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X. Jahres Bericht
Der
Freiwilligen Feuerwehr
U
in
Innsbruck
für das Vereinsjahr 1884
verfaßt im Auftrage der Kommandantſchaft
von
Wendelin Hosp,
1. Schriftführer der freiwilligen Feuerwehr.
Im Selbstverlage der freiwilligen Feuerwehr.
1 8 8 4.
Druck der Wagner' schen Universitäts-Buchdruckeret.
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X. Jahres Beridit
der
=
Freiwilligen Feuerwehr
in
Innsbruck
für das 17 Vereinsjahr 1884
verfaßt im Auftrage der Kommandantſchaft
von
Wendelin Hosp,
1. Schriftführer der freiwilligen Feuerwehr.
Im Selbstverlage der freiwilligen Feuerwehr.
1 8 8 4.
Druck der Wagner' schen Universitäts-Buchdruckerei.
BERUFSFEUERWEHR IBK
GESCHENK 2003
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Immer strebe zum Ganzen! und kannst du selber kein Ganzes werden,
Als dienendes Glied, schließ' an ein Ganzes dich an.
Schiller.
Werthe Feuerwehrkameraden!
Ein Jahr! so nennt der geflügelte Bote Zeit" jenen kurzen
Zwischenraum, der seit unserem letzten Beisammensein an gleicher
Stelle und zu gleichem Zwecke wieder verstrichen ist, und neuerdings
obliegt uns die Pflicht über die Thätigkeit, den Stand und sonstige
bemerkenswerthe Vorfallenheiten unserer freiwilligen Feuerwehr im
abgelaufenen Jahre Bericht zu erstatten.
Nicht farbenreich und besonders anziehend wird sich dieser Bericht
gestalten, denn auch dieses Jahr hat, Dank dem Geschicke -
feine
besonders große Thaten von uns gefordert, und war daher unser
Wirkungskreis, was den direkten Branddienst betrifft, abermals ein
nur bescheidener, da nur ein erwähnenswerther Brand n. zw. jener
in St. Nicolaus am 12. Dezember zu bewältigen war.
Der Friedensstern, der unsere liebe Vaterstadt nun schon durch
mehrere Jahre vor größeren Brandunglücken behütete, stand auch im
abgelaufenen eb derselben, möge gleiches Glück unserer Heimat noch
recht lange beschieden sein.
Dies vorausgeschickt, können wir uns nicht vorenthalten, bei
dieser Gelegenheit ein Thema zu berühren, über das schon bei ver-
schiedenen Anlässen so manch' ernstes Wort gefallen ist, und das wir
auch hier im Interesse unserer Sache nicht schweigend übergehen dürfen
und zwar um so weniger, da es früher oder später doch einmal ein-
gehend besprochen werden muß.
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Wenn wir gegen uns selbst offen sein wollen, können wir uns
auch nicht verhehlen - und es hat sich auch schon bei manchen Ge-
legenheiten thatsächlich gezeigt daß unsere freiw. Feuerwehr eigent-
lich doch nicht auf jener Stufe von Vollkommenheit steht, auf welcher
sie vermöge ihrer immerhin guten Organisation und der ihr zu Gebote
stehenden Mitteln jeder Art stehen könnte.
Wie schon erwähnt, fehlt es weder an der Organisierung noch
an den erforderlichen Mitteln, und Chargen wie Mannschaft sind stets
nach Kräften bestrebt ihren freiwillig übernommenen Pflichten nachzu-
kommen.
Das lebel liegt viel tiefer und hat sich schon seit mehreren
Jahren nur so allmählig leise und unbemerkt eingeschlichen.
Es ist dies wir wollen es ganz offen sagen - das in den
allermeisten Fällen mit nichts zu entschuldigende Fernehalten gerade
jener Männer von unserem Körper, die eben am allermeisten Ursache
hätten, ihre bewährte und einflußreiche Thätigkeit einem Institute zu-
zuwenden, das einen der schönsten und edelsten Zwecke verfolgt; kurz
gesagt das bürgerliche Element - das nach der Natur der Sache
berufen wäre, diese Institution mit Rath und That zu unterstützen
hat sich mit wenigen rühmlichen Ausnahmen von der Feuerwehr los-
gesagt, weil es, wie es scheint, eben nicht mehr zeitgemäß ist, diesem
Körper anzugehören, ja manche würden es schon als eine ganz merk-
würdige Zumuthung betrachten, wenn man sie zum Eintritte in die
freiw. Feuerwehr animiren würde.
Dadurch aber werden der freiw. Feuerwehr gerade jene Kräfte
entzogen, ohne welche ein erfolgreiches und ersprießliches Wirken und
Gedeihen des Gesammtkörpers nicht recht gedacht werden kann, da
nebst der freiwillig übernommenen Pflicht das persönliche Interesse und
die Stabilität derselben dem Institut erst jenen Kitt geben und jene
Leistungsfähigkeit sichern, die nothwendig ist, um das in die freiwillige
Feuerwehr gesetzte Vertrauen auch voll und ganz zu rechtfertigen.
Es könnte in dieser Angelegenheit noch so manches gesagt und
angedeutet werden, was unserer Sache förderlich wäre, doch für dies-
mal genug.
Es erübrigt uns nur noch anknüpfend an das Gesagte an die
Bürgerschaft Innsbrucks die dringende und gewiß gerechtfertigte Bitte zu
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stellen, uns durch zahlreichen Beitritt zur freiwilligen Feuerwehr die
Tüchtigkeit und den guten Ruf, der diesen schon seit mehr als einem
Vierteljahrhundert bestehenden Körper auszeichnete, auch fortan er-
halten zu helfen und unser offenes, aber nur im Interesse der Sache
gesprochenes Wort, nicht ungütig aufzunehmen.
Und so wollen wir das abgelaufene Jahr nochmals vor unserem
Geiste vorüberziehen lassen, indem wir gewohnheitsgemäß alle jene Vor-
kommnisse in unserem Körper in chronologischer Weise verzeichnen, die
einigermaßen von Interesse sind.
Am 1. Jänner Beerdigung des Ordnungsmannes Alois
Gutwenger.
Am 6. Jänner fand unser Christbaumfest in der seit Jahren
üblichen Weise und mit sehr günstigem finanziellen Erfolge in den
Redoutenlokalitäten statt, und wurde von mehreren Honoratioren mit
einem Besuche beehrt.
Denselben Abend entstand aus Unvorsichtigkeit im Hause
Nr. 21, Universitätsstraße, ein Zimmerbrand, der aber sogleich ohne
Zuthun der Feuerwehr gelöscht werden konnte.
Am 7. Jänner Kommandantschaftssitzung.
Am 12. Jänner Abends fand beim Bierwastl" eine recht
gut besuchte Monatsversammlung statt, und wurden bei dieser Gelegen-
heit sehr interessante und in das Feuerlöschwesen unserer Stadt tief
eingreifende Themata in eingehendster Weise besprochen und erörtert,
so z. B. die Theaterwache, die Ausbildung neu eingetretener Mitglieder
in Handhabung der Requisiten, die Aus- und Abrüstungsfrage, die
im letzten Jahre eingeführten sog. Interims-Aufnahmsscheine u. s. w.
Die Fehler und anderseits auch die Vortheile, wie sie bis jetzt in
obgenannten Punkten zu Tage getreten, wurden erfahrungsgemäß
beleuchtet.
Am 19. Jänner Beerdigung des Ordnungsmannes Josef Gritsch.
Am 27. Jänner um 6 Uhr früh entstand im Hause des Herrn
Auer am Väckenbichel ein Kaminbrand, welcher aber ohne Intervention
unserer Feuerwehr sofort gelöscht wurde. Eine Allarmierung fand
nicht statt.
Am 4. Februar Kommandantschaftssitzung.
An diesem Tage legte der sehr verdiente Obmann der Ord-
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nungsmannschaft Herr August Reisch seine Stelle nieder und erklärte
aus Gesundheitsrücksichten auch seinen Austritt aus der freiwilligen
Feuerwehr.
Am 12. Februar fand die Beerdigung des infolge eines
Schlagfluffes plötzlich dahingeschiedenen Sanitätsmannes Johann
Sprenger unter großer Betheiligung unseres Körpers und einer unab-
sehbaren Menge von Freunden und Bekannten desselben statt.
An Sprenger verlor unsere Feuerwehr eines ihrer ältesten und
tüchtigsten Mitglieder; Feuerwehrmann vom Scheitel bis zur Sohle
und seinerzeit als der kühnste Steiger nicht nur in Innsbruck, sondern
weit und breit bekannt, war er von Allen, die ihn kannten, auch wegen
seines collegialen Wesens und seines offenen, ehrlichen Charakters ge-
liebt und geachtet. Möge ihm die Erde leicht sein!
Am 13. Februar sollte in Krafts Veranda die ordentliche
General-Versammlung stattfinden, da aber nur einige 80 Mitglieder
erschienen und zur Beschlußfähigkeit laut Statuten ein Viertel sämmt-
licher Mitglieder, d. i. 140 Mann erforderlich waren, konnte diese
Versammlung gar nicht eröffnet werden und sprach der Oberkomman-
dant über riese Theilnahmslosigkeit sein lebhaftestes Bedauern aus und
bestimmte als neuen Versammlungstermin den 5. März.
Um jedoch diese Versammlung nicht unbenützt vorübergehen zu
lassen, constituirten sich die Anwesenden als Monats-Versammlung, in
der nach dem Weggange des Oberkommandanten, dessen Stellvertreter,
der Zugsführer des dritten Zuges, den Vorsitz führte. In dieser Ver-
sammlung kam zuerst die Sprache auf die sogenannten Selbstretter,
von denen 2 Gattungen in einigen Exemplaren im Steigercorps vor
handen sind. Nach längerer, eingehender Debatte wurde über Antrag
des Herrn J. Melzer beschlossen, die Commandantschaft zu ersuchen,
binnen Kurzem beide Gattungen von Selbstrettern und deren Verwend-
barkeit genau prüfen zu lassen und der kommenden Generalversammlung
über das Resultat Bericht zu erstatten. Weiter kam noch die von
der Feuerwehr freiwillig übernommene Theaterwache zur Sprache und
aus der ganzen Debatte, die übrigens ohne Antrag schloß, war zu
entnehmen, daß bei dem Benehmen des Theaterpersonales der Wache
gegenüber, die freiwillige Feuerwehr die Theaterwache vielleicht gar
nicht mehr übernehmen wird. Nachdem noch ein Redner auch das
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Benehmen einzelner Feuerwehrmänner bei der Theaterwache einer scharfen
Kritik unterzogen hatte, wurde die Monats-Versammlung vom Vor-
sitzenden nach 10 Uhr geschlossen.
Am 16. Februar fand in den sinnig dekorirten Redouten-
lokalitäten unser maskirtes Feuerwehrkränzchen statt.
Jung und alt amüsierte sich an dem bunten Treiben der massen-
haft anwesenden und mitunter recht witzvollen und neckischen Masken
vortrefflich, und nur zu schnell machte das Morgengrau diesem gemüih-
lichen und durch keinen unangenehmen Zwischenfall gestörten Abend
ein Ende.
Am 18. Februar um halb 4 Uhr Nachts geriethen im Hause
Nr. 19, Herzog Friedrichstraße, im Hausflur 2 mit Stroh gefüllte
Kisten auf unaufgeklärte Weise in Brand. Das Feuer wurde jedoch
von Hausbewohnern noch rechtzeitig entdeckt und auch sofort gelöscht,
ohne daß es nöthig war, die Feuerwehr zu allarmiren.
Am 3. März Kommandantschaftssitzung.
Am 5. März fand in Krafts Veranda die am 13. Februar
vertagte ordentliche Generalversammlung statt. Dieselbe wurde vom
Oberkommandanten Victor Baron Graff um 8½ Uhr eröffnet, wobei
er die Anwesenden herzlich begrüßte, aber auch mit Bedauern consta-
tierte, daß bei einem Körper von über 500 Mann nur einige 80 es
der Mühe werth finden, eine Generalversammlung zu besuchen.
Nachdem derselbe ter Versammlung über das abgelaufene Jahr
Bericht erstattet hatte, ersuchte er die Anwesenden sich zum Zeichen
der Trauer für die im verflossenen Jahre dahingeschiedenen 11 Feuer-
wehrkameraden von den Sitze zu erheben, was auch allgemein geschah.
Hierauf erstatteten sowohl der Kassier der Krankenunterstützungs-
kasse, Herr Hermann Hueber, als auch der Kassier der Regiekasse, Herr
Anton Nußbaumer, ihre Berichte; dieselben wurden allseits zur befrie-
digenden Kenntniß genommen und den genannten beiden Herren Kassieren
nach Anhörung und über Antrag der betreffenden Revisoren das
Absolutorium mit dem Ausdrucke des wärmsten Dankes für ihre
Mühewaltung einstimmig ertheilt.
Hierauf wurden an Philipp Gargitter, Salvatore Rossi und
Johann Ebert vom Oberkommandanten in Vertretung des Bürger-
meisters, der, am Erscheinen verhindert, sich hatte entschuldigen lassen,
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die Ehrendiplome für ihre treue, wackere, 10jährige ununterbrochene
Dienstleistung überreicht. Ein von einem infolge des Igler Brandes
erkrankten Spritzenmanne des III. Zuges eingebrachtes Gesuch um
eine Unterstützung aus der Krankenkasse erhielt die Genehmigung der
Generalversammlung.
Eine sehr lange Debatte rief der vom Steigerrottenführer des
IV. Zuges, Ferdinand Dilit, eingebrachte Antrag hervor, der lautete:
,,Es sei die Theaterwache von der freiwilligen Feuerwehr diese
Saison noch in der bisherigen Weise weiterzuführen, für die Zu-
kunft jedoch übernehme die Feuerwehr die Feuerwache im Theater
nicht mehr."
Es wurde sehr viel für und gegen diesen Antrag gesprochen und
aus allen Reden zusammengenommen war zu entnehmen, daß der
gegenwärtige Stand dieser Angelegenheit ein für die Feuerwehr höchst
unerquicklicher und daher unhaltbarer sei. Deshalb wurde auch der
Antrag des Zugsführers Franz Kerber auf Vertagung dieser Ange-
legenheit bis in den Sommer d. Is. angenommen.
Gegen 11 Uhr wurde die Versammlung vom Herrn Ober-
kommandanten mit einem dreifachen „Gut Heil" auf die freiwillige
Feuerwehr Innsbrucks geschlossen. Nach Schluß derselben wurde noch
dem Oberkommandanten für seine ausgezeichnete Leitung des Körpers
im vergangenen Jahre ein dreifaches Gut Heil" ausgebracht, in
welches die Anwesenden freudigst einstimmten.
Am 9. März um 10 Uhr Vormittags fand vor dem *. *. und
Nationaltheater eine allgemeine Extinkteurprobe im Beisein der meisten
Kommandantschafts-Mitglieder und vieler Feuerwehrmänner statt.
Am 12. März fand im Gasthaus zum grauen Bären eine
Versammlung der Ordnungsmänner statt, und wurde hiebei Herr
Josef Hartlieb als Obmann und Herr Alois Samuda als II. Adju-
tant für genannte Abtheilung gewählt.
Denselben Abend um halb 9 Uhr signalisirten die Kirchenglocken
von Dreiheiligen ein Schadenfeuer. In dem außerhalb Pradl stehen-
den Dodl'schen Stall war aus unbekannter Ursache Feuer ausgebrochen,
dem 1 Pferd und 6 Kühe zum Ofer fielen.
Der Brand konnte jedoch noch vor weiterem Umsichgreifen
unterdrückt werden. Mehrere Feuerwehrleute, sowie auch unser
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Oberkommandant Victor Baron Graff waren auf dem Brandplatze
erschienen.
Am 30. März zwischen 11 und 12 Uhr Nachts geriethen in
der Werkstätte des Tischlermeisters Herrn St. Kaputta, Innstraße
Nr. 67. aus unbekannter Ursache Hobelspäne in Brand. Glücklicher
Weise wurde das Feuer noch rechtzeitig entdeckt und gelöscht, wodurch
unabsehbares Unglück hätte entstehen können. Eine Allarmierung fand
nicht statt.
Am 31. März Kommandantschaftssitzung.
Am 4. April begab sich eine Deputation bestehend aus den
4 Zugsführern unter Führung des Oberkommandanten zu Sr. Excellenz
dem Herrn FML. Ferd. v. Ochsenheimer, um ihn einerseits zu seiner
Ernennung zum Feldmarschall-Lieutenant zu beglückwünschen, Haupt-
sächlich aber ihm bei seinem nunmehrigen Scheiden aus dieser Stadt
im Namen der freiwilligen Feuerwehr, deren eifriger Gönner und
Förderer er seit seinem Hiersein in hohem Maße war, den tiefem-
pfundensten und wärmsten Dank auszusprechen.
Se. Excellenz geruhten auch diese Deputation auf das freund-
lichste zu empfangen und sich über unsere freiwillige Feuerwehr sehr
lobend und anerkennend auszusprechen und dieselbe auch seiner ferneren
Gewogenheit zu versichern.
Abends fand in der städt. Turnhalle unter Leitung des Herrn
Oberkommandanten die erste Chargenübung statt.
Am 5. April fand eine Versammlung des II. Zuges beim
Bierwastl statt und wurde hiebei Herr Josef Sarg als Geräthemeister
für genannten Zug gewählt.
Am 7. April Abends fand beim Bierwastl eine gut besuchte
Monatsversammlung statt.
