Der Innsbrucker Bürgermeister Felix Riccabona v. Reichenfels (1772 — 1831) ========================================================================== VERÖFFENTLICHUNGEN AUS DEM STADTARCHIV INNSBRUCK H erausgeber:K arlSchadelbauer Nr. 20 Der Innsbrucker Bürgermeister Felix Riccabona v. Reichenfels (1772 — 1831) von Dr. Felix Gasteiger INNSBRUCK 1959 IM S E L B S T V E R L A G DES S T A D T M A G I S T R A T E S V Vo n d e n V E R Ö F F E N T L I C H U N G E N AUS DEM STADTARCHIV IN N SB R U C K sind bereits erschienen: Nr. 1 Innsbrucks stadtgeschichtliches Schrifttum bis zum Jahre 1950 (1. Teil: Nr. 1—2000) von Wilhelm Eppacher und Karl Schadelbauer. 1950. Nr. 2 Innsbrucker Urkunden aus dem Stiftsarchiv Wüten (1238—1350) von Karl Schadelbauer. 1951. Nr. 3 Die Wohltäter der Landeshauptstadt Innsbruck von Wilhelm Eppacher. 1951. Nr. 4 Briefe aus Alt-Innsbruck (1461—1873) von Karl Schadelbauer. 1952. Nr. 5 Innsbrucker Gesdiichtsblätter (1. Folge) von Karl Schadelbauer. 1952. Nr. 6 Verzeichnis der Urkunden des Stiftsarchives Wilten von 1138—1299 von Karl Schadel­ bauer. 1953. Nr. 7 Innsbrucks stadtgeschichtliches Schrifttum bis zum Jahre 1950 (2. Teil: Nr. 2001—4770). 1953. Nr. 8 Beiträge zur Innsbrucker Kirchengeschichte von Propst Dr. Josef Weingartner. 1954. Nr. 9 Lesebuch aus Innsbrucker Stadtgeschichtsquellen. 1955. Nr. 10 Die gefälschten Urkunden des Bischofs Reginbert von Brixen für das Kloster Wilten von Dr. Fritz Steinegger. 1956. / Nr. 11 Innsbrucker Geschichtsblätter (2. Folge) 1956. Nr. 12 Die St.-Jakobs-Kirche in Innsbruck im Lichte der Rechtsgeschichte von Univ.-Prof. Dr. H. Lentze. Nr. 13 Geschichte der Raum- und Grenzbildung der Stadtgemeinde Innsbruck von Otto Stolz. Nr. 14 Die Kleinstbände der „Dipauliana“ — Ein Bücherverzeichnis (Band 1 bis 100) von Karl Schadelbauer. Nr. 15 50 Jahre schulärztlicher Dienst in Volks- und Hauptschulen von Stadtphysikus Doktor Leopold Unterrichter. Nr. 16 Drei Befehlshefte des Innsbrucker Platzkommandos vom Jahre 1809 von Karl Schadel­ bauer. Nr. 17 Die Kleinstbände der „Dipauliana“ — Ein Bücherverzeichnis (Band 101 bis 200) von Dr. Karl Schadelbauer. Nr. 18 Das Stadtspital im Jahre 1839 — Die Beschreibung des Spitalsverwalters Fr. X. Honstetter von Dr. Karl Schadelbauer Nr. 19 Die Berichte der „Innsbrucker Zeitung“ von 1810 über das „Departement der obern Etsch. D ruck: Tyrolia Innsbruck 3003 59 V E R Ö F F E N T L I C H U N G E N AUS DEM S T ADTARCHI V I N N S B R U C K H e r a u s g e b e r : Karl S c h a d e lb a u e r Nr. 20 Der Innsbrucker Bürgermeister Felix Riccabona v. Reichenfels (1772 — 1831) von Dr. Felix Gasteiger INNSBRUCK 1959 IM S E L B S T V E R L A G DES S T A D T M A G I S T R A T E S Meinem Vetter Dr. Julius Freiherrn v. Riccabona in Verehrung gewidmet Felix Adam Riccabona v. Reichenfels Ölporträt im Schloß Melans Im Jahre 1370 erscheint erstmals zu Innsbruck ein Bürgermeister als das von den Bürgern gewählte Oberhaupt der Stadt. Die stattliche Reihe aller Bürgermeister, die seit damals die Geschicke der Stadt lenkten, nennt manche bedeutende Persönlichkeit, die im Rahmen der Stadtgeschichte eine ausführliche Biographie verdient. Dankenswerterweise hat es Hofrat i. R. Dr. Felix v. Gasteiger nunmehr unternommen, seinem Ururgroß- vater, dem verdienten Bürgermeister Felix Riccabona v. Reichenfels, zugleich einem der verdientesten Landesverteidiger von 1796/97, eine zusammenfassende Darstellung zu widmen. Diese Arbeit ist aus dem Grunde besonders wertvoll, weil der Autor eine Menge bisher unbekannter Aktenstücke aus dem Familienarchiv im Schloß Melans bei Absam benützen konnte. Der Herausgeber: Dr. Karl Schadelbauer I. Felix von Riccabona als Landesverteidiger Anläßlich der 100-Jahr-Feier 1897 veröffentlichten die „Neuen Tiroler Stimmen“ unter dem Titel: „Aus dem Leben eines Landesvertheidigers von den Jahren 1796 und 1797“ einen längeren, nicht signierten Aufsatz über Felix v. Riccabona. Ferdinand L e n t n e r bringt auf Seite 120 seiner kriegspolitischen Denkwürdigkeiten aus Tirols Freiheitskriegen 1797 eine kurze biographische Skizze über Felix v. Riccabona. In dem 1957 erschienenen Buch von Franz K o l b : „Das Tiroler Volk in seinem Freiheits­ kampf 1796 bis 1797“ wird Riccabona wiederholt rühmlich erwähnt. Nach der Zugäng­ lichmachung des Archivs von Melans durch das freundliche Entgegenkommen des Schloßbesitzers Dr. Julius Freiherr v. Riccabona kam vieles, bisher nicht oder nur kaum Bekanntes zum Vorschein, auch manche Schriftstücke aus der Feder Riccabonas selbst, so daß es nunmehr nach Verwertung des gesamten erreichbaren Quellenmaterials möglich war, dieses vortrefflichen Mannes Leistungen in Krieg und Frieden in einem zusammengefaßten Lebensbild darzustellen 1. Im weiter gesteckten Rahmen des heurigen Jubiläumsjahres geziemt es sich wohl, auch jener Vaterlandsverteidiger zu gedenken, die für sich den Ruhm beanspruchen dürfen, am Ausgang des XVIII. Jahrhunderts zur großen Vorschule für den grandiosen Waffengang der Tiroler 1809 mit den militärischen Kräften des korsischen Eroberers geworden zu sein. Damals trugen die französischen Heere der Revolution unter General Bonaparte auf den Spitzen ihrer Bajonette die Errungenschaften der Revolution in die benachbarten Länder. Zu diesen Errungenschaften gehörten die Beseitigung der angestammten Mon­ archen und der Kampf gegen die Religion. In Tirol war man von diesen Zielsetzungen genau unterrichtet; auch wußte jeder Tiroler nur zu gut, daß ihm mehr politische Frei­ heit und Gleichheit, als er bereits wirklich hatte, von niemandem gegeben werden kann; deshalb war das Bergvolk entschlossen, an der Seite der kaiserlichen Truppen den Ein­ dringlingen entgegenzutreten, Religion, Landesfürst und Vaterland mit Gut und Blut zu verteidigen. Das Tiroler Schützenwesen und das Aufgebot war zu