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V E R Ö F F E N T L I C H U N G E N AUS DEM S T A D T A R C H I V I N N S B R U C K
H e rau sg e b e r: Karl Sch ad e lb au e r
Nr. 25
Die Dreiheiligenkirche
zu Innsbruck
von
Dr. Franz Heinz Hye-Kerkdal
I N N S B R U C K 1963
IM S E L B S T V E R L A G DES S T A D T M A G I S T R A T E S
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Von d en
V E R Ö F F E N T L I C H U N G E N AUS DEM S T AD T AR C H I V I NNS B R U C K
sind b e re its erschienen:
N r. 1 Innsbrucks stadtgeschichtliches Schrifttum bis zum Jahre 1950 (1. T eil: N r. 1— 2000)
von W ilhelm Eppacher und K arl Sdiadelbauer. 1950.
N r. 2 Innsbrucker U rkunden aus dem Stiftsarchiv W ilten (1238— 1350) von K arl Sdiadelbauer.
1951.
N r. 3 Die W o h ltä ter der Landeshauptstadt Innsbruck von W ilhelm Eppacher. 1951.
N r. 4 Briefe aus A lt-Innsbruck (1 4 6 1— 1873) von K arl Schadelbauer. 1952.
N r. 5 Innsbrucker Geschichtsblätter (1. Folge) von K arl Sdiadelbauer. 1952.
N r. 6 Verzeichnis der U rkunden des Stiftsarchivs W ilten von 11 3 8 — 1299 von K arl Sdiadel-
bauer. 1953.
N r. 7 Innsbrucks stadtgeschichtliches Schrifttum bis zum Jah re 1950 (2. T eil: N r. 2 0 0 1— 4770).
1953.
N r. 8 Beiträge zu r Innsbrucker Kirchengeschichte fü r Propst D r. Josef W eingartner. 1954.
N r. 9 Lesebuch aus Innsbrucker Stadtgeschichtsquellen. 1955.
N r. 10 Die gefälschten U rkunden des Bischofs R eginbert von Brixen fü r das K loster W ilten
v o n D r. F ritz Steinegger. 1956.
N r. 11 Innsbrucker Geschichtsblätter (2. Folge) 1956.
N r. 12 Die St.-Jakobs-Kirche in Innsbruck im Lichte der Rechtsgeschichte von U n iv.-P rof.
D r. H. Lentze.
N r. 13 Geschichte der R aum - und G renzbildung der Stadtgemeinde Innsbruck von O tto Stolz.
N r. 14 Die Kleinstbände der „D ipauliana“ — Ein Bücherverzeichnis (Band 1 bis 100) von
K a rl Schadelbauer.
N r. 15 50 Jah re schulärztlicher Dienst in V olks- und Hauptschulen von Stadtphysikus D o k to r
Leopold U n terrich ter.
N r. 16 D rei Befehlshefte des Innsbrucker Platzkom m andos vom Jah re 1809 von K arl Schadel
bauer.
N r. 17 Die Kleinstbände der „D ipauliana“ — Ein Bücherverzeichnis (Band 101 bis 200) von
D r. K arl Schadelbauer.
N r. 18 Das Stadtspital im Jah re 1839 — Die Beschreibung des Spitalsverw alters Fr. X . H on-
stetter vo n D r. K a rl Schadelbauer.
N r. 19 Die Berichte der „Innsbrucker Zeitung“ von 18 10 über das „D epartem ent der obern
Etsch.
N r. 20 D er Innsbrucker Bürgerm eister Felix Riccabona v. Reichenfels von Felix v. Gasteiger.
N r. 21 Innsbrucker Ansichtskarten um 1900 von D r. K arl Schadelbauer.
N r. 22 Am tliche Stimm ungsberichte 1850/51 und 1859/60.
N r. 23 H erzog R u d olf IV . und Innsbruck 1363— 1365 von D r. K arl Schadelbauer.
N r. 24 Leitfaden der Geschichte Innsbrucks von D r. K arl Schadelbauer.
D ruck: Tyrolia Innsbruck 1399 64
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V E R Ö F F E N T L I C H U N G E N AUS DEM S T A D T A R C HI V I N N S B R U C K
Herausgeber: Karl S ch ad e lb au e r
Nr. 25
Die Dreiheiligenkirche
zu Innsbruck
Beiträge zu ihrer Geschichte, d a rg e b ra ch t anläßlich d e s 350. Kirchweihjubiläums
von
Dr. Franz Heinz Hye-Kerkdal
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Vorwort
Bei meinen Arbeiten über die Person des Innsbrucker Pestarztes Dr. Paul W einhart
den Ä lteren (1570— 1648) mußte ich mich auch m it der Entstehungsgeschichte der
D reiheiligen- bzw. Innsbrucker Pestkirche befassen. Durch glücklichen Z ufall fand ich
hiebei bisher vö llig unbekannte, die Gründung der D reiheiligenkirche beinhaltende
Schriftstücke von der H and des dam aligen Innsbrucker Stadtschreibers Georg M üller und
zwei Handschreiben des um die Verlobung der Kirche höchstverdienten Jesuitenpaters
Caspar Melchior von Köstlan (gest. 1611). Diese beiden Schriftstücke sind die einzigen
noch erhaltenen persönlichen Erinnerungsstücke an Pater Köstlan und daher von be
sonderem W ert!
Persönliche Verbundenheit zu dieser Kirche, sowie der Umstand, daß diese am
13. Oktober 1963 ihr 350. W eihejubiläum begeht, ließen in m ir den Wunsch wach
werden, in vorliegender Schrift dieser Kirche ein kleines Festgeschenk zu verehren und
darin vornehmlich ihre Gründungsgeschichte darzustellen, sowie die, inner- u. außerhalb
der Kirche noch vorhandenen, dem Genealogen wie dem H eim atkundler wissenswerten
Grabsteine aus dem Schlummer der Vergessenheit zu reißen und ihrem W erte nach zu
würdigen.
Das Verdienst, dieser Schrift in vorliegender, gedruckter Form zum Leben verholfen
zu haben, liegt beim Leiter des Innsbrucker Stadtarchivs, H errn U niv.-D ozent Dr. K arl
Schadelbauer, dem ich hiem it von ganzem H erzen danke. W eiters g ilt mein Dank dem
T iroler Landesregierungsarchiv und dem T iroler Landesmuseum Ferdinandeum, deren
Beamte das Zustandekommen dieser Arbeit durch ihre freundliche H ilfe wesentlich
unterstützt haben.
Dr. Franz H einz H ye-K erkdal
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Die Pest des Jahres 1611 und die Gründung
der Dreiheiligenkirche
Wie bekannt, w ütete im Jah re 1611 in vielen Orten Tirols, vor allem aber in
Schwaz und Innsbruck eine pestartige Seuche bzw., w ie K arl Schadelbauer festgestellt
hat, eine schwere Flecktyphus-Epidem ie1. Den A nfang nahm diese „laidige Sucht“ in
Schwaz gleich zu Beginn des Jahres, hörte kurze Zeit auf und tobte Ende M ärz,
neuerlich ausgebrochen, noch w eit ärger. In den folgenden Wochen dehnte sich die
Seuche dann trotz allen Vorkehrungen in R attenberg und im Z illertal aus. In Innsbruck
traf man währenddessen weitgehende Vorkehrungen, einerseits um das Eindringen der
Pestilenz in die Stadt zu verhindern, andererseits aber um im w idrigen Falle
gerüstet zu sein. In diesem Sinne erhielt der Hofbauschreiber Hans Kiening am 14. Ju li
1611 von der oberösterreichischen (= tirolisch-landesfürstlichen) Kammer den A uftrag,
gemeinsam m it dem Stadtbaum eister Hans Staner die „P aw felligkeiten im Presstenhauß
alhie“ in der Kohlstatt zu besichtigen und darüber Bericht vorzulegen, was Kiening
auch gehorsamst ausgeführt hat. In seinem Bericht erw ähnt er u. a., daß sich in den
bisher gewesenen gesunden Zeiten „vil Leuth J r W onung“ im Preßtenhaus eingerichtet
haben, derentwegen er empfiehlt, daß man „die Jenigen . . ., so arbaiten mügen, vnd
sich in begebenden Fällen bey den Kranckhen gebrauchen lassen w ellen“ im Hause
belasse, die anderen aber entferne und hierauf die Zimmer säubere und „zum gueten
durchstreicheten L ufft“ richte bzw. lüfte.
H ierin Ordnung zu schaffen oblag jedoch nicht den Landesstellen, sondern der Stade
Innsbruck. Der landesfürstlichen Kammer hingegen verblieb es, die notwendigen Bauten
und Reparaturen hinsichtlich des Plankenzauns, der Waschküche, des Daches und an
deres dergleichen durchführen zu lassen, wozu sie am 20. Ju li an Kiening Verordnung
gab 2. Von dieser Instandsetzung des Lazaretts abgesehen, wurden auch in Innsbruck,
w ie in allen anderen Orten, schon seit M ärz Wachen, sogenannte „Sterbhueten“, aufge
stellt, um zu verhindern, daß infizierte Personen die Stadt beträten und so die
„Contagion“ in den Burgfrieden hereintrügen. Im H inblick darauf endlich, daß der
H of und die Regierungsstellen im Falle der G efahr Innsbruck verlassen würden,
errichtete die Regierung bereits im Ju li zur Aufrechterhaltung der Ordnung ein eigenes
Kollegium, die „Provisores San itatis“, welches auch schnell ans W erk ging 3.
Die erste Aufgabe der Provisores w ar es, der Stadt für die Zeit der Seuche, falls
diese hier wirklich ausbrechen sollte, einen guten A rzt zu beschaffen. In dieser Absicht
wandten sich die Provisores natürlich in erster Linie an die beiden in landesfürstlichen
Diensten stehenden Ä rzte, Dr. Caspar Pflaum und Dr. Paul W einhart, die aber beide
durch ihre D ienstverträge lediglich dazu verpflichtet waren, dem Landesfürsten, seinem
H of und seinen Beamten beizustehen, nicht aber andere Personen und schon gar nicht in
einer so gefährlichen, lebensbedrohenden, epidemischen K rankheit zu betreuen 4. Daß
1 Schadelbauer, K arl: V ie r H of-Leibärzte aus der Innsbrucker Fam ilie von W einhart. In: H M W —
(= H eilm ittelw erke W ien) — Jahrbuch 1958, S. 77—84.
2 LRAI (= T iroler Landesregierungsarchiv, Innsbruck), Emb. u. Beu. 1611, fol. 212.
3 H ye-Kerkdal, Franz Heinz: Der Beitrag der Fam ilie W ein h art zur T iroler Geistesgeschichte des
17. und 18. Jahrhunderts. Ungedr. Diss., Innsbruck 1962, S. 90ff. u. S. 279 Anm . 49.
4 LRAI, Bekhennen 1606, fol. 63. Bestallung und D ienstbrief fü r Dr. Paul W einhart, ddo. 23. VIII. 1606.
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sich ein „außlendisdier experim entierter Medicus zu solchen geferlichen Leuffen“ nicht
leicht bekommen lasse, darüber waren sich die Provisores von A nfang an im klaren.
Zuerst begaben sich die Provisores zu Dr. Caspar Pflaum. Dieser aber entschuldigte
sich, wegen seiner „Jm e entwichnen Leibs Crefften, obhabenden Alters vnd teglich
vberfallenden bescherlichen Zuestend, dann auch (wegen) seiner H aus-(Ehe-)frawen vnd
Kinder, vnd das er sich von Jnen separieren müest“ eine solche Verpflichtung nicht
übernehmen zu können. Dr. Pflaum w ar auch w irklich nicht mehr der Jüngste, zählte
damals bereits 32 D ienstjahre und starb schon wenige Jah re später, im Frühjahr 1618 5.
Den Provisores verblieb also nur noch die Möglichkeit, ihr Glück bei dem im Jahre
1570 in Augsburg geborenen Dr. Paul W einhart (siehe Abb. 3) zu versuchen. Obgleich
er als Physicus der oö. (= oberösterreichisch-tirolisch) Wesen (= Regierungsstellen)
bei einer bereits vorbereiteten Flucht derselben vor der Pest m it nach Sterzing hätte
entweichen können, so wie Pflaum verheiratet und mit Kindern gesegnet w ar, von
denen er sich als „C ontagionsarzt“ (= Seuchen- oder Infektionsarzt) trennen mußte,
äußerte er sich trotz alledem zu genannter Bitte der Provisores, w ie folgt: da sich
kein anderer A rzt für diese Aufgabe finden lasse, so „müßte Er sich in Gottes Namen
brauchen, vnd (sich) das Völckhl alhie, die ye vnd allzeit ain trewlich guets Vertrawen
zu Jm e gehabt, erbarmen lassen.“ Dieser E rklärung fügte er dann noch verschiedene
Bitten bezüglich seiner Entlohnung und der Sicherung seiner Fam ilie im Falle seines
Todes bei und erhob hinsichtlich der Krankenpflege, der Apotheken, der Bader usw.
einige streng sachliche und unerläßliche Forderungen, die den erfahrenen P raktiker
durchblicken ließen, und ihm durchwegs bereits am 9. August — sechs Tage nach Be
richterstattung durch die Provisores — von Erzherzog M axim ilian III. dem Deutschmei
ster erfüllt und bestätigt worden sind. Im wesentlichen betrafen sie die Leitung des
Lazaretts bzw. Preßtenhauses, welche W einhart hiem it übertragen worden ist, sowie
die ebenfalls ihm übertragene Aufsicht über die Apotheken, Bader, und T otenläßl in
Innsbruck. W einhart w ar durch diese M aßnahmen nämlich in der Lage, alle Kranken
und Toten besichtigen und über jeden einzelnen Fall einen K rankenzettel (Bericht)
einholen zu lassen, „ alle Anordnung zu thuen, vnd wo vonneten (nötig) oder sonderlich
erforderte, selbs persönlich den Augenschein einzunemmen“ . Die Apotheker waren ihm
„ad Obedientiam redigiert“ und auch die Priester waren angewiesen „alßbald Er’s
Jnen anzaigen ließ, die Jnficierten Beicht (zu) hören etc.“. Weiters bekümmerte sich
W einhart um Essenszuträgerinnen und verlangte von der Stadt „ain sonnders H auß . .
darinnen die Gesunden, so auß ainem versperten H auß genommen w urden“, unter
gebracht, also von den K ranken isoliert werden können 6.
W aren die Provisores durch diese bereitw illige und aufrechte H altung W einharts ihre
größte Sorge los, so galt es nun noch opfermütige Seelsorger für die Infizierten zu finden.
H ierüber konnten sie schon am 4. August an Erzherzog M axim ilian bezüglich ihrer
Vorsprache im Innsbrucker Jesuitenkolleg berichten, daß sich „zu Befürderung der
5 Hye, a. a. O., S. 280.
6 LRAI, A n die fr. Dt. 1611/12, fol. 292ff. Bericht der P rovisores Sanitatis, ddo. 3. VIII. 1611.
LRAI, Bekhennen 1611, fol. 74. Bestallung fü r Dr. Paul W ein h art, ddo. 9. VIII. 1611.
Auszüge aus den O riginal R athsprotocollen des Stadtm agistrates Innsbruck von 1527—1747. Ferd. Bibi.
(= Bibliothek des T iroler Landesmuseums Ferdinandeum) 1221/22, S. 662 V2.
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Seelen Seligkhait Pater Caspar (Melchior) von Kestlan, der sich sonderlich offeriert,
vnd Pater Albrecht Tanner guetw illig anerboten“ haben 7.
Inzwischen griff die „laidige Sucht“ immer mehr um sich und erreichte, nachdem
einzelne Fälle in Innsbruck schon seit Ju li aufgetreten waren, im September ihren
Höhepunkt, weshalb der H of und die beiden Wesen Ende August Innsbruck verließen
und sich nach Kloster N eustift bei Brixen, nach Brixen selbst und nach Sterzing flüchte
ten 8. Die ganze Last der Epidemie lag daher nun fast ausschließlich auf dem S tad t
m agistrat, den Provisores Sanitatis, auf Dr. Paul W einhart und insbesondere auf den
beiden Jesuitenpatres Tanner (auch Danner) und Köstlan. A llen Vorkehrungen und
M aßnahmen zum Trotz griff die Seuche immer ärger um sich und ließ jedes menschliche
Bemühen geradezu lächerlich erscheinen.
In dieser scheinbar hoffnungslosen Situation nun w aren es Pater Köstlan und Doktor
W einhart, beide Sodalen der marianischen Kongregation und m it einander befreundet,
welche in ihrer tiefen G läubigkeit die letzte H ilfe bei Gott suchten und sich dazu
entschlossen, zur Abwendung der Pest, die Stadt zum Verlöbnis eines Kirchenbaues zu
Ehren der drei H eiligen Sebastian, Pirm in und Rochus zu bewegen. Nach der Aussage
Pater Köstlans in einem Brief an den R ektor des Innsbrucker Jesuitenkollegs, Pater
K arl Rott, vom 20. September 1611 versprach er (Köstlan) den genannten drei H eiligen,
daß er, sobald sich dazu irgendw ie die M öglichkeit bieten werde, der Stadt den Vor
schlag zu diesem Kirchenbaue machen wolle. Und weiters schreibt er noch (nachdem
die diesbezügliche Eingabe schon am V ortag schriftlich und mündlich im Rathaus über
geben worden w ar), daß er „nit hette zu Rueh kündt (bevor er nicht) solliches Werckh
angebracht.“ Am meisten aber, so schreibt er darin an anderer Stelle, freue es ihn,
daß nicht allein das erste W ort in dieser Angelegenheit von ihm „neben dem Herrn
Doctor (W einhart)“ verrichtet worden sei, sondern daß (wie die erste A ntw ort auf
die bezügliche Eingabe ausweist) die Ratsherren und besonders der Stadtschreiber diese
fromme Anregung so gut aufgenommen haben und also eine positive Erledigung im
Stad trat zu erwarten sei (siehe Anhang N r. 3) 9.
Ein notariell beglaubigter Auszug bzw. „Extractus ex actis tomi primi
Congregationis Beatissigiae M ariae Virginis A nnuntiatae Oeniponti in Templo S. S.
