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VIII. Jahres-Beridit
Seil
Der
Freiwilligen Feuerwehr
in
Innsbruck
für das 25. Vereinsjahr 1882
zusammengestellt im Auftrage der Kommandantschaft
von
Wendelin Hosp,
I. Schriftführer der freiwilligen Feuerwehr.
Im Selbstverlage der freiwilligen Feuerwehr.
1882.
Druck der Wagner'schen Universitäts-Buchdruckerei.
BERUFSFEUERWEHR IBK
GESCHENK 2003
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Liebwerthe Feuerwehrkameraden!
Vorüber sind die denkwürdigen Tage des 13., 14. und 15. August,
verrauscht die glanzvollen Festlichkeiten, womit unsere Feuerwehr,
die älteste Tirols und eine der ältesten Oesterreichs, - ihr 25jähriges
Wiegenfest feierte.
Ein volles viertel Jahrhundert ist in stetem Ringen und Schaffen
in das Meer der Zeiten enteilt, und wenn die freiwillige Feuerwehr
Innsbrucks heute noch besteht, so ist dies nicht etwa einem glücklichen
Zufall, sondern lediglich nur jenen Männern zu verdanken, die von
Zeit zu Zeit berufen waren die Zügel dieses so gemeinnützigen In-
stitutes zielbewußt mit sicherer Hand und einer eisernen Willenskraft
zu führen, die tief durchdrungen von der freiwillig übernommenen
Pflicht, beseelt von edler Menschenliebe und frei von jedem Egoismus
ja selbst mit Hintansetzung ihrer eigenen Interessen, stets nur das
Gedeihen dieses Institutes nach jeder Richtung hin im Auge hatten.
Diesen Männern, wir brauchen deren Namen wohl nicht zu
-
-
nennen, denn sie alle sind enge verknüpft mit der Geschichte des Inns-
brucker Feuerlöschwesens, diesen Männern, die theils schon in ein
besseres Jenseits hinübergegangen sind, sei daher am Schlusse des
25jährigen gedeihlichen und segensreichen Bestehens unserer freiwilligen
Feuerwehr, der tiefgefühlteste und wärmste Dank hiemit ausgesprochen.
Aber auch allen jenen wackern Feuerwehrmännern die überzeugt
von dem schönen und erhabenen Ziele der Feuerwehr die in richtiger
Erkenntniß der übernommenen Pflichten und mit echt bürgerlichen Ge-
meinsinn sich stets diesem Institute gewidmet haben, wie nicht minder
den feuerwehrfreundlichen Bewohnern dieser Stadt mit dem löblichen
Gemeinderath an der Spitze, die alle keine Gelegenheit versäumten
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diesen Körper materiell und moralisch zu unterstützen, sei hiefür an
dieser Stelle der wohlverdiente Dank gezollt.
Wenn wir nun auch mit berechtigtem Stolz auf die errungenen
Erfolge in dem abgelaufenen viertel Jahrhundert zurückblicken können,
so ist das immerhin noch keine Berechtigung jetzt die Hände schaffens-
müde in den Schoß zu legen, ja selbst das Bestreben das bereits
Errungene zu behalten, müßte als ein bedauerlicher Rückschritt ange-
sehen werden.
Vorwärts! dieses Losungswort gilt auch bei uns, und vorwärts
wollen wir schreiten auf der einmal betretenen Bahn, nichts auf Erden
ist vollkommen und so auch nicht das Feuerwehrwesen, doch dasselbe
der Vollkommenheit so nahe als möglich zu bringen ist die Pflicht,
soll das Bestreben jedes braven Feuerwehrmannes sein.
Beginnen wir daher, liebe Feuerwehrkameraden, mit einem neuen
viertel Jahrhundert auch eine neue Aera des Schaffens, damit uns
das feindliche Element in der Stunde der Gefahr kampfbereit und
ausgerüstet mit den Hilfsmittel der modernen Technik findet, damit
wir auch im Stande sind das zu leisten, was man von uns billiger
Weise verlangen kann.
Laßt uns einig sein in Wort und That, einig in dem schönen
Gedanken, daß nur durch gegenseitiges, thatkräftiges Zusammenwirken
Großes zum Wohle unserer Mitbürger und zur Ehre unseres Körpers,
erreicht werden kann.
Uebergehend auf die im abgelaufenen Jahre entwickelte Thätigkeit
und die bemerkenswerthen Vorkommnisse in unserem Körper halten
wir uns an die bisher übliche chronologische Aufzeichnung und be-
merken vorerst nur im Allgemeinen, daß das Jahr 1882 für uns ein
Jahr des Friedens genannt werden kaun, da unsere Feuerwehr nur
bei einigen unbedeutenden Bränden (Siehe Statistik) in Thätigkeit
kam, und das Besitzthum unserer Mitbürger in kaum nennenswerther
Weise durch Feuer beschädiget wurde.
Organisatorische Veränderungen im Körper sind keine zu ver-
zeichnen. Die Feuertelegrafenleitung erhielt im vergangenen Jahre
dadurch eine höchst wünschenswerthe Erweiterung, daß dieselbe auch
auf das linksseitige Innufer, mit einer Feuermeldestation in der sog.
Strafhauskaserne, geleitet wurde. Die Kosten dieser Herstellungen
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wurden von der freiwilligen Feuerwehr, aus dem derselben vom h
Tiroler Landesausschuß großmüthigst gespendeten Betrage von 300 fl.
bestritten.
Der Ankauf einer Dampffeuerspritze von der Firma Kraus & Co.
in München und eines Rettungstuches von Josef Beuer in Reichen-
berg, welch' letzteres der Feuerwehr bereits übergeben wurde, Seitens
der löbl. Gemeindevertretung mögen hier ihre dankbare Erwähnung
finden.
Durch den Uebertritt der Herren J. Melzer, A. Gratl und A.
Klemm zu der Ordnungsmannschaft und den gänzlichen Austritt der
Herren G. Katzung und Ch. Hummel aus dem Körper, verlor unsere
Feuerwehr Männer die alle seit Jahrzehnten diesem Institute ange-
hörten und zur Hebung und Vervollkommung desselben stets ihr bestes
Können und Wollen einsetzten; daher sei auch Ihnen an dieser Stelle
unser wärmster Dank erstattet.
Mögen die nun folgenden Aufzeichnungen weiter sprechen.
Am 2. Jänner: Kommandantschaftssitzung.
Am 4. Jänner: Sigung des Kranken - Unterstützungs - Kasse-
Ausschusses.
Am 8. Jänner wurde unsere Christbaumfeier in den Redouten-
Lokalitäten abgehalten.
Der Besuch derselben war ein sehr zahlreicher und der aufge-
stellte Glückstopf war auch heuer wieder mit schönen Gewinnsten, zu
denen, wie man auf den ersten Blick ersehen konnte, alle Klassen
der hiesigen Bevölkerung ihr Schärflein beigetragen haben, reichlich
ausgestattet.
Gezogen wurde emsig und bis gegen Mitternacht waren die Ge-
winnste fünfhundert und einige siebzig an der Zahl, so ziemlich
von der Estrade verschwunden.
Um diese Zeit begann dann die Versteigerung der Aeste des bis-
her beinahe unbeachtet in der Ecke gestandenen aber sehr reich deco-
rirten Christbaumes.
Ohne die geringste Störung verlief das schöne Fest, das auch
vom Herrn Bürgermeister Dr. Falk mit einem Besuche beehrt wurde
und dem Obmanne desselben Herrn J. Melzer nicht nur wegen des
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vorzüglichen Arrangements, sondern auch bezüglich des außerordentlich
günstigen finanziellen Erfolges zur besonderen Ehre gereicht.
Am 12. Jänner: Kommandantschaftssitzung.
Am 14. Jänner veranstaltete der IV. Bug bei Summerer und
Sojer in engerem Kreise seiner Mitglieder einen recht animirten Abenb
zu Ehren des mit Neujahr von der Stelle eines Obe kommandanten
zurückgetretenen Herrn Josef Melzer.
bank
Unter entsprechenden Reden und Toasten wurde dm Gefeierten
eine photographische Gruppe des ganzen IV. 3uges als
barer Erinnerung überreicht.
Am 25. Jänner Kommandantschaftssitzung.
Zeichen
Am 27. Jänner entstand um die Mittagszeit im ehemaligen
Holzinger'schen Hause, Mariahilfstraße Nr. 42 durch ein Kind, bas
in einem unbewachten Augenblicke mit Zündhölzchen spielte, in einem
Zimmer des II. Stockes Feuer, wodurch ein Bett und andee Gegen
stande verbrannten; jedoch durch herbeigeeilte Feuerwehrleute und an
dere Personen noch ehe eine Allarmirung stattfand, gelösch wurde.
Am 31. Jänner abends fand im großen Redoutensaal unfere
Generalversammlung statt.
Dieselbe war von 220 Mitgliedern besucht.
Um halb 9 Uhr eröffnete Oberkommandant Herr Josef Melzer
die Versammlung und gedachte hiebei der im abgelaufenen Jahr ver-
storbenen 9 Mitglieder und forderte die Anwesenden auf, sich
zum
Zeichen der Anerkennung und Trauer von den Sitzen zu erben,
was auch allseitig geschah.
Von der Verlesung des Jahresberichtes wird Umgang genomen.
Nachdem die Kassiere der Kranken-Unterstützungs- und der Rege
Kaffe ihre Berichte erstattet und von der Versammlung über Antig
der betreffenden Revisoren das Absolutorium erhalten hatten ergr
Oberkommandant 3. Melzer das Wort und theilte der Versammlun
seinen durch nichts abzuändernden Enschluß, von der Stelle eine
Oberkommandanten zurückzutreten, mit, dankte nochmals sämmtlichen
Feuerwehrkameraden für ihre Liebe, treue Anhänglichkeit und den in
Stunden der Gefahr oft bewiesenen Opfermuth, insbesondere aber der
löbl. Gemeindevertretung für die der Feuerwehr stets gewährte finan
zielle und moralische Unterstützung.
7 -
Hierauf nahm Herr Bürgermeister Dr. Falk das Wort, dankte
im Namen des Gemeinderathes der freiwilligen Feuerwehr für die auch
im verflossenen Jahre der Stadt Innsbruck geleisteten Dienste mit
dem Ersuchen auch fernerhin durch stramme Disciplin, fleißiges Er-
scheinen sowohl bei den Uebungen als auch bei Bränden und echte
Kollegialität die Ehre und den guten Ruf des Körpers hoch zu halten,
bedauerte ferners den Rücktritt Melzer's von der Stelle eines Ober-
kommandanten und widmete demselben in gerechter Würdigung seiner
vielen und großen Verdienste um das Feuerwehrwesen, warme Worte
des Dankes und der Anerkennung und schloß mit einem
auf die Feuerwehr.
"
Gut Heil"
Aus der sodann vorgenommenen Wahl eines Oberkommandanten,
gieng mit großer Majorität Herr Viktor Baron Graff hervor, indem
von 213 abgegebenen Stimmen 144 auf tenselben fielen.
Als Magazinsverwalter wurde Herr Josef Brix und als Kassier
der Riegie-Kaffe Herr Anton Nußbaumer mit Acclamation gewählt.
Nachdem Herr Melzer den Vorsitz seinem Stellvertreter Herrn
Gustav Katzung übergeben hatte, wurde über Antrag der Kommandant-
schaft Herr 3. Melzer in Würdigung seines vieljährigen und sehr er-
sprießlichen Wirkens im Feuerwesen einstimmig zum Ehrenmitgliede
ernannt.
Am 4. Februar entstand um 5 Uhr früh im Gasthaus zum
gold. Kreuz", Innstraße Nr. 19 ein Kaminbrand.
Die Feuerwehr wurde allarmirt und erschien auch jene von Höt-
ting auf dem Brandplate.
Nach einer halben Stunde war das Feuer gedämpft
Abends fand unser mastirtes Tanzkränzchen in den Redouten-
Lokalitäten statt, welches sich zu einem ganz artigen Maskenball her-
auswuchs, so zahlreich waren Charakter und andere Masken erschienen;
manche davon auch ausgestattet mit köstlichem Humor, die ihre Rollen
prächtig spielten.
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Wieder andere hatten freilich, wie dies schon auf Masken-
bällen zu geschehen pflegt, nebst ihrer Persönlichkeit auch ihren
Wizz tief vermummt und hatten sich begnügt nur schön zu sein.
Die Unterhaltung war überhaupt sehr animirt und in hohem
Grade gelungen.
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Herr Bürgermeister Dr. Falk, Herr Generalmajor v. Ochsen-
heimer und mehrere andere Honoratioren beehrten dieses Kränzchen
mit einem Besuch.
Windwache.
Am 7. Februar fand die Beerdigung des Schlauchmannes
+, Alfons Pembauer unter großer Theilnahme der Feuerwehrmitglieder
ſtatt.
Am 11. Februar um 346 Uhr abends signalisirte der Thurm-
wächter ein Feuer im östlichen Stadttheile. Da man glaubte es brenne
in der Kohlstadt oder Pradl strömte zahlreiches Publikum nach dieser
Richtung und auch die Feuerwehr rückte dahin ab. Alsbald traf jedoch
die Kunde ein, daß ein isolirt stehender den Dodl'schen Kindern in
Pradl gehöriger Stadel in den Feldern der Reichenau in Flammen
ſtehe.
Derselbe brannte auch alsbald ohne weitere Gefahr für andere
ferne stehenden Gebäulichkeiten vollständig nieder; und konnte daher
die Feuerwehr nicht mehr in Aktion treten.
Die Allarmirung war eine vollständige. Die Brandursache un-
bekannt.
Am 19. Februar vormittag von 10 bis 11 Uhr fand mit den
von der sehr strebsamen Firma Hopffer und Reinhart im Hause des
früheren Oberkommandanten Melzer und im Windwachlokale aufge=
stellten Telephon-Apparaten, eine Signalprobe statt.
Am 20. Februar morgens gegen 6 Uhr schlugen die hellen
Flammen aus einem Kamine des Kräuterhauses (Frohnfeste), worauf
der Thürmer das Feuersignal gab. Nach einer etwa 5 Minuten langen
Dauer wurde das Feuer gelöscht.
Weitere Gefahren hatte der Kaminbrand keine zur Folge und
kam die Feuerwehr hiebei auch nicht in Thätigkeit.
Am 23. Februar Sitzung des Krankenkasse-Ausschusses, sodann
Kommandantschaftssitzung.
Am 27. Februar Kommandantschaftssitzung.
Am 1. März Chargenwahl des III. Zuges.
Am 3. März Chargenwahl des II. Zuges.
Am 4. März Windwache.
Am 5. März um halb 12 Uhr vormittag wurde das k. k. und
9 -
National-Theater von der Kommandantschaft in feuerpolizeilicher Be-
ziehung eingehend besichtiget.
Am 14. März Versammlung des II. Zuges.
Am 16. März Versammlung des I. Zuges.
Am 18. März um halb 9 Uhr abends veranstaltete unsere Feuer-
wehr zu Ehren ihres ehemaligen Oberkommandanten Herrn J. Melzer
einen solennen Fackelzug, welchem sich auch je eine Abtheilung der Vor-
ortsfeuerwehren von Hötting und Pradl anschlossen.
Der wohlgeordnet circa 250 Mann starke Zug, mit der Feuer-
wehr-Musikkapelle an der Spitze, bewegte sich vom Spritzenhaupt-
magazin am Marktgraben aus gegen den Innrain durch die Herzog-
Friedrich- und Maria-Theresien- in die Anichstraße vor das Haus des
Gefeierten, woselbst sich von einem Theile der Fackelträger ein hübsches
M formierte.
Eine Deputation der Kommandantschaft begab sich hierauf in
die Wohnung des Gefeierten, um demselben die sehr gelungene und
hübsch ausgestattete Photographie der Kommandantschaftsmitglieder zu
überreichen, während welcher Zeit die Kapelle mehrere hübsche Piecen
bei bengalischer Beleuchtung vortrug.
In vollkommener Ordnung marschierte der imposante Zug wieder
durch die Anich- und Maria-Theresienstraße, Landhausgasse, Erler-
und Museumstraße, Burg- und Marktgraben in das Spritzenmagazin
zurück.
"
Hierauf versammelten sich gegen 150 Feuerwehrmänner in Stockin-
ger's Saal zu einem gemüthlichen Abend, woselbst auch Herr J. Melzer
über Einladung erschien und mit einem stürmischen Gut Heil" em-
pfangen wurde. Hrr Melzer dankte in einer kurzen aber von Herzen
kommenden und zum Herzen dringenden Ansprache für die ihm dar-
gebrachte Ovation und die ihm stets entgegengebrachte Liebe und treue
Anhänglichkeit und versicherte wiederholt, daß er nach wie vor nach
Kräften bemüht sein werde, im Interesse der Feuerwehr zu wirken.
Bei dieser Gelegenheit übergab auch der Oberkommandant Viktor
Baron Graff mit wenigen aber warmen Worten, den aus der Kom-
mandantschaft geschiedenen Herren Anton Gratl und Alois Klemm in
Würdigung ihrer vieljährigen und vorzüglichen Dienstleistungen, je ein
sehr geschmackvoll ausgeführtes Anerkennungs-Diplom.
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Die einzelnen Zwischenpausen dieses recht angenehmen und fami-
liären Abends füllte die Musik mit anerkennenswerthen Eifer und
Geschick aus.
"
Erst gegen Mitternacht trennte man sich in fröhlichster Stimmung,
nicht ohne kräftigen Händedruck und ein herzliches Gut Heil."
Am 24. März Beerdigung des langjährigen Gönners Herrn
Johann Melzer.
Am 28. März fand eine Versammlung der Ordnungsmänner
ſtatt.
Am 1. April fand abends eine Festversammlung des I. Zuges
in Bilger's Hölle zu Ehren des gewesenen Oberkommandanten Herrn
3. Melzer statt.
Bei dieser Gelegenheit wurde dem Gefeierten vom Zugskomman-
danten Herrn Paul Rissinger als kleiner Beweis aufrichtiger Liebe
und inniger Werthschätzung ein werthvoller Pokal aus Silber mit ent-
sprechender Widmung überreicht.
Dieser Abend war ein wahres Familienfest und sowohl für den
Gefeierten als den I. Zug gleich amüsant und ehrenvoll.
Am 3. April Kommandantschaftssitzung.
Diesen Abend wurde auch an mehreren von Herrn Hugo Platter
mit einem von ihm erfundenen Flammenschutzmittel präparierten Höl-
zern, Baumwoll-, Leinen- und Wollstoffen sowie Gazen, Proben an-
gestellt.
Sämmtliche von Herrn Platter mit seinem Mittel präparierten
Stoffe und Hölzer wurden der Wirkung einer Gasflamme ausgesetzt
und da hiebei stets nur, sogar bei Hobelspänen und Gazen,
der unmittelbar im Bereich der Flamme befindliche Theil ohne zu
verbrennen blos verkohlte, so befriedigten die Resultate der Proben
sämmtliche anwesenden Mitglieder vollkommen.
Abends brachte die Feuerwehr-Musikkapelle in den Lokalitäten
beim Bierwastl dem zurückgetretenen Oberkommandanten Herrn Josef
Melzer eine Ovation, indem sie demselben ihre Liebe und Dankbarkeit
durch Ueberreichung eines schönen Diamantringes mit eingravierter
entsprechender Widmung kund gab.
Am 10. April fand im Sizungs-Saale des Innsbrucker Ge-
meinderathes ein außerordentlicher Feuerwehrtag des deutsch-tirolischen
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Gauverbandes und eine Generalversammlung der deutsch - tirolischen
Feuerwehren statt.
Wegen der eminenten Wichtigkeit der bei diesem Anlasse gefaßten
Beschlüssen, in Folge welcher die freiwilligen Feuerwehren Tirols in
ein ganz anderes Stadium getreten sind, lassen wir die diesbezüglichen
Sigungs-Protokolle ihrem Wortlaute nach folgen:
Protokoll über die am 10. April 1882 in Innsbruck abgehal-
tene Sitzung der Delegirten zum außerordentlichen Feuerwehr-
tage des deutsch-tirolischen Feuerwehr-Gauverbandes.
Vorsitzender: Dr. Otto Stolz; Schrift führer: Wendelin Hosp.
Vertretene Feuerwehren: Absam durch Jakob Krüse; Auer durch
Paul Mayrl; Bozen durch denselben; Brixen durch Franz Bergmeister
und Wilhelm Seidner; Brixlegg durch Simon Wolf; Bruneck durch
Josef Kofler; Ebbs durch Josef Mayer; Fieberbrunn durch Paul Waibl;
Fulpmes durch Josef Holzmeister; Hall durch Dr. Stolz; Hötting
durch Anton Hupfauf; Innsbruck durch Viktor Baron v. Graff, Chri-
stof Hummel, Gustav Katzung, Josef Melzer und Paul Rissinger;
Kirchbicht durch Andrä Fluckinger: Kitzbichl durch Josef Pircht; Klausen
durch Carl Meßner; Kramsach durch Peter Thurwieser; Kufstein durch
Josef Mayr; Landeck durch Josef Melzer; Meran durch Friedrich
Ellmenreich und Ludwig Mazegger; Mühlau durch Ferdinand Weyrer;
Rattenberg durch Anton Pichler; St. Johann durch Peter Egger;
Schwaz durch Adolf Hackh; Sillian durch Josef Kraler; Silz durch
Josef Steiner; Sterzing durch Franz Obexer; Wattens durch Peter
Angerer; Wilten durch Georg Lang.
Beginn der Sitzung: 11 Uhr vormittags.
Den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildet der vom Gau-
verbands-Ausschusse gestellte Antrag:
,,Die Gauverbands-Unterstützungscasse sei aufzulösen und unter
die dem Verbande angehörigen Feuerwehren zu vertheilen. Die Auf-
theilung des Vermögens unter dieselben habe nach Verhältniß der von
diesen geleisteten Einzahlungen, jedoch ohne Abrechnung der ihren Mit-
gliedern hinausbezahlten Unterstützungen, stattzufinden und nach erfolgter
Genehmigung der neuen Statuten für die Unterstützungscasse der deutsch-
tirolischen freiwilligen Feuerwehren zu geschehen."
