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XIII. Jahres-Serisht 13
der
Freiwilligen Feuerwehr
in
Innsbruck
für das 30. Vereinsjahr 1887.
Im Selbstverlage der freiwilligen Feuerwehr.
Wagner'sche Univ.-Buchdruckerei in Innsbruck.
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XIII. Jahres-Gericht
der
Freiwilligen Feuerwehr
in
Innsbruck
für das 30. Vereinsjahr 1887.
Im Selbstverlage der freiwilligen Feuerwehr.
Wagner'sche Univ. Buchdruckerei in Innsbruck.
BERUFSFEUERWEHR IBK
GESCHENK 2003
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XIII. Jahres-Gericht
der
Freiwilligen Feuerwehr
in
Innsbruck
für das 30. Vereinsjahr 1887.
Im Selbstverlage der freiwilligen Feuerwehr.
Wagner'sche Univ. Buchdruckerei in Innsbruck.
BERUFSFEUERWEHR IBK
GESCHENK 2003
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Gern und freudig eröffne ich heute den Reigen der Berichte
über das verflossene Jahr, das man in vieler Hinsicht als eines
der besten seit langer Zeit verzeichnen kann.
Schon im vergangenen Jahre war eine Besserung der Zustände
unverkennbar das heurige ist ohne Streit und Zant, ohne nennens
werthe Mißhelligkeiten im besten kameradschaftlichen Geiste, in Stär-
kung der Manneszucht, im freudigen Zusammenwirken der Comman-
dantschaft, des erweiterten Ausschusses und der gesammten Feuerwehr-
Mannschaft verflossen, so daß man nicht nur mit Befriedigung auf
das verlaufene Jahr zurückblicken, sondern daraus auch frischen Muth
und neue Hoffnung auf ein Wiedererblühen und Erstarken der uns
allen am Herzen liegenden freiwilligen Feuerwehr schöpfen kann.
Und nun wollen wir nochmals sehen, was uns das letzte Jahr
gebracht hat, und welche Thätigkeit in demselben entfaltet wurde.
14. Jänner. Erweiterte Ausschuß - Sigung. Der Vorsitzende
Oberkommandant Victor Baron Graff berichtet über die Erledigung
der vom erweiterten Ausschusse in der Sitzung vom 29. Oktober 1886
gefaßten Beschlüsse, erwähnt besonders die Telephonleitung, daß sich
die Sparkasse-Direktion in munifizenter Weise herbeiließ, die noch
weitere Vervollständigung im Sinne der Kommandantschaftsbeschlüsse
zu veranlassen.
Hierauf machte der Zugsführer A. Epp den Vorschlag, es
mögen von dem vom Magistrate zu erhoffenden Stadtplane Abzüge
gemacht werden, von deren jedes Mitglied der Kommandantschaft
und des erweiterten Ausschusses mit einem Exemplare zu betheilen
sei, damit dadurch die sog. taktischen Uebungen auch theoretisch-
praktisch unterstützt werden können. Dieser Vorschlag wird beifällig
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genehmiget und Zugsführer Epp beauftragt, die nöthigen Schritte zu
thun, um diese Angelegenheit zur Ausführung zu bringen.
Nachdem die Abhaltung eines Tanzkränzchens beschlossen und
die Aufstellung eines Comité's bestimmt wurde - entspann sich
über Anregung des Rottenführers Josef Mitterhofer zum Schlusse
noch eine längere Debatte, betreffend zweckentsprechendere Verstän-
digung der Pferdebesitzer von der Verleihung der Prämien für das
Zuersterscheinen beim Magazine im Falle der Hilfeleistung bei einem
ausgebrochenen Landfeuer, und endete damit, daß der kombinirte
Antrag Mitterhofer-Epp angenommen und zum Beschlusse erhoben
wurde, daß sämmtliche Pferdebesizer, resp. Pferdeverleiher der Stadt
mittels Dekret von den diesfälligen Bestimmungen in Kenntniß zu
setzen sind.
16. Jänner. Taktische Uebung. Ort: St. Nikolausgasse.
Art und Ausdehnung des Brandes: Beim Eintreffen der
ersten freiw. Abtheilungen steht der Aufbau des Hauses Nr. 16 in
vollen Flammen, der des Hauses Nr. 14 theilweise in Flammen,
vom Haus Nr. 18 beginnt eben das Dach zu brennen. Wind-
richtung: Von Osten. Zeit: 2 Uhr Nacht, Winterkälte wie eben
zur Zeit der Uebung. Wasserverhältnisse wie sie zur Zeit
der Uebung getroffen werden. Aufgabesteller: Zugsführer
Al. Epp. Kommandant: der Oberkommandant.
22. Jänner. Tanzkränzchen des IV. Zuges beim „goldenen
Schiff".
29. Jänner. Tanzkränzchen der gesammten freiw. Feuerwehr
Innsbrucks in den Schießstands-Lokalitäten.
Diese beiden Unterhaltungen erfreuten sich einer zahlreichen
Betheiligung und der gute Humor, der die ganze Gesellschaft bis zur
frühen Morgenstunde belebte, gab den besten Beweis des kamerad-
schaftlichen Einvernehmens.
2. Februar. Beerdigung des Sprißenmannes des I. Zuges
Gustav Schneider.
6. Februar. Taktische Uebung. Ort: Mariahilfstraße.
1 Brandobjekt: Haus Nr. 18. Beschaffenheit des Brandes:
Das Haus Nr. 18 sammt Stadl in vollen Flammen. Das Haus
Nr. 16 sammt Stöckelgebäude stark angegriffen. Ausdehnung
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des Brandes: Bis zum Eintreffen der ersten Abtheilung das
mittlere Holzgebäude sammt Stöckel des Hauses Nr. 14 vom Feuer
ergriffen. Windrichtung: Von Westen nach Osten sehr starke
Strömung. Temperatur: 8° Kälte. Schneefreie Dächer. Wasser-
Verhältnisse: Normale. Aufgabesteller: Zugsführer Franz
Kerber. Kommandant: Der Oberkommandant.
13. Februar. Beerdigung des Sektionsführers des II. Zuges
Franz Schindl.
16. Februar. Geräthemeistersizung im Windlokale.
18. Februar. Kommandantschaftssitung im Windlokale. Die
Tagesordnung zeigt uns die Revision der Ballrechnung, die Fest-
sehung der nächsten erweiterten Ausschußsizung und die Verlesung
des Jahresberichtes an.
Der erstere Punkt wird durch den Magazins-Verwalter Brix
und den Obmann der Ordnungsmannschaft Jörg erledigt, die er-
weiterte Ausschußsigung auf den 25. Februar anberaumt, die Ver-
lesung des Jahresberichtes vom Schriftführer Karl Jenewein vor-
genommen.
25. Februar. Erweiterte Ausschußsigung. Dieselbe bringt uns
die schon vorher in der Kommandantschaft erwähnte Brandkarte
(Stadtplan) zur Sprache, ist mit dem von derselben gefaßten Be-
schluß vollinhaltlich einverstanden, genehmiget den Jahresbericht und
den von Dr. Otto Stolz ausgearbeiteten Statutenentwurf für den
Bezirks-Feuerwehrverband und beschließt einstimmig, zur Beerdigung
des Kommandanten der freiw. Feuerwehr in Hötting in corpore
und in voller Rüstung auszurücken.
27. Februar. Beerdigung des Feuerwehr-Kommandanten von
Hötting Anton Hupfauf.
27. Februar Abends 7. Fenerallarm. Ein in der Kloster-
kaserne unter Dach ausgebrochener Brand wurde von dort dem
Thürmer gemeldet, jedoch gleich von den Soldaten gelöscht. Sämmt-
liche Requisiten erschienen vor dem Brandobjekte.
10. März. Blinder Feuerlärm. Der Gärtner beim Seifen-
sieder Walde (Zone 1) zündete die Abfälle der Reben an, ohne den
Thürmer zu benachrichtigen.
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11. März. Taktische Uebung. Der Thürmer signalisirt
12 Uhr Nachts ein Dachfener am Pfarrplay Nr. 3. Bis zum
Erscheinen der Feuerwehr steht der Dachstuhl in hellen Flammen.
Windrichtung: Heftiger Westwind. Innstand: Zeitgemäß.
Aufgabesteller: Oberkommandant. Kommandant: Zugsführer
Al. Epp.
13. März. Von 9 bis 10 Uhr Vortrag des Oberkomman
danten Viktor Baron Graff über richtige Benüßung des Telephons
und Erläuterung mit praktischen Beispielen.
24. März. Kommandantschafts-Sißung. Nach Genehmigung
der Tagesordnung für die Generalversammlung verliest der Vor- .
sigende Viktor Baron Graff ein Schreiben des Zugführers Al. Epp,
worin derselbe erklärt, in Zukunft die Stelle eines Oberkomman
danten-Stellvertreters wegen Geschäftsüberbürdung nicht mehr weiter-
führen zu können und bittet, ihm diese Bürde abzunehmen und selbe
einem anderen jüngeren Kommandantschafts-Mitgliede zu übertragen.
In vollster und dankbarster Anerkennung der Verdienste des
Zugführers Al. Epp in dieser Stellung wird dieselbe dem Zugführer
Anton Nußbaumer übertragen, nachdem er sich bereit erklärt hat,
diese Stelle anzunehmen und alle seine Kräfte für dieselbe einzu-
setzen. Nach Erledigung einiger interner Angelegenheiten war Schluß
der Sizung.
26. März. Ordentliche Generalversammlung beim gold. Löwen.
Schriftführer Jenewein verliest den Jahresbericht, worauf der Ober-
kommandant Viktor Baron Graff ein flares Bild, über die Thätig-
keit der Kommandantschaft und des erweiterten Ausschusses entrollt.
Die Geschäfte wurden in 14 Kommandantschafts- und 3 er-
weiterten Ausschußsizungen erlediget.
Einen sehr großen Theil der Thätigkeit nahm die Errichtung
des Telephon als Feuermeldung und Allarmirung in Anspruch,
worüber nähere Details der vorjährige Jahresbericht enthält.
Besonders dankend gedenkt der Oberkommandant hiebei der
hiesigen Sparkasse, die, abgesehen davon, daß sie bereits 1000 ft.
zur Herstellung des Feuertelephons gespendet, auch bereits neuer-
dings den erforderlichen Betrag zugesichert hat, der nöthig wird, um
die einzelnen Meldestationen mit eigenen Leitungsdrähten zum Thurm-
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wächter zu versehen, wodurch den verschiedenen, dem Meldeapparate
noch anhaftenden Mißständen gesteuert wird, die darin ihren Grund
haben, daß mehrere Stationen an ein und demselben Leitungsdraht
eingeschaltet sind.
Redner kommt sodann auf den im Jahresberichte ebenfalls er-
wähnten XIV. Gautag des deutsch-tirolischen Feuerwehr-Gauverban-
des zu sprechen und theilt das Resultat mit über die 2 damals in
Bozen eingebrachten Anträge der Kommandantschaft der hiesigen freiw.
Feuerwehr (S. 13 incl. 16 des vorjährigen Jahresberichtes), betreffend
den damals eingebrachten Antrag einer neuerlichen Eingabe des
Gauverbands Ausschusses an den Tiroler Landes- Ausschuß um
schleunigste Aktivirung des Feuerwehr-Fondes und Bestellung von
Feuerlösch-Inspektoren, berichtet der Oberkommandant, daß die be=
zügliche Eingabe des Gauverbands-Ausschusses insoferne von Erfolg
war, als der Landes-Ausschuß um Namhaftmachung geeigneter Per-
sönlichkeiten zu Lösch-Inspektoren und um Ausarbeitung einer be-
treffenden Instruktion ersuchte.
Nachdem Redner noch kurz der 4 im letzten Jahre stattgefun-
denen Brände Erwähnung gethan, kommt derselbe auf eine im
letzten Herbste von der Kommandantschaft in ihrer Sitzung vom
22. Oktober 1886 beschlossene und vom erweiterten Ausschusse in
der Sigung vom 29. Oktober genehmigte Einführung von sogen.
taktischen Uebungen der genannten 2 Körperschaften während der
Winterszeit zu sprechen, welche Einführung dem Zugführer Al. Epp
zum Schöpfer hat, und die, wie der vorjährige Jahresbericht des
Näheren ausführt, praktisch sehr von Nußen für die Feuerwehr-
sache ist.
Von den 6 im abgelaufenen Jahre aus dem Leben geschiedenen
Feuerwehrkameraden erwähnt der Oberkommandant besonders des
am 26. Mai v. Jahres verstorbenen Ordnungsmannes Gustav Kazung
(ehemals Zugführer des II. Zuges und Oberkommandant-Stellver-
treter), und die Versammlung erhebt sich zum Zeichen der Theil-
nahme für ihre aus dem Leben geschiedenen Kameraden von den
Sitzen.
Der Oberkommandant spricht hierauf der Löschdirektion, dem
Gemeinderathe und den Bürgern der Stadt Innsbruck für ihre
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mannigfache Unterstützung der Feuerwehr in Rath und That den
Dank aus, er dankt ferner den Korpsärzten, den alten erprobten
Feuerwehrmännern Hanns Riegl und Ingenieur J. Schueler (letz-
terer Feuerwehrkommandant von Wien i. P.) für ihre thätige Unter-
stützung der Kommandantschaft als Berather und Beurtheiler bei
den taktischen Uebungen, sowie den Redaktionen und Administra-
tionen der hiesigen Tagesblätter für die unentgeltliche und stets be-
reitwillige Aufnahme der Feuerwehrinserate; sein Dank gilt den
Mitgliedern der Kommandantschaft für ihre treue und hingebende
Pflichterfüllung, er gilt besonders seinem Stellvertreter, dem Zug-
führer Al. Epp, für sein warmes Interesse an der Feuerwehrsache,
dem der Körper schon so manche nüßliche und zweckentsprechende
Neuerung verdankt, und er bedauert herzlichst, daß Herr Epp die
Stelle eines Oberkommandanten-Stellvertreters wegen Geschäftsüber-
bürdung nicht mehr weiter führen zu können schriftlich erklärt hat,
jedoch ein Trost sei dennoch geblieben, erwähnt Redner, sowie die
Hoffnung, diesen wackeren und um die Feuerwehrsache verdienten
Kameraden noch weiter thätig in den Reihen der Feuerwehr zu er-
halten, indem derselbe zugleich erklärte, nach wie vor der Feuerwehr-
sache sein bestes Wissen und Können zu widmen.
Der Oberkommandant dankt weiters in warmen Worten den
Mitgliedern des „Erweiterten Ausschusses" für ihre eifrige Pflicht-
erfüllung und die richtige Auffassung und Durchführung ihrer in
den Statuten vorgezeichneten Aufgabe; vorzüglich aber gilt sein Dank
der Mannschaft für ihre stets bewiesene Bereitwilligkeit, ihren Mit-
bürgern im Falle der Noth zu helfen, einzutreten zum Wohle und
Schutze der Stadt, für ihr fleißiges Erscheinen bei Uebungen und
Bränden, für ihr taktvolles Benehmen als Feuerwehrmänner während
des Jahres und schließt, daß es die Kameraden auch im kommenden
Jahre so halten mögen getreu dem Wahlspruche: Einer für Alle,
Alle für Einen, mit einem dreifachen Gut Heil!" auf die freiw.
Feuerwehr Innsbruck seinen Thätigkeitsbericht.
Weiters erstattet der Kassier der Unterstützungskasse Hermann
Hueber den Bericht über den Stand der genannten Kasse, die heuer
einen Zuwachs von 1848 fl. 2 kr. verzeichnet. Ausgegeben wurden
772 fl. 21 fr., darunter über 500 fl. an Unterſtüßungen. Am
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Schlusse seines Berichtes bemerkt Hueber, daß die Unterstützungs-
kasse die Höhe von 30.118 fl. 28 kr. erreicht habe, die Legate zwar
spärlicher fließen wie früher, weil die Bevölkerung wisse, daß diese
Kasse gut genug bestellt sei, daß aber die noch immer fließenden
Legate den besten Beweis der steten Anerkennung seitens der Be-
wohner Innsbrucks liefern, was die Kameraden bestimmen muß,
tren und wacker zu diesem Institute zu halten.
Zugführer Aut. Nußbaumer als Kassier der Regiekasse be-
richtet über den Stand derselben und bemerkt, daß dieselbe im letzten
Jahre einen Zuwachs von 304 fl. 10 kr. erhalten und davon
226 fl. 6 fr. ausgegeben habe und daß der gegenwärtige Stand auf
1079 fl. 18 fr. sich belaufe.
Der Obmann des Revisions-Comite's Josef Jörg bemerkt, daß
sämmtliche Belege und die ganze Kassegebahrung bei beiden Kassen
in schönster Ordnung gefunden wurden, worauf über seinen Antrag
beiden Kassieren einstimmig das Absolutorium mit einem dreifachen
,,Gut Heil" seitens der Versammlung ertheilt wurde.
Zum Schlusse referirt Zugführer Al. Epp über die Bildung
eines Bezirks-Feuerwehrverbandes und sagt unter Anderem, daß der
Antrag des Gauverbands-Ausschusses auf Bildung von Bezirksver-
bänden, d. h. ein Verband, der alle dem deutsch-tirolischen Gau-
verbande angehörenden freiw. Feuerwehren eines politischen Bezirkes
(Bezirkshauptmannschaft) umfaßt, einer der wichtigsten Gegenstände
des leztjährigen Gautages in Bozen bildete und daß man im
Jahre 1872 in Lienz bei Gründung des Gauverbandes wie im
nächstfolgenden Jahre beim 1. Delegirtentage in Innsbruck diese
rasche Verbreitung des Feuerwehrwesens in unserem Lande wohl
nicht voraussetzte, so daß es nöthig werden sollte, ein neues Band
unserem Gauverbande einzufügen.
Redner erörtert in ausführlicher Weise den Zweck dieser neuen
Einführung, worunter die Bezirksverbände zu verstehen sind, auf
Grund des § 2 des bereits für diesen Verband ausgearbeiteten
Statutenentwurfes, und bringt ein Beispiel, daß eine ähnliche Ein-
theilung im Jahre 1866 bei den 62 Kompagnien Landesschützen
getroffen werden mußte, um das Kommando zu ermöglichen und
die Arbeiten zu vereinfachen.
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Dem Vorstande des Gauverbandes Dr. Otto Stolz ist es un-
möglich, mit 68 Feuerwehren, ein anständiger Ziffer, einzeln zu
verkehren, bei Bezirksverbänden aber würde sich der Verkehr auf
16 Verbandsausschüsse beschränken. Diesen Ausschüssen ist es dann
eine leichtere Aufgabe, über ihre Bezirke zu wachen, dieselben that-
kräftig zu unterstützen, Bericht zu erstatten und so dem Feuerwehr-
wesen hilfreiche Hand zu bieten und dessen Boden zu befestigen.
Nach ähnlichen und noch weiteren Auseinandersetzungen ladet
Redner die Kameraden ein, mitzuwirken an der Schlußsteinlegung
zum großen Gebäude des deutsch-tirolischen Gauverbandes, dadurch,
daß sie durch die Wahl von 4 Delegirten zu der am Sonntag den
3 April ds. Js. in Innsbruck tagenden konstituirenden Versamm-
Inng zur Bildung des hiesigen Bezirksverbandes, der in Innsbruck
seinen Siz haben wird, öffentlich kund thun, daß auch die Inns-
brucker freiw. Feuerwehr keineswegs hinter ihren anderen Schwestern
im Gauverbande zurückbleiben wird und der Gründung eines solchen
Bezirksverbandes ihre vollste Zustimmung gibt.
Als Delegirte erscheinen per acclamationem Oberfommandant
Viktor Baron Graff, Zugführer Alois Epp, Obmann der Ordnungs-
mannschaft Josef Jörg, Zugführer Ant. Nußbaumer; als Ersatz-
männer Zugführer Frz. Kerber und Magazinverwalter Jos. Brix.
3. April. Sigung der Delegirten der Bezirks-Feuerwehrverbände
der deutsch-tirolischen Feuerwehren und Constituirung des Bezirks-
Feuerwehrverbandes des polit. Bezirkes Innsbruck beim „grauen
Bären".
15. April. Unterſtüßungskasse-Ausschußsigung im Kommandant-
schaftszimmer.
22. April. Erweiterte Ausschußsigung beim „grauen Bären".
Hauptgegenstand dieser Sitzung ist die Frühjahrsmusterung,
die laut Beschlußes zugsweise vorzunehmen ist und zwar am 29. April
der I. Zug, am 30. April der II. Zug, am 2. Mai der III. und
am 3. Mai der IV. Zug.
Unter Verschiedenem beantragt Adjutant Hummel:
„Es seien die neueintretenden Steiger aller 4 Züge zu einer
separaten sogen. Rekrutenabtheilung zusammenzuziehen. Diese Ab-
theilung sei dann von einem zu wählenden Steiger-Rottenführer in
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8-10 Uebungen (es können auch weniger sein) im Exerziren der
Hackenleitern und der Rettungsgeräthe einzuüben, und erst nach voll-
endeter Rekruten-Abrichtung werden die Steiger an ihre von ihnen
selbst bestimmte Abtheilung abgegeben".
Nach längerer Debatte, deren Resultat die einstimmige An-
nahme dieses Antrages zur Folge hat, stellt Rottenführer Mitter-
hofer einen analogen Antrag betreffend die Sprißen- und Schlauch-
mannschaft, der ebenfalls angenommen wird.
Für die Steigerahtheilung wird der Rottenführer der Steiger
des II. Zuges Alois Defner, für die Sprißenmannschaft der Rotten-
führer der II. Sprite des I. Zuges Max Klammer bestimmt, während
die Leitung für die Uebungen der Schlauchmannschaft vom Schlauch-
manne Joh. Hoppichler übernommen wurde.
Ein weiterer Antrag vom Rottenführer Mitterhofer geht dahin,
„daß die Detailübungen in der Weise stattzufinden haben, daß jede
zweite Woche (alle 14 Tage) jede Abtheilung eines Zuges an einem
bestimmten Abende ihre Detailübungen vornimmt und zwar so, daß
der ganze Zug gemeinsam auf den Uebungsplatz abrückt und wieder
ins Magazin zurückkehrt. Die Steigerübungen, die jede Woche statt-
finden, werden durch diese Bestimmung nicht berührt."