T rin itatis“ gibt über die Umstände, die zum Verlöbnis der Kirche führten, noch aus
führlicheren Bericht und meldet, „daß unseren P atri Casparo von Khösstlandt ohnge-
zw eifelt aus sonders Einsprechung Gottes in der Nacht schlaffendt für khommendt, wie
das er sich solle bey gemainer Burgerschafft allhier, neben H errn Doctor Paul W einhart
bewerben, dam it zur Ehr der Hochheiligisten D reyfaltigkeit, und denen drey H eiligen
Sebastian, Pirm ini und Rochi ain Khirchen zu bauen, negst bey dem Presthauß, verlobet
w erde“ (siehe Anhang Nr. 1) 10.
W ie der zitierte Brief Köstlans und dieser Bericht zeigen, wurden also Köstlan und
W einhart nicht, w ie Hans H örtnagl angibt, unabhängig voneinander, sondern gemeinsam
7 LRAI, A n die fr. Dt. 1611/12, fol. 299.
8 Hirn, Josef: Erzherzog M axim ilian der Deutschmeister, Regent von Tirol. Bd. 2, Innsbruck 1936,
S. 52f.
9 LRAI, Jesuitenarchiv, Lade RR, No. 2/10.
10 Extractus ex actis tomi prim i Congregationis Beatissim ae M ariae Virginis A nnuntiatae O eniponti in
Templo S. S. T rinitatis. In: Georg v. P faundler: Tirolische Geschichtsregesten, gesamm elt in den Jahren
1832—1864, samt Beilagen. (Manuskript) Bd. 1, Nr. 71. ( = Ferd. Bibi. 1195, Nr. 71).
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beim Stad trat des Verlöbnisses wegen vorstellig 11. Dies geht auch völlig k lar aus dem
Antwortschreiben des dam aligen Innsbrucker Stadtschreibers Georg M üller vom 20. Sep
tember hervor, wonach Köstlan und W einhart gemeinsam am 19. September 1611 ihr
Anliegen beim Stad trat eingereicht haben (siehe Anhang Nr. 2) 12.
Einen wesentlichen Beweggrund für diesen zu verlobenden Kirchenbau bildete nicht
zuletzt auch der Umstand, daß (w ie W einhart sich vier Jah re später darüber äußerte)
„man in der ganzen S tatt vnd gelegner Gegent herumb für Got den Almechtigen, für
das H ochheilligist Sacram ent khain gelegen Orth nit finden mochte, seytem aln alle
Pfarrkhirchen, als bey S: Jacob, in Spittal, aller Religiösen (Klöster) K hirchen. . .
Christum den H errn, wellicher zu den Inficierten solte getragen werden, von Jnen
geschoben (haben) . . ., so lang biß In die arme Schueler in S: N icolaj Capellen (im
ehemaligen N ikolaihaus, einem Teil des heutigen Jesuitenkollegs bzw. dem Eckhaus
Sillgasse—U niversitätsstraße) eingenomen, da Er doch auch gewisser Vrsachen halber
nit bis zum Endt bleiben megen, sonder bey aller Vngelegenhait, Gefahr, W eitte des
Weegs zum Brechhauß (= Preßtenhaus), gar in S : Elisabetha Capellen ins Bruederhaus
bein Sp ittal (bei der heutigen Spitalskirche) vertriben worden“ 13.
Die Eingaben Köstlans und W einharts vom 19. September an den Bürgermeister und
an den Stadtschreiber sind leider nicht mehr erhalten. Wohl aber besitzen w ir die
sofortige A ntw ort des Stadtschreibers vom 20. September, welche uns den Verlust der
Eingabe weitgehend ersetzt. M üller, der sich gleich von allem A nfang m it viel Eifer
dieses frommen Vorschlags zur Befreiung der Stadt von der Pest angenommen hatte,
verleiht in diesem Schreiben seiner Freude darüber Ausdruck, „daß bei dießer elenden
betrüebten Zeit beede (seine) großgünsstig H errn, die auch bißhero m it Ihrer threw-
herzigen ersprießlichen Assistentia v il bekommerte schwäre Herzen an Seel vnd Leib
stattlich erfrew tt vnd wol geholffen, ainen erßamen R ath zu U orlob: vnd Erpawung
einer Capellen beim L a z a re th . . . so eyffrig adhortirt haben“ . Weiters 'teilt M üller
den beiden Initiatoren dann noch mit, daß der Bürgermeister (Johann Zimmermann)
in dieser Angelegenheit für den nächsten Tag eine „Rathsstund“ einberufen habe, für
das Vorhaben größte Aussicht auf Erfolg bestehe und er selbst es nach K räften fördern
und „zu angedeutter newen Capellen einen silbern vnd vergülltten neuwen Kölch“
oder die entsprechende Summe Geldes zum Baue spenden w olle (siehe Anhang Nr. 2).
Daß der Stadtschreiber den beiden Initiatoren in diesem Brief nicht zuviel Hoffnung
gemacht hatte, ersahen diese daraus, daß am genannten Tage, am 21. September 1611,
dem Tag des heiligen Apostels und Evangelisten M atthäus, der S tad trat „nach ver-
richtem Gottsdienst vor M ittentag“ den Bau der D reiheiligenkirche, w ie sie später
genannt wurde, „vnanim iter vo tiert“ und feierlich beschlossen hat, worüber M üller
noch am gleichen Tage im A ufträge des M agistrates Köstlan und W einhart verständigt
hat. Ebenfalls im A ufträge der Stadt mußte er ihnen hiebei noch anfügen, daß die Stadt
Innsbruck „beeder . . . H errn ganz christlichen . . . A dhortation“ und während dieser
Seuche geleisteten Beistand „m it ew ig w ohlw irdigen rüemblichen Nahmen nit vergessen
w olle“ (siehe Anhang N r. 4) 14.
11 Hörtnagl, Hans: Ynnsprugg, Bürger - Bauten - Brauchtum. Innsbruck 1932, S. 106.
12 LRAI, Jesuitenarchiv, Lade RR, No. 2/9.
13 Hye, a. a. O., S. 113ff.
14 LRAI, Jesuitenarchiv, Lade RR, No. 2/8.
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Der wichtigste Schritt zum Kirchenbau, nämlich das Verlöbnis, w ar somit getan.
Wer könnte da nicht hoffen, schreibt Pater Köstlan noch am gleichen Tage freudig an
seinen Rektor, daß durch dieses Gelöbnis der Stad tväter und die dadurch erflehte Für
bitte solcher Schutzheiliger (tantorum Patronum ), Gott in seiner M ilde diese Geißel
(der Pest) abwenden werde. Und er schließt seinen Brief m it dem Wunsche: möge uns
Gott durch die Fürbitte der genannten H eiligen und des heiligen Apostels M atthäus
vor der Seuche bewahren! (siehe Anhang Nr. 5 und Abb. 2) 15.
Nun mußte und wurde an die Ausführung des Verlobten gedacht und diese ta t
kräftig vorbereitet. So berichtet Stadtschreiber M üller schon drei Tage nach dem Verlöb
nis, daß der Ratsbeschluß bezüglich des Gelübdes bereits an die „landtschafftliche O brig
keit“ w eiter geleitet worden ist, „vndt dis Werckh nun mehr allein auff der hoh
geistlichen vndt weltlichen O brigkeit gnedigisten R atificatio n “ w arte. Weiters führt er
noch aus, daß die Anregung Köstlans und W einharts, das Gelübde durch Prediger von
der Kanzel verkünden zu lassen, „um etliche frome Herzen zue geistlicher vndt w elt
licher M itsteur zu bewegen, vom R at gebilligt worden sei (Anhang Nr. 6) 1(i. Wurde
hierin noch von der W eiterleitung an die weltliche O brigkeit, den Erzherzog M axim ilian,
gesprochen, so spricht es wohl für die Emsigkeit des Stadtschreibers und für die rasche
Beförderung dieser Post, daß der Erzherzog — zu dieser Zeit in Kloster N eustift bei
Brixen — bereits am 28. September eine erste Stellungnahme zu dem Gelöbnis der Stadt
abgeben konnte, w orin er sich dahingehend äußert, daß, w ie er schreibt, „w ir vns
solliches christlich Vorhaben beuorderist gnedigist gefallen lassen, wollen auch darzue
alle gnedenreiche Steur vnd H ilff vnnsers theils zuerzaigen nit vnderlassen 17“. Dieser
freudigen und bedingungslosen Zustimmung des Fürsten folgte jedoch ein Monat
später, nachdem M axim ilian den „Abriss“ (Entwurf) der zu erbauenden Kirche gesehen
hatte, am 21. Oktober der ziemlich nachdrückliche und entschiedene ,'Vorschlag', „ob nit
thuenlich, solliche C apelln oberhalb oder hinder w eillendt Johann Dückers von H aßlaw
Behausung“ in der V orstatt und nicht auf dem Spitalsanger beim Preßtenhaus zu
erbauen 18. Daß die örtliche Festlegung des Kirchenbaues, der ja vor allem auch zum
Wohl der K ranken allfällig er künftiger Epidemien aufgeführt werden sollte, daß also
gerade diese Bestimmung einen sehr wesentlichen Bestandteil des ganzen Gelöbnisses
bilde, dies haben, w ie es scheint, weder M axim ilian noch die oberösterreichische R egie
rung, w ie noch zu zeigen ist, begriffen. J a im Gegenteil, in ihrem Gutachten vom
12. M ärz 1612 über diese vom Fürsten aufgeworfene Frage der Ö rtlichkeit stellt die
Regierung sogar warnend fest, „daß solche Kirchen wegen der Enden regierten (wegen
der dort jeweils herrschenden) Infection . . . wenig besuecht, in der Vorstatt aber mit
besserm W olstandt vnd vil bequemer anzuordnen were, (infolgedessen auch) ver-
hoffenlich (daß die Kirchen dort) merers frequentiert w urde.“ Daß die Stadt in ihrem
Schreiben vom 11. Februar 1612 auf ihrem Standpunkt unabänderlich verharrte,
kommentierte die Regierung im gleichen Gutachten mit den W orten: die Stadt habe ihr
eine „zimblich hizige vnbeschaiden Schrifft vbergeben.“
15 Ebenda, No. 2/12.
16 Ebenda, No. 2/13.
17 LRAI, Von der fr. Dt. 1610/12, fol. 411.
18 Ebenda, fol. 420.
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Die oö. Kammer hingegen, einerseits den eigentlichen Sinn des Gelübdes erfassend,
andererseits zusätzliche Ausgaben befürchtend, w ar der Meinung, daß die „angeregte
Capellen gleich im Sp ittal Anger (erbaut werden müsse), weilen sy dahin vouiert
(versprochen), auch die (B au-)M aterialien alberait gueten Thails (dorthin) zuegefüert
worden“ sind 19.
W ar es nun diese von der Kammer geäußerte Ansicht, welche es bewirkte, oder w ar es
der Erfolg einer neuerlichen Eingabe der S tad t: am 16. M ärz 1612 jedenfalls erklärte
Erzherzog M axim ilian, daß „die angeregte Cappel in Namen Gottes an dem hieuor
(von der Stadt) in des Spitals Anger, nachend des Lasarets außgestöckht(en) oder
fürgenommen Orth erpaut werde 20“ (Anhang Nr. 7).
Doch nicht nur in diesem Belang kam M axim ilian plötzlich der Stadt entgegen.
Auch hinsichtlich der Bitte, die versprochene finanzielle U nterstützung in Form des
Abzuggeldes (= 10 Prozent) von der Wiggarischen Verlassenschaft ausfolgen zu
lassen, schenkte er der Stadt nun Gehör und spendete (auch hierin dem Kam m ergut
achten folgend) 21 k raft Resolution vom 3. A pril 1612 „zu Erpauung der in gewerten
Sterbleiffen uouierten Capellen“ die erbetene Summe von 640 fl. 22.
Fünf Tage später endlich, am 8. A pril, konnten Bürgermeister und R at den Fürst
bischof von Brixen, Christoph A ndrä von Spaur, bitten, „von hochgeistlicher O brikeit
wegen (zum Kirchenbau) derselben fürstlich bischöflichen Consens vnd Benediction
gnedigist zu ertailen“ (Anhang N r. 8) 23.
Nach Regelung verschiedener, den Bau selbst betreffender Fragen erteilte dann Erz
herzog M axim ilian am 7. M ai 1612 der Stadt den Befehl: „m it dem Gepey in Gottes
Namen . . . fürzugeen“ bzw. m it dem Bau zu beginnen 24.
Am 24. M ai 1612 legte daher der dam alige Bürgermeister von Innsbruck, Jörg
Fellengibel, von Beruf M aler, im Namen des Stadtrates und der gesamten Bürgerschaft
in feierlicher Weise den Grundstein zum Kirchenbau.
Die dem Grundstein eingesetzte P latte trug folgende Inschrift: „D. O. M. S. Quum
anno salutis M. D. C. XI°. saeva pestilentiae lues passim per Germaniam grassaretur,
non nulla quoque loca in hoc com itatu Tirolis infecisset, ac tandem, justo Dei judicio,
Oenipontum invasisset, multosque mortales sustulisset, et graviora tim erentur: Nos,
Joannes Zimmerman, consul tune civitatis Oenipontanae, et reliqui ejusdem Senatores,
Augustinus Tauscher, quaestor, Joannes Linder, Joannes M eittinger, Bernardus A tlm air,
Achatius W itz, parochiae O enipontanae oeconomus, Georgius Faustner, Georgius
Fellengibel, elemosinarius, Henricus Reichart, xenodochii praefectus, Joannes Stanner,
aedilis, W olfgangus A tlm air, Paulus Eberschlager, et Georgius M üller, archigrammateus,
pietate in patriam nostram commoti, charitate in cives nostros impulsi, ac majorum
nostrorum exemplis inducti, X X I.0 Septembris, die festo S. M atthaei apostoli et
evangelistae, post sacrum missae sacrificium referenter auditum , jejuni, in curia civica
convenimus, ibidemque unanim i consensu, ea qua par erat religione, VOTUM palam
19 LRAI, A n die fr. Dt. 1611/12, fol. 449f.
20 LRAI, Von der fr. Dt. 1610/12, fol. 458f.
21 LRAI, M issiv a. H. 1612, fol. 76.
22 LRAI, Geschäft v. H. 1612, fol. 28.
28 Sinnacher, Franz A n ton : Bey träge zur Geschichte der bischöflichen Kirche Säben und Brixen in
T yrol. Bd. 8, Brixen 1832, S. 151f.
21 LRAI, Geschäft v. H. 1612, fol. 73f.
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nuncupavim us: Nos Deo Opt(im)o M ax(im )o ad placandam ipsius iram et avertendam
pestem in memoriam trium Sanctorum, S. Sebastiani m artyris, S. Pirm inii episcopi et
confessoris, et S. Rochi confessoris prope domum suburbanam, peste infectis destinatam,
Sacellum tum ex nostra, tum ex priorum hominum contributione et elemosyna primo
quoque tempore exstructuros. Quod V O T U M nos quam primum solvere cupientes,
primum hunc lapidem , ritu solenni juxta morem catholicae romanae ecclesiae bene-
dictum, cum hac tabella in fundam enta hujus futuri sacelli per manus domini Georgii
Fellengibel, hoc tempore Consulis Oenipontani, omnium nostrorum nomine poni et
collocari fecimus anno M. D. C. X II0. die 24. mensis M aji“ 25.
Der hiem it begonnene Bau der Kirche ging nun relativ rasch vor sich, so daß die
Kirche, allerdings noch ohne Turm (siehe Baugeschichte nach 1613!), vor nunmehr 350
Jahren, am 13. Oktober 1613 (= III. Idus Octobres), vom Brixener Weihbischof Simon
Feuerstein feierlich geweiht werden konnte 26.
Von den beiden Initiatoren des Kirchenbaugelöbnisses aber w ar es nur noch einem,
Dr. Paul W einhart, vergönnt, diese Feier m itzuerleben. Pater Caspar Melchior von
Köstlan S. J. ruhte zu diesem Zeitpunkt der Kirchweihe schon zwei Jah re lang unter
der Erde. W ie sein M itbruder Albrecht Tanner, w ie W einharts (erste) Frau Ju lian a geb.
H iltprantin, so w ar auch Pater Köstlan, und zw ar anfang November, ein Opfer der
Pest des Jahres 1611 geworden. Er entstammte der adeligen Brixner Fam ilie Melchior,
welche sich nach einem Ansitz bei Brixen „v. K östlan“ genannt h a t 27. W ährend
die Stadt schon am 18. Oktober 1613, also fünf Tage nach der Kirchenweihe, dem
verdienten Pestarzt W einhart in der neuen Kirche sich eine G edenkplatte zu setzen
gestattete (siehe Abbildung 4) und ihm dort eine Fam iliengrabstätte v e rlie h 28, in
neuerer Zeit auch die östlich der Dreiheiligenkirche N -S verlaufende Straße „W ein h art
straße“ benannte und somit ihm gegenüber — (dessen Wohnhaus, D reiheiligenstraße 1,
eventuell m it einer Gedenktafel geziert werden könnte ) — das Versprechen, ihn nicht
vergessen zu wollen, eingelöst hat, so steht eine solche Dankesbezeigung und Erfüllung
des Versprechens seitens der Stadtgem einde Pater Köstlan gegenüber noch aus.
25 (Prim isser G ottfried und A ndreas A lo is D ip au li): D enkwürdigkeiten von Innsbruck und seinen
Umgebungen. Zweytes Stück, Innsbruck 1813, S. 132f. (Zitiert als: Prim isser—Dipauli).
26 Siehe die ehemalige P ortalinschrift im K apitel: Zur Baugeschichte der Kirche nach 1613 bzw. siehe
Anm . 56. Sinnacher, a. a. O., S. 152, gibt den 12. O ktober als W eihetag an.
27 LRAI, Jesuitenarchiv, Lade RR, No. 2/19. Die oö. Regierung und Kammer teilen dem R ektor des
Innsbrucker Jesuitenkollegs, K arl Rott, mit, daß Pater Caspar von Khestlan gestorben ist und daß ein
and erer Pater fü r die K ranken erforderlich sei. Sterzing, 19. XI. 1611. Hye, a. a. O., S. 98. Sinnacher,
a. a. O., S. 151 und (über K östlan) S. 145.
W eingartner, Josef: T iroler Burgen. Ein Führer durch Nord-, Süd- und O sttirol. Innsbruck 1962. S. 165.
28 Auszüge aus den O riginal R athsprotocollen des Stadtm agistrates Innsbruck von 1527—1747, a. a. O.,
S. 694V2.
Prim isser—Dipauli, a. a. O., S. 135f.