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Dr. Stolz begründet diesen Antrag damit, daß nach §. 33 der
neuen Feuerpolizei- und Feuerwehr-Ordnung für Tirol für sämmtliche
freiw. Feuerwehren in Deutsch - Tirol zum Zwecke der Unterstützung
ihrer in Ausübung des Dienstes verunglückten und erkrankten Mit-
glieder, eventuell deren Witwen und Waisen eine Unterstützungscaffe
zu gründen ist, in welche außer den Beiträgen der Mitglieder der
freiw. Feuerwehren, den allfälligen Geschenken und den Strafbeträgen,
zu welchen Uebertreter der Feuerpolizei-Ordnung in Orten, woselbst
freiw. Feuerwehren bestehen, verurtheilt werden, auch der von der wech-
selseitigen tirol. Landes-Brand-Assekuranz jährlich zu bezahlende Betrag
von 1 kr. 3. W. für je 1000 fl. des in Deutsch-Tirol bei dieser
Landes-Assekuranz versicherten Klassenwerthes einzufließen haben. Der
Fortbestand der Gauverbands - Unterstützungskasse, welche gegenwärtig
nur 42 freiw. Feuerwehren in Deutsch-Tirol umfasse, sei deshalb
überflüssig und auch in Folge der laut Gesetz zu gründenden neuen
Unterstützungskasse nicht mehr nothwendig, denn der in Deutsch-Tirol
bei der Landes - Assekuranz versicherte Klassenwerth betrug schon im
Jahre 1880 über 70 Millionen Gulden und wächst von Jahr zn
Jahr, weshalb dieser neuen Kasse - abgesehen von den Mitglieder-
beiträgen und sonstigen Zuflüssen schon von der Landes-Assekuranz
allein jährlich mehr als 700 fl. zufließen, womit nach den bisherigen
Erfahrungen nicht nur den Unterstützungs-Ansprüchen Genüge geleistet,
sondern auch mit der Zeit ein ansehnlicher Kapitalsstock angesammelt
werden kann.
Zu Alinea 2 des Antrages bemerkt derselbe, daß gemäß §. 16
der Satzungen für die Ganverbands-Unterstützungskasse bei Auftheilung
der Unterstützungskasse das Vermögen derselben an die Feuerwehren
des Gauverbandes nach Verhältniß der Mitgliederzahl derselben zuzu-
fallen hätte, dennoch aber der Gauverbands-Ausschuß diesen eine Ab-
änderung des §. 16 bezeichnenden Antrag deshalb gestellt habe, weil
nur nach demselben die Vertheilung in einer der Billigkeit entsprechen-
den Weise geschehen würde.
Geschähe die Vertheilung nach dem Antrage des Gauverbands-
Ausschusses, so erhalte jede Feuerwehr aus der Unterſtützungskasse
mehr heraus, als sie an dieselbe eingezahlt, weil die Unterstützungen
aus dem von der Innsbrucker Feuerwehr als Grundstock gewidmeten
13
-
Erträgnisse einer Christbaumfeier und aus den Zinsen des Vermögens
der Unterstützungskasse geleistet werden konnten; würde dieselbe aber
gemäß §. 16 der Statuten erfolgen, so bekämen mehrfach solche Feuer-
wehren, welche seit der Gründung der Unterstützungskasse im Jahre
1872 fortwährend eingezahlt haben, weniger, als Feuerwehren, die erſt
vor Kurzem derselben beigetreten sind, während diese letteren das drei-
fache und selbst sechsfache der geleisteten Einzahlungen erhalten würden.
Ellmenreich, Hackh, Hummel, Mayr und Melzer befürworten den
Antrag des Gauverbands-Ausschusses.
Wolf (Brixlegg) erklärt, daß zwar die Feuerwehr Brixlegg, als
eine der kürzlich beigetretenen Feuerwehren, bei der Auftheilung des
Vermögens der Unteſtützungskasse gemäß §. 16 der Statuten wesentlich
gewinnen würde, dennoch werde er für den Antrag des Gauverbands-
Ausschusses stimmen, weil sich die Gerechtigkeit und Billigkeit des be-
antragten Vertheilungsmodus nicht verkennen lasse.
Nachdem noch der Vorsitzende bemerkt, daß gemäß Grundgesetzes
und den Satzungen der Unterstützungskasse die Auflösung der Unter-
stützungskasse nur mit Dreiviertel-Stimmenmehrheit und auch Alinea 2
des Antrages nur mit Zweidrittel-Stimmenmehrheit genehmigt werden
könne, wird zunächst über Absatz 1 und dann über Absatz 2 die na-
mentliche Abstimmung vorgenommen.
Der Antrag des Gauverbands-Ausschusses wird von sämmtlichen
Vertretern mit Stimmeneinhelligkeit angenommen.
Zum zweiten Gegenstande der Tagesordnung: „Vorberathung über
einen für die Landes - Unterstützungskasse einzubringenden Statuten-
Entwurf" bemerkt der Vorsitzende, daß diese Vorberathung enfalle,
weil der tirol. Landesausschuß ihn selbst mit dem Statuten-Entwurfe
betraut und nach erhaltener Verständigung, daß auf heute ein außer-
ordentlicher Feuerwehrtag der Gauverbands-Feuerwehren zum Zwecke
dieser Vorberathung einberufen worden sei, auch die Vertreter sämmt-
licher deutsch-tirolischer freiw. Feuerwehren zu einer gleichfalls heute
stattfindenden Generalversammlung behufs Berathung der Statuten für
diese zu errichtende Unterstützungskasse einberufen und ihm den Vorsitz
hiebei übertragen habe. Diese Generalversammlung könne erst Nach-
mittags abgehalten werden und finde der Beginn der Sitzung um
3 Uhr statt.
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Zu Punkt 3 der Tagesordnung: „Berathung über die künftige
Gestaltung des deutsch-tirolischen Feuerwehr-Gauverbandes mit Rück-
sicht auf die für Tirol erlassene neue Feuerpolizei- und Feuerwehr-
Ordnung"
wird nach längerer Debatte, welche sich über die Frage
der Errichtung von Bezirksverbänden entspinnt und an der sich die
Delegirten Ellmenreich, Hummel, Matzegger, Pirchl und Weyrer be-
theiligten, einstimmig beschlossen, daß der Gauverband vorläufig in
seiner bisher bestandenen Organisation zu verbleiben habe, dagegen die
Einzahlungen an die Gauverbands-Regiekasse von 1882 angefangen
von 10 kr. per Mann und Jahr auf 5 kr. per Mitglied und Jahr
Herabzusetzen seien und die Einzahlungen an die bisher bestandene Gau-
verbands-Unterstützungskasse ganz zu entfallen haben.
Den letzten Gegenstand der Tagesordnung bildet der gleichfalls
einstimmig angenommene Antrag der Meraner Feuerwehr, daß die
Tagesordnung der Delegirtentage den Feuerwehren stets früher schrift-
lich bekannt gegeben werden soll," mit dem Zusatzantrage Hummel's,
,,daß Anträge zu den Delegirtentagen längstens 14 Tage nach erfolgter
Ausschreibung der Sitzung beim Gauverbands-Ausschusse eingebracht
werden müssen."
Schluß der Sitzung: 1 Uhr nachmittags.
Protokoll der Generalversammlung der deutsch-tirolischen
freiwilligen Feuerwehren.
Am 10. April 1882 nachmittags 3 Uhr wurde im Sitzungs-
saale des Innsbrucker Gemeinderathes die vom Tiroler Landes-Aus-
schusse einberufene Generalversammlung von Vertretern deutsch-tirol.
freiw. Feuerwehren zum Zwecke der Berathung der Statuten für die
nach der neuen Feuer-Polizei und Feuerwehr-Ordnung zu gründende
Unterstützungskasse eröffnet, nachdem Vormittags an nämlicher Stelle
die Vertreter der dem deutsch - tiroler Feuerwehr - Gauverbande ange-
hörigen freiw. Feuerwehren beschlossen hatten, die Gauverbands-Unter-
stützungs-Kasse, welche mit der Errichtung obiger, sämmtliche freiwillige
Feuerwehren von Deutsch-Tivol umfassenden Unterstützungscasse über-
flüssig wird, aufzulösen und nach Verhältniß der geleisteten Einzah-
lungen unter die Verbandsfeuerwehren zu vertheilen. Zu dieser Ge-
15 _
neralversammlung hatten sich nebst den Vertretern der 28 Verbands=
feuerwehren von Absam, Auer, Bozen, Brixen, Brixlegg, Bruneck,
Ebbs, Fieberbrunn, Fulpmes, Hall, Hötting, Innsbruck, Kirchbicht,
Kizbicht, Klausen, Kramsach, Kufstein, Landeck, Meran, Mühlau, Rat-
tenberg, St. Johann, Schwaz, Sillian, Silz, Sterzing, Wattens und
Wilten auch die Vertreter der dem Gauverbande nicht angehörigen
freiwilligen Feuerwehren von Jenbach, Reutte, Zell a. Ziller und Zwölf-
malgreieu eingefunden. Der vom Landesausschusse mit dem Vorsize
betraute Gauverbands-Vorstand Dr. Otto Stolz legte der Versamm-
lung den über Ersuchen des Landesausschusses von ihm ausgearbeiteten
Statuten-Entwurf vor. Derselbe wurde mit unwesentlichen Aenderungen
einstimmig angenommen. Nachdem Melzer von Innsbruck namens der
Versammlung dem Vorsitzenden für dessen Bemühungen im Interesse
der Feuerwehrsache gedankt hatte, wurde die Sigung nach 6 Uhr abends
geschlossen. Die Veröffentlichung der Statuten, welche erst vom tirol.
Landesausschusse genehmigt werden müssen, wird nach erfolgter Rati-
fizirung geschehen."
Herr Gauverbands-Vorstand Dr. Otto Stolz, ausgestattet mit
einer gründlichen Sachkenntniß, seltenen Liebe für die gute Sache
und einem unermüdlichen Schaffensgeist hat sich durch das Zustande-
kommen des Gesetzes vom 28. November 1881 womit für Tirol eine
neue Feuerpolizei- und Feuerwehr-Ordnung, wie sie kein Kronland
unserer Monarchie besitzt, geschaffen wurde, ein neues Blatt in seinen
Lorbeerkranz geflochten und sich hiedurch nicht nur unsere vollste und
ungetheilteste Anerkennung, sondern auch den wohlverdienten Dank
der Jetz- und Nachwelt in hohem Grade erworben, der ihm unserer
seits an dieser Stelle wärmstens erstattet sei.
Am 13. April um 22 Uhr früh brach beim Bäckermeister
Herrn J. Scheyring, Universitätsstrasse Nr. 10 ein Kaminbrand aus.
In der nahen Klosterkaserne wurde die Bereitschaft allarmirt,
der Thurmwächter gab durch Anschlagen an die Fenerglocke das
Signal und eine Abtheilung der Feuerwehr eilte alsbald nach dem
bedrohten Punkte.
Mittlerweile wurden jedoch die aus dem Kamin hervorquellenden
Flammen erstickt und damit war auch jede weitere Gefahr be
seitiget.
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16-
Das t. f. Militär war, wie immer, schnell am Plate.
Abends Windwache.
Am 15. April Versammlung des IV. Zuges beim gold. Schiff.
Abends Windwache.
Am 17. April Musterung des I. Zuges.
Abends um 8 Uhr entstand im Hofschmied Pichler'schen Hause,
Innrain Nr. 2 ein Kaminbrand, der jedoch gelöscht wurde, ohne
daß Feuerlärm entstand oder ernſtere Folgen zu befürchten gewesen
wären.
Denselben Abend fand auch eine vom II. Zuge zu Ehren
des zurückgetretenen Oberkommandanten Herrn J. Melzer veranstal-
tete Festversammlung beim „Bier-Wastl" statt.
Die geräumigen mit exotischen Gewächsen sehr hübsch decorierten
Lokalitäten boten kaum Raum für die sehr zahlreich erschienenen
Feuerwehrkameraden.
Herr Zugsführer Franz Kerber übergab nach einer kurzen An-
sprache dem Gefeierten ein hübsch ausgeführtes Diplom in einer ge-
schnitzten Rahme.
Herr Melzer gab seinen Gefühlen des Dankes und der Freude
in beredter Weise Ausdruck; und nur zu schnell enteilten die ange-
nehmen Stunden dieses so weihevollen Abendes, die ganz besonders
durch die wohlgelungenen Vorträge eines Sänger-Quintettes, Pro-
duktionen auf Zither und Guitarre und einigen recht komischen Dekla-
mationen gewürzt wurden.
Am 19. April Musterung des II. Zuges.
Am 21. April Musterung des III. Zuges.
Am 22. April fand abends beim grauen Bären zu Ehren des
ehemaligen Oberkommandanten Herrn 3. Melzer eine Festversammlung
der Ordnungsmänner statt; bei dieser Gelegenheit wurde dem Ge-
ehrten als kleiner Tribut der Dankbarkeit ein prachtvoller Humpen
überreicht.
Der Abend war ein äußerst vergnügter und dem Zwecke voll-
kommen würdiger.
Am 23. April fand in Hötting die feierliche Uebergabe und
Prüfung der von der Firma 3. Graßmayr in Wilten verfertigten
-
17 -
Sprite statt, wobei unsere Feuerwehr, in Folge der ergangenen Ein-
ladung zahlreich vertreten war.
Abends Windwache.
Am 24. April Musterung des IV. Zuges.
Am 25. April Windwache.
Am 27. April Nachmittags um 2½ Uhr ertönte vom Stadt
thurme das Feuersignal.
In der Bräuerei von Summerer und Sojer Viaduktgasse Nr. 5
schlugen aus einem Kamine die hellen Flammen empor.
Der Feuerwehrmann Math. Morscher von der I. Spritze des
II. Zuges bemerkte von der Dreiheiligenstrasse aus das Feuer und
eilte sofort in die Bräuerei wo er dem Buchhalter derselben die
Anzeige machte, der unverzüglich die nöthigen Anstalten traf.
Nach kaum 5 Minuten war die Feuerwehr beinahe vollzählig
am Plaze; da aber das Feuer mittlerweile von den Bediensteten des
Hauses und anderen zufällig anwesenden Personen vollkommen gelöscht
und eine weitere Gefahr nicht mehr zu befürchten war, rückte dieselbe
wieder ein.
Der Brand war in einem Blechrohr entstanden, das aus einem
Nebenkamin in den Hauptkamin führt.
Die Allarmirung war eine vollständige.
Am 28. April Beerdigung des Spritzenmannes des II. Zuges
Alexander Blaas.
Abends Kommandantschaftssitzung.
Am 29. April geriethen in der Küche des Hauses Nr. 24 in
der Innstrasse durch Unvorsichtigkeit Scheiten und anderes Holz in
Brand. Derselbe wurde aber sofort durch den zufällig im Nachbar-
hause anwesenden Kommandanten des III. Zuges Herrn Franz Mahr
und einigen herbeigeeilten Feuerwehrmännern erstickt.
Eine Allarmirung fand nicht statt.
Am 30. April um 10 Uhr Vormittag fand die Frühjahrs-
Hauptmusterung unserer Feuerwehr in der Fallmerayerstrasse statt.
Es waren alle 4 Züge unter dem Befehle des Oberkomman
danten Baron Graff ausgerückt. Der frühere Oberkommandant Herr
Josef Melzer hatte sich in treuer Anhänglichkeit an die unter ihm zu
einer so imponierenden Körperschaft herangewachsenen und trefflich
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ausgebildeten Feuerwehr unter die Ordnungsmannschaft gereiht. Die
durch Austritt und Todfälle entstandenen Lücken wurden durch den
Eintritt von 127 neuen Feuerwehrmännern ergänzt. Die Musterung
wurde in Abwesenheit des Herrn Bürgermeisters vom Vicebürger-
meister Herrn A. Schumacher vorgenommen. Nach derselben ermahnte
er die neu eingetretenen Mitglieder zu fleißigem Exercitium und
exacter Aneignung der Handhabung der Geräthe, den Geist guter
Kameradschaft, strenger Disciplin und Opferwilligkeit, der diese Kör
perschaft von jeher ausgezeichnet hat, zu pflegen. Er belobte die
Feuerwehr für die Proben der Tüchtigkeit, die sie bei den großen
Bränden des Vorjahres abgelegt hat, und bat sie auch in Zukunft
ihre Pflicht ohne Rücksicht auf Lob und Tadel um der Sache selbst-
willen zu thun, sich durch Lob nicht überheben und durch Tadel nicht
entmuthigen zu lassen, letzteren im Gegentheile unbefangen und ohne
Empfindsamkeit zu prüfen, und den Kern Wahrheit, den sie in dem-
selben finden sollten, sich zunutzen zu machen. Der Oberkommandant
ersuchte die Feuerwehrmänner fleißig bei den Uebungen und pünktlich
bei Feuerallarm zu erscheinen. Hierauf wurde unter klingendem Spiele
durch die Anich- und Mariatheresienstrasse zu den Magazinen zurifd-
✗marschiert. Am Eck des Marktgrabens ließ hierbei der Herr Vice-
bürgermeister die ganze Körperschaft vor sich defilieren.
Am 1. Mai hielt unsere Musikkapelle eine Tagreveille.
Abends Windwache.
Am 2. Mai Abends avisirte der Thurmwächter die Anzeichen
eines Brandes in der Gegend von Matzei; da aber keine weitere
Meldung eintraf, konnte kein Löschtrain abgesendet werden.
Des anderen Tages stellte es sich heraus, daß in Neßlach einer
Berggemeinde zwischen Steinach und Gries ein Bauernhof gänzlich
niedergebrannt war.
Am 3. Mai Windwache.
Am 4. Mai Windwache.
Am 7. Mai wohnten mehrere Mitglieder der Kommandantschaft
und eine Anzahl Feuerwehrmänner in Uniform dem vom Stadt-
magistrate gestifteten St. Florian-Hochamte in der Johanneskirche am
Innrain bei.
Am 8. Mai um 23 Uhr Morgens entstand in der Dorfge-
-
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meinde Ranggen in der Nähe der Kirche eine Feuersbrunst, die zwei
Bauernhäuser mit ihren angebauten Dekonomiegebäuden ganz und
das Benefiziatenhaus theilweise zerstörte.
Nachdem der Thurmwächter in Folge des hellen und anhalten-
den Feuerscheines ein Landfeuer nach Westen avisirte, fuhr unsere
Landfahrspritze sofort dahin ab; als dieselbe auf dem Brandplate
erschien, war das Feuer bereits gelöscht.
Am 14. Mai vor Mitternacht entstand in der Holzlege des
Hauses Nr. 8 in der Riesengasse aus unbekannter Ursache ein Brand,
der glücklicher Weise vom Hauseigenthümer noch rechtzeitig bemerkt
und von ihm mit Hilfe der in der Nachbarschaft wohnenden Kamin-
feger gelöscht wurde.
Eine Allarmirung fand nicht statt.
Am 23. Mai Windwache.
Am 5. Juni Kommandantschaftssitzung.
Am 7. Juni nach 11 Uhr vormittag allarmirten Signale des
Feuertelegrafen die Feuerwehr.
Niemand auch nicht der Thurmwächter konnte aber eine Aus-
funft geben wo es brenne.
Es war blinder Feuerlärm, der dadurch entstand, daß bei einer
Reparatur des Feuertelegrafen beim Statthalterei-Gebäude, vergessen
worden war, den Hammer der Signalglocke auszuschalten.
Am 18. Juni nachmittags um 2 Uhr fand die Frühjahrs-
hauptübung unserer Feuerwehr statt.
Alle 4 Züge sammelten sich in der Mariahilfstrasse nächst der
Innbrücke, wo sie vom Herrn Bürgermeister Dr. Falk Abtheilung
für Abtheilung inspiciert wurden, worauf dieselben im Sturmschritt
auf das gegebene Allarmzeichen zur Frühjahrs-Haupübung an den
Eingang der Kirschenthalgasse abrückten. Die dortige Häuserreihe
vom Brugfeld Hause bis zum Mohrenwirthe bildete das Brandobjekt.
Die Leitern waren im Nu aufgestellt, ebenso die Spritzen abgeprotzt
und die Schläuche gelegt und mit gewohnter Präzision hatten die
Steiger die Häuser bestiegen und warteten nur noch, bis auch das
Wasser in die Höhe kam, das diesmal etwas länger als sonst, auf
sich warten ließ. Die Ursache davon dürfte in den Schläuchen selbst,
weniger in deren Handhabung zu suchen sein. Während der Wasser-
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übung wurde auch von Steigern der Rettungsschlauch und nach Be-
endigung derselben, mit der Leine exerciert. Schließlich zeigte noch
die Sanitätsabtheilung an einem Manne durch Anlegen des Ver-
bandes, unter der Leitung des med. Dr. Kölle, wie nützlich und
praktisch dieses Institut im traurigen Falle der Wirklichkeit einzu-
greifen im Stande sein wird. Mit klingendem Spiele marschierte die
Truppe nach beendeter Uebung, die mehr denn eine Stunde dauerte,
durch die Mariahilferstrasse herein, defilierte in der Nähe der Brücke
vor dem Herrn Bürgermeister und dem Oberkommandanten Baron
Graff und rückte sodann in die betreffenden Magazine ab. Der an
die Herren Landtags Abgeordneten ergangenen Einladung, der Uebung
beizuwohnen, haben nur 1 oder 2 Folge geleistet.
Am 20. Juni veranstaltete die Feuerwehrmusikkapelle zu Ehren
des Musik-Intendanten Herrn Alois Klemm einen Gartenabend beim
Bierwastl.
Am 3. Juli Kommandantschaftssitung.
Am 6. Juli gegen 11 Uhr Nachts entstand zuhöchst auf dem
Gerüste der im Bau begriffenen k., t. Staatsgewerbeschule in der ver-
längerten Anichstrasse, Feuer, das aber glücklicher Weise sofort be=
merkt und von zufällig in der Nähe befindlichen Personen gelöscht
wurde.
