auf Schweine, daneben aber auch fallweise auf Schafe, Kühe und Kalbinnen, ausnahmsweise auf Rinder überhaupt und auf Hühner. Die letzte für das ganze Reich angeordnete Zählung war die Zwischenzählung der Schweine und Hühner im März 1945. Die allgemeine Viehzählung gegen Ende desselben Jahres wurde vom Österreichischen Statistischen Zentralamt, dem früheren Statistischen Amt des Reichsstatthalters in Wien, nur in Wien, Niederösterreich und Burgenland durchgeführt, während die übrigen Länder selbst, und zwar zu verschiedenen Terminen, für die Aufnahme des Vieh- bestandes ihres Landes sorgten. Die Tiroler Landesregierung faßte am 4. 10. 1945 den Beschluß, eine allgemeine Viehzählung am 3. Dezember,,nach den bisher hiefür maßgebenden gesetzlichen Bestimmungen" vornehmen zu lassen. Seit 1946 ordnet das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft-offenbar auch auf Grund der alten Bestimmungen -die Zählungen an, das Statistische Zentralamt sorgt, 1) Österreichisches Statistisches Zentralamt in Nr. 1 der Statistischen Nachrichten vom Jahre 1946. 2) Anordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft, kundgemacht im Reichsministerialblatt der landwirtschaftlichen Verwaltung vom 15. 10. 1938, Nr. 44, die sich auf die Bundesratsverordnung vom 30. 1. 1917, RGBI. S. 81, stützte. 3) Die außerordentliche Viehbestandsaufnahme vom Mai 1939 beruhte auf dem Volks- zählungsgesetz. 297 wie früher, für die Durchführung und Aufarbeitung der Ergebnisse für ganz Österreich. Das Schwergewicht liegt auf den allgemeinen Viehzählungen im Dezember eines jeden Jahres; deren Ergebnisse sind für die Beurteilung des Viehbestandes maẞ- gebend. Die Zwischenzählungen unterrichten nur über die innerhalb eines Kalender- jahres naturbedingten Schwankungen des Bestandes einer Tiergattung, z. B. durch Nachwuchs oder Schlachtungen. In der Tabelle XV/1 A wird eine Übersicht über die Entwicklung des Viehbestandes im Stadtgebiet in den letzten 9 Jahren gegeben. Die beiden Diagramme Nr. 14 und 15 übertragen die Zahlen der Tabelle ins Bild- liche. Es wird betont, daß die Viehbestände der erst nach 1938 eingemeindeten Gebiete von Arzl, Vill und Igls von Anfang an in den angeführten Zahlen enthalten sind, so daß die Zuwächse durch die Eingemeindungen nicht plötzlich in Erscheinung treten und das Bild der natürlichen Entwicklung unverfälscht erkennen lassen. Auffallend sind die Schwankungen der Zahl der Viehhalter von 529 bis 2104, der Gesamtzahl des Viehbestandes von 12975 bis 29723 und darunter der Zahl der Schweine, der Kaninchen und Hühner. Das Stabdiagramm veranschaulicht außer der Höhe des Gesamtviehbestandes die Anteile der einzelnen Tiergattungen daran. Es läßt das Verhältnis der Summe der Pferde, Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen zur Summe der Kaninchen, Hühner und Bienenvölker deutlich hervortreten, zeigt im Jahre 1938 das gesunde Normalverhältnis, das sich nach einer mehrjährigen allgemeinen Schrumpfung des Gesamtviehbestandes in den Jahren 1942 bis 1943 durch Selbsthilfe vieler Konsumenten meist Kleingärtner-gegen Fleisch- und Eierknappheit zugunsten der zweiten Gruppe beträchtlich verschob, um in den letzten Jahren wegen Futtermangels, Fütterungsverboten und der drohenden staatlichen Bewirtschaftung der Kaninchen unter das Normalverhältnis zurückzusinken. In den beiden Kurven des Diagrammes Nr. 15 ist die Verschiedenheit des Rückganges des Bestandes der Schweine und der Milchkühe dargestellt. Die Tabelle XV/1 B zeigt den Viehbestand der beiden Jahre 1945 und 1946 bis in alle Einzelheiten gegliedert, also nach Tiergattung, Alter, Geschlecht und Ver- wendung. Die Gruppensummen der einzelnen Tiergattungen sind zur besseren Über- sicht unterstrichen, überdies sind sie auch in der Vergleichstabelle XV/1 F einander gegenübergestellt. Aus der Tabelle XV/1 C ist die Verteilung der Viehhaltungen und des Viehbestandes des Jahres 1946 auf die 9 Katastralgemeinden, die Haupt- zählbezirke der Stadt, zu entnehmen. Hötting, Arzl und Amras sind mit den Bestän- den von 5387, 1926 und 1526, wie immer, die viehreichsten Bezirke; auch die Zahl ihrer Rinder 773, 397 und 395 entspricht dieser Reihung. Die Anzahl ihrer Viehbesitzer aber verläuft damit nicht konform, Arzl und Amras werden hierin von Wilten, Amras auch noch von Pradl übertroffen. Siedler und Schrebergärtner als Kleintierzüchter geben hiebei den Ausschlag. Die Tabelle XV/1 D beantwortet die Frage in wievielen Viehhaltungen die ein- zelnen Tiergattungen vorkommen. Die Zahl von 424 Viehhaltern mit Milchkühen und die Verteilung der Milchkühe auf die einzelnen Viehhalter, von denen 134 nur eine Kuh haben, lassen besonders im Vergleich zur Gesamtzahl der Viehhalter von 1679 die bescheidene Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe erkennen). Diese *) Über die mögliche Jahresdurchschnittsleistung der gezählten 1391 Milch- und 196 Arbeits- kühe gehen die Meinungen weit auseinander. Hält man sich an die in der Tiroler Tageszeitung vom 2. 11. 1946 von einem Fachmann gegebene Darstellung, kommt man zu einer Milch- leistung von 2699 800 Liter im Jahr. Von dieser Summe werden 41% für die Selbstversorger und 15% für die Kälberfütterung abgezogen, 44% = 1187912 Liter verbleiben als jährliche ,,Marktleistung", das sind 748 Liter pro Kuh oder 12 Liter für den Einwohner. 298 Allgemeine Viehzählungen in Innsbruck, 1938-1946 Der gesamte Viehbestand 3 2 2 1 3 2 30.000 25.000 20.000 2 3 2 2 3 15.000 3 2 2 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1 Geflügel, 2 Bienenvölker. 3 Kaninchen Pferde, Maultiere, Rindvich, Schafe, Schweine, Ziegen Die Zahlen des Slabdiagrammes 10.000 5.000 I. 1000 Tiere oder Bienenstöcke Jahr 1 2 3 Summe 1938 1939 6707 6596 12452 1704 1115 21978 12641 931 20168 1940 5617 10559 685 715 17776 1941 5125 7326 525 12976 1942 6512 9835 1525 5614 23486 1943 7577 12742 1456 7948 29723 1944 6040 8836 1046 2272 18194 1945 5293 7608 703 1943 15547 1946 5205 7387 688 1514 14794 Diagramm Nr. 14 299 Schweinebestand in Innsbruck im Dezember der Jahre 1938-1946 Schweine: Jahr: Zahl: 2000 1500 1938 2069 1939 2154 1940 1554 1941 1274 1942 1369 1000 1943 1893 1944 1211 1945 869 1946 1166 500 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 Stand an Milchkühen (A) in Innsbruck, einschließlich der zur Milchgewinnung und Arbeit verwendeten Kühe (B) im Dezember der Jahre 1938-1946 2000 Milchkühe: Jahr: A: B: Summe: 1500 1938 1819 335 2174 1939 1351 702 2053 1940 1435 539 1974 1941 1564 277 1841 1000 1942 1689 371 2060 1943 1710 379 2089 1944 1616 285 1901 1945 1486 165 1641 1946 1391 196 1587 500 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 300 1 -100 Tiere Diagramm Nr. 15 Erkenntnis deckt sich vollkommen mit den Ergebnissen der Bodenbenutzungs- aufnahmen und mit der im Jahre 1943 aufgestellten,,Kräftebilanz" (Feststellung der in landwirtschaftlichen Betrieben über 2 ha tätigen Arbeitskräfte), die 275 hauptberufliche und 148 nebenberufliche Landwirte auswies. Die Tabelle XV/1 E ist ein weiterer Beitrag zum Studium der Art der Viehhaltungen; unter den 1679 Viehbesitzern sind 1226, die nur eine Tiergattung allein oder zusammen mit Geflügel oder Kaninchen halten. Den Vergleich mit den Zählergebnissen aus den Jahren 1945 und 1938 vermittelt die Tabelle XV/1 F. Der Rückgang des gesamten Viehbestandes beträgt gegenüber 1945 4.9%, gegenüber 1938 32.7%. Betrachtet man die beiden von den Pferden, Maultieren, Rindern, Schafen, Schweinen und Ziegen und die von den übrigen Tieren gebildeten Zwischensummen, erhält man ein günstigeres Bild. Die erste und für die Allgemeinheit wichtigere Gruppe hat sich zäher gehalten, sie weist im Vergleich zu 1945 einen Verlust von 1.6%, zu 1938 von 22.3% auf. Die zweite Gruppe hingegen erlitt Einbußen von 6.5%, bzw. 37.2%. Nicht zu über- sehen ist die nun deutlich einsetzende Abnahme der Rinder. Die außergewöhnliche Trockenheit, die schon im Frühjahr begann und bis zum Spätherbst anhielt, drückte die Futteraufbringung unter den Durchschnitt. Die Zahl der Schweine und Ziegen hat etwas zugenommen. Erwähnenswert ist, daß die Zunahme der Schweine im verhältnismäßig kleinen Innsbrucker Bezirk gleich mit der Entwicklung des gesamten Schweinebestandes in Österreich verläuft, während die Vermehrung der Ziegen im Widerspruch zu der allgemeinen Abnahme des Ziegenbestandes steht. In der zweiten Gruppe sind, abgesehen von den an sich bedeutungslosen Beständen an Enten, Trut- und Perlhühnern, die Bienenvölker im Vergleich zu 1938 am stärksten und zwar um 60% zurückgegangen; auch war das Jahr 1946 mit seiner Trockenheit, besonders im Sommer und Herbst, und der Mangel an Futterzucker nicht dazu angetan, den Rückgang zu hemmen. XV/2. Hunde Das Stadtsteueramt hat im Jahre 1946 1358 Hunde erfaßt. Der tatsächliche Hundebestand ist höher. Man muß damit rechnen, daß eine größere Anzahl von Hunden nicht angemeldet wurde; die vor dem Krieg üblichen Kontrollmaßnahmen sind noch nicht in vollem Umfange wieder eingeführt. Weiters werden von den französischen Wehrmachtsangehörigen ziemlich viele Hunde gehalten, die gegen- wärtig nicht dem Anmeldezwang und der Versteuerung unterliegen. Vor dem zweiten Weltkrieg betrug die Zahl der versteuerten Hunde 1700 bis 1800 im Jahre. XV/3. Anzeigepflichtige Tierseuchen und verseuchte Viehgehöfte Die Seuchenlage im Jahre 1946 war sehr günstig. Von den im Tierseuchengesetz vom Jahre 1909 genannten anzeigepflichtigen Tierseuchen ist nur die Räude auf- getreten, und zwar bei 7 Pferden und bei 12 Schafen und Ziegen. Weiters wurde im Zuge einer durch die Landeshauptmannschaft für Tirol angeordneten Erhebung in 156 Fällen seuchenartiges Verwerfen festgestellt, eine Seuche, die kurz vor der Annexion Österreichs als anzeigepflichtig erklärt wurde). Auch Tuberkulose beim Nutzvieh in der im Tierseuchengesetz bezeichneten anzeigepflichtigen Form wurde nicht beobachtet; unter den Schlachtrindern jedoch wurden 2105 mit lokalisierter 5) Die Anzeigepflicht trifft praktisch nur den Tierarzt, da die Krankheit nur durch Blut- probe erkannt werden kann. 301 und 762 mit generalisierter Tuberkulose, Infektion auf dem Wege des großen Blut- kreislaufes, festgestellt. Die Räude der Einhufer, Schafe und Ziegen kam im Jahre 1946 in 11 Gehöften, das seuchenartige Verwerfen der Rinder in 73 Gehöften vor. XV/4. Anlieferung von Schlacht- und Stechvieh, Schlachtungen Die Anlieferung von Schlacht- und Stechvieh auf den Schlachtviehmarkt Innsbruck ist, wie die Tabelle XV/4 A zeigt, in den Jahren 1940 bis 1946 in der Stückzahl von rund 30000 auf 15000 zurückgegangen, wobei Tirol aber im Jahre 1946 mit 11000 Stück über dem Durchschnitt seiner Lieferungen in den letzten 7 Jahren steht. Sehr schwer ins Gewicht fällt der fast vollständige Ausfall der beträchtlichen Liefe- rungen aus Oberösterreich, die in den Jahren 1940, 1941, 1943 und 1944 jene aus Tirol übertrafen. Vom Auslande fällt in den letzten Jahren besonders Württemberg mit den Auftriebsziffern von 3677, bzw. 3849 auf. Da im Schlachthof nur vermerkt wird, ob die Tiere aus Tirol, aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland kommen und die Tiroler Anlieferung nicht nach den einzelnen Bezirken unterschieden wird, kann nicht ziffernmäßig genau angegeben werden, wieviel Schlachttiere aus dem Innsbrucker Stadtgebiet stammen, doch ist der Anteil des Stadtbezirkes an der Gesamtanlieferung sehr geringfügig und beträgt schätzungsweise nicht mehr als 2-3%. Während die Tabelle XV/4 A die Jahresanlieferung nach Tiergattungen und Herkunftsländern gliedert, ist in der Tabelle XV/4 B für das Jahr 1946 der monatliche Auftrieb als Beispiel seiner Unregelmäßigkeit wiedergegeben. Die Tabelle XV/4 C enthält für das Jahr 1946 die monatlichen Schlachtungsziffern; sie können mit den Auftriebsziffern der Tabelle XV/4 B nicht übereinstimmen, da ein Teil der angelieferten Tiere, wie gewöhnlich, vom Innsbrucker Schlachtvieh- markt lebend nach anderen Konsumorten Tirols, insbesondere nach Solbad Hall, ausgeführt wurde. Diese Wiederausfuhr betrug im Jahre 1946 2289 Stück, rund 15% des Auftriebes, und erstreckte sich zum weitaus überwiegenden Teil auf Rinder und nur in Einzelfällen auf andere Tiere. Weiters ist aus einem Vergleich der Ta- bellen XV/4 B und XV/4 C zu entnehmen, daß in einzelnen Monaten die Schlach- tungsziffern höher als die Anlieferungsziffern waren. In der Fußnote zur Tabelle XV/4 C gibt hierüber die Mag.-Abt. VIII Veterinäramt eine ausführliche Aufklärung. Bei der Schlachtung der 13048 Tiere wurden 1824465 kg Fleisch ge- wonnen; rechnet man noch die 607811 kg Fleisch dazu, die im Jahre 1946 in den Schlachtviehhof als geschlachtetes Vieh oder als Fleisch eingeliefert wurden, sind über den Schlachtviehhof dem Verbrauch durch die Innsbrucker Bevölkerung 2432276 kg, demnach rund 24 kg pro Kopf, zugeführt worden. XV/5. Städtischer Schlachthof Der Städtische Schlachthof wurde in den Jahren 1908/09 gebaut und 1910 in Betrieb genommen. Er nimmt eine Grundfläche von 35699 m2 ein; die verbaute Fläche betrug vor der Zerstörung der Schweinehalle und eines Teiles der Kühl- anlage durch Flieger am 10. April 1945 7460 m². Es ist beabsichtigt, im Jahre 1947 mit den Wiederherstellungsarbeiten zu beginnen. Im Jahre 1915 wurde im Schlacht- hof eine Kadaververwertungsanlage errichtet, die jedoch schon 1924 wegen tech- nischer Mängel aufgelassen wurde. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft dachte man an die Erbauung einer Landes-Kadaververwertungsanlage in Vomp bei Schwaz. Die Ausführung dieses Planes unterblieb wegen des Zusammenbruches. 302 Daß heute weder eine Kadaververwertungsanlage noch ein Verbrennungsofen besteht, wirkt sich sowohl in hygienischer als auch wirtschaftlicher Hinsicht nach- teilig aus. Soweit es veterinärpolizeiliche und sonstige einschlägige Bestimmungen zulassen, wird von den anfallenden Tierkadavern und Konfiskaten unter Anwendung primitiver und umständlicher Methoden möglichst viel zu Tierfutter verarbeitet oder zu technischen Zwecken verwendet. So wurden im Jahre 1946 20750 kg und 30528 Stück verdorben eingelangte Konserven als Tierfutter und 1100 kg Fett- ausschnitte zur Seifenfabrikation abgegeben; der verbleibende Rest mußte nach mittelalterlicher Methode verscharrt werden. Einen aufschlußreichen Vergleich mit den Tabellen XV/4 A und C vermitteln die nachstehenden Schlachtungsziffern im Eröffnungsjahr 1910, in welchem die Stadt 53000 Einwohner zählte. Es wurden 5605 Rinder, 1297 Kälber, 7124 Schweine und 615 Schafe, zusammen 14641 Tiere geschlachtet. Herkunftsländer waren Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Krain, Ungarn, Kroatien und Bosnien. Der weitaus größte Teil der Mastochsen stammte aus Kroatien. Von den Rindern entfielen 60% auf Ochsen, 25% auf Stiere und nur 15% auf Kühe. Im Jahre 1946 war das Verhältnis folgendes: 90.5% entfielen auf Kühe, 6% auf Stiere und 3.5% auf Ochsen. XV/6. Tierärzte Im Jahre 1946 waren in Innsbruck 17 Tierärzte ansässig. Je vier standen im amtstierärztlichen Dienst des Bundes, bzw. der Stadt, einer war bei einer Körper- schaft angestellt, zwei waren frei berufstätig, sechs gehörten dem Ruhestand an. Die tierärztliche Praxis übten im ganzen zehn aus. F. 303 304 Jahr Viehhalter Pferde Maultiere Tabelle XV/1 A Ergebnisse der allgemeinen Viehzählungen in Innsbruck seit dem Jahre 19381) Enten Gänse Trut-u. Perlhiihner Bienenstöcke 1938 664 477 5 2963 1939 852 331 4 2913 873 2154 321 1940 815 330 6 2740 842 1554 345 1941 529 280 10 2550 777 1274 233 1942 1643 307 12 2875 1338 1369 611 5614 876 2069 317 1115 11955 418 1943 45 34 1704 21978 12305 294 31 11 10098 278 157 26 7081 137 9471 268 70 26 1525 2104 296 11 3155 1454 1893 768 7948 12240 274 196 32 1456 -2) 931 20168 715 -5) 685 17776 89 19 525 12975 23486 29723 1944 1857 256 16 2871 1212 1211 474 2272 1945 1748 383 27 2683 1946 1679 343 14 2356 863 869 468 1943 783 1166 543 1514 8660 97 7504 43 7282 55 62 17 1046 48 13 18194 703 37 13 688 14794 15547 1) Der Viehstand der nach 1938 eingemeindeten Gebiete von Arzl, Vill und Igls ist von Anfang an enthalten. 2) In den Jahren 1939 und 1941 wurden die Kaninchen nicht gezählt. Summe 20 Die Viehzählung vom 3. Dezember 1945 und 1946 Tiere nach Gattung, Alter und Geschlecht Tiergattung, Alter, Geschlecht Tabelle XV/1 B Viehzählung vom 3. Dezember 1945 1946 Pferde (ohne Militärpferde) Fohlen unter 1 Jahr alt Jungpferde 1 bis 2 Jahre alt Hengste 2 bis 14 Jahre alte Stuten Wallachen 383 343 8 13 .1) 8 19 133 110 Pferde 14 Jahre alt und älter Maultiere, Maulesel und Esel Rinder Kälber unter 3 Monate alt 60 27 14 2683 2356 134 137 3 Monate bis noch nicht 1 Jahr alt männlich weiblich 11 20 139 138 Jungvinh 1 bis noch nicht 2 Jahre alt Zuchtstiere 7 19 J männlich 7 -9 sonstiges weiblich 201 156 Zuchtstiere 22 15 Zugochsen und Zugstiere 45 47 2 Jahre alte und ältere Tiere Übrige Stiere und Ochsen 56 1 Kalbinnen 188 146 Kühe 1873 1668 darunter nur zur Milchgewinnung 1486 1391 zur Milchgewinnung und Arbeit 165 196 alle übrigen Kühe 222 81 Schafe unter 1 Jahr alt 1 Jahr alte und ältere männlich weiblich 863 783 120 120 252 252 männlich 95 75 weiblich 396 336 305 Tabelle XV/1 B (Fortsetzung) Viehzählung Tiergattung, Alter, Geschlecht vom 3. Dezember 1945 1946 Schweine 869 1166 Ferkel unter 8 Wochen alt 162 302 Jungschweine 8 Wochen bis 12 Jahre 199 344 Zuchteber 1 Jahr und ältere ½ Jahr bis noch nicht 1 Jahr alt 44 19 34 9 Zuchtsauen ½ bis noch nicht 1 Jahr alt { trächtig 44 29 nicht trächtig 44 66 1 Jahr alt und älter trächtig 45 33 nicht trächtig 47 49 Schlacht- und Mastschweine Jahr und älter 2 bis noch nicht 1 J. alt 133 195 117 120 Ziegen 468 543 männlich 11 16 unter 1 Jahr alt weiblich 105 93 männlich 12 24 1 Jahr alte und ältere weiblich 340 410 Zahme Kaninchen 1943 1514 darunter Angora-Wollkaninchen 46 33 Hühner (einschließlich Zwerghühner) 7502 7282 Kücken und Junghühner unter 3 Monate .2) 241 von 3 Monaten und darüber Hähne Hennen 591 649 6911 6392 Enten 43 55 Gänse 48 37 Trut- und Perlhühner 13 13 Bienenvölkers 703 688 Ergebnisse der vom städtischen Statistischen Amt durchgeführten Zählungen. ge- 1) Bei der Zählung vom Jahre 1945 werden die Pferde abgesehen von den Fohlen gliedert in Pferde von 1 bis noch nicht 3 Jahren = 27, von 3 bis noch nicht 9 Jahren = 133 und von 9 Jahren und älter = 215. 2) Kücken und Junghühner unter 3 Monate werden 1945 nicht ausgezählt, sie sind unter den Hähnen und Hennen enthalten. 306 307 Hauptzählbezirk (Katastral- gemeinde) Viehhalter Pferde¹) Maultiere Rinder³) Schafe Schweine Allgemeine Viehzählung vom 3. Dezember 1946 Viehbestand nach Katastralgemeinden I. Innsbruck 117 34 (26) 1 88 (19) 15 44 19 147 488 II. Wilten 211 24 (12) 131 (95) 91 59 94 248 797 III. Pradl 146 23 (15) IV. Hötting 673 102 (15) 11 V. Mühlau 123 22 (2) VI. Amras 126 58 (3) VII. Arzl 198 52 (2) VIII. Vill 36 16 (2) IX. Igls 49 12 (1) 21 2 138 (96) 61 138 66 125 618 773 (546) 305 260 229 755 2747 119 (91) 29 83 38 90 551 395 (300) 82 225 27 50 675 397 (222) 124 208 58 88 957 167 (113) 42 90 2 8 236 148 (105) 34 59 10 3 213 111632TL 9 36 881 4 13 31 1492 4 16 7 6 2 33 103 1281 156 5387 207 1148 7 1526 7 35 1926 9 570 104 583 Zusammen 1679 343 (78) 14 2356 (1587) 783 1166 543 1514 7282 55 55 37 13 688 14794 1) darunter in ( ) Pferde in nicht landwirtschaftlichen Betrieben 2) darunter in ( ) 1391 Kühe nur zur Milchgewinnung und 196 Kühe zur Milchgewinnung und Arbeit. Tabelle XV/1 C Ziegen Kaninchen Hühner Enten Gänse Trut- und Perlhühner Bienenstöcke Summe der Tiere LARGURA 308 37 Pferden Maultieren Rindern Milchkühen davon NARULAK8 Zusammen 197 11 424 134 72 12 122325 I Allgemeine Viehzählung vom 3. Dezember 1946 Verteilung der Tierarten auf die Viehhaltungen 2 Milchkühen 8888836 3-6 Zahl der Viehhaltungen mit Schafen Schweinen Ziegen Kaninchen Hühnern 2136III || 13432736 25 144 74 163 346 255 391 1470 13 15 Enten IITII al 959T1424 Gänsen Perlhühnern Trut- und Bienen- stöcken 14 6 51 Tabelle XV/1 D Tabelle XV/1 E Allgemeine Viehzählung vom 3. Dezember 1946 Viehhaltungen mit einer Tiergattung allein oder zusammen mit Geflügel oder Kaninchen Zahl der Viehhaltungen mit Schafen Schweinen Ziegen Kaninchen Hauptzählbezirk (Katastral- gemeinde) I. Innsbruck II. Wilten III. Pradl IV. Hötting V. Mühlau VI. Amras VII. Arzl VIII. Vill IX. Igla 652111 5 5 1 222 || ||11|1od.Kaninch. 3 3 19 10 Nallein allein pun 25 30 68 11 3 1 3 2 8 3 2 2 21 || 2 1956514LI 17 35 15 36 99 236 12 1 16 - 1 Geflügel Geflügel Nallein 32532 Bienenvölk. allein 45 76 11 22 3 Zusammen 15 12 8 15 10 40 19 170 70 196 653 18 Allgemeine Viehzählung vom 3. Dezember 1946 Tabelle XV/1 F Vergleich mit den Zählergebnissen vom 3. Dezember 1938 und 3. Dezember 1945 Zählergebnisse vom Prozent. Unterschied des Standes 1946 Tiergattung gegenüber 3. 12. 38 3. 12. 45 3. 12. 46 1938 1945 1. Pferde 2. Maultiere 477 5 383 343 - 28,0 -10,4 27 14 +180,0 -48,1 3. Rinder 2963 2683 2356 20,4 -12,2 (davon Milchkühe) (2174) (1651) (1587) 27,0) (- 3,8) 4. Schafe 876 863 783 10,6 9,3 5. Schweine 2069 869 1166 - 6. Ziegen 317 468 543 Summe von 1-6 6707 5293 5205 - 7. Kaninchen 1115 1943 1514 8. Hühner 11955 7504 7282 9. Enten 418 43 55 10. Gänse 45 48 37 11. Trut- und Perlhühner 34 13 13 12. Bienenvölker 1704 703 688 +11111 43,6 + 71,2 22,3 +35,5 39,0 - +34,2 +16,0 1,6 -22,1 2,9 86,8 +27,9 17,7 -22,9 61,7 0 59,6 2,1 Summe von 7-12 15271 10254 9589 - 37,2 6,5 Zusammen 21978 15547 14794 - 32,7 - 4,9 Vichhaltungen 664 1748 1679 +152,8 - 3,9 309 Tabelle XV/2 Hunde Stand vom Jahresende 1942 1943 1944 1945 1946 2002 1900 1495 1240 1358 Angaben des Stadtsteueramtes. Anzeigepflichtige Tierseuchen im Jahre 1946 Tabelle XV/3 A Getötet als Seuche, Tiergattung, Nutz- oder Schlachtvieh Räude der Einhufer: Nutzvieh Schlachtvieh Räude der Schafe und Ziegen: Nutzvieh Seuchenartiges Verwerfen der Rinder: Nutzvieh Angaben der Mag.-Abt. VIII- Veterinäramt. Infektions- fähiger Vieh- stand d. ver- seuch. Gehöft, Erkrankte Tiere Verendet krank seuchen- verdächt. ansteck.- verdächt. 1 11 - 12 52 52 5 20 58 12 480 156 Verseuchte Viehgehöfte im Jahre 1946 11 Gehöfte mit Räude der Einhufer, Schafe und Ziegen 73 Gehöfte mit seuchenartigem Verwerfen der Rinder Aus dem Veterinär-Jahresbericht 1946. Tabelle XV/3 B 310 609 Tabelle XV/4 A Anlieferung von Schlacht- und Stechvieh auf den Schlachtviehmarkt Innsbruck in den Jahren 1940 bis einschließlich 1946 nach Herkunftsländern Herkunftsland Tirol Oberösterreich Salzburg Kärnten Vorarlberg Bayern Zusammen Tirol Oberösterreich Salzburg Kärnten Bayern Württemberg Zusammen I 1940 338 97 1752 2397 5542 2611 255 179 1 13172 1345 110 1727 2062 214 109 1356 8818 1 2 36 475 - 232 35 2 1 54 291 10 59 505 241 1 -11111 14065 2190 267 577 586 1953 608 5086 4554 15340 2844 290 181 1 IIIIII |||||| 1941 336 104 1607 4382 4111 1199 39 1645 121 1754 727 8834 433 101 1678 288 102 179 58 150 369 20 2 87 111 231 11111 2492 478 5495 5508 13176 1480 39 1942 30857 9 111111 11787 13081 2602 179 577 451 IIIII 9 28677 Tirol Oberösterreich Salzburg Vorarlberg Bayern HIIL 19 168 90 760 30 48 728 769 16 625 1963 2 167 59 1908 4948 1206 94 11 18 7 8418 1542 264 2642 1661 208 24 889 1111 FI FI 8072 1153 1564 1659 Zusammen 2104 437 6247 7383 4565 94 11 18 7 20866 311 312 Tabelle XV/4 A (Fortsetzung) Herkunftsland Pferde Maultiere Stiere Ochsen Kühe und Kalbinnen Kälber Schweine Schafe Lämmer Ziegen Kitze Tirol 140 10 Oberösterreich Salzburg Vorarlberg Bayern Württemberg Italien Zusammen 1943 233 136 3459 4557 1083 1094 2791 212 4186 2270 2914 8 36 3 10759 44 12417 46 - 183 - 229 8 1 68 664 250 991 57 22 350 16 91 537 216 216 1 35 36 141 10 3136 371 8281 7507 4338 1354 8 36 3 25 185 1944 Tirol 155 2 Oberösterreich 411 168 698 78 5761 3414 1265 966 1468 4386 6864 97 9 31 1 12183 13591 Salzburg 4 Vorarlberg 17 - Bayern Württemberg 61 1 40 - 6 105 176 - 160 67 244 13 14 9 151 651 729 1581 Polen - 244 - 244 Zusammen 176 2 1211 261 7498 8611 9169 1064 9 31 1 28033 1945 Tirol Oberösterreich Salzburg Vorarlberg Bayern Württemberg 558 38 216 246 5685 1099 252 146 48 626 561 14 1 65 85 10 668 25 78 447 253 78 2278 519 21 8618 1381 35 115 290 319 1372 550 734 334 3677 Zusammen 558 38 739 461 9769 2123 1501 519 21 15711 1946 Tirol 224 315 71 6690 818 43 2844 42 11011 Oberösterreich Salzburg 84 110 185 4 10 379 - 84 - 98 Württemberg 181 112 2625 931 3849 Zusammen 224 584 303 9584 1749 43 2844 42 15337 Angaben der Mag.-Abt. VIII Veterinäramt. Summe Tabelle XV/4 B Anlieferung von Schlacht- und Stechvieh im Jahre 1946 nach Monaten Monat Pferde Stiere Ochsen Kühe und Kälber Schweine Schafe Jänner 36 21 Februar 25 40 43 März 13 70 21 April 23 61 Mai 8 91 Juni 5 62 Juli 3 71 32 637 August 8 41 September 9 24 Oktober 20 50 November 40 33 36 Dezember 34 20 26 780 222222 52 591 126 468 114 852 52 7 973 316 17 1295 187 29 580 299 245 23 391 67 15622421 7 1 98 31 7 7 42 8 438 60 286 1116 54 - 2081 1463 150 1 268 79 5 37 43 2844 Zusammen 224 584 303 9584 1749 Angaben der Mag.-Abt. VIII Veterinäramt, - Lämmer Ziegen Kitze 11111 ||||| E Summe 834 793 1045 1388 1601 984 990 574 825 3330 1992 4 981 2 15337 313 Tabelle XV/4 C Monat Schlachtungen im Städtischen Schlachthof im Jahre 1946¹) Kalbinnen Jänner 31 15 53 495 48 124 Februar 29 39 43 396 13 117 März 19 48 21 487 128 52 April 22 44 6 508 150 306 Mai 8 93 18 927 73 187 Juni 5 43 20 388 59 295 Juli August September Oktober 21 November Dezember BTS 3 64 35 478 37 243 65772111 1 2 31 7 35 17 245 30 62 1 10 9 14 7 182 24 57 4 286 43 5 729 129 60 1 2187 42 33 35 1282 77 150 1 260 33 20 21 554 15 79 5 37 Zusammen 229 491 281 6671 783 1732 41 2814 - Veterinäramt. Lämmer Ziegen Kitze 11111111 IIIIIIII - Summe 773 644 793 1044 1309 813 861 408 583 3175 1881 764 4 2 13048 Angaben der Mag.-Abt. VIII 1) Die Magistrats-Abteilung VIII- Veterinäramt gibt zu den Ziffern der Tabelle XV/4C folgende Aufklärung: Die lebend angelieferten Tiere werden aus fleischhygienischen Gründen grundsätzlich nicht gleich am Tage ihrer Ankunft geschlachtet, sondern sollen mindestens 24 Stunden stehen bleiben. Da die Schlachtviehmärkte (Zuteilungen) gewöhnlich nur zweimal in der Woche stattfinden, ergibt sich für die lebenden Tiere in der Regel eine Stehzeit von mehreren Tagen, so daß z. B. Tiere, welche gegen Ende des Monats einlangen, meist erst zu Anfang des darauffolgenden Monats geschlachtet werden. Dadurch ergibt sich dann die Möglichkeit, daß in manchen Monaten mehr Tiere geschlachtet werden, als im gleichen Monat angeliefert wurden. Diese monatlichen Verschiebungen gleichen sich jedoch innerhalb des Jahres wieder aus und tatsächlich ist, mit einer einzigen Ausnahme, die Jahressumme der geschlachteten Tiere kleiner oder gleich groß, wie die der aufgetriebenen Tiere. Diese Ausnahme betrifft die Pferde und ist nicht durch eine theoretisch mögliche Jahresverschiebung, sondern durch den Umstand bedingt, daß auswärts notgeschlachtete Pferde, zwecks Enthäutung und Zerteilung in die mit Aufzügen ausgestattete Großviehschlachthalle eingeliefert und dort buchmäßig als hier geschlachtete Tiere erfaßt werden, obwohl sie nicht lebend eingebracht und daher auch nicht vom Stallmeister erfaßt werden. In einigen Fällen bei Schweinen und Schafen hingegen, erklären sich die im Vergleich zu den Auftriebsziffern höheren Schlachtungsziffern dadurch, daß von französischen Küchen- verwaltungen und ähnlichen Stellen lebendes Stechvieh den im Schlachthof tätigen Lohn- schlächtern privat zur Schlachtung übergeben wurden, wodurch diese Tiere dann wohl als hier geschlachtet erfaßt wurden, ohne daß sie jedoch eingestellt und zur Lebendanlieferung gezählt worden waren. In diesem Zusammenhang wird zu den in den Tabellen XV/4 B und XV/4 C enthaltenen Auftriebs- und Schlachtungsziffern bemerkt, daß darin alle jene Tiere nicht miterfaßt wurden, welche durch eine eigene Dienststelle der französischen Besatzungstruppen in den Schlacht- hofstallungen untergebracht und der Schlachtung in eigener Regie zugeführt worden waren. Dieser Außenstelle der französischen Militär-Intendantur, welche bereits seit dem Sommer 1945 ihren Sitz im Städtischen Schlachthof hat, obliegt die reguläre Fleischversorgung der Besatzungstruppen. Während im Jahre 1945 durch diese Dienststelle noch Massenschlachtungen von Rindern, welche aus der französischen Besatzungszone Deutschlands stammten, durch- geführt worden waren, welche zahlenmäßig die zivilen Schlachtungen für die einheimische Bevölkerung weit übertroffen hatten, war die Inanspruchnahme der Schlachthofeinrichtungen im Laufe des Jahres 1946 bereits bedeutend geringer geworden, da der Fleischbedarf der französischen Besatzungstruppen immer mehr durch die Einfuhr von ausländischem Gefrier- fleisch gedeckt wurde. 314 Städtischer Schlachthof (Stand Ende 1944) Grundfläche 35 699 m², verbaute Fläche 7460 m² Tierärzte in Innsbruck (Stand vom 31. Dezember 1946) Staatliche Tierärzte Städtische Tierärzte 4¹) 4 Frei berufstätige Tierärzte Tierärzte im Ruhestand 3) 6 Zusammen 17 Angaben der Mag.-Abt. VIII Veterinäramt. Tabelle XV/5 Tabelle XV/6 1) 2 bei der Landeshauptmannschaft, 1 bei der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck-Land und 1 beim staatlichen Veterinäruntersuchungsamt tätig. 2) Davon einer beim Milchhof Innsbruck - reg. Genossenschaft m. b. H. - angestellt. 315 XVI. Lebensmittelbeschaffung XVI/1. Lebensmittelbewirtschaftung Die Versorgung der Stadt Innsbruck mit Lebensmitteln aller Art geschah seit jeher durch Aufbringung derselben im Lande Tirol und durch Einfuhr aus anderen Bundesländern oder aus dem Auslande. In der Lieferung von Fleisch ist Tirol als Land, in dem hauptsächlich Zuchtviehwirtschaft betrieben wird, auf die Einfuhr von Nutz- und Mastvieh, zeitweilig Gefrierfleisch angewiesen. Die eigene Aufbringung an Fett der verschiedenen Gattungen trat hinter die Zufuhr von auswärts, teilweise vom Auslande, zurück, nur die Erzeugung hochwertiger Butter erreichte in Tirol und in den österreichischen Bundesländern eine solche Höhe, daß in manchen Jahren noch Butter ausgeführt werden konnte. Die Milchversorgung geschah aus- schließlich aus Tiroler Sennereien. Für Getreide und Mehl und damit für alle daraus hergestellten Erzeugnisse bildete unser Land immer ein Zuschußgebiet. Nach Ausbruch des Krieges wurde die bis dahin noch einigermaßen freie Lebens- mittelwirtschaft aufgehoben und am 28. 8. 1939 das schon vorbereitete Rationierungs- system für Lebensmittel eingeführt, das eine umfassende Organisation an Er- nährungsämtern und Lebensmittel-Verteilungsstellen erforderte. Dieses System wurde während des ganzen Krieges strenge gehandhabt. Mit seiner Hilfe konnte die Bevölkerung in den Kriegsjahren 1939 bis 1945 ununterbrochen mit den ihr zugedachten, aber gegenüber dem Friedensverbrauch wesentlich kleineren Mengen an Lebensmitteln versorgt werden, Mengen, die sich während des Krieges nach und nach noch verringerten. Die Bevölkerung war für diesen Zweck in landwirtschaftliche Selbstversorger, Teilselbstversorger, Normalverbraucher (Erwachsene, Jugendliche und Kinder nach mehreren Altersstufen) und Empfänger von zusätzlichen Lebens- mittelkarten für Angestellte, Arbeiter, Schwerarbeiter, Schwerstarbeiter und werdende und stillende Mütter eingeteilt. Die Tabelle XVI/1 A bringt eine Über- sicht über eine ausgewählte Anzahl von Lebensmittelkartenperioden, die die weit- reichende Organisation der Lebensmittelkartenverteilung durch das städtische Ernährungsamt im Wege mehrerer Lebensmittelkartenausgabestellen erkennen läßt. Große Schwierigkeiten traten bei Kriegsende mit der Wiedererrichtung des selb- ständigen Österreich, der Besetzung seines Gebietes durch 4 Mächte, durch die Verkehrsunterbrechung, Abschnürung der 4 Zonen untereinander und die Ab- schaltung des reichsdeutschen Gebietes auf. Die Lebensmittelversorgung Tirols und Innsbrucks konnte in der ersten Zeit nach Kriegsschluß nur durch Freigabe von deutschen, amerikanischen und französischen Wehrmachtsbeständen aufrecht erhalten werden, bis später (ab 1. April 1946) die UNRRA-Hilfe (United Nations Relief and Rehabilitation-Administration) einsetzte, die ihrerseits durch die Hilfe auf Grund des Marshall-Planes abgelöst wurde. Die zusätzlichen Spendenhilfen der Schweiz und anderer Staaten, die Lebensmittel für Kinder, Kranke und alte Leute sandten, kamen noch hinzu. Welchen Umfang die UNRRA-Hilfe angenommen hat, geht daraus hervor, daß vom gesamten Kalorienbedarf Österreichs z. B. in der 18.Zuteilungsperiode (August und September 1946) nur 24% durch eigene Erzeugung 316 Österreichs gedeckt werden konnten. Die, UNRRA lieferte vom 1. 4. 1946 bis 15. 9. 1946 rein mengenmäßig 97.5% des geschätzten Zuschußbedarfes Österreichs an Lebensmittel. Über die in 75 Lebensmittelkartenperioden während der Jahre 1939 bis 1945 in Innsbruck ausgegebenen Lebensmittelmengen liegen keine geschlossenen Sta- tistiken vor; ein Teil der Aufschreibungen wurde durch Bombenangriffe vernichtet. Das System der Verteilung und Verbuchung wechselte in diesen Jahren zu wieder- holten Malen. Die Lebensmittelmengen wurden ab Mai 1945 in Kalorienwerten gemessen. Da in späteren Jahren die Bedeutung des Begriffes Kalorienwert für die menschliche Ernährung dem Laien nicht mehr so geläufig sein wird, wie in der Notzeit der Jahre nach 1945, als die Zeitungen sehr häufig Mitteilungen über Nahrungsmittelzutei- lungen, berechnet nach Kalorien, druckten und damit diesen Ausdruck der gesamten Bevölkerung nahe brachten, wird die Bedeutung desselben für die Ernährung kurz erklärt. Ein geistiger Arbeiter bedarf zur Erhaltung seiner vollen Arbeitsfähigkeit Nahrungsmittel mit einem Brennwert von 2200-2400 Kalorien, bei leichter körper- licher Arbeit wie der eines Schneiders, Schriftgießers, Feinmechanikers, Schuh- machers, eines Lehrers oder Arztes erhöht sich die Anforderung auf 2600-3000 Kalorien. Die Tätigkeit des Metallarbeiters, Malers, Tischlers erfordert 3400-3600 Kalorien und die Schwerarbeit des Maurers, Schmiedes oder Erdarbeiters verlangt 4000 Kalorien und mehr. Die während des Krieges im Jahre 1944 an die Zivilbevölkerung ausgegebenen Rationen mit durchschnittlich 2000 Kalorien als Tageswert des Normalverbrauchers reichten daher nicht für den physiologischen Mindestbedarf, um die Bevölkerung bei voller Kraft zu erhalten; Arbeitern, Schwerarbeitern und Schwerstarbeitern wurde wohl dauernd ein höherer Kaloriensatz zuerkannt, allein auch diese größere Menge an Lebensmitteln war nicht voll zureichend. Laut Angabe des österreichischen Institutes für Wirtschaftsforschung verbrauchte eine erwachsene Person im Jahre 1937 durchschnittlich Nahrungsmittel im Werte von rund 3200 Kalorien. Nach dem Referat des Ernährungsministers Frenzel auf der Hochschulwoche in Bad Ischl im Sommer 1946 wird der Kalorienbedarf eines Normalverbrauchers gemäß ärzt- licher Norm mit 2800 Kalorien angegeben. Mit der Basis von 1200 Kalorien waren nach diesem Referat 36.7% des friedensmäßigen Kohlehydratbedarfes, 50.6% des Eiweißbedarfes und 31.6% des Fettbedarfes gedeckt. Mit dem Ende der deutschen Herrschaft im Mai 1945, der damit verbundenen völligen Auflösung der deutschen Beschaffungs- und Verteilungsorganisation und der plötzlichen Lahmlegung des ganzen Transportwesens konnten die österreichischen Ernährungsämter der Bevölkerung nur soviel an Nahrungsmitteln zuführen, daß der Normalverbraucher in manchen Versorgungszeiträumen nur Lebensmittel im Kalorienwerte von 800-900 Kalorien täglich erhielt, eine Menge, die wohl vor dem Verhungern noch schützte, aber zur Erlangung der vollen Arbeitskraft ganz unzureichend war. Die durchschnittliche Arbeitsleistung der Menschen sank rasch ab. Nahrungsmittelreserven standen den Ernährungsämtern nicht zur Verfügung, sie wußten von einer Woche zur anderen nicht, welche Nahrungsmittel sie in den nächsten Tagen zu verteilen hatten. Am 18. 3. 1946 leitete die Bundesregierung eine Vereinheitlichung der bis dahin in den Bundesländern verschiedenen Tages- sätze an Verpflegung ein. Ab 1. April 1946 wurde als 1. Stufe ein Ernährungs- programm vorgesehen, das den erwachsenen Normalverbrauchern täglich 1200 Kalorien sichern sollte, während Kinder von 6-12 Jahren Nahrungsmittel im Kalorienwerte von 1370, Angestellte von 1450, Arbeiter von 1850, Schwerarbeiter 317 von 2700 und werdende oder stillende Mütter von 2295 Kalorien erhalten sollten. Dieses Programm konnte im allgemeinen, wenn auch öfters nur mit Verspätung, eingehalten werden. Um einen Überblick über die Lebensmittelversorgung während des zweiten Welt- krieges und der folgenden 2 Jahre zu gewinnen, wurden in den Tabellen XVI/1B-D aus dem Zeitraume vom Herbst 1939 bis Frühjahr 1946 zehn Zuteilungsperioden herausgegriffen, über welche die notwendigen Unterlagen vorliegen, und die Lebens- mittelzuteilungen in den Altersgruppen der Erwachsenen, bei Milch auch der Kinder, aufgezeichnet. Zu diesem Zwecke mußten die nach Gewicht und Menge der zwischen 1939 und 1945 ausgegebenen Lebensmittelmengen jeder Lebensmittelkartenperiode auf den Kaloriengehalt im Sinne der jetzigen Bewertung umgerechnet werden, da die kalorienmäßige Berechnung der Lebensmittelaufrufe erst mit 28. Mai 1945 eingeführt wurde. In der Zeit vom 28. August 1939 bis 27. Mai 1945 wurden die Lebensmittelaufrufe in 75 Kartenperioden zu je 4 Wochen ausgegeben, ab dem 28. Mai 1945 begann eine neue Zählung der Perioden, so daß bis 5. Jänner 1947 weitere 22 Perioden neuer Zählung abgewickelt wurden. Nur die neue Zahl 15 der Kartenperioden blieb wegen der Angleichung der Zählziffer an die Wiener Zählung aus. In den Tabellen XVI/1 B und C sind die Lebensmittelzuteilungen an die Bevölke- rung in den erwähnten 10 Kartenperioden nach Mengen und Kalorien, in der Ta- belle XVI/1 D die gesamte Kalorienmenge jeder Periode und die auf jeden Tag entfallende Kalorienmenge der einzelnen Verbrauchergruppen berechnet. Hiebei mußten bei den nachträglich angestellten Berechnungen einige unvermeidliche Gleichstellungen vorgenommen werden; so wurden z. B. in der 67. und 71. Zu- teilungsperiode verschiedene Mengen von Schweinefleisch zum einheitlichen Kalorien- wert von 125 Gramm an Stelle von Butter oder Öl berechnet. Leider wurden von den Ernährungsämtern die Kalorienwerte verschiedener Lebensmittel je Mengeneinheit in verschiedenen Zuteilungsperioden gewechselt, so daß die Gesamtmenge an Kalorien der Tabellen XVI/I B, C und D mit den Ansätzen der Tabelle XVI/1 E nicht übereinstimmen. Den Berechnungen der Tabellen XVI/1 B-D liegen die Kalorienwerte des Erlasses des Bundesministeriums für Volksernährung vom 15. 9. 1946 zugrunde, während in der Aufstellung der Tabelle XVI/1 E mehrfach der Kalorienwert für die angeführten Lebensmittelkartenperioden gewechselt wurde, wobei der Schlüssel für die Änderungen nicht zur Verfügung stand. Lückenlose Übersichten, aus denen die aufgerufenen rationierten Lebensmittel- mengen für die einzelnen Verbrauchergruppen zu ersehen sind, liegen laufend erst seit Beginn der neuen Zählperioden, das ist ab 28. 5. 1945 vor. Siehe Tabelle XVI/1E. Um einen Begriff zu bieten, welche Jahresmengen die Bevölkerung einer Stadt von rund 95000 Verbrauchern (ohne Selbstverbraucher) an Lebensmitteln benötigt, wurde für das Jahr 1946 die Aufstellung Tabelle XVI/1 F verfaßt, die trotz der kärglichen Lebensmittelzuteilungen ansehnliche Tonnenzahlen ausweist, aber klar aufzeigt, daß bei Aufteilung dieser Lebensmittel auf fast 100000 Köpfe je Tag nur verhältnismäßig geringe Mengen an Lebensmitteln ausgegeben werden konnten. Manche Unmutsäußerung eines Verbrauchers wäre unterblieben, wenn er die jeweils vorhandene Lebensmittelmenge in Beziehung auf die einzelne Person hätte abschätzen können. Über die Milchanlieferung und Ausgabe im Milchhof Innsbruck, reg. Genossen- schaft m. b. H., liegt für das Jahr 1944 bis 1946 in der Tabelle XVI/1 G eine genaue Aufzeichnung vor. Der starke Rückgang der Milchanlieferung seit dem Jahre 1944 wird durch das Ausbleiben von Kunstdünger, durch Heunot und Mangel an Kraft- 318 futtermitteln, durch große Viehstellungen, durch tatsächlich erzielte Viehpreise, die mit den amtlichen Fleisch- und Milchpreisen nicht im Einklang standen, und endlich durch Nachlassen eines früher gehandhabten Druckes auf die Milchanlieferung in die Stadt erklärt. Beim Vergleich der Tabellen XVI/1 Fund G wird auf den Unter- schied zwischen den Angaben des städtischen Ernährungsamtes und des Milchhofes bei der Ausgabe von Voll- und Magermilch im Jahre 1946 hingewiesen. Die Berech- nung der Milch erfolgt für Vollmilch in Kilogramm, wobei ein Liter Vollmilch gleich 1.03 kg wiegt; demnach besitzt die vom städtischen Ernährungsamte im Jahre 1946 ausgegebene Menge an Vollmilch ein Gewicht von 4405547 kg. Die Magermilch wird vom Milchhof in Liter angegeben. Der durch den Milchhof ausgegebenen Menge an Vollmilch von 5323538 kg entspricht seitens des städtischen Ernährungs- amtes nur eine Ausgabe von 4335483 Liter Milch gleicher Art. Dieser Unterschied ist darauf zurückzuführen, daß der Milchhof auch die vom Landes-Ernährungsamt ausgestellten Bezugscheine zu decken und die Besatzungsmacht sowie außerhalb Innsbrucks liegende Krankenanstalten in Seefeld und Hochzirl zu beliefern hatte. Bei der Magermilch erscheint im gleichen Jahre die ausgegebene Menge mit 3515729 Liter größer als der Gesamtanfall im Milchhof mit 3270283 Liter, was sich dadurch erklärt, daß ein Teil der angelieferten Vollmilch im Milchhof entrahmt wurde und als Magermilch teils in der Stadt zur Ausgabe gelangte, teils wieder auf das Land zurückging. XVI/2. Märkte und Marktpolizei Seit jeher bildeten die Märkte den Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit der Regierungen des Landes und des Rates der Stadt. Sie dienten der besseren Ver- sorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und anderen Bedarfsgütern, ebenso den Gewerbsleuten, Händlern und Bauern als Gelegenheiten des guten Absatzes ihrer Waren und Erzeugnisse. Darum griffen die Fürsten und der Rat der Stadt im Ablaufe der Zeit immer wieder zu ihrer Regelung ein. So verlegte Herzog Sieg- mund 1455 den achttägigen Jahrmarkt in die Fastenzeit und verlieh 1460 zu seiner und der Bürgerschaft leichteren Versorgung der Stadt einen Wochenmarkt für Geflügel, Wildbret, Milch und Molkereiprodukte. 1587 werden die beiden Innsbrucker Jahrmärkte auf den Rennplatz verlegt, so daß die fremden Kaufleute ihre Stände und Läden dort aufschlagen durften. Geschichtlich sind weiters erwähnt der Thomas- markt, der ab 1648 am ersten Tag als Krämer-, am zweiten Tag als Viehmarkt abgehalten wurde, 1657 der schon uralte St. Nikolausmarkt auf dem Stadtplatz, von wo er 1861 in die Neustadt (Maria-Theresien-Straße) verlegt wurde. 1679 mußte der Wochenmarkt vor dem Pickentore gegen den Innrain sich verschieben, wobei er ein Jahr später eine Marktordnung erhält und genau 2 Jahrhunderte nachher verlegte man ihn vom Ursulinengraben zur Fleischbank. Heute ist die Bedeutung der Märkte, abgesehen von dem täglichen Lebensmittelmarkt, für das Wirtschafts- leben der Stadt zurückgetreten, nur den Viehmärkten kommt für den Bauernstand und teilweise für die Versorgung der Stadt nach wie vor Geltung zu. Wie um die Marktfrage sahen sich Regierung und Rat auch veranlaßt, den Verkehr mit Lebensmitteln zu regeln, ihn in gesundheitspolizeilicher Hinsicht zu überwachen und auch darum sich zu kümmern, daß richtige Maße und Gewichte beim Handel mit diesen Gütern verwendet werden. So machte z. B. die Regierung im Jahre 1681 eine Fleischordnung bekannt, welche die Preise und die anständige Behandlung der Kundschaft regelte, 1544 verbot der Stadtrat den Gebrauch zu kleiner Maße für Milch und setzte den Preis fest, 1533 arbeitete er eine Ordnung für den Verkauf 319 der im Inn und in anderen Gewässern gefangenen Fische aus, die in die Fischbrunnen abgeliefert werden mußten und bestimmte die Preise und um 1550 wird die,,Schmalz- Waage" zum tarifierten Schmalzverkauf im Rathause neu eingerichtet. Endlich forderte zur Strafe der Missetäter im Jahre 1700 die,,Geheimstelle in Polizei- und Viktualiensachen" die Bereitstellung eines hölzernen,,Schandesels". Solcher Zeug- nisse gibt es viele aus vergangenen Jahrhunderten, die als Vorläufer des gegen- wärtigen Marktpolizeiwesens anzusprechen sind. Das Gesetz vom 16. 