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Verschiedene Stiftungen, das Pfarrhaus und die Entwicklung
der Seelsorge in Dreiheiligen
vom Jahre 1613 bis zur Gegenwart
W ie schon oben ersichtlich wurden schon von Anbeginn des Vorhabens an zum
Kirchenbau und später der Kirche selbst viele Schenkungen und Stiftungen gemacht.
Die landesfürstlichen Stiftungen stehen hiebei naturgem äß an der Spitze. So schenkte
Erzherzog M axim ilian dieser Kirche neben den oben genannten 640 fl., ebenfalls auf
die Bitte der Stadt, am 17. September 1612 ein neben der Kirche befindliches Haus, das
sogenannte „Schafferheüßl“, das heutige Pfarrhaus, und dem Preßtenhaus den „Frey
garten“ oder „oberen Früegarten“ (Anhang N r. 9 ) 29. Vermutlich dem A nlaß dieser
Schenkung verdanken w ir einen zeitgenössischen Plan von D reiheiligen im Museum
Ferdinandeum, dem (offenbar erst nach der Kirchenweihe) die zart ausgeschnittene
Ansicht der Kirche aufgeklebt worden ist. Unter der aufklappbaren Kirche sieht man
die zum Kirchenbau ausgehobene Baugrube, aus welcher Tatsache, bezüglich der H er
stellungszeit des Planes selbst das Jah r 1612 hervorgeht, und also m it obiger Schen
kung zeitliche Übereinstimmung nachweisbar wäre. Das diesbezügliche H auptargum ent
aber bildet der Umstand, daß im Gegensatz zu allen anderen auf diesem Plane abge
bildeten Liegenschaften, ausschließlich das in der Schenkung genannte „SchafTer-
heüßl“ und der ebenfalls dort genannte „F reygarten“ durch die Blockbuchstaben
— A, B — gekennzeichnet sind. Vermutlich also wollte sich entweder der Schenker
oder der Beschenkte mittels dieses Planes über die Lage beider Liegenschaften K larheit
verschaffen (siehe Abb. 5).
Aus dem diese Schenkung betreffenden wohlmeinenden Gutachten der Kammer
bzw. des Hofbauschreibers Kiening erfahren w ir, daß das Schafferhäusl die Wohnung
des „Schaffers“ w ar, „der sonnderlich Nachts Zeiten sein Aufsehen auf den Rechen
(in der Sill) vnd die H olz Pläz haben“ mußte. Das H aus w ar aber, w ie Kiening
schreibt, „gering vnd schlecht. . ., zu den laidigen Infections Zeiten dem Prestenhauß . . .
zu nahent gelegen“ und überhaupt für den Schaffer „gar vnbequemb“ 30. Es wundert
uns daher nicht, daß das H aus schon wenige Jah re später, 1618— 1622, von Stadtm aurer
Jakob M ayr ausgebessert und vergrößert werden mußte 31. Erweitern mußte man das
H aus vornehmlich deshalb, dam it darin zu allfälligen Infectionszeiten neben dem
Priester ein Meßner und ein A rzt wohnen konnten. Es befand sich darin auch ein
eigenes „Pestkämmerchen“, in dem der Geistliche ein K leid von Wachstuch aufbe
wahrte, welches er jeweils anzog, wenn er das Preßtenhaus besuchen mußte, wobei ihm
genau vorgeschrieben w ar, wie er in dieser K leidung nur durch eine kleine Seitentür in
die Kirche und von dort ins L azarett gehen mußte 32. Endlich ist bezüglich der landes
fürstlichen Stiftungen hierher noch zu erwähnen, daß Erzherzog M axim ilian im Jahre
1613 das H ochaltarblatt, im Jah re 1614 verschiedene silberne Gefäße und anderes
29 LRAI, Geschäft v. H. 1612, fol. 117.
30 LRAI, M issiv a. H. 1612, fol. 282f.
31 Fischnaler, K onrad: Innsbrucker Chronik (Heft), V., Innsbruck 1934, S. 28f.
32 Tinkhauser Georg und Ludwig Rapp (= T inkhauser—Rapp): Topographisch-historisch-statistische Be
schreibung der Diöcese Brixen. Bd. 2, B rixen 1879, S. 147.
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K irchengerät33 und im Jah re 1615 das gesamte zum Eindecken des Turmdaches
erforderliche Kupfer gespendet hat 34.
W eitere Stiftungen erfolgten u. a. von Stadtschreiber Georg M üller, der bereits einen
Tag vor dem Gelöbnis erklärte, im Falle des Kirchenbaues dazu einen Kelch oder
die entsprechende Summe Geldes spenden zu wollen (siehe Anhang N r. 2). Weiters
steuerte der Hofbauschreiber Hans Kiening zum Bau der Kirche 100 fl., was er eben
falls schon vor dem Gelöbnis dem Pater Köstlan m itgeteilt hat (siehe Anhang Nr. 3).
In der Kirche selbst ließ er auf seine Kosten den rechten Seitenaltar mit einem „von
Gold und Farben stattlich gezierten“ M arienbild errichten35. Schließlich stiftete
Kiening hieher eine allsonntägliche Messe, wozu er 1200 fl. gab, woraus der Priester
bis zur Errichtung eines eigenen Beneficiums dahier jährlich 36 fl. 24 kr. beziehen sollte.
In K raft trat diese Stiftung am 25. Jänner 1631 (siehe über Kiening bei den Grab
denkm älern!) 36. Auch bereits vor der Kirchweihe, am 2. September 1612, stiftete der
erzherzogliche R at und Kammerschreiber Hans Reichart der St.-Sebastians-Kirche
„zu ainem Ewigen Liecht“ 500 fl. 37. Der erzherzogliche Kammerdiener Hans Eckhart
von Rosenberg gab der Kirche den linken Seitenaltar m it einer im Jah re 1614 von
Melchior Stölzl gemalten „Taufe C hristi“ 38. Der erste Gönner nach der Kirchenweihe
dürfte wohl der erzherzogliche R at und Regent der oö. Lande, Dr. Paul Strauß,
gewesen sein, welcher am 24. November 1613 der Kirche gegen Abhaltung zweier
Wochenmessen das beachtliche K apital von 1800 fl. gestiftet hat. Der m it der A b
haltung beider heiliger Meßopfer, jeweils am M ontag und Donnerstag, beauftragte
Gesellpriester der St.-Jakobs-P farre sollte daraus jährlich 80 fl. erh alten 39. Johanna
von W inkelhofen geb. Strauß vermachte der Kirche gegen jährliche vier Messen 100 fl.;
sie starb zu Ostern 1632. Anton Freiherr von Brandis zu Leonburg und Forst widm ete
in seinem Testament vom Jahre 1620 gegen jährliche zw ölf Messen 300 fl., welches
Legat dann am 9. Oktober 1621 realisiert worden i s t 40. Gegen H altung jährlicher
acht Messen stiftet Dr. Paul W einhart am 8. Ju li 1622 der Kirche 200 f l.41. W eitere
Stiftungen stammten von Dr. Michael Faber, oö. Kam m errat und geheimer H ofsekretär
(über ihn siehe: G rabdenkm äler!), von Michael Freiherr von W olkenstein-Rodenegg,
dem Kämmerer Erzherzog Leopolds V., und vom Freiherrn K arl Fieger von Hirschberg.
W ie sehr diese Stiftungen noch weiter anwuchsen, erweist schließlich die Tatsache, daß
die Dreiheiligenkirche im Jah re 1699 über ein K apital von 11.525 fl. v erfü gte42. Am
Ende dieser Reihe von Opfergaben, die in keiner Weise Anspruch auf V ollständigkeit
erhebt, sei noch erwähnt, daß der am 6. Oktober 1853 zu Innsbruck verstorbene Joseph
Freiherr von Reinhart, der letzte seines Stammes, in seinem Testamente verordnet hat,
daß aus seinem Nachlaß soviel ausgeschieden werden soll, als zur Stiftung eines eigenen
Benefiziums an dieser Kirche notwendig ist: das so errichtete Benefizium sicherte dem
33 Prim isser—D ipauli, a. a. O., S. 122.
34 LRAI, Geschäft v. H. 1615, fol. 238.
35 Prim isser—Dipauli, a. a. O., S. 122f.
36 Sinnacher, a. a. O., S. 496.
37 LRAI, Bekhennen 1612, fol. 143f.
38 Prim isser—D ipauli, a. a. O., S. 122f.
39 LRAI, Causa Domini 1613/16, fol. 324—338.
40 Sinnacher, a. a. O., S. 496.
41 Auszüge aus den O riginal R athsprotocollen des Stadtm agistrates Innsbruck von 1527—1747, a. a. O.,
S. 776.
42 Prim isser—D ipauli, a. a. O., S. 123.
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jew eiligen Benefiziaten die beachtliche Altersrente von 1300 Kronen, schmolz jedoch
durch die Geldentwertung nach dem ersten W eltkrieg auf jährlich 13 Groschen zu
sammen 43. (Über die Fam ilie R einhart siehe: G rabdenkm äler).
Entsprechend diesen großzügigen Stiftungen konnte sich auch das seelsorgliche Leben
an der Dreiheiligenkirche ziemlich rasch entfalten. Anfangs wurden, wie oben ersicht
lich, die Gottesdienste von Geistlichen der St.-Jakobs-K irche bzw. -P farre besorgt.
Da dies aber auf die D auer beschwerlich wurde, übersetzte man im Jahre 1638 den
Benefiziaten der St.-Sebastians-Bruderschaft am St.-Sebastians-A ltar der St.-Jakobs-
Pfarrkirche, der ohnehin die Verpflichtung hatte, zur Pestzeit den Kranken beizustehen
(im Jah re 1611 verw eigerte er dies!) 44, in die D reiheiligenkirche bzw. in das dazu
gehörige oben genannte H aus neben der K irche45. Seit dem Jah re 1638 also hat die
Kirche ihren eigenen Priester!
In den nun folgenden Jahrzehnten w urde auch die K ohlstatt immer mehr besiedelt,
so daß es nicht einer gewissen natürlichen Voraussetzung entbehrte, als die Kirche zu
den drei H eiligen bzw. das dortige Kuratbenefizium m it dem 1. Jänner 1786 zu einer
Expositur bzw. der K urat zu einem Cooperator expositus von St. Jakob erhoben w or
den ist. Für die Zeit des Bestehens der ebenfalls unter diesem Datum im Rahmen des
josephinischen „Pfarreinrichtungsgeschäftes“ geschaffenen D reifaltigkeitspfarre bei der
Jesuitenkirche, von 1786— 1788, w ar D reiheiligen eine F iliale dieser Pfarre. Da sich
diese neugeschaffene Pfarre aber nicht bewährte und bereits m it 1. Jun i 1788 w ieder
aufgelöst, und als neue Pfarre jene zu St. Joseph (Servitenkirche) eingerichtet worden
ist (auch diese bestand nur bis zum 17. M ai 1796), wurde D reiheiligen wieder eine
F iliale der St.-Jakobs-Pfarrkirche 46. Der W irkungskreis der neu errichteten Expositur
erstreckte sich über das Gebiet zwischen Sill und Sillkan al. Es sollte hier jetzt getauft
werden, Trauungen und Begräbnisse aber blieben weiterhin der St.-Jakobs-P farre Vor
behalten. Die Verm ögensverwaltung oblag dem Expositus gemeinsam m it den Kirchen
pröpsten. A llein dem Expositus überlassen w urde das Schulwesen, welches bis zum Bau
des Schulhauses in der Jahnstraße im Pfarrhof untergebracht w ar: das neue Schulhaus
wurde am 18. September 1876 erö ffn et47. Für die Besoldung des Expositus kam,
soweit die Stiftungen hiefür nicht ausreichten, der Religionsfond auf. Die Vorschläge für
die Anstellung des jew eiligen Expositus machte die Stadtgem einde gemeinsam m it dem
Stadtpfarrer von St. Jakob.
In der w eiteren Entwicklung, besonders in der zweiten H älfte des 19. Jahrhunderts
vergrößerte sich der Stadtteil D reiheiligen so sehr, daß seine Einwohnerzahl auf unge
fähr 5000 stieg. Dies w ar auch der Grund, weshalb der Innsbrucker Gemeinderat, als
Patron der Kirche, am 20. Dezember 1894 für D reiheiligen einen H ilfspriester (Koope
rator) m it jährlich 400 fl. Gehalt bew illigt hat.
48 T inkhauser—Rapp, a. a. O., S. 148.
Steindl, Johann: Die Entwicklung der Seelsorge in D reiheiligen zur selbständigen P farre. In: P farrb latt
fü r Innsbruck, Hötting und M ühlau. Jg. 11, 1929, Nr. 1, S. 3f.
44 LRAI, A n die fr. Dt. 1611/12, fol. 298.
45 Tinkhauser—Rapp, a. a. O., S. 147f.
46 D örrer, F ridolin: Zur Geschichte der sogenannten P farregulierung Josephs II. in D eutschtirol. Ungedr.
Diss., Innsbruck 1950, S. 244ff. D erselbe: Zur ersten Teilung Innsbrucks. (M. Perathoners Stadtplan).
In: Der Schiern, Jg. 29, 1955, S. 130—135. Für wichtige Anregungen und freundliche H inweise sei dem
V erfasser dieser beiden A rbeiten besonders herzlich gedankt.
47 Innsbrucker Nachrichten, Jg. 1876, S. 2682.
48 Steindl, a. a. O.
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M it dem dauernden Anwachsen der Seelsorgsgemeinde wurde in der Bevölkerung
allm ählich der Wunsch nach einer selbständigen Pfarre laut. Im Sommer des Jahres
1917 sprach daher eine D eputation bei Fürstbischof Egger von Brixen vor und unter
breitete ihm diesen Wunsch. Der Expositus erhielt daraufhin den A uftrag, in einem
Promemoria die Gründe für die Erhebung der Expositur zu einer Pfarre darzulegen
und dem O rdinariate in Brixen zu übersenden. Infolge der ablehnenden H altung des
dam aligen H auptstadtpfarrers von St. Jakob und noch mehr wegen der ungünstigen
allgem einen Zeitlage geriet die ganze Angelegenheit aber bald ins Stocken, bis sie
endlich das O rdinariat im November 1921 dem neuen Propste von St. Jakob, Dr. Josef
W eingartner, und der unterdessen errichteten Apostolischen A dm inistratur in Innsbruck
zur weiteren Behandlung überwies. Beide Stellen standen der Angelegenheit wohlwollend
gegenüber und man durfte auf eine günstige Erledigung hoffen.
Nun aber kam, w ie Dr. Johann Steindl, der erste Pfarrer von D reiheiligen, weiter
über den Vorgang der Pfarrerhebung berichtet, die große Geldentwertung in Österreich:
nun hatte der S taat kein Geld, und auch die Bewohner von D reiheiligen waren nicht
imstande, durch die Schaffung eines Fonds die durch die Errichtung einer Pfarre
erwachsenden Kosten zu tragen. Die Pfarrangelegenheit schien daher vorläufig aus
sichtslos, wenn auch die kirchlichen Stellen ihre Zustimmung gegeben hatten. So ver
strichen weitere fünf Jahre, bis man dieses Vorhaben w ieder aufgreifen konnte, wozu
sich auch ein äußerer A nlaß darbot.
Am 29. Jun i 1926 sollte Expositus Johann Steindl sein 25jähriges Priesterjubiläum
feiern. Zu diesem Anlasse wollten ihm die ,D reiheiliger', w ie Steindl selbst sich aus
drückt, die Pfarrerhebung präsentieren, wozu sie Unterschriften zu einer Petition an
die Stadtgem einde sammelten und m it dem Propst und der A dm inistratur verhan
delten. Obgleich all dies sehr gut gemeint w ar, konnte es doch nicht zum erwünsch
ten Ziele führen, da hiefür zunächst eine neuerliche formelle Eingabe von kirchlicher
Seite gemacht werden mußte. Die hiebei gesammelten 1610 Unterschriften aber
waren für den Expositus, als er im Herbst 1926 nach Abschluß seiner staatswissen-
schaftlichen Studien die ganze Angelegenheit w ieder selbst in die H and nahm, doch
eine sehr w ertvolle Stütze. Zunächst überreichte Steindl dem Stadtm agistrat ein durch
die Unterschriften ins rechte Licht gerücktes Gesuch um finanzielle Beihilfe in der
Form, daß die für den Kooperator im Jahre 1894 bew illigten 400 fl. auf 800 Schilling
aufgew ertet werden möchten, um m it diesem Beitrage wenigstens einen Teil der
Besoldung für einen Pfarrer zu decken; für die Kooperatur w ar unterdessen ander
w eitig gesorgt worden. Der Gemeinderat genehmigte diese A ufwertung am 24. Sep
tember 1926. A uf Grund dieses Beschlusses konnte man nun endlich an die kirch
liche Behörde m it einer offiziellen Eingabe um Erhebung der Expositur zu einer
Pfarre herantreten. Es geschah dies am 15. November 1926, nachdem vorher auch der
Propst von St. Jakob seine Genehmigung dieses Vorhabens offiziell abgegeben hatte.
Die ganze Pfarrangelegenheit w ar hiem it auf das offizielle Geleise gebracht. Bis zur
Erledigung dieses Gesuchs aber bzw. bis es alle zuständigen Amtsstellen ein- und
zw eim al durchlaufen hatte, dauerte es noch lange drei Jahre. Endlich aber am 10. Mai
1929 kam von der Tiroler Landesregierung die M itteilung, daß die Erhebung
der Expositur D reiheiligen zur selbständigen Pfarre bew illigt sei. Die Feier der P farr
14
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erhebung schließlich w urde am 10. bis 13. Oktober 1929 in Anwesenheit von Bischof
Dr. Sigismund W aitz, Propst Dr. Josef W eingartner und anderen Persönlichkeiten
w ürdevoll begangen 49.
Die Seelsorger von Dreiheiligen seit 1786
Joseph Larch, Benefiziat zu D reiheiligen im Jah re 1785 und vermutlich erster dor
tiger Cooperator expositus nach 1786 51; Josef Barth 1797— 1806; Josef Erharter
1806— 1856; Franz Lutz 1856— 1857; Johann Guggenbichler 1858— 1864; C. M ayr
1864— 1867; Alois Rautenschwanz 1867— 1880, gestorben als Dekan von F laurling;
Emil Nitsche 1880— 1888, gestorben als Dekan von Zams; R udolf Sailer 1888 bis
1906; Josef Rieser 1906— 1909; Dr. Johann Steindl 1909— 1929 als Expositus, 1929
bis 1952 als erster P farrer; seit 1952 ist H. H. Hans Grünbacher Pfarrer an der
jubilierenden Kirche, wozu w ir ihm an dieser Stelle herzlich gratulieren.