Man schrieb die Schuld den Löthvorrichtungen der Spängler zu.
Eine Allarmirung fand nicht statt.
Am 7. Juli Windwache.
Am 8. Juli fand im Bierwastl-Garten von der Feuerwehr-
Kapelle ein Konzert zu Gunsten der Regie-Kasse statt.
Abends Windwache.
Am 9. Juli Beerdigung des Spritzenmannes des III. Zuges
Josef Schober.
Am 10. Juli fand bei Summerer und Sojer eine Monats=
versammlung statt.
Am 22. Juli Versammlung der Ordnungsmänner.
Am 23. Juli fand das Stiftungsfest der freiw. Feuerwehr
in Bettnau statt, wobei auch unsere Feuerwehr einer diesfälligen
freundlichen Einladung Folge leistend, durch mehrere Mitglieder ver-
treten war.
Am 24. Juli Kommandantschaftssitzung.
Am 27. Juli abends fand zu Ehren des Namensfestes unseres
Oberkommandanten Herrn Victor Baron Graff im Bierwastl-Garten
eine Festversammlung statt; wobei auch die Feuerwehr-Kapelle kon-
zertierte.
Trotz des ziemlich kühlen und unluſtigen Wetters war die ge-.
räumige Gartenveranda wohlbesetzt, und in den herzlichsten Worten
drückten die einzelnen Deputationen dem geehrten Oberkommandanten
ihre Wünsche aus.
Riesige Bouquets, in denen ein neckisches Zimmerfeuerwerk
steckte, und aufgerollte Diplome liehen der durchwegs gelungenen Feier
den üblichen Aufputz.
Unter den heiteren Klängen der wackeren Feuerwehrkapelle und
unter angenehmen Gesprächen verfloß dieser Ehrenabend ohne die
geringste Störung.
Am 29. Juli fand eine außerordentliche Generalversammlung.
im Saale zu Büchsenhausen statt.
In derselben waren zunächst 5 Delegierte zum deutschtivolischen
Gautag und 3 zum österreichischen Feuerwehrtage zu wählen. Erstere
Wahl geschah mittelst Stimmzetteln und auf Grund einer von der
Versammlung aufgestellten Kandidatenliste. Es wurden 114 Stimm
zettel abgegeben, wovon anf die Herren: 3. Melzer 108, Nußbaumer
106, Brix 102, Kerber 99, Baron Graff 97 Stimmen entfielen.
Als Ersatzmänner wurden gewählt, die Herren: Hermann Hueber,
Zugsführer Mair, Schriftführer Hosp, Reisch und Rissinger Paul.
Während des Strutiniums des ersten Wahlaktes wurden zu Dele-
gierten für den zweiten österreichischen Feuerwehrtag per acclama-
tionem gewählt die Herren: Dr. Otto Stolz aus Hall, Josef Melzer
aus Innsbruck und Ellmenreich aus Meran. Hierauf gab der Ober-
kommandant noch bekannt, daß die Schlauchmannschaft von jetzt ab
laut eines Kommandantschaftsbeschlusses auch ihren Vertreter in der
Kommandantschaft haben werde, wofür Schlauchmann Hoppichler der
Kommandantschaft in warmen, anerkennenden Worten den Dank
aussprach.
Am 5. August Kommandantschaftssitzung.
Am 7. August Chargenwahl der Schlauchmänner. Hiebei wurde
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Sektionsführer gewählt.
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Herr Karl Schöpfer als Obmann und Herr Johann Hoppichler als
Am 8. August abends brachte der IV. Zug, dem fich aud
mehrere Mitglieder anderer Züge und die Kommandantschaft ange
schlossen hatten dem Bäckermeister Herrn Johann Schehring eine Ove
tion dar.
Unter den Klängen der Feuerwehrkapelle marschierte die genannte
Abtheilung vom Magazin in Dreiheiligen durch die Universitätsstraße
vor das Haus des Gefeierten.
Diese Ovation galt aber auch einem Manne der sie in vollem
Maße verdiente.
Er ist nämlich nicht blos Feuerwehr Veteran (eingetreten am
15. April 1862), sondern auch Invalide, indem er, wie bekannt, im
Juni 1873 bei dem Exercitium einer Schubleiter, wie sein Freund
und Genosse, der unvergeßliche Oberkommandant E. Pegger an der
Hand ziemlich gefährlich verletzt, aber Gott sei Dank, auch glücklich
geheilt wurde, während Pegger das Zeitliche segnen mußte. Sowohl
der Veteran als auch der Invalide wurde daher gefeiert.
Der IV. Zug hat Schehring sein Entstehen zu verbanken und
deshalb brausten nach Uebergabe des Diplomes als Veteran nach einer
Ansprache des Schlossermeisters Kahr sowohl als auf die vom Fenster
aus an die Feuerwehr von Herrn Scheyring gerichteten Dankesworte
donnernde,,Hochs" und kräftige „Gut Heils," begleitet von den Klän-
gen der Musikkapelle und eingerahmt von den verschiedenen Farben
eines bengalischen Feuers. Nach Beendigung dieser kleinen Ovation,
begab sich der Zug, seinen ehemaligen Führer Scheyring in seiner
Mitte, durch die Sillgasse und Museumsstraße unter Fackelbeleuchtung
in Summerer und Sojers Garten, wo der Abend dann unter begei
sternden Toasten, den Klängen der Musik und heitern Gesprächen,
angenehm verbracht wurde. Zum Gelingen dieses Festes haben die
wackeren Sänger aus dem IV. Zuge gewiß nicht den kleinsten Theil
beigetragen. Man schied erst in vorgerückter Stunde auf ein frohes
Wiedersehen an den kommenden Tagen des Festes.
Am 9 August abends fand eine Gesammtübung unserer Feuer-
wehr in der Maria-Theresienstraße statt.
Am 11. August Versammlung der Ordnungsmannschaft.
23
Am 12. August begann unser großartiges und in seiner Art in
Tirol einzig dastehendes dreifaches Feuerwehrfest, es galt nemlich nicht
nur unser 25jähriges Stiftungsfest in würdiger Weise zu begehen und
zu feiern, sondern auch der II. österreichische Feuerwehrtag und der
X. deutsch-tirolische Gautag sollten um diese Zeit in unseren Mauern
tagen.
Daher waren auch schon an diesem Tage, dem Vorabente des
eigentlichen Festes, nicht nur sämmtliche Häuser und öffentlichen Ge-
bäude in der Stadt, sondern auch im Vororte Wilten und in der
Höttingerau mit Fahnen und anderen Dekorations-Gegenständen fest-
lich geschmückt, ja sogar der altehrwürdige Stadtthurm der uns mit
seiner metallenen Stimme schon so oft zu harter Arbeit gerufen, prangte
schon an diesem Tage in buntem Flaggenschmuck und schien sich der
ankommenden Gäste zu freuen.
Der Objektivität wegen lassen wir die Originalberichte der hiesigen
Tagesblätter über unser Fest, mit wenigen ganz unwesentlichen Aen-
derungen, hier folgen:
Die Feuerwehr-Leftlichkeiten in Innsbruck.
Der Empfang der Feuerwehrgäste
am 12. August.
,, Ungemein lebhaft gestaltete sich heute das Leben und Treiben an
unserem Bahnhofe. Von früh morgens bis spät abends summte es
in seinen Räumen wie in einem Bienenstocke und ein Blick in dieses
Treiben verrieth uns auch dessen Ursache; denn aus dem Gewimmel
Neugieriger schauen die Lodenjoppen unserer Feuerwehrmänner heraus
und in deren Gesellschaft nehmen wir Männer in den verschiedensten
Trachten und Uniformen wahr und hören aus vielen Kehlen in den
verschiedensten Mundarten unseres großen Kaiserstaates sowohl als auch
des benachbarten deutschen Reiches den Ruf: „Gut Heil"! Dies
ist der Willkommgruß, den unsere Feuerwehr den einzelnen das drei-
fache Feuerwehrfest, das in unsern Mauern gefeiert wird, mit ihrem
Besuche beehrenden Feuerwehrkameraden aus allen Gauen, man kann
sagen, soweit die deutsche Zunge klingt und darüber hinaus, entgegen-
bringt; und wahrlich es sind deren nicht wenige, denn jeder Bahnzug,
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jedoch
ob er von Osten oder Süden kam, brachte einzelne Trupps,
das größte Kontingent der, welcher abends 8 Uhr 17 Min. mit einer
halben Stunde Verspätung eintraf. Dieser führte uns die Feuerwehr-
fameraden aus München in der respektablen Höhe von circa 80 Mann
zu, zu deren Begrüßung sich die meisten schon im Laufe des Tages
angelangten auswärtigen Feuerwehrmänner, darunter die von Traun
ſtein mit ihrer prächtigen reich gestickten Fahne, am Perron im Ber
eine mit dem Empfangs - Comité unserer Feuerwehr einfanden. Auf
diesem kleinen Fleckchen Erde sah man Männer aus den verschiedensten
Gegenden, so außer den bereits erwähnten und außer denen aus Tirol,
aus Stuttgart, Kremsmünster, Urfahr, Salzburg, Graz, Bruck a. d.
M., Wien, Preßburg, aus den Wiener Vororten, aus Vorarlberg
u. s. w. im heiterſten Geplauder miteinander verkehren. Nachdem
die Gäste aus München und andere, die sich ihnen angeschlossen, den
Zug, der unter den klängen des Innsbrucker Feuerwehrmarsches in
die Halle eingefahren, verlassen und unter stürmischem „Gut Heil!"
sich am Berron aufgestellt, wurden dieselben vom Obmanne des Em-
pfangs - Comité's Herrn Reisch mit einer herzlichen Ansprache will
kommen geheißen, worauf sich der Zug, nachdem die Quartiere seitens
des Wohnungs-Comité's rasch geordnet waren, unter Fackelschein und
den Klängen unserer Feuerwehrkapelle durch die festlich geschmückte
Stadt zum Feſtplatze bei den Redoutenlokalitäten bewegte, auf dem
ganzen Wege von dem dichtgeschaarten Publikum mit begeisterten Zu
rufen völlig überschüttet. Aber nicht bloß Ost und Süd führte uns
heute liebe Gäste zu, sondern auch der West leistete seinen Tribut, denn
um halb 7 Uhr fuhren 16 Abgesandte der Feuerwehr Sitz in einem
mit Fähnlein gezierten Stellwagen beim Rößt in der Aue vor, wo sie
von einigen Mann unserer Feuerwehr aufs kameradschaftlichste em-
pfangen und in ihre Absteigequartiere geleitet wurden.
Die größte Anzahl des abends bei der sogenannten Alten Herren-
Kneipe im Festpavillon anwesenden fremden Gäste ließ diese völlig ver-
schwinden und dafür einen ganz hübschen Festabend erstehen, wie dies
auch Herr J. Melzer, Obmann des Feſtausschusses in seiner Be-
grüßungsrede betonte, die mit einem Toaste auf einiges Zusammen-
halten schloß.
Hierauf spielte die Musik einige beifällig aufgenommene Piecen
25
-
wonach der Oberkommandant, Viktor Baron Graff, in einer herzlichen
Ansprache dem Herrn 3. Melzer das ihm von der Feuerwehr als
ehemaligem Oberkommandanten gewidmete Ehrendiplom überreichte. Das-
selbe ist sehr hübsch ausgeführt und schön eingerahmt und die Ueber-
reichung erregte einen Beifallssturm, wie ihn dieser Platz wohl kaum
je erlebt haben dürfte. Angenehm berührt und erfreut dankte Herr
3. Melzer für diese Auszeichnung und toastete auf ein festes Zusam
menhalten der hiesigen Feuerwehr in der gemeinsamen Sache.
Nachdem abermals einige Piecen von der Kapelle vorgetragen
waren, brachte der Obmann der Klagenfurter freiwilligen Feuerwehr,
Herr Jörgitsch in einer beifällig aufgenommenen Rede, in der er der
nun leider verstorbenen Commandanten, Herren Thurner und Egid
Begger rühmlichst erwähnte und auch dem geschiedenen Oberkomman-
danten 3. Melzer anerkennende Worte spendete, auf die Jubilantin die
25jährige Innsbrucker Feuerwehr im Namen der fremden Kameraden
ein dreimaliges Gut Heil! aus, das donnernd die geschmackvoll deko-
rierte Festhalle durchbrauste.
Den meisten Beifall jedoch erntete Herr Feuerwehrober-Inspektor
Jung aus München, der die Grüße der Baiern, die bei 80 Mann
stark hier vertreten sind, der hiesigen Feuerwehr überbrachte unter dem
Hinweise, daß Einigkeit stark mache, wovon ein Beispiel die hiesige
Feuerwehr sei; aber auch Baiern sei ein solches, denn zur Zeit der
Gründung der Feuerwehren und des Verbandes derselben in Baiern
mußte sie das gleiche Schicksal erdulden wie überall, und jetzt haben
sie sich von 198 auf 4500 Feuerwehren erstreckt, mit einer Armee
von 300.000 Mann. Sein Toast galt der gemeinsamen Sache, die
das Wort Feuerwehr in sich schließt, und rief einen nicht endemvollen-
den Beifallssturm hervor. Auf diese Weise verfloß der erste Fest-
abend, den die Verhältnisse gegen das Programm auf heute verlegt
haben, aufs angenehmste und erst spät suchten die Festgäste, sowie
unsere Feuerwehrmänner und die Veteranen derselben, denen zu Ehren
die heutige Feier veranstaltet war, in der frohesten Stimmung und
befriedigt über das Gebotene ihre Wohnungen auf.
I. Festtag, am 13. August.
Der Frühzug, welcher die Gäste aus Südtirol brachte, hatte
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die bei solchen Anlässen unvermeidliche Verspätung von einer halben
Stunde. Die Feuerwehrmusik war von ihrem Weckruf morgens um
6 Uhr nach dem Bahnhofe gezogen und empfing die Feuerwehren des
Wippthales und von jenseits des Brenners mit einem kräftigen
Marsche. Unter Musik wurden sie zum Festplatze geleitet, von wo
sie sich in die angegebenen Quartiere begaben. Um 8% Uhr zogen
bie Stubaier mit der Musikkapelle von Fulpmes an der Spitze über
Wilten durch die Triumphpforte in Innsbruck ein. Die Feuerwehren
von Oberinnthal und Außerfern, welche sich beim Rößl in der Au"
gesammelt hatten, wurden um 210 Uhr unter Vorantritt der hiesigen
Feuerwehrkapelle und unter Mitwirkung der Musikkapelle von Zirl
durch die Ehrenpforte bei Mariahilf gemeinsam einbegleitet. Ein
Theil dieser Feuerwehren war schon gestern abends eingerückt. Die
Oberhofner kamen heute morgens auf geschmückten Leiterwägen ange-
fahren. Sehr wünschenswerth wäre es gewesen, daß die Maria-
hilferstraße bespritzt worden wäre, damit die Gäste aus Oberinnthal
merkten, daß sie von der Chaussée auf eine städtische Straße ge
kommen.
"
Offizielle Begrüßung und Eröffnung der Ausstellung.
Um 10 Uhr sollte nach dem Programme die Begrüßung der
Festgäste durch den Bürgermeister im Namen von Innsbruck statt-
finden. Das war aber nur akademisch zu nehmen; denn dieselbe
wäre zu dieser Stunde nie möglich gewesen, auch wenn der Morgen-
postzug, der die letzten Feuerwehren zum Feste herbeibrachte, pünktlich
angekommen wäre. Derselbe trifft bekanntlich um 10 Uhr 9 Min.
ein; dann aber hatte er eine halbstündige Verspätung, denn der An-
drang der Fahrgäste war so groß, daß der in Kufstein disponible
Wagenpark der Südhahn nicht ausreichte und baierische Waggons
mitgeführt werden mußten. Die ersten, welche auf dem Margare
thenplatze anrückten, war der Baiern stattliche Schaar, unter den
Fanfaren ihrer Hornisten, dann kamen die anderen Völker alle, die
wir beim Festzuge aufzählen werden, mit lobenswerther Pünktlichkeit.
Die letzten waren die mit dem Bahnzuge eben angekommenen,
in überwiegender Zahl selbstverständlich unterinnthalische Feuerwehren.
Die Feuerwehren nahmen zusammen die zwei Schmal- und die süd-
-
27
liche Langseite des großen Plazzes ein, während hinter dem Ringe,
denn die Ordnungsmannschaft mit rühmenswerther Energie um den
Platz schloß, sich massenhaftes Publikum drängte. Der Gemeinderath
nahm auf den südlichen Stufen des Rudolfbrunnens seine Aufstel-
lung; die Chargierten der Feuerwehren traten vor und der Herr
Bürgermeister hielt folgende Ansprache:
,,Hochgeehrte Gäste! Hochgeschätzte Feuerwehrmänner! Mir ist
die ehrenvolle Aufgabe gegeben, Sie, geehrte Feuerwehrgäste, im Namen
der Stadt Innsbruck auf das beste willkommen zu heißen.
Indem ich mich dieser Aufgabe mit großer Freude unterziehe,
versichere ich Sie, daß die Stadt Innsbruck es sich zur hohen Ehre
gereichen läßt, Sie in ihren Mauern zu beherbergen.
Das Fest, welches Sie mit Ihrer Gegenwart beehren, hat die
Sympathie der ganzen Bevölkerung, weil es von Männern ausgeht
und Männern gilt, welche unermüdlich uneigennützig ihre Zeit und
ihre Kraft dem öffentlichen Wohle gewidmet, welche wiederholt durch
ihre aufopfernde Thätigkeit großen Schaden hintangehalten haben.
Das Fest, das wir heute begehen, ist ein echt bürgerliches, ein echt
deutsches Fest, weil die freiwilligen Feuerwehren in sich alle Schichten
der Bevölkerung vereinen, weil dieselben ihren Ursprung deutschem
Wesen, deutschen Gemeinsinn verdanken, es ist aber auch ein öster-
reichisch ungarisches Fest, weil uns vergönnt ist alle unsere lieben
Brüder aus Desterreich und Ungarn bei uns versammelt zu sehen.
Seien Sie daher versichert Innsbruck ist eine feuerwehrfreundliche
Stadt in deren Mauern Sie sich vollkommen heimisch fühlen dürfen.
Die achtbaren Ideen, welche ihre Berathung zu Tage fördern, werden
an der Stätte ihrer Geburt auch den dankbarsten Boden finden.
Mögen die wenigen Tage, welche Sie in unserer Mitte zu-
bringen in Ihrem Gedächtnisse eine angenehme Erinnerung zurück-
lassen. Und so seien Sie denn herzlichst begrüßt mit schallendem
Gut Heil."
Dieselbe wurde von lautem Beifalle begleitet und weithin er-
schütterte am Schlusse derselben ein dreifaches tausendstimmiges Gut
Heil, in das sich auch „Zivio"-Rufe mischten.
Unter abwechselndem Spiele der hiesigen Feuerwehr und der
braven Zirler Musikbande zogen die Feuerwehren sodann zur
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Ausstellung in der Turnhalle.
Im Ausstellungs-Lokale entwickelte sich sofort ein lebhaftes Ge-
triebe. Zahlreich strömten die Feuerwehrmänner aus und ein. Die
Ausstellung erregte großes Interesse und besonders das Manövriren
mit den Schubleitern, das die Aussteller vornahmen. Während der
Stunde von 11 bis 12 Uhr spielte dort die gutgeschulte Fulpmer
Musikbande.
Die Beschickung der Ausstellung ist überhaupt über Erwarten
zahlreich. Interessant ist die Vergleichung der dort aufgestellten alten
zum Festzuge beſtimmten Fahrspritze aus Lienz, die ihre 200 Jahre
zählen mag, und eine Tragspritze aus Brixen, die auch nicht viel
jünger sein mag, mit dem neuesten Feuerlöschinstrumente, der Dampf-
spritze, die ebendort steht und hoffentlich Innsbruck nicht mehr ver-
lassen wird.
Wie kurz erscheint bei diesem Vergleiche die Zeit vor 200 Jahren,
um diesen Riesenschritt zu machen, während die Menschheit Tausende
von Jahren brauchte, um zu einem so bescheidenen Instrumente zu
gelangen, wie wir es in der Lienzner Sprite sehen. Dieselbe trägt
eine Inschrift, die leider nicht mehr ganz zu lesen ist, deren erste
Zeilen aber fauten:
In der Feuersbrunst
Weis' ich meine Kunst
Und kann mit meinem Regen
Den Aorn der Flammen legen."
"
Noch am Samstag abends herrschte in der Turnhalle ein ameisen-
artiges Treiben, mit dem die zahlreichen zum letzten, Abdrucke ange-
kommenen Ausstellungsobjekte zurecht gerichtet wurden. Da wurden
Kisten ausgepackt, die Gegenstände möglichst malerisch und symmetrisch
aufgestellt, blank geputzt, zur Vervollſtändigung des Kataloges aufge-
zeichnet und die sonst zur Vollendung der Ausstellung nothwendigen
Arbeiten verrichtet. Der Ausstellungs-Katalog zählt 49 Nummern
und scheint uns nicht nur die Schönheit, sondern auch die Vortreff-
lichkeit der Fabrikate hervorragend und die Jury, welche bereits heute
ihre Studien begonnen hat, wird keine leichte Arbeit haben, aus dem
vielen Gnten das beste herauszufinden.
29
-
Wir müssen uns im wesentlichen darauf beschränken, ein Ver-
zeichniß der Aussteller, möglichst nach der Gleichartigkeit der Aus-
stellungsgegenstände zusammengestellt, zu geben.
