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XII. Jahres Beridit
der
Freiwilligen Feuerwehr
in
Innsbruck
für das 29. Vereinsjahr 1886.
Im Selbstverlage der freiwilligen Feuerwehr.
Wagner'sche Univ.-Buchdruckerei in Innsbruck.
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XII. Jahres Bericht
=
der
Freiwilligen Feuerwehr
in
Innsbruck
für das 29. Vereinsjahr 1886.
Im Selbstverlage der freiwilligen Feuerwehr.
Wagner'sche Univ.-Buchdruckerei in Innsbruck.
BERUFSFEUERWEHR IBK
CESCHENK 2003
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Nur eine kurze Spanne Zeit scheint es und doch ist es schon
ein Jahr, wo wir uns zu unserem Berichte zusammenfanden und
Rückschau von Decennien abhielten, in welchen sich noch unser Feuer-
wehrkörper eines ganz anderen Daseins erfreute und eine der ersten
Stellen im bürgerlichen Elemente einnahm, die er mit Fug und
Recht als die seine betrachten soll.
Leider mußten wir einen riesigen Rückschritt konstatiren und
gaben uns Mühe die Mittel und Wege zu bestimmen, die Ursachen
zu erforschen, Jene zu hemmen und die Feuerwehr einem kräftigen
Vorwärts wieder entgegenzuführen.
Daß uns dies nicht so schnell gelingen soll, indem der Feuer-
wehrkörper mit viel bedächtigeren Schritten seiner Genesung entgegen=
geht, als er einst seinem Verderben zueilte, beweist uns der heutige
Stand, der sich trotz sehr fleißiger Leitung nicht wesentlich besserte,
ja sogar von manchen, von denen man mehr zu erwarten berechtiget
gewesen wäre, bedroht und geschädiget wurde.
Keinen Namen wollen wir nennen, jeder kennt diese guten
Freunde und möchten nur den einen Wunsch aussprechen, daß die
Zukunft ihnen eine bessere Ueberzeugung beibringen möge, damit sie
ihr Unrecht einsehen, und einem so humanen Institute nicht hin-
dernd in den Weg treten.
Und trotz alledem, wenn wir in unseren Reihen Umschau halten,
so finden wir manch' alten Bekannten, der das Wohl und Wehe
unseres Institutes mitgemacht, stets treu seinen Principien blieb
und sich nicht von Stänkern bethören ließ, sich von seinem Ideale,
von seinem Freunde zu trennen und seinem gegebenen Worte untreu
zu werden.
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Darum liebe Kameraden, die Hand auf's Herz, laßt alle Vor-
urtheile fallen und bleibt einem Körper treu, der die uneigennützigsten
Grundsäge auf seinen Schild geschrieben, setzt Eure besten Kräfte
ein und Ihr werdet sehen, daß trotz Tadler und Feinde Eure Auf-
gabe dem Nächsten in der größten Noth wirksam geholfen zu haben,
mit dem schönsten Lohne gekrönt sein wird, und freuen wir uns,
die richtige Erkenntniß der gestellten Aufgabe zu besitzen und nicht
mit Vorurtheilen zu nergeln, denen so viele Sterbliche unter-
worfen sind.
Und bevor wir zu unserem Berichte schreiten, wollen wir der
wesentlichen Abänderungen resp. Verbesserungen gedenken, die in
erster Linie die neue Telephon-Einrichtung betrifft, welche die Allar-
mirung und gegenseitige Verständigung in geradezu überraschend
schneller Weise bewerkstelliget.
Jeder, der Gelegenheit gehabt hat, diese Einrichtung kennen zu
lernen, muß die Ueberzeugung mit sich nehmen, daß ein solches
Werk epochemachend sein wird, zumal, wenn die noch sich zeigenden
Mängel beseitiget werden und die Vermehrung von Sprechstationen
erfolgt.
Die Signalstationen blieben dieselben, nur sind noch zwei neue
zu verzeichnen, am Bahnhof und in der Sparkasse, welch' letztere sich
als edle Spenderin von 1000 fl. zur neuen Einrichtung des Telephons
dokumentirte, wofür wir ihr unseren besten Dank ausdrücken und
zugleich den Wunsch aussprechen, sie möge ihre milde Hand öfters
diesem Körper öffnen, damit er in die Lage komme, das noch Fehlende
zum Besten Aller zu ergänzen.
In zweiter Linie und nicht weniger wichtig sind die Uebungen
der Commandantschaft im Vereine mit dem erweiterten Ausschuß
zur Lösung taktischer Aufgaben, welche auf Anregung des Zug-
führers Alois Epp in's Leben gerufen wurden und allgemeiner
Anerkennung sich erfreuen.
Es sind dies Uebungen, die ohne Requisiten und nur mit der
nöthigsten Mannschaft zur Markirung derselben an Ort und Stelle
vorgenommen werden, wobei der Leiter die jeweilige Aufstellung
bestimmt und worüber sich dann zum Schlusse Jeder seiner Meinung
entledigen kann.
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Daß dies äußerst nüßlich und lehrreich sein muß, indem man
so successive den ganzen Stadtdistrikt und dessen Kanalisirung praktisch
durchnimmt und kennen lernt, wird außer allem Zweifel liegen
und können wir nur voll des Dankes sein, daß der Zugführer Alois
Epp dieß angeregt und eingeführt hat.
Zugleich gelte unser Dank auch dem Oberkommandanten
Baron Graff, der mit richtiger Erkenntniß und mit aller Energie
diesen gelegten Keim pflegte und ihn schon jetzt zu einer schön ent-
wickelten Pflanze großzog
und endlich auch der Kommandant-
schaft und dem erweiterten Ausschusse, die ihm als eifrige Helfer
zur Seite standen.
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Aus all diesen Faktoren erkennen wir, daß die Kommandant-
schaft die Hände nicht müßig in den Schooß gelegt, sondern in
Beziehung auf Feuerwehr und deren Requisiten sich zu vervoll-
kommnen bestrebt war; denn nur den Anregungen derselben verdanken
wir es, daß unsere Stadt heute mit der neuesten Einrichtung, mit
dem Telephon versehen ist.
Und endlich wollen wir uns nochmals das vergangene Jahr
in's Gedächtniß rufen und kurze Zeit der nachfolgenden Darstellung
unsere Aufmerksamkeit widmen.
Am 9. Jänner Kommandantſchaftssitzung, in welcher die Tages-
ordnung der außerordentlichen Generalversammlung festgestellt und
der Entwurf zum Jahresberichte verlesen wurde.
Am 16. Jänner. Außerordentliche Generalversammlung im
"goldenen Löwen". Nach Genehmigung des Protokolls der General-
versammlung vom 31. August 1885 wurden die 3 Brände in der
Innstraße, hauptsächlich aber der letzte Brand im Petroleummagazin
des Herrn Josef Epp besprochen, die dort gemachten Erfahrungen
unter anderem, daß dem Petroleum auch mit Wasser beizukommen
sei, ohne daß dasselbe explodirt, erwähnt, wie auch alle sonstigen
Beobachtungen erörtert. Wegen vorgerückter Zeit wurde die Ge-
nehmigung der Statuten auf die nächste ordentliche Generalver-
sammlung verschoben.
Am 17. Jänner Abends 10 Uhr signalisirte der Thürmer
Feuer jenseits des Inn.
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Es wurde im ehemals Caputta'schen, jetzt Dr. Hammer'schen
Hause in der Innstraße eine Riegelwand durch ein Ofenrohr in
Brand gesetzt.
Um so gefährlicher war die Situation, indem das Dach, un-
mittelbar verbunden mit der Riegelwand, bereits zu glimmen an
fieng, zudem bei herrschender Kälte die Wasserbeschaffung große
Schwierigkeit bot. Um Mitternacht war jedoch jede Gefahr be-
seitiget.
Am 23. Jänner Sigung für Gauverbands-Krankenunterstützung.
Am 24. Jänner Kaminbrand in St. Nikolaus Nr. 23 halb
7 Uhr Abends.
Am 28. Jänner Kommandantschaftssitzung, in welcher die neu
zu errichtende Telegraphenleitung nach Induktionssystem besprochen
und mit praktischen Beispielen (Verbindung des Feuerwehrlokales
mit der Wohnung des Oberkommandanten) erläutert und bestimmt
wurde, nach diesem System eine solche herstellen zu lassen sowie um
einen Beitrag von der Sparkasse einzukommen.
Ferners wurde die Tagesordnung für die am 20. d. M. ab-
zuhaltende Generalversammlung festgesetzt und das statutenwidrige
Austreten der Steiger des II. Zuges einer mißbilligenden Diskussion
unterzogen.
Am 17. Februar Kommandantschaftssigung. Hauptgegenstand
war die nachfolgende Tagesordnung der kommenden Generalver-
sammlung und die sogenannte Laternenfrage, deren Lösung dem
erweiterten Ausschusse mit folgenden Vorschlägen überlassen wurde:
1. Es sind von den 18 Laternen je 2 bei jeder der 7 Spritzen
sicher zu verwahren, von den übrigen 4 sind je 1 jedem Steiger-
rottenführer zu übergeben. Die Laternen tragen die Zugsfarben.