Zur Baugeschichte der Kirche nach 1613
Die Grundsteinlegung zum Kirchenbau erfolgte, w ie oben dargestellt, nachdem
man sich über den Baugrund geeinigt hatte, am 24. M ai 1612. Die Leitung des
Baues lag in den H änden des Stadtm aurers Jakob M ayr. Geweiht wurde die Kirche
am 13. Oktober 1613.
Zum Zeitpunkt der Weihe jedoch w ar der Bau der Kirche noch nicht oder nur
vorläufig abgeschlossen: es fehlte noch der Turm. Der dam alige Bau trug, wie uns
der oben genannte zeitgenössische Plan zeigt (Abb. 5), lediglich einen schlichten Gie
belreiter über seiner N ordfassade. Der Bau eines richtigen Turmes fällt erst in die
Jah re 1614/15 und gedieh bis zum Sommer 1615 so w eit, daß die Stadt Innsbruck
am 20. Ju li dieses Jahres bei Erzherzog M axim ilian III. dem Deutschmeister um die
zur Eindeckung des Turmes nötigen fünf Zentner Kupfer ansuchen konnte 52. Trotz
eines in diesem Fall abschlägigen Kam m ergutachtens53 bew illigte der Erzherzog am
26. August 1615 das Erbetene und ließ verordnen, daß „die gebetne 5 Centen Kupfer
zu begertem Effect“ beigebracht bzw. aus Schwaz geliefert werden 54.
Abgesehen von späteren R eparaturarbeiten infolge von Erdbeben- (1689) und B litz
schlagschäden (1729), in deren V erlauf die Kirche 1705 einen neuen Dachstuhl erhielt,
w ar der Bau m it dem Jah re 1615 abgeschlossen55. Eine Ansicht der Kirche im
49 P farrb latt fü r Innsbruck, Hötting und M ühlau. Jg. 11, 1929, Nr. 1.
50 Ebenda. Über den ersten P farrer von D reiheiligen siehe Steinegger, F ritz: „Zum Gedenken an
S tad tp farre r Dr. Joh. Stein d l“ („Land T iro l“ 1953, Nov. 28., No. 33, S. 3).
51 Larch Joseph, bisheriger Benefiziat zu D reiheiligen m it einem Gehalt von 206 fl. 24 kr., w ird in
einem diesbezüglichen Gutachten vom Jahre 1785 als „Exponierter K ap lan “ zu D reiheiligen m it gleich
zeitiger Solderhöhung auf 300 fl. aus dem R eligionsfond vorgeschlagen. (Freundliche M itteilung von
L andesarchivar Dr. Fridolin D örrer.)
52 Fischnaler; Innsbrucker Chronik V. S. 28.
53 LRAI, M issiv a. H. 1615, fol. 381.
54 LRAI, Geschäft v. H. 1615, fol. 238.
55 Fischnaler: Innsbrucker Chronik V. S. 28f.
15
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Aignerschen Codex im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum zeigt uns deren für
die Zeit von 1615— 1860 gültige äußere G estalt (Abb. 6).
Über den Fassadenschmuck dieser Periode gibt nachfolgende Beschreibung aus dem
Jah re 1813 genaue A uskunft: „Die Kirche, die auf architektonischen Kunstwerth
keinen Anspruch macht, ist doch m it einem Portale von N agelstein (= H öttinger
Breccie) gezieret, an dem man in vergoldeten Buchstaben die Bibelstelle lieset: Vota
mea Domino reddam. Ps. II. In der Höhe sind an der M auer nebst den Bildnißen
der drey H eiligen, die Wappen des Erzherzogs M axim ilian, des Landes T irol und der
Stadt Innsbruck gemalet, m it der Inschrift: D. O. M. Memoriae trium Sanctorum
Sebastiani m artyris, Pirm inii episcopi confessoris, Rochi confessoris, aedes ab senatu
civico Oenipontano anno M .D .C.X I. ex a. d. X I. cal. Octobr. pesti tune grassanti
propulsandae vota ejusdem postea senatus ac piorum aere collato in primis vero
M axim iliani serenissimi A ustriae archiducis T yrolis domini sacraeq. Teutonum m ilitae
m agni m agistri favore ac m unificentia extructa ornata dotata anno autem M.D.C.
X III. III. idus Octobres consecrata 56
Eine natürliche Folge des starken zahlenm äßigen Anwachsens der Seelsorge zu
D reiheiligen ist es gewesen, daß das kleine Kirchlein den zunehmenden A nforderun
gen nicht mehr gewachsen w ar. Der Innsbrucker Bürgerausschuß — als Kirchen
patron — beschloß daher am 23. A pril 1860 die Vergrößerung der Kirche und be
stimmte für diesen Zweck 1000 fl. 57. Abgeschlossen w urde diese bauliche Erweiterung
der Kirche bzw. Verlängerung des Kirchenschiffes nach Norden nach dreijähriger A r
beit im Ju li 18 6 3 58. Gleichzeitig dam it erfolgte auch ein Umbau des Kirchturmes
nach Plänen von Ing. Geppert (vollendet im November 1860) 59. Dieser Turmbau
wurde aber bereits im Jah re 1875 neuerlich abgeändert. Seine heutige Form erhielt
der Turm im Jah re 1880 durch die „Turm -R ekonstruktion“ nach einem Plan von
H üter B0.
Die Fassade erhielt ihr heutiges bauliches Aussehen im Rahmen des Erweiterungs
baues von 1860— 1863. Das dam als von Josef A rnold gemalte Fresko über dem Portal,
das Verlöbnis des Kirchenbaues darstellend, wurde wegen seines raschen Verfalls im
Jah re 1899 entfernt und an seiner Stelle im Jah re 1900 das heutige M osaik nach
einer Skizze von Philipp Schumacher angebracht61.
Das M osaik zeigt, durch ein waagrechtes Spruchband geteilt, in seinem oberen
Feld die drei Pestheiligen und den zirk a seit 1786 ebenfalls in dieser Kirche verehrten
Innsbrucker Stadtpatron Alexius. Im Jah re 1786 wurde nämlich ein A ltarbild, den
heiligen Alexius darstellend und angeblich von Melchior Stölzl stammend, aus der
im Jah r zuvor auf Befehl Kaiser Josephs II. aufgehobenen und seither gesperrten
Siebenkapellen- oder H eilig-G rab-K irche in die Dreiheiligenkirche üb ertragen G2.
Über diesen vier H eiligen thront auf einer W olke die heilige Gottesmutter m it dem
56 P rim isser—Dipauli, a. a. O., S. 124.
57 U nterkircher, C arl: Chronik von Innsbruck. Innsbruck 1897. S. 426, Nr. 3182.
B8 Innsbrucker Nachrichten. Jg. 1863, S. 1508.
59 Innsbrucker Nachrichten. Jg. 1860, S. 2336.
60 U nterkircher, a. a. O., S. 505, Nr. 3844.
01 Fischnaler: Innsbrucker Chronik II, 1930, S. 25.
62 T inkhauser—Rapp, a. a. O., S. 149.
Hinterlechner, Agnes: Kirchensperrungen in D eutschtirol unter Joseph II. Ungedr. Diss., Innsbruck 1963,
S. 605ff.
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Jesuskind. D arauf Bezug nehmend stehen am oberen, runden B ildrande die W orte:
Salus infirmorum. A uxilium Christianorum .
Das B ild unterhalb des genannten, waagrechten Spruchbandes soll an die Gründung
der Kirche erinnern. Philipp Schumacher scheint hiebei allerdings übersehen zu haben,
daß die Kirche eine Stiftung der Stadt Innsbruck und nicht eine solche Erzherzog
M axim ilians des Deutschmeisters ist. W ährend er nämlich den knienden Erzherzog,
wie bei Stifterdarstellungen üblich, die Kirche tragen läßt, müssen sich (nach Schu
macher) ein Bürger und eine Bürgerin als Repräsentanten der Stadt m it dem Zusehen
begnügen! Im H intergrund finden sich beim Erzherzog der österreichische Binden
schild und das Wappen des Deutschen Ritterordens, beim B ürgerpaar die W appen
Tirols und Innsbrucks. Zwischen dem Landesfürsten und den Bürgern sieht der Be
schauer eine T afel m it der Inschrift: Ex Voto Anno Dom(ini) M D C X III, wobei
sich Schumacher ebenfalls geirrt hat, da die Kirche nicht aus einem Gelöbnis (= ex
voto) des Jahres 1613, sondern aus einem solchen des Jahres 1611 hervorgegangen
bzw. wegen der Pest des Jahres 1611 verlobt worden ist.
Das genannte waagrechte Spruchband endlich trägt die Inschrift: ,,A. Peste. et.
ab. omni. malo. libera. nos. Domine.“
U nterhalb dieses Mosaiks befinden sich noch links und rechts vom Portal zwei
schwarze Inschriftplatten gleichen Datums, deren Inschriften hier wiederzugeben ich
für überflüssig halte und daher nur auf sie verweise.
Kunstgeschichtliches
Die A ltarbauten der Kirche stammen insgesamt von Johann Georg und Bartlm ä
G ratl, Stukkateuren aus Amras, und wurden in den Jahren 1745/47 auf geführt.
Von B artlm ä G ratl stammt auch die vom Jah re 1748 datierende K a n z e l63. Von den
A ltarblättern ist nur das H ochaltarblatt erwähnenswert. Es zeigt die drei Pestheiligen.
Sebastian, Pirm in und Rochus, und w urde im Jah re 1613 vom erzherzoglichen Kam
m erm aler Melchior Stölzl gemalt. Melchior Stölzl (Stelzle), ein aus Ulm gebürtiger
M aler, ist in T irol erst seit 1611 nachgewiesen. Am 25. Jun i 1611 stellte ihm Erz
herzog M axim ilian einen Freibrief aus, k ra ft dessen er seine Kunst zu Innsbruck und
in anderen Orten Tirols ungehindert ausüben durfte. Am 29. A pril 1614 erhält der
inzwischen bereits zum „Erzherzoglichen K am m erm aler“ A vancierte einen W appen
brief. Die letzte uns bekannte urkundliche Nachricht über Stölzl datiert vom Jah re
1623. Außer dem angeführten H ochaltarblatt (1613) m alte er für D reiheiligen noch
eine ,Taufe C hristi' (1614) sowie für die Siebenkapellenkirche angeblich eine ,M aria
m it dem hl. A lexius'. W eitere W erke von ihm befinden sich in der St.-Georgs-Kirche
(H eiligen drei Könige) und in der St.-V igil-K irche (Tod des heiligen V igilius), beide
in Untermais bei M eran 64.
63 Fischnaler: Innsbrucker Chronik V. S. 29.
64 Hammer, Heinrich: Die Entwicklung der barocken Deckenmalerei in Tirol (= Studien zur Deutschen
Kunstgeschichte, Heft 159), Straßburg 1912, S. 73, Anm. 1.
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Außer dem H ochaltarblatt ist noch besonders auf eine sehr originelle Allegorie
auf die Pest, vollendet 1618, die im Schiff der Kirche hängt, hinzuweisen. Nach Hans
H örtnagl wurde dieses Bild von dem aus Liegnitz gebürtigen Innsbrucker Bürger
meister und M aler Jö rg Fellengibl der Kirche als Geschenk versprochen und auch
von ihm selbst entworfen und begonnen. Da Fellengibl aber am 6. September 1612
gestorben ist, d arf angenommen werden, daß sein Erbe bzw. Stiefsohn, K arl Perk-
hammer, ebenfalls M aler, das Bild im Jahre 1618, w ie die Jahreszahl am Bild selbst
angibt, vollendet h a t 05. Das Bild (siehe Abb. 1) zeigt im Vordergrund rechts einen
P alast und in diesem oben ein fröhliches Gastmahl m it Trompetern, unten in schar
fem Gegensatz dazu einen Sterbenden, dem ein Priester die heiligen Sterbesakram ente
spendet, und vor dem H aus Leichen und entsetzt hinstürzende Pestkranke. Links
vorne reitet der Tod auf einem schwarzen Pferde, das eine geflügelte Sanduhr am
Kopfe trägt, dem Palast zu. Vor und hinter ihm sieht man Totenbahren, Kreuze,
Totenschädel und Leichenbestatter. Die Landschaft im H intergrund zeigt das mit
der Pest gestrafte Heer D avids. Am Him m el schwebt ein Engel, in der einen H and
einen Totenkopf, in der anderen ein flammendes Schwert haltend. Dieser Engel und
insbesondere die zahllosen vom H immel herabsdhießenden Pfeile — das Pestgift ver
körpernd — sind der bildhafte Ausdruck dafür, daß die Pest bzw. diese Seuche als
eine Strafe Gottes empfunden worden ist.
Zwischen dem eingangs beschriebenen Palast im Bild rechts vorne und dem H eer
lager im H intergrund ist schließlich noch die Fassade einer Kirche erkennbar. Ob
Fellengibel bzw. Perkhamm er dabei eine bestimmte Kirche Innsbrucks gemeint hat,
müßte erst genauer untersucht werden.
Die Gewölbefresken der Kirche wurden im Jah re 1750 von dem Innsbrucker M a
ler Johann Michael Strickner (gest. 1759) gemalt und stellen im Presbyterium ein
Engelkonzert, im Kirchenschiff drei verschiedene Bilder dar: Das erste Bild ist eine
D arstellung der Pest des Jahres 1611 und zeigt auf der Erde liegende K ranke bzw.
bei diesen einen Priester (Pater Köstlan), der einem Sterbenden das heilige Abend
mahl reicht, und einen A rzt (Dr. W einhart) m it Arzneien. Im H intergrund sieht
man die Gegend von W üten, in der Höhe strafende, das Pestgift schleudernde Engel.
Das zw eite Bild zeigt Erzherzog M axim ilian den Deutschmeister und Innsbrucker
Bürger, w ie sie zu den drei H eiligen beten: im H intergrund erscheint die neuerbaute
D reiheiligenkirche und das Lazarett.
Das dritte Bild endlich zeigt das von Engeln über die Stadt Innsbruck gehaltene
M aria-H ilf-B ild 6Ö. D ie Seitenwände zieren braun in braun alttestamentalische Bilder,
ebenfalls von Strickner 67.
65 Hörtnagl, Hans: Ynnsprugg. S. 123.
6G Dieses Deckenfresko ist sehr schön w iedergegeben, ebenda zwischen S. 28 u. 29. Vgl. auch die Abb.
nach den SS. 108, 112, 120, 132.
67 W eingartner, Josef: Die Kirchen Innsbrucks. W ien 1921, S. 18—20. (Lemmen, Josef v .): T irolisdies
K ünstler-Lexikon. Innsbruck 1830, S. 241f.
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Der ehemalige Friedhof und die noch bestehenden
Grabdenkmäler innerhalb und außerhalb der Kirche
Gleichzeitig m it der Kirche w urde am 13. Oktober 1613 auch der Gottesacker der
neuen Kirche geweiht. Dieser Friedhof befand sich unm ittelbar neben bzw. hinter
der Kirche. Seine Umgrenzung ist im wesentlichen heute noch erkennbar. W äh
rend die Kirche an diesem Orte, das heißt, beim Preßtenhaus keinerlei kapellenartige
oder andere Vorgängerin hatte, so verhält sich dies beim Friedhof insofern anders,
als sich w eiter südlich, nahe der Sill, w ie der Plan von 1612/13 (siehe Abb. 5) zeigt,
ein „Presten Gotsacker“ für die verstorbenen Pestkranken befand. Schön zu sehen
ist der Friedhof bei der Kirche auf der Ansicht im Aignerschen Codex (Abb. 6). Die
darauf ersichtlichen A rkaden östlich der Kirche, welche in den Jahren 1618— 1622
vom Stadtm aurer Jakob M ayr erbaut worden s in d 68, haben sich bis auf unsere
Tage erhalten. Der kapellenartige Bau westlich der Kirche, im Verbände der Fried
hofsmauer, ist nur noch teilweise erhalten und w ird in Kürze gänzlich verfallen. Es
handelt sich dabei aber nicht um eine Kapelle, sondern um die Einfassung des
Epitaphs für Anton Theodor de A lexandris (1684). Begraben wurde auf diesem Fried
hof, wie auch in der Kirche, von einer kurzen Unterbrechung in josephinischer Zeit
abgesehen, bis zum Jah re 1831 69. Der vorgenannte „Presten Gotsacker“, nach Er
bauung des, heute als Wohnhaus benützten, ehemaligen (M ilitär-)Sp itals in der W ein
hartstraße im Jah re 1694, als Spitals- und Siechenfriedhof verwendet, wurde am
21. Jän n er 1769 wegen Überbesetzung des M ilitärfriedhofes in H ötting dem M ilitär
als zusätzliche Begräbnisstätte übergeben, welche Funktion dieser ursprüngliche Pest
friedhof bis zu seiner Auflassung im Jah re 1830 erfüllt hat. Seine Nachfolge trat
der ein Jah r später geweihte und noch gegenw ärtig benützte, stimmungsvolle Friedhof
in der A nzengruberstraße an, an dessen Eingang noch heute eine schlichte M arm or
tafel verkündet, daß man hier einen „k. u. k. M ilitärfriedho f“ betritt 70.
Nach diesen kurzen Bemerkungen zur Friedhofsgeschichte von D reiheiligen wollen
w ir uns nun den noch erhaltenen G rabdenkm älern zuwenden 71.
a) DIE GRABDENKMÄLER IN DER K IRCH E
1. Dr. med. Paul W einhart (1570 — 1648):
Bronzeplatte, an der W estwand vorne beim Seitenaltar. Es handelt sich hiebei um
kein Epitaph, sondern um jene von W einhart selbst m it Zustimmung des Stadtrates
im Jah re 1613 errichtete G edenktafel. Allerdings verlieh ihm die Stadt gleichzeitig
dam it auch eine Grabstätte, in der sowohl er w ie auch mehrere seiner Nachkom
men begraben worden sind (siehe Abb. 4).
68 Fischnaler: Innsbrucker Chronik V. S. 28.
69 D örrer F.: P farregulierung (Diss.), S. 246.
Fischnaler: Innsbrucker Chronik II, S. 23f.
