Herzog Rudolf IV. und Innsbruck 1363—1365 ========================================= V E R Ö F F E N T L I C H U N G E N A U S DE M S T A D T A R C H I V I N N S B R U C K Herausgeber:Karl Schadelbauer Nr. 23 Herzog Rudolf IV. und Innsbruck 1363 — 1365 von Dr. K a r l S c h a d e lb a u e r I N N S B R U C K 1963 IM S E L B S T V E R L A G DES S T A D T M A G I S T R A T E S Vo n de n V E R Ö FFE N T L IC H U N G E N AUS DEM STADTARCHIV INNSBRUCK sind bereits erschienen: Nr . 1 Innsbrucks stadtgeschichtliches Schrifttum bis zum Jah re 1950 (1. T eil: N r. 1— 2000) von Wilhelm Eppacher und K arl Schadelbauer. 1950. N r. 2 Innsbrucker U rkunden aus dem Stiftsarchiv Wilten (1238— 1350) von K arl Schadelbauer. 1951 N r. 3 Die W ohltäter der L andeshauptstadt Innsbruck von Wilhelm Eppacher. 1951. N r. 4 Briefe aus Alt-Innsbruck (1461— 1873) von K arl Schadelbauer. 1952. N r. 5 Innsbrucker Geschichtsblätter (1. Folge) von K arl Schadelbauer. 1952. N r. 6 Verzeichnis der U rkun den des Stiftsarchivs W ilten von 1138— 1299 von K arl Schadel­ bauer. 1953. N r. 7 Innsbrucks stadtgeschichtliches Schrifttum bis zum Jah re 1950 (2. T eil: N r. 2001— 4770). 1953. N r. 8 Beiträge zur Innsbrucker Kirchengeschichte für Propst Dr. Josef Weingartner. 1954. N r. 9 Lesebuch aus Innsbrucker Stadtgeschichtsquellen. 1955. N r. 10 D ie gefälschten U rkunden des Bischofs Reginbert von Brixen für das Kloster Wilten von Dr. Fritz Steinegger. 1956. N r. 11 Innsbrucker Geschichtsblätter (2. Folge) 1956. N r. 12 D ie St.-Jakobs-K irche in Innsbruck im Lichte der Rechtsgeschichte von U niv.-Prof. D r. H . Lentze. N r. 13 Geschichte der Raum - und Grenzbildung der Stadtgem einde Innsbruck von O tto Stolz. N r. 14 D ie K leinstbände der „D ip au lian a“ — Ein Bücherverzeichnis (Band 1 bis 100) von K arl Schadelbauer. N r. 15 50 Jah re schulärztlicher Dienst in Volks- und Hauptschulen von Stadtphysikus D oktor Leopold Unterrichter. N r. 16 D rei Befehlshefte des Innsbrucker Platzkom m andos vom Jah re 1809 von K arl Schadel­ bauer. N r. 17 Die Kleinstbände der „Dipauliana“ — Ein Bücherverzeichnis (Band 101 bis 200) von Dr. Karl Schadelbauer. N r. 18 Das Stadtspital im Jahre 1839 — Die Beschreibung des Spitalsverwalters Fr. X . Honstetter von Dr. Karl Schadelbauer N r. 19 Die Berichte der „Innsbrucker Z eitung“ von 1810 über das „D epartem en t der obern Etsch. N r. 20 D er Innsbrucker Bürgermeister Felix Riccabona v. Reichenfels von Felix v. Gasteiger. N r. 21 Innsbrucker Ansichtskarten um 1900 von Dr. Karl Schadelbauer N r. 22 Amtliche Stimmungsberichte 1850/51 und 1859/60 D ruck: Tyrolia Innsbruck u s o 63 V E R Ö F F E N T L I C H U N G E N AUS DEM S T A D T A R C H I V I N N S B R U C K H e rau sg e b e r: Karl S ch ad e lb a u e r Nr. 23 Herzog Rudolf IV. und Innsbruck 1363 — 1365 von Dr. K a r l S c h a d e lb a u e r I N N S B R U C K 1 9 6 3 IM S E L B S T V E R L A G DES S T A D T M A G I S T R A T E S Herzog R udolf IV, und Innsbruck Im Jahre 1963 feiert das Land Tirol seine 600jährige Zugehörigkeit zu Österreich. Aus diesem Anlaß sollen im folgenden die Geschicke der Stadt Innsbruck zur Zeit H erzog Rudolfs IV. (1363— 1365) geschildert werden, wie sie sich hauptsächlich aus den zw ölf vom H erzog der Stadt verliehenen Urkunden darstellen lassen. Ihr Inhalt zeigt nämlich nicht allein die Rolle auf, die Innsbruck bei der Übernahme des Landes durch den H absburger spielte, wobei es sich erstmals militärische Lorbeeren holte, son­ dern macht auch mit den wichtigsten Angelegenheiten bekannt, die Stadtobrigkeit wie Bürger in gleicher Weise beschäftigten, wie mit der Finanzlage und den H andels­ beziehungen. D er T ext der zw ölf Urkunden wird im zweiten Teil der Arbeit veröffent­ licht. I. Am 13. Jänner 1363 erlag der kaum zwanzigjährige Landesfürst, H erzog Mein­ hard III., zu Meran einem längeren Leiden, vermutlich der Schwindsucht. Die böse Fam a behauptete sogar, daß ihn seine Mutter, H erzogin M argarete — die vielleicht wegen einer Gesichtsnerven-(Facialis-)Lähmung die „M aultasch“ genannt wurde — , vergiftet habe. Wenn dieses Gerücht, das im Mittelalter beim Tode der meisten hohen Persön­ lichkeiten herumgeboten wurde, auch jeder Grundlage entbehrt haben mag, so läßt es vielleicht doch erkennen, daß man der Landesfürstin, unter deren Herrschaft viel U n­ glück über das Land gekommen war — wie z. B. 1348 die Pest — , nicht mehr restlos zugetan war. Nach dem Ableben ihres Sohnes übernahm die H erzogin für kurze Zeit die Regierung des Landes. Glücklicherweise erschien bereits wenige T age später H erzog R udolf IV. von Österreich, der zweifellos über den Zustand Meinhards III. am laufen­ den gehalten worden war. D as Werben der H absburger wie der Wittelsbacher um das Land Tirol stand vor der Entscheidung. Bereits am 26. Jänner übergab M argarete zu Bozen den drei herzoglichen Brüdern R udolf, Albrecht und Leopold das Land, dessen Regierung sie allerdings bis zu ihrem Tode weiterführen wollte. Die Untertanen sollten sofort den H erzogen huldigen. Die H uldigung fand zu Bozen am 3. Februar, zu Meran am 5., zu Sterzing am 9., zu Innsbruck am 10. und zu H all am 11. statt. Die beiden letztgenannten Städte fanden nur zu bald Gelegenheit, den geleisteten Treueeid mit schweren Opfern zu erhärten. Innsbruck war um das Jah r 1300 noch eine kleine Stadt mit ungefähr 1500 Einwoh­ nern (nach O. Stolz), etwa doppelt so groß als das benachbarte H all. In der ersten H älfte des Jahres 1342 hatte eine so verheerende Feuersbrunst die Stadt heimgesucht, daß H erzog Ludw ig der Brandenburger den Bürgern eine neunjährige Steuerbefreiung gewährte. Die Bevölkerung ihrerseits dürfte bei der großen Pest von 1348 beträcht­ liche Verluste erlitten haben. Die Finanzlage war zweifellos unerfreulich, das Beneh­ men einzelner Landadeliger wenig friedlich. Ein Teil des Adels hielt zu den W ittels­ bachern, etliche gewiß noch zum vertriebenen ersten Gatten M argaretas. Unter diesen Verhältnissen huldigten am 10. Februar 1363 die Innsbrucker Bürger H erzog R udolf IV. Dieser bestätigt ihnen dafür in einer ersten Urkunde, die leider kein Tagesdatum enthält, die alten Briefe und Freiheiten. Wie um seinen Machtbereich 3 bekanntzumachen und sich den neuen Landeskindern vorzustellen, zählt er eingangs eine Reihe seiner Titel und damit Besitzungen auf. Fast wie eine Höflichkeitsgeste mu­ tet es an, daß er sich gleich nach dem Titel eines Grafen von H absburg als G raf von Tirol bezeichnet. Dann folgen seine