Tagesordnung der Generalversammlung vom 20. Februar:
Bericht des Oberkommandanten.
I. Schriftführers.
Kassiers der Unterstützungskasse.
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Regiekasse.
Wahl des Unterstüßungskasse-Ausschusses.
Genehmigung des Statutenentwurfes für die Unterstützungskasse.
Anträge der Mitglieder und Verschiedenes.
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Weiters wurden die Herren Oberkommandant Baron Graff,
Zugsführer Epp und Kerber als Vertreter gewählt, um das An-
liegen der neuen Telephonleitung und die hiezu nöthige materielle
Hilfe der löbl. Sparkassedirektion zu unterbreiten und zu ersuchen,
ausgiebige Hilfe zu gewähren.
Am 18. Februar erweiterte Ausschußſißung.
Nachdem vorstehende Tagesordnung der kommenden General-
versammlung bekannt gegeben, bringt der Oberkommandant einen
kurzen Ueberblick über seinen dort zu erstattenden Thätigkeitsbericht.
Zugführer Ant. Nußbaumer macht den Vorschlag, die Beiträge
der Gönner statt der Unterstüßungskasse der Regiekasse zuzuwenden
und weiters 150 fl. aus dem jährlichen Zinsenüberschusse der Unter-
stügungskasse für nicht statutenmäßige Unterstützungen, die bisher
die Regiekasse zu bestreiten hatte, zu reſerviren.
Nach längerer Debatte wurde eine diesbezügliche Zusatzbestim-
mung zu § 5 der Unterstützungskasse-Statuten genehmiget, worauf
der Oberkommandant die schon früher von der Kommandantschaft
angeführten Vorschläge über die Laternenfrage zur Berathung vor-
legt und beauftragt wird, dieselben einer von ihm ad hoc einzu-
berufenden Enquete zur Prüfung und Antragstellung zu überweisen.
Am 20. Februar Abends 8 Uhr Generalversammlung in den
Restaurationslokalitäten des Hofgartens unter dem Vorsitze des
Oberkommandanten Viktor Baron Graff.
Nachdem die vorher schon erwähnte Tagesordnung bekannt
gemacht, stellt der Oberkommandant den Herrn Bürgermeister
Dr. Falk, sowie die anwesenden Gemeinderäthe der Versammlung
vor, heißt alle herzlich willkommen und gibt hierauf einen kurzen
Bericht über die Thätigkeit der Kommandantschaft und des erwei-
terten Ausschusses, welch' erstere in 7 und letzterer in 3 Sigungen
den geschäftlichen Theil der Obliegenheiten erledigte. Er dankt den
Feuerwehrkameraden für ihr fleißiges Erscheinen bei den Uebungen
als auch für ihre thatkräftige und wackere Haltung bei den letzten
2 Bränden, dankt ferners dem Herrn Bürgermeister und dem Ge-
meinderathe, wie auch der Löschdirektion, sämmtlichen Gönnern der
Feuerwehr für ihr opferwilliges Mitwirken, für die pekuniäre und
moralische Unterſtüßung, endlich der Kommandantschaft und dem
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erweiterten Ausschusse für die Ermöglichung der Lösung seiner ge-
stellten Aufgabe.
Hierauf wurde die Einleitung des Jahresberichtes vom I. Schrift-
warte verlesen. Der Zugführer Ant. Nußbaumer erstattete Bericht
über den Stand der Regiekasse, der sich auf 1001 fl. 14 kr. beläuft,
sowie auch in Abwesenheit des Kassiers der Unterstützungskasse
Herm. Hueber über deren Stand, der die anständige Summe von
29.042 fl. 47 kr. ausweist.
Nach Ertheilung des Absolutoriums fand die Wahl des Unter-
stüßungskasse Ausschusses statt, in den folgende Herren gewählt
wurden: Die Zugführer Paul Rissinger, Franz Kerber, Alois Epp,
der Obmann der Ordnungsmannschaft Jos. Jörg und der Spritzen-
mann Alois Keller und aus dem Plenum der Kassier Herm. Hueber,
Magazinsverwalter Jos. Brix, Joh. Kastner und Ferd. Kiecht.
Herm. Hueber wurde neuerdings per Acclamation als Unter-
stüßungskasse-Kassier einstimmig designirt.
Der Antrag der Kommandantschaft und des erweiterten Aus-
schusses: "Es sei von nun an, um die Regiekasse, der heuer in
Folge Ausfalles des Christbaumes 2c. keine Einnahmen zufließen, nicht
zu Grunde gehen zu lassen, der Beitrag der P. T. ständigen Herren
Gönner zur Deckung der Auslagen für die Beerdigungen von Feuer-
wehrkameraden zu verwenden, statt denselben der Unterstützungskasse
einzuverleiben" wurde angenommen und nach einigen internen
Erledigungen gedachte der Vorsitzende in pietätvoller Weise der im
Laufe des Jahres verstorbenen Kameraden, und die Versammlung
erhob sich zum Zeichen der Theilnahme von den Sitzen.
Zum Schlusse spricht noch Herr Bürgermeister Dr. Falt, belobt
die bei den letzten Bränden erprobte Tüchtigkeit, dankt dem Gemeinde-
rathe und den Bewohnern Innsbrucks und knüpft daran die zuver-
sichtliche Erwartung, daß die Feuerwehrkameraden auch in Zukunft
festhalten an ihren so schönen, auf der reinsten Nächstenliebe ba=
sirten Prinzipien zum Wohle der Stadt Innsbruck und deren Be-
wohner und nicht durch kleinliche Nergeleien den Samen der Zwie-
tracht in dieser wackern Körperschaft ausstreuen lassen; er ersucht,
wacker und einträchtig zusammenzuhalten im Namen der guten Sache,
die durch die freiwillige Feuerwehr vertreten wird, indem von ihr
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Leben und Sicherheit der Mitbewohner unserer Stadt bei Feuers-
gefahr abhänge und auf das hin leere er mit einem „Gut Heil"
auf die freiwillige Feuerwehr sein Glas. Dieser Toast des Herrn
Bürgermeisters fand freudig dreifache Erwiederung seitens sämmtlicher
Anwesenden.
Am 1. März Ausschußsizung für die Unterstützungskasse.
Am 6. März Beerdigung des Ordnungsmannes Joh. Köchler,
Bäckermeister.
Am 17. März Kommandantschaftssitzung. In derselben wurde
hauptsächlich die neu zu errichtende Telephonleitung besprochen.
Der Oberkommandant berichtet, daß die Deputation, welche sich in
dieser Angelegenheit punkto Geldbeschaffung zu einigen Vertretern
der Sparkassedirektion begeben hatte, ein günstiges Resultat erzielt
habe, indem sie die Zusicherung erhielt, daß die genannte Direktion
1000 fl. zu diesem Zwecke votiren werde, mit der Bedingung, daß
die Sparkasse eine Sprechstation erhalte. Auch die Südbahn trat
in Verbindung, jedoch muß selbe ihren Apparat selbst aufstellen
und einhalten. Es wären sonach 11 Signalstationen.
Am 22. März Brand eines Holzganges in der Universitäts-
straße Nr. 18 3. Stock, der jedoch schnell gelöscht wurde.
Am 2. April Kaminbrand um 634 Uhr Abends Anichstraße
Nr. 6.
Am 19. April Kommandantschaftssitzung. Der Vorsitzende
erwähnt den Kostenvoranschlag der Telephonleitung, der sich auf
1200 fl. beläuft, worauf die Frühjahrsmusterung besprochen und
beschlossen wird, dieselbe zugsweise und zwar am 28. April für den
I., 29. April für den II., 30. April für den III. und 1. Mai für
den VI. Zug abzuhalten.
Am 9. Mai beging unsere Feuerwehr das Fest ihres Schutz-
patrones, des hl. Florian, mit einem Hochamte in der St. Johanneskirche.
Am 11. Mai Kommandantschaftssitzung, in der in erster Linie
ein Artikel der Gauverbandszeitung, betitelt: „Landsturm und Feuer-
wehr zur Sprache kam und beschlossen wurde, bei den kompetenten
Behörden die nöthigen Schritte im Sinne dieses Artikels zu ver-
anlassen, damit bei einer allgemeinen Mobilisirung Städte und
Ortschaften nicht ohne Feuerwehr dastehen.
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Weiters bringt der Oberkommandant zur Kenntniß, daß die
gesammte Steigerrotte des II. Zuges bei der Musterung ausgetreten
sei, daß er aber sein Möglichstes aufbieten werde, um theilweisen
Ersatz zu schaffen.
Am 26. Mai Beerdigung des Ordnungsmannes Gustav Katzung.