Auch dieser Antrag wird nach längerer Debatte angenommen.
3. Mai. Um 3½ Uhr Früh signalisirte der Thürmer ein
Schadenfeuer in der Köllensperger'schen Eisenwaaren - Fabrik. Im
großen Arbeitssaale kam in unaufgeklärter Weise ein Brand zum
Ausbruche, der bei dem dort herrschenden Sturmwinde sehr gefähr-
lich hätte werden können. Das schnelle Eingreifen unserer Feuer-
wehr und deren erfolgreiche Löscharbeiten beseitigten bis 5 Uhr Früh
jede Gefahr.
5. Mai. Kaminbrand im Museum, der ohne Allarmirung
gelöscht wurde.
Am 8. Mai beging unsere Feuerwehr das Fest ihres Schutz-
patrones, des hl. Florian mit einem Hochamte in der St. Jo-
hanneskirche.
11. Mai. Kommandantschaftssitzung, verbunden mit dem Unter-
stüßungskasse Ausschusse im Kommandantschaftszimmer. Nachdem
die bei der letzten Musterung neu angemeldeten Mitglieder aufge-
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nommen, einige nebensächliche Angelegenheiten geordnet wurden,
theilt der Vorsitzende Viktor Baron Graff mit, daß die Statuten
des Bezirksverbandes von der Statthalterei genehmigt worden sind
und bereits im Besiße des Verbandsausschusses sich befinden und
daß auch unsere Statuten der Vollendung entgegengehen und sohin
bei der Hauptmusterung zur Vertheilung gelangen.
Weiters verliest der Vorsitzende ein Dankschreiben vom patriot.
Landes-Hilfsvereine für die bereitwillige Zusage zur Hilfeleistung
im Kriegsfalle von Seite der Feuerwehr und für den Beitritt als
Mitglied zu diesem Vereine.
Der letzte Punkt der Tagesordnung wird dahin erledigt, einen
Delegirten nach Brünn zum IV. österr. Feuerwehrtag und zum
gleichzeitigen 25jährigen Jubiläum der dortigen Feuerwehr abzu-
senden und diesen Beschluß befürwortend dem erweiterten Ausschusse
vorzulegen.
14. Mai. Die Direktion der f. t. priv. Assicurazione generali
in Triest übersendet durch die Hauptagentschaft Innsbruck einen
Betrag von 100 fl. als Remuneration für die beim Brande in der
Köllensperger'schen Fabrik ausgeführten Löscharbeiten. Davon wur
den 75 fl. in die Regiekasse gegeben, 15 fl. der Feuerwehr von
Hötting und 10 fl. jener von Pradl kameradschaftlich zugewendet.
17. Mai. Erweiterte Ausschußsigung. Der Vorsitzende Victor
Baron Graff theilt mit, daß für heuer 8 Steiger-, 3 Spritzen- und
6 Schlauchmänner zur Aufnahme geeignet befunden wurden und
daß man in Zukunft eine sogen. Rekrutenabtheilung für Steiger
und für Schlauchmänner freiren wird.
Der nächste Gegenstand ist die Absendung eines Delegirten
zum IV. österr. Feuerwehrverbandstage in Brünn, der sich dahin
erledigt, daß der Oberkommandant Victor Baron Graff einstimmig
gewählt wurde, die Interessen der hierländigen Feuerwehren im
Vereine mit dem Vertreter des Gauverbandes kräftigst zu vertreten.
Rottenführer Ant. Obholzer beantragt, einen von der Komman-
dantschaft gefertigten, in gediegenen maßvollen Worten abgefaßten
Aufruf in der hiesigen Presse zu veröffentlichen, in dem namentlich
den Bürgern Innsbrucks an's Herz gelegt wird, einzutreten in die
Reihen der freiw. Feuerwehr in ihrem höchst eigenen Interesse.
Ein zu diesem Zwecke eingesetztes Comité hat folgenden Auf-
ruf veröffentlicht:
Aufruf.
An unsere Mitbürger!
Durchdrungen von dem Bewußtsein der übernommenen Auf-
Jabe, der Bewohnerschaft Innsbrucks beim Ausbruche eines Schaden-
'euers jene rasche und ausgiebige Hilfe gewähren zu können, welche
man von einer guten Feuerwehr zu verlangen berechtigt ist, und
der daraus entstehenden Verantwortung; erfüllt von der Ueber-
zeugung, daß nur eine tüchtige, starke freiwillige Feuerwehr die
Bürgerschaft von den für eine Stadt von der Größe Innsbrucks
zu schweren Lasten einer bezahlten Feuerwehr zu bewahren vermag,
wenden wir uns an unsere Mitbürger, um dieselben zum Eintritt
in die freiwillige Feuerwehr einzuladen.
Wenngleich seit Jahresfrist sich der Mannschaftsstand gehoben
hat, so sind doch noch so wesentliche Lücken auszufüllen, daß erst
durch den Eintritt von beiläufig 100 Mann der zur vollen Schlag-
fertigkeit unerläßliche Stand erreicht wird.
Dieser vorgeschriebene Maximalstand ist aber nothwendig, um
alle Geräthe schnell und bei einem anhaltenden größeren Brande
auch so bedienen zu können, daß wir den Anforderungen, die man
in deutschen Gauen an eine tüchtige wohldisziplinirte Feuerwehr zu
stellen sich berechtigt hält, auch zu entsprechen vermögen.
Wir wenden uns an alle physisch und moralisch tauglichen
Mitbürger, welche den wohlthätigen Zweck der Feuerwehren be=
greifen, wir wenden uns an jene Mitbürger, welche die Feuerwehr
für verbesserungsbedürftig erachten und laden sie ein, in Gemein-
schaft mit uns diese Verbesserungen anzubahnen und durchzuführen,
und durch ihren Eintritt die erste und dringendste Verbesserung,
nämlich die Stärkung an Zahl, gleich zur That werden zu lassen.
Die Eintheilung der Feuerwehr in Steiger, Schlauch-, Sprißen-
und Ordnungsmänner bietet für die Neigungen und Fähigkeiten
jedes Einzelnen genügende Auswahl.
Wir glauben intelligenten Mitbürgern gegenüber nicht nöthig
zu haben, auf den Einwurf zu antworten, daß ja Assekuranzen da
sind, denn jeder Einsichtige weiß, daß Assekuranzen weder Menschen-
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leben retten, noch im Stande sind, Häuser und Straßen zu schüßen,
um die Stätten geistigen Schaffens und gewerblicher Thätigkeit,
sowie das Obdach gewährende Heim zu erhalten; ebenso ist es klar,
daß die Assekuranzen um so theurer werden müssen, je schlechter es
mit dem Lösch- und Rettungswesen bestellt ist.
Sollte jedoch unsere Einladung nicht den nöthigen Zuwachs au
Kräften bringen, so müssen wir auch die Verantwortung ablehnen,
wenn bei einem großen Brande unsere Kräfte und damit auch
unsere Wirksamkeit sich als unzureichend erweisen sollte.
Das ungeschminkt zu sagen halten wir für unsere Pflicht und
wir können dies um so eher thun, als wir das Bewußtsein haben,
die Zeit seit der Reorganisation nach Kräften zur Stärkung der
Disziplin, zur Ausbildung des Einzelnen wie des Ganzen im Feuer-
wehrdienste gewissenhaft und mit Ernst benützt zu haben.
In der Hoffnung, daß diejenigen, welche das meiste Interesse
an einer tüchtigen Feuerwehr haben, bereit sind, einzutreten und
den Kopf im Rath, den Arm zur That der guten Sache zu leihen,
begrüßen wir unsere Mitbürger herzlich und freudig mit Feuerwehr
manus Gut Heil!
Die Kommandantschaft der freiwilligen Feuerwehr Innsbruck.
17. Mai. Herr Anton Köllensperger, Eisenwaaren - Fabriks
besizer, übersendet zum Zeichen seiner vollsten Zufriedenheit für die
beim letzten Brande geleistete Hilfe 150 fl.
4. Juni. Hauptmusterung der freiw. Feuerwehr:
Schlag 8 Uhr rückte dieselbe, bei 230 Mann stark, auf den
großen Platz vor dem Fleischbankgebäude ab, wo auch die Dampf-
sprize Posto gefaßt hatte; dort in Front aufgestellt, nahm der Vize-
bürgermeister Herr W. Greil im Vereine mit den Gemeinderäthen
Herrn Johann Riegl und Josef Sonviko, die Inspektion über Mann
schaft und Geräthe vor. Letzteres war in sehr gutem Zustande und
nur in der Bedienungsmannschaft war manche Lücke wahrnehmbar,
die auszufüllen wäre, und zwar so, daß der Mannschaftsstand die
statutenmäßige Höhe von 300 erreicht.
Nach beendeter Musterung und Abgabe der Requisiten in die
betreffenden Magazine versammelten sich sowohl die freiwillige Feuer-
wehr, als auch die Mannschaft der städt. Dampfsprize in den rück-
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wärtigen Lokalitäten beim „weißen Kreuz". Der Vizebürgermeister
eröffnete die Versammlung, indem er den Feuerwehrmännern den
Dank der Stadtvertretung überbringt für die bisherige Opferwillig-
keit und Pflichttreue, womit sie sich dem Wohle der Mitbürger
widmen, und die Bitte stellte, auch fernerhin dem schönen Prinzipe,
auf dem die freiwillige Feuerwehr basirt, treu zu bleiben, und
schließt seine Ansprache mit einem Toast auf das Wachsen und Ge-
deihen der freiwilligen Feuerwehr Innsbruck, wofür ihm mit einem
kräftigen Gut Heil" seitens der Feuerwehrmänner gedankt wird.
Hierauf nahm der Redner die Vertheilung der Anerkennungs-
Diplome vor. Zu betheilen waren für ununterbrochene Dienst-
dauer durch 25 Jahre 5 Mann und durch 10 Jahre ebenfalls
5 Mann. Das Diplom für 25 Jahre erhielten: Obholzer Anton,
Kommandant der Sprite Nr. 1 im I. Zuge; Mutter Alois, Pionnier,
Kirschner Franz, Peer Johann, Spritzenmänner, und Peer Alois.
Das Diplom für 10jährige Dienstzeit erhielten: Klammer Max,
Kommandant der Spriße Nr. 2 im I. Zuge, Freißeisen Franz,
Führer der Schlauchmannschaft im 1. Zuge, Mutter Franz, Steiger
im II. Zuge, Kliment Heinrich, Sprißenmann und Lehner Anton,
Drdnungsmann.
Der Oberkommandant dankte sodann namens der Komman-
dantschaft sowohl den obgenannten wackeren Kameraden, als der ge-
sammten Mannschaft in demselben Sinne wie der Vizebürgermeister
und brachte sein „Gut Heil" auf ein getreues Festhalten an dem
Wahlspruche „Alle für Einen, Einer für Alle", welcher Toast freu-
digst erwidert wurde.
Zugführer Al. Epp machte die freudigst begrüßte Mittheilung,
daß die Feuerwehrkommandantschaft heuer noch in den Besitz eines
Stadtplanes gelangen wird, in welchem genau die Canalisirung ein-
gezeichnet ist. Es wird damit einem seit 14 Jahren gefühlten und
seit damals wiederholt der Stadtvertretung kundgegebenen Bedürf-
nisse endlich Rechnung getragen.
An diese freudige Mittheilung", sagt Redner, habe ich noch
den Wunsch zu knüpfen, daß der gegenwärtig an allen Straßen-
ecken hier angeheftete Aufruf" der Kommandantschaft der freiw.
Feuerwehr auf fruchtbaren Boden und nicht auf steinigen fallen
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möge. Wir wissen alle, wie schwierig es ist, bei dem nicht sehr
starken Mannschaftsstande so schnell und zahlreich am Platze zu
sein, daß wir in genügender Stärke mit den Geräthen ausrücken
können. Wenn aber die Bürgerschaft Innsbrucks, die am meisten
Interesse an einer guten freiwilligen Feuerwehr hat, in ebenso
humaner und opferwilliger Weise, als die hier Versammelten, sich
für die gute Feuerwehrsache erwärmt und mit Herz und Hand die
im Körper noch vorhandenen Lücken ausfüllt, dann können wir allen
Ereignissen mit Muth und Zuversicht entgegensehen, dann werden
wir auch der gestellten schwierigen Aufgabe ganz gewachsen sein.
Ich glaube, daß, wenn wir Kameraden mit gutem Beispiele voran-
gehen und wie bisher durch Disziplin, Opferwilligkeit, Pflichttreue
und gute Leistungen bei Bränden der so humanen freiwilligen
Feuerwehrsache dienen, wozu im Körper der gute Wille und die
Fähigkeit vorhanden sind, wir doch endlich die Lauen zu erwärmen
vermögen, daß sie sich zu unserer Fahne schaaren."
Die allseitigste Zustimmung lohnte den Redner für diese aus
dem Herzen aller Anwesenden gesprochenen Worte.
Gemeinderath Johann Riegl, der einzige, der von den Grün-
dern der Feuerwehr noch dem Körper (als Ehrenmitglied) angehört,
erinnert, daß es heuer 30 Jahren werden, seit die Innsbrucker
Feuerwehr gegründet worden ist. Damals ward als Gründungs-
tag der 18. Oktober (Tag der Schlacht bei Leipzig) festgesetzt, und
deßhalb schlägt Redner vor, heuer um diese Zeit das 30 jährige
Jubiläum im engen Kreise aber in solenner Weise zu begehen,
welcher Vorschlag die freudigste Zustimmung fand.
Der Oberkommandant erstattet sodann Bericht über den am
29. und 30. Mai d. Is. in Brünn abgehaltenen IV. österr. Feuer-
wehrtag.
Vertreten waren dort 2400 freiwillige Feuerwehren durch
46 Delegirte. Sämmtliche Landesverbände mit Ausnahme der
steiermärkischen hatten den Feuerwehrtag beschickt. Von den ge=
faßten Beschlüssen ist zu erwähnen, daß von nun an in gewissen
Fragen nicht mehr mit absoluter Mehrheit der anwesenden Dele-
girten abgestimmt wird, sondern über Antrag des steiermärkischen
Landesverbandes soll jeder Landesverband eine Stimme haben. Es
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ist damit einer Niederstimmung der kleineren Landesverbände durch
die größeren vorgebeugt. Wegen dieses bisher bestandenen Miß-
standes hat der steiermärkische Landesverband den Feuerwehrtag
Diesmal nicht beschickt. Weiters wurde die Stellung der freiwilligen
Feuerwehr zum Landsturmgesetze in Berathung gezogen, worüber
bereits in Nr. 123 Jahrg. 1887 der Innsbrucker Nachrichten be-
richtet wurde. Auch die Assekuranzfrage wurde in Erwägung ge-
zogen und diesbezüglich der geschäftsführende Ausschuß beauftragt,
die nöthigen Schritte zu thun, daß die Einführung solcher Landes-
assekuranzen, deren Reinerträgniß zur Verbesserung des Feuerlösch-
wesens zu verwenden wäre, als im öffentlichen Interesse gelegen,
nicht nur ermöglicht, sondern auch durch eine entsprechende Re-
gierungsvorlage eingeleitet und realisirt werde. In diesem Sinne
Hat der geschäftsführende Ausschuß eine Petition an die Regierung
zu richten.
Des weiteren wird die bisherige Einhebung eines Feuerwehr-
beitrages seitens der Assekuranzen einer eingehenden Kritik unter-
zogen, und ein Beschluß gefaßt, worin an die Regierung die Bitte
gestellt wird, im Interesse der Feuerwehren sowohl, als auch der
Bevölkerung diesem Zustande ein Ende zu machen und überhaupt
möglichst gleichmäßige gesetzliche Bestimmungen über Organisation
des Feuerlöschwesens, über die Beschaffung der Geldmittel für das-
selbe, über die Beaufsichtigung des Löschwesens und über das Ver-
halten bei Brandfällen in den einzelnen Kronländern einzuführen.
Zum Schlusse der Berathungen wurde der Ausschuß des böhmi-
schen Landes-Centralverbandes zum geschäftsführenden Ausschuß de-
signirt und als nächster Festort Teplitz bestimmt.
Mit einem kurzen Berichte über den Verlauf des 20jährigen
Gründungsfestes der freiwilligen Brünner Turn-Feuerwehr schloß
der Oberkommandant seinen sehr beifällig aufgenommenen Bericht.
Ueber Anregung des Stabssignalisten Trager kommt noch die
Wiedererrichtung einer Feuerwehrmusikkapelle zur Sprache und Ge-
meinderath Hans Riegl gibt unter Hinweis auf frühere Jahre ganz
beherzigenswerthe Winke, wie sich wieder eine Musik bilden kann,
welche Winte mit ein Gegenstand der nächsten Kommandantschafts-
sigung sein werden.
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Hiemit fand diese Feuerwehrversammlung, in der nicht der ge-
ringste Mißton herrschte, mit alleiniger Ausnahme, daß die Lokali-
täten zu beschränkt waren und man sich wünschte, daß noch wenig-
stens der alte Redoutensaal wäre stehen geblieben, wenn nun doch
schon einmal der neue so lange auf sich warten läßt, ihren Ab-
schluß.
10. Juni. Kommandantschaftssigung. Diese enthält hauptsäch-
lich Angelegenheiten interner Natur u. A. Bericht über die Re-
krutenabtheilungen, über den Mannschaftsstand, über die Verbesserung
der Telephonleitung und der hiezu nöthigen Mittel und endlich die
so oft schon ventilirte Musikfrage.
17. Juni. Geräthmeistersizung im Kommandantschaftslokale.
5. Juli. Unterstützungskasse-Ausschußsizung.
7. Juli. Erweiterte Ausschußsigung.
Der schon in der letzten Kommandantschaftssigung erörterte
Punkt die Ergänzung der Telephonleitung" erledigt sich dahin,
daß beim Herrn Bürgermeister ein Sprechapparat aufgestellt und
die Verbesserung der Leitung veranlaßt wird und daß zur Erlangung
der hiezu nöthigen Geldmittel die geeigneten Vorkehrungen getroffen
werden.
In Betreff der Musikfrage wird beschlossen, den Antragsteller
Stabshornist Trager zu einer demnächst erfolgenden erweiterten Aus-
schußsizung einzuladen und um die Art und Weise zu befragen,
wie er sich die Bildung einer Musikkapelle in Innsbruck denke und
wie die Mittel beschafft werden sollen, dieselbe zu erhalten.
Der nächste Punkt bezweckt die öfters vorkommenden Unzu-
kömmlichkeiten beim Abführen von Requisiten aus dem Hauptmaga-
zine auf den Brandplaß zu beseitigen, und stellt Zugführer Al. Epp
folgenden Antrag:
„Bei solchen Anlässen hat im Hauptmagazine der Magazins-
verwalter das energische und entscheidende Wort zu führen, und
seiner Anordnung ist ohne Rücksicht auf Geräthe oder Zug unbe-
dingt Folge zu leisten. In seiner Abwesenheit tritt der anwesende
rangälteste Chargirte an seine Stelle. Diese Anordnung ist in
Plakaten im Hauptmagazine zu veröffentlichen ".
Ein weiterer, in jüngster Zeit öfters vorkommender Uebelstand
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ist das Wandern der Mannschaft von einem Zuge in den andern
ohne Abmeldung und mit Mitnahme der Rüstungen.
Auf Interpellation des Geräthemeisters C. Felder wird be-
schlossen, daß jeder Feuerwehrmann, der in einen andern Zug über-
treten will, die Einwilligung seines Rottenführers haben muß, welche
mittels eines Austrittsscheines zu testiren ist, den auch der be-
treffende Geräthemeister zu unterfertigen hat. Erst mit dieser Be-
scheinigung versehen darf der Mann in einem andern Zuge von
einem Rottenführer aufgenommen werden und ist eine solche Auf-
nahme sofort der Kommandantschaft zu melden.
14. Juli. Nachdem der Oberkommandant Victor Baron Graff
die freundliche Zusage des Herrn Dr. Franz Greil, im Monate
August den Unterricht der Sanitätsabtheilung wieder zu beginnen,
mitgetheilt hatte, kommt die Musikfrage nochmals zur Berathung,
zu welchem Zwecke die Experten J. Trager, Frz. v. Eisank sen. und
Al. Thaler eingeladen wurden.
Es entspinnt sich eine lebhafte Debatte und endet mit dem
Erklären der 3 Experten die Constituirung einer Kapelle zu ver-
suchen, einen Kapellmeister ausfindig zu machen und, wenn dies
gelänge, einige Conzerte als Probe zu geben, worauf die Feuer-
wehr dann die Kapelle engagiren kann oder nicht.
23. Juli. Beerdigung des Ordnungsmannes Friedr. Schmid.
11. August. Allarmirung eines Landfeuers in Amras, wobei
sich die Landfahrsprize betheiligte.
20. August. Außerordentliche Generalversammlung. Es wur
den für die am 21. August Nachmittag 3 Uhr in Wattens statt-
findenden Delegirten-Sigung des Bezirks-Feuerwehrverbandes fol-
gende Abgeordnete gewählt: Magazinverwalter Jos. Brix, Rottenf.
Max Klammer, Zugführer Paul Rissinger, Geräthenmeister Anton
Brugger, Rottenführer-Stellvertreter Alois Müller; als Ersatzmänner:
Alois Defner, Johann Hopfer, Jakob Schlecht, Wenzl Sedlaczek;
weiters zum XV. Delegirtentage des deutsch-tirolischen Gauverbandes
die Vertreter: Oberkommandant Victor Baron Graff und die Zug-
führer Al. Epp und Ant. Nußbaumer; als Ersaßmänner: Geräthe-
meister Joh. Kastner, Magazinverwalter Jos. Brix und Zugführer
Paul Rissinger.