1. 1896, Reichsgesetzblatt Nr. 89 aus 1897, über den Verkehr mit Lebensmitteln und einigen Gebrauchsgegenständen sowie die hiezu erlassenen Verordnungen geben neben den allgemeinen Bestimmungen der Gemeindeordnung und des Reichssanitätsgesetzes den Gemeinden die Möglichkeit, den Verkehr mit Lebensmitteln zu überwachen. Diese Tätigkeit übt das städtische Marktamt, das dem städtischen Gesundheitsamt unterstellt ist, auf den Märkten und in den Lebens- mittelgeschäften und -lagern aus; die Aufsicht über die Viehmärkte, die Schlach- tungen im städtischen Schlacht- und Viehhofe, die Fleisch- und Trichinenschau steht dem städtischen Veterinäramte zu, das die entsprechenden Einrichtungen hiefür besitzt. Diese überwachende Tätigkeit hat dazu geführt, daß in den letzten Jahrzehnten, auch während der beiden Kriege, die Bevölkerung vor den Folgen des Genusses verdorbener Lebensmittel bewahrt blieb. Alles Vieh und Fleisch, das in die Stadt eingebracht wird, ist beschaupflichtig. Die eingelieferte Frischmilch wird nach Entkeimung nur in dem von der Stadt 1928 erbauten, aber 1939 an den Milchverband Innsbruck, reg. Genossenschaft m. b. H., abgegebenen Milchhof an die Verbraucher ausgegeben. Eine Ausnahme ist nur den Bauern des Stadtgebietes zugebilligt, die die Milch aus ihren Gehöften direkt den Verbrauchern zuführen dürfen. Die folgenden Tabellen XVI/2 A-C geben Auf- schluß über die heute bestehenden Märkte und über Lebensmittelproben, Beschlag- nahmen und festgestellte Übertretungen der marktpolizeilichen Vorschriften, die vom städtischen Marktamt vorgenommen wurden. Die Anlieferungen an Schlacht- und Stechvieh auf den Schlachtviehmarkt in Innsbruck und die Schlachtungen im städtischen Schlacht- und Viehhof sind im Abschnitt XV/4 behandelt. A. 320 21 Kartenperiode Vom Ernährungsamt Innsbruck ausgegebene Lebensmittelkarten in ausgewählten Kartenperioden Durchschnitt 0-3 mit 3-6 6-10 10-14 14-18 18-20 20-80 über 80 Zeitraum Gesamt Jahre Sammel- Ins- bezug- gesamt schein¹) 31 15. 12.-11. 1.42 4933 2745 3455 3845 4529 1827 56015 575 77924 5376 83300 43 16. 11.-13.12.42 5265 3624 3573 3903 4603 1687 56866 637 80158 6299 86457 46 8. 2. 7. 3. 43 5203 3769 3569 3917 4593 1719 57490 647 80907 5630 86537 47 8. 3. 4. 4.43 5150 3868 3581 3907 4552 1663 57 242 660 80623 5409 86032 neu 1 28. 5.-24. 6.45 88 308 8132 96440 6 15. 10.-11.11.45 90328 7395 97723 11 4. 3.-31. 3. 46 89431 7520 96951 0-3 3-6 6-12 12-18 über 18 Landw. Selbst- versorger Jahre 16 24. 6.-21. 7.46 4150 4520 6524 5700 66737 2014 89645 22 9. 12. 46-5.1.47 4166 4548 6624 5703 66833 1901 89775 5949. 6217 95594 95992 321 1) Für Personen in Anstalten, Heimen, Krankenhaus, Sanatorien, Gefangenenhaus usw. Tabelle XVI/1 A 322 Tabelle XVI/1 B Lebensmittelzuteilungen an Erwachsene über 20 Jahre (Normalverbraucher) in 10 Lebensmittelkartenperioden, Auswahl Mengen in Gramm, Kaloriensumme für die ganze Periode Zuteilungsperiode Nr. von bis Roggen-Weizen- Brot Fettstoffe Fleisch Nährmittel und Kartoffelstärke Zucker und Marmelade Gramm Kalorien Gramm Kalorien Gramm Kalorien Gramm Kalorien Gramm Kalorien 5 18 18. 12. 39-14. 1.40 16. 12.40-12. 1.41 9 600 24480 1325 8867 2250 4500 600 2130 23354) 6163 9000 22950 1097 6870 2000 4000 600 2130 3100 7802 31 15.12.41-11. 1.42 9000 22950 1062 6587 1600 3200 600 2148 2700 6042 43 16.11.42-13.12.42 9000 22950 1050 6390 1400 2800 600 2121 2200 5280 56 15. 11.43-12.12.43 9700 24735 1090 6759 1000 2000 600 2148 2200 5280 67 18. 9. 44-15. 10. 44 9700 24735 1000³) 2732 1000 2000 600 2130 2250 5300 71 8. 1.454. 2.45 8900 22695 750) 3583 250³) 2500 600 2130 2150 5300 1000 6 15. 10. 45-11.11.45 8400 21420 625 3415 1000 2000 500 1805 875 2762 neu 11 4. 3.46-31. 3.46 7000 17850 550 3883 800 1600 800 2888 625 1525 neu 20 14. 10. 46-10. 11. 46 5200³) 13260 500 3380 800 1600 1200 4380 125 500 neu 1) Hiezu 2400 g Mais (Polenta) 8000 Kalorien. 2) Ausgabe von Schweinefleisch. 3) Fleischzuteilungen an Stelle von Butter. 4) Sonderzuteilung. 21° Vollmilch Vollmilch Kinder v. 6-10 Jahren Vollmilch Erwachsene über 10 J. Magermilch Liter Kalorien- summe Kalorien- Kalorien- Kalorien- Liter Liter Liter summe summe summe Milchzuteilung in 10 Lebensmittelkartenperioden Kinder v. 0-3 Jahren Kinder v. 3-6 Jahren Nr. von... bis 5 18. 12. 39-14. 1.40 21 13650 14 9100 7 4550 7 2590 18 16. 12. 40-12. 1.41 21 13650 14 9100 7 4550 7 2590 31 15. 12. 41-11. 1.42 21 13650 14 9100 7 4550 7 2590 43 16. 11. 42-13.12.42 21 13650 14 9100 7 4550 7 2590 56 15. 11. 43-12. 12.43 21 13650 14 9100 7 4550 7 2590 67 18. 9. 44-15. 10. 44 21 13650 14 9100 7 4550 3.5 1295 71 8. 1.454. 2.45 21 13650 14 9100 7 4550 3.5 1295 Magerm. 6 15. 10. 45-11. 11. 45 14 9100 14 9100 3.5 1295 3.5 1295 neu 11 4. 3. 46-31. 3.46 14 9100 14 9100 3.5 1295 3.5 1295 neu 20 14. 10. 46-10. 11. 46 0-1% J. 21 1½-6 J. 13650 14 9100 2.5 925 2.5 925 neu Zuteilungsperiode Bei Ausgabe von Vollmilch wurde keine Magermilch, bei Ausgabe von Magermilch keine Vollmilch zugeteilt. 323 Tabelle XVI/1 C Tabelle XVI/1 D Gesamtübersicht über die Tageskalorien sämtlicher Verbrauchergruppen in den zur Betrachtung herangezogenen Zuteilungsperioden Zuteilungsperiode Kinder von 0 bis unter 3 Jahren Kinder von 3 bis unter 6 Jahren Kinder von 6 bis unter 10 Jahren Nr. ... von bis.. Kalorien- Tages- Kalorien-Tages- Kalorien- Tages- summe kalorien summe kalorien summe kalorien 5 18. 12. 39-14. 1.40 41993 1499 39 205 1400 42979 1534 18 16. 12. 40-12. 1.41 43122 1540 40158 1434 42371 1513 31 15. 12. 41-11. 1.42 41240 1472 38352 1369 41080 1467 43 16. 11. 42-13.12.42 40051 1430 37280 1331 40732 1454 56 15. 11. 43-12.12.43 39610 1414 37742 1347 43371 1548 67 18. 9. 44-15. 10.44 36736 1312 33 206 1185 37512 1340 71 8. 1.45-4. 2.45 35466 1266 33037 1180 38963 1392 6 neu 15. 10.45-11. 11. 45 35377 1263 35 377 1263 37797 1349 11 neu 4. 3. 46-31. 3.46 32546 1162 32546 1162 32866 1173 20 0-1 J. 1½-6 J. 6-12 J. neu 14. 10. 46-10. 11. 46 32820 1172 36 890 1317 36855 1316 Zuteilungsperiode Jugendliche von 10 bis unter 20 Jahren Normalverbraucher über 20 Jahre Kalorien- Nr. von... bis... Tages- Kalorien- Tages- summe kalorien summe kalorien 5 18. 12. 39-14. 1.40 48730 1740 48730 1740 18 16. 12. 40-12. 1.41 50794 1814 46 342 1655 31 15. 12. 41-11. 1.42 47968 1713 43517 1554 43 56 67 16. 11. 42-13.12.42 15. 11. 43-12.12.43 18. 9. 44-15. 10.44 47876 1710 42131 1504 49 245 1759 43512 1554 42162 1506 38192 1364 71 8. 1. 45-4. 2.45 43613 1557 37503 1339 6 neu 15. 10. 45-11. 11. 45 37797 1349 32697 1167 11 neu 20 4. 3. 46-31. 3.46 32866 1173 29041 1036 12-18 J. über 18 Jahre neu 14. 10. 46-10. 11.46 32045 1114 32045 1144 324 Nr. Kaloriensätze für Normalverbraucher 1945 und 1946 Tabelle XVI/1 E Zuteilungsperiode Kleinst- Klein- Kinder kinder kinder Jugend- liche Er- wachsene von... bis... 12345 28. 5.-23. 6. 1945 24. 6.-22. 7.1945 855 1040 890 998 1182 846 23. 7.-19. 8. 1945 1008 1134 884 20. 8.-16. 9. 1945 962 1148 918 17. 9.-14. 10. 1945 1193 1378 1148 6 15. 10.-11. 11. 1945 1152 1305 1117 7 12. 11.- 9.12. 1945 1195 1335 1162 8 10. 12. 6. 1. 1946 1427 1460 1347 9 7. 1. 3. 2.1946 1153 1172 1074 10 4. 2. 3. 3. 1946 1113 1166 1036 11 13 14 12 4. 3.-31. 3. 1946 1. 4.-28. 4.1946 29. 4.-26. 5. 1946 27. 5.-23. 6. 1946 1141 1174 1045 1292 1352 1051 1228 1260 1131 1305 1238 1117 15 1) 16 24. 6.-21. 7. 1946 1468 1328 1196 17 22. 7.-18. 8.1946 1345 1573 1661 1418 1418 18 19. 8.-15. 9.1946 1320 1497 1572 1396 1422 19 16. 9.-13. 10. 1946 1271 1226 1573 1360 1334 20 14. 10.-10. 11. 1946 1042 1186 1240 1103 1103 21 11. 11. 8. 12. 1946 1043 1139 1136 1115 1097 22 9. 12.- - 5. 1.1947 1081 1215 1362 1647 1471 1) Die Ordnungszahl 15 wurde in Innsbruck zwecks Angleichung an die in Wien bereits laufende Numerierung übersprungen. Die Durchschnittszahl der Normalverbraucher im Jahre 1946 betrug 96892 Personen. 325 Tabelle XVI/1 F Verbrauch an rationierten Lebensmitteln im Jahre 1946 Bezeichnung Mengen- einheit Gesamt- menge je Person im Jahr³) je Person und Tag²) Brot kg 9644121 99.53 0.272 Fleisch kg 1159624 11.96 0.032 Konservenfleisch kg 97 337 1.00 Fleischkonserven Dosen 59 498 0.61 Fett kg 555625 5.73 0.015 Speck kg 90498 0.93 0.002 Kinder bis 6 Jahre Vollmilch Liter 4335483 497.5 1.3 übrige Personen Magermilch Liter 3515729 39.8 0.1 Käse kg 274995 2.83 0.007 Zucker kg 448 207 4.62 0.012 Nährmittel kg 740069 7.63 0.020 Kartoffel kg 96211802) 99.29 0.272 Hülsenfrüchte kg 752138 7.76 Polenta kg 633947 6.54 Reis kg 4925 Haferflocken kg 70155 0.72 Sojabohnen Dosen 306849 Weizengrieẞ Weizenmehl kg Mischmehl Erbsenmehl Kinderstärkemehl Sojamehl Frische Fische bo bo bo bo bo bo bo kg 9454 55557 0.57 kg 94824 0.97 kg 197222 2.03 kg 21589 kg 96552 kg 321722 3.32 Fische Dosen 363898 Sardinen Dosen 190370 Frischeier Stück 422876 4.36 Trockenei Pakete 476981 4.92 Trockenei offen, kg 486 Gemischte Konserven Dosen 1776236 Salz kg 498111 Kaffee-Ersatz kg 17905 Marmelade kg 16528 Honig kg 5321 Brotaufstrich kg 2003 Sacharin Schokolade Keks Packungen 97380 1.00 Rippen 491697 5.07 Bohnenkaffee Pudding-Pulver Süßwaren Nährblocks kg 36004 0.37 0.001 kg 108383 1.11 kg 418 kg 9318 Stück 31322 0.32 Stück 669 575 6.91 0.018 Knorr-Suppen-Würfel Mitteilung des städtischen Ernährungsamtes. 1) Gerechnet für 96892 Normalverbraucher. 2) Einschließlich 7152150 kg Einkellerungskartoffeln für 1946/47. 326 Tabelle XVI/1 G Milchanlieferung und -ausgabe 1944-1946 im Milchhof Innsbruck Produkt 1944 1945 1946 1. Vollmilch Anlieferung Rahmanlieferung (umgerechnet in Vollmilch) 30 50 50 kg 9932659 7442510 6509 291 kg 6122308 4939071 9071 3.300716 kg 16054967 12381581 9810007 Ausgabe: Trinkmilch kg 3161964 3905027 5323538 entrahmt kg 6679135 3468 841 1180634 verbuttert aus Rahm kg verarbeitet zu Käse 000 6122308 4939071 3293566 kg 91560 68642 12269 kg 16054967 12381581 9810007 2. Magermilch Gesamtanfall 1 7710415 4049021 3270283 Ausgabe: an Verteiler und Verbraucher 6245471 3098026 2640777 Buttermilch 1 110773 10243 an Lieferanten 1 689 155 568 160 56813 476450 verarbeitet zu Käse und Topfen 1 665016 372592 96243 1 7710415 4049021 3270283 3. Buttererzeugung aus Vollmilch, bzw. Rahm kg 532433 384152 253898 Zukauf kg 753940 205172 389 002 zugekaufte Landbutter kg 29186 20999 7475 Anfangsbestand kg 98416 37684 3726 kg 1413975 648007 654 101 Fexp Butterausgabe: an Verteiler u. Verbraucher kg 1190913 536196 583094 Rückgabe an Lieferanten kg 156192 104900 70100 Landbutter an Verteiler und Verbraucher kg 17344 Landbutter an Reichsstelle kg 11802 Endbestand kg 37724 6911 907 kg 1413975 648007 654101 327 Tabelle XVI/2 A Ständige Märkte Märkte In Markthallen Offene Märkte Straßenmärkte 1937 1943 1946 1937 1946 1937 1943 1946 Anzahl 2 1 1 1 1 1 Belagfläche m 1205 719 396 2670 Stände 65 90 48 27 4 20 20 Markthallen Großmarkthalle 1937 1943 1946 Fleischbankgebäude 1937 1943 1946 Belagfläche m² Verkaufsstände hievon belegte Verkaufsstände 486 750 750 a) Fleischverkaufshalle 17 verm.1) bel.2) 11 verm. belegt Fläche derselben m² 282 486 486 Belagfläche m Verkaufsstände hievon belegte Verkaufsstände 499 499 2223) 27 27 27 104) 27) 12 Fläche derselben m² 185 499 222 1) Die ganze Halle vermietet an eine Lebensmittelgroßhandlung. 2) Belegt vom Städt. Ernährungsamt und der französischen Besatzung. 3) 15 Stände 1944 durch Bombardierung zerstört. 4) Hievon 9 Fleischstände, 1 Gemüse- stand. 5) Hievon 6 Fleischstände, 21 Gemüse- stände. *) 6 Stände 1944 bombardiert. b) Pferdefleisch- verkaufsstände Belagfläche m² Vorhandene Stände Belegte Stände c) Fischhalle Belagfläche m Vorhandene Stände Belegte Stände d) Vorbauten-Stände Belagfläche m² Vorhandene Stände Belegte Stände 328 90 966 90 938 90 6 6 938 6 6 38 go co co 38 38 3 3 3 3 goo 3 3 92 12 12 222 92 12 12 222 46 1986 6%) Offener Markt am Innrain (Täglicher Lebensmittelmarkt) Tabelle XVI/2 B Zeitweilig abgehaltene Märkte (Jahrmärkte) Lage Größe m² 1. 15. Jänner Krämermarkt') 2. 5. Februar Lichtmeẞmarkt Vor dem Fleischbankgebäude 1040 3. 23. Februar Mittfastmarkt Vor dem Ursulinenkloster Innrain-Allee II. Teil 500 4. 14. April Krämermarkt 1130 5. 17. Mai 6. 25. Juni Maimarkt Krämermarkt 2670 7. 26. Juli Jakobimarkt 8. 10. August Laurenzimarkt ¹) Die Krämermärkte werden im west- lichen Teil der Innrain-Allee und am Vieh- marktplatz bei den Sillhöfen, die Viehmärkte am Viehmarktplatz bei den Sillhöfen abge- halten. 9. 25. September Krämermarkt 10. 8. Oktober Brigittamarkt 11. 16. Oktober Gallimarkt 12. 9. November Krämermarkt 13. 29. November Krämermarkt 14. 13. Dezember Thomasmarkt 329 Tabelle XVI/2 C Marktamt Bezeichnung 1920 1925 1930 1944 1945 1946 A. Lebensmittelproben: Milch sonstige Proben B.) Beschlagnahme verdorbener Lebensmittel: Fleisch, Wurstwaren, Fleisch- 567 810 962 IT | | 1410 430 gemüse-Konserven Dosen 232 217 481 237 44.393 Fische kg Fischkonserven Dosen 111 1170 3213 10 1706 Fett kg 87 Molkereiprodukte (Kondensmilch) kg 100 240 631 Eier Stück 48 400 Mehl kg 560 7939 Mahlprodukte u. Backwaren kg 22 95 Zucker kg 15799 294 Kartoffeln kg 62600 Gemüse kg 16000 42000 19000 78769 19034 67414 Obst Hülsenfrüchte Sojabohnen Marmelade kg 69 Dosen 7850 kg 14000 39 262 26380 7441 99144 4906 Dosen 640 - I Mineralwasser Fl. 4000 C. Übertretungen: der marktpolizeil. Vorschriften der Eichvorschriften gewerbepolizeilichen Vorschriften Preistreiberei u. Strafmandate sonstige Vorschriften Mitteilung des städtischen Marktamtes. 330 528 312 280 34 41 4 48 32 16 223 46 45 - IIIII IIIII 6 290 200 XVII. Preise, Lebenshaltungskosten, Arbeiterlöhne XVII/1. Preise Die Preise der Lebensmittel waren in den Jahren 1936 und 1937 durch die Ge- stehungskosten der österreichischen Landwirtschaft und, soweit es sich um einge- führte Lebensmittel handelte, durch die Importpreise bestimmt. Die geringe Kauf- kraft eines großen Teiles der Bevölkerung gestattete aber häufig dem Landwirte nicht, die wirklichen Erzeugungskosten beim Verkauf der Lebensmittel zu erzielen, er mußte vielfach unter dem Gestehungspreis landwirtschaftliche und forstwirt- schaftliche Produkte absetzen. Die Preise für gewerbliche Erzeugnisse waren aus dem gleichen Grunde ebenfalls gedrückt, reichten jedoch hin, dem Gewerbetreibenden und Kaufmann einen angemessenen, manchmal auch nur bescheidenen Gewinn zu sichern, obwohl die gegenseitige Konkurrenz der Unternehmer die Preise niedrig hielt. Nach dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich und der Einführung der Markwährung fand eine Angleichung der österreichischen Preise an die bisherigen reichsdeutschen Lebensmittelpreise statt, so daß bald nicht mehr das Geldum- rechnungsverhältnis von S 1.50 = RM 1. Geltung hatte, sondern allmählich und allgemein ein solches von S 1. = RM 1.- entstand, daß also Lebensmittel die früher S 1. kosteten nunmehr um RM 1.- verkauft wurden. Dieses Zugeständnis wurde von den Behörden der österreichischen Landwirtschaft gemacht, die damit in den Lebensmittelpreisen eine Angleichung an die deutschen Landwirtschafts- preise erreichte und wirklich kostendeckende Erlöse erlangte. Die gewerbliche Produktion mußte dagegen auch noch während des zweiten Weltkrieges im wesent- lichen die Preise aufrecht halten, die sie schon vor dem März 1938 kalkuliert hatte. Der Marktgrundsatz, daß Angebot und Nachfrage die Preise der Bedarfsgüter bestimmen wurde von den Preisbehörden zwangsweise völlig ausgeschaltet. Nach Kriegsende erließ die provisorische österreichische Regierung das Gesetz vom 17. 7. 1945, mit dem grundsätzliche Bestimmungen über die Preisregelung geschaffen wurden. In Tirol, wo die Staatsregierung wegen der Verkehrsabsperrung einstweilen noch nicht anerkannt war, sorgte die Verordnung des Leiters der ameri- kanischen Militärregierung vom 7. 7. 1945, betreffend wirtschaftliche Angelegen- heiten der Verwaltung, Tiroler Amtsblatt Nr. 4, für die Aufrechthaltung der bisherigen Bestimmungen über die Erzeugung und den Verkauf von Waren. Mit Hilfe dieser Vorschriften konnten die Preise der von den Ernährungsämtern aufgerufenen Lebensmittel im Jahre 1945 und in der ersten Hälfte des Jahres 1946 einigermaßen auf der gleichen Höhe gehalten werden, wie sie während des Krieges Geltung hatten. Die Preise anderer Bedarfsgüter, wie Bekleidung, Haushaltungs- gegenstände, Baustoffe und Erzeugnisse der Baunebengewerbe, stiegen wegen des plötzlich auftretenden Bedarfes und des außerordentlich großen Gütermangels bei der nun aus den Fugen geratenen bisherigen scharfen Zwangsbewirtschaftung trotz Entgegenarbeitens der Preisbehörden rasch an. Da gemäß dem Schilling- rechnungsgesetz vom 30. 11. 1945, BGBl. Nr. 231/1945, die Umrechnung von RM in S im Dezember 1945 nach dem Verhältnis von RM 1.- S 1.- erfolgt war, trat in der zweiten Hälfte des Jahres 1945 mit fortschreitender Entwertung der 331 österreichischen Währung auch eine Steigerung der Preise der Lebensmittel ein, wie sie aus den Tabellen XVII/1 A und B ersichtlich ist. Über die Preise anderer Bedarfsgegenstände wurden im Statistischen Amt der Stadt nach dem Kriege keine regelmäßigen Aufzeichnungen geführt. Da, wenn auch immer nachhinkend, auch die Löhne und Gehälter, am geringsten diese der öffentlichen Beamten und An- gestellten, erhöht wurden, waren die Lohn- und Gehaltsempfänger trotz der Erhöhung der Preise noch in der Lage, die wenigen von den Ernährungsämtern aufgerufenen Lebensmittel zu kaufen und teilweise darüber hinaus am,,Schwarzen Markte" sich vom Lande zusätzlich Nahrung zu verschaffen, wodurch neben der Miete der Wochen- und Monatslohn weitgehend aufgebraucht wurde und für Nachschaffungen anderer dringender Bedarfsgüter nur unzureichende Beträge verblieben. Dieser Umstand machte sich bei dem außerordentlichen Mangel an Waren bis Ende 1946 nicht besonders stark fühlbar. XVII/2. Lebenshaltungskosten Die Preisentwicklung findet ihren Niederschlag in den Lebenshaltungskosten. Dieser Begriff ist seiner Natur nach höchst individuell, weil die Bedürfnisse der Menschen äußerst vielgestaltig sind. Um eine Vergleichsgrundlage zu schaffen, wurde in der Tabelle XVII/2 der Begriff Lebenshaltungskosten vereinfacht und eingeschränkt auf Haushaltungskosten, unter die die Kosten der vom Ernährungs- amte zum Bezuge aufgerufenen Lebensmittel, die Wohunngsmiete in einem städ- tischen, nicht unter Mieterschutz stehenden Haus, das aber der Verordnung über das Verbot von Preiserhöhungen unterliegt, und die Kosten für Gas und elek- trischen Strom eingereiht wurden. Die Ausgaben für Beheizung der Wohnung wurden weggelassen, da sie in den angegebenen Zeitperioden nur einmal vorkom- men. Es wurden die Lebenshaltungskosten in dieser Einschränkung in fünf Lebens- mittel-Kartenperioden zu je 4 Wochen im Herbst der Jahre 1940 bis 1944, im Frühjahr 1945 (vor Kriegsende) sowie zweier Perioden des Jahres 1946 ausgewählt und dabei für 4 Familien verschiedener Größen ermittelt. Der Tabelle XVII/2 ist zu entnehmen daß die Lebenshaltungskosten während des Krieges infolge der scharfen Preisbestimmungen sich auf ungefähr gleicher Höhe hielten. Die kleinen Unterschiede finden in den Verschiedenheiten der jeweiligen Lebensmittelaufrufe und in der gegen Kriegsende überhaupt geringeren Menge an zugeteilten Lebensmitteln ihre Er- klärung. Dagegen zeigt sich vom Kriegsende bis zum Dezember des Jahres 1946 eine sehr bemerkenswerte Preissteigerung. Obwohl die Mietzinse der Wohnungen in der gleichen Höhe verblieben, erfuhren die Lebensmittel trotz der Preisstützung seitens der Bundesregierung in der Zeit vom Mai 1945 bis Dezember 1946 Steigerungen von 45.6% bis 78.9%. Die,,Lebenshaltungskosten" erhöhten sich vom März 1945 (73. Periode alter Zählung) bis Dezember 1946 (22. Periode neuer Zählung) wie folgt: für das kinderlose Ehepaar um 18.5%, für die Familie mit 1 Kleinstkind um 31.5%, für die Familie mit 1 Kleinkind und 1 Kind um 37.2%, für die Familie mit 1 Kind und 1 Jugendlichen um 25%. Die Kollektivvertragslöhne von Hilfs- und Fach- arbeitern stiegen im gleichen Zeitraum in einem oft höherem Maße, so daß die Steige- rung der,,Lebenshaltungskosten" für diese Arbeitergruppen ausgeglichen wurden. Andere lebenswichtige Waren jedoch, die in den aufgestellten,,Lebenshaltungs- kosten" nicht erfaßt sind, wie Bekleidung, notwendige Haushaltungsgegenstände usw. erhöhten sich in ungleich größerem Ausmaße, was zur Folge hatte, daß der Reallohn, d. h. die Kaufkraft des Lohnes für alle wichtigen Bedarfsgüter allmählich sank. Über Aufzeichnungen der Preise anderer Waren als den in den,,Lebens- 332 haltungskosten" genannten, verfügt das Amt nicht. Die Devisenkurse des Jahres 1945 und 1946 können zu einem Vergleich mit früheren Jahren nicht herangezogen werden, da sie als Zwangskurs von der Österreichischen Nationalbank festgesetzt wurden. XVII/3. Arbeiterlöhne In der Tabelle XVII/3 sind die Löhne von Arbeitern und Angestellten einer größeren Anzahl von Berufsgruppen nach dem Stande vom Mai 1945 und letzten Quartal 1946 dargestellt. Leider können keine Vergleichszahlen aus den Jahren 1936 bis 1938 erbracht werden, da der Stadtmagistrat in jener Zeit keine statistischen Aufschreibungen über Löhne führte und bei der Arbeiterkammer und der Kammer der gewerblichen Wirtschaft wegen Vernichtung der Unterlagen infolge des System- wechsels im Jahre 1938 und der Bombenwürfe während des Krieges fast keine Aufzeichnungen vorhanden sind. Mit dem Anschlusse Österreichs an das Deutsche Reich wurden im Jahre 1938 auch die Löhne bei der Währungsänderung im Verhältnis von S 1.50 gleich RM 1. umgerechnet. Trotzdem sie gegenüber reichsdeutschen Löhnen als niedrig anerkannt wurden, durften sie nicht erhöht werden. Nur dem Reichstreuhänder der Arbeit stand es zu, allfällige Lohnverbesserungen zu genehmigen, was aber beim Verbot, Preise und Löhne zu erhöhen, nur in wenigen Fällen und in geringem Ausmaße bewilligt wurde. Daher galten die in der Tabelle XVII/3 für den Stand Mai 1945 in Schilling eingesetzten Löhne in ungefähr dem gleichen Ausmaß während des ganzen Krieges 1939 bis 1945 in Reichsmark. Mit der wiedergewonnenen Selbständigkeit Österreichs änderte sich im Dezember 1945 die Währung neuerdings, wobei die Reichsmarklöhne im Verhältnis von 1:1 in Schillinglöhne umgewandelt wurden. Infolge der ungeheuren Schwierigkeiten, die beim Wiederaufbau Österreichs nach dem verlorenen Kriege, nach den Zerstörungen und dem Zerreißen der bisherigen Wirtschaftsverbindungen zu bewältigen waren, stiegen in der zweiten Hälfte des Jahres 1945 die Lebenshaltungskosten an. Ihnen folgten die Löhne in einem vielfach ungleichen Ausmaße. Es erhöhten sich die Wochenlöhne vom Mai 1945 bis zum 4. Quartal 1946 z. B. in der Ziegelindustrie laut der Tabelle für Arbeiter der unteren und der höheren Lohngruppen um rund 41%, bei den Gas-, Wasser- und Heizungsinstallateuren die mittleren Löhne um 12%, die höheren um 30%, die niederen um 35%; im Tischlergewerbe die niederen um 20%, die höheren um 42%, im Bäckergewerbe die niederen Löhne um 35%, die höheren um 50%. Das Existenzminimum der schaffenden Menschen mußte bei der fortschreitenden Teuerung in erster Linie gesichert werden. Es gelang aber nicht allen Berufsgruppen sich den Realwert der Löhne und Bezüge zu erhalten; die höheren Löhne der früher besser bezahlten Berufsgruppen stiegen nicht im gleichen Ausmaße wie die bisher geringer bezahlten. Die Lohn- und Gehaltsnivellierung zwischen den hohen und niederen Lohn- und Gehaltsgruppen nahm schon 1946 ihren Anfang. A. 333 334 Fleisch: Ware Kleinhandelspreise für Lebens- und Genußmittel Preisentwicklung 1936-1946 Tabelle XVII/1 A Jänner Dezember Oktober Jänner Mitte Ende Ende Mitte Ende 1936 1938 1939 1941 1943 1943 1945 1946 1946 S RM RM RM RM RM RM S S Rindfleisch, vorderes kg Rindfleisch, hinteres kg Rindfleisch, Lungenbraten kg Kalbfleisch, Schnitzel kg Kalbfleisch, vorderes kg Kalbfleisch, hinteres kg Schweinefleisch Schweinefleisch, Schinken gekocht kg Schaffleisch, vorderes kg Schaffleisch, hinteres kg Pferdefleisch, vorderes kg Pferdefleisch, hinteres kg Wildfleisch kg Wurst, bessere Knackwurst kg to to to to to to to to to to to to to 1.73 1.87 1.92 2.- 2.- 2.04 2.04 2.60 2.80 2.46 2.- 2.04 2.40 2.40 2.20 2.20 4.20 3.- 3.- 3.20 2.80 2.80 4.70 4.- 4.- 4.- 3.- 3.- 5.70 1.60 1.73 2.40 2.40 2.40 2.10 2.10 3.- 2.60 2.50 3.- 3.- 3.- 2.40 2.40 5.10 kg 3.20 2.50 3.- 2.- 2.- 2.- 3.- - 4.67 4.70 1.80 1.80 1.80 1.80 1.80 1.80 2.20 2.20 2.20 2.20 2.20 1.20 1.60 1.07 1.20 1.20 1.60 2.- 1.20 1.50 1.80 1.50 2.40 2.60 2.60 2.80 1.87 1.87 2.20 3.50 3.- 3.75 3.75 Wurst, dürr kg 2.- 2.- 2.- 3.80 4. 3.80 4.- 4.- Milch, Käse, Eier: Vollmilch 1 -.47 -.28 -.28 -.30 .30 -.30 -.30 -.30 .50 Magermilch 1 -.18 .18 -.18 -.18 -.18 .32 Topfen kg .66 .66 -.72 -.96- Schnittkäse, mager kg 1.33 1.40 1.40 1.40 1.68 1.86 4.58 Schnittkäse, halbfett kg 3.60 1.70 2.80 3.30 3.30 3.40 4.10 5.44 Weichkäse, 40 g Stück .30 Eier Stück -.19 -.12 -.12 -.13 -.12 -.12 -.13 -.21 -.21 Brot und Getreideprodukte: Brot kg -.61 -.53 .32 .38 -.38 -.38 -.38 -.38 -.60 Roggenbrot kg .32 Ware Kleinhandelspreise für Lebens- und Genußmittel Preisentwicklung 1936-1946 Jänner Dezember Oktober Jänner Mitte Ende Ende Mitte Ende 1936 1938 1939 1941 1943 1943 1945 1946 1946 S RM RM RM RM RM RM S S Tabelle XVII/1 A (Fortsetzung) Brot, halbweiß kg -.42 Brot, weiß kg -.60 1.22 Semmel Stück .07 -.045 -.045 Kleingebäck, schwarz Stück Weizenmehl kg -.70 -.55 .52 Brotmehl kg .50 Gerstenmehl kg .48 Weizengrieẞ kg .50 -.56 .54 Polenta kg Maismehl kg Gerste kg .57 .50 Haferflocken kg -.73 .62 Kartoffelstärkemehl kg Teigwaren kg .93 1.- Bohnen .40 -.41 Erbsen, grün kg .70 Erbsen, gelb kg .53 .53 Linsen kg .83 .68 7777777 777-7777 -.42 .72 1.- .72 .58 .045 -.045 .045 -.05 .06 .50 .49 .49 .49 .37 .34 .34 .34 .48 .48 .48 .52 .50 .50 -.50 .52 .48 .48 .48 .54 .60 .60 .60 -.50 .68 .64 1.04 .96 .96 .96 -.76 1.07 1.07 .85 .85 -.85 1.- .76 .90 .90 1.10 .95 Sojabohnenmehl kg Erbsenmehl kg Salz kg -.76 .30 .26 .26 .26 -.26 -.44 77777777777777777 -.58 .87 -.05 -.06 -.06 .09 -.49 .79 -.34 .54 -.81 -.81 .50 -.54 .54 -.54 .48 .60 .85 -.64 .64 .96 .98 .80 .80 .70 .70 .98 .98 .83 .80 .46 -.46 Öle und Fette: Schweinefett kg 2.60 1.87 2.- 2.16 2.16 2.16 2.25 2.25 Schweinespeck kg 2.40 2.40 Schweinespeck (amerikanisch) kg 1.70 Schweinespeck, geräuchert kg Pflanzenfett Margarine kg 0 0 2.40 2.20 3.- 3.60 kg 1.80 1.20 2.44 1.06 1.36 2.06 1.96 1.96 2.04 2.06 3.06 Speisemischfett kg 335 336 Kleinhandelspreise für Lebens- und Genußmittel Preisentwicklung 1936-1946 Tabelle XVII/1 A (Fortsetzung) Jänner Dezember Oktober Jänner Mitte Ende Ende Mitte Ende Ware 1936 1938 1939 1941 1943 1943 1945 1946 1946 S RM RM RM RM RM RM S S Butter kg Butterschmalz kg Olivenöl Speiseöl 3050-- 4.40 3.33 3.20 3.60 3.60 3.60 3.60 5.76 7.40 4.20 4.20 2.60 2.86 1 1.20 1.82 2.- Gemüse und Obst: Kartoffeln kg -.18 .09 -.09 Kraut kg .20 .16 Sauerkraut kg .33 .36 Kohl kg .26 .22 Karfiol kg Kohlrabi kg Spinat kg .50 Karotten kg -.30 .26 Rote Rüben kg .22 Zwiebel kg Salat Tomaten kg Rotkraut kg Eẞäpfel Kochäpfel Birnen Dörrpflaumen Verschiedenes: Kondensmilch Dose Fleischkonserven Dose Gemüse-Fleisch-Konserven Dose Fischkonserven Dose kg PED EO ED EX EX EO ED E .28 .25 7777777777 -.11 .13 -.11 .14 .16 .16 .32 .32 .35 .19 .21 .19 .36 .80 .64 .39 .34 .26 .88 .32 .44 .23 .28 .30 .17 .27 .16 .23 .40 .46 .40 1.30 1.05 .27 .25 .30 .22 .81 .50 .84 kg .18 kg .75 .38 7777-77777777777 -.18 .16 .28 .26 .30 -.42 .22 .40 -.91 1.- 1.05 .95 .26 -.44 .80 .52 .80 .80 .34 .34 .91 .20 .23 .50 .67 .78 .78 .47 .80 .80 .40 .48 .48 .80 .80 1.06 .28 .28 .68 .68 .80 kg .95 11 1111 1. 4. 4.- -.60 .60 1.38 Ware Kleinhandelspreise für Lebens- und Genußmittel Preisentwicklung 1936-1946 Jänner Dezember Oktober Jänner Mitte Ende Ende Mitte Ende 1936 1938 1939 1941 1943 1943 1945 1946 1946 S RM RM RM RM RM RM S S Tabelle XVII/1 A (Fortsetzung) Sojabohnen-Konserven -.78 Dose I Gemüseerbsen-Konserven Dose -.78 -.90 Grüne Fisolen-Konserven Dose 1.12 .80 Tomaten-Konserven Dose -.30 .38 .30 1.70 Marmelade, Vierfrucht kg 1.- 1.60 Marmelade kg 1.50 1.25 2.- 3. Kunsthonig kg 1.80 1.52 1.52 1.52 11.- Bienenhonig kg Powidl kg 1.20 Malzkaffee kg -.59 .56 Gerstenkaffee kg -.52 .52 Kaffee-Ersatz kg .90 1.12 1.16 1.16 1.20 -.80 Trockenei Paket 1. Saccharin Schachtel 8. Maggi-Würze 1 .04 Maggi-Würfel Stück 10.- Rum 1 Essig 1 -.50 -.84 1.06 Kolonialwaren: Bohnenkaffee, gebrannt kg 4.80 4.80 4.80 6.80 9.- 9. 7.20 7.20 7.25 Bohnenkaffee, grün kg Kakao kg 1.76 2.20 2.16 2.04 20.- 20.- Tee, russischer kg Reis kg .60 .40 -.40 .54 -.66 .70 .90 -.90 .98 Zucker, Würfel kg 1.32 .84 .84 .86 .84 .84 .84 Zucker, Staub oder Grieß kg .85 .85 .85 .80 .80 .80 1.- 1.84 Zitronen Stück .05 -.25 -.25 337 338 Ware Tabelle XVII/1 A (Fortsetzung) | | -.78 1111 Jänner Dezember Oktober Jänner Mitte Ende Ende Mitte Ende 1936 1938 1939 1941 1943 1943 1945 1946 1946 S RM RM RM RM RM RM S S Kleinhandelspreise für Lebens- und Genußmittel Preisentwicklung 1936-1946 kg -.60 Dose | | -.50 Fische: Kabeljau kg 1.10 1.10 1.49 Rotbarsch kg 1.20 1.20 Flundern kg 1.60 Salzheringe Stück -.14 Orangen Sardinen 1111 22* Tabelle XVII/1 B Preiserhöhung wichtiger bewirtschafteter Lebensmittel von Ende 1945 bis Ende 1946 Benennung Erhöhung um Prozent Benennung Erhöhung um Prozent Benennung Erhöhung um Prozent Vorderes Rindfleisch 27.4 Weizenmehl 61.2 Kartoffeln 66.6 Hinteres Rindfleisch 90.9 Brotmehl 58.8 Kohl 313.6 Vollmilch 66.6 Weizengrieẞ 62.0 Karotten 167.6 Magermilch 77.7 Haferflocken 41.6 Eẞäpfel 32.5 Schnittkäse, mager 172.6 Teigwaren 2.0 Birnen 17.6 Eier 69.2 Erbsen, gelb 36.3 Marmelade 50.0 Brot 57.8 Salz 4.5 Kaffee-Ersatz 3.6 Weißbrot 50.0 Butter 105.5 Bohnenkaffee, grün 0.7 Semmel 20.0 Margarine 50.0 Grießzucker 130.0 339 340 Lebenshaltungskosten beschränkt auf die Kosten der aufgerufenen Lebensmittel, von Strom und Gas und die Wohnungsmiete 15. Größe der Familie Ehepaar ohne Kinder: Rationierte Lebensmittel Wohnung (1 Zimmer + Küche) Gas Strom Tabelle XVII/2 15. 28. 40. 54. 67. 73. 22. 23.9. 22.9.- 24.8. 20.9.- 18. 9.- 20. 10.40 19. 4. 41 20. 9. 42 17. 10. 43 15. 10. 44 5.3.- 1.4.45 24. 6. 9. 12.46- 21.7.46 - 5.1.47 RM RM RM RM RM RM S S 36.28 37.44 33.32 33.60 31.12 31.92 46.16 46.48 35.- 35.- 35.- 35.- 35.- 35.- 35.- 35.- 7.50 7.50 7.50 7.50 7.50 7.50 6.- 9.- 6.- 6.- 6.- 6.- 6.- 6.- 2.40 4.80 Summe 84.78 85.94 81.82 82.10 79.62 80.42 89.56 95.28 Familie mit 1 Kleinstkind: Rationierte Lebensmittel Wohnung (1 Zimmer + Küche) Gas Strom 50.24 51.19 47.31 48.73 45.68 43.97 70.80 72.96 35.- 35.- 35.- 35.- 35.- 35.- 35.- 35.- 10.83 10.83 10.83 10.83 10.83 10.83 9.- 13.50 8.- 8.- 8.- 8.- 8.- 8.- 3.60 7.20 Summe 104.07 105.02 101.14 102.56 99.51 97.80 118.40 128.66 Familie mit Kleinkind und Kind: Rationierte Lebensmittel Wohnung (2 Zimmer + Küche) Gas Strom 69.60 70.06 65.71 66.12 62.14 60.04 91.89 107.46 50.- 50.- 50.- 50.- 50.- 50.- 50.- 50.- 14.20 14.20 14.20 14.20 14.20 14.20 12.- 18.50 11.- 11.- 11.- 11.- 11.- 11.- 4.80 9.60 Summe 144.80 145.26 140.91 141.32 137.34 135.24 158.69 185.56 72.76 73.58 69.46 70.50 64.25 65.74 88.34 102.09 50.- 50.- 50.- 50.- 50.- 50.- 50.- 50.- 17.50 17.50 17.50 17.50 17.50 17.50 12.- 18.50 11.- 11.- 11.- 11.- 11.- 11.- 4.80 9.60 Summe 151.26 152.08 147.96 149.- 142.75 144.24 155.14 180.19 Familie mit Kind und Jugendlichem: Rationierte Lebensmittel Wohnung (2 Zimmer + Küche) Gas Strom Arbeiterlöhne in Innsbruck (Auswahl) Wochenlohn in S Tabelle XVII/3 Wochenlohn in S Gewerbe 1. 5. 4.Quart. 1945 1946 Gewerbe 1. 5. 4.Quart. 1945 1946 Spengler 41.28 72.48 Qualifizierter Arbeiter über Zementindustrie Vorarbeiter Facharbeiter Angel. Arb. I. Kat. Ungel. Arb. I. Kat. Ziegelindustrie Vorarbeiter Betriebshandwerker 37.24 66.24 33.60 59.52 5 Jahre 65.76 84. Gehilfen bis zum voll. 5. Jahr 59.52 67.20 29.76 52.80 Gehilfen bis zum voll. 1. Jahr Hilfsarbeiter 38.88 52.80 38.88 57.60 36.96 52.80 raturen Grubenarbeiter 30.72 43.20 40.80 57.60 Elektroinstallation und -Repa- Obermonteur mit manueller Arbeiter 28.80 40.80 Mitarbeit 77.76 93.60 Facharbeiter ab 5. Jahr 59.52 74.40 Eisen-, Metall- und Elektro- Facharbeiter ab 3. Jahr 49.92 62.40 industrie Hochwertigste Facharbeiter 56.16 78.72 Hilfsmonteure über 2. Jahr im Fach 45.12 57.60 47.04 65.28 Hilfsarbeiter über 20 Jahre 38.40 52.80 Private Stromversorgung 55.20 65.10 31.20 43.20 48.- - 67.20 Schwierige Facharbeit Arbeiter mit Spezialkönnen Einfachste Arbeit, ohne Aus- bildung Schlossergewerbe Werkmeister, Vorarbeiter Facharbeiter, über5. Gesellen- jahr Facharbeiter, 2. Gesellenjahr Angelernter Arbeiter Hilfsarbeiter ab 22 Jahre Schmiede Werkmeister, Vorarbeiter Facharbeiter über 5 Jahre Facharbeiter im 2. Jahr Angelernter Arbeiter Hilfsarbeiter ab 22 Jahre Gas-, Wasser-, Heizungs-, Lüf- tungs-, Kühlanlagen-Installat. Obermonteure Monteure mit 4 J. u. darüber Monteure im 1. Gehilfenjahr Mechaniker Geprüfte Meister Besser qualifizierte Arbeiter und Spezialarbeiter Facharbeiter über 6 Jahre und darüber Facharbeiter im 2. u. 3. Jahr Angelernte Arbeiter über 22 Jahre 39.84 54.24 31.68 38.64 Facharbeiter ab 5. Gesellenjahr Facharbeiter ab 1.Gesellenjahr Maschinisten nach 10 Jahren Hilfsarbeiter und Monteure Hilfsarbeiter über 18. Lebensj. 56.16 81.60 43.20 55.20 Chemische Industrie 45.12 48.- 38.88 52.80 62.40 86.40 56.16 81.60 Professionisten, geprüfte Ma- schinenwärter, Vorarbeiter, chem. Facharbeiter Hilfsheizer, angel. Arbeiter auf Maschinen mit mehr als 6 Monaten 43.20 55.20 Qualifizierte Hilfsarbeiter 45.12 52.80 Vorarbeiterinnen 34.02 52.80 Arbeiterinnen über 18 Jahre Textilindustrie, Spinnerei- Weberei 72.93.60 Lohngruppe 14 59.52 67.20 Lohngruppe 10 38.88 52.80 Lohngruppe 5 65.76 96.- 59.24 86.40 59.52 76.80 43.20 57.60 45.12 57.60 Lohngruppe 1 Wirkerei, Strickerei, Konfek- tion, Näherei, Ausrüsterei Lohngruppe 14 (höchste) Lohngruppe 10 Lohngruppe 1 43.20 57.60 38.40 52.80 38.40 67.20 36.48 55.20 35.04 48.- 33.60 48.- 29.28 38.40 44.16 70.18 38.40 60.89 28.80 48.50 23.04 38.68 44.16 65.28 36.- 52.80 21.60 36.- 341 Tabelle XVII/3 (1. Fortsetzung) Wochenlohn in S Gewerbe 1. 5. 4.Quart. 1945 1946 Gewerbe Tischler, Wagner, Faßbinder, Bildhauer, Drechsler Wochenlohn in S 1. 5. 4.Qartal 1945 1946 Strickereigewerbe Motorstricker u. Strickerinnen mit selbständiger Maschinen- wartung Handnäherin Strickerin Büglerin Maschinenmeister 57.40 81.60 60.48 63.84 Facharbeiter nach 3 Jahren 47.52 62.40 45.12 52.20 36. 43.20 48. 53.76 Facharbeiter nach 1 Jahr 48.53.76 Hilfsarbeiter 55.20 60.48 Sägeindustrie Wäschereien Wäschemeister, Heizer, Pro- fessionisten Maschinenwäscher Handwäscherin Näherin, Merkerin Chemische Putzereien und Färbereien Gelernte Chem.-, Naß-, Tep- pichwäscher, Detacheur Gelernter Färber Erste chem. Büglerin Hilfsarbeiterin über 18 Jahre 38.40 96. Lohngruppe 7a 60.-107.04 Lohngruppe 6 Lohngruppe 4 33.60 72. 28.80 48. 38.40 53.76 35.04 76.80 Lohngruppe 2 30.24 57.60 21.60 48.-Bäckergewerbe 35.04 57.60 Mischer, Schießer 35.04 62.40 31.20 48. Geselle unter 22 Jahre Hilfsarbeiter männl., weibl., über 18 Jahre Verkaufspersonal über 20 J., monatlich Gelernte Verkäuferin, monatl. Fleischhauergewerbe 1. und 2. Gehilfe 33.60 40.80 48. 35.50 72. 55.20 25.- 38.40 100.-150.- 190.- Buchbindergewerbe 55.20 85.44 Rastrierer, 4. Gehilfenjahr 64.80 80.1. Tafelgehilfe 48.70 72. Rastrierer, 1. Gehilfenjahr 37.80 50. Gehilfen 46.- 51.84 Gehilfe, 4. Jahr 58.50 72. Hilfsarbeiter über 18 Jahre 30.- 44.64 Gehilfe, 1. Jahr 32.40 45.- Arbeiterinnen nach dem Teigwarenindustrie 3. Halbjahr 18. 28. Facharbeiter Angelernte Arbeiter Hilfsarbeiter Angelernte Arbeiterinnen Mittelbrauereien 40.80 69.60 36.- 63.36 29.76 52.80 28.80 45.60 Druck- und Vervielfältigungs- gewerbe Maschinenmeister Handsetzer Buchdruckergehilfe A Angelernter Hilfsarbeiter Einlegerinnen Chemigraphen-Gehilfe C Chemigraphen-Gehilfe A Sattler und Taschner Qualifizierter Zuschneider Facharbeiter ab 4. Geh.-Jahr Facharbeiter im 1. Geh.-Jahr Feinstepperinnen, Köderinnen Hilfsarbeiter 342 84.- 104.- 70.- 80. 42. 52. Vorderburschen, Biersieder 54.- 80. 45. 58. Gelernte Professionisten, 37. 40. Brauer, Heizer 52. 77. 61.- 80.- Angelernte Hilfsarbeiter 47. 70. 40.- 52. Mineral-u. Sodawasserindustrie Facharbeiter, Kraftfahrer 48.- 70. 48.- 101.28 Qualifizierter Hilfsarbeiter, 41.28 89.76 Mitfahrer 45. 63. 31.20 65.76 Hilfsarbeiter 45. 56. Hilfsarbeiterinnen 35. 43. !!! 26.40 84. 32.16 60.- Herren- u. Damenschneiderei Selbständige Arbeiter, Bügler 1. Klasse 33.60 76.80 Gewerbe Wochenlohn in S 1. 5. 4.Quart. 1945 1946 Tabelle XVII/3 (2. Fortsetzung) Wochenlohn in S Gewerbe 1. 5. 4.Quart. 1945 1946 52.80 81.60 Unselbständige gelernte Ar- beiter, Arbeiterinnen 1. Kl. Arbeiterinnen ohne abgeschl. Lehrzeit nach 5 Jahren Schuhmacher Vorarbeiter Gehilfen für Neuanfertigung Gehilfe für Reparaturen Hoch- und Tiefbaugewerbe. Hilfspoliere Vorarbeiter, Stukkateure Gelernte Gehilfen nach 1 J. Angelernte Arbeiter Hilfsarbeiter mit mind. ljähr. Verwendung Maler Professionisten 3. Gehilfenjahr Platten-, Fließenleger 33.60 67.20 Gehilfen mit 5jähr. Verw. Gehilfen bis 2jähr. Verw. Rauchfangkehrer 48.- 90.72 40.80 64.80 20.16 60.- 39.48 100.80 Gehilfen über 22. Lebensjahr Gehilfen bis 22. Lebensjahr 60.76.80 55.68 69.60 36.-86.40 33.60 67.20 Innsbrucker Verkehrsbetriebe Angestellte Vergütungs-Gr. VII, monatl. 76.80 Vergütungs-Gr. VIII, monatl. Vergütungs-Gr. X, monatl. 60.- 55.20 72. 38.40 52.80 41.28 62.40 35.04 72. Arbeiter Lohngruppe A ab 11. Dienstjahr ab 5. Dienstjahr 1. und 2. Dienstjahr 240. 216. 188. 61.92 57.60 45.60 Lohngruppe B ab 9. Dienstjahr 52.80 ab 5. Dienstjahr 50.88 1. Gehilfenjahr 43.20 57.60 1. und 2. Dienstjahr 48.96 Hilfsarbeiter ab 6. Jahr 43.20 76.80 Sonderlohn im 1. Jahr 28.80 48. ab 9. Dienstjahr 66.24 ab 5. Dienstjahr 64.32 Tapezierergewerbe 1. und 2. Dienstjahr 62.40 Spezialfacharbeiter 54.72 81.46 43.20 62.40 38.40 54.24 55.20 74.40 Angelernte Arbeiter Hilfsarbeiter über 20. Lebens- jahr Qualif. Hilfsarbeiterinnen nach 20. Lebensjahr Dachdeckergewerbe Vorarbeiter Gelernte Gehilfen nach dem 2. Gehilfenjahr Angelernte Arbeiter nach 5- jähriger Verwendung Hilfsarbeiter mit ljähriger Verwendung Hafner, Töpfer, Keramiker Gelernter Gehilfe mit 5jähr. Verwendung mit 2jähr. Verwendung Hilfsarbeiter mit 5jähr. Verw. Hilfsarbeiter bis 5jähr. Verw. 52.80 69.60 Köchin mit 2 Köchinnen 48.64.80 Hotelbeschließerin Arbeiter im öffentlichen Dienst 38.40 50.40 Hilfsarbeiter 86.40 48. 38.40 64.80 36.- 32.16 55.20 48. im 1. und 2. Dienstjahr im 5. und 6. Dienstjahr ab 11. Dienstjahr Angelernte Arbeiter im 1. und 2. Dienstjahr im 5. und 6. Dienstjahr ab 11. Dienstjahr 32.64 43.20 34.56 45.12 35.04 48.- 36.52.32 37.92 54.24 38.40 57.12 Hotel- und Gastgewerbe Oberkellner mit über 8 Hilfs- kräften 276.- 351. Kellner mit Inkasso 5. Jahr 196. 271. 31.20 44.04 Tagesportier 216. 291. Hoteldiener 126. 201.- Küchenchef mit mindestens 5 Köchen 306. 381.- Koch im 5. Jahr 186.- 261. 196. 116.-191. 261. !!!!!!!! 343 Tabelle XVII/3 (3. Fortsetzung) Gewerbe Wochenlohn in S 1. 5. 4.Quart. 1945 1946 Gewerbe Wochenlohn in S 1. 5. 4.Quart. 1945 1946 Sonderlohn I; Angel. Arbeiter mit Qualifikation im 1. und 2. Dienstjahr im 5. und 6. Dienstjahr ab 9. Dienstjahr Sonderlohn II im 1. und 2. Dienstjahr im 5. und 6. Dienstjahr ab 9. Dienstjahr Handwerker im 1. und 2. Dienstjahr im 5. und 6. Dienstjahr ab 9. Dienstjahr Sonderlohn III; Handwerker mit Qualifikation Arbeiter im öffentlichen Dienst Ungelernte Arbeiterinnen 37.44 56.16 (Putzerinnen) im 1. und 2. Dienstjahr 25.44 55.70 im 5. und 6. Dienstjahr ab 9. Dienstjahr 27.36 57.62 27.84 60.50 39.36 58.08 39.84 72. 39.36 64.32 Lichtspieltheater 41.28 67.20 Filmvorführer 41.76 69.60 42.24 67.68 44.16 71.04 mit über 10jähr. Praxis mit weniger als 5jähr. Praxis Kassierin Platzanweiser 45.12 73.44 Friseurgewerbe Gelernte Gehilfen 55. 138.- 25.- 84. 35.- 96. !!!! 25.-60.- 35.50. 49.- 70. 45.60 im 1. Jahr, wöchentlich ab 5. Jahr, wöchentlich Sonderlohn IV im 1. und 2. Dienstjahr im 5. und 6. Dienstjahr ab 9. Dienstjahr 48.96 58.56 Damenfriseurin 38.- 50. 50.88 78.24 Haararbeiterin 51.84 81.60 Handpflege 30. 55. 25.- 40.- 344 XVIII. Unterricht und Bildung XVIII/1. Kindergärten; Hort im Kaysergarten Kindergärten haben eine doppelte Aufgabe: die noch nicht schulpflichtigen Kinder sollen zur Gemeinschaft erzogen, schulreif gemacht, sie sollen aber auch, besonders wenn Vater und Mutter erwerbstätig sind, betreut werden. Die Aufgabe ist demnach eine pädagogische und eine fürsorgerische. Die jeweils stärkere Betonung des einen oder anderen Gesichtspunktes kommt in der städtischen Verwaltung schon äußerlich in der Geschäftseinteilung zum Ausdruck. Vor dem ersten Weltkrieg mußte sich um das Kindergartenwesen der Schulreferent kümmern, vom Jahre 1927 an das Jugendamt, heute fällt es wiederum in den Wirkungskreis des Schulamtes; im Haushaltsplan sind aber die Kindergärten noch unter,,Fürsorgewesen und Jugendhilfe" zu finden. Die Anregung zur Errichtung von Kindergärten ging im Jahre 1831 vom Guber- nium aus, das in einem Rundschreiben den Nutzen von ,,Kleinkinderschulen" hervorhob. Abgesehen von den Anfängen 1833 machte sich die Stadtgemeinde um die Gründung einer solchen in St. Nikolaus verdient lag die Initiative bei dem im Jahre 1834 gegründeten Frauenverein zur Errichtung und Erhaltung von Industrieschulen und Kinderwartanstalten. Erst nach dem ersten Weltkrieg erfreute sich das Kindergartenwesen der besonderen Förderung durch die Stadtverwaltung. Zu dem Kindergarten in St. Nikolaus, Innallee 3, und dem von Wilten übernommenen Kindergarten in der Pechevilla (Ritter v. Schidlach-Stiftung) kamen im Jahre 1920 die vom Frauenverein übernommenen Kindergärten in der Museumstraße 17 und in Dreiheiligen, im Jahre 1928 der neue städtische Kindergarten in Pradl und im Jahre 1938 das 1932 eröffnete Montessoriheim am Innrain 57 hinzu. So weist die Tabelle XVIII/1 im Jahre 1938 nach der Einverleibung Österreichs und der Eingemeindung von Hötting, Mühlau und Amras sieben städtische und sieben nichtstädtische Kindergärten auf, von denen schon vier von der national- sozialistischen Volkswohlfahrt (NSV.) betrieben wurden. Die städtischen Kinder- gärten wurden 1938/39 von 624 (58.6%), die nichtstädtischen von 440 (41.4%), zusammen von 1064 Kindern besucht. Der damaligen Tendenz entsprechend be- mächtigte sich die NSV. nach und nach aller Kindergärten; vom 1. September 1941 an gab es nur mehr NSV.-Kindergärten. Das Bild, das die Tabelle über das Jahr 1946/47 bietet, ist völlig geändert. Durch die Bombenangriffe waren die Pechevilla, Leopoldstraße 43, das Haus des Vereines der Kinderfreunde, Leopoldstraße 44a, und das Haus des Vinzenzvereines in Mariahilf, Kindergartenweg 8, zerstört worden; das ehemalige Montessoriheim wurde durch die Beschlagnahme seitens der Be- satzungsmacht seiner Zweckbestimmung entzogen. Diese Verluste wurden besonders fühlbar, da die wirtschaftlichen Verhältnisse noch den Bedarf bedeutend erhöhten. Durch Behelfslösungen gelang es, die frühere Zahl der städtischen Kindergärten um 3 zu erhöhen; die Zahl der nichtstädtischen wurde fast erreicht. Im Schuljahr 1946/47 bestanden also 10 städtische Kindergärten und 6 nichtstädtische, in der Mehrzahl Pfarrkindergärten, an denen insgesamt 1628 Kinder eingeschrieben waren. Sie verteilten sich auf die städtischen Kindergärten im nahezu gleichen 345 Prozentsatz- 58.4: 41.6% - wie im Jahre 1938/39. Sämtliche Kinder wurden in 36 Abteilungen von 35 Kindergärtnerinnen und 31 Helferinnen und Praktikantin- nen betreut. Die nachstehende Übersicht, die einen Auszug aus der Tabelle XVIII/1 bildet, erleichtert den Überblick. Jahr 1938/39 Bezeichnung Zahl der Kindergärten nach 743 der Führung Städtische Kindergärten Kinder- gärtnerinnen und Prakt kantinnen Knaben Mädchen Zusam. Kinder 19 19 NSV.