70 Ebenda, S. 65.
71 Bei der W iedergabe der Grabinschriften w urde zugunsten der leichteren Lesbarkeit (auch fü r den
Laien), sow ohl bezüglich der Groß- und Kleinschreibung, als auch hinsichtlich der Schriftart auf Ü berein
stimmung m it den O riginaltexten auf den Epitaphen verzichtet. Die O rthographie jedoch ist un verän d ert
belassen worden.
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Inschrift:
„P avllvs W einhart Medicvs Doctor hoc sibi svisque Monvmentvm posvit, memor
Artis svae, memor Sortis omnivm, memores svi svorvm qve Viatores volens, Anno
a Christo nato CI D. I 3C. X III. a Templo consecrato Anno I.“
Dr. Paul W einhart w urde im Jah re 1570 zu Augsburg geboren. Um das Jah r 1600
kam er als Leibarzt an den H of des M arkgrafen K arl von Burgau (des zweiten
Sohnes Erzherzog Ferdinands II. und der Philippine Welser) in Schloß Ambras bzw.
nach Innsbruck. Im Jahre 1606 w urde er als oö. Wesenphysicus in den Dienst Erz
herzog M axim ilians des Deutschmeisters auf genommen, als welcher er sich, im Jah re
1.611 eigens zu einem Contagions- und Seuchenarzt ernannt, im Pestjahr 1611 und in
den folgenden Jahren durch sein opfermütiges und verständiges V erhalten sehr große
Verdienste erworben hat. Erzherzog M axim ilian ernannte ihn daher im Jahre 1615
<:u seinem R at und erhob ihn und seine Fam ilie im Jahre 1617 in den Adelsstand.
Erzherzog Leopold V. ernannte ihn zum Leibarzt seiner Kinder, von denen sich
Erzherzog Ferdinand K arl später dadurch dankbar erwies, daß er W einhart im Jahre
1647 zu seinem Proto-Leibmedicus ernannt hat. W enig später, am 21. Februar 1643
ist W einhart gestorben (siehe auch: Gründungsgeschichte und Stiftungen). Seit 1545
wappentragend und seit 1617 geadelt, teilte sich die Fam ilie W einhart bzw. deren
Tiroler Stamm durch die Söhne obgenannten Dr. Paul W einharts (d. Älteren) in
zwei Linien, von denen sich die eine seit dem Jah re 1662 „W einhart zu Thierburg
und Vollandsegg“ (im G nadenwald), die andere seit dem Jah re 1686 sich „W einhart
zu W eiherburg“ (bei H ötting) nannte. W ährend die Linie W einhart-W eiherburg im
Jahre 1798 ausgestorben ist, existiert die Linie W einhart-Thierburg noch h eu te72.
2. Dr. jur. M ich a el F aber v o n u n d z u m R o s en s to c k (ges t. 1625):
Bronzeplatte, oberhalb jener Dr. Paul Weinharts.
Inschrift:
„Fac ea qvae moriens facta fuisse velis. H aec reqvies mea etc. hic habitabo
qvoniam elegi eam. Psalm. C X X X I. Michael Faber A. R. (= a Rosenstock) IC tUi
Sac: Caes: M a: nec non sereniss: Arch: M ax: ill: et Leop: a Consil: Cam : et
secr(e)tis Epist: A uct: pont: et caes: Comes p alat: hoc svo svorvm qve Pvlviscvlo
Receptacvlvm vivens posvit olim Im m ortalitate donando. O biit Anno DNI M.
D C.X X V . A pril X I. Fac illi Lector quod olim tibi fieri optabis.“
Dr. Michael Faber w ar bereits zur Zeit Erzherzog Ferdinands II. bei den oö.
Wesen angestellt. Als H ofsekretär erhielt er am 23. Dezember 1604 von Erzherzog
M axim ilian III. Adel, Wappen und das Privileg, sich nach (seinem heimatlichen?) Gut
bei Langenargen „von und zum Rosenstockh“ zu nennen. Am Ende seiner Laufbahn
finden w ir ihn als oö. Kam m errat und geheimen H ofsekretär. Darüberhinaus w ar
Faber H o fp falzgraf von päpstlicher und kaiserlicher A utorität. Das Wappen Fabers
befindet sich am Epitaph in der M itte oben, links und rechts von zwei anderen
72 Hye: Der Beitrag der Fam ilie W ein h art zur T iroler Geistesgeschichte. (Diss.) Darin auch Fam ilien
geschichte und Stam m tafel.
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A bb. 1 : A llegorie a u f die Pest v on J ö r g Fellengibel und K arl Perkham m cr, 1618 (D reiheiligenkirche)
Foto: Margarete Hye-Weinhart
t rfy M /Cer& rsT+ Y
b /& *& £ «? C~#X *
^ / A *y ■
7 /
A bb. 2 : H andschrift Pater C asp ar M elchior K östlan s (T iroler Lan dcsrcgierungsarchiv, Innsbruck)
F o to : P eter R enzlcr
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A bb. 4 : G edenkplatte D r. Paul W einharts in der D reiheiligenkirche v o m Jah re 1613
F o to : M arg arete H y e -W e in h a rt
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:g f e £ § if
A bb. 5 : Plan v on D reiheiligen aus der Zeit der G rün du n g 1612/13 (M useum Ferdinandeum )
F o to : M arg arete H y e-W ein h art
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A bb. 6 : Ansicht der D reiheiligenkirche um die M itte des 18. Jahrhun derts (A ignerscher C o d e x im M useum
Ferdinandeum ) Foto: Peter Renzlcr
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Wappen flankiert. Ob Dr. Michael Faber m it der Ravensburger P atrizierfam ilie dieses
Namens verw andt ist, müßte erst untersucht werden 73.
3. J o h a n n e s K i e n i n g ( g es t. 1634) u n d M aria E lisabeth K i e n i n g g e b . L in g e h e l v o n u n d
zu L i e b e n e g g ( g es t. 1638):
Der Grabstein ist von schwarzem M armor, in welchen die Schrift m it Bronze-
lettern eingelegt ist. Er befindet sich an der O stwand vorne beim Seitenaltar.
Inschrift: „P ia M emoria nobilivm Conivgvm Ioannis Kiening Ca(m )erae Consiliarii
et C apita(n)ei obiit An. M .D C .X X X IV . X III.M aii. et M ariae Elisabethae Kieningin
natae Lingehelin a Liebenegg obiit Ann. M. DC. X X X V III Die I. F eb rv(arii).“
Hans Kiening, dessen Fam ilie angeblich aus Kärnten stammt, erscheint 1607 als
Hofbauschreiber in Innsbruck. Am 10. Februar 1609 erhält er für Verdienste in
den Türkenkriegen für sich und seine Brüder Lorenz und M atthias von Kaiser
R udolf II. den Reichsadelsstand. Beredten Ausdruck davon gibt die Flelmzier des
gleichzeitig verliehenen W appens: ein Türke in rotem Rock, mit einem turbanartigen
H ut m it Pfauenfederstoß, in der rechten H and drei Pfeile, in der linken einen
goldenen Bogen haltend. Ob Kiening schon dam als „H auptm ann über ain Fendi
hochteutschen Kriegsvolks zu Fueß“ w ar, ist nicht bekannt, jedoch ziemlich sicher an
zunehmen. Als oö. Wesensbediensteter avancierte er bis zum K am m errat. (Siehe über
ihn auch: Gründungsgeschichte und Stiftungen!) 74
Oberhalb der Inschrift sind, ebenfalls auf schwarzem Marmor, in Bronze das W ap
pen Kienings und das Wappen seiner Frau M aria Elisabeth geb. Lingehel von und zu
Liebenegg angebracht. Die längst ausgestorbene Fam ilie Lingehel oder Lingahöl
erhielt am 10. M ärz 1582 von Kaiser R udolf II. ihr W appen und am 2. Jänner
1586 von Erzherzog Ferdinand II. den Adel. Der tirolische K anzler Hans Lingahel
erwarb eine Behausung in W ilten, welche im Jah re 1601 zum adeligen Ansitz
„Liebenegg“ erhoben worden ist, woraus sich das P rädikat „von und zu Liebenegg“
ableitet. Bei diesem Ansitz handelt es sich um das noch heute prächtige Eckhaus
Leopoldstraße 33 — Liebeneggstraße 2 7S.
73 Goldegg, Hugo v .: Die T iroler W appenbücher im Adelsarchiv des k. k. M inisterium s des Innern
zu W ien. In: Zeitschrift des Ferdinandeum s, 3. Folge, Heft 20, 1876, S. 121, Nr. 1285.
Fischnaler, K onrad: Ausgew ählte Schriften (W appenschlüssel}, Bd. 7, Innsbruck 1951, S. 20, 77.
Totenbuch der P rop steip farre St. Jakob zu Innsbruck, Tom. IV, fol. 194. (Alle im folgenden zitierten
Totenbücher beziehen sich auf diese P farre bzw. auf das Propsteipfarrarchiv St. Jakob, Innsbruck.)
D reher, A lfo n s: Das Patriziat der Reichsstadt R avensburg. In: Zeitsdir. f. W ürttem bergische Landes
geschichte. Jg. 21, 1962, Heft 2, S. 287.
74 Fischnaler: A usgew ählte Schriften, Bd. 6, S. 252, Bd. 7, S. 446.
Sinnacher, a. a. O., S. 496.
Totenbuch, Tom. IV, fol. 334.
75 Goldegg: a. a. O., Zeitsdir. Ferd. 1875, S. 747.
Bruner, Hans: Adelsgeschlechter und berühm te Bürger in W ilten. In: W ilten, N ordtirols älteste K u ltu r
stätte. 2. Teil (= T iroler Heimatbücher, hg. v. d. heim atkundlichen Arbeitsgem einschaft d. V ereines für
christliche Erziehungswissenschaft, Landesgruppe Tirol, Bd. II), Innsbruck 1926, S. 153f.
Totenbuch, Tom. IV, fol. 395.
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4. A nna M aria D aiser v o n S illpach g e b . H e n d e r iz v o n S tra a len ( g es t. 1705): Grabstein
von weißem M arm or an der N ordw and östlich des Portals.
Inschrift:
„D. O. M. Anna M aria D aiserin a Sillpach nata H enderizin a Straalen, multis
variisq(ue) Corporis et Anim i Doloribus oppressa: inaudita Aquarum Siti octo
Annis et ultra m irabiliter affecta: post octo, quos Coelo praem iserat Infantes,
haurire m eruit Aquas in Gaudio de Fontibus Salvatoris Die Sabatti X . Jan . Anno
M. D CCV. Aet. 41 An. cui moestus m aritus Petrus Paulus Daiser a Sillpach
S.C.M . Exc. Cam. a Secr. bell, et C onsil(iari)us unacum Filia superstite Anna
C atarin a Monumentum hoc posuit.“
Erst nachdem sie durch mehr als acht Jah re von einem unerhörten und uner
klärbaren Durst sowie von seelischen und körperlichen Schmerzen aller A rt be
drückt und gepeinigt worden w ar und dem Him m el acht Kinder vorausgeschickt
hatte (Totgeburten?), so berichtet diese Inschrift, erst dann hat es sich Anna M aria
Daiser verdient, m it Freude Wasser aus den Quellen des Erlösers zu trinken.
Außer ihrem Gemahl hat nur eines ihrer Kinder, ihre Tochter Anna K atharina,
die so furchtbar leidende, erst 41jährige M utter überlebt. Zum Zeitpunkt des Todes
seiner Frau w ar Peter Paul Daiser oö. Kam m errat und Kriegssekretär. Von Kaiser
Leopold I. wurde er am 25. Ju li 1700 m it dem P räd ikat „von Sillbach“ in den
Adelsstand erhoben. Gestorben ist Peter Paul Daiser, dessen Grabstein sich noch
im Jah re 1813 in der Dreiheiligenkirche befunden hat, im Jahre 1740. Die Inschrift
auf diesem wahrscheinlich beim Umbau 1860/63 zerstörten Grabstein lautete: (H ic
iacet Petrus Paulus Daiser a Sillpach) qui in actual. Cam. C onsiliarii et Referendarii
D irect, m ilit. Munere Annos 30, universim 63 in Caesaris, omnes in Dei Servitio
posuit, utriusque Servus fidelis et prud en s76. A uf dem Grabstein der Anna M aria
Daiser befinden sich obenauf links das Daiserische und rechts das W appen der H enderiz
von Straalen 77.
5. J o h a n n J a k o b H o lg e r , Lic. iur. (1681— 1743):
Das Grabmal in der M itte der O stwand besteht aus einer Inschriftplatte von
weißem M arm or, welche von einer prunkvollen Umrahmung aus dunklerem M ar
mor umgeben und unterlegt ist.
Inschrift: „H ic jacet V ir im m utabilis et prisci candoris Joann: Ja c : H olger J : U : L:
qui A n: M .D C .LX X X I. in B urgavia natus Religione Deum, Obsequio Principem,
Amore Patriam , universam H olgerianam Fam iliam , tarn viventem, quam victuram
Beneficiis perpetuo devinxit, in Sup: A ustr: Areopago ultra X X X III A n: a Secretis
suam n o b ilitavit Integritatem , A n: C hr: M. )C C .X L III. Die X X L Ja n : ex N ephri-
76 Fischnaler: Ausgew ählte Schriften, Bd. 6, S. 100.
Prim isser—Dipauli, a. a. O., S. 128.
Vielleicht ist Peter Paul D aiser m it dem einen oder anderen W appenem pfänger dieses Namens verw andt,
welche bei Goldegg, a. a. O., Z eitsdir. Ferd. 1876, S. 120, Nr. 1275 bzw. S. 142, Nr. 1532, genannt werden.
77 Fischnaler: A usgew ählte Schriften, Bd. 3, S. 547.
Totenbuch, Tom. VII, pag. 562.
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tide obiit, cui tanquam P atri pro G ratiis gratias, omnesque Fortunas suas in
acceptis refert Jos: Ferd: Floiger J : U : D : et Prof: pub: V ien :“
Johann Jakob H olger, Licentiat beider Rechte, wurde im Jah re 1681 in Burgau ge
boren. Er w ar bei den tirolischen Regierungsstellen vom Jahre 1709 bis zu seinem Tode
als oö. Regim entssekretär tätig. Für die von ihm geleisteten Dienste wurde er und seine
Fam ilie in den Adelsstand erhoben. Oberhalb der Grabinschrift befinden sich zwei W ap
pen, von denen das linke das Wappen Holgers ist. Den prächtigen Grabstein ließ ihm
Dr. iur. Josef Ferdinand H olger errichten. Dieser w ar ordentlicher öffentlicher Pro
fessor an der U niversität Wien und im Jah re 1752 R ektor derselben. Bei der Obersten
Justizstelle w urde er H o frat und w ar bei der Abfassung der „Constitutio crim inalis
T heresiana“ als Com pilator und Referent b e te ilig t78.
6. J o s e p h v o n S errä (ges t. 1769):
Stattlicher, aus mehreren M arm orarten aufgebauter Grabstein an der W estwand
neben den Denkmälern W einharts und Fabers.
Inschrift:
„A llhier lig t begraben der hochedl gebohrne H err Joseph vo(n) Serrä der Römisch
K ey: K oenigl: Apost: M aystet etc. in Leben gewester Oberist Wachtmaister, welcher
nach empfangenen H. H . Sacram enten den 6. Monaths Jan u arii Ao: 1769 nach
3 U hr N achm ittag, seines Alters in 87. Jah r in Gott ganz christlich verschiden.“
Oberhalb der Inschrift ist das W appen Serräs ebenfalls in M arm or angebracht7fl.
7. J o s e f S tra ub (1816— 1854) u n d A nna S tra ub g e b . Salzl (ges t. 1868):
W eiße M arm orplatte an der W estwand hinten, angefertigt von der Firm a Linser.
Es ist dies keine Grab-, sondern nur eine Gedenkplatte.
Inschrift: „Christliche Erin(n)erung an den H errn Josef Straub Oekonomie-Besitzer,
geboren zu Innsbruck am 17. Jän (n )er 1816, gestorben am 12. Ju li 1854 nach kur
zem K rankenlager, versehen m it allen heil. Sterbsakram enten, ergeben in den
göttlichen W illen. Er ruhe im Frieden. Und an dessen G attin Frau Anna Straub
gb. Salzl, gest. am 24. Okt. 1868, nach Empf. der h. Sterbsakram ente im 67. Le
bensjahr. R. I. P .“
b) DIE GRABDENKMÄLER AUF DEM EHEMALIGEN FRIEDHOF:
1—6. D ie G ra b s tä tte d e r F am ilie R e in h a r t zu T h u r n fe ls u n d F e rk le h en in d e n A rk aden :
Diese aufgelassene Fam iliengrabstätte besteht aus einem gewaltigen, gekrönten A uf
bau aus M arm or und Stukko, in dessen M itte sich eine, jetzt leider leere, ovale Nische
78 Fischnaler: A usgew ählte Schriften, Bd. 5, S. 31, und Bd. 6, S. 243.
Prim isser—Dipauli, a. a. O., S. 137.
Totenbuch, Tom. VIII, Abteilung 1735—1744, fol. 36.
79 Fischnaler: Ausgew ählte Schriften, Bd. 3, S. 406. Die dortige W appenbeschreibung, der Titel, V o r
name und das Sterb ejah r stimmen. Beim Fam iliennam en aber hat sich Fischnaler offenbar v erlesen und
aus „Serrä, der Römisch K ey: K oenigl: .............“ den irrigen Fam iliennamen „Serräd er“ gemacht. Die
Angabe im Totenbuch von St. Jakob jedoch (Tom. X, fol. 55 = S. 104) lautet auf Joseph v. Serra. Schließ
lich muß noch die Angabe ko rrigiert werden, daß sich dieser G rabstein in Landeck befände.