Derselbe war ein langjähriges Mitglied der Kommandantschaft, als
Zugführer des II. Zuges, s. 3. Kassier der Regiekasse, nahm auch
zuletzt bei Umarbeitung der Statuten 2c. regen Antheil und erwarb
sich dadurch große Verdienste, für die wir ihm unseren besten Dank
nachsenden und unser regstes Beileid anläßlich seines Hinscheidens
ausdrücken. Friede seiner Asche!
Am 11. Juni Beerdigung des Sprißenmannes des I. Zuges
Friedrich Götzl.
Am 22. Juni Kommandantschaftssitzung.
Der Oberkommandant als Vorsigender berichtet über die er-
folgte Bewilligung des Betrages von 1000 fl. von Seite der Spar-
kasse, wofür ihr der gebührende Dank von der Kommandantschaft
ausgesprochen wird. Weiters wurden auch die verschiedenen Moda-
litäten und betreffenden Vertragsentwürfe bei Begebung dieser
Telephonleitung erörtert.
Nach Bekanntgabe verschiedener Personalien und des gegen-
wärtigen Standes der Mannschaft wird die Hauptübung auf den
4. Juli festgesetzt
Am 1. Juli erweiterte Ausschußsigung. Mittheilungen der
Kommandantschaft über die Errichtung der Telephonleitung und
gewährte Unterstützung von Seite der Sparkasse, sowie über die
bevorstehende Hauptübung.
Am 6. Juli Beerdigung des Sanitätsmannes Dominikus
Tschmelitsch.
Am 9. Juli Kommandantschaftssitzung. Oberkommandant referirt,
daß die Hauptübung am 4. ds. nicht abgehalten werden konnte,
weil noch keine Löschdirektionssihung einberufen wurde, daß selbe
aber mit Musterung nach Beschluß der Kommandantschaft unter
allen Umständen am 15. Juli, Abends 8 Uhr, bei jeder Witterung
stattzufinden habe.
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Am 15. Juli, Abends 8 Uhr, Hauptübung und Musterung.
Nach Aufstellung der vier Züge mit sämmtlichen Geräthen ein-
schließlich der Sanitäts- und Ordnungsmannschaft, sowie der Dampf-
sprite am Innrain inspizirte Herr Bürgermeister Dr. Falk, begleitet
vom Vizebürgermeister Herrn Wilhelm Greil, mit dem Oberkom
mandanten die Reihen, und richtete an viele Mitglieder freundliche
Worte der Aufmunterung. Die darauf folgende Uebung fand vor
dem Gasthause zum Mohren" in Mariahilf statt, in dessen Hofe
die große alte Stallung als Brandobjekt bezeichnet wurde. Es wurde
südliche Windströmung mit nördlicher Rückwirkung angenommen,
deßhalb war es in erster Linie nothwendig, die vordere Häuserreihe
zu schützen, was der II. und III. Zug mit Hilfe der Dampfsprize
besorgten. Die Dampfsprize bezog ihr Wasser vom Inn, eine
Spriße des II. Zuges aus dem Kanale vor dem „Mohren", die
andere beim ersten Schwellbrette vom Kirschenthaler Bach, und der
III. Zug das seinige direkt vom Inn. Der I. Zug war im Kirschen-
thale und auf dem Bruggfeld postirt, hatte die westliche Häuserreihe
des Kirschenthales, sowie die nächst gelegenen rückwärtigen Objekte
zu schützen und erhielt sein Wasser vom zweiten Schwellbrette des
Kirschenthaler Baches. Endlich den IV. Zug, der nördlich das
Brandobjekt vom Bruggfelde aus angriff, und den rückwärtigen
Stadel des Herrn Dietrich schützte, versah der Hydrant in Hötting.
Die Uebung nahm trotz der mannigfachen Art der Wasserversorgung
einen sehr günstigen Verlauf, die Leute arbeiteten mit erneuter
Liebe und Lust, so daß man mit Zuversicht hoffen kann, daß di ses
so humane Institut neu aufblühen, vom Bürgerthum ernstlich
unterstützt werde, zum Nutzen der ganzen Bevölkerung. Auch der
Herr Bürgermeister sprach in diesem Sinne zum Schlusse der
Uebung. Er ermunterte die Mannschaft fest zusammenzuhalten und
sich nicht beirren zu lassen, wenn auch einmal ein Zankapfel in den
Körper geworfen werden sollte von Leuten, denen der echte Kern
des gemeinschaftlichen Geistes fehlt. Er vertheilte sodann die Diplome
für zehn und zwanzigjährige ununterbrochene Dienstzeit an folgende
Mitglieder: Oberhammer Anton und Ortner Heinrich (I. Zug),
Lenz Franz (II. Zug), Brugger Ludwig, Walchegger Johann,
Plattner Josef, Peter Heinrich, Posch Josef, Winkler Georg,
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Schlecht Johanu und Bader Johann (III. Zug), Thaler Alvis
(IV. Bug), für zehnjährige; Felder Camil und Prasthofer Ludwig
(IV. Bug) für zwanzigjährige Dienstzeit. Ein donnernd Gut Heil!
der Mitglieder erscholl auf den Herrn Bürgermeister und seinen
Stellvertreter als Echo auf die erhebenden Worte, welche sie ver-
nommen, und die Anerkennung, welche ihnen zu Theil geworden.
Schließlich dankte noch der Oberkommandant Baron Graff für
das fleißige Erscheinen bei den Uebungen und das gute Hand-
haben der Requisiten, und ersuchte auch in Zukunft recht zahlreich
an den Uebungen theilzunehmen. Gut Heil!
Am 20. Juli Kommandantschaftssigung pcto. Namensfeier des
Oberkommandanten.
Am 31. Juli Namensfestfeier des Oberkommandanten Viktor
Baron Graff im festlich beleuchteten Summer'schen Garten, Abends
8 Uhr.
Unter Mitwirkung der Regimentskapelle Herzog Württemberg
und eines Nationalquartetts gestaltete sich dieser Abend äußerst
amüsant und die vorzüglichen Reden, die die Verdienste des Ober-
kommandanten hervorhoben, sowie die unzähligen Hochs der Aner-
kennung erhöhten die Feier.
In der am 7. August stattgehabten Kommandantschaftssitzung
wurden behufs Wahl der Delegirten zum Gautage in Bozen eine
außerordentliche Generalversammlung auf den 23. August festgesetzt,
das Offert des Mechanikers Hauber zur Herstellung der Telephon-
Leitung genehmigt und einzelne interne Angelegenheiten geordnet.
Am 20. August Kommandantschaftssitzung und Feststellung der
Tagesordnung der außerordentlichen Generalversammlung.
Am 23. August außerordentliche Generalversammlung im Saale
beim grauen Bären, Abends 8 Uhr.
Hauptgegenstand ist die Tagesordnung des XIII. Delegirten-
tages in Bozen.
Vorsitzender Baron Graff berichtet, daß bei der dortigen
Sigung zwei Anträge von Seite des Gauverbandsausschusses ein-
gebracht werden und zwar Aenderung der gegenwärtig üblichen
Signale und eine Petition an den hohen Landtag um Einführung
von Pflichtfeuerwehren in solchen Orten, wo entweder noch keine
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freiwilligen Feuerwehren sind oder wo diese nicht recht gedeihen
können.
Ein weiter r Antrag der Kommandantschaft würde dem Gau-
verbandsausschusse vorgelegt werden, falls er von der General-
versammlung genehmiget wird und derselbe lautet:
"Freiwillige Feuerwehrmänner, welche von einer Gauverbands-
feuerwehr ausgeschlossen werden oder statutenwidrig austreten, dürfen
in keiner Verbandsfeuerwehr mehr aufgenommen werden; in be-
sonders rücksichtswürdigen Fällen kann der Gauverbandsausschuß
jener Feuerwehr, in welche ein solcher Mann aufgenommen werden
soll, die Aufnahme desselben gestatten".
Dieser Antrag wird mit großer Majorität genehmigt.
Die hierauf erfolgte Wahl brachte die Zugsführer Alois Epp
und Anton Nußbaumer als Delegirte, den Rottenführer Max Klammer
und den Zugsführer Franz Kerber als Ersatzmänner hervor.
Der folgende Antrag wurde von Seite der Kommandantschaft
aus Anlaß eines jüngst erfolgten Falles zur Genehmigung vorgelegt.
Er lautet:
"Die Kommandantschaft werde ermächtiget, in dringend noth-
wendigen Fällen bei Leichenbegängnissen von Feuerwehrkameraden,
wenn die Angehörigen des Kameraden es wünschen, denselben statt
den Kondukt mit Musik begleiten zu lassen, den hiefür entfallenden
Betrag zu verabfolgen".
Auch dieser Antrag wurde einstimmig mit dem Zusage ange-
nommen, daß auch der Leichenkondukt eines Feuerwehrmannes, bei
dem keine Musik mitgeht, dennoch von den Kameraden in Uniform
zu begleiten sei".
Am 12. September XIII. Delegirtentag in Bozen.