-Kindergärten 9 Privatkindergärten 6 964 14 Kindergärten insgesamt 34 34 18 882 8 317 307 624 139 115 254 92 94 186 548 516 1064 10 06 1946/47 Städtische Kindergärten Privatkindergärten 23 22 13 13 233 20 . 11 16 Kindergärten insgesamt 36 35 31 951 677 1628 Über die Schwierigkeiten des zustande gekommenen Wiederaufbaues der städti- schen Kindergärten und über die weiteren Ziele des Schulamtes gibt der Abteilungs- leiter Dr. Rettmeyer im Amtsblatt Nr. 4 vom 15. 4. 1947 in seinem Aufsatz,,Die städtischen Kindergärten in Innsbruck" Aufschluß.b Der einzige noch in Verwendung stehende Hort ist der Hort im Kaysergarten. Im Mai 1923 wurde dort zuerst ein Kinderspielplatz errichtet, im Jahre 1928 ein Bassin eingebaut und im Jahre 1930, nach Vollendung des Hortgebäudes, der Kinderhort in Betrieb genommen. Der Hort ist während der Schulmonate an den Mittwoch- und Samstagnachmittagen für schulpflichtige Kinder zugänglich, in den Sommerferien täglich geöffnet. Zur Beaufsichtigung des gesamten Betriebes sind außer dem Hortleiter 2-3 Kindergärtnerinnen, die von den städtischen Kinder- gärten turnusweise zur Verfügung gestellt werden, anwesend. Besonders das Schwimmbassin und der Fußballplatz üben auf die Jugend des linken Innufers eine sehr große Anziehungskraft aus. In den letzten Jahren kamen im Sommer durchschnittlich 400 Kinder täglich in den Kaysergarten. Jedes Kind, das einge- schrieben wird, hat eine Gebühr von S 1.- als monatlichen Beitrag zu leisten. XVIII/2. Volks-, Haupt- und Hilfsschulen Die bekannte, auf viele Jahrzehnte zurückreichende Schulfreundlichkeit der Stadtverwaltung findet vor allem in der Errichtung und Ausgestaltung der Schul- gebäude ihren sichtbaren Ausdruck. Wie die Tabelle XVIII/2 A zeigt, erbaute die Stadt seit 1863 10 Volks- und Hauptschulgebäude. Wenn auch die älteren Schul- häuser, wie das am Innsteg oder in der Gilmstraße, den heutigen Anforderungen nicht mehr völlig zu genügen vermögen, so bedeuteten sie damals - es sei nur an die über 100 Jahre von 1768 bis 1877 in einem ehemaligen Wohnhaus in der Kiebach- gasse untergebracht gewesene Normal- und Musterhauptschule erinnert einen wesentlichen Fortschritt. In der damals beispielsweise für das Schulhaus am Innsteg gebräuchlichen Bezeichnung,,Schulpalast" spiegelt sich die seinerzeitige Bewertung 346 unverkennbar wider. Das letzte, im Jahre 1941 in Angriff genommene große Doppel- Schulhaus in der Mandelsbergerstraße, konnte weder vollendet noch seinem eigentlichen Zwecke zugeführt werden. Es wird heute von der Besatzungsmacht für Economats de l'Armee verwendet. Im Jahre 1945 wurde im Sieglanger eine Notschulbaracke errichtet. Im Zuge der Instandsetzung und des Umbaues eines bäuerlichen, der Stadt gehörigen Hofes in Igls werden 3 Klassenräume mit den nötigen Neben- räumen gewonnen werden. Von den seit 1905 eingemeindeten 6 Nachbargemeinden übernahm die Stadt 9 Volks- und Hauptschulgebäude. Durch Fliegerangriffe wurden von den insgesamt 19 Schulhäusern 2 schwer, 2 mittelschwer und 9 leicht beschädigt, mit Ausnahme der 2 schwerbeschädigten dienen alle wieder ihrem ursprünglichen Zweck. Das Hauptschulgebäude in der Müllerstraße ist allerdings wegen der not- gedrungenen Aufnahme der Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungs-Anstalt, deren Ge- bäude von den Franzosen als Spital verwendet wird, zur Gänze, das in Hötting, wegen des Platzbedarfs der französischen Schule, in zwei Stockwerken dermalen der Benützung durch städtische Schulen entzogen. In fremden Gebäuden wurden 1945 die Notschule bei den Allerheiligenhöfen und 1946/47 2 Klassen für,,Neu-Arzl" untergebracht. Die Tabellen XVIII/2 B, C, D und E unterrichten über den Besuch der Volks- und Hauptschulen und der Hilfsschule, sie enthalten die Schüler-, Lehrer- und Klassenzahl und, mit einigen Lücken, auch die Zahl der sprengelfremden Kinder. Sank die Zahl der Schulkinder in den städtischen Volks- und Hauptschulen vom Herbst 1933 bis zum Herbst 1937 von rund 5000 auf 4000, stieg sie im Herbst 1938 nach der Eingemeindung von Hötting und Amras und der Aufhebung der Privat- schulen, unvermittelt auf über 6000 und in den nächsten Jahren durch Zuwanderung von Südtirolern und Reichsdeutschen allmählich auf 72 Tausend. Der plötzliche Fall auf 3640 Schüler im Herbst des Jahres 1944 ist auf die seit den Fliegerangriffen im Dezember 1943 eingetretene Abwanderung von rund der Hälfte der Schul- pflichtigen zurückzuführen. Die andere Hälfte der Kinder wurde in Kinderland- Verschickungslagern und in den städtischen Randschulen erfaßt. So wurden in 5 KLV.-Lagern 823 Hauptschüler und -schülerinnen und von den Volksschulkindern der 4. bis 8. Klasse einschließlich der Hilfsschüler 658 in 17 Lagern untergebracht; in der Stadt wurden noch 20 Hauptschüler und in den am Rande der Stadt gelegenen Schulen 2139 Volksschulkinder, vorwiegend aus den unteren Klassen, unterrichtet. Alle übrigen Schulen waren geschlossen. Im Herbst 1945 meldeten sich wieder, wie zu erwarten war, rund 7000 Volks- und Hauptschüler; mit dem Schuljahr 1946/47 stieg ihre Zahl auf die bisher noch nie erreichte Höhe von 8077. Es beginnen sich die an Geburten reichen Jahre von 1939 an auszuwirken. Anstatt 900 bis 1000 Ein- schreibungen in den ersten Volksschulklassen, gab es im Herbst 1946 schon 1886. Ein besonderes Augenmerk wandte die Schulbehörde und die Stadtverwaltung stets der Klassenzahl zu; die Stadt scheute auch in den Zeiten finanzieller Bedrängnis keine Kosten, um durch Vermehrung der gesetzlich nicht notwendigen Klassen die Schülerzahl in den einzelnen Klassen möglichst herabzudrücken. Sie trug beispiels- weise auch ein Zeichen ihrer Schulfreundlichkeit 1934/35 die Kosten von 9 Hauptschulklassen und 8 Volksschulklassen und bestreitet heute freiwillig den Aufwand für 6 Hauptschul- und 17 Volksschulklassen. Hiedurch konnte im Schul- jahr 1934/35 an den Volksschulen ein Klassendurchschnitt von 46, an den Haupt- schulen von 43 Schülern und im Schuljahr 1946/47 ein Durchschnitt von 43, bzw. 37 erzielt werden. Natürlich wiesen einzelne Klassen höhere Schülerzahlen auf, da die Verschiedenheit der Geschlechter und der Altersstufen eine gleichmäßige Verteilung der Schulkinder auf die einzelnen Klassen ausschließt. 347 Beachtung verdienen auch die sprengelfremden Kinder, die sogenannten Fahr- schüler, die täglich von auswärts nach Innsbruck zur Schule kommen. Ihre Zahl schwankte in den letzten 10 Jahren zwischen 420 und 268; im letzten Schuljahr (1946/47) betrug sie 307, eine Schülerzahl, die ein eigenes Schulhaus mittlerer Größe füllen könnte. An der wiedergegebenen Zahlenreihe fällt auf, daß die Zahl der Fahr- schüler nach der Eingemeindung von 6 Nachbargemeinden, aus denen in jedem Jahr rund 200 Schulkinder gekommen waren, nicht nennenswert und nur allmählich zurückgegangen ist. Der Anteil der Volksschüler an der Gesamtzahl, der von jeher geringer als der der Hauptschüler war, ist im Schuljahr 1946/47 mit der Zahl 6 be- deutungslos geworden. Der gesamte Zuschußbedarf für das Schulamt und die städtische Volks- und Hauptschulen betrug im Jahre 1946 S 909390; das einzelne Schulkind kostete der Stadtgemeinde demnach im Durchschnitt S 131. Läßt man den Aufwand für das Schulamt außer Betracht, vermindert sich die Belastung auf rund S 126 pro Kind. In der Tabelle XVIII/2 F und dem zugehörigen Diagramm sind die Lebend- geborenen der einzelnen Jahrgänge den jeweils 6 Jahre später in den ersten Volks- schulklassen eingeschriebenen Schulkindern gegenübergestellt. In erster Linie müßten diese wohl mit den Lebendgeborenen der ortsansässigen Mütter verglichen werden, diese Zahl steht jedoch erst seit 1934 zur Verfügung. Aber selbst die Kurve aller in Innsbruck Geborenen (a 1) verläuft zur Kurve der ersten Schuleintritte (b) bis 1938 nahezu parallel, von 1938 an verliert sich aber mit einem jähen durch die Eingemeindungen verursachten Anstieg auf die Dauer von 6 Jahren jeder Zusammen- hang, sowohl mit der Geburtenkurve a 1 als auch mit der im Jahre 1940 beginnen- den Kurve der Lebendgeborenen der ortsansässigen Mütter (a 2), denn diesen beiden Kurven fehlen in dieser Zeitspanne die in den Nachbargemeinden vor deren Ein- gemeindung geborenen Kinder. Der Zeitraum von 1938-43 scheidet daher für die Betrachtung aus. Von 1944 an zeigt sich wiederum deutlich die Abhängigkeit der Kurve der ersten Schuleintritte von den Geburtenkurven al und a 2. Sie bewegt sich, bedingt durch die Zuwande- rung, knapp über der Geburtenkurve a 2. Man kann daher gleichbleibende Zu- und Abwanderung vorausgesetzt annehmen, daß in den nächsten Jahren die Zahl der in die ersten Klassen eintretenden Schulkinder etwas höher sein wird als die Zahl der Lebendgeborenen der ortsansässigen Mütter des jeweils in Frage kommen- den Jahrganges. Bei dieser Prognose darf nicht übersehen werden, daß heute neben der feststehenden Geburtenzahl eines bestimmten Jahrganges der Wanderungs- bewegung erhöhte Bedeutung zukommt. So wurde im Schuljahr 1947/48 festgestellt, daß unter den Schulkindern der 1. Volksschulklassen nur 77% in Innsbruck geboren und somit mindestens 2612% zugewandert waren. Von den im Jahre 1941 in Innsbruck von den ortsansässigen Müttern Geborenen sind bis zu ihrem 1. Schul- eintritt rund 1/5 abgewandert. Die Wanderungsbewegung, die durch die Gescheh- nisse der letzten Jahre wesentlich beeinflußt war, wird in der Berechnung der Schüler der 1. Klassen bis zu einem gewissen Grad immer eine unbekannte Größe bleiben. Sicherheit hierin schuf nur die seinerzeit von der Adremastelle geführte Jugend- kartei, die gleichzeitig mit dieser Stelle nach dem Zusammenbruch des Reiches aufgelassen wurde. XVIII/3 A. Gewerbliche Berufsschulen Die gewerblichen Berufsschulen, früher Fortbildungsschulen genannt, vermitteln den Lehrlingen während ihrer Lehrzeit eine entsprechende fachliche Fortbildung. Gegenwärtig bestehen in Innsbruck 10 gewerbliche Berufsschulen, die laut Tabelle 348 2600 2400- 2200 19- 2000 1800 1600 1400 1200 1000 b Diagramm Nr. 16 349 800 600 400- 200 Zahl der Lebendgeborenen und der Kinder der 1. Volksschulklassen in Innsbruck 2600 2400 2200 2000 1800 1600 1400 1200 1000 800 600 400 200 Sch 1919 1920 1921 1922 1923 1924 1925 1926 1927 1928 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 1950 1951 1952 Sch 6 1913 1914 1915 1916 1917 1918 1919 1920 1921 1922 1923 1924 1925 1926 1927 1928 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 6 ---Lebendgeburlen insgesamt, Lebendgeborene ortsansässiger Müller, Kinder der 1. Volksschulklassen Sch Schuleintritt, 6-Geburtsjahrgang Sch-Schulein XVIII/3 A im Schuljahr 1946/47 von insgesamt 3230 Schülern und Schülerinnen besucht wurden. Daß von diesen mehr als die Hälfte 1679 nicht in Innsbruck wohnhaft war, ist damit zu erklären, daß in die Sprengel der einzelnen Berufs- schulen auch die Umgebung von Innsbruck einbezogen ist. Bezeichnenderweise übertreffen die Berufsschulen mit dieser Zahl die Gesamtsumme der auswärtigen Schüler aller anderen Schulen zusammengenommen, die nach Tabelle XVIII/2-5 1518 betrug. XVIII/3 B. Schulen für Berufsausbildung Die Anfänge der Bundes-Gewerbeschule reichen zurück in das Jahr 1877; im September desselben Jahres wurde auf Anregung der Regierung eine Zeichen- und Modellierschule in Dreiheiligen errichtet. In Verbindung damit stand eine Lehrwerkstätte für Holzschnitzerei und Kunsttischlerei. In den Jahren 1881-82 baute die Stadtgemeinde das Schulgebäude in der Anichstraße, das die Gewerbe- schule im Oktober 1882 bezog. Die Entwicklung dieser Schule, sowohl in ihrer viel- fältigen Verzweigung in verschiedene Abteilungen als auch in ihrer Besucherzahl, machte im Jahre 1903 und 1907-09 Um- und Neubauten nötig, die die Stadt auf ihre Kosten ausführte. Die Stadtgemeinde hat für die bauliche Instandhaltung des gesamten Gebäudes zu sorgen. Die Bundes-Gewerbeschule gliedert sich heute in eine höhere Abteilung für Hochbau, in eine höhere Abteilung für Elektrotechnik und in fünf Fachschulen für Bildhauer, Dekorationsmaler, Tischler, Maschinen- schlosser und Bauhandwerker. Die Stadtgemeinde trägt die Verpflichtung zur baulichen Einhaltung des Schulgebäudes. Bei einem der Fliegerangriffe wurde das Gebäude mittelschwer beschädigt. Die erforderlichen Wiederherstellungsarbeiten sind im wesentlichen bereits durchgeführt. Die Bundes-Gewerbeschule wurde laut Tabelle XVIII/3 B im Schuljahr 1946/47 von 879 Schülern und 62 Schülerinnen besucht, 89 erhielten das Reifezeugnis. Große Widmungen von Innsbrucker Bürgern ermöglichten im Jahre 1879 die Gründung einer niederen Handelsschule. Sie wurde im Schulgebäude der städtischen Bürgerschule in der Gilmstraße eröffnet und im nächsten Jahr in das Vorderhaus der Innsbrucker Turnhalle in der Fallmerayerstraße verlegt. 1881 erhielt sie das Öffentlichkeitsrecht, wurde 1886 zur Handelsakademie ausgestaltet und über- siedelte 1890 in das Fugger-Reinhardt'sche Haus am Bozner Platz, in welchem bis dorthin die Oberrealschule untergebracht war. In den Jahren 1904-05 errichtete die Stadt mit Mitteln der Sparkasse Innsbruck das neue Handelsakademiegebäude in der Karl-Schönherr-Straße, das die Schule im Jänner 1906 in Verwendung nahm. Im Jahre 1928 wurde die Anstalt verstaatlicht; das Gebäude wurde dem Bunde unentgeltlich in das Eigentum übertragen. Der Stadtgemeinde obliegt es, für die Instandhaltung, Reinigung, Beheizung und Beleuchtung des Schulgebäudes zu sorgen. In die Kosten hiefür teilen sich die Stadt, die Handelskammer und das Land im Verhältnis von 2:2:1. Im Rahmen der Anstalt wird mit demselben Lehr- körper eine kaufmännische Wirtschaftsschule mit 2 Jahrgängen geführt, deren Anfang in einem im Jahre 1905 zur Handelsschule ausgestalteten Handelskurs zu suchen ist. Im Schuljahr 1946/47 wurde die Handelsakademie von 219 Schülern und 125 Schülerinnen, die Wirtschaftsschule von 126 Schülern und 240 Schülerinnen, beide Schulen zusammen also von 710 Schülern und Schülerinnen besucht. Die Bundes-Frauenberufsschule, eine Lehranstalt für gewerbliche und hauswirtschaftliche Frauenberufe, besteht seit 1923; sie ist im ehemaligen Ferrari- Palais untergebracht, das auf Kosten der Stadtgemeinde im Jahre 1926 entsprechend 350 ausgebaut und eingerichtet wurde. Die Anstalt umfaßt eine Fachabteilung für Damenschneiderei und eine Hauswirtschaftsschule, beide mit dreijährigem Lehr- gang, weiters eine Fachabteilung für Gartenbau mit zweijährigem Lehrgang. Die Lehrpersonen sind Bundesangestellte, das Gebäude ist Bundeseigentum, die Stadt- gemeinde hat für die bauliche Einhaltung und die Stromkosten aufzukommen. 298 Schülerinnen frequentierten im Schuljahr 1946/47 die Schule. XVIII/4. Lehrerbildungsanstalten mit Bildungsanstalten für Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen und Handarbeitslehrerinnen An der ehemaligen Muster-Hauptschule in der Kiebachgasse wurde ein Präparan- denkurs geführt, der im Jahre 1849 von 6 Monaten auf ein Jahr und im Jahre 1850 auf 2 Jahre ausgedehnt wurde. Erst im Jahre 1869 erhielt Innsbruck eine staatliche Lehrerbildungsanstalt mit 4 Jahrgängen, gleich einer Obermittelschule. Für diese Anstalt errichtete der Staat in den Jahren 1871-1874 den Pädagogium- Neubau in der Fallmerayerstraße. Mit dem Unterricht wurde im September 1877 begonnen. Da das Gebäude heute noch von der Besatzungsmacht als Krankenhaus verwendet wird, überließ die Stadtgemeinde der Lehrer- und Lehrerinnenbildungs- anstalt das Schulgebäude der städtischen Knaben-Hauptschule in der Müllerstraße vorübergehend zur Benützung. Neben der Heranbildung von Lehrern und Lehrer- innen werden in zweijährigen Lehrgängen Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen und Handarbeitslehrerinnen ausgebildet. Die Gesamtfrequenz der Anstalt betrug im Schuljahr 1946/47 laut Tabelle XVIII/4 636 Schüler und Schülerinnen; 112 legten die Reifeprüfung ab, 40 Kindergärtnerinnen erhielten das Befähigungszeugnis. Der Besuch der Übungsschule, die nach fünfjähriger Unterbrechung seit 1945 wieder im Rahmen der Anstalt geführt wird, ist in der Tabelle XVIII/2 unter den Volks- schulen ausgewiesen. Die katholische Lehrerinnenbildungsanstalt der Barmherzigen Schwestern am Rennweg reicht in das Jahr 1861 zurück, sie erhielt 1911 das Öffentlichkeits- recht, war während der nationalsozialistischen Zeit gesperrt und wird seit 1945 in einem ganz bescheidenen Ausmaß-1945/46 mit einem 4. Jahrgang von 6 Schüler- innen, 1946/47 mit einem 1. Jahrgang von 10 Schülerinnen weitergeführt. Die Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen wurde im Schuljahr 1946/47 von 38 Schüler- innen besucht. XVIII/5. Gymnasien, Oberrealschule und Frauenoberschule Von den Innsbrucker Mittelschulen reicht die Geschichte des Bundes- Gymnasiums am weitesten zurück. Im Jahre 1562 eröffneten die Jesuiten eine Lateinschule, 1603-1606 wurde östlich anstoßend an die Jesuitenkirche ihr Gym- nasium errichtet. Das Revolutionsjahr 1848 brachte die endgültige Beseitigung der Ordensgeistlichen als Lehrpersonen und deren Ersatz durch weltliche Lehrkräfte, vorerst meist weltliche Geistliche. Um die Mitte der 60er Jahre wurde das Gym- nasium verstaatlicht, doch fehlen hierüber genauere Angaben. Im September 1868 übersiedelte die Schule in das Theresianum; dortselbst verblieb sie bis zur Voll- endung des vom Staate errichteten Neubaues im aufgelassenen botanischen Garten. Im Herbst 1910 fand die Eröffnung des neuen Hauses statt. Der wachsende Zustrom von Schülern, wohl auch die parallele Führung des neuen Mittelschultyps des Realgymnasiums seit dem Schuljahr 1919/20 machten schon in den Jahren 1927 und 1928 Zubauten notwendig. Bei dem ersten Fliegerangriff am 15. Dezember 1943 351 erlitt das Gebäude einen 7%igen Schaden. Im Schuljahr 1946/47 wurde die Anstalt von 635 Schülern besucht, außerdem nahmen an 2 Reifeprüfungslehrgängen 76 Heim- kehrer teil. Die Zahl der Maturanten betrug 115. Der Anfang der Bundes-Oberrealschule fällt auf das Jahr 1850. Damals wurde die 4. Klasse der Muster-Hauptschule in der Kiebachgasse zu einer Unter- realschule mit 2 Jahrgängen ausgestaltet. Die neue Schule übersiedelte 1853 als selbständige Anstalt in das Goldene Dachl-Gebäude und 1854 in das Fugger-Rein- hardt'sche Haus am Bozner Platz 8. 1855 wurde sie zur Oberrealschule erweitert. Im Herbst 1890 bezog sie das städtische Haus am Adolf-Pichler-Platz. In die Kosten der Oberrealschule teilen sich nach der Intention eines alten Übereinkommens aus dem Jahre 1851 Staat und Stadt, und zwar stellt der Staat den Lehrkörper bei, während die Stadt für die Unterbringung und den Sachaufwand zu sorgen hat. Die Schule besuchten im Schuljahr 1946/47 605 Schüler, darunter 23 Mädchen. Die Matura bestanden 52 Schüler und 5 Schülerinnen. Das städtische Mädchen-Realgymnasium entwickelte sich aus einer städti- schen höheren Töchterschule, einem späteren Mädchenlyzeum. Im Jahre 1910 wurde mit dem ersten Kurs dieser Anstalt die Umgestaltung zu einem Mädchen-Real- gymnasium begonnen. Das Schulhaus in der Sillgasse war von der Stadtgemeinde in den Jahren 1896-97 erbaut und von der höheren Töchterschule 1898 bezogen worden. Auch bei dieser Schule werden die Kosten, ähnlich wie bei der Oberreal- schule, vom Staat und von der Stadt getragen. Demnächst wird auch die Bezeichnung in,,Bundes-Mädchen-Realgymnasium" geändert werden. Solange das Schulgebäude - auch eine Kriegsfolge von der Postverwaltung besetzt ist, muß das Mädchen- Realgymnasium in halbtägigem Unterricht gemeinsam mit der Oberrealschule das alte Schulgebäude am Adolf-Pichler-Platz benützen. Die Mädchen-Mittelschule der Frauen Ursulinen geht zurück auf das im Jahre 1904 gegründete Lyzeum, das von 1912 an als Realgymnasium, von 1921 an als Frauen-Oberschule geführt wurde. Diese Oberschule wurde, wie alle Schulen der Ursulinen, am 20. Juli 1938 geschlossen und im Schuljahr 1945/46 wieder er- öffnet. Im Schuljahr 1946/47 zählte diese Mittelschule 227 Schülerinnen. Über sämtliche Innsbrucker Schulen, mit Ausnahme der gewerblichen Berufs- schulen, wird in der Tabelle XVIII/2-5 eine Übersicht gegeben. Darnach wurden im Schuljahr 1946/47 12735 Schüler und Schülerinnen in 43 Anstalten und 347 Klas- sen, bzw. Lehrgängen, von 475 vollbeschäftigten und 66 nicht vollbeschäftigten Lehrkräften unterrichtet. 1518 Schüler und Schülerinnen wohnten nicht in Innsbruck, 465 beendeten ihre Studien mit der Ablegung der Reifeprüfung. XVIII/6. Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Gründer der Universität ist Leopold I. Als Gründungsjahr wird das Jahr 1669 angesehen. 1772 wurde die Universität im Zuge josephinischer Reformen Lyzeum. Leopold II. erhob es 1791 wieder zur Universität. Unter der Herrschaft Bayerns wiederholte sich 1810 dieselbe Degradierung wie unter Joseph II. Franz I. stellte 1826 zum zweiten Male den Hochschulcharakter wieder her. Von da an führte die Universität neben dem Namen des Gründers Leopold auch den Namen ihres zweiten Wiederherstellers Franz. In der nationalsozialistischen Zeit hieß die Schule Alpen- Universität; heute trägt sie wieder den alten Namen. Ursprünglich war die Hochschule außerhalb der Stadtmauern Innsbrucks in dem zur Hofburg gehörigen sogenannten Neugebäude in der Herrengasse untergebracht. 1776 übersiedelte sie in das Heim des damals aufgehobenen Jesuitenordens, heute 352 die,,Alte Universität". Ein Jahrhundert später sprengte vorwiegend die Ent- wicklung der medizinischen Wissenschaft den gegebenen Rahmen. Die Stadt baute gegen Ende der 80er Jahre Eröffnung 1889 das Krankenhaus mit separaten Blocks für die einzelnen Kliniken, der Staat die nötigen Institute; so entstand 1882 das pathologische, 1889 das anatomische, 1901 das chemisch-pharmakologische und 1904 das physiologisch-hygienisch-physikalische Institut. 1913 wurde in dem auf Höttinger Gelände 1909 angelegten neuen botanischen Garten das botanische Institut errichtet. Das neue Hauptgebäude am Innrain, die,,Neue Universität", wurde 1923/24 bezogen. In unmittelbarer Nähe erhielt auch die Universitäts- Bibliothek ein neues, allen Anforderungen entsprechendes Haus. Das alte Universi- tätsgebäude und die alte Universitäts-Bibliothek wurden der theologischen Fakultät und einigen naturwissenschaftlichen Instituten überlassen. Im Wintersemester 1946/47 waren an der Universität 149 Lehrpersonen, darunter 69 Professoren, tätig; die genauere Gliederung ist in der Tabelle XVIII/6 A enthalten. Nach dem ersten Weltkrieg besuchten die Universität rund 1600 Hörer, im Wintersemester 1946/47 betrug ihre Zahl mehr als das 212fache: 4180 (Tabelle XVIII/6 B). Die Lehrsäle sind überfüllt, der Lehrbetrieb ist erschwert. Der Zudrang gilt besonders den philosophischen und naturwissenschaftlichen, den rechts- und staatswissenschaftlichen Studien und dem Medizinstudium. Die Frequenz der theologischen Fakultät ist bedeutend zurückgegangen (Tabelle XVIII/6 C). Unter der ordentlichen Hörerschaft waren 837 Hörerinnen (21.22%). Das Statistische Zentralamt wies an ordentlichen Hörerinnen an allen Universitäten Österreichs für 1937/38 22.32%, für 1945/46 35.54% aus; die Zahl der weiblichen Studierenden in Innsbruck ist demnach verhältnismäßig niedrig. Die Summe der Ausländer betrug 19.98% aller Hörer. Das Verhältnis der Zahl der Inländer zu der der Ausländer ist somit 4:1. An allen Hochschulen Österreichs war es 1937/38 7:1, 1945/46 3:1. Die slawischen Länder stellen zusammen das größte Kontingent (Tabelle XVIII/6 D). Über die Religionszugehörigkeit endlich gibt die Tabelle XVIII/6 E Aufschluß. Auffallend ist das fast völlige Fehlen der Israeliten und der Prozentsatz der Bekennt- nislosen; an den österreichischen Hochschulen waren 1937/38 10.67% Israeliten immatrikuliert, der Prozentsatz der Bekenntnislosen betrug 0.7. Die nachstehende kleine Übersichtstabelle rundet das Bild über die Hörerschaft an der Universität Innsbruck ab. davon Wintersemester 1946/47 Zahl Männer Frauen Zahl % Zahl % Gesamt hörerschaft 4180 3283 78.54 897 21.46 Ordentliche Hörer 3944 3107 78.78 837 21.22 Außerordentliche Hörer u. Gasthörer 2361) 176 74.58 60 25.42 Inländer 3345 2666 79.71 679 20.29 Ausländer 835¹) 617 73.90 218 26.10 1) Von der Gesamthörerschaft beträgt der Hundertsatz der außerordentlichen Hörer und Gasthörer 5.65, der Ausländer 19.98. 23 353 XVIII/7. Städtische Musikschule (Konservatorium) Im Jahre 1787 wurde in Innsbruck ein geselliger Verein gegründet, das sogenannte ,,Kasino", das neben schöngeistiger Unterhaltung Kammermusik pflegte und Konzerte veranstaltete. Im Jahre 1812 führte die bayrische Regierung für die Schüler des damaligen Lyzeums (Universität) und des Gymnasiums Musikunterricht ein. Die Studierenden wurden von einem Benediktiner aus Fiecht in Gesang unter- richtet und zu Chor- und Orchesterübungen vereinigt. Sie wirkten beim akademischen Gottesdienst mit und gaben Konzerte. Ihre Erfolge reiften den Gedanken, alle geeigneten Kräfte Innsbrucks zu einem Orchester zu vereinigen und eine öffentliche, allgemein zugängliche Musikschule zu gründen. So ging aus dem Kasino 1818 der Musikverein als,,Verein zur Beförderung der Tonkunst" und im Herbst desselben Jahres aus der Schule des Benediktiners die Musikschule hervor. Anfänglich unter- schied man an dieser Schule zwischen niederem und höherem Unterricht; zum nie- deren Unterricht zählten die grundlegenden allgemeinen Kenntnisse der Musik und die Gesanglehre. Die Teilnahme am höheren Unterricht wurde erst nach erlangter Fertigkeit in Gesang gestattet. Im ersten Schuljahre waren 68 Schüler für Gesang, Klavier, Violine, Cello und einige Blasinstrumente eingeschrieben. Im Laufe der Zeit errangen der Musikverein und seine Schule, finanziell unterstützt von der Stadtgemeinde und vom Staat, unter Führung hervorragender Männer eine dominierende Stellung im Musikleben der Stadt und des Landes. Orchester und Chor wurden in jahrelanger, zielbewußter Arbeit zur Aufführung schwieriger Werke befähigt, der Unterricht an der Schule wurde nach einheitlichen und neu- zeitlichen Grundsätzen gestaltet. Die Konzerte fanden ursprünglich im Redouten- saal, später in den Stadtsälen statt. Der Unterricht wurde in den Räumen der alten Universität, des alten Gymnasiums und des alten Rathauses oft unter ungünstigen Verhältnissen erteilt. In den Jahren 1911/12 gelang es endlich dem Verein mit Unterstützung des Landes, der Stadtgemeinde und der Innsbrucker Sparkasse, ein eigenes Schulgebäude mit einem Konzertsaal und einem Probesaal zu erbauen. Am 16. April 1912 fand die feierliche Eröffnung statt. Mit dem eigenen Heim waren viele Hemmnisse im Schulbetrieb beseitigt, dem Aufstieg der Schule stand nichts mehr im Wege. Ihre Leistungsfähigkeit wurde vom Bundesministerium am 28. Juni 1934 durch die Zuerkennung der Bezeichnung Konservatorium anerkannt. Im nationalsozialistischen Staate war Musik Propagandamittel und Mittel zur Gemeinschaftserziehung. Die breite Masse, insbesondere die Jugend, mußte erfaßt und unterrichtet, das gemeinschaftliche Musizieren, Gesang und Tanz und die hiefür geeigneten Instrumente sollten gepflegt werden. Diese Aufgabe verlangte eine kost- spielige Erweiterung des Lehrplanes. Mit Beginn des Schuljahres 1938/39 übernahm die Stadtgemeinde die Führung der Musikschule. Sie wurde zuerst als,, Gau-Musik- schule", dann etwas vorsichtiger als ,,Musikschule der Gauhauptstadt Inns- bruck" bezeichnet. Um der neuen Aufgabe gerecht zu werden, wurde dem Konser- vatorium eine,,Musikschule für Jugend und Volk" angegliedert, die im Schuljahr 1941/42 zur,,Jugend-Musikschule" wurde. Im darauffolgenden Jahr wurde auch diese durch den grundlegenden Neuaufbau der gesamten Musikschule entbehrlich. Die Schule hatte in ihrer letzten Entwicklung folgende Gliederung: I. Vorbe- reitender Gemeinschaftsunterricht (Gruppenunterricht in Rhythmik, Singen und Blockflöte), II. Unterstufe (Grundschule), III. Mittelstufe (Fortbildung), IV. Ober- stufe (Reifeausbildung), V. Sonderausbildung (Seminar für Musikerzieher, Opern- und Schauspielschule), VI. Kurse. Die II., III. und IV. Stufe gliederte sich in Unter- richt für Klavier und Orchesterinstrumente einerseits und für Volksinstrumente 354 anderseits und in eine Volks-Singschule. In die Mittelstufe fiel auch die Ausbildung des Bann-Orchesters, des Spielmannszuges, des Fanfarenzuges sowie der HJ.- und BDM.-Singschar. Zur Führung der Schule durch die Stadtgemeinde kam im Jahre 1939 im Einverständnis mit dem Musikverein die Verwaltung des Gebäudes und übrigen Vermögens hinzu. Nach Löschung des Vereines gemäß einer Verordnung des Reichsstatthalters in Tirol vom 15. Jänner 1941 erwarb die Stadtgemeinde das Eigentum an der Liegenschaft. Die Lehrkräfte waren mit 1. 4. 1940 in den städtischen Dienst übernommen worden. Nach den ersten beiden verlustreichen Fliegerangriffen im Dezember 1943 wurden die meisten Schulen in die nähere oder weitere Umgebung von Innsbruck verlagert. Auch der Großteil der Lehrkräfte der Musikschule und die Schüler des Seminars wurden im März 1944 mit den wertvollsten Instrumenten und dem wichtigsten Notenmaterial nach Seefeld gebracht. Einige ältere Lehrkräfte blieben in Innsbruck und unterrichteten entweder in ihrer Wohnung oder im Keller der Schule das Haus war inzwischen vom Polizeidirektor beschlagnahmt worden die wenigen noch in Innsbruck verbliebenen Schüler. Im Herbst 1944 wurden überdies die meisten Lehrer einschließlich des Direktors zum Wehrdienst einberufen und die jüngeren Lehrerinnen im Rathaus eingesetzt. Unter diesen Umständen war naturgemäß nicht daran zu denken, den ursprünglich so weit gesteckten Zielen näher zu kommen. Aus den Experimenten während der nationalsozialistischen Zeit wird sich die Überzeugung gefestigt haben, daß für jeden Musikschüler neben seinem Spezialfach eine lebendige, allgemein-musikalische Ausbildung unerläßlich ist, eine Auffassung, die in den Anfängen der Musikschule unbestritten war. Im Herbst 1945 wurde der Unterricht wieder aufgenommen. Heute zeigt die Schule folgende Gliederung: I. Anfänger und Unterstufe, II. Oberstufe, III. Ausbildungs- stufe. Die statistischen Ausweise der Musikschule, die der Tabelle XVIII/7 zu Grunde liegen, zeigen die Eigentümlichkeit, daß wohl die Lehrkräfte nach Köpfen, die Schüler aber nach den von ihnen belegten Fächern gezählt sind. Da ein Teil der Instrumentalschüler auch in Musiktheorie unterrichtet wird, ist er doppelt gezählt. Eine Erhebung zu Beginn des Schuljahres 1947/48 ergab eine Kopfzahl von 549 Schülern gegenüber 647 in den einzelnen Fächern eingeschriebenen Schülern; der Unterschied ist 98, das sind 15% der größeren Zahl. Zur annähernden Feststellung der Kopfzahl der Schüler aus der Tabelle sind die Gesamtsummen der Konser- vatoriumsschüler um rund 15% zu vermindern. Die Musikschule wurde also in den beiden letzten Schuljahren von rund 550 Schülern besucht, deren überwiegende Mehrheit wie immer Klavier- und Violinschüler waren. Die beiden Geschlechter hielten sich nahezu die Waage; von der angegebenen Summe von 549 z. B. entfielen 265 auf Schüler, 284 auf Schülerinnen. XVIII/8. Stadtbücherei Innsbruck Mit einem entsprechend ausgewählten Bestand aus der im Jahre 1889 gegründeten Freien Volksbibliothek, eröffnete die Stadtgemeinde am 31. März 1941 mit 6477 Bän- den die städtische Volksbücherei. Nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen wurde sie im Mai 1945 gesperrt. Der seit 1941 auf 14435 angewachsene Bücherbestand wurde unter Kontrolle der Besatzungsmächte einer neuerlichen Auswahl unterzogen. Mit 7556 Büchern wurde die Stadtbücherei am 9. September 1946 neuerlich eröffnet. Der Zuwachs bis Ende Dezember 1946 betrug 296 Bücher. 23* 355 Wie die Tabelle XVIII/8 A zeigt, entfallen von dem mit Dezember erreichten Stand von 7852 Büchern, 4028 auf schöne Literatur, 3240 auf belehrende Literatur, 584 auf Jugendschriften. Von den 7852 Büchern waren 2485 (38%) Mehrstücke. Die Zahl der Leser war 1043. Es meldeten sich im September 539, im Oktober 238, im November 165 und im Dezember 101. Die 10479 Entleihungen verteilten sich mit 6592 auf schöne Literatur, mit 3302 auf belehrende Literatur und mit 585 auf Jugendschriften. Von ihrer Gesamtsumme entfielen auf September 1268, auf Oktober 3014, auf November 3317 und auf De- zember 2880. Die größte Nachfrage war nach Romanen, Reisebeschreibungen und Jugendschriften (6185, 1108, 585), die geringste nach Büchern über Religion, Sozialpolitik und Weltkrieg (14, 5, 1). Die in der Tabelle für 1946 und für 1941/42-dem Eröffnungsjahr der Bücherei - enthaltenen absoluten Zahlen und Hundertsätze sind einander ziemlich ähnlich; bei dem Vergleich der Leser und Entleihungen ist zu beachten, daß die für 1946 angegebenen absoluten Zahlen nur 4 Monate betreffen und daher mit 3 zu multi- plizieren sind. Die Tabelle XVIII/8 B gliedert die Leser, die Entleiher und die Benützer der 3 Buchgruppen: schöne Literatur, belehrende Literatur und Jugendschriften, nach Männern, Frauen, männlichen und weiblichen Jugendlichen; weiters wird gezeigt, welchen Berufsgruppen die erwachsenen Entleiher angehören. Die Zahl der erwachsenen Leserinnen übertrifft die der erwachsenen Leser, während die weiblichen Jugendlichen den männlichen sowohl an Zahl, als auch an Ent- leihungen nachstehen. Die schöne Literatur wird von allen bevorzugt. Auffallend ist, daß die Jugend- schriften mehr von Erwachsenen als von Jugendlichen selbst verlangt werden; die Eltern werden in vielen Fällen die Bücher für ihre Kinder entleihen. Die größte An- zahl von Entleihungen fällt bei den Männern auf die Berufsgruppe der Akademiker und Lehrer, bei den Frauen auf die Hausfrauen. Bei der kurzen Beobachtungsfrist von 4 Monaten wäre es verfrüht, die gewonnenen Zahlen mit den Meßzahlen voll ausgebauter Volksbüchereien nach den verschieden- sten Gesichtspunkten vergleichen und daraus Schlüsse ziehen zu wollen; unstreitig ist, daß die Zahl der Bände und die der Bücherei zur Verfügung stehende Raum- fläche von 145 m² im Verhältnis zur Einwohnerzahl Innsbrucks zu klein sind, denn bei 100000 Einwohnern rechnet man unter günstigen Verhältnissen mit 20000 Bänden und 600 m2, wobei man im Jahre einen Leserstand von 4000 erwartet. Die Stadtbücherei Innsbruck steht eben nach 5 Jahren zum zweiten Male am Anfang ihres Aufbaues. XVIII/9. Museen Die Museen in Innsbruck hatten ihre Sammlungen während des letzten Krieges rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum und das Berg-Isel-Museum erlitten durch Bombentreffer,,mittleren" Schaden; der Eingang des Volkskunstmuseums wurde stark mitgenommen, der Gesamtschaden des Hauses aber nur mit 2% klassifiziert. Das Schloß Ambras und das dort unter- gebrachte Kaiserschützenmuseum blieben verschont. Keines der Museen konnte bis heute wiedereröffnet werden. Nur das Ferdinandeum bietet seit September 1945 im wiederhergestellten Rundsaal des Erdgeschosses gelegentliche Sonderausstel- lungen. Das Volkskunstmuseum dürfte als erstes, wenigstens in einem Teil seiner Räume, wieder dauernd zugänglich werden. Die Stuben, die abgebrochen und ver- lagert worden waren, sind bereits wieder aufgestellt. 356 In der Tabelle XVIII/9 werden über die Frequenz des Ferdinandeums und des Volkskunstmuseums in früheren Jahren und über den Besuch der erwähnten Sonder- ausstellungen einige Zahlen geboten. Auffallend ist, daß die 7 Sonderausstellungen des Jahres 1946 18700 Besucher anzogen, also trotz des mangelnden Fremden- verkehrs nur um 58 Personen weniger als im Jahre 1939, dem ausgewiesenen besten Jahr. Von diesen Besuchern entfallen ungefähr 10-12% auf Schüler; Führungen waren rund 40. Der Besuch des Volkskunstmuseums von seiner Eröffnung im Jahre 1929 bis Ende 1937 betrug im Jahresdurchschnitt 19000; die Besuchsziffern während der nationalsozialistischen Herrschaft wurden nicht registriert. Über diese beiden Museen seien noch einige Daten angeführt. Das Tiroler Landes- museum Ferdinandeum ist Eigentum des gleichnamigen, im Jahre 1823 gegründeten Vereines. Nach seinem ersten Protektor heißt es durchgängig Ferdinandeum, zuerst mit dem Beisatz,,Tirolisches Nationalmuseum", etwas später,,Tirolisch-vorarl- bergisches Nationalmuseum". Frühzeitig findet sich an Stelle der Bezeichnung ,,Nationalmuseum",,Landesmuseum". Die Beifügung,,vorarlbergisches" entfiel, als sich die Tätigkeit des Ferdinandeums nach der Gründung des Vorarlberger Landesmuseums im Jahre 1858 auf tirolisches Gebiet beschränkte. Die Sammlungen waren ursprünglich im Stift Wilten untergebracht und wurden im Jahre 1824 in die alte Universität damals k. k. Lyzealgebäude übertragen, wo sie bis zur Vollendung des in den Jahren 1842-1845 erbauten eigenen, zuerst einstöckigen Museumgebäude, verblieben. In den Jahren 1884-86 entstand das zweite Stock- werk, 1909/10 wurde der Ostflügel mit Arkaden angebaut und im Jahre 1928 die nötige Vergrößerung durch den westlichen Flügelbau erzielt. Die Beschädigung des Museumgebäudes geschah bei dem Nachtangriff am 10. 4. 1945; die Kosten des Wiederaufbaues sind nach dem Stande der Löhne und der Preise der Baumaterialien im Juni 1947 auf 500000 Schilling geschätzt. Das Volkskunstmuseum Museum für tirolische Kunst und Gewerbe- wurde am 15. Mai 1929 im ehemaligen Gebäude des Staatsgymnasiums (Theresianum, ,,Neues Stift") eröffnet. Die Sammlungen sind Eigentum des Landes Tirol; das Gebäude überließ der Staat dem Land auf 99 Jahre zur Benützung. Die Beschädigung des Hauses ereignete sich beim Angriff der amerikanischen Flieger vom 15. De- zember 1944. XVIII/10. Theater, Konzerte, Lichtspiele Unter den Bühnen Innsbrucks nimmt naturgemäß das,,Landestheater" die erste Stelle ein. Das Gebäude wurde in den Jahren 1844 46 auf Kosten des Ärars von den italienischen Baumeistern Paolo Vanotti und Guiseppe Lazaris nach den Plänen des Architekten Guiseppe Segusini an Stelle des von Erzherzog Ferdinand Karl im Jahre 1653 gebauten Kommödienhauses errichtet; am 19. April 1846 fand die erste Vorstellung im neuen Hause statt. Im Juli 1885 bot es das Finanzministerium der Stadtgemeinde zur unentgeltlichen Übernahme an, unter der Bedingung, daß es seinem Zwecke erhalten bleibe und von der Stadt in gleicher Weise weitergeführt werde, wie dies bisher seitens des k. k. Ärares der Fall war. Der Gemeinderat nahm am 31. Juli 1885 das Angebot an. Zur tatsächlichen Übernahme kam es aber wegen der langwierigen Verhandlungen mit der Finanzbehörde erst am 5. Oktober 1886. Einige Tage vorher am 30. September war die Bühne, die unter Kaiser Josef als,,K. k. Hof- und Nationaltheater", später als,,K. k. und Nationaltheater" oder auch kurz,,K. k. Nationaltheater" bezeichnet wurde, als ,,Innsbrucker Stadt- theater" feierlich eröffnet worden. Seither wurden an dem Hause verschiedene 357 bauliche Verbesserungen vorgenommen, von denen der Umbau der Bühne im Jahre 1926 die bedeutendste war. Das Bühnenhaus mißt nun 21 m in der Höhe, 25 m in der Breite und 16 m in der Tiefe. Diese Ausmaße machten den Einbau eines Rund- horizontes möglich. Den Betrieb der Bühne führte die Stadtgemeinde nie in eigener Regie. Sie ver- pachtete das Theater an Unternehmer, wie dies seit dem Erlöschen des Glanzes des Innsbrucker Hofes längst üblich geworden war. Von 1886 bis 1939 versuchten 20 Pächter ihr Glück, dreimal wurde das Theater notgedrungen dem Personal als Betriebsgemeinschaft für kurze Zeit überlassen. Nur drei bis vier von diesen Pächtern konnten sich länger halten. In Rückschau auf diese Zeit spricht Dr. Lederer in einem seiner bekannten Aufsätze über das Stadttheater statt von einer Geschichte von einer Leidensgeschichte des Theaters; er erinnerte aber daran, daß es in der Bieder- meierzeit, als Innsbruck wenig über 10000 Einwohner zählte, einer Frau gelang, bei der Theatertreue des Publikums sich zuerst 7 und dann 10 Jahre zu behaupten und trotz der Pflege des Schauspieles und der Oper die finanzielle Gebarung im Gleichgewicht zu halten, was bis heute wenigen männlichen Leitern dieser Bühne gelungen ist. Die Leistungen, die die Stadtgemeinde zur Erhaltung des Theaters auf sich nahm, bestanden im wesentlichen in der Beistellung und Erhaltung des spielfertigen Hauses, in der Bezahlung des Orchesters und in Subventionen. Am 1. September 1939 über- ließ die Stadtgemeinde das Theater dem Land Tirol zur Fortführung des Betriebes. Von da ab führte das Land die Bühne in eigener Regie. Die Bühne nannte sich zuerst,,Tiroler Landestheater", von 1942 an,,Reichsgautheater". Die Belastung, die der Gemeinde aus diesem Vertragsverhältnis erwuchs, erreichte im Jahre 1943 331710 Reichsmark, für Innsbruck eine ungewohnte Höhe, aber gemessen an dem, was sich bedeutendere reichsdeutsche Städte Theater und Orchester kosten ließen, nicht über dem Durchschnitt (Tabellen XVIII/10 B und C). Nach dem Zusammenbruch Deutschlands schlossen sich die Stadt und das Land zu einer Theatergemeinschaft zusammen. Die grundlegende Vereinbarung ist vom 1. April 1947 datiert, aber rückwirkend bis zum 4. Mai 1945 rechtswirksam. Das Theater wird von der Gemeinschaft unter dem Titel,,Landestheater" geführt, die finanziellen Bedürfnisse des Betriebes sind grundsätzlich aus den erzielten Einnahmen zu decken. Abgänge belasten das Land mit 60, die Stadt mit 40%. Der Vertrag ist bis zum Jahre 1951 unkündbar. Der Besuch des Landestheaters war in den Spieljahren 1945/46 und 1946/47, wie überhaupt der Besuch aller kulturellen Veranstaltungen nach dem Kriege, auffallend günstig. Zu den 380 Vorstellungen des Spieljahres 1946/47 wurden laut Tabelle XVIII/10 A 233363 Karten gelöst. Der Prozentsatz der verkauften Plätze war im Durchschnitt 69, ein Prozentsatz, der sich jenen in der Tabelle XVIII/10 C durchaus angemessen einfügt. Über die Zahl der Veranstaltungen und der Besucher der übrigen Bühnen in Inns- bruck im Kalenderjahr 1946 gibt die Tabelle XVIII/10 D Aufschluß. Zwei dieser Bühnen, die,,Tiroler Heimatbühne" und die,,Jugendbühne Innsbruck", übertrafen im Prozentsatz der Platzausnützung sogar das gut besuchte Landestheater. Aber nicht nur die Theater, sondern auch die Konzertsäle erfreuten sich gleich nach dem Zusammenbruch eines glänzenden Besuches. Die Hauptstätte aller größeren Konzertveranstaltungen war seit Dezennien der große Stadtsaal mit 847 Sitzplätzen. Nach seiner Zerstörung gegen Ende des Krieges traten an seine Stelle der Riesensaal in der Hofburg und der Bibliotheksaal in der alten Universität, stimmungsvolle kleinere Säle, die vielleicht eine Vertiefung des Kunstgenusses für den Besucher, 358 aber die Notwendigkeit von Wiederholungen der Konzerte mit demselben Programm für den Veranstalter mit sich brachten. Gegen Ende der Konzertsaison im Juni 1947 fanden 3 Aufführungen von Beethovens IX. Symphonie ausnahmsweise in der Hofkirche statt. Kleinere musikalische Aufführungen, insbesondere Kammer- musik- und Solistenabende, wurden nach wie vor im,,Musikvereinssaal", dem Konzertsaal der Städtischen Musikschule, veranstaltet. Über Zahl und Besuch der Konzerte im Kalenderjahr 1946 unterrichtet gleichfalls die Tabelle XVIII/10 D. Als Veranstalter tritt heute neben der bekannten Konzert- unternehmung Johann Groß auch die Stadt Innsbruck auf. Als Nachfolgerin des aufgelösten Musikvereines sorgt sie nicht nur für die Fortführung der Musikschule, sondern auch für den Bestand und die Betätigung des Orchesters und das Auftreten einzelner hervorragender Mitglieder desselben in den,,Konzerten der Stadt Inns- bruck". Das Orchester wurde 1893 ins Leben gerufen, mit der anfänglich begrenzten Aufgabe, die Veranstaltungen der 1. Tiroler Landes-Ausstellung durch Musik zu verschönern. Es bewährte sich und ging nicht mehr auseinander. Seine Fremden- und Promenadenkonzerte im Sommer, sowie seine Verwendbarkeit im Theater und in den Konzerten des Musikvereines, führten bald zu einer dauernden Subventio- nierung durch die Stadtgemeinde. Krisen, die ihm wie dem Theater nicht erspart blieben, konnten jedes Mal überwunden werden. Seit 1. 