23
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befindet. Neben und unter diesem „Z entralbau“ erscheinen die einzelnen Grab
inschriftplatten in die M auer eingelassen; aber auch an zwei südlichen W andpfeilern
der A rkaden finden sich Reinhartische Inschriften. Der Inhalt oberwähnter, ovaler
Nische, ein die Grablegung Christi darstellendes Relief, befindet sich seit dem 19. Ja h r
hundert an der Reinhartischen G ruft in den östlichen A rkaden des W iltener Fried
hofes. Auch ein noch schöneres, zweites, aber rechteckiges Relief, eine ebenfalls noch
erhaltene Kreuzigung Christi aus der Schule A lexander Colins, ist von der
alten Reinhartischen G rabstätte zu D reiheiligen zur neuen G ruft in W ilten über
tragen worden 80. Sein ehem aliger Standort in den A rkaden ist nicht bekannt. W ahr
scheinlich aber befand sich in der, südlich an das beschriebene und noch vorhan
dene Grabmal anschließenden Arkadennische ein ähnliches, jedoch älteres Monument,
welchem jenes rechteckige R elief eingefügt gewesen sein mag. Diese Vermutung wird
dadurch gestützt, daß sich an den beiden, diese nächste Nische beiderseitig begrenzen
den W andpfeilern zwei, auch hinsichtlich der Bearbeitung völlig gleichartige, schwarz
marmorne Inschriftplatten, gleichsam als Einrahmung eines ehemaligen Monumentes
befinden. Weiters spricht für diese Annahme der Umstand, daß, wie zwei W appen
platten links und rechts unterhalb m itteilen, das noch erhaltene Monument erst im
Jahre 1743 errichtet worden ist, während der Stifter der Fam iliengrabstätte dahier,
Abraham R einhart, schon im Jah re 1661 verstorben ist. Von den erwähnten zwei
W appenplatten trägt die linke das Reinhartische W appen 81.
Obgleich sich, w ie gesagt, die schöne G r a b p la tte A bra ha m R ein h a r ts u n d s e in e r Frau
E va g e b . S te u p p h e u t e a m W ilte n e r F r i e d h o f befindet, so soll dennoch aus Gründen des
innerlichen Zusammenhanges auch deren Inschrift hier wiedergegeben werden (ohne
Zählung).
Inschrift:
„Anno DNI M .D C.LX I. den V. Tag Februar ist inn Gott seligclich enntshlaffen der
edl vest Abraham v. R einhart des erzfvr: Stvffts vnd Reglhavs alhier gewester
Secretari, welch: aid a sambt seiner Ehewvrthin, der tvgensamen Eva Stevppin, die
anvor den X X V I. M arti A. M .D C LV III. tots verschiden, begraben ligt. Gott
gnad irer baider vnd aller C hristglavbigen Selen. Am en.“
Abraham Reinhart, erzherzoglicher Regelhaussekretär, wurde seiner Verdienste
wegen, gemeinsam mit seinem Bruder W olfgang am 24. Jänner 1634 von Kaiser
Ferdinand II. in den Reichsadelsstand erhoben. Er w ar es auch, der den „Thurn“ in
Völs bei Innsbruck (= Thurnfels) sowie das ehemalige (noch bestehende) Jagdschlöß
chen „Ferklehen“ bei Unterperfuß erworben hat, wonach er und seine Nachfahren
das P räd ikat „zu Thurnfels und Ferklehen“ geführt haben. An der D reiheiligen
kirche stiftete er außer dieser Fam iliengrabstätte ein Benefizium. Seine Frau, Eva geb.
Steupp, w ar aus Sterzing gebürtig 82.
80 Prim isser-D ipauli, a. a. O., S. 129f.
Bruner, a. a. O., S. 159f.
81 Fischnaler: Ausgew ählte Schriften, Bd. 3, S. 588.
82 Bruner, a. a. O., S. 159f.
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1. C hristia n R e in h a r t (ges t. 1678) u n d A h rah am R e in h a r t ( g es t. 1688):
Inschrift:
„In debitae Recordationis Memoriam svb hac Tvnba Conditorvm nobilivm Ab-
rahae et Evae iam olim atqve germanorvm Fratrvm svorvm C hristiani Die 9. M ay
Anno 1678, Abraham i Die 29. Decembris Anno 1688.“
Christian R einhart w ar Steuereinnehmer im oberen I n n ta l83. Abraham Reinhart
erzherzoglicher Regelhaussekretär 84.
2. Dr. iur. B e r n h a r d R e in h a r t (ges t. 1700) u n d M aria E lisabeth R e in h a r t g e b . P a y r (ges t.
1684):
Inschrift:
„Nec non charae Conivgis svae M ariae Elisabethae natae P ayrin Die 6. M arty
Anno 1684 in Domino pie D efvnctorvm fvlcivit Monvmentvm hoc Bernardvs
R einhardt V. I. D. Elect. B avar. Consil. et R eg: Advocatvs reqviescens et ipse Die
16. Mensis Octobris Anno 1700.“
Dr. Bernhard R einhart führte, wie aus dieser Inschrift ersichtlich, den T itel eines
Churbairischen Rates und w ar von Beruf oö. R egim ents-Advokat. Seine Frau
entstammte jenem später (1755) geadelten Zweig der Fam ilie P ayr. Nach der N obili-
tierung führte die Fam ilie das P räd ikat „zum Thurn in P alb yth “ (Edelsitz bei B ri
xen) 85.
3. Franz Vigil v o n R e in h a r t ( g es t. 1719) u n d M aria J o h a n n a v o n R e in h a r t g e b .
G stirn er' zu W eid a ch (ges t. 1725):
Inschrift:
„D. O. M. Francisco V igilio de R einhart a Thurnfels A rcani Consilii Secretario
obiit X X IX . M art. M .D C C .X IX . A etatis suae L X IV et ejus Conjugi M ariae
Joannae de Gstirnera (sic!) Weidach obiit X X X I. Decemb. M .D C C .X X V . Aetatis
suae LX X . R. I. P .“
Franz V igil von Reinhart w ar oö. Geheimer H ofsekretär 8e.
4. J o s e p h S eb astia n R e in h a r t (ges t. 1742):
Inschrift:
„H ic jacet praen. ac stren: Dom: Josephus Sebastianus R einhart de Thurnföls A rcan:
Consilii Seretarius.“
Von Beruf oö. Geheimer H ofsekretär, starb Jos. Sebastian am 19. September 1742 87.
83 Totenbuch, Tom. VII, fol. 27.
84 Totenbuch, Tom. VII, fol. 19.
85 Totenbuch, Tom. VII, fol. 5 und 35.
Schullern zu Schrattenhofen, Hermann v .: Über einige Fam ilien des tirolischen Beam tenadels. In: Jahrb.
d. k. k. heraldischen Ges. „ A d ler“, Neue Folge, Bd. 5/6, W ien 1895, S. 113—145.
80 Totenbuch, Tom. VIII, fol. 81 und 136.
87 Totenbuch, Tom. VIII, A bteilung 1735—1744, fol. 34.
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5. L e o p o l d S eb astia n R e in h a r t ( g es t. 1745):
Inschrift:
„H ic jacet praen: ac stren: D : Leopold: Seb: R einhart de Thurnfels Excelsae
Cam erae O fficialis. 1745.“
Von Beruf oö. H ofkam m erbuchhaltungsofficial, starb er am 16. September 1745 88.
6. I g n a z Felix R ein h a r t ( g es t. 1785):
Inschrift:
„H ic iacet Ignativs Felix de R einhart a Thvrnfels et Ferklehen, A re: Cons: Secre-
tarivs, A etatis svae L X X I. M .D C C .LX X X V . R. I. P .“
Von Beruf oö. Geheimer H ofsekretär, starb er am 8. A pril 1785 89.
K u r z e R ein h a r tisc h e F a m ilie n g e s c h ic h t e :
C hristian Reinhart, der Stam m vater dieser Familie, w ar ein aus Sachsen stammender
Kriegsmann, welcher sich im 15. Jahrhundert nach einem Italienzug in Sterzing
niederließ und das dortige Bürgerrecht erworben hat. Eines Michael Reinharts Sohn,
W ilhelm R einhart, tirolischer Kammerkanzleischreiber, erhielt am 20. A pril 1591 von
Erzherzog Ferdinand II. ein Wappen verliehen, ob dieser aber mit der gegenständlichen
Fam ilie in Zusammenhang steht, müßte erst untersucht werden. Die Gebrüder W olf
gang und Abraham R einhart (siehe oben) bekamen gleichzeitig mit einer W appen
besserung (jenes W appen von 1591?) am 24. Jänner 1634 von Kaiser Ferdinand II.
den Reichsadelsstand. Seit Abraham Reinharts Erwerbungen führt die Fam ilie auch
das P räd ikat „zu Thurnfels und Ferklehen“. Endlich w urde Josef Franz Anton R ein
hart, Generalreferent der tirolischen Landschaft, welcher sich zudem im Jah re 1809
besonders ausgezeichnet hatte, am 24. August 1797 von Kaiser Franz II. in den Frei
herrenstand erhoben. Schon m it dessen Söhnen Ignaz (k. k. Geheimer Staats- und
H aus-A rchivar im H aus-, H of- und Staatsarchiv zu Wien) und Josef (Gutsbesitzer;
1784— 1853) starb dieser freiherrliche Zweig der Fam ilie R einhart aus. Der zuletzt
Genannte, Josef Freiherr v. R einhart, w ar auch zugleich der letzte große Gönner der
Dreiheiligenkirche, er starb am 6. Oktober 1853 (siehe dazu: Stiftungen!) 90.
7. I g n a z C h r is t o p h v o n I n g r a m zu L ieben rain , oö. H ofkam m errat (gest. 16. II.
1690) 91, M aria M a g d a le n a v . I n g r a m g e b . T h a l h a m m e r v o n T h a l e g g (gest. 6. VII.
1718) 92, sowie deren Enkel A n ton Franz A n dreas v o n I n g r a m , oö. Geheimer R at
(gest. 13. V. 1752) 93:
88 Totenbuch, Tom. IX, fol. 16.
89 Totenbuch, Tom. X, fol. 238 = S. 467f.
90 Prim isser—Dipauli, a. a. O., S. 129f.
Fischnaler: Ausgew ählte Schriften, Bd. 3, S. 588.
Bruner, a. a. O., S. 159f.
Goldegg, a. a. O., Zeitschr. Ferd. 1875, S. 146, Nr. 1122.
Genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser. Jg. 1, Gotha 1848, S. 298f und Jg. 2, 1849, S. 334.
T inkhauser—Rapp, a. a. O., S. 148.
G ranichstaedten-Czerva: A n d reas H ofers alte Garde. Innsbruck 1932, S. 139ff.
91 Totenbuch, Tom. VII, fol. 40 = S. 268.
92 Totenbuch, Tom. VIII, fol. 67.
93 Totenbuch, Tom. IX, fol. 7.
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Von einem prächtigen M armorrahmen eingefaßte M arm orplatte in den A rkaden,
in der nördlich an das Reinhartische Grabm al anschließenden Nische. Die Inschrift
platte ist durch ein R eliefbildnis des heiligen Antonius geschmückt.
Inschrift:
„H ic jacent sepulti praenobiles Conjuges D. Ignatius Christophorus ab Ingram de
Liebenrein S. C. M. Consiliarius Cam erae Superiori Austriae, ac D. M aria M ag
dalena n ata Thalham erin de Thalegg. Eorumque Nepos illustris. ac excell. D. D.
Antonius Franciscus Andreas ab Ingram de Liebenrein, Provincial. T yrol. S. C. M.
Superioris A ustriae Consiliarius intimus et revis, qui caelebs Anno 1752 Die 13.
M ay, A etatis suae 47. Ann. omnium M aerore obiit. Consumatus in brevi explevit
Tempora MLETA (?).“
Die aus dem Eisacktal stammende Fam ilie Ingram erhielt am 5. Ju li 1574 von
Kaiser M axim ilian II. einen W appenbrief und am 24. Dezember 1598 von Kaiser
R udolf II. bzw. am 25. Februar und 30. November 1619 von Kaiser Ferdinand II.
A delsfreiheiten verliehen. Weiters erhob Erzherzog Leopold V. am 4. A pril
1620 den der Fam ilie gehörigen äußeren G afrillhof zu Kollm ann m it dem Namen
„Liebenrain“ zu einem adeligen Ansitz, wonach die Fam ilie das P räd ikat „zu Lieben
rain “ führte. Von Kaiser Leopold I. wurde ein Zweig der Fam ilie am 14. Jun i 1672
in den österreichischen, und von Kaiser Josef II. am 29. Oktober 1777 die gleiche
Linie in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Diese freiherrliche Linie führte zudem
noch das P räd ikat „(v. Ingram zu Liebenrain), Fragburg und Graben“, ist jedoch in
der zweiten H älfte des 19. Jahrhunderts ausgestorben 94.
8. A n ton T h e o d o r d e A lex an dris ( g es t. 1684):
Diese schlichte, schon sehr rostige Eisenplatte hängt an den Mauerresten ihres
einstigen kapellenartigen Überbaues, der früher im Verband der alten Friedhofsmauer
befindlich, heute westlich der Kirche fast frei steht.
Inschrift:
„Siste Gradum sterne Lachrimas Spectator lege luge A ntony Theodori de A lexan
dris P atrity M ediolanensis hic tum ulantur Ossa, qui maximo sub V exillo Caesaris
augustiss(i)m i in Pannoniam cum esset profaecturus Aetate minor M aiora concu-
piscens, proh(ibe) Dolor, ab am ica M anu sub inimico Ense necatus, in Ictu Oculi
Oculos clausit, ut in A eternitati foeliciter consuleret. Joseph et Bartholomaeus
Fratres moest. p. p. Anno Salutis M .D C .L X X X IV , X V IIII. M ay.“
Anton Theodor de A lexandris, ein junger P atrizier aus M ailand, w ar — wie die
Inschrift berichtet — m it dem Wunsche im großen kaiserlichen Heere gegen die
Türken zu kämpfen, auf dem Wege nach U ngarn, als er hier in Innsbruck „von
Freundeshand unter feindlichem Schwerte“ (?) gefallen ist. Sein W appen befindet sich
oberhalb der Schrift 95.
94 Bruner, a. a. O., S. 157.
Fischnaler: Ausgew ählte Schriften, Bd. 6, S. 196.
Gothaisches genealog. Taschenb. d. F reiherrl. Häuser, 1861, S. 338.
Hohenbühel, Ludwig Frhr. v .: Beiträge zur Geschichte des T iroler A dels. (Sonderdruck.) Hg. v. d. k. k
h erald. Ges. „A d ler“, W ien 1891, S. 45f.
95 Totenbuch, Tom. VII, fol. 8.
Fischnaler: Ausgew ählte Schriften, Bd. 7, S. 105.
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9. Alois C la u d iu s R o m e d i u s F r eih e r r v o n C o r e t h zu C o r e d u n d R u m o ( g es t. 1822):
D reiteiliger Steinepitaph an der westlichen Außenwand der Kirche. Im obersten
pyram idenartigen Teil findet sich die eigentliche Grabinschrift, der M ittelteil w ird
vom W appen gebildet und auf dem untersten Teil, einem gestürzten Trapez, ist ein
Trauergedicht.
Inschrift:
„Dieses D enkmal widm et die tiefbetrübte Gattin m it ihren Kindern ihrem theuern
Gatten Alois Claudius Romedius . . . Coreth zu Cored u. Rumo, k. k. M ajor u.
Platzcom andant zu Innsbruck, auch Tiroler Landm ann, solcher am 16. M ay 1822
im 37. Jah re seines Alters . . . Nervenschlag sein Leben christlich endete.
Sagt, was ist des Menschen Leben, was ist H oheit, Glück und Glanz, was ist
Hoffen, was ist Sterben (sic! — lies: Streben), schmückt’s doch einst der Todten-
kran z.“
Die Fam ilie Coreth, zu Beginn des 16. Jahrhunderts zu Bragher im Nonsberg
ansässig, erhielt am 5. September 1555 von König Ferdinand I. die Bestätigung ihres
Adels, und am 25. M ai 1564 erhielt Michael Coreth einen W appenbrief. Gaudenz
Coreth, H aus- und Feldzeugmeister in Tirol, wurde am 17. September 1675 von
Kaiser Leopold I. m it dem P räd ikat „Edler H err“ in den Reichsritterstand erhoben.
In den österreichisch-erbländisdien und Reichsfreiherrenstand erhoben wurden
(3 Linien): Johann Franz R itter und Edler H err v. Coreth (v. C.) am 15. M ärz
1698, Johann Engelhard v. C. zu Colbenthurn und W aldgrieß am 11. September
1715, und Johann Joseph v. C. zu Coredo und Rumo am 28. A pril 1745. Der letzt
genannten Linie gehört auch obgenannter Alois Claudius Romedius v. C. an. Die
Gebrüder Franz Anton und Johann Baptist Coreth von Coredo und Starkenberg
wurden von M aria Theresia am 26. A pril 1772 in den österreichisch-erbländischen
Grafenstand erhoben 96.
10. J o s e p h M o riz E dler v o n M o r iz b u r g (gest. M ödling am 7. VI. 1863) und A n ton ia
M oriz g e b . F reiin v o n L ich te n th u rn (gest. Innsbruck am 27. I. 1823):
Steinerne G edenkplatte an der westlichen Außenwand der Kirche. A ntonia M oriz
etc. liegt hier begraben, weshalb die P latte in bezug auf ihre Person auch als G rab
stein bezeichnet werden kann.
Inschrift:
„Dem wohlgeborenen H errn Joseph M oriz Edlen von M orizburg, k. k. pens.
M ajor, gest. in M ödling 70 J. alt a. 7. Jun i 1863 und seiner hier ruhenden hoch-
wohlgeb. Frau Gemahlin A ntonia geb. Freiin v. Lichtenthurn, gest. 33 Jahre alt
am 27. Jänner 1823, setzen diesen Denkstein die trauernden Kinder. R . I. P .“
Joseph M oriz, gebürtig aus Laibach, w urde am 19. Jun i 1846 m it dem P räd ikat
„Edler von M orizburg“ in den Adelsstand erhoben 97. Von den beiden, oberhalb der
Inschrift befindlichen W appen ist das linke das Morizsche, das rechte hingegen jenes
00 Fischnaler: A usgew ählte Schriften, Bd. 7, S. 99f.
Gothaisches genealog. Taschenb. d. F reih errl. Häuser, 1878, S. 116.
97 FisdinaleT: Ausgew ählte Schriften, Bd. 4, S. 377.
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der Aschauer Freiherrn von Lichtenthurn von und zu Achenrain. Ahnherr der Fa
m ilie Aschauer w ar der Zolleinnehmer in den Wälschen Confinen, Jacob Aschauer.
Sein Sohn K arl w ar Gewerke zu Schwaz und errichtete in den Jahren 1648/49 ge
meinsam m it A ndrä Pranger aus Innsbruck das M essingwerk Achenrain zu Kramsach.
Er erbaute sich ebendort auch einen stattlichen Ansitz, genannt „Schloß Achenrain“.