Feuerlöschsprißen sind ausgestellt von: Kraus u. Comp.
in München und Linz 1 Dampfspritze, kompendiös und elegant
gebaut (im Hofe); die renommierten Firmen Johann Graßmayr
und Georg Lang in Wilten occupieren mi: ihren eleganten Fabri-
katen eine ganze Langseite der Turnhalle. Erstere iſt vertreten durch
eine kleinere und 2 größere Fahrsprizen (die größere Eigenthum der
Feuerwehr Hötting), Krücken- und Buttenspritzen; letztere durch 2
Fahr, 1 größere und 1 kleinere Karrenspritze, 1 Karrenspritze, 1
Wasserzubringer, 1 fahrbaren Zwillings extincteur (System Beyl), 1
Kellerpumpe und 1 Gartensprize. Die auffallend schöne Lackierer-
arbeit an den Feuerlöschspritzen ist vom Lackierer Normann in der
Heiliggeiststraße in Wilten. Dann reihen sich 1 Abprotſpritze von
R. Czermak in Teplitz, 2. Fahr- und 2 Abprotzspritzen von der
bekannten Firma F. Kernreuter in Wien, die auch mehrere Hand-
spritzen ausgestellt hat. Schmid in Absam stellte 1 große Ab-
protzspritze und einen Wasservertheiler aus.
Extincteure und chemische Producte zu Feuerlöschzwecken
nebst dem bereits genannten G. Lang, auch Mallet und Sunt
heimer in Augsburg, Feuerannihilatoren; Konrad Gautsch in
München, verschiedene Zeichnungen von Extincteursystemen und
flammensichere Theater-Dekorationsstoffen und imprägniertem Holz.
Ausrüstungsgegenstände, wie Helme, Waffen, Gurten,
Karabiner, Leinen, Huppen, Signalhörner u. dgl.: J. Köllsch in
Graz; Ed. J. Bittner in Prag, vertreten durch G. Lang in
Wilten; F. Kernreuter in Wien; Herm. Weissenburger,
Metall- und Lackierwaaren-Fabrik in Cannstatt; Anton Frisch,
Spengler in Eger, speziell Laternen und Fackeln; eine große Partie
von Petroleume Fackeln neuer, verbesserter Konstruktion Kölsch in
Graz, welche Firma sich besonders hervorragend an der Ausstellung
betheiligt hat.
Leinen und Gurten: Ant. Haidenthaler, Seiler in
Salzburg; Josef Heim, mechanische Leinenweberei in Telfs;
3. Kößler, Seilerwaaren-Fabrik in Bozen.
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Kytka R., Privatbeamter in Wischau (Mähren), zwei Stück
,,Dach-Dorn-Leitern";
Jörgitsch F., Feuerwehrhauptmann in Klagenfurt, Exercier-
Vorschriften, Rettungsleinen;
Parsch und Sohn, Schlauch- und Gurten - Fabrikant in
Grauzen bei Teplitz, hanfene Schläuche;
leiter;
Beck J., Leinenweberei in Peitomischt, Doppelsegel und Gradl:
Sigmund H., Maschinenbauer in Neutitschein, eine Hacken-
Angebrand J., Seilermeister in Zell, zwei Steigerseile und
eine Gurte;
Feuerwehr Vulpmes, Tableau über Aufstellung für den
Fall eines Brandes;
Rohregger, Spängler in Obermais, Petroleumfackel.
"
C. Gautsch in München hat auch einen eisernen Theater-
vorhang ausgestellt. In der von demselben vorgeführten Collektion
flammensicherer Stoffe wird der Flammenschutz in Theatern in höchst
lehrreicher Weise zur Darstellung gebracht. Wir sehen hier alle Farben
Tarlatane für das Corps du Ballet wie für die mit Recht so ge-
fürchteten Wolkenschleier, ferner Malerleinewand, bemalte und neue.
Eine nachts leuchtende Tafel", wie solche in den Corridoren des
Münchener Hoftheaters angebracht sind, sowie ein auf der entgegen-
gesetzten Seite aufgestelltes Stück eines neu construirten eisernen Vor-
hanges von Kaltenecker und Sohn in München, welcher auf Ver-
anlassung des Herrn Gautsch zur Ausstellung gelangte, vervollständigt
das anschauliche Bild des modernen Theaterschutzwesens in anerkennens-
werter Weise. Von höchstem Interesse ist das von Gautsch ausgestellte
durch ihn bis auf den Kern imprägnirte Holz. Eine Reihe Zeichnungen
von Gautsch erklären Entstehung und Entwicklung der Extinkteure,
was eine für das Feuerwehr-Unterrichtswesen sehr verdienstvolle Ar-
beit iſt.
Der Nachbar des Herrn Gautsch ist die Firma Mallet und
Suntheimer in Augsburg mit von ihnen erfundenem chemischen Lösch-
pulver. Es haben sich Sachverständige sehr begutachtend über dasselbe
ausgesprochen und dürfte eine Löschprobe dessen praktischen Wert un-
zweifelhaft erweisen.
33
-
Bei Zuerkennung der vom H. Handelsministerium zur Verfügung
gestellten Preise: 3 silberne und 6 broncene Medaillen, mußten jene
Grundzüge als leitend angenommen werden, welche mit dem H. Han-
delsministerial - Erlaß vom 18. October 1880 zur Betheiligung mit
Staatspreisen des Handelsministeriums als Norm aufgestellt wurden.
Hiernach sind diese Preise für hervorragende gewerbliche Leistungen
beſtimmt, sollen in erster Linie Firmen des Landes oder des Rayons,
wo die Ausstellung stattfindet, in zweiter Linie auswärtigen Firmen
zugewendet werden. Jeder Aussteller kann Staatspreise des Handels-
ministeriums nur einmal erhalten. Unter Zugrundelegung dieser Ge-
sichtspunkte hat die Jury der Ausstellung für Feuerlösch- und Rettungs-
geräthe, welche aus den Herren: Gratl Anton, Obmann der Aus-
stellung; Hummel Christof, Mitglied der freiwilligen Feuerwehr; Lang
Thomas, Fabrikant; Melzer Josef, ehem. Oberkommandant der freiw.
Feuerwehr; Pfurtscheller Karl, Fabrikant; Plattner Benedikt, Ingenieur
und t. t. Bauadjunkt; Riegl Johann, Gemeinderath, Mitglied der
Löschdirection, besteht, zuerkannt:
1. Silberne Medaillen den Firmen: Georg Lang, Feuer-
löschgeräthe-Fabrik in Wilten; Johann Grasmayr, Sprißenfabrikant
in Wilten; Josef Heim, mechanische Leinenweberei in Telfs. Außer-
bem werden Anerkennungsdiplome ausgestellt mit dem Range
einer silbernen Medaille den Firmen: Hermann Weinhart, Leitern-
Fabrikant in München; Johann Köllsch, Feuerwehrieitern-Etablissement
in Graz; Konrad Gautsch, Hoflieferant in München.
2. Broncene Medaillen den Firmen: Hopffer und Rein-
hart, Telegraphen-Bauanstalt in Innsbruck; Mayer und Reddersen,
Erzeuger chirurgischer Instrumente in Innsbruck; Franz Baur's Söhne,
Schafwollwaren-Fabrik in Innsbruck; Franz Embacher, Wagner in
Kufstein; 3. Beuer, Feuerwehr-Ausrüstungsdepot in Reichenberg.
3. Anerkennungs-Diplome wurden zuerkannt den Firmen
und Vereinen: C. Czermak, Feuerspritzen-Fabrikant in Teplitz; freiwillge
Feuerwehr Vulpmes; freiwillige Feuerwehr Laibach; Frisch Anton,
Spängler in Eger; J. Grohmann und Sohn in Sternberg; Heiden-
thaler Anton, Seiler in Salzburg; Jaffè Moritz, Maschinen Etab-
lissement in Wien; Kernreuter Fr., Sprißen-Fabrikant in Hernals;
Kößler Josef, Seilerwaren-Fabrikant in Bozen; Kraus und Comp.,
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-
Lokomotiv Fabrik in München; Leon'sche Drahtfabrik in Stans;
Mallet und Suntheimer in Augsburg; Müller und Rodner, Bandagen-
Geschäft in München; Weißenburger und Comp., Metall und Lackier-
waren-Fabrik in Canstatt.
Die definitive Einhändigung der Staatspreise erfolgt nach er
wirkter Bestätigung des H. Handelsministeriums.
Der Festzug.
Anastasius Grün hatte wahrhaftig nicht Unrecht, wenn er in
seinem letzten Ritter" sagte: „Wer da will Männer seh'n, geh' in's
Tirolerland!" Unwillkürlich ist uns dieses Dictum des hochberühmten
österreichischen Boeten beigefallen, als wir tausende von strammen Ge-
stalten tüchtiger Feuerwehrleute am heutigen so sehr gelungenen
Fest zuge paradieren sahen. Aber auch aus andern Gauen des schönen
Vaterlandes und sogar von Außen sind sie gekommen, behelmt und
bewehrt, wie sie da stets in Lust und Gefahr untentwegt sind und
sein wollen. Wir glauben, daß ihnen die Landeshauptstand am Inn
bewies, daß dem Feuerwehrwesen im allgemeinen und den hiesigen ins-
besonders lebhafteste Sympathien entgegengebracht werden.
Nachstehend versuchen wir in der kurzen Spanne Zeit, die uns
hiefür erübrigt ist, eine gedrängte Schilderung des imposanten Feſt-
zuges zu liefern. Fünf Männer hoch zu Roß, ihre Thiere
muthig tummelnd, eröffneten den Festzug. Ein berittener Ban
nerträger, zur Seite zwei Herolde, verkündete schon durch sein Er-
scheinen überhaupt, daß es in Innsbruck an der Zeit sei, gemeinnützigem
Wirken verdiente Anerkennung zu zollen. Es fiel angenehm auf, daß
die historische Treue des Costümes gewahrt wurde und zwar nicht bei
iesem Reiter allein, sondern bei allen folgenden Costumegruppen. Die
ihm zur Seite reitenden Herolde, mit den Farben Tirols und Inns-
brucks, die denselben folgenden zwei Fanfarenbläser und zwölf
Turner zu Pferd erwarben sich, wie überhaupt alle am Feſtzuge
betheiligten Persönlichkeiten, aus schönen Händen Blumenspenden und
andere Zeichen freundlichster Anerkennung.
Die historische Darstellung des Feuerwehrwesens
aus alter Innsbrucker Zeit gefiel mit Recht; denn sie war am Plaze.
Wie schön nahm es sich aus, als die vier Kommandanten des
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-
Feuerlöschwesens, wie sie im 16. Jahrhundert laut Anordnung des
Erzherzogs Ferdinand in Innsbruck bestanden, sich zeigten. Wohl kaum
beim Wiener Festzuge dürfte ein Bürgermeister fo stattlich einge-
ritten sein, wie der hiesige gestern, der doch verflossenen Zeitläufen
angehörte. Dieser ohne Frage prächtigen Erscheinung folgte der eben-
falls geschmackvoll costümierte Feuerhauptmann sammt Lieute-
nant in Harnisch und Wehr, mit bürgerlichen Hellebardieren, ganz so,
wie diese Persönlichkeiten früherhin für die Feuersicherheit des Eigen-
thums einzutreten pflegten.
Auch der Stadtrichter von Anno dazumal ließ es sich nicht
nehmen, den Festzug zu illustrieren, und er war glücklicherweise mit
6 bewaffneten Bürgern hinreichend gedeckt. Derselbe dürfte bei der
herrschenden schönen Witterung wohl viel Schweiß vergossen haben,
aber schwerlich so viel, wie Anno dazumal. Die frühere sicherlich an
starken Mängeln leidende Rundwache wurde ebenfalls durch drei
Mann hübsch repräsentiert.
Die alte Ferdinandeische Löschordnung kam insoferne
zur Geltung, als einzelne Bürger mit Handspritzen und anderen Lösch-
requisiten die,,Deputierten" davon vertraten. Als in kulturhistorischer
Hinsicht bemerkenswert sind die nun folgenden Figuren der vor 200
Jahren existierenden Werkleute für das Feuerlöschwesen: Stück
und Glockengießer, Brunnenmacher, Kupferschmiede 2c. 2c., welche eben-
falls in historischen Costümen zu sehen waren, und was Innsbruck vor
allem zu freuen hat, ist wohl die fast ungeahnte zahlreiche Be-
theiligung seitens der in freundlichster Weise von der Stadt be-
grüßten Feuerwehren, theilweise mit Musikbanden, wie wir
sie nachstehend verzeichnen.
Die Innsbrucker Feuerwehr Musikbande eröffnete
diesen zweiten Theil des Zuges. Die Mitglieder des Central-
Comité's, welchen ein halbes Jahr hindurch eine gewiß schwierige
Aufgabe zu Theil geworden, rückten nach und durften das ehrliche
Bewußtsein hegen, auf ihre Leistungen stolz sein zu können.
Und nun kam es stramm schaarenweise daher aus vielen Landen.
Deutschland schloß sich zuerst an die Reihe, repräsentiert von den
Herren Oberinspektor der baierischen Feuerwehren. Ferner sahen wir
vertreten die freiwilligen Feuerwehren von Augsburg, Mittewald, Ro-
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senheim, Traunstein, München, Pasing. Die Schweiz scheint dem
Schwesteralpenlande etwas zu grollen, da sie ihre Anwesenheit nur
durch eine Standarte kundgab. Außerordentlich erfreulich war es, daß
auch unsere Staatsbrüder jenseits der Leitha sich bewogen
fanden, ein so schön costümiertes Kontingent zu entsenden. Wir waren
erbaut, als wir Theilnehmer an diesem herrlichen Feste bemerkten aus
Budapest, Bösing, Preßburg, Hermannstadt, Fiume und Warasdin.
Nach ihnen erblickten wir die Delegierten des österreichi-
schen Feuerwehrverbandes, lauter Namen von Ruf und Klang.
Gleiches gilt von den Delegierten des tirolischen Gauverbandes, welche
die wahrhaft ritterliche Reihe fortsetzten. Alles Männer wie aus Stahl
gegossen, zielbewußt und stets bereit, dem Feuerdämon einen Damm
zu setzen.
Die anderen Provinzen des Kaiserstaates waren ebenfalls recht
gut vertreten und folgten im Festzug, je nach der lokalen Entfernung
und innerhalb dieses Gesichtspunktes, nach alphabetischer Ordnung,
damit ja gewiß keinen nationalen Empfindlichkeiten Raum geschaffen
sei, weil das Fest ja doch nur den Wahrspruche: „Einer für Alle,
Alle für Einen" als Devise trug. Aus Schlesien war Teschen
vertreten; aus Mähren: Auspiz, Brünn, Ung -Brod, Czech, Ung.-
Hradisch, Lundenburg, Nicolsburg, Ostrau, Porlitz, Leelowitz, Straßnitz;
aus Böhmen: Braunau, Brür, Chrudim, Kaaden, Plan, Prachatių,
Ruppersdorf, Reichenberg, Teplitz, Tuschkan; aus Krain: Laibach;
aus Niederösterreich: Baden, Gumpoldskirchen, Gloggnitz, Her-
nals, Jedlersdorf, Laxenburg, Neulerchenfeld, Ober St. Veit, Otta-
fring, Benzing, Simmering, Traiskirchen, Vöslau, Weißenbach, Wiener
Neustadt, Weickersdorf; aus Oberösterreich: Aschbach, Gmunden,
Kremsmünster, St. Florian, Urfahr; aus Steiermark: Bruck a.
d. Mur, Kindberg, Liebenau, Leoben, Steinfeld; aus Kärnten:
Feldkirchen, Klagenfurt, Völkermarkt, Villach; aus Salzburg: Gugl,
Lofer, Mauterndorf, Saalfelden, Salzburg, St. Johann in Pinzgau.
Außerdem noch aus Vorarlberg: Bludenz, Feldkirch und Hohenems.
Aus Tirol selbst: Absam, Auer, Algund, Brixen, Bozen, Bruneck,
Ebbs, Bulpmes mit Musikbande, Gries, Gratsch, Hall, Hötting
mit Musikbande, Innichen, Jenbach, Kirchbichel, Kitzbühel, Klausen,
Landeck, Lienz, Meran, Mals, Mühlbach, Mühlau, Naturns, Nasse-
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reith, Niederdorf, Oberhofen, Pradl, Pettnau, Pfaffenhofen, Ratten-
berg, St. Johann in Tirol, Sterzing, Straß, Silz, Sillian, Schwaz,
mit Musikbande, Telfs, Volders, Wattens, Wilten mit Musikbande,
Welsberg, Wörgl, Zirl mit Musikbande, Zwölfmalgreien bei Bozen,
Zell am Ziller und schließlich Innsbruck in voller Ausrüstung mit
allen Geräthschaften, die wohl beweisen müssen, daß man hier in
Bezug auf Feuerlöschwesen auf der vollen Höhe der Situation steht.
Nur, wie wir abends noch aus dem Munde von auswärtigen Feuer-
wehrmännern erfuhren, wurde von den Gästen sehr vermißt, daß die
Innsbrucker Feuerwehr, welcher nach ihrer Auffassung eigentlich das
Jubelfest am meisten gegolten hat, nicht eine Defiliernng, während
welcher sie die Entwickelung und die Stärke derselben gesehen hätten,
arrangierte, da dies besonders in der Maria-Theresienstraße leicht
möglich gewesen wäre. Aus obigen zahlreichen Listen von Vertre-
tungskörpern freiwilliger Feuerwehren ergibt sich ohne weiteres, daß
unser heutiger erster Feuerwehrfesttag nur ein wundervoll schöner
sein konnte. Wer die dichtgedrängten, augenscheinlich frohgesinnten
Menschenmassen sah, welche in musterhaftester Ordnung einen Fest-
zug an sich vorüberziehen ließen, wie ihn Innsbruck, was wir schon
im Eingange betonten, vielleicht nur selten gesehen und damit sind
frühere Jahrhunderte und das gegenwärtige gemeint
auch begreiflich finden, daß in der Stadt und besonders im Corso
derselben (Maria-Theresienstraße) aus allen Fenstern Sträußchen
flogen und wir bemerkten speciell, daß allein aus dem prachtvoll de-
forierten Schrott'schen Hause vielleicht fünfzig Lorbeerkränze ihr freund-
liches Ziel fanden.
Mit einem Worte, dieser Festzug ist als durch-
- der wird es
aus gelungener und in seiner Art gewiß großartiger in den Annalen
der Landeshauptstadt zu verbüchern und wir gehen kaum fehl, wenn
wir auch den zwei weiteren folgenden Tagen ein gleich glückliches
Schicksal prognoscieren.
- Die Idee zur historischen Abtheilung des
Festzuges, welche auf Grund der von Dr. Waldner aufgefundenen
und der „Denkschrift" mitgetheilten Innsbrucker Feuerordnung vom
Jahre 1642 zusammengestellt wurde und welche allgemein den größten
Beifall und allseitige Anerkennung gefunden hat, wurde vom städti-
schen Bau-Assistenten, Herrn Kreil gegeben, welche dann die beiden
Mitglieder der Tiroler Glasmalerei, die Herren Schwarzenberger und
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Pipit, im Entwurfe der Zeichnungen und Detaillierung der Kostüme
ausführten.
Die Uebung der Innsbrucker Feuerwehr
nach dem Festzuge fand mit anerkennenswerther Präzision statt. Bei
derselben wurde auch das Rettungstuch von Beuer in Reichenberg
exerciert. Trotz des Protestes des Erfinders wurde dasselbe als
Sprungtuch benützt, indem vom 3. Stocke des Spitales Feuerwehr-
männer auf das vom 2. Stockwerke ab ausgebreitete Tuch sprangen,
während es seiner Bestimmung nach ein Rutschtuch ist. Die Folge
davon war, daß das Tuch durch den Stiefelabsatz des zuletzt herab-
springenden Mannes einen Riß erhielt. Nach der Uebung fuhr unter
gellenden Pfiffen in raschem Trabe die Dampfspritze von Kraus und
Comp. in München vor, die im Vereine mit der Schiebleiter von
Herrn Weinhart in München erprobt werden sollte. Die leichte
Handbarbkeit der mächtigen Leiter erregte allgemeines Erstaunen. We-
niger befriedigend fiel die Probe mit der Dampfspriße aus, u. 3. in
Folge eines argen Malheurs. Auf dem Transporte der Maschine
hieher, so wird uns von kompetenter Seite mitgetheilt, ist ein kleiner
Hahn gebrochen und derselbe wurde, da ein solcher hier nicht zu be
kommen war, durch einen einfachen Bolzen ersetzt; dieser war aber
etwas zu lang, drückte daher auf die Platte des Saugraumes, so
daß dieselbe nicht mehr genau schloß und Luft eindringen ließ. Es
wird daher wahrscheinlich heute mit derselben Maschine eine neuer-
liche Probe abgehalten werden. Nach Aeußerungen der Komman
danten von den Feuerwehren von Augsburg und Laibach leiſten die
dort aus derselben Fabrik schon länger in Verwendung stehenden
Dampfspritzen vollständig Befriedigendes. Der Uebung wohnte auch
Herr Oberregierungsrath Klump aus Stuttgart, der Leiter des würt-
tembergischen Feuerwehrwesens bei. Von den Wenigsten des Publi-
kums wird es bemerkt worden sein, daß eben, als die Uebung be-
ginnen sollte, der Thürmer Feuer im Innrain ſignaliſierte.
wurde der erste Zug sofort nach dem angeblichen Brandorte abge-
ordnet, und da zeigte es sich denn, daß der Rauch der Dampfspritze,
die angeheizt worden ist, den Thürmer irregeführt hat.
Es
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Der erste Festabend
auf dem brillant beleuchteten Festplatze gestaltete sich zu einem Volks-
feste im wahrsten Sinne des Wortes. Alle Stände, Tausende von
Personen von weit und breit, waren da in schönster Harmonie ver-
treten, und wer nur irgendwo ein Plätzchen und einen Sitz, war es
auch auf einem Bierfasse und an einem mit ausgehobenen Thüren
und leeren Fässern improvisierten Tische zu erobern vermochte, unter-
hielt sich mit seinem oft ganz landfremden Nachbarn auf das beste.