9. 1939 wurde aus dem städtisch unterstützten Orchester, durch Übernahme seiner Mitglieder in den städtischen Dienst, ein städtisches Orchester, das nach Jahresfrist vom Gau über- nommen wurde. Nach dem Zusammenbruch behauptete es seinen Bestand als Arbeitsgemeinschaft, bis es am 1. Juli 1946 von der Stadtgemeinde rückübernommen wurde. Im Rahmen der ,,Konzerte der Stadt Innsbruck" wurden im ersten Spieljahr laut Tabelle XVIII/10 E 30 orchestrale Aufführungen, 6 Kammermusikabende und 2 Sonatenabende gegeben, die von 13495 Personen besucht wurden. Die per- zentuelle Platzausnützung war bei den Aufführungen in der Hofkirche die stärkste, bei den Kammermusik- und Sonatenabenden die schwächste, kam aber im Durch- schnitt dem günstigen Satze des Landestheaters gleich. Das erste ständige Lichtspieltheater in Innsbruck war das ehemalige Kinemato- graphen-Theater beim Grauen Bären. Von den heute noch bestehenden Lichtspiel- theatern ist das Unternehmen,,Zentral-Lichtspiele" im Leitner-Haus, Maria-The- resien-Straße 37, das älteste; es wurde im Oktober 1909 im Hause Maria-Theresien- Straße 10 eröffnet und 1911 an seinen heutigen Platz verlegt. Die Zahl von 5 Licht- spieltheatern und der Fassungsraum von 2667 Personen ist für eine Stadt mit 100000 Einwohnern im Vergleich zu anderen Städten nicht hoch. Der Besuch von 2.2 Millionen im Jahre 1946 aber, wie ihn die Tabelle XVIII/10 D ausweist, ist außerordentlich günstig: 6030 Personen besuchten im Durchschnitt täglich ein Kino und mehr als 22 Besuche entfielen im Jahr auf den Einwohner. F. 359 Katastral- gemeinde Zahl Städtische Kindergärten Bezeichnung 1938/39 Kinder- Abteilungen gärtnerinnen Helferinnen und Kinder- Praktikantin. Knaben Mädchen Zusammen Kinder 1 2 Innsbruck 3 4 Kg. Innrain 57 Kg. Dreiheiligen, Jahnstraße Kg. Erzherzog-Eugen-Straßle Kg. St. Nikolaus, Innstraße 97 Wilten 5 Kg. Leopoldstraße 43 Pradi 6 Kg. Pembaurstraße 20 2332 300 2323 310 224 - 23 27 50 46 50 96 36 9 45 46 30 76 50 57 107 5 5 91 109 200 Hötting Mühlau 7 Kg. Mühlau, Schloßfeld 2 1 1 25 25 50 Insgesamt 7 Städtische Kindergärten 19 19 8 317 307 624 1946/47 1 Kg. Dreiheiligen, Jahnstraße Innsbruck 2 Kg. Schlachthofbl., Erzh.-Eug.-Str. 3 Kg. St. Nikolaus, Innstraße 97 324 4 Wilten Kg. Wilten-West, Speckbacherstr. 34 3 3 5 Kg. Sieglanger 1 1 223 21 324 131 74 171 118 50 Pradl 6 Kg. Pradl, Pembaurstraße 20 5 4 197 Hötting 7 Kg. Hötting-West, Fürstenweg 3 1 1 1 59 Mühlau 8 Kg. Mühlau, Hauptplatz 3 1 1 1 55 Arzl 9 Kg. Arzl, Altes Gemeindehaus 2 2 1 58 Igls 10 Kg. Igls, Villa Rößler 1 1 1 38 Insgesamt 10 Städtische Kindergärten 23 22 20 951 Nach Angaben der Mag.-Abt. II (Schul-, Kultur- und Sportamt). 360 gärten Nichtstädtische Kindergärten Zahl Bezeichnung 2 3 4567 7 Tabelle XVIII/1 Abteilungen Kinder- gärtnerinnen Helferinnen und Praktikantin. Knaben 1938/39 Kg. Aloisia Galli, Museumstraße 11 NSV.-Kg., Museumstraße 17 NSV.-Kg., Elisabethstraße 11 NSV.-Kg., Leopoldstraße 44s NSV.-Kg. Reichenauer Straße 15 Kg. Mariahilf, Kindergartenweg Pfarrkindergarten Hötting 141 2223 Nichtstädtischer Kg., dar. 4 NSV.-Kg. 15 1946/47 11 3 456 Kg. der Kapuziner Kg. d. Ln. B. A. d. Barmh. Schwestern Pfarrkindergarten Wilten-Ost Pfarrkindergarten Pradl Pfarrkindergarten Hötting 6 Pfarrkindergarten St. Georg 121 281 141 2214 Kinder Mädchen Zusammen 11 9 20 60 50 110 13 9 22 21 21 42 3 45 35 80 30 30 60 51 55 106 15 10 231 209 440 3 20 11 2 3 3 3 co.co 3 1 2 22 22 21 222 . . 61 209 120 120 80 87 6 Nichtstädtische Kindergärten 13 13 11 677 361 362 KVSch. = MVSch. = Knabenvolksschule Mädchenvolksschule Tabelle XVIII/2 A Die städtischen Volks- und Hauptschulgebäude in Innsbruck VSch. Volksschule mit gemischten Klassen KHSch. = MHSch. = Knabenhauptschule Mädchenhauptschule Bomben- Bezeichnung der Schule Baujahr beschädigt Verwendung im Schuljahr 1946/47 Von der Stadt erbaut Von der Stadt übernommen bei der im Zahl im Jahre Bezeichnung der Schule Einge- Zahl Jahre meindung von 1 1863/64 KVSch. St. Nikolaus Innstraße 36 2 1868/70 KVSch. Gilmstraße 4 3 1873 MVSch. St. Nikolaus leicht leicht Innallee 3 4 1875 KVSch. Dreiheiligen Gewerbliche Berufsschulen KVSch., Hilfssch. K. u. MVSch. mittelschwer K. u. MVSch. Jahnstraße 5 1 1905 Wilten KVSch. u. KHSch. Leopoldstralle 15, 1891 leicht KVSch. und 2 KHSch. 2 1905 Wilten MVSchulen Fischergasse- Speckbacherstraße, 1901 bedingt total Kindergarten 5 1907/08 MHSch. Wilten Mich.-Gaismayr-Straße 6 6 1909 K.-u. MVSch. Pradl Pradler Platz 8 7 1910 KHSch. Müllerstraße 38 leicht MHSch. schwer leicht Bundes-Lehrer-u. 8 1913/14 KVSch. Haspingerstraße 5 Lehrerinnen- Bildungs-Anstalt mittelschwer K. und MVSch. von Bezeichnung der Schule Baujahr Bomben- beschädigt Verwendung im Schuljahr 1946/47 Von der Stadt erbaut Von der Stadt übernommen bei der im Zahl im Jahre Bezeichnung der Schule Zahl Einge- Jahre meindung 9 1932/33 K. und MHSch. Pradl Pembaurstraße-Gabels- 3) leicht K.- und MVSch. K. und -MHSch. bergerstraße 3 1938 Hötting KVSch. Hötting 4 1938 Schulgasse 4, 1912 Hötting MVSch. Mariahilf leicht K.- und MVSch. 4 Säle Kartenamt K.- und MVSch. Kindergartenweg 3, 1902 5 1938 Hötting K. u. MHSch. Hötting leicht K.- und MHSch. Fürstenweg 3, 1931 6 1938 Mühlau VSch. Mühlau 2 Stockw, franz. Schule VSch. Hauptplatz 3, 1901/02 7 1938 Amras VSch. Amras Nr. 96 1892/93 VSch. 8³) 1940 Arzl VSch. Arzl Nr. 81 (Gemeindehaus) VSch. 10 1941/42 K.- und MVSch. leicht unvollendet Mandelsbergerstraße 12 " 9 1942 Igls VSch. Igls Nr. 60 (Gemeindehaus) Franz. Besatzung Economat d'Arm. VSch. Tabelle XVIII/2 A (Fortsetzung) 1) 1945 Notschulbaracke im Sieglanger, wird als Teil der VSch. in der Haspingerstraße geführt. 1947 werden in Igls im,,Wieserhof" im Zuge größerer Instandsetzungsarbeiten 3 Klassenräume eingebaut werden. 2) 1926 wurde in einem Teil des Sieberer'schen Waisenhauses die MVSch. Dreiheiligen und 1938 auch die MVSch. in der Sillgasse unter- gebracht. Beide Schulen sind jetzt in der Jahnstraße 5. Das Sieberer'sche Waisenhaus dient der Besatzungsmacht. ) 1945 wurden in einer Baracke der Pfarre St. Georg bei den Allerheiligenhöfen eine Notachule und 1946/47 im Landes-Hauptschießstand als Teil der VSch. Arzl 2 Klassen eingerichtet. 363 Schuljahr Gemeinden aus denen d. Kinder kam. Volks- Tabelle XVIII/2 B Schuljahr Besuch der städtischen Volks- und Hauptschulen in den Schuljahren 1933/34-1946/47 Schulkinder Volksschulen Klassen Hauptschulen insgesamt 1933/34 2865 1934/35 2901 1935/36 2820 1936/37 2747 1937/38 2599 1938/39 3644 1939/40 3737 123 1940/41 4658 136 1941/42 4961 142 1942/43 5496 139 1943/44 5679 149 1944/45 2797 1945/46 4465 101 1946/47 5041 120 darunter PORECERERS Hilfsschüler 93 90 90 90 93 97 121 Ninsgesamt 75 6 40 66 5 46 66 5 45 68 5 42 67 5 40 91 5 41 99 6 38 39 123 41 131 40 128 45 31 73 39 110 41 121 43 6666266 dar. Hilfs- schulklassen Klassendurch- CASAS schnitt ohne Hilfsschüler Schulkinder der 1. Klasse Schulkinder Klassen Klassen- durchschnitt Schulkinder Klassen 627 2248 55 651 2030 609 1884 543 1730 478 1659 815 2512 859 2378 951 2238 1013 2149 1014 1911 1101 1861 612 843 30 1408 1680 8599988884 41 5113 130 47 43 4931 113 42 4704 111 42 41 4477 110 43 39 4258 110 65 39 6156 156 65 37 6115 164 38 6896 180 37 7110 181 51 37 7407 182 38 7540 176 28 3640 103 35 6145 158 1627 1828 49 37 6869 170 Tabelle XVIII/2 C Sprengelfremde Kinder an den städtischen Volks-, Hilfs- und Hauptschulen in den Schuljahren 1934/35-1939/40 Knaben Mädchen schule Hilfs- schule Haupt- -nz sammen Volks- schule Hilfs- schule 1934/35 1935/36 1936/37 1937/38 1938/39 3334 33 47 13 152 212 31 4 94 129 341 38 50 12 173 235 26 37 57 14 171 242 28 40 61 11 191 263 36 45 33 186 219 30 1341 83 119 354 88 113 355 107 147 410 170 201 420 1939/40 Haupt- schule 1) Aus den Gemeinden Hötting, Mühlau, Amras, Arzl, Vill und Igls kamen im Schuljahr 1934/35 195, 1935/36 202, 1936/37 191 und 1937/38 207 Kinder. Nach der Eingemeindung der 3 erstgenannten Gemeinden entfielen im Schuljahr 1938/39 auf Arzl, Vill und Igls 124 Kinder. 364 Zusammen¹) Zusammen Kinder Lehrkräfte Volksschulen (einschließlich Hilfsschule und Übungsschule) Schulen, Lehrkräfte, Klassen, Kinder Tabelle XVIII/2 D Schulen Schul- jahr insgesamt dar.Hilfsschulen m. W. m. w. 1940/41 17 1 44 78 1941/42 17 1 35 96 1942/43 16 1 36 96 1943/44 16 1 29 95 91) - 7 43 1944/45 172) 1 11 1945/46 203) 1 32 1946/47 213) 1 39 17 95 4 104 5 4 142 4129 5 2559 Voll- N.-voll-Klassen beschäftigte Lehrkräfte 90622adar. Hilfschulkl. Knaben Kinder darunter in Hilfsschul- klassen Spreng.- fremde Kinder 121 6 2313 2345 123 6 2477 4658 75 61 136 2484 4961 84 58 131 6 2733 2763 5496 80 59 128 6 2810 2869 5679 83 66 50 23 - 1099 1040 2139 361 297 658 15 16 51 Mäd- chen Insgesamt dar. Mädch. 142 20 13 139 25 14 149 26 11 - 31 2607 6 2884 2968 5166 48 53 5852 60 60 101 2 120 6 20 Aus Nachweisungen der Mag.-Abt. II und nach Angaben des Schulinspektors. 1) 9 Schulen am Rande der Stadt. 2) 17 Lager in verschiedenen Ortschaften mit 4-8 Klassen. 3) Darunter: Lehrkräfte Klassen Kinder Ubangs d. Ursulinen Volksschule d. Barmh. Schwestern Insgesamt schule d.B.L. Volksschule u. Ln.-Bild.- Anst. 1945/46 1946/47 1945/46 1946/47 1945/46 1946/47 1945/46 1946/47| voll- beschäftigt m. 4 4 W. 4 4 ++ 5 7 + 10 4 4 6 13 17 nicht voll- beschäftigt m. 1 2 W. 2 1 -- -- 1 1 11 2 3 3 2 Klassen Knaben Mädchen Insgesamt 8 8 6 7 5 6 19 21 126 147 126 147 142 149 232 293 201 222 575 664 268 296 232 293 201 222 701 811 darunter sprengel- fremde Kn. Mäd. 2 4 | | 2 4 365 366 Lehrkräfte Tabelle XVIII/2 E Hauptschulen Schulen, Lehrkräfte, Klassen, Kinder Voll- nicht v. Haupt- schulen beschäftigte Klassen Kinder Knabenkl. Mädchenkl. insgesamt Sprengelfr. Kinder Schuljahr Lehrkräfte 1940/41 1941/42 1942/43 1943/44 1944/45 1945/46 188881 städt. nicht st. m. w. m. w. Klassen Klassen Schüler- innen Klassen Schüler u Schüler- innen nsges. darunter Schüler- 40 48 37 45 32 42 29 47 19 30 7 2) 32 44 2 6 27 1946/47 7 22) 35 45 2 13 28 22 2222222 3 28 1039 31 1199 59 2238 26 970 32 58 829 29 1082 51 1179 2149 383 164 1911 352 158 21 808 27 1053 48 1861 327 172 13 397 17 446 30 843 1059 960 29 32 1022 56 1982 266 1166 60 2225 301 176 151 Aus Nachweisungen der Mag.-Abt. II und nach Angaben des Schulinspektors. 1) In den 5 Kinderlandverschickungslagern (KLV-Lager) Berwang, Obergurgl, St. Anton (Hotel Post und Alpenrose) und Obladis waren rund 44% der Hauptschüler und Haupt- schülerinnen; zu den 12 Knabenklassen und den 377 Schülern ist die 6. Klasse der Knaben- hauptschule Wilten mit 20 Schülern dazugezählt. 2) Hauptschulen der Frauen Ursulinen und der Barmherzigen Schwestern. Lehrkräfte Klassen Hauptschule der Úrsulinen Hauptschule der Barmh. Schwestern insgesamt Kinder 1945/46 1946/47 1945/46 1946/47 1945/46 1946/47 m. vollbeschäftigt W. 4 5 8 8 12 13 nicht voll- beschäftigt m. W. 12 1 1 7 N 2 4 4 11 Mädchenklassen Schülerinnen 3 5 5 6 8 11 127 200 175 197 302 397 dar. sprengelfr. Schülerin. 44 56 2 4 46 60 Tabelle XVIII/2 F Zahl der Lebendgeburten und der Kinder der 1. Volksschulklassen in Innsbruck Lebendgeborene Kinder der 1. Volksschulklassen im Zahl Kalenderjahr darunter von ortsansässigen Müttern im Herbst Zahl des Jahres 1913 2320 1919 823 1914 2282 1920 837 1915 1764 1921 734 1916 1327 1922 633 1917 1213 1923 524 1918 1112 1924 555 1919 1278 1925 631 1920 1389 1926 933 1921 1300 1927 932 1922 1258 1928 822 1923 1150 1929 790 1924 1197 1930 714 1925 1277 1931 705 1926 1191 1932 614 1927 1176 1933 627 1928 1237 1934 651 1929 1275 1935 609 1930 1215 1936 543 1931 1204 1937 478 1932 1155 1938 815 1933 1079 1939 859 1934 998 523 1940 951 1935 1042 568 1941 1013 1936 1040 533 1942 1014 1937 1031 513 1943 1101 1938 1305 640 1944 612 1939 2030 1446 1945 1638 1940 2517 1774 1946 1886 1941 2592 1784 1942 2486 1816 1943 2371 1687 1944 1585 927 1945 1777 1055 1946 2421 1668 367 368 Tabelle XVIII/3 A Schüler davon nicht in Innsbruck wohnhaft insgesamt m. W. zus. m. W. Gewerbliche Berufsschulen (Fortbildungsschulen für Berufsschulpflichtige) Zahl Bezeichnung der gewerblichen Berufsschule Voll- nicht voll- beschäftigte Lehrkräfte Klassen m. W. m. W. Schuljahr 1945/46 10 10 152 15 167 67 6 2 9 1 115460478 3 21 256 331 587 124 165 10 349 349 209 11 98 176 274 49 78 1 17 22 39 3 11 3 51 51 9 15 314 314 208 3 12 169 263 432 50 97 - 2 38 38 13 15 398 1 399 154 5 84 6 100 1842 808 2650 886 357 10 12 34567890 Gewerbliche Berufsschule für das Bau- und Kunstgewerbe Gewerbliche Berufsschule für das Bekleidungs- und Nahrungs- mittelgewerbe Gewerbliche Berufsschule für das Elektrogewerbe Gewerbliche Berufsschule für Friseure 217 Gewerbliche Berufsschule für das Gaststättengewerbe Gewerbliche Berufsschule für das graphische Gewerbe Gewerbliche Berufsschule für das Holzgewerbe 2 Kaufmännische Berufsschule 2 2 Gewerbliche Berufsschule für das Malerhandwerk Gewerbliche Berufsschule für das Metallgewerbe Zusammen 8 8 Schuljahr 1946/47 1 2 mittelgewerbe 5 3461 Gewerbliche Berufsschule für das Elektrogewerbe Gewerbliche Berufsschule für das Bau- und Kunstgewerbe Gewerbliche Berufsschule für das Bekleidungs- und Nahrungs- Gewerbliche Berufsschule für Friseure - 14 - 13 246 14 260 146 10 3 3 1 Gewerbliche Berufsschule für das Gaststättengewerbe 7 8 Gewerbliche Berufsschule für das graphische Gewerbe Gewerbliche Berufsschule für das Holzgewerbe Kaufmännische Berufsschule 2 2 9 10 Gewerbliche Berufsschule für das Malerhandwerk Gewerbliche Berufsschule für das Metallgewerbe Zusammen 11 2125 10 4 26 347 377 724 137 159 4 10 322 322 206 5 1 14 101 170 271 54 71 8 2 18 30 48 5 16 9 3 54 54 10 13 20 451 451 299 3 4 14 150 279 429 43 101 7 2 65 65 17 17 18 604 2 606 404 1 90 9 122 2358 872 3230 1321 358 Angaben der Direktionen der Schulleitungen. 24 Zahl Bezeichnung der Lehranstalt Schulen für Berufsausbildung Voll nicht voll- beschäftigte Lehrkräfte m. w. m. W. Schuljahr 1945/46 Klassen Schüler insgesamt davon nicht in Innsbruck wohnhaft m. W. zus. m. Matu- ranten W. m. W. 52 1 23 612 57 669 9 241 132 373 56 20 9 1 1 9 111 256 367 37 1 23 5 4 13 314 314 - 31 3 55 41 28 90 173 111 5 10 Zusammen 73 32 7 5 45 964 759 1723 96 304 83 5 Bundes-Gewerbeschule Bundes Handelsakademie Bundesstaatliche Kaufmännische Wirtschaftsschule Bundes-Frauenberufsschule 1234 1231 4 369 Bundes-Gewerbeschule Bundes-Handelsakademie Schuljahr 1946/47 54 20 9 1 25 13 - 215 Zusammen 75 34 8 4 Bundesstaatliche Kaufmännische Wirtschaftsschule Bundes-Frauenberufsschule Angaben der Direktionen und Schulleitungen. 12 882 879 62 941 3 85 4 219 125 344 89 48 27 22 126 240 366 67 114 298 298 214 11 57 1224 725 1949 159 376 112 26 Tabelle XVIII/3 B Zu 2. Unter den Maturanten sind im Schuljahr 1945/46 13 Externisten und 3 Externistinnen, im Schuljahr 1946/47 8 Externisten. Zu 2 und 3. Handelsakademie und Wirtschaftsschule haben einen gemeinsamen Lehrkörper. Zu 4. Die Absolventinnen der Hauswirtschaftsschule (3 Jahrgänge) unterziehen sich einer Abschlußprüfung, die Schülerinnen der Fach- abteilung für Damenschneiderei (3 Jahrgänge) erhalten das Abschlußzeugnis (Schneidergehilfe); die Schülerinnen der Fachabteilung für Obst- und Gartenbau (2 Jahrgänge) unterziehen sich der Gehilfenprüfung vor der Zunft. 370 Zahl 1 2 Lehrerbildungsanstalten mit Bildungsanstalten für Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen und Handarbeitslehrerinnen Bezeichnung der Lehranstalt Voll- nicht voll- beschäftigte Lehrkräfte m. W. m. W. Schuljahr 1945/46 Klassen Schüler insgesamt dav. nicht in Innsbruck wohnhaft Matu- ranten m. W. zus. m. W. m. w. 7+9 333 305 638 120 70 60 69 69 4 3 2 56 56 27 1 21 21 3 9 1¹) 6 6 6 1 2 1 17 5 5 131 18 18 333 311 644 120 10 70 60 74 74 21 21 37 60 75 75 3 Bundes-Lehrer- und Lehrerinnenbildungs-Anstalt mit Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen und 22 13 Bildungsanstalt für Handarbeitslehrerinnen Kath. Lehrerinnenbildungs-Anstalt d. Barmh. Schwestern mit Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen Lehrer- und Lehrerinnenbildungs-Anstalten Zusammen Bildungsanstalten f. Kinderg. u. Hortnerinnen Bildungsanstalt für Handarbeitslehrerinnen 23 25 Tabelle XVIII/4 Schuljahr 1946/47 Bundes-Lehrer- und Lehrerinnenbildungs-Anstalt mit 9+9 299 287 586 118 83 57 47 55 1 Bildungsanstalt f. Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen und Bildungsanstalt für Handarbeitslehrerinnen 22 13 8 I 1 40 40 9 10 10 2 Kath. Lehrerinnenbildungs-Anstalt d. Barmh. Schwestern mit Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen 6 13) 10 10 7 1 1 3 2 38 38 10 Lehrer- und Lehrerinnenbildungs-Anstalten Zusammen Bildungsanstalten f. Kinderg. u. Hortnerinnen Bildungsanstalt für Handarbeitslehrerinnen 23 22 2 136 299 297 596 118 90 57 55 78 78 19 10 10 5 Angaben der Direktionen der Anstalten. 1) 4. Jahrgang. 2) 1. Jahrgang. Gymnasien, Oberrealschule und Frauenoberschule Zahl Bezeichnung der Lehranstalt Voll- nicht v.- beschäftigte Lehrkräfte m. w. m. w. Schuljahr 1945/46 Klassen Schüler dav. nicht insgesamt Matu- ranten in Innsbruck wohnhaft m. W. zus. m. W. m. W. 1 Bundes-Gymnasium und Realgymnasium 2 Bundes-Oberrealschule 3 Städtisches Mädchen-Realgymnasium 4 Mittelschule (Frauenoberschule) der Ursulinen 41 22 635 635 162 136 - 3¹) 91¹) 91 26 16 - 18 579 23 602 157 6 40 6 12 13 2 3 19 596 596 198 20 1 - 14 3 136 136 44 62 1214 1969 Zusammen 79 15 8 17 755 319 248 176 26 31) 91¹) 91¹) Schuljahr 1946/47 1 Bundes-Gymnasium und Realgymnasium 41 23 635 635 136 115 - 21) 761) 76) 2 Bundes-Oberrealschule 27 - 2 17 582 23 605 112 4 52 5 3 Städtisches Mädchen-Realgymnasium 9 15 2 4 16 482 482 140 43 4 Mittelschule (Frauenoberschule) der Ursulinen 1 5 4 7 7 227 227 76 63 1217 1949 Zusammen 78 20 8 11 732 248 220 167 48 21) 76¹) 76¹) 371 Angaben der Direktionen der Lehranstalten. ¹) Im Schuljahr 1945/46 wurden 3, im Schuljahr 1946/47 2 Reifeprüfungslehrgänge für Heimkehrer mit 91, bzw. 76 Teilnehmern gehalten. Tabelle XVIII/5 372 Übersicht über Volks- und Hauptschulen, Schulen für Berufsausbildung und Mittelschulen Schulart Schulen Voll- nicht v.- beschäftigte Lehrkräfte m. W. m. w. Schuljahr 1945/46 Klassen Schüler insgesamt m. W. dav. nicht Matu- ranten in Innsbruck wohnhaft insges. insges.dav.w. insg. dav.w. Volksschulen einschließlich der Hilfsschule Hauptschulen Schulen für Berufsausbildung 20 32 95 4 4 129 2559 2607 5166 2 2 9 32 44 2 6 56 960 1022 1982 266 151 4 73 32 7 5 45 964 759 1723 400 304 88 Lehrer- und Lehrerinnenbildungs-Anstalten 2 17 333 311 644 190 70 135 75 10 10 5 Bildungsanstalten f. Kindergärtnerinnen u. Hortnerinnen 2 23 25 5 5 3 74 74 37 Bildungsanstalt für Handarbeitslehrerinnen 1 1 21 21 3 Gymnasium, Realgymnasien, Oberrealschule 4 79 15 8 17 62 1214 755 1969 537 248 202 26 31) 91¹) 91¹) 313 6030 11579 Zusammen 42 239 211 26 37 5549 1395 815 425 106 3¹) 91¹) 91¹) Schuljahr 1946/47 Volksschulen einschließlich der Hilfsschule 21 39 104 Hauptschulen Schulen für Berufsausbildung 4 75 Lehrer- und Lehrerinnenbildungs-Anstalten Bildungsanstalten f. Kindergärtnerinnen u. Hortnerinnen 2 23 Bildungsanstalt für Handarbeitslehrerinnen Gymnasium, Realgymnasien, Oberrealschule 2 1 2101000 9 35 45 2 13 34 22 4 78 20 8 11 434 21 588 9 co 4 142 2884 2968 5852 6 6 60 1059 1166 57 1224 2225 725 1949 301 176 535 376 138 26 19 299 297 596 208 90 112 55 20 3 78 78 19 1 10 10 5 63 1217 732 1949 468 220 215 48 49 21) 76¹) 761) 345 6683 Zusammen 43 250 225 32 34 5976 21) 76¹) 12659 76¹) 1518 892 465 129 Angaben des städtischen Schulamtes und der Direktionen der einzelnen Lehranstalten. 1) Im Schuljahr 1945/46 wurden 3, im Schuljahr 1946/47 2 Reifeprüfungslehrgänge für Heimkehrer mit 91, bzw. 76 Teilnehmern gehalten. Tabelle XVIII/2-5 Leopold-Franzens-Universität Innsbruck A. Lehrpersonen im Sommersemester 1946 Tabelle XVIII/6 A Theol. Lehrpersonen Rechts- u. Staatsw. Med. Philos. Natur- wissensch. Summe Fakultät Ordentliche Professoren 6 6 Außerordentliche Profess. 5 3 Honorarprofessoren I 190 13 832 10 45 6 26 4 Gastprofessoren 1 - 2 Professoren insgesamt 11 11 20 18 17 77 Dozenten 7 2 4 12 4 29 Lehrbeauftragte 3 3 13 12 31 Professoren d. Ruhestand. 5 3 6 4 4 22 Lehrpersonen insgesamt 26 19 30 47 37 159 Lehrpersonen B. Lehrpersonen im Wintersemester 1946/47 Ordentliche Professoren Außerordentliche Profess. Theol. Rechts- u. Staatsw. Natur- Med. Philos. wissensch. Summe Fakultät 6 6 10 5 3 8 11 ☐ 848 9 96 40 3 26 3 Honorarprofessoren Gastprofessoren Professoren insgesamt 11 9 18 Dozenten 7 3 Lehrbeauftragte 3 4 - Professoren d. Ruhestand. 4 1 867 16 15 69 11 4 31 11 12 30 3 4 19 Lehrpersonen insgesamt 25 17 31 41 35 149 Angaben des Rektorates der Universität Innsbruck. 373 374 Tabelle XVIII/6 B Übersicht über die Zahl der Hörer in den Winter-Semestern 1913/14, 1924/25, 1926/27, 1946/47 und in den Sommer-Semestern 1926 und 1946 Winter-S. 13/14 Winter-S. 24/25 Sommer-S. 1926 Winter-S. 26/27 Sommer-S. 1946 Winter-S. 46/47 Fakultät ord. a.o. u. Gast- ord. a.o. u. Gast- a.o. u. ord. ord. Gast- a.o. u. Gast- ord. 8.0. u. Gast- ord. a.o. u. Gast- Hörer Theologische 395 28 357 24 351 23 336 37 145 26 162 38 Rechts- und Staatswissensch. 314 22 356 33 497 12 448 34 1114 41 1241 25 Medizinische 401 19 370 18 400 6 362 8 1075 10 1117 27 Philosophische 176 125 220 189 347 171 378 149 677 61 703 73 Naturwissenschaftliche¹) 749 112 721 73 1286 194 1303 264 1595 212 1524 228 3760 250 3944 236 Zusammen 1480 1567 1807 1752 4010 4180 Die Zahlen über die ersten 4 Semester sind dem Universitätskalender 1927/28 entnommen. 1) Naturwissenschaftliche Fakultät seit 1. 10. 1939. Ordentliche Hörer Hörerschaft im Sommer-Semester 1946 und im Winter-Semester 1946/47 Außerordentliche Hörer Gasthörer Summe Inländer Fakultät Ausländer Inländer Ausländer Inländer Ausländer Hundert- männl. weibl. zus. männl. weibl. zus. männl. weibl. männl. zus. zus. weibl. männl. weibl. zus. männl. weibl. satz zus. männl. weibl. zus. Sommer-Semester 1946 171 171 4.26 1051 11551) 28.81 104 825 1085 27.06 260 1B 408 4 738 18.40 3 330 651 8612) 21.47 210 13 3106 4 ++ 4010 100.00 904 89 56 21 5 10 Theologische 89 56 21 5 Rechts- und 808 207 35 887 227 39 staatswissenschaftliche 79 20 4 669 147 9 Medizinische 856 219 10 187 72 1 2 11 | | 279 111 14 Philosophische 475 202 51 196 91 37 427 125 91 338 Naturwissenschaftliche 577 172 104 89 150 47 13 2272 646 170 17 Zusammen 2884 876 225 612 230 55 74 21 Winter-Semester 1946/47 98 63 32 5 198 Theologische 99 63 32 6 I 200 4.78 1 2 Rechts- und 971 178 22 1 1 1173 1047 194 23 1 1 1266¹) 30.29 staatswissenschaftliche 76 16 1 93 726 144 23 Medizinische 907 210 181 66 324 106 16 Philosophische 518 185 48 194 79 32 393 104 57 Naturwissenschaftliche 568 153 68 175 49 11 1648 14 2246 2 895 25 2 1144 27.37 10 5 1111 249 1 459 1 776 18.57 317 558 7943) 18.99 236 2512 595 127 18 Zusammen 3139 805 171 627 210 44 8 ao ac 27 4 3283 26 35 4 4180 100.00 8 897 Angaben des Rektorates der Universität Innsbruck. 375 Tabelle XVIII/6 C 1) Unter den Hörern der Rechts- und Staatswissenschaften sind im Sommer-Semester 1946 488 (411 Männer, 77 Frauen), im Winter- Semester 1946/47 475 (403 Männer, 72 Frauen) Hörer der Staatswissenschaften. 3) Unter den Hörern der Naturwissenschaften sind im Sommer-Semester 1946 158 (69 Männer, 89 Frauen), im Winter-Semester 1946/47 199 (76 Männer, 123 Frauen) Pharmazeuten. Tabelle XVIII/6 D Staatsangehörigkeit der Hörerschaft im Sommer-Semester 1946 und im Winter-Semester 1946/47 Staat Fakultät natur- Summe theol. jurid. med. philos. wissensch. Sommersemester 1946 Österreich 110 926 866 530 681 3113 Bulgarien 14 3 1 2 20 Deutschland 7 23 40 27 24 121 Estland, Lettl., Litauen 5 26 21 30 16 98 Frankreich 1 - 1 2 Italien 2 2 2 6 Jugoslawien 28 6 25 5 68 Niederlande 2 Polen 11 73 88 60 90 322 Rumänien 1 3 9 3 21 Schweden 1 2 1 4 Schweiz 19 Tschechoslowakei Ungarn 022 1 5 5 30 12 11 12 44 11 7 8 3 31 Sonstige Staaten 2 4 2 1 9 Staatenlos 10 32 25 24 28 119 Ausland zusammen 61 229 219 208 180 897 Insgesamt 171 1155 1085 738 861 4010 Wintersemester 1946/47 Österreich 131 1070 932 576 636 3345 Polen Bulgarien Deutschland Estland, Lettl., Litauen Frankreich Italien Jugoslawien Niederlande Rumänien 3 11 2 B22-28 2 021 13 19 43 19 16 426 1 3 21 19 23 114 23 8 68 1 1 3 2 5 1 10 30 8 29 5 75 1 1 65 81 70 70 299 11 12 5 32 Schweden 3 3 Schweiz Tschechoslowakei Ungarn 22 25 2 1 1 29 3 12 12 12 16 55 12 11 8 10 5 46 Sonstige Staaten 5 2 4 2 13 Staatenlos 15 22 11 18 66 Ausland zusammen 69 196 212 200 158 835 Insgesamt 200 1266 1144 776 794 4180 Angaben des Rektorates der Universität Innsbruck, 376 Glaubensbekenntnis der Hörerschaft. Tabelle XVIII/6 E im Sommer-Semester 1946 und im Winter-Semester 1946/47 Fakultät Glaubensbekenntnis theol. jurid. med. philos. natur- wissen. Summe Hundert- satz Katholiken Römisch-katholisch Griechisch-katholisch Sommersemester 1946 156 898 827 560 632 30831 3313 82.63 15 65 53 30 67 230 Protestanten Evangelisch AB Evangelisch HB 95 116 68 87 3661 374 9.33 2 3 3 8] Andere Christen Altkatholisch 1 6 32 14 26 15 87 40 97 2.42 if Griechisch-orientalisch Christgemeinschaft Israeliten Mohammedaner Bekenntnislose Gottgläubig 3 21 24 0.04 0.09 30 28 12 23 931 220 5.49 Konfessionslos 31 29 30 37 127) Zusammen 171 1155 1085 738 861 4010 100.00 Wintersemester 1946/47 Katholiken Römisch-katholisch 189 997 904 593 603 3286] 3515 84.10 Griechisch-katholisch 10 60 59 42 58 229 Protestanten Evangelisch AB 1 91 108 Evangelisch HB 3 oom 66 69 3 69 Andere Christen Altkatholisch Griechisch-orientalisch Israeliten Mohammedaner 1 37 1811 3351 341 8.16 210 35 5 71 21 111 116 2.77 2 0.04 6 0.14 20 17 57 32 72 8 24 == 11 561 200 4.79 31 144) Zusammen 200 1266 1144 776 794 4180 100.00 Bekenntnislose Gottgläubig Konfessionslos Angaben des Rektorates der Universität Innsbruck. 377 378 Schuljahr Lehrkräfte Fächer Städtische Musikschule (Konservatorium) Zahl der Schüler in den Fächern Instrumente darunter Insges Klavier Geige gesang Solo- Chor Schausp.- Schule Opern- Rhythmik Musik- theorie pädagog. Seminar Musik- Sonstige Fächer u. Kurse ⚫seisu Musikschule für Jugend und, Volk (Jugendmusikschule) Zahl der Schüler 1934/35 26 12 378 212 97 24 - 1935/36 29 15 303 160 85 18 154 I 1 1936/37 37 26 442 191 96 18 135 9 64 1937/38 34 26 397 191 83 19 113 12 38 1938/39 26 22 435 277 98 19 14 56188 417 10 501 9 677 15 564 4 490 Fächer im vorbereit.- Gemeinsch. Unterricht Singschule Instrumen- talschule in der in der 1939/40 53 14 365 242 95 21 6 20 412 17 1004 328 1332 1940/41 48 14 345 221 90 23 2 14 384 22 - 823 429 1252 1941/42 39 14 472 291 128 24 14 1 19 9 2 541 20 44 361 340 745 1942/43 47 14 723 387 163 40 10 17 16 806 - 192 463 ¹) 655 1943/44 1944/45 25 1945/46 26 21 879 412 184 35 14 14 10 952 481 .. 292) 14 533 312 15+14 141 98 22 1946/47 31 17 41 447 286 84 75 75 20 T 35 107 688 I 649 18+-13 Angaben der städtischen Musikschule. 1) Die Instrumentalschüler sind unter den Instrumentalschülern des Konservatoriums ausgewiesen. 2) In den Schuljahren 1945/46 und 1946/47 waren 15, bzw. 18 hauptamtliche und 14, bzw. 13 nebenamtliche Lehrkräfte beschäftigt. TabelleXVIII/7 Stadtbücherei Innsbruck - Bücherbestand, Leser und Ausleihe seit der Eröffnung am 31. 3. 1941 Rechnungsjahr, von 1946 an Kalenderjahr Bücherbestand in absoluten Zahlen und Prozenten Bücherentleihungen in absoluten Zahlen und Prozenten Aktive Insgesamt Literatur Schöne Belehrende Jugend- Leser¹) Literatur schriften Insgesamt Literatur Schöne Belehrende Jugend- Literatur schriften 7482 4062 3116 304 1866 32456 17699 12106 2651 1941/42 (100%) (54.3%) (41.6%) (4.1%) (100%) (54.5%) (37.3%) (8.2%) 10885 5217 5243 425 2943 51292 31070 16794 3428 1942/43 (100%) (47.9%) (48.2%) (3.9%) (100%) (60.6%) (32.7%) (6.7%) 13488 6132 6670 686 3347 54091 34084 16518 1943/44 (100%) (45.5%) (49.4%) (5.1%) (100%) (63.0%) (30.5%) 3489 (6.5%) 14435 6489 7135 1944/45 (100%) (44.9%) (49.5%) 811 (0.6%) 3296 61861 34796 23757 (100%) (56.3%) (38.4%) 3308 (5.3%) 1945/46 Gesperrt am 1. Mai 1945 1946 9. Sept. bis 22. Dez. 7852 (100%) 4028 3240 584 1043 (51.3%) (41.3%) (7.4%) 10479 (100%) 6592 3302 585 (62.3%) (32.1%) (5.6%) 1) Aktiver Leser ist jener, der im Rechnungs-, baw. Kalenderjahr wenigstens einmal ein Buch entlieben hat. 379 Tabelle XVIII/8 A Tabelle XVIII/8 B Zu den Zahlen der Tabelle XVIII/8 A über den Zeitraum vom 9. 9.-22. 12. 1946 1. Leserstand: 447 Männer 43% 526 Frauen 50% 49 Männliche Jugendliche 5% 21 Weibliche Jugendliche 2% 973 Erwachsene 93% 70 Jugendliche 7% 1043 Insgesamt 100% 2. Entleihungen: 4589 Durch Männer 44% 5083 Durch Frauen 48% 618 Durch männl. Jugendliche 6% 189 Durch weibl. Jugendliche 2% 9672 Durch Erwachsene 92% 807 Durch Jugendliche 8% 10479 100% Insgesamt 3. Benützung der Buchgruppen: Schöne Belehrende Jugend- Literatur Literatur schriften Durch Männer 2620 1796 173 Zusammen 4589 Durch Frauen 3653 1223 207 Zusammen 5083 Durch männl. Jugendliche 222 217 179 zusammen 618 Durch weibl. Jugendliche 97 66 26 Zusammen 189 Zusammen 6592 3302 585 zusammen 10479 380 Tabelle XVIII/8 B (Fortsetzung) 4. Verteilung der Entleihungen durch Erwachsene auf die einzelnen Berufsgruppen: a) Männer Durch Arbeiter, untere Angestellte und Beamte Durch selbständige Handwerker, mittlere Angestellte u. Beamte Durch selbständige Kaufleute, höhere Angestellte und leitende Beamte Durch Akademiker und Lehrer 685 Entleihungen 1317 Entleihungen 698 Entleihungen 1889 Entleihungen Insgesamt 4589 Entleihungen b) Frauen Durch Arbeiterinnen 133 Entleihungen Durch erwerbstätige Frauen in mittlerer Stellung Durch Akademikerinnen, Lehrerinnen, soz. Frauenberufe Durch Hausfrauen von Arbeitern und unteren Angestellten und Beamten 1255 Entleihungen 620 Entleihungen 598 Entleihungen Durch Hausfrauen von Kaufleuten, mittleren und höheren An- gestellten, Beamten und Akademikern 2477 Entleihungen Insgesamt 5083 Entleihungen 381 Tabelle XVIII/9 Museen A. Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1. Zahl der Besucher in den Jahren 1935 einschl. 1940 Kalenderjahr Monat 1935 1936 1937 1938 1939 1940 Jänner Februar März April 284 320 212 215 587 331 330 434 352 289 819 674 296 341 507 324 1131 1243 386 403 397 896 843 1002 Mai Juni 382 453 386 908 3690 1053 542 966 818 1323 2326 1391 Juli 1424 2130 1692 2642 5539 2083 August 2615 2528 3084 4267 3752 2378 September 1227 1268 1314 4528 71 2559 Oktober 406 474 389 564 geschl. 1410 November 233 183 223 424 geschl. 624 Dezember 221 158 199 494 geschl. 1672 Zusammen 8346 9658 9573 13874 18758 16420 2. Zahl der Besucher der Sonderausstellungen seit der Wiedereröffnung im September 1945 Monat Ausstellung 1945 Besucher September Oktober November Lois Egg 3030 Paul Oberhammer 2676 Wilhelm Nikolaus Prachensky 2512 Dezember Alte Weihnachtsbilder 2240 Zusammen 10458 1946 Februar Andreas Einberger 2500 März Tiroler Landschaftsmaler 3285 April Martin Häusle 2131 Mai Max Spielmann 2595 Juni November Dezember Zusammen Südtirols Kunstwerke 4490 Albin Egger-Lienz 1939 Johannes Obleitner 1760 18700 Angaben der Museumsleitung B. Tiroler Volkskunstmuseum Zahl der Besucher in den Jahren 1929 einschl. 1937¹) Kalenderjahr Besucher 1929 26346 1930 29644 1931 19116 1932 17969 1933 14300 1934 13555 1935 15864 1936 17220 1937 17662 Angaben der Museumsleitung. 1) Unter der nationalsozialistischen Herrschaft wurden die Besucherziffern nicht registriert. 382 Art der Veranstaltungen Zahl der verfügbaren Plätze Zahl der Aufführungen 1945/46 1946/47 1945/46 1946/47 Das Landestheater in Innsbruck in den Spieljahren 1945/46 und 1946/47 Zahl der Besucher (verkaufte Karten) insgesamt je Vorstellung vom Hundert der verfügbaren Plätze 1945/46 1946/47 1945/46 1946/47 1945/47 1946/47 A. Aufführungen des eigenen Ensembles in Innsbruck 1. Oper 2. Operette 3. Schauspiel 4. Sonstige Aufführungen 893 893 59 94 41721 61679 707 656 79.1 73.4 dar. dar. 116 112 84032 76496 724 683 81.1 76.4 100 100 148 144 88510 77406 598 537 66.9 60.2 Stehpl. Stehpl. 21 23 13291 14193 633 617 70.8 69.1 Zusammen 893 893 344 373 227 554 229 774 661 616 74.1 69.0 32 7 18362 3589 574 513 64.2 57.4 " 33 B. Gastspiele fremder Ensembles A. und B. zusammen C. Auswärtige Gastspiele des eigenen Ensembles Angaben der Verwaltung des Landestheaters. 383 376 380 245916 233 363 654 614 73.2 68.7 Tabelle XVIII/10 A 384 Theater- und Orchesterbesuch, Gemeindezuschüsse in 9 reichsdeutschen und 3 österreichischen Städten, Spieljahr 1939/40 Tabelle XVIII/10 B auf Seite 386 Zuschuẞ der Gemeinde Öffentliche Vor- stellungen des Gastspiele fremder Besucher öffentlicher Gemeinde (mittlere Jahres- bevölkerung eigenen Ensembles Ensembles Vorstellungen Ver- Theater Orchester fügbare Plätze 1940 in 1000) Zahl Besucher n 1000 Zahl Besucher in 1000 je Vorstellung durchschn. in v. Hund. der verfügb. Plätze in 1000 RM auf 1 Einw. RM A₁¹) Berlin Schiller-Theater 1219 246 243 2 2 988 (4348) Gemeindl. Orchester 81.03 1292 366 0.38 A, Wien St. W. Volksoper 1692 330 321 1155 68.24 2182 (1908.4) Stadtorchester 1942 5 8 1600 82.39 68 1.21 Fremdes Theater und Orchester 102 Tabelle XVIII/10C A3 Nürnberg Opernhaus 1469 298 313 (421.6) Schauspielhaus 697 315 160 IT 1.4 1050 71.5 1903 4 2 508 72.87 4.53 Fremdes Theater und Orchester 21 Mannheim Nationaltheater 1273 290 230 - 793 62.30 1992 6.65 (288.9) Graz Opernhaus 1720 491 269 60 711 29.30 755 3.65 (206.1) Schauspielhaus 706 80 25 B Augsburg Städtische Bühnen 1134 271 174 642 56.62 1192 6.48 (179.1) Konzerte 1363 6 6 1000 73.34 7 Mainz (155.2) Stadttheater 1244 115 85.5 6 4 743 59.77 972 6.15 Fremdes Theater und Konzerte 6 Würzburg (100.6) Stadttheater 720 226 108 2 Kurtheater 560 74 17.6 15 91 25 478 66.37 342 3.20 6 238 42.47 C Regensburg (94.9) Stadttheater 918 238 192 4 3 807 87.87 192 2.00 Heidelberg Stadttheater 800 319 170 (84.3) Städtisches Orchester 1600 25 18 Ulm Stadttheater 487 273 121 (68.4) Klagenfurt (54.4) Stadttheater Lindau 520 70 19 Grenzlandtheater 970 260 140 12 64 2 533 66.61 455 7.43 720 45.00 177 3.1 443 91.01 462 6.24 2.4 271 52.20 8 538 55.28 50 0.89 Tabelle XVIII/10 C (Fortsetzung) Die Zahlen sind dem Statistischen Jahrbuch deutscher Gemeinden 1941 entnommen. In diesem Jahrbuch wurden über Theater und Orchester zum ersten Mal auch Zahlen österreichischer Städte gebracht, Linz, Salzburg und Innsbruck fehlten. 1) Größengruppen A, Berlin allein, A, über 500000 Einwohner, A, 200000 bis 500000 Einwohner, C über 50000 bis 100000 Einwohner. 385 386 Tabelle XVIII/10 B Zuschüsse der Stadt Innsbruck an das Stadt-, bzw. Landestheater und Ausgaben für das städtische Orchester Zuschuß in S oder RM Rech- Wohn- jahr nungs- bevölkerung für das Theater Orchester auf 1 Einw. Anmerkung 1935 64483 77211 66880 2.23 ,,Stadttheater",,,Städtisch subventioniertes Orchester" 144091 1936 67 961 92751 67 500 2.35 160251 1937 71439 162521 50100 2.97 212621 1938 74917 154523 43991 2.64 198514 1939 78395 94609 91935 2.37 186544 1940 91857 307583 3.34 ,,Landestheater"; am 1. 9. 1939,,Städt. Orchester" am 1. 9. 1940 übernimmt der Reichsgau das Orchester 1941 97083 329 736 1942 99 308 331 648 1943 102 865 331710 1 3.39 3.33 3.22 1944 99274 266900 2.68 1945 91 704 16883 0.18 1946 97884 20000 113345 1.36 133345 ..Reichagautheater" vom 4. 5. 1945 an wieder ,,Landestheater", Theater- gemeinschaft Land Tirol Stadt Innsbruck am 1. 7. 1946 wieder,,Städt. Orchester" Bühne (Gründungsjahr) Saal bare Tabelle XVIII/10D Besuch der kleineren Bühnen, Konzerte und Lichtspieltheater im Jahre 1946 Vor- Verfüg- stellungen Besucher Lichtspiele (Gründungsjahr) Plätze Veran- insgesamt staltung. je Vor- stellung in % der verfügb. Plätze a) Die kleineren Bühnen¹) Meinhardt-Bühne (1910) 240 158 23465 148 61.7 Klingenschmid-Bühne (1917) Tiroler Heimatbühne (1923) Jugendbühne Innsbruck (1945) 394 255 51566 202 51.3 250 186 43724 235 94.0 162 88 12259 139 85.8 Zusammen 1046 687 131014 190 65.7 b) Konzerte Riesensaal in der Hofburg 500 43 15447 359 71.8 Bibliotheksaal d. Alt. Universität Konzertsaal d. Städt. Musiksch. 430 18 4564 254 59.0 369 107 26127 244 66.1 Zusammen 1299 168 46138 274 67.1 e) Die Lichtspieltheater') Zentrallichtspiele (1909) 560 1468 556561 379 67.7 Triumphlichtspiele (1912) 425 1365 461508 338 79.5 Löwenlichtspiele (1920) 271 1456 291227 200 73.8 Kammerlichtspiele (1928) 601 895 375448 419 69.7 Laurinlichtspiele (1943) 810 1140 516318 452 55.8 Zusammen 2667 6324 2201062 348 67.5 Angaben der Mag.-Abt. III, Stadtsteueramt. 1) Bühnen und Lichtspieltheater sind nach dem Gründungsjahr geordnet. Tabelle XVIII/10 E Konzerte der Stadt Innsbruck in der Spielzeit 1946/47 Besucher Ort der Veranstaltung Verfüg- bare Plätze Veran- staltung. Besucher je Veran- staltung in % der verfügb. Plätze Riesensaal in der Hofburg 500 7 2779 397 79.4 Bibliotheksaal d. Alt. Universität Konzertsaal d. Städt. Musiksch. 430 20 5881 294 68.3 369 8 1677 210 56.9 Zusammen 1299 35 10337 295 68.6 Hofkirche 1200 3 3158 1053 87.7 Insgesamt 38 13495 Angaben des Sekretariates der Städtischen Musikschule. 25° 387 XIX. Sport und Leibesübungen Die Bevölkerung Innsbrucks betreibt fast alle in Österreich bekannten Sport- arten, da das Gelände im Tale und im Gebirge sowie die vorhandenen Sportanlagen beste Gelegenheit zur Ausübung des Sportes bieten. Nach ihrer geschichtlichen Entwicklung sind der Reihe nach zu nennen Turnwesen, Bergsteigen, Eislaufen, Schlittensport und Radfahren. Das Fußballspiel, Tennis und andere Rasenspiele sowie der Kraftfahrsport folgen. Eine besondere Stellung nimmt der Skilauf ein, der sich zum wahren Volkssport entwickelte. Zu den Sportarten, die das ganze Jahr über betrieben werden können, zählen Turnen, Bergsteigen, Schwimmen bei vorhandenem Hallenbad, Fechten, Ringen, Boxen; Radfahren, Fußball, Tennis, Rasenspiele, Leichtathletik und Kraftfahr- sport sind hauptsächlich auf die schneefreie Jahreszeit beschränkt. Sportlicher Skilauf, Schlittenfahren einschließlich Bobfahren und Eislaufen sowie Eisschießen werden nur im Winter geübt. In dieser Reihenfolge werden nachstehende Sport- arten kurz besprochen. Auf eine fast hundertjährige Geschichte blickt das Innsbrucker Turnwesen zurück. Der Innsbrucker Turnverein wurde im Jahre 1849 gegründet. Die städtische Turnhalle in der Fallmerayerstraße bildete seit 1880 seinen turnerischen Stütz- punkt, bis sie im Jahre 1919 in sein Eigentum überging und 1928 durch eine zweite große Turnhalle erweitert wurde. Der Verein wurde nach 1945 nicht wieder errichtet, seine Turnhallen sind von der Besatzung belegt. Mehrere kleine Turnvereine, die um die Jahrhundertwende gegründet wurden, bestehen heute nicht mehr. 1908 wurde der Christlich-deutsche Turnverein, heute Turnerschaft Innsbruck genannt, und 1923 der Arbeiter-Turn- und Sportverein ins Leben gerufen, der heute den Namen ASKÖ führt. Diese Vereine turnen in städtischen oder staatlichen Schul- turnhallen, deren Zahl und Größe aus Tabelle XIX/A hervorgeht. Die nächstälteste Organisation, die Leibesübung betreibt, bildet der Alpenverein, der allerdings nicht als Sportvereinigung aufgefaßt werden darf, da man das Berg- steigen in seiner allgemeinen Form nicht als Sportart bezeichnen kann. Im Jahre 1869 wurde die an München angeschlossene Sektion Innsbruck des Deutschen Alpenvereins gegründet, die sich im Jahre 1874 in die Sektion Innsbruck des Deut- schen und Österreichischen Alpenvereins umwandelte. Der Sitz des Österreichischen Alpenvereins so lautet sein heutiger Name befindet sich derzeit in Innsbruck. Die Tätigkeit erstreckt sich über das ganze Bundesgebiet. Die Sektion Innsbruck dieses Vereins besitzt 4 Schutzhütten im Hochgebirge der Umgebung Innsbrucks. Dem Österreichischen Alpenverein gehört heute als Sektion der im Jahre 1884 als selbständiger Verein gegründete Österreichische Touristenklub in Tirol an, der 3 Schutzhütten in Tirol sein Eigen nennt. Im Jahre 1902 erfolgte die Gründung der Ortsgruppe des Touristenvereines,,Die Naturfreunde", die 2 Hütten in den Stubaier Alpen erbaute. Die Schutzhütten und Weganlagen des Alpenvereins, des Touristen- klubs und der Naturfreunde stehen allen Bergsteigern zur Verfügung und bedeuten damit für das Land Tirol ein wertvolles Mittel zur Förderung des Fremdenverkehrs. Das Bergsteigen wird im Sommer und im Winter betrieben. Dem Alpenverein 388 unterstehen in der Ausbildung und Aufsicht die staatlich autorisierten Bergführer, von denen in Innsbruck 13 ihren Standort besitzen. Unter den Sportarten, die zur schneefreien Zeit den Menschen Erholung bieten, zählt als eine der ältesten das Radfahren. Schon 1820 führte ein Südtiroler die ,,Reitmaschine" vor, ein Dreirad mit Pferdekopf. 1869 wurde das,,Velociped" in Innsbruck eingeführt, jedoch war das Fahren in der Stadt bis zum Jahre 1876 ver- boten. Dann kam der Aufschwung dieser Sportart, der 1880 zur Gründung des ,,Velocipede-Klub" führt und schon 1894 die Entstehung eines Fahrradverbandes brachte, dessen Vereine in den Jahrzehnten ihres Bestandes eine große Reihe von Straßenrennen mit schönen Erfolgen veranstalteten. Das Fußballspiel fand gegen Ende des vorigen Jahrhunderts in Innsbruck Eingang und wurde in den höheren Schulen im Rahmen der Jugendspiele fleißig gepflegt. Fußballvereine führten Mannschaftsspiele unter sich und mit Vereinen anderer Städte durch. Sie gründeten 1905 den Fußballverband. Nach dem ersten Weltkriege organisierten sich die Vereine neuerdings 1926 zum Tiroler Fußballverband, der auf dem neugeschaffenen Sportplatz an der Sill jedes Jahr eine große Reihe von Wettspielen austrägt. Die Anlage dieses Sportplatzes, den die Stadt Innsbruck im Jahre 1913 der sportfreudigen Bevölkerung bereit stellte, der jedoch während des ersten Weltkrieges mit Baracken verbaut wurde und erst 1925 in moderner Aus- gestaltung wieder eröffnet werden konnte, bildete die Voraussetzung für einen großzügigen Rasensportbetrieb wie Fußball, Handball und alle Arten von Leicht- athletik. Dazu kamen noch die Sportplätze in Wilten-West und in der Höttinger Au, der letztere als privater Platz eines Fußballvereines, sowie ein Platz für die Jugend, die noch nicht in Vereinen zusammengeschlossen war, im Pradler Saggen. Die beiden letzteren Plätze mußten der Verbauung durch Wohnhäuser weichen. Die Bomben- würfe des zweiten Weltkrieges wühlten den Sportplatz an der Sill durch unzählige Bombentrichter völlig auf und zerstörten die Gebäude und Umzäunung. 