Der Herr Oberkommandant sprach am Beginne der Versamm=
lung sowohl dem abtretenden Kemmandanten der ersten Spritze des
II. Zuges, Herrn Johann Kenda, als auch dem von seiner Stelle
zurückgetretenen Geräthemeister desselben Zuges, Herrn Baul Hehenauer,
für ihre vieljährige ersprießliche Dienstleistung sowohl Namens der
Kommandantschaft als auch im Namen der Mannschaft den herzlichsten
Dank aus. Im Weiteren wurde in dieser Monatsversammlung unter An-
derem auch der Wunsch an die Kommandantschaft ausgesprochen, dahin
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zu wirken, daß sämmtliche Steiger mit Mundschwämme versehen werden.
Diesem Wunsche wurde auch seitens der Kommandantschaft durch
Anschaffung einer hinreichenden Anzahl solcher Schwämme Rechnung
getragen.
Am 11. April Beerdigung des Spritzenmannes des I. Zuges
Josef Prager.
Am 18. April Musterung des III. Zuges.
Am 19. April fand beim Bierwastl eine Versammlung des
II. Zuges statt, wobei Herr Josef Mair als Kommandant der ersten
Spritze gewählt wurde.
Denselben Abend fand auch eine Versammlung des IV. Zuges
bei Summerer und Soier statt.
Am 20. April (Sonntag) Nachmittag machten im Hofe der
Nußbaumer'schen Gärberei die Steiger August Lerch und Sebastian
Unterrainer (IV. 3ug), ferner der sich erst tags vorher zum Steiger-
korps gemeldete Karl Kleinheinz im Beisein des Kommandanten des
IV. Zuges und mehrerer anderer Herren eine Probe mit dem von
A. Lerch erfundenen Selbstretter. Zuerst fuhr einer ab, dann zwei
und schließlich alle drei. Bei letzterem Experiment riß die keine an
der Stelle, wo sie befestigt war, und alle drei stürzten etwa stockhoch
herab. Kleinheinz, der der unterste war, fiel so unglücklich auf, daß
er sich einen Fuß brach, wobei ein Knochensplitter das Beinkleid durch-
drang. Unterrainer erlitt eine Sprunggelenksverletzung, nur der Er-
finder des Selbstretters kam mit dem Schrecken davon. Kleinheinz
wurde sofort, nachdem Herr Dr. Rainer ihm den ersten Verband an=
gelegt und einen zweifachen Bruch des Unterschenkels konstatiert hatte,
in einem Wagen in das Spital überführt und Unterrainer in seine
nahe gelegene Wohnung transportiert.
Am 21. April Musterung des I. Zuges.
Am 22. April Beerdigung des Ordnungsmannes Johann
Erhart.
Am 23. April Abends 10 Minuten nach 7 Uhr brach im
Schrott'schen Hause, Maria-Theresienstraße Nr. 37, in der Weiß-
waarenhandlung von Morandell & Comp., infolge Brandlegung der
genannten Geschäftsinhaberin ein Feuer aus. Das Geschäft war
bereits geschlossen als der Ordnungsmann Otto Wallner Rauch aus
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dem Gewölbe dringen sah, und daraufhin dann den Hausbesitzer
avisierte. Man erbrach die Thüren und mit Hilfe des im Schrott-
schen Hause befindlichen Extinkteurs gelang es in kürzester Frist,
den Brand im Wesentlichen zu unterdrücken. Als der Stadtthürmer
das Allarmsignal gab und die Feuerwehr und Militär aus der
Klosterkaserne ausrückten, war der Brand nahezu gelöscht. Während
der ganzen Nacht blieb eine aus 2 Feuerwehrmännern bestehende
Wache im Lokal postirt.
An diesem Abend fand auch die Wusterung des II. Zuges statt.
Am 24. April Krankenkassa-Ausschußsitzung.
Am 25. April Musterung des IV. Zuges.
Am 29. April Kommandantschaftssitzung.
Am 4. Mai beging unsere Feuerwehr das Fest ihres Schutz-
patrones, des hl. Florian, mit einem Hochamte in der St. Johannis-
kirche, welchem viele Feuerwehrmänner beiwohnten. Nach beendeter
kirchlicher Feier zeg man unter Vorantrit der Feuerwehrkapelle zum
Hauptmagazine, um behufs der Hauptmusterung sich um die einzelnen
Requisiten zu sammeln. Gegen 10 Uhr marschirte die gesammte
Feuerwehrmannschaft in die Fallmerayergasse ab, wo sie mit den Re-
quisiten Aufstellung nahm. Hier wurde die Mannschaft sowohl als
auch jedes einzelne Requisit seitens des Herrn Vizebürgermeisters Anton
Schumacher in Begleitung der Herren Gemeinderäthe W. Dannhauser,
3. Spörr und 3. Riegl unter Führung des Feuerwehr-Oberkomman
danten einer genauen Inspizierung unterzogen, welche befriedigende
Resultate ergab. Daß vom I. Zuge eine Spritze sammt Schlauch-
wagen fehlte und beim IV. Zuge die zweitheilige Schubleiter mit nur
2 Mann ausgerückt war, findet darin seine Erklärung, daß der gegen -
wärtige Mannschaftsstand eben nicht hinreicht, diese Requisiten
zu bedienen. Nach beendeter Inspektion marschirte der hübsche
Zug, die schmucke Musikkapelle heitere Weisen spielend, voran,
durch die Anichstraße in die Maria-Theresienstraße, an deren Ende
er vor dem Vizebürgermeister und dem Oberkommandanten defilirte
und dann an die einzelnen Magazine abrückte, um die Requisiten zu
versorgen.
Nachmittags 2 Uhr fand sich eine ziemliche Anzahl Feuerwehr-
männer mit ihren Angehörigen am Innrain ein, von wo aus dann
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mit der Musikkapelle an der Spitze, ein Ausflug nach Kranebitten
unternommen wurde. Der Marsch ging mit klingendem Spiele durch
Hötting, wo sich eine Anzahl Mitglieder der dortigen freiwilligen
Feuerwehr der Excursion anschlossen. In Kranebitten angekommen,
war die Kapelle genöthiget, am Eingange des Stadels sich zu placiven,
weil der Herr Wirth keinen passenden Platz für die Musikkapelle
reservirt hatte. Man behalf sich daher so gut es ging. Bei den
trefflichen Pieçen, die die Kapelle exekutierte, heiteren Gesprächen und
Scherzen wurde Bachus und Gambrinus gehuldigt, und selbst ein über
den Garten auf kurze Zeit niederfallender Sprühregen vermochte nicht
im Geringsten die herrschende frohe Stimmung zu stören. Erst Abends
wurde der Rückweg angetreten und gewiß wird jeder mit Vergnügen
an den angenehm verlebten Nachmittag sich erinnern.
Am 9. Mai Beerdigung des Spritzenmannes des III. Zuges
Josef Kleißl. An diesem Tage entstand im Gebäude der k. k. Finanz-
Landesdirektion, Gilmstraßr Nr. 2, durch Ausbrennen eines Kamines
ein Bodenfeuer, das nach Abbruch eines Ofens und nach Ausbruch
eines Thürstockes sofort gelöscht wurde. Ueberleger, welche gegen den
Kamin nicht gehörig versichert waren, waren die Ursachen des Brandes.
Am 12. Mai Beerdigung des vieljährigen sehr tüchtigen Feuer-
wehrmitgliedes und ehemaligen Geräthemeisters des I. Zuges, Johann
Girardi.
Am 16. Mai Abends 8 Uhr fand in der städtischen Turnhalle
die sehr gut besuchte zweite Chargenübung statt.
Am 20. Mai Versammlung des III. Zuges im Hotel „zum
goldenen Stern."
Am 23. Mai Sigung des Krankenkasse-Ausschusses.
Am 27. Mai Kommandantschaftssitzung.
Gleichzeitig fand an diesem Abend zu Ehren des Namensfestes
unseres tüchtigen Kapellmeisters Herrn Wilhelm Danler beim Bier-
wastl ein Garten-Konzert statt.
Am 28. Mai Früh signalisirte der Thurmwächter ein Land-
feuer in der Gegend von Schwaz. Sofort begab sich unsere Land-
fahrspritze mit der nöthigen Mannschaft auf den hiesigen Bahnhof,
rückte aber alsbald, da Hilfe nicht benöthiget wurde, in das Maga-
zin ein.
Am 31. Mai Windwache.
Am 3. Juni Windwache.
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Am 11. Juni Löschdirektions-Sitzung.
Am 16. Juni 8½ Uhr Abends hielt unsere freiwillige Feuer-
wehr unter Leitung des Oberkommandanten Herrn Victor Baron Graff
die Frühjahrs-Hauptübung ab.
Die großen Häuser am Margarethenplatz, bei angenommenem
Südwestwind, bildeten das Brandobjekt. Schnell waren die einzelnen
Züge bei den ihnen angewiesenen Posten angefahren. Die Schub-
leiter des I. Zuges war am Hause des Bäckermeisters M. Maaß,
die des II. Zuges an jenem des Gemeinderathes I. Hauser, die des
III. Zuges am großen Mayr'schen Hause und die des IV. Zuges in
der Meinhardtsstraße am alten Vereinshause aufgestellt.
Die Spritzen waren in der Nähe des Sillkanals und längs der
von demselben abzweigenden Ritsche poſtirt, während die Dampfspritze
an der Einmündung der Meinhardts- in die Rudolfstraße sich aufgestellt
hatte. Das ganze Arrangement war nach dem Ausspruche von Fach-
männern ein wohldurchdachtes und die Evolutionen jeder einzelnen
Abtheilung das beste Zeugniß einer guten Schule und Uebung. Bei
dem Umstande, als die Gebäude in diesem Stadttheile sehr hoch sind,
erwiesen sich auch diesmal, wie beim Brande der großen Spinnfabrik
die Leitern als zu kurz. So tonnte beim Mayr'schen Hause keine
Leiter aufgestellt werden, weil die dort postirte des III Zuges nicht
auf das Dach reichte; auch beim Hauserhause konnte diese Leiter aus
dem gleichen Grunde keine Verwendung finden, und so war sie zum
größten Aerger ihrer sehr strebsamen und tüchtigen Bedienungsmann-
schaft zur Unthätigkeit verurtheilt. Besser erging es der Steigermann-
schaft des II. Zuges; diese brachte ihre Leiter, die sie noch durch ein
wenigstens stockhohes Aufsatzstück verlängert hatte,, doch soweit empor,
daß die letzte Sproße den Dachrand erreichte. Aehnlich stellte auch
die Leiter des I. Zuges die Verbindung der Straße mit dem Dache
des Maaßhauses her. Nur der IV. Zug allein war an einem Hause
mit normaler Höhe postirt. Während nun die Steigerabtheilungen
mit Ueberwindung bedeutender Schwierigkeiten ihre Nohrführer und
die erforderliche Unterstützungsmannschaft auf die Dächer genannter
Häuser entsandten, hatten die Schlauchrotte und die Spritzenmann-
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schaft aller 4 Züge auch ihre Geräthe in Bereischaft gesetzt und nach
verhältnißmäßig kurzer Zeit seit Beginn der Uebung erhoben sich vor
genannten Gebäuden Wasserstrahlen zum regnerischen Nachthimmel
empor. Auch bei dieser Uebung bewies die Dampfspritze neuerdings
ihre Vortrefflichkeit, denn in 6 mächtigen Strahlen entsandte sie das
aus dem Kanal gesaugte Wasser ebensovielen auf verschiedenen Dächern
postirten Strahlröhren. Ueberhaupt bot diese Uebung, der der Herr Bürger-
meister Dr. Falk und Herr Vizebürgermeister A. Schumacher anwohnten,
das Bild eines echten Nachtbrandes, zu dessen Staffage die Dampf-
spritze mit ihrem unablässig aufsteigenden Rauchqualm nicht wenig bei-
getragen hat. Nachdem die Uebung der Feuerwehrmannschaften beendet
und deren Requisiten zum Abmarsche bereit gestellt waren, was eben-
falls nur wenig Zeit beansprucht hatte, hielt die Mannschaft der
Dampfspritze noch ein kleines Nachererzitium, indem sie mit derselben
8 Schläuche versorgte, so daß sich in der Meinhardtsstraße und
Rudolfsstraße je 4 mächtige Wassersäulen erhoben. Schließlich wunden
diese Strahlen in einen konzentrirt, dem war aber dann auch kein
Haus zu hoch, denn er sandte das Wasser in gewaltigem Bogen weit
über das Mayr'sche Haus. Zum Schlusse ward noch von einer Ab-
theilung Feuerwehr das infolge der unpraktischen Nitschenanlage in
diesem Stadttheile in die dortigen Keller während der Uebung einge-
drungene Wasser ausgepumpt, womit die Uebung ihren Abschluß fand,
welche abermals den Beweis geliefert, daß einerseits einzelnen Ge-
bäuden gegenüber die vorhandenen Löschrequisiten kaum ausreichen
dürften, anderseits aber die Mannschaft in Handhabung derselben und
in Ausführung der erhaltenen Befehle und Arbeiten das Lob früherer
Jahre sich zu bewahren verstanden.
Am 20. Juni Abends veranstaltete die Feuerwehrmusikkapelle zu
Ehren des Namensfestes ihres unermüdlich thätigen Intendanten Herrn
Alois Klemm ein Garten - Konzert beim Bierwastl. Obwohl die
Witterung ziemlich naßkalt war, füllte sich doch bald der geräumige
Garten mit Freunden und Bekannten des Gefeierten, um ihm ihre
besten Wünsche darzubringen und die gelungenen Vorträge der Kapelle
sowie ein recht hübsches, wenn auch kleines Feuerwerk, machten die
allgemeine Stimmung der ungemüthlichen Witterung zum Trutz zu einer
recht animirten.
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Am 30. Juni Kommandantschaftssitzung.
Am 11. Juli Beerdigung des Korpsarztes Dr. Theodor Kölle.
Am 16. Juli Kommandantschaftssitzung.
Am 19. Juli betheiligte sich über ergangenes Ersuchen des
Turnvereines eine Anzahl Steiger beim Empfange der sächsischen
Turner.
Am 28. Juli fand im Garten und Saale zu Büchsenhausen
zu Ehren des Namensfestes unseres allseits geehrten Herrn Ober-
kommandanten ein Festabend statt.
Der alte Saal hatte sein mürrisches Altagsgesicht gänzlich ab=
gelegt und zeigte eine so freundliche Miene, wie vielleicht seit langen
Jahren nicht mehr. Mit Wappenschildern, Fahnen, Turner- und
Feuerwehr-Emblemen hatte sich der alte Geselle sehr vortheilhaft heraus-
zuputzen verstanden und dies dürfte auch, wenigstens in etwas, dazu
beigetragen haben, um die Männer in braunem Durer und Leberkappe
in freudig gehobener Stimmung zu erhalten. Die Hauptursache jedoch,
warum die Feuerwehrmänner mit Angehörigen und Freunden so zahl-
reich, trotz der unfreundlichen naßkalten Witterung den Saal und den
Bräuhausgarten des alten Kanzlerschlosses füllten, ist in der aufrich-
tigen Zuneigung und der Hochachtung zu suchen, welche die hiesige
freiwillige Feuerwehr im Vereine mit den Vororts-Feuerwehren, deren
jede durch Deputationen vertreten war, stets ihrem Oberkommandanten
entgegengebracht; und dies ist an seinem Namensfeste so recht herzlich
zum Ausdrucke gekommen.
Der Oberkommandant-Stellvertreter brachte, nachdem die Feuer-
wehrmusikkapelle den Oberkommandanten und dessen Frau Gemahlin
mit dem Marsche "Gut Heil" begrüßt hatte, den ersten Toast auf
den Gefeierten und dessen Gemahlin aus, worauf ein vielhundert-
stimmiges Gut Heil" die alten Wände durchbrauste und sich durch
die hohen Bäume bis in den letzten Winkel des Gartens fortsetzte.
Gerührt von diesen Ovationen gab der Oberkommandant in kurzen
Worten seinem Tanke und seiner Freude Ausdruck und toastierte auf
das einmüthige Zusammenhalten der Feuerwehr.
"
Hierauf folgten die Gratulationen der Kommandantschaft, der
Musikkapelle, von Deputationen u. s. w., riesige Bouquets, Diplome 2c.
auf dem Tische des Gefeierten zurücklassend.
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Von den nun folgenden Toasten glauben wir jenen des Rotten-
führers Halbeis besonders erwähnen zu sollen, galt derselbe doch den
uns seit den Tagen des 19., 20. und 21. Juli so lieb gewordenen
Gästen aus Sachsen, deren ungefähr 1 Dußend, worunter auch drei
Damen, den Feſtabend mit ihrer Anwesenheit beehrten. Daß dieser
Toast den ungetheiltesten Anklang fand, ist selbstredend, ebenso die
folgenden vom alten Herrn Viehweger aus Mockritz in Sachsen auf
das Land Tirol und seine biedern Bewohner, und von einem schlichten
Feuerwehrmanne auf das Land Sachsen und dessen wackere Turner-
schaar. Die Reihe von Toasten schloß obgenannter Herr aus Sachsen
mit einem begeistert aufgenommenem Trinkspruch auf Se. Majestät
den Kaiser Franz Josef als den offen ausgesprochenen Gönner der
Feuerwehr und deren Mutter der edlen Turnerei.