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Zugführer Anton Nußbaumer beantragt, im Wege des Bezirks-
verbandes dem Gauverbande die Frage vorzulegen, ob ein Feuer-
wehrmann, der unter dem Kommando seines Kommandanten einer
außerhalb Tirols gelegenen Ortschaft zu Hilfe eilt, hiebei aber ver-
unglückt, Anspruch auf Unterstützung aus der Landeskasse habe oder
nicht, sowie auch der Antrag Epp: „Es soll im Gesetzgebungswege
dahin getrachtet werden, daß nur jenen Gemeinden ein Beitrag aus
dem Landesfeuerwehrfonde zu gewähren sei, in denen bereits eine
organisirte Feuerwehr existire", wurde beschlossen, beide Anträge dem
Gautage zu unterbreiten.
21. August. Der 1. Bezirks-Feuerwehrtag des politischen Be-
zirkes Innsbruck, der in Telfs im Saale des Gasthauses des Hrn.
Daum 3 Uhr Nachmittags abgehalten wurde, war von den meisten
Feuerwehren durch Delegirte besucht und zwar erschienen: Fulpmes,
Hall, Hatting, Hötting, Innsbruck, Kematen, Mühlau, Pradl, Telfs,
Volders, Wattens und Zirl. Nicht vertreten waren die Feuerwehren
Absam, Amras, Arams und Wilten.
Der Vorsitzende, Obmann des Verbandes und Oberkomman-
dant der Innsbrucker Feuerwehr Victor Baron Graff, eröffnet die
Versammlung, heißt die Delegirten mit einem herzlichen Gut Heil
willkommen und erstattet den Thätigkeitsbericht des Ausschusses, der
sich nur über die Gründungsmodalitäten erstreckt, da der Verband
erst am 3. April d. Is. sich konstituirte.
Nachdem einige Abänderungen der Statuten beantragt und be-
schlossen wurden, kommen die 2 uns schon aus der außerordentlichen
Hauptversammlung vom 20. August bekannten Anträge von den
Zugführern Anton Nußbaumer und Alois Epp zur Sprache, wobei
sich ersterer dahin erledigt, daß ein Feuerwehrmann, der bei einem
Brande in einem Nachbarlande zu Hilfe eilt und dabei verunglückt,
die Unterstützungsfrage betreffend geradeso zu behandeln sei, als
wäre dies im eigenen Lande geschehen, und letzterer einen von
Dr. Stolz beantragten Zusatz erhielt, daß auch andere Gemeinden
aus dem Landesfonde zu betheilen seien, wenn sie die Zusicherung
geben, daß sie die erhaltenen Beträge zu Feuerwehrzwecken ver-
wenden und mit der Zeit eine Feuerwehr errichten, sonst aber,
wenn sie innerhalb einer bestimmten Zeit dieser Verpflichtung nicht
21
-
nachkommen, haben sie die erhaltenen Beträge an den Landesfond
zurückzuzahlen".
-
Beide Anträge werden dem Delegirtentage in Niederdorf vor-
gelegt werden. Schließlich stellt der Zugführer Anton Nußbaumer
den Antrag, in Zukunft bei Besuch eines Feuerwehrtages in Duyer
und Kappe zu erscheinen was einstimmig angenommen wurde.
Zum nächsten Bezirks - Feuerwehrtag wird Wattens bestimmt.
Am 28. August wurde in Summerer's Garten der Namens-
tag des Oberkommandanten in festlicher Weise begangen. Trans-
parente, Fahnen, Wappenschilder und Feuerwehrembleme schmückten
den im elektrischen Licht strahlenden Garten. Nachdem die Wiltener
Musikkapelle einige Piecen exekutirt, brachte der Oberkommandant-
Stellvertreter Zugführer Anton Nußbaumer in schlichten, herzlichen
Worten, in denen er kurz die Aufgabe eines Feuerwehrmannes er-
örterte, dem Oberkommandanten namens der Feuerwehrmannschaft
für die bisherige Leitung des Körpers dankte, ihn bat, diese dem
Institute noch lange angedeihen zu lassen, ihm zugleich aber auch
einiges, kraftvolles Zusammenwirken seitens der Führer und Mann-
schaft zusicherte, den ersten Trinkspruch auf den Oberkommandanten
Victor Baron Graff aus, dessen dreifaches „Gut Heil" kräftigen
Widerhall in dem dichtbesetzten Garten fand. Die Dankesworte des
Gefeierten, der erklärte, daß er, zufrieden mit Führern und Mann-
schaft, nicht daran denke, die Feuerwehr zu verlassen, so lange der
Wahlspruch „Einer für Alle, Alle für Einen" hochgehalten werde,
riefen einen neuen Beifallssturm hervor.
Die beiden Toaste waren von einem kleinen Feuerwerk und
bengalischer Beleuchtung begleitet, wodurch, vereint mit Musik, die
gemüthliche Stiminung noch mehr gehoben wurde. Es hatten sich
außer unserer freiwilligen Feuerwehr auch die Mannschaften der
Dampfsprize, sowie Vertreter der Feuerwehren aus Hötting und
Pradl eingefunden.
10. September 1 Uhr Nachm. Brand in der Kohlstadt-Feigen-
mühle.
11. September. XV. Delegirtentag des deutsch-tirolischen Feuer-
wehr-Gauverbandes in Niederdorf.
Vom herrlichsten Wetter begünstigt, zogen heute früh die Feuer-
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wehr-Abgeordneten aus allen Gauen Deutschtirols in das an und
für sich schon schmucke Niederdorf ein, das aber zu Ehren der frem-
den Feuerwehrgäste und, um überhaupt zu zeigen, daß Niederdorf
ein feuerwehrfreundliches Dorf ist, noch durch reiche Taxgewinde,
Fahnen und Fähnlein in den Landes- und Reichsfarben, Embleme,
Transparente und Blumen sich geschmückt hat, so daß jedem, der
sich Niederdorf heute anschaute, wie man tirolisch sagt, ein guter
Humor kommen muß, wenn man nicht schon einen solchen hat.
Unter diesen Auspicien traten die Delegirten, welche im Verlaufe
des Vormittags mit den verschiedenen Eisenbahnzügen eingetroffen
und unter Vorantritt der gutgeschulten Dorfkapelle von der Nieder-
dorfer Feuerwehr-Kameradschaft begrüßt worden waren, um 92 Uhr
zur Sigung zusammen. Derselben präsidirte der Gauverbands
Obmann, Herr Dr. Otto Stolz aus Hall. Nach Constituirung des
Bureau gab der Vorsitzende bekannt, daß gegenwärtig 82 Feuer-
wehren dem Verbande angehören, von denen 50 hier durch Delegirte
vertreten waren. Diese 82 Gauverbands-Feuerwehren zählen gegen-
wärtig 6450 Mann; es ist also ein Zuwachs gegen das Vorjahr
um 11 Feuerwehren und 700 Mann zu verzeichnen. Diese ver-
theilen sich auf Ampezzo mit 100 Mann, Axams mit 57, Branzoll
mit 70, Buchenstein mit 51, Häring mit 16, Kirchberg mit 40,
Nikolsdorf mit 56, Polling mit 36, St. Ulrich mit 56, Sarnthein
mit 51 und Straß mit 38 Mann.
Nach einer herzlichen Begrüßung des Feuerwehrkommandanten
von Niederdorf, Herrn Jakob Traunsteiner, namens der Feuerwehr
und der Gemeindevertretung, kam ein inzwischen eingelangtes Be-
grüßungstelegramm des Herrn Bezirkshauptmannes von Bruneck
zur Verlesung, das allgemein erfreute.
Hierauf erstattete der Vorsitzende seinen Thätigkeitsbericht, dessen
bemerkenswerthester Punkt die neue Institution der Bezirksverbände
ist, deren Wirken sich bereits dadurch bemerkbar macht, daß sich
allenthalben ein regerer Geist der Feuerwehrsache bemächtigt und
neue freiwillige Feuerwehren sich im Lande bilden, so die oberwähn=
ten 11 Gemeinden, die zum größten Theil nach Bildung der Be-
zirksverbände entstanden. Bis jetzt haben sich die freiwilligen Feuer-
wehren der politischen Bezirke Innsbruck, Brixen, Bozen, Bruneck,
23
Lienz (der Bezirksverband besteht seit 4 Jahren), Schwaz Kufstein
und Kitzbühel zu Bezirksverbänden geeinigt, in Meran ist der Ver-
band in Bildung; nur im Oberinnthale scheinen die Feuerwehren
zu schlafen, da rührt sich nichts, weder in Silz, noch Landeck
und in Imst erst gar nichts, ebenso im politischen Bezirke Reutte.
Mit der Zeit wird auch in diesen Gegenden wieder der Sinn für
gemeinsames Handeln erwachen, wie es vor Jahren war.
Von den hierauf zur Verhandlung gekommenen Anträgen der
Bezirksverbände erwähnen wir nur derjenigen, die darauf abzielen,
den löblichen Landesausschuß doch endlich einmal dazu zu bewegen,
daß die Bestimmungen des Feuerpolizeigesetzes, betreffend die Creirung
der Feuerlöschinspektoren und des Landes-Feuerwehrfondes, in Wirk-
samkeit treten. Solche Anträge wurden eingebracht von den Be-
zirksverbänden von Innsbruck, Kufstein, Kitzbühel, Schwaz und
Lienz und gelangten so ziemlich alle zur einstimmigen Annahme.
Bemerkt sei hier noch, daß über Antrag des Bezirksverbandes
Schwaz von nun an die Schreib- und Portospesen, die den Bezirks-
verbänden erwachsen, alljährlich von der Gauverbands - Regiekassa
vergütet werden.
Ebenso werden über Antrag desselben Verbandes von nun an
die jährl. Delegirtentage aufgelassen und nur jedes 3. Jahr ein
Gautag abgehalten, weil an Stelle der ersteren nun die Bezirks-
Delegirtentage treten.
Der Antrag des Bezirksverbandes Innsbruck, dahin gehend,
daß Feuerwehrmänner, wenn sie außerhalb Tirols zur Hilfeleistung
kommandirt werden und dabei das Unglück haben, sich zu verletzen,
den gleichen Anspruch auf Unterstützung haben, wie wenn sie sich
selbe auf tirolischem Boden zugezogen hätten, ward als im Gesetze
begründet angenommen.
Nach Erledigung dieser und anderer Anträge meist interner
Natur wurde beschlossen, den letzten sog. Delegirtentag verbunden
mit einer Generalversammlung der Gauverbands-Unterstützungskasse
im kommenden Jahre in Sterzing abzuhalten.
In den Verbandsausschuß wurden gewählt für das kommende
Jahr: Als Obmann zum 16. Male Herr Bürgermeister und Ad-
vokat Dr. Otto Stolz aus Hall, zu Ausschüssen die Herren: Victor
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Baron Graff, Alois Epp und Anton Nußbaumer (sämmtliche aus
Innsbruck), Josef Stifter, Anton Thaler und Raimund Kometzky
(sämmtliche aus Sterzing).
Schließlich wurde noch beschlossen, die Beiträge für die Regie-
und Unterstützungskasse in der gleichen Höhe wie bisher einzuheben,
und damit endete die Sigung nach 3½stündiger Dauer.
Für die Arbeit wartete den Delegirten und ihren Kameraden
auch in nächster Nähe, eine Treppe tiefer, im Gasthause zur Post
die Belohnung, dort hatte nämlich der Herr Postmeister und seine
unermüdlich thätige Frau Gemahlin gegen billiges Entgelt ein Mahl
bereitet, wie es die wackeren Feuerwehrmänner nicht überall vor-
finden; man fann in Wahrheit behaupten, der Herr Wirth behan-
delte die Feuerwehrgäste nicht als Fremde, Touristen 2c., sondern
als Kameraden.
Aus 82 Gedecken bestand die Tafel, und daß es während des
Tafelns an Toasten nicht fehlte, ist selbstredend. So toastirte u. a.
der Obmann Dr. Stolz auf die Feuerwehrsache, Herr Pergher aus
Bozen auf den Obmann Dr. Stolz, Herr Traunsteiner aus Nieder-
dorf auf die Delegirten, Herr Mayr aus Ebbs auf die gastfreund-
liche Feuerwehr und die Bewohner von Niederdorf, sowie auf die
Veranstalter dieser Festlichkeiten, und Herr Komezky aus Sterzing
auf ein fröhliches Wiedersehen in Sterzing. So fehlte zum Essen
auch die Würze nicht.
Nachdem sich jeder restaurirt hatte, ertönten die Hörner der
Feuerwehr von Niederdorf, den Beginn der Uebung ankündend.
Hiezu war vom Gauverbandsobmanne das Spitalgebäude mit seiner
Umgebung ausersehen, und viribus unitis führten die Feuerwehren
von Niederdorf und Toblach die gestellte ziemlich schwierige Auf-
gabe durch. Auch hier berührte die während der ganzen Dauer der
Uebung herrschende Ruhe angenehm, die nur durch Horn- oder
Huppen-Signale unterbrochen wurde.
Am Schlusse der Uebung fand ein Schuleɣerzitium mit drei
Schubleitern verschiedenen Systems statt, jedoch waren alle drei
Leitern freistehende. Zuerst fuhren die Niederdorfer mit ihrer Schub-
leiter nach dem System Lang in Wilten vor, dann kamen die von
Innichen mit der schmucken, man möchte sagen, gelenkigen Schub-
25
leiter nach dem Systeme Weinhardt (München) und zuletzt kamen
die Welsberger mit ihrer nach dem Entwurfe des jezigen k. k. Lan-
desgerichtsrathes Herrn Kölle konstruirten Schubleiter. Alle drei
Systeme gefielen bei den exact durchgeführten Uebungen aller drei
Abtheilungen.
Damit war officiell der XV. Delegirtentag beendet und die
Feuerwehrmänner, einheimische wie fremde, deren letztere die Zahl
300 überstieg, zogen unter Vorantritt der Niederdorfer Kapelle in
das Weiherbad hinaus. Abends fand noch eine gemüthliche Fest-
kneipe im Gasthause zur Post statt und hernach verabschiedeten sich
die Feuerwehrkameraden von den wackeren Niederdorfern, das Be-
wußtsein mit sich nehmend, einige arbeitsreiche, aber auch einige
vergnügte Stunden bei ihnen verlebt zu haben mit dem herzlichsten
Danke für die freundliche, kameradschaftliche Aufnahme. Gut Heil!
16. September. Kommandantschaftssitzung im Kommandant-
schaftszimmer, In dieser Sitzung wurde beschlossen, das 30jährige
Stiftungsfest in Feuerwehrkreisen am 8. Oktober d. Js. gemüthlich zu
begehen und hiezu die Gründer der Feuerwehr, die Löschdirektion
und den Gemeinderath geziemend einzuladen, sowie am nächsten
Tage 10 Uhr Vorm. die Herbsthauptübung abzuhalten.
21. September. Erweiterte Ausschußsizung. Nach endlicher
Erledigung der Musikangelegenheit, die Herr Thöny, Kapellmeister
von Hötting, durch seine annehmbaren Propositionen herbeiführte,
wurde der Beschluß der Kommandantschaft, das 30jährige Stiftungs-
fest abzuhalten, zur beistimmenden Kenntniß genommen.
28. September. Nach der Uebung des dritten Zuges der frei-
willigen Feuerwehr am vergangenen Mittwoch begaben sich sämmt-
liche, diesem Zuge angehörige Mannschaften über Einladung des
Zugführers zum Maximiliansbade. Dort hatte die sinnige Hand
des Feuerwehr-Magazinsverwalters im Vereine mit Kameraden des
Zuges den 1. Stock sehr hübsch dekorirt, vor allem mit dem von
einem Eichenkranz umwundenen Porträt des Zugkommandanten
Herrn Alois Epp, des Veranstalters des Festabends, mit Fähnlein,
Emblemen, sinnigen Feuerwehr- und Turnersprüchen und Wappen-
schildern.
Es galt einem langjährigen Mitgliede der Feuerwehr, das seit
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dem Jahre 1873 dem Körper angehörte und demselben noch ange
hören würde, wenn nicht der Arzt ihm den Feuerwehrdienst un-
bedingt untersagt hätte, dem wackeren ehemaligen Rottenführer
der zweiten Sprite des III. Zuges, Herrn Strohhutfabrikanten
Wilhelm Trager, einen kleinen Zoll der Dankbarkeit abzutragen.
Ueber Beschluß der Kommandantschaft wurde demselben ein sehr
hübsches Diplom überreicht, worin der Bürgermeister und die Kom-
mandantschaft dem Herrn Trager dankt, für seine vieljährige und
erprobte Dienstleistung.
Auf die bezügliche Ansprache des Zugkommandanten und nach
Uebergabe des in hübscher Rahme befindlichen Diplomes an den
Gefeierten, dankte derselbe sichtlich gerührt in herzlichen Worten mit
dem Versprechen, stets in seinen Kreisen für das Gedeihen der
Feuerwehr einzustehen und toastirte auf deren ersprießliche Weiter-
entwicklung.
Toast folgte nun auf Toast, bis der Zugkommandant in seinem
Schlußworte der Mannschaft des dritten Zuges für ihre stets eifrige
Pflichterfüllung im verflossenen Sommer als auch dem anwesenden
Oberkommandanten und den anderen Mitgliedern der Kommandant-
schaft für ihr stets bewiesenes Entgegenkommen, wenn es galt, be-
rechtigte Ansprüche zur Geltung zu bringen, den Dank votirte. Da-
mit schloß der offizielle Theil der Ehrung.
30. September. Die Kommandantschaftssigung beschäftigte sich
hauptsächlich mit genauer Feststellung des Programmes zum 30jähr.
Stiftungsfeste, welches folgendes ist:
Am 8. Oktober Abends 8 Uhr Festkonzert mit Festkneipe im
Café Austria, wozu, wie schon früher erwähnt, die Gründer, die
Löschdirektion und der Gemeinderath geladen werden.
Am Sonntag den 9. Oktober Hauptübung, zu welcher die Fest-
gäste ebenfalls einzuladen sind. Schlag 10 Uhr wird mittels Tele-
phon das Signal zum Abmarsche gegeben und die einzelnen Züge
haben direkt zum Brandobjekte zu marschiren.
8. und 9. Oktober. 30jähriges Stiftungsfest und Herbsthauptübung.
Unsere freiwillige Feuerwehr beging vorgestern im großen Saale
des Café „Austria" ihr 30jähriges Wiegenfest, eingeleitet von den
Herrlichen Klängen des „Erzherzog Johann-Marsch", ausgeführt von
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einer Abtheilung des Streichorchesters der Musikkapelle des In-
fanterie-Regimentes Nr. 73. Um das mit grünem Targewinde
und den Wappenschildern der benachbarten freiwilligen Feuerwehren
sinnig gezierte Bildniß des Vaters der hiesigen freiw. Feuerwehr,
des leider schon verstorbenen akademischen Turnlehrers Franz Thurner
hatten sich einige Männer zusammengefunden, die von jener wackeren
Turnerschaar noch am Leben sind, welche unter Thurners Kom-
mando im Jahre 1857 das damalige Steigerkorps (Rettungskorps)
bildeten, es sind dies: Altbürgermeister und Sparkasse - Vorstand
Karl Adam, Wildprethändler Hans Riegl, Fabrikant Johann Weyrer,
Schlossermeister Franz Schieſtl und der städt. Polier Andreas Kra-
linger. Außerdem erblicken wir am Ehrentische die Ehrenmitglieder
Dr. Otto Stolz von Hall, Dr. Johann Tschurtschenthaler, Altbürger-
bürgermeister und Sparkassedirektor und Josef Melzer, Tapezierer
und Altoberkommandant, sowie den Bürgermeister Dr. Falk, die
Gemeinderäthe Franz Baur und Wilhelm Dannhauser, letterer im
Vereine mit den Herren Max Menger und Hans Lener als Ver-
treter des hiesigen Turnvereins, ferner den Kommandanten der
Dampfsprize A. Kreil und den Konditor J. A. Gfall und einen
den Feuerwehrmännern besonders lieben Gast, den Kommandanten der
Wiener Feuerwehr i. R. Karl Schueler. Am nächsten Tische hatte die
Kommandantschaft Platz genommen und an den übrigen Tischen
die Mannschaft. Auch Vertreter der Nachbarfeuerwehren erblickten
wir in der zahlreichen Versammlung.
Nachdem das Orchester einige Piecen mit gewohnter Virtuosität
vorgetragen hatte, begrüßte der Oberkommandant Victor Baron Graff
die Anwesenden mit kräftigem Feuerwehrmanns „Gut Heil", gab
einen flüchtigen Umriß der Gründung unserer freiw. Feuerwehr,
fnüpfte daran den Dank an die noch lebenden Gründer derselben,
an alle jene, die diesem Institute bisher in Treue gewogen waren,
an die Ehrenmitglieder, den löbl. Gemeinderath mit dem Bürger-
meister an der Spize, und an die löbl. Sparkassevorstehung für
die zugekommene materielle und moralische Unterstützung und verlas
sodann die Liste jener 20 wackeren Männer, die vor 30 Jahren sich
um ihren Turnlehrer Franz Thurner schaarten' und das Steiger-
korps gründeten. Es sind dies: Karl Adam, Altbürgermeister,
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Gürtler Johann, Höft Josef, Juwelier, Kralinger Andreas, städt.
Polier, Dr. med. Lantschner, Metz Ferdinand, Landschaftsbeamter,
Riegl Hans, Wildprethändler, Schieſtl Anton, Turnlehrer in Bozen,
Schiesti Franz, Schlossermeister, Walde Wilhelm und Weyrer Johann,
Fabrikant; dazu kommen noch die bereits Verstorbenen: Professor
Daum, Greil Anton, Schneider, Hagspiel Josef, Hueber Josef,
Mages Alois, Rhomberg Rudolf, Spielmann Alois, Rauch Josef,
Kupferschmied und Todtenmoser.
Kaum war das begeisterte dreifache "Gut Heil", das all diesen
wackeren Männern galt, verbraust, so erhob sich der Führer des
III. Zuges Alois Epp und gab in längerer sehr beifällig aufgenom=
menen Rede eine historische Darstellung der Geschicke der Inns-
brucker freiw. Feuerwehr von ihrer Gründung bis in die Jeßtzeit.