Beginn der Feindesgefahr 1796 noch nicht so gut organisiert wie 1809, aber vom gleichen Geist beseelt, der die Kämpfer zwölf Jahre später zu historischen Taten befähigte. Ein solcher von glühen­ dem Patriotismus erfüllter Vaterlands Verteidiger war der junge Schützenhauptmann Dr. Felix Adam Maria R i c c a b o n a von Reichenfels. Seine "Wiege stand in Vigo di Fassa, wo er am 12. Jänner 1772 als fünftes von elf Kindern geboren wurde. Sein Vater Johann Hieronymus war hochfürstlicher Brix­ nerischer Landrichter, später Brixnerischer Hofrat, Stadt- und Schloßhauptmann von Bruneck. Seine Mutter Maria Franziska entstammte der Margreiaer Familie E b e r - s c h l a g e r zu Koflegg und Lehenegg. Nach Absolvierung der Mittelschule — welches Gymnasium, steht nicht fest — inskribierte Riccabona an der k. k. Studienanstalt zu Pavia (ticinensische Universität), wo er am 13. 4. 1796 zum Dr. juris promovierte. Gleich darauf eilte er in seine bedrohte Heimat und beteiligte sich eifrigst an der Auf­ stellung der Fleimser Schützenkompanien. Durch das Vertrauen der Mannschaft wurde er an die Spitze der 1. Fleimstaler Scharfschützenkompanie berufen2. 1 Die Stadtratsprotokolle aus der Amtsperiode Riccabonas als Bürgermeister von Innsbruck sind nicht vorhanden 2 Die 2. Kompanie befehligte der tapfere H auptm ann Lorenz S i g h e 1 e. 5 Finden auch die Leistungen Riccabonas in der eingangs zitierten Literatur ihre ge­ bührende Würdigung, so sollen im Rahmen dieser Biographie die Originalzeugnisse der Offiziere des regulären Militärs und die Belobigungen der Landesfürstlichen und Land­ schaftlichen Defensions Deputation unmittelbar zum Leser sprechen und darüber hinaus ihn in die Lage versetzen, von kriegerischen Taten des pflichtbewußten, fähigen Kom­ panieführers und späteren Abteilungskommandanten in einer zusammenhängenden Schilderung zu erfahren, wobei es sich freilich nicht vermeiden ließ, bereits Publiziertes einzubauen. Im September 1796 war Riccabona mit seiner Kompanie im Nons- und Sulzberg. Der Schützenoberkommandant Johann Graf v. A r z stellt Riccabona d. d. Male, den 8. Sep­ tember 1796 folgendes Zeugnis aus3: „Der Herr Felix von Riccabona zu Reichenfels, Hauptmann der Scharfschützenkom­ panie aus dem Fleimsertal hat sich während seines Aufenthaltes auf dem Nons- und Sulzberg sowohl durch die bei seiner Mannschaft beobachtete Zucht und Ordnung, als auch durch seinen Mut, Eifer für das allgemeine Wohl und seine Bereitwilligkeit in der Besetzung der gefährlichsten Posten, besonders als von der Seite Judikariens Gefahr drohte, alle Militär Patrouillen mitzumachen, so ausgezeichnet, daß er vorzügliches Lob verdient und sich sowohl auf die diesseitige volle Zufriedenheit, als auch auf den Dank des Vaterlandes gegründte Ansprüche erworben hat.“ Zufolge eines dringenden Dekretes der Landesdefensions Deputation erhielt Ricca­ bona, der mit seiner Kompanie in Romal (bei Cles) stand, den Befehl, sich eiligst ins Fleimstal, der engeren Heimat der Kompanie, in Marsch zu setzen, in Neumarkt beim kommandierenden General D a v i d o v i c h sich zu melden und von ihm die weiteren Befehle entgegenzunehmen. Im Marschbefehl d. d. Brez (Sulzberg) vom 8. 9. 1796 heißt es weiter: „Übrigens hofft man von dem bisher bezeigten Eifer und Mut sowohl des Herrn Hauptmanns als auch seiner Kompanie, der man das Zeugnis besonderer Zufriedenheit geben muß, daß selbe auch in ihrem neuen Standort die nämlichen Dienste leisten werde und besonders alles mögliche zur Aneiferung ihrer Landsleute sowohl in Worten, als gutem Beispiel beitragen wird, damit solche zu den Waffen greifen und mit vereinten Kräften den Feind von den Grenzen zurückzudrängen trachten.“ (Der Marschbefehl ist von Josef Alois v. Riccabona, Onkel des Felix, unterschrieben 4.) Fortan finden wir Riccabona im Fleimstal 5 und in den welschen Konfinen. Das auf den linksufrigen Höhen des Cembratales gelegene Brusago war im Oktober 1796 wiederholt Schauplatz von Kämpfen, an denen Riccabona mit seiner Kompanie beteiligt war. In einem Schreiben des Schützenkommandanten S e b a s t i a n i vom 13. 10. 1796 an die Landesfürstliche und Landschaftliche Defensions Deputation in Bozen werden die Verdienste hervorgehoben, die sich Riccabona bei einem Nachgefecht am 6. Oktober und am 12. Oktober 1796 bei Brusago erworben hat, die diese veran- laßte, dem Schützenhauptmann Riccabona und der ganzen Kompanie die vollste An­ erkennung wie folgt auszusprechen: 3 Die wörtlich angeführten Auszüge aus den Zeugnissen, D okum enten usw. sind der heuti­ gen Schreibweise angepaßt. 4 Josef v. Riccabona war landschaftlicher Defensions-Kommissär. Im K om m unikations- und Verpflegswesen hat er sich größte Verdienste erworben. Beim Vormarsch Laudons nach Brixen wurde er, der stets an der Seite Laudons war durch die Explosion eines eroberten Pulverkarrens schwer verletzt, kam aber m it dem Leben davon. 5 Die Bezeichnungen Fassatal für den Oberlauf des Avisio, Fleimstal für den M ittellauf und Cem bratal für den U nterlauf scheinen damals nicht gebräuchlich gewesen zu sein; für das ganze Tal galt der Sammelname Fleimstal. 6 „Der H err Kommandant v. Sebastiani hat dieser Deputation durch umständlichen Bericht vom 13. d. M. die Verdienste bekannt gemacht, die der Herr Hauptmann sich sowohl durch sein unermüdetes patriotisches Benehmen überhaupt, als auch insbeson­ dere bei dem am 6. Oktober mit Ehre zurückgeschlagenen feindlichen Angriff und bei dem am 12. Oktober dem Herrn Oberleutnant v. A n a c k e r geleisteten Sukkurse erworben hat. Zugleich hat gedachter Herr Kommandant auch die Tapferkeit und den Patriotismus der ganzen Kompanie des Herrn Hauptmannes, denselbe bei jeder Ge­ legenheit, besonders aber in den angezeigten zwei Affären gezeigt hat, angerühmt. Wir sehen uns hierüber verpflichtet, vorzüglich dem Herrn Hauptmann für sein kluges und unerschrockenes Betragen hiemit unsere volle Zufriedenheit und Erkennt­ lichkeit zu erkennen zu geben und tragen demselben zugleich auf, seiner unterhabenden Kompanie ebenfalls unsere vorzügliche Zufriedenheit über ihr braves Betragen bekannt­ zumachen.