So verfloß der Abend auf's angenehmste, wozu wohl auch un-
gemein viel die trefflich exekutirten Bieçen der Feuerwehrkapelle und
die in sehr gelungener Weise von einem Sängerquartett zum Vortrage
gebrachten ,,Tiroler Nationallieder" beigetragen haben. Auch das
hübsche, wenn auch kleine Feuerwerk, womit die Gäste überrascht
wurden, trug seinen Theil bei, so daß der Festabend als gelungen zu
bezeichnen ist, denn die Geisterstunde war schon vorüber, als man an
den Aufbruch dachte und mit dem Wunsche, unser wackerer Oberkom-
mandant möge noch lange Jahre hindurch den Feuerwehrmännern
Innsbrucks in dieser Eigenschaft erhalten bleiben, und für die lieben
Sachsen möge endlich einmal der Himmel gnädig gesinnt werden und
die häßlichen aschgrauen Nebelschleier von unserer goldenen Sonne
und unseren Matten und zackigen Bergriefen entfernen, den letzten
Händedruck tauschte und das letzte „Gut Heil" einander zurief.
Am 11. August Nachmittags halb 5 Uhr signalisirte der
Thürmer ein Schadenfeuer in der Stadt. Gleichzeitig zog ein starker
gelblicher Rauch vom nordöstlichen Theile gegen das Zentrum der
Stadt, so das man aufänglich glauben konnte, der Brand sei in der
Universitätsstraße zum Ausbruch gekommen. Dorthin eilend, errieth
man leicht, daß der Feuerherd sich in der Kapuzinergasse oder deren
nächster Nähe befinde. In Wirklichkeit war in dem neuerbauten
eingeschoßigen, Mechanischen Institute" des Mechanikers Herrn Miller
auf dem Estrich, warscheinlich durch ein liegendes Dachfenster, in dem
17
_
sich eine zum Brennglase sich ausgestaltende Unregelmäßigseit befand,
unter dem Einfluß der Sonne ein Brand ausgebrochen, der an dem
Gebäude, mehr aber an seinem theilweise sehr delikaten Inhalte arge
Verwüstungen anrichtete. Obwohl das Brandobject klein und
niedrig war und auf allen Seiten freisteht, boten sich doch der
Feuerwehr, welche, da die Mitglieder derselben beim Ausbruch an allen
Ecken und Enden zerstreut bei ihrer Arbeit waren und nicht mit der
wünschenswerthen Raschheit zur Stelle sein konnten, eigenthümliche
Schwierigkeiten. Der Raum, in welchem das Feuer mehr glomm und
und rauchte als brannte, war sehr niedrig, daher unmöglich zu be-
treten; das Blechdach war ein weiteres Hinderniß, um dem eigentlich
unbekannten Feuerherde mit Erfolg beizukommen. Erst nachdem das
Dach, das in keinem Falle zu retten war, entfernt und die Wurzel
des Feuers blosgelegt war, konnte man des Feuers Herr werden. Im
Wesentlichen war das Feuer in einer Viertelstunde gelöscht, doch er-
forderte die gänzliche Abtödtung der Gluth noch eine geraume Zeit.
Die Allarmierung war eine vollständige und erschienen nebst
unserer ganzen Feuerwehr auch die Vorortsfeuerwehren Wilten, Hötting
und Pradl, sowie die städtische Dampfspritze auf dem Brandplate.
Leider hatte dieses Unglück auch noch ein zweites zur Folge.
Herr August Reisch, ein treuer Anhänger und thatkräftiger Förderer
des Feuerwehrwesens und mehrjähriger Obmann der Ordnungsmann-
schaft dessen Haus sich in unmittelbarer Nähe des Brandobjectes
befindet war im Momente des Brandausbruches gerade am hiesigen
Bahnhofe. Plötzlich hörte man Feuersignale und sah man Rauch.
Nach der Situation mußte Herr Reisch glauben, das Feuer sei, wenn
nicht in seinem Etablissement, so doch ganz in der Nähe desselben
ausgebrochen und eilte in Aufregung rasch zur Stelle. In seinem
Hause angekommen, setzte er sich und sank bald darauf infolge eines
Herzschlages todt zusammen. Aufregung und Ueberanstrengung hatte
die bedauerliche Katastrofe herbeigeführt.
-
Abends Kommandantschaftssitzung.
Am 13. August fand die Beerdigung des ehemaligen Obmannes
der Ordnungsmannschaft August Reisch unter zahlreicher Betheiligung
unserer Feuerwehr statt.
Am 25. August Abends fand im Saale zu Büchsenhausen
2
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eine gutbesuchte außerordentliche Generalversammlung statt. Dabei
wurde die ziemlich umfangreiche Tagesordnung innerhalb 3 Stunden
ihrer Erledigung zugeführt. Der erste Punkt derselben war die Wahl
von Delegirten zu dem am 31. August in Imst stattfindenden XII. deutsch-
tirolischen Delegiertentage. Da unsere Feuerwehr gegenwärtig 513
Mann zählt, so hatte dieselbe fünf Delegierte zu entsenden. Bei der
mittelst Stimmzettel vorgenommenen Wahl erhielten von 111 abge-
gebenen Stimmen, die Herren: Oberkommandant Victor Baron
Graff 107, Zugsführer Franz Kerber 71, Alt-Oberkommandant Joſef
Melzer 58, Magazinsverwalter Josef Brix 55 und Zugsführer Anton
Nußbaumer 43 Stimmen. Als Ersagmänner erhielten Nottenführer
Anton Halbeis 62, Zugsführer Paul Rissinger 48, Rottenführer
Heinrich Wildling 47, Schriftführer Wendelin Hosp 45 und Rotten-
führer Alois Hußl 44 Stimmen. Während des Scrutiniums theilte
der Schriftführer die 9 Punkte enthaltende Tagesordnung mit, welche
in der Delegirten-Sitzung des XII. Gautages in Imst ihrer endgiltigen
Erledigung zuzuführen sind.
Die Besprechung dieser Tagesordnung führte zu einer längeren
Debatte und wurden die Delegierten beauftragt gegen die beantragte
Abhaltung der Delegirtentage „alle 3 Jahre" Stellung zu nehmen
und auf die Beibehaltung der bisher üblichen jährlichen Delegirtentage
mit allem Nachdrucke hinzuwirken.
Hierauf kam der letzte Brand (in der Miller'schen Anstalt) zur
Sprache. Da stimmte man wieder das alte Lied an, nämlich die
Klage der mangelhaften Allarmierung, ebenso daß sehr viele Feuer-
wehrmänner auf den Brandplatz eilen, während der Thürmer noch
immer mit der kleinen Glocke anzeigt, daß noch Geräthe in den Maga-
zinen sich befinden 2c.
Den letzten Punkt der Tagesordnung bildete die Theaterwache.
Diesbezüglich wurde beschlossen, daß die Feuerwehr die Theaterwache
wieder übernehmen wird. Ein Antrag des dritten Zuges, dahingehend,
es sei bei jedem Brande, der während der Tagesarbeit ausbreche, der
ausrücken: en Mannschaft, gleichviel ob die Bewältigung desselben kurz
oder lange dauere, je eine Marke (25 kr.) zu verabfolgen, wurde bei-
nahe einstimmig verworfen.
Nachdem Vorsitzender noch die Wittheilung gemacht, daß er den
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Feuerwehrmitgliedern jeden Freitag von 8 bis 9 Uhr in der städti-
schen Turnhalle unentgeltlich Turnunterricht ertheilen werde und die
Feuerwehrmitglieder ersucht hatte, diesen Unterricht fleißig zu besuchen,
nahn ein Mitglied die Gelegenheit wahr, dem Herrn Oberkomman-
danten für seine aufopfernde Hingebung für die gute Sache im Namen
der freiwilligen Feuerwehr den wohlverdienten Dank mit der Bitte
auszusprechen, auch als Turnlehrer nach Kräften dahin wirken zu
wollen, daß sich auch die Bürgerschaft mehr diesem Institute anschließe,
da ja gerade sie hiebei am allermeisten interessirt sei.
Nach einem auf den Herrn Oberkommandanten und das fernere
Gedeihen der freiwilligen Feuerwehr stürmisch ausgebrachten 3fachen
,,Gut Heil" schloß der Vorsitzende gegen 12 Uhr die Versammlung.
Am 31. August fand der XII. deutsch-tirolische Delegirtentag
in dem hübsch gelegenen Imst statt. Wie überall, so gestaltete sich
auch in Imst dieser Tag zu einem wahren Feuerwehrfeste, umſomehr,
da die dortige sehr tüchtige und strebsame freiwillige Freuerwehr von
den dortigen Bewohnern auf das kräftigſte unterstützt, weder Mühen
noch Kosten gescheut hat, um den Gästen den Aufenthalt so angenehm
als möglich zu machen, denn die ganze Ortschaft war festlich beflaggt,
am Eingange in dieselbe war ein Triumpfbogen aus Targewinden
mit Schildern und Fahnen geziert, errichtet und das Benehmen der
Bewohnerschaft gegenüber den Paar 100 Feuerwehrgästen konnte kaum
zuvorkommender und herzlicher sein. Als mit dem Zuge um 9 Uhr
46 Min. früh die letzten Feuerwehrgäste aus der Landeshauptstadt
und dem übrigen Innthale ankamen, wurden dieselben am Markt-
eingange vem Kommandanten der Imster Feuerwehr mit einem viel-
hundertfach erwiderten Gut Heil" bewillkommt, worauf unter Vor-
antritt der Imſter Musikkapelle der Einmarsch in den Markt erfolgte.
Abwechselnd spielten bald die Imster Musikkapelle, bald die Innsbrucker
Feuerwehrmusik und der Zug gelangte in den obern Theil des Marktes
zum Gasthaus zur Sonne, wo er sich auflöste, da die Delegirten
nach einer kleinen Labung zur Lösung ihrer ernsten Aufgabe im Saale
des Imſter Liederkranz" sich zusammenzufinden hatten, während die
übrigen Kameraden unter kameradschaftlicher Führung von Imſter
Feuerwehrmännern ebenfalls nach vorausgegangener Labung in die
schöne Umgebung Imst's nach Schloß,,Starkenberg", in die „Rosen-
2"
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gartlschlucht" zc. zerstreuten, um sich nach Tisch wieder zusammen-
zufinden.
Das Mittagsmahl, welches im Gasthause zur Post servirt wurde,
befriedigte allgemein, denn Speisen und Getränke waren sehr gut,
welches Lob aber allen Wirten in Imst gelten dürfte, denn überall
wurden die Männer in Durer und Kappe gut bedient. Daß während
des Mahles passende Toaste nicht fehlten, ist selbstverständlich, gaben
ja die von der Musikkapelle der Innsbrucker Feuerwehr unter persön-
licher Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Wilhelm Danler während
des Mahles trefflich exekutierten Pieçen die willkommenſte Veran-
lassung dazu.
Nach Beendigung des Mahles fand die Uebung der über 200
Mann starken, sehr gut armirten freiwilligen Imster Feuerwehr und
der etwa 100 Mann zählenden Kommunal-Feuerwehr statt. Was die
Uebung selbst betrifft, so verrieth sie eine gute Schule, und die an-
wesenden fremden Feuerwehrmänner begrüßten nach Beendigung der
selben die Imster Kameraden mit brausendem „Gut Heil". Besonders
müssen die exquisiten Leistungen der vom Mechaniker Anton Plattner
in Imst konstruirten Abprotz-Spritze hervorgehoben werden, welche derart
eingerichtet ist, daß sie in 3 verschiedenen Druckhöhen arbeitet und zur
Arbeit mit der geringsten Druckhöhe 6 Mann, zur mittleren 14 und
zur größten 20 Mann benöthiget.
Nach der Uebung war Concert bei der Sonne, worauf leider
allzufrüh der Ruf zum Abmarsch erscholl, der denn auch seitens der
fremden Feuerwehrmänner unter dem klingenden Spiele der Inns-
brucker Musik und in Begleitung der Steigerabtheilung der Imſter
Feuerwehr in voller Rüstung angetreten wurde. Um 7 Uhr 20 Min.
führte das Dampfroß die Gäste wieder thalwärts, nachdem man sich
in echt kameradschaftlichem Sinne verabschiedet und kräftiges „Gut
Heil" und "Auf ein fröhliches Wiedersehen" zugerufen hatte.
Da nicht jedes Mitglied unserer freiwilligen Feuerwehr genaue
Kenntniß über die Verhandlungen. dieses Delegirtentages haben kann,
anderseits derartig wichtige, die freiwilligen Feuerwehren auf eine ganz
neue Basis stellende Beschlüsse gefaßt und überhaupt sehr interessante
Mittheilungen gemacht wurden, welche naturgemäß für jeden Feuer-
wehrmann das höchste Interesse haben müssen, erachten wir es als unsere
21
Pflicht das Protokoll dieser Sitzung nachstehend wörtlich folgen zu
lassen.
Protokoll der XII. Delegirten-Versammlung des deutsch-
tirolischen Gauverbandes, abgehalten im Saale „Zur
Sonne" in Imst, am 31. August 1884.
Beginn 11 Uhr Vormittags.
Gauverbands-Borstand Dr. Otto Stolz aus Hall erklärt um
11 Uhr bei Anwesenheit von 50 Delegirten, welche 43 Verbands-
Feuerwehren vertreten, die Sitzung für eröffnet und gibt in seiner
Vewillkommnung seiner Freude über die zahlreiche Veschickung des
Delegirtentages seitens der Verbands-Feuerwehren Ausdruck, indem er
betont daß dies das schönste Zeugniß sei, welch reges Interesse allent-
halben in deutsch-tirolischen Gauen Seitens der Verbands Feuerwehren
dem Feuerwehrwesen entgegengebracht werde. Ebenso begrüßt Redner
den anwesenden f. k. Bezirkshauptmann Dr. Daum, den er den Dele-
gierten vorstellt. Herr Bezirkshauptmann Dr. Daum erwiedert auf
die Worte des Verbands-Vorstandes: „Wenn ich in Ihrer Versamm-
lung, meine Herren, erscheine, so geschieht dies nicht etwa in Erfüllung
einer bloßen Vorschrift oder Bestimmung der Gesetze, es geschieht
vielmehr mit den Gefühlen der vollen Sympathie, welche ich dem durch
Sie repräsentirten Institute der organisirten Feuerwehren Deutsch-
tirols entgegenbringe. Aus allen Gegenden Deutschtivols ohne Unter-
schied der Entfer ung, von der Landeshauptstadt bis an die äußersten
Grenzmarken des Landes sehe ich Feuerwehrmänner hier versammelt.
Es ist dies ein Beweis, welche Verbreitung dieses wohlthätige Institut
in unserem Lande bereits gewonnen hat, zugleich aber auch ein Beweis
des regen Interesses, das allenthalben im Lande dem Feuerwehrwesen
entgegengebracht wird. Dieses von Ihnen, meine Herren Delegirten,
repräsentierte Institut verdient sehr wohl die Achtung, womit man
demselben in allen Kreisen der Bevölkerung unseres Landes entgegen-
kommt, denn gerade die heutige Tagesordnung gibt wieder das bered-
teste Zeugniß von dem ernsten Streben, mit welchem der Gau-
verband unter seiner anerkannt hochverdienten Leitung das Ziel der
steten Entwicklung und immerwährenden Vervollkommnung und weisen
Kräftigung dieses Institutes der friedlichen Landwehr, wie man die
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-
Feuerwehr bezeichnen könnte, im Auge hat. Deshalb, meine Herren,
begrüße ich Sie in diesem politischen Bezirke als Regierungsvertreter
und heiße Sie auf's herzlichste willkommen, mit dem aufrichtigen
Wunsche, daß die Beschlüsse des heutigen Tages dazu beitragen mögen,
um das Gedeihen eines geordneten Feuerwehrwesens in unserem Lande
immer weiter und mächtiger zu fördern."
Der Vorsitzende schreitet sodan zur Constituirung der Versamm-
lung. Von den 61 dem Gauverbande angehörigen Feuerwehren sind
43 durch Delegirte vertreten und zwar: Absam (Dr. Otto Stolz),
Auer (Carl v. Mayrl), Bozen (Carl v. Mahrt und Hans Berger),
Bruneck (3. Strickner), Brixen (Franz Schwaighofer und Wilhelm
Seidner), Brixlegg (3. Ortner), Ebbs (Josef Mayr), Fulpmes (Josef
Holzmeister und Jofef Oberrauch), Fieberbrunn (Josef Pircht), Graun
(Anton Berger), Hall (Dr. Stolz), Hötting (Anton Auer), Hopfgarten
(Josef Pircht), Jenbach (Bernhard Huber), Imst (I. Schwaighofer
und A. Stubmayr), Innsbruck (Victor Baron v. Graff, Joh. Brix,
Fr. Kerber, Anton Nußbaumer und Josef Melzer), Klausen (Karl
Meßner), Kirchbicht (Al. Grießner), Kizbichl (Josef Pircht), Kramsach
(Anton Bichler), Kufstein (Anton Riedl), Landeck (Dr. Dominik
Müller), Mals (Hermann Flora), Meran (A. Baumgartner und Karl
Huber), Mühlau (Franz Strasser), Nauders (Johann Fankhauser).
Nassereit (Kaspar Sterzinger), Neumarkt (Anton Tschurtschenthaler),
Innichen, Sillian, Lienz, Windisch-Matrei (Leander Kerbler), Ratten-
berg (Anton Bichler), St. Johann (Franz Wiedhofer), Sterzing (Fr.
Oberer), Silz (Josef Stainer), Schwaz (Adolf Hack), Taufers (3.
Stricker), Toblach (Josef Walch), Wattens (Heinrich Stocker), Wilten
(H. 3. Frieb), Zams (Eduard Grißemann), Zwölfmalgreien (Johann
Rieder).
Sodann wird zur Wahl eines Schriftführers und zweier Revi-
soren geschritten. Gewählt wurden: Als Schriftführer Josef Satt-
leder (Innsbruck) und als Revisoren Adolf Hack (Schwaz) und
Wilhelm Seidner (Brixen). Hierauf verliest der Vorsitzende die 13
Punkte umfassende Tagesordnung.