1945/46 richtete die Stadt diesen Platz unter tätiger Mithilfe aktiver Sportler, die viele Arbeitsschichten zur Einebnung desselben leisteten, wieder auf; damit setzte in Innsbruck neuerlich ein geregelter Sportbetrieb in den verschiedenen Disziplinen ein, der Wettkämpfe mit heimischen und auswärtigen, auch ausländischen Mann- schaften gestattet. Der Kraftsport mit den Disziplinen Ringen, Boxen, Stemmen wird in den Turnhallen und Sälen stark gepflegt. Ein alter Tiroler Volksbrauch ist im Ranggeln auf freiem Gelände zu finden, bei dem sich zumeist Gegner aus den Landgemeinden treffen. Der Tennissport fand besondere Förderung durch den Innsbrucker Eislaufverein, der im Jahre 1912 eine eigene Tennissektion gründete und auf dem Platze vor der Ausstellungshalle 14 Allwetterplätze anlegte, die leb- haften Zuspruch finden. Auf ihnen werden jährlich eine Reihe von nationalen und internationalen Turnieren ausgetragen. Dem Schwimmsport wird in Innsbruck schon lange gehuldigt. Über die vorhandenen Badeanstalten unterrichtet der Ab- schnitt Gesundheitswesen, Unterabschnitt VI/9, städtische Bäder. Ursprünglich lehrten Schwimmlehrer jungen und erwachsenen Schülern das Schwimmen und Springen, später übernahmen noch Schwimmvereine die sportliche Betreuung; so besonders der Tiroler Wassersportverein 1919, der durch die Pachtung des städti- schen Schwimmbades in der Höttinger Au in die Lage kam, einen regen Sportbetrieb einzuführen. Die Hauptförderung erfuhr der Schwimmsport durch das im Jahre 1929 eröffnete städtische Hallenbad, das eine schwimmsportliche Betätigung in seinem in Sportmaßen gehaltenen Schwimmbecken während des ganzen Jahres gestattet. Alljährlich wird eine größere Anzahl von Schwimm- und Sprungkonkur- renzen im Hallenbad oder Schwimmbad Höttinger Au ausgetragen. Ein recht er- 389 heblicher Teil der einheimischen Bevölkerung ist heute des Schwimmens kundig; statistische Aufzeichnungen hierüber fehlen. Erwähnt wird auch der Kajaksport, der sich nach 1919 wesentlich entwickelte. Aus alter studentischer Sitte stammt der Fechtsport, der jetzt neben der Übung in der Bundesanstalt für Leibeserziehung besonders von der Turnerschaft Innsbruck betrieben wird. Vor dem zweiten Welt- krieg nahm der Segelflugsport in Innsbruck einen erfreulichen Aufschwung, da die im Gebirge vorhandenen Aufwinde günstige Gelegenheit zum Höhenflug bieten. Infolge Verbotes seitens der Besatzungsmächte konnte dieser Sportzweig bis jetzt nicht wieder aufgenommen werden. In der Pflege des Wintersportes nimmt geschichtlich gesehen das einheimische Schlittenfahren auf Naturbahnen, deren es in Tirol unzählige gibt, mit kleinen Schlitten, sogenannten Rodeln, als alter Volksbrauch den ersten Platz ein. Neuer- dings wird er durch zahlreiche Rodelrennen wirksam gefördert. Daneben fand der Pferdeschlittensport schon frühzeitig Liebhaber; der Rennverein veranstaltete im Jahre 1887 im Saggen sein erstes Schlittenrennen. Von nicht minderer Bedeutung ist der Eislaufsport. Im Jahre 1884 wurde der,,Innsbrucker Eislaufverein" gegründet, der nach zehnjährigem Bestande auf den Platz vor der Ausstellungshalle, im Sommer Tennisplatz, übersiedelte und ihn heute noch im Winter unterhält. Die Benützer des Eislaufplatzes teilen sich in solche, die ihn der reinen Erholung wegen besuchen, in Kunstläufer und in Eishockeyspieler. Der Kunstlauf wird sehr gepflegt, eine Reihe von Schau- und Wertungslaufen zeugen hievon. Die Eishockeymannschaften führten seit 1913 zahlreiche Wettkämpfe mit Mannschaften des In- und Auslandes durch. Das Eisschießen mit Eisstöcken auf vielen künstlichen Eisschieẞbahnen bringt besonders älteren Männern viel Freude und Bewegung in der freien Natur. Heute nimmt jedoch der Skilauf als Wintersport in Innsbruck den ersten Rang ein, er hat sich zum eigentlichen Volkssport entwickelt, dem die körperlich befähigte männliche und weitgehend auch weibliche Jugend der Stadt sich zuwendet, dem aber auch eine große Zahl Erwachsener sich mit Freude hingibt. Keine größere Stadt in Österreich beherbergt verhältnismäßig so viele Skiläufer es sind ihrer an die zehntausende in ihren Mauern wie Innsbruck. In den neunziger Jahren befaßten sich Mitglieder alpiner Vereine, besonders Akademiker mit dem Skilauf, der anfänglich auf große Schwierigkeiten in der Ausrüstung wie auch in der Lauf- technik stieß. Der sportliche Skilauf nahm mit der Gründung des Skiklubs Arlberg in St. Anton im Jahre 1901 seinen Anfang. 1906 folgte die Gründung des Skiklubs Innsbruck, der bald die große Huẞlhof-Sprungschanze erbaute und Skiwettkämpfe im Sprung- und Abfahrtslauf veranstaltete. Im gleichen Jahr wurden die ersten Meisterschaften von Tirol ausgetragen. 1908-1912 befand sich die Leitung des Österreichischen Skiverbandes in Tirol; 1913 wurde der Tiroler Skiverband mit 17 Verbandsvereinen gegründet. Die Entwicklung des Skilaufes während des ersten Weltkrieges gab nach demselben den großen Antrieb. Genannt wird nur ein Name: Hannes Schneider, St. Anton am Arlberg. Im Jahre 1925 zählte der Tiroler Ski- verband 27 Verbandsvereine. Durch die im gleichen Jahre von der Stadt erbaute Bergisel-Sprungschanze, die im Jänner 1926 als Schanze für die größten damals bekannten Sprungweiten eröffnet wurde, erhielt der Skisport in Tirol, besonders in der Landeshauptstadt einen weiteren starken Aufschwung. Eine mittlere Sprung- schanze steht auch auf der Seegrube in nächster Nähe der Nordkettenbahn zur Verfügung. Das Jahr 1933 brachte als bisher größte internationale Wintersport- veranstaltung unserer Stadt das FIS-Rennen mit seinem glänzenden Verlauf, für das die Bergisel-Sprungschanze eigens umgebaut wurde. Während des zweiten Welt- krieges verfiel diese Schanze, soll jedoch nach neuesten Erfahrungen wieder er- 390 richtet werden. Der Tiroler Skiverband ist jetzt bis auf 100 Verbandsvereine an- gewachsen, von denen 9 Vereine in Innsbruck den Sitz haben. Dem Skisport kommt in seiner weiten Verbreitung nicht nur Selbstzweck zu, er fördert auch in sehr er- heblichem Maße den Winterfremdenverkehr, der aus dem Tiroler Wirtschaftsleben wegen der langen Aufenthaltsdauer der Fremden nicht mehr wegzudenken ist. Mit dem Aufkommen der Automobile und Motorräder, die in ihren Anfängen fast nur dem Vergnügen dienten, sammelten sich die Freunde dieser neuen Verkehrs- mittel im Jahre 1908 zum Automobilklub Tirol-Vorarlberg mit dem Sitz in Inns- bruck. Später wurde noch ein Touringclub gegründet. Beide Vereine schlossen sich nach dem zweiten Weltkrieg zum Automobil- und Touringclub für Tirol zusammen. An selbständigen Rennen führten diese Vereine zu wiederholten Malen das Zirler Berg-Rennen als internationale Konkurrenz durch, beteiligten sich durch Mitglieder und organisatorisch an verschiedenen großen Alpenfernfahrten, Auto- und Motor- radrennen sowie Sternfahrten mit Kraftwagen und Motorrädern. Über den Fischfang und die Jagd berichten die Unterabschnitte XIV/2 und 3. Auf eine mehrhundertjährige Entwicklung und historische Bedeutung kann das Schießwesen in Tirol und Innsbruck zurückblicken. Wohl vermischen sich beim Schießwesen die Absichten der Schützen, Veranstalter und Förderer. Die letzteren, das waren die Fürsten, die Gouverneure, Statthalter und Landeshauptleute haben aus Gründen der Landesverteidigung und Hebung des vaterländischen Gefühles das Schützentum gefördert. Wer die Tiroler Schützen in ihrer ureigenen Art genau kennt, muß jedoch sagen, daß die Freude am sicheren Treffen, das von der ruhigen Hand, dem scharfen Auge und der dauernden Übung ausgeht, den Ausschlag dafür gibt, daß so viele Tiroler mit dem Scheibenstutzen und dem Kleinkalibergewehr so gut umzugehen wissen. Diese Betätigung ist als Sport zu bezeichnen. Von den Büchsenschützen zu Innsbruck, denen Herzog Siegmund im Jahre 1460 das Tuch, um ein paar Hosen auszuschießen, bewilligte, über die Erneuerung dieser Begünstigung und deren Ausdehnung auf die Armbrustschützen im Jahre 1500, über die Stachel- schützen, das große Schießen im Hofgarten 1658,,,Die verbesserte und wohlerrichtete neue Schützenordnung" Kaiser Karls VI. im Jahre 1736, das Freischießen für Erz- herzog Johann im Jahre 1800, das Kaiserschießen von 1838, über die Errichtung des neuen Landes-Hauptschießstandes in Mariahilf im Jahre 1863 und 1893 in der Haller Au, beide eröffnet in Anwesenheit des Kaisers Franz Josef I., bis zur Um- wandlung der Schützengesellschaft in eine Hauptschützengesellschaft in Innsbruck im Jahre 1922, die ausdrücklich auf sportlicher Grundlage errichtet wurde, über die Förderung des Schießwesens in der Zeit der Zugehörigkeit Österreichs zum Deut- schen Reiche mit der Vergrößerung und Modernisierung des Landes-Hauptschieẞ- standes, zieht sich bis zum heutigen Tage eine ununterbrochene Reihe von Schieß- veranstaltungen, die die Tiroler Schützen als schärfste Konkurrenten bei ein- heimischen und internationalen Schützenfesten erscheinen lassen. Nach Kriegsende mußte 1946 das Schützenwesen neu gegründet werden und wird wieder, wenn auch langsam, zur Bedeutung gelangen. Der Tiroler Landes-Sportschützenverband führte bereits ein internationales Schützentreffen in Innsbruck durch. Um die gesamte Sportbewegung organisatorisch und entwicklungsmäßig erfassen und fördern zu können, wurden von den zuständigen Behörden Sportämter er- richtet. Diese und die Sportverbände sowie größere Vereine sind in der Tabelle XIX/B aufgezählt. Hier ist auch die,,Skischule Innsbruck" zu erwähnen, die alle staatlich geprüften Skilehrer mit dem Sitz in Innsbruck umfaßt. A. 391 Tabelle XIX/A Sport- und Spielplätze, Turnhallen Bezeichnung der Sport- und Spielanlage Städt. Sportplatz an der Sill (Tivoli) Städt. Sportplatz Wilten-West Spielplätze in den von der Stadt Fläche in m² Bezeichnung der Sport- und Spielanlage 1 57.163 Spiel- und Sportplatz Klosterkaserne 1 11.976 verwalteten Schulen Anzahl Fläche in m² 1 22.305 5 16.751 1 5.000 Städt. Tennisplatz am Girgl, Igls 1 Städt. Eislaufplatz, Igls 4.000 1 2.000 7.900 Spielplatz Kaysergarten Innstraße Sportplatz der Universität 1 Spielplatz d. Bundesgymnasiums Angerzellgame Eislauf- und Tennisplatz des Innsbrucker Eislaufvereins Bezeichnung der Turnhalle Anzahl 1 3.040 1 17.497 Fläche in m² Bezeichnung der Turnhalle Anzahl Fläche in m² Städtische: Knabenhauptschule Pradl Bundeseigentum: Universität, Innrain 52 Pembaurstraße 18 1 313.1 davon 1 Fechtsaal Mädchenhauptschule Pradl Gymnasium, Angerzellgasse 2 668.0 1 316.0 Gabelsbergerstraße 1 1 313.1 Handelsakademie Hauptschule Hötting Karl-Schönherr-Straße 2 1 470.0 Fürstenweg 3 1 300.0 Lehrerbildungsanstalt Volksschule Hötting Fallmerayerstraße 7 Schulgasse 4 1 116.0 (von Besatzung belegt) 1 289.0 Volksschule Mariahilf Summe 5 1743.0 Kindergartenweg 3 1 112.7 Volksschule St. Nikolaus Privateigentum: Innstraße 36 1 78.2 Gilmschule, Gilmstraße 4 1 74.5 Hauptschule d. Barmh. Schwest. Falkstraße 28 1 116.2 Mädchen-Realgymnasium Sillgasse 10 Innsbrucker Turnverein 1 383.0 1 146.4 Fallmerayerstraße 10 1 294.0 Mädchenhauptschule Knabenhauptschule Summe 3 793.2 Michael-Gaismayr-Straße 4 Müllerstraße 38 Volksschule Dreibeiligen Jahnstraße 5 1 212.2 1 202.4 1 117.6 Summe 11 1986.2 392 Sportämter und Sportorganisationen in Innsbruck A. Sportämter: 1. Amt der Tiroler Landesregierung (Landessportamt) 2. Städtisches Sportamt (Magistrats-Abteilung II) 3. Bundesanstalt für Leibeserziehung B. Sportverbände: 1. Österreichische Sport- und Turnunion, Landesverband Tirol 2. Arbeiterbund für Sport und Körperkultur (ASKÖ) 3. Österreichischer Fachverband für Turnen 4. Tiroler Fußballverband 5. Tiroler Handballverband 6. Tiroler Leichtathletikverband 7. Tiroler und Vorarlberger Kraftsportverband 8. Tiroler Schwimmverband 9. Tiroler Schwimmverband, Sektion Kajak 10. Turnvereine: Turnerschaft Innsbruck Arbeiter-Turn- und Sportverein Innsbrucker Turn- und Sportgemeinschaft Fechtaport: Turnerschaft Innsbruck 11. Innsbrucker Eislaufverein, Sektion Tennis 12. Tiroler Tischtennisverband 13. Tiroler Radfahrerverband 14. Arbeiterbund der Radfahrer Österreichs (ARBÖ) 15. Automobil- und Touringclub Tirol 16. Österreichischer Alpenverein, Hauptverwaltung und Sektion Innsbruck, Akademische Sektion Innsbruck und Österreichischer Touristenklub Innsbruck 17. Touristenverein,,Naturfreunde", Innsbruck 18. Innsbrucker Eislaufverein 19. Tiroler Skiverband 20. Tiroler Schlittenverband 21. Tiroler Landes-Eisschießverband 22. Tiroler Landes-Sportschützenverband 23. Tiroler Landes-Jagdschutzverein 24. Fischereigesellschaft Innsbruck 25. Olympisches Komitee, Landesreferat Tirol. Tabelle XIX/B 393 XX. Kultuswesen XX/1. Einrichtungen Innsbruck ist seit 1921 Sitz der Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch. Ihr Verwaltungsbezirk umfaßt Nordtirol bis einschließlich Münster und Zillerfluß, Osttirol und Vorarlberg. Im Stadtgebiet sind 11 röm.-kath. Pfarreien, darunter die Dekanat- und Propsteipfarre St. Jakob, 2 Vikariate und 4 Seelsorgestellen, weiters ein evangelisches Pfarramt. Die Altkatholiken gehören zum Sprengel des altkatholischen Stadtpfarramtes Salzburg. XX/2. Kultstätten Als Kultstätten sind zu erwähnen 30 kath. Kirchen, darunter 12 Pfarrkirchen (Tabelle XX/2 A), 32 Kapellen (Tabelle XX/2 B) und die evangelische Pfarrkirche. Die Kirchen sind in der Tabelle unter Angabe ihrer Baumeister nach ihrer Ent- stehung geordnet; diese Reihung führt an den älteren Kirchen nach den Worten Dr. Weingartners die Entstehung der Renaissance und ihre allmähliche Fortent- wicklung zum Barock und Rokoko in sozusagen lückenlosen Reihen vor Augen und läßt an den jüngeren Kirchen nach Dr. Heinrich Hammer erkennen, wie in der für das 19. Jahrhundert bezeichnenden Repetition der historischen Kunststile, romanische und gotische Formen möglichst,,korrekt" nachgebildet wurden¹). Durch Fliegerangriffe kamen 17 Kirchen mehr oder weniger zu Schaden; die älteste Kirche Innsbrucks, das Bartholomäuskirchlein in Wilten, 1275 das erste Mal urkund- lich erwähnt, wurde zerstört, die 7 folgenden Kirchen wurden erheblich beschädigt: Stiftskirche Wilten, Jesuitenkirche, Propsteipfarrkirche, Karmeliterinnenkirche, Pfarrkirche Dreiheiligen, Johanneskirche und Servitenkirche. XX/3. Wechsel der Religionszugehörigkeit Nach dem vollendeten 14. Lebensjahre hat jedermann das Recht der freien Wahl des Religionsbekenntnisses. Der Eintritt in eine gesetzlich anerkannte Kirche oder Religionsgesellschaft ist vor deren Seelsorger oder Vorsteher zu erklären, der beab- sichtigte Austritt aus einer gesetzlich anerkannten Kirche oder Religionsgesell- schaft muß, um gesetzlich wirksam zu sein, der politischen Bezirksbehörde des Wohn- oder Aufenthaltsortes des Austretenden in Innsbruck also beim Stadt- magistrat gemeldet werden. Die politische Bezirksbehörde hat die Austritts- erklärung zur Kenntnis zu nehmen, wenn sie die Freiwilligkeit der Willenserklärung nicht bezweifelt. Die Prüfung der Beweggründe des Austrittes steht ihr nicht zu. Die Bezirksbehörde gibt dem Seelsorger oder Vorsteher der verlassenen Kirche den von ihr zur Kenntnis genommenen Austritt bekannt. Für einen Bekenntnislosen 1) Dr. Josef Weingartner,,,Die Kirchen Innsbrucks", Verlag Ed. Hölzel & Co., und Dr. Hein- rich Hammer,,,Die Bauten Innsbrucks", aus,,Die tirolische Landeshauptstadt Innsbruck", verlegt vom Tiroler Landesverkehrsamt Innsbruck. 394 (Gottgläubiger, Konfessionsloser) oder einen Angehörigen einer nicht anerkannten Religionsgesellschaft, der einer gesetzlich anerkannten Kirche beitreten will, besteht keine Verpflichtung hievon die Bezirksbehörde zu verständigen. Die Tabelle XX/3 A gibt über die Religionszugehörigkeit der Bevölkerung von Innsbruck in den Jahren 1934 und 1939 Aufschluß. Die beiden Tabellen XX/3 B und C zeigen die seit dem Jahre 1938 einsetzende und bis 1943 dauernde Abfall- bewegung mit dem fast ausschließlichen Zustrom zur Gottgläubigkeit, während die Tabellen XX/3 D, und D, die Religionseintritte in den Jahren 1945 und 1946 und ihre Verhältniszahlen zu den früheren Austritten wiedergeben. Die Zahl der jährlichen Austritte bewegte sich vor 1938 ungefähr um 100 herum; im Jahre 1935 waren es 76, 1936 94 und 1937 120. Im Jahre 1938 stiegen die Austrittserklärungen unvermittelt auf 2011, erreichten im Jahre 1940 mit 2588 den Höhepunkt, sanken von da ab ständig und gingen schon im Jahre 1944 mit der Zahl von 144 Austritten auf das normale Ausmaß zurück. Die Gesamtzahl der in den Jahren 1938 bis ein- schließlich 1944 vor der Bezirksbehörde erklärten Austritte beträgt 9360; 5441 (58.13%) entfallen auf Männer, 3919 (41.87%) auf Frauen. Von diesen 9360 Aus- getretenen erklärten sich 8394 (89.70%) gottgläubig, 557 (5.96%) konfessionslos, 57 (0.6%) röm.-kath., 343 (3.65%) evangelisch und ein Rest von 9 (0.09%) für andere Bekenntnisse. Von den Ausgetretenen waren 8447 Katholiken, 876 Protestanten, 32 Altkatholiken, 4 Juden und 1 Angehöriger einer anderen Religionsgesellschaft. Diese Verluste milderten sich durch die seit 1945 erfolgten Wiedereintritte im ganzen um 2220, sie wurden, wenn man den während der Jahre 1938 bis 1944 erfolgten Zuwachs von 57, bzw. 343 berücksichtigt, bei der kath. Kirche von 8447 auf 6952 gesenkt, bei der evangelischen Kirche mehr als ausgeglichen. F. 395 396 2600 2400 2200 2000 1800 1600 1400 1200 1000 800 600 400 200 Religionsaustritte in den Jahren 1936-1946 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 Austritte insgesam Austritte aus der röm. kath. Kirche Austritte aus der evang. Kirche Diagramm Nr. 17 Tabelle XX/1 Einrichtungen gesetzlich anerkannter Kirchen oder Religionsgesellschaften 1. Römisch-katholische Kirche: 11 Stadtpfarreien, 2 Stadtpfarrvikariate und 4 Seelsorgestellen. Übersicht der katholischen Pfarreien in Innsbruck 1. Dekanat- und Propsteipfarre St. Jakob. 2. Stadtpfarre Dreiheiligen 3. Stadtpfarrvikariat Saggen 4. Stadtpfarre Mariahilf 5. Stadtpfarre St. Nikolaus 6. Stifts- und Stadtpfarre Wilten 7. Seelsorge Wilten-West 8. Seelsorge Mentlberg 9. Stadtpfarre Pradl 10. Stadtpfarre Hötting 11. Stadtpfarrvikariat St. Georg 12. Seelsorge Hungerburg 13. Stadtpfarre Mühlau 14. Stadtpfarre Amras 15. Stadtpfarre Arzl 16. Seelsorge Neu-Arzl 17. Stadtpfarre Igls-Vill. 18. Vikariat Neupradl 2. Evangelische Kirche: 1 Stadtpfarramt Kultstätten Tabelle XX/2 A 1. Römisch-katholische Kirche: 30 Kirchen, darunter 12 Pfarrkirchen und 3 Notkirchen, 32 Kapellen¹). 2. Evangelische Kirche: 1 Kirche. 1) Kapellen, in denen kein Gottesdienst gefeiert wird, sind nicht mitgezählt. Nach dem Kirchenrecht besteht der Unterschied zwischen Kirchen und Kapellen darin, daß die Kirche allen Gläubigen offensteht, während die Kapelle hauptsächlich oder ausschließlich einer be- stimmten Gemeinschaft oder Familie dient, gleichgültig, ob zu den Gottesdiensten in der Kapelle hin und wieder oder regelmäßig alle Gläubigen Zutritt haben. 397 Tabelle XX/2 B Übersicht der Kirchen in Innsbruck, geordnet nach der Entstehungszeit Grund- Architekt, Baumeister Zahl Kirche 11) Pfarrkirche von Vill stein- Kirch- legung weihe Bauzeit zu 1: Katholische Kirchen 21) Pfarrkirche von Igls 1379 1479 1489 3¹) Pfarrkirche von Amras 4 Hofkirche (Franziskanerkirche) 1553-63 1563 Entwurf: Andrea Crivelli, Ausführung: Niklas Türing, Marco della Bolla, Hieronymus de Longhi, Anton del Bon. 1612-13 1613 unbekannt; 1860 nach Plänen von Geppert umgebaut. 5 Kapuzinerkirche 1593 1594 6 Dreiheiligenkirche 7 Servitenkirche 8 Jesuitenkirche 1614-16 1616 unbekannt; 1899 Umbau des Turms nach Plänen Deiningers. 1627-40 1646 Entwurf: Maler Schor und Tischler- meister Gumpp nach Angaben P. Fon- tanas; Türme 1900 Friedr. Schachner, Ausführung: Huter & Söhne. 9 Mariahilfkirche 1648-49 1600 10 Wiltener Stiftskirche 1651-71 1665 Christoph Gumpp. Entwurf: Christoph Gumpp, Ausfüh- rung: Georg Scheffler, Gallus Appeller heutige Fassade: 1716 Georg Anton Gumpp. 1665 BR 12 13 111) Wallfahrtskirche Heilig-Wasser Spitalskirche Ursulinenkirche 1662 1701-05 1705 14 Stadtpfarrkirche St. Jakob 1700-02 1705 Johann Martin Gumpp d. Ältere. Entwurf: Joh. Martin Gumpp d. Ä. und Georg Martin Gumpp, Ausfüh- rung: Franz Appeller. 1717-22 1724 Entwurf: von Wien, Urheber unbek. Georg Anton Gumpps ursprüngl. Mo- dell abgelehnt. Johann Jakob Her- kommer, Johann Georg Fischer. 1729-35 1735 Hyazinth Dörflinger zugeschrieben, in Wirklichkeit Georg Anton Gumpp. 15 St. Johannes-Kirche 16¹) Pfarrkirche v. Mühlau 17 Wiltener Pfarrkirche 1748 1750 1751-55 1756 Franz de Paula Penz, Bildhauer Stapf von Füssen, Ausführung: Maurer- meister Umhauser. 398 Grund- stein- Kirch- Tabelle XX/2 B (Fortsetzung) Zahl Kirche Architekt, Baumeister legung Bauzeit weihe 181) Pfarrkirche von Arzl nach) 1756 19 Kirche zur ewigen An- betung 1869-70 1871 Firma Huter & Söhne. Baumeister Josef Mayr. Schwestern Pfarrkirche 1881-83 1884 Baumeister Franz Mayr. 20¹) Kirche d. Karmeliterinn. 1847-48 1850 211) Kirche der Barmherzigen 22 22 von St. Nikolaus 23 Herz-Jesu-Kirche 44 24 Pfarrkirche von Pradl 1882-84 1886 Entwurf: Friedrich v. Schmidt, Aus- führung: Fa. Huter, Bauleitung v. Stadl. 1896-97 1898 Entwurf: Peter Huter, ausgeführt von Alfons und Franz Mayr. 1905-07 1908 Entwurf: Prof. Josef Schmitz, Aus- führung: Alfons und Franz Mayr, Bau- leitung: Huter & Söhne. 1909-10 1911 Entwurf u. Ausführung: Fa. Huter & Söhne. 25 Neue Höttinger Pfarrkirche 261) Liebfrauenkirche 1930 1931 271) Theresienkirche Hungerburg 281) Notkirche Neu-Arzl 1932 291) Notkirche Wilten-West Karwendelstraße 301) Notkirche St. Georg Hötting 1931 1932 Entwurf u. Ausführung: Baumeister Alois Wörle. 1932 Entwurf: Ing. Siegfried Thurner, Aus- führung: Fa. Huter & Söhne. .3) Entwurf: Aurelius Schwabik, Aus- führung: Maurermeister Rud. Wallner. 1932 Umbau eines Magazins der Österr. Bundes-Bahnen. 1936 1936 Ing. Max Thaler. 1 Evangelische Kirche (Christuskirche) zu 2: Evangelische Kirche 1905 1906 Entwurf u. Bauleitung: Klemens Katt- ner u. Gustav Knell, Ausführung: Fa. Retter. 1) Angaben der zuständigen Pfarrer oder Seelsorger oder der Eigentümer. 2) Angabe des Pfarramtes Arzl:,,Grundsteinlegung, Bauvollendung und Kirchweihe des ersten Kirchleins in Arzl wird um 1300 erfolgt sein. Nach dem Brand im Jahre 1756 neu gebaut und neu geweiht". - Die Angaben über alle übrigen Kirchen sind den eingangs er- wähnten Arbeiten von Dr. Weingartner und Dr. Hammer entnommen. 3) 30. Oktober 1949. 399 Tabelle XX/2C Übersicht der Kapellen in Innsbruck MAX Katastralgemeinde Innsbruck: 1. Propsteikapelle 2. Ettĺkapelle 3. Sarntheinkapelle 4. Krankenhauskapelle 5. Landhauskapelle 6. Silberne Kapelle 7. Kapelle des ehemals Scheuchenstuel'schen Waisenhauses 8. Kapelle im Jesuitenkolleg in der Sillgasse 9. Kapelle im Canisianum 10/11. 2 Kapellen im Sanatorium der Kreuzschwestern 12. Kapelle im Sanatorium der Barmherzigen Schwestern 13. Kapelle im Blindenheim 14. Kapelle im Sieberer-Waisenhaus 15. Kapelle im Greisenasyl 16. Kapelle im Malfatti-Institut. Katastralgemeinde Wilten: 17. Schloßkapelle Mentlberg 18. Kreuzkapelle auf dem Bergisel 19. Kapelle im Marienheim, Maximilianstraße 20. Kapelle der St. Anna in der Gluirsch 21. St.-Konrad-Kapelle (Garnisonsspital) 22. Amraser Wegkapelle gegen Egerdach (Dodl) Katastralgemeinde Amras: 23. Amraser Schloßkapelle 24. Tummelplatzkapelle. Katastralgemeinde Hötting: 25. Kranebitter-Kapelle 26. Höttinger Bild-Kapelle 12 besteht seit 1950 nicht nich 27. Kapelle im Studienhaus der Herz-Jesu-Missionäre, Frau-Hitt-Straße 28. Mariahilf-Friedhofkapelle 29. Schloßkapelle Büchsenhausen 30. St.-Anna-Kapelle in der Weiherburg. Katastralgemeinde Mühlau: 31. Sternbachkapelle. Katastralgemeinde Arzl: 32. Kapelle auf dem Arzler Kalvarienberg. 33. Maria En ef Kapelle Unterstrichen sind die selbständigen Bauten. T 400 Tabelle XX/3 A Religionszugehörigkeit der Bevölkerung von Innsbruck nach den Ergebnissen der Volkszählungen von 1934 und 1939 Volkszählung vom 22. März 1934 Bekenntnis Zahl der Personen Römisch-katholisch Evangelisch A. B. u. H. B. 57025 Altkatholisch Israelitisch Andere Konfessionslos Unbekannt Wohnbevölkerung 2970 140 317 147 535 43 61005 Volkszählung vom 17. Mai 1939 Bekenntnis Zahl der Personen nach dem Gebietsstand¹) vom 17. 5. 1939 1. 4. 1942 Angehörige der röm.-kath. Kirche und der unierten Kirchen Angehörige der evangelischen Kirche 68036 71015 4353 4545 Übrige Christen 268 273 Glaubensjuden 15 15 Angehörige sonstiger nicht christl. Religionsgesellschaften 18 18 Gottgläubige 3338 3442 Glaubenslose 444 449 Ohne Angabe 54 54 Ständige Bevölkerung 76526 79811 1) Am 17. Mai 1939 bestand Innsbruck aus den 6 Katastralgemeinden Innsbruck, Wilten, Pradl, Hötting, Mühlau und Amras mit 76526 Einwohnern. Im selben Zeitpunkt wurden in Arzl, Vill und Igls 3285 Einwohner gezählt. Am 1. April 1940 wurde Arzl, am 1. April 1942 Vill und Igls eingemeindet. Im Gebiete aller neun Katastralgemeinden, die vom 1. 4. 1942 an zu Innsbruck gehörten, waren demnach am Zählungstag 76526+3285-79811 Einwohner festgestellt worden. 26 401 Tabelle XX/3 B Religionsaustritte und Übertritte in den Jahren 1938 bis einschließlich 1946 Übertritte Es erklären oder bekennen sich Austritte konfess.- röm.- gottgläubig Jahr los evang. kath. alt- kath. israel. zu sonst. Religion männl. m. m. m. m. insges. insg. weibl. W. W. w. W. W. insg. m. m. W. insg. m. W. insg. 1279 879 312 1938 2011 1343 463 732 464 151 1515 1449 26 1939 2510 2374 45 995 925 19 1436 1414 14 1940 2588 2539 1152 1125 674 655 1941 1193 1153 519 498 346 338 1942 656 638 310 300 119 107 1943 258 225 139 118 72 64 ±6 BT IT FIL 20 20 13 7 1 1 20 2 5 1 1 1944 144 122 1 72 58 98 45 12 24 21 28 9 25 17 79 17 187 108 36 11 79 43 7 3 26 19 6 14 10 3 13 8 3 10 14 11 10 79 11 1 -111 1 I - | | 11 1 6 Zu- 5441 4906 372 9360 8394 557 sammen 3919 3488 185 23 22 57 138 11 111 10 11 343 205 13 33 36 3 4 8 26 14 1945 67 29 41 15 45 1 1946 113 68 1 12 48 2 7 3 26 19 18 32 30 48 4506 9 I 10 26 2 16 == 11-- I 2 402 Tabelle XX/3 C Die Religionsaustritte in den Jahren 1938-1946 geordnet nach den aufgegebenen und neugewählten Bekenntnissen Übertritte zur Austritte römisch- alt- Jahr männl. Gott- gläubigkeit Konfessions- losigkeit Kirche kath. evang. Kirche kath. israel. Kirche zu sonst. Rel.-Ges. Kirche weibl. insges. m. m. inag. insg. ins. m. m. insg. mins. m.:. m. ins. ins. W. W. W. W. W. W. W. I. Austritte aus der katholischen Kirche 1204 831 295 78 1938 1894 1271 437 186 690 440 142 108 1391 1329 26 36 1939 2294 2171 44 78 903 842 18 42 1325 1305 13 7 1940 2375 2331 18 26 1050 1026 19 584 567 13 1941 1022 990 18 438 423 5 10 307 301 1 1942 567 552 2 260 251 1 86 77 4 1943 185 163 5 99 86 1 11 60 55 1 1944 110 99 50 44 4957 4465 353 Summe I 8447 7577 525 3490 3112 172 | | I I T 188448 14 5 13 3 14 III IIIIII 11- III | 3 10 6 137 341 204 17 1945 38 21 14 23 1946 56 33 2111 26 2 1213 3 24 1|-- 2 II. Austritte aus der evangelischen Kirche 4 9 5 10 26 16 68 46 16 1938 104 68 36 22 89 24 124 120 1939 214 202 90 82 1 104 102 1940 203 198 99 96 86 84 1941 162 155 76 71 38 36 1942 88 85 50 49 33 30 I 1943 72 62 39 32 11 9 1944 33 23 22 14. 65471224212725 121 1111 24 11 11 3 6 3 1 9 7 404 427 18 Summe II 876 793 412 366 11 81 29 19 31 50 9 1945 28 19 21 11 co 3 | 7 25 18 20 3 16 1946 49 7 41 29 4 25 |- || || | | T |- 22 - IIII - 1111- 4 I- IIII 3 3 III PII 111 11-1 3 3 26* 403 Tabelle XX/3 C (Fortsetzung) Übertritte zur Austritte Jahr Gott- gläubigkeit Konfessions- losigkeit römisch- kath. Kirche alt- evang. Kirche kath. Kirche Relig. Rel.-Ges. israel. zu sonst. männl. weibl. m. m. insges. insg. W. W. insg. ins. m. m. insg. ins. W. W. m. W. m. W. ins. ins. m. W. TE III. Austritte aus der altkatholischen Kirche III 2 1 4 2 4 22 9 54 1938 III 981 2 1 1 10 7344 10 10 6 273451 1939 1940 1941 1 I I I 5 10 1942 1 1943 1 1944 Summe 11 IIIII III 1945 1946 17 14 32 24 1 15 10 20 2 3 1170 6 L 7 - II II 115 6 III 21 11 || || I I II II IV. Austritte aus der israelitischen Religionsgesellschaft (kommen nur im Jahr 1938 vor) 1938 - 11 2 2 V. Austritte aus sonstigen Religionsgesellschaften (kommen nur im Jahre 1944 vor) 1944 22 4 1 1 Summe der Austritte in den Jahren 1938 bis einschl. 1944 I. 4957 4465 353 137 8447 7577 525 341 R.-k. K. 3490 3112 172 204 II. 464 427 18 19 876 793 29 50 - Ev. K. 412 366 11 31 III. 17 14 2 1 32 24 1 5 2 A.-k. K. 15 10 1 3 1 IV. 2 1 1 4 Isr. Rg. 2 V. 1 1 sonst. Rg. I I 2 2 - 111111 5441 4906 372 22 138 Summe 9360 8394 557 57 343. 1 3919 3488 185 35 205 1 404 1 4 3 221-1 I GOA 3 8 5 Religionseintritte in den Jahren 1945 und 1946 Tabelle XX/3 D₁ Zahl Sprengel 1945 1946 1 Dekanat und Propsteipfarre St. Jakob 104 94 2 Stadtpfarre Dreiheiligen 70 70 3 Stadtpfarrvikariat Saggen 41 41 4 Stadtpfarre Mariahilf 34 61 5 Stadtpfarre St. Nikolaus 35 15 6/7/8 Stifts- und Stadtpfarre Wilten (einschl. der Seelsorge Wilten-West und der Seelsorge Mentlberg) 170 147 9 Stadtpfarre Pradl 169 190 10 11 Stadtpfarre Hötting 52 28 Stadtpfarrvikariat St. Georg 26 12 Seelsorge Hungerburg 3 2 13 Stadtpfarre Mühlau 5 8 14 Stadtpfarre Amras 11 5 15 Stadtpfarre Arzl 17 11 16 17 Seelsorge Neu-Aral 1 6 Stadtpfarre Igla-Vill 2 20 Summe 714 724 Evangelisches Pfarramt A. und HB. Altkatholisches Pfarramt 463 302 3 14 Tabelle XX/3 D₂ Verhältniszahlen der Eintritte 1945 und 1946 zu den Austritten 1938 einschl. 1944 Vom Hundert Kirche Austritte Eintritte der Austritte Katholische Kirche 8447 1438 16.88 Evangelische Kirche 876 765 87.32 Altkatholische Kirche 32 17 53.12 Insgesamt 9355 2220 23.60 405 XXI. Verwaltung Schon im Jahre 1358 wird das Rathaus der Stadt Innsbruck neben dem Stadt- turm (heute Herzog-Friedrich-Straße 21) erwähnt. 1553 wird es mit den Wappen des römischen Königtums, Österreichs und Tirols geschmückt. Durch einen Blitz- schlag in die Pulverkammer stürzte 1691 der Rücktrakt des Rathauses ein, wird aber wieder hergestellt. Ein Brand beschädigt im Jahre 1738 die Rathausfassade. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird die Verwaltung der Stadt, der Magistrat, in das Haus Pfarrplatz Nummer 2 verlegt. Im Jahre 1897 widmen Kaufmann Leonhard Lang und seine Frau ihr Haus in der Maria-Theresien-Straße Nr. 18, ehemals Hotel,,Österreichischer Hof", als Rathaus, in das der Magistrat bereits im November desselben Jahres übersiedelt. Erst durch eine Reihe von zweckentsprechenden Ein- und Umbauten, und zwar in den Jahren 1909, 1924 und 1926, erhielt das Haus im wesentlichen die Gestalt, in der es sich heute als Rathaus und Verwaltungsgebäude zeigt. Die Ausdehnung der Stadtverwaltung veranlaßte die Stadtgemeinde im Jahre 1939/40 zur Er- richtung des neuen Verwaltungsgebäudes Fallmerayerstraße Nr. 1, das zusammen mit dem Rathaus Maria-Theresien-Straße Nr. 18 einen geschlossenen Häuserblock bilden sollte. In diesen beiden Gebäuden konnten fast alle städtischen Ämter, von denen eine Anzahl aus Raummangel auswärts untergebracht war, vereinigt werden. Schwere Bombenangriffe im Dezember 1944 und April 1945 zerstörten einen Teil des neuen Verwaltungsgebäudes und die zwischen den Hauptgebäuden liegenden Seiten- und Querflügel. Auch das Hauptgebäude Maria-Theresien-Straße Nr. 18 wurde beschädigt, weshalb der größte Teil der Ämter vorübergehend in das neue Berufstätigenheim Haydnplatz Nr. 5 umsiedeln mußte. Das Hauptgebäude des Rathauses und der unversehrt gebliebene Teil des neuen Verwaltungsgebäudes wurden nach Instandsetzung schon 1945 wiederum in Verwendung genommen, der zerstörte Nordflügel des Verwaltungsgebäudes wurde 1948/49 wieder aufgebaut; die Seiten- und Querflügel sind noch Ruinen. Die gesetzlichen Grundlagen der Verwaltung der Landeshauptstadt Innsbruck waren in den letzten hundert Jahren vorerst die Bestimmungen des provisorischen Gemeindegesetzes von 1849, das Reichsgemeindegesetz von 1862 und das Gemeinde- statut vom 14. 4. 1874, LGBl. Nr. 28, welches in den Jahren 1897, 1904 und 1919 verschiedene Abänderungen erfuhr. Mit Landesgesetz vom 9. 3. 1921, LGBl. Nr. 30, wurde ein neues Statut erlassen, das bis 1935 in Kraft blieb; die Bundesverfassung des Jahres 1934 machte eine neue Satzung nötig, die als Stadtrecht der Landeshaupt- stadt Innsbruck mit Landesgesetz vom 10. 7. 1935, LGBl. Nr. 35, erschien, bis 1938 angewendet wurde und nach Begründung der zweiten Republik Österreich seit 1945 nach dem vorläufigen Gemeindegesetz vom 10. 7. 1945, StGBl. Nr. 66, wieder bis 30. 9. 1949 in Kraft stand, soweit seine Bestimmungen mit der Verfassung 1934, BGBl. II Nr. 1, oder mit den übrigen nach dem 5. 3. 1933 erlassenen Verfassungs- bestimmungen in Einklang zu bringen und nicht autoritärer Natur waren. Von 1938 bis Mai 1945 galt die Deutsche Gemeindeordnung. Die Rechtsform der Gemeinde als juristische Person und als Körperschaft blieb nach dem Ende der konstitutionellen Monarchie in der ersten Republik Österreich, 406 nach der Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich und nach der Wieder- errichtung der zweiten Republik Österreich erhalten, so daß im rechtlichen Bestande der Gemeinde trotz der Veränderung der Staatsform keine wesentliche Veränderung eintrat. Der Wirkungskreis der Gemeinde teilt sich in den selbständigen und übertragenen. Der Begriff des selbständigen Wirkungskreises war im Laufe der Zeit verschiedenen Wandlungen unterworfen, im allgemeinen wurde er in jüngerer Zeit eingeengt. Das Stadtrecht von 1935 nannte ihn den eigenen Wirkungskreis. Nach diesem konnte die Gemeinde mit Beobachtung der Bundes- und Landesgesetze nach freier Selbst- bestimmung anordnen und verfügen. Auf nähere Einzelheiten kann hier nicht eingegangen werden. Der übertragene Wirkungskreis der Gemeinde umfaßt die Verpflichtung zur Mitwirkung für die Zwecke der öffentlichen Verwaltung, bzw. nach dem Stadtrecht 1935 zur Mitwirkung bei der Bundes- und Landesvollziehung. Er wird durch Gesetze des Bundes und Landes bestimmt. Die Gemeinde ist darüber hinaus für ihr Gebiet mit der Besorgung der Bezirksverwaltung betraut.¹) Als beschließendes Organ der Gemeindeverwaltung im eigenen Wirkungskreis ist seit 1921 der 40 Mitglieder zählende Gemeinderat und der aus 11 Mitgliedern bestehende Stadtrat im Gemeindestatut vorgesehen. Das verwaltende und vollziehende Organ ist der Bürgermeister, dem 2 Bürgermeister-Stellvertreter zur Seite stehen. Der Bürgermeister ist für seine Amtsführung dem Gemeinderate und bezüglich des übertragenen Wirkungskreises dem Landeshauptmann oder der Landesregierung verantwortlich. Während in der Geltungszeit des Stadtrechtes 1935 der Gemeinde- rat als Gemeindetag und der Stadtrat als Gemeinderat bezeichnet wurde, führte man 1945 wieder die früheren Benennungen ein. Die deutsche Zeit von 1938 bis 1945 kannte den Oberbürgermeister, der nach dem damals geltenden Führergrundsatz für die Leitung der Gemeinde die volle Verantwortung trug; seine beratenden Or- gane waren 6 Beigeordnete und 31 Ratsherren. Als Hilfsorgan der Hoheitsverwaltung der Gemeinde steht dem Bürgermeister der Magistrat zur Verfügung, während der deutschen Zeit Behörde des Oberbürger- meisters genannt. Dem Magistrat obliegen alle in den Wirkungskreis des Bürger- meisters fallenden Angelegenheiten des eigenen und übertragenen Wirkungskreises der Gemeinde und der Bezirksverwaltung. Er ist dem Bürgermeister untergeordnet. Die Leitung des Magistrates führt der Magistratsdirektor, dem grundsätzlich alle im Bereiche des Magistrates tätigen Beamten, Angestellten und Arbeiter unterstehen. Zur Verwaltung wirtschaftlicher Unternehmungen setzt der Gemeinderat auch selbständige Verwaltungsausschüsse ein, die ihr Personal selbst bestellen. Der wichtigste dieser Ausschüsse war der Ausschuß der städtischen Licht- und Kraft- werke, die im Jahre 1940 mit dem Wasserwerk, der Stadtgärtnerei und der Nord- kettenbahn in die,,Stadtwerke" zusammengeschlossen wurden (siehe Abschnitt Xb). Bis dorthin bestand ein eigener Nordkettenbahn-Ausschuß und bis 1939, dem Zeit- punkt der Übergabe der städtischen Molkerei an den Milchhof, reg. Gen. m. b. H., auch ein Molkereiausschuß, die als Sonderausschüsse selbständige Beschlüsse im Rahmen des Gemeindestatuts und ihrer Geschäftsordnung fassen konnten. Der Stadtmagistrat gliederte sich früher in eine Reihe von Referaten und Ämtern, seit dem Jahre 1932 in eine Magistratsdirektion und in Magistratsabteilungen, auf welche die Geschäfte nach ihrem Gegenstande und ihrem sachlichen Zusammenhang aufgeteilt sind. 1) Auch das letzte Stadtrecht vom 2. Juni 1949, LGBl. Nr. 40, spricht von einem eigenen und übertragenen Wirkungskreis und überträgt der Stadt die Geschäfte der Bezirks- verwaltungsbehörde. 407 Nach der heutigen Organisation umfaßt der Stadtmagistrat: Die Magistratsdirektion für die Leitung des inneren Dienstes, für die Amtsorgani- sation und die Personalverwaltung; unterstellt sind: Die Kanzlei des Gemeinde- rates und Stadtrates, das Dolmetscherbüro, das hauptsächlich den Schriftverkehr mit den Besatzungsbehörden zu besorgen hat, das Personalamt, die Gehalts- und Lohnrechnungsstelle, Haupteinlauf und Registratur, allgemeine Schreib- stube und Auslaufstelle, Erhebungsamt, Beschaffungsamt, Personalbetreuungs- stelle, die Außendienststellen Arzl und Igls und die Bezirksverkehrsstelle zur Verteilung des Kraftwagentreibstoffes für Innsbruck. Die Magistratsabteilung I versieht hauptsächlich die Agenden der Bezirksver- waltungsbehörde. Sie bearbeitet Angelegenheiten des Gewerbes, Arbeitsrechtes, der Sozialversicherung, des Personenstandes, der Religion, der Staatsbürgerschaft, des Sanitätsrechtes, Veterinärrechtes, Volkszählungswesens, der Wahlen und der Ortspolizei; zur Abteilung gehören das Wahlamt, Standesamt, die Registrierungs- stelle nach dem Verfassungsgesetz über das Verbot der NSDAP., die Einwohner- erfassungsstelle²), die kriegsbedingten Ämter für Familienunterhalt³) und Kriegs- schäden. Die Magistratsabteilung II als Amt für Schulwesen, Kindergärten, Kultur-, Kunst- und Musikpflege, Volksertüchtigung; unterstellt sind die Stadtbücherei, das Stadtarchiv, die Musikschule, das städtische Orchester und die Spiel- und Sport- plätze. Zur Abteilung II gehörte bis September 1947 auch das Statistische Amt, das seither dem Bürgermeister direkt unterstellt ist. Die Magistratsabteilung III als Amt für die Finanzverwaltung der Stadt; unter- stellt sind die Stadtbuchhaltung, das Stadtsteueramt, das Einziehungsamt, die Stadtkasse und die Steuerkasse. Die Magistratsabteilung IV verwaltet das städtische Grundeigentum und vertritt die Gemeinde in allen privatrechtlichen Angelegenheiten; zur Abteilung gehören das Rechtsamt, die städtische Hausverwaltung, die Friedhofsverwaltung, das Wohnungsamt, die Preisbildungsstelle für Miete und Pacht und die Hausrat- bergungsstelle. Die Magistratsabteilung V als Amt für Armen- und Jugendfürsorge mit den Dienst- stellen Jugendamt, Vormundschaftsamt, Fürsorgeamt, Verwaltung der städtischen Fürsorgeanstalten und Kinderheim Mariahilf). Die Magistratsabteilung VI als Stadtbauamt mit eigenem Rechtsreferat. Ihre Auf- gaben sind: Städtebau, Stadtvermessung, Straßen-, Wege- und Brückenbau, Stadtentwässerung, Straßenreinigung, Mullbeseitigung, Wasserrechtsangelegen- heiten, Bau- und Feuerpolizei, Genehmigung industrieller und gewerblicher Be- triebsanlagen, allgemeine maschinentechnische Angelegenheiten, Wärmewirt- schaft, Heizungs- und Lüftungsangelegenheiten, Gebäudeerhaltung, Bauberatung, Denkmal- und Heimatschutz. Dementsprechend gliedert sich das Bauamt in Ämter und Dienststellen für allgemeine Bauverwaltung, technische Gebäude- verwaltung, Bau- und Feuerpolizei und Hochbauverwaltung (Entwurf und Aus- führung stadteigener Bauten, Wohn- und Siedlungswesen), Tiefbau (Straßen-, Brücken- und Wasserbau, Stadtentwässerung), Städtebau (Planung und Ver- messung), Heizungs- und Maschinenwesen. Unterstellt sind die Berufsfeuerwehr, 2) Die Einwohnererfassungsstelle, nun Einwohneramt untersteht seit 1. XII. 1948 dem Statistischen Amt. 3) Das Amt für Familienunterhalt ist seit 1. 1. 1948 bei der Magistratsabteilung V. 408 der Wirtschaftshof mit dem Fuhrpark und dem Reinigungswesen, das städtische Volksbad Nr. 3, das Dampfbad, die Kühlanlagen und die Eisfabrik, die Schotter- werke. Die Magistratsabteilung VII als städtisches Gesundheitsamt für den Aufgabenkreis: Allgemeine Maßnahmen zur Verhütung von Krankheiten, Krankenhilfe und Krankenfürsorge, Bekämpfung von Infektionskrankheiten und Volksseuchen, Leichen- und Bestattungswesen, Überwachung des Sanitätspersonals, des Heil- mittelwesens und des Sanitätsgewerbes, amtsärztliche Untersuchungen, schul- ärztlicher Dienst, Mutterberatung, Säuglings- und Kleinkinderfürsorge, Tuber- kulosebekämpfung; unterstellt sind die Mutter- und Säuglingsfürsorgestellen, die Tuberkulosenfürsorgestelle, das Marktamt, die Desinfektionsanstalt und Wäscherei. Die Magistratsabteilung VIII5) als Veterinäramt für das öffentliche Veterinärwesen mit dem unterstellten Schlacht- und Viehhof und der Wasenmeisterei. Folgende restliche Dienststellen unterstehen direkt dem Bürgermeister: Die Kanzlei des Bürgermeisters, das Rechnungsprüfungsamt, das die Finanzgebarung der Stadt zu überprüfen hat, das Verkehrsamt und als kriegswirtschaftliche Ämter das Ernährungsamt, dem das Karten- und Bezugscheinausgabeamt unterstellt ist, und das Wirtschaftsamt für die vom Staate angeordnete Bewirt- schaftung wichtiger Bedarfsgüter außer Lebensmittel. Das Kernstück des Abschnittes XXI dieses Buches sollen die Tabellen über die Entwicklung des Personalstandes sein, und zwar des Personales des Stadtmagi- strates, gegliedert nach den einzelnen Dienstzweigen, wie auch des Personales der Stadtwerke einschließlich der fast zur Gänze in den Händen der Stadt befindlichen Verkehrsbetriebe. Die Beschaffung des nötigen Zahlenmaterials für das Jahr 1946 begegnete keinerlei Schwierigkeiten, wohl aber mußten die Zahlen aus früheren Jahren, infolge der Verluste statistischen Materials durch Bombenangriffe und Brände, aus allen möglichen Hilfsquellen, so z. B. aus alten Adreßbüchern, Jahres- berichten und aus zufällig geretteten Bilanzen des einen oder anderen Betriebes zusammengetragen werden. Bei der Darstellung der Entwicklung des Beamten- und Angestelltenkörpers des Magistrates in seiner Gliederung nach Verwaltungs- oder Dienstzweigen bereiteten die im Laufe von mehreren Dezennien wiederholt notwendig gewordenen Änderungen der inneren Organisation des Magistrates die größten Schwierigkeiten; um die Vergleichbarkeit herzustellen, mußten die Be- diensteten nach ihrer jeweiligen Verwendung entsprechend der im Jahre 1946 geltenden Organisation gruppiert werden. Betrachtet man die Endsummen der beiden Tabellen XXI/1 A und B Bedienstete Beamte und Angestellte Arbeiter Zusammen 1905 1932 1936 1946 413 577 461 922 345 615 806 1537, zeigt sich vom Jahre 1905 auf 1932 ein Zuwachs um fast die Hälfte, von 1932 auf 1936 eine Abnahme von rund einem Fünftel, von 1936 auf 1946 aber ein Hinauf- schnellen des Standes auf fast das Doppelte. Diese Entwicklung war im großen und ganzen bedingt: ) Am 13. 3. 1947 kam auch das Kinderheim Holzham-Westendorf dazu. ) Als IX. Magistratsabteilung wurde am 1. August 1947 ein Amt für Agrar- und Forst- angelegenheiten geschaffen. 409 1. durch den außerordentlichen Aufschwung, den die Stadtgemeinde seit ihrer Vereinigung mit Wilten und Pradl bis 1914 genommen hat und durch den glimpf- lichen Ablauf der Kriegs- und Nachkriegsjahre, 2. durch die Verbundlichung der städtischen Polizei am 1. Jänner 1936, 3. durch die Einverleibung Österreichs in das Deutsche Reich, die für die Gemeinde nach den deutschen Gesetzen eine Unmenge neuer Aufgaben und überdies durch Eingliederung von 6 Randgemeinden einen gewaltigen Gebietszuwachs und damit eine Vergrößerung der gegebenen alten und neuen Aufgaben mit sich brachte, endlich 4. durch den zweiten Weltkrieg, der zunächst die Errichtung verschiedener Kriegs- ämter, auf die heute noch nicht verzichtet werden kann, notwendig machte und der durch seine Zerstörungen und Schäden nach dem Zusammenbruch des Reiches den Wiederaufbau im Gefolge hatte. Zum Verständnis der Entwicklung des Personalstandes in den einzelnen Dienst- zweigen ist noch die Kenntnis folgender Tatsachen notwendig. Die neugeschaffenen Dienststellen: Personalbetreuungsstelle, Außendienststellen Arzl und Igls wurden der Magistratsdirektion, das Standesamt, die Ämter für Familienunterhalt und Kriegsschäden und die Registrierungsstelle für die Mitglieder der NSDAP. der Magistratsabteilung I angegliedert; die dieser Abteilung schon früher unterstellte Einwohnermeldestelle wurde zu einer vergrößerten Einwohnererfassungsstelle aus- gestaltet. Die Magistratsabteilung II wurde nach Verbundlichung der Polizei, wie schon erwähnt, aufgelassen und erst im Jahre 1941 durch eine neue Abteilung für Schule, Kultur, Kunst und Volksertüchtigung ersetzt. Die Senkung des bei dieser Abteilung für das Jahr 1905 angegebenen Personalstandes ist auf die Ausscheidung der Volks- und Bürgerschullehrer an den städtischen Schulen zurückzuführen, die vorgenommen wurde, als die Landesbuchhaltung im Sinne des Gesetzes vom 30. 1. 