“ Zum erwähnten Gefecht vom 12. Oktober 1796 kam es, als der k. k. Flauptmann und Vorpostenkommandant von A n a c k e r mit achtzig Mann bei einem’Patrouillen­ gang in einen Hinterhalt geriet und gezwungen war, sich mit einem zahlenmäßig weit überlegenen Feind, der ihn zwischen zwei Feuer gebracht und schon überflügelt hatte, in einen Kampf einzulassen. Riccabona erkannte die kritische Lage, eilte kurz entschlos­ sen mit seinen Leuten herbei, hieb die Kaiserlichen heraus und hat mit ihnen vereint zur gänzlichen Werfung des Feindes entscheidend beigetragen. Die Franzosen verloren 22 Mann an Toten und 5 Verwundete; die eigenen Verluste betrugen 6 Schwer- und 3 Leichtverwundete. Im Zeugnis d. d. Trient vom 25. November 1796 schreibt der Oberleutnant de L a N o t t e des ungarischen Inf-anterie-Regimentes Erzherzog Anton über Riccabona: „Als es durch Unglücksfälle an regulären Truppen in Tirol fehlte, so wurde ich, Endesgefertigter, durch den Herrn General Freiherrn v. Vukassovich mit einem De­ tachement Militär und 5 Kompanien Landesschützen bei Brusago auf Vorposten ge­ stellt, bei welcher Gelegenheit sich der Herr Hauptmann Riccabona mit seiner Kom­ panie Landesschützen vor den übrigen Landesverteidigern besonders hervorgetan, auch bei den vom Militär und Landesschützen vereint vorgenommenen Rekognoszierungen und Patrouillen sich stets mit Aneiferung seiner Leute an das vorgegangene Militär ge­ halten und selbes mit außerordentlicher Bravour unterstützt hat —“ Der k. k. Hauptmann vom Wallach-Illyrischen Regiment, Peter v. Stoiesevicz, rühmt, daß Hauptmann von Riccabona auf den Posten Graun, Grumes und Sover (Cembratal) bei verschiedenen Gefechten durch persönliche Tapferkeit, Mut und Ent­ schlossenheit sich besondere Ehre gemacht habe. In seinem Attest d. d. Torbole vom 24. November 1796 bezeugt der k. k. Major v. F e t t vom Infanterie-Regiment Preiß: „Hauptmann v. Riccabona hat auf den Posten Sover und Sette Fontane (Cembratal) sehr oft mit dem Feinde ,scharmiziert‘ und zur Behauptung des wichtigen Postens Sover sehr vieles beigetragen. Bei der Vorrückung auf Bedollo hat Riccabona den wichtigen Posten im Tal Ragnana (Seitental des Cembratales) bezogen und durch 10 Tage ange­ sichts des Feindes behauptet, dann vom 3. Nov. Piazze mit seiner Kompanie und 60 Mann Militär besetzt und, da der Feind am 4. November einen Angriff auf Piazze machte, den Feind solang aufgehalten, bis ich von Bedollo Verstärkung dahin zu schik- ken Zeit gewann. Überhaupt hat sich besagter Hauptmann v. Riccabona in allen feindlichen Vorfallen- heiten und besonders bei der allgemeinen Vorrückung auf Trient, bei welcher Gelegen­ heit er laut einvernommenen echtcn Zeugschaften als erster auf die feindlichen Schanzen bei Piazze gesprungen, La Guarda eroberte und auch als erster den Berg Rizzolago ein­ 7 nahm, wo er viel Feinde ,erlegte4, zugleich mit eigener Hand vier Franzosen zu Gefan­ genen machte, so sehr hervorgetan, daß er sich die Zufriedenheit des Herrn Generals Baron v. Vukassovich vollkommen würdig gemacht. Zur Bestätigung meine eigene Unterschrift und beigedrucktes Siegel.“ Unstreitig konnte Riccabona, was auch von höchster Stelle anerkannt wurde, das Verdienst für sich buchen, durch die Einnahme des Gebirges bei Sover und sein Stand­ halten bei Bedollo den Durchbruch der Franzosen in das Cembratal verhindert zu haben. W ir lassen nochmals Oberleutnant de La N o 11 e zu W orte kommen: „Nicht minder hat sich besagter Hauptmann v. Riccabona bei der Hauptattaque vom 4. November 1796 auf die Position von Pine mit wahrer Vaterlandsliebe und Eifer, bei der Attaque allda sich mit den in den Feind mittelst dem Bajonett eingedrungenen Militär vermischt und bei der Verfolgung des flüchtigen Feindes etliche zu Gefangenen gemacht. Überhaupt hat sich Hauptmann Riccabona in obbesagter Affäre nicht nur zur Ehre und Nutzen des Vaterlandes besonders ausgezeichnet, sondern hat auch bei der zweitägigen Schlacht von Calliano (nördlich von Rovereto im Etschtal) sich mutvoll hervorgetan, welches ich als Bürge der Wahrheit mit meinem Namen als Augenzeuge hiemit bestätige.“ Am 6. und 7. November 1796 tobte die Schlacht von Calliano, die mit einem Sieg der Kaiserlichen und der Räumung Tirols durch die Franzosen endete. In dem eingangs zitierten Buch von Kolb lesen wir auf Seite 394, daß Hauptmann Riccabona mit 50 seiner Schützen an Seite von Mahoni-Jägern unter den ersten in das Schloß Pietra mit stürmender Hand eindrang. Auch Generalmajor Freiherr v. Vukassovich bestätigt, daß Riccabona in der Schlacht von Calliano und bei der Verfolgung des Feindes mit her­ vorragender Tapferkeit gefochten habe. Am 25. November 1796 erfolgte die Ernennung Riccabonas zum Abteilungskom­ mandanten 6. Am Jahresende 1796 standen vier Kompanien unter dem Kommando Riccabonas im Abschnitt Folgaria und Lavarone mit vorgeschobener Spitze bis Asiero. Zu Kämpfen kam es jedoch nicht. Anfangs Dezember machte Riccabona als Abteilungskommandant aus eigenem Antrieb in den lessinischen Bergen eine Inspektionstour, die ihn bis Schio führte, wo er die Positionen des Feindes auskundschaften wollte. Da er dort aber nichts Bestimmtes erfahren konnte, schlich er sich unter größter Lebensgefahr bis Vicenza und dann bis Verona durch, wo damals das französische Hauptquartier war. Er brachte von diesem kühnen Kundschaftsgang für die Führung wichtige Nachricht zurück. (Kolb, Seite 409/10). Der k. k. Oberstleutnant und damalige Landoberst Freiherr von B a 1 - t e s e r bestätigt rühmend dieses glänzende