Adelsprädikate der vorländischen Besitzungen, wie eines Grafen zu Pfirt und Kyburg, eines M arkgrafen zu Burgau und Landgrafen im Elsaß. Anschließend erklärt der H erzog, daß die Landesfürstin, Frau Margret, Herzogin von Bayern und G räfin zu Tirol, seine liebe Muhme, ihn und seine Brüder als nächste und rechteste Erben erkannt habe für die Grafschaft Tirol wie die Herrschaft an der Etsch und im Inntal. Der Richter, R at und die Bürger von Innsbruck hätten ihm und seinen Brüdern „gern und w illig“ geschworen und gehuldigt und ihre wie ihrer Stadt Briefe übergeben. Der H erzog bestätigte und erneuerte sie unverzüglich. Nach der Entgegennahme der Huldigungen kehrte R udolf nach Wien zurück. Erst jetzt fanden die von den Ereignissen völlig überraschten Adeligen, vorzüglich wohl die Anhänger der Wittelsbacher, denen vielfach das eigene Interesse gewiß näher war als das Wohl des Landes, Zeit, über die unerwartet eingetretene neue Lage nachzudenken und Gegenmaßnahmen zu erwägen. Von bayrischer Seite wird man nichts unterlassen haben, um gegen die Österreicher zu hetzen. Die Wittelsbacher zeigten sich sogar bereit, Tirol mit militärischer Macht zurückzuerobern; ein Einfall von dem in bayrischen H änden befindlichen festen Rattenberg aus war zu befürchten. Über die Absichten sei­ ner Gegner wurde H erzog R udolf sicherlich durch treue Anhänger am laufenden ge­ halten. Im Sommer 1363 entschloß er sich zu einer zweiten Reise nach Tirol. Mitte August traf er in H all ein und wäre dort beinahe einer Revolte der Adeligen zum O pfer gefallen. Am 5. September stellt der H erzog auf Tirol eine an die Räte und Bürger von Innsbruck und H all gerichtete Urkunde aus, in der er die große Treue und die dan­ kenswerten Dienste beider Städte „an unserm Angang der Land an der Etsch und in dem Gebirg“ — wie Tirol damals genannt wurde — anerkennt. Er hält es für billig, beide Städte durch besondere Gnaden auszuzeichnen, und, da er dies gerne tun wolle, fordert er R äte und Bürger auf, sich zu beraten, wie er den Städten helfen könne (Urk. N o. 2). Diese Urkunde bekamen die Innsbrucker zuerst in die H ände und teilten ihren Inhalt den H allern nur mündlich m it; dann verwahrten sie das Pergament im Stadtarchiv, das damals wohl nur aus einer festen Truhe bestanden haben mag. Erst 1525 erhielt die Stadt H all auf Befehl Erzherzog Ferdinands eine Abschrift davon (siehe M. Straganz: H all in Tirol, 46, Anm. 2). Drei Wochen später, am 28. September, teilt H erzog R udolf beiden Städten von Meran aus mit (Urk. N o. 3), daß Vogt Ulrich von Matsch der Jüngere — zweifellos einer der Revolutionäre — ihm Treue geschworen habe. D afür übergab er ihm die Feste H örtenberg und 200 M ark Geldes. D as Gericht Hörtenberg verblieb bis 1405 im Be­ sitze der Matscher. Der frühere Landeshauptmann, Vogt Ulrich d. J. von Matsch, wurde nach M. Straganz (1. c. S. 45) erst Ende Oktober zu H all gefangengenommen; seine Freiheit habe er nur durch große Opfer wiedererlangen können. Auch am Ende dieser Urkunde bittet der H erzog die beiden Städte, ihm in gleicher Weise wie bisher zu­ getan zu bleiben. 4 Am 16. Oktober 1363 weilt H erzog Rudolf, begleitet von einem illustren Gefolge, in Innsbruck, um dessen Bürgern in einem umfangreichen Gnadenbrief seinen Dank ab­ zustatten, und zwar, wie er schreibt, „als ein billiger Erkenner empfangenen Gutes“ (Urk. N o. 4). In der langgezogenen Einleitung erwähnt der H erzog alsbald den Ü ber­ fall auf seine Person zu H all: (als wir) „kommen in unsere Stadt gegen H all in dem Inntal und uns da niederließen, daß uns da begegneten und von etlichen Gästen und Leuten auf stundan solche schwere, unbillige, harte, ungewöhnliche und ungerechte Läufe, daß wir in großen Sorgen Leibs und Lebens, Ehren und Gutes, Landes und Leuten gar unsicher waren“ . Unter den vorerwähnten „G ästen“ vermutet Straganz (1. c. 44) Aus­ länder, und zw ar Bayern. Kaum hatten die Innsbrucker von den Unruhen zu H all er­ fahren, so zogen sie als getreue Nachfolger ihrer Vorvordern dorthin und standen dem H erzog männlich und unerschrocken bei. Innsbruck erfährt hierfür den D ank des H ab s­ burgers im besten Sinne. Er verleiht der Stadt gleich ein halbes Dutzend Privilegien, nämlich: Von allen landesfürstlichen Eigen- oder Vogtleuten, wie auch den hergezoge­ nen Personen kann die Stadt als Bürger aufnehmen, wen sie will. Aus allen Gerichten sollen H olz, Wildbret und Fische in die Stadt Innsbruck gebracht werden; ebenso dür­ fen die Innsbrucker Fischer in allen Gewässern fischen. Erbgut, das erbenlose Männer oder Frauen hinterlassen, soll auf die ferneren Erben bis in das fünfte Glied fallen. Alle Innsbrucker Wägen können ohne jede Irrung bis Tarvis fahren und zurück. Schließlich dürfen die Innsbrucker den Wein, den sie in der Stadt selbst verbrauchen und nicht weiterliefern, am Zoll zu Lueg, wie bei allen anderen Mauten und Zöllen, zollfrei durchführen. Überdies bestätigt der H erzog zugleich alle älteren vorliegenden Gnadenbriefe der Stadt. Unter den Zeugen dieser Beurkundung erscheint an erster Stelle Bischof Johann von Gurk, der spätere Bischof von Brixen (gest. 1374). Er w ar Kanzler des H erzogs und stammte aus dem unweit der H absburg gelegenen Schloß Lenzburg im Aargau. An zweiter Stelle steht Abt Konrad (II.) Speiser von Wilten. Seine H altung ist heute nicht mehr genau feststellbar. M ag sein, daß er erst später zur Bayernpartei umschwenkte. D a das Stift Wilten mit* der Stadt Innsbruck wegen der kirchlichen Rechte auf ge­ spanntem Fuße stand, wäre es denkbar, daß der Abt aus Opposition zu den habs­ burgfreundlichen Bürgern bayernfreundlich wurde. Jedenfalls haben ihn die Innsbrucker am 4. Novem ber 1368 in der Sill ertränkt. H erzog Leopold III. nahm diese U ntat den Bürgern aber nicht übel, sondern diese noch in Schutz und erklärte, daß sich der Abt wider ihn und das Land „größlich und schwerlich wider seine Treue und Ehre“ ver­ gangen habe. Einige der anwesenden Zeugen stammten aus den Vorlanden, wie G raf Wilhelm von M ontfort, die Grafen H ans und R udolf von Werdenberg-Sargans, G raf Friedrich von Toggenburg und Walther von der Hohenklingen. Letzterer hatte nähere Beziehungen zu Innsbruck. Sein Stammschloß Hohenklingen, über dem Städtchen Stein am Rhein weithin sichtbar gelegen, hatte er seinem älteren Bruder überlassen und war nach Rhein- felden und später Tirol übersiedelt. Seine Frau, G räfin A nastasia von Klingen, machte eine ansehnliche Stiftung für die St.