Die österr. Verbands-Feuerwehr-Zeitung berichtet hierüber:
Vom besten Wetter begünstigt begann am 11. September Abends
hier der XIII. Gautag des Deutschtirolischen Feuerwehrverbandes
zunächst mit dem Empfang und der Einbegleitung der zahlreich
anrückenden Festgäste in die reich beflaggte und dekorirte Stadt.
Daran reihte sich ein prächtiger Fackelzug mit Zapfenstreich und
sodann eine stark besuchte Abendunterhaltung im „Bozner Hof".
Hier fand auch die Begrüßung der Gäste durch den Festcomité-
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Obmann Dr. R. v. Larcher statt, welcher seine Rede mit einem
Hoch auf den Gauverbands-Obmann Dr. Stolz aus Hall beschloß,
worauf dieser in dankenden Worten auch der Bozner Feuerwehr,
als vielleicht der ersten des Landes ehrend gedachte. Der eigentliche
Festtag wurde am 12. September Früh durch Fanfarenklänge und
den Weckruf der Bozuer Feuerwehrkapelle einbegleitet. Nach dem
im Hotel Kräutner eingenommenen Frühschoppen versammelten sich
die Delegirten im oberen Merkantilsaale zur Sigung, über deren
Verlauf wir in Kürze berichten wollen.
Vertreten waren 46, nicht vertreten 25 Feuerwehren.
In Anwesenheit des Bürgermeisters der Stadt Bozen, Herrn
Dr. v. Breitenberg, eröffnet der Gauverbandsvorstand, Dr. Otto Stolz,
die Sigung mit einer herzlichen Begrüßung der versammelten Ab-
geordneten und hebt insbesonders den erfreulichen Aufschwung hervor,
welchen die Feuerwehrsache in neuester Zeit in Südtirol erfahren
hat, wofür das Hauptverdienst der Feuerwehr von Bozen gebühre.
In Vertretung der Stadt Bozen heißt der Bürgermeister, Herr
Dr. v. Breitenberg, die Anwesenden herzlich willkommen, betont die
Sympathien der Bevölkerung von Vozen für das humane Institut
der freiwilligen Feuerwehren und drückt die Erwartung aus, daß
den Abgeordneten der deutschtirolischen freiwilligen Feuerwehren
und allen übrigen Feuerwehrmännern die Stunden ihres Aufent-
haltes in Bozen anregend, belehrend und angenehm verfließen
werden.
Dr. Stolz dankt für die sympathischen Kundgebungen der fort-
schrittlichen Bürgerschaft Bozen's durch den Mund ihres berufenen
Vertreters.
Nach Konstituirung des Bureaus wurde folgende Tagesordnung
bekannt gegeben:
1. Rechenschaftsbericht des Gauverbandsausschusses.
2. Kassebericht desselben.
3. Antrag des Gauverbandsausschusses auf Vereinigung sämmt-
licher Verbandsfeuerwehren zu Bezirksverbänden.
4. Antrag desselben betreff neuerlicher Eingabe an den Tiroler
Landesausschuß um schleunigste Aktivirung des Feuerwehrfondes
und Bestellung von Feuerlöschinspektoren. Gleichlautender Antrag
des Bezirksverbandes Lienz und der Feuerwehr Kitzbühel.
5. Antrag desselben zur praktischen Durchführung des öster-
reichischen Sprizenprüfungsnormales in Deutschtirol.
6. Antrag desselben wegen eventueller Einführung der in
Baiern geltenden Feuerwehr-Horn- und Huppensignale bei den
deutschtirolischen Gauverbandsfeuerwehren.
7. Antrag auf Fassung einer Resolution, welche die Stellung
der freiwilligen Feuerwehren zu den Bestimmungen der §§ 8 und 11
der Tirolischen Feuerpolizei- und Feuerwehrordnung zu präcisiren hat.
8. Antrag der Innsbrucker Feuerwehr auf allgemeine Ein-
führung mehrerer bei Aufnahme von Feuerwehrmännern in eine
Verbandsfeuerwehr zu beobachtenden Bestimmungen.
9. Antrag derselben wegen Unterstützung von Feuerwehrmännern,
welche im Dienste bei Rettungsarbeiten gegen Wassergefahr erkranken
oder verunglücken.
10. Festsetzung des Jahresbeitrages pro 1887 für die Gau-
verbandsregiekasse.
11. Wahl des Vorortes für den Feuerwehrtag pro 1887.
12. Wahl des Gauverbandsausschusses pro 1887.
Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes wurde die Tages-
ordnung Punkt für Punkt durchgeführt, was wir leider hier wegen
zu großem Umfange nicht wiedergeben können und heben nur einiges
aus derselben hervor:
Die Eingabe an den Tiroler Landesausschuß wegen Errichtung
eines Feuerwehrfondes und Anstellung von Feuerlöschinspektoren.
Fünf neue Beitritte und die sind: Obermais mit 120, Kastel-
ruth mit 50, Hatting mit 27, Margreit mit 61 und Montan mit
80 Mann.
Im Gauverbandsausschusse wurden per Acclamation folgende
Herren gewählt: Dr. Stolz (Hall) als Vorstand, Alois Epp, Baron
Graff, Anton Nußbaumer (Junsbruck), Ferdinand Hellensteiner,
Josef Tanger, Jakob Traunsteiner (Niederdorf).
Der Antrag ad VIII von der freiwilligen Feuerwehr Innsbruck
wurde angenommen, hingegen der ad IX von den Antragstellern
zurückgezogen.
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An diese Delegirtenversammlung reihte sich das Festmahl im
Bürgersaale an, bei welchem Dr. Stolz auf Se. Majestät den Kaiser
toastirte, und der Bürgermeister auf die Feuerwehren des deutsch-
tirolischen Gauverbandes sein Glas erhob. Den von der Bozner
Feuerwehr ausgeführten Schulübungen auf dem Johannesplage
wohnten Se. t. u. t. Hoheit Herr Erzherzog Heinrich, der Bürger-
meister, Offiziere und die Delegirten bei.
Die Uebung selbst bestand im Tempoeɣerzieren mit Leitern,
Hydrantenwagen und Sprißen und fand bei den Delegirten allge-
meine Anerkennung. Nach Schluß der Uebung formirten sich die
Feuerwehren mit ihren Fahnen und Musikkapellen zum Festzug.
Ueberall wurden die strammen Feuerwehrmänner mit Zurufen be
grüßt und mit Blumen geschmückt. Nach dem Festzuge rückten
sämmtliche Feuerwehren auf dem Dominikanerplage zusammen,
worauf die Bozner Feuerwehr die Hauptübung durchführte, welche
in Lösch- und Rettungsmanöver gegen ein im Riesenwirthshause als
stark um sich greifend gedachtes Schadenfeuer bestand. Dabei ge
langten Leitern und Spritzen, sowie auch das Rettungsrutschtuch
zur Verwendung und die ganze Aktion wickelte sich wieder in ge
lungenster Weise ab.
Mit Schluß der Hauptübung war auch das umfangreiche
Arbeitsprogramm des Gautages erschöpft und es trat nun das Ver-
gnügen voll und ganz in seine Rechte, dem in umfassendster Weise
gehuldiget wurde.
Am 12. September Begräbniß des Schlauchmannes Sebastian
Linder.
Am 24. September Sitzung für die Krankenunterſtüßungskaſſe.
Am 24. September Kommandantschaftssitung.
Nach Erledigung einiger Personalien wird über Antrag des
Zugführers Epp beschlossen, den Bürgermeister für die Herbstübung
das Brandobjekt mittelst des neuerrichteten Feuertelephon bezeichnen
zu lassen, sowie noch eine erweiterte Ausschußsizung einzuberufen,
welche den Tag und die Stunde der Uebung bestimmen möge.
Am 30. September erweiterte Ausschußsizung unter dem Vor-
size des Oberkommandanten - Stellvertreters Alois Epp, in welcher
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frühere Beschlüsse erörtert, Mißverständnisse klargelegt wurden. Im
Weiteren wurde über die Herbstübung Beschluß gefaßt.
Am 10. Oktober Kommandantschaftssigung, in der der Ober-
kommandant mittheilt, daß die Hauptübung am 11. d. M. statt-
findet und daß Abends Schlag 8 Uhr sämmtliche Abtheilungen bei
ihren Magazinen marschbereit zu stehen haben, um von dort direkt
nach dem vom Bürgermeister mittelst Telephon bestimmten Brand-
objekte abzumarschiren.
Am 11. Oktober Hauptübung.
Abends Schlag 8 Uhr kam von der Feuermeldestation im
Polizeiwachlokale die Ordre des Bürgermeisters, in der Kohlstadt
die Stöcklsäge werde als in hellen Flammen stehend angenommen.