Am 18. November 1675 w urde K arl Aschauer dann m it dem P räd ikat „von und zu
Achenrain“ in den österreichischen R itterstand erhoben. Schließlich wurden am 28.
Jänner 1794 nachfolgende drei Brüder m it jeweils eigenen P rädikaten in den öster-
reichisch-erbländischen Freiherrenstand erhoben: a) K arl Joseph Anton von Aschauer
(v. A.), M itgew erk der Achenrainer M essinghandlung und deren Fabriken in Kärnten
und T irol, m it dem P räd ikat „von Lichtenthurn von und zu Achenrain (v. L. v. u. z.
A.) und W indegg“ ; b) Joseph Vinzenz Guntram v. A., oö. G ubernialrat und Kreis
hauptm ann im O berinntal und Vinschgau, m it dem P räd ikat „v. L. v. u. z. A. und
Freundsheim“ ; und c) Franz Johann O swald v. A., oö. Cam eral- und M ilitär-Z ahl-
am tskontrollor, m it dem P räd ikat „von Lichtenthurn von und zu Achenrain“ . T rau
rig-berühm t geworden ist aus dieser Fam ilie Josef Ignaz Freiherr von Lichtenthurn-
W indegg (1779— 1838), der, als er Andreas Hofer den Brief Erzherzog Johanns mit
der Nachricht vom Schönbrunner Frieden (14. Oktober 1809) am 29. Oktober am
Schönberg übergab, einen epileptischen A nfall erlitt. Unglückseligerweise nämlich
w urde dieser A nfall, da man an der Echtheit der Friedensnachricht zw eifelte und sie
für eine Täuschung des Feindes hielt, als Bestätigung dieses Zweifels bzw. als göttliche
Strafe am Ü berbringer ausgelegt und aus diesem Grunde weitergekäm pft.
Die Aschauerische Fam iliengrabstätte befindet sich in W ilten 98.
11. K a r o l in a C r e s c e n t ia B allarini g e b . G rä fin F erra ri ( g es t. 1824):
Steinepitaph in ausgeprägtem Empirestil an der westlichen Außenwand der Kirche.
Inschrift:
„H ier ruhet die sterbliche H ülle der C arolina Cresentia M aria G räfin v. Ferraris,
verehelichte B allarini, welche am 7 ten A pril 1824 im 26. Jah re ihres Alters an
einem Nervenschlag nach empfangenen h. h. Sterbesacramenten selig im Herrn
entschlafen ist.
O! Sie bebte vor dem Bilde frühen Todes nicht, ihr Geist belebt und gerüstet mit
dem ehrnem (sic!) Schilde seel’ger Hoffnung gieng zu Gott u. lebt. Gott gebe ihr
die ewge Ruhe. M .D C C C .X X IV .“
C arlin a Crescentia ist die Tochter des Johann de Deo Joseph M aria Grafen Ferrari
d’Occhieppo (1764— 1834) und der Crescentia geb. G räfin von Sarnthein (1770—1819).
Die Fam ilie der Ferrari(s) Conti di Occhieppo stammt aus B iella in Piemont. Erst H ie
ronymus Bernhard Ferrari G raf von Occhieppo und H err von C hiavazza w ar unter
der Regierung Erzherzog Ferdinand Karls (1646— 1662) nach Tirol gekommen. Er
wurde hier später Geheimer R at Kaiser Leopolds I. und Obersthofmeister der ver
S8 Ebenda, Bd. 4, S. 307.
Bruner, a. a. O., S. 166.
Gothaisches genealog. Taschenb. d. F reiherrl. Häuser. Jg. 15, 1865, S. 573—576. Über den V orfa ll am
Schönberg siehe u. a. Granichstaedten, a. a. O., S. 203.
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witw eten Königin Eleonore von Polen, einer Schwester Kaiser Leopolds I. bzw. in
zw eiter Ehe G attin des tirolischen Gouverneurs, Herzog K arl von Lothringen. D ie
ser erste tirolische Ferrari, im Jah re 1678 in die Tiroler A delsm atrikel auf genommen,
w ar es auch, der sich hier das, noch heute eine Zierde der Stadt bildende Palais
Ferrari erbauen ließ. Gestorben ist H ieronym us Bernhard Ferrari im Jah re 1691.
Er w urde in der von ihm begründeten Fam iliengruft der Ferrari in der Stiftskirche
von W ilten begraben.
Hinsichtlich der Baugeschichte des Palais sind w ir nur auf Vermutungen angew ie
sen. Da obgenannter G raf Hieronym us Bernhard Ferrari im Jah re 1683 von Kaiser
Leopold I. ein großes, zwischen der Dreiheiligenkirche und der Sill gelegenes Grund
stück zum Geschenk erhielt, im Jah re 1691 aber starb, so müssen Palais und P ark in
der Zeit zwischen 1683 und 1691 entstanden sein. Auch bezüglich des Architekten
fehlen urkundliche Nachrichten; aus stilistischen Gründen jedoch meint Heinrich
Hammer, es könne als solcher nur Johann M artin Gumpp d. Ä ltere (1643— 1729)
in Frage kommen. Das Palais verblieb bis ins 19. Jahrhundert im Besitz der Fam ilie,
fiel dann in die H ände des M ilitärärars und schien dabei seinem Ende nahe, kam
aber im Jah re 1922 an die Stadt Innsbruck, die das stark verfallene Gebäude in dan
kenswerter Weise vorbildlich wiederherstellen ließ und darin im Jahre 1923 eine
Frauenberufsschule einrichtete " .
12. D a n iel A u gu st F. B a r o n i v o n C a v a lc a b o ( g es t. 1824)
Steinplatte an der westlichen Außenwand der Kirche.
Inschrift:
„Cineribus et Memoriae D anielis Augustini F. Baronii C avalcabovii Domo Roboreto
Tribuni M ilitum et Ducis totius Legionis Velitum Teriolensium Equitis Petropoli-
tani ab Anna Sancta Equit. B avar. M axim ilianens. Benemeritor. M ilitum V iri Inte-
gritate Fide V irtute m ilitari Insignis, qui maioribus perfunctus fuisset Muneribus
si minor in illo fuisset M odestia strenue m ilitavit Ann. X X X X p. m. v ix it Ann.
LX . M(enses). IIII. D(ies). X.
Carus omnibus, utilis multis, gravis nemini decessit in Pace (C hristi) Oeniponte V.
Non. M aii A. C. M. D CCC. X X IV . Am ici Teriolenses M iliti optime merito sibi
carissimo posuere.“
D aniel August Baroni von C avalcabo, gebürtig aus Rovereto, gestorben am 3. M ai
1824, w ar Oberst und in den Jahren 1820— 1824 Kommandant des K aiserjäger
regimentes in Innsbruck. Als besonders verdienter O ffizier des österreichischen Heeres
und dam it der gegen Napoleon seit 1813 verbündeten Armeen wurde er m it den
R itterkreuzen des kaiserlich-russischen St.-Annen- und des königli-ch-bairischen M a-
xim ilian-Josephs-O rdens dekoriert. Oberhalb der Inschrift findet sich das W appen
der Baroni v. Cavalcabo 10°.
99 Gothaisches genealog. Taschenb. d. Gräflichen Häuser, 1893, S. 308 und Jg. 89, 1916, S. 303.
Bruner, a. a. O., S. 157.
Hörtnagl: Ynnsprugg, S. 116.
Hammer, Heinrich: Kunstgeschichte der Stadt Innsbruck, Innsbruck 1952. S. 211.
100 Fischnaler: Ausgew ählte Schriften, Bd. 2, S. 285 und Bd. 7, S. 280.
Granichstaedten, a. a. O., S. 104ff.
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13. P h ilip p J a k o b D a ler (ges t. 1827):
Steinepitaph m it dem Dalerschen Wappen an der westlichen Außenwand der
Kirche 101.
Inschrift:
„Dieses Denkmahl w idm et den Theuern (sic! — lies: dem Theuern) die tiefbewegte
G attinn und zw ey trauernde Söhne ihrem zu früh verlornen V ater, k. k. M ilitärs-
Verpflegs-Adjunct und Rechnungs-Führer Philipp Jacob D aler, gest. am 16. Jäner
1827 im 53. Jah re seines Alters.
Immer mir zu früh verliess er dieses Leben. Doch er durfte nicht vor jenem
A ntlitz beben, das die Thaten w ägt, den(n) Glaube, Tugend, Gott w ar der Weg,
der ihm die schönste Aussicht both.“
101 Fischnaler: A usgew ählte Schriften, Bd. 7, S. 163.
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Anhang
Nr. 1: Extractus ex actis tomi prim i Congregationis Beatissimae M ariae V irginis
A nnuntiatae Oeniponti in Templo S. S. T rinitatis.
In: Georg v. P faun d ler: Tirolische Geschichtsregesten, gesammelt in den Jah ren 1832— 1864,
sam t Beilagen. Bd. 1, N r. 71 (= Ferd. Bibi. Signatur 1195, N r. 71 — M anuskript). Dieser
„Extractus . . .“ liegt hier in einer beglaubigten Abschrift ddo. Innsbruck 25. I. 1765 vor und
datiert selbst vom 14. X I. 1686.
Von den in diesem E xtract zitierten, jedoch als nicht erfindlich angegebenen Schriftstücken
„1, A, B, C “ w ar es m ir möglich, die Stücke „A und B“ im O riginal, „C “ als Kopie aufzufinden.
Das Schreiben „1“ leider bleibt w eiterhin verschollen. „A —C “ sind nachfolgend als N r. 2, 4, 6
wiedergegeben. Die genannten Schreiben liegen in einem Faszikel der Abteilung „Jesuiten
archiv“ im Tiroler Landesregierungsarchiv, wohin sie nach der Aufhebung des Jesuitenordens
bzw. des Jesuitenkollegs in Innsbruck im Jah re 1773 mit dem gesamten dam aligen Jesuiten
archiv gelangt sind.
„Am 3 ten J u ly ist der M agistrat verändert und Nachfolgende erw öllet und bestettiget
worden. Praefectus Johannes M ayr, C ooperator; Assistentes, der erste H err Doctor Paulus
W einhart, der ander M. C hristopf T ax ; Secretarius H err Adam Guffer.
Eben in diesen M onath Ju lio Anno 1611 h at allhie, w ie auch zu H a ll die laid ige Pest
eingerissen, derentwegen in Sanct Jacobs P far Khirchen alhie, desgleichen zum H eiligen Creuz
V ierzig stundiges Gebett angestelt worden, d arau f ain löbliche Congregation ain statlich ansech-
liche Procession ihres Thails (weliches vor auf der C anzl verkhindt und meniglich darzue
beruefen worden) fir soliche Noth am Sanct M argareten Tag, das ist der zw elfft Tag Ju lii,
gehn M uters zu Sanct Sebastian angestellt und verrichtet. Bey diser Procession nach Muters,
darbey H err P ater von Khöstlandt selig sein erste Predig ganz eyfferig gethann, ist zuuer-
mörckhen, das sich die B ürgerschaft und Raths H erren zum erstenmahl mit den Fahnen zu
der Bruedterschafft begeben, unserer Fahnen und der Procession neben den Gewölb des Neien
Baus erw ardtet und also in schener Ordnung naher Muters gangen.
In disen Monath, w eilen schier maisten Thails der einreisendten Sucht halber endtwichen,
hat sich unser Pater Praeses fir ain Beichtvater bey den Inficierten brauchen lassen, auch
H err Doctor Paulus W einhart, als erster Assistenz, ebenmessig die Inficierte zu curieren
von Hocher O brigkheit darzue deputiert worden, auch H err Johannes M ayr, H err Johann
W iser, denen Inficierten die gewöhnliche Sacram enta zu adm inistrieren, auß ungezwungenen
freyen W illen sich begeben haben.
A lß nun die laidige Sucht sich angefangen in M onath November zu endten, ist gottselig
gestorben H err P ater C aspar Melchior von K höstlandt, gewester sorgfeltiger Praeses bey
disen Endt sich befunden. Dann ist zu vermerckhen, das unseren P atri Casparo von Khösstlandt
ohn gezw eifelt aus sonders Einsprechung Gottes in der Nacht schlaffendt für khommendt,
w ie das er sich solle bey gem ainer Burgerschafft allhier, neben H errn Doctor P aul W einhart,
bewerben, dam it zur Ehr der H ochheiligisten D reyfaltigkh eit, und denen drey H eiligen Seba
stian, Pirm ini und Rochi, ain Khirchen zu bauen negst bey dem Presthauß, verlobet werde.
W elicher, als er aufgestandten, gleich d arau f Möss geleßen, in solicher ernandten drey H eiligen
versprochen, m it Zuethuen H errn Doc: P aul W einhart, der teglich mit und bey ihme undter
den K hrankhen Inficierten gew eßt, als v il ahn ihnen ist, Burgerm aister und R ath allhie dahin
zu vermögen, dam it soliches Votum aufs bäligst bescheche, zu Abwendung gegenw ertiger
Strafe. Ist derentwegen ohnverzieglich gleich nach der Möss zu ernanten H : Dr. P aul W einhart
gangen, ihm alles obgeschribner massen angezaigt, der ihme alles gottselig gefallen lassen,
dessen als baldt aines w orden; schrifftlichen H errn Burgerm aister sambt zw ay von R ath mit
ihme zu reden erfordert, (zuvor er gotseliges Intentum reverendo P atri Rectori und anderen
endtdeckht, welicher ihme es gotselich gefallen lassen) weliche alsobalden khomen, solichen
gem elter Pater und Doctor die Sach endtdöckht, weliche gleich fir ihr Pershohn sich
gar genaigt undt gu etw illig erzaigt, doch verm eldtendt soliches w ollen sie ainem ehrsamben
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ganzen R ath anzaigen, hofendt, es w erde fir baider H erren gottseligen Begehren die W ill
fahrung von Ehrsamben R ath beschechen; den H erren Ratsschreiber, w ie das O riginal Schreiben
Numero l mo notiert außw eist, eyferig zuegeschriben, ihm, ahn dem alles oder maistens ligt,
zu ainen so Got w olgefeligen Werckh treylich schriftlich ehrmahnt, der sich (w ie der Brief
L ittera A notiert, ahn H errn P ater K höstlandt und H : Dr. W einhart laudtet) guetw illig erzaig t;
als ist als dann das Votum soleniter beschechen an Sanct M athaei Tag, w ie auch ermelten
H erren von gemelten Stattschreiber nomine totius Senatus (L ittera B notiert) angezeigt w orden;
und dam it das Votum, weliches die R aths H erren in gehaimb gethan, also balden der Gemain
durch den Prediger publiciert und nit verdueckht w urde, haben bemelte zw ay H erren sich
nochmals bemiehet, H erren Prediger dessendtwegen threuherzig ermahnt, obe es er ohne
Beschbert khonfftigen Sontag in der P redig publicieren w olle, welicher sich ganz w illig erzaigt
und m it Freuden zu thuen anerbothen etc: A lßdan aberm ahlen erm elte zw ay H erren dem
H. Stattschreiber geschriben, der ihme nomine Senatus w ilfah rige A ntw ort in Schreiben / L ittera
C notiert / gegeben, ist ahn ihren Begehren nach an Sontag nach Sanct M athaei Tag, den
25 igisten Septembris der Raths H erren Votum publice verkhündt worden.
Die laidige Sucht hat nach beschechnen Vota und außgestöckhten Orth, d arau f die Khirchen
erbauet w irt, scheinbarlich alsobalden abgenommen, also das obwohlen voriges M onath 63 Per-
sohnen gestorben, in solichen nur 40, in Noueb: nur 13 Pershonen gestorben, darbey es ver-
bliben.
Zu Bericht aber, das diese 4 notierte Schreiben A B etc. in Archivio Congregationis nit
erfunden worden, und also schließhlichen soliche cassiert oder ander Orths hin miessen sein
gegeben worden. Actum Insprugg den 14 ten Novembris Anno 1686.
Jacobus Penz
pro tempore Praefectus.“
N r. 2: Brief des Stadtschreibers Georg M üller an Pater Köstlan und Dr. W einhart
ddo. 20. September 1611.
O rig. Tiroler Landes-R eg.-A rchiv: Jesuitenarch., Lade R R , No. 2/9.
Adresse auf der Rückseite: „H errn P ater C aspar Melchior von Kösstlan vnnd H erren
Doctor Paulus W einhardt: zuhannden dat. 20 t. 7 ber ao. 1611.“
T ext: „E hrw ürdig edle hochgelertte grossgünsstige vilgeliebtte H errn. Aus derselben gesstrigen
Schreiben hab ich mich zw ar sondern Frewden trösstlich erqwickt, das bei dießer elenden
betrüebten Zeit beede meine großgünsstig H errn (die auch bißhero mit Ihrer threw herzigen
ersprießlichen Assistentia v il bekommerte schwäre H erzen an Seel vnd Leib stattlich erfrew tt
vnd w ol geholffen.) ainen erßamen R ath zu U orlob: vnd Erpaw ung einer Capellen beim
L azareth in derselben R efir aufzurichten so eyffrig adhortirt haben.
Vnnd so dann dießes M itteil etlicher bewüssten Exempelln nach zu Bewendung schwebender
G efahr ein sehr starcker vnd großer Trost, darumben den H errn billich zu dancken. Der H err
Bürgerm aisster auch hierinnen auf morgen ein Raths Stund angestellt. A lls sollen meine
günsstig H errn gw iß versichertt sein, das ich habender Begürd nach, a ll mein müglichen Fleiß
hierbei prestiern w ill, dam it nit allein das Votum beschicht, sondern auch das Werck selbs
efTectuirt werden, vnd den H erren ehist gwerhaffter Beschaid folgen solle. Dann die H üllffen
vnd M ittell so dazu dienstlich vnd m ir als b ald tt zu Gemüett komen, werden einem erßamen
R ath nit m ißfallen, sondern gleich dann eiffrig zum F iat bewögen. W ollte also gleich ver
sprechen, das meiner H erren Intention vnd Fürschlag schon richtig vnd vnabschlägig sein
w ürdet. Vnnd dam it dieselben mein hierzu rechtt eiffrige Frew dtt vnd Begürden diß gottseelig
hochnüzliche Werck zu befürdern etwas zuuermercken, w il ich mich hierm it nit allein aller
dienstlicher Befürderung vnd Solicitirens, sondern auch für mein Perßon offerirt haben, zu
angedeutter newen C apellen einen silbern vnd vergüllten neuwen Kölch mit seiner Zugehör
darzüe von dem M einigen zuuerehren vnd machen zulassen oder aber souil Geld, als der selb
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w erth, vnnd villeicht ein Mehrers zu Erpaw ung der Capellen zu stewren vnd mit Frewden
darzugeben. Welches meinen günsstigen H erren ich jnterim pro recepisse gehorsam anfüegen
w ollen. Den selbigen mich beynebens dienßtlich vnd sament göttliches Schuz vnd Bewahrung
befehlende, den 20. Septembris Ao. 1611. E :L : vnd der H erren gehorsambist dienstschüldiger
vnd w illgüsster
Georg M üeller Stadschreiber.“
Nr. 3: Brief Pater Köstlans an den R ektor des Jesuitenkollegs in Innsbruck, Pater
K arl Rott, ddo. 20. September 1611.