Redner beginnt mit der Schilderung jener Zustände im Löschwesen,
die noch vor 30 Jahren in unserer Stadt herrschten, als noch
die Claudianische Feuerwehrordnung Geltung hatte. Da war eg
Thurner, sagt der Redner, der den Gedanken zuerst erfaßte, diese
veralteten Zustände zu bekämpfen und nach deutschem Muster das
Löschwesen umzugestalten. Diesen Gedanken theilte er seinen Turn-
genossen mit. In den Ferien des Jahres 1857 reiste er nach
Deutschland und hatte in Stuttgart die Gelegenheit, Steigerübungen
mitzumachen. Er berichtete darüber seinem Freunde Hans Riegl
nach Innsbruck, der nun in den damaligen „Innsbrucker Nach-
richten" eine Notiz darüber veröffentlichte, um die Bevölkerung
Innsbrucks darauf aufmerksam zu machen. Inzwischen war bei
einem in Zürich ausgebrochenen Hotelbrande von der dortigen freiw.
Feuerwehr zweien Tirolern das Leben gerettet worden. Als nun
Thurner von seiner Ferienreise zurückgekehrt war, berichtetete er
darüber dem Bürgermeister und alsbald fanden sich seine Turn-
genossen bereit, ein Steigerkorps zu bilden. So wurde am 18. Dkto-
ber 1857, dem Jahrestage der Völkerschlacht bei Leipzig, hier in
unserer Stadt der Grund zu einer freiwilligen Feuerwehr gelegt,
nachdem Thurner auf eigene Gefahr hin ein Sprungtuch und Steck-
und mehrere Hackenleitern, sowie auch einen Rettungsschlauch in
Mainz bestellt hatte. Die Rüstungen, wovon Herr Hans Wehrer
ein noch gut erhaltenes Exemplar in der Versammlung herumzeigte
29
und auf dem 11 Brände verzeichnet sind, haben diese Wackeren sich
selbst angeschafft. Der Gemeinderath aber war außer sich, als es
sich darum handelte, einen Geräthekarren anzuschaffen; jedoch Thurner
mit seinen tapferen Genossen ließ sich nicht abschrecken. Damals,
bemerkte der Redner, hat der Gemeinderath um 60 fl. geknausert,
allein die Feuerwehr kam doch zu Stande und die Genossen Thur-
ners haben sich fleißig am alten Conviktsgebäude (jetzt Waisenhaus)
geübt. Zu diesen Uebungen war anfangs immer der Geräthekarren
von Stadtarbeitern an den Uebungsplatz befördert worden. Diesem
Mißstand wollte Thurner abhelfen und auf Riegls Ausspruch, die
Uebung muß beim Magazine beginnen, kommandirte eines Tages
Thurner die Rettungsmannschaft an den Karren. Einige davon
weigerten sich, den Karren durch die Stadt zu fahren mit der Mo-
tivirung, sie seien Feuerwehrleute und keine Karrenzieher. Rhom-
berg Rudolf, Prof. Joh. Daum und Karl Adam waren es nun,
die sich im Vereine mit noch einigen sofort an die Seite Thurners
stellten und den Karren flott durch die Straßen Innsbrucks zogen,
und Zierden der Bürgerschaft, von denen manche in der Folge die
höchsten Ehrenstellen mit Geschick bekleideten und noch bekleiden,
haben sich auch in den darauffolgenden Jahren an den Karren
gestellt.
Redner schildert nun die weitern Hemmnisse und Kämpfe, die
dieses Institut unter Thurner zu überwinden hatte, bis endlich einer
aus dieser Schaar, Herr Karl Adam, Bürgermeister wurde und dem
Institute sein Wohlwollen durch Anschaffung der Metz'schen Sprize
bekundete.
Im Jahre 1871 übernahm Egid Pegger das Oberkommando,
dem es endlich gelang, die volle und ganze Unterstützung seitens des
Gemeinderathes und damit auch die volle Achtung und Anerkennung
der Bürgerschaft für die Feuerwehr zu erringen. Leider, betont
Redner, sollte die von ihm neuorganisirte Feuerwehr das erstemal
ausrücken zum Begräbniß eben dieses Mannes, es war ein endlos
Langer Zug von Feuerwehrmännern, der ihm das letzte Geleite gab.
Auf Egid Pegger folgte als Oberkommandant Josef Melzer,
der im Jahre 1877 mit dem goldenen Verdienstkreuze ausgezeichnet
wurde.
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Diesen löste im Frühlinge des Jahres 1882 der jetzige werthe
Oberkommandant Victor Baron Graff ab.
Redner bespricht noch die im Jahre 1885 erfolgte und nun
durchgeführte Reorganisation der Feuerwehr, deren Ursachen und Ver-
lauf wohl noch in Aller Gedächtniß ist.
Sodann gab er eine kurze Erörterung des Wesens der freiw.
Feuerwehr und erklärte sehr treffend ihren Unterschied von den ge=
zahlten Feuerwehren, welch' letztere wohl in großen Städten, die ihr
vollauf Beschäftigung geben und sie erhalten können, ihren Zweck
erfüllen, während sie in kleineren Städten versumpfen müssen.
Am Schlusse seiner Ausführungen spricht auch Herr Epp allen
jenen Korporationen und Personen den Dank der Jubilantin aus,
die derselben ihr Wohlwollen zugewendet, und toastirte auf diese
sowohl, wie auf die anwesenden alten Herren aus Thurners Zeiten
mit dem Wunsche, sie alle wieder nach 10 Jahren zum 40jährigen
Gründungsfeste der Feuerwehr einladen zu können.
Herr Bürgermeister Dr. Falk begrüßte die Feuerwehr namens
des Gemeinderathes und der Stadt Innsbruck mit warmen Worten
zum Jubelfeste, betonte namentlich, daß die Mitglieder der Feuer-
wehr stets die volle Achtung der Bewohner Innsbrucks und der
Stadtvertretung genießen, ermahnt die Feuerwehrmänner zur Einig-
keit und brachte seinen Toast auf die freiwillige Feuerwehr Inns-
brucks aus.
Herr G.-R. W. Dannhauser toastirte ebenfalls auf die Feuer-
wehr namens des Turnvereines und betonte hiebei, daß, wie die
Feuerwehr von Turnern gegründet worden ist, so die Feuerwehr-
männer die deutsche Turnerei nicht aus dem Auge lassen möge,
die den Muth hebe und die Kraft stähle und deren Steiger und
Spritzenmann nothwendig bedürfen.
Gauverbandsobmann und Bürgermeister von Hall, Dr. Otto
Stolz, brachte sein „Gut Heil!" der Innsbrucker Feuerwehr als
der Stammmutter aller deutschtirolischen Feuerwehren; denn von
Innsbruck aus seien die Sendboten ins Land gezogen und haben
die Gründung von freiwilligen Feuerwehren angeregt, und jetzt blicke
eine stattliche Zahl von Feuerwehren freudig auf die Innsbrucker
31
-
Feuerwehr und suche bei ihr das, was die Tochter bei der Mutter
suche, nämlich Rath und Beistand.
Der Kassier der Unterſtüßungskasse, Hermann Hueber, gibt ein
Bild der Entwicklung der Kasse, wie sie im Jahre 1866 durch frei-
willige Beiträge der Feuerwehrmänner mit einem Fonde von
227 fl. 50 kr. gegründet und allmählig im Laufe der Jahre auf
die heutige Höhe von 30.118 fl. 28 kr. angewachsen ist. Den
größten Aufschwung nahm das Interesse der Bevölkerung für die
Kasse unter dem Oberkommando des Herrn Josef Melzer, dem
Redner für seine Bemühungen um die Hebung der Unterſtüßungs-
kasse den Dank zollte. Diesen Ausführungen entnehmen wir auch,
daß bisher 5000 fl. an Unterstützungen verabfolgt wurden. Redner
toastirte schließlich auf die feuerwehrfreundlichen Bewohner der
Stadt Innsbruck, die der Feuerwehr eine Unterstützungskasse ge=
schaffen, um welche sie vielleicht große Städte beneiden.
Obmann der Ordnungsmannschaft Herr Jörg gedenkt in pietät-
vollen Worten der aus dem Leben geschiedenen Mitglieder.
Dr. Stolz brachte namens des Gauverbandes noch einen Toast
auf den Innsbrucker Turnverein, aus deſſen Mitte die Innsbrucker
Feuerwehr und mit ihr auch in der Folge die deutschtirolischen und
durch Dr. Josef Wedl auch die niederösterreichischen freiw. Feuer-
wehren hervorgingen.
G.-R. Dannhauser dankte namens des Turnvereines für diese
anerkennenden Worte und erhob sein Glas auf gute treue Freund-
schaft zwischen der Feuerwehr und der deutschen Turnerei.
Oberkommandant Victor Baron Graff verlas ein während des
Abends eingelangtes Schreiben des ehemaligen Innsbrucker Feuer-
wehrmannes, nunmehrigen Obmannes des niederösterreichischen Feuer-
wehr-Landesverbandes Dr. Josef Wedl in Wiener-Neustadt und ein
Telegramm des ehemaligen Feuerwehrmannes Dr. Stapf-Ruedl aus
Azenbuch, f. k. Notar in Amstetten, welche allgemeine Freude er-
regten und seitens der Anwesenden mit dreifachem „Gut Heil" be-
antwortet wurden.
Damit hatte die offizielle Feier des 30jährigen Bestandes der
Feuerwehr ihr Ende erreicht, und in gemüthlich kameradschaftlichem
Beisammensein verfloß noch bei den trefflichen Klängen des Orchesters
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19/51
32
und guter Küche und gutem Keller die kurze Spanne Zeit bis zum
Aufbruche, der denn auch erst nach 1 Uhr erfolgte.
Sonntag 10 Uhr vormittags fand zum Abschluß des 30jähr.
Jubelfestes die Herbsthaupt- und Jahresschlußübung statt. Als
Brandobjekt war das Gebäude der f. t. Finanz-Landesdirektion aus-
ersehen; es galt dabei die Annahme, daß im genannten Gebäude
bei herrschendem Südwinde ein Dachfeuer zum Ausbruche gekommen
jei. Es galt nun sowohl das Feuer direkt anzugreifen, als auch
die angränzenden Gebäude zu schützen.
Erstere Aufgabe erfüllte der I. und II. Zug, in dem jener
direkt das Braudobjekt bestieg, letzterer am östlichen Ende der Bürger-
schule seine Leiter aufstellte. Der III. Zug postirte sich auf der
westlichen Seite der Bürgerschule, der IV. Zug beim Hause des
Bäckermeisters Köb.
Hier sei erwähnt, daß diesmal die Höhe der Bürgerschule die
Abtheilungskommandanten irreführte und dieselben zuerst versuchten,
ohne Verlängerung der Leitern die Dachhöhe zu erreichen, was
jedoch vergebliche Müye war; allein bald war dieses sehr verzeihliche
Versehen gut gemacht und in verhältnißmäßig kurzer Zeit war der
Angriff allseitig vollendet.
Inzwischen war auch die Dampfsprize in der Karlstraße an=
gelangt. Nun tam für die Schlauchmannschaft die Gelegenheit, ihre
Fertigkeit um mehr zu zeigen, als die meisten bei der Uebung
zur Verwendung gelangenden Schläuche defekt waren; das Kom-
mando ertönte, nach welchem die Dampfsprize sechs von den acht
in Arbeit stehenden Schläuchen abzulösen und zu ersetzen hat. In
aller Ruhe, wie die Uebung überhaupt, ging diese Verwechslung
vor sich und 5 Spritzen waren hiedurch wieder verfügbar, welcher
Umstand im Ernstfalle ziemlich bedeutend in die Wagschale fallen
dürfte. Darnach vereinigte die Dampfspriße ihre ganze Kraft in
einen Strahl, sandte dafür aber einen solchen armdick von der
Straße aus weit über die umliegenden Häuser; freilich waren drei
Handfeste Männer erforderlich, das Standrohr, aus dem der Strahl
hervorschoß, zu halten, und für eine längere Zeit würden dieselben
ohne Ablösung es kaum aushalten können.
Nach Beendigung der Uebung, welcher der Bürgermeister
33
Dr. Falk nebst den Gemeinderäthen Philipp Hummel, W. Dann-
Hauser und Ingenieur Reiter beiwohnte, zogen alle 4 Züge zum
Ferdinandeum ab, um dort ihre Leitern an der Höhe desselben zu
versuchen. Es wurde hiebei konstatirt, daß das Ferdinandeum so
hoch ist, daß nicht jede Schubleiter hinaufreicht. Mit dieser Probe
war auch die gestellte Aufgabe vollkommen gelöst.
10. Oktober. Kommandantschaftssigung, die hauptsächlich in-
terne Angelegenheiten in sich barg, und in welcher beschlossen wurde,
ein Gesuch an die Turnvereins-Vorstehung zu richten, damit die
Feuerwehrmitglieder die gleichen Stunden wie die Vereinsmitglieder
benützen können.
3. November. Geräthemeistersizung.
4. November. Kommandantschaftssitzung. Den wesentlichsten
Theil dieser Sigung bildete das Präliminare für das Jahr 1888,
welches im großen Ganzen dasselbe bleibt wie im Vorjahre.
Auch die oft erörterte Feuerlaternenfrage konnte nach Aussage
unseres Oberkommandanten keine Verbesserung erfahren, da troß
mehrfacher Bemühungen nichts Besseres in dieser Richtung entdeckt
wurde.
Der weitere Punkt, die Herstellung der durch den letzten Schnee-
fall unterbrochenen Telephonleitung und deren Kosten wird einer
Erörterung unterzogen.
5. November. Abends versammelten sich im Saale beim „gol-
denen Löwen" fast alle Mitglieder des II. Zuges der freiwilligen
Feuerwehr, um einen Mann zu ehren, der seit dem Jahre 1863
sich ununterbrochen dem Feuerwehrdienste gewidmet und nur ge-
schäftlicher Verhältnisse wegen die sehr verantwortliche Stelle eines
Kommandanten der Landfahrsprite niederlegte und den Feuerwehr-
körper verließ, den Herrn Ferdinand Kiecht.
Der Kommandant des II. Zuges, Franz Kerber, eröffnete die
Feier mit einer Ansprache, in der er die Verdienste des Gefeierten
hervorhob. Kiecht hat in den 24 Jahren, in denen er der Feuer-
wehr angehörte, alle Kategorien des Dienstes durchgemacht; er war
Steiger, Sprißenmann, Schlauchmann, Sanitätsmann und zuletzt
Kommandant der Landfahrsprize, als welcher er sowohl das ihm
anvertraute Requisit, als auch die unter ihm stehende Mannschaft
3
Seite 20
20/51
34
stets in musterhafter Ordnung gehalten hat. Kein Wunder daher,
wenn allgemein das Bedauern über seinen Rücktritt ausgesprochen
wurde. Am Schlusse seiner Ausführungen übergab der Zugskomman-
dant dem scheidenden Kameraden ein sehr hübsches, vom Bürger-
meister und der Feuerwehrkommandantschaft unterfertigtes Aner-
kennungs-Diplom unter brausendem „Gut Heil!" der Anwesenden.
Tiefgerührt dankte Herr Kiechl für dieses Zeichen der An-
erkennung.
Es folgte sodann eine Reihe von Toasten auf denselben: von
dem Oberkommandanten, ferner vom Rottenführer Anton Halbeis
namens des IV., vom Zugskommandanten Al. Epp namens des III.
und dem Rottenführer Max Klammer namens des I. Zuges.
Herr Kiecht erklärte schließlich kurz vor Beendigung der kleinen
aber herzlichen Feier, wieder in die Reihen der Feuerwehr, wenn auch
nicht aktiv, so doch als Ordnungsmann eintreten zu wollen, welcher
Entschluß ihn den Herzen seiner Kameraden nur noch theurer macht.
8. November. Geräthemeistersißung.
17. November begab sich eine Deputation von 8 Herren der
hiesigen Kommandantschaft und des erweiterten Ausschusses nach
Hall, um der Namensfestfeier des Gauverbandsvorstandes und Bürger-
meisters Herrn Dr. Otto Stolz dort beizuwohnen.
18. November. Kommandantschafts Sigung. Verschiedene An-
fragen und Interpellationen bringen die letzthin erörterte Angelegen=
heit von der unterbrochenen Telephonleitung auf die Tagesordnung
und wird beschlossen, die nöthigen Vorkehrungen zu treffen, um die
baldige Herstellung zu ermöglichen.
Ferners wird, statt der früher üblich gewesenen Christbaum-
feier, wegen Mangel an geeigneten Räumlichkeiten und verschiedener
anderer Verhältnisse beschlossen, einen gemüthlichen Abend zu ver-
anstalten, um den kameradschaftlichen Geist neu zu beleben und zu
stärken.
22. November. Dieselben Punkte der Tagesordnung kommen
in der erweiterten Ausschußsißung zur Sprache und erledigen sich
im Sinne der Kommandantschaftsbeschlüsse.
Für den am 7. Jänner 1888 zu veranstaltenden gemüthlichen
Abend im Café Austria wird ein Comité aus folgenden Kameraden
35
-
zusammengestellt: Jos. Brix, Max Klammer, I. Hopfer, A. Brugger
und August Lerch.
16. Dezember. Die letzte Kommandantschaftssitzung in diesem
Jahre bespricht die Vorkehrungen des in Bälde stattfindenden, ge-
müthlichen Abends, beschließt, für den 23. 1. Mts. Abends 8 Uhr
eine taktische Uebung abzuhalten, die Zugführer Nußbaumer zu be-
stimmen hat, worauf Vorsitzender, Oberkommandant Victor Baron
Graff, mit einem Dank für die kräftige Mithilfe der Kommandant-
schaft in diesem Jahre und mit dem Ersuchen um fernere Unter-
stützung die Sigung schließt.
23. Dezember. Taktische Uebung. Ort: Dreiheiligenstraße.
Brandobjekt: Beim Eintreffen der ersten Abtheilung steht der
nördliche Theil des Dachstuhles des Hauſes Nr. 23 in hellen Flammen
und hat den oberen Theil des Hauses Nr. 25, sowie die verschiedenen
Hölzer und Bretter des Lagerplates bereits ergriffen. Windrich-
tung: Vorherrschend Südwind, gemischt mit stoßweisen Westwind.
Zeit: Mitternacht. Ende Juli (war schon 14 Tage große Hiße).
Wasserverhältnisse: Normale. Kommandant: Der Ober-
kommandant. Aufgabeſteller: Zugsführer Ant. Nußbaumer.
Innsbruck, 31. Dezember 1887.
3
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Sparkassabuch Nr. 9269, Stand
31. Dezember 1886
Einlagen
Zins
Guthaben Regiekasse
Baarkasse
37
Uebertrag
fl. 17.649.97
fl. 8715.51
fl. 3150-
fl.
372.68
fl. 12-238-19
fr.
700-
fl.
350.14
kassewesen.
A. Kranken-Unterstüßungskaffe.
Victor Baron Graff, Vorsitzender.
Hueber Hermann, Kassier.
Rissinger Paul
Epp Alois
Kerber Franz
Keller Alois
Ausschußmitglieder.
Jörg Josef
Brix Josef
Kastner Johann
Das Vermögen dieser Kasse hatte am 31. Dezember 1887 die
Höhe von fl. 30.938-30 erreicht, was im Vergleiche zum Vermögens-
stande vom 31. Dezember 1886 mit fl. 30.118.28 mit Berücksich=
tigung der an die freiwillige Feuerwehr Wilten abgelassenen fl. 150.-
Legattheil vom † Dr. Hammer einen Kassezuwachs von fl. 970-02
ergibt.
Diese Kassefonds bestehen aus:
1 Stück 1860er Lose à fl. 100
Zins ab 1. November
1 Innsbruckerlos
Sparkassabuch Nr. 13006 Stand
31. Dezember 1886
Zins
fl. 135.25
fl. -.66 fl. 135.91
fl.
20.50
fl. 16.820.74
fl.
672.82
Fürtrag
fl. 17.493.56
fl. 17.649.97
Summe fl. 30.938-30
Die Erhöhung des Kassebestandes begründet sich durch:
Zinsen auf Kapitalien und Werthpapiere
fl. 138.37
b) Unbehobene Sparkasse-Zinsen
fl. 1045.50
c) Gaben der P. T. Gönner
fl. 128-
Summe
fl. 1311-87
Wovon in Abzug kommen:
a) Unterstügungen und Begräbnis-Musik
fl.
261-
b) Auslagen für Inkasso, Legatsteuer, Quittung,
Stempel 2c.
fl.
45-14
c) Coursdifferenz
fl.
35.71
fl.
150-
Summe fl. 491-85
Hermann Hueber,
Kassier.
d) Theilrücklassung des † Dr. Hammer'schen Le-
gates an die freiwillige Feuerwehr, Wilten
Geprüft und richtig befunden:
Halbeis Anton, Rissinger Josef, Sattleder Josef.
B. Regiekaffe.
Zum Aktivstande vom 31. Dezember 1886 pr.
famen im Jahre 1887 noch weitere Einnahmen:
1. Zinsenerträgniß vom 1. Jänner 1887 bis
1. Jänner 1888
2. Schenkung des Herrn Ant. Köllen-
sperger anläßlich des Fabriksbrandes
Fürtrag
fl. 34:04
fl. 1.079-18
fl. 150-
fl. 18404 fl. 1.079.18
Seite 22
22/51
38
Uebertrag fl. 184.04
fl. 1.079.18
3. Die Assicurazione generali aus
gleichen Gründen
4. Beitrag der Stadt für Spritzen-
proben und Einzahlung an den Gau-
verband der deutsch-tirol. Feuerw.
5. Schenkung des Hrn. Pet. Stemberger
6. Schenkung des Herrn Anton Schu-
macher anläßlich des Brandes in
der eigenen Setzerei
Verausgabt wurde:
1. Für Sprißenproben und Einzahlung
an den Gauverband der deutsch-
tirolischen Feuerwehren
fl. 100-
fl. 150-
fl. 50-
fl. 200-
Summe
fl. 684.04
fl. 1763-22
fl. 127-
2. Für den Feuerwehr-Bezirksverband
Innsbruck
fl. 10-75
3. Schenkungen den Feuerwehr. Hötting
und Pradl
fl. 75-
4. Reiseentschädigung der Delegirten
nach Brünn und retour und nach
Niederdorf und retour
5. Für abgehalt. Unterhaltungen, Con-
fl. 102.38
zerte, Stiftungsfest, Namensfest 2c. fl. 353-63
6. Verschiedene Auslagen laut Belege fl. 50-90
Verbleibt daher ein Reinvermögen von
Ausgewiesen in einem Sparkassebuch Nr. 2421
und eine Barschaft von.