Sofort begaben sich der I. und II. Zug, dem sich in der Univer-
sitätsstraße auch der III. Zug anschloß, an die bezeichnete Stelle,
wo der IV. Bug als derjenige, dessen Magazin und Sammelplatz
dem Brandobjekte am nächsten gelegen ist, bereits Aufstellung beim
Brandobjekt selbst genommen hatte und so gut als die verfügbare
Mannschaft und die Requisiten es gestatteten ein Weitergreifen des
Brandes zu verhindern suchte. Da seitens des Herrn Löschdirektors
dem Kommando als Windrichtung herrschender Südwind bekannt-
gegeben wurde, so traf dasselbe dieser Proposition zufolge die er-
forderliche Vertheilung und Aufstellung des Löschtrains. Um die
das fingirte Brandobjekt umstehenden Baulichkeiten vor Flugfeuer
zu schützen, ward der komplete III. Zug zum Schuße der Militär-
Stallungen dort aufgestellt und bezog das nöthige Wasser vom Sill-
kanal an der Stelle, wo der Kanal die Viaduktbögen durchquert.
Beim Stadl der Stöckl'schen Säge ward der II. Zug postirt und
hatte denselben sowie die angrenzenden Häuser zu decken. Beim
Nußbaumerhause ward der I. Zug aufgestellt, um diese Häuserfronte
vor Flugfeuer zu schüßen. Das Wasser bezogen diese beiden Ab-
theilungen aus dem offenen Kanal (kleine Sill). Nachdem die Auf-
stellung vollendet, ward plötzlich eine andere Windrichtung ange=
nommen und da mußte auch das sogenannte Sägwirthshaus sowie
die daran grenzenden Gebäude in den Aktionsbereich einbezogen
werden. Dies ist dadurch bewerkstelligt worden, daß je eine Ab-
theilung des III. und IV. Zuges hiezu beordert wurden, welche
2
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18
-
Aufgabe von denselben zur vollsten Zufriedenheit ausgeführt wurde.
Während der Uebung, nachdem die freiwillge Feuerwehr bereits ihre
Aktion begonnen hatte, kam eine Abtheilung des städtischen Lösch-
trains mit der kleineren Dampfmaschine, dem sogenannten "Bu
bringer" (Hydrophor) am Brandplage angefahren und griff sofort
wirksam ein, indem sie ihre Kraft dahin erprobte, daß sie noch im
Stande war, 2 Spritzen zugleich mit Wasser zu versorgen, ein nicht
zu unterschäßender Vortheil für den Ernstfall, weil dadurch 2 Spritzen
ersetzt werden, resp. die Mannschaft derselben, wenn die Leitung von
der Maschine direkt zum Rohrführer geht. Nach 1½ stündiger
Dauer der Uebung, zu der auch die Ordnungsmänner und die Sa-
nitätsabtheilung, erstere ziemlich zahlreich ausgerückt waren, ertönte
das Signal „Steiger zurück!" und mit Ruhe und Präzision wurden
die einzelnen Requisiten zum Abmarsche fertiggestellt, was gerade
nicht immer eine leichte Arbeit ist, namentlich wenn die Schlauch-
verbindungen über so große Distanzen sich erstrecken, wie hier und
man noch den Umstand in Betracht ziehen muß, daß die Schlauch-
abtheilung einen sehr schwachen Mannschaftsstand aufweist. Gegen
10 Uhr kehrten die Mannschaften in die Magazine zurück.
Am 22. Oktober Kommandantschaftssitung.
Die Tagesordnung bringt uns die Bestellung eines Vereins-
dieners und Berichte über die letzte Hauptübung. Der erstere
Punkt fand dahin seine Erledigung, daß die Stelle Alois Peer,
Vergolder hier, mit den früher bestandenen Modalitäten erhält,
der letztere aber, daß der 24. Oktober bestimmt wurde, wo die
Kommandantschaft und der erweiterte Ausschuß nochmals an Ort
und Stelle den Verlauf der letzten Hauptübung besprechen.
Weiters bringt zugsführer Alois Epp die taktischen Uebungen
zur Sprache, deren wir Eingangs schon erwähnten und noch darauf
zurückkommen werden.
Am 29. Oktober. Erweiterte Ausschußsitzung.
Bugsführer Rissinger und Kerber erörtern die Nothwendigkeit
einer Vervollständigung der Telephonleitung und der Oberkom
mandant versichert, geeigneten Ortes anzuklopfen, um diese zu
bewerkstelligen.
19
Zugsführer Alois Epp referirt über Antrag der Kommandant-
schaft wie folgt:
„Es sind im Verlaufe des Winters seitens der Zugs- und
Rottenführer sogenannte taktische Generalstabsübungen abzuhalten,
d. h. es haben sich die einzelnen Zugs- und Abtheilungskomman-
danten zum öfteren an vorher bestimmten Tagen zusammenzufinden,
um sich darin zu üben, wie im Falle eines Brandes die zweck-
mäßigste Aufstellung zu nehmen und die Wasserbeschaffung am
geeignetsten zu bewerkstelligen sei. Diese taktischen Uebungen haben
ohne Geräthe und Aufgebot der Mannschaft (ausgenommen höchstens
einige Mann, die zum fingiren von Geräthen nöthig sind) und in
der Weise zu geschehen, daß die Bestimmungen über Brandobjekt,
Windrichtung zc. abwechselnd von den einzelnen Zugskommandanten
auszugehen haben, welcher Zugskommandant in diesem Falle sein
Kommando seinem Stellvertreter zu übergeben hat. Nach beendeter
Aufstellung findet eine Inspektion derselben statt, worauf ein Schieds-
gericht zusammentritt, dessen Unparteiischer der das jedesmalige
Brandobjekt zu bestimmende Kommandant ist."
Zur Illustration dieses Antrages gibt Redner nachstehendes
Beispiel, wie er sich die Verwirklichung des Antrages denkt:
Zur festgesetten Stunde wird mittelst Telephon oder versie-
geltem Briefe ein in allen seinen Theilen genau beschriebenes resp.
bestimmtes Brandobjekt signirt. Die Chargen begeben sich sofort
auf den bezeichneten Play, der zuerst anwesende Zugsführer über-
nimmt das Kommando und weist denselben ihre Stellungen an, bis
der Oberkommandant kommt und das Kommando übernimmt. Jede
Charge stellt die von ihr kommandirte Abtheilung sammt dem Ge-
räthe vor. Zum Schlusse, wenn die Aufstellung vollendet ist,
machen der Oberkommandant, die Zugsführer und der Magazins-
verwalter einen Rundgang um dieselbe, worauf eine Besprechung und
ein Meinungsaustausch über die Aufstellung, Wasserbeschaffung 2c.
erfolgt. In der Bestimmung des Brandobjektes wird gewechselt,
so daß hiezu jeder Zugsführer einmal an die Reihe kommt, in
welchem Falle dann sein stellvertretender Rottenführer als Zugs-
führer fungirt. Auf diese Weise, schließt Redner, kommen alle
Chargirten in die Lage, sich einen gewissen Ueberblick zu schaffen
2*
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-
20
und eine gewisse Fertigkeit in der Beurtheilung der Objekte anzu-
eignen, um zur Stunde der Gefahr dem Elemente wohlausgerüstet
entgegenzutreten.
Daß diese Ausführung von Allen freudigst begrüßt wurde,
haben wir schon erwähnt und möchten nur wünschen, daß die in
dieser Sigung verfaßte Resolution an die Löschdirektion um baldige
Herstellung eines Stadtplanes mit genauer Angabe der Kanalisirung
und der Lauch oder Schwellbrettverhältnisse vom besten Erfolg
begleitet sei, damit jeder Kommandant in die Lage versetzt werden
kann, sich vollständiges Wissen in dieser Beziehung anzueignen.
Am 17. November Namensfestfeier des Gauverbandsvorstandes
Otto Stolz in Hall, an der sich eine Deputation von acht Herren
betheiligte.
Am 18. November, 6% Uhr Abends, meldete uns der Thürmer
Landfeuer. Das Wohn- und Dekonomiegebäude des sog. Stamser-
bauern in Lans stand in Flammen und wurde die Landfahrsprize
dorthin abgesendet.
Am 23. November Kommandantschaftssigung, in welcher haupt-
sächlich das Präliminare für das Jahr 1887 festgestellt wurde und
die Summe von 1080 fl. erreicht.
Am 28. November, Vormittags 10 Uhr, taktische Generalstabs-
übung. Die Aufgabe wurde vom Obmanne der Ordnungsmann-
schaft Josef Jörg gestellt und ist folgende:
Brandobjekt: Am Stadtspitale der alte linksseitige Hinterbau
zwischen Hof und Garten. Dertlichkeit und Beschaffenheit
des Brandes: Jm 3. Stockwerke ober der Hausthüre links vom
Haupteingange, jedoch rückwärts gegen den Garten, ist das Feuer,
welches in einem von den Kranken sofort geräumten Zimmer be=
gann, nach Vernichtung vom Mobiliare, im Begriffe die anstoßenden
Räume, sowie den Estrich und später auch das Dach zu erfassen.
Windrichtung: Ziemlich heftiger Südwind. Jahreszeit:
Winter, beinahe schneefrei. Wasserverhältnisse: Normale.
Tageszeit: Mitternacht.