-Jakobs-Kirche in Innsbruck, die H erzog Leopold im Jahre 1382 bestätigte. Im folgenden Jahre übernimmt W alter von Hohenklingen diese Messestiftung seiner inzwischen verstorbenen Frau. D er W ortlaut dieser beiden Ur- 5 künden findet sich im Anhang zur Abhandlung „Beiträge zur Geschichte der St.-Jakobs- Pfarre in Innsbruck“ (Veröff. d. Ferdinandeums, 1927). Unter den zahlreichen Zeugen begegnen weiters der bereits amnestierte Vogt Ulrich von Matsch d. J., dann Peter der Arberger, der 1386 als Bannerträger in der Schlacht bei Sempach fiel, der mächtige Hofm eister zu Tirol, Heinrich von Rottenburg, und zwei Freundsberger. Einige der Genannten waren mit dem H erzog aus den österreichischen Ländern mitgekommen. H erzog R udolf verblieb vermutlich die ganze zweite Oktoberhälfte in Innsbruck, einerseits einen Einfall von Bayern her erwartend, andererseits Vorbereitungen zur A b­ wehr eines solchen treffend. Am 19. Oktober richtet er von Innsbruck aus ein Schrei­ ben (Urk. N o. 5) an die Richter der wichtigsten Südtiroler Weingebiete, wie von Bozen, Tramin, Neum arkt und Neuhaus unter Terlan, und fordert sie auf, darauf zu achten, daß die Weinverkäufe mit den Städten Innsbruck und H all sowie anderen Nordtiroler Orten gerecht vorgenommen werden. Der Weinhandel spielte, was bisher vielleicht noch zuwenig hervorgehoben wurde, in Innsbruck im 14. Jahrhundert zwei­ fellos eine große Rolle. Freilich dürfte er nicht so einträglich gewesen sein wie der H aller Salzhandel, weil der Wein ja erst mehrere Tagreisen weit aus dem Etschlande angeliefert werden mußte. Zur Sicherung der den Innsbruckern zugestandenen zoll­ freien Lieferungen erläßt der H erzog am 27. Oktober noch ein eigenes Schreiben (Urk. N o. 6). Schließlich bestätigt und erneuert er am gleichen Tage noch eine Urkunde H er­ zog Ludw ig des Brandenburgers für den Innsbrucker Spitalskaplan vom 22. Ju li 1342 (Urk. N o. 7). Zu A nfang Novem ber hatte H erzog R udolf seinen Aufenthalt nach H all verlegt. Straganz vermutet (1. c. 47), daß er dem Kriegsschauplatz näher sein wollte. Wenige Tage später begab er sich ja noch inntalabwärts bis zum Eingang in das Zillertal. Am 4. Novem ber erlaubt R udolf (Urk. N o. 8) den H aller Bürgern die Ablösung des gro­ ßen Zolles zu Innsbruck und H all, den der herzogtreue Heinrich Schnellmann pfand­ weise innehatte. Der große Zoll zu Innsbruck ging hauptsächlich von dem durchgeführ­ ten Wein ein. Der Inhaber des großen Zolls war allerdings zur Erhaltung der Inn- brücke verpflichtet. Am 9. Novem ber bestätigt H erzog R udolf den Innsbrucker Bürgern beträchtliche Ausgaben im „gegenwärtigen Krieg . . . gen Bayrn“ (Urk. N o. 9) und weist ihnen hie- für einen Betrag von 150 M ark aus seinen landesfürstlichen Gütern an. Diese wurden von einem sogenannten Propst verwaltet und waren zur Propstei Amras vereinigt. Das Geld war „um K o st“ , also zur Verköstigung der Kriegsmannschaft ausgegeben worden. Die Verpflegung des starken herzoglichen Geleites dürfte einen guten Teil davon ver­ schlungen haben. Uber den V erlauf jener ersten Kampfhandlungen fehlen nähere Nachrichten. D a es damals Brauch war, über die Wintermonate die Waffen ruhen zu lassen, glaubte auch H erzog R udolf um den 10. Dezember ruhig abreisen zu können. Kaum hatte er aber das Land verlassen und die Bayern von seiner Abreise erfahren, da brachen sie neuer­ dings in Tirol ein und verwüsteten alle erreichbaren Siedlungen und brannten sie nie­ der. Die Städte Innsbruck und H all leisteten freilich erfolgreichen Widerstand und konnten nicht eingenommen werden. Der Einbruch einer besonders starken K älte zwang 6 den Feind schließlich zum Abzüge. Die einzige erzählende Quelle, welche über diese winterliche Belagerung von Innsbruck und H all berichtet, ist Goswins Chronik von Marienberg im Vintschgau. D arin heißt es: (nach Jos. Röggel, 1825, und P. B. Schwit­ zer) „A ls sie (die Bayern) nach einigen Wochen erfuhren, daß der gen. H erzog von Österreich sein (Kriegs-)Volk nach H ause geschickt habe und auch selbst heimkehre, drangen sie stärker als gewöhnlich bis zu den Städten H all und Innsprukk vor und legten mit allzu starker H and sowohl vom Dorfe, daß Cirel ( = Zirl) heißt, an, als auch unterhalb durch zehn Meilen alle Ortschaften und was immer sie zum Niederbrennen oder zum Zerstören finden konnten, in Asche. Sie machten dabei eine solche Beute und Verwüstung, wie sie keiner der zu unseren Zeiten Lebenden hörte, daß sie in jenem Tale gemacht worden sei, und einzig die genannten zwei Städte blieben bei jenem Bren­ nen übrig. Dies geschah aber in der Zeit des Dezember, da damals außergewöhnliche K älte herrschte.“ Die Tiroler H istoriker legten bisher diesen Bericht dahin aus, daß das bayrische Heer, aus der Gegend von Rattenberg vorstoßend, innaufwärts bis Zirl vorgedrungen sei. Im „Innsbrucker Geschichts-Almanach — 1947“ (Seite 54) wurde erstmals die M ög­ lichkeit erörtert, daß die Bayern über die Scharnitz hereingebrochen sein könnten und dann von Zirl aus auf zehn Meilen alles niederbrannten. Die ersten Monate des Jahres 1364 liegen im Dunkel. Die erfolgte Einigung mit dem Kaiser teilte R udolf der Stadt H all Ende Mai mit. Gleichzeitig verspricht er selbst nach H all zu kommen oder seinen Bruder dahin zu senden. Die Stadt Innsbruck erhielt erst im September ein herzogliches Schreiben aus Schärding (Urk. N o. 10). D arin erzählt sein Absender eingangs, daß er von seinem Kanzler, Bischof Johann von Brixen, wie von K onrad dem Pranger unterrichtet worden sei, wie fleißig die Innsbrucker seine Sache im K rieg mit Bayern vertreten haben. D afür danke er der Stadt und teile ihr nun mit, daß er auf die Fürbitte des Königs von Ungarn hin mit den Bayern einen bis zum nächsten St.-Georgen-Tag, das ist der 23. A pril 1365, befristeten Frieden geschlossen habe. Dessen nähere Bestimmungen werde ihnen K onrad der Pranger bekanntgeben, der auch eine Abschrift des Friedbriefes bringen werde. Abschließend teilte der H erzog mit, daß er sich nunmehr nach Ungarn begeben wolle; nach seiner Rückkehr werde er wieder nach Tirol kommen. Die letzten zwei Urkunden, die R udolf IV. für Innsbruck ausstellte, stammen vom 4. Juni 1365. Er weilte an jenem Tage auf Schloß Tirol gelegentlich seiner letzten Reise, die ihn nach M ailand führte. Noch einmal bezeigte er seinen treuen Städten Innsbruck und H all seine Dankbarkeit. In der Urkunde N o. 11 teilt er dem R at und der Bür­ gerschaft von Innsbruck mit, daß er von ihren Mitbürgern und Boten alle ihre G e­ bresten und N öte erfahren habe. Er wolle sie wegen ihrer großen Mühe und Arbeit, die sie in seinem Dienste in steter Treue an den T ag legten, durch einen Gnadenerweis er­ götzen. D a die Innsbrucker des Krieges wegen in schwere Geldschuld geraten seien, „b it­ tet“ er sie, sich Wege auszudenken, wie sie „davonkom m en“ könnten. Diese sollten sie ihn wissen lassen, damit er ihnen helfen könne, ihre Schuld zu tilgen. Um aber gleich wenigstens etwas zu tun, überläßt er den Bürgern die Einkünfte der gen. Propstei Inns­ bruck auf weitere zwei Jahre (Urk. N o. 12). 