Anton Nußbaumer,
Kassier.
Geprüft und richtig befunden:
fl. 719.66
fl. 1.04356
fl. 1.034.68
ft.
8.88
Summe fl. 1.043.56
Josef Rissinger, Ant. Halbeis, Jos. Sattleder.
Statistischer Anhang
zum
XIII. Jahres Berichte
der
freiwilligen Feuerwehr Innsbruck
für das
30. Vereinsjahr 1887.
Seite 23
23/51
Benennung
Personalstand mit 31. De-
zember 1887
Benennung
Versonalstand 1887.
a) der aktiven Mannschaft.
Kommando
Oberkommandant
Technischer Rath
Magazins-Verwalter
Adjutant
Schriftführer
Signalist
Pionnier
Vereinsdiener
I. Zug
II. Bug
III. Bug
IV. 3ug
Mannschaft
Mannschaft
Mannschaft
Mannschaft
Sanität
Chargen
Signalist
Steiger
Sprißen
Schlauch
uǝbav
Personalstand am 31. De-
zember 1887
111121116 6 110 27 11 6 213 27 9 6 215 27 14
216 19 6 239
527145216
b) der nichtaktiven Mannschaft.
Ehrenmitglieder
Löschdirektion
Korpsärzte
4
7
3
1
Obmann
Ordnungsmänner
Chargen
Signalist
Steiger
Schlauch-
Sprißen
Chargen
Signalijt
Steiger
Sprißen
Schlauch-
Chargen
Signalist
Steiger
Sprizen-
Schlauch-
Zusammen
35
35
51
Obmann-
stellvertreter
Mannschaft
Zusammen
An-
merkung
— 41
40 -
Seite 24
24/51
Sitzungen
Nachweis
a) über stattgehabte Sihungen.
Versammlungen
Brände
2
10 7
4
1
1
1
2
1
3
Anmerkung
23
3
3
3
42
Anmerkung
b) über abgehaltene Uebungen.
Musterungen
Haupt-
Marsch-
Uebungen
Zugs
Uebungen
mit ohne
Wasser
Steiger-
Spritzen-
Schlauch-
Hydranten-Proben
Zusammen
Uebungen
Abtheilung
☐
I
Vom Gesammtkörper
1
2
Vom
I. Zug
1
II.
1
"
"
III.
IV.
1
1
20
5
3
I
2 10
10
27
22
6
-
I
40
1
2
13 21
7
49
2
21
8
8
-
44
2
3
14 10
10
10
10
2
47
1
2
co
3
8
58
99
66
31 2 183
- 43 -
Seite 25
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45
Inventar
der vorhandenen Geräthe, Ausrüstungs Gegenstände etc. mit
Schluß des Jahres 1887.
1 Telephonleitung.
1. Geräthschaften.
2 Meg'sche Spriten sammt Zugehör.
4 Schmid'sche Sprißen sammt Zugehör.
1 Knaust'sche Sprize sammt Zugehör (Landfahrsprize).
7 Schlauchwägen.
1200 Meter Schläuche mit Normalgewinde.
1 Buttenspritze*).
2 Extinkteure (System Beyl).
5 Hydranten und 1 Aufsatzrohr.
4 Strahlrohre (vorräthige).
1 Schraubenschlüssel, französischer.
1 Schlauchgewindschlüssel.
1 Verbindungsgewinde, vorräthig.
8 Schlauchbrücken, eiserne.
12 Schlauchkrücken.
14 Schlauchknie.
1 Vacuum und Manu-Meter.
1 Spirituslampe (zum Erwärmen).
1 Einreißerkarren sammt dazu gehörigen Requisiten.
3 Steigerkarren.
4 Schubleitern, dreitheilige.
1 Schubleiter, zweitheilig.
16 Hakenleitern.
4 Dachleitern.
1 Mauerbock sammt Zugehör.
3 Spinnen.
1 Rettungsschlauch.
*) 2 Buttensprigen der bezahlten Feuerwehr übergeben.
2 Sprungtücher.
12 Schlauchbinden.
1 Brause.
1 Rutschtuch (auch als Sprungtuch verwendbar).
3 Selbstretter.
3 Rettungskörbe.
7 Rettungstaschen.
1 Rauchapparat, Galibert'scher.
3 Sicherheitslaternen.
18 Steigerlaternen.
7 Feuerlaternen (alte).
100 Wasserkübel.
1 Petroleumfackel, groß, sammt Gestell.
28 Petroleumfackeln.
2 Kommandantschaftslaternen mit Fahne.
4 Zugstandarten.
2. Mobiliare.
4 Geräthekästen (2 große und 2 kleine).
5 Bettstätten, eiserne.
5 Strohsäcke (im Wachlokale).
5 Kotzen (im Wachlokale).
3 Tische.
24 Stühle.
1 Bank.
6 Petroleum-Hängelampen.
2 Kleiderrechen.
1 Vereinsfahne.
3. Utensilien.
42 Wappenschilder, blecherne.
1 Porträt (Thurner). *)
15 Photographien, diverse eingerahmte.
4 Bilder, diverse eingerahmte.
1 Humpen aus Zinn.
1 Humpen aus Holz.
*) Porträt von Pegger dem Alt-Oberkommandanten zurückgestellt.
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1 Trinkhorn.
1 Schubleitermodell sammt Glassturz.
1 Windwachordnung.
1 Tischglocke.
1 Büste (Jahn).
1 Tafel mit Grabschleifen, große.
4. Ausrüstungs-Gegenstände.
235 Duyer, Loden, zur Benüßung.
100
"
vorräthig.
"
226 Helme in Verwendung.
105 Beile in Verwendung.
176
31
vorräthig.
vorräthig.
11
85 Schlauchgewindschlüssel.
118 Nothnägel.
Mundschwämme.
62 Leinen in Verwendung.
27
vorräthig
16 Kommandanten-
112 Steiger-
221 Sprigenmänner-
80 Schlauchmänner-
Gurten.
14 Riemen für Rohrführer.
23 Huppen.
7 Signalhörner (für Hornisten).
2 Pickel (für Pionniere).
14 Schurzfelle.
5 Cartouchen.
2 Kommandantenschärpen.
9 Verbandzeuge für die Sanität.
9 Armbinden
11
1 komplet eingerichtete Apotheke mit einer Tragbahre, Schienen
und Verbandtornister.
Personal-Stand
der
freiwilligen Feuerwehr Innsbruck,
mit 31. Dezember 1887.
Ehrenmitglieder:
Herr Dr. Otto Stolz, Gauverbands-Vorstand und Bürgermeister
von Hall, ernannt am 31. Jänner 1876.
"
"
Dr. Johann Tschurtschenthaler, Sparkasse-Direktor und Alt-
bürgermeister, ernannt 20. Juni 1877.
Hans Riegl, Handelsmann und Gemeinderath, ernannt am
14. Februar 1880.
Josef Melzer, Altoberkommandant, Tapezierer und Hausbefizer,
ernannt am 31. Jänner 1882.
Löschdirektion:
Herr Dr. Heinrich Falk, Bürgermeister.
"
Hans Riegl, Gemeinderath.
Nußbaumer Johann, Gemeinderath.
"
Alois Epp,
"
"
Josef Sonvico,
"
"
Victor Baron Graff, Feuerwehr-Oberkommandant.
Josef Brix, Magazinsverwalter.
A. Beim Kommando.
Oberkommandant: Victor Baron Graff.
Oberkommandant-Stellvertreter: Anton Nußbaumer*).
Technischer Rath: Josef Mayr.
Magazins-Verwalter: Josef Brix.
Adjutant: Christof Hummel.
*) Zugleich Kommandant des IV. Zuges.
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49
-
I. Schriftführer: Karl Jenewein.
II. Schriftführer: Josef Sattleder.
Stabsignalist: Karl Trager.
Pionnier: Alois Mutter.
Vereinsdiener: Alois Peer.
Knapp Georg.
Prantl Anton.
Marzani Josef.
Sanität:
Prof. Dr. Lantschner, Korpsarzt.
Dr. Greil, Korpsarzt.
Dr. Thalguter, Korpsarzt.
Knapp Wilhelm.
Bickel Josef.
Stutezky Karl, Spritzenmann.
Willeit Peter, Sprigenmann.
Oberhammer Anton,
"
Fuxhuber Felix,
"
Kliment Heinr..
"
Jenny Johann
"
Mairamhof Wilh.,
Zorn J. A. B.
"1
II. Sprize.
Klammer May, Rottenführer.
Moser Peter, Rottenführer-Stell-
vertreter und Sprißenmeister.
Fauner Thomas, Sprizenmann.
Häntscht Gallus,
Baier Josef,
"
Gaber Sigm.,
Hazingmoser Jos.,
Zerobin Anton,
Stenger Josef,
Engele Gottfried,
Assinger Joh.,
"
"
"
"
Stippler Joh.,
"
Kaufmann Heinrich,
11
Spindler Joh.,
Strelka Anton,
"
"
Schütz Gebhard
"
Fritz Franz.
B. Bei den Geräthen.
Erster Zug:
Rissinger Paul, Zugsführer.
Ohholzer Anton, Zugsführer-Stellvertreter.
Brugger Anton, Geräthemeister.
Nosset Karl, Signalist.
Hopfer Albert, Rottenführer.
Masè Miradio, Rottenführer
Stellvertreter.
Steiger:
Mayerkolm Leop., Steiger.
Zanella Hermagor,
"
Schollmaier Joh.
11
Popp Fritz,
Gnaser Markus
"
Kloz Jos.,
Plattner Johann, Rohrführer.
Plattner Friedr., Steiger.
Antoniazzi Emanuel,
Sprizenmannschaft.
I. Sprize.
"1
Obholzer Anton, Rottenführer. Wagner Anton, Sprißenmeister.
SchwaighoferHans, Rottenführer-
Stellvertreter und Sprißen-
meister.
Rissinger Jos., Sprigenmann.
Leukermoser Jakob,
Kanovsky Ferd.,
Assinger Andreas,
Gottardi Anton, Sprigenmann.
Schlauchmannschaft;
Rossi Salvator, Führer.
Freißeisen Franz, Führer-Stell-
vertreter.
Hoppichler Joh., Schlauchmann.
Salzburger Franz,
Gehri Vinzenz,
"
"
"
Kiecht Ludwig, Schlauchmann.
Bachner Josef,
Röck Hermann,
Prigl Johann,
Pfob Cirillus,
"
"
"
Angela Anton,
"
Zweiter Zug:
Kerber Franz, Zugsführer.
Mitterhofer Josef, Zugsführer-Stellvertreter.
Morscher Joh., Geräthemeister.
Mutter Joh., Signalist.
Simath Ludwig,
"
Steiger:
v. Müller Julius, Rohrführer.
Seewald Michael,
Brandauer Peter, Steiger.
Defner Alois, Rottenführer.
Mutter Franz, Rottenführerſtell
vertreter.
Dollinger Gebhard, Rohrführer. Gruber Josef,
"
4
Seite 28
28/51
Riegel Josef, Steiger.
Gallowitsch Josef, Steiger.
Morscher Johann,
Mözold Richard,
11
50
Weth Josef, Steiger.
Zugschwert Richard, Steiger.
Ribitsch Michael,
Sprigenmannschaft:
I. Sprize.
"
Mitterhofer Josef, Rottenführer. | Kluibenschädl Joh., Sprigenmann.
51
-
Kastner Joh., Geräthemeister.
Kuen Jakob, Signalist.
Gschnaitter Gottfried, Signalist.
Steiger:
Sedlaczek Wenzl, Rottenführer. | Walcher Georg, Steiger.
Riedl Jakob, Rottenführerstell- Kohler Wilhelm,
vertreter.
Fritz Heinrich,
11
"
Dörries Ernst, Rottenführerſtell-
Rinner Fridolin,
11
Hupfau Alvis, Rohrführer.
Hupfau Franz,
11
vertreter und Sprißenmeister.
Baumann Joh.,
"
Hladik Franz,
Koll Michael,
"1
"
Schwab Franz,
"
Fankhauser Alois,
"
Bauhof Eduard,
Graẞl Anton,
"
Kirschner Franz,
"
Sonntag Michael,
"
Abert Josef, Sprißenmann.
Liensberger Joh.,
Außerhofer Alois,
Zwerger Josef,
"
Dietrich Georg,
"
Geiger Alois,
"1
"1
"
Waldl Jakob, Steiger.
Gutleben Joh.,
Rothmüller Karl,
"
"
"
Strasser Josef,
"
II. Sprite:
Rainer Alois, Rottenführer.
Lenz Franz, Rottenführerstellver-
treter und Spritzenmeister.
Huber Joh., Sprißenmeister.
Greiderer Josef,
Stigger Valentin,
Schindl Eduard,
Jamnig Alois, Sprigenmann.
Schuster Karl, Sprigenmann.
Wisiol Ludwig,
Karlinger Josef,
Hosp Alois,
"
"
Groyer Karl,
Sprizenmannschaft:
I. Sprize.
Silvester Ludwig, Rottenführer.
Schlecht Jakob, Rottenführerſtell-
vertreter.
Peter Heinrich, Sprizenmeister.
Plattner Jos., Spritzenmann.
"
Meir Felix,
"
"
Linder Christian,
Haller Engelbert,
Templ Anton,
Huber Alvis,
"
Schauer Ferd.,
Schlecht Joh.,
"
"
"
Schlauchmannschaft:
Scharrer Johann, Führer.
Kern Karl, Stellvertreter.
Pauli Georg, Schlauchmann.
Pauli Martin,
"
Schmid Eduard,
"
Hagner Eduard, Schlauchmann.
Liensberger Rudolf,
Sauerwein Josef,
Menardi Theodor,
Fringer Joh.,
Dritter Zug:
Epp Alois, Zugsführer.
Schlecht Jakob, Zugsführer-Stellvertreter.
"
"
11
"
Peter Franz, Spritzenmann.
Schuster Josef,
Kremser Joh.,
Virag Joh.,
Huter Alois,
"
"
Suitner Karl,
Natterer Gebhard,
"1
II. Sprize.
Schmid Anton, Rottenführer.
Hernegger Viktor, Rottenführer-
Stellvertreter.
Nagl Alois, Sprißenmeister.
Hauswirth Alex.
"
Hannig Josef, Spritzenmann.
Holzer Johann,
"
Krater Josef
Kiecht Franz,
"
Eigentler Franz,
"
Farbmacher Jos.
"
"
Buchmayr Ferd.,
"
4*
Farbmacher Joh., Sprißenmann. Scholl Franz,
Bader Joh.
Bader Josef,
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52
-
Strele Josef, Führer.
Schlauchmannschaft:
Walchegger Joh., Stellvertreter.
Bader Johann., Schlauchmann.
Kuen Josef, Schlauchmann.
Adrä Joh.,
"
v. Payr Karl,
Posch Josef,
Golger Franz,
"
Jenewein Ludwig,
11
Gaug Josef,
Rieder Josef,
"
Schlemmer Karl,
Walcher Anton,
"
Forte Peter,
"
Steiger Fidel,
"
Vierter Zug:
Nußbaumer Anton, Zugsführer und Oberkommandant-Stellvertreter.
Halbeis Anton, Zugsführer-Stellvertreter.
Felder Kamil, Geräthemeister.
53
Gapp Anton, Spritzenmann.
Lener Anton, Sprizenmann.
Lorch Eduard,
Mader Karl,
"
"
Knechtl Alois,
Nirk Heinrich,
"
Kempf Karl,
Müller Alois,
Winkler Georg,
"
"
"
Rathgeber Jakob, Führer.
Schnaller Joh., Schlauchmann.
Gottlieb Wilh.,
Fuchs Julius,
"
"
Schlauchmannschaft:
Schnaller Alvis, Schlauchmann,
Praymarer Franz
Ordnungsmannschaft:
Jörg Josef, Obmann.
Gratl Anton, Obmann-Stellvertreter.
Braitenberg Heinr. v.
Golfer Paul.
Gallopp Aurelius.
Hupfauf Jakob.
Haller Franz.
Hueber Hermann.
Höpperger Johann.
Kleinschmid Karl.
Klemm Alois.
Kerschner Wenzel.
Kempf Joſef.
Kenda Johann.
Lindner Leopold.
Melzer Josef.
Minatti Bernhard.
Mayr Josef, Schuhmacher.
Mayr Franz, f. t. Oberzollamts-
Offizial i. P.
Mayr Franz, Baumeister.
Neurauter Lorenz.
Ortner Anton.
Ram Johann.
Seep Johann.
Stettner Josef.
Sunkowsky Wilhelm.
Simmerle Simon.
Schöpf Alvis.
Samuda Alois.
Wallner Otto.
Wallpach-Schwanenfeld A. v.
Wieser Eduard.
Wieser Johann.
Witting Alvis.
Zelger Josef.
Zunterer Hermann.
Gruber Lorenz, Signalist.
Thaler Alvis,
Steiger:
Lerch August, Rottenführer.
Norer Jakob, Rottenführerſtell-
vertreter.
Norer Joh., Rohrführer.
Wackerle Heinrich, Rohrführer
Stellvertreter.
Zorn Franz, Steiger.
Singewald Ludwig, Steiger.
Ortler Siegfried,
Leimgruber Ignaz,
Häuptl Josef,
Schauer Romed, Steiger.
Gundolf Eduard,
"
Kurz Johann,
"
Schafferer Max,
X"
"
Grünes Georg,
"
Hueber Josef,
"
Zene Benedikt,
"
Bernhard Erich,
Lener Anton.
"
Sprizenmanschaft:
Halbeis Anton, Rottenführer.
vertreter.
Müller Alois, Rottenführerstell-
Maurer Franz, Sprißenmeister. | Kämmerer Friedr.,
Stöckl Johann, Sprizenmann.
Gstöttner Johann,
Lener Alois,
"
"
Prasthofer Ludwig,
Wieser Andrä,
Gstöttner Ferd.,
Keller Alois,
"
11
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-
54
1
Verzeichniß
der P. T. ständigen Herren Gönner:
Adam Karl, Altbürgermeister.
Appeller Kasimir, Privat.
Beck Karl, Agent.
Bederlunger Heinrich, Kaufmann.
Berreiter G., Dr. med.
Bickl A. R., Hausbesitzer.
Dialer Gottfried, Handelsmann.
Dinkhauser, Tabak-Spezialitäten-
handlung.
Dinter Josef, Dr.
Fankhauser Alvis, Agent..
Felderer Karl, Dr., Advokat.
Fink Josef, Drechsler.
Flunger Josef, Hotelier.
Friedrich Johann Gürtler.
Fischler M. jun., Handelsmann.
Frank Julius, Kunstschleifer.
Ennemoser Josef, Gastwirth.
Gatt F. J., Handelsmann.
Grubhofer N., Graveur.
Happ Alvis, Handelsmann.
Hauser Josef, Hausbesitzer.
Hechenblaickner B., Gemeinderath.
Hibler Gedeon v., Handelsmann.
Höfel Josef, Juwelier.
Hummel Philipp, Hausbesitzer.
Hutter Josef, Baumeister.
Innerhofer Johann, Gastwirth.
Kapferer M., Handelsmann.
Keller Ignaz, Bäckermeister.
Kofler Franz, Konditor.
Konzert Michael, Kunsttischler.
Lener Johann, Handelsmann.
Malfatti Alois, Handelsmann.
Malfatti Franz, Hausbesitzer.
Möslein M., Tischlermeister.
Mörz Friedrich, Dr., Advokat.
Mutschlechner G., Seidenfabrikant.
Nairz Karl, Hotelier.
Nißt Georg, Gastwirth.
Neuhauser Alvis, Hausbesitzer.
Norer Jakob, Hausbesitzer.
Oberer Josef, Hausbesitzer.
Onestinghel Cäsar, Dr., Advokat.
Ortlieb Leopold, Hausbesitzer.
Gebrüder Ortner, Gastwirthe.
Baller Anton, Schuhmacher.
Pirchner Al., Leichenbestattungs-
Inhaber.
Polli Anton, Schneidermeister.
Preyer Josef, Handelsmann.
Pusch Anton, Dr., Advokat.
Buzenbacher Josef, Hausbesizer.
Rapp Franz, Freiherr v., Dr.,
Landeshauptmann.
Riedl Josef, Handelsmann.
Reiß Simon, Handelsmann.
Riegl J. J., Handelsmann.
Rindfleisch Franz, Handelsmann.
Salcher Alvis, Handelsmann.
Schaufler Ludwig, Handelsmann.
Scheiring Johann, Bäckermeister.
Schiesti Franz, Schlossermeister.
Schiesti Josef, Dr., Advokat.
55
Schöpfer Anton, Hofapotheker. | Tschurtschenthaler Martin, Hand-
Schumacher Anton, Handels-
fammer-Präsident.
Schullern A., Ritter v., Bezirks-
schulinspektor.
lungsfirma.
Vorhauser Joh., Ritter v., t. t.
Hofrath i. R.
Wackernell, Josef, Dr., Advokat.
Walde C. A., Handelsmann.
Walde P., Dr., Advokat.
Weyrer J. Söhne, Fabriksbesizer.
Wild Franz Privat.
Wilhelm Josef Gastwirth.
Wopfner Franz, Verwalter.
Zambra Dom., Handelsmann.
Schuster Otto, Dr., Advokat.
Schweigl Jakob, Handelsmann.
Spörr Josef, Baumeister.
Stern Julius, Kaufmann.
Stocker Konrad, Handelsmann.
Tiefenthaler Franz, Hausbesitzer.
Tschoner Ferd., Handelsmann.
Tschurtschenthaler Johann, Dr., | Zelger C., Handelsmann.
Sparkasse-Direktor.
Dinkhauser Josef, Handelsmann.
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XII. Jahres Beridit
der
Freiwilligen Feuerwehr
in
Innsbruck
für das 29. Vereinsjahr 1886.
Im Selbstverlage der freiwilligen Feuerwehr.
Wagner'sche Univ.-Buchdruckerei in Innsbruck.
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XII. Jahres Bericht
=
der
Freiwilligen Feuerwehr
in
Innsbruck
für das 29. Vereinsjahr 1886.