Am 6. Dezember Begräbniß des Franz Irschara, Steiger des
III. Zuges.
21
Am 12. Dezember, Vormittag 10 Uhr, taktische Generalstabs-
übung. Diese Aufgabe wurde vom Obmannstellvertreter der Ordnungs-
mannschaft, Anton Gratl, gestellt und ist folgende:
Brandobjekt: Gasthaus zur goldenen Rose. Durch eine
Explosion im Magazin bei Mart. Tschurtschenthaler steht der Hinter-
bau des Gasthauses in der Stiftgasse theilweise in Flammen. Zeit:
8 Uhr Abends. Frühjahr: Mai. Sillkanal abgekehrt. Windstille.
Am 30. Dezember Kommandantschaftssitzung. Nach Erledigung
mehrerer interner Vereinsangelegenheiten wurden zwei Statuten-
entwürfe für einen Bezirks-Feuerwehrverband zur Verlesung ge-
bracht und sollen dieselben behuss positiver Anträge unter den
Kommandantschaftsmitgliedern zirkuliren, um eine baldige Aus-
arbeitung dieser Statuten zu veranlassen und der nächsten General-
versammlung ein diesbezügliches Elaborat vorzulegen.
Zum Schlusse spricht der Oberkommandant sämmtlichen Mit-
gliedern der Kommandantschaft seinen herzlichsten Dank dafür aus,
daß sie in getreuer Pflichterfüllung im abgelaufenen Jahre ihm
zur Seite gestanden, und mit der Bitte, dies auch im neuen Jahre
thun zu wollen, schließt er die Sigung.
Innsbruck, 31. Dezember 1886.
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23
-
Kaffewesen.
A. Kranken-Anterstützungskasse.
Diese wird vom folgenden Ausschusse verwaltet:
Viktor Baron Graff, Vorsigender.
Hueber Hermann, Kassier.
Rissinger Paul
Epp Alois.
Kerber Franz
Keller Alois
Ausschußmitglieder.
1 Stück Siebenbürger Eisenbahn-
Obligation fl. 200 à fl. 100
Zins ab 1. Oktober 1886.
Kapital beim Stadtmagistrat
Zins ab 18. November 1886
1 Sparkassebuch Nr. 13006 sammt
Zins bis 31. Dezember 1886
1 Sparkassebuch Nr. 9269 sammt
Zins bis 31. Dezember 1886
Uebertrag fl. 837.28
fl. 200-
fl. 2.50
fl. 3.000-
fl. 17.50
Nicht behobenes Legat P. T. Dr. Hammer
ft.
202.50
fl. 3.017-50
fl. 16.820.74
fl. 8.715.51
fl.
300-
Baarkasse
fl. 224.75
Summe
fl. 30.118.28
Die Erhöhung des Kassebestandes begründet sich durch:
a) Zinsen auf Kapitalien und Werthpapiere
fl.
193-66
b) Unbehobene Zinsen der Sparkassebücher.
fl.
973-35
Jörg Josef
fl. 278-
fl.
1.33
fl.
279.33
Brix Josef
Kastner Johann
Das Vermögen dieser Kasse hatte am 31. Dezember 1886
die Höhe von 30.118 fl. 28 fr. erreicht, was im Vergleiche zum
Vermögensstande vom 31. Dezember 1885 mit 29.042 fl. 47 fr.
einen Kassezuwachs von 1.075 fl. 81 kr. ergibt.
Diese Kassefonds bestehen aus:
2 Stück 1860er Lose à fl. 100
=fl. 200 fl. á fl. 139.
Zins ab 1. November 1886.
2 Stücke österr. Hypothekar-Boden-
kreditbank-Pfandbriefe à fl. 100
=fl. 200 à fl. 100-25.
Zins ab 1. Oktober 1886.
P. T. Gräfin Spaur.
c) Auslagen für Inkasso-, Stempel-, Legatsteuer,
Einlösung von zwei Stück böhmischen Hypo-
fl. 200.50
thekenbankbriefen
fl.
161.21
fr.
2.25
fl.
202.75
d) Coursdifferenz
fl.
1-
1 Stück Innsbrucker Loos Nr. 1063
4 Stücke österr. Papierrente à fl. 100
fl. 400 à fl. 82.60
Summe
fr.
22-
fl.
772.21
Hermanu Hueber,
fl.
330.40
Kassier.
Zins ab 1. November 1886
fl. 2.80
fl.
333.20
Fürtrag
fl.
837.28
Geprüft und richtig befunden:
Halbeis Anton, Jörg Josef, Rissinger Josef.
c) Geschenke und Legate:
P. T. Erben A. A. Neuhauser
fl. 100
fl. 100
P. T. Betti v. Fischer
fl. 50
P. T. Dr. Hammer.
fl. 300
fl.
550-
d) Gaben der P. T. Gönner
fl.
131 1
Summe
fl. 1.848 2
Wovon in Abzug kommen:
a) Unterstüßungen.
fl.
500-
b) Begräbnißmusik
fl.
110-
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24
B. Regiekaffe.
Zum Aktivstande vom 31. Dezember 1885 pr. fl. 1.001·14
tamen im Jahre 1886 noch weitere Einnahmen:
1. Zinsenerträgniß vom 1. Jänner 1886 bis
1. Jänner 1887
2. Einnahmen eines Gartenabends
3. Gabe der Herren Josef Epp und
A. Dietrich, anläßlich des Brandes
bei Herrn Dietrich
4. Beitrag der Stadt für Sprißen-
proben und Einzahlung an den
Gauverband.
fl. 35.99
fl. 18.11
fl. 100-
fl. 150 fl. 304.10
fl. 1.305.24
Im Laufe des Jahres 1886 wurden verausgabt:
1. An Beerdigungskosten
fl. 30-
2. Spritzenproben.
fl. 52.05
3. Auslagen für Delegirte und Ein-
zahlung an den Gauverband der
deutschtirolischen Feuerwehren
.
fl. 38.30
4. Verschiedene Auslagen laut Belege fl. 105-71 ft. 226.06
Verbleibt daher am 31. Dezember ein Reinvermögen von fl. 1.079-18
Ausgewiesen in einem Sparkassebuch
Nr. 2421 von
fl. 906.64
und einen Baarbetrag von fl. 172.54
Statistischer Anhang
zum
XII. Jahres-Berichte
der
freiwilligen Feuerwehr Innsbruck
für
as 29. Vereinsjahr 1886.
Summe
fl. 1.079.18
Anton Außbaumer,
Kassier.
Geprüft und richtig befunden:
J. Jörg, Ant. Halbeis, Jos. Rissinger.
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Sitzungen
Nachweis
a) über stattgehabte Sigungen.
Versammlungen
Brände
Löschdirektions-
Kommandant-
schafts-
Erweiterte Aus-
-gnpl
Geräthemeister-
Ordentliche Ge-
neral=
Außerordentliche
General-
Sonstige
Dach-
2
14
3
10
10
1
1
Kamin-
2
Holzgang=
Beerdigungen
1
9
29
3
4
6
Abtheilung
Anmerkung
b) über abgehaltene Uebungen.
Musterungen
Haupt-
Marsch=
Uebungen
Bugs-
Uebungen
mit ohne
Wasser
Steiger-
Spritzen-
Schlauch-
Hydranten-Proben
Zusammen
Uebungen
Vom Gesammtkörper.
L
2
wom I. Zug . . .
1
II. "
1
"
III.
1
"!
IV. "
1
_
-
-
-
-
3
28
Anmerkung
-
4
6
6
45
4
7
7
47
-
4
26
8
8
47
1
4
28
12
12
2
60
10
5 2
2
12
109 33
33
2
202
I
29
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31
-
Inventar
der vorhandenen Geräthe, Ausrüstungs-Gegenstände etc. mit
Schluß des Jahres 1886.
1 Telephonleitung.
1. Geräthschaften.
2 Mezz'sche Spriten sammt zugehör.
4 Schmid'sche Sprißen sammt Zugehör.
1 Knaust'sche Sprize sammt Zugehör (Landfahrsprize).
7 Schlauchwägen.
1700 Meter Schläuche mit Normalgewinde.
1 Buttenspritze *).
2 Extinkteure („System Beyl").
5 Hydranten und 1 Aufsatzrohr.
4 Strahlrohre (vorräthige).
1 Schraubenschlüssel, französischer.
1 Schlauchgewindschlüssel.
1 Verbindungsgewinde (vorräthig).
8 Schlauchbrücken, eiserne.
12 Schlauchbrücken.
14 Schlauchknie.
1 Vacuum und Manu-Meter.
1 Spirituslampe (zum Erwärmen).
1 Einreißerkarren sammt dazu gehörigen Requisiten.
3 Steigerkarren.
4 Schubleitern, dreitheilige.
1 Schubleiter, zweitheilig.
16 Hakenleitern.
4 Dachleitern.
1 Mauerbock sammt zugehör.
3 Spinnen.
*) 2 Buttensprißen der bezahlten Zeuerwehr übergeben.