O rig. Tiroler Landes.-R eg.-A rchiv: Jesuitenarch., Lade R R , No. 2/10.
Rückseite: (Adresse) „Reverendo P atri in Christo P atri, Carolo R ott, C ollegy Societatis
Jesu R ectori, ddo. 20ten 7 ber 1611.“ (A rchivverm erk) „In causa tem pli ex voto Senatus
O enipontani exstruendi.“
T ext: „Reverende in Christo P ater. P ax C hristi.
Bonum Sebastianum , de quo hodie R everentiae Vestrae d ixi iam confessum m ihi communi-
caui et commendo illum R everentiae Vestrae precibus. M itto R everentiae Vestrae literas
Domini Archigram m atei, quas mihi et Domino Doctori Paulo magnam sane laetitiam et con-
solationem pepererunt. Ecce mi R everende Pater, v il verdirbt, darumb man nit w ürdt. H err
Pawschreiber so hundert Gulden darzue w ill geben, ist gar w ol anim iert vnnd discurriert
schon de numero altarium . W ann das Kirchl solte eine solliche Groß bekommen, daß trei
A ltaria werden sollen, verm aint in medio solte A ltäre S. Sebastiani, in latere vno S. Rochi,
in altero latere S. Pirm ini, so w ürd auch diser vnser heiliger Patron in diser Stat in grösseren
(Ehren) gehalten werden. Sed de hoc suo tempore m ature consultabitur. Poterit R everentia
vestra has literas suis communicare, sed rem ittat mihi. Es schier allenthalben kundtbar von
disem vnserm Anschlag. Sed nollem sine nostro consilio, uel insciis nobis quisque adhuc ex
cathedra hac de re dici. Quandoquidem consul, ut scribit Dominus Archigram m ateus, primum
in crastinum consilium super hoc negotio agitando ind ixit. Vbi habuero senatus sententiam
et conclusionem, faciam vos certiorem. R escripsit i(a)m (-Loch im Papier) Doctor Paulus suo
et meo Domino Archigram m ateo, subscripsimus uterque, et quod ego cras in meo sacro sim
omnes huius negotii promotores et adiutores inclusurus.
R everentiae vestrae me cum Christo . . . et fam ilia m ultum commendo.
20. Septembris Anno 1611.
Vestrae R everentiae Seruus et filius indignus
Casparus Melchior
Gaudeo sane plurim um , quod promissio mea, quam feci 3-bus praedictis sanctis (quae talis
fuit, quod aedificationem sacelli in honorem eorundem, quantum in fuerit, proponere veilem ,
also daß ich nit hette zu Rueh kündt, ich hette denn solliches Werckh angebracht) nit allain
von mir neben dem H errn Doctor verrichtet worden, vnd ich das erste W ort hierinn vor den
Rathsherrn gethan, w ie auch d arau f H err Doctor, sondern so bald darauff so guet beschaiden,
vnd gleich Versicherung zum volgenden Werckh, ehe noch die Sach in völligen R ath fü r
genommen, ervolget. R everentia Vestra quare, cras rem commendet suis patribus in sacris, ut
unanim iter senatores pro hoc Sanctorum honore ad diuinam gloriam geludant feliciter nego
tium, et per hoc a diuina clem entia pestis praesentis et futurae auersionen. Am en.“
Nr. 4: Brief des Stadtschreibers Georg M üller an Pater Köstlan und Dr. W einhart
ddo. Innsbruck, 21. September 1611.
Orig. T iroler Landes-R eg.-A rchiv: Jesuitenarch., Lade R R , No. 2/8.
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Adresse auf Rückseite: „Ahn die ehrw ürdig edlen vnnd hochgelärtten H errn C asparn M el-
chiorn von Cösstlan, der Societet Jesu Priesstern, vnnd H errn Paullussen W einhardt der Me-
dicina Doctorn, meinen grossgienstigenn villgeliebtten H errn .“
T ext: „E hrw ürdig, edell hochgelertt, großgünsstig, jnnsonders vilgeliebte H errn, denselben
seyen meine gehorsame w illig e Dienst allezeit berait.
An heutt am Fesst des heiligen Apostells vnd Euangelisten M atthei nach verrichtem Gotts-
dienst, vor M ittentag, haben N N : Burgerm aister vnd R ath allhieger S tad t Innsprugk in dero
R ath H auß ald a vnanim iter votiert vnd verhaissen.
Das zu Lob der allerh eiligiß ten D reyfaltigk eit Gottes vnd zu Ehren der lieben H e illi
gen S: Sebastiani, S. Rochi, vnd S: P irm iny, sie wegen iezt allhie regierenden Contagion (das
der Allm echtig solche gnedig abwenden, die w oluerschuldtte Straff fa a ln : vnnd ganzes Lanndt
vor dießer vnd allen böeßen Süechten gnädiglich vätterlich bewahren, vnnd alles Vnheil ab
wenden w elle.) beim L azareth allhie an einem beqwemen O rtth, gliebts Gott, m it nechster
friedlicher vnnd w etterlicher Zeit, vorderißt aber m it gnädigster H üllf, Consens vnnd R a tifica
tion ihrer hochen geistlichen vnnd w elltlichen O brigkeit, vnnd frommen, eiffrigenn Chrissten
Zuthuen vnd Stew er, ain sonderbahre, aigne C apellen oder Kürchen erpawen, die Sachen
auch fürderlich an gebüirende Orth gehorsam ißt gelangen lassen vnnd mit ihrer perßon-
lichen aignen H ülff, Stew er vnnd Befürderung nicht erm angelln, darbey fürnemblichen beeder
meiner günsstigen H errn ganz christlichen eifferigen hochersprießlichen, threw herzigen A dhorta-
tion vnnd inn dießem gefährlichen Streitt recht standafft, trostreichen Affection vnnd er
sprießlichen Assistentia m it ew ig w ohlw irdigen rüemblichen Nahmen nit vergessen w ollen.
Deß E:E : vnd mein gn. etc. H erren, auß w oll ermeltes aines ersamen R aths Beuelch ich
allso in E ill vnd zu w eytterer persönlichen Tractation anfüegen sollen. Daneben denselben
mich beynebens gehorsamb, diensstlich vnd sament göttlicher Protection befehlende. Im R att-
hauß allh ie zu Innsprugk den 21. Septembris Anno 1611.
E :E : vnnd meiner günsstigen H errn diensstschüldig w illig er
Georg M üller Stadschreiber
P. S .: Mich hat herzlichen erfrew et, das man in dießer Sache so gar w illig , eiffrig vnd begirig
gewesst, auch alberait schon auf M itteil gedacht w ie diß Werck ersprießlich zu befürderen.
Für mein Person erkläre ich mich noch, m it Leib vnd Güet a ller möglichen Assistentia vnd
............ m it grösser tröstlicher Hoffnung, w eil die A dhortation auß so trewen frohmen
H erzen vnd Gemüth entsprungen, das Votum auch so w illig vnanim iter auf beschehne
Proposition den nechsten gefollgett, vnd beqweme gwisse M itteil schon mit geloffen. Der
allm echtig Gott w erde dieße Intention gnedig vätterlich effectuiren vnnd allen dehnen, so zu
dießem heiligen Werckh rathen vnnd hellffen, gesundes Leben so lannge frissten, das w ir den
frohmen H errn Pater von Kösstlän vihlm ahlen mit seinem bössten Content vnnd gückseeligeren
Stannd, dann yezo, inn dießer newen C apellen celebriren sechen. Amen, Amen, mehrers zu
persönlichen Conuersation eingestellt.“
N r. 5: Brief Pater Köstlans an den R ektor des Jesuitenkollegs in Innsbruck, Pater
K arl R ott, ddo. Innsbruck, 21. September 1611.
Orig. T iroler Landes-R eg.-A rchiv: Jesuitenarch., Lade R R , No. 2/12.
Adresse auf der Rückseite: „Reverendo P atri in Christo, P atri C arolo R ott, C ollegy So-
cietatis Jesu Rectori O eniponti.“
T ext: „P ax C hristi. R everende in Christo P ater. Laudemus Deum mi Reverende Pater,
m itto plenus gaudio L iteras Domini Archigram m atei nomine totius senatus ad me et Dominum
Doctorem W einhardt missas ante horam circiter, quas antequam legerem, iui prius in Lazaretum ,
ubi puellum egregium infectum confessum communicaui.
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Quis non speret per intercessionem tantorum Patronorum ob votum illis nuncupatum , Deum
clementer flagellum depositurum, Legite et relegite et communicate inter vos, et rem ittite
easdem cum hesternis cras ad me obsignatas. Deus nos per intercessionem dictorum P atro
norum et S. Apostoli M atthei ab lue custodiat.
Oeniponti 21. Septembris Anno 1611.
Reverentiae Vestrae filius indignus
C asparus.“
Nr. 6: Brief des Stadtschreibers Georg M üller an Pater Köstlan und Dr. W einhart,
ddo. 24. September 1611.
Kopie, T iroler Landesregierungsarchiv: Jesuitenarchiv, Lade R R , No. 2/13.
„Schreibens Copia ddo. 24 ten 7 ber ao. 1611. Daß der Prediger auf der C anzl das Volckh
anim irn möchte zu einer Beysteur zu der aufzurichten vorhabenten C apeln beim L azaret betr.
E hrw irdig ehdle hochgelehrt grossgienstige vilgeliebte H errn. Derselben so eyfferig christ
liche Intention, wegen der bewußten neuen Capellen, erfreytt mich, wiss Gott, gar hoh, w eil
sie m it meiner sondern darzue habenden Affection gleichlautendt. Vndt so das ein ehrsamer
R at jr ganz einhellig Votum nit allein meinen geistigen H errn, als löblichen Anfengern vndt
Vrsachern, durch mich schrifftlich insinniern: diß auch mit mehrer Ausfierung an die landt-
schafftl. O brigkeit gehorsamest gelangen lassen, vndt dis Werckh nun mehr allein auff der
hoh geistlichen vndt weltlichen O brigkeit gnedigisten R atificatio n beruewet, sonsten richtig
etc., als w irt es ein guets W erkh sein, das meiner H errn firgeschlagne A dhortation durch den
H errn Prediger geschehe; mechte auch etliche frome H erzen zue geistlicher vndt weltlicher
M itsteur causiern. Vndt kan dises einem ersamen R ath gar nit entgegen, sonder mehr
erfreylich sein.
Meinen gienstigen H errn mich gehorsam dienstlich beuelhende.
Im betriebten H aus 24. Septembris Anno. 1611.
E:E: vndt der H errn gehorsam dienstschuldig w illigster
Georg M iller.“
Nr. 7: Erzherzog M axim ilian III., der Deutschmeister, teilt der oö. Regierung und
der oö. Kammer u. a. mit, daß er nun doch den von der Stadt geplanten B auplatz für
die versprochene Kirche genehmige. Datum 16. M ärz 1612.
Kopie, Tiroler Landesregierungsarchiv: Kopialbuch „Von der fürstlichen Durchlaucht“
1610— 1612, fol. 458 f. (Auszugsweise w iedergegeben).
„Edle ersame gelerte, liebe getreue. W as an vns Burgerm aister vnd R ath alhie, wegen
Erpauung einer neuen in geweheter Sterbsucht uouierten C appelln . . ., gehorsamist suppli-
cando . . . gelangen lassen, das habt Ir nebengehendt zuuernemen. H ingegen sein vns Euere
gehorsamiste Bericht vnd Guetbedunckhen vom 21. Februarii negsthin: vnd 12. diß eben diß
Werckhs halben gehorsam ist referiert worden, Betreffent nun den ersten Puncten, lassen w ür
auß eingefüerten iren nit vnerheblichen Bedenckhen vnd Vrsachen vnns entlieh gnedigist auch
nit entgegen sein, das die angeregte C appel, in Nam en Gottes, an dem hieuor in des Spitals
Anger nachend des Lasarets außgestöckht oder fürgenommen Orth erpaut werde . . ., Geben den
16. Tag M arty Ao. 1612.
M axim ilian
Ad m andatum Ser: mi Dni Archiducis proprium Leon: Bernhardt
An die o :ö : Regierung vnd C am er.“
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N r. 8: Gesuch der Stadt Innsbruck an den Fürstbischof von Brixen m it der Bitte um
die B ew illigung zum Kirchenbau seitens der kirchlichen Behörde, ddo. Innsbruck
8. A pril 1612.
W iedergegeben nach dem Abdruck dieses Gesuches in : Franz Anton Sinnacher: B eyträge zur
Geschichte der bischöflichen Kirche Säben und Brixen in T yrol. Bd. V III. Brixen 1832, S. 151 f .
Sinnacher selbst zitie rt: (Joseph) „Resch ex A utogr.“ E benfalls nach der Edition bei Sinnacher
w urde dieses Schreiben wiedergegeben bei Franz F ran zk a: Das Pestjahr 1611 und die D rei
heiligenkirche in Innsbruck. In: Neue T iroler Stimmen 1911, N r. 136/138.
„Weichermassen der allm ächtige Gott negst abgeloffen J a r 1611 vn ter ändern auch allhieiger
S tatt Ynsprugg Burgfrieden m it ainer gefarlichen Sucht vnd C ontagion gleichwol noch etwas
gnedig vätterlichen haimgesucht, w erden E(uer). f(ürsdiche). G n(aden). gnedigist sich zu erinern
haben. Vnd sodan vnter grassierender G efar vnd geschwebten betrübten Zeit zu Versöhnung
göttlichen Zorns vnd Abw endung der vmb vnser Sinde w illen bedrodten w olverdienten Straff,
vorderist zu Lob vnd Preis der allerheiligisten drei V altig k eit Gottes, auch zu Ehren vnd
im m erw erender Gedechtnus der drey heiligen M ärtyrer vnd Beichtiger S. Sebastiani, S. Rochi,
vnd S. P irm in ii durch vns vnd in Nam en ganzer alhieigen Gemain aus guten christlichen
Eifer ain C apellen oder Kirchl an ainen bequemen sichern O rt nit w eit von L azareth alhie,
dam it auch die hochheilige Eucharistia vnd andere N o tturft darin solem niter verw ahret,
auch dannen aus den dürftigen in künftigen N otfällen zu merern Seelentrost desto bequemer
zugebracht w erden mag, von neuen zu erhöben, aufzubauen vnd gebürender massen zu do
tieren vo viert vnd versprochen; darzue auch noch in Leben w eilent des erw irdigen gotselig
vnd frommen P ater C aspar Melchiorn von Köstlan der Societet Jesu Priester seeligen Ange-
denckens (als der in angedeuter allh ie laid ig firgeloffen Contagion meniglichen m it seinen
geistlichen Eifer auch ritterlichen treuherzigen Assistenz ganz trostreich erquickht) m it dessen
vnd des M edici Doctor Paulusen W einharts R ath vnd G egenw irt den firgenom en P laz ohne
jem ands Beschwerde oder Ansprache allb erait ausgangen, die zu solchen P au notw endige M a
terialien tails schon zugefüert, vnd bey jez gutw etterlicher Zeit das Ü brig votierterm assen gern
effectuieren w ollten.
Als lan gt an E(euer). f(ürstliche). G n(aden). vnser gehorsamist Bitten, sie geruhen von
hochgeistlicher O brikeit wegen derselben firstlich bischöflichen Consens vnd Benediction gnedigist
zu ertailen.
Ynsprug den 8. A prilis — 1612.“
N r. 8a: Die Inschrift auf der dem Grundstein eingesetzten Platte, ddo. 24. M ai 1612,
siehe oben: Gründungsgeschichte!
N r. 9: Erzherzog M axim ilian III., der Deutschmeister, teilt der oö. Kammer m it, daß
er beschlossen habe, zur St.-Sebastians-Kirche das Schafferhäusl und zum Preßtenhaus
den oberen Freigarten zu schenken. Datum Prag, 17. September 1612.
Kopie, T iroler Landesregierungsarchiv: Kopialbuch „Geschäft von H of“ 1612, fol. 117.
(Auszugsweise w iedergegeben).
„Liebe getrew e etc. A uf N . Burgerm aister vnd R ath zu Insprugg vnderthenigistes A nhalten
vnd euerm am driten diß M onats September darüber gegebnen gehorsambisten Guetachten
haben w ir vnnß, nit allain zu dem uouierten S. Sebastians newen Kirchenpaw das nahend
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darbey steende Schafferheüßl, sonder auch zu dem Presstenhaus den obern F reygarten (.jedoch
m it nachuolgendem V orhalt.) zuschenckhen vnd zuuerw illigen genedigist resoluiert, im fal die
Gewesser vnuersehener so starckh anlauffen solten, dardurch das H olz vnuerhindert biß an
Rechen gelassen werden müesste, vnd sonsten nit P laz genug verhanden w ere, solches one
großen Schaden vnd Verlust in der E yl zuerhalten, oder sonsten sich b egeb e. . ., Geben,
P rag den 17. September Anno 1612.
M axim ilian
Zu H änden oö. C am er.“
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Inhalt
Vorwort
Seite 4 Die Pest des Jahres 1611 und die Gründung der D reiheiligenkirche
Seite 11 Verschiedene Stiftungen, das Pfarrhaus und die E ntwicklung der Seelsorge in D rei
heiligen vom Jah re 1613 bis zur G egenwart
Seite 15 Die Seelsorger von D reiheiligen seit 1786
Seite 15 Zur Baugeschichte der Kirche nach 1613
Seite 17 Kunstgeschichtliches
Seite 19 Der ehem alige Friedhof und die noch bestehenden G rabdenkm äler
Seite 19 a) Die G rabdenkm äler in der Kirche
Seite 23 b) Die G rabdenkm äler auf dem ehemaligen Friedhof
Seite 32 Anhang
Seite 46
46/48
Seite 47
47/48
Seite 48
48/48
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