7 H erzog R udolf IV. sollte seine neuerworbene Grafschaft nie mehr Wiedersehen. Am 27. Ju li 1365 erlag er, 26jährig, zu M ailand einer längeren — vermutlich typhösen — Erkrankung. Die Bürger Innsbrucks mögen trauernd am Wege gestanden sein, als man den Leichnam ihres ersten habsburgischen Landesfürsten gegen H all führte, von wo er auf einem Innschiffe zu seiner letzten Ruhestätte in St. Stephan zu Wien gebracht wurde. II. Urkunden-Texte 1. 1363, Innsbruck H erzog R udolf IV. bestätigt den Bürgern zu Innsbruck die alten Briefe und Frei­ heiten. „W ir R udolf der vierd von genaden, ertzhertzog ze Österreich, ze Steir vnd ze Chärnden, herre ze Chrain, auf der Windischen Marh vnd ze Portnaw, graf ze H abs- pvrch, ze Tirol vnd ze Phirt vnd ze Chiburch, marichgraf ze Purgaw vnd lantgraf in Elsazz, veriehen vnd tun chunt offenleich mit disem brief allen den, die in sehent, le- sent oder hörent lesen, wan von haizzens vnd geschaefts wegen der hochgeworen fürstin, frawen Margreten, hertzogin ze Pairen vnd graefin ze Tirol, vnser lieben raumen, die vns vnd vnser prüder ir naehst vnd rechtist erben erchant vnd geoffent hat an der graf- schaft ze Tirol vnd der herschaft an der Etsch, in dem Intal, die vns dazu gefügt vnd gemachet hat die selben lant vnd alle ir hab, als die prief vnd hantuest weisent, die wir dar vber habent, vnd die erbern vnd weisen, der richter, der rat vnd die purger von Insprvkk, vnser lieb getrewn, ze vnsern, vnsrer prüder vnd erben handen gern vnd willichleich gesworen vnd gehuldet habent, vnd habent vns dar vmb iren vnd ir stat offen brief geben. Haben wir als ein graf ze Tirol vnd herre an der Etsch, in dem Intal, für vns vnd vnser prüder vnd erben den egenanten purgern ze Ins­ prvkk, iren nachomen vnd irer stat ewichleich vernewet vnd bestaetiget, vernewn vnd bestaeten ewch wizzentleich mit disem brief alle hantuest vnd prief, alle freihait, recht vnd gut gewohnhait oder genad, die si von vnserm vronen saelig herczog Mein- harten von Chaernden, chunch Hainrich von Pehaim, m argraf Lud(w ig) von Pranden- bvrch, vnsern lieben öhaimen, von herczog Meinhart seinem sune, vnserm lieben swager, von ietzunden frawn Margreten, herczogin ze Pairen vnd graefin ze Tyrol, vnser lie­ ben mumen, vnd von allen fürsten vnd fürstin, grafen vnd graefin, herren vnd frawn ze Tyrol vnd an der Etsch, vnsern voruordern habent herpracht an geuard vnd wellen, daz die selben hantuest vnd brief pey iren chreften beleihen in allen artikln vnd punten, als si lautent, vnd daz in, iren nachomen vnd irer stat werdent staet behalten die egenan­ ten freihait, gut, recht vnd gewonhait, vnd sullen wir, vnser prüder vnd erben si da pey schirmen. D ar vmb enphaelhen wir allen hauptlaeuten vnd amptlaeuten gegenwur- tigen vnd chünftigen vnd allen vnsern vndertanen, daz si die obgenanten purger pei diser bestätigung beleihen lazzen vnd in dawider chain irrung tun in dehainem weg. Vnd des ze ainem waren vnd offen vrchund diser sachen haben wir vnser grozes fürstleichez insigl gehengt an disen brief, der geben ze Insprvkk nach Christs geburt driuzehen hundert jar danah in dem driu vnd sechtzigistem jar vnsers alters in dem vier vnd zwaintzigisten vnd vnsers gewlalts (!) in dem fünften jare.“ Darunter: „W ir der vorbenant hertzog R udolf sterchen disen brief mit diser vnderschrift vnser selbs hant“ P apier-C opie des 14. Jhds. N r. 140. 2. 1363, September 5., auf Tyrol H erzog R udolf IV. dankt den Räten und Bürgern von Innsbruck und H all für ihre Dienste bei der Übernahme des Landes und erklärt sich bereit, ihnen einen besonderen Wunsch zu erfüllen. „W ir R udolff von gotes gnaden herczog ze östereich, ze Steyr vnd ze Kernden, graf ze Tyrol etc. emb(iet)en den erbern vnd beschaiden vnsern lieben getrewen . . . den reten vnd den purgern gemainlich ze Insprukk vnd ze H all vnser gnad vnd allez gut durch der grozzen trew vnd danchperer dinst willen, dam it ir iczund an vnserm an- ganch der land an der Etsch vnd in dem gepirg erberchlich bei vns bestanden seit vnd durch der steticheit willen, der wir ew ewichlich wol getrowen, duncht vns pillich, daz wir ew vnd evr vorgenant stett mit svndern gnaden fürcziehen vnd bedenchen, vnd seind (!) wir das gern tun wellen, geuellet vns wol vnd haizzen ev, daz ir mit einander vber ain komet vnd zu rat werdet mit welcherlay sache vnd gnad ev vnd evern stetten ze helffen sey vnd vns die stükch verschriben sendet, so wellen wir ew in der mazz be­ gnaden, daz ir evre kind vnd evr nachkomen des ymmer mer nutz vnd er gewinnet. Geben auf Tyrol an eritag vor vnserer frowen tag ze herbst, nach Kristes gepurd dreut- zehen hvndert iar darnach in dem drew vnd sechczigisten iare.“ Darunter von der H and des H erzogs: hoc est verum Orig.-Perg.-U rk. N r. 142 — 31 cm 1.: 14 cm b r.; Plica 3 cm; W appensiegel (Bindenschild m it Pfauenfederhelm ) rot m it rotem Rücksiegel an Perg.-Streifen anh., gut erhalten. 3. 1363, September 28., an Meran H erzog R udolf IV. teilt den Räten und Bürgern von Innsbruck und H all mit, daß V ogt Ulrich von Matsch Treue geschworen habe, wofür er ihm die Feste Hörtenberg und 200 M ark übergeben habe. „W ir R u dolff von gotes gnaden herczog ze öster(reich), ze Steyr vnd ze Kernden, graf ze Tyrol etc. emb(iet)en. vnsern getrewn lieben. . . den raeten vnd den geswornen purgern gemainlich ze Insprukk vnd ze H all in dem Intal vnser gnad vnd alles gut. Wir lazzen ew wizzen, daz vns vnser getrewr lieber vogt Vlreich von Metsch der jvnger aufgeben vnd geantwurtet hat, alle die güter, die im von m argraf Ludweigs Zeiten selig in dhainen weg verseczt, verlihen oder verschriben waren, vnd hat sich darczu gen vns vnd vnsern brüdern verpunden mit seinem ayde vnd mit guten briefen wol versichert, daz er fürbas bey vns beleihen sol vnd wil, vnd vns mit aller seiner hab vnd ouch mit leib vnd mit (fehlt ein Wort?) beigestendig vnd geholffen sein wil ewichlich vor der aller menichlich. D arvm b haben