1920 die Aus- zahlung des Diensteinkommens der Lehrkräfte übernahm. Die spätere Vermehrung hängt mit dem Ausbau des Kindergartenwesens, der Sportangelegenheiten, sowie mit der neuen Stadtbücherei und der Übernahme der Musikschule des ehemaligen Musikvereines und des bis dahin von der Stadt subventionierten Orchesters zu- sammen. Daß in der Abteilung III im letzten Jahrzehnt der Personalstand von 91 auf 52 Beamte und Angestellte fällt, erklärt sich aus der Auflassung der Gefällsverwal- tung mit durchschnittlich 40-50 Gefällswachebeamten, als die allgemeine und be- sondere Verbrauchsabgabe (Akzise, Gefälle) mit April 1939 aufgehoben wurde.") Die Personalvermehrung in der Abteilung IV als Verwalterin städtischen Grund- eigentums war durch die Eingemeindungen und durch die gebotene Vergrößerung des Wohnungsamtes gegeben. Im Jahre 1918 wurde das Jugendamt ins Leben gerufen und allmählich ausgebaut; mit der Jugendwohlfahrtsverordnung des Deutschen Reiches, die seit 1940 auf Österreich Anwendung fand, wurde das Tätigkeitsfeld des Jugendamtes bedeutend erweitert. Der Aufgabenkreis des Armen- oder Fürsorgeamtes, der im Jahre 1905 noch von 2 Beamten mit ehrenamtlichen Helfern bewältigt werden konnte, wurde wegen der nach dem ersten Weltkriege ständig ansteigenden Not und vom Oktober 1938 an auf Grund des deutschen Fürsorgerechtes immer weiter gezogen. *) Siehe Abschnitt XXIII. 410 Daß sich das Bauamt besonders ausdehnte, ist im großen Gebietszuwachs und in den Wiederaufbauarbeiten begründet. Mitursache der Personalvermehrung war die über Verlangen der Besatzungsmacht erfolgte Erhöhung des Personalstandes der Berufsfeuerwehr von 18 auf 52 Mann. Das Gesundheitsamt zählte im Jahre 1905 drei pragmatische Beamte: den Physikus, einen Sanitätskonzipisten und den Krankenhausdirektor. Den Rest der für diese Abteilung ausgewiesenen Zahl bilden 9 Sekundarärzte des Krankenhauses und die in der Krankenhaus-Apotheke und in der Krankenhaus-Verwaltung tätigen Beamten und Angestellten. Nachdem der Gemeinderat im Jahre 1922 beschlossen hatte, das Krankenhaus dem Land zu übergeben und die nach dem Kranken- anstalten-Gesetz beitragspflichtigen Faktoren gemeinsam die Kosten der Betriebs- führung trugen, wurden die städtischen Beamten und Angestellten des Kranken- hauses unter dem Personal des Magistrates nicht mehr geführt. Der weitere Anstieg des Personalstandes des Gesundheitsamtes wurde durch die Unterstellung des Marktamtes und durch die Erweiterung der alten und die Zuweisung neuer Aufgaben, besonders im Sinne des deutschen Gesetzes zur Vereinheitlichung des Gesundheits- wesens, das mit seinen drei Durchführungsverordnungen in Österreich am 1. De- zember 1938 in Wirksamkeit getreten ist, bewirkt. Das eigentümliche Auf und Ab im Personalstand des Veterinäramtes ist darauf zurückzuführen, daß das Personal des im Jahre 1910 eröffneten Schlacht- und Vieh- hofes in den Jahren 1932 und 1946 mitgezählt, im Jahre 1936 aber weggelassen wurde, weil der Schlacht- und Viehhof damals nicht im Rahmen des Magistrates, sondern als selbständiger Betrieb geführt worden war. Die Tabelle XXI/1 B gliedert die in der Tabelle XXI/1 A für die Jahre 1936 und 1946 enthaltenen Zahlen in Beamte und Angestellte und erweitert sie durch die Zahl der Arbeiter. Das Auffallendste an dieser Tabelle ist der starke Rückgang der Zahl der Beamten und die gewaltige Zunahme der Zahl der Angestellten und Aushilfs- angestellten: Beamte Angestellte Aushilfsangestellte Jahr 1936 1946 346 190 Arbeiter Summe 115 0732 345 806 615 1537. Im Jahre 1936 waren also 75% Beamte und 25 % Angestellte, während das Jahr 1946 gerade umgekehrt 26% an Beamten und 74% an Angestellten aufweist. Die Lücken, die durch die Enthebung von Beamten, die als belastete oder minder- belastete Nationalsozialisten angesehen wurden, entstanden waren, wurden provi- sorisch durch Vertragsangestellte ausgefüllt. Die Tabelle XXI/1 C verfolgt den Zweck, die Entwicklung des Beamten- und Angestelltenkörpers des Magistrates im Zusammenhang mit der steigenden Be- völkerungszahl und dem Gebietszuwachs darzustellen. Um ein möglichst unver- zerrtes Bild des Wachstums des Personalstandes zu erhalten, wurden in dieser Ta- belle die Volks- und Bürgerschullehrer, die Sicherheitswachebeamten und die in den kriegswirtschaftlichen Ämtern tätigen Angestellten weggelassen. Von 1905 bis 1936 wächst der Personalstand um 72%, die Bevölkerung um 29%, von 1936 bis 1946 um 87, bzw. 60%. Der Gebietszuwachs seit 1905 beträgt 648%. Der Personal- stand hat also im Verhältnis mehr zugenommen als die Einwohnerzahl. Die Gründe hiefür liegen, wie bereits früher erörtert, in der Steigerung der Anforderungen, die an die Gemeinde, bzw. den Magistrat gestellt wurden. 411 War bisher nur von der Zahl der Bediensteten die Rede, gewährt die Tabelle XXI/1 D einen Einblick in den Personalaufwand der Jahre 1936 und 1946 und in sein Verhältnis zu den Gesamtausgaben des ordentlichen Haushaltes. Die Schilling- beträge aus dem Jahre 1936 sind zu einem Vergleich mit jenen aus dem Jahre 1946 unbrauchbar; sie müßten vorerst um annähernd 1, gekürzt werden. Wohl aber kann man die Verhältniszahlen vergleichen, aus denen zu ersehen ist, daß sich der Prozentsatz für Gehälter, Vergütungen und Löhne von 25.09 auf 27.42% erhöht und der für Ruhegenüsse und Ruhelöhne von 8.32 auf 4.62% vermindert hat. In Ergänzung der Tabelle XXI/1 D wird nachstehend die Zahl der Pensionsparteien aus den beiden Vergleichsjahren angeführt: Bezugsberechtigte I. Empfänger von Ruhe- und Versorgungsgenüssen 1936 1946 Beamte Witwen Waisen. Zusammen II. Empfänger v. Ruhelöhnen u. Versorgungsgeldern 165 187 78 108 4 5 247 300 Arbeiter 76 76 Witwen 23 59 Waisen. 3 Zusammen 99 138 III. Empfänger von Ehren- und Gnadengaben und Unterhaltsbeiträgen 23 28 I+II+III 369 466 Die Zahl der Pensionsparteien hat sich demnach vom Jahre 1936 auf 1946 von 369 auf 466, d. i. um 25% erhöht, die Zahl der aktiven Bediensteten ist im gleichen Zeitraum von 806 auf 1537, d. i. um 91% gestiegen. Wenn man nun von 2, der Aufwandszahlen des Jahres 1936 ausgeht, erhöht sich der Personalaufwand für die Aktiven um 160%, der der Pensionsparteien um 32%, die Gesamtausgabe der Stadt um 138%. Aus dieser ungleichen Steigerung erklärt sich, daß laut Tabelle XXI/1 D der Prozentsatz der Aktivitätsbezüge jeder Art von den Gesamtausgaben von 25.09 auf 27.42% gestiegen und der Prozentsatz der Ruhebezüge und Ruhelöhne von 8.3 auf 4.6% gesunken ist. Die Tabelle XXI/1 E zeigt die Einstufung der aktiv tätigen Beamten und An- gestellten des Magistrates in 4 Gehaltsgruppen, und zwar mit Bezügen unter 300, von 300 bis unter 500, von 500 bis unter 900 und von 900 S und darüber. Das Gesamt- bild, das sich im Vergleich zwischen 1946 und 19337) bietet, ist vom Standpunkte des Dienstnehmers aus gesehen wenig günstig. Es standen in der Gruppe 3 4 1 2 im Jahre 1933 im Jahre 1946 49% 40% 10% 0.7% 61% 23% 6% 0.4% 7) Für das Jahr 1936, das bisher immer als Vergleichsjahr herangezogen wurde, steht keine derartige Aufgliederung zur Verfügung; bei den geringfügigen Unterschieden zwischen 1936 und 1933 sind auch die Ziffern dieses Jahres für einen Vergleich brauchbar. 412 Auch hier zeigt sich die übergroße Zahl der erst während des Krieges und nach dem Zusammenbruch aufgenommenen Vertragsangestellten. Die Entwicklung der Stadtbetriebe, die heute in den Stadtwerken zusammen- gefaßt sind, ist im Abschnitt Xb behandelt. Ihr Aufblühen, ihre Ausgestaltung und ihre Bedeutung im Wirtschaftsleben der Stadt spiegelt sich auch im Personalstand wider, wie er in der Tabelle XXI/2 dargestellt wird. Dem Personalstand der Stadt- werke wurde auch jener der Innsbrucker Verkehrsbetriebe angefügt; wenn auch die Verkehrsbetriebe nicht städtische Betriebe im eigentlichen Sinne sind, so stellen sie doch heute eines der wichtigsten und größten Unternehmen dar, auf welche die Stadt infolge ihres nahezu 100%igen Aktienbesitzes ihren Einfluß ausüben kann. Im Dienste der Stadt: im Magistrat, bei den Stadtwerken und in den Verkehrs- betrieben arbeiteten Ende 1946 1537+794+5232854 Bedienstete. A. 413 Tabelle XXI/1 A Beamte und Angestellte des Stadtmagistrates Innsbruck Dienstaweig 1939 1905 1932 1936 1946 Kanzlei des Bürgermeisters 1 2 3 6 Magistratsdirektion 17 42 62 98 Mag. Abt. I (Bezirksverwaltung) 12 30 25 103 Mag.-Abt. II (Sicherheit)¹) 75 199 11 - Mag. Abt. II (Schule, Kultur, Sport, Kindergärten, Statistik, Archiv)") 144 57 119 151 Mag. Abt. III (Finanzwesen) Mag. Abt. IV (Verwaltung des städt. Grundbesitzes, 75 80 91 52 Privatrechtsangelegenheiten der Stadt) 20 32 25 67 Mag.-Abt. V (Fürsorge- und Jugendamt) 2 28 36 41 Mag.-Abt. VI (Bauamt) 31 49 57 174 Mag. Abt. VII (Gesundheitsamt) Mag. Abt. VIII (Veterinäramt) Fremdenverkehrsamt Rechnungsprüfungsamt 31 11 18 42 5 47 8 31 3 4 3 2 Summe I 413 577 461 771 Kriegswirtschaftliche Ämter: Ernährungsamt, Gemeinschaftsküchen Wirtschaftsamt Karten- und Bezugscheinausgabeamt Bezirksverkehrsstelle IIII IIII 33 41 71 6 Summe II - 151 Summe I und II 413 577 461 922 1) Mit der Übertragung der Aufgaben der Sicherheitspolizei von der Stadt an den Bund am 1. 1. 1936 blieb die Mag.-Abt. II zunächst unbesetzt. 2) An Stelle der Sicherheitspolizei trat als neue Mag.-Abt. II im Jahre 1941 das neu ge- schaffene Amt für Schule, Kultur, Sport, Kindergärten usw. Im Jahre 1905 sind unter der Zahl 144 auch die an den städtischen Volks- und Bürgerschulen wirkenden Lehrkräfte ent- halten, deren Bezüge bis zum Jahre 1920 vorschußweise von der Stadtkasse ausbezahlt wurden. 414 Tabelle XXI/1B Beamte, Angestellte und Arbeiter des Stadtmagistrates Innsbruck Bezeichnung der Dienststelle (Gruppe) Stand v. 31. 12. 1936 Stand vom 31. 12. 1946 Beamte Ange- stellte Arbeiter Kanalei des Bürgermeisters Magistratsdirektion Mag.-Abt. I Mag.-Abt. II Mag.-Abt. III Mag.-Abt. IV Mag.-Abt. V Mag.-Abt. VI 2222222 42 18 78 41 87 23 37 Mag. Abt. VIII Mag-Abt. VII Rechnungsprüfungsamt Fremdenverkehrsamt Wachebeamte 16 7 3 11 I WILNS WAT 1 20 7 4 3 13 345 20 2 3 332881 1 25 17 27 16 14 RUBIR 15 71 14 11 40 11 16 48 11 18 13 10 1 3 1 Cangest. 11111 Arbeiter 15 49 481 13 44 Summe I 346 115 345 182 224 365 603 Kriegswirtschaftliche Ämter: Ernährungsamt Wirtschaftsamt Karten- und Bezugscheinausgabeamt Bezirksverkehrsstelle Gemeinschaftsküchen 11111 IIIII 11111 34512 15211 27 32 64 5 12 Summe II 8 15 128 12 Summe I und II 346 115 345 190 239 493 615 Quelle: Magistratedirektion, Gehalts- und Lohnrechnungsstelle. 415 Tabelle XXI/1C Perzentuelle Steigerung der Zahl der Beamten und Angestellten, der Einwohner und der Fläche von 1905 auf 1936 und 1946 und von 1936 auf 1946 Bedienstete) Einwohner Fläche der Stadt Jahr Steigerung d. Anzahl von Steigerung der Anzahl von Steigerung d. Fläche von Zahl Zahl km² 1905 1936 1905 1936 1905 1936 in Prozenten in Prozenten in Prozenten 1905 234 47151 13.61 1936 403 72 1946 752 221 61005) 87 978843) 108 29 13.61 60 101.76 648 648 1) Ohne Volks- und Bürger (Haupt)schullehrer, ohne Polizei und kriegswirtschaftliche Ämter und ohne Arbeiter. 2) Volkszählung 1934. a) Fortgeschriebene Einwohnerzahl. 416 Personalaufwand des Stadtmagistrates Innsbruck 1936 und 1946¹) 1946 % der Gesamt- ausgaben (I) 1936 Art der Ausgaben Schilling % der Gesamt- ausgaben (I) Schilling I. Gesamtausgaben des ordentlichen Haushaltes 13153095 20864362 II. Ausgaben für Beamte und Angestellte a) Gehalte und Vergütungen 2336617 17.76 4099986 19.65 963 660 7.32 837 547 4.01 Zusammen 3300 2773) 25.08 4937 533³) 23.66 3301070 25.09 5722271 27.42 1095 330 8.32 964360 4.62 Zusammen 4 396 400²) 33.41 6686631³) 32.04 b) Ruhegenüsse III. Ausgaben für Beamte, Angestellte und Arbeiter a) Gehalte, Vergütungen und Löhne b) Ruhegenüsse und Ruhelöhne Tabelle XXI/1 D Aus den Rechnungsabschlüssen der Jahre 1936 und 1946. 1) Im ausgewiesenen Personalaufwand sind auch die Bezüge des Bürgermeisters und der Bürgermeisterstellvertreter, der Stadträte und im Jahr 1946 außerdem die Sitzungsgelder der Gemeinderäte enthalten. *) In diesen Summen sind die sonstigen Personalauslagen" S 49 698 nicht enthalten; der gesamte Personalaufwand beträgt daher S 4446098. 3) In diesen Summen sind die,,sonstigen Personalauslagen" S 60 307 und Unfallversicherungsbeiträge S 38669 nicht enthalten. Der gesamte Personalaufwand des Jahres 1946 beträgt demnach S 6785607 (vergleiche Tabelle XXIII/D). 417 Tabelle XXI/1 E Monatliches Reineinkommen der Beamten und Angestellten des Stadtmagistrates Innsbruck nach Größengruppen Gruppe der Bediensteten 1933 1946 Beamte d. allgemeinen Verwaltung ledig verheiratet Zusammen Von Hundert des Standes Vertrags- u. Aushilfsangestellte ledig verheiratet 91 69 206 68 19 3 90 44 297 137 109 47 44 44 17 23 4 146 21 95 27 190 38 118 31 16 1.6 336 100 46 37 16 1.35 100 20 62 29 27 17 13 4 11 || 27 63 305 280 25 427 241 157 28 1 732 521 182 28 1 100 71 25 4 0.14 Zusammen 46 40 Von Hundert des Standes 100 87 13 Wachebeamte ledig verheiratet 49 42 123 32 7 - 84 Zusammen: 172 74 91 Von Hundert des Standes 100 43 53 7744 Handarbeitslehrerinnen, Kindergärtnerinnen ledig verheiratet 43 5 27 27 16 - 2 Zusammen: 48 27 18 133 Von Hundert des Standes 100 56 38 6 Zusammen: Von Hundert des Gesamtstandes 563 278 224 57 4 922 559 300 59 4 100 49 40 10 0.71 100 61 33 6 0.4 418 Tabelle XXI/2 Zahl der Angestellten und Arbeiter der Stadtwerke und Verkehrsbetriebe in den Jahren 1936 und 1946¹) 1936 1946 Bezeichnung des Werkes oder Betriebes Ange- Ange- Arbeiter Arbeiter stellte stellte 1. Stadtwerke) Zentralverwaltung Elektrizitätswerk Gaswerk Wasserwerk Stadtgärtnerei Nordkettenbahn 137 5 95 143 87 287 26 145 14 33 2 26 20 12 Stadtwerke insgesamt: 2. Innsbrucker Verkehrsbetriebe") Verkehrsbetriebe-A.-G. (Lokalbahn-A.-G. Innsbruck-Hall Mittelgebirgsbahn 286 508 131 346 178 6 Hungerburgbahn 11 Patscherkofelbahn) 14 Stubaitalbahn-A.-G. 35 17 21 Verkehrsunternehmen Stubaital 8 1 7 Verkehrsbetriebe insgesamt: 252 149 374 Stadtwerke Innsbruck und Verkehrsbetriebe. 1) Bedienstete, die vom Kriegsdienst noch nicht zurückgekehrt sind, sind nicht mitgezählt. Geringfügige Abweichungen von früher eingeholten, im Abschnitt XI verwerteten Angaben finden damit ihre Erklärung. 2) Im Sinne einer Eigenbetriebsverordnung wurde mit 1. Jänner 1939 das Elektrizitätswerk, das Gaswerk mit dem Hallenbad, das vom Stadtbauamt betriebene Wasserwerk, die dem Stadtbauamt unterstellte Stadtgärtnerei und die bis dahin als selbständiger Betrieb geführte Nordkettenbahn unter der Bezeichnung,,Stadtwerke" zusammengelegt. Vergleiche Ab- schnitt X b. Nähere Zahlenangaben für die Zeit vor 1946 sind vorwiegend wegen Bomben- schadens nicht erhältlich. 3) Die Lokalbahn-A.-G. Innsbruck-Hall einschließlich der Hungerburgbahn und Mittel- gebirgsbahn wurde mit der Patscherkofelbahn 1941 zur Innsbrucker Verkehrsbetriebe-A.-G. zusammengefaßt und die Stubaitalbahn sowie das Verkehrsunternehmen Stubaital in gemein- same Betriebsführung übernommen. Näheres siehe Abschnitt XI. 27° 419 XXII. Feuerschutz¹) Feuerschutzmaßnahmen bildeten schon in früher Zeit eine große Sorge der für Stadt und Land verantwortlichen Obrigkeiten. Innsbruck war bei der engen Ver- bauung innerhalb der Stadtmauern besonders bei herrschendem Südwind großer Feuersgefahr ausgesetzt. Der große Brand des Jahres 1292, der die ganze rechts- seitige Stadt einäscherte, führte zur Erbauung des Sillkanales, auch kleine Sill genannt, der die Ritschen der Stadt speiste. Solche Ritschen zweigten bei der alten Engelmühle (unterhalb des Adambräus) und bei der Hofmühle in der Sillgasse ab. Die erstgenannte Ritsche durchzog den Heilig-Geist-Anger, schwenkte bei der heutigen Triumphpforte in die Neustadt oder Vorstadt ab, durchfloß dieselbe in einem offenen Gerinne, um in den Marktgraben einzubiegen. Der andere Ritschen- arm führte offen durch die Silbergasse, heute Universitätsstraße, und spaltete sich vor dem Tore der Hofgasse in drei Teile. Der erste Teil floß entlang des Grabens Rennweg Herrengasse, der zweite durch die Hofgasse, der dritte bog in den Burg- graben ein und nahm seinen Weg durch die Altstadt. In der Neuzeit sahen sich die Regierungen und der Rat der Stadt veranlaßt, eine Reihe von Maßnahmen zu treffen, die der Verhütung der so gefürchteten Brände und deren Bekämpfung zu dienen hatten. Man ging daher schon früh daran, einen organisierten Feuerschutz zu schaffen. Im Jahre 1551 z. B. mußten die Bürger Wasserbehälter (Brenten) auf den Dächern bereitstellen und wurden die,,Messing-Sprytzen" instandgesetzt. 1563 wird eine neue Feuerwehrordnung eingeführt, nach der aus der Bürger- und Inwohnerschaft wechselweise Feuerwächter an bestimmten Punkten der Stadt außer den,,ordinari Wächtern" Feuerwachdienst zu versehen hatten. Diese Feuerordnung wurde 1567, 1605 und 1609 verbessert. 1542 wird eine ausführliche Feuerordnung unter nament- licher Anführung der Hausbesitzer gedruckt, 1698 folgte eine Verbesserung derselben. Im Verlaufe von Jahrzehnten wurden neue Spritzen gekauft, neue Feuerzeichen vom Stadtturm aus eingeführt (1758); 1817 wurde das gesamte Feuerlöschwesen durch ein bis 1864 in Kraft gebliebenes Statut geregelt. 1824 setzte man ein Direk- torium, entnommen der Polizei-, Bau- und Fortifikationsleitung nebst dem Bürger- meister der Stadt, zur Leitung der Löschanstalt ein. Das moderne Feuerlöschwesen wurde mit der Gründung der Freiwilligen Feuer- wehr Innsbruck im Jahre 1857 eingeleitet. In den folgenden Jahren wurde die Wehr von der Stadt kräftig gefördert. 1864 erließ der Stadtmagistrat eine neue Feuerwehr- ordnung, die das Innsbrucker Löschwesen regelte und die Leitung der Feuerwehr der Löschdirektion unterstellte. Im Jahre 1885 schuf sich die Freiwillige Feuerwehr eine neue Organisation, die bis 1938 in Geltung stand, nach der die Wehr in die Branddirektion und in 4 Kompagnien eingeteilt war, denen nach der Eingemeindung von Wilten und Pradl noch 2 Kompagnien angegliedert wurden. 1897 errichtete man eine Sanitätsabteilung, 1907 die Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr, die 1925 selbständig wurde und in die Freiwillige Rettungsgesellschaft Innsbruck 1) Aus Konrad Fischnaler's,,Innsbrucker Chronik", aus der Festschrift zur 70-Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck und nach Angaben des Kommandos der Innsbrucker Berufsfeuerwehr. 420 überging. Weiters erfuhr die Feuerwehr im Jahre 1899 eine Ausgestaltung durch die ständige Berufsfeuerwehr, bestehend aus 7 Mann, später 12, die von der Stadt- gemeinde besoldet, aber dienstlich dem Branddirektor unterstellt war. Die Feuerwehren von Innsbruck wie auch die der Nachbargemeinden gingen stets mit den Fortschritten ihrer Zeit. 1878 wurde im Stadtturm ein Feuertelegraph eingerichtet, im Mai 1880 traf die Dampf-Feuerwehrspritze ein, 1890 wurde die erste Riesenschubleiter der Firma Magirus in Ulm angekauft, jetzt besitzt die Feuerwehr 4 Magirus-Drehleitern. Die neue Hochdruckwasserleitung, gespeist mit dem Wasser der Wurmbachquellen in Mühlau, brachte der Innsbrucker Wehr die lang gewünschte Möglichkeit der direkten Feuerbekämpfung. Die Hydrantenprobe fand am 3. 6. 1891 mit bestem Erfolg statt. Heute stehen der Feuerwehr zur Brandbekämpfung im ganzen Stadtgebiet rund 1100 Unter- und Oberflurhydranten der Hochdruck- wasserleitung zur Verfügung. Zur schnellen Verständigung wurden 1896 neue Feuersignale und Feuermeldestationen eingeführt, die 1903 durch öffentliche Feuer- melder ersetzt wurden. Die Zentrale dieser Anlage ging beim Bombenangriff im Dezember 1944 zugrunde, sie wurde seither nicht mehr erneuert, weil heute Fern- sprecher zur ersten Feuermeldung in sehr vielen Häusern in kürzester Frist erreicht werden können. Nach dem ersten Weltkrieg begann die Motorisierung der Berufsfeuerwehr. Der pferdebespannte Feuerlöschwagen derselben wurde 1920 durch einen Kraftwagen mit einer Höchstgeschwindigkeit von ungefähr 30 km in der Stunde ersetzt. 1923 wurde eine neue Motorfeuerspritze in Dienst gestellt, in den Jahren bis 1938 motori- sierte man die meisten Geräte der 6 Kompagnien der Freiwilligen Feuerwehr und gestaltete damit die Ausrüstung nach modernen Gesichtspunkten. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Berufsfeuerwehr dem Polizeipräsi- denten als örtlichem Luftschutzleiter unterstellt, wobei sie jedoch weiterhin von der Stadt besoldet wurde, erhielt den Namen Feuerschutzpolizei und bildete die Kerntruppe der Luftschutzpolizei. Die Freiwillige Feuerwehr wurde aufgelöst, die nicht zur Wehrmacht einberufenen Männer wurden zur Luftschutzpolizei eingezogen, kaserniert und von der Polizei besoldet. Die Luftschutzpolizei bestand sonach aus Männern der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr und außerdem aus Dienstverpflichteten. Sie wurde während des Krieges mit neuen Feuerlöschgeräten auf Kosten der Stadt ausgerüstet, wobei das Reich einen Zuschuß gewährte; die nicht mehr entsprechenden Geräte wurden durch neueste Löschwagen und sonstige Einrichtungen ergänzt, das Alarmsystem auf die Bedürfnisse des Bombenkrieges umgestellt. Nach Kriegsende erfolgte im Jahre 1945 eine grundlegende Neuorganisation der Feuerwehr der Stadt Innsbruck. Die Berufsfeuerwehr bestand damals aus 18 Mann, die Freiwillige Feuerwehr war überhaupt nicht mehr vorhanden. Über Auftrag der Alliierten mußte die Berufsfeuerwehr ihren Stand auf 50, bzw. auf 52 Mann ein- schließlich der 2 Mann, die abwechslungsweise ständig Theaterdienst zu versehen hatten, erhöhen. Die gesamte Löschausrüstung und die motorisierten Feuerlösch- geräte blieben glücklicher Weise erhalten, so daß heute die Feuerwehr vorzüglich ausgerüstet ist und schlagfertig den schweren und gefahrvollen Brandbekämpfungs- dienst versehen kann. Ende 1945 und 1946 wurden auch die freiwilligen Feuerwehren in den Randgebieten der Stadt (Hötting, Kranebitten-Allerheiligenhöfe, Mühlau, Arzl, Neu-Arzl, Amras, Vill, Igls und Sieglanger) neu aufgestellt; sie arbeiten in einer Gesamtstärke von 254 Mann mit der Berufsfeuerwehr unter deren Kommando in der Brandbekämpfung zusammen. 421 Eine vollständige statistische Aufzeichnung über das Eingreifen der Feuerwehr bei Bränden und Unglücksfällen seit ihrem Bestande ist nicht vorhanden. Durch die Tätigkeit der Feuerwehr, die seit ihrer Gründung in mehreren tausend Fällen einschritt, blieb vielen Bewohnern unserer Stadt das Haus und das Heim vor Feuer verschont, blieben sehr bedeutende Vermögenswerte unserem Volke erhalten. Allzeit hielt die Feuerwehr zum Nutzen aller Bürger an ihrem Grundsatze fest: ,,Einer für alle, alle für einen". Die Tabelle XXII/A weist den Stand an Feuerlöschgeräten der Innsbrucker Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren im Jahre 1946 aus, die Tabelle XXII/B gibt einen Überblick über die Anzahl der Ausrückungen in den Jahren 1945 und 1946, und über die Hilfeleistungen, die die Berufsfeuerwehr im Jahre 1946 außer bei Bränden und öffentlichem Notstand ausführte. Außer den in Tabelle XXII/B enthaltenen Alarmen mußte die Feuerwehr über Auftrag der französischen Militärregierung zu 8 Probealarmen ausrücken und zwar 1mal im März, 2mal im September und 5mal im Dezember 1946. A. 422 Personalstand: 52 Mann Feuerwehr der Stadt Innsbruck a) Berufsfeuerwehr Tabelle XXII/A Fahrzeuge Löschfahrzeug mit 2500 min/1 Pumpenleistung. Löschfahrzeuge mit 1500 min/1 Pumpenleistung Tanklöschfahrzeuge mit 1500 min/1 Pumpenleistung u. 2500 1 mitgeführtem Wasser Vollautomatische Motordrehleitern, 24 m Tragbare Wasserpumpen, 800 min/l Pumpenleistung Löschfahrzeug mit 800 min/l Pumpenleistung Lastkraftwagen, 2 t Tragfähigkeit Lastkraftwagen, 1 t Tragfähigkeit Personenkraftwagen Motorräder b) Freiwillige Feuerwehr 5 1342611122 Zusammen 22 Einheit Amras Einheit Vill. Einheit Igls Einheit Hötting Personalstand 45 Mann 25 Mann Einheit Mühlau 42 Mann Einheit Arzl 25 Mann Einheit Neu-Arzl. Übertrag 149 Mann 27 Mann 34 Mann 24 Mann Einheit Allerheiligenhöfe 12 Mann Einheit Sieglanger 20 Mann 149 Mann. Zusammen 254 Mann Fahrzeuge Amras: Löschfahrzeug, 1500 min/1 Löschfahrzeug, 800 min/1 1 1 Mühlau: Anhängeleiter, 17 m . . 1 Übertrag... 11 Löschfahrzeug, 800 min/1. 1 Anhängemotorspritzo Vill: Löschfahrzeug, 1000 min/1 I 1000 min/1 Tragkraftspritze, 400 min/1. 1 Anhängeleiter, 14 m 1 1 Anhängekraftspritze, Arzl: 1000 min/1. 1 Igls: Löschfahrzeug, 800 min/1 1 Neu-Aral: Löschfahrzeug, 800 min/1. 1 Löschfahrzeug, 240 min/1. Hötting: Löschfahrzeug, 1800 min/1. 1 Sieglanger: Löschkarren mit Motor- Tragkraftspritze, 600 min/1 1 spritze, 800 min/l 1 Anhängeleiter, 14 m Zusammen. 17 Allerheiligenhöfe: Löschkarren 1 11 423 Tabelle XXII/B Monat Feuerwehr der Stadt Innsbruck a) Ausrückungsanlässe insgesamt Schadenfeuer¹) Groß- Mittel- Klein- feuer Rauchfang- feuer²) Sonst. Hilfe- leistungen (Notstand) Blinder Alarm Irreführung Arbeits- leistungen Schauübungen Gesamtzahl der Ausrückungs- Alarmfälle 1945 Jänner Februar März April Mai Juni 1 Juli August 2 September ....2118 1 2 2 3 Oktober 1 3 November 4 Dezember Zusammen 5 10 30 10 1 1 25 2 2 1236 1 1 ....426945565 16 51 1946 Jänner Feber März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember 1122||||| 5342 13 4 5 2 4 4 3 2 2 4 217 4 4 3 3 1 1211 6 5 2 8 6 2 4 2 4 3 3 1 4 2 11 2 3 2 7 2 3 21-11 27 10 17 2 11 10 1 12 14 16 1 2 15 12 2 Zusammen 6 33 67 17 43 4 6 237 20 19 - 183 Anteil v. H. 3.2% 18% 38.6% 9.4 % 23.5% 2.2% 3.2% 3.9% - 100 1) Großfeuer: Einsatz von mehr als 2 Schlauchleitungen; Mittelfeuer: Einsatz von 1 oder 2 Schlauchleitungen; Kleinfeuer: Einsatz von Kleinlöschgeräten. Unter den Kleinfeuern sind im Jahre 1946 auch 4 Waldbrände enthalten, und zwar 2 im März, 1 im April und 1 im Mai; zu den Waldbränden werden auch Boden- und Grasnarbenbrände gerechnet. 2) Rauchfangfeuer (Rußbrände in Rauchfängen) gelten nicht als Schadenfeuer. 424 Tabelle XXII/B (Fortsetzung) 1946 b) Gliederung der sonstigen Hilfeleistungen unter den Alarmfällen im Jahre 1946 Alarmfälle 1946 Alarmfälle Befreiung aus Zwangalage: Menschen Tiere 3 Explosion Blitzschlag Sonstiges 21 Bergung von Geistesgestörten Bergung von Leichen: Ertrunkener Sonstige Öffnen versperrter Räume Untersuchung nach einem ohne Hilfe der Feuerwehr gelöschten Brand Untersuchung wegen Brandgefahr Gasgefahr Einsturzgefahr Gefährdung oder Sachschaden in Gebäuden durch: Baugebrechen Niederschlagswasser Leitungswasser Sturm 1 11 4 +1-1 Gefährdung oder Sachschaden im Freien durch: Niederschlagswasser Leitungswasser Sturm Sonstiges Verkehrsstörung oder Schaden durch Verkehrsunfall: Eisenbahn Straßenbahn allein Straßenbahn u. andere Fahrzeuge 1 Kraftwagen allein 171) 3 Kraftwagen oder Pferdefuhrwerk Pferdefuhrwerk allein 1 Sonstiges 3 Alarmfälle zusammen 43 2211 1) Die Autobergungen wurden gegen Kostenersatz vorgenommen. - Außerdem wurden in 45 Fällen Drehleitern zur Behebung von Gebäudeschäden und dergleichen gegen Entgelt zur Verfügung gestellt. 425 XXIII. Finanzwirtschaft der Stadtgemeinde Die Gemeinden sind Verwaltungssprengel und Selbstverwaltungskörper. Sie entfalten nach Gesetz und Pflicht eine bestimmte obrigkeitliche Verwaltungs- tätigkeit und haben das Recht, Vermögen aller Art zu besitzen und zu erwerben, innerhalb der gesetzlichen Schranken darüber zu verfügen, wirtschaftliche Unter- nehmungen zu betreiben, ihren Haushalt selbständig zu führen und Abgaben ein- zuheben. In den älteren österreichischen Gemeindeordnungen und Statuten, die gemäß dem Reichsgemeindegesetz von 1862 noch fest auf dem Boden der vollen Gemeindeautonomie stehen, sind die Bestimmungen über die Haushaltsführung sehr spärlich. So enthält noch das Gemeindestatut der Stadt Innsbruck vom 9. Mai 1921 unter Betonung der Öffentlichkeit des Voranschlages und der Jahresrechnung im wesentlichen nichts anderes als die Verpflichtung des Gemeinderates, alljährliche Einnahmen und Ausgaben für das kommende Verwaltungsjahr in einem Voranschlag festzustellen und die Jahresrechnung über das abgelaufene Verwaltungsjahr zu prüfen. Von der Trennung des Haushaltsplanes (Voranschlages) in einen ordentlichen und außerordentlichen und von einer Ausgestaltung des letzteren für die Ver- mögenswirtschaft ist ebenso wenig die Rede, wie von Rücklagen zur Sicherung des Haushaltes gegen wirtschaftliche Schwankungen und zur zeitlichen Lastenverteilung. Die Vermögenswirtschaft wird mit Hinweisen auf die Pflicht zur Inventarisierung des Gemeindeeigentums, über die Vermehrung und fruchtbringende Verwaltung des Stammvermögens und mit beschränkenden Bestimmungen über Darlehens- aufnahmen und Verpfändungen abgetan. Dafür ist das Recht zur Erhebung von Abgaben der Gemeinde, auch wiederum dem Reichsgemeindegesetz entsprechend, nahezu erschöpfend dargestellt¹). Nach dem ersten Weltkrieg führte der harte Kampf des Gesamtstaates um seine Existenz zu einer grundlegenden Neuregelung der Besteuerungsrechte des Bundes, der Länder und Gemeinden. Mit der Finanzausgleichsgesetzgebung des Jahres 1922, 1) Die einschlägigen Bestimmungen des Gemeindestatutes vom 9. Mai 1921 lauten: § 37. Soweit die nötigen Ausgaben durch die Einnahmen nicht gedeckt sind, hat der Gemeinderat neue Ertragsquellen zu eröffnen oder durch Gemeindeumlagen für die Bedeckung des Ab- ganges zu sorgen. In der Regel sind die Gemeindeabgaben nach den Verhältnissen der direkten und indirekten Steuern umzulegen. Doch kann die Stadt außer diesen und den dermals be- stehenden Lokalauflagen auch andere Umlagen einführen. Durch Zuschlag zur Verzehrungs- steuer darf bloß der Verbrauch, nicht aber die Erzeugung und der Handelsverkehr getroffen werden. § 38. Für Umlagen auf direkte Steuern, die 150%, und Zuschläge zur Verzehrungs- steuer, die 100% der Bundessteuer überschreiten, ebenso zur Einführung von Abgaben von dem Verbrauch der der Verzehrungssteuer unterliegenden geistigen Flüssigkeiten auf die Dauer von 10 Jahren sowie zur Erhöhung derartiger Abgaben ist die Bewilligung der Landes- regierung erforderlich. Zur Einführung oder Erhöhung der Abgaben von dem Verbrauche der der Verzehrungssteuer unterliegenden geistigen Flüssigkeiten auf eine Zeitdauer von mehr als 10 Jahren, dann zur Einführung anderer Auflagen oder Abgaben, welche in die Kategorie der Zuschläge zu den direkten Steuern oder zur Verzehrungssteuer nicht gehören, sowie zur Erhöhung der bestehenden Auflagen oder Abgaben dieser Art, endlich zur Einhebung von Zuschlägen, welche 500% der direkten Steuern oder 200% der Verzehrungssteuer über- steigen, ist ein Landesgesetz oder ein durch die Bundesregierung genehmigter Beschluß der Landesregierung erforderlich. 426 die sich schon seit der Personalsteuerreform vom Jahre 1896 in den zielbewußten Bemühungen des Staates, die Länder und Gemeinden von bestimmten Besteuerungs- gebieten auszuschließen, vorbereitet hatte, wurden die Besteuerungsrechte und Abgabenerträge zwischen dem Bund, den Ländern und Gemeinden unter Berück- sichtigung ihres Aufgabenkreises neu verteilt³). Die wirtschaftlichen Erschütte- rungen zeitigten die Neuregelung des Finanzausgleiches vom Jahre 1931; das autoritäre System führte zur Finanzausgleichsgesetzgebung vom Jahre 1934, die die früher angebahnte Ordnung festigte. Die Grundlage der gesamten Neuregelung bildete die Gliederung der öffentlichen Abgaben nicht nach steuerrechtlichen Merk- malen, sondern nach dem staatsrechtlichen Begriff der Ertragshoheit, d. h. - nach Dr. R. Pfaundler nach dem Rechte zur Verfügung über einen Abgabenertrag im eigenen Haushalt. Darnach ergaben sich folgende neun Abgabenformen: 1. Ausschließliche Bundesabgaben, deren Ertrag ganz dem Bunde zufließt. 2. Zwischen Bund und Ländern (Gemeinden) geteilte Abgaben, an deren Ertrag Bund und Länder (Gemeinden) beteiligt sind; sie gliedern sich in a) gemeinschaftliche Bundesabgaben, die durch den Bund erhoben werden und aus denen dem Bund und den Ländern (Gemeinden) Ertragsanteile zufließen, b) Zuschlagsabgaben, die aus einer Stammabgabe des Bundes und aus Zuschlägen der Länder (Gemeinden) bestehen und c) gleichartige Abgaben: Bund und Länder (Gemeinden) erheben von demselben Besteuerungsgegenstand Abgaben, die auch in ihren steuerrechtlichen Merkmalen - z. B. Bemessungsgrundlage, Abgabenpflicht im wesentlichen übereinstimmen. 3. Ausschließliche Landesabgaben, deren Ertrag ganz den Ländern zufließt. 4. Zwischen Ländern und Gemeinden geteilte Abgaben, an deren Ertrag Länder und Gemeinden beteiligt sind; sie gliedern sich in a) gemeinschaftliche Landesabgaben, die durch die Länder erhoben werden und aus denen den Ländern und den Gemeinden Ertragsanteile zufließen, b) Zuschlagsabgaben, die aus einer Stammabgabe der Länder und aus Zuschlägen der Gemeinden bestehen und c) gleichartige Abgaben der Länder und Gemeinden: Länder und Gemeinden erheben von dem Besteuerungsgegenstand Abgaben, die auch in ihren anderen steuerrechtlichen Merkmalen im wesentlichen übereinstimmen. 5. Ausschließliche Gemeindeabgaben, deren Ertrag ganz den Gemeinden zufließt. Das Abgabenrecht der Gemeinden war mit den Finanzverfassungs- und Abgaben- teilungsgesetzen zu kompliziert und auch zu veränderlich geworden, um es in seinem vollen Umfang wie früher in die Stadtrechte oder Gemeindeordnungen aufnehmen zu können; im Innsbrucker Stadtrecht vom Jahre 1935 z. B. ist statt der früheren ausführlichen abgabenrechtlichen Bestimmungen, die ein vollständiges Bild des Steuerrechtes der Stadt geben, im § 39, Abs. 1, Pkt. 4, nur der Hinweis enthalten, daß dem Gemeindetag das Recht zusteht, im Rahmen der durch die Gesetze gezogenen Grenzen eigene Gemeindeabgaben auszuschreiben und Zuschläge zu Abgaben des Bundes und des Landes zu beschließen. Im Gegensatz hiezu gewannen die früher stiefmütterlich behandelten Bestim- mungen über die Haushaltsführung neben den vermehrten Kontroll- und Aufsichts- 3) Schrifttum: Dr. Richard Pfaundler, System des Finanzausgleichs in Österreich, Wien 1935, und Entwurf des Finanzausgleichs-Übergangsgesetzes 1946 in,,Der österreichische Volkswirt", 1946 Nr. 20 und 21. 427 rechten der übergeordneten Gebietskörperschaften an Umfang und Bedeutung. Durch die Finanzausgleichsgesetzgebung waren Bund, Länder und Gemeinden zu einer engen Interessengemeinschaft zusammengefaßt worden. Die Verteilung der Besteuerungsrechte geschah nach der Belastung der Gebietskörperschaften durch den ihnen obliegenden Wirkungskreis, die Verteilung der Ertragsanteile zuerst nach dem Merkmal des örtlichen Steueraufkommens, von 1931 an aber auch nach dem Merkmal des Bedarfes. In der Vielfalt des Aufgabenkreises der Gemeinde gibt es eine Reihe von Verwaltungsgebieten, von denen Art und Umfang der pflicht- gemäßen Aufgabenerfüllung in weitem Maße von der Auffassung der Gemeinde- vertretung abhängt. Man denke nur an das Gebiet der Wohlfahrtspflege mit seinen Teilgebieten der Gesundheitspflege, der Armenpflege, der Jugend- und Wohnungs- fürsorge. Um bei angemessener, gerechter Verteilung der Steuern und Abgaben- anteile das eigentliche Ziel des Finanzausgleiches, die Ausgeglichenheit der Haus- halte der Gebietskörperschaften zu erreichen, wurde dem Bund in der Verfassung und dem Rechnungshofgesetz 1934 eine besondere Einflußnahme auf die Wirtschafts- führung der Gebietskörperschaften eingeräumt. So wurde im § 39 des Innsbrucker Stadtrechtes vom Jahre 1935 neben ausgedehnten Genehmigungsrechten der Landesregierung in finanziellen Belangen in 12 grundsätzlichen Punkten die Führung des Haushaltes geregelt und dem Gemeinderat die Pflicht auferlegt, in Ausführung dieser Bestimmungen im Einvernehmen mit dem Rechnungshof eine Haushalts- ordnung zu erlassen. Die Einheitlichkeit aller Haushaltsführungen in dieser Hinsicht war die selbstverständliche Voraussetzung, daß der Rechnungshof seiner umfassenden Aufgabe gerecht werden konnte. Zu einem einheitlichen Haushaltsplan der Gemein- den kam es in Österreich erstmals im Jahre 1938. Mit diesen Regelungen fand die Entwicklung des österreichischen Finanzausgleichsrechtes ihr vorläufiges Ende. An Stelle der Stadtrechte und Gemeindeordnungen trat die Deutsche Gemeinde- ordnung mit ausführlichsten Bestimmungen über die Aufstellung und Ausführung der Haushaltspläne, über die Vermögensgebarung, die wirtschaftliche Betätigung und das Kassen-, Rechnungs- und Prüfungswesen. Eine eigene Rücklagenverordnung, eine Verordnung über die Aufstellung und Ausführung des Haushaltsplanes der Gemeinden (GemHVO.) und die Verordnung über das Kassen- und Rechnungswesen der Gemeinden (KuRVO.) bildeten ergänzende Vorschriften von besonderer Gründ- lichkeit. Obwohl diese Bestimmungen wegen des Krieges nicht in vollem Umfang zur Anwendung kamen, zeitigten sie doch eine einheitliche Wirtschaftsführung auf einheitlicher Grundlage, die nicht nur eine Vergleichbarkeit der Haushaltspläne und Jahresrechnungen ein und derselben Gemeinde von Jahr zu Jahr sicherte, sondern auch lehrreiche Vergleiche mit jeder anderen Gemeinde des Reiches ge- stattete. Das deutsche Finanzausgleichsrecht beruhte auf einem Gesetz vom April 1926, das 1935 und 1936 einige Änderungen erfahren hatte. Gegen Ende der deutschen Herrschaft trat noch die Finanzausgleichsverordnung vom 20. Oktober 1944 in Wirksamkeit. Typisch für den deutschen Finanzausgleich war, daß die Länder (Reichsgaue) fast kein eigenes Besteuerungsrecht hatten und daher auf Finanz- zuweisungen seitens des Reiches und auf Umlagen der Gemeinden angewiesen waren; das Steueraufkommen der Gemeinden wurde durch die Zuweisung der Grundsteuer, der Gewerbe-, der Bürgersteuer (später Ausgleichsbeträge) und der Getränkesteuer bedeutend gehoben. Charakteristisch ist weiters, daß die Schlüsselzuweisungen nicht nach dem Steueraufkommen, sondern nach dem ungedeckten Bedarf bemessen wurden. Die Entwicklung des Steuerwesens der Gemeinden und des Steuerauf- kommens der Stadt Innsbruck vom Jahre 1937 an wird bei der Besprechung der Tabelle XXIII/C dargestellt. 428 Nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches wurde die Deutsche Gemeinde- ordnung mit ihren Nebengesetzen durch die Kundmachung vom 10. Juli 1945, STGBI. Nr. 68, aufgehoben. An ihre Stelle trat das vorläufige Gemeindegesetz vom 10. Juli 1945, STGBl. Nr. 663). Das Verfassungsüberleitungsgesetz vom 1. Mai 1945 setzte das deutsche Finanzausgleichsrecht und das österreichische Finanzverfassungs- gesetz vom Jahre 1934 außer Kraft und das österreichische Finanzgesetz vom Jahre 1931 wieder in Wirksamkeit. Da dieses Gesetz nur die verfassungsrechtlichen Grundlagen zur Abgabenteilung aber keine Bestimmungen über die Abgabenteilung selbst enthielt, mußte notgedrungen das frühere deutsche Ausgleichsrecht vorüber- gehend beibehalten werden; die Länder und Gemeinden erhielten vorschußweise Zuwendungen oder behielten dem Bund zukommende Beträge vorläufig zurück. Der Entwurf eines Finanzausgleichs-Übergangsgesetzes 1946, der die endgültige Regelung hätte herbeiführen sollen, hat nie Gesetzeskraft erlangt. Erst durch das Finanzverfassungsgesetz und das Finanzausgleichsgesetz vom 21. Jänner 1948 fand diese Übergangszeit ein Ende. Nach dem neuen Finanzausgleichsgesetz gelten die bis zum 31. Dezember 1947 vom Bund den Ländern und Gemeinden vorschußweise gewährten Zuwendungen oder die von diesen zurückbehaltenen Beträge als endgültige Zahlungen. Es sei noch darauf hingewiesen, daß die Einteilung der Abgaben im neuen Finanzverfassungsgesetz dieselbe geblieben ist, wie sie in Österreich vor 1938 in Geltung war; nur werden die,,gleichartigen Abgaben" des Bundes und der Länder zur klareren Begriffsabgrenzung als,,Abgaben von demselben Besteuerungsgegen- stand" bezeichnet. Wichtig für die Erhaltung der Einheitlichkeit der Haushalts- führung der Gemeinden ist, daß dem Bundesministerium für Finanzen das Recht eingeräumt ist, im Einvernehmen mit dem Rechnungshof Form und Gliederung der Voranschläge und Rechnungsabschlüsse zu regeln. Die Abgabenteilung, wie sie das bis 31. 12. 1948 befristete Finanzausgleichsgesetz vorsieht, ist für die Gemeinden nicht ungünstig. Die 6 Tabellen XXIII/A-F gewähren einen Einblick in die Finanzwirtschaft der Stadt seit Einführung der Schillingwährung unter Bundeskanzler Seipel. Wie aus dem Aufwand eines privaten Haushaltes auf das Einkommen und den Lebens- standard der Familie Schlüsse gezogen werden können, so kennzeichnen vor allem die Ausgaben des ordentlichen Haushaltes einer Gemeinde, d. h. jenes Teiles des Voranschlages, der nach van der Borght die regelmäßig wiederkehrenden, dauernden, nur allmählich sich verschiebenden Einnahme- und Ausgabeposten enthält, die wirtschaftliche Kraft und jenen Bedarf, dessen Deckung der Gemeinde- vertretung für die Erfüllung der feststehenden Pflichtaufgaben und für die Wohl- fahrt der Bevölkerung jeweils unerläßlich erscheint. Es war nicht immer die zwin- gende Not allein, die die Ausgaben hinauftrieb, es waren auch die gesteigerten An- sprüche, die der herrschenden Auffassung über die gebührende Lebenshaltung der Bevölkerung entsprachen. Die Tabelle XXIII/A in Verbindung mit dem Diagramm Nr. 18 bietet ein Bild der Entwicklung des ordentlichen Haushaltes der Stadt zurück bis zum Jahre 1923. Der Rechnungsabschluß dieses Jahres weist die Einnahmen und Ausgaben noch in österreichischen Kronen, und zwar mit 29060 759890 und mit 22341 762279 aus. Diese Werte sind zur Anpassung an die von 1924 an folgenden Schillingbeträge in der Tabelle mit einem Zehntausendstel ihres Nennwertes eingesetzt. Die gefestigte neue Währung brachte allmählich einen wirtschaftlichen Aufschwung mit sich. Aus der Tabelle und dem Diagramm läßt sich erkennen, daß anfänglich die Ausgaben 3) Seit 1. 10. 1949 gilt für Innsbruck das Stadtrecht vom 2. Juni 1949, LGBl. 40. 429 430 300+ 250 200 450 Diagramm Nr. 18 Die ordentlichen Ausgaben der Stadt Innsbruck je Einwohner in den Jahren 1923 bis 1946 Beträge: 1923-1937 Schillinge, 1938-1944 Reichsmark, 1945 und 1946 Schillinge 400 1923 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 (Der schraffierte Teil der Stäbe veranschaulicht 1937 die Umrechnung des Schillingbetrages in RM im Verhältnis von 3:2 und 1945 die Aufrundung der für die Übergangszeit vom 1. 4. bis 31. 12. ausgewiesenen Ausgaben auf einen Jahresaufwand.) vorsichtig den steigenden Steuereinnahmen angepaßt wurden. Seit 1928 zeigten sich schon Fehlbeträge; zuerst im minimalen Betrag von 284200, im Jahre 1931 aber schon in der Höhe von 1,263 267 S. Der Aufstieg war zu Ende. Die folgenden Jahre waren eine Zeit der angespanntesten Finanzlage der Stadt. Die Einnahmen konnten über 14.5 Millionen nicht gesteigert, die Ausgaben trotz Streichung jedes nicht unbedingt nötigen Aufwandes nicht unter 15 Millionen gesenkt werden. Erst die Jahre 1936 und 1937 brachten trotz des Rückganges der Steuern eine bessere Ausgeglichenheit des Haushaltes. Das Diagramm, das auf den auf den Kopf der jeweiligen Bevölkerung umgerechneten Ausgaben aufgebaut ist, gibt ein unver- fälschtes Bild der damaligen Not. Das Rechnungsjahr 1938, das letzte bis 1946, das sich mit dem Kalenderjahr deckt, nimmt als ausgesprochenes Übergangsjahr eine Sonderstellung ein. Ein- nahmen und Ausgaben stiegen, wenn man die Schillingsummen des Rechnungs- abschlusses von 1937 im Verhältnis von 3:2 Reichsmark umrechnet, um mehr als 100%. Außerordentliche Beihilfen des Reiches erleichterten den Übergang. Das neue volle Rechnungsjahr 1939/40, das den Zeitraum vom 1. 4. 1939 bis 31. 3. 1940 umfaßt, brachte nochmals einen Abgang von rund 500 000 Reichsmark. Die Ausgaben, die durch die notwendige Personalvermehrung in fast allen Abteilungen besonders im Bauamt, durch die Errichtung des Standesamtes, des Statistischen Amtes, der Adremastelle, des Verkehrsamtes, des Ernährungsamtes und anderer durch die Kriegswirtschaft notwendig gewordener Ämter hervorgerufen wurden, verhinderten den Ausgleich. Vom Rechnungsjahr 1940/41 an kam für die Stadtgemeinde das deutsche Steuerwesen zur vollen Entfaltung. Die Ausgaben blieben hinter den Ein- nahmen zurück. Der Höhepunkt dieser Entwicklung wurde im Rechnungsjahr 1943/44 mit 31.5 Millionen Einnahmen und 30 Millionen Ausgaben erreicht. Der Übergangszeitraum vom 1. 