Bravourstück Riccabonas. Im Februar 1797 mußten die Schützen wegen des raschen Vordringens der Franzosen durch das Valsugana und der Bedrohung Trients vom Süden und Westen zurückgehen. Über diesen Rückzug scheint die Defensions Deputation keine richtige Information erhalten zu haben, weshalb sie von Riccabona aufklärenden Bericht verlangte; die Rechtfertigung Riccabonas liegt nicht vor; aus der Antwort der Defensions Deputation an ihn kann man entnehmen, daß er, vielleicht hart angelassen, sein Kommando zurück­ legen wollte. Das Schreiben der Defensions Deputation hat folgenden W ortlaut: „Durch die anher aufgeklärte Ursache, aus welcher die desselben Kommando unter­ stehenden Kompanien zum Rückzug aus Val Astico aus Arsiero zu spät beordert wur­ den und derselbe bei diesem Rückzug von seiner Division getrennt war, finden wir den Herrn Abteilungskommandanten vollkommen gerechtfertigt. 6 W ortlaut siehe Anhang N r. 1. Die öfteren Beweise, welcher der Herr Abteilungskommandant von genauer Erfüllung seiner Pflichten und von rühmlichem Patriotismus gab, ließen uns auch an solche voll­ ständige Rechtfertigung schon zur Zeit nicht zweifeln, als wir hierüber Bericht forder­ ten. Überdies versehen wir uns von diesem bisher erwiesenen Patriotismus, daß der H err Abteilungskommandant sein Kommando beibehalte und weder Strapazen noch Gefahr scheuen werde, um das Vaterland durch gute und mutvolle Anführung seiner Kompanien möglichst zu schützen.“ Am 20. März 1797 bei Verla (nördlich von Lavis), wo die Feindesgefahr von drei Seiten bedenklich war, leistete Riccabona fünf Stunden lang tapferen Widerstand, bis er, ohne Nachricht durch das Ausbleiben der Patrouillen, durch dichten Nebel an Aus­ sicht behindert, plötzlich von einem zehnfach überlegenen Feind umzingelt war und gefangengenommen wurde. Man brachte Riccabona mit den anderen Gefangenen nach Trient und sperrte ihn in aas Kastell; die Behandlung war hart; sogar standrechtliche Erschießungen von Gefangenen fanden statt. Erst als L a u d o n am 10. April 1797 in Trient einrückte, wurden die Gefangenen aus ihrer kritischen Lage befreit. Tirol war vom Feind gesäubert, damit auch die kriegerische Laufbahn Riccabonas beendet. Ge­ neralmajor Freiherr von Vukassovich bezeichnete Riccabona als einen der tapfersten und vorzüglichsten Landesverteidiger, der sich den Anspruch auf die für solche Lei­ stungen bestimmten Belohnungen erworben hat. Gestützt auf seine glänzenden Zeugnisse sowie auf ein Dekret der Hofkommission zu Innsbruck vom 21. März 1797, demzufolge Erzherzog K a r l den Offizieren der Tiroler Schützenkompanien, die mit den k. k. Feldtruppen gedient und sich ausge­ zeichnet haben, zugesichert hat, Gesuche um Verleihung des Militär-Maria-Theresien- O rdens7 beim Kaiser befürworten zu wollen, hat Riccabona sein Bittgesuch um die Zuerkennung dieser Kriegsauszeichnung eingereicht. Den Militär-Maria-Theresäen- Orden erhielt er aber nicht, wie keiner der Schützenoffiziere in den Kriegsjahren 1796 und 1797. Das Bittgesuch, das vom 30. 7. 1797 datiert ist und in Bruneck geschrieben wurde, schließt mit den bezeichnenden Worten: „Der Unterzeichnete schmeichelt sich, daß die vorangeführten Umstände (gemeint ist sein Verhalten vor dem Feinde) ihn nicht nur von dem allfälligen Vorwurfe einer Vermessenheit bei diesem seinen Gesuche befreien, sondern auch einer gnädigen Rück­ sicht um so mehr würdig machen können, als einerseits dieselben Handlungen ent­ halten, zu denen den Unterzeichneten seine Pflicht nicht unmittelbar verhalten und die er also ohne Verantwortung hätte unterlassen können, aus denen aber zugleich wirklich Gutes erfolgt ist, und als andererseits Se. königliche Hoheit der Erzherzog Karl bei der abgegebenen gnädigsten Zusicherung der in Rede stehenden Belohnung eben keine so große Taten im Gesichte gehabt haben dürfte, welche bei Landesverteidigern, bei denen der Krieg kein Berufsgeschäft ist, nicht wohl vorauszusetzen ist,“ Am 28. Mai 1798 erfolgte die feierliche Dekorierung Riccabonas mit der goldenen Ehrenmedaille. Im schon mehrfach zitierten Buch von Kolb ist auf Seite 844 die Feier wie folgt beschrieben: „In Innsbruck leiteten frühe Kanonenschüsse den festlichen Tag ein. Die zur Schüt­ zenparade erschienenen Kompanien rückten mit klingendem Spiel auf den Festplatz vor dem Theater. Um 8 Uhr wurde in der St.-Jakobs-Pfarrkirche ein feierlicher Gottes­ dienst abgehalten, bei dem die Stadtgarde die Ehrenwache stellte, während die Bürger­ miliz am Rennweg drei Salven abgab. Die vom rangältesten Hauptmann Josef von W ö r n d 1 e kommandierten Schützenkompanien bildeten am Festplatz ein Karree, 7 Nach den O rdensstatuten hat der Bewerber um die Verleihung des M ilitär-M aria-There- sien-Ordens selbst anzusuchen. 9 worauf der Landeshauptmann Graf W o l k e n s t e i n an die versammelten Landesver­ teidiger eine Ansprache hielt und dann die ersten Ehrenmedaillen an die anwesenden ehemaligen Abteilungskommandanten der Schützen, Philipp v. W ö r n d 1e, Josef v. W ö r n d 1 e, Felix v. R i c c a b o n a und Josef Graf K h u e n, unter Trompeten- und Paukenschall an die Brust heftete“ 8. Mit kaiserlichem Diplom vom 14. 7. 1798 wurde Riccabona zum Schützenmajor ernannt9. Damit schließt der erste und zugleich bewegteste Abschnitt seines Lebenslaufes. II. Felix von Riccabona als Beamter Im Jänner 1798 erhielt Riccabona einen zeitlichen Aushilfsposten bei der Landes­ buchhaltung und wurde dem Generalreferats-Substituten und Buchhalter v. E i b e r g zugeteilt. Bei der allenthalben herrschenden Unsicherheit an den Grenzen des Landes litt es Riccabona nicht in der Amtsstube; der Haudegen wollte hinaus. Einem Schreiben des Landeshauptmannes Graf Wolkenstein vom 5. 1. 