Zum ersten Punkt derselben: Rechenschaftsbericht des Gauver-
bands-Ausschusses erstattet der Vorsitzende nachstehenden Bericht: Zum
12. male entledigt sich hiemit der Gauverbands-Ausschuß seiner Ver-
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pflichtung zur Berichterstattung über seine Thätigkeit im letzten Ver-
einsjahre und über den Stand des Feuerlöschwesens im Verbande
durch nachstehenden kurzen Bericht.
Bei dem vorjährigen am 26. August 1883 in Innsbruck abge-
haltenen 11. deutschtirolischen Feuerwehrtage wurde der Gauverbands-
Ausschuß beauftragt, nach vorher mit den übrigen Feuerwehr-Landes-
verbänden gepflogenem Einvernehmen, das ihm vom hohen Tiroler
Landesausschusse vorgelegte Gutachten in Betreff eines für das Kron-
land Tirol zu erlassenden Gesetzes über die Beitragsleistung der Asse-
kuranzen zu den Kosten der Feuerwehren zu erstatten. Diesen Auftrag
hat der Gauverbands-Ausschuß durch Ueberreichuung eines motivierten
Gutachtens erfüllt.
Die wesentlichsten Punkte derselben waren:
1. Daß sämmtliche Assekuranzen von ihren jährlichen Brutto-
Prämien-Einnahmen für die bei ihnen in Tirol versicherten Immo-
bilien und Mobilien 2% zu den Kosten des Feuerlöschwesens abzu-
geben haben.
2. Daß aus der von dieser 2% Jahresleistung resultirenden
Summe 80% zur Unterstützung der Gemeinden und Feuerwehren zur
Anschaffung von Lösch- und Rettungsgeräthen und 20% zur Unter-
stützung der Feuerwehrmitglieder und ihrer Hinterbliebenen verwendet
werden.
3. Daß ersterer aus den 80% gebildete Feuerwehrfond der Ver-
waltung des Landes-Ausschusses unterstehe.
4. Daß der aus den 20% gebildete Unterstützungsfond für
freiwillige und Communalfeuerwehren getrennt werde und davon der
auf die freiwilligen Feuerwehren nach Verhältniß ihrer Mitgliederzahl
entfallende Betrag mit Zuschlag von weiteren 20% der unter der
Verwaltung des Ausschusses der Unterstützungskasse stehenden Verbands-
Unterstützungskassa überwiesen und der für Communal-Feuerwehren
verbleibende, gleichfalls nach Verhältniß der Mitgliederzahl repartirte
Restbetrag vom Landesausschusse verwaltet werde.
5. Daß bei Ertheilung von Beiträgen aus den Feuerwehrfonde
das Gutachten der Verbandsleitung und der Feuerlösch-Inspectoren
eingeholt und hiebei als Grundsatz beobachtet werde, nur jene Gemein-
den und Feuerwehren zu subventioniren, welche eine entsprechende
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körpers im Laufe eines Decenniums geändert haben. Es läßt sich
nicht verkennen, daß der Tiroler Landtag nun dem Feuerwehrwesen
ein reges Interesse und Verständnis entgegenbringt und glaube daher
auch der Zustimmung sämmtlicher hier anwesenden Vertreter der tiro-
lischen Feuerwehren sicher zu sein, wenn ich den Antrag einbringe,
mich zu ermächtigen, namens des deutsch-tirolischen Feuerwehr-Gau-
verbandes dem Tiroler Landtage bezw. Landes-Ausschusse den Dank
durch eine Deputation unter meiner Führung zu erstatten. Auch der Ab-
geordnete Alfred Kirchberger von Brixen, selbst Feuerwehrmann, hat
sich als Berichterstatter um das Zustandekommen dieses Gesetzes be-
müht und nach seinen Intentionen würde dasselbe noch in einer den
Anträgen der Gauverbandsleitung näher kommenden Weise zu Stande
gekommen sein, weshalb ich beantrage, auch diesem den schriftlichen
Dank für seine Mühewaltung zu erstatten.
Ein zweiter wichtiger, dem Gauverbandsausschusse beim vorjäh-
rigen Delegirtentage zur Durchführung übertragener Gegenstand war
der Erlaß einer Petition an den hohen Tiroler Landes-Ausschuß wegen
der Bestellung von Feuerlösch Inspectoren für den Sprengel jeder
Bezirkshauptmannschaft.
Bereits am 15. September v. Is. hat die Gauverbandsleitung
an sämmtliche freiwillige deutsch tirolische Feuerwehren der Orte, wo-
selbst eine Bezirkshauptmannschaft ihren Sitz hat, ein Circulare zur
Einberufung der Feuerwehren ihres Bezirkes, behufs Einigung über
die als Brand-Inspectoren in Vorschlag zu bringenden Persönlichkeiten
erlassen. Als solche wurden namhaft gemacht: Anton Schieſtl für
Bozen und Sarnthal, Eduard Reggla für Kaltern, K. Meßner für
Klausen, Josef Rifeser für Kastelruth, Josef v. Malfer für Neumarkt,
Franz Bergmeister für Brixen, I Klauzner für Sterzing, Jos. Kofler
für Bruneck, Enneberg, Taufers, Jak. Rienzner für Welsberg, J. Stub-
mayer für Imst, 3. Steiner für Silz, V. Baron Graff und Josef
Melzer für Innsbruck, Josef Pircht für Kizzbicht, Anton Karg für
Kufstein, Anton Bichler für Rattenberg, Dr. Müller für Landeck,
3. Flora für Nauders, Fr. Schuler für Ried, L. Kaibl und A. Roh-
racher für Lienz, Anton Baumgartner für Meran, App. Pöll für Glurns,
App. Würstl, für Schlanders, Joh. Zitt für Reutte und Adolf Hack
für Schwaz.
27-
Ueber die hierauf an den Tiroler Landesausschuß gerichtete Ein-
gabe vom 26. November v. Is. um Bestellung der in diesem Ver-
zeichnis namhaft gemachten Inspectoren hat derfelbe eine Zuschrift er-
lassen, in der eine Normal Instruction resp. der Entwurf einer solchen
für Feuerlösch-Inspectoren abgefordert wird. Um nun dieſes Normale
in Einklang mit den Wünschen der freiwilligen Feuerwehren zu bringen
hat der Gauverbandsausschuß den Entwurf desselben den namhaftesten
Feuerwehren des Landes zur Einsicht und Begutachtung zugesendet und
bildet dieser Entwurf einen, der auf die heutige Tagesordnung ge=
ſetzten Berathungsgegenstände. Auf Grund des beim vorjährigen Feuer-
wehrtage gefaßten Beschlusses bin ich als Delegirter des deutsch tiro-
lischen Feuerwehr-Verbandes zu dem am 7., 8. und 9. September in
Salzburg abgehaltenen XII. deutschen Feuerwehrtage gereist. Eine
Berichterstattung hierüber halte ich aus dem Grunde für überflüssig,
weil ein ausführlicher Bericht über dieses Feſt in der österr. Verbands-
Feuerwehr-Zeitung erschienen ist.
Als das wesentlichste Ergebniß der Berathungen beim XII.
deutschen Feuerwehrtage glaube ich hervorheben zu müssen, daß künftig
der Schwerpunkt der Thätigkeit in den deutschen Feuerwehrausschuß
gelegt ist, welcher aus 27 Mitgliedern besteht, wovon auch der zeit-
weilige Vorsitzende des teutschtirolischen Feuerwehr-Gauverbandes ein
Mitglied ist. Unter den 27 Mitgliedern befinden sich 8 Mitglieder
aus Desterreich, als Vorsitzende der betreffenden österr. Landesverbände
und der baierische Feuerwehr-Landesverband mit mehr als 200.000
Mitgliedern, hat auch nur einen Vertreter im deutschen Feuerwehr-
Ausschusse wie der kleine deutschtiroliche Gauverband. Ein Gegenstand,
durch welchen die Gauverbandsleitung im letzten Jahre öfters in Anspruch
genommen wurde, war die Erledigung auf Anfragen der Feuerwehren
wie sie sich gegenüber den Finanzbehörden bezüglich der von ihnen von
dem Werthe ihrer Feuerlöschrequisiten einzustellenden Fassionen wegen
Bemessung des Gebührenäquivalentes zu verhalten haben. Diesfalls
wurde den freiwilligen Feuerwehren die Belehrung ertheilt, daß zwar
der Werth in die Fassion einzustellen, jedoch in der Anmerkung die
Gebührenfreiheit zu beanspruchen sei, weil Feuerlöschrequisiten zu
Humanitätszwecken dienen und statutengemäß ihrem Zwecke nicht ent-
fremdet werden dürfen, deshalb laut T. P. 106 d Anmerkung 2 c
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28
und Finanz-Ministerial Erlaß vom 4. Juli 1864, 3. 31.748 von
Gebührenäquivalente befreit seien. Die Feuerwehrmänner werden da-
her auf diese Bestimmungen aufmerksam gemacht, damit sie vorkom-
menden Falls in dieser Weise ihre Aeußerung abgeben und ihr Ver-
mögen nicht zu vergebühren haben.
In Fragen und Angelegenheiten wegen Errichtung und gesetz-
licher Constituirung neuer Feuerwehren ist der Gauverbands-Ausschuß
mit vielen Feuerwehren des Landes in Correspondenz gestanden;
ebenso verkehrte er auch öfters brieflich mit den übrigen Feuerwehr-
Landesverbänden und dem Vorsitzenden des deutschen Feuerwehr-Aus-
schusses und belief sich auch im abgelaufenen Jahre die Anzahl der
Exhibite auf weit über 200 Stücke.
Der Gauverbands-Ausschuß hat im abgelaufenen Verbandsjahre
8 Sitzungen abgehalten, bei welchen es sich um Erledigung wichtiger
Angelegenheiten, Aufnahme neuer Feuerwehren und Entscheidung über
Unterstützungs-Ansuchen handelte. Von dem ihm satzungsgemäß ob-
liegenden Rechte der Aufnahme von Feuerwehren in den Verband
konnte er erfreulicherweise achtmal Gebrauch machen. Im letzten Ver-
bandsjahre sind dem Verbande neu beigetreten die Feuerwehren von:
Innichen, Kaltern, Naturns, Schönna, Gossensaß, Kematen, Nassereith
und Nauders, weshalb die bis jetzt dem deutschtivolischen Feuerwehr-
Gauverkande angehörigen freiwilligen Feuerwehren die Zahl 60 er-
reicht haben. Damit ist der gegenwärtige Rechenschaftsbericht auf das
statistische Gebiet übergegangen, welches auch ein jährliches Referats-
thema bildet. Leider kann sich hierüber der Bericht nicht ausführ-
licher verbreiten, weil von mehreren Feuerwehren die wiederholt abver-
langten statistischen Tabellen nicht eingestellt wurden und deshalb auch
der Gauverbands-Ausschuß nicht in die Lage versetzt worden ist, trotz
des besten Willens den Delegirten ein auf voller Authenticität beruhen-
des Bild zu gewähren. Die Einsendung der statistischen Tabellen
haben nicht weniger als 24 Feuerwehren unterlassen, weshalb sie es
begreiflich finden werden, wenn ich es unterlasse Ihnen heute darüber
zu referiren.
Nur soviel glaube ich mit Bestimmtheit sagen zu können, daß
sich die Zahl der dem Verbande angehörenden Feuerwehrmänner auf
circa 52 0 Mann beläuft und seit dem letzten Feuerwehrtage um un-
29
gefähr 500 gehoben hat. Wie viele freiwillige Feuerwehren außer
dem Verbande in Deutschtivol bestehen und welche Mitgliederzahl die-
selben repräsentiren, läßt sich aus den nämlichen früher betonten Grün-
den nicht angeben.
Nachdem beim heurigen österreichischen Feuerwehrtage von jedem
Verbande das statistische Referat einlaufen soll, so muß es der Gau-
verbandsleitung doppelt unangenehm sein, wenn sie darüber nicht be=
richten kann. Schließlich muß ich noch der erfreulichen Thatsache
erwähnen, daß sich im Bezirke Lienz ein Bezirksverband gebildet hat,
welcher eine recht rege Wirksamkeit entfaltet. Im Großen und Ganzen
läßt sich auch für das abgelaufene Verbandsjahr ein stetiges Anwachsen
des Gauverbandes verzeichnen und wenn wir auf die Erfolge verweisen
welche das Feuerlöschwesen und die Feuerwehren auf legislato: ischem
und administrativem Gebiete errungen haben, so können wir mit vollſter
Beruhigung sagen, daß dasselbe nicht nur kein verlorenes war, sondern
daß vielmehr gerade dieses Jahr als das bedeutungsvollste für die
weitere Förderung des Feuerlösch- und Feuerwehrwesens anerkannt
werden muß.
Nachdem dem Vorstande der Dank für den erschöpfenden Bericht
erstattet, und die zwei darin enthaltenen Anträge angenommen waren,
erstattete der Cassier Anton Nußbaumer (Innsbruck) den Caſſabericht,
nach welchem der gegenwärtige Stand derselben ein Activum von
1002 fl. 36 fr. aufweist.
II. Antrag des Gauverbands - Ausschusses auf Abänderung der
§§ 5 und 11 des Grundgesetzes. § 5 lautet: Jedes Jahr findet ein
Delegirtentag an einem anderen Orte Deutschtivols statt, wo sich eine
Verbandsfeuerwehr befindet. Nach dem Antrage des Ganverbands-
Ausschusses sollte dieser Bassus in der Weise geändert werden, daß
von nun an die Delegirtentage nicht mehr alljährlich, sondern nur alle
3 Jahre stattfinden. Der Vorsitzende begründet diesen Ausschußantrag
indem er ausführt, daß für einen jährlichen Delegirtentag nicht immer
bas nöthige Berathungsmateriale vorhanden sein könne und auf die
bedeutenden Kosten hinweist, welche die jährliche Zusammenkunft so
vieler Vertreter der Feuerwehren verursacht.
3. Melzer (Innsbruck) spricht im Sinne der Commandantschaft
von Innsbruck gegen den Ausschußantrag und für Belassung des § 5
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in seiner gegenwärtigen Fassung, weil er die jährliche Zusammenkunft
der Delegirten im Interesse der Feuerwehrsache und zur Festigung
des kameradschaftlichen Geistes für zweckmäßiger hält und stellt des-
halb den Antrag: „Der § 5 sei in seiner bisherigen Fassung beizu-
behalten."
Dr. Dominikus Müller (Landeck) stellt einen Vermittlungsantrag,
dahingehend; es sei alle 2 Jahre ein Delegirtentag abzuhalten. Leander
Kerbler (Lienz) stimmt dem Antrage des Dr. Müller bei, stellt jedoch
den Zusatzantrag, daß bei Anhäufung des Verhandlungs-Materials es
dem Verbandsausschusse freistehe, jährlich einen Delegirtentag einzu-
berufen. Anton Nußbaumer (Innsbruck) stellt den Antrag, es soll
alle 3 Jahre, aber dann ein festlicher Delegirtentag abgehalten werden.
Victor Baron Graff (Innsbruck) tritt nochmals, wie 3. Melzer für
den Antrag der Innsbrucker Commandantschaft ein, indem er unter
Hinweis auf die heutige 13 Punkte umfassende Tagesordnung den
Vorwurf des Mangels an Verhandlungs-Material sehr passend zurück-
weist, und des weiteren anführt, daß der Kostenaufwand, der die ein-
zelnen Vororts-Feuerwehren allenfalls treffe, bei weitem dadurch auf-
gewogen werde, daß selbe genöthigt sind, sich tüchtig im Exercieren
einzuüben, um den Delegirten ein befriedigendes Bild ihrer Wehr-
tüchtigkeit vorführen zu können, was dann weiters noch den Nutzen
bietet, daß diese Feuerwehren auf dem einmal betretenen Weg weiter-
fahren. Karl Huber Meran spricht ebenfalls für die Beibehaltung
der jährlichen Delegirtentage. Der Antrag Melzer's wird mit großer
Majorität angenommen.
Der § 11 des Grundgesetzes beſtimmt, daß der Jahresbeitrag
zur Gauverbands-Regiekassa für jedes Mitglied 10 kr. per Jahr zu
betragen habe. Der Ausschuß beantragt nun diese Bestimmung dahin
abzuändern, daß die Höhe dieses Jahresbeitrages jeder Delegirtentag
von Jahr zu Jahr von nun an zu bestimmen habe. Dieser Antrag
erhält die einstimmige Annahme.
III. Bericht über das neue einheitliche Exercier-Reglement. Be-
richterstatter Baron Graff (Innsbruck) erwähnt, daß von der Inns-
brucker Kommandantschaft im Auftrage des Gauverbandes ein Entwurf
zu einer Exercierordnung ausgearbeitet und in 45 Exemplaren an die
einzelnen Feuerwehren zur Begutachtung hinausgegeben wurde, jedoch
31-
nur von 13 Feuerwehren geringe Abänderungen beantragende Gut-
achten eingelaufen seien. Er beantragt die von der Feuerwehr in
Lienz begutachtete Abänderung beim Kommando für die Spritzenmann-
schaft anzunehmen, die von derselben gestellten Abänderungen beim
Exercieren mit den Hackenleitern zu verwerfen. Er erklärt sich mit
dem Wunsche der Kufsteiner Feuerwehr, das Exercitium mit der sog.
Kufsteiner Schubleiter in das Exercier-Reglement aufzunehmen, ein-
verstanden, ebenso mit dem Antrage der Brixener Feuerwehr auf mög-
lichste Vereinfachung der Huppensignale und mit dem Antrage der
Feuerwehr von Innichen auf möglichste Beseitigung der Fremdwörter.