1 Rettungsschlauch.
1 Sprungtuch.
12 Schlauchbinden.
1 Brause.
1 Rutschtuch (auch als Sprungtuch verwendbar).
2 Selbstretter.
3 Rettungskörbe.
7 Rettungstaschen.
1 Rauchapparat, Galibert'scher.
3 Sicherheitslaternen.
18 Steigerlaternen.
7 Feuerlaternen (alte).
100 Wasserkübel.
1 Petroleumfackel, groß, sammt Gestell.
28 Petroleumfackeln.
2 Kommandantschaftslaternen mit Fahne.
4 Zugsstandarten.
2. Mobiliare.
4 Geräthetästen (2 große und 2 kleine).
5 Bettstätten, eiserne.
8 Strohsäcke (im Wachlokale 5 Strohsäcke).
10 Kozen (im Wachlokale 5 Kotzen).
3 Tische.
24 Stühle.
1 Bank.
6 Petroleum-Hängelampen.
2 Kleiderrechen.
1 Vereinsfahne.
3. Utensilien.
42 Wappenschilder, blecherne.
1 Porträt (Thurner).*)
15 Fotographien, diverse eingerahmte.
4 Bilder, diverse eingerahmte.
*) Porträt von Pegger dem Alt-Oberkommandanten zurückgestellt.
Seite 17
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1 Humpen aus Zinn.
1 Humpen aus Holz.
1 Trinkhorn.
32
1 Schubleitermodell sammt Glassturz.
1 Windwachordnung.
1 Tischglocke.
1 Büste (Jahn).
1 Tafel mit Grabschleifen, große.
4 Zeitungshalter.
4. Ausrüstungs-Gegenstände.
235 Duyer, Loden, zur Benützung.
204
"
vorräthig.
226 Helme in Verwendung.
176
"
105 Beile in Verwendung.
31
vorräthig.
vorräthig.
"
85 Schlauchgewindschlüssel.
118 Nothnägel.
Mundschwämme.
62 Leinen in Verwendung.
vorräthig.
27
"
16 Kommandanten-
112 Steiger-
221 Sprißenmänner-
80 Schlauchmänner-
Gurten.
14 Riemen für Rohrführer.
23 Huppen.
6 Signalhörner (für Hornisten).
2 Pickel (für Pionniere).
14 Schurzfelle.
5 Cartouchen.
2 Kommandantenschärpen.
9 Verbandzeuge für die Sanität.
9 Armbinden
"
"
1 komplet eingerichtete Apotheke mit einer Tragbahre, Schienen,
und Verbandtornister.
Personal-Stand
der
freiwilligen Feuerwehr Innsbruck
mit 31. Dezember 1886.
Ehrenmitglieder:
Herr Dr. Otto Stolz, Gauverbands-Vorstand und Bürgermeister
"
"
von Hall, ernannt am 31. Jänner 1876.
Dr. Johann Tschurtschenthaler, Sparkasse - Direktor und Alt-
bürgermeister, ernannt 20. Juni 1877.
Hans Riegl, Handelsmann und Gemeinderath, ernannt am
14. Februar 1880.
Josef Melzer, Altoberkommandant, Tapezierer und Hausbesitzer,
ernannt am 31. Jänner 1882.
Löschdirektion:
Herr Dr. Heinrich Falk, Bürgermeister.
Hans Riegl, Gemeinderath.
Nußbaumer Johann, "
"
"
Alois Epp,
Josef Sonvico,
"
"
"
Viktor Baron Graff, Feuerwehr-Oberkommandant,
Josef Brix, Magazinsverwalter.
A. Beim Kommando.
Oberkommandant: Viktor Baron Graff.
Oberkommandant-Stellvertreter: Alois Epp *).
Technischer Rath: Josef Mayr.
Magazins-Verwalter: Josef Brix.
Adjutant: Christof Hummel.
I. Schriftführer: Karl Jenewein.
II. Schriftführer: Josef Sattleder.
*) Zugleich Kommandant des III. Zuges.
3
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Stabsignalist: Karl Trager.
Pionnier: Alois Mutter.
Vereinsdiener: Johann Peer.
Knapp Georg.
Prantl Anton.
Marzani Josef.
-
34
Sanität:
Prof. Dr. Lantschner, Korpsarzt.
Dr. Greil, Korpsarzt.
Dr. Thalguter, Korpsarzt.
Knapp Wilhelm.
Bickel Josef.
Peer Alois.
35-
Sprizenmannschaft.
I. Spritze.
Obholzer Anton, Rottenführer.
Schwaighofer Hans, Rottenführer-
Stellvertreter und Sprißen-
meister.
Wagner Anton, Sprißenmeister
Rissinger Josef, Sprizenmann.
Leukermoser Jakob,
Kanovsky Ferd.
"
Skutetzky Karl,
"
"1
Oberhammer Ant., Sprizenmann.
Kliment Heinrich,
Mairamhof Wilh.
Willeit Peter,
Frizz Johann,
Fuxhuber Filipp,
Jenny Joh.,
"
"
"
"
"
Klinger Ferd.,
Gober Sigmund,
"
"
Müller Josef, Sprizenmann.
Baier Josef,
"
B. Bei den Geräthen.
Erster Zug:
Riffinger Paul, Bugsführer.
Obholzer Anton, Zugsführer-Stellvertreter.
Brugger Anton, Geräthemeister.
Nossek Karl, Signalist.
Schneebacher Ferdinand, Signalist.
Steiger:
Plank Franz, Rottenführer.
Masè Miradi, Rottenführerstell-
vertreter.
Hopfer Albert, Rohrführer.
Plattner Joh.
"
Kirchmeir Karl, Steiger.
Srägner Vinzenz,
"
Wieser Franz,
"
Dalbosco Peter,
"
Negele Georg,
II. Sprite.
Klammer Max, Rottenführer.
Chiochetti Joh., Rottenführer-
Stellvertreter und Sprißen-
meister.
Moser Peter, Sprißenmeiſter.
Weißer Franz, Sprizenmann.
Fauner Thomas,
Hantschl Gallus,
"
"
Stippler Joh.,
Spindler Joh.,
Astinger Andreas,
Gottardi Anton,
Pin Josef,
Schlauchmannschaft:
Rossi Salvator, Führer.
Hoppichler Joh., Schlauchmann.
"
"
"
"
"
Kiecht Ludwig, Schlauchmann.
Bachner Josef,
"
Oppel Karl,
"
Freißeisen Franz,
Salzburger Franz,
"
"
Ritscher Heinr.
Gehri Vinzenz,
Plattner Fried.
Neubauer Gottlieb, Steiger.
Stoll Johann,
"
Antoniazzi Emanuel,
"
Katalongo Josef,
Kremser Anton,
"
Müller Julius v.,
"
Fantanive Sebast.
Mayer Hugo,
"
Stolz Sebast.
"
Goldbacher Alex,
"
Peter Franz,
"1
Nessing Alois,
Zweiter Zug:
Kerber Franz, Zugsführer.
Mitterhofer Josef, Zugsführer-Stellvertreter.
Morscher Johann, Geräthemeister.
Kirchhofer Josef, Signalist.
Zerobin Anton,
"
"
Rosanelli Anton,
Morandi Josef,
"
Kircher Jakob
Vidi Heinrich,
"
Mayerkolm Leop.
11
"
Zanella Hermagor,
"
Seite 19
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-
Defner Alois, Rottenführer.
Steiger:
Dollinger Gebhard, Rohrführer.
v. Müller Julius,_
Hagl Josef,
Rothmüller Karl, Steiger.
Urbanitsch Franz,
"
"1
Mutter Franz,
"1
Steiger.
Seewald Michael,
"
Sprigenmannschaft:
I. Sprite:
Mitterhofer Josef, Rottenführer.
Dörries Ernst, Rottenführerſtell-
vertreter und Sprißenmeister.
Schwab Franz
"
Sonntag Michael, Sprigenmann.
Kluibenschädl Johann,
Rinner Fridolin,
Fürutter Josef,
37
Kastner Johann, Geräthemeister
Kuen Jakob, Signalist.
Sokopf Josef,
"
Steiger:
Sedlaczek Wenzl, Rottenführer.
Riedl Jakob, Rottenführer-Stell-
vertreter.
Hupfau Alois, Rohrführer.
Hladik Franz,
Spielmann Karl,
"
17
Bauhof Eduard,
Wald Jakob, Steiger.
Gutleben Johann
"
Maier Karl,
"
Larcher Hermann,
"
Walcher Georg,
"
Kohler Wilhelm,
"
"
Fritz Heinrich,
"
Hupfau Franz,
"
"
Kirschner Franz,
Daebel Gustav
"
Abert Josef,
11
Warasin Jos. Ant.
"
Strasser Josef, Sprigenmann.
Wallner Otto
"
Stari Johann,
Baumann Johann,
"
"
Mair Johann,
"1
II. Sprite:
Schuster Carl, Sprigenmann.
Rainer Alois, Rottenführer.