wir nach rate vnsers rates vnd der herren gemainli- chen an der Etsch den egenanten vogt Vlreichen also dawider begnadet vnd im die vest Herttenberch vnd zw ay hvndert mark geltes in geanttwurtt, mit der beschaidenhait, wenn wir in anderswo mit alsuil geltes vnd einer ändern behousong versorgen, daz er 9 vns dann die egenante vest Herttenberch mit den zwain hvndert marken geltes vnuer- czogenlich aufgeben vnd wider antwurtten sol. Dauon wan wir von der egenanten sa­ chen wegen der graffschaft ze Tyrol vnd der herschaft in dem Intal aber sicherr vnd geweltiger sein, vnd ez vns nach allem vnserm willen get von den gnaden gotten (!) bit­ ten wir ew mit granczem ernst vnd allem fleizz, daz ir ew wol gehabet vnd ew in der m azz gen vns haltet, als ir das vormals getan habt, als wir ew des sonderlichen wol ge- trawen, wan wir ew verhaizzen bei vnsern fürstlichen gnaden, daz wir vnd vnser brüder darnach trachten wellen, daz ir mitsampt vns aufnemend werdet an eren vnd an gut. Vnd swas ew darüber sag Peter von Havczenhaim , ewr mitpurger, den wir vnserer maynung vnd leuffe wol vnderweiset haben, das geloubet im, wan wir ew cze disen czeiten nicht mer geschreiben mochten. Geben an Meran, an phincztag vor Michahel L X I IIo .“ Rückseite: „Vnsern getrewn lieben . . . den raeten vnd den gesworn purgern gemain­ lich ze Inspruk vnd ze H all in dem Intal“ . Orig.-Papierschreiben N r. 143 — 29 cm 1. : 20 cm br. — aufgedrücktes Siegel abgefallen. 4. 1363, Oktober 16., Innsbruck H erzog R udolf IV. verleiht der Stadt Innsbruck mehrere Privilegien und bestätigt ihre alten Freiheiten. „W ir Rudolff der vierd von gotes gnaden ertzhertzog ze östereich, ze Steyr vnd ze Kernden, herr ze Krain, auf der Marich vnd ze Porttnaw, graf Habspurg, ze Tyrol, ze Phirt vnd ze Kyburg, marichgraf ze Purgow vnd lantgraf in Elazz (!) allen gottes getrewen, die disen brief ymmer gesehent, hörent oder lesent vnd sunderlich vnsern ge­ trewn vndertanen ewichlich vnsern grus vnd erchantnusse diser nachgeschriben dingen. Von dem höchsten throne der göttlichen magenchraft ist fürstlich wesen in diser weite verhenget, aufgeseczt vnd gewirdet, darvmb daz dieselben fürsten alz auzerlesenew liecht von dem almechtigen gotte erleuchten die vinster des volkes, auzreutten die dorne der irrung, vnd nach gotes willen vnd gebotte das volk weisen auf den weg der gerech- ticheit, recht tun vnd rechtlich richten vnd nach pillicher erchantnuzz vnd wizzentlicher schulde die argen verschulten leute mit rechtem gerichte vmb ir missetat in mitleiden der erparmherczicheit straffen vnd da gegen die guten vnd gerechten durch ir grozze trew vnd iren verdienten louf höhen vnd reichen, wirdigen vnd eren mit besondern gnaden, als fürderlich vnd alz gunstichlich, daz ez chöm in ein beyschaft vnd frevde allen ändern leuten, durch das ouch die fürbazzer in lustlich vbung, trewen vnd war- hait bracht vnd geczogen werden. Dis ist, daz wir alz ein pillicher erchenner enphan- gens gutes chvnden allen leuten, da wir vormals bei newen Zeiten durch inganges vnd leiplicher besiczung willen vnsre grafschaft von Tyrol, der rechter, erblicher vnd w iz­ zentlicher herr von natur vnd von gesiecht wir sein chomen in vnser stat gen H all in dem Intal vnd vns da nider geliezzen, daz vns do begegenten vnd von ettleichen gesten vnd leuten auf stunden sölich swere, vnpillich, hertte, vngewöhnlich vnd vngerechte leuffe, daz wir in grozzen sorgen leibs vnd lebens, eren vnd gutes, landes vnd leuten gar vnsicher waren. Vnd da die erbern vnser lieb getrewen, die purger gemeinlich von Inspruk des erst geinnret würden, do zugen si alz getrew nachuolger irr alten vnd er- 10 bern voruordern, von den wir noch ander levte nie nicht anders, denn er vnd gut, gancz trew vnd recht warhait vernomen haben zu vns in die egenant vnser stat gen H all mit irem rate vnd von der gemain alz erberlich alz mechtichlich vnd alz verwegenlich, als getrew piderb levte, die bei vns alz bei irem rechten herren vbel vnd gut leiden oder sterben vnd genesen mit vns wolten. Vnd habent sich hiemit alz mändlich, alz vnder- schrokenlich vnd alz getrewlich zu vns gehalten, daz wir mit helff vnd rate ir vnd vnsrer lieben getrewn der purger gemeinlich von H all, die sich m itsampt in ze gleicher weise getrewlich vnd dinstperlich zu vns hielten von den gnaden des almechtigen gottes vberwunden vnd vberchomen haben genczlich all vnser arkwenigen, hessigen, vngehor- samen vnd widerspenigen, vnd sein mit gewalt vnd eren chomen in nützlich vnd leip- lich gewer des vorgenanten vnsers landes. Darczu vns die vorgenanten vnser purger, alz fürtreffenlich vnd alz getrewlich geholffen vnd geraten habent, daz gen vns, vnsern brüdern vnd erben ewichlich si all, ir nachkomen vnd erben des ymmer geniezzen sullen, alz das pillich ist. Darum b wan wir auz der hohe des keyserlichen gewaltes von vnsern alten vordem her dan sein vnd gescheczet werden ein nämlich vnd fürtrefflich gelid des keyserlichen houbtes, vnd wir als ein obristes houbt vnsrer landen sölich freyhait vnd recht haben von dem heiligen römischen reiche, daz vnzer vordem vnd wir von alter her also gefreyet, bestifftet vnd gefürstet sein, daz wir in allen vnsern landen her- scheften vnd stetten, die wir nu haben oder hinnach gewinnen all freyhait vnd gnad, recht vnd gewonhait durch beschaidenlicher vnd pillicher sachen willen stiften vnd stö­ ren, aufseczen und abseczen, geben vnd nemen, minren vnd meren mugen in vnsern gebieten, alz wol, alz ein Römischer keyser oder kvnig in des heiligen reiches gebieten. Haben wir für vns, vnser brüder vnd erben der aller vollen vnd ganczen gewalt wir haben mit rechter wizzende nach guter vorbetrachtung vnd rate vnsrer fürsten, grafen, freyen, lantherren, dinstleuten, ritter vnd knechten vnsers rates auz volkomenheit vnsers fürstlichen gewaltes mit aller der ordenung, beschaidenhait vnd chraft, Worten vnd ge- perden, die nach den egenanten vnsern freyhaiten vnd rechten dhains weges darczu gehörent, den egenanten vnsern purgern von Inspruk vnd allen iren nachkomen vnd erben ewichlich zu ainem anuang vnsrer gnaden, der si noch fürbazzer ymmer von vns gewarten sullen, gegeben wizzentlich vnd geben mit disem brief sölich recht, freyheit vnd gewonhait, alz hienach geschriben stet: Des ersten geben wir in sölich freyhait vnd recht, daz si auz allen vnsern levten, si sein vnser aygen oder vogtlew t oder herchomen levt purger enphahen vnd nemen sullen, vnd mugen ouch ze gleicher weise in ir purch- recht alle