Im Selbstverlage der freiwilligen Feuerwehr.
Wagner'sche Univ.-Buchdruckerei in Innsbruck.
BERUFSFEUERWEHR IBK
CESCHENK 2003
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Nur eine kurze Spanne Zeit scheint es und doch ist es schon
ein Jahr, wo wir uns zu unserem Berichte zusammenfanden und
Rückschau von Decennien abhielten, in welchen sich noch unser Feuer-
wehrkörper eines ganz anderen Daseins erfreute und eine der ersten
Stellen im bürgerlichen Elemente einnahm, die er mit Fug und
Recht als die seine betrachten soll.
Leider mußten wir einen riesigen Rückschritt konstatiren und
gaben uns Mühe die Mittel und Wege zu bestimmen, die Ursachen
zu erforschen, Jene zu hemmen und die Feuerwehr einem kräftigen
Vorwärts wieder entgegenzuführen.
Daß uns dies nicht so schnell gelingen soll, indem der Feuer-
wehrkörper mit viel bedächtigeren Schritten seiner Genesung entgegen=
geht, als er einst seinem Verderben zueilte, beweist uns der heutige
Stand, der sich trotz sehr fleißiger Leitung nicht wesentlich besserte,
ja sogar von manchen, von denen man mehr zu erwarten berechtiget
gewesen wäre, bedroht und geschädiget wurde.
Keinen Namen wollen wir nennen, jeder kennt diese guten
Freunde und möchten nur den einen Wunsch aussprechen, daß die
Zukunft ihnen eine bessere Ueberzeugung beibringen möge, damit sie
ihr Unrecht einsehen, und einem so humanen Institute nicht hin-
dernd in den Weg treten.
Und trotz alledem, wenn wir in unseren Reihen Umschau halten,
so finden wir manch' alten Bekannten, der das Wohl und Wehe
unseres Institutes mitgemacht, stets treu seinen Principien blieb
und sich nicht von Stänkern bethören ließ, sich von seinem Ideale,
von seinem Freunde zu trennen und seinem gegebenen Worte untreu
zu werden.
1*
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4
Darum liebe Kameraden, die Hand auf's Herz, laßt alle Vor-
urtheile fallen und bleibt einem Körper treu, der die uneigennützigsten
Grundsäge auf seinen Schild geschrieben, setzt Eure besten Kräfte
ein und Ihr werdet sehen, daß trotz Tadler und Feinde Eure Auf-
gabe dem Nächsten in der größten Noth wirksam geholfen zu haben,
mit dem schönsten Lohne gekrönt sein wird, und freuen wir uns,
die richtige Erkenntniß der gestellten Aufgabe zu besitzen und nicht
mit Vorurtheilen zu nergeln, denen so viele Sterbliche unter-
worfen sind.
Und bevor wir zu unserem Berichte schreiten, wollen wir der
wesentlichen Abänderungen resp. Verbesserungen gedenken, die in
erster Linie die neue Telephon-Einrichtung betrifft, welche die Allar-
mirung und gegenseitige Verständigung in geradezu überraschend
schneller Weise bewerkstelliget.
Jeder, der Gelegenheit gehabt hat, diese Einrichtung kennen zu
lernen, muß die Ueberzeugung mit sich nehmen, daß ein solches
Werk epochemachend sein wird, zumal, wenn die noch sich zeigenden
Mängel beseitiget werden und die Vermehrung von Sprechstationen
erfolgt.
Die Signalstationen blieben dieselben, nur sind noch zwei neue
zu verzeichnen, am Bahnhof und in der Sparkasse, welch' letztere sich
als edle Spenderin von 1000 fl. zur neuen Einrichtung des Telephons
dokumentirte, wofür wir ihr unseren besten Dank ausdrücken und
zugleich den Wunsch aussprechen, sie möge ihre milde Hand öfters
diesem Körper öffnen, damit er in die Lage komme, das noch Fehlende
zum Besten Aller zu ergänzen.
In zweiter Linie und nicht weniger wichtig sind die Uebungen
der Commandantschaft im Vereine mit dem erweiterten Ausschuß
zur Lösung taktischer Aufgaben, welche auf Anregung des Zug-
führers Alois Epp in's Leben gerufen wurden und allgemeiner
Anerkennung sich erfreuen.
Es sind dies Uebungen, die ohne Requisiten und nur mit der
nöthigsten Mannschaft zur Markirung derselben an Ort und Stelle
vorgenommen werden, wobei der Leiter die jeweilige Aufstellung
bestimmt und worüber sich dann zum Schlusse Jeder seiner Meinung
entledigen kann.
5
Daß dies äußerst nüßlich und lehrreich sein muß, indem man
so successive den ganzen Stadtdistrikt und dessen Kanalisirung praktisch
durchnimmt und kennen lernt, wird außer allem Zweifel liegen
und können wir nur voll des Dankes sein, daß der Zugführer Alois
Epp dieß angeregt und eingeführt hat.
Zugleich gelte unser Dank auch dem Oberkommandanten
Baron Graff, der mit richtiger Erkenntniß und mit aller Energie
diesen gelegten Keim pflegte und ihn schon jetzt zu einer schön ent-
wickelten Pflanze großzog
und endlich auch der Kommandant-
schaft und dem erweiterten Ausschusse, die ihm als eifrige Helfer
zur Seite standen.
-
Aus all diesen Faktoren erkennen wir, daß die Kommandant-
schaft die Hände nicht müßig in den Schooß gelegt, sondern in
Beziehung auf Feuerwehr und deren Requisiten sich zu vervoll-
kommnen bestrebt war; denn nur den Anregungen derselben verdanken
wir es, daß unsere Stadt heute mit der neuesten Einrichtung, mit
dem Telephon versehen ist.
Und endlich wollen wir uns nochmals das vergangene Jahr
in's Gedächtniß rufen und kurze Zeit der nachfolgenden Darstellung
unsere Aufmerksamkeit widmen.
Am 9. Jänner Kommandantſchaftssitzung, in welcher die Tages-
ordnung der außerordentlichen Generalversammlung festgestellt und
der Entwurf zum Jahresberichte verlesen wurde.
Am 16. Jänner. Außerordentliche Generalversammlung im
"goldenen Löwen". Nach Genehmigung des Protokolls der General-
versammlung vom 31. August 1885 wurden die 3 Brände in der
Innstraße, hauptsächlich aber der letzte Brand im Petroleummagazin
des Herrn Josef Epp besprochen, die dort gemachten Erfahrungen
unter anderem, daß dem Petroleum auch mit Wasser beizukommen
sei, ohne daß dasselbe explodirt, erwähnt, wie auch alle sonstigen
Beobachtungen erörtert. Wegen vorgerückter Zeit wurde die Ge-
nehmigung der Statuten auf die nächste ordentliche Generalver-
sammlung verschoben.
Am 17. Jänner Abends 10 Uhr signalisirte der Thürmer
Feuer jenseits des Inn.
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6
-
Es wurde im ehemals Caputta'schen, jetzt Dr. Hammer'schen
Hause in der Innstraße eine Riegelwand durch ein Ofenrohr in
Brand gesetzt.
Um so gefährlicher war die Situation, indem das Dach, un-
mittelbar verbunden mit der Riegelwand, bereits zu glimmen an
fieng, zudem bei herrschender Kälte die Wasserbeschaffung große
Schwierigkeit bot. Um Mitternacht war jedoch jede Gefahr be-
seitiget.
Am 23. Jänner Sigung für Gauverbands-Krankenunterstützung.
Am 24. Jänner Kaminbrand in St. Nikolaus Nr. 23 halb
7 Uhr Abends.
Am 28. Jänner Kommandantschaftssitzung, in welcher die neu
zu errichtende Telegraphenleitung nach Induktionssystem besprochen
und mit praktischen Beispielen (Verbindung des Feuerwehrlokales
mit der Wohnung des Oberkommandanten) erläutert und bestimmt
wurde, nach diesem System eine solche herstellen zu lassen sowie um
einen Beitrag von der Sparkasse einzukommen.
Ferners wurde die Tagesordnung für die am 20. d. M. ab-
zuhaltende Generalversammlung festgesetzt und das statutenwidrige
Austreten der Steiger des II. Zuges einer mißbilligenden Diskussion
unterzogen.
Am 17. Februar Kommandantschaftssigung. Hauptgegenstand
war die nachfolgende Tagesordnung der kommenden Generalver-
sammlung und die sogenannte Laternenfrage, deren Lösung dem
erweiterten Ausschusse mit folgenden Vorschlägen überlassen wurde:
1. Es sind von den 18 Laternen je 2 bei jeder der 7 Spritzen
sicher zu verwahren, von den übrigen 4 sind je 1 jedem Steiger-
rottenführer zu übergeben. Die Laternen tragen die Zugsfarben.
Tagesordnung der Generalversammlung vom 20. Februar:
Bericht des Oberkommandanten.
I. Schriftführers.
Kassiers der Unterstützungskasse.
"
11
11
"
"
"
"
11
Regiekasse.
Wahl des Unterstüßungskasse-Ausschusses.
Genehmigung des Statutenentwurfes für die Unterstützungskasse.
Anträge der Mitglieder und Verschiedenes.
7
Weiters wurden die Herren Oberkommandant Baron Graff,
Zugsführer Epp und Kerber als Vertreter gewählt, um das An-
liegen der neuen Telephonleitung und die hiezu nöthige materielle
Hilfe der löbl. Sparkassedirektion zu unterbreiten und zu ersuchen,
ausgiebige Hilfe zu gewähren.
Am 18. Februar erweiterte Ausschußſißung.
Nachdem vorstehende Tagesordnung der kommenden General-
versammlung bekannt gegeben, bringt der Oberkommandant einen
kurzen Ueberblick über seinen dort zu erstattenden Thätigkeitsbericht.
Zugführer Ant. Nußbaumer macht den Vorschlag, die Beiträge
der Gönner statt der Unterstüßungskasse der Regiekasse zuzuwenden
und weiters 150 fl. aus dem jährlichen Zinsenüberschusse der Unter-
stügungskasse für nicht statutenmäßige Unterstützungen, die bisher
die Regiekasse zu bestreiten hatte, zu reſerviren.
Nach längerer Debatte wurde eine diesbezügliche Zusatzbestim-
mung zu § 5 der Unterstützungskasse-Statuten genehmiget, worauf
der Oberkommandant die schon früher von der Kommandantschaft
angeführten Vorschläge über die Laternenfrage zur Berathung vor-
legt und beauftragt wird, dieselben einer von ihm ad hoc einzu-
berufenden Enquete zur Prüfung und Antragstellung zu überweisen.
Am 20. Februar Abends 8 Uhr Generalversammlung in den
Restaurationslokalitäten des Hofgartens unter dem Vorsitze des
Oberkommandanten Viktor Baron Graff.
Nachdem die vorher schon erwähnte Tagesordnung bekannt
gemacht, stellt der Oberkommandant den Herrn Bürgermeister
Dr. Falk, sowie die anwesenden Gemeinderäthe der Versammlung
vor, heißt alle herzlich willkommen und gibt hierauf einen kurzen
Bericht über die Thätigkeit der Kommandantschaft und des erwei-
terten Ausschusses, welch' erstere in 7 und letzterer in 3 Sigungen
den geschäftlichen Theil der Obliegenheiten erledigte. Er dankt den
Feuerwehrkameraden für ihr fleißiges Erscheinen bei den Uebungen
als auch für ihre thatkräftige und wackere Haltung bei den letzten
2 Bränden, dankt ferners dem Herrn Bürgermeister und dem Ge-
meinderathe, wie auch der Löschdirektion, sämmtlichen Gönnern der
Feuerwehr für ihr opferwilliges Mitwirken, für die pekuniäre und
moralische Unterſtüßung, endlich der Kommandantschaft und dem
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8
erweiterten Ausschusse für die Ermöglichung der Lösung seiner ge-
stellten Aufgabe.
Hierauf wurde die Einleitung des Jahresberichtes vom I. Schrift-
warte verlesen. Der Zugführer Ant. Nußbaumer erstattete Bericht
über den Stand der Regiekasse, der sich auf 1001 fl. 14 kr. beläuft,
sowie auch in Abwesenheit des Kassiers der Unterstützungskasse
Herm. Hueber über deren Stand, der die anständige Summe von
29.042 fl. 47 kr. ausweist.
Nach Ertheilung des Absolutoriums fand die Wahl des Unter-
stüßungskasse Ausschusses statt, in den folgende Herren gewählt
wurden: Die Zugführer Paul Rissinger, Franz Kerber, Alois Epp,
der Obmann der Ordnungsmannschaft Jos. Jörg und der Spritzen-
mann Alois Keller und aus dem Plenum der Kassier Herm. Hueber,
Magazinsverwalter Jos. Brix, Joh. Kastner und Ferd. Kiecht.
Herm. Hueber wurde neuerdings per Acclamation als Unter-
stüßungskasse-Kassier einstimmig designirt.
Der Antrag der Kommandantschaft und des erweiterten Aus-
schusses: "Es sei von nun an, um die Regiekasse, der heuer in
Folge Ausfalles des Christbaumes 2c. keine Einnahmen zufließen, nicht
zu Grunde gehen zu lassen, der Beitrag der P. T. ständigen Herren
Gönner zur Deckung der Auslagen für die Beerdigungen von Feuer-
wehrkameraden zu verwenden, statt denselben der Unterstützungskasse
einzuverleiben" wurde angenommen und nach einigen internen
Erledigungen gedachte der Vorsitzende in pietätvoller Weise der im
Laufe des Jahres verstorbenen Kameraden, und die Versammlung
erhob sich zum Zeichen der Theilnahme von den Sitzen.
Zum Schlusse spricht noch Herr Bürgermeister Dr. Falt, belobt
die bei den letzten Bränden erprobte Tüchtigkeit, dankt dem Gemeinde-
rathe und den Bewohnern Innsbrucks und knüpft daran die zuver-
sichtliche Erwartung, daß die Feuerwehrkameraden auch in Zukunft
festhalten an ihren so schönen, auf der reinsten Nächstenliebe ba=
sirten Prinzipien zum Wohle der Stadt Innsbruck und deren Be-
wohner und nicht durch kleinliche Nergeleien den Samen der Zwie-
tracht in dieser wackern Körperschaft ausstreuen lassen; er ersucht,
wacker und einträchtig zusammenzuhalten im Namen der guten Sache,
die durch die freiwillige Feuerwehr vertreten wird, indem von ihr
9 -
Leben und Sicherheit der Mitbewohner unserer Stadt bei Feuers-
gefahr abhänge und auf das hin leere er mit einem „Gut Heil"
auf die freiwillige Feuerwehr sein Glas. Dieser Toast des Herrn
Bürgermeisters fand freudig dreifache Erwiederung seitens sämmtlicher
Anwesenden.
Am 1. März Ausschußsizung für die Unterstützungskasse.
Am 6. März Beerdigung des Ordnungsmannes Joh. Köchler,
Bäckermeister.
Am 17. März Kommandantschaftssitzung. In derselben wurde
hauptsächlich die neu zu errichtende Telephonleitung besprochen.
Der Oberkommandant berichtet, daß die Deputation, welche sich in
dieser Angelegenheit punkto Geldbeschaffung zu einigen Vertretern
der Sparkassedirektion begeben hatte, ein günstiges Resultat erzielt
habe, indem sie die Zusicherung erhielt, daß die genannte Direktion
1000 fl. zu diesem Zwecke votiren werde, mit der Bedingung, daß
die Sparkasse eine Sprechstation erhalte. Auch die Südbahn trat
in Verbindung, jedoch muß selbe ihren Apparat selbst aufstellen
und einhalten. Es wären sonach 11 Signalstationen.
Am 22. März Brand eines Holzganges in der Universitäts-
straße Nr. 18 3. Stock, der jedoch schnell gelöscht wurde.
Am 2. April Kaminbrand um 634 Uhr Abends Anichstraße
Nr. 6.
Am 19. April Kommandantschaftssitzung. Der Vorsitzende
erwähnt den Kostenvoranschlag der Telephonleitung, der sich auf
1200 fl. beläuft, worauf die Frühjahrsmusterung besprochen und
beschlossen wird, dieselbe zugsweise und zwar am 28. April für den
I., 29. April für den II., 30. April für den III. und 1. Mai für
den VI. Zug abzuhalten.
Am 9. Mai beging unsere Feuerwehr das Fest ihres Schutz-
patrones, des hl. Florian, mit einem Hochamte in der St. Johanneskirche.
Am 11. Mai Kommandantschaftssitzung, in der in erster Linie
ein Artikel der Gauverbandszeitung, betitelt: „Landsturm und Feuer-
wehr zur Sprache kam und beschlossen wurde, bei den kompetenten
Behörden die nöthigen Schritte im Sinne dieses Artikels zu ver-
anlassen, damit bei einer allgemeinen Mobilisirung Städte und
Ortschaften nicht ohne Feuerwehr dastehen.
"I
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-
10
Weiters bringt der Oberkommandant zur Kenntniß, daß die
gesammte Steigerrotte des II. Zuges bei der Musterung ausgetreten
sei, daß er aber sein Möglichstes aufbieten werde, um theilweisen
Ersatz zu schaffen.
Am 26. Mai Beerdigung des Ordnungsmannes Gustav Katzung.
Derselbe war ein langjähriges Mitglied der Kommandantschaft, als
Zugführer des II. Zuges, s. 3. Kassier der Regiekasse, nahm auch
zuletzt bei Umarbeitung der Statuten 2c. regen Antheil und erwarb
sich dadurch große Verdienste, für die wir ihm unseren besten Dank
nachsenden und unser regstes Beileid anläßlich seines Hinscheidens
ausdrücken. Friede seiner Asche!
Am 11. Juni Beerdigung des Sprißenmannes des I. Zuges
Friedrich Götzl.
Am 22. Juni Kommandantschaftssitzung.
Der Oberkommandant als Vorsigender berichtet über die er-
folgte Bewilligung des Betrages von 1000 fl. von Seite der Spar-
kasse, wofür ihr der gebührende Dank von der Kommandantschaft
ausgesprochen wird. Weiters wurden auch die verschiedenen Moda-
litäten und betreffenden Vertragsentwürfe bei Begebung dieser
Telephonleitung erörtert.
Nach Bekanntgabe verschiedener Personalien und des gegen-
wärtigen Standes der Mannschaft wird die Hauptübung auf den
4. Juli festgesetzt
Am 1. Juli erweiterte Ausschußsigung. Mittheilungen der
Kommandantschaft über die Errichtung der Telephonleitung und
gewährte Unterstützung von Seite der Sparkasse, sowie über die
bevorstehende Hauptübung.
Am 6. Juli Beerdigung des Sanitätsmannes Dominikus
Tschmelitsch.
Am 9. Juli Kommandantschaftssitzung. Oberkommandant referirt,
daß die Hauptübung am 4. ds. nicht abgehalten werden konnte,
weil noch keine Löschdirektionssihung einberufen wurde, daß selbe
aber mit Musterung nach Beschluß der Kommandantschaft unter
allen Umständen am 15. Juli, Abends 8 Uhr, bei jeder Witterung
stattzufinden habe.
11 -
Am 15. Juli, Abends 8 Uhr, Hauptübung und Musterung.
Nach Aufstellung der vier Züge mit sämmtlichen Geräthen ein-
schließlich der Sanitäts- und Ordnungsmannschaft, sowie der Dampf-
sprite am Innrain inspizirte Herr Bürgermeister Dr. Falk, begleitet
vom Vizebürgermeister Herrn Wilhelm Greil, mit dem Oberkom
mandanten die Reihen, und richtete an viele Mitglieder freundliche
Worte der Aufmunterung. Die darauf folgende Uebung fand vor
dem Gasthause zum Mohren" in Mariahilf statt, in dessen Hofe
die große alte Stallung als Brandobjekt bezeichnet wurde. Es wurde
südliche Windströmung mit nördlicher Rückwirkung angenommen,
deßhalb war es in erster Linie nothwendig, die vordere Häuserreihe
zu schützen, was der II. und III. Zug mit Hilfe der Dampfsprize
besorgten. Die Dampfsprize bezog ihr Wasser vom Inn, eine
Spriße des II. Zuges aus dem Kanale vor dem „Mohren", die
andere beim ersten Schwellbrette vom Kirschenthaler Bach, und der
III. Zug das seinige direkt vom Inn. Der I. Zug war im Kirschen-
thale und auf dem Bruggfeld postirt, hatte die westliche Häuserreihe
des Kirschenthales, sowie die nächst gelegenen rückwärtigen Objekte
zu schützen und erhielt sein Wasser vom zweiten Schwellbrette des
Kirschenthaler Baches. Endlich den IV. Zug, der nördlich das
Brandobjekt vom Bruggfelde aus angriff, und den rückwärtigen
Stadel des Herrn Dietrich schützte, versah der Hydrant in Hötting.
Die Uebung nahm trotz der mannigfachen Art der Wasserversorgung
einen sehr günstigen Verlauf, die Leute arbeiteten mit erneuter
Liebe und Lust, so daß man mit Zuversicht hoffen kann, daß di ses
so humane Institut neu aufblühen, vom Bürgerthum ernstlich
unterstützt werde, zum Nutzen der ganzen Bevölkerung. Auch der
Herr Bürgermeister sprach in diesem Sinne zum Schlusse der
Uebung. Er ermunterte die Mannschaft fest zusammenzuhalten und
sich nicht beirren zu lassen, wenn auch einmal ein Zankapfel in den
Körper geworfen werden sollte von Leuten, denen der echte Kern
des gemeinschaftlichen Geistes fehlt. Er vertheilte sodann die Diplome
für zehn und zwanzigjährige ununterbrochene Dienstzeit an folgende
Mitglieder: Oberhammer Anton und Ortner Heinrich (I. Zug),
Lenz Franz (II. Zug), Brugger Ludwig, Walchegger Johann,
Plattner Josef, Peter Heinrich, Posch Josef, Winkler Georg,
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Schlecht Johanu und Bader Johann (III. Zug), Thaler Alvis
(IV. Bug), für zehnjährige; Felder Camil und Prasthofer Ludwig
(IV. Bug) für zwanzigjährige Dienstzeit. Ein donnernd Gut Heil!
der Mitglieder erscholl auf den Herrn Bürgermeister und seinen
Stellvertreter als Echo auf die erhebenden Worte, welche sie ver-
nommen, und die Anerkennung, welche ihnen zu Theil geworden.