4. bis 31. 12. 1945 nach dem Zusammenbruch des Deut- schen Reiches trägt wiederum den Stempel äußerster Selbsteinschränkung. Wenn man die Einnahmen und Ausgaben dieses Zeitraumes auf 12 Monate umrechnet, erhält man eine Jahreseinnahme von 15.5 Millionen und eine Ausgabe von 14.9 Milli- onen, also nur die Hälfte des Höchstausmaßes. In dieser Umrechnung verhält sich das angenommen volle Jahr 1945 zu 1943/44 wie 1937 zu 1938. Das Rechnungsjahr 1946, das sich wiederum mit dem Kalenderjahr deckt, entwickelte sich günstig. An Einnahmen waren 14.2 Millionen, an Ausgaben 17 Millionen präliminiert. Der Rechnungsabschluß lautete dann auf 22.1 Millionen an Einnahmen und 20.8 Millionen an Ausgaben; abgesehen von der allmählich ansteigenden Teuerung blieb das Jahr 1946 noch von tiefer greifenden wirtschaftlichen Störungen verschont. Das erste Lohn- und Preisabkommen und die Währungsschutzmaßnahmen wurden erst im Jahre 1947 nötig. Die Tabelle XXIII/B vervollständigt das bisher gegebene Bild für den Zeitraum von 1937 einschließlich 1946 durch die gesonderte Angabe der Steuereingänge von den ordentlichen Einnahmen und des Personalaufwandes von den Ausgaben, durch die Zahlen des außerordentlichen Haushaltes und durch die Vermögensaufstellung; weiters wurden in dieser Tabelle auch die Eingänge der wichtigsten Gebühren auf- genommen. Der Prozentsatz der Steuereingänge von den Gesamteinnahmen und der Prozentsatz des Personalaufwandes von den Gesamtausgaben sind Gradmesser der Wirtschaftsführung. Die Steuern haben im Einkommen der Gemeinden seit Jahrhunderten subsidiären Charakter; die Ausgaben sind in erster Linie mit den Einkünften aus dem ,,Gemeindeeigentum" zu bestreiten und erst der ungedeckte Rest ist durch Steuern zu decken, auch der Personalaufwand ist nicht Selbstzweck der Gemeindewirtschaft, sondern soll zur Erfüllung der Gemeindeaufgaben mit 431 überwiegend sachlichem Aufwand führen. Es ist nicht zu übersehen, daß im Jahre 1937 die fraglichen Prozentsätze 52.5 und 32.2, im Rechnungsjahr 1943/44 36.2 und 18.8 und im Jahre 1946 37.2 und 32.5 lauteten. Auch die Zahlen des außerordentlichen Haushaltsplanes halten, wie die dar- gestellten 10 Jahre zeigen, mit dem jeweiligen Umfang des ordentlichen Haushalts- planes Schritt. Zu den außerordentlichen Ausgaben, die nie dauernde sein können, gehören Ausgaben für Bauvorhaben, für Grundstückkäufe, für außergewöhnliche Neuanschaffungen, für größere Kapitalsbeteiligungen, für außerordentliche Schulden- tilgung usw. In Zeiten wirtschaftlicher Schwäche wird eine Gemeindeverwaltung ohne Zwang keine derartigen Rechtsgeschäfte abschließen. Die ausgewiesenen hohen Beträge dienten vorwiegend zur Finanzierung des Rathaus-Erweiterungsbaues in der Fallmerayerstraße, des Schulhausbaues in der Mandelsbergerstraße, zum Bau von Volks- und Mittelwohnungen für die Südtiroler Umsiedler, zur Beteiligung an Verkehrsunternehmungen (Lokalbahn Innsbruck-Hall, Patscherkofelbahn, Stubai- talbahn), zu Grundstückankäufen, zur Finanzierung der Erweiterung von Stadt- entwässerungsanlagen und zur vorzeitigen Tilgung alter Darlehen. Frühere Vermögensnachweise der Gemeinden haben nur dann vollen Wert, wenn sie nach gleichen Normen, insbesondere auf Grund gleicher Bewertungsbestimmungen aufgestellt sind. Die Richtlinien der deutschen Verordnung über das Kassen- und Rechnungswesen der Gemeinden (KuRVO.) wurden für die Vermögensaufstellung der Stadt vom Rechnungsjahre 1940/41 angewendet; von da an sind die Ergebnisse untereinander vergleichbar, mit den früheren vor 1940 zustande gekommenen Auf- stellungen nicht. Die Verschuldung je Einwohner betrug am Ende des Rechnungs- jahres (Rechnungszeitraumes) 1940/41 247.15 RM 1941/42 260.29 RM 1942/43 266.95 RM 1943/44 241.49 RM 1944/45 247.64 RM 1945 1946 261.08 S 236.84 S 1.04 $ =rund 226.40 S Die Schwankungen der Kopfziffern sind bei der annähernd gleichbleibenden Verschuldung mit der schwankenden fortgeschriebenen Bevölkerungszahl zu er- klären. Die durchschnittliche Kopfquote in den sieben angeführten Jahren betrug rund 252 RM oder S, sie steht über den im Statistischen Jahrbuch deutscher Ge- meinden vom Jahre 1941 bekanntgegebenen Durchschnitten4). In der Fußnote zu Tabelle XXIII/B ist noch der Vollständigkeit halber der wichtigsten Gebühren für die Gemeindeeinrichtungen und Anlagen5), die für Zwecke 4) Nach dem Statistischen Jahrbuch deutscher Gemeinden vom Jahre 1941 war am 31. 3. 1940 die Gesamtverschuldung je Einwohner bei den Gemeinden über 500000 Einwohner (ohne Berlin) mit einem Durchschnittsbetrag von fast 240 Reichsmark am höchsten und bei den Gemeinden mit 20000-50000 Einwohnern mit einem Durchschnittsbetrag von 174 Reichs- mark am niedersten. 5) Zu diesen Anlagen zählen Einrichtungen zur Abfuhr von Abfallstoffen, Wasserleitungs- anlagen, Kanalisationen und dergleichen. Den Gegensatz hiezu bilden die erwerbswirtschaft- lichen Einrichtungen der Gemeinde (Betriebe). Als solche kann man jene bezeichnen, die gegen Entgelt Leistungen zur Verfügung stellen, die ihrer Art nach auch durch Privat- unternehmer mit der Absicht auf Gewinnerzielung in den allgemeinen Verkehr gebracht zu werden pflegen" (Popitz). Zu den Betrieben zählen Stromversorgungsanlagen, Gaswerke, Kleinbahnen, Leichenbestattungsunternehmen usw. 432 der öffentlichen Verwaltung betrieben werden, gedacht. Die jeweils geltende landes- gesetzliche Regelung, die auf der Finanzausgleichsgesetzgebung beruht, gab den Gemeinden bisher innerhalb gewisser Schranken ein freies Beschlußrecht für die Gebührenfestsetzung. Seit dem Jahre 1934 durften die erhobenen Gebühren das Jahreserfordernis für die Erhaltung, den Betrieb und die Amortisation der Anlage nicht überschreiten). In den jährlichen Haushaltsplänen der Stadt Innsbruck ist jedesmal eine Über- sicht über die Entwicklung der Steuereinnahmen aufgenommen, die mehrere Rech- nungsjahre umfaßt und das Steueraufkommen der verschiedenen jeweils geltenden Steuerarten enthält. Diese Übersichten sind die Grundlage der Tabelle XXIII/C, die die Entwicklung des Abgabenrechtes der Gemeinden und der Steuereinnahmen der Stadt Innsbruck von 1937-1946 vermitteln soll. In der Gliederung der Steuer- arten lehnt sich die Tabelle aus praktischen Gründen an die erwähnten Übersichten an. Unter den,,eigenen" Gemeindesteuern sind von Punkt 1-7 jene ausschließlichen Gemeindeabgaben vorangestellt, die nach der Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich bald der Aufhebung verfielen. Die Abgaben unter 8-13 sind Über- bleibsel aus der Systematik des österreichischen Finanzausgleiches. Die Fürsorge- abgabe und die Wertzuwachsabgabe waren gemeinschaftliche Landesabgaben, die Zuschläge zu den Immobiliargebühren Zuschlagsabgaben des Bundes, die Zuschläge zur Landesenergieabgabe, zur Landesgrundsteuer und Landesgebäudesteuer Zu- schlagsabgaben des Landes. Auch diese Abgabenformen wurden bald beseitigt. Die Wertzuwachsabgabe wurde durch eine Wertzuwachssteuer ersetzt, sie hielt sich bis September 1944. Der Zuschlag zu den Immobiliargebühren behauptete sich als Zuschlag zur Grunderwerbssteuer über 1946 hinaus. Die unter Punkt 14-22 auf- gezählten Steuern sind mit Ausnahme der Feilbietungsabgabe und der Hundesteuer, den zwei einzigen Steuern, die von den ausschließlichen Gemeindeabgaben aus der Zeit vor 1938 übriggeblieben sind, für österreichische Gemeinden durchwegs neue Steuern. Die genauen Daten über die Aufhebung und Einführung der einzelnen Steuerarten sind in der Tabelle vermerkt?). Übrigens bleiben nach dem österreichi- schen Finanzausgleichsgesetz 1948 den Gemeinden die Grundsteuer, die Gewerbe- steuer nach Ertrag und Kapital, die Lohnsummensteuer, die Getränkesteuer, die Vergnügungssteuer, die Abgabe für das Halten von Tieren, die Feilbietungsabgabe und Ankündigungsabgabe als ausschließliche Gemeindeabgaben gesichert. Das gesamte Steueraufkommen, das sich in den Jahren 1937-1946 auf 4.3 bis 13 Millionen Reichsmark im Jahre belief, wurde schon bei der Besprechung der Tabelle XXIII/B in seinem perzentuellen Verhältnis zu den Gesamteinnahmen der Stadt berührt. Von den einzelnen Steuerarten kamen im Jahre 1937 den Bundes- abgaben-Ertragsanteilen, der allgemeinen und besonderen Verbrauchsabgabe (Akzise, Gefälle) und den Zuschlägen zur Landesenergieabgabe und zur Landes- gebäudesteuer besondere Bedeutung zu, während im Jahre 1946 als wichtigste Einnahmequellen die vom Bund eingehobene, der Stadt in der Höhe des Steuer- aufkommens zugewiesene Gewerbesteuer, die Bürgersteuer-Ausgleichsbeträge, die Grundsteuer, die Lohnsummensteuer und Vergnügungssteuer hervortreten. Wie die Tabelle XXIII/C die Steuern als wichtige Einnahmequellen gliedert, gliedert die Tabelle XXIII/D den Personalaufwand als bedeutende Ausgabenpost. Die Gliede- *) Diese Einschränkung des freien Beschlußrechtes hinsichtlich des Höchstausmaßes ist im § 10, Abs. 3, Pkt. d des FAG von 1948 nicht mehr enthalten. ) Vergleiche,,Das Los der vor dem Jahre 1938 erhobenen Steuern, Steuerzuschläge und Steueranteile von Innsbruck" von Dr. R. Böckle, Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck, Nr. 1 von 1948. 28 433 rung ist natürlich viel einfacher als bei den Steuern; die Gliederungsmerkmale sind nur Aktivität und Ruhestand und die Stellung im Beruf: Beamter, Angestellter, Arbeiter. Die erste Frage gilt immer dem Verhältnis des Aufwandes für die Aktiven zum Aufwand für die Ruheständler. Die Antwort gibt die nachstehende Übersicht in Prozenten des Gesamtpersonalaufwandes; die,,sonstigen Personalauslagen", die 2 Prozent des Aufwandes nie erreichten, enthalten Todfallsbeiträge, Aushilfen, Remunerationen, Auslagen für Amtsbekleidung und ausnahmsweise (1941) auch Reisekosten und Kosten der Beamtenschulung. Rechnungsjahr Aktivitätsbe- züge jeder Art Ruhebezüge jeder Art Sonstige Per- sonalausgaben in Prozenten des gesamten Personalaufwandes 1941/42 83.3 14.8 1.9 1942/43 84.7 14.3 1.0 1943/44 84.6 14.6 0.8 1944/45 85.1 14.3 0.6 1945, 1. 4.-31. 12. 84.3 15.0 0.7 1946 84.4 14.1 1.5 Durchschnitt 84.4 14.8 1.1 Ein Durchschnitt von 14.8 Prozent des Personalaufwandes in den 6 in Betracht gezogenen Jahren, von dem 1.6% auf Ruhelöhne entfallen, ist keine übermäßige Pensionslast. Die Aktivitätsbezüge von durchschnittlich 84.4% des gesamten Personalaufwandes verteilen sich nach der Stellung der aktiven Bediensteten wie folgt: es entfallen auf Beamte Angestellte Arbeiter 24.9% 37.3% 22.2% Die Senkung des Prozentsatzes der Beamtengehälter von 27.3 auf 17.4% im Jahre 1946 und die gleichzeitige Steigerung der Vergütungen an Angestellte von 35.8 auf 43% erinnert an den Ersatz der ausgeschiedenen politisch mehr oder minder belasteten Beamten durch Vertragsangestellte. Die beiden Tabellen XXIII/E und F führen in die 10 Einzelpläne des ordentlichen Haushaltsplanes der Rechnungsjahre 1941/42 bis 1946 ein. Aus Tabelle XXIII/E ist ersichtlich, wie sich die Einnahmen und Ausgaben auf die 10 Einzelpläne verteilen, die Tabelle XXIII/F zeigt die Verteilung des Personalaufwandes. Nach Tabelle XXIII/E weisen von den 10 Gruppen Überschüsse der Natur der Sache nach regelmäßig die wirtschaftlichen Unternehmungen und die Finanz- und Steuerverwaltung auf; dreimal sind mit geringfügigen Überschüssen auch die öffentlichen Einrichtungen (Stadtentwässerung, Mullabfuhr, Badeanstalten, Fried- höfe usw.) vertreten. Die übrigen Verwaltungszweige waren ständig zuschußbedürftig. Die größten Zuschüsse benötigten stets die allgemeine Verwaltung und das Für- sorgewesen, in manchen Jahren auch das Schul- und das Bau- und Siedlungswesen. Die in die Tabelle aufgenommenen Prozentsätze sind Kontrollzahlen der Ausgaben- entwicklung der Einzelpläne. Durch sie werden Verschiebungen der Ausgaben leicht wahrnehmbar und verlangen nach Aufklärung. So wurde die Steigerung der Ausgaben 434 der allgemeinen Verwaltung von 6 auf 15% in der Hauptsache durch die im Jahre 1946 vorgenommene Verrechnung der gesamten Ruhebezüge und Ruhegelder auf diesem Einzelplan verursacht, während das sprunghafte Hinaufschnellen der Ausgaben der Finanz- und Steuerverwaltung von 19.6% auf 36.2% und schließlich auf 46.8% mit der Einführung des Kriegsbeitrages, der im Jahre 1945 noch als Wiederaufbaubeitrag beibehalten wurde, mit Rücklagenbildungen und besonders mit der Abwicklung mehrerer Vorjahre in den Rechnungsabschlüssen 1943 und 1946 in Beträgen von 4.2 und 5 Millionen Schilling erklärt werden kann; die Senkung der Fürsorgeausgaben ist auf den Entfall des Einsatz- und Räumungs-Familien- unterhaltes zurückzuführen. Besonders instruktiv können derartige Vergleiche mit anderen Städten sein; sie haben allerdings zur Voraussetzung, daß der Aufbau der Haushaltspläne unbedingt gleichartig ist, eine Voraussetzung, die, seitdem der Zwang zur einheitlichen Form des Haushaltsplanes aufgehört hat, nicht mehr ausnahmslos gegeben ist. Ähnliche Studien sind an der Hand der letzten Tabelle, der Tabelle XXIII/F, auch über den Personalaufwand möglich. Die Verteilung auf die 10 Einzelpläne war ziemlich konstant; nur die Einzelpläne 0 und 9 zeigen stärkere Schwankungen. In einem Fall läßt sich der Anstieg auf 39.8% mit der schon erwähnten Verrechnung aller Ruhebezüge auf dem einen Einzelplan, im anderen Fall die Senkung auf 5.5% mit dem Ersatz einer Reihe von Beamten höheren Dienstalters und -grades durch jüngere, viel billigere Kräfte begründen. Das Rechnungsjahr 1946 wird als erstes volles Jahr im wiedererstandenen Öster- reich für die künftige finanzielle Entwicklung Ausgangspunkt und Vergleichsbasis sein. Aus diesem Grunde seien die Ausführungen über die Finanzwirtschaft der Stadt mit der nachstehenden Zusammenstellung der kennzeichnendsten Summen und Meẞzahlen aus diesem Rechnungsjahr abgeschlossen: Rechnungsjahr 1946 Einwohnerzahl = 97884 I. Ordentlicher Haushalt S 22122815.-- S 20864362. 1258453.- 8245037.-- 6785 607.- SSSSS Einnahmen Ausgaben Überschuß Steuern Personalaufwand Pensionsaufwand S 964 360.- S 213 je Einwohner 37.3% der Einnahmen 32.2% der Ausgaben = 14.1% des Personalaufwandes 4.6% der Ausgaben II. Außerordentlicher Haushalt Einnahmen Ausgaben S 448418. S 152574.- = S 1.5 je Einwohner III. Vermögens-Aufstellung + $ 101 600.- $ 101 600.- Aktiv-Vermögen S 151360 260.- Passiv-Vermögen S 23183116.- = S Rein-Vermögen S 128177144.- 28° 236.84 (min. 1.04 $) je Einwohner F. 435 Tabelle XXIII/A Einnahmen und Ausgaben des ordentlichen Haushaltes der Stadt Innsbruck in den Jahren 1923 bis 1946; Ausgaben je Einwohner Rechnungsjahr Einnahmen Ausgaben Fehlbetrag Währung Überschuß Ausgaben je Einw. 1923 S 2906075 2234176 671899 39 1924 S 4611 194 3553991 1057 203 61 1925 S 6035710 4780750 1254960 81 1926 S 7073167 5910253 1162914 100 1927 S 7886589 7792614 93975 132 1928 S 9532479 9816685 284 204 165 1929 8 9754726 10225042 470316 1930 S 12661705 13108821 1931¹) S 12985818 14249 085 1932 S 14625436 15117733 1933 S 14497165 15452215 1934 S 14155455 15320473 447116 1263 267 492297 955050 1165018 1935 S 14417 199 15606885 1936 S 12408922 13153095 1189 686 744173 1937 S 12401 608 12987004 (=RM 8267 739 8658003 585 396 390264 1111111111 171 219 237 250 254 251 254 213 209 139) 1938 RM (2 RM 3 S)) 18006 765 17938057 68 708 271 1939/40 RM²) 15854477 16388530 534053 209³) 1940/41 RM 21372763 20276422 1096341 220 1941/42 RM 25125856 23565424 1560432 243 1942/43 RM 29 254911 25836021 3418890 260 1943/44 RM 31 406 640 1944/45 RM 25 880966 29 809968 23327500 1596 672 289 2553466 234 1. 4.-31.12. 1945 S (1 S = 1 RM) 13181810 11 191412 1990 398 122 1946 S 22122815 20864 362 1258 453 213 Magistratsabteilung III, Buchhaltung. 1) Die Betreffnisse aus der im Jahre 1931 aufgenommenen Schweizer Franken-Anleihe von 30 Millionen sind in den Schilling-Summen der Rechnungsjahre 1932 einschließlich 1937 im Umrechnungsverhältnis von 100:175 enthalten. 3) Das Rechnungsjahr 1938 umfaßt das Kalenderjahr, das Rechnungsjahr 1939/40 den Zeitraum vom 1. 4. 1939 bis 31. 3. 1940, über die dazwischenliegenden 3 Monate besteht ein eigener Rechnungsabschluß, der in der ordentlichen Gebarung an Einnahmen 3111377 und an Ausgaben 2832771 RM enthält. 3) Für das Rechnungsjahr 1939 weist das Statistische Jahrbuch deutscher Gemeinden 1941 in der Gruppe der Städte mit über 50000 bis 100000 Einwohnern an Ausgaben des ordentlichen Haushaltes je Einwohner Beträge von 74.9 RM (Pirmasens) bis 231.4 RM (Heidelberg) aus. 436 Tabelle XXIII/B Einnahmen und Ausgaben des ordentlichen und außerordentlichen Haushaltes der Stadt Innsbruck in den Jahren 1937 einschließlich 1946 Steuern Personalaufwand - - Vermögensaufstellung Ordentlicher Haushalt Außerordentlich. Haushalt Vermögensaufstellung Einnahmen¹) Ausgaben¹) Rechnungsjahr Währung davon Steuern³) dav. Personalaufw. Aktiv- Passiv- Rein- insgesamt Betrag v.H.d. insgesamt Einn. Betrag v.H.d. Einnahmen Ausgaben Ausg. vermögen 1937 S RM (2 RM 3 S) 12401 608 8267739 6515786 4343860 52.5 12987004 8658003 4180235 2786824 32.2 181 153 120768 1074171 716114 116905406 51088454 65816952 1938 RM 18006765 5318651 29.5 17938057 3644985 20.3 1743274 1777456 79 623 828 2981 783 sfr. 24079 670 76642035 -sfr. 24079 670) 1939/40 RM 1940/41 RM 1941/42 RM 15854477 21372763 6401 339 40.4 16388530 4369084 26.6 3056964. 9637 633 45.1 20 276 422 4878188 24.0 12197343 6100543 12471 094 25125856 11083916 44.1 23565424 5629 503 23.9 10816757 9160043 118185715 128282907 22702517 25270 153 .4) 95483 198 103012754 1942/43 RM 29254911 13010222 44.5 25836021 5653851 21.9 7450073 4039455 184276991 26510701 107766290 1943/44 RM 31406640 11361860 36.2 29 809 968 5592844 18.8 3530571 4295421 1944/45 RM 25880966 11076979 42.8 23 327 500 5472070 23.4 3511 323 3143178 141 852899 145 650 630 24841 434 24584712 117011465 121065918 1.4.-31.12. 1945 S (SRM) 1946 S 13181810 22122815 5559 690 8245037 37.3 42.2 11 191412 20864 362 4011054 35.8 6785607 32.5 2164418 448418 101 281 152574 146384970 151 360 260 $ 101 600 23942 354 23183116 +$ 101600 122442616 128177144 Magistratsabteilung III (Buchhaltung) und Gehalts- und Lohnrechnungsstelle. 1) In den Rechnungsjahren 1937 einschließlich 1940/41 sind die Gesamteinnahmen und -ausgaben, von 1941/42 an die Reineinnahmen und -ausgaben angegeben. Die Gesamteinnahmen und -ausgaben, die die internen Zahlungen (Erstattungen) enthalten und sich in Einnahme und Ausgabe ausgleichen, sind im Durchschnitt nur um 3% höher als die Reineinnahmen und -ausgaben, in denen die Erstattungen nicht enthalten sind. 2) Neben den Steuern treten unter den Einnahmen die Gebühren für Gehwegreinigung, Mullabfuhr, Kanalbenützung und Wasserbezug hervor; nach der Eingliederung der vom Bauamt betreuten Wasserleitungsanlagen in die Stadtwerke sind die Wassergebühren Einnahmen der Werke geworden. Rechnungsjahr Währung Gehweg- reinigungs- Mullabfuhr- Kanal- benützungs- Wasser- Rechnungsjahr Währung Gehweg- reinigungs- Mullabfuhr- Kanal- benützungs- Wasser- Gebühr Gebühr S 1937 RM 42305 28 204 208 201 138800 820464 546976 959 639 1942/43 RM 145892 639 758 1943/44 RM 138 365 220437 212421 1938 RM 150444 534 109 730984 1944/45 RM 137 245 201852 706809 621 293 652602 1939/40 RM 134753 180749 1940/41 RM 1941/42 RM 142639 143392 177 650 194690 578 689 651919 614061 772277 167 360 1.4.-31.12. 1945 S 92745 136822 480 270 1946 S 137217 202425 842753 3) Das Reinvermögen vermindert sich um die Schweizer Franken-Schuld, über deren Wert in RM damals kein feststehender Kurs bestand. Erst nach der Umwandlung mit 1. 10. 1940 wurden 57 RM für 100 sfr. fixiert. 4) Für das Rechnungsjahr 1939 ist eine Vermögensaufstellung mangels zwingender Bestimmungen zur Anwendung der neuen reichsdeutschen Vorschriften unterblieben. 436 a Steuerart Tabelle XXIII/C Die Entwicklung der Steuern und der Steuereinnahmen und Zuweisungen der Stadt Innsbruck in den Jahren 1937 einschließlich 1946 (Istaufkommen)") 1937 1938 RM 1939/40 RM 1940/41 RM 1941/42 RM 1942/43 RM 1943/44 RM 1944/45 RM 1.4.-31.12. 1945 1946 S S RM S Einführungsdaten 397 348 3835846 1070183 Zu I. Vom 1. 4. 1943 an statt der Bundes-Ab- gabenertragsanteile Schlüsselzuweisungen, die im umgekehrten Verhältnis zur Steuerkraft der Ge- meinde stehen. Im Jahre 1945 fallen sie aus, im Jahre 1946 betragen sie 50% einer auf Grund der Steuerkraft berechneten Schlüsselzuweisung. Zu II. Vom 1. 4. 1943 an erhebt das Reich die Ge- werbesteuer in vereinfachter Form, die Gemeinden erhalten Gewerbesteueranteilsbeträge. Im 1. Halb- jahr 1945 werden 70%, im 2. Halbjahr 60% des Ausmaßes von 1944 überwiesen. Vom 1. 1. 1946 an erhält die Gemeinde das gesamte Aufkommen an Gewerbesteuer. Die Bürgersteuer wird vom J. 1943 an durch den Bürgersteuer-Ausgleichsbe- trag ersetzt; im 1. Halbjahr 1945 70%, im 2. Halb- jahr 60%, im J. 1946 68% des Ausmaßes von 1944. Zu III. Die Gemeindeabgaben 1-8 und 11 werden mit 1. 4. 1939 aufgehoben, an ihre Stelle tritt die Gewerbesteuer nach Ertrag und Kapital. Vom 1. 6. 1940 an statt Wertzuwachsabgabe (9) Wertzuwachssteuer, an Stelle dieser ab Sept. 1944 Zuschlag zur Grunderwerbsteuer. Vom 1. 5. 1940 an statt des Zuschlages zu den Im- mobiliargebühren (10) Zuschlag zur Grund- erwerbsteuer. Die Zuschläge unter 12 und 13 fallen mit 1. 4. 1941, dafür Einführung der Grundsteuer. Wirksamkeitsbeginn der neuen Steuern: (14) Grundsteuer 1. 4. 1941. (15) Gewerbesteuer 1. 4. 1939, statt dieser Ge- werbesteuer-Anteilsbeträge v. 1. 4. 1943 an. (16) Lohnsummensteuer 1. 9. 1939. (17) Bürgersteuer 1. 1. 1940, statt dieser Bürger- steuer-Ausgleichsbeträge von 1943 an. (19) Getränkesteuer 1. 1. 1940. (20) Vergnügungssteuer 1. 1. 1940 statt Ver- gnügungsabgabe. (22) Jagdsteuer 1. 7. 1940. Feilbietungsabgabe (18) u. Hundesteuer (21) gründen sich auf das österr. Gemeindeabgaben- gesetz von 1935. Schlüsselzuweisungen II. Steuerzuweisungen Gewerbesteuer-Anteilsbeträge Gewerbesteuer Bürgersteuer-Ausgleichsbeträge III. Eigene Gemeindesteuern 1. Gasverbrauchsabgabe 2. Plakatabgabe 3. Steckschilderabgabe I. Finanzzuweisungen B.-Abg.-Ertragsanteile, 1134039 756025 1121626 1471426 1348464 730536 1910829 289 244 414696 11 11 5961045 1556982 5970988 1573774 2985494 788241 209965 139976 267 493 2488 15590 10393 9812 1459 11689 7796 7744 883 4. Konzessionsabgabe 13180 8787 8932 7176 5. Untermietabgabe 52301 34868 34864 2758 6. Luxusgaststättenabgabe 128713 85 809 94101 10813 111111 7. Allgemeine und besondere Ver- brauchsabgabe (Gefälle) 1184098 789 399 938 349 62839 8. Fürsorgeabgabe 429655 9. Wertzuwachsabgabe, -steuer 14250 286436 9.500 373681 71551 22154 44764 22395 34126 59096 41515 4781 2330 10. Zuschläge 11. Zuschläge zur Landesenergieabg. 12. Zuschläge zur Landesgrundsteuer 13. Zuschläge z. Landesgebäudesteuer zu den Immobiliargeb. zur Grunderwerbsteuer 81578 1200000 52812 1583752 54 385 800 000 35 208 1055835 43841 825 222 160 280 115944 70812 82994. 24885 3050 4844 16196 81 839 1181 850 30042 1287 159 70786 1220427 14. Grundsteuer 15. Gewerbesteuer 16. Lohnsummensteuer 17. Bürgersteuer 18. Feilbietungsabgabe 3583 2389 2091 2073 158 122384 585095 3455 19. Getränkesteuer 20. Vergnügungsabgabe, -steuer 21. Hundesteuer 351014 49567 234 009 33045 265776 39276 436794 26815 22. Jagdsteuer 4447435 281511 1297244 1647 575510 203 852 52 264 154 1737446 5244020 316232 1841765 1811426 6306631 294795 1611742 1858 362 441865 1826231 166316 308 483 300 860 1150281 20430 185914 1707 215 6174 388 826 23. Aufgehobene Abgaben 403 760477 199587 56511 218 91783 3573 660037 7679 1158 590530 206001 52184 426 10488 228 598 51202 312 999 559772 214580 40620 312 153794 234751 33377 234 146480 637903 38554 312 Insgesamt 6515786 4343 860 5318651 6401 339 9637 633 11083916 13010222 11361860 11076979 5559 690 8245037 Magistratsabteilung III, Buchhaltung. 1) Istaufkommen = tatsächliche Einnahme während des Abrechnungszeitraumes im Gegensatz zur vorgeschriebenen Einnahme. 436b Tabelle XXIII/D Gliederung des Personalaufwandes des Stadtmagistrates Innsbruck nach der Art der Ausgabe in den Rechnungsjahren 1941/42 einschließlich 1946 1941/42 1942/43 1943/44 Art Betrag % Betrag % Betrag % Gehälter der Beamten¹) 1442567 25.6 1515175 26.8 1539 122 27.5 Vergütungen der Angestellten 1916544 34.0 1973758 34.9 1975952 35.3 Löhne der Arbeiter 1332375 23.7 1299 936 23.0 1215181 21.8 Ruhegehälter 743815 13.2 719 765 12.7 731688 13.0 Sonstige Personalauslagen²) Ruhelöhne Unfallversicherungsbeiträge) 92012 1.6 89174 1.6 87197 1.6 92487 1.7 56043 1.0. 43704 0.8 9703 0.2 Insgesamt 5629 503 100.0 5653851 100.0 5592844 100.0 1. 4.-31.12. 1944/45 1946 1945 Art Betrag % Betrag % Betrag % Gehälter der Beamten¹) 1494979 27.3 999 085 24.9 1182932 17.4 Vergütungen der Angestellten 1959 405 35.8 1645 396 41.0 2917 054 43.0 Löhne der Arbeiter 1202798 22.0 738679 18.4 1622285 24.0 Ruhegehälter 697 865 12.8 536578 13.4 837 547 12.3 Ruhelöhne 84601 1.5 64150 1.6 126813 1.8 Sonstige Personalauslagen*) 32422 0.6 27166 0.7 60307 0.9 Unfallversicherungsbeiträge) 38 669 0.6 5472070 100.0 4011054 100.0 6785607 100.0 Insgesamt Abschlüsse der Gehalts- und Lohnrechnungsstelle. 1) Unter den Gehältern der Beamten sind auch die Funktionsgebühren des Bürgermeisters, der Bürgermeisterstellvertreter und der Stadträte und die Sitzungsgelder der Gemeinderäte enthalten. 2) Als,,sonstige Personalauslagen" gelten Todfallsbeiträge, Aushilfen, Remunerationen und Auslagen für Amtsbekleidung; im Rechnungsjahr 1941/42 sind auch die Reisekosten und die Kosten der Beamtenschulung dazugezählt. 3) In den Rechnungsjahren 1942/43 einschließlich 1945 sind die Unfallversicherungsbeiträge bei den Vergütungen und Löhnen verrechnet. 437 Tabelle XXIII/F Gliederung des Personalaufwandes des Stadtmagistrates Innsbruck nach den Einzel- plänen des ordentlichen Haushaltsplanes in den Rechnungsjahren 1941/42 einschließlich 1946 1941/42 1942/43 1943/44 Einzelplan Betrag % Betrag % Betrag % 0 Allgemeine Verwaltung 1311302 23.3 1418674 25.1 1504301 26.9 1 Polizei 161884 2.9 327 269 5.8 371 128 6.6 2 Schulwesen 355930 6.3 355744 6.3 387 628 6.9 3 Kultur- u. Gemeinschafts- pflege 28833 0.5 42595 0.8 41 297 0.7 4 Fürsorgewesen und Jugendhilfe 483046 8.6 392577 6.9 351 369 6.3 5 Gesundheitswesen, Volks- und Jugendertüchtigung 198753 3.5 211817 3.7 197594 3.5 6 Bau-, Wohnungs- und 8 Wirtschaftliche Siedlungswesen 7 Öffentliche Einrichtungen und Wirtschaftsförderung Unternehmungen 9 Finanz- u. Steuerverwaltg. 874773 15.6 854626 15.1 813581 14.6 1464918 26.0 1308129 23.1 1262878 22.6 67455 682609 1.2 12.1 60437 681983 1.1 12.1 49 382 613686 0.9 11.0 Insgesamt 5629 503 100.0 5653851 100.0 5592844 100.0 1944/45 1. 4.-31.12. 1945 1946 Betrag % Betrag % Betrag % O Allgemeine Verwaltung 1616107 29.5 1370954 34.2 2703518 39.8 1 Polizei 378246 6.9 302951 7.6 362646 5.4 2 Schulwesen 334632 6.1 199 647 5.0 354917 5.2 3 Kultur- u. Gemeinschafts- pflege 40452 0.8 25381 0.6 135023 2.0 4 Fürsorgewesen und Jugendhilfe 323385 5.9 246278 6.1. 464104 6.8 5 Gesundheitswesen, Volks- und Jugendertüchtigung 187 623 3.4 144857 3.6 208 687 3.1 6 Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen 784548 14.3 574340 14.3 894 585 13.2 7 Öffentliche Einrichtungen und Wirtschaftsförderung 1214497 22.2 756385 18.9 1244007 18.3 8 Wirtschaftliche Unternehmungen 46403 0.9 9 Finanz- u. Steuerverwaltg. 546177 10.0 28046 362215 0.7 48101 0.7 9.0 370019 5.5 Insgesamt 5472070 100.0 4011054 100.0 6785607 100.0 Abschlüsse der Gehalts- und Lohnrechnungsstelle. 438 Tabelle XXIII/E Gliederung der Einnahmen und Ausgaben des ordentlichen Haushaltsplanes der Stadt Innsbruck nach den Einzelplänen in den Rechnungsjahren 1941/42 einschl. 1946 Beträge in Reichsmark, von 1945 an in Schillingen (1 RM = 1 S) Rechnungsabschluß 1942/43 Rechnungsabschluß 1943/44 Rechnungsabschluß 1941/42 Einzelplan Gesamt- einnahmen 0 Allgemeine Verwaltung 460789 Betrag 1747819 Gesamtausgaben Zuschuẞ- bedarf Überschuß Rein- einnahmen Reinausgaben Zuschuẞ- bedarf Überschuß Rein- einnahmen % Betrag 0 Reinausgaben Betrag Zuschuẞ- bedarf Überschuß 7.4 1287030 332927 1762089 6.8 1429 162 1 Polizei 157564 382530 1.6 224966 2 Schulwesen 192435 1218945 5.2 1026510 55524 195222 662 305 794777 2.6 606 781 3.1 599 555 312910 38719 170908 1800413 % 6.0 1487503 841078 715274 2.8 802359 2.4 544366 3 Kultur- und Gemeinschafts- pflege 72639 705693 3.0 633054 11952 603440 2.3 591488 21 283 572545 1.9 551263 4 Fürsorgewesen und Jugendhilfe 7013177 8606804 36.5 1593627 8145843 10105452 39.1 1959 609 7676279 9154665 30.8 1478386 5 Gesundheitswesen, Volks- und Jugendertüchtigung 65514 544893 2.3 479379 62602 454987 1.8 392 385 84434 518567 1.7 434133 6 Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen 618900 2569123 10.9 1950223 198589 2538918 9.8. 2340 329 173867 2024887 6.8 1851019 7 Öffentliche Einrichtungen und Wirtschaftsförderung 2383419 8 Wirtschaftl. Unternehmungen 9 Finanz- u. Steuerverwaltung 1212284 12949135 3538634 15.0 1155215 290638 1.3 3960345 16.8 921 646 8988790 25 125856 23565424 100.0 8350004 9910436 2303171 1716580 16232501 29 254911 3554925 13.8 287406 1.1 5071722 19.6 1251754 2300899 2159447 7.3 141452 1429174 11160779 2620050 1204 368 4.1 1415683 18007291 10818724 36.2 7188566 25 836021 100.0 9171063 12589953 31 406 640 29 809 968 100.0 7149029 8745701 Insgesamt +1560432 +3418890 +1596672 Rechnungsabschluß 1944/45 Rechnungsabschluß 1945¹) Rechnungsabschluß 1946 Einzelplan Rein- Reinausgaben einnahmen Zuschuß- bedarf Überschuß Rein- einnahmen Betrag % 0 Allgemeine Verwaltung 530275 1967278 8.4 1437002 1 Polizei 25421 800046 3.5 774625 2 Schulwesen 229 265 654361 2.8 425096 346051 75186 100490 Reinausgaben Betrag % 1625438 14.5 537912 4.9 761295 6.9 Zuschuẞ- bedarf Überschuß Rein- einnahmen Reinausgaben Zuschuß- bedarf Überschuß 1279 387 462725 660 805 681477 116427 214016 Betrag % 3149230 15.1 473470 2.3 1190846 5.8 2467752 357 042 976830 3 Kultur- und Gemeinschafts- pflege 14821 529516 2.3 514695 53454 72034 0.6 18580 82 320 222972 1.0 140652 4 Fürsorgewesen und Jugendhilfe 5428844 6772926 29.0 1344082 1855846 2419023 27.7 563 177 1206 168 2470815 11.9 1264648 5 Gesundheitswesen, Volks- und Jugendertüchtigung 86094 314958 1.4 228864 13412 218764 1.9 205 353 57122 308 610 1.5 251489 6 Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen 334464 1227850 5.2 893 385 523360 791622 7.0 268 261 518776 1204258 5.7 685482 7 Öffentliche Einrichtungen und Wirtschaftsförderung 2272658 8 Wirtschaftl. Unternehmungen 9 Finanz- u. Steuerverwaltung 1612446 15346678 2588666 11.0 824145 3.6 7647754 32.8 316009 788301 7698923 1347933 1543585 7322493 1150184 10.3 165708 1.4 3449432 30.8 197749 1377876 3873061 2014333 1297 988 15934 188 1972674 9.5 41659 93795 9777 692 0.4 1204 193 46.8 6156496 25 880966 23 327 500 100.0 5933758 8487 224 13181810 11 191412 100.0 Insgesamt +2553466 3458 288 +1990398 5448 686 22122815 20864 362 100.0 6143895 7402348 +1258453 Magistratsabteilung III, Buchhaltung. 1) Das Rechnungsjahr 1945 umfaßt nur den Zeitraum vom 1. 4. bis 31. 12. 1945. 438 a eraer B 1718107 THE ANHANG 1. Die gefallenen Soldaten und Kriegsversehrten der beiden Weltkriege 1914/1918 und 1939/1945 mit dem Wohnsitz in Innsbruck Das Land Tirol besitzt in Innsbruck auf dem Bergisel eine Heldengedenkstätte für die gefallenen Soldaten der vier Tiroler Kaiserjäger-Regimenter. Über Anregung des Herrn Landes-Archivdirektors i. R. Hofrat Dr. Karl Böhm wurden nach dem ersten Weltkriege die Namen aller in diesem Kriege gefallenen Soldaten, die in Tirol ihren Wohnsitz hatten, gleichgültig bei welchem Truppenkörper sie gedient hatten, gemeindeweise mit den erreichbaren Personalangaben gesammelt. So kam das,,Tiroler Ehrenbuch" zustande, ein einzigartiges Denkmal, dem im Berg-Isel-Museum seit dem Wiederaufbau ein würdiger Platz eingeräumt ist¹). Das Ehrenbuch 1914/1918 umfaßt 50 Bände mit den Sterbeandenken-, bzw. Licht- bildern der Gefallenen Nord- und Südtirols und 70 Bände mit den Personaldaten jedes Einzelnen der toten Soldaten. In diesem Heldengedenkbuch konnten nur die Namen jener Gefallenen aufgenommen werden, für die von den Angehörigen ent- sprechende Personalangaben zur Verfügung gestellt oder über die die nötigen Daten in anderer Weise in Erfahrung gebracht wurden. Es können somit diese Bände keinen Anspruch auf unbedingte Vollständigkeit erheben, ihre Zahlen kommen jedoch der Wirklichkeit sehr nahe. Eine genauere Aufzeichnung über die im ersten Weltkriege gefallenen Innsbrucker existiert nicht. Die Tabelle Anhang 1/A bringt die Zahlen der im Heldenbuch eingetragenen Soldaten (Offiziere und Mannschafts- personen) des ersten Weltkrieges, die in Innsbruck ihren Wohnsitz hatten. Es forderte somit der erste Weltkrieg an Gefallenen und Vermißten 2.21% der gesamten Be- völkerung Innsbrucks, gerechnet auf Grund der Volkszählung 1920 und nach dem damaligen Gebietsumfang, oder 4.63% der männlichen Bevölkerung der Stadt. Nach dem zweiten Weltkrieg 1939/1945 begann Hofrat Dr. Böhm wiederum die Namen der in diesem Kriege gefallenen Soldaten gemeindeweise sammeln zu lassen, um sie, wie jene des ersten Weltkrieges, zu dauerndem Gedenken in ein neues Ehren- buch einzutragen²). Die zu diesem Zweck vom Statistischen Amt der Stadt im Jahre 1947 in Innsbruck vorgenommene Erhebung brachte kein restlos befriedigendes Ergebnis. Die Ausfüllung der ausgegebenen Fragebogen war dem freien Willen der Angehörigen überlassen, die nicht, wie in kleineren Gemeinden, durchwegs reges Interesse an der Sache zeigten; viele Familien, die Kriegsopfer zu beklagen hatten, waren von Innsbruck weggezogen, Hausherren oder Unterstandsgeber konnten über ihre früheren Mieter, die gefallen waren, keine Angaben machen, auch die ver- schollenen Kriegsgefangenen spielten damals noch eine größere Rolle. Die auf diese Art zustande gekommenen Angaben sind für Innsbruck jedenfalls noch zu unvoll- ständig, um zu statistischen Zwecken herangezogen werden zu können. Hiefür 1) Bei dem Luftangriff vom 19. Dezember 1943 wurde die Südostecke des Museumgebäudes am Bergisel zerstört; Wiederaufbau und Neugestaltung 1948/49, Eröffnung am 14. August 1949. 2) Das Tiroler Ehrenbuch 1939/1945 zählt gegenwärtig 25 Bände mit den Namen der Gefallenen von Nord- und Osttirol. 440 kommen vorderhand nur die amtlichen Feststellungen in Betracht. In der deutschen Wehrmacht war die Wehrmachtsstelle für Kriegsverluste und Kriegsgefangene in Berlin als Zentralstelle eingerichtet und verpflichtet, die Standesämter des ganzen Reiches von den Kriegsverlusten zu verständigen. Von dieser Wehrmachtsstelle wurde dem Standesamt Innsbruck für die Zeit vom 1. 9. 1939 bis 31. 3. 1945 nament- lich die in der Tabelle Anhang 1/A genannte Anzahl von gefallenen und gestorbenen, in Innsbruck einschließlich der eingemeindeten Vororte ansässig gewesenen Wehr- machtsangehörigen (Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaftspersonen) gemeldet. Die Namensliste ist im Besitz des Statistischen Amtes. Vom 1. 4. 1945 bis 30. 6. 1950 wurde vom Standesamt außerdem die in der Tabelle angeführte Zahl von Gefallenen beurkundet. Diese Meldungen bilden natürlich noch kein endgültiges Ergebnis, da dem Standesamt immer wieder Kriegssterbefälle zur Kenntnis kommen. Die Zahl der Opfer der Innsbrucker Bevölkerung im zweiten Weltkrieg übertraf jene des ersten Weltkrieges. Die 2062 bis jetzt bekannten, gefallenen Soldaten Innsbrucks bedeuten 2.58% der Gesamtbevölkerung, wie sie bei der Volkszählung 1939 für das heutige Stadtgebiet festgestellt wurde, oder 5.67% der männlichen Bevölkerung der Stadt. Die Zahl der vermißten Soldaten ist nicht eingerechnet, ihre genaue Anzahl kann derzeit noch nicht festgestellt werden. Die Tabelle Anhang 1/B gibt eine Übersicht über die Anzahl der Versehrten des ersten und zweiten Weltkrieges nach dem Stande vom 31. 12. 1947. Beide Kriege brachten also unserer Stadt sehr schwere Einbußen, Einbußen, die sich bevölkerungs- politisch und wirtschaftlich auf das Schwerste auswirken. A. 441 Anhang 1/A 442 Die im Weltkrieg 1914/1918 gefallenen Innsbrucker (Aus dem Tiroler Ehrenbuch am Bergisel) Stadtteil Tote Vermiẞte Zusammen Innsbruck-Wilten-Pradl 858 23 Hötting 207 Mühlau 40 Arzl 19 Igls Vill 7 6 Amras 25 BLARIN 881 34 241 44 24 6 2 27 Zusammen 1162 69 1231 Gefallene Wehrmachtsangehörige des Weltkrieges 1939/1945 mit dem Wohnsitz in Innsbruck Von der Wehrmachtsstelle für Kriegsverluste und Kriegs- gefangene in Berlin für die Zeit vom 1. 9. 1939 bis 31. 3. 1945 gemeldet Vom Standesamt Innsbruck in der Zeit vom 1. 4. 1945 bis 30. 6. 1950 beurkundet Zusammen Gefallene 1225 837 2062 Gesamtzahl der lebenden Invaliden des 1. Weltkrieges (Stand vom 31. 12. 1947) 674 Kriegsinvalide des 1. Weltkrieges 1914/1918) (Stadtgebiet Innsbruck) hievon Von der Gesamt- zahl sind Anzahl der von den Versehrten 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Arm- Bein- Kriegs- zu erhaltenden amputierte blinde Familien- angehörigen % invalid 28 161 151 141 47 75 50 21 22 36 3 836 Anzahl der Witwen nach Gefallenen des 1. Weltkrieges Anzahl der Waisen des 1. Weltkrieges 443 268 30 Anzahl der ausgegebenen Einstellungsscheine für Invalide und Gleichstellungsscheine Kriegsversehrte des 2. Weltkrieges 1939/1945) (Stadtgebiet Innsbruck) Gesamtzahl hievon Von der Gesamtzahl sind der Versehrten dea 2. Weltkrieges Arm- Bein- ohne I. II. III. IV. amputierte Kriegs- blinde (Stichtag v. 31. 12. 1947) Versehrtenstufe 1228 139 380 387 301 21 49 126 9 Anzahl der Witwen nach Gefallenen des 2. Weltkrieges Anzahl der Waisen des 2. Weltkrieges 762 712 1) Mitgeteilt vom Landes-Invalidenamt für Tirol. Anzahl 20 der von den Versehrten zu erhaltenden Familienangehörigen 1473 Anzahl der ausgegebenen Einstellungsscheine für Invalide und Gleichstellungsscheine 152 Anhang 1/B 2. Opfer der Fliegerangriffe und Fliegerschäden Bei Kriegsbeginn im Herbst 1939 wurden über behördlichen Auftrag in den meisten Häusern des Stadtgebietes Innsbruck Luftschutzkeller ausgebaut, die man damals allgemein gegen Bombenwirkung für sicher hielt. Bei den häufigen Fliegeralarmen suchte der Großteil der Bevölkerung diese Keller auf. Bis Dezember 1943 erfolgte kein feindlicher Fliegerangriff auf Innsbruck. War die Bedrohung bis Herbst 1943 aus dem Westen zu erwarten, änderte sich die Lage, als die alliierten Mächte in Afrika und Italien Flugplätze errichteten. Am 15. 12. 1943 flog, durch Luftwarnung angekündigt, ein Verband von 48 Flugzeugen ein, der Bomben auf die Stadt warf. Dieser erste Angriff forderte 258 Todesopfer, darunter 234 Zivilpersonen. Der Überraschung dieses Angriffes ist die besonders große Zahl der Opfer zuzuschreiben. Diesem Einflug folgten 4 Tage später der nächste und bis Kriegsende weitere 20. Als Beispiel besonders verheerender Wirkung von Bombentreffern werden die Einschläge im Neubau des Innsbrucker Rathauses, Fallmerayerstraße 1, beim Angriff vom 16. 12. 1944 angeführt, bei dem 23 Todes- opfer, darunter 13 Angestellte des Stadtmagistrates, im Luftschutzkeller dieses Gebäudes zu beklagen waren. Der Tabelle Anhang 2/A ist die Gesamtzahl der Todesopfer zu entnehmen; die Namensliste wird im Statistischen Amt verwahrt. Die Karte über Bombentrichter, Schaden- und Brandstellen, die dem vom Stadt- magistrat herausgegebenen Heft,,Innsbruck hilft sich selbst" beigegeben ist, gibt ein übersichtliches Bild der Verteilung der Bombeneinschläge¹). Wie aus den Auf- zeichnungen der örtlichen Luftschutzpolizei zu entnehmen ist, erfolgten 19 Angriffe bei Tag, 3, davon ein großer, bei Nacht; 5624 Sprengbomben, zum großen Teil der schwersten Gattung (250-500 kg Gewicht), 1200 Splitterbomben, 672 Blindgänger und rund 10000 Stab- und Brandbomben, also zusammen rund 17500 Bomben, fielen bei allen Angriffen auf das Stadtgebiet und die darüber hinaus zum Bereiche des Polizeipräsidiums Innsbruck gehörige Umgebung²). Die Anzahl der Fliegeralarme ohne Angriffe betrug 1940 und 1941 je 3 Nacht- alarme, 1942 3 Tag-, 8 Nachtalarme, 1943 11 Tag-, 9 Nachtalarme, 1944 65 Tag-, 16 Nachtalarme und 1945 (bis 14. 2.) 5 Tagalarme und 1 Nachtalarm; vom 14. 2. 1945 an sind die Alarme nicht mehr verzeichnet. Die Feuerwehr (Luftschutzpolizei) hatte bei den 22 Fliegerangriffen nach dem Tagebuch des Luftschutzsachbearbeiters für Feuerlöschdienst 119 Brände zu be- kämpfen und zwar 69 Großfeuer mit gleichzeitig mehreren Brandstellen, 42 Mittel- feuer, 3 Waldbrände und 5 Flächenbrände. Der Stand der einheimischen Bevölkerung verminderte sich in jener Zeit, weil viele Frauen mit Kindern und Personen aus bombenbeschädigten Wohnungen ihren Wohnsitz in die Umgebung Innsbrucks verlegten und auch Gewerbebetriebe ihre Arbeitsstätten nach auswärts verlagerten. 1) Auch Bild 1 des in der Monatsschrift,,Der Aufbau", Heft 1/2, 1948, enthaltenen Auf- satzes,,Kriegsschäden und Wiederaufbau in Innsbruck" von Baudirektor Dipl.-Ing. Reiter ist in dieser Hinsicht instruktiv. 2) Unter anderem fielen auf Solbad Hall beim Angriff vom 25. 12. 1944 rund 60, beim An- griff vom 16. 2. 1945 schätzungsweise 500-600 Sprengbomben. 444 Als sich die Luftschutzkeller und Splittergräben gegen die Wirkung der schweren Bomben ungenügend erwiesen, baute man nach den ersten Angriffen in die beider- seits des Inntales gelegenen Berghänge öffentliche Luftschutzstollen für die Be- völkerung, von denen bis Kriegsende 15 auf der nördlichen Talseite des Inntales in einer Länge von zusammen 5295 (hievon 1156 m in Fels, 4139 m in Geschiebe- material), und auf der südlichen Talseite 12 Stollen in der Gesamtlänge von 3087 m (hievon 1748 m in Fels, 1339 m in Schottergeschiebe), in den Berg hinein getrieben wurden und die zusammen rund 50000 Menschen fassen konnten. Im östlichen Teil von Pradl befand sich ein großer Erdbunker; außerdem gab es noch einen Stollen der Bahnverwaltung am Westbahnhof für das eigene Personal und Fahrgäste, 2 Wehrmachtsstollen sowie 2 Luftschutzbefehlsstollen. Ein Fluchtsteg über den Inn beim Löwenhaus am Rennweg und einer beim Sieglanger verkürzten die Zugangs- wege zu den Stollen. In der Neuhauserstraße wurde eine Bahnunterführung angelegt. Bei den Fliegerangriffen erlitten der Stadtkern Innsbrucks und die beiden Stadt- teile Wilten und Pradl die schwersten Schäden. Rund 75% der Häuser dieser 3 Stadt- teile wurden beschädigt, 6.9%, derselben sogar total (unbedingt und bedingt) zer- stört. Die Tabelle Anhang 2/B unterrichtet über die Gebäudeschäden in ihrer Gesamtheit und Schwere und über ihre Verteilung auf die einzelnen Stadtteile; die Tabelle Anhang 2/C zeigt in einer dem allgemeinen Bedürfnis angepaẞten Form, wie die Gebäude gegliedert nach ihrer Verwendung zu Schaden gekommen sind, wieviel und in welchem Ausmaß beispielsweise Amtsgebäude, Schulen, Kirchen, Bahnhöfe, Wohn- und Geschäftshäuser usw. beschädigt wurden. In Ergänzung hiezu weisen die Tabellen Anhang 2/D und E die Verluste an Wohnungen und die Verluste der Fremdenbeherbergungsstätten an Zimmern und Betten aus. Auf die Schäden, die an den städtischen Straßen durch Kriegseinwirkung ent- standen sind, wie durch Bombenwürfe, Wehrmachtsfahrzeuge und Panzer - es sind verschiedene Panzerverbände während des Krieges und nach demselben durch die Straßen Innsbrucks gerollt weist die Tabelle Anhang 2/F hin. Rund 176600 Raummeter Schutt lagen bei Kriegsende in den Straßen und öffentlichen Plätzen der Stadt. Sehr bedeutende Schäden erlitten die städtischen Versorgungseinrichtungen, wie aus der Aufstellung Anhang 2/G zu ersehen ist. Bei verschiedenen Angriffen wurde die städtische Wasserleitung getroffen, so daß oft ganze Straßenzüge von der Wasser- versorgung abgeschlossen waren und die Bevölkerung das notwendige Wasser weit herbeiholen mußte; im Kanalnetz war der Spülwasserdurchlauf gehemmt. Das Umspannwerk des Elektrizitätswerkes am Bismarckplatz blieb zwar vor Zerstörung verschont, durch Reißen von Kabeln und Freileitungen aber waren zeitweilig einzelne Stadtteile vom elektrischen Strom abgeschaltet. Das Gaswerk konnte viele Straßenzüge nicht mehr mit dem zum Kochen notwendigen Gas versehen, weil die Leitungen beschädigt oder zerstört waren; kurzfristig mußte es den Betrieb ganz einstellen. Schwere Einbußen hatten auch die Innsbrucker Verkehrsbetriebe zu verzeichnen, von denen Remisen, Maschinen, Geleise, Fahrdrahtleitungen, Straßenbahnwagen, Obusse und Autobusse in großem Umfang zerstört oder be- schädigt wurden, wie der Aufstellung Anhang 2/H entnommen werden kann. Alle diese Schäden im Zusammenhang mit der Straßenbeschädigung legten zeitweilig mehrere Linien, gegen Kriegsende sogar alle Linien des Stadtbereiches lahm, so daß damals nur mehr außerhalb des Weichbildes der Stadt 3 Linien, davon eine nur im Umsteigverkehr, der Personenbeförderung zur Verfügung standen. Abschließend werden in der Tabelle 2/J die Schadensfälle und Schadenssummen in ihrer Verteilung auf die Stadtgemeinde Innsbruck, auf den Staat, darunter, 445 getrennt angeführt, die Bundesbahn, auf das Land Tirol und auf die übrigen Grund- stückbesitzer ausgewiesen. Daß der Großteil der Gesamtschadenssumme auf Hoch- bauten und nur ein kleiner Teil auf andere Bauten und Anlagen, wie Brücken, Straßen, Rohrleitungen, Licht- und Telephonkabel usw. entfällt, ist bei der dichten Verbauung der Stadt selbstverständlich. Die Schätzung der Summen erfolgte nach dem Zustand und dem Lohn- und Preisstand vom Mai 1945; da der Wiederaufbau Jahre erfordert, betragen die Schadenssummen infolge des zerstörenden Einflusses der Witterung und der Steigerung der Materialpreise und Löhne ein Vielfaches der angegebenen Zahlen³). Das gewaltige Ausmaß der Zerstörungen konnte den Willen der Innsbrucker Bevölkerung, die Schäden zum Teil noch während des Krieges zu beseitigen und nach dem Kriege tatkräftig an die Wiederaufrichtung des früheren Bestandes zu schreiten, nicht unterdrücken. Das Kapitel über den Wiederaufbau legt Zeugnis dafür ab. A. 3) Der Bauindex hat sich bis Ende 1947 gegenüber Mai 1945 um rund 520% erhöht. 