Nach einer sehr regen Debatte stellt der Vorsitzende den Schluß-
antrag: Die versammelten Delegirten erklären das von der Com-
mandantschaft der Innsbrucker Feuerwehr ausgearbeitete Exercier-Regle-
ment mit dem vom Referenten begutachteten als das passendste In-
structionsbuch; jedoch steht es jeder Feuerwehr frei, für sich durch
lokale Verhältnisse oder durch abweichende Beschaffenheit der Geräthe
bedingte Abänderungen vorzunehmen." Dieser Antrag erhält die ein-
stimmige Annahme und somit ist dieser Punkt der Tagesordnung
erlediget.
IV. Berathung und Beschlußfassung über eine Instruction für
Feuerlösch-Inspectoren. Der Vorsitzende bringt zur Kenntniß nach-
stehenden Entwurf zur Begutachtung und eventuellen Vorlage an de
Tiroler Landesausschuß:
Instruction für Feuerlösch-Inspectoren.
§ 1. Die Feuerlösch-Inspectoren bilden die vom Tiroler Landes-
Ausschusse zur Ueberwachung der Durchführung der Feuerpolizei- und
Feuerwehr-Ordnung für Tirol bestellten Organe.
§ 2. Sie haben das Recht und die Pflicht, wenigstens alle drei
Jahre einmal oder über Auftrag des Landes-Ausschusses auch öfters
in dem ihnen zugewiesenen Bezirke die Gemeinden und Feuerwehren
zu inspiciren und erhalten zu ihrer Legitimation ein vom Landesaus-
schusse ausgefertigtes Vestallungsdekret.
§ 3. Jede Inspection hat zu umfassen: a) Die Erhebungen und
Nachschau bezüglich der ordentlichen Handhabung der Feuerpolizei- und
Feuerwehr-Ordnung von Seite der Gemeinden; b) die Besichtigung
der zum Löschdienste bestehenden Einrichtungen; c) die Prüfung der
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zum Feuerwehrdienste bestimmten Mannschaft in Bezug auf genügende
Einübung.
§ 4. In Betreff ordentlicher Handhabung der Feuerpolizei- und
Feuerwehrordnung hat der Inspector nachzusehen: a) Ob in der Ge-
meinde mindestens einmal des Jahres die Feuerbeschau in den Ge-
bänden vorgenommen und das Feuerbeschau Protokoll geführt wird;
b) ob die Reinigung der Kamine durch Rauchfangkehrer besorgt wird
und ob mit diesen ein Tarif vereinbart ist; c) ob zum Feuerwachdienst
Nachtwächter bestimmt sind: d) ob eine Löschordnung für die Gemeinde
erlassen ist; e) in welcher Art bei einem Brande die Allarmirung,
die Beistellung des Wassers, und der Bespannung für die Löschgeräthe
erfolgt; f) ob über die der Gemeinde gehörigen Löschgeräthe und Aus-
rüstungsgegenstände ein Inventar aufzunehmen ist; g) ob in Gemeinden
in welchen eine freiwillige Feuerwehr nicht besteht, der jährliche Aufruf
zur Bildung einer solchen erlassen wurde; h) ob in Gemeinden, in
welchen eine freiwillige Feuerwehr besteht, die Geldstrafen wegen Ueber-
tretung der Feuerpolizei-Ordnung an die Landes-Unterstützungscasse
abgeführt wurden.
§ 5. Bezüglich der zum Löschdienste bestehenden Einrichtungen
hat der Inspector nachzusehen: a) ob die vorhandenen Spritzen und
Schläuche mit dem Normalgewinde oder doch mit den nöthigen Ver=
kuppelungsstücken, zur Anbringung des Normalgewindes versehen und in
Leistungsfähigem Zustande sind; b) ob die nach der Beschaffenheit des
Ortes erforderlichen Rettungsgeräthe vorhanden und von tanglicher
Beschaffenheit sind; e) ob sich ein zur Unterbringung der Lösch- und
Rettungsgeräthe geeignetes Lokal befindet; d) ob für die Wasserzufuhr
bei einem Brande im Orte in genügender Weise vorgesorgt ist.
§ 6. Zur Prüfung der Mannschaft in Bezug auf deren Schlag-
fertigkeit und Leistungsfähigkeit hat der Inspector in Orten, in welchen
eine freiwillige Feuerwehr besteht, eine Hauptübung mit derselben ab-
zuhalten, bei welcher dem Commandanten unmittelbar vor der Uebung
das von der Feuerwehr zu lösende Thema (fingirter Brand) bekannt
zu geben ist. In Orten, woselbst keine freiwillige Feuerwehr besteht,
hat sich der Inspector zu überzeugen, ob die für die Bedienung der
Sprißen und Rettungsgeräthe beſtimmten Personen mit der Hand-
habung derselben vertraut sind. Die Inspection hat sich auch auf die
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Personalrüstung und das Signalwesen zu erstrecken. Nach abgehaltener
Uebung hat der Inspector dem Commandanten und der Mannschaft die
allenfalls erforderlichen Belehrungen zu ertheilen.
§ 7. Ueber die im Orte der Inspection gemachten Beobachtungen
und allfällig durch die Gemeinde-Vorsteher zu treffenden Anordnungen
und zu behebenden Mängel hat der Inspector dem Gemeinde-Vorsteher
die nöthigen Aufklärungen und Verfügungen zu ertheilen und insbe-
sonders auch auf die allgemeine Versicherung der Gebäude und Mobilien
bei der Tiroler Brandassecuranz hinzuwirken. Ueber das Resultat der
Inspection hat der Inspector dem Feuerwehr-Gauverbands-Ausschusse
und dem Tiroler Landes-Ausschusse thunlichst bald zu berichten und die
ihm geeignet erscheinenden Anträge zu stellen.
Dr. Müller aus Landeck beantragt die en bloc Annahme dieses
Entwurfes, stellt jedoch auch gleichzeitig den Zusatzantrag, der Gau-
verbands-Ausschuß möge dahin wirken, daß die Feuerlösch-Inspectoren
auch die nöthige Executive erhalten.. Dem gegenüber führt der Vor-
sitzende aus, daß sich der Landesausschuß die Executive selbst vorbe-
halten werde. Der Entwurf wird nach einigen erläuternden Bemer-
kungen des Vorsitzenden en bloc angenommen. Hierauf kommt die Ent-
lohnung der Feuerlösch-Inspectoren zur Sprache und meint Mayyr
(Ebbs), die Entlohnung sei nach Meilengebühr und Taggeld, wie bei
Steuerbeamten zu bemessen.
Melzer (Innsbruck) meint, die Inspectoren sollen für ihre Be-
reisungen eine gewisse Tantiéme erhalten während der Vorsitzende den
Vorschlag des Mayr (Ebbs) als am geeignetsten hält, um ihn dem
Landesausschusse zu empfehlen. Dieser Antrag erhält auch bei der
Abstimmung die einstimmige Annahme.
V. Einführung neuer Chargenabzeichen entfällt, weil keine com-
petente Behörde die bei den Feuerwehren in Tirol üblichen (gestanzten)
Metallsterne beanständet.
VI. Einführung gemeinsamer Dienstabzeichen für gediente Feuer-
wehrmänner. Zu diesem Punktr referiert der Vorsitzende, daß die Feuer-
wehr Innsbruck schon seit 2 Jahren für ihre Mitglieder solche Ab-
zeichen eingeführt hat. Diese bestehen in rothen, in der Mitte durch
Goldfänden getheilten Streifen, welche wie bei den f. k. Unterofficieren
am linken Aermel getragen werden, und zwar für eine zehnjährige,
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ununterbrochene Dienstzeit ein Streifen, für eine zwanzigjährige zwei
Streifen und für eine 25jährige drei Streifen. Auf eine Anfrage des
Ant. Nußbaumer (Innsbruck) wie das Wort ununterbrochen aufzu-
fassen sei, meint Mayr (Ebbs) in dem betreffenden Antrage soll es
heißen: unabsichtichtlich unterbrochene Dienstzeit. Melzer (Innsbruck)
stellt hiezu den Antrag: Der XII. Delegiertentag in Imst wolle be-
schließen, daß für gediente Feuerwehrmänner Dienstes-Abzeichen ein-
geführt werden, so wie selbe die Innsbrucker Feuerwehr bereits ein-
geführt hat. Betreffs vorkommender Dienstes-Unterbrechungen, sei es
jeder Feuerwehr unbenommen, selbst von Fall zu Fall beurtheilen."
Dieser Antrag wird einstimmig angenommen.
VII. Erneuerung des Abonnements der österreichischen Verbands-
Feuerwehrzeitung. Hiezu referirt der Versitzende, daß der Verband bis-
her 50 Exemplare um den Betrag von 120 fl. bezogen hat, während
das Jahresabonnement der Zeitung per Exemplar 2 fl. betrage. Des=
halb habe er mit dem Verleger Herrn Rohrer in Brünn Verhand-
lungen eingeleitet, wonach künftig jede Verbands-Feuerwehr zu dem
von der Gauverbands-Casse zu bezahlenden Abonnementsbetrage per
2 fl. pro Jahr die österreichische Verband-Feuerwehr-Zeitung porto-
frei zugeschickt erhalten und jeder vom Gauverbande eingesandte Ar-
tikel unentgeltlich aufgenommen werden würde. Er stellt sohin den
Antrag: Sämmtliche Verband-Feuerwehren sind mit der österreichi-
schen Verbands-Feuerwehr-Zeitung zu betheilen und zwar auf Kosten
der Regiecassa. Jede größere Feuerwehr erhält für 100 Mitglieder
1 Exemplar, wobei eine Zahl über 50 als voll anzunehmen ist. Ferner
erhält jedes Mitglied des Gauverbands-Ausschusses 1 Exemplar, eben-
falls auf Kosten der Regielassa." Einstimmig angenommen.
VIII. Einführung des obligaten Turnunterrichts für Steiger in
den Städten und größeren Orten. Nach einer eingehenden Befür-
wortung des Turnunterrichts bei den Feuerwehren und unter Hinweis
daß die Feuerwehren von Hall, Innsbruck und Bruneck den Turn-
unterricht bereits eingeführt haben, wird nachstehender Antrag des
Vorsitzenden einstimmig angenommen und freudigst begrüßt: „Das
Turnen ist für das Steigercorps obligat einzuführen in Städten und
größeren Orten, nur zu billigen ist es ferner, wenn auch Spritzen-
und Schlauchmannschaft turnt."
35
IX. Anträge der Feuerwehren. Mayr aus Ebbs erbittet sich
bei diesem Punkte das Wort und schildert in überzeugender Weise einen
Vorgang der Steuerbehörden, der an's kaum glaubliche grenzt, aber
doch buchstäblich war ist. In seiner Gemeinde, sagt Mayr, befindet
sich eine alte Spritze, von der die Steuerorgane das Gebührenäqui-
valent beheben lassen. Da sich nun die Gemeinde weigert, selbes zu
entrichten, wird gepfändet. Die Sprize ist jedoch nicht einmal des
Pfändens recht werth. wesholb die Habe des Commandanten um das
Aequivalent gepfändet wird. Das Interessante dieser Schilderung ist
aber das, daß Redner selbst der betreffende Commandant ist, der nun
in irgend einer Weise Abhilfe gegen diesen gesetzlichen Uebelstand vom
Delegirtentage erwartet. Dr. Stolz bemerkt darauf er habe im Sinne,
diese Angelegenheit, beim österreichischen Feuerwehrtage in St. Pölten
zur Sprache zu bringen und eine gemeinsame Petition der öster-
reichischen Feuerwehr - Landes- Verbände wegen Befreiung der Ge-
meinden von dem Gebühren-Aequivalent für ihre Feuerlösch-Requi-
fiten zu beantragen, womit sich sämmtliche Delegierte einverstanden
erklären.
"
Ein Antrag der freiwilligen Feuerwehr Tramin, welche in letzter
Stunde noch ihren Beitritt zum deutsch-tirolischen Gauverbande erklärt
hat, wird vom Varsitzenden aufgenommen. Der Antrag selbst lautet:
Es sollen gemeinsame Abzeichen eingeführt werden, die jeder Feuer-
wehrmann leicht bei sich tragen kann, und mittelst welchem er sich auf
dem Brandplate als solcher legitimiren kann, falls es die Umstände
nicht mehr erlauben, daß er in Rüstung erscheinen kann. Damit wird
eine Binde, in Vorschlag gebracht. Der in der Versammlung anwesende
Vertreter der Feuerwehr von Tramin motivirt seinen Antrag damit,
daß sich dadurch leichter Unzukömmlichkeiten vermeiden lassen und Un-
berufene vom Löschwerke fern gehalten werden können. Dieser Antrag
wird jedoch mit Majorität abgelehnt.
X, Wahl von 3 Delegirten zu dem am 7., 8. und 9. September
in St. Pölten tagenden III. österreichischen Feuerwehrtage. Gewählt
wird als Delegirter Dr. Stolz aus Hall und zugleich ermächtiget, von
den diesen Feuerwehrtag besuchenden Mitgliedern der Innsbrucker Feuer-
wehr, 2 als Delegirte zu bestimmen.
XI. Festsetzung des Jahresbeitrages für die Gauverbands-Regie-
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kassa. Ueber Antrag des Vorsitzenden wird einstimmig beschlossen; den-
selben auf 5 kr. per Mann, wie im Vorjahre festzusetzen.
XII. Wahl eines Vorortes für den nächstjährigen Delegirtentag.
In Anbetracht dessen, daß anf das kommende Jahr ein festlicher Gau-
tag entfallen würde, welchen die Stadt Bozen zu übernehmen hat,
der Vertreter der freiwilligen Feuerwehr Bozen aber für das Jahr
1885 die Uebernahme der Vorbereitungen zum Gautage aus dem
Grunde ablehnt, weil genannte Feuerwehr heuer ihr 10jähriges
Gründungsfest festlich begeht, weiters in Anbetracht dessen, daß im
Jahre 1885 das zweite österreichische Bundesschießen in Innsbruck
abgehalten wird, wird für kommendes Jahr, über Antrag des Vor-
sitzenden, von einem festlichen Gautag Umgang genommen und derselbe
auf das Jahr 1886 verlegt, dafür aber die Abhaltung eines Dele-
girtentages in Rattenberg beschlossen. Commandant Pichler aus Ratten-
berg erklärt namens der freiwilligen Feuerwehr von Rattenberg, die
auf Rattenberg als Vorort gefallene Wahl anzunehmen.
XIII. Wahl des Gauverbands-Ausschusses. Zum Vorsitzenden
wird Dr. Stolz wiedergewählt per acclamationem. Dieser erklärt
sich nur in dem Falle bereit zum 13. Male eine Wiederwahl anzu-
nehmen, wenn Saumseligkeiten, wie im Vorjahre, wo gleich 24 Feuer-
wehren mit Ausfüllung und Einsendung der statistischen Tabellen im
Rückstande geblieben sind, nicht mehr vorkommen, widrigenfalls es ihm
gestattet sein müsse, auch während des Jahres zurückzutreten. Unter
dieser Bedingung, daß die einzelnen Feuerwehr-Kommanden die vom
Gauverbands-Ausschusse an sie gerichteten Aufträge genau und prompt
ausführen, erklärt er den Vorsitz weiterzuführen, was mit 'allgemeiner
freudiger Zustimmung aufgenommen wird. Weiters werden noch in
den Gauverbands-Ausschuß gewählt: 3. Pichler und die Brüder Josef
und Franz Azwanger in Rattenberg und Viktor Baron Graff, Josef
Melzer und Anton Nußbaumer aus Innsbruck.
Nach Beendigung des Wahlganges schließt der Vorsitzende um
342 Uhr Nachmittags die XII. Delegirtensitzung.
Der Vorsitzende:
Dr. Otto Stolz.
Am 3. September Windwache.
Der Schriftführer:
Josef Sattleder.
Am 5. September 9½ Uhr Vormittags gerieth in einem
Zimmer das Hauses Nr. 15, Schlossergasse durch unachtsame Mani-
pulation mit einem Kerzenlicht ein Vorhang in Brand, konnte aber
von den sofort herbeigeeilten Hausbewohnern gelöscht werden.
Am 15. September Kommandantschaftssitzung.
Am 19. September veranstaltete unsere Feuerwehr im Ver-
eine mit der hiesigen Liedertafel und sämmtlichen Vorortsfeuerwehren
anläßlich der a. H. Anwesenheit Sr. Majestät unseres allergnädigsten
Kaisers einen solennen Fackelzug. Der imposante Zug rangirte sich
im Hofe der Infanterie-Kaserne und setzte sich punkt 8 Uhr in Be-
wegung.
Den Zug eröffneten die Turner, denen ihr Banner hoch zu
Roß vorangetragen wurde. An die Turner schloß sich die Feuerwehr-
kapelle und eine Abtheilung Feuerwehr mit ihrer Fahne, dann folgte
die Liedertafel. Auch diese Corporation war mit ihrem Banner er-
schienen. An die Liedertafel reihte sich die Halier Salinenmusik, der
die Feuerwehrmannschaft von Innsbruck und den Vororten folgte, den
Schluß bildete die Musikkapelle von Hötting. Bei dem Aufmarsch
des Fackelzuges auf dem Rennplatze trat Se. Majestät der Kaiser auf
den im zweiten Stockwerke über dem zweiten Burgthore gelegenen
Balkon.