Allgemein sprach man mit hoher Befriedigung von dem bereits ab-
gelaufenen Theile des Festes vor allem von dem wahrhaft imposanten
Festzuge. Die Musik besorgte zunächst die hiesige Feuerwehrkapelle
und später mit ebensolcher Tüchtigkeit die Kapelle von Fulpmes. Am
lebhaftesten zeigten sich unsere Nachbarn aus Baiern, welche die
Anwesenden auch mit einem Ritt auf einem improviſierten Kameel
überraschten, welcher Zwischenfall mit stürmischem Jubel aufgenommen
wurde. Während des abends kam auch eine Serie von circa 60
Telegrammen, welche aus aller Herren Länder eingelaufen waren, zur
Verlesung, die jedoch von den fröhlichen Festgästen übertönt wurden.
Wir erwähnen hier nur der Glückwunsch-Depesche des eben in Zala-
Egerszeg versammelten 6. ungarischen Feuerwehrtages. Lange nach.
Mitternacht, erst bei grauendem Tage verließen die letzten Gäste den
Festplatz, der wohl noch nie eine so frohbewegte Menge in so von
jedem Zwischenfall ungestörter Weise sich drängen sah. Innsbrucks
Bevölkerung hat an diesem Tage ein glänzendes Bild von Gast-
freundschaft und Disciplin gegeben, sowohl beim Festzug, als auch
auf dem Festplatze.
II. Festtag am 14. August.
Der heutige Tag begann abermals dem Programm gemäß um
6 Uhr früh mit Tagreveille, welche die Schläfer sicherlich aus den
schönen Träumen erweckt hat. Es wurde auch bald lebhaft auf den
Straßen, da die Fremden wie gestern so auch heute die Frühstunden
zur Besichtigung der Stadt und deren nächster Umgebung benützten.
Um 10 Uhr zog die Feuerwehrkapelle mit klingendem Spiel von
Hunderten von Feuerwehrmännern gefolgt, auf die ewig denkwürdige
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-
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Ruhmesstätte tirolischen Heldenmuthes, auf den Berg Iſel zur Be-
sichtigung der Sehenswürdigkeiten.
Aus Aller Mund hörte man
nur einstimmiges Lob über den herrlichsten Punkt in Innsbrucks
Umgebung über das dortige Museum und die schönen Anlagen. Mitt
lerweile fand die
Sigung des II. österreichischen Feuerwehrtages
-
-
im Kongreßsaale unseres Landhauses statt. Herr Dr. Otto Stolz
aus Hall begrüßte die Delegierten im Namen des deutsch-tirolischen
Gauverbandes und hieß die besten der Männer, die aus allen Gauen
unseres großen vielsprachigen Vaterlandes hieher an die äußerste
Hochwarte Desterreichs kamen, um durch ihre Anwesenheit unsern
verhältnißmäßig kleinen Gauverband zu seinem 10jährigen Bestehen
zu ehren, herzlich willkommen. Aber auch den wärmsten Dank der
Freiwilligen Feuerwehr Innsbrucks überbrachte derselbe Redner den
Abgeordneten der österreichischen Gauverbände, die so zahlreich,
nahezu vollständig sich hier eingefunden, um getreu dem Wahl-
spruche,,Einer für Alle, Alle für Einen!" gemeinsam und einmüthig
zum 25jährigen Wiegenfeste einer der ältesten Feuerwehren unseres
Kaiserstaates die Berathungeu zu pflegen, durch die das vaterländische
Feuerlöschwesen abermals mehrere Stufen auf der Leiter zu seiner
Vervollkommnung erklimmen wird. Nachdem Dr. Stolz die Be-
grüßung beendet, wurde zur Konstituirung geschritten. Per acclama-
tionem wurden nun Dr. Stolz zum Vorsitzenden, Dr. Wedl aus
Wiener Neustadt und Herr Rudolf Rohrer aus Brünn zu Stell-
vertretern und die Herren Dr. Figar aus Chrudim und Dr. Kölle
aus Kindberg als Schriftführer gewählt. Nachdem sich die Ver-
sammlung also konstituiert hatte, dankte der Vorsitzende für das ihm
von der Versammlung übertragene Ehrenamt und schritt mit einem
in herzlichen Worten gehaltenen Toast auf Seine Majestät unsern
allergnädigsten Kaiser Franz Josef I. als einen Vater der Feuerwehr
zur Erledigung der Tagesordnung.
Sofort wurde der Entwurf einer Geschäftsordnung für die
österreichischen Feuerwehrtage in Berathung gezogen und derselbe mit
einigen Abänderungen auch angenommen. Die wichtigsten derselben
dürften wohl die sein, daß von nun an jeder Landesverband (Gau-
41-
verband) für je 50 Feuerwehren, 2 Delegierte, darüber hinaus für
je weitere 50 Feuerwehren aber nur immer 1 Delegierten entsendet,
wobei eine Zahl unter 50 für voll angenommen wird. Auch § 5
des Entwurfes wurde dahin abgeändert, daß die auf dem Feuerwehr-
tage zu behandelnden Anträge 2 Monate vor demselben dem geschäfts-
führenden Ausschusse übersendet und in den Fachblättern veröffentlicht
werden müssen; später einlangende Anträge kommen nur dann auf die
Tagesordnung, wenn dies zwei Drittheile der Abgeordneten wünschen.
Die Tagesordnung ist sämmtlichen Verbänden 4 Wochen vor dem
Feuerwehrtage bekannt zu geben.
Zu der Debatte über die Geschäftsordnung stellte gleich am
Beginne derselben Herr Dr. Richter den Antrag, es möge die Ver-
sammlung beschließen, jeder Abgeordnete darf zu einem Punkte nur
zweimal das Wort ergreifen: und der einhelligen Annahme dieses
Antrages ist es zu danken, daß die Berathungen so rasch abgewickelt
werden konnten. An dieser Debatte betheiligten sich noch besonders
die Herren Czermack aus Teplitz und Jörgitsch aus Klagenfurt und
mancher Redestrauß wurde trefflich ausgefochten, ehe die Geschäfts-
ordnung mit den oben angedeuteten Aenderungen ihre Annahme ge-
funden. Der nächste Punkt der Tagesordnung: „Referat über die
Preisausschreibung für das beste und einfachste Spritzen-Prüfungs-
normale" fand dadurch seine Erledigung, daß der Referent, Herr
Rohrer aus Brünn, nach kurzer vorhergegangener Besprechung das
Urtheil des Preisgerichtes verkündete, das dahin lautet: Von den elf
eingelangten Elaboraten wurde keines als für den ersten Preis per
100 fl. würdig befunden; jedoch sind drei Elaborate dennoch als
preiswürdig befunden worden und wird jedes mit dem Preise von je
50 fl. bedacht. Es sind dies die Elaborate Nr. VIII (Motto: Prüfet
alles, das Beste behaltet), Nr. IX (Motto: Und was ich fand, das
gab ich hin) und Nr. XI (Motto: Theorie und Praxis sind nicht
geborene Freunde, sondern natürliche Bundesgenossen). Zugleich wird
auch beschlossen, daß der nächste geschäftsführende Ausschuß eines
dieser drei Elaborate nach vorausgegangener genauer Prüfung als
dasjenige zu bezeichnen haben wird, das in Desterreich allgemein zu
gelten hat. Zu Punkt VI der Tagesordnung: „Antrag auf Erlassung
einer Petition an den Reichsrath und das Ministerium betreffs Ver-
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-
wendung der anzuhoffenden Assekuranzbeiträge för Feuerwehr-Kranken-
kassen", bemerkt der Referent, Abgeordneter Czermack, daß in Betreff
dieser Frage schon viele Petitionen an den Reichsrath abgegangen,
daß sich einzelne Deputierte des Reichsrathes warm der Feuerwehr
in dieser Hinsicht angenommen, daß auch schon im Schoße der Re-
gierung die Assekuranzfrage nach dieser Richtung ventiliert und es sich
heute für die Feuerwehr darum handle, auf welche Weise dieselbe
eine Ingerenz auf die Verwaltung ausüben werde. Redner kommt
dabei auf die Zustände in Böhmen zu sprechen, nach welchen die
Feuerwehr von Seite der politischen Behörde den Pfründnern, in
Bezug auf Unterstützung bei Unglücksfällen, die die freiwillig über-
nommene Pflicht manchesmal im Gefolge hat, gleichgestellt ist. Nach-
dem Redner noch betont, daß von Seite aller Landesverbände dahin
gewirkt werden solle, daß in jedem Kronlande eine ähnliche Unter-
stützung für verunglückte Feuerwehrmänner oder deren Hinterbliebenen
geschaffen werden solle, wie sie das Land Tirol in seiner Feuerpolizei-
Ordnung errungen hat, wird der Antrag auf die Absendung einer
Petition an den Reichsrath und die Regierung angenommen, deren
Petitum ist, daß in jedem Kronlande eine ähnliche Unterstützungskasse
wie in Tirol durch Assekuranzbeiträge geschaffen und bei der Ver-
waltung des Geldes die Feuerwehr eine Ingerenz, selbstverständlich
unter Aufsicht des Landesausschusses, erhalte.
Zum weiteren siebenten Punkte der Tagesordnung: „Berathung
über das Vorgehen der Feuerwehren in Angelegenheit der Steuervor-
schreibung von Feuerwehr Vermögen referiert Abgeordneter Andreas
Bojar und theilt mit, daß schon der Fall vorgekommen ist, daß Feuer-
wehren sowohl an ihrem beweglichen als auch unbeweglichen Vermögen
von der kompetenten Behörde mit der Steuer belegt wurden und stellt
den Antrag, es soll der künftige geschäftsführende Ausschuß eine dies-
bezügliche Petition an das Finanzministerium erlassen, worin um Ab-
stellung dieses im Gesetze nicht begründeten Vorgehens gebeten wird,
welcher Antrag nach längerer Debatte zwischen den Herren: Czermak,
Bojar und Dr. Wedl angenommen wurde.
Gine besonders lebhafte Debatte rief der folgende Punkt der
Tagesordnung hervor: „,,Antrag auf Absendung eines Gesuches an die
Verwaltung der österreichischen Bahnen betreffs kostenfreier Expedirung
43
von Löschtrains und der im angeordneten Dienst befindlichen Mann-
chaften, sowie kostenfreier Aufnahme von Feuerwehr - Melddepeschen
bei Staats- und Bahntelegraphenämtern." Der Referent Abgeordncter
Eduard Hall aus Reichenberg zählt einige Fälle auf, in denen die
Feuerwehr eines Ortes dafür, daß sie ihrem Nachbar in der Stunde
der Gefahr zu Hilfe eilte und hiezu sich der Bahn bediente, noch nahe
an die 100 fl. zahlen mußte. Um diesem vorzubeugen wird nicht nur
obiger Antrag, sondern auch ein zweiter angenommen, daß das Mini-
sterium in dieser Richtung um die Beihilfe und Geltendmachung seines
Einflusses anzugehen sei.
Zu Punkt acht der Tagesordnung: „Antrag auf Erlassung einer
Petition an den Reichsrath um Beschlußfaffung eines Gesetzes, welches
das Verhalten der Feuerwehren gegenüber den Bestimmungen des Ver-
einsgesetzes regelt" referiert Abgeordneter Dr. Hueber aus Graz in
der Weise, daß er in kurzen Worten darthut, wie wenig praktisch es
sei, wenn die Regierung die Feuerwehr als einen Verein betrachtet
und auch im Rahmen des Vereinsgefezes als solchen behandelt; denn
es sei ja schon die Basis, auf der eine Feuerwehr beruhen muß, eine
ganz andere, als die eines Vereines. Nach einer kurzen Debatte wird
der Antrag, wie ihn der Herr Referent vertreten, auch angenommen.
Hierauf wurden die Vorbereitungen für den nächsten dritten österreichi-
schen Feuerwehrtag und somit auch die Geschäfte bis dahin dem nie-
derösterreichischen Landesverbande übertragen und sodann die
Sigung unter vielstimmigem „Gut Heil!" auf die Feuerwehren, die
Abgeordneten aus allen Gauen und auf die gastfreundliche Wirtin
Innsbruck um 122 Uhr vom Vorsitzenden geschlossen, nicht ohne daß
er noch Gelegenheit wahrgenommen hätte, den Abgeordneten für das
einträchtige Zusammenwirken bei den Berathungen, dem allein nur Er-
folge zu verdanken seien, gedankt zu haben.
Sitzung des tirolischen Gauverbandes.
Um 2 Uhr nachmittags versammelten sich die Delegierten der
47 Feuerwehren des deutsch - tirolischen Gauverbandes ebenfalls im
Kongreßsaale des Landhauses zu ihren Berathungen. Gauverbands-
Vorstand Dr. Stolz aus Hall eröffnete die Versammlung, indem er
konstatierte, daß die Versammlung nahezu vollzählig sei, da 37 Feuer-
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wehren hier vertreten seien. Nachdem derselbe in kurzen aber treff-
lichen Worten noch der dreifachen in Innsbruck stattfindenden Festlich-
keiten, insbesondere des 10jährigen Bestandes des Gauverbandes und
deren Bedeutung, gedacht hatte, that er der Errungenschaft Erwähnung,
die der Gauverband die seine nennen kann, nämlich die neue Feuer-
polizeiordnung für Tirol und die damit verbundene Kranken - Unter-
stützungskasse, welch' letztere die bisher bestandene Krankenkasse des
Gauverbandes unnothwendig macht, weshalb sie aufgelassen und das
vorhandene Vermögen derselben an die Verbands-Feuerwehren vertheilt
werden wird. Wie wir dem nun vom Vorsitzenden verlesenen, an den
Umfang und Inhalt einer Festschrift zum X. Delegiertentag grenzen
den Rechenschaftsberichte entnehmen, beträgt das Vermögen der Gau-
verbands-Unterstügungskasse 4086 fl. 34 kr., während es im Jahre
1872 nur aus 232 fl. bestand. Die Mitgliederzahl war in diesen
10 Jahren von 1108 auf 4300 angewachsen.
Uebergehend zur Tagesordnung wird über Antrag des Delegierten
Herrn Ellmenreich aus Meran beschlossen, der Gauverbandsaus-
schuß wird beauftragt, die Regierung um Aufklärung zu ersuchen, was
im §. 24 der neuen Feuerpolizeiordnung unter dem Ausdrucke „, Ge-
meindevorstehung" zu verstehen sei. Dieser Paragraph handelt nämlich
von den Rechten des Feuerwehrhauptmannes auf dem Brandplatze,
und nach alinea 1 steht derselbe unter dem Befehle der Gemeinde-
vorstehung, während nach einer anderen alinea desselben Paragraphen
alles unter dem Befehle des Feuerwehrhauptmannes gestellt erscheint.
Darüber also wünscht der Gauverband Aufschluß. Ferner wird über
Anregung desselben Delegierten das Tragen eines Abzeichens für Feuer-
wehrleute sowohl in als außer Dienst, wie es §. 28 der Feuerwehr-
Ordnung gestattet, als nicht praktisch erkannt und daher auch davon
Abstand genommen.
Hierauf wird der Antrag des Gauverbandsausschusses, daß jenes
Sprißenprüfungsnormale, welches vom geschäftsführenden Ausschusse
des österreichischen Feuerwehrtages als das praktischeste erkannt wird,
auch vom Gauverbande acceptirt werde, ohne Debatte unter allgemeiner
Zustimmung angenommen.
In der Tagesordnung weiter schreitend wurde der Jahresbeitrag
pro 1883 für die Gauverbands-Regiekasse mit 5 kr. per Mann fest-
45-
gesetzt, ebenso auch beschlossen, daß an die durch die Beiträge der
Assekuranz zu gründende Landes Kranken-Unterstützungskasse ebenfalls
ein Beitrag von 5 fr. per Mann und Jahr zu zahlen sei. Hierauf
wird Innsbruck abermals als Vorort für den nächstjährigen Dele-
giertentag bestimmt und die Herren Dr. Stolz als Vorstand, und
Josef Melzer, Baron Graff, Anton Gratt, Franz Mayr, J.
Nußbaumer und Paul Rissinger als Verbandsausschüsse ein-
stimmig gewählt, die auch den Ausschuß für die Kranken-Unterstützungs-
kasse im Vereine mit Herrn Ferdinand Weyrer aus Mühlau bilden.
Nachdem der Antrag des Vorsitzenden, dem scheidenden vieljährigen
Gauverbands-Krankenkasse-Kassier Herrn J. Riegl aus Innsbruck für
seine vieljährige, aufopfernde und ersprießliche Dienstleistung den Dank
des Gausverbands durch Ueberreichung einer Adresse auszudrücken, mit
stürmischen Beifalle angenommen war, dankte Herr Ellmenreich dem
Vorsitzenden für seine Mühewaltungen als Vorstand des Gauverbandes
und brachte ihm ein dreifaches Gut Heil," in das die Anwesenden
freudig einstimmten. Damit war der X. deutsch-tirolische Gauver-
bandstag beendet.
Besuch des Schlosses Ambras. Ausflug auf die Lanserköpfe.
Bergfeuer.
Wie schon in der Nacht unwillkommene Wolkenstreifen den
Sternenhimmel zeitweise neidisch verhüllten, so verdichtete sich im
Laufe des Tages der düstere Nebelschleier immer mehr und mehr und
senkte sich auf die Häupter unserer Bergesriesen, die man wußte
nicht recht, war es höhnisches Grinsen oder stilles Mitleid mit
kläglichem Mienenspiel in den tiefgefurchten Zügen in die Tiefe des
Thales herabschauten, von wo sich der prüfende Blick unserer Fest-
gäste und ihrer Gastfreunde bald hoffnungsvoll bald verzweifelnd zu
ihnen emporhob. Die Mittagszeit war vorüber, aber der Himmel
über uns war nicht freundlicher geworden. Wer da nicht die Loden-
joppe des Feuerwehrmanns trug, der waffnete sich wohlweislich mit
dem Regenschirme oder dem schützenden Mantel., Um die zweite
Stunde des Nachmittags zogen theils über Pradl theils über Wilten
und von da über die Sillbrücke dem Waldessaume entlang zahlreiche
Wahlfahrer zu Fuße und zu Wagen nach dem einen Ziele, dem
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4C
freundlich auf der östlichen Höhe gelegenen Schlosse Ambras hin.
Bald war in Innsbruck kein Wagen mehr zu finden, denn alle waren
von Besuchern dieses Sitzes seltener Kunstschätze in Beschlag ge
nommen.
Ein fröhliches buntes Gewimmel entwickelte sich im geräumigen
Schloßhofe.
Von der durcheinander gewürfelten Schaar der Feuerwehrmänner
und ihrer Begleiter sonderten sich von Zeit zu Zeit geordnete Gruppen
zu ungefähr einem Dutzend und noch mehr ab, welche dann der Reihe
nach die Sammlungen und Sehenswürdigkeiten des Schlosses be-
suchten.
Die zwei großen Waffensäle, der bekannte spanische Saal und
die Kunstschätze im oberen Schlosse waren der Gegenstand sowohl der
Neugierde von den Laien auf dem Gebiete der Kunst und Wissen-
schaft, als auch der forschenden und beurtheilenden Bemerkungen der
Kenner und Fachmänrer.
Nach dem Besuche des Schlosses sollte von da nach dem Pro-
gramme der Aufstieg auf die Lanserköpfe unternommen werden.
Sei
es nun, daß viele von dem Festzuge am Vortage und von dem Herum-
gehen bei Besichtigung der Sammlungen ermüdet waren, oder sei es,
daß die Unlust an dem Wetter in den Nachmittagsstunden zogen
mehrere, wenn auch nicht starke Strichregen über die Gegend hin
die Freude auf den Genuß der Natur auf dem herrlichen Aussichts-
punkte zerstört hatte; Thatsache ist, daß verhältnißmäßig nur wenige
von den Besuchern den Weg durch den Wald nach den Lanserköpfen
einschlugen, die meisten es aber vorzogen, wiede: nach Innsbruck
zurückzukehren.
Auch die Zahl des Publikums, das von der Stadt aus unmit
telbar auf die Lanserköpfe gekommen war, wäre ohne sonderlich große
Mühe zu ermitteln gewesen. Wiederholte Strichregen, das verspätete
Eintreffen des Bierwagens, der auf einem verfehlten Wege im Sumpfe
stecken geblieben war, und die Ahnung, daß bei solchen Umständen da
oben auf der Höhe nichts besonderes, los sein" werde, mag manche
Angekommene wieder veranlaßt haben, alsbald nach der einen oder
anderen Seite der Lanserköpfe wieder abzuschwenken. Es war aber
auch wirklich nichts los.
- 47
Die in diesen Tagen überangestrenge Musikkapelle der hiesigen
Feuerwehr spielte auf der Höhe ein Stück, zerstreute sich dann unter
die Anwesenden und verlor sich allmählig in die Büsche, ohne je wieder
gesehen zu werden.
Nachdem der Bierwagen trotz aller Hindernisse von den vier
vorgespannten kräftigen Gäulen auf die Höhe befördert worden war;
nachdem die Glücklichen, welche schon seit einer Stunde mit dem leeren
Bierkruge in der Hand wartend, auf das „Anzäpfen" sich nach dem
schäumenden Gerstensaft sehnten, endlich auch ihren Durst löschen
konnten, während bei dem Mangel an „Geschirr" die größere Hälfte
lechzend zuschauen konnte; nachdem auch ein erneuter Regenguß die
Gesellschaft für das innere Anfeuchten von außen entsprechend vor-
bereitet hatte, ließ sich auch wieder auf kurze Zeit ein freundlicher
Sonnenstrahl blicken. Dennoch wollte keine eigentliche Feststimmung
unter der Menge zum Durchbruche kommen.