ander gotzheuser, lewt, freylevt vnd vogtleut, wo oder vnder wem die gesez- zen sein, ze purgern enphahen ane vnser vnd menichlichs irrung oder widerred. Darnach seczen wir in dem namen, alz da vor, vnd wellen, daz man auz allen vnsern gerichten lazze zu der stat gen Inspruk füren holcz, wildpret vnd visch, vnd daz ir vischer auf vnsern wazzern vischen ane vnsers vnd allermenichlichs hindernusse oder irrung. Wir setzen ouch vnd wellen, welich man oder weip in derselben stat ane leiberben ab gat, daz des oder der gut vnd hab geualle auf die nechsten erben vncz an die fvm ften sippe. Für­ bazzer geben wir in ouch sölich freyhait vnd gnad, daz man all ir wegen sol geen lazzen, daz si vnd ir knechte die füren mugen an all irrung gen Terueys vnd herwider in allen vnsern herscheften vnd gebieten, da wir herr oder vogt sein, alz si die vor vierczig, 11 dreizzig, zwainczig vnd zehen iaren hin vnd her gefürt habent an alles geuer. Vnd darnach geben wir in von besvndern gnaden die freyung, was si weins in ir stat ewich­ lich fürent, den si darinn vertunt vnd der von der stat nicht chvmt, von demselben wein sullen si an dem Lug vnd an allen ändern mautten vnd zollen zollfrey vnd mautt- frey sein ewichlich. Waz aber si oder ander levt weins von der stat verfürent in andrew lant, von demselben sullen si zusampt ändern rechten, die von alter dauon geuallent, geben zol vnd mautt, die an dem Lug vnd an allen ändern mautten vnd zollen dauon gepürent, vnd sol das in der stat ze Insprukk beseczet werden mit vnsers Zöllners wiz- zen vnd rat von dem Lug, daz daran chain vntrew vnd geuer geschehen mug in dhainen weg. Darüber haben wir ouch den egenanten vnsern purgern von Inspruk bestettet in dem namen, alz da vor, vnd bestetten in ouch wizzentlich mit disem briefe all ander ir freyhait gnad, recht vnd gut gewonhait, wie die geschiket vnd genennet sind, die si von alter herbracht habent nach sag der hantfesten vnd briefe, die si von vnsern vordem der herschaft ze Tyrol oder von vns darüber habent an alles geuer. Vnd ge­ bieten ouch darvmb vestichlich bei vnsern hulden für vns, vnser brüeder vnd erben ewichlich allen vnsern gegenwürtigen vnd chvnftigen houptleuten, amptleuten, purgra­ fen, lantrichtern, statrichtern, Zöllnern vnd phlegern, lantherren, rittern vnd knechten, vnd allen ändern vnsern getrewn vndertanen in vnsrer grafschaft vnd den lande ze Tyrol, an der Etsch vnd dem Intal, daz si di vorgenanten vnser purger von Inspruk ewichlich halten, schirmen vnd beleihen lazzen völlichlich an all irrung bey allen den freyhaiten, rechten vnd gnaden, die wir in pillich vnd gerne gegeben vnd bestett haben, als vor beschaiden ist an all geuerd vnd arge list. Nyemanne dauon vnder allen leuten sey erloubt vnd werde ouch nyeman alz getürftig, daz er die vorgenanten vnser purger nv oder hinnach ymmer an den egenanten gnaden, freyheiten vnd rechten, die wir in gegeben haben alleklich oder bey tailen irre, bechrenche oder beswerte in dhainen weg. Wer ez aber darüber tete mit freuelicner getürsticheit, der wizze darvmb swerlich ver- uallen in vnser fürstlich vngnad vnd darczu in pene vnd puzze fvm f vnd zwanczig m ar­ ken goldes, der zehen mark in vnser fürstlich kamer, zehen mark den vorgenanten vnsern purgern vnd fvm f mark in vnser kantzlei geuallen sullen, als dikch, so ez ze schulden chvmt an all genad. Hiebey waren die diser ding sind geczeuge: der erwirdig vnser lieber getrewr fürst vnd kanzler bischof Johans von Gurk, der erber geistleicher vnser getrewr andechtiger abt Chvnrat von Wiltein, die edeln vnser lieb öhem graf Ott von Ortenburg, graf Wilhalm von Montfort, graf H ans und graf Rudolff von Werden­ berg von sand Gans (!) geuettern, vnd graf Fridreich von Toggenburg, vogt Vlreich von Metsch der junger vnd Walther von der Hohen Klingen freyen, der edel vnser lieber getrewr graf Vlreich von Cyli vnser houptman in Krain, vnd darüber vnser lieb getrewn Hainrich von Rotenburg genant von K altarn hofmaister ze Tyrol, Johans vnd Vlreich von Frevnczperch, Rudolff von Emptz, Peter der Arberger, Hainreich von Po- tendorf, Otaker der Rorer, Hainrich der Raspp, Stephan von Toppei, Hainreich von Rappach vnser hofmaister, Johans Kneuzzer, Klaus vom H avs, Vlreich Anhänger, Kri- stan der Zinczendorffer vnser hofritter vnd ander erberr herren, ritter vnd knecht vil. Vnd darüber zu einem waren vestenen, offenem vnd ewigem vrchvnde geben wir den vorgenanten vnsern sondern lieben getrewn purgern ze Insprukk disen brief versigelten mit vnserm grozzen fürstlichen anhangendem insigel. Der geben ist ze Inspruk an sand 12 Gallen tag nach Kristes gepurd drevczehen hvndert iar darnach in dem drew vnd sech- czigisten iare, vnsers alters in dem vier vnd zwainczigsten vnd vnsers gewaltes in dem sechsten jare.“ D arunter: , , + Wir der vor genant herzog R uodolf Sterken disen prief mit dirr vnder- schrift vnser selbs hant + “ Orig.-Perg.-U rk. N r. 144 — 70.5 cm 1.: 39.5 cm br. — Plica 9 cm — Reitersiegel an rot­ grüner Schnur (in mehrere Stücke zerbrochen, die zusam m engekittet w urden); als Rücksiegel das W appensiegel m it Pfauenfederhelm wie bei der U rk . N r. 2. 5. 1363, Oktober 19., Innsbruck H erzog R udolf IV. fordert die Richter und Gemeinschaften zu Bozen, Tramin, N eu­ m arkt und Neuhaus (südlich von Terlan) auf, darauf zu achten, daß Weinkäufe für die Städte Innsbruck und H all redlich durchgeführt werden. „W ir R udolf von gots gnaden hertzog ze öster(reich), ze Steyer vnd ze Kernden, graf ze Tyrol etc. enb(iete)n vnsern getrewn . . . den richtern vnd den gemaynscheften ze Potzen, ze Tramin, ze dem New nm arkt vnd zu dem Nevnhavs oder wo man an­ derswo bei der Etsch wein geyt oder kaufft auf den spruch vnser gnad vnd alles gut. Wir emphelhen ev vnd wellen gar ernstlich, daz ir schikhet vnd sehet, daz redleich Spruche vnd kevff an dem wein geschehen in solicher weis, daz ev vnd vnsern stetten ze Insprukk vnd ze H alle vnd ouch der lantschafft hie vor rechtleich beschech, vnd daz die spruch gehandelt werden nach alter gewonhait. Vnd ob das yndert verendert wer vnd anders besetzt, denn ez herkomen ist, das sol absein vnd vnuertzogenlich widertan werden. Geben ze Inspruk an phintztag nach sand Lucas tag des ewangelisten L X I I I o .“ Darunter in kleiner Schrift: d(ominus) D(ux) — Steyrer. Orig.-Papierschreiben N r. 145 — 31 cm 1.: 19.5 cm br. — W appensiegel au f der Rück­ seite aufgedrückt. 6. 1363, Oktober 27., Innsbruck H erzog R udolf IV. gebietet allen Zöllnern in Tirol, die Zollfreiungen, die er den Bürgern zu Innsbruck gewährt hat, einzuhalten. „W ir Rudolff von gots gnadn hertzog cze öster(reich) cze (Lücke 5 cm) . . . graf cze Tyrol ect. emb(iete)n allen vn sern Z ölln ern in vnserer herschaft ze Tyrol vber(allP), (d)ie ieczu sint vnd noch künftig werdent, vnser gnad vnd alles gut. Die gnad vnd freyung (der) czöll, die wir vnsern lieben getrewn vnsern bürgern ze Insprukk vnd irn nachchomen getan haben n(ach) irer hantfest sag, die si darvmb von vns habent vnder vnserm grozzem fürstlichen isigel, (geb)ieten wir ew vestiklich bey vnsern hulden, daz ir in die haltet an alle irrung vnd widerred bey de(r) pen, die wir darvber gesatzt haben, als dieselb ir hantfest lautt, wan wir daz ernstlich mainen. Geben ze Insprukk an sand Symon vnd sand Judas abend der zwelfpoten, anno L X I I I o .“ Orig.-Papierschreiben N r. 146 — 29 cm 1.: 18.5 cm br. — auf der Rückseite aufgedrücktes Siegel abgefallen. 13 7. 1363, Oktober 27., Innsbruck H erzog R udolf IV. bestätigt die Urkunde M arkgraf Ludwigs von Brandenburg vom 22. Ju li 1342 für den K aplan des Heilig-Geist-Spitales. „W ir Rudolff von gots gnaden herczog ze öster(reich), ze Steyer vnd ze Kernden, graf ze Tyrol etc. bekennen vnd tun kunt, wan der hochgeborn fürst vnser lieber öheim, marichgraf Ludweig selig von Brandenburg des spitals kapplan ze Insprukk solich genad vnd fürdrung getan hat mit seinem brief, der hie nach von w ort ze wort also verschriben vnd vermerkt stet: Wir Ludweig von gots gnaden marichgraf ze Bran­ denburg vnd ze Lusicz, hertzog in Bayrn vnd in Kernden, graf ze Tyrol vnd ze Görtz etc. veriehen an disem brief, daz wir durch stetichait vnd merung gotsdienstes vnd vnsrer vordem , vnser vnd vnsrer nachchomen sei ze hail vnd ze trost von sundern genaden verlihen haben ewichlich dem chapplan, der des heiligen geystes spitals chapell ze Insprukk ze disen Zeiten besinget oder noch chünftiklich besingend wird, wesenleich freyung aller zöll in vnsrer herschaft ze vier fudern weins Poczner mazzes, davon wir allen vnsern Zöllnern gebieten, die ietzu sint oder noch werdent an allen vnsern zollen, daz si demselben chapplan ierichlich ze ainem mal in dem jar vier fuder wein, als vorgeschriben stet, vngezollet an alle vodrung vnd irrung für lazzen füren vestiklich bey vnsern hulden. Mit vrkunt ditz briefs, dem wir dem chapplan, der ietzu da ist oder nach im da wirt, für vns vnd für vnser erben vnd nachchomen geben mit vnserm insigel versigelten. Der geben ist ze Insprukk nach Krists geburt drewzehen hundert jar vnd darnach in dem zw ay vnd viertzigistem jar an sand Marie Magdalenen tag. Haben wir dieselben gnad vnd den brief bestetigt vnd vernewt, bestetten vnd vernewn ouch wizzentleich für vns, vnser brüder vnd erben, vnd emphelhen vnsern houptleuten, phlegern vnd amptleuten gegenwurtigen vnd künftigen, daz si dem chapplan, wer der ye in dem egenanten spital ist, daran chain irrung tun in dheinem weg. Mit vrkunt dicz briefs geben ze Insprukk an sand Symon vnd sand Ju d as abend nach Krists geburt dreuzehen hundert jar vnd darnach in dem drew vnd sechzigistem jar.“ Darunter: „ + H oc est verum + “ — „Steyer“ A uf der Rückseite: „R g ta ( = registrata) Teuble.“ O rig.-Perg.-U rk. N r. 147 — 28.5 cm 1. : 20.5 cm br. — Plica 4 cm — W appenspiegel wie bei U rk. N r. 2, abgerieben und verwischt. 8. 1363, November 4., H all H erzog R udolf IV. erlaubt den Bürgern zu H all, den großen Zoll zu Innsbruck und H all von Heinrich Snellman, der ihn pfandsweise innehat, abzulösen. „W ir Rudolff von gottes gnaden herzog zw Österreich, zw Steyr vnd zw Kernden, graf zw Tyrol etc. veriehen vnd tun kunt offenlich mit disem brief für vns, vnser brueder vnd erben vmb den grossen zol zw Insprugg vnd zw H all, den vnser getreu (er) Hainrich Snellman in phandesweis innehat, vnd der jerlich giltet hundert vnd fünf vnd sibnzig markh Meraner minz, daß wir vnsern lieben getr(e)un, den bürgern 7 w H all von sundern gnaden erlaubt vnd gunet haben, erlauben vnd gunen mit disem brief, das sy denselben zoll von dem egenannten Snellman an sich ledigen vnd lösen sullen vmb alsuil geltes, als er nach sag seiner phantbrief darauf hat mit der beschaiden- 14 hait, wenn sy den zol also erledigent, das sy dann die nüz, so die negsten zw ay gannze jar nacheinander dauon geuallent, das ist iedtwerders jars hundert vnd finf vnd sibenzig markh legen an die stat ze H all vnd die damit pessern vnd poun nach irn (treuen?) vnd besichtigkhait, wann wir in die darzu geben vnd geschafft habn. Wenn das gesehen ist, was dann des gelts wirt, damit sy den egenanten zol ledigent von dem Snellman, dorfür sulln sy denselbn zol innhaben ab ze niessen vnnd ze obschlag als lang vnz sy sich desselbn irn gelts, das sy dem Snellman nach seinen briefn gebent genzlich ver­ richten vnd gewern, vnd wenn sy das getan habent, so sulln sy den voregenanten zol mit allen rechten, eren vnd nuzen dennoch hiniber die nechsten zw ay jar habn vmb die gewonleichen summe yetweders jars vmb hundert vnd fünf vnnd sibenzig mark, vnnd sulln vns der yhedes jars zw vier quatembern richten vnnd wern, vnnd ob in von dem egenanten zol yber die egeschribnen summe iecht mer geuiel, das sullen sy auch an den paw legen der stat ze pesserung. Mit vrkunt ditz briefs, der geben ist ze H all des sampstages nach aller heilligen tag, nach Krists geburd dreuzehen hundert jar vnnd darnach in dem drey vnd sechzigsten jare. — „ + H oc est verum + “ A bschrift des 16. Jhds. N r. 148 — O rig, im Stadtarchiv H all — H uber, Reg. 373. D azu gehört die U rk. ddo. H all, 11. N ovem ber 1363, mit der H erzog R u d olf dem Heinrich Schnell­ mann befiehlt, den Zoll zur Lösung freizugeben (Orig. Stadtarchiv H all — H uber, Reg. 375). U ber H . Schnellmann schrieb S. R u f im „B oten fü r T iro l“ 1864/171 und M ax Stragan z in „ H a ll in T iro l“ Seite 40 ff. 9 . 