In diesem Augenblicke erscholl ein tausendstimmiges Hoch, nimmer
enden wollend, von lebhaftem Hüteschwenken begleitet. Der Kaiser
dankte huldvollst für die ihm dargebrachte Ovation, worauf von Neuem,
wie brausender Sturm, donnernde Hochrufe erschallten. Nun begann
die Produktion der Liedertafel. Nachdem sie ihr erstes Stück zum
Vortrage gebracht hatte, intonirte die Feuerwehrkapelle du mein
Desterreich!" Wieder rauschten begeisterte Hochrufe über den weiten
Raum, sich stets verstärkend und erneuernd. Die Absingung der
zweiten Pieçe,,,An's Vaterland!", gab neuerdings Anlaß zum Aus-
bruche stürmischer Ovationen für den Vater des Vaterlandes, für den
allgeliebten Kaiser, welcher wiederholt huldvollst für dieselben dankte.
Hierauf stimmten sämmtliche Musikkapellen die Volkshymne an,
und zu gleicher Zeit nahm das Feuerwerk seinen Anfang. Brillant
in jeder Beziehung machte es dem Mester Marconi aus Trient
alle Ehre. In rascher Aufeinanderfolge wechselten die Ueber-
raschungen, die es dem Publikum brachte und imponirte durch das
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Massenspiel der Feuerwerkskörper, die zu gleicher Zeit abgebrannt
wurden. Während des Feuerwerks befahlen Se. Majestät den Vor-
stand der Liedertafel Herrn Franz Grafen Thun und die Mitglieder
des vom Gemeinderathe gewählten Dekorations-Comités zu sich in die
Hofburg, belobten den loyalen und patriotischen Geist der Liedertafel
und sprachen die allerhöchste Befriedigung über diese Ovation aus.
Hierauf trat der Fackelzug den Rückweg durch verschiedene Straßen
der Stadt an und löste sich vor dem Feuerwehrmagazine auf. In der
Route, welche er hiebei einschlug, wurde während des Zuges eine Aen-
berung vorgenommen, und daher kam es, daß das Publikum in manchen
Straßen eine Enttäuschung erleben mußte.
Nach Beendigung des Fackelzuges bezog eine aus 32 Männ
bestehende Abtheilung unter dem Commando des Nottenführers Hein-
rich Wildling sammt den entsprechenden Geräthen die Feuerwache
im Redoutensaale.
Am 24. September Beginn der neuerlich übernommenen
Theaterfeuerwache.
Am 25. September fand am Prügelbau im Beisein einer
Anzahl Feuerwehrmitglieder eine zufriedenstellende Extincteurprobe statt.
Am 28. September machte Herr Gustav Bernheim aus
Reims in Gegenwart vieler Feuerwehrmitglieder sehr interessante Proben
mit seinem erfundenen „Feuerannihilator und der chemischen Feuer-
löschmasse Pyro Extinkteur". Hierauf fand die allgemeine Besichti-
gung des Theatergebäudes und die Proben mit den dort befindlichen
Extinkteurs statt.
Am 30. September Sitzung des Krankenkasse-Ausschusses.
Am 6. Oktober Kommandantschaftssitzung.
Am 12. Oktober Nachmittags fand am t. t. Hauptzollamts-
Gebäude und dem t. t. und Nationaltheater am Rennweg, diesmal um
das theure Schlauchmaterial zu schonen, anstatt einer Uebung mit
Wasser, eine Schul- und Schauübung statt. Punkt 2 Uhr rückte die
gesammte freiwillige Feuerwehr in voller Rüstung mit allen Requisiten
auf den Rennplatz an und alle vier Züge derselben nahmen auf dem
freien Blaze nordöstlich vom Hauptzollamts-Gebäude ihre Requisiten
angriffsbereit gegen dasselbe gerichtet, Aufstellung. Hier wurde jedes
Requisit sowohl, als auch die Mannschaft vom Herrn Bürgermeister
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Dr. Falk im Beisein des Feuerwehr-Oberkommandanten Victor Baron
Graff und mehrerer Herren Gemeinderäthe einer genauen Inspicie-
rung unterzogen, welche ein allseits befriedigendes Resultat ergab.
Nach beendeter Inspicierung begann die Schulübung der vier
Steigerabtheilungen mit ihren Schubleitern am erstgenannten, von
dieser Seite 5 Stock hohen Gebäude. Mit vollständiger Ruhe wurden
die einzelnen Commandos gegeben und ausgeführt und so kam es, daß
trotz des ungünstigen Terrains, (es war nämlich der Grasboden mit
einigen Centimetern halbgefrornem Schnee bedeckt) in verhältnißmäßig
furzer Zeit alle vier Schubleitern gestellt und die Nohrführer mit der
nöthigen Unterstützungsmannschaft auf denselben ihre Posten einge-
nommen hatten. Hier sei bemerkt, daß nur die Leiter des III. Zuges
den Dachesrand erreichte, während sich die der anderen Züge als zu
furz erwiesen gegen dieses allerdings kolossal hohe Haus. Nachdem die
Steigerrotten abmarschiert waren, dielten die Spritzenabtheilungen ihre
Schulübung ab, die an Präzision und Takt kaum etwas zu wünschen übrig
ließ. Von der beendeten Schulübung am Mauthause wurde sofort
zur Schauübung am Theatergebäude abmarschiert, wo ebenfalls zur
vollen Zufriedenheit der Sachverständigen die Lösch- und Rettungs-
arbeiten so fingirt wurden, daß auch der Laie ein günstiges Urtheil
über die Schlag- und Wehrfähigkeit unserer Feuerwehr mit nach
Hause genommen hat. In einigen Minuten waren die Rohrführer
mit den Schläuchen sowohl im Gebäude, als auch außerhalb desselben
an den Fenstern postirt, und waren aktionsfähig, während 2 Rettungs-
abtheilungen an der Südfront des Theatergebäudes das sogenannte Rutsch-
tuch und den Rettungsschlauch, erstes am ersten Stocke, letzteres auf
die Schnürbodenöffnungen aufererziert hatten und lustig fuhren die
Steiger am Rutschtuche und Buben im Rettungsschlauche aus dem
als brennend angenommenen Innern des Theaters an die frische Luft.
Als die Signale das Ende der Uebung angezeigt und die Mannschaft
auf den Rennweg zurückmarschierte, bewies auch die Sanitätsabtheilung
unter Führung des Herrn Dr. Franz Greil, daß sie den Sommer,
ebenso wie die übrigen Abtheilungen der Feuerwehr, benützt hatten,
denn auf den Stufen des Theatergebäudes zeigte sie an 5 Feuerwehr-
männern, daß sie sehr wohl in der Lage sei, im Falle eines Unglückes
sofort schnell die erste Linderung nach den Regeln der Sanitätsvor-
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schriften 2c. angedeihen zu lassen. Mit Beendigung dieser Detailübung
hatte auch die Gesammtübung ihr Ende erreicht, weshalb die wackere
Schaar, nachdem sie noch am Platze bei der Hofburg vor dem Bürger-
meister, Gemeinderäthen und Oberkommandanten in strammer Haltung
defilirt hatte, nach 4 Uhr zu ihren Magazinen abmarschierte und die
Requisiten versorgte. Als anerkennend finden wir noch zu erwähnen,
daß die Ordnungsmannschaft diesmal zahlreicher erschienen war und
es wäre nur wünschenswerth, daß sämmtliche Ordnungsmänner von
dem Gedanken geleitet würden, daß sie als solche ihren freiwillig über-
nommenen Verpflichtugen nachkommen und der aktiven Feuerwehr-
mannschaft den zu ihren Exercitien nöthigen Raum stets reservieren
sollen. Weiters sei voch berichtet, daß am Schlusse der Uebung jeder
Feuerwehrmann eine Marke (Werth 25 kr.) erhielt, wofür er sich
restauriren konnte.
Am 3. November fand im neuen Saale beim goldenen Löwen
eine sehr gut besuchte Monatversammlung statt, was dem Oberkom-
mandanten Veranlassung bot, bei der Eröffnung der Versammlung
seine Freude über den ungewohnt zahlreichen Besuch auszusprechen,
verbunden mit dem Wunsche, die Feuerwehr-Kameraden mögen jede
Monatsversammlung so fleißig besuchen.
Bei diesem Anlasse erstatteten auch jene Feuerwehrmitglieder,
welche zum III. österr. Feuerwehrtag nach St. Pölten entsendet wurden,
sehr eingehende und interessante Berichte, so namentlich was Exercitium,
Uniformierung, Ausrüstung und Geräthe dortiger Feuerwehren betrifft,
sowie auch über einige beachtenswerthe Objekte der dortigen Feuer-
wehrgeräthe-Ausstellung. Besonders animierend wirkte die sehr aus-
führliche und zugleich instructive Schilderung der bei genanntem Feuer-
wehrfeste von den dortigen Feuerwehren abgehaltenen Uebungen, welche
der Vorsitzende selbst der Versammlung vortrug.
Nachdem ihm sowohl als den anderen Herren Referenten der
Dank der Versammlung votirt worden, kam die Abhaltung einer Christ-
baumfeier zur Sprache und es wurde diesbezüglich beschlossen, die
Kommandantschaft anzugehen, sie möge in der bisher üblichen Weise
zu Gunsten der Regiekassa eine Christbaumfeier veranstalten; als hiezu
geeigneter Tag wurde der 4. Jänner 1885 in Aussicht genommen.
Weiter wurden auch 26 Feuerwehrmitglieder namhaft gemacht, aus
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denen die Kommandantschaft ein Comité zu ebgenanntem Zwecke bilden
tann. Hierauf kam die Theaterwache zur Sprache und der Ober-
kommandant äußerte sich sehr anerkennend über die bisherige Aus-
übung des Wachedienstes seitens der Mannschaft. Sodann wurden
mehrere Mängel erörtert, die einzelne Mitglieder theils an den Ge-
räthen, theils in der Ausrüstung der Mannschaft entdeckt hatten. Der
Vorsitzende versprach alle diese Beschwerden der Kommandantschaft
vorzutragen, welche dann in geeigneter Weise Abhilfe schaffen werde,
worüber er in einer der nächsten Monatsversammlungen zu berichten
sich vorbehalte. Zum Schlusse wurde noch der Turnunterricht für
Feuerwehrmänner besprochen. Der Vorsitzende berichtete, daß der
Unterricht bereits am letzten Freitag begonnen und für Feuerwehr-
männer jeden Freitag von 8 bis 9 Uhr abends unentgeltlich ertheilt
Nach dieser sehr beifällig aufgenommenen Mittheilung
schloß der Oberkommandant die Versammlung, worauf ihm für seine
Mühewaltung, namentlich aber für die Ertheilung des Turnunter-
richtes mit einem dreifachen Gut Heil!" von den Anwesenden ge-
dankt wurde.
werde.
Am 11. November Kommandantschaftssitzung.
Am 15. November, als am Vorabend des Namensfestes
unseres Hochverdienten Gauverbands - Vorstandes Herrn Dr. Otto
Stolz begab sich eine Deputation bestehend aus 8 Mann nach Hall,
um im Namen unserer Feuerwehr demselben die besten Wünsche zu
diesem Feste darzubringen.
Die Deputation wurde sowohl seitens des Gefeierten, als auch
durch die Haller Feuerwehrkameraden auf das herzlichste empfangen und
verbrachte im trauten Kreise einen recht vergnügten Abend.
Denselben Abend fand auch eine Versammlung des IV. Zuges
im Gasthause zum grauen Bären statt.
In dieser Versammlung wurde namentlich auch der Rückgang
der freiwilligen Feuerwehr und die Ursachen desselben lebhaft und
eingehend erörtert und schließlich dem Wunsche Ausdruck gegeben, es
möge von Seite der Kommandantschaft und namentlich vom löbl. Stadt-
magistrate in geeigneter Weise dahin gewirkt werden, daß dem
Körper der freiwilligen Feuerwehr neue, tüchtige und stabile Kräfte
durch Eintritt junger Bürger zugeführt werden.
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Am 24. November Löschdirektions-Sitzung.
Am 1. Dezember Kommandantschafts-Sitzung.
Am 8. Dezember ereignete sich bei der mittelmäßig besuchten
Vorstellung,, Die Glocken von Corneville" im hiesigen k. k. und National-
Theater ein Zwischenfall, welcher im Publikum unerhörte Aufregung
hervorrief. Mitten im zweiten Akte schrie jemand, wie es den An-
schein hatte von der Gallerie herab, mit lauter Stimme Feuer!".
Man kann sich kaum eine Vorstellung machen, wie dieses Schreckens-
wort das Haus elektrisierte. Im ersten Momente war der Eindruck
ein derart verblüffender, daß alles, wie starr gebannt auf den Sitzen
blieb. Doch schon in der nächsten Secunde sollte sich die mächtige
Wirkung dieses ominösen Rufes als grenzenlose Panik offenbaren.
Wie gevöhnlich in solchen Fällen, suchte jeder sein Heil in schleunig-
ster Flucht und so wirbelte es bald, wie bei einem Hexensabbat bunt
durcheinander. Nicht nur im Zuschauerraume machte sich diese baby-
lonische Verwirrung geltend, sondern dieselbe wurde noch gesteigert
dadurch, daß auch die meisten Acteurs den Kopf verloren und wie
besessen hin- und herrannten.
Eine Sängerin wurde sogar von einer Ohnmacht befallen, die
diesmal keine theatralisch fingirte war. Alles dies war das Werk
eines Augenblickes. Doch wozu der ganze Lärm? Er war eben ein
grundloser und zum Glück bewahrten einige ruhiges Blut genug, um
nach raschem Ueberblick der Situation durch wiederholte Rufe: „Ruhe"
beschwichtigend einzuwirken, was auch theilweise früher gelang, als
man hätte vermuthen mögen. Die zur Theaterwache bestimm-
ten Feuerwehrleute meldeten vom Proscenium herab, daß in der
That kein Feuer existiere und auch der Regisseur F. Czernits, der
seinerzeit als Schauspieler den Ringtheaterbrand miterlebt hatte, ver-
fehlte nicht durch besonnene Mahnworte calmierend auf die Gemüther
zu wirken, was zur Folge hatte, daß alles wieder auf die Plätze zu-
rückkehrte und daß aus der Mitte des Publikums spontane Rufe:
,,Weiterspielen! Weiterspielen!" erschollen. In der That wurde dieser
Apostrophe sofort frisch Folge geleistet.
Wir constatieren hier mit Vergnügen, daß sich die betreffende
Feuerwehrmannschaft bei diesem Anlasse sehr taktvoll und besonnen
benommen hat.
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Am 12. Dezember nachts um 3, 12 Uhr brach aus unbe-
kannter Ursache im Estrich des Hofer'schen Hauses (Nr. 7), in der
St. Nikolausgasse Feuer aus. Dasselbe griff so rasch um sich, daß
die Leute im Hause und in der Nachbarschaft erst das Feuer gewahr
wurden, als es schon über das Dach hinausbrannte und bereits die
Dächer der Nachbarhäuser Nr. 5 (Baders Söhne) und Nr. 9 (Josef
Berkowicz) ergriffen hatte. Diese 3 Dächer sind vollständig nieder-
gebrannt und die Häuser selbst durch das Wasser beim Löschen mehr
oder weniger beschädigt worden. Angefressen vom Fener wurde auch
der Gibel des Brix'schen Hauses (Nr. 11) und des Brünnlwirths-
hauses (Nr. 3). Der Feuerwehr wurde die Action bedeutend erschwert,
dadurch, daß wegen der Wasserarmuth des Fallbaches im Winter, von
dem die Ritsche gespeist wird, die Ritsche selbst schlammig war, und
die Spritzen nicht genügend gespeist werden konnten, und daß von den
3 Hydranten in dortiger Gegend zwei, da sie nicht in Stroh einge-
wickelt waren, eingefroren waren; nur der dritte Hydrant beim Armen-
hause war gegen Einfrieren geschützt und versorgte die erste Spritze
des dritten Zuges mit Wasser die infolge dessen im Vereine mit der
Höttinger Sprite den Brand lokalisierte. Der Höttinger Feuerwehr
gebührt überhaupt die Palme dieser Nacht, sie verdient das größte
Lob. Sie fuhr mit ihrer Spritze über das steile Ried direkte an [bie
Rückseite der Brandobjekte und speiste ihre Spritze durch den dem
Herrn Auer gehörigen und von ihm freiwillig zur Verfügung gestellten
Hydranten. Herr Auer hatte bereits vor Eintreffen dieser Spritze
seine eigenen Schläuche angeschraubt und zum Brandplatze herabgebracht.
Ein Unstern aber waltete dieses Mal über der städtischen Dampf-
spritze. Sie war am Inn postirt, gab anfänglich wohl etwas
Wasser, mußte aber bald ihre Thätigkeit einstellen, wegen Unvorsich-
tigkeit des Maschinisten, der vergessen hatte den Dampfkessel mit ge=
nügendem Wasser zu versorgen und dennoch fortfuhr zu heizen; die
Spritze nahm zwar später wieder ihre Arbeit auf, jedoch kam das
Wasser nur stoßweise und gegen 3 Uhr wurde sie vom Platze ab-
kommandiert. Zu dieser Zeit war auch die Gefahr für eie Nach-
barschaft beseitigt; die Feuerwehren, es waren auch jene von Wilten,
Mühlau und Pradl erschienen, verließen gegen 5 Uhr den Brandplatz,
während der dritte Zug unserer Feuerwehr bis nach 6 Uhr Wache
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hielt. In der Stadt herrschte während des Brandes verhältnißmäßige
Ruhe, so daß viele des Morgens von der Nachricht über das nächt-
liche Ereigniß überrascht worden sind. Die Ordnungsmannschaft
war diesmal zahlreich am Platze erschienen. Nebst der üblichen Feuer-
bereitschaft wurde von Seite des Militärkommandos auch eine Abthei-
lung Infanterie und Schüßen zum Pumpen an den Spritzen bei-
gestellt.