Die Turnerjungen, die sich da oben herumtummelten, und auch
da oder dort zu ihrem speciellen Vergnügen ein „Lagerfeuer" auf-
machten; der Jägersmann, der mit seinem frisch geschossenen Nuß-
häher auf einer Stange für den Augenblick die Aufmerksamkeit der
müßigen Menge auf sich zog, ohne sie bleibend zu fesseln; die impro-
visierte Festfahne mit dem aufgekohlten Münchner Kindlein im grauen
Felde; die Vorkehrungen einiger Feuerwehrmänner zum Fackelzuge
durch Füllung der Petroleumfackeln, alle diese kleinen Episoden ver-
mochten nicht, die theils durcheinander schwärmenden, theils sich la-
gernden Gruppen bei dem Anblicke des trüben Himmels und des im
Oberinnthal und Stubaithal neu sich zusammenziehenden Gewitters
zu einem richtigen Animo zu erwärmen. Erst die Kletterübungen
einiger Turnerjungen an der hohen Signalstange mit ihrer blechernen
Wetterfahne, welche einige derselben unter den ermunternden Zurufen
der Menge auch wiederholt bis zur Spitze erkletterten und dann
wieder mit großer Schnelligkeit und Sicherheit herabrutschten, brachte
ein klein wenig Leben in die Gesellschaft, von der sich aber im Ver-
laufe der paar Stunden nach kurzem Aufenthalte gar manche schon
verabschiedet hatten.
Die bereits stark gelichtete Schaar der allzeit Getreuen bei diesem
Feste ordnete sich schnell, als aus dem Stubaithal das Gewitter
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48-
immer drohender heranzog. Ohne den Eintritt der Dunkelheit abzu-
warten, setzte sich der Zug unter Begleitung der Fackelträger mit
ihren angezündeten Petroleumfackeln in Bewegung. Es war eine noch
immerhin stattliche Doppelreihe, welche sich nun am nördlichen Ab-
hange des Lanserkopfes durch den Wald nach Innsbruck hinab-
schlängelte.
Von Mühlau, Hötting, überhaupt dem gegenüberliegenden Thal-
gelände aus gesehen, nahm es sich prächtig aus, wie der feurige Wurm
bald schneller bald langsamer, bald mehr zusammengedrängt, bald
wieder beträchtlich ausgestreckt, jetzt stückweise durch die Tannen ver-
deckt, durch welche nur einzelne Flämmchen durchblitzten, dann wieder
in seiner ganzen Ausdehnung sichtbar, in vielfachen und seltsamen
Krümmungen sich durchwand. Auf der Höhe des Lanserkopfes war
noch ein kleines Häufleiu von Bewohnern aus dem Dorfe Lans, von
Feuerwehrmännern und ein paar anderen Personen aus Innsbruck
zurückgeblieben, um von diesem Aussichtspunkte aus die Bergfeuer zu
sehen.
Unterdessen vereinigte sich der aus dem Oberinnthal und aus
Stubaithal vorrückende Platzregen unten im Thale und ergoß sich in
Strömen über Innsbruck, während es oben auf der Höhe keineswegs
so stark regnete.
geben
Durch eine hochauflodernde Flamme wurde auf dem Lanserkopfe
ungeachtet des Regens und der vom Winde durch die Felsenschluchten
und um die Berggipfel gejagten größern und kleinern Nebelmaffen
um circa 28 Uhr das Signal zum Anzünden der Bergfeuer ge
Es dauerte einige Zeit, bis sich der Gewittersturm ver-
zogen hatte. Die Schatten der Nacht krochen in unheimlicher Stille
die Höhen hinauf, von wo bald da bald dort, anfänglich schwach und
wie funkelnde Sterne mit seinem röthlichen Feuerscheine nieberblickte.
wieder für einige Zeit verlöschend, ein Bergfeuer nach dem andern
Mit Zagen, daß bei solchem Wetter kein Bergfeuer möglich sei, hatte
man dem Eintritte der Nacht entgegengesehen. Doch die Männer,
welche die Unterhaltung der Bergfeuer zugesichert, waren dem wetter-
wendischen Himmel zu Trotze zum Theile wenigstens auf ihren Posten.
Ganz oben von der Einsenkung neben dem Hafelekohr glänzte ein
Feuer hernieder und vom Westen der Höttingeralpe aus pflanzte sich
49
-
1882
in bedeutender Höhe eine Reihe solcher Lichtpunkte über die Mühlauer
scharte, Kaisersäule und Abhänge des Zunderkopfes fort. Am füd-
lichen Gebirge funkelten in der schwarzen Nacht von der Spitze des
Neunerkopfes und dessen oberstem Theil des Abhanges an der Holz:
grenze, aus den obersten Waldlichtungen des Patscherkofels, von der
Sailespizze, vom Primaskopfe und als südwestlichstem Punkte vom
Aramserjöchte herab ein oder auch mehrere Freudenfeuer. Auch vom
Mittelgebirge bei Götzens, vom Blaſiberge und oberhalb Höttings
und Mühlaus glänzten einige Höhenfeuer, Im ganzen konnten, bei
40 Bergfeuer gesehen werden. Weiherburg, Büchsenhausen, Schloß
Amras erhellten sich wiederholt im bunten Farbenglanze bengalischer
Beleuchtung. So war die großartig projektierte Bergbeleuchtung
durch die Ungunst der Witterung wenn nicht ganz, so doch größten-
theils vereitelt.
Der II. Festabend.
Schon vor 9 Uhr, auf welche Stunde der Beginn des Concertées
der hiesigen Liedertafel im Verein mit der Feuerwehrkapelle angesetzt
war, hatten sich die Festhalle und die daranstoßenden Redoutenlokali-
täten bis auf den letzten Platz gefüllt und boten ein ebenso buntes
und heiteres Bild, wie der Festplatz am Vorabend. Die Vorträge
der Liedertafel fanden stürmischen Applaus und verdienten denselben
auch im vollsten Maße. Manches Gesangsstück kam da capo, z. B.
,Jägerfreuden,"
,, das Feuerwehrlied" von Dr. Leiter, die Nationallieder:,,
,,Wöllt's öpper an Hosenlupf wag'n" mit dem prächtigen Jodler des
Herrn Arnold u. s. w. Der liebenswürdige Verein hat durch diese
Mitwirkung auch seine Sympathien für die Feuerwehr zum Ausdruck
gebracht und es gebürt ihm daher ein kräftiges „Gut Heil!" Diese
Versammlung benügte ein Mitglied der Münchner Feuerwehr, um in
kurzer Rede auf die österreichische Gemütlichkeit, die bei diesem Feste
sich so hervorragend bethäthigte, zu toastieren. Herr Dr. Stolz,
Bürgermeister von Hall, feierte in wohlgelungenen Worten die Thätig=
keit und das Zusammengehen der hiesigen Feuerwehr und der Bürger,
deren gemeinsamem Streben allein die großartigen Erfolge auf dem
Gebiete des Feuerwehrwesens und das schöne Fest zu verdanken seien,
und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Gut Heil auf die
4
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50
-
Feuerwehr und die Bürger der Stadt Innsbruck. An diesem Abend
circulierte auch ein prächtiger aus Zinn ausgeführter Ehrenbecher
den die Feuerwehr von Kufstein der hiesigen zum Geschenke gemacht
hatte.
III. Festtag, am 15. August.
Der heutige dritte Festtag begann wieder mit Tagreveille von
der in diesen Tagen gar sehr in Anspruch genommenen Feuerwehr-
Kapelle. Im Laufe des Vormittags begannen dann im Turnhofe und
auf dem Platze vor und neben der Turnhalle die Uebungen mit den
ausgestellten Geräthen. Am meisten zogen hievon das Publikum die
Versuche mittelst des Löschpulvers "Securita" der Herren Mallet und
Suntheimer in Augsburg und mittelst des imprägnierten Holzes von
Konrad Gautsch in München an. Ein großer mit Petroleum begossener
Holzstoß wurde in Flammen gesetzt und nachdem er 5 Minuten ge-
brannt, mittelst zwei kleinen Handspritzen (Annihilatoren) mit der in
Wasser aufgelösten "Securitas" binnen 3 Secunden und mit etwa
15 Liter der Lösung so gänzlich gelöscht, daß das neuerdings mit
Petroleum übergossene Holz nicht mehr in Brand gesetzt werden konnte,
ein Erfolg, der allgemein überraschte. Den Rest der Lösung stellte
Herr Mallet der Innsbrucker Feuerwehr zur Verfügung. Das Lösch-
pulver ist säure nfrei, macht keinen Niederschlag und die Lösung gefriert
erst bei 20° Kälte. Eine Büchse mit 10 Kilo Pulver zu 100 Liter
Wasser, kostet circa 5 fl., die Annihilatoren 45 bis 125 fl. Herr
Konrad Gautsch hatte zwei mit je 80 Kilo Hobelspänen gefüllte Häuser-
Gerippe, das eine aus weichem, das andere aus ebensolchem aber im-
prägniertem Holze in Brand gesteckt. Das erste brannte in hell-
prasselnder Flamme rasch vollständig nieder, während beim zweiten wohl
die Hobelspäne eine gewaltige Flamme machten, das Gerippe selbst
ober nur ganz langsam und ohne Flamme verkohlte, woraus also leicht
der große Vortheil der Imprägnierung nach Gautsch'schen System zu er-
sehen ist. Den Schluß dieser Abtheilung des heutigen Feſtprogrammes
bildete die sehr befriedigende Probe der Dampfsprite beim Stadtthurm.
Ausflug nach Hall.
Während noch die zur Probe hier in Ausstellung befindliche
51
-
Dampfeuersprite mächtige Strahlen über die Gallerie des Stadt-
thurmes und die Herzog - Friedrichstraße entlang sandte, marschierte
unsere Feuerwehrmusik vom Festplatze weg auf den Bahnhof, wo sich
eine unzählbare Menschenmenge eingefunden, um unser freundnachbar-
liches Hall" zu besuchen. Als der lange Zug in Hall am Bahnhofe
einfuhr, wurde er von den Klängen der trefflichen Salinenkapelle an
der Spitze der Haller Feuerwehr in voller Rüstung empfangen. In
einer unabsehbaren Reihe wurde sofort unter fröhlichen Zurufen der
Einzug unter dem abwechselnden Spiele der beiden Kapellen in das
festlich geschmückte und beflaggte Hall bewerkstelligt bis auf den Douane-
platz, wo der Hochquellbrunnen seinen imposanten Strahl bei 80 Fuß
in die Höhe warf. Dort bildeten die anwesenden Innsbrucker Feuer-
wehrmänner im Vereine mit den aus weiter Ferne herbeigekommenen
Kameraden ein staatliches in seiner bunten Färbung einen hübschen
Anblick gewährendes Spalier, in dessen Grenzen bald die Haller Feuer-
wehr mit ihren Geräthen hineinbrauste und der dicht gedrängt den
großen Platz füllenden Menge eine Schauübung an der südlichen Häuser-
fronte vorführte, die als sehr gelungen bezeichnet werden könnte, wenn
nicht, wie es hieß, infolge der noch unvollendeten Wasserleitung, eine
Abtheilung Steiger etwas länger als nothwendig am Dache auf das
ersehnte Naß hätten warten müssen. Nach beendeter Uebung bewegte
sich der Zug zum „, Sterngarten," der im Augenblick bis auf das letzte
Plätzchen besetzt war. Ein gemütliches Treiben entwickelte sich nun
hier, gehoben und gefördert durch die vielen und schönen Piecen, welche
die Salinen-Kapelle zum Besten gab. Daß der Wirtin es an Gläsern
und Krügen mangelte, genierte die wackern Feuerwehrmänner nicht im
geringsten, denn sie wußten fich durch Häfen, Schüsseln zc. zu behelfen
und gaben sich nur um so mehr der Freude hin, die die herrschende
Feststimmung mit sich führte. Ebenso ging es im Neuwirtsgarten, wo
die Innsbrucker Kapelle, die um 4 Uhr die nach Osten abdampfenden
Feuerwehrgäste an den Bahnhof begleitet hat, ihre lustigen Weisen er-
tönen ließ. Ueberhaupt herrschte ein so fröhliches, gemütliches Leben
in Hall, daß die ältesten Leute versicherten, so angenehm sei es in Hall
seit Menschengedenken nicht gewesen, und was die Hauptsache ist, es
ist nicht die geringste Störung vorgekommen. Die Feststimmung wurde
noch gehoben dadurch, daß bei der nach 4 Uhr vor dem Bärenwirts-
4*
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-
hause und dem Hause des Herrn Schweighofer abgehaltenen Probe
der Hydranten diese Einrichtung ihren bereits bekannten Ruf auch
heute vor den Augen so vieler hundert, ja man kann sagen, beinahe
vor tausend fremden Feuerwehrmännern, glänzend bewährte und vom
Boden weg weit über die Dächer seine mächtigen Strahlen sandte.
Abends mit dem Lokalzuge fuhr die Innsbrucker Feuerwehrkapelle wieder
heim, begleitet von vielen Ausflüglern, deren Mehrzahl jedoch auf die
späteren Züge warten mußte. Vom hiesigen Bahnhofe wurden unter
klingendem Spiele zum Festplatze marschiert, wo sich zum vierten- und
auch letztenmale dasselbe Leben entfaltete, wie an den vorhergehenden
Tagen.
Der letzte Feſtabend.
Gar manche der auswärtigen Feuerwehrmänner hatten sich am
Vortage und im Verlaufe des Tages schon von Innsbruck verab-
schiedet: dennoch blieben genug Gäſte zurück, um den allgemeinen
Abschiedsgruß am Schlusse der dreitägigen Festlichkeit entgegenzu-
nehmen. Des heftigen Regens wegen drängte man sich nach der
Zurückkunft von Hall in den Redoutenlokalieäten selbst zusammen, wo
sich bald ein recht heiteres und ungezwungenes Treiben entwickelte.
Die Musikkapelle der hiesigen Feuerwehr, die seit dem Vorabende des
dreitägigen Festes den Haupttheil der musikalischen Produktionen und
zwar mit Ausnahme am ersten Festtage und zweiten Feſtabend,
größtentheils allein durchführte, erntete an diesem Abende wieder für
jede der exakt und mit Verständniß vorgetragenen Kompositionen den
allgemeinen stürmischeſten Beifall. Viele Feuerwehrgäste drückten dem
Kapellmeister und Tambour Major persönlich ihre volle Befriedigung
und Anerkennung über die Leistungen des Musikkorps aus; aber auch
aus dem Munde der Bewohner Innsbrucks konnte man allseits das
wohlverdiente Lob hören: „Aber die Feuerwehrmusik spielt
jetzt wirklich gut." Sie hat sich diesen guten Ruf durch ihre
Ausdauer und Opferwilligkeit in den letzten Tagen erworben und
darf die Bemerkungen einiger boshaften Neider, denen man nie genug
thun kann, getrost gänzlich ignorieren.
Gegen 11 Uhr gab es einen allgemeinen Umzug. Die Gesell-
schaft verließ der drückenden Hitze halber, die besonders im großen
53
Saale herrschte, die geschlossenen Räume und strömte in den Fest-
pavillon, wo das Abschiedsfest sich noch weit über Mitternacht aus-
dehnte. Da entfesselte sich zum Schlusse auch noch der Redestrom.
Herr Eugen Engl aus München dankte der Bewohnerschaft
von Innsbruck und Wilten nochmals und betonte die guten Bezie-
hungen der beiden Nachbarländer Tirol und Baiern zu einander.
Herr Karl Eberl aus Kaaden in Böhmen sprach über das
Feuerwehrwesen als internationalen Körper, welcher keine Nationalität
kennen soll, ob Böhme oder Deutsch. Herr Gautsch aus München
dankte auch den Innsbruckern für den schönen Empfang und schloß
mit den Worten des Dichters: „Wenn Menschen auseinandergehen,
sagen sie auf Wiedersehen!" Als letzter Redner sprach Herr Hueber
aus Innsbruck als Mitglied des Centralausschusses. Er dankte
für das zahlreiche Erscheinen der auswärtigen Feuerwehrmänner und
sprach die Hoffnung aus, daß sie diese Festzeit nicht vergessen mögen,
welcher Wunsch von stürmischem Beifall begleitet wurde. Noch mancher
kameradschaftliche Händedruck und Bruderkuß wurde gewechselt, bis
sich die Versammlung unter gegenseitigem „Gut Heil!" aufge=
löst hatte.
So ist denn die schöne Zeit des 2. österreichischen Feuerwehr-
tages auch vorüber! Die Gäste haben uns zum Theile schon ver-
lassen oder werden es im Laufe des heutigen Tages thun, eine Flagge
nach der andern wird von den Häusern eingezogen, der Rennplatz
erlangt sein alltägliches Aussehen wieder, der Zimmermann legt seine
Art an die Festhalle, an der er noch vor wenigen Tagen gezimmert hat
und der komplizierte Apparat der Festkomités ruht von seiner ange-
strengten Thätigkeit, die er in diesen Tagen entfallen mußte, aus;
nur ein kleiner Theil wird noch von dem prosaischen Nachtrabe solcher
Feste, von den Festrechnungen, in Athem gehalten werden. Wenn
die finanzielle Seite des Festes so gut vorbedacht war und Soll und
Haben so gut klappt wie alle anderen Geschäfte des Ausschusses, so
verdient die Durchführung des Festes unsere volle Bewunderung;
denn nur der, wer weiß, wie viel Festvorbereitungen kosten, besonders
wenn sie in so großem Maßstabe betrieben werden müssen, wie in
diesem Falle, wie trügerisch sich bei solchen Anlässen auch die sorg-
fältigsten Präliminarien erweisen, und wie oft sich unvorhergesehene
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Ausgaben als recht widerwärtige Kobolde einzufinden pflegen, nur
der wird das Verdienst des Ausschusses voll zu würdigen wissen,
wenn es ohne Defizit abgeht. Doch das ist eine ganz interne An-
gelegenheit; die Hauptsache bleibt, daß das Fest gelungen ist. Die
verantwortungsvollsten Comités, das Wohnungs- und Wirtschafts-
Comité, haben vortrefflich funktioniert, besonders letzteres hat sich
durch die Ausführung der kühnen Idee einer Festhalle, die sich überaus
praktisch erwiesen, und mit dem Nützlichen auch das Schöne verbun-
den hat, denn sie bot an den Abenden voll besetzt und beleuchtet ein
reizendes Bild und durch die Umgestaltung des Rennplatzes vor den
Redoutensälen zu einem Schankgarten, seiner Aufgabe gewachsen ge-
zeigt und Herr Eck, der die Tausende von Gästen dortselbst zu be-
friedigen hatte, hat sich als tüchtiger Wirth bewährt. Auch über das
Wetter-Comité, wenn ein solches wirklich existiert hat, wie die Leute
sagen, war nicht zu klagen, es hat seine Sache für den heurigen
Sommer bis auf den Gußregen am Montag und gestern abends recht
gut gemacht.
Das Fest verlief in vollster Harmonie und die Gäste haben
eine freundliche Erinnerung an unsere Stadt mitgenommen. Zu
dieser Behauptung berechtigen uns nicht nur die freundlichen Abschieds-
worte, welche die Mitglieder der Preßburger Feuerwehr durch Plakate
an den Straßenecken an die Bewohner Innsbruck's richten, sondern
auch manche Aeußerungen, welche wir während des Festes auch von
anderen Gästen zu hören Gelegenheit hatten.
Auch hoffen wir, daß die Verhandlungen des Delegirten- wie
Gautages bleibende und ersprießliche Resultate erzielt haben werden.
Das Fest war auch in mehrfacher Hinsicht ein Vorspiel zum nächſt-
jährigen Schützenfeste: es ist nicht zu viel behauptet, wenn wir sagen,
daß von dem Gelingen dieses Festes zum großen Theile das Gelingen
jenes Unternehmens abhing, und jener baierische Feuerwehrmann hatte
ganz recht, als er die Bemerkung machte, daß dieses Feſt eine gute
Reklame für das II. österreichische Bundesschießen sei. Der Fest-
ausschuß und die Festkomité's haben daher auch in dieser Beziehung
volles Anrecht auf die Anerkennung der Stadt.
Mögen die Herren und besonders der gewesene Feuerwehr-Ober-
kommandant Herr 3. Melzer, auf dem, als Obmann des Feſtaus-
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schusses, die schwere Bürde der Verantwortung für Alles lastete, nun
ausruhen auf ihren wohlverdienten Lorbeeren!"
Anknüpfend an diesen Festbericht geben wir der Vollständigkeit
wegen, nachstehend in gedrängter Kürze die Gebarungsresultate unseres
Festes bekannt.
Die Ausgaben betrugen
6909 fl. 20 fr.
Dieselben wurden gedeckt durch nachstehende Einnahmen:
1. Kassarest der Regie-Kassa am 30. Jänner 1882 2780 fl. 58 fr.
2. Zinsen hievon
40 fl. 55 fr.
1000 fl. — fr.
490 fl.
1272 fl. — fr.
491. fl.fr.
210 fl. 40 fr.
3. Subvention der Stadt Innsbruck.
4. Beiträge der Mitglieder und Gönner
5. Erträgniß der Festkarten
6. Erträgniß der Festzeichen
7. Erträgniß der Tageskarten
c. Ueberschuß von der Ausstellung
— fr.
5 fl. 26 fr.
9. Diverse Einnahmen
171 fl. 60 fr.
10. Vergütung der Theilnehmer am Festzug
264 fl. fr.
183 fl. 81 fr.
Summe
6909 fl. 20 fr.
11. Abgang (gedeckt durch die Commune)
+
Am 9. August Chargenwahl der Steiger des II. Zuges.
Am 21. August Beerdigung des Spritzenmannes Johann Kahr.
Am 23. August Windwache.
Am 31. August nachmittags um 3 Uhr fand auf dem Platze
vor dem Fleischbankgebäude eine Probe mit der Kraus'schen Dampf-
sprize statt, die aber durchaus unbefriedigend ausfiel.
Abends Sigung des Kranken Unterstützungs Kasse - Aus-
schusses.
Am 5. September Wahl des Rottenführer des I. Zuges
zweite Spritze.
Kommandantschaftssitzung.
Am 8. September Beerdigung des Steiger des II. Zuges
Josef Brugg.
Am 15. September Windwache.
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-
56
Am 20. September abends um 7 Uhr entstand in der Selch-
küche im Hause des Schweinmetzgers Hörtnagel am Burggraben Nr. 6
ein Kaminbrand. Der Thurmwächter gab das Feuersignal und die
Feuerwehr war in kürzester Zeit am Platze. Der Brand, welcher
schon früher von den Hausleuten entdeckt und theilweise gelöscht war,
konnte auch sofort vollkommen erstickt werden.