Lenz Franz, Rottenführerſtellver- | Wisiol Ludwig,
treter und Sprißenmeister.
Huber Johann,
11
Greiderer Josef
"
Karlinger Josef,
Hosp Alois,
Kern Karl,
Dietrich Georg, Steiger.
Sprigenmannschaft:
I. Sprite:
Silvester Ludwig, Rottenführer. Buchmair Ferd., Spritzenmann.
Schlecht Jakob, Rottenführer-
Stellvertreter.
Fröch Ferdinand, Sprißenmeister.
Meßmer Josef
Schauer Ferd.,
Schlecht Johann,
"
Peter Franz,
"
Schuster Josef,
11
Kremser Johann,
"
"
Peter Heinrich,
"1
Plattner Josef, Spritzenmann.
Huber Alois,
Virag Johann,
"1
Huter Alvis,
"
II.
Sprite:
Schmid Anton, Rottenführer.
Hernegger Viktor, Rottenführer-
Stellvertreter.
Nagl Alois, Sprißenmeister.
Hauswirth Alexander,
Bader Johann,
Farbmacher Joh., Sprigenmann.
Bader Josef, Spritzenmann.
Hannig Josef,
Holzer Johann,
"
"
Krater Josef,
"
Kiechl Franz,
"
Eigentler Franz
"
Jamnig Alois,
Schindl Eduard, Sprißenmann. Meir Felix,
"
Schlauchmannschaft:
Ortner Peter, Führer.
Pauli Georg, Schlauchmann.
Pauli Martin
"
Schmid Eduard, Schlauchmann.
Benatti Alois,
"
Scharrer Johann,
"
Dritter Zug:
Epp Alois, Zugsführer und Oberkommandant-Stellvertreter.
Schlecht Jakob, Zugsführer-Stellvertreter.
Seite 20
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Schlauchmannschaft:
39
Schlauchmannschaft:
Gottlieb Wilhelm, Schlauchmann.
Schnaller Alois,
Dietrich Hanns, Führer.
Walcher Anton, Schlauchmann.
Rathgeber Jakob, Führer,
Bader Johann, Schlauchmann.
Steiger Fidel,
Schnaller Joh., Schlauchmann.
"
Posch Josef,
Strele Josef
Thaler Alois,
"
"
Walchegger Johann,
"
Kuen Josef
"
Rieder Josef,
"
Vierter Zug:
Nußbaumer Anton, Zugsführer.
Halbeis Anton, Zugsführer-Stellvertreter.
Felder Camil, Geräthemeister.
Gruber Franz, Signalist.
Wegscheider Jakob, „
"
Wallburger Jakob,
"
Drdnungsmannschaft:
Jörg Josef, Obmann.
Gratl Anton, Obmann-Stellvertreter.
Braitenberg Heinr. v.
Blaas Josef.
Dietrich F. E.
Fankhauser Felix.
Golfer Paul.
Gutmann Ernst.
Glätle Josef.
Gallopp Aurelius.
Haller Franz.
Hueber Hermann.
Höpperger Johann.
Franek Franz.
Kleinschmid Karl.
Klemm Alois.
Kerschner Wenzel.
Kempf Josef.
Mendel Karl.
Minatti Bernhard.
Mayr Josef, Mag.-Beamter.
Mayr Josef, Schuhmacher.
Mayr Franz, f. k. Oberzollamts-
Offizial i. P.
Mayr Franz, Baumeister.
Neurauter Lorenz.
Ortner Anton.
Pirchl Wilhelm.
Ram Johann.
Seep Johann.
Stettner Josef.
Suntowsky Wilhelm. +
Simmerle Simon.
Schöpf Alvis.
Schmidt Friedrich.
Samuda Alois.
Wallpach-Schwanenfeld A. v.
Weiser Gerson.
Steiger:
Lerch August, Rottenführer.
Nairz Alvis, Steiger.
Norer Jakob, Rottenführer-Stell-
⚫ vertreter.
Norer Johann, Rohrführer.
Niedrist Joh.,
Föhringer Peter,
"
Huter Peter.
"
Huter Anton.
Leimgruber Ign.,
"
Hupfauf Jakob.
Wackerle H.,
-Stellv.
Schauer Romed,
"
Hollas Josef.
Zorn Franz, Steiger.
Singewald Ludw.,
Ortler Siegfried,
Niedermaier Al.,
Gundolf Eduard,
Kurz Johann,
"
Sprigenmannschaft:
Halbeis Anton, Rottenführer.
Müller Alois, Rottenführerstell-
vertreter.
Maurer Franz, Sprißenmeister.
Prasthofer Ludwig,
Lener Alois, Spritzenmann.
Kämmerer Friedr.,
"
Gstöttner Ferd.,
"
Huber Ulrich,
Kenda Johann.
"
Wieser Eduard.
Keller Alois,
11
Wieser Andrä,
"
Gapp Anton,
"
Stöckl Johann, Spritzenmann.
Lerch Eduard,
"
Poßnig Felix,
Knechtl Alois,
"
Lener Anton.
Leitgeb J. P.
Lindner Leopold.
Melzer Josef.
Wieser Johann.
Witting Alois.
Zelger Josef.
Zunterer Hermann.
Gstöttner Johann,
Doblander Karl,
"
"
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Verzeichniß
der P. T. ständigen Herren Gönner:
Adam Karl, Altbürgermeister.
Appeller Kasimir, Privat.
Beck Karl, Agent.
Berreiter G., Dr. med.
Bickl A. R., Hausbesitzer.
Dialer Gottfried, Handelsmann.
Dinkhauser Jos., Handelsmann.
Dinter Josef, Dr.
Fankhauser Alois, Agent.
Felderer Carl, Dr., Advokat.
Fink Josef, Drechsler.
Flunger Josef, Hotelier.
Friedrich Johann, Gürtler.
Fischler M. jun., Handelsmann.
Frank Julius, Kunstschleifer.
Ennemoser Josef, Gastwirth.
Gatt F. I., Handelsmann.
Grubhofer, N., Graveur.
Happ Alois, Handelsmann.
Hauser Josef, Hausbesitzer.
Hechenblaickner B., Gemeinderath.
Hibler Gedeon v., Handelsmann.
Höfel Josef, Juwelier.
Hummel Philipp, Hausbesitzer.
Hutter Josef, Baumeister.
Innerhofer Johann, Gastwirth.
Kapferer M., Handelsmann.
Keller Ignaz, Bäckermeister.
Kofler Franz, Konditor.
Kolb Friedrich, Handelsmann.
Konzert Michael, Kunsttischler.
Kopp Alois, Handelsmann.
Lener Johann, Handelsmann.
Malfatti Alois, Handelsmann.
Malfatti Franz, Hausbesizer.
Möslein M., Tischlermeister.
Mörz Friedrich, Dr., Advokat.
Mutschlechner G.,Seidenfabrikant.
Nairz Karl, Hotelier.
Nißt Georg, Gastwirth.
Neuhauser Alois, Hausbesitzer.
Norer Jakob, Hausbesitzer.
Oberer Josef, Hausbesizer.
Onestinghel Cäsar, Dr., Advokat.
Ortlieb Leopold, Hausbesizer.
Ortner Josef, Gastwirth.
Baller Andreas, Schuhmacher.
Birchner Al., Leichenbestattungs-
Inhaber.
Polli Anton, Schneidermeister.
Preyer Josef, Handelsmann.
Pusch Auton, Dr., Advokat.
Pußenbacher Josef, Hausbesizer.
Rapp Franz, Freiherr v., Dr.,
Landeshauptmann.
Riedl Josef, Handelsmann.
Reiß Simon, Handelsmann.
Riegl J. J., Hanselsmann.
Rindfleisch Franz, Handelsmann.
Salcher Alois, Handelsmann.
Schaufler Ludwig, Handelsmann.
Scheiring Johann, Bäckermeister.
Schiesti Franz, Schlossermeister.
Schiesti Josef, Dr., Advokat.
Schöpfer Anton, Hofapotheker.
Schumacher Anton, Handels-
kammer-Präsident.
Schullern A., Ritter v., Bezirks-
schulinspektor.
Schuster Otto, Dr., Advokat.
Schweigl Jakob, Handelsmann.
Spörr Josef, Baumeister.
Stern Julius, Kaufmann.
Stocker Konrad, Handelsmann.
Tiefenthaler Franz, Hausbesizer.
Tschoner Ferd., Handelsmann.
Tschurtschenthaler Johann, Dr.,
Sparkasse-Direktor.
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Tschurtschenthaler Martin, Hand-
lungsfirma.
Vorhauser Joh., Ritter v., t. f.
Hofrath i. P.
Wackernell Josef, Dr., Advokat.
Walde C. A., Handelsmann.
Walde P., Dr., Advokat.
Weyrer J. Söhne, Fabriksbesizer.
Wild Franz, Privat.
Wilhelm Josef, Gastwirth.
Zambra Dom., Handelsmann.
Zelger C., Handelsmann.