Am 26. Dezember Beerdigung des Spritzenmannes des ersten
Zuges Karl Rolke.
Am 29. Dezember Kommandantschafts-Sitzung.
Am Schlusse unseres Jahresberichtes erfahren wir noch aus
sicherer Quelle, daß sich auch die löbliche Löschdirection mit Reorgani-
sierungs-Projecten der freiwilligen Feuerwehr eingehend beschäftiget.
Da wir derselben in diesem Falle auf gleichem Wege begegnen, so
schließen wir diesen Bericht mit dem aufrichtigen Wunsche, daß mit
vereinten Kräften jene Mittel und Wege eingeschlagen werden, die zum
gewünschten Ziele führen und geben uns der angenehmen Höffnung
hin, im nächsten Jahresberichte hierüber Erfreuliches mittheilen zu
können.
Indem wir noch dem hohen Gemeinderath für die jederzeit that-
kräftige Unterstützung, sowie allen jenen, die in irgend einer Weise
zur Hebung und Förderung unseres Körpers beigetragen haben, den
wärmsten Dank hiemit erstatten, hoffen wir auch fernerhin einig zu
sein in unserem Wahlspruch: „Einer für Alle, Alle für Einen".
Innsbruck, am 31. Dezember 1884.
Victor Baron Graff,
Oberkommandant.
Wendelin Hosp,
I. Schriftführer
Kassewesen.
A. Kranken-Anterstühungs-Kaffe.
Diese wird vom folgenden Ausschusse verwaltet:
Victor Baron Graff, Vorsitzender.
Hueber Hermann, Kassier.
Landerer Josef, Schriftführer.
Brix Josef,
Dannhauser Wilhelm,
Keller Alois,
Hohenauer Paul,
Jenewein Wilhelm,
Kerber Franz,
Riegl Johann,
Seep Johann,
Ausschuß-Mitglieder.
Das Vermögen dieser Kasse hatte am 31. Dezember 1884 die
Höhe von 27.900 fl. 97 fr. erreicht, was im Vergleiche zum Ver=
mögensstande vom 31. Dezember 1883 mit 26.659 fl. 92 fr. einen
Kassezuwachs von 1241 fl. 5 fr. ergibt.
Diese Kassefonds bestehen aus:
2 Stück 1860er Losen à fl. 100
-
fl. 200 à fl. 140.25.
Zins ab 1. November 1884.
2 Stück böhmische Hypothekenbank-
=
briefe à fl. 500 fl. 1000,
à fl. 101.25
Zins ab 1. Oktober 1884
fl. 280.50
fl.
1.33
fl.
281.83
fl. 1012.50
fl. 12.50
fl. 1025.-
Seite 24
24/34
46
-
47
2 Stück österr. Hypothekar - Boden-
Kreditbank-Pfandbriefe à fl. 100
= fl. 200 à fl. 100.
Zins ab 1. Oktober 1884
3 Stück österr. Papierrente à fl. 100
== fl. 300 à fl. 82.05
Zins ab 1. November 1884
1 Stück Siebenbürger Eisenbahn-
Obligation fl. 200 à fl. 97.50
Zins ab 1. Oktober 1884
Kapital beim Stadtmagistrat.
Zins ab 18. November 1884
1 Sparkassebuch Nr. 13006 sammt
Zins bis 31. Dezember 1884.
1 Sparkassebuch Nr. 9269 sammt
Zins bis 31. Dezember 1884.
fl. 200.-
wovon in Abzug kommen:
a) Unterstützungen
b) Auslage für die Sanitäts-Abthei-
fl. 452.25
fl.
2.25
fl.
202.25
lung
fl. 10.95
1 Stück Innsbrucker Loos Nr. 1063
fl.
19.-
c) Auslagen für Incasso, Stempel-,
Legatsteuer
fl. 131.57
fl.
594.77
fl.
246.15
fl. 2.10
fl.
248.25
fl. 195.-
Hermann Hueber,
Kassier.
Geprüft und richtig befunden:
fl. 2.50
fl.
197.50
Anton Halbeis, Josef Rissinger, Johann Schmölz.
fl. 3000.-
fl.
17.50
fl. 3017.50
fl. 15545.75
fl. 7047.97
Baarkasse
fl. 315.92
Summe fl. 27.900.97
Die Erhöhung des Kassebestandes begründet sich durch:
a) Zinsen auf Kapitalien und Werth-
papiere
b) unbehobene Zinsen der Sparkasse-
bücher
Gaben der P. T. Gönner
d) Geschenke und zwar:
P. T. Geschwistert Nißl
P. T. Witwe Unterberger
P. T. M. Oberer's Erben
Legat P. T. Wallburg Heilig
P. T. von Ottenthal's Erben
e) Coursdifferenz
fl.
239.60
fl.
854.77
fl.
126.-
fl. 100.-
fl. 50.-
fl. 100.-
fl. 50.-
fl. 300.-
fl.
600.-
fl. 15.45
fl. 1835.82
Seite 25
25/34
48-
B. Regie-Kaffe.
Zum Aktivstande von 31. Dezember 1883 per . .
tamen im Jahre 1884 dazu:
1. Zinsen vom 1. Jänner 1884 bis 31. De-
zember 1884 per .
2. Erträgniß der Christbaumfeier
fl. 739.21
fl. 37.03
fl. 556.18
3. Ueberschuß vom maskirten Tanzkränzchen fl. 60.35
4. Aus dem Präliminare für Spritzenproben fl. 200.-
5. Beiträge der Ordnungsmänner pro 1883 fl. 67.-
6. "1
11
7. Verschiedene Einnahmen
11
1884 fl. 97.-
fl. 33.
fl. 1050.56
Summe des Empfanges
fl. 1789.77
Im Laufe des Jahres 1884 wurden verausgabt:
1. An Beerdigungskosten
fl. 200.-
2. Jahresbeitrag für den deutsch-tirolischen
Gauverband
fl. 51.40
fl. 103 75
fl. 24.-
3. Auslagen für die Musik
4. Dem Musikdiener
5. Reise-Subvention für die Delegirten zum
III. österr. Feuerwehrtag nach St. Pölten fl. 180.-
6. Für verabfolgte 281 Feuerwehrmarken
à 25 fr..
7. Verschiedene Auslagen laut Belege
verbleibt daher am 31. Dezember 1884 ein
Vermögensstand per
bestehend in einem Sparkassebuche
Nr. 2421 von
und einem Baarbetrage per
Statistischer Anhang
zum
x. Jahresberichte
der
freiwilligen Feuerwehr Innsbruck
für
das 27. Vereinsjahr 1884.
fl. 70.25
fl. 255.05 fl. 884.45
Zusammengestellt vom II. Schriftführer Filipp Gargitter.
fl. 905.32
fl. 837.64
fl. 67.68
Zusammen
fl. 905.32
Anton Außbaumer,
Kassier.
Geprüft und richtig befunden:
Johann Schmölz, Anton Halbeis, Josef Rissinger.
Seite 26
26/34
Uebersicht
über Zuwachs und Abgang des Personalstandes der freiwilligen Feuerwehr Innsbruck im Jahre 1884.
a) der activen Mannschaft
Commando
I. Zug
Mannschaft
II. 3ug
III. 3ug
IV. 3ug
Mannschaft
Mannschaft
Mannschaft
Benennung
Obercommandant
Technischer Rath
Magazinsverwalter
Schriftführer
Obmann der Schlauch-
mannschaft
Signalist
Pionier
Vereinsbiener
Sanität
Signalist
Chargen
Steiger
Schlauch-
Sprißen
Chargen
Signalist
Sprizen-
Steiger
Schlauch-
Signalijt
Chargen
Steiger
Sprißen
Einreißer
Schlauch
B
Signalijt
Steiger
Sprißen
Schlauch
Busammen
Personalstand am 31. De-
zember 1883.
Zuwachs im Jahre 1884
Summe
Abgang im Jahre 1884
Personalstand am 31. De-
zember 1884.
17 17
1 1 1 2 1 111813 116 35
61-93 12
1 1 1 1 14 14 125 38 18 19
2
1 11 2
-
1112 1 1 1
NB. Abgang der Mitglieder:
121 63 22 15 2 1851 16 10 10 111 18 8 383
115 531-7931--910 2 88
236 68 25 16 225 60 19 11 10 120 28 10 471
6 -12 11 7 2-16 18 8 1-11 9 5 11 1- 971 135
220.5017
1 814 113271117 2 2050 1715 2145114 - 9 11121 9 336
5 Mann
freiwilligen Austritt 90
a) durch Tod
b)
"
c)
"1
Ausschluß
40
135
Benennung
b) der nicht activen Mannschaft.
Ordnungsmänner
Chargen
Musik
Chargen
Ehrenmitglieder
Löschdirection
Corpsärzte
Obmann
Obmann
Stellvertreter
Adjutant
Mannschaft
Capellmeister
Caffier
Intendant
Bandaführer
Bandisten
Zusammen
Personalstand am 31. De-
zember 1883
.
Zuwachs
4 7
4
1
1
2 128
1
3
Summe
4 7
4
2
1
3 131
Abgang
1
1
22
Personalstand am 31. De-
zember 1884
4
7 3 1
1
2 109
99
NB. Abgang der Mitglieder:
a) durch Tod
"
freiwilligen Austritt
1 1 1
-
-
-
-
- T
1 34 185
8
13
1 1 1 1 42 198
11 36
111131
31 162
5 Mann
31
} 36
50
-
Anmerkung
- 51 -
Seite 27
27/34
Nachweis
a) über stattgehabte Sizungen 2c.
Wachen
Brände
Sizungen
Versammlungen
Sonstige
3 14 3 18 1 1 4 9
38
15
Wind-
Cheater-
Sonstige
Dach-
Kamin-
Beerdigungen
4 102
18
2
5
2 10
10
124
9
10
10
Anmerkung
NB. Außerdem rückte die Musik-Capelle zu 8 Begräbnissen von Privatpersonen aus und veranstaltete
10 Garten-Concerte.
Abtheilung
Gesammtkörper
I. Zug
II. Zug
Musterungen
Proben mit Hydranten
Haupt-
Marsch-
mit Wasser
ohne Wasser
Chargen-
Steiger=
Spritzen-
Schlauch-
b) über abgehaltene Nebungen 2c.
ebungen
Zugs-
Total-Summe
1
2
1
I
-
☐
1
2
1 3
2
I
16
10
10
6
3
32
1
1
-
1 2
I
I
1
I
I
I
I
2
3
A
4
I
I
26 7 4 42
16 12 8
40
40
20
14 8
51
2 2
1 3 12
2 78
43 23
171
III. Zug
IV. 3ug
Summe
5
99
Anmerkung
Bei den Uebungen
erschienen durchschnitt-
lich 66%.
NB. Die Sanitäts-Abtheilung hielt unter der Leitung eines Corpsarztes 12 Schulübungen ab.
53-
Seite 28
28/34
Inventar
der vorhandenen Geräthe, Ausrüstungsgegenstände 2c., mit
Schluß des Jahres 1884.
I. Geräthschaften.
1 Feuertelegraph, complet,
2 Meg'sche Spritzen sammt zugehör,
4 Schmid'sche Spritzen sammt Zugehör,
1 Knaust'sche Sprize sammt Zugehör (Landfahrspritze),
7 Schlauchwagen,
1600 Meter Schläuche mit Normalgewinde,
3 Buttenspritzen,
2 Extinkteure (,,Syſtem Beyl"),
5 Hydranten und ein Aufsatzrohr,
6 Strahlrohre (vorräthige),
1 Schraubenschlüssel, französischer,
1 Schlauchgewindschlüſſel,
1 Verbindungsgewinde (vorräthig),
8 Schlauchbrücken, eiserne,
12 Schlauchkrücken,
14 Schlauchknie,
1 Bacum und ein Manu-Meter,
1 Spirituslampe (zum Erwärmen),
1 Einreißerkarren sammt dazugehörigen Requisiten,
3 Steigerkarren,
4 Schubleitern, breitheilige,
1 Schubleiter, zweitheilig.
16 Hakenleitern,
4 Dachleitern,
1 Manerbock sammt Zugehör,
3 Spinnen.
1 Rettungsschlauch,
1 Sprungtuch,
55
1 Ruschtuch, (auch als Sprungtuch verwendbar),
2 Selbstretter,
3 Rettungskörbe,
7 Rettungstaschen,
1 Rauchapparat, Galibert'scher,
3 Sicherheitslaternen,
18 Steigerlaternen,
7 Feuerlaternen (alte),
100 Wasserkübel,
1 Petroleumfackel, groß, sammt Gestell,
28 Petroleumfackeln,
2 Commandantschafts-Laternen mit Fahne,
4 Zugsstandarten,
II. Mobilare.
4 Geräthekästen (2 große und 2 kleine)
1 Schlafstätte,
8 Strohsäcke,
14 Kotzen,
3 Tische,
24 Stühle,
1 Bank,
8 Petroleum-Hänglampen,
1 Kleiderrechen.
1 Vereinsfahne,
III. Utensilien.
42 Wappenschilder, blecherne,
2 Porträte (Pegger und Thurner),
15 Photographien, diverse eingerahmte,
4 Bilder, diverse eingerahmte,
1 Humpen aus Zinn,
1 Humpen aus Holz,
1 Trinkhorn,
1 Schubleitermodell sammt Glassturz,
1 Windwach-Ordnung,
Seite 29
29/34
- 56
1 Tischglocke,
1 Büste (Jahn),
1 Tafel mit Grabschleifen, große,
4 Zeitungshalter.
IV. Ausrüstungs-Gegenstände.
500 Durer, Loden-,
440 Helme mit Nackenleder,
38 Helme ohne Nackenleder,
198 Beile,
85 Schlauchgewindschlüssel,
118 Nothnägel,
40 Mundschwämme,
100 Leinen,
16 Commandanten-
112 Steiger-
221 Spritzenmänner-
Gurten,
80 Schlauchmänner-
14 Riemen für Rohrführer,
23 Huppen,
6 Signalhörner (für Horniſten),
2 Pickel (für Pioniere),
14 Schurzfelle,
5 Kartouschen,
2 Commandanten-Schärpen,
6 Commandanten-Armbinden,
1 Bandalier,
1 Stab,
für Musik,
Personal Stand
der
freiwilligen Feuerwehr Innsbruck
mit 31. Dezember 1884.
Ehrenmitglieder:
Herr Dr. Otto Stolz, Gauverbandsvorstand und Bürgermeister von
Hall, ernannt am 31. Jänner 1876.
"
"
Dr. Johann Tschurtschenthaler, Sparkasse - Direktor und Alt-
bürgermeister, ernannt 20. Juni 1877.
Johann Riegl, Handelsmann und Gemeinderath, ernannt am
14. Februar 1880.
Josef Melzer, Altoberkommandant, Tapezierer und Hausbesitzer,
ernannt am 31. Jänner 1882.
Löschdirektion:
Herr Dr. Heinrich Falk, Bürgermeister.
Johann Riegl, Gemeinderath.
"
"
Josef Spörr,
"
"
Johann Nußbaumer, Gemeinderath.
"
Jakob Norer, Gemeinderath.
"
Victor Baron Graff, Feuerwehr-Oberkommandant.
"
Josef Brix, Magazinsverwalter.
A. Beim Commando:
40 Hosen,
40 Achselschnüre,
3 Mützen,
9 Verbandzeuge, Sanität,
9 Armbinden,
1 complet eingerichtete Apotheke mit einer Tragbahre, Schienen
und Verbandstourniſter,
Instrumente für eine complete Musikbande.
Oberkommandant: Victor Baron Graff.
Oberkommandant-Stellvertreter: Franz Mayr.*)
Technischer Rath: Josef Mayr.
Magazins-Verwalter: Josef Brix.
I. Schriftführer: Wendelin Hosp.
II.
Filipp Gargitter.
*) Zugleich Kommandant des III. Zuges.
Seite 30
30/34
-
58
-
59
-
Obmann der Schlauchmannschaft: Karl Schöpfer.
Stabssignalist: Karl Trager.
Pionier: Alois Mutter.
Vereinsdiener: Johann Peer.
Sanität:
Prof. Dr. Lantschuer, Korpsarzt.
Dr. Greil, Korpsarzt.
Dr. Thalguter, Korpsarzt.
Bickel Josef, Sanitätsmann.
Knapp Georg,
Knapp Wilhelm,
"
"
Marzani Josef,
"
Peer Alvis, Sanitätsmann.
Landerer Josef, Spritzenmeister.
Klammer May,
Kleiner Rudolf, v.
Pfötscher Anton,
Kanofski Ferdinand, Spritzenmann.
"1
Kliement Heinrich,
Leukermoser Jakob,
"1
Mairamhof Wilhelm,
"
Rissinger Josef, Spritzenmeister u. Matauschegg Wenzl,
Oberhammer Anton,
Fähnrich.
Schneider Gustav, Spritzenmeister. Drtner Heinrich
11
11
"
Stutetzki Karl,
Bayrer Anton,
"
"
Wagner Anton,
Plattner Franz,
"
Dietrich Josef, Spritzenmann.
Prinz Adalbert,
"!
Brantl Anton,
"
Fuchshuber Filipp,
Ronaz Johann,
"
"
Schweiger Alois,
"
-Gratl Anton,
Sellner Johann,
"
Tschmelitsch Dom.,
Greil Dominik,
11
Hauser Wilhelm,
"
Porn Johann.
Staudacher Josef,
Willeit Peter,
Schlauchmannschaften l
Freiseisen Franz, Sectionsführer.