Das t. t. Militär war mit anerkennenswerther Schnelligkeit auf
dem Brandplate erschienen.
Am 24. September fand von unserer Musikkapelle Nachmit-
tags beim Bierwastl und Abends im Redoutensaale je ein Konzert
zu Gunsten der durch Ueberschwemmung Verunglückten in Südtirol
statt, welche ein Reinerträgniß von 102 fl. 83 fr. ergaben.
Am 26. September, abends um 7 Uhr signalisirte der
Thurmwächter ein Landfeuer unterhalb Mils. Die Landfahrspritze
fuhr sofort ab; als dieselbe aber in Hall ankam, war vom dortigen
Pfarrthurme aus kein Feuer mehr zu sehen, und kehrte dieselbe in
Folge dessen wieder zurück.
Nachträglich stellte sich heraus, daß das Haus sammt Dekono-
miegebäude beim „Bfuner" unweit der Kirche St. Michael im Gna-
denwald, gänzlich niederbrannte.
Am 27. September fand im großen Redoutensaale eine außer
ordentliche Generalversammlung statt.
Bei dieser Gelegenheit wurden anläßlich des 25jährigen Stiftungs-
festes an 150 Feuerwehrmänner, welche alle durch eine ununterbro-
chene Reihe von 10 Jahren und darüber dem Feuerwehrkörper an-
gehören, der Dank der Gemeindevertretung in Form von hübsch aus-
gestatteten und vom Herrn Bürgermeister unterzeichneten Diplomen,
ausgesprochen.
Herr Bürgermeister Dr. Falk betheilte nach einer treffenden
Ansprache alle die anwesenden Veteranen des gemeinnützigen Inſti
futes eigenhändig mit dem Diplome und der Oberkommandant Herr
Baron Victor Graff dankte ihm und der Bürgerschaft im Namen der
Feuerwehr für diese Auszeichnung.
Dent offiziellen Theil der Generalversammlung folgte noch eine
gemütliche Abendunterhaltung zu Ehren der ausgezeichneten Feuer-
wehrmänner, zu welcher die Feuerwehr-Musikkapelle durch ihre schönen
57
-
Weisen das meiste beitrug. Erst nach Mitternacht löste sich die
Gesellschaft der Kameraden auf.
Fuchs.
Am 1. October Beerdigung des Ordnungsmannes Johann
Am 2. October Kommandantschaftssitzung.
Am 7. October Windwache.
Am 12. October Windwache.
Am 19. October Sigung des Kranken-Unterſtützungskaffe-Aus-
schusses.
Am 22. October fand unsere Herbſthauptübung statt.
Um 10 Uhr Vormittag sammelten sich die vier Züge bei den
Magazinen und rückten sodann in die Altstadt ab, wo die Uebung
stattfand. Mit Präzision geschah der Angriff auf das projektierte
Brandobjekt, welches der von der Herzog-Friedrichstraße, Stift- und
Riesengasse begränzte Häuserkomplex bildete in der Weise, daß die
beiden ersten Züge von der Herzog-Friedrichstraße, der drifte Zug
von der Stiftgasse und der vierte Zug von der Riesengasse aus ihre
Operationen begannen. Schnell waren die Leitern an den Dächern
aufgestellt und ebenso schnell auch die Steiger auf ihren luftigen
Positionen angelangt und bald auch ergossen sich die von sicherer
Hand geführten Wasserstrahlen über die Dächer. Besonderen Beifall
des dicht gedrängten Publikums erntete eine Steigerabtheilung, die
am Gasthause zur Rose" das neue Rutschtuch exercierten. Bei
dieser Gelegenheit konnte man wahrnehmen, wie vortheilhaft und
praktisch sich dieses Requisit verwerthen läßt, indem außer den Stei-
gern, sich auch andere Leute furchtlos und natürlich auch Knaben mit
besonderer Freude an dem Sport vom vierten Stock auf dem Rutsch-
tuche herunterließen. Den Schluß der Uebung, der auch Seine Excellenz
der Herr Feldzeugmeister Graf Thun, Generalmajor v. Ochsen-
heimer und vor dem Akte der Eröffnung der Staatsgewerbeschule
auch Seine Excellenz der Herr Statthalter, und der Herr Landes-
hauptmann beiwohnten, machte ein Rohrführer, der sich vom vierten
Stocke des Rosenwirthshauses mittelst des sogenannten Selbstretters
an der Leine herunterließ. Nach Schluß der ungefähr halbstündigen
Uebung wurde die Körperschaft einer Inspection durch den Herrn
Vicebürgermeister Anton Schumacher unterzogen, nach welcher die
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-
Truppe von der Musik abgeholt und über den Marktgraben unter
flingendem Spiele in das Hauptmagazin abgeführt wurde, wo eine
kurze Generalversammlung betreffs Gewährung einer Unterſtügung
an zwei kranke Feuerwehrmänner stattfand. Nach Beendigung der=
selben richtete der Oberkommandant Herr Baron Graff einige er-
munternde Dantesworte an die Mannschaft, die sich dann mit einem
fräftigen Gut Heil" trennte.
"
Am 24. October Windwache.
Am 30. October Kommandantschaftssitzung.
Am 14. November Windwache.
Am 16. November Chargenwahl der Steiger des I. Zuges.
Am 18. November abends verfügte sich eine aus 7 Komman-
dantschaftsmitgliedern bestehende Deputation nach Hall, um unserem
verehrten Gauverbands-Vorstand Herrn Dr. Otto Stolz die herz-
lichsten Glückwünsche zu seinem Namensfeste auszudrücken.
Am 19. November betheiligten sich eine Anzahl Feuerwehr-
Mitglieder bei dem über Anregung der Feuerwehrmusik in der St.
Johanneskirche am Innrain abgehaltenen Cäciliengottesdienste. Nach-
mittag um 2 Uhr Beerdigung des Spritzenmannes des III. Zuges
Franz Prantl.
Abends fand die Cäcilien-Unterhaltung der Feuerwehr-Kapelle
beim gold. Löwen unter lebhafter Betheiligung der Feuerwehr-Kame-
raden statt.
Am 20. November Monatsversammlung im Gasthause beim
"Delevo".
Am 4. December Kommandantschaftssitzung.
Am 18. December Monatsversammlung in Bilgers Hölle.
Am 25. December fand am Steighause am Prügelbau eine
Probe mit dem vom Steiger des IV. Zuges Herrn August Kerch
erfundenen Selbstretter eine Probe statt, welche sehr befriedigend
ausfiel.
Statistik.
Nebungen
wurden im Laufe des Jahres 1882 abgehalten:
Vom ganzen Körper:
4 Hauptübungen.
Vom I. Zuge:
4 Zugs-
30 Steiger
18 Spritzen-
16 Schlauch-
Uebungen.
Vom II. Zuge:
7 Zugs
32 Steiger-
18 Spritzen-
16 Schlauch-
Uebungen.
Vom III. Zuge:
5 Zugs-
32 Steiger-
32 Sprizen-
32 Schlauch-
Uebungen.
Vom IV. Zuge:
4 Zugs-
34 Steiger-
Uebungen und
14 Spritzen-
14 Schlauch-
2 Hydranten-Proben.
Seite 32
32/47
Ferner:
1 Vor-
60-
1 Haupt-
Im ganzen daher:
Musterung aller 4 Züge.
316 Uebungen, darunter 14 mit Wasser.
Ueberdies fanden statt:
16 Kommandantschafts-Sitzungen.
4 Kranken-Unterstützungskasse-Ausschuß-Sitzungen.
1 ordentliche Generalversammlung.
3 außerordentliche Generalversammlungen.
14 gewöhnliche Versammlungen.
6 Ausrückungen zu Begräbnissen.
101 Theater Feuerwachen. (Vom 1. Jänner bis 6. Juni.)
22 Windwachen und
15 Feuerwachen bei Bällen, Concerten, Produktionen 2c.
Im abgelaufenen Jahre wurde die Feuerwehr 14mal allarmirt
und zwar 10mal hievon vom Stadtthurm aus.
Darunter waren:
5 Kaminbrände.
3 Landfeuer.
1 Zimmerbrand.
1 Küchenfeuer.
1 Heustadlbrand.
1 Feuer auf einem Baugerüft.
1 Holzhüttenbrand und
1 blinder Feuerlärm.
Uebersicht
Feuerwehr Innsbrucks im Jahr 1882.
Anmerkung.
- 61 -
-
45
5
2
79
1697
TI
203/72 8/130|30|
--16 13 4 1 ---
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14 5-|-|-
---3--
BB
9-39 4117 2 3 9
15 6 2
211
-g-
178
3
127
323
--8 14 3 1 --- 26
1832
13 16 4 1
7--
|-|-|-
66348
44
-- 1-34 48 17 4
-|-|-
5 - -
4444449
5 5-114
a) durch Austritt v. 108
Der Abgang entstand:|
b)
Tod von
9
Ausgeschlossen wurde
Mitgliedern.
Niemand.
8 915 285 196 72 6128 34 1587 ad
Stand mit 31. Dez. 1881 3 1 4 1 1 4 3 2
Stab. . .
1----|-|-
L
I
Abtheilung
Steiger-Rottenführer
Schriftführer
Bugsadjutanten
Geräthemeister
Magazinsverwalter
Technischer Rath
Zugsführer
Oberkommandant
Ehrenmitglieder
Spritzen-
H
Obmannd Ordgemschf.
Schlauchmannschaft
Obmann der
"
2
Cerzte
Summe
Adjutanten
Stellv.
"
Steiger
Pioniere
Einreißer
Sanitätsmänner
Gesammtsumme
Vereinsdiener
Mustk nebst Diener
Ordnungsmänner
Signalisten
Slanchmannschaft
Sprizenmannschaft
über Zuwachs und Abgang des Personalstandes der freiwilligen
Kommandantschaft
"1
.
"II
TIT spvang
Drogsmänner
Summe.
1. Bug
Stab
"Buvda
==
| |
==
[ 1
------
+
Summe
Drogsmanner
Sohin Stand mit
31. Dezember 1882
- |-|-|-
4
1
4
3
21
1
I
4
7
L
Seite 33
33/47
-
62
-
kassawesen.
A. Kranken-Anterstützungs-Kaffe.
Dieselbe wird vom folgenden Ausschusse verwaltet:
Viktor Baron Graff, Vorsitzender.
Hueber Hermann, Kassier.
Landerer Josef, Schriftführer.
Brix Josef,
Dannhauser Wilhelm,
Hackl Josef,
Hohenauer Paul
Ausschuß-Mitglieder.
Jenewein Wilhelm,
Kerber Franz,
Kapital beim Stadtmagistrat
-
63
-
fl. 3000.
Zins ab 18. November 1881 . fl. 167. 50
1 Sparkassebuch Nr. 13006 sammt Zins bis
31. Dezember 1882
1 Sparkassebuch Nr. 9269 sammt Zins bis
31. Dezember 1882
Baarkasse
fl. 3167. 50
fl. 14361. 89
fl. 3811. 26
fl.
84. 91
fl. 23241. 54
Die Erhöhung des Kassebestandes begründet sich durch:
a) Zinsen auf Kapitalien und
Werthpapiere
b) unbehobene Zinsen der Spar-
kassebücher
c) Gaben der P. T. Gönner
fl. 222. 85
fl. 713. 95
fl. 134. -
Riegl Johann,
Seep Johann,
Das Vermögen dieser Kasse hatte am 31. Dezember 1882 die
Höhe von fl. 23.241. 54 erreicht, was im Vergleiche zum Vermögens-
stande vom 31. Dezember 1881 mit fl. 22.678. 55 einen Kassazuwachs
von fl. 562. 99 ergiebt.
Die Kassafonds bestehen aus:
2 Stück 1860er Lose à fl. 100
fl. 200- à fl. 134.
fl.
268.
9. 33
fl.
277. 33
Zins ab 1. November 1881. ft.
2 Stück böhm. Hypothekenbank-Pfand-
briefe à fl. 500 = fl. 1000
à fl. 101
fl. 1010.
Zins ab 1. October 1881 ft. 62. 50
.
2 Stück österr. Hypothekar-Boden-Creditbank
Pfandbriefe à fl. 100= fl. 200-
d) Geschenke und zwar:
Frau Witwe Fischer
Herr Frz. Josef Gatt.
Frau Witwe Pembaur
Hochw. Herr Dekan Kometer
P. T. Dr. Schuster's Erben
Herr Sattler, kaiserl. Rath.
Frau Wittwe Steidle.
P. T. Mar. Neuhauser's Erben
fl. 100.
fl.
25.
fl.
50.
fl.
10.
fl. 100.
fl.
10.
fl.
fl.
50.
50.
111 | 11 ||
-
fl. 395. -
fl. 1465. 80
wovon in Abzug kommen:
fl. 1072. 50
a) Unterstützungen
fl. 858. 93
b) Auslage für Sanitäts-Ab-
theilung
fl.
6. 30
à fl. 98. 90
fl.
197. 80
c) Auslagen für Incasso,
Zins ab 1. October 1882
. fl.
2. 25
fl.
200. 05
Stempel 2c.
fl.
19. 88
1 Stück Innsbrucker Loos
3 Stück österr. Papierrente à fl. 100
fl. 300- à fl. 76. 30 fl.
Zins ab 1. November 1881. fl.
fl.
22. 50
d) Cours-Differenz
fl.
17. 70
fl. 902. 81
fl. 526. 99
228. 90
14. 70
fl.
247. 60
Seite 34
34/47
65
64
B. Regie-Kaffe.
Dieselbe wird vom Zugskommandanten Anton Nußbaumer verwaltet
und weist folgenden Aktivstand nach:
Zum Aktivstand am 31. Dezember 1881 per .
kamen im Jahre 1882 dazu:
1. Die Zinsen hievon per
2. Erträgniß, der Christbaumfeier mit
fl. 2134. 58
fl.
40. 55
fl. 646.
3. Subvention der Stadt Innsbruck zum Feuerwehrfest fl 1000.
4. Deckung des Deficites vom Feuerwehrfest durch die
Commune
5. Beiträge der Mitglieder und Gönner
'fl. 183. 81
fl. 490.
6. Erträgniß der Festkarten, Festzeichen und Tageskarten fl. 1973. 40
7. Ueberschuß von der Ausstellung
8. Vergütung der Theilnehmer am Festzuge
9. Drverse Einnahmen
10. Nachträgliche Einnahme für Festbrochüren
11. Aus dem Präliminare für Spritzenproben
12. An Rückzahlung von der aufgelösten Gauverbands-
Unterstützungskasse
4 Schmid'sche Sprize sammt zugehör,
1 Knaust'sche
7 Schlauchwägen,
"
"
(Landfahrsprize),
1500 Curr.-Meter Schläuche mit Normalgewinde,
3 Buttenspritzen,
1 Extinkteur System Beyl",
5 Hydranten und 1 Aufsatzrohr,
6 vorräthige Strahlrohre,
3 vorräthige Verbindungsgewinde,
1 französischer Schraubenschlüssel,
8 eiserne Schlauchbrücken,
1 Vacuum- und Manu-Meter,
1 Erwärmungs-Spirituslampe,
1 Einreißerfarren mit den dazu gehörigen Requisiten,
3 Steigerkarren,
4 breitheilige Schubleitern,
1 zweitheilige Schubleiter mit Karren,
16 Hackenleitern,
4 Dachleitern,
fl.
5. 26
fl. 264.
fl. 171. 60
fl. ***
6. 64
fl. 200.
fl. 900.
Summe
fl. 8015. 84
2 Spinnen,
Im Laufe des Jahres 1882 wurden verausgabt:
Anläßlich des Feuerwehrfestes
fl. 6909. 20
Verbleibt daher ein Vermögensstand
am 31. Dezember 1882 von
bestehend in einem Sparkassebuch
Nr. 2421 per .
und einem Baarbetrag von
fl. 1106. 64
fl. 900.-
fl 206. 64
Zusammen
fl. 1106. 64
Inventar
der vorhandenen Geräthe, Ausrüstungs - Gegenstände 2c. mit
=
Schluß des Jahres 1882.
1. Geräthschaften.
1 kompletter Feuertelegraf,
2 Metz'sche Spritzen sammt zugehör,
1 Mauerbock sammt Zugehör,
1 Rettungsschlauch,
1 Sprungtuch,
1 Rutschtuch,
1 Selbstretter,
3 Rettungskörbe,
7 Rettungstaschen,
1 Galibert'scher Rauch-Apparat,
3 Sicherheitslaternen,
16 Steigerlaternen,
7 alte Feuerlaternen,
100 Wasserkübel,
1 große Petroleumfackel mit Gestell,
30 Petroleumfackeln,
2 Kommandantschaftslaternen mit Fahne,
4 Zugsstandarten.
5
Seite 35
35/47
449 lodene Durer,
66
II. Ausrüstungsstücke:
453 Helme mit Nackenleder,
148 Beile,
72 Schlauchgewindschlüssel,
76 Nothnägel,
14 Mundschwämme,
84 Leinen,
14 Kommandanten,
85 Steiger-
196 Sprigenmänner-
72 Leder-
Gurten,
14 Riemen für Rohrführer,
22 Huppen,
3 Kartouschen,
2 Kommandanten-Chärpen,
6 Kommandanten-Armbinden,
9 Sanitäts-Armbinden,
1 komplett eingerichtete Apotheke mit einer Tragbahre, Schienen
und Verbandstourniſter.
Ferner die Instrumente zu einer kompleten Musikbanda.
2 große
2 kleine
III. Mobilare.
Geräthekästen,
1 Schlafstätte mit:
8 Strohsäcken,
14 Kotzen,
3 Tische,
18 Stühle,
6 Petroleum-Hängelampen,
1 Vereinsfahne,
IV. Utensilien.
42 Wappenschilder aus Blech,
2 Porträte (Pegger und Thurner),
14 verschiedene Photographien,
4 andere Tafeln,
1 Humpen aus Holz,
1 Humpen aus Zinn,
1 Trinkhorn,
-
67-
1 Schubleitermodell sammt Glassturz,
1 Windwache-Ordnung,
3 Zeitungshälter,
1 Tischglocke,
1 große Tafel mit Grabschleifen,
1 Büste (Jahn).
Der Werth oben angeführter Geräthe- und Ausrüstungs-Gegen-
stände beziffert sich auf circa 20.000 fl. ö. W.
An Feuerwehr-Zeitschriften sind vorhanden:
1. Desterreichische Verbands-Feuerwehr-Zeitung".
11
2. Deutsche Feuerwehr-Zeitung" (Stuttgart).
3. Zeitung für Feuerlöschwesen" (München).
4. Illustrirte Zeitschrift für die deutsche Feuerwehr" von Franz
Gilardone (Hagenau in Elsaß).
5. Feuerwehr-Zeitung" von Wilfort (Wien).
6. „Die Feuerwehr" von Kernreuter (Wien).
7.,,Leitfaden für freiw. Feuerwehren" von Hans Schider (2 Bände).
Am Schlusse unseres Jahresberichtes angelangt sprechen wir noch
allen jenen, welche auf die eine oder andere Weise zur Unterſtützung
und Hebung des Feuerwehrwesens beigetragen haben, sowie sämmtlichen
Feuerwehrkameraden für ihr reges und thätiges Interesse für die gute
Sache unseren wärmsten Dank aus.
Möge unsere schöne Stadt noch recht lange von dem verheerenden
Element verschont bleiben und unser Körper auch in thatenloser Zeit
treu bleiben unserem schönen Wahlspruch:
,,Einer für Alle,
Alle für Einen!"
Gut Heil!
Innsbruck, am 31. Dezember 1882.
Viktor Baron Graff,
Oberkommandant.
Wendelin Hosp,
I. Schriftführer.
5*
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36/47
-
69
Personal - Stand
der
freiwilligen Feuerwehr Innsbrucks
mit 31. Dezember 1882.
Ehrenmitglieder:
Herr Dr. Otto Stolz, Gauverbands-Vorstand und Bürgermeister von
Hall, ernannt am 31. Jänner 1876,
"1
11
"
Dr. Johann Tschurtschenthaler, Sparkasse-Direktor und Alt-
bürgermeister, ernannt am 20. Juni 1877,
Johann Riegl, Handelsmann und Gemeinderath in Innsbruck,
ernannt am 14. Februar 1880,
Josef Melzer, Tapezierer in Innsbruck, ernannt am 31. Jänner
1882.
Löschdirektion:
Herr Bürgermeister Dr. Heinrich Falk.
Gemeinderath Johann Innerhofer.
"
"
Johann Nußbaumer.
"
"
Johann Riegl.
"1
Josef Spörr.
Sanitäts-Abtheilung:
Korpsärzte: Prof. Dr. Ludwig Lantschner.
Dr. Theodor Kölle.
Dr. Franz Greil.
Sanitätsmänner: Birk Johann.
Huber Andrä.
Zugsführer:
Zugsadjutant:
Geräthemeister:
Knapp Georg.
Bitschmann Johann.
Reddersen Julius.
Sprenger Johann.
Urbin Josef.
Walder Felix.
Witting Alois.
B. Bei den Geräthen:
Erster Zug:
Riffinger Paul.
Huter Josef.
Girardi Johann.
Steiger:
Wildling Heinrich.
Dollinger Josef.
Rottenführer:
Sektionsführer.
Meßmer Josef.
Rohrführer:
Engl Sebastian.
Hopffer Albert.
Feuerwehr Oberkommandant Viktor Freiherr von Graff.
Magazinsverwalter Josef Brix.
A. Beim Kommando:
Oberkommandant Viktor Freiherr von Graff.
"
Stellvertreter Franz Mayr.
Teschnischer Rath Josef Mayr.
-Magazinsverwalter Josef Brix.
I. Schriftführer, Adjutant Wendelin Hosp.
II.
"
"
Johann Steiger.
Obmann der Schlauchmannschaft Karl Schöpfer.
Stabssignalist Karl Trager.
Vereinsdiener Johann Peer.
Ladstätter Valentin.
Schmölz Johann.
Steiger:
Ascher Hermann.
Brambach Josef.
Gratl Anton.
Haselsberger Josef.
Hinterwaldner Johann.
Hinterwaldner Josef.
Karbacher Johann.
Kunze Heinrich.
Lindenthaler Leopold.
Seite 37
37/47
70
Martinstetter Josef.
Montagnolli Josef.
Burner Alois.
Burner Ferdinand.
Sektionsführer:
Spritzenmeister:
Spritzenmänner:
-
71
IV. Sektion.
Schranz Wendelin.
Egger Georg.
Furtner Franz.
Reinhardt Paul.
Tenner Gustav.
Stech Franz.
Tschenka Anton.
Urban Wilhelm.
I. Sprite:
Obholzer Anton.
Schlauchmannschaft.
Sektionsführer:
Hoppichler Johann.
Schlauchmänner:
Engelbrecht Josef.
Rottenführer:
I. Sektion.
Spritzenmeister:
Schwaighofer Johann.
Wagner Anton.
Spritzenmänner:
Dietrich Josef.
Klammer Max.
Ortner Heinrich.
Plank Franz.
Sellner Johann.
II. Sektion.
Wallner Karl.
Peer Alvis.
Sektionsführer:
Sprißenmeister:
Sepp Johann.
Spritzenmänner:
Ettel Hugo.
Kliement Heinrich.
Leukermoser Jakob.
Matoschegg Wenz.
Oberhammer Anton.
Rottenführer:
Haraßerer Alois.
Haraßer Anton.
Hebenstreit Anton.
Lechle Josef.
Beri Theodor.
Brugger Anton.
Rossi Salvator.
Salzburger Franz.
Schober Franz.
Vinazzer Anton.
II. Srize.
Arnold Nikolaus.
I. Sektion.
Spritzenmeister:
Landerer Josef.
Rissinger Josef.
Sprißenmänner:
Ferrari Santo.
Skutezky Karl.
Willeit Peter.
Schneider Josef.
Sektionsführer:
Dietrich Franz.
Spritzenmeister:
III. Sektion.
Köllensperger Johann.
Pfötscher Anton.
Spritzenmänner:
Fritz Oswald von.
Kanovsky Ferdinand.
Mairamhof Wilhelm.
Rolfe Karl.
Sektionsführer:
Spritzenmänner:
Sektionsführer:
II. Sektion.
Kölbl Josef.
Kappelmacher Adolf.
Munk Josef.
Neßler Ferdinand.
Ronaz Johann.
Schneider Gustav.
III. Sektion.
Klammer Michael.
Seite 38
38/47
Spritzenmeister:
Spritzenmänner:
72
Girardi Karl.
Kleiner Rudolf von.
Fritz Johann.
Fritz Julius.
Blattner Leopold.
Prager Josef.
Staudacher Josef.
Wollek Franz.
Schlauchmannschaft.
Freiseisen Franz.
Sektionsführer:
Schlauchmänner:
Bauer Julius.
Zugsführer:
Gaggl Johann.
Knoflach Jakob.
Kubin Franz.
Brantl Alois.
Rabeder Josef.
Unterberger Johann.
Weth Johann.
Winkler Alois.
Zweiter Zug:
Kerber Franz.
Hohenauer Paul.
Zugsadjutant:
Huter Anton.
Geräthemeister:
Signalisten:
Kirchhofer Josef.
Mair Josef.
Steiger.
Frank Julius.
Rottenführer:
73
Dollinger Gebhart.
Friedl Franz.
Galleivitsch Alois.
Gorfer Alois.
Gruber Karl.
Gschöser Franz.
Haidegger Johann.
Hamm Roman.
Haueis Heinrich.
Iterheim Leopold.
Kainz Alois.
Koch Ludwig.
Lerch Eduard.
Pollini Johann.
Ramersdorfer Franz.
Rothmüller Karl.
Sattleder Josef.
Vogl Ludwig.
I. Srize:
Kenda Johann.
I. Sektion.
Sektionsführer:
Spritzenmeister:
Schwab Franz.
Dörries Ernst.
Mahr Josef.
Sprizenmänner:
Blattner Josef.
Messera Anton.
Morscher Mathias.
Sattleber Eduard.
Straßer Josef.
II. Sektion.
Morscher Johann.
Dialer Martin.
Rottenführer:
Sektionsführer:
Minatti Bernard.
Defner Alois.
Rohrführer:
Beiler Johann.
Biedner Manertus.
Steiger:
Dirnberger Karl.
Seewald Michael.
Auer Jakob.
Sektionsführer:
Spritzenmeister:
Gogl Vinzenz.
Spritzenmänner:
Föger Sebastian.
Bamberger Franz.
Lenhart Josef.
Seite 39
39/47
Spritzenmänner:
74
Moritz Anton.
Oberdanner Wolfgang.
Steinbacher Josef.
Treu Anton.
III. Sektion.
Steckel Anton.
Mair Felix.
Sektionsführer:
Spritzenmeister:
Sonntag Michael.
Sprizenmänner:
Auer Johann.
Pauli Georg.
Kluibenschädl Johann.
Raffl Mathias.
Speckbachee Josef.
Ziffereind Johann.
IV. Sektion.
Ellero Hyronimus.
Spritzenmänner:
Sektionsführer:
Spritzenmeister:
-
75
-
Friz Josef Sebastian.
Mitterhofer Josef.
Mutter Franz.
Schuster Karl.
II. Sektion.
Schindl Franz.
Ebert Johann.
Horalek Josef.
Spritzenmänner:
Erlacher Balthasar.
Graber Josef.
Sektionsführer:
Spritzenmeister:
Greiderer Josef.
Hagspiel Gustav.
Lindner Christian.
Pircher Wilhelm.
III. Sektion.
Lenz Franz.
Spritzenmeister:
Kirschner Franz.
Kreuzinger Johann.
Spritzenmann:
Mayr Josef.
Sarg Josef.
Schlauchmannschaft.
Spritzenmänner:
Haller Alois.
Sektionsführer:
Schmidt Josef.
Schlauchmänner:
Fritz Franz.
Fritz Richard.
Gehri Vinzenz.
Kern Karl.
Ortner Peter.
Pauli Martin.
Huber Johann.
Kapferer Alois.
Schirmer Josef.
Schlechleitner Anton v.
Schlechleitner Karl.
IV. Sektion.
Sektionsführer:
Hagspiel Wilhelm.
Scharrer Johann.
Spritzenmeister:
Stigger Valentin.
Schmidt Eduard.
Spritzenmänner:
Bruner Josef.
II. Sprize (Landfahrspritze).
Rottenführer:
Kiechl Ferdinand.
I. Sektion.
Sektionsführer:
Singer Josef.
Spritzenmeister:
Neuschmid Magnus.
Rainer Alois.
Spritzenmänner:
Exl Ferdinand.
Sektionsführer:
Delazzer Felix.
Gundolf Anton.
Mair August.
Nezer Franz.
Wisiol Ludwig.
Schlauchmannschaft.
Schindl Eduard.
Seite 40
40/47
-
76.
-
Schlauchmänner:
Agustini Cajetan.
Benatti Alois.
Bickel Josef.
Endres Anton.
Frech Franz.
Häninger Franz.
Hosp Rupert.
Linder Sebastian.
Mayr Karl.
Neunteufel Rudolf.
Perktold Alois.
Dritter Zug:
Sommer Julius.
Wallnöfer Bernard.
Zugsführer:
Zugsadjutant:
Mayr Franz.
Hutter Alois.
Geräthemeister:
Signalisten:
Kastner Johann.
Kuen Jakob.
Sokopf Josef.
Steiger.
Rottenführer:
Spritzenmeister:
Spritzenmänner:
77
Schnaller Ignaz.
Schober Ignaz.
Schos Melchior.
Smely Josef.
Walcher Franz.
Winkler Georg.
-
I. Sprize.
Siegl Christian.
I. Sektion.
Fröch Ferdinand.
Neuner Alois.
Drommeter Franz.
Fröch Max.
Mößner Josef.
Pattis Anton.
Reichmann Wilhelm.
Schlecht Johann.
II. Sektion.
Sektionsführer:
Spritzenmeister:
Rottenführer:
Brantl Anton.
Sprizenmänner:
Sektionsführer:
Huber Albert
Wogritsch Anton.
Rohrführer:
Hußl Alvis.
Irschara Franz.
Jud Anton.
Steiger:
Blazer Ferdinand.
Bergler Josef.
Coradini Anton.
Hußl Anton.
Hupfau Alois.
Jäger Kassian.
Larcher Franz.
Defner Anton.
Sektionsführer:
Spritzenmeister:
Spritzenmänner:
Sokopf Johann.
Reichmann Alois.
Kleisl Josef.
Kühnel Johann.
Liegerer Karl.
Plattner Josef.
Unterberger Johann.
III. Sektion.
Schlecht Jakob.
Peter Heinrich.
Schauer Ferdinand.
Brugger Ludwig.
Heiß Josef.
Huber Alois.
Liegerer Josef.
Prantl Anton.
Schieferer Johann.
Brazeller Anton.
Seite 41
41/47
Spritzenmänner:
-
78
-
IV. Sektion.
Eller Georg.
Ortler Josef.
Spritzenmeister:
79
Hauswirth Johann.
Schueler Anton.
Spritzenmänner.
Bader Josef.
Dietrich Josef.
Binder Anton.
Schlauchmannschaft.
Dietrich Johann.
Sektionsführer:
Schlauchmänner:
Bader Johann.
Fach Johann.
Martha Johann.
Sektionsführer:
Spritzenmeister:
Strele Josef.
Walcher Anton.
II. Sprite:
Wattl Jakob.
Rottenführer:
Mayr Josef.
I. Sektion.
Sprißenmeister:
Spritzenmänner:
Sektionsführer:
Spritzenmeister:
Spritzenmänner:
Sektionsführer:
Schäfer Franz.
Schmidt Anton.
Federspiel Anton.
Kalkschmid Josef.
Mayr Eduard.
Neulichedl Johann.
Neuner Franz.
Schreiner Ingeniun.
II. Sektion.
Trager Wilhelm.
Herrnegger Viktor.
Nagl Alvis.
Bader Johann.
Holzer Johann.
Jäger Alois.
Komarek Franz.
Prager Peter.
Stolz Michael.
III. Sektion.
Gutleben Bartlmä.
Spritzenmänner:
Sektionsführer:
Schlauchmänner:
Sektionsführer:
Einreißer:
Farbmacher Johann.
Schueler Alois.
Suitner Jakob.
IV. Sektion.
Ofer Johann.
Brati Josef.
Hell Franz.
Andern Johann.
Bayer Bernhard.
Einselen Karl.
Krater Josef.
Rainer Ferdinand.
Suitner Karl.
Schlauchmannschaft.
Kirschner Franz.
Hosp Ferdinand.
Koch Alvis.
Marik Heinrich.
Schnaller Karl.
Spielmann Josef.
Steiger Fidel sen.
Steiger Fidel jun.
Suppes Johann.
Einreißer:
Betonitz Gregor.
Daum Ignaz.
Gehri Wilhelm.
Hiller Franz.
Huber Josef.
Kaufmann Anton.
Kircher Jakob.
Seite 42
42/47
80
-
Einreißer:
Kuen Franz.
Mayr Josef.
Mayr Josef.
Spritzenmeister:
81-
I. Sektion.
Maurer Franz.
Prasthofer Ludwig.
Neuner Josef.
Neurz Ferdinand.
Spiegl Alvis.
Spritzenmänner:
Agris Filipp.
Hußl Michael.
Mayer Karl.
Stippler Franz.
Tollinger Josef.
Pioniere.
Pioniere:
Kralinger Andrä.
Sektionsführer:
Mutter Alois.
Spritzenmeister:
Vierter Zug:
Zugsführer:
Nußbaumer Anton.
Spritzenmänner:
Geräthemeister:
Felder Camill.
Signaliſt:
Gruber Lorenz.
Rottenführer:
Steiger.
Zemmer Josef.
Sektionsführer:
Rohrführer:
Diliz Ferdinand.
Norer Johann.
Poßnig Felix.
Seitz Peter.
II. Sektion.
Keller Alois.
Hackl Josef.
Stöckl Johann.
Gstöttner Johann.
Kahr Simon.
Kern Franz.
Lener Alois.
Riedmüller Wendelin.
Tragseil Josef.
III. Sektion.
Schulz Johann.
Sektionsführer:
Müller Alois.
Steiger:
Bernard Wilhelm.
Spritzenmeister:
Müller Franz.
Kriegler Otto.
Told Bartlmä.
Krosina Alois.
Spritzenmänner.
Krünes Georg.
Rottenführer:
Lerch August.
Norer Jakob.
Pötscher Johann.
Plattner Otto.
Rinkenbach Karl.
Trethan Rudolf.
Unterrainer Sebastian.
Wakerle Anton.
Wakerle Heinrich.
Sprizenmannschaft.
Halbeis Anton.
Sektionsführer:
Schlauchmänner:
Gstöttner Ferdinand.
Hug Thomas.
Kämmerer Friedrich.
Schuster Mathias.
Wallburger Jakob.
Wieser Andrä.
Schlauchmannschaft.
Rathgeber Jakob.
Bernard Otto.
Brenn Jakob.
Dengg Josef.
Fröller Vinzenz.
Kunert Wenzl.
6
Seite 43
43/47
Schlauchmänner:
82
Neunhäuser Wenzl.
Schnaller Alois.
Schnaller Johann.
Thaler Alois.
Volkan Johann.
Ordnungsmannschaft:
Weyrer Johann.
Obmannstellvertreter: Reisch Auguſt.
Obmann:
Adjutanten:
Jenewein Anton.
Jenewein Wilhelm.
Ordnungsmänner:
Ascher Albert.
Brucker Johann.
Breitenberg Heinrich v.
Blaas Josef.
Dannhauser Wilhelm.
Darer Josef.
Dialer Gottfried.
Dinkhauser Josef.
Dietrich Franz.
Dinter Josef Dr.
Döttling Ferdinand.
Erhart Gottfried.
Erhart Johann.
Fankhauser Alois.
Fankhauser Felix.
Fink Josef.
Fischler Michael I.
Fischler Michael II.
Flory Anton.
Friedrich Johann.
Gabanna Ignaz.
Galopp Aurelius.
Gasser Josef.
Gatt Josef.
Glätle Johann.
Ordnungsmänner:
83
Golfer Paul.
Götzl Friedrich.
Graber Johann.
Gratl Anton.
Gritsch Josef.
-
Guttmann Ernst.
Gutwenger Alois.
Hackl Franz.
Haller Franz.
Happ Alois.
Hartlieb Josef.
Hechenberger Bernhard.
Hepperger Leopold.
Höfel Josef.
Hollas Josef.
Höpperger Johann.
Hörtnagl Andrä.
Hueber Hermann.
Hummel Filipp.
Hummel Johann.
Hupfau Jakob.
Huter Josef.
Jiranek Franz.
Innerhofer Johann.
Jörg Josef.
Katzung Gustav.
Recht Johann.
Keller Ignaz.
Kempf Josef.
Kerschner Wenzl.
Kircher Josef.
Kleinschmidt Karl.
Klemm Alois.
Köb Josef.
Köchler Johann.
Kolb Friedrich.
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-
Ordnungsmänner:
84
Kolb Romedius.
Konzert Michael.
Kopp Alois.
Lehnherr Benno.
Lener Anton.
Lener Johann.
Lindner Leopold.
Ludwig Silvester.
Löwy Moritz.
Maaß Michael.
Mages Alois.
Maier Josef.
Mair Franz.
Meister Sebastian.
Melzer Josef.
Mendl Karl.
Neurauter Georg.
Nißl Georg.
Oberdimpfler Anton.
Ortner Anton.
Baller Andrä.
Payr Karl.
Pfeiffer Josef.
Birch Wilhelm.
Birchner Alois.
Polli Anton sen.
Ram Johann.
Rederer Fidel.
Riegl Johann.
Rindfleisch Franz.
Riffer Franz.
Ruef Josef.
Salcher Alois.
Salcher Franz.
Samuda Alois.
Schehring Johann.
Ordnungsmänner:
85
Schieſtl Franz.
Schmid Friedrich.
Schöpf Alois.
Schumacher Johann Dr.
Schweigl Jakob.
Simmerle Simon.
Sojer Alois.
Sonkovsky Wenzl.
Souczek Karl.
Spörr Josef.
Stanger Josef.
Stettner Josef.
Tschurtschenthaler Johann Dr.
Ueberbacher Andrä.
Unterberger Stefan.
Verzi Alois Graf.
Virag Johann.
Walpach Anton v.
Wallner Otto.
Weiser Gerson.
Weiß Alois.
Wieser Eduard.
Wieser Johann.
Wilhelm Josef.
Wild Franz.
Witting Alois.
Wuhrer Josef.
Zalud Vinzenz.
Zambra Dominikus.
Zelger Karl.
Zunterer Hermann.
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Kassier:
86
Musik.
Melzer Josef.
Klemm Alois.
Berktold Franz.
Intendant:
Kapellmeister:
Bandaführer:
Schober Franz.
Bandisten:
Arnold Josef.
Bertinger Johann.
Dirnberger Josef.
Einsank Franz v. sen.
Einsank Franz v. jun.
Gebhard Karl.
Greil Josef.
Haas Alois.
Haas Franz.
Höck Josef.
Kaufmann Simon.
Kirchhofer Josef.
Kuhn Jakob.
Mair Johann.
Mutter Johann.
Nagele Josef.
Nagiller Josef.
Ehrenmitglieder
87
-
Busammenstellung.
Kommandantschaft besteht in:
Oberkommandant
Zugsführer.
Technischer Rath
Magazinsverwalter
Geräthemeister
Zugsadjutanten
Schriftführer, Adjutanten
Obmann der Schlauchmannschaft
11
"
Ordnungsmannschaft
-Stellvertreter der Ordnungsmannschaft
Adjutanten der Ordnungsmannschaft
Steiger-Rottenführer
Spritzen-Rottenführer
Diener:
Nezer Anton.
4
1
1
4
3
2
1
1
2
4
4
Summe
32
Aerzte
Sanitätsmänner
Steiger
Einreißer
Spritzenmänner
3
9
85
15
. 196
Schlauchmänner
72
2
6
128
Musik
Musikdiener
33
1
Vereinsdiener
1
Gesammtzahl der Mitglieder
587
Neururer Johann.
Oberleitner Georg.
Ostermünchner Josef.
Schneider Georg.
Sokopf Josef.
Stockhammer Georg.
Thaler Alois.
Todtenmoser Bernhard.
Trager Karl.
Treu Anton.
Untereichner Franz.
Wieser Heinrich.
Wörndle Johann.
Kern Karl.
Pioniere
Signalisten
Ordnungsmänner
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2
-
88 -
Verzeichnik
der P. T. ständigen Herren Gönner.
Adam Karl, Altbürgermeister.
Auer Josef, Banquier.
Appeller Kasimir, Handelsmann,
Beck Karl, Agent.
Bereiter G., Dr. Med.
Bickel Adam, Schneidermeister.
Brugger Josef, Hausbesitzer.
Delago Alois, Agent.
Duregger Ludwig, Dr. Advokat.
Ennemoser Josef, Gastwirt und Hausbesitzer.
Felderer Karl, Dr. Advokat.
Flunger Josef, Hotelier.
Gatt Franz Josef, Handelsmann.
Grubhofer Norbert, Graveur.
Hammer Anton, Dr. Advokat.
Hauser Josef, Hausbesizer.
Hechenblaickner Bartlmä, Hausbesitzer und Gemeinderath.
Hinterlohner Christian, Hausbesitzer.
Hibler Gedeon v., Handelsmann.
Hohenauer Anton, Hausbesitzer.
Kapferer Martin, Handelsmann.
Kirchebner Andrä, Hausbesitzer.
Köck Anton, Dr. Advokat.
Kofler Franz, Conditor.
Malfatti Alois, Handelsmann.
Malfatti Franz, Hausbesitzer.
Möslein Martin, Tischlermeister.
Mörz Friedrich, Dr. Advokat.
Mutschlechner Georg, Fabrikant.
Nairz Franz, Hotelier.
Neuhauser Alois, Hausbesitzer.
Norer Jakob, Baumeister.
Oberer Michael, Hausbesitzer.
Onestinghel Cäsar, Dr. Advokat.
Ortlieb Leopold, Hausbesitzer.
Ortner Josef, Gastwirt.
Ottenthal Fr. v., Landrath.
Preyer Josef, Handelsmann.
Busch Anton, Dr. Advokat.
89 -
Butzenbacher Josef, Handelsmann.
Rapp Franz, Ritter v., Dr. Landeshauptmann.
Reiß Simon, Handelsmann.
Riedl Josef, Handelsmann.
Schaufler Ludwig, Hausbesitzer.
Schiestl Josef, Dr. Advokat.
Schöpfer Anton, t. k. Hofapotheker.
Schröder Anton, Dr. Advokat.
Schullern Anton, Ritter v., f. k. Bezirksschul-Inspektor.
Schumacher Anton, Vicebürgermeister.
Schuster Otto, Dr. Advokat.
Schuster Josef, Dr. Advokaturs-Concipient.
Singer Alois, Hausbesitzer.
Stern Julius, Kaufmann.
Stocker Konrad, Handelsmann.
Stumreich, Dr. Med.
Tiefenthaler Franz, Hausbesitzer.
Tschoner Ferdinand, Handelsmann.
Tschurtschenthaler Johann, Dr. Sparkasse-Director.
Tschurtschenthaler Martin, Handelsmann.
Unterberger Andrä, Hotelier.
Vorhauser Johann, Ritter v., t. k. Hofrath.
Wackernell Josef, Dr. Advokat.
Walde Karl, Hausbesitzer.
Walde Peter, Dr. Advokat.
Weyrer's Söhne, Fabriksbesitzer.
Zelger Karl, Handelsmann.
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