Schließlich dankte noch der Oberkommandant Baron Graff für
das fleißige Erscheinen bei den Uebungen und das gute Hand-
haben der Requisiten, und ersuchte auch in Zukunft recht zahlreich
an den Uebungen theilzunehmen. Gut Heil!
Am 20. Juli Kommandantschaftssigung pcto. Namensfeier des
Oberkommandanten.
Am 31. Juli Namensfestfeier des Oberkommandanten Viktor
Baron Graff im festlich beleuchteten Summer'schen Garten, Abends
8 Uhr.
Unter Mitwirkung der Regimentskapelle Herzog Württemberg
und eines Nationalquartetts gestaltete sich dieser Abend äußerst
amüsant und die vorzüglichen Reden, die die Verdienste des Ober-
kommandanten hervorhoben, sowie die unzähligen Hochs der Aner-
kennung erhöhten die Feier.
In der am 7. August stattgehabten Kommandantschaftssitzung
wurden behufs Wahl der Delegirten zum Gautage in Bozen eine
außerordentliche Generalversammlung auf den 23. August festgesetzt,
das Offert des Mechanikers Hauber zur Herstellung der Telephon-
Leitung genehmigt und einzelne interne Angelegenheiten geordnet.
Am 20. August Kommandantschaftssitzung und Feststellung der
Tagesordnung der außerordentlichen Generalversammlung.
Am 23. August außerordentliche Generalversammlung im Saale
beim grauen Bären, Abends 8 Uhr.
Hauptgegenstand ist die Tagesordnung des XIII. Delegirten-
tages in Bozen.
Vorsitzender Baron Graff berichtet, daß bei der dortigen
Sigung zwei Anträge von Seite des Gauverbandsausschusses ein-
gebracht werden und zwar Aenderung der gegenwärtig üblichen
Signale und eine Petition an den hohen Landtag um Einführung
von Pflichtfeuerwehren in solchen Orten, wo entweder noch keine
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freiwilligen Feuerwehren sind oder wo diese nicht recht gedeihen
können.
Ein weiter r Antrag der Kommandantschaft würde dem Gau-
verbandsausschusse vorgelegt werden, falls er von der General-
versammlung genehmiget wird und derselbe lautet:
"Freiwillige Feuerwehrmänner, welche von einer Gauverbands-
feuerwehr ausgeschlossen werden oder statutenwidrig austreten, dürfen
in keiner Verbandsfeuerwehr mehr aufgenommen werden; in be-
sonders rücksichtswürdigen Fällen kann der Gauverbandsausschuß
jener Feuerwehr, in welche ein solcher Mann aufgenommen werden
soll, die Aufnahme desselben gestatten".
Dieser Antrag wird mit großer Majorität genehmigt.
Die hierauf erfolgte Wahl brachte die Zugsführer Alois Epp
und Anton Nußbaumer als Delegirte, den Rottenführer Max Klammer
und den Zugsführer Franz Kerber als Ersatzmänner hervor.
Der folgende Antrag wurde von Seite der Kommandantschaft
aus Anlaß eines jüngst erfolgten Falles zur Genehmigung vorgelegt.
Er lautet:
"Die Kommandantschaft werde ermächtiget, in dringend noth-
wendigen Fällen bei Leichenbegängnissen von Feuerwehrkameraden,
wenn die Angehörigen des Kameraden es wünschen, denselben statt
den Kondukt mit Musik begleiten zu lassen, den hiefür entfallenden
Betrag zu verabfolgen".
Auch dieser Antrag wurde einstimmig mit dem Zusage ange-
nommen, daß auch der Leichenkondukt eines Feuerwehrmannes, bei
dem keine Musik mitgeht, dennoch von den Kameraden in Uniform
zu begleiten sei".
Am 12. September XIII. Delegirtentag in Bozen.
Die österr. Verbands-Feuerwehr-Zeitung berichtet hierüber:
Vom besten Wetter begünstigt begann am 11. September Abends
hier der XIII. Gautag des Deutschtirolischen Feuerwehrverbandes
zunächst mit dem Empfang und der Einbegleitung der zahlreich
anrückenden Festgäste in die reich beflaggte und dekorirte Stadt.
Daran reihte sich ein prächtiger Fackelzug mit Zapfenstreich und
sodann eine stark besuchte Abendunterhaltung im „Bozner Hof".
Hier fand auch die Begrüßung der Gäste durch den Festcomité-
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Obmann Dr. R. v. Larcher statt, welcher seine Rede mit einem
Hoch auf den Gauverbands-Obmann Dr. Stolz aus Hall beschloß,
worauf dieser in dankenden Worten auch der Bozner Feuerwehr,
als vielleicht der ersten des Landes ehrend gedachte. Der eigentliche
Festtag wurde am 12. September Früh durch Fanfarenklänge und
den Weckruf der Bozuer Feuerwehrkapelle einbegleitet. Nach dem
im Hotel Kräutner eingenommenen Frühschoppen versammelten sich
die Delegirten im oberen Merkantilsaale zur Sigung, über deren
Verlauf wir in Kürze berichten wollen.
Vertreten waren 46, nicht vertreten 25 Feuerwehren.
In Anwesenheit des Bürgermeisters der Stadt Bozen, Herrn
Dr. v. Breitenberg, eröffnet der Gauverbandsvorstand, Dr. Otto Stolz,
die Sigung mit einer herzlichen Begrüßung der versammelten Ab-
geordneten und hebt insbesonders den erfreulichen Aufschwung hervor,
welchen die Feuerwehrsache in neuester Zeit in Südtirol erfahren
hat, wofür das Hauptverdienst der Feuerwehr von Bozen gebühre.
In Vertretung der Stadt Bozen heißt der Bürgermeister, Herr
Dr. v. Breitenberg, die Anwesenden herzlich willkommen, betont die
Sympathien der Bevölkerung von Vozen für das humane Institut
der freiwilligen Feuerwehren und drückt die Erwartung aus, daß
den Abgeordneten der deutschtirolischen freiwilligen Feuerwehren
und allen übrigen Feuerwehrmännern die Stunden ihres Aufent-
haltes in Bozen anregend, belehrend und angenehm verfließen
werden.
Dr. Stolz dankt für die sympathischen Kundgebungen der fort-
schrittlichen Bürgerschaft Bozen's durch den Mund ihres berufenen
Vertreters.
Nach Konstituirung des Bureaus wurde folgende Tagesordnung
bekannt gegeben:
1. Rechenschaftsbericht des Gauverbandsausschusses.
2. Kassebericht desselben.
3. Antrag des Gauverbandsausschusses auf Vereinigung sämmt-
licher Verbandsfeuerwehren zu Bezirksverbänden.
4. Antrag desselben betreff neuerlicher Eingabe an den Tiroler
Landesausschuß um schleunigste Aktivirung des Feuerwehrfondes
und Bestellung von Feuerlöschinspektoren. Gleichlautender Antrag
des Bezirksverbandes Lienz und der Feuerwehr Kitzbühel.
5. Antrag desselben zur praktischen Durchführung des öster-
reichischen Sprizenprüfungsnormales in Deutschtirol.
6. Antrag desselben wegen eventueller Einführung der in
Baiern geltenden Feuerwehr-Horn- und Huppensignale bei den
deutschtirolischen Gauverbandsfeuerwehren.
7. Antrag auf Fassung einer Resolution, welche die Stellung
der freiwilligen Feuerwehren zu den Bestimmungen der §§ 8 und 11
der Tirolischen Feuerpolizei- und Feuerwehrordnung zu präcisiren hat.
8. Antrag der Innsbrucker Feuerwehr auf allgemeine Ein-
führung mehrerer bei Aufnahme von Feuerwehrmännern in eine
Verbandsfeuerwehr zu beobachtenden Bestimmungen.
9. Antrag derselben wegen Unterstützung von Feuerwehrmännern,
welche im Dienste bei Rettungsarbeiten gegen Wassergefahr erkranken
oder verunglücken.
10. Festsetzung des Jahresbeitrages pro 1887 für die Gau-
verbandsregiekasse.
11. Wahl des Vorortes für den Feuerwehrtag pro 1887.
12. Wahl des Gauverbandsausschusses pro 1887.
Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes wurde die Tages-
ordnung Punkt für Punkt durchgeführt, was wir leider hier wegen
zu großem Umfange nicht wiedergeben können und heben nur einiges
aus derselben hervor:
Die Eingabe an den Tiroler Landesausschuß wegen Errichtung
eines Feuerwehrfondes und Anstellung von Feuerlöschinspektoren.
Fünf neue Beitritte und die sind: Obermais mit 120, Kastel-
ruth mit 50, Hatting mit 27, Margreit mit 61 und Montan mit
80 Mann.
Im Gauverbandsausschusse wurden per Acclamation folgende
Herren gewählt: Dr. Stolz (Hall) als Vorstand, Alois Epp, Baron
Graff, Anton Nußbaumer (Junsbruck), Ferdinand Hellensteiner,
Josef Tanger, Jakob Traunsteiner (Niederdorf).
Der Antrag ad VIII von der freiwilligen Feuerwehr Innsbruck
wurde angenommen, hingegen der ad IX von den Antragstellern
zurückgezogen.
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An diese Delegirtenversammlung reihte sich das Festmahl im
Bürgersaale an, bei welchem Dr. Stolz auf Se. Majestät den Kaiser
toastirte, und der Bürgermeister auf die Feuerwehren des deutsch-
tirolischen Gauverbandes sein Glas erhob. Den von der Bozner
Feuerwehr ausgeführten Schulübungen auf dem Johannesplage
wohnten Se. t. u. t. Hoheit Herr Erzherzog Heinrich, der Bürger-
meister, Offiziere und die Delegirten bei.
Die Uebung selbst bestand im Tempoeɣerzieren mit Leitern,
Hydrantenwagen und Sprißen und fand bei den Delegirten allge-
meine Anerkennung. Nach Schluß der Uebung formirten sich die
Feuerwehren mit ihren Fahnen und Musikkapellen zum Festzug.
Ueberall wurden die strammen Feuerwehrmänner mit Zurufen be
grüßt und mit Blumen geschmückt. Nach dem Festzuge rückten
sämmtliche Feuerwehren auf dem Dominikanerplage zusammen,
worauf die Bozner Feuerwehr die Hauptübung durchführte, welche
in Lösch- und Rettungsmanöver gegen ein im Riesenwirthshause als
stark um sich greifend gedachtes Schadenfeuer bestand. Dabei ge
langten Leitern und Spritzen, sowie auch das Rettungsrutschtuch
zur Verwendung und die ganze Aktion wickelte sich wieder in ge
lungenster Weise ab.
Mit Schluß der Hauptübung war auch das umfangreiche
Arbeitsprogramm des Gautages erschöpft und es trat nun das Ver-
gnügen voll und ganz in seine Rechte, dem in umfassendster Weise
gehuldiget wurde.
Am 12. September Begräbniß des Schlauchmannes Sebastian
Linder.
Am 24. September Sitzung für die Krankenunterſtüßungskaſſe.
Am 24. September Kommandantschaftssitung.
Nach Erledigung einiger Personalien wird über Antrag des
Zugführers Epp beschlossen, den Bürgermeister für die Herbstübung
das Brandobjekt mittelst des neuerrichteten Feuertelephon bezeichnen
zu lassen, sowie noch eine erweiterte Ausschußsizung einzuberufen,
welche den Tag und die Stunde der Uebung bestimmen möge.
Am 30. September erweiterte Ausschußsizung unter dem Vor-
size des Oberkommandanten - Stellvertreters Alois Epp, in welcher
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frühere Beschlüsse erörtert, Mißverständnisse klargelegt wurden. Im
Weiteren wurde über die Herbstübung Beschluß gefaßt.
Am 10. Oktober Kommandantschaftssigung, in der der Ober-
kommandant mittheilt, daß die Hauptübung am 11. d. M. statt-
findet und daß Abends Schlag 8 Uhr sämmtliche Abtheilungen bei
ihren Magazinen marschbereit zu stehen haben, um von dort direkt
nach dem vom Bürgermeister mittelst Telephon bestimmten Brand-
objekte abzumarschiren.
Am 11. Oktober Hauptübung.
Abends Schlag 8 Uhr kam von der Feuermeldestation im
Polizeiwachlokale die Ordre des Bürgermeisters, in der Kohlstadt
die Stöcklsäge werde als in hellen Flammen stehend angenommen.
Sofort begaben sich der I. und II. Zug, dem sich in der Univer-
sitätsstraße auch der III. Zug anschloß, an die bezeichnete Stelle,
wo der IV. Bug als derjenige, dessen Magazin und Sammelplatz
dem Brandobjekte am nächsten gelegen ist, bereits Aufstellung beim
Brandobjekt selbst genommen hatte und so gut als die verfügbare
Mannschaft und die Requisiten es gestatteten ein Weitergreifen des
Brandes zu verhindern suchte. Da seitens des Herrn Löschdirektors
dem Kommando als Windrichtung herrschender Südwind bekannt-
gegeben wurde, so traf dasselbe dieser Proposition zufolge die er-
forderliche Vertheilung und Aufstellung des Löschtrains. Um die
das fingirte Brandobjekt umstehenden Baulichkeiten vor Flugfeuer
zu schützen, ward der komplete III. Zug zum Schuße der Militär-
Stallungen dort aufgestellt und bezog das nöthige Wasser vom Sill-
kanal an der Stelle, wo der Kanal die Viaduktbögen durchquert.
Beim Stadl der Stöckl'schen Säge ward der II. Zug postirt und
hatte denselben sowie die angrenzenden Häuser zu decken. Beim
Nußbaumerhause ward der I. Zug aufgestellt, um diese Häuserfronte
vor Flugfeuer zu schüßen. Das Wasser bezogen diese beiden Ab-
theilungen aus dem offenen Kanal (kleine Sill). Nachdem die Auf-
stellung vollendet, ward plötzlich eine andere Windrichtung ange=
nommen und da mußte auch das sogenannte Sägwirthshaus sowie
die daran grenzenden Gebäude in den Aktionsbereich einbezogen
werden. Dies ist dadurch bewerkstelligt worden, daß je eine Ab-
theilung des III. und IV. Zuges hiezu beordert wurden, welche
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Aufgabe von denselben zur vollsten Zufriedenheit ausgeführt wurde.
Während der Uebung, nachdem die freiwillge Feuerwehr bereits ihre
Aktion begonnen hatte, kam eine Abtheilung des städtischen Lösch-
trains mit der kleineren Dampfmaschine, dem sogenannten "Bu
bringer" (Hydrophor) am Brandplage angefahren und griff sofort
wirksam ein, indem sie ihre Kraft dahin erprobte, daß sie noch im
Stande war, 2 Spritzen zugleich mit Wasser zu versorgen, ein nicht
zu unterschäßender Vortheil für den Ernstfall, weil dadurch 2 Spritzen
ersetzt werden, resp. die Mannschaft derselben, wenn die Leitung von
der Maschine direkt zum Rohrführer geht. Nach 1½ stündiger
Dauer der Uebung, zu der auch die Ordnungsmänner und die Sa-
nitätsabtheilung, erstere ziemlich zahlreich ausgerückt waren, ertönte
das Signal „Steiger zurück!" und mit Ruhe und Präzision wurden
die einzelnen Requisiten zum Abmarsche fertiggestellt, was gerade
nicht immer eine leichte Arbeit ist, namentlich wenn die Schlauch-
verbindungen über so große Distanzen sich erstrecken, wie hier und
man noch den Umstand in Betracht ziehen muß, daß die Schlauch-
abtheilung einen sehr schwachen Mannschaftsstand aufweist. Gegen
10 Uhr kehrten die Mannschaften in die Magazine zurück.
Am 22. Oktober Kommandantschaftssitung.
Die Tagesordnung bringt uns die Bestellung eines Vereins-
dieners und Berichte über die letzte Hauptübung. Der erstere
Punkt fand dahin seine Erledigung, daß die Stelle Alois Peer,
Vergolder hier, mit den früher bestandenen Modalitäten erhält,
der letztere aber, daß der 24. Oktober bestimmt wurde, wo die
Kommandantschaft und der erweiterte Ausschuß nochmals an Ort
und Stelle den Verlauf der letzten Hauptübung besprechen.
Weiters bringt zugsführer Alois Epp die taktischen Uebungen
zur Sprache, deren wir Eingangs schon erwähnten und noch darauf
zurückkommen werden.
Am 29. Oktober. Erweiterte Ausschußsitzung.
Bugsführer Rissinger und Kerber erörtern die Nothwendigkeit
einer Vervollständigung der Telephonleitung und der Oberkom
mandant versichert, geeigneten Ortes anzuklopfen, um diese zu
bewerkstelligen.
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Zugsführer Alois Epp referirt über Antrag der Kommandant-
schaft wie folgt:
„Es sind im Verlaufe des Winters seitens der Zugs- und
Rottenführer sogenannte taktische Generalstabsübungen abzuhalten,
d. h. es haben sich die einzelnen Zugs- und Abtheilungskomman-
danten zum öfteren an vorher bestimmten Tagen zusammenzufinden,
um sich darin zu üben, wie im Falle eines Brandes die zweck-
mäßigste Aufstellung zu nehmen und die Wasserbeschaffung am
geeignetsten zu bewerkstelligen sei. Diese taktischen Uebungen haben
ohne Geräthe und Aufgebot der Mannschaft (ausgenommen höchstens
einige Mann, die zum fingiren von Geräthen nöthig sind) und in
der Weise zu geschehen, daß die Bestimmungen über Brandobjekt,
Windrichtung zc. abwechselnd von den einzelnen Zugskommandanten
auszugehen haben, welcher Zugskommandant in diesem Falle sein
Kommando seinem Stellvertreter zu übergeben hat. Nach beendeter
Aufstellung findet eine Inspektion derselben statt, worauf ein Schieds-
gericht zusammentritt, dessen Unparteiischer der das jedesmalige
Brandobjekt zu bestimmende Kommandant ist."
Zur Illustration dieses Antrages gibt Redner nachstehendes
Beispiel, wie er sich die Verwirklichung des Antrages denkt:
Zur festgesetten Stunde wird mittelst Telephon oder versie-
geltem Briefe ein in allen seinen Theilen genau beschriebenes resp.
bestimmtes Brandobjekt signirt. Die Chargen begeben sich sofort
auf den bezeichneten Play, der zuerst anwesende Zugsführer über-
nimmt das Kommando und weist denselben ihre Stellungen an, bis
der Oberkommandant kommt und das Kommando übernimmt. Jede
Charge stellt die von ihr kommandirte Abtheilung sammt dem Ge-
räthe vor. Zum Schlusse, wenn die Aufstellung vollendet ist,
machen der Oberkommandant, die Zugsführer und der Magazins-
verwalter einen Rundgang um dieselbe, worauf eine Besprechung und
ein Meinungsaustausch über die Aufstellung, Wasserbeschaffung 2c.
erfolgt. In der Bestimmung des Brandobjektes wird gewechselt,
so daß hiezu jeder Zugsführer einmal an die Reihe kommt, in
welchem Falle dann sein stellvertretender Rottenführer als Zugs-
führer fungirt. Auf diese Weise, schließt Redner, kommen alle
Chargirten in die Lage, sich einen gewissen Ueberblick zu schaffen
2*
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und eine gewisse Fertigkeit in der Beurtheilung der Objekte anzu-
eignen, um zur Stunde der Gefahr dem Elemente wohlausgerüstet
entgegenzutreten.
Daß diese Ausführung von Allen freudigst begrüßt wurde,
haben wir schon erwähnt und möchten nur wünschen, daß die in
dieser Sigung verfaßte Resolution an die Löschdirektion um baldige
Herstellung eines Stadtplanes mit genauer Angabe der Kanalisirung
und der Lauch oder Schwellbrettverhältnisse vom besten Erfolg
begleitet sei, damit jeder Kommandant in die Lage versetzt werden
kann, sich vollständiges Wissen in dieser Beziehung anzueignen.
Am 17. November Namensfestfeier des Gauverbandsvorstandes
Otto Stolz in Hall, an der sich eine Deputation von acht Herren
betheiligte.
Am 18. November, 6% Uhr Abends, meldete uns der Thürmer
Landfeuer. Das Wohn- und Dekonomiegebäude des sog. Stamser-
bauern in Lans stand in Flammen und wurde die Landfahrsprize
dorthin abgesendet.
Am 23. November Kommandantschaftssigung, in welcher haupt-
sächlich das Präliminare für das Jahr 1887 festgestellt wurde und
die Summe von 1080 fl. erreicht.
Am 28. November, Vormittags 10 Uhr, taktische Generalstabs-
übung. Die Aufgabe wurde vom Obmanne der Ordnungsmann-
schaft Josef Jörg gestellt und ist folgende:
Brandobjekt: Am Stadtspitale der alte linksseitige Hinterbau
zwischen Hof und Garten. Dertlichkeit und Beschaffenheit
des Brandes: Jm 3. Stockwerke ober der Hausthüre links vom
Haupteingange, jedoch rückwärts gegen den Garten, ist das Feuer,
welches in einem von den Kranken sofort geräumten Zimmer be=
gann, nach Vernichtung vom Mobiliare, im Begriffe die anstoßenden
Räume, sowie den Estrich und später auch das Dach zu erfassen.
Windrichtung: Ziemlich heftiger Südwind. Jahreszeit:
Winter, beinahe schneefrei. Wasserverhältnisse: Normale.
Tageszeit: Mitternacht.