Hoppichler Johann,
Rossi Salvator, Schlauchmann.
"
"
B. Bei den Geräthen:
Erster Zug:
Nissinger Paul, Zugsführer.
Huter Peter, technischer Adjutant.
Schneider Josef, Geräthemeister.
Singer Filipp, Signalist.
Steiger:
Wildling Heinrich, Rottenführer.
Burner Ferdinand, Sectionsführer.
Tureck Franz,
Engl Sebastian, Rohrführer.
Schmölz Johann,
Fritz Rudolf, Steiger.
Gschließer Hermann, Steiger.
? Hinterwaldner Josef,
Norak Ferdinand
Zfall Ludweiz.
11
Kirchmair Karl, Steiger.
Mair Karl,
"
Marzani Adolf,
"
Montagnoli Josef,
"
Bfötscher Franz,
Rubold Georg,
"
"
Tschurtschenthaler Rudolf, Steiger.
Sprizenmannschaft:
Obholzer Anton, Nottenführer.
*Arnold Niklaus,
Dietrich Franz, Sectionsführer.
*) Beurlaubt.
Johann,
"1
Ferrari Santo, Sectionsführer.
Wallner Karl,
-Schweighofer Johann,
"1
Salzburger Franz,
"
Bauer Julius, Schlauchmann.
Harasser Alois,
Schober Franz,
"
Tabarelli Narciß,
"
Hebenstreit Anton,
Brugger Anton,
Nabeder Josef,
"
-Vinazzer Anton,
Winkler Alois,
"
"
"
Fritz Jahrm
Jenny #42
Zweiter Zug:
Wolf Alone Berber Franz, zugsführer.
Huter Anton, techn. Adjutant,
Sarg Josef, Geräthemeister,
Kirchhofer Josef, Signalist,
Mutter Johann,
Steiger:
- Frank Julius, Nottenführer,
Gschösser Franz, Sectioneführer,
Defner Alois,
Beiler Johann, Rohrführer,
Biedner Mamertus,
Dollinger Gebh.
"
11
Martinstetter Josef, Rohrführer,
Auer Jakob, Steiger,
Baumgartner Johann, Steiger,
Glas Friedrich,
Glaswinkler Michl,
Greiderer Thomas,
"
"
Seite 31
31/34
Spritzenmannschaft:
Graber Josef, Spritzenmann.
Greiderer Josef,
"
Gundolf Anton,
"1
Jirenet Franz, Steiger.
Kößler Josef,
Kuen Josef,
Lair Andreas,
Mair Anton,
60
Sattleder Josef, Steiger.
Zemmer Josef, Spritzenmann.
Zifereind Johann,
"
61
-
Wisiol Ludwig, Fuhrmann.
Schlauchmannschaft:
"
Sattleder Heinr.,
"1
"
Scheiber Georg,
11
Vogl Ludwig,
"
Vollbrecht Joh.,
"
Prothaller.
Endres Anton, Sectionsführer.
Ortner Peter,
Rofner Karl,
Mair Josef, Nottenführer.
Kiecht Ferdinand,
Dörries Ernst, Sectionsführer.
I
Pauli Georg, Schlauchmann.
Pauli Martin,
Agostini Cajetan, Schlauchmann. Pauli Sebastian,
"
Benatti Alois,
Frech Franz,
Fritz Franz,
Gehri Vincenz
"
"
Perktold Alois,
"1
11
Scharrer Johann,
"
"
Schindl Franz,
Schmidt Eduard,
Hagspiel Wilhelm,
"
Hagspiel Gustav,
Jenewein Josef,
Schmidt Josef,
"
Lenz Franz,
Haller Alois,
Kern Karl,
Steiger sen. Fidel,
"
"
"
Morscher Johann,
Jamnik Alois,
Linder Sebastian,
11
"
Schindl Franz,
"
Kluibenschädl Joh.,
"
Schwab Franz,
11
Linder Christian,
"
Singer Josef,
Mair Josef,
"
Dialer Martin, Spritzenmeister.
Mair Johann,
"1
Ellero Hieron.,
"1
Mesera Anton,
"
Gogl Vincenz,
"
Mitterhofer Karl,
11
"
Huber Johann,
"
Morscher Matth.,
"
Kirschner Franz,
"
Oberdanner Hieron.,
Kreuzinger Joh.,
"
Oberdanner Wolfg.,
Mair Felix,
"
Oberforcher Anton,
Mutter Franz,
"
Otter Franz,
11
Rainer Alois,
"
Pircher Wilhelm,
Sonntag Michl,
"
Plattner Josef,
"
Plattner Johann,
"
Egap belvis
-Wallner Otter
Dritter Zug:
Mayr Franz, Zugsführer und Oberkommandant-Stellvertreter.
?Mair Josef, technischer Adjutant.
Kastner Johann, Geräthemeister.
Kuen Jakob, Signalist.
Sokopf Josef,
Hußl Alois, Rottenführer.
Huber Albert, Sectionsführer.
Larcher Josef,
Larcher Franz, Rohrführer.
Steiger:
Hupfau Alois, Steiger.
Hußl Anton,
Köchl Georg,
60
Hupfan Johann,
"
"
Irschara Franz,
"
"
Stigger Valentin,
Rainer Jakob,
"
Plazzer Ferdinand,
Petz Martin,
"
Abert Josef, Spritzenmann.
Schindl Eduard,
"
Winkler Georg,
"
Auer Johann,
"
Schlechtleitner Ant. v., "
Hiller Franz, Steiger.
Dellazer Felix,
"1
Schlechtleituer Karl,
11
Hladik Franz,
If
Eller Johann,
Schirmer Josef,
"
Frizz Johann,
Schuster Karl,
Fritz Josef,
"
Speckbacher Josef,
Fröch Max
11
Stari Johann,
Gerlmair Johann,
"
Strasser Josef,
"
Neumeier.
Thiesinger
Fritz forz
Schonnach
Spielmandad
Sedlaczek Wenzl,
Walcher Franz,
Dietrich Gurz
Sprizenmannschaft: 31
Siegl Christian, Rottenführer.
Prati Johann,
Nagl Alois, Sectionsführer.
Gutleben Bartl., Sectionsführer. Sokopf Johann,
Virag.
Silvester Lucraig
-Hutter Alis
– Kremsor Johnn
11
"
Schlecht Jakob,
Seite 32
32/34
62
-
Trager Wilhelm, Sectionsführer. | Hiller Karl, Spritzenmann.
Bader Johann, Spritzenmeister.
Huber Alois,
"
Fröch Ferdinand,
Kiecht Franz,
Hauswirth Alex.,
"
Komarek Franz,
Hernegger Victor,
Krater Josef,
11
Holzer Johann,
Kühnel Johann,
"
"
Jäger Alois,
Mair Anton,
11
Meßner Josef,
Neuner Alois,
Nagl Florian,
11
Neuner Franz,
11
Ofer Johann,
11
Peter Franz,
"
Peter Heinrich,
11
Plattner Josef,
"
Reichmann Alois,
Plattner Karl,
"1
Schäfer Franz,
11
Prager Peter,
"1
Schaur Ferdinand,
Preu Jakob,
63
-
Vierter Zug:
Nußbaumer Anton, Zugsführer.
Felder Kamil, Geräthemeister.
Gruber Lorenz, Signalist.
Steiger: 7
Dilitz Ferdinand, Rottenführer.
Lerch August, Sectionsführer.
Schulz Johann,
"
Haselsberger Josef, Rohrführer.
Norer Johann,
Hofert Franz, Steiger.
Krünes Georg,
11
Kurz Johann, Steiger.
Norer Jakob,
Petri Jakob,
11
"
Resele Eduard,
"f
"
Singewald Ludw.,
"
Walter Karl,
"
"1
"
Schmidt Anton,
Reichmann Karl,
"
Bader Josef, Spritzenmann.
Reichmann Wilh.,
"
Bair Bernhard,
"
Reinisch Peter,
"
Brugger Ludwig
Reitmair Johann
"
Buchmair Ferdinand,
Scheiber Alois,
"
"
Drommeter Franz,
Schlecht Johann,
"
"
Zorn Franz,
Nairy Alvis
Spritzenmannschaft: 27
Halbeis Anton, Rottenführer.
Müller Alois, Sectionsführer.
Stöckl Johann,
"
Kämmerer Friedr., Spritzenmeister.
Huber Ulrich, Spritzenmann.
Hug Thomas,
Kaufmann Johann,
"1
Kern Franz,
"
Eigentler Franz,
Schreiner Ing.,
Keller Alois,
Knechtl Alois,
"
"
11
"
Farbmacher Johann,
Schuster Josef,
Maurer Franz
Koch Alois,
"
"
"
"!
Farbmacher Josef,
Stolz Michael,
"
"
Federspiel Anton,
Suitner Karl,
11
"
Hannig Josef,
"
Heiß Josef,
Unterberger Joh.,
Waltl Jakob,
Prasthofer Ludwig,
Schuster Mathias,
Wieser Andrä,
Kranz Franz,
"
Lener Alois,
"
"1
Ortler Sigfried,
"
"
Dell' Antonio Val., Sprißenmann,
Gstöttner Ferdinand,
Gstöttner Johann,
"
Pflanzer Hermann,
Poßnig Felix,
"
Steiß Julius,
Schlauchmannschaft: 4
Dietrich Johann, Sectionsführer. | Koch Alois, Schlauchmann,
Kirschner Franz, Schlauchmann.
Matzler Anton,
"
Bader Johann,
Pasch Josef,
"
"
Dietrich Josef,
Steiger Fidel jun.,
"
Fach Johann,
Strele Josef,
"
Gaugg Josef,
Gehri Benedikt,
Suppés Johann,
"
11
Walchegger Joh.,
11
Walcher Anton,
"
Klotz Johann,
Lener Interf
Gotlieb Wilhelen
Schallmain Georg Schlauchmannschaft: 3
Rathgeber Jakob, ectionsführer.
Kunert Wenzl, Schlauchmann.
-Plattner Leop.,
Prasthofer Josef,
Risser Franz,
"
Möhner beaten.
Jazeze beton
"
"
41
60
4%
Schnaller Alvis, Schlauchmann.
Schnaller Johann,
Thaler Alois,
42
"
!!
190
Volkan Johann,
Wallburger Jakob,
"
Faller John #42
Grüber Lorenz.
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-
64
W.
Ordnungsmannschaft:
Hartlieb Josef, Obmann.
Kleinschmidt Karl, Obmann-Stellvertreter,
"Klemm Alois, I. Adjutant.
Samuda Alois, II.
Ascher Albert, Ordnungsmann.
Blaas Josef,
"
Breitenberg Heinr., v. "
"
Minatti Bernhard, Ordnungsm.
65
Simmerle Simon, Ordnungsm.
Neßler Ferd.,
Soier Alois,
"
"
Neurauter Lorenz,
11
Sonkowsky Wenzl,
"1
Nißl Georg,
"
Souczek Karl,
"
Ortner Anton,
"1
Spörr Josef,
"
Hummel Filipp, Odnungsmann.
Baller Andrä,
"
Stanger Josef,
"
-Hupfau Jakob,
"
Payr Karl,
11
Stettner Josef,
"
Huter Josef,
"
Dannhauser Wilh.,
Dayer Josef,
Dialer Gottfried,
Pirchl Wilhelm,
"
Ueberbacher Andrä,
"
"1
Jirenek Franz,
Birchner Alois,
"
"
Innerhofer Johann,
Polli Anton sen.,
"
Unterberger Stefan,
Verci Alvis, Graf,
"
"
Jörg Josef,
11
Ram Johann,
"
Virag Johann,
"
Dinter Josef, Dr.,
Dietrich Franz,
Dinkhauser Josef,
Döttling Ferdinand,
Fankhauser Alois,
Fankhauser Felix,
Fink Josef,
"
"1
Katzung Gustav,
"
Rauter Ferdinand,
Wallner Otto,
"
"
"
Kecht Johann,
"
Riegl Johann,
"
Wallpach Anton v.,
"
"
+
Keller Ignaz,
"
Rindfleisch Franz,
"1
Weiser Gerson,
"1
Kempf Josef,
"
Risser Franz,
"
Wieser Johann,
"
"
Kenda Johann,
"
Rueff Josef,
"
Wilhelm Josef,
"
"
Kerschner Wenzl,
"
Salcher Alois,
Wild Franz,
11
11
"
1
W, Tischler Micht jun.,
Kircher Josef,
"
Scheyring Johann,
11
Witting Alois,
"
"
Köchler Johann
"
Schieſtl Franz,
Wührer Josef,
"
Fischler Michl sen.,
11
Köb Josef,
"1
Friedrich Johann,
"
Kolb Friedrich,
Schmidt Friedrich,
Zambra Dominik,
"
"
Galopp Aurel,
"
Kolb Romedius,
Schöpf Alvis,
"
Zelger Josef,
"
"
Gasser Josef,
Schranz Wendl.
Zorn Johann,
"
"
Konzert Michael,
"
Glätzle Johann,
"
Kopp Alvis,
"
Golfer Paul,
Lehnherr Benno,
Schweigl Jakob,
Sepp Johann,
Zunterer Hermann,
"
"
Graber Johann,
"
Lener Anton,
"
Gratl Anton,
"
Lener Johann,
Gutmann Ernst,
"
Lindner Leopold,
Hackl Franz,
"
Ludwig Sylvester,
"
Haller Franz,
"
Maaß Michael,
"
Happ Alvis,
"
Mages Alois,
"
Höfl Josef,
"
Mayr Franz,
Arnold Josef, Bandist.
"
Höpperger Johann,
Mayr Josef,
Brixa Johann,
"
Hohenauer Paul,
"
Meister Sebastian
Einsant Franz jun. v., Bandist.
Leit geb Johansent
Musik:
Danler Wilhelm, Kapellmeister.
Melzer Josef, Kassier.
Klemm Alois, Intendant.
Schober Franz, Bandaführer.
Keller Franz, Baudist.
Kirchhofer Josef, Bandist.
Kuen Jakob,
"1
"
Hollas Josef,
"
Melzer Josef,
Einfant Franz sen. v.,
Mayr Johann,
11
"
Hueber Hermann,
"1
Mendl Karl,
Gebhard Karl,
Meißburger Josef,
"
"
Haas Alois,
Mutter Johann,
"
"
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Ragele Josef, Bandist.
Nagiller Josef,
11
66
Stockhammer Georg, Bandist.
11
Thaler Alois,
Nossek Karl,
"
Thönig Josef,
Niederbacher Georg, Bandist.
Trager Karl,
"
Brantner Franz,
Unterreicher Franz,
Rainer Johann,
"
Waraßin Josef,
Resch Max,
"
Wieser Heinrich,
"
Schneider Georg,
"1
Wörle Johann,
Sokopf Josef,
Zarli Franz,
11
11
Kern Karl, Musikdiener.
"
67
Putenbacher Josef, Handelsmann. | Tiefenthaler Fr., Hausbesitzer.
Rapp Franz, Freiherr v., Dr. und
Landeshauptmann.
Reiß Simon, Handelsmann.
Schaufler Ludwig, Hausbesitzer.
Schieſtl Josef, Dr., Advokat.
Schöpfer Anton, k. k. Hofapotheker.
Schröder Anton, Dr., Advokat.
Schullern Anton, Ritter v., kais.
Rath.
Tschoner Ferd., Handelsmann.
Tschurtschenthaler Joh., Sparkasse-
Direktor.
Tschurtschenthaler Mart., Handels-
mann.
Vorhauser Johann, Ritter v., k. k.
Hofrath.
Wackernell Josef, Dr., Advokat.
Walde Karl, Hausbesitzer.
Schumacher Anton, Vice-Bürger- Walde Peter, Dr., Advokat.
meiſter.
Schuster Otto, Dr., Advokat.
Stern Julius, Kaufmann.
Stocker Konrad, Handelsmann.
Stumreich, Dr. med.
Walder Felix, Gastwirth.
Weyrer's Söhne, Fabriksbesitzer.
Winkler Franz, Stadtapotheker.
Zelger Karl, Handelsmann.
Verzeichniß
der P. T. ständigen Herren Gönner.
Adam Karl, Altbürgermeister.
Appeller Kasimir, Handelsmann.
Auer Josef, Banquier.
Beck Karl, Agent.
Bereiter G., Dr. med.
Bickel Adam, Schneider.
Brugger Josef, Hausbesitzer.
Ennemoser Josef, Gastwirth.
Felderer Karl, Dr., Advokat.
Flunger Josef, Hotelier.
Gatt Franz, Handelsmann.
Grubhofer Norb., Graveur.
Hammer Anton, Dr., Advokat.
Hauser Josef, Hausbesitzer.
Hechenblaikner Barth., Haus-
besitzer.
Hohenauer Anton, Hausbesitzer.
Kapferer Martin, Handelsmann.
Köck Anton, Dr., Advokat.
Kofler Franz, Konditor.
Malfatti Alois, Handelsmann.
Malfatti Franz, Hausbesitzer.
Mörz Friedrich, Dr., Advokat.
Möslein Martin, Tischlermeister.
Mutschlechner Georg, Fabrikant.
Nairz Franz, Hotelier.
Neuhauser Alois, Hausbesitzer.
Norer Jakob, Baumeister.
Dnestinghel Cäsar, Dr., Advokat.
Ortlieb Leopold, Hausbesitzer.
Ortner Josef, Gastwirth.
Ottenthal Fr., v., Landrath.
Hinterlohner Christian, Haus- Pfeiffer Josef, Schriftsetzer.
besitzer.
Breyer Josef, Handelsmann.
Hibler Gedeon, v., Handelsmann. Pusch Anton, Dr., Advokat.
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