446 Ortsansässige Ortsfremde Datum des Angriffes Tabelle Anhang 2/A Opfer der 22 Fliegerangriffe auf Innsbruck 1943-1945 Wehr- machts- Kriegsge- an- fangene Zu- sammen Männer Frauen Männer Frauen gehörige I. Gefallen¹) 15. 12. 1943 75 19. 12. 1943 Summe 1943 92 13. 6. 1944 20. 10. 1944 26. 10. 1944 15. 11. 1944 16. 11. 1944 25. 11. 1944 30. 11. 1944 3. 12. 1944 10 B121111 128 16 15 23 1 258 17 23 4 4 4 11 63 151 20 19 27 12 321 16 5 co 3 2 3 29 1 11 2 7. 12. 1944 2 15. 12. 1944 2 2 4 16. 12. 1944. 13 24 2 1 40 19. 12. 1944 25. 12. 1944 1 1 29. 12. 1944 3 5 8 Summe 1944 45 37 9 2 6 99 14. 2. 1945 16. 2. 1945 27. 2. 1945 4 7. 4. 1945 1 2 3 6 10. 4. 1945 12 15 27 20. 4. 1945 - 1 1 Summe 1945 14 19 4 151 207 Gesamtsumme I II. Nach dem Angriffstag den Verletzungen erlegen 33 21 34 == 38 12 458 Im Jahre 1943 6 8 2 1 17 Im Jahre 1944 10 3 14 Im Jahre 1945 5 2 1 I 9 Gesamtsumme II 16 13 7 2 1 1 40 Gesamtsa. I+II 167 220 40 23 35 13 4982) Aus den Zählblättern für Sterbefälle des Standesamtes Innsbruck. 1) Gefallen unmittelbar beim Angriff umgekommen oder am selben Tag gestorben. 2) Im Laufe des Jahres 1947 wurden vom Standesamt, hier, noch 4 gefallene Wehrmachts- angehörige beurkundet; weiters wurden im selben Jahre aus den Meldeblättern für das Tiroler Ehrenbuch noch 2 ihren Verletzungen erlegene Ortsansässige männlichen Geschlechts ermittelt, so daß mit Ende 1947 ein Stand von 504 Opfern bekannt war. Von den vier Wehrmachts- angehörigen fiel einer am 29. 12. 1944, die übrigen drei am 20. 4. 1945, die zwei verwundeten ortsansässigen Männer starben im Jahre 1944. 447 Tabelle Anhang 2/B Bombenbeschädigte und unbeschädigte Gebäude aller Art³) Gesamtzahl der Gebäude gegliedert nach Stadtteilen Unbeschädigt Beschädigt Zahl Prozent der Geb. der K.-G. Zahl Prozent der Geb. der KG Von den beschädigten Gebäuden entfallen auf die Schadens- gruppe) 1 2 3 4 5 Stadtteile (Katastral- gemeinden K.-G.) Innsbruck 2046 788 38.5 1258 61.5 712 334 101 53 58 Wilten 1344 111 8.3 1233 91.7 711 288 92 51 91 Pradl 1227 253 20.6 974 79.4 684 173 50 38 29 Hötting 1499 1331 88.8 168 11.2 91 53 6 4 14 Mühlau 300 294 98.0 6 2.0 6 Amras 221 126 57.0 95 43.0 85 3 Arzl 311 246 79.1 65 20.9 52 10 4 Vill 55 50 90.9 5 9.1 2 2 1 2 Igls 148 119 80.4 29 19.6 26 3 | Insgesamt 71513) 33183) 46.4% aller Gebäude 3833 53.6% 2369 866 254 146 198 33.1% 12.1% 3.6% 2.0% 2.8% aller Gebäude Erhebungsergebnisse des Stadtbauamtes vom November 1946. 1) Gebäude mit und ohne Hausnummern, z. B. Stöcklgebäude, Werkstätten. 2) Nach dem Ausmaß des erlittenen Schadens werden 5 Gruppen unterschieden: 1. Leichter Schaden bis zu 10% iger Schädigung, 2. mittlerer Schaden bei über 10-50%iger Schädigung, 3. schwerer Schaden bei über 50-70%iger Schädigung, 4. bedingter Totalschaden bei über 70-85%iger Schädigung, 5. unbedingter Totalschaden bei über 85-100%iger Schädigung. ,,Bedingter Totalschaden" liegt dann vor, wenn es nicht ausgeschlossen scheint, daß die vorhandenen Mauern bei einem Wiederaufbau verwendet werden können. 3) Das im Adreẞbuch 1947 veröffentlichte Erhebungsergebnis vom April 1946 steht dem vom November 1946 um 364 Gebäude nach; es handelt sich hauptsächlich um Berg- und Gartenhütten und kleinere Gebäude, die meist ohne Baubewilligung erstellt worden waren. 448 29 Tabelle Anhang 2/C Bombenbeschädigte und unbeschädigte Gebäude aller Art gegliedert nach ihrer Verwendung (Gebäudeart) Verwendung der Gebäude (Gebäudeart) Gesamtzahl d. Gebäude Unbe- schädigt Beschädigt Von den beschädigten Gebäuden entfallen auf die Schadensgruppe 1 2 3 4 5 1. Verwaltungs- und Amtsgebäude 2. Hochschule 3. Mittelschulen A. Öffentliche Gebäude ohne Nebengebäude 4. Volks- und Hauptschulen 5. Kindergärten 6. Museen 7. Kirchen einschließlich der aufgelassenen Einsegnungshallen 5218635769 2083638 7 134212 484881 12 821258 9 1322 41246 32 27 14 9 3 12 10 6 1 9 21 13 12 6 31 14 17 8. Notkirchen, Kapellen und 24 9 9. Widen 11 4 10. Klöster 27 21 9 11. Heime und Stiftungen 39 21 22 5 2185 12. Krankenhäuser, Sanatorien, Kliniken 14 13. Bäder 6 14. Bahnhöfe 15. Kasernen 16. Sonstige Gebäude BAR 13 20 20 46877 10 1 5 5 2 18 13 Summe A 297 108 189 105 B. Privatgebäude 1 1 12 8 6 1. Wohn- und Geschäftshäuser 5028 2397 2631 1753 525 157 93 103 2. Hotels 26 4 22 9 8 3 1 1 3. Gasthöfe 46 5 41 31 7 2 1 4. Gastwirtschaften 144 69 75 48 19 2 5 1 5. Pensionen 21 17 4 3 6. Fremdenheime 9 6 3 2 1 7. Kaffeehäuser und Bars 15 2 13 7 3 1 2 Summe B 5289 2500 2789 1853 564 164 100 108 449 Tabelle Anhang 2/C (Fortsetzung) Verwendung der Gebäude (Gebäudeart) Gesamtzahl d. Gebäude Unbe- schädigt Beschädigt C. Sonstige Gebäude Von den beschädigten Gebäuden entfallen auf die Schadensgruppe 1 2 3 4 5 1. Wohnstöckl 297 138 159 113 30 10 3 3 2. Berg- und Gartenhütten, Wochenendhäuschen 138 134 4 3 3. Betriebs-, Fabriks-, Werk- stätten- und Nebengebäude 688 168 520 222 150 4. Laden vorbauten 27 27 16 5. Bahnbögen 214 123 91 46 34 658 3 322 1 31 146 Summe C 1364 563 801 384 230 74 38 75 D. Baracken 1. Wohnbaracken 111 89 22 12 2. Lagerbaracken 49 17 32 15 Summe D 160 106 54 27 Rohbauten E. Rohbauten 41 41 Zusammenstellung 9 514 22 4 3 a 6 9. A. Öffentliche Gebäude B. Privatgebäude C. Sonstige Gebäude 297 108 189 105 58 12 8 6 5289 2500 2789 1853 564 164 100 108 1364 563 801 384 230 74 38 75 D. Baracken E. Rohbauten 41 160 106 41 54 27 14 4 9 Gesamtsumme 7151 3318 3833 2369 866 254 146 198 Aus einer Übersicht des Stadtbauamtes über Erhebungsergebnisse vom November 1946. 450 Tabelle Anhang 2/D Bombenbeschädigte und unbeschädigte Wohnungen in Innsbruck Wohnungen I. Beschädigte Wohnungen Hievon Prozent Prozent Zahl von I von III 15386 100.0 59.6 a) Leicht beschädigt (0-10% beschädigt). b) Stark beschädigt (10-70% beschädigt) 5816 37.8 7002 45.1 c) Unbenützbar geworden (70-100% beschädigt) 2568 16.7 II. Nicht beschädigte Wohnungen 10407 - 40.4 III. Stand der Wohnungen vor den Fliegerangriffen 25793¹) 100.0 Erhebungsergebnisse des Stadtbauamtes vom November 1946. 1) In dieser Zahl sind 578 Wohnungen enthalten, die als Kanzleien oder Ordinationsräume verwendet wurden. Tabelle Anhang 2/E Bombenschäden der Fremdenbeherbergungsstätten, Verluste an Zimmern und Betten Zahl der bei Kriegsbeginn Beherbergungsstätten vorhandenen Kriegsende beschädigten. oder zerstörten Zimmer Betten Zimmer Betten Hotels 1591 2582 660 1004 Gasthöfe und Gasthäuser 803 1487 176 317 Pensionen 215 374 4 8 Insgesamt 26091) 4443¹) 840 1329) Erhebungen des Stadtbauamtes. 1) Die Zahlen vom September 1939 sind natürlich niederer als die in Tabelle XI/5A für den Dezember 1943 angegebenen. 2) Das Stadtbauamt gebrauchte in Publikationen auch die Zahl 1461, die das Ergebnis einer zweiten Umfrage bei den Besitzern der Beherbergungsstätten war. 29° 451 Tabelle Anhang 2/F Kriegsschäden an Straßen und Plätzen Sonstige Kriegseinwirkung (Fahrzeuge, Panzer) Anzahl der beschädigten Stellen 203 Bombenschäden Zerstörte Straßendecken in m² 25000 Stadtbauamt, Straßenbau. Zerstörte Gehwege Beschädigte Beschädigte Straßendecken Gehwege in m³ in m² in m 12000 274000 45000 Anhang 2/G Bombenschäden an städtischen Versorgungseinrichtungen 1. Städtisches Wasserwerk: Hauptversorgungsleitungen 268 Großschadensstellen mit 3256 m Muffendruckrohren ver- schiedener Größen, 34 Hochdruckschieber, 37 Feuerlöschunterflurhydranten. Grabungsarbeiten 7800 m³ Erdmaterial-Aushub und Wiedereinfüllung. 2. Elektrizitätswerk: 115 Kabelschäden im Hochspannungsnetz, 206 Kabelschäden im Niederspannungsnetz, 80 Leitungsschäden im Freileitungsnet 25 km Leitung der Straßenbeleuchtung, 16 Transformatoren ganz oder teilweise beschädigt. Verwaltungsgebäude und Werkstätten in Innsbruck schwer beschädigt. 3. Gaswerk: Im Werksgelände: durch 16 schwere, 68 Splitter- und leichte Bomben Schäden an Betriebs- gebäuden, Reinigergebäude, Kohlenhaus, 3 Gasbehältern, Rohrleitungen. Gasrohrnetz: 353 Treffer und 105 Undichten mit 2631 m Rohrleitungsschaden. Regler- station ganz zerstört. 4. Kanalisation: Schadensstellen Anzahl Länge in lf. m Kanaltiefe Betonkanäle 600/900 mm-1500/2000 mm 65 512 3.50-6.00 m Rohrkanäle 200-700 mm 142 1620 3.50-5.50 m Hauskanalanschlüsse durchschnittlich 100-150 mm 114 1293 2.60 m 321 3425 Anhang 2/H Bombenschäden der Innsbrucker Verkehrsbetriebe-AG. Die Anlagen der Verkehrsbetriebe-AG. wurden 20mal bombardiert, dadurch das Werk- stätten- und Remisengebäude und die Obushalle am Bahnhof Berg Isel fast vollständig zerstört und der Großteil der Maschinen und viele Fahrbetriebsmittel vernichtet oder be- schädigt; 2362 m an Geleisen und 8915 m an Fahr- und Speiseleitungen, hievon 5675 m für die Straßenbahnen und 3240 m für die Obuslinien, waren unbrauchbar geworden. Die gesamte Schadenssumme wurde nach dem Stande der Materialpreise und Löhne von 1944 bis Mai 1945 auf 2342200.- S geschätzt. 452 Bauten in 1. Stadtbesitz Die baulichen Kriegsschäden im Stadtgebiet von Innsbruck gegliedert nach Stadt-, Bundes-, Landes- und Privatbesitz¹) 2. Bundesbesitz a) Bundesbesitz ohne B.-Bahn b) Besitz der Österr. B.-Bahn 3. Landesbesitz beschädigten Bauten % aller Zahl der Schadens- fälle Schadens- summe in % d. ganzen Schadens- summe Davon entfallen auf Hochbauten and. Bauten u. Anlagen S.000 T Schadens- Schadens Zahl % summe in % Zahl % summe in % 1000 S 1000 S 1463 31.1 16733.6 17.6 373 10.4 12297.0 13.9 1090 97.5 4436.6 66.5 105 2.2 12862.4 13.6 89 2.5 10758.0 12.2 16 1.4 2103.6 31.6 59 1.2 3911.4 4.1 53 1.5 3901.8 4.4 6 0.5 9.6 0.2 46 1.0 8951.0 9.5 36 1.0 6857.0 7.8 10 0.9 2094.0 31.4 41 0.9 3236.7 3.4 41 1.1 3236.7 3091 65.8 61978.6 65.4 3079 86.0 61850.7 70.2 12 1.1 127.9 1.9 Tabelle Anhang 2/J Zusammen 4700 100.0 94811.3 100.0 3582 100.0 88 143.2 100.0 1118 100.0 6668.1 100.0 Zusammengestellt auf Grund des Berichtes des Stadtbauamtes an das Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau vom Februar 1948 und der Mitteilungen der Tiroler Landesregierung, Bundesgebäudeverwaltung, Postdirektion und der Streckenleitung Innsbruck der Österreichischen Bundesbahn. ¹) Schäden unter 2000 S sind nicht aufgenommen; die Schadenshöhe ist nach dem Lohn- und Preisstand vom Mai 1945 berechnet. 4. Privatbesitz 453 3. Der Wiederaufbau der Stadt Innsbruck 1945 und 1946 Mit dem Zusammenbruch der Herrschaft des Deutschen Reiches stand bei Ein- stellung der Kampfhandlungen am 3. Mai 1945 die Stadtverwaltung vor der Aufgabe, das fast vollständig stockende Verkehrs- und Wirtschaftsleben wieder in Gang zu bringen. Die Arbeit wurde gleichzeitig an vielen Stellen begonnen. Die für den Wiederaufbau ausgeführten Leistungen lassen sich nicht nach dem Maßstab normaler Wirtschaftsverhältnisse werten. Die Beschaffung jeder Tonne Zement oder Straßen- teer, von Holz oder Ziegeln, Eisen oder Blech, überhaupt sämtlicher Bau- und Werk- stoffe bereitete in jedem einzelnen Falle und in jeder kleinsten Menge unendliche Schwierigkeiten. Dazu kam der Mangel an Arbeitskräften, da Tausende aus der Kriegsgefangenschaft noch nicht zurückgekehrt waren, sowie der Mangel an Brenn- stoffen, Kohle, Öl und Benzin, an Fahrzeugen, kurz, es gab nichts, was nicht die Überwindung allergrößter Hindernisse notwendig machte. Von diesem Gesichts- punkte aus gesehen, bedeuten die zahlenmäßig manchmal nicht so erheblichen Leistungen einen ungeheuren Arbeitsaufwand, der nur verstanden werden kann, wenn man sich die Verhältnisse der Jahre 1945 und 1946 vor Augen hält. Hiezu kam das fast vollständige Fehlen von Arbeitsmaschinen, so daß beinahe alles in Handarbeit und vielfach mit ungeschulten Kräften geleistet werden mußte. Das ganze Baumaterial, wie z. B. Ziegel, Zement, Eisen, Holz, durfte bei der bestehenden Bewirtschaftung der wichtigsten Bedarfsgüter nur nach eingehender Prüfung durch das Bauwirtschaftsamt der Stadt, bei größeren Mengen des Landes, bei großen des zuständigen Bundesministeriums und teilweise sogar erst mit Zustimmung des Alliierten Rates dem Bauherrn, bzw. Baumeister zugeteilt werden, was oft wochen- und monatelange Verzögerungen hervorrief. Zunächst wurden die Straßen und Verkehrsflächen von den Trümmern und Schutthaufen befreit, einsturzgefährliche Häuserteile eingerissen, der Schutt ab- geführt und an den öffentlichen Verkehrsmitteln die Straßenbahn-Geleise, -Ober- leitungen und -Fahrzeuge instandgesetzt. Gleichzeitig mußten in den Straßen die Schäden an der Wasserleitung, der Kanalisation, den elektrischen Kabeln und Freileitungen, am Gasrohrnetz, an den Fernsprechkabeln und endlich am Straßen- körper selbst, teils im Grundbau, teils im Oberflächenbelag behoben werden. Hand in Hand ging die Wiederaufnahme des Betriebes der öffentlichen Verkehrslinien im Stadtgebiet. Über den Arbeitsanfall und die Materialmenge sowie über die Leistungen geben die Aufstellungen des Anhanges 3/A und B Aufschluß. Eine gewaltige Auf- bauleistung vollbrachte die österreichische Bundesbahn, die das fast gänzlich zerstörte Hauptbahnhofgelände in einfachster Form wieder betriebsfähig machte, das Bahnhofgelände von den bombenzerstörten Wagen, gestürzten Masten und aufgerissenen Schienen befreite, die schwergetroffenen Viaduktbogen und Gleis- anlagen auf den 3 Innsbrucker Bahnhöfen sowie eine Reihe wichtiger Betriebs- gebäude instand setzte und damit erst einen geordneten Eisenbahnverkehr ermög- lichte. Statistische Angaben über diesen Wiederaufbau der Bundesbahn stehen dem Stadtmagistrat nicht zur Verfügung. Die Dringlichkeit der Versorgung der Bevölke- rung mit Lebensmitteln verlangte die schnelle Wiederherstellung der zerstörten Einrichtungen im Schlacht- und Viehhof und der Kühl- und Gefrieranlagen im 454 Fleischbankgebäude, den damals einzigen Anlagen dieser Art in Tirol. Im halb- zerstörten Fleischbankgebäude wurde auch die Volksküche wieder instand gesetzt, außerdem wurden neue Küchen für Gemeinschaftsverpflegung eingerichtet und damit die Schulkinderausspeisung ermöglicht. An Schulkinder wurden täglich 5000 bis 11000 warme Jausen verabreicht, für die die Schweizer-Hilfe und später die UNRRA die nötigen Lebensmittel zur Verfügung stellte. Die Bauarbeiterküche verrechnete täglich 600 bis 1400 Mittag- und Abendessen, die Volksküche täglich 200 Mittagessen (Aufstellung Anhang 3/C). Gleichzeitig mußte an die Instandsetzung der beschädigten Häuser und Wohnungen geschritten werden, damit die durch die Bombardierung und Inanspruchnahme seitens der Besatzungsmacht ins Ungemessene gestiegene Wohnungsnot der Inns- brucker Bevölkerung, deren Zahl sich durch die in die Stadt aus den Ausweich- quartieren zurückgekehrten Familien, durch Zuzug von Österreichern aus den öst- lichen Bundesländern, insbesondere aus Wien, und durch eine bedeutende Zahl von Ausländern sehr erheblich vergrößert hatte, etwas vermindert werde. Die in den Aufstellungen Anhang 3/D und E ersichtlichen Zahlen zeugen von dem starken Aufbauwillen aller beteiligten Kreise. Der Bürgermeister erließ eine Kundmachung, wonach bei Bauvorhaben mit einer Instandsetzungskostensumme bis zu RM 500.- im Einzelfalle Bauschäden ohne behördliche Bewilligung beseitigt werden durften. Das Ergebnis war die behelfsmäßige Instandsetzung von 4941 beschädigten Woh- nungen; der Wiederaufbau der schwerbeschädigten und zerstörten Häuser ging aus den genannten Gründen natürlich langsam vor sich. Jedoch Stadt, Land und Bund sowie einzelne Private räumten mit sehr großen Kosten den Ruinenschutt fort und begannen schon 1945 in einzelnen Fällen den Wiederaufbau der Gebäude. Erst 1946 konnte ein wesentliches Ergebnis erzielt werden, der Baufortschritt war ungleich langsamer als vor oder während des Krieges (Aufstellungen Anhang 3/D und E). Kindergärten und Schulen wurden schon im Herbst 1945 wieder eröffnet. Der Unterricht an allen städtischen Volks- und Hauptschulen fand zwar teilweise in fremden Gebäuden und in vermindertem Ausmaße aber regelmäßig statt. Die Mittel- schulen konnten vollzählig, jedoch nur unter beschränkten Raumverhältnissen mit dem Unterricht einsetzen, der Wiederaufbau der stark beschädigten Gewerbeschule wurde begonnen. Die Universität nahm den Vorlesungsbetrieb gleichfalls im Herbst 1945 auf; zerstörte und beschädigte Kliniken arbeiteten in Ausweichgebäuden. Das Musik- und Theaterleben nahm einen erfreulichen Aufschwung, eine Reihe von kulturellen und künstlerischen Veranstaltungen gaben Zeugnis von dem wieder- erwachten Kulturinteresse der Bevölkerung. In mehreren Kirchen wurden die Schäden behoben oder mit der Erneuerung der zerstörten Teile begonnen. Die Rasensportler halfen sich selbst und leisteten zur Instandsetzung des gänzlich zerstörten und aufgewühlten Sportplatzes an der Sill und des beschädigten Platzes in Wilten-West viele nützliche Arbeitsstunden, so daß schon 1946 ein Teil des Sport- platzes an der Sill benützt werden konnte. Es gab kaum mehr ein Gebiet des kulturellen und sportlichen Lebens, das nicht schon bis Ende 1946 wieder in Gang gebracht worden wäre. Für diese ungeheure Arbeit standen in Innsbruck rund 700 Lastkraftfahrzeuge, die mit Holz- oder Permagas, manche mit Dieselöl oder Benzin betrieben wurden, und eine Anzahl von Pferdefuhrwerken zur Verfügung. Nur durch den zentralen von der Bezirksverkehrsstelle gelenkten Einsatz konnten diese Fahrzeuge dem ganzen Wirtschaftsleben dienen, die Lebensmittelzufuhr, die Schuttabräumung und den Wiederaufbau bewältigen. A. 455 Anhang 3/A Behebung von Bomben- und Kriegsschäden in den Jahren 1945 und 1946 I. Straßen- und Wasserbau 1. Beseitigung des an öffentlichen Verkehrsflächen liegenden sowie aus Hausruinen geräumten Schuttes: 124350 m³ 1), hievon 8000 m³ durch freiwillige Mitarbeit von 36834 Innsbrucker Bürgern in Halbtagsarbeit gemäß Aufruf des Bürgermeisters. 2. Behebung von Schäden im Straßenbau: a) Straßendecken: Verwendetes Bitumen-, bzw. Teermischgut 3138 t; hievon 371 t für 5000 m² Neu- beläge an zerstörten Straßenstellen, 1400 t für 27000 m² Oberflächenbeläge an beschädigten Straßendecken, 1367 t für 228000 m² Ausbesserungen von Schlag- löchern zur notdürftigen Deckenerhaltung: b) Gehwegbeläge: Gehwege mit Betonplatten 132 m², solche mit Guẞasphalt 369 m². 3. Behebung von Schäden an Wasserbauten: Gaswerkbrücke über die Sill: Schwerer Fahrbahnschaden behoben; alte Innbrücke: Gehweginstandsetzung; Reichenauer Innbrücke: Brückenreste abgetragen, Beginn des Baues der Stahlbetonbrücke. II. Versorgungsanlagen und Kanalisation 1. Städtisches Wasserwerk: a) An den Hauptversorgungsleitungen: 264 Schadensstellen behoben; hiezu verwendet 3226 m Muffendruckrohre samt Formstücken, 33 Stück Hockdruckschieber, 37 Stück Feuerlösch-Unterflurhydranten; b) Hausanschlußversorgungsleitungen: behobene Schadensstellen 207; hiezu verwendet 912 m Rohre. Erdbewegung zu a und b 7800 m³. c) Die beschädigte Wasserzähler-Prüf- und Eichstation instandgesetzt. 2. Städtisches Elektrizitätswerk: Verwendetes Material 6200 m Erdkabel 1-25 kV, 5500 kg Kupferseil, 3800 kg Stahl- seil, 2 Transformatoren, 800 Stück Straßenbeleuchtungs-Armaturen, 470 Stück Straßenlampen und vieles andere. 3. Städtisches Gaswerk: Zur Instandsetzung des Gasrohr-Straßennetzes u. a. verwendet: 2631 m Rohre der lichten Weiten 10 bis 450 mm mit dem Eisenaufwand von 64529 kg. 1) Diese Summe stieg im Laufe des Jahres 1947 auf 164592 m³ und schließlich auf 176000 m³ (vergleiche,,Innsbruck hilft sich selbst" vom April 1948). 456 Anhang 3/A (Fortsetzung) 4. Städtische Kanalisation: Von den 321 Schadensstellen wurden bis Ende 1946 gemäß der nachstehenden Über- sicht 247 behoben²). Schadensstellen Anzahl Länge in lf. m Aushub in m³ Kanaltiefe in m a) Betonkanäle 600/900 mm-1500/2000 mm 62 480 3500 3.50-6.00 b) Rohrkanäle 200-700 mm 120 1340 4800 3.50-5.50 c) Hauskanalanschlüsse 100-150 mm 65 710 2050 2.60 247 2530 10 350 2) Im Jahre 1947 wurde der Schaden an 31 Stellen und 1948 an den restlichen 43 Stellen ausgebessert. Hiezu waren erforderlich an Kanälen lf. m an Aushub m³ im Jahre 1947 im Jahre 1948 im Jahre 1947 im Jahre 1948 zu a 32 m 290 m³ zu b 160 120 m 680 480 m³ zu c 223 360 m 650 950 m³ 383 512 m 1330 1720 m³ 895 3050 Anhang 3/B Straßenverkehrsmittel und Lastkraftfahrzeuge Bis Ende 1945 zwei Straßenbahnlinien, die elektrische Linie nach Hall und Igls betriebs- fähig gemacht, teilweise auch die Obus- und Autobusstrecken in Betrieb gesetzt, nachdem die zerstörten und beschädigten Gleisstücke ausgewechselt und die Oberleitungen angebracht worden waren. Benzin- und Reifenbeschaffung bringt größte Schwierigkeiten. Ende 1946 bestand der Wagenpark der Verkehrsbetriebe aus 9 vierachsigen und 20 zweiachsigen Trieb- wagen, aus 39 Beiwagen, 11 Autobussen und 9 Obussen, wovon aber zeitweise rund 25% in Reparatur standen). Transportwesen: Für Wirtschaft, Ernährung, Schuttabfuhr und Wiederaufbau verfügbar rund 700 Lastkraftfahrzeuge, vorhandene Kraftfahrzeugwerkstätten 16, davon teilweise bombenbeschädigt 7, von der Besatzung belegt die 6 größten betriebsfähigen Werkstätten. Anhang 3/C 3) Die im Abschnitt XI/1 genannten Zahlen wurden im Juni 1947 ermittelt und sind daher in ihrer Gesamtsumme etwas höher. 457 Anhang 3/C Marktversorgungsanlagen Im städtischen Schlacht- und Viehhof: Die zerstörte Fleischgroßmarkthalle und die Ställe instandgesetzt, der Wiederaufbau der Schweine-Abhängehalle begonnen; Instandsetzungs- arbeiten am modernen Kühl- und Gefrierhaus mit gleichzeitiger Vergrößerung desselben fortgesetzt. Im Fleischbankgebäude am Innrain die Kühl- und Eisanlage in Betrieb genommen. Die Schäden im Marktamt und in der Großmarkthalle behoben. Da das durch Bomben zer- störte Landeslagerhaus in der Sterzinger Straße nicht mehr aufgebaut wird, Beginn des Wiederaufbaues und Neubaues von Lagerhäusern durch Privatfirmen am Frachtenbahnhof, Westbahnhof und Höttinger Bahnhof. Der Gemüsemarkt am Innrain bleibt wegen geringer Anlieferung bis Ende 1946 ohne Bedeutung. Anhang 3/D Wohnungsinstandsetzung 1945/1946 15386 Wohnungen waren in der Stadt zerstört oder beschädigt worden; hievon wurden bis zum Ende des Jahres 1946 instandgesetzt: behelfsmäßig 4941 Wohnungen -32% der beschädigten Wohnungen, 3868 Wohnungen = 25% der beschädigten Wohnungen, = 57% der beschädigten Wohnungen. endgültig zusammen 8809 Wohnungen Anhang 3/E Mauerziegel Dachziegel Eisen Rohre Zement Zum Wiederaufbau bis April 1947 verwendetes Baumaterial: Anhang 3/F 6900000 Stück 1500000 Stück 400 t Kalk Schnittholz. Rundholz 138 t Glas 3450 t 1380 t 10200 m³ 863 m³ 40000 m² Kindergärten, Schulen, Kulturleben, Sport 10 städtische Kindergärten für 950 Kinder, 6 private Kindergärten für 670 Kinder instand- gesetzt. Wiedereröffnete städtische Schulen: 25 Schulen, jedoch teilweise in fremden Schulgebäuden und in beschränkter Form. Aufbau eines zerstörten Volksschulgebäudes begonnen, 2 Schul- häuser von der Besatzung, 1 Schulhaus von der Postverwaltung belegt; Gewerbeschule im Wiederaufbau. Alle staatlichen Schulen (Mittelschulen, Fachschulen, Universität) in Betrieb. Wiedereröffnung des Landestheaters unter Ergänzung des Theatermagazins (früher in der zerstörten Dogana) und des Fundus; Wiederaufnahme der Orchesterkonzerte, der musi- kalischen, literarischen und künstlerischen Veranstaltungen, Einrichtung der Volkshochschule. Arbeit am zerstörten Sportplatz an der Sill und am beschädigten Sportplatz in Wilten-West. 458 4. Gemeinderatswahlen, Nationalrats- und Landtagswahlen 1945, Abstimmung in Arzl 1946 1. Gemeinderatswahlen Auf Grund des Reichsgemeindegesetzes vom 5. 3. 1862 wurde mit Zustimmung des Tiroler Landtages das Gesetz vom 14. 4. 1874, LGBl. Nr. 28, über ein Gemeinde- statut und über eine Gemeindewahlordnung für die Landeshauptstadt Innsbruck erlassen. Nach diesem Gesetz und seinen Änderungen waren alle Bürger (Bürger im Sinne dieses Gesetzes), unter den Gemeindeangehörigen alle Personen männlichen Geschlechtes, die bestimmte Steuerleistungen aufzuweisen hatten, Reichs-, Landes- und Gemeindebeamte, die Einkommensteuer zu entrichten hatten, Offiziere, Seel- sorger mit Pfarrercharakter, Doktoren aller Fakultäten, Lehrer, Professoren und Gemeindegenossen mit gewissen Steuerverpflichtungen für den Innsbrucker Ge- meinderat wahlberechtigt, wobei die Wahlberechtigten nach der Höhe der Steuer- leistungen in 3 Wahlkörper geteilt waren. Wählbar war jedes wahlberechtigte Gemeindemitglied männlichen Geschlechtes nach Vollendung des 24. Lebensjahres. Die provisorische Tiroler Landesversammlung erließ mit Gesetz vom 4. 6. 1919, LGBl. Nr. 37, eine neue Gemeindewahlordnung für Innsbruck, nach der alle deutsch- österreichischen und unter der Voraussetzung der Gegenseitigkeit auch die reichs- deutschen Staatsbürger ohne Unterschied des Geschlechtes bei vollendetem 20. Le- bensjahr und Wohnsitz in Innsbruck die Wahlberechtigung besaßen. Damit war auch für die Wahlen in den Innsbrucker Gemeinderat das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Verhältnis-Wahlrecht eingeführt. Die Bestimmung über die Wahl- berechtigung deutscher Staatsangehöriger wurde mit Gesetz vom 29. 5. 1922, LGBl. Nr. 72, aufgehoben. Es war ohne Unterschied des Geschlechtes jeder wahl- berechtigte deutsch-österreichische Staatsbürger wählbar, der am 1. Jänner des Wahljahres das 26. Lebensjahr vollendet hatte. Die große Anzahl der Wahlen in den Innsbrucker Gemeinderat hängt mit der Bestimmung der Wahlordnung zusammen, daß nicht nach jeder Gemeinderats- periode der gesamte Gemeinderat neu gewählt wird, sondern, daß nach Ablauf eines festgelegten Zeitraumes nur ein Teil der Gemeinderäte ausscheidet, der andere bis zum Ablauf der Wahlperiode im Amte bleibt. Die Wahlordnung von 1874 sah eine Amtsdauer von 3 Jahren vor, wobei alljährlich der dritte Teil der Gemeinderäte ausschied und durch neue ersetzt wurde. Nach dem Gemeindestatut vom 9. 3. 1921, LGBl. Nr. 30, wurden die Mitglieder des Gemeinderates auf 4 Jahre gewählt, wobei alle 2 Jahre die Hälfte ausschied. Nach einer Gesamtwahl wurden die ausscheidenden Mitglieder durch das Los bestimmt. Vom 15. 6. 1919 bis 23. 4. 1933 schritt die Bevölkerung Innsbrucks achtmal für Gemeinderatswahlen zur Wahlurne. Das Ergebnis dieser Wahlen ist im Anhang 4/A durchgehends mit der Zahl der gültigen Stimmen und deren Verteilung auf die einzelnen Parteien dargestellt. Leider konnte die Zahl der Wahlberechtigten und 459 der abgegebenen Stimmen bei der Mehrzahl der Wahlen nicht ermittelt werden, so daß die Verhältniszahlen der Wahlbeteiligung nur in 2 Fällen verzeichnet sind. Mit dem Gesetz betreffend das Stadtrecht der Landeshauptstadt Innsbruck vom 10. 7. 1935, LGBl. Nr. 35, wurde eine neue Art der Gemeindevertretung eingeführt, die Gemeindetag hieß. Die 28 Mitglieder des Gemeindetages wurden nicht mehr von der Bevölkerung gewählt, sondern von kulturellen Gemeinschaften und Berufs- ständen auf 4 Jahre entsendet. Während der Jahre als Österreich dem Deutschen Reiche angegliedert war, gab es, dem Führergrundsatz entsprechend, nur ernannte Mitglieder der Gemeindevertretung (Ratsherren), die die Stellung eines Beraters des Oberbürgermeisters besaßen. Die erste Gemeindevertretung nach dem zweiten Weltkrieg ging nicht aus einer Wahl hervor, sondern wurde auf Grund des Artikels 7 des vorläufigen Gemeinde- gesetzes vom 10. 7. 1945, StGBl. Nr. 66, von der Tiroler Landesregierung gemäß den von den anerkannten demokratischen Parteien eingereichten Vorschlägen im Sinne des Stadtrechtes von 1935, LGBl. Nr. 35, in der Zahl von 40 Gemeinderats- mitgliedern und der nötigen Zahl von Ersatzmitgliedern am 18. 7. 1946 ernannt. Diesem Gemeinderate gehörten 22 Mitglieder der Österreichischen Volkspartei, 17 Mitglieder der Sozialistischen Partei Österreichs und 1 Mitglied der Kommu- nistischen Partei Österreichs an. Der Bürgermeister, die beiden Bürgermeister- stellvertreter, die 7 Stadträte und die Gemeinderatsausschüsse wurden von den Gemeinderatsmitgliedern aus ihrem Kreise gewählt¹). 2. Nationalratswahlen Seit dem Bestande der Republik Österreich, also seit November 1918, fanden in Österreich bis einschließlich des Jahres 1946 sechsmal Wahlen in den Nationalrat statt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde dem österreichischen Volke auf Grund des Verfassungsgesetzes vom 9. Oktober 1945 für die erste Wahl des Nationalrates, der Landtage und des Gemeinderates der Stadt Wien in der befreiten Republik Österreich (Wahlgesetz), StGBl. Nr. 198, in der Fassung der Wahlgesetznovelle vom 16. 11. 1945, Gelegenheit gegeben, am 25. 11. 1945 den Nationalrat zu wählen. Hiebei waren alle Männer und Frauen, die das 21. Lebensjahr vollendet hatten, aktiv wahlberechtigt. Außer den nach früheren Wahlgesetzen vom Wahlrechte ausgeschlossenen Personen konnten bei dieser Wahl 2 große Personengruppen ihre Stimmen nicht abgeben: Einmal die gewaltige Zahl der noch in Kriegsgefangen- schaft befindlichen Soldaten, ferner alle ehemaligen Angehörigen der National- sozialistischen deutschen Arbeiterpartei oder ihrer Wehrverbände, die vom Wahl- rechte ausgeschlossen waren, mit Ausnahme der einfachen Mitglieder gewisser Gliederungen derselben. Auf diesen Umstand ist die hohe Zahl der weiblichen Wahl- berechtigten mit 67.17% aller Wahlberechtigten zurückzuführen. Zur Wahl waren in Österreich 4 Parteien zugelassen, von denen in Innsbruck die Österreichische Volkspartei, die Sozialistische Partei Österreichs und die Kommu- nistische Partei Österreichs als wahlwerbende Gruppen auftraten2). Das Ergebnis ist aus Anhang 4/B zu ersehen. 1) Dieser Gemeinderat blieb bis 4. 4. 1950 im Amte. 2) Die vierte Partei war die Demokratische Partei Österreichs. 460 3. Landtagswahlen Gleichzeitig mit den Nationalratswahlen wurden auf Grund des unter Punkt 2 genannten Gesetzes am 25. 11. 1945 die Wahlen in den Tiroler Landtag vorgenommen, deren Ergebnis hinsichtlich des Stadtgebietes im Anhang 4/B festgehalten ist. Auch für diese Wahlen kanditierten nur die 3 Parteien Österreichische Volkspartei, Sozialistische Partei Österreichs und die Kommunistische Partei. Die Wahl- berechtigung war an die gleichen Voraussetzungen gebunden wie bei der National- ratswahl nur mit dem Unterschied, daß die Personen in Tirol seẞhaft sein mußten. 4. Abstimmung in Arzl am 6. 10. 1946 Bewohner der früher selbständigen Gemeinde Arzl, die am 1. 4. 1940 mit der Stadt Innsbruck vereinigt wurde, stellten an die Tiroler Landesregierung die Bitte, Arzl wieder als selbständige Gemeinde zu errichten. Der Tiroler Landtag ordnete zur Erkundung des Wunsches der Bevölkerung von Arzl über die beantragte Lostrennung dieses Stadtteiles von Innsbruck unter gleichzeitiger Wiedererhebung von Arzl zur selbständigen Gemeinde für den 6. Oktober 1946 unter Aufsicht eines von der Landes- hauptmannschaft eingesetzten Organes eine Befragung in den beiden Sprengeln Arzl nördlich der Eisenbahn und Arzl südlich der Eisenbahn an. Der Ortsteil Arzl nördlich der Eisenbahn besitzt hauptsächlich bäuerlichen Charakter, er schließt das alte Dorf ein, nur in seinem westlichen Teile befinden sich Wohnhäuser in offener Bauweise, die nicht Landwirten gehören. Der Ortsteil Arzl südlich der Eisenbahn umfaßt nur Bewohner mit Berufen, die in der Stadt ausgeübt werden. Bei der Be- fragung waren alle Männer und Frauen, die das 21. Lebensjahr vollendet hatten, die österreichische Staatsbürgerschaft besaßen, seit mindestens 6 Monaten in Arzl ansässig waren und dort den ständigen Wohnsitz hatten, abstimmungsberechtigt. Das Ergebnis dieser Befragung ist in der Tabelle Anhang 4/C festgehalten. Es stimmten nur 59.8% der Stimmberechtigten ab. 67.8% der gezählten gültigen Stim- men sprachen sich für das Verbleiben des Stadtteiles Arzl bei Innsbruck, 32.2% für die Wiederherstellung einer selbständigen Gemeinde Arzl aus. Auf Grund dieser Abstimmung und der sonst von der Landeshauptmannschaft gepflogenen Erhebun- gen, insbesondere einer solchen über die Belastung der Bewohner Arzls durch Ge- meindesteuern in den Jahren 1938 und 1945/46, wurde entschieden, daß der Stadt- teil Arzl (Arzl nördlich und südlich der Eisenbahnlinie) bei Innsbruck zu verbleiben hat. A. 461 Anhang 4/A Gemeinderatswahlen in der Landeshauptstadt Innsbruck Tag der Wahl Gültige Stimmen 1919-1933 Von den gültigen Stimmen entfielen auf Partei, Gruppe Stimmen in % der Gesamt- z Gemeinde- ratsmitgl. Gewählte Sozialdemokratische Partei 8548 35.5 14 15. 6. 1919 Tiroler Volkspartei 7670 31.9 13 24060¹) Deutschfreiheitliche Partei Wirtschaftliche Vereinigung 7204 29.9 12 638 2.7 1 Sozialdemokratische Partei 8823 38.2 Tiroler Volkspartei 6671 28.8 22. 5. 1921 23127 Großdeutsche Volkspartei 5932 25.6 Christl. Wirtschaftsvereinigung 945 4.1 Nationalsozialistische Partei 646 2.8 Kriegsopfergruppe 110 0.5 8881 6 6 27. 5. 1923 25 7052) Großdeutsche Volkspartei Nationalsozialistische Partei Sozialdemokratische Partei Tiroler Volkspartei 9640 37.5 8 8636 33.6 7 5390 21.0 4 2039 7.9 26.4. 1925 27 814 Sozialdemokratische Partei Tiroler Volkspartei 10894 39.2 8 7890 28.4 Großdeutsche Volkspartei Nationalsozialistische Partei 7347 26.4 1683 6.0 1 Sozialdemokratische Partei 12312 42.0 9 15. 5. 1927 Tiroler Volkspartei 8729 29.8 6 29 301³) Nationale Einheitsliste 7396 25.2 5 Wirtschaftliche Vereinigung 864 3.0 Sozialdemokratische Partei Tiroler Volkspartei 14016 42.1 10315 31.0 28. 4. 1929 Großdeutsche Volkspartei Österr. Angestellten-Gruppe Nationalsozialistische Partei 5952 17.9 1365 4.1 33315) Hausbesitzer, Gastwirte, andere Berufe 1085 3.2 277. 0.8 Nationalsozialistische Partei (Hitler-Bewegung) Kommunistische Partei 202 0.6 103 0.3 ATA II 9 7 4 1) Abgegebene Stimmen 24644. 3) Wahlberechtigte 33509, abgegebene Stimmen 26040, Wahlbeteiligung 77.7%- 3) Abgegebene Stimmen 29864. *) Abgegebene Stimmen 35515. 462 Tag der Wahl Gültige Stimmen Anhang 4/A (Fortsetzung) Von den gültigen Stimmen entfielen auf Partei, Gruppe Stimmen in % der Gewählte Gesamt- zahl Gemeinde- ratsmitgl. Sozialdemokratische Partei Tiroler Volkspartei 12043 9883 41.1 33.7 Großdeutsche Volkspartei 5063 17.3 17.5. 1931 29 301 Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei 1196 4.1 (Hitler-Bewegung) Frauenpartei (Wahlgemeinschaft der arbeitenden Frauen) Kommunistische Partei 726 2.5 390 1.3 13 Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei (Hitler-Bewegung) Sozialdemokratische Partei 23.4. 1933 36429) Tiroler Volkspartei Großdeutsche Volkspartei Bürgerlicher Ständebund Kommunistische Partei Nationale Existenzpartei 426 15001 41.2 9935 27.3 9394 25.8 828 2.2 778 2.1 467 1.3 26 0.1 20511 9 6 5) Wahlberechtigte 41505, abgegebene Stimmen 37.816, Wahlbeteiligung 91.1%. 463 464 Tabelle Anhang 4/B Nationalrats- und Landtagswahlen am 25. 11. 1945 Ergebnisse im Stadtgebiet Innsbruck Wahlberechtigte Ab- Wahlbe- Un- Stimmen insges. männlich weiblich gegebene teiligung gültige Stimmen in % Stimmen Gültige Stimmen Partei insges. in % der Ges.-Zahl Nationalratswahl 39996 m. 13129 w. 26867 Ö.V.P. 18033 54.6 33949 84.9 935 33014 S.P.Ö. 13516 41.0 K.P.Ö. 1465 4.4 Landtagswahl Ö.V.P. 18033 54.2 34151 911 33240 S.P.Ö. 13738 41.4 K.P.Ö. 1469 4.4 Tabelle Anhang 4/C Abstimmung in Arzl am 6. 10. 1946 über die Lostrennung von Innsbruck Entscheidung Ortsteil Ab- stimmungs- berechtigte Abgegebene Stimmen Beteiligung in % der Ab stimmungs- berechtigten Arzl nördlich der Eisenbahn 1057 635 60 60 621 370 59.6 251 40.4 Arzl südlich 368 217 59 212 195 92.0 17 8.0 der Eisenbahn Zusammen 1425 852 59.8 833 565 67.8 268 32.2 5. Registrierung der Nationalsozialisten Das Verfassungsgesetz vom 8. Mai 1945, StGBl. Nr. 13, über das Verbot der nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei (Verbotsgesetz) bestimmte, daß die ehemaligen Nationalsozialisten zu verzeichnen sind. In der Nationalsozialisten- Registrierungsverordnung wurde die Art der Erfassung und der Verzeichnung in besonderen Listen festgelegt. Die Anmeldung für diese Registrierung hatten die Betroffenen bei den Bezirksverwaltungsbehörden, in Innsbruck beim Stadtmagistrat, selbst vorzunehmen, dem die Durchführung der Registrierung oblag. Durch das Bundesverfassungsgesetz vom 6. 2. 1947, BGBl. Nr. 25, über die Behandlung der Nationalsozialisten (Nationalsozialistengesetz) erhielt das Verbotsgesetz in vielen Punkten eine neue Fassung, wobei auch der Kreis der zu registrierenden Personen gewisse Änderungen erfuhr. Beide Gesetze sind von großer staatspolitischer Bedeutung, sie sprachen auch Rechtsfolgen aus, die für einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung in persön- licher und wirtschaftlicher Hinsicht einschneidende Maßnahmen zur Folge hatten. Das Ergebnis der beim Stadtmagistrat vorgenommenen Registrierung der National- sozialisten ist in den Tabellen Anhang 5/A-C dargestellt. Ausnahmsweise wurde hiebei über den in diesem Handbuch eingehaltenen Rahmen hinaus der Stand vom 1. 4. 1948 genommen, da zu diesem Zeitpunkt das Registrierungsverfahren einen gewissen Abschluß erreicht hatte. Zum Verständnis der Tabelle Anhang 5/A ist naturgemäß die Kenntnis des Nationalsozialistengesetzes nötig; die Aufzählung der einzelnen gesetzlichen Tatbestände in der Erläuterung oder im Kopf der Tabelle wäre zu weitläufig gewesen. Die Tabelle B enthält die Gliederung der in den Regi- strierungslisten verzeichneten Personen nach Berufen, die Tabelle C nach Alters- stufen. A. 465 30 Tabelle Anhang 5/A Ergebnisse des Registrierungsverfahrens beim Stadtmagistrat Innsbruck nach dem Stande vom 1. April 1948 Personen Männer Frauen Zusamm. Anzahl der gemeldeten Personen 10621 4762 15383 A Anzahl der in den Registrierungslisten ver- zeichneten Personen 9423 4519 13942 Belastete § 17, Abs. (2), 981 25 1006 Von den ver- VG. 1947. B zeichneten Personen sind Minderbelastete 8442 4494 12936 § 17, Abs. 3, VG. 1947 a) § 17, Abs. (4), lit. a 331 138 469 Von der Sühne- b) § 17, Abs. (4), lit. b 115 12 127 C pflicht ausgenom- men gemäß § 17, Abs. (4),VG. 1947 c) § 17, Abs. (4), lit. c 10 10 a ollada Summe von a), b) und c) 456 150 606 a) § 4, Abs. (5), lit. a 09 60 11 14 71 dosa 0 oth b) § 4, Abs. (5), lit. b 112 23 135 Von der Ver- zeichnung aus- c) § 4, Abs. (5), lit. c. 421 24 24 445 D genommen gemäß § 4, Abs. (5), VG. 1947 d) § 4, Abs. (5), lit. d 5 5 e) § 4, Abs. (5), lit. e T f) § 4, Abs. (5), lit, f 130 21 132 Meldungen nicht E registrierungs- pflichtiger Personen g) § 4, Abe. (1) 321 59 380 Summe von D und E 1049 119 1168 F Meldungen mit nicht abgeschlossenem Verfahren 466 273 Tabelle Anhang 5/B Gliederung der in den Registrierungslisten des Stadtmagistrates Innsbruck ver- zeichneten Personen nach Berufene nach dem Stande vom 1. April 1948 Männer Frauen Zusammen Berufe belastete minder- belastete belastete minder- belastete belastete minder- belastete Land- u. Forstwirtschaft 6 84 Industrie u. Handwerk 91 878 Handel u. Verkehr 62 380 Sonstige Erwerbszweige 60 127 Freie Berufe 143 848 Öffentlicher Dienst 163 2405 2227 11 9 6 93 151 91 1029 128 64 508 154 62 281 213 145 1061 468 164 2873 Angestellte in privaten Diensten 201 1308 2 792 203 2100 Arbeiter in privaten Diensten 166 1502 Hausgehilfen Studenten 3 22 23 175 168 1677 66 6 88 18 199 125 18 324 Haushalt 11 1955 11 1955 Pensionisten Sonstige 49 630 121 49 751 19 59 137 19 196 Summe 981 8442 25 25 4494 1006 12936 Tabelle Anhang 5/C Gliederung der in den Registrierungslisten des Stadtmagistrates Innsbruck ver- zeichneten Personen nach Altersstufen nach dem Stande vom 1. April 1948 Altersstufen Männer Frauen Zusammen belastete minder- belastete belastete minder- belastete belastete minder- belastete im Alter bis 20 Jahren 3 43 von 21-30 Jahren 86 584 von 31-40 Jahren 260 1747 von 41-50 Jahren 272 2620 von 51-60 Jahren 228 2010 von 61-70 Jahren 117 1107 von 71-80 Jahren 14 301 über 80 Jahre 1 30 30° 25152 76 3 119 811 86 1395 921 262 2668 1163 277 3783 925 239 2935 460 122 1567 129 16 430 9 1 39 Summe 981 8442 25 4494 1006 12936 467 BERICHTIGUNGEN Seite 4, Zeile 4 des Absatzes: läßt statt lassen. Seite 7: Seite 16: Seite 31, Zeile 13: Seite 36, Zeile 11 Seite 38, Zeile 10 Seite 39, Zeile 14. Seite 56: Seite 97: Seite 118: Seite 123: Seite 137, Zeile Seite 139: Seite 139: Seite 235: Seite 256: Im Diagramm sind die Windfiguren über die Jahresmittel mit I und II, über die Monatsmittel Jänner, April usw. mit a, b, c, d zu bezeichnen. In Tabelle I/4A, Punkt e nach Lattenpegel Innsbruck an der Innbrücke: 298.60 km statt 198.60 km und im Tabellenkopf Spalte 2: mittlerer statt mittlere. abgetrennt statt abgetreten. (ohne Tabelle): würde statt würden. im 3. Absatz: die statt der. im 2. Absatz ist % nach 37.4 einzufügen. Im Tabellenkopf letzte Spalte: Personenstandsaufnahme statt Personal- standsaufnahme. Tabellenbezeichnung: V/9 A, statt V/9 A. Das Diagramm ist mit Nr. 8 zu bezeichnen. In Tabelle VI/1: Ende 1945 74 statt 64 endgültig überwiesene Zöglinge. 7 in Unterabschnitt VII/1: VII/1 statt VII/1A. Tabellenbezeichnung: VII/1 statt VII/IA. Links von der Tabellenbezeichnung VII/2C ist der Hinweis,,Tabelle VII/2B auf Seite 140" anzubringen. Tabelle XI/1D gehört auf Seite 236 und Tabelle XI/1C auf 235. In Tabelle XI/4H₁: 1935/36 statt 1936/1936. Seite 298, Zeile 4 im 2. Absatz: fettgedruckt statt unterstrichen. Seite 343: Seite 348, Zeile 1 Seite 357, Zeile 12 Seite 394, Zeile 2 Seite 397: Seite 400: Seite 400: Die unter Hotel- und Gastgewerbe angegebenen Löhne sind Monatslöhne. im 2. Absatz: städtischen statt städtische. im 2. Absatz: Museumsgebäudes statt Museumsgebäude. in Unterabschnitt XX/2: 33 Kapellen statt 32 Kapellen. In Tabelle XX/2: 33 Kapellen statt 32 Kapellen. In Tabelle XX/2 C sind die unter Nr. 21 und 22 angeführten Kapellen als selbständige Bauten zu unterstreichen, während der Strich unter Nr. 29- Schloßkapelle Büchsenhausen - zu entfallen hat. Als letzte Zeile anzufügen: 33. Mariahilf-Kapelle. 468 TACT 0202 108 06