1799 an Riccabona entnehmen wir: „Aus der von demselben unterm 4. d. M. anher eingestellten Erklärung hat man mit Vergnügen dessen patriotisches Anerbieten entnommen, bei einer neuerlichen Fein­ desgefahr abermals in unmittelbarer Verteidigung des Vaterlandes sich verwenden las­ sen zu wollen. Man entsteht daher nicht, demselben das diesseitige verdiente Wohl­ gefallen und Belobung mit dem hierüber zu erkennen zu geben, daß man, soweit die gegenwärtig aufhabende landschaftliche Zivilbedienstung dessen zeitliche Entfernung möglich machen dürfte, bei sich ergebendem Ereignis auf solches patriotisches Anerbie­ ten den Bedacht zu nehmen, nicht ermangeln und eben darum an die südliche Schutz­ deputation unter einem hievon die Eröffnung gemacht werde.“ Am 7. 2. 1799 erhielt Riccabona von dieser Stelle die Verständigung, daß er zum einstweiligen Kommandanten der dermalen organisierten 36 Kompanien ernannt wurde; gleichzeitig bekam er den Befehl, sich unverzüglich in Bereitschaft zu setzen, um im Falle einer Feindesgefahr mit seinen Kompanien ausrücken zu können. Dieses Kommando scheint Riccabona nicht beibehalten zu haben; denn lt. Kreditiv d. d. Inns­ bruck vom 18. 3. 1799 wurde Riccabona von der Landesfürstlichen und Landschaft­ lichen Schutzdeputation in Innsbruck als Landschaftlicher Kommissär zu den im Ober- inntal stehenden Verteidigungsmannschaften in das Hauptquartier in Landeck abge­ ordnet. Schon am 21. 3. 1799 langte bei Riccabona ein dringender Appel ein, in dem es unter anderem heißt: „Zugleich muß demselben eröffnet werden, daß zufolge heute eingelaufenen Nach­ richten die Gefahr sowohl von seiten des Vintschgaues als auch Oberinntales äußerst drohend sei und daß wir daher unter einem alle nur möglichen Kräfte aufbieten, um nicht nur die im Oberinntal organisierten und noch nicht ausgerückten Kompanien zur schleunigsten Vorrückung zu bringen, sondern auch die im Wipptal und im Unter- inntal weiters organisierten 16 Kompanien zum eilfertigsten Ausmarsch zu bewegen, ja, wir fordern sogar die Obrigkeiten und Gerichte bei allen ihren Pflichten gegen Gott, 8 Die G. E. M. befindet sich im Besitz von Dr. Julius Freiherr v. Riccabona. 9 W ortlaut des Diploms siehe Anhang N r. 2. 10 Landesfürst und Vaterland auf das nachdrücklichste auf, die weiteren Zuzüge ebenso eifrig als selbst den Landsturm zu organisieren. Man kann demnach auch demselben als Landschaftlicher Kommissär nicht genug ans Herz legen, zur schnellsten Organisierung des Landsturms in den dortigen Gerichten tätigst zu wirken und besonders darauf zu dringen, daß die Sturmmassen eines jeden Gerichtes sobald als möglich ihre Anführer erhalten, um auf den ersten Ruf — welches G ott verhüten wolle — bei eintretender näherer Gefahr sogleich mit Ordnung dahin ausrücken können, wo es die Umstände bieten — —.“ Im April 1799 befand sich Riccabona in Nauders. Der k. k. Major S t r e b e 1 e hatte das militärische Kommando inne, während Riccabona die Aufgabe übertragen war, für die Verpflegung zu sorgen; wie er sich um die Verproviantierung der Truppe verdient gemacht hat, beweist das Schreiben der Schutzdeputation vom 15. 6. 1799: „Der rühmliche Eifer, den derselbe bei allen Gelegenheiten, besonders aber bei den ihm letzthin übertragenen Verpflegkommissariatsgeschäften im Oberinntal für den diesseitigen Dienst bewiesen hat, gibt der Deputation die Veranlassung, demselben ihre besondere Zufriedenheit mit dem Beisatze zu erkennen zu geben, daß ihm hiemit erlaubt werde, zur Richtigstellung der aufgehabten Proviantierungs-Rechnungsgegen- stände 10 bis 14 Tage von der Kanzlei abwesend zu sein, um mit der erforderlichen Ruhe und Verläßlichkeit (diese) zu Hause in Ordnung bringen zu können.“ Zu einem späteren Anlaß 1801: „Es hat die bestandene Landschaftliche Schutzdeputa­ tion dem versammelten Kongreß jene Verwendung anzurühmen nicht ermangelt, mit welcher Riccabona in dem Laufe der verflossenen Landesverteidigungsepoche das Land­ schaftliche Verpflegskommissarintsgeschäft im Oberinntal mehrere Monate hindurch besorgt und durch die hiebei stets bewiesene Einsicht und Pünktlichkeit in gleichem Grade sowohl das Beste der zahlreichen Landesverteidigungskompanien befördert, als das Interesse der Landschaftlichen Kasse handgehabt hat. Der versammelte Kongreß nimmt demnach um so vergnüglicher Anlaß, demselben seine volle Zufriedenheit hierüber zu erkennen zu geben, je lebhafter Stifte und Stände überzeugt sind, daß bei dem obgewalteten Drange der Geschäfte solche mit so vieler Zufriedenheit der Schutzdeputation von selben geleistete Geschäftsführung nur mittels dessen angestrengtem Diensteifer und gleicher Einsicht erzielt werden konnte.“ Da die Gefahr eines feindlichen Einfalles doch nicht so akut war, wie man befürchtete, kehrte Riccabona nach Innsbruck zurück. Als im Spätsommer 1799 abermals von der Schweiz Gefahr drohte, wurde eine Abteilung des N e u g e b a u r i s c h e n Infanterie- Regiments unter dem Kommando des k. k. Oberstleutnants v. B a 1 1 e s e r nach Nau­ ders in Marsch gesetzt sowie ein weiteres Korps von 16 Landesverteidigungskompanien unter dem Befehl des k. k. Majors S t r e b e 1 e. Als Sammelplätze bestimmte man Pfunds und Nauders. Riccabona fiel die Aufgabe zu, von den Gerichten Hörtenberg eine, Petersberg zwei, Imst zwei, Ehrenberg eine, Landeck eine, Laudeck und Pfunds eine, Naudersberg eine und Glurns, Mals, Matsch und Marienberg zusammen eine ordentlich organisierte Kompanie aufzubringen und sie unverzüglich mobil zu machen. Für die Verpflegung der neuaufgestellten Verteidigungsmannschaft war Riccabona verantwort­ lich, dem von der Tiroler Landschaft das Kommissorium hiezu erteilt wrurde; man wählte ihn, weil er bereits im Frühjahr die Verpflegsgeschäfte zur vollen Zufriedenheit besorgte. Ihm wurde ferner aufgetragen, sich auf schnellstem Wege nach Nauders, dem ehemaligen Bestimmungsort, zu begeben und auf der Reise in den