Am 6. Dezember Begräbniß des Franz Irschara, Steiger des
III. Zuges.
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Am 12. Dezember, Vormittag 10 Uhr, taktische Generalstabs-
übung. Diese Aufgabe wurde vom Obmannstellvertreter der Ordnungs-
mannschaft, Anton Gratl, gestellt und ist folgende:
Brandobjekt: Gasthaus zur goldenen Rose. Durch eine
Explosion im Magazin bei Mart. Tschurtschenthaler steht der Hinter-
bau des Gasthauses in der Stiftgasse theilweise in Flammen. Zeit:
8 Uhr Abends. Frühjahr: Mai. Sillkanal abgekehrt. Windstille.
Am 30. Dezember Kommandantschaftssitzung. Nach Erledigung
mehrerer interner Vereinsangelegenheiten wurden zwei Statuten-
entwürfe für einen Bezirks-Feuerwehrverband zur Verlesung ge-
bracht und sollen dieselben behuss positiver Anträge unter den
Kommandantschaftsmitgliedern zirkuliren, um eine baldige Aus-
arbeitung dieser Statuten zu veranlassen und der nächsten General-
versammlung ein diesbezügliches Elaborat vorzulegen.
Zum Schlusse spricht der Oberkommandant sämmtlichen Mit-
gliedern der Kommandantschaft seinen herzlichsten Dank dafür aus,
daß sie in getreuer Pflichterfüllung im abgelaufenen Jahre ihm
zur Seite gestanden, und mit der Bitte, dies auch im neuen Jahre
thun zu wollen, schließt er die Sigung.
Innsbruck, 31. Dezember 1886.
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Kaffewesen.
A. Kranken-Anterstützungskasse.
Diese wird vom folgenden Ausschusse verwaltet:
Viktor Baron Graff, Vorsigender.
Hueber Hermann, Kassier.
Rissinger Paul
Epp Alois.
Kerber Franz
Keller Alois
Ausschußmitglieder.
1 Stück Siebenbürger Eisenbahn-
Obligation fl. 200 à fl. 100
Zins ab 1. Oktober 1886.
Kapital beim Stadtmagistrat
Zins ab 18. November 1886
1 Sparkassebuch Nr. 13006 sammt
Zins bis 31. Dezember 1886
1 Sparkassebuch Nr. 9269 sammt
Zins bis 31. Dezember 1886
Uebertrag fl. 837.28
fl. 200-
fl. 2.50
fl. 3.000-
fl. 17.50
Nicht behobenes Legat P. T. Dr. Hammer
ft.
202.50
fl. 3.017-50
fl. 16.820.74
fl. 8.715.51
fl.
300-
Baarkasse
fl. 224.75
Summe
fl. 30.118.28
Die Erhöhung des Kassebestandes begründet sich durch:
a) Zinsen auf Kapitalien und Werthpapiere
fl.
193-66
b) Unbehobene Zinsen der Sparkassebücher.
fl.
973-35
Jörg Josef
fl. 278-
fl.
1.33
fl.
279.33
Brix Josef
Kastner Johann
Das Vermögen dieser Kasse hatte am 31. Dezember 1886
die Höhe von 30.118 fl. 28 fr. erreicht, was im Vergleiche zum
Vermögensstande vom 31. Dezember 1885 mit 29.042 fl. 47 fr.
einen Kassezuwachs von 1.075 fl. 81 kr. ergibt.
Diese Kassefonds bestehen aus:
2 Stück 1860er Lose à fl. 100
=fl. 200 fl. á fl. 139.
Zins ab 1. November 1886.
2 Stücke österr. Hypothekar-Boden-
kreditbank-Pfandbriefe à fl. 100
=fl. 200 à fl. 100-25.
Zins ab 1. Oktober 1886.
P. T. Gräfin Spaur.
c) Auslagen für Inkasso-, Stempel-, Legatsteuer,
Einlösung von zwei Stück böhmischen Hypo-
fl. 200.50
thekenbankbriefen
fl.
161.21
fr.
2.25
fl.
202.75
d) Coursdifferenz
fl.
1-
1 Stück Innsbrucker Loos Nr. 1063
4 Stücke österr. Papierrente à fl. 100
fl. 400 à fl. 82.60
Summe
fr.
22-
fl.
772.21
Hermanu Hueber,
fl.
330.40
Kassier.
Zins ab 1. November 1886
fl. 2.80
fl.
333.20
Fürtrag
fl.
837.28
Geprüft und richtig befunden:
Halbeis Anton, Jörg Josef, Rissinger Josef.
c) Geschenke und Legate:
P. T. Erben A. A. Neuhauser
fl. 100
fl. 100
P. T. Betti v. Fischer
fl. 50
P. T. Dr. Hammer.
fl. 300
fl.
550-
d) Gaben der P. T. Gönner
fl.
131 1
Summe
fl. 1.848 2
Wovon in Abzug kommen:
a) Unterstüßungen.
fl.
500-
b) Begräbnißmusik
fl.
110-
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B. Regiekaffe.
Zum Aktivstande vom 31. Dezember 1885 pr. fl. 1.001·14
tamen im Jahre 1886 noch weitere Einnahmen:
1. Zinsenerträgniß vom 1. Jänner 1886 bis
1. Jänner 1887
2. Einnahmen eines Gartenabends
3. Gabe der Herren Josef Epp und
A. Dietrich, anläßlich des Brandes
bei Herrn Dietrich
4. Beitrag der Stadt für Sprißen-
proben und Einzahlung an den
Gauverband.
fl. 35.99
fl. 18.11
fl. 100-
fl. 150 fl. 304.10
fl. 1.305.24
Im Laufe des Jahres 1886 wurden verausgabt:
1. An Beerdigungskosten
fl. 30-
2. Spritzenproben.
fl. 52.05
3. Auslagen für Delegirte und Ein-
zahlung an den Gauverband der
deutschtirolischen Feuerwehren
.
fl. 38.30
4. Verschiedene Auslagen laut Belege fl. 105-71 ft. 226.06
Verbleibt daher am 31. Dezember ein Reinvermögen von fl. 1.079-18
Ausgewiesen in einem Sparkassebuch
Nr. 2421 von
fl. 906.64
und einen Baarbetrag von fl. 172.54
Statistischer Anhang
zum
XII. Jahres-Berichte
der
freiwilligen Feuerwehr Innsbruck
für
as 29. Vereinsjahr 1886.
Summe
fl. 1.079.18
Anton Außbaumer,
Kassier.
Geprüft und richtig befunden:
J. Jörg, Ant. Halbeis, Jos. Rissinger.
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Sitzungen
Nachweis
a) über stattgehabte Sigungen.
Versammlungen
Brände
Löschdirektions-
Kommandant-
schafts-
Erweiterte Aus-
-gnpl
Geräthemeister-
Ordentliche Ge-
neral=
Außerordentliche
General-
Sonstige
Dach-
2
14
3
10
10
1
1
Kamin-
2
Holzgang=
Beerdigungen
1
9
29
3
4
6
Abtheilung
Anmerkung
b) über abgehaltene Uebungen.
Musterungen
Haupt-
Marsch=
Uebungen
Bugs-
Uebungen
mit ohne
Wasser
Steiger-
Spritzen-
Schlauch-
Hydranten-Proben
Zusammen
Uebungen
Vom Gesammtkörper.
L
2
wom I. Zug . . .
1
II. "
1
"
III.
1
"!
IV. "
1
_
-
-
-
-
3
28
Anmerkung
-
4
6
6
45
4
7
7
47
-
4
26
8
8
47
1
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12
12
2
60
10
5 2
2
12
109 33
33
2
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I
29
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31
-
Inventar
der vorhandenen Geräthe, Ausrüstungs-Gegenstände etc. mit
Schluß des Jahres 1886.
1 Telephonleitung.
1. Geräthschaften.
2 Mezz'sche Spriten sammt zugehör.
4 Schmid'sche Sprißen sammt zugehör.
1 Knaust'sche Sprize sammt Zugehör (Landfahrsprize).
7 Schlauchwägen.
1700 Meter Schläuche mit Normalgewinde.
1 Buttenspritze *).
2 Extinkteure („System Beyl").
5 Hydranten und 1 Aufsatzrohr.
4 Strahlrohre (vorräthige).
1 Schraubenschlüssel, französischer.
1 Schlauchgewindschlüssel.
1 Verbindungsgewinde (vorräthig).
8 Schlauchbrücken, eiserne.
12 Schlauchbrücken.
14 Schlauchknie.
1 Vacuum und Manu-Meter.
1 Spirituslampe (zum Erwärmen).
1 Einreißerkarren sammt dazu gehörigen Requisiten.
3 Steigerkarren.
4 Schubleitern, dreitheilige.
1 Schubleiter, zweitheilig.
16 Hakenleitern.
4 Dachleitern.
1 Mauerbock sammt zugehör.
3 Spinnen.
*) 2 Buttensprißen der bezahlten Zeuerwehr übergeben.
1 Rettungsschlauch.
1 Sprungtuch.
12 Schlauchbinden.
1 Brause.
1 Rutschtuch (auch als Sprungtuch verwendbar).
2 Selbstretter.
3 Rettungskörbe.
7 Rettungstaschen.
1 Rauchapparat, Galibert'scher.
3 Sicherheitslaternen.
18 Steigerlaternen.
7 Feuerlaternen (alte).
100 Wasserkübel.
1 Petroleumfackel, groß, sammt Gestell.
28 Petroleumfackeln.
2 Kommandantschaftslaternen mit Fahne.
4 Zugsstandarten.
2. Mobiliare.
4 Geräthetästen (2 große und 2 kleine).
5 Bettstätten, eiserne.
8 Strohsäcke (im Wachlokale 5 Strohsäcke).
10 Kotzen (im Wachlokale 5 Kotzen).
3 Tische.
24 Stühle.
1 Bank.
6 Petroleum-Hängelampen.
2 Kleiderrechen.
1 Vereinsfahne.
3. Utensilien.
42 Wappenschilder, blecherne.
1 Porträt (Thurner).*)
15 Fotographien, diverse eingerahmte.
4 Bilder, diverse eingerahmte.
*) Porträt von Pegger dem Alt-Oberkommandanten zurückgestellt.
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1 Humpen aus Zinn.
1 Humpen aus Holz.
1 Trinkhorn.
32
1 Schubleitermodell sammt Glassturz.
1 Windwachordnung.
1 Tischglocke.
1 Büste (Jahn).
1 Tafel mit Grabschleifen, große.
4 Zeitungshalter.
4. Ausrüstungs-Gegenstände.
235 Duyer, Loden, zur Benützung.
204
"
vorräthig.
226 Helme in Verwendung.
176
"
105 Beile in Verwendung.
31
vorräthig.
vorräthig.
"
85 Schlauchgewindschlüssel.
118 Nothnägel.
Mundschwämme.
62 Leinen in Verwendung.
vorräthig.
27
"
16 Kommandanten-
112 Steiger-
221 Sprißenmänner-
80 Schlauchmänner-
Gurten.
14 Riemen für Rohrführer.
23 Huppen.
6 Signalhörner (für Hornisten).
2 Pickel (für Pionniere).
14 Schurzfelle.
5 Cartouchen.
2 Kommandantenschärpen.
9 Verbandzeuge für die Sanität.
9 Armbinden
"
"
1 komplet eingerichtete Apotheke mit einer Tragbahre, Schienen,
und Verbandtornister.
Personal-Stand
der
freiwilligen Feuerwehr Innsbruck
mit 31. Dezember 1886.
Ehrenmitglieder:
Herr Dr. Otto Stolz, Gauverbands-Vorstand und Bürgermeister
"
"
von Hall, ernannt am 31. Jänner 1876.
Dr. Johann Tschurtschenthaler, Sparkasse - Direktor und Alt-
bürgermeister, ernannt 20. Juni 1877.
Hans Riegl, Handelsmann und Gemeinderath, ernannt am
14. Februar 1880.
Josef Melzer, Altoberkommandant, Tapezierer und Hausbesitzer,
ernannt am 31. Jänner 1882.
Löschdirektion:
Herr Dr. Heinrich Falk, Bürgermeister.
Hans Riegl, Gemeinderath.
Nußbaumer Johann, "
"
"
Alois Epp,
Josef Sonvico,
"
"
"
Viktor Baron Graff, Feuerwehr-Oberkommandant,
Josef Brix, Magazinsverwalter.
A. Beim Kommando.
Oberkommandant: Viktor Baron Graff.
Oberkommandant-Stellvertreter: Alois Epp *).
Technischer Rath: Josef Mayr.
Magazins-Verwalter: Josef Brix.
Adjutant: Christof Hummel.
I. Schriftführer: Karl Jenewein.
II. Schriftführer: Josef Sattleder.
*) Zugleich Kommandant des III. Zuges.
3
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Stabsignalist: Karl Trager.
Pionnier: Alois Mutter.
Vereinsdiener: Johann Peer.
Knapp Georg.
Prantl Anton.
Marzani Josef.
-
34
Sanität:
Prof. Dr. Lantschner, Korpsarzt.
Dr. Greil, Korpsarzt.
Dr. Thalguter, Korpsarzt.
Knapp Wilhelm.
Bickel Josef.
Peer Alois.
35-
Sprizenmannschaft.
I. Spritze.
Obholzer Anton, Rottenführer.
Schwaighofer Hans, Rottenführer-
Stellvertreter und Sprißen-
meister.
Wagner Anton, Sprißenmeister
Rissinger Josef, Sprizenmann.
Leukermoser Jakob,
Kanovsky Ferd.
"
Skutetzky Karl,
"
"1
Oberhammer Ant., Sprizenmann.
Kliment Heinrich,
Mairamhof Wilh.
Willeit Peter,
Frizz Johann,
Fuxhuber Filipp,
Jenny Joh.,
"
"
"
"
"
Klinger Ferd.,
Gober Sigmund,
"
"
Müller Josef, Sprizenmann.
Baier Josef,
"
B. Bei den Geräthen.
Erster Zug:
Riffinger Paul, Bugsführer.
Obholzer Anton, Zugsführer-Stellvertreter.
Brugger Anton, Geräthemeister.
Nossek Karl, Signalist.
Schneebacher Ferdinand, Signalist.
Steiger:
Plank Franz, Rottenführer.
Masè Miradi, Rottenführerstell-
vertreter.
Hopfer Albert, Rohrführer.
Plattner Joh.
"
Kirchmeir Karl, Steiger.
Srägner Vinzenz,
"
Wieser Franz,
"
Dalbosco Peter,
"
Negele Georg,
II. Sprite.
Klammer Max, Rottenführer.
Chiochetti Joh., Rottenführer-
Stellvertreter und Sprißen-
meister.
Moser Peter, Sprißenmeiſter.
Weißer Franz, Sprizenmann.
Fauner Thomas,
Hantschl Gallus,
"
"
Stippler Joh.,
Spindler Joh.,
Astinger Andreas,
Gottardi Anton,
Pin Josef,
Schlauchmannschaft:
Rossi Salvator, Führer.
Hoppichler Joh., Schlauchmann.
"
"
"
"
"
Kiecht Ludwig, Schlauchmann.
Bachner Josef,
"
Oppel Karl,
"
Freißeisen Franz,
Salzburger Franz,
"
"
Ritscher Heinr.
Gehri Vinzenz,
Plattner Fried.
Neubauer Gottlieb, Steiger.
Stoll Johann,
"
Antoniazzi Emanuel,
"
Katalongo Josef,
Kremser Anton,
"
Müller Julius v.,
"
Fantanive Sebast.
Mayer Hugo,
"
Stolz Sebast.
"
Goldbacher Alex,
"
Peter Franz,
"1
Nessing Alois,
Zweiter Zug:
Kerber Franz, Zugsführer.
Mitterhofer Josef, Zugsführer-Stellvertreter.
Morscher Johann, Geräthemeister.
Kirchhofer Josef, Signalist.
Zerobin Anton,
"
"
Rosanelli Anton,
Morandi Josef,
"
Kircher Jakob
Vidi Heinrich,
"
Mayerkolm Leop.
11
"
Zanella Hermagor,
"
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36
-
Defner Alois, Rottenführer.
Steiger:
Dollinger Gebhard, Rohrführer.
v. Müller Julius,_
Hagl Josef,
Rothmüller Karl, Steiger.
Urbanitsch Franz,
"
"1
Mutter Franz,
"1
Steiger.
Seewald Michael,
"
Sprigenmannschaft:
I. Sprite:
Mitterhofer Josef, Rottenführer.
Dörries Ernst, Rottenführerſtell-
vertreter und Sprißenmeister.
Schwab Franz
"
Sonntag Michael, Sprigenmann.
Kluibenschädl Johann,
Rinner Fridolin,
Fürutter Josef,
37
Kastner Johann, Geräthemeister
Kuen Jakob, Signalist.
Sokopf Josef,
"
Steiger:
Sedlaczek Wenzl, Rottenführer.
Riedl Jakob, Rottenführer-Stell-
vertreter.
Hupfau Alois, Rohrführer.
Hladik Franz,
Spielmann Karl,
"
17
Bauhof Eduard,
Wald Jakob, Steiger.
Gutleben Johann
"
Maier Karl,
"
Larcher Hermann,
"
Walcher Georg,
"
Kohler Wilhelm,
"
"
Fritz Heinrich,
"
Hupfau Franz,
"
"
Kirschner Franz,
Daebel Gustav
"
Abert Josef,
11
Warasin Jos. Ant.
"
Strasser Josef, Sprigenmann.
Wallner Otto
"
Stari Johann,
Baumann Johann,
"
"
Mair Johann,
"1
II. Sprite:
Schuster Carl, Sprigenmann.
Rainer Alois, Rottenführer.
Lenz Franz, Rottenführerſtellver- | Wisiol Ludwig,
treter und Sprißenmeister.
Huber Johann,
11
Greiderer Josef
"
Karlinger Josef,
Hosp Alois,
Kern Karl,
Dietrich Georg, Steiger.
Sprigenmannschaft:
I. Sprite:
Silvester Ludwig, Rottenführer. Buchmair Ferd., Spritzenmann.
Schlecht Jakob, Rottenführer-
Stellvertreter.
Fröch Ferdinand, Sprißenmeister.
Meßmer Josef
Schauer Ferd.,
Schlecht Johann,
"
Peter Franz,
"
Schuster Josef,
11
Kremser Johann,
"
"
Peter Heinrich,
"1
Plattner Josef, Spritzenmann.
Huber Alois,
Virag Johann,
"1
Huter Alvis,
"
II.
Sprite:
Schmid Anton, Rottenführer.
Hernegger Viktor, Rottenführer-
Stellvertreter.
Nagl Alois, Sprißenmeister.
Hauswirth Alexander,
Bader Johann,
Farbmacher Joh., Sprigenmann.
Bader Josef, Spritzenmann.
Hannig Josef,
Holzer Johann,
"
"
Krater Josef,
"
Kiechl Franz,
"
Eigentler Franz
"
Jamnig Alois,
Schindl Eduard, Sprißenmann. Meir Felix,
"
Schlauchmannschaft:
Ortner Peter, Führer.
Pauli Georg, Schlauchmann.
Pauli Martin
"
Schmid Eduard, Schlauchmann.
Benatti Alois,
"
Scharrer Johann,
"
Dritter Zug:
Epp Alois, Zugsführer und Oberkommandant-Stellvertreter.
Schlecht Jakob, Zugsführer-Stellvertreter.
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38
Schlauchmannschaft:
39
Schlauchmannschaft:
Gottlieb Wilhelm, Schlauchmann.
Schnaller Alois,
Dietrich Hanns, Führer.
Walcher Anton, Schlauchmann.
Rathgeber Jakob, Führer,
Bader Johann, Schlauchmann.
Steiger Fidel,
Schnaller Joh., Schlauchmann.
"
Posch Josef,
Strele Josef
Thaler Alois,
"
"
Walchegger Johann,
"
Kuen Josef
"
Rieder Josef,
"
Vierter Zug:
Nußbaumer Anton, Zugsführer.
Halbeis Anton, Zugsführer-Stellvertreter.
Felder Camil, Geräthemeister.
Gruber Franz, Signalist.
Wegscheider Jakob, "
"
Wallburger Jakob,
"
Drdnungsmannschaft:
Jörg Josef, Obmann.
Gratl Anton, Obmann-Stellvertreter.
Braitenberg Heinr. v.
Blaas Josef.
Dietrich F. E.
Fankhauser Felix.
Golfer Paul.
Gutmann Ernst.
Glätle Josef.
Gallopp Aurelius.
Haller Franz.
Hueber Hermann.
Höpperger Johann.
Franek Franz.
Kleinschmid Karl.
Klemm Alois.
Kerschner Wenzel.
Kempf Josef.
Mendel Karl.
Minatti Bernhard.
Mayr Josef, Mag.-Beamter.
Mayr Josef, Schuhmacher.
Mayr Franz, f. k. Oberzollamts-
Offizial i. P.
Mayr Franz, Baumeister.
Neurauter Lorenz.
Ortner Anton.
Pirchl Wilhelm.
Ram Johann.
Seep Johann.
Stettner Josef.
Suntowsky Wilhelm. +
Simmerle Simon.
Schöpf Alvis.
Schmidt Friedrich.
Samuda Alois.
Wallpach-Schwanenfeld A. v.
Weiser Gerson.
Steiger:
Lerch August, Rottenführer.
Nairz Alvis, Steiger.
Norer Jakob, Rottenführer-Stell-
⚫ vertreter.
Norer Johann, Rohrführer.
Niedrist Joh.,
Föhringer Peter,
"
Huter Peter.
"
Huter Anton.
Leimgruber Ign.,
"
Hupfauf Jakob.
Wackerle H.,
-Stellv.
Schauer Romed,
"
Hollas Josef.
Zorn Franz, Steiger.
Singewald Ludw.,
Ortler Siegfried,
Niedermaier Al.,
Gundolf Eduard,
Kurz Johann,
"
Sprigenmannschaft:
Halbeis Anton, Rottenführer.
Müller Alois, Rottenführerstell-
vertreter.
Maurer Franz, Sprißenmeister.
Prasthofer Ludwig,
Lener Alois, Spritzenmann.
Kämmerer Friedr.,
"
Gstöttner Ferd.,
"
Huber Ulrich,
Kenda Johann.
"
Wieser Eduard.
Keller Alois,
11
Wieser Andrä,
"
Gapp Anton,
"
Stöckl Johann, Spritzenmann.
Lerch Eduard,
"
Poßnig Felix,
Gstöttner Johann,
"
Knechtl Alois,
"
Lener Anton.
Leitgeb J. P.
Lindner Leopold.
Melzer Josef.
Wieser Johann.
Witting Alois.
Zelger Josef.
Zunterer Hermann.
Doblander Karl,
"