1363, Novem ber 9., H all H erzog R udolf IV. bestätigt, daß die Bürger von Innsbruck im Kriege gegen Bayern 150 M ark für K ost ausgegeben haben, und weist ihnen diese aus der Propstei zu Inns­ bruck und Steinach zu. „W ir Rudolff von gots genaden hertzog ze öster(reich), ze Steyer vnd ze Kernden, graf ze Tyrol ect. tun kunt, daz vns vnser getrewen lieben die purger von Insprukk zu dem gegenwurtigen chrieg, den wir haben gen Bayrn, vmb kost auzgeben vnd verdient habent anderthalb hundert march zalperner guter Meraner münzz, vnd haben wir si darvmb geweiset, vnd weisen ouch mit disem brief auf die probstey ze Insprukk vnd ze Stainach mit allen eren, rechten vnd nützen, die darzu gehörent, also mit der beschaidenhait, wenn vnser getrewer Heinr(ich) von Wiltein, vnser purger ze Inspruk, von denselben pröbsteyn verricht vnd gewert ist der fünfthalb hundert vnd fünfzehen march vnd ains phunts perner vnd siben zweintzger, die er dar auf hat vnd die wir im auch von vnsrer kost wegen, d arauf geschaffet haben, als die brief sagent, die er darvmb von vns hat, so sullen sich die egenanten vnser purger ze Insprukk derselben vnsrer pranstay (!) ze Insprukk vnd ze Stainach vnderwinden vnd sich der egenanten anderthalb hundert march davon weren vnd richten an vnser vnd mennichleichs irrung vnd widerred, vnd besunderlich vnsers getrewn Hainr(ich) des Snellmannes, mit des wizzen ez beschehen ist. Vnd süllen ouch niemant darauf schikchen vor in, noch icht schaffen, si werden ee davon gewert. Vnd ob den egenanten vnsern purgern ze Insprukk an den egenanten praustayn icht pruch oder irrung bescheh, ez wer von vnsrer lieben mumen fraw Margreten marichgrefinn ze Brandenburg der eitern, oder von wem daz wer, das süllen wir in vnnerzogenlich (!) auztragen vnd richtig machen, lö daz si irs obgenanten gelts von den vorgeschriben paiden probsteyn schon vnd richtich- leich gewert werden an allen irn schaden nach redleicher beschaidenrr raytung, die si dem egenanten Snellmann oder wer die weil vnser phleger ist, tun süllen. Vnd dauon gebieten wir allen leuten, die in denselben praustayn gesezzen sint, daz si vnsern ob- geschriben purgern ze Insprukk mit allen vodrungen, eren vnd rechten wartend sein von den zeiten, als si an stent, hincz si gewert werdent, als vorgeschriben stet, vestik- lich bei vnsern hulden. Mit vrkunt ditz briefs geben ze H all an phintztag vor Martini nach Krists geburt drewzehen hundert jar vnd darnach in dem drew vnd sechzigistem jare.“ Darunter: „ + H oc est verum + “ O rig.-Perg.-U rk. N r. 149 — 33 cm 1.: 24.5 cm br. — P lica: 5 cm — W appensiegel mit Rücksiegel wie bei U rk . N r. 2 an Perg.-Streifen anh. 10. 1364, September 14., Schärding H erzog R udolf IV. dankt der Stadt Innsbruck für ihre H ilfe im Krieg gegen Bayern und teilt mit, daß er auf die Bitte des Königs von Ungarn hin mit Bayern Frieden geschlossen habe. „W ir R udolf von gots gnaden hertzog ze öster(reich), ze Steyr, ze Kernden vnd ze Krayn, graf ze Tyrol etc. emb(iete)n den erbern vnsern getrewen vnd sunder lieben dem . . . richter, dem . . . rate vnd den purgern ze Insprukk vnser gnad vnd alles gut. Vns habent wol beweiset der erwirdig vnser lieber kanzler pyschof Joh(anne)s von Brichsen vnd vnser getrewer Chvnrat der Pranger, wie gar vleizzig ir zu allen vnsern sachen seit gewesen vnd sunderlichen in disem krieg gen Payrn. Des danken wir ew vleizz(ig) vnd mit ernst vnd tvn ew ze wizzen, daz wir durch bette willen vnsers lieben pruders des königs von Vngern mit den von Payrn ainen frid aufgenomen haben vntz auff den nesten künftigen sand Jörgen tag in der mazze, als der egenante Chvnrat ew weisend wirt vnd ir auch an der abschrift des fridbriefs wol merken mugt, vnd wellen auch vnd mainen ernstlich, daz der frid also von den vnsern gehalten werde. Wir varen auch ietzvnt die richte hinab zu vnserm egenanten prüder von Vngern, vnd wenne wir von dem kommen, so wellen wir vns hin auff zu ew fügen. Was auch der egenante Chvnrat fürbas von vnsern wegen mit ew rede, das gelaubt im, wan er vnsrer mainung völleklich vnderweiset ist. Geben ze Scherdingen an des hai- ligen chrevtzes tag ze herbst, anno L X q u arto.“ — Daneben klein: „dominus concessit.“ Rückseite: „D en erbern vnsern getrewen vnd sunder lieben, dem .. . richter, dem . . . rate vnd den purgern ze Insprugg.“ O rig.-Papier-Schreiben N r. 150 — 29 cm 1.: 20.5 cm br. — W appensiegel auf der Rück­ seite aufgedrückt, jetzt abgefallen. 11. 1365, Jun i 4., T yrol H erzog R udolf IV. erklärt dem R at und den Bürgern von Innsbruck, daß er ihre N otlage und schwere Geldschuld kenne, und ersucht sie, ihm Wege für eine H ilfe wissen zu lassen. 16 „W ir R udolf von gotes gnaden herczog ze Oster(reich), ze Steyr, ze Kernden vnd ze Chrain, graf ze Tyrol etc. enb(iete)n vnsern getrewn lieben . . . dem rat vnd den purgern ze Inspruk vnser gnad vnd alles gut. Wizzet, daz wir wol vernomen haben all ewr gepresten vnd notdurft, die vns evr mitpurger vnd erber botten von evrn vnd der stat wegen habent furgelegt vnd habent die ouch wol darvber vnser antwurt vnd maynung verhört, daz wir ev all zeit ergeczen wellen ewrr grozzen mü vnd arbait, die ir in vnserm dienst mit lautter trew vnd stetikait gehabt habt. Vnd wan ir von des kriegs vnd anderr notdürftigen levff wegen in swer geltschuld geuallen seyt, emphelhen wir ev vnd bitten ernstlich, daz ir ettlich weg gedenkt, wie ir davon komet vnd vns die gelegenhait wizzen lazzet, wie wir ev dann ymmer gehelffen vnd geraten kunnen, damit ir von der schuld ledig werdt. D as wellen wir gern tun, als wir des schuldig vnd gepunden sein. Geben ze Tyrol an mitwochen in den phingst- veyrtagen, L X quinto.“ Rückseite: „Vnserm getrewn lieben . . . dem rat vnd den purgern ze Inspruk.“ Orig.-Papier-Schreiben N r. 151 — 30 cm 1.: 17 cm br. — W appensiegel au f der Rückseite aufgedrückt. 12. 1365, Jun i 4., Tyrol H erzog R udolf IV. überläßt der Stad t Innsbruck wegen ihres Schadens im Krieg gegen Bayern die Propstei zu Innsbruck für zwei Jahre. „W ir Rudolff von gotes gnaden herczog ze Ostereich, ze Steyr, ze Kernden vnd ze Krayn, graf ze Tyrol etc. tun kunt, als vnser getrew lieben der rat vnd die burger vnserer stat ze Inspruk vor vnser brief habent, daz si die probstey ze Inspruk alain vnd nicht die ze Stainach sullen mit allen nuczen, rechten vnd eren innhaben vncz an vnser, vnserer brüder vnd erben widerruffen. Also haben wir in ze ergeczung irs schadens, den si in disem krieg gen Bayrn genommen habent, die gnad getan vnd tun ouch wizzentlich mit disem brief, daz si die obgenant probstey ze Inspruk besunder vnd was darczu gehört, sullen freylich an widerruffen innhaben vnd niezzen von disem hevtigen tag zw ay gancze jar nach einander vnuerczigen, ob wir in hin nach icht mer gnaden tun wolten. Mit vrkund dicz briefs geben ze Tyrol an mittichen in den phingst- veyrtagen, do man zalt nach Christs geburt drevczehen hundert iar darnach in dem fum f vnd sechczigistem jare.“ Darunter: ,,+ H o c est verum + “ O rig.-Perg.-U rk. N r. 152 — 25 cm 1.: 14 cm br. — P lica: 4 cm — W appensiegel ohne Rück­ siegel wie bei U rk . N r. 2 an Perg.-Streifen anh.