betreffenden Ge­ richten die Mobilmachung der angeforderten Kompanien zu betreiben sowie wegen der Verpflegung der ausrückenden Mannschaft mit den Ortsobrigkeiten zu verhandeln und tätig mitzuwirken. Riccabona scheint indessen nicht lange in Nauders geblieben zu sein; denn mit Kreditiv vom 17. September 1799 wurde er von der in Nauders auf­ 11 gestellten Landesfürstlichen und Landschaftlichen Schutzkommission in Defensionsge- schäften nach Chiavenna abgeordnet. Nach zweimonatiger Abwesenheit ist Riccabona wieder in Innsbruck. Am 5. April 1802 wurde Riccabona zum Archivsadjunkten ernannt mit einem Jah­ resgehalt von 400 Gulden. Da auf der Universität zu Pavia nicht alle juridischen Fä­ cher gelehrt wurden, hat sich Riccabona am 3. September 1803 auf der Universität in Innsbruck einer Ergänzungsprüfung über die politischen Wissenschaften, das deutsche Staatsrecht und die Geschichte des deutschen Reiches unterzogen und „auf die von sämtlichen Herren Examinatoren gestellten Fragen so geantwortet, daß er durch die Einhelligkeit der Stimmen zugelassen wurde“. Am 8. Februar 1805 legte Riccabona beim k. k. Oberösterreichischen Appellations­ gericht in Innsbruck eine Prüfung aus dem bürgerlichen Justizfach ab; in Rücksicht der dabei ausgewiesenen guten Kenntnisse erhielt Riccabona das Wahlfähigkeitsdekret zu einem Zivilrichteramt ausgefolgt. Obschon Riccabona bereits in Pavia den D oktor­ grad erlangte, so wurde er jetzt auf Grund der vorerwähnten Prüfungen Volljurist. Die Schutzdeputation in Innsbruck hat Riccabona am 11. Oktober 1805 in Landes- defensions-Angelegenheiten als Eilkurier zur Südarmee in das Hauptquartier des Erz­ herzogs Karl in Lonigo (auf halbem Wege zwischen Verona und Padua) beordert; er hatte den strikten Auftrag, diese Reise „unausgesetzt sowohl bei Tag als Nacht“ zu machen; Riccabona bewältigte die Strecke in 7 Tagen; für diese Leistung erhielt er außer dem Ersatz der Reisespesen im Betrage von 218 Gulden noch eine Sonderzah­ lung von 10 Gulden pro Tag. Im November 1805 trat Riccabona ein wenig erfreuliches Amt an, das er aber mit der gleichen Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit versah als andere ihm mehr zusa­ gende Obliegenheiten; er wurde nämlich zum Inspektor der österreichischen und bay­ rischen Militärspitäler bestellt. Nach dem Abzug der französischen Armee unter Mar­ schall N e y mußte auch noch das zurückgebliebene französische Militärspital betreut werden. Die Tätigkeit Riccabonas als Landschaftlicher Spitals-Versorgungskommissär, wie der Titel lautete, war keine geruhsame bürokratische Angelegenheit, sondern ein aufreibendes Geschäft, das überdies viel Klugheit und Verhandlungsgeschick erheischte, um die Schwierigkeiten zu meistern, die zum Teil auch in den politischen Verhältnissen im Lande gelegen waren. So z. B., als 50 bayrische Verwundete und Rekonvaleszente ankamen, mußten sie von den Österreichern streng abgesondert werden, um Zusam­ menstöße zu vermeiden. Der Leitung Riccabonas unterstanden 3 Spitäler, und zwar eines in Innsbruck in der Sillkaserne, die zu einem Spital umgewandelt wurde, dann Amras und Hall. Zum vornehmlichsten Aufgabenkreis Riccabonas gehörten die Be­ schaffung der Verpflegung, die Abfassung von Kontrakten mit den Lieferanten, die Überprüfung der Zubereitung der Speisen und die Festsetzung der Rationen; ferner hatte er für die Beschaffung der Medikamente und der sonstigen ärztlichen Bedarfs­ artikel zu sorgen, darüber hinaus laufend mit den Spitalskommandanten zu verhan­ deln, Unzukömmlichkeiten abzustellen und Betrügereien des Hilfspersonals zur Anzeige zu bringen und deren Entfernung zu verlangen. Üble Erfahrungen machte er mit dem unreellen hebräischen Viktualienhändler Herz Lemle aus Hohenems, dem er die Spitals­ belieferung entzog. Über alles mußte er umständlich Rechnung legen, genaue Kranken­ ausweise erstellen und täglichen Rapport an die Landesstelle erstatten. Riccabona hat auch eine Spitalsordnung erlassen, die gutgeheißen und unverändert angenommen wurde. Es war begreiflich, daß es Riccabona von dieser unbefriedigenden Tätigkeit wegdrängte und er um die Enthebung ersuchte. Hören wir nun die Antwort der Ti­ roler Landschaft: „Man hat zwar aus dessen Vorstellung vom 5. d. M, bedauerlich entnommen, daß 12 Selber von der aufhabenden Militärspitalsinspektion enthoben zu werden das Ansuchen machte, man hätte vielmehr erwartet, daß Selber diesem Geschäft auch ferners ganz wie bisher sich zu widmen um so minder Beschwernis finden sollte, als durch die ge­ genwärtig eben auf dessen Vorschlag getroffene Einrichtung und zustande gebrachte Kostgebungskontrakt solche Spitalsverwaltung nicht nur schon wirklich möglichst er­ leichtert und vereinfacht wurden, sondern darüber hin noch weiter zu erv/arten ist, daß das königlich bayrische Spital ohnehin ehenächstens in unmittelbare landesfürstliche Regie werde genommen werden. Inzwischen mißkennt man doch nicht, daß dessen Wunsch wieder wie vormals den eigentlichen Berufsgeschäften in dem diesseitigen Archive sich widmen zu können, aller­ dings in Billigkeit gegründet sei und für dessen Diensteifer einen neuen rühmlichen Beweis darstelle. Man entsteht nun nicht, dessen anher geäußerten Wunsche hiemit zu entsprechen, um demselben zur Wiedervornehmung dessen eigener wichtigere Amts­ geschäfte in den Stand zu setzen. Hierbei nimmt man zugleich den angenehmen Anlaß, demselben die diesseitige volle Zufriedenheit und verdiente Belobung für jene Verdienste zu erkennen zu geben, die Selber bei solchen nunmehr seit 6. November v. J. aufgehabten Kommissionsgeschäften ebensosehr für das Beste der landesfürstlichen Sache, als für die gute Besorgung der un­ glücklichen Kranken und Blessierten sich eigen gemacht hat. Es hat Selber nicht nur sogleich bei Errichtung der teils in Amras und Hall angelegten österreichischen Militärspitäler, das wegen des Dranges der Eile mit doppelter Beschwer­ nis verbundene Geschäft der Fournierung derselben mit den erforderlichen Geld- und Kochrequisiten, wie der Beischaffung der Lebensmittel mit gleicher Bereitwilligkeit übernommen, als mit dem entsprechendsten Erfolge in Ausführung gebracht, sondern es hat auch Selber bei der mit dem noch ununterbrochen fortgesetzten Besuchung die­ ser Spitäler für die gute Verpflegung der Kranken besonders in Absicht der Verkösti­ gung wie für die Abstellung und Verbesserung jedes entdeckten Gebrechens unaus­ gesetzte Sorge getragen und hiebei weder durch die Gefahr der Ansteckung noch durch die beständigen Einstreuungen, welche von so mancher Seite her, dessen Bemühungen entgegengesetzt wurden, sich abschrecken gelassen, die zum Besten des Dienstes nötig befundenen Vorkehrungen in Erfüllung zu setzen. Die zahlreichen von demselben anher erstatteten Berichte und zweckmäßigen Vor­ schläge sind für sich allein schon der redendste Beweis, wie tätig Selber sowohl die gute Verpflegung der Kranken als die möglichste Schonung des Aufwandes sich angelegen hielt und wie billig die endlich durchgesetzte gegenwärtige vorteilhafte Ökonomie­ führung des dermal noch bestehenden hiesigen Spitals ganz allein dessen rastloser Ver­ wendung zuzuschreiben ist.“ Für die unentgeltlich geleisteten Dienste hat Riccabona anläßlich der erbetenen Ent­ hebung vom Posten eines Spitalverwalters eine Remuneration von 300 Gulden bekom­ men; daran knüpfte die Landschaft den Wunsch, die Oberaufsicht für die Verpflegung der nur mehr wenigen österreichischen und französischen Kranken noch weiter zu führen. Man ersieht daraus, wie hoch die Landschaft die Dienste dieses tüchtigen Man­ nes einschätzte. Er wäre nicht Riccabona gewesen, wenn er diesem Wunsche nicht ent­ sprochen hätte. Tatsächlich waltete er neben seiner Tätigkeit als Archivbeamter noch bis Ende Mai seines Amtes als Spitalsinspektor. Am 1. Juni 1808 erhielt Riccabona vom königlich bayrischen General-Landes-Kom- missariat in Innsbruck die Mitteilung, daß er in der Lehenregistratur zur Verfassung eines von Sr. Königlichen Majestät angeordneten Lehenkatasters verwendet wird. Mit königlichem Dekret vom 1. 9. 1808 wurde Riccabona als Registrator zum k. bay­ rischen Finanzamt in Trient versetzt. Das Dekret trägt die eigenhändige Unterschrift 13 des Königs Maximilian Josef und ist mit dem königlichen größeren geheimen lnsiegel versehen. Zum Besuch seines kranken Schwiegervaters und zur Regelung von Familien­ angelegenheiten erhielt Riccabona einen 14tägigen Urlaub nach Innsbruck, von wo er aus nicht bekannten Gründen nicht mehr nach Trient zurückkehrte. Im Kriegsjahr 1809 stand Riccabona bei der von der österreichischen Intendantschaft aufgestellten Landes­ verteidigungsanstalt sowie auch bei der von Andreas Hofer persönlich zusammengesetz­ ten General-Landesadministration in der Eigenschaft eines Kommissärs zur Organi­ sierung der an den Grenzen Bayerns aufgestellten Landesverteidigungsmannschaft und dann als Sekretär in Verwendung. Dadurch hatte er sich bei den Bayern mißliebig ge­ macht; die Folge war, daß man ihm das Ruhegehalt verweigerte und keine Verdienst­ möglichkeit mehr gab. Vom königlich bayrischen provisorischen Administrations-Kom­ missariat des Innkreises, bei welchem Riccabona als Sekretär vorher beschäftigt war, erhielt er lediglich unter dem 14. Juni 1810 ein Zeugnis, daß er den ihm anvertrauten Dienst mit viel Fleiß und vorzüglicher Geschicklichkeit versehen und die beste Konduite gehabt hat. Es ist einigermaßen verwunderlich, daß es ihm bei seiner schlechten poli­ tischen Beschreibung gelungen ist, dieses Zeugnis zu erhalten; denn sein Name war auf der schwarzen Liste in München verzeichnet. Die folgenden Jahre lebte Riccabona zurückgezogen in Innsbruck und widmete sich ganz seiner Familie; er war damals das zweite Mal verheiratet. Erst im September 1813 trat Riccabona wieder an die Öffent­ lichkeit. Mit königlich bayrischem Reskript vom 11. 9. 1813 wurde verfügt, daß an Stelle des Magistrates in Innsbruck ein Munizipalrat und eine Kommunaladministration zu konstituieren ist. Die vom städtischen Gemeindeausschuß getroffene Wahl Riccabo­ nas zum Munizipalrat fand die königliche Bestätigung; die Einweisung Riccabonas in sein neues Amt nahm der hiezu abgeordnete königlich bayrische Kommissär Kreis- administrationsrat W ü r t h m a n n am 16. 9. 1813 vor. Am 24. 10. 1813 erfolgte im Rathaus die Installierung Riccabonas und seine Verpflichtung als Munizipalrat sowie der Beamten der Kommunaladministration. Wie mag Riccabonas patriotisches Herz vor freudiger Genugtuung gepocht haben, als er am 25. Juni 1814 vom königlich bayrischen Polizei-Kommissariat die Mitteilung erhielt, sich morgen mit seinen Beamten zur feierlichen Übergabe des Innkreises an das Kaiserhaus Österreich bereitzuhalten. Am denkwürdigen Tag um 11 Uhr verlas der königlich bayrische Hofkommissär Freiherr von H e t t e r s d o r f im Riesensaal der Hofburg in Innsbruck das Verzichtleistungs-Patent. Damit war die bayrische Herrschaft in Tirol zu Ende 10. III. Felix von Riccabona als Bürgermeister von Innsbruck Vom 11. Juli 1814 bis 1. Juli 1815 war der landesfürstliche Beamte Karl v. T s c h u s i provisorischer Bürgermeister von Innsbruck. Aus dieser Zeit liegt die Kopie eines Proto- kolles vom 26. März 1815 vor, das vom Bürgermeister und sämtlichen Räten unter­ fertigt ist. Diese amtliche Niederschrift zeigt die ungeheuren Schwierigkeiten auf, denen sich die Gemeinde gegenübersah, spricht von Problemen, die einer dringenden Lösung harrten; sie berichtet vom Zustand der Stadt und von dem Maß der kriegs- und okku­ pationsbedingten „Erlittenheiten“ und, was das drückendste wrar, von der fast leeren 10 Südtirol, das N apoleon dem Königreich Italien einverleibte, wurde durch den W iederein­ zug der österreichischen T ruppen in T rient am 15. O ktober 1813 befreit. 14 Stadtkasse11. Man begrüßte daher den Vorschlag der Städte Trient und Rovereto, eine Deputation nach Wien zu entsenden. Die einstimmige Wahl fiel auf den Magistratsrat Dr. Felix v. R i c c a b o n a . Er nahm diese Mission erst über Drängen der Ratsver­ sammlung nur unter der Bedingung an, daß er im Falle eines Mißlingens außer Verant­ wortung bleibe, was ihm zugesichert wurde. Riccabona dürfte bald darauf, versehen mit genauen Instruktionen, die Reise nach Wien angetreten haben; denn der Bürgermeister bestätigte schon mit Schreiben vom 19. April 1815 den Empfang von zwei Berichten, vom 8. und 12. April. „Die zwei Relationen“, steht zu lesen, „gereichen dem Unterzeichneten Magistrat zu seinem ange­ nehmen Wissen und er verdankt Ihnen Ihren rühmlichen Eifer und Ihr patriotisches Benehmen, womit Sie die von demselben angetragenen Einleitungen zur Erwirkung der auf das Wohl der Stadt unmittelbar abzielenden Gegenstände vollführen.“ Riccabona scheint es nur gelungen zu sein, Minister und Referenten für die städti­ schen Angelegenheiten vorläufig empfänglich zu machen und über die wahre Beschaf­ fenheit der Sache aufzuklären sowie die Zusicherung zu erreichen, daß die Entscheidung „der Sache selbst mittels der organisierten Vorgesetzten Stellen seinerzeit erwirkt wer­ den wird“. Riccabona hat vom Stadtmagistrat noch nachstehendes vom 20. Mai 1815 datiertes Schreiben erhalten: „Der Unterzeichnete k. k. provisorische Stadtmagistrat erkennt es als seine unerläß­ liche Pflicht, sowohl für die über Wohldesselben geleistete Deputationsreise an das allerhöchste Hoflager nach Wien erstatteten ausführlichen Relationen und nachdrück­ liche Verwendung als auch für den großmütigen Nachlaß des hiebei aus eigenen Mitteln dargebrachten Zuschusses zur Bestreitung der notwendigen Reisekosten, den innigsten Dank zu erstatten und auch zugleich bei dieser Gelegenheit Euer Wohlgeboren erneuert zu versichern, daß solche Opfer zum Wohl der hiesigen Kommune die schon vorher gehegte Hochachtung auf die höchste Stufe gebracht zu haben. Genehmigen daher wohldieselbe die wiederholte Erneuerung der dankbarsten Ver­ ehrung und des herzlichsten Bestrebens, bei jeder Vorfallenheit die nachdrücklichsten Beweise davon öffentlich an den Tag zu legen.“ Die im landschaftlichen großen Ausschußkongreß versammelten Vokalen des Bür­ gerstandes oder der Städte haben, „bewogen durch die Ansicht der ausgezeichneten Einsichten und Kenntnisse, rastlosen Eifers und warmer Vaterlandsliebe, den H errn Felix v. Riccabona, Bürgermeister der Stadt Innsbruck, in der am 9. Juni 1816 curiatim vorgenommenen Wahl zum Vokalen des Bürgerstandes oder der Städte bezeichnet“. Mit dieser Stelle war vom Tage des Eintritts ein Gehalt von 900 fl. K. W. verbunden. Die Wahl wurde vom Kaiser bestätigt. Mit allerhöchsten Orts erteilter Aktivitäts­ instruktion wurde angeordnet, daß die Amtsfunktionen der „perennierenden Aktivi­ tät“ sogleich zu beginnen haben. Das Armenwesen in Innsbruck bedurfte damals noch vieler Verbesserungen; da nicht einmal die durch a. h. Entschließung vom 5. August 1816 angeordnete Abstellung des Bettels durchgeführt wurde, hat es der Gouverneur Graf Chotek für zweckmäßig be­ funden, eine Kommission unter seinem Vorsitz zu bilden, um die Mittel zu beratschla­ gen, wie auf das schnellste und einfachste dagegen Vorsorge getroffen und das Armen­ wesen vollkommen neu geregelt werden könne. In dem Schreiben an Riccabona vom 25. Oktober 1820 heißt es: „Da ich Ihren Eifer für alles Gute und Ihre Tätigkeit zum Wohle der Menschheit und dieser Gemeinde mitzuwirken kenne, so glaube ich, für den obigen beabsichtigten 11 W ortlaut siehe Anhang N r. i3. 15 Zweck bereits sehr Vorteilhaftes zu leisten, indem ich Sie zum Mitglied dieser Kom­ mission berufe und ersuche, den 2. November um 10 Uhr vormittags in der Präsidial­ kanzlei zu einer Zusammenkunft zu erscheinen.“ Nach dem Ausscheiden Tschusis bat der Magistrat das Gubernium um die Geneh­ migung der Neuwahl. Hierauf wurde demselben erwidert, der erste Magistratsrat hätte die Geschäfte des Bürgermeisters provisorisch zu führen, bis die definitive Organisierung des Gemeindewesens erfolgt wäre. Auf Grund dieses obrigkeitlichen Entscheides trat Riccabona im Juli 1815 an die Spitze des Magistrates und blieb bis 1821 Bürgermeister- Amtsverwalter von Innsbruck. Dieses unsichere Provisorium wollten die Gemeinderäte nicht länger, umso weniger, als sie befürchteten, einen ihnen nicht genehmen Bürgermeister vom Gubernium vor­ gesetzt zu bekommen; diese Furcht war begründet, weil sie auf eine frühere Eingabe, Riccabona als definitiven Bürgermeister zu bestätigen, keine Antwort erhielten. Die Gemeinderäte wandten sich daher an Riccabona direkt mit der Bitte, um die Bürger­ meisterstelle, die seit 23. 10. 1820 ausgeschrieben war, zu kompetieren. Aus dem Schrei­ ben, datiert vom 9. Mai 1821, unterfertigt von sämtlichen 15 Gemeinderäten, erhellt die allgemeine Beliebtheit Riccabonas, es soll daher dem ganzen W ortlaut nach wieder­ gegeben werden: „Die hiesige Bürgerschaft hat zwar schon früher an die hohe Landesstelle die Bitte übergeben, daß Euer Wohlgeboren im Bürgermeisteramte, welches wohldieselben im bisherigen provisorischen Zustande so zur allgemeinen Zufriedenheit verwalteten, be­ stätigt, respektive zum immerwährenden Bürgermeister ernannt werden wollten. Da sich aber aus der bis jetzt noch nicht erfolgten Erledigung dieser Bitte sicher schließen läßt, daß eine hohe Landesstelle dieselbe nicht dem jetzigen Regierungssystem gemäß befunden haben, so wagen cs nun die Unterfertigten, das, was die hohe Landes­ stelle nicht gewährte, von Euer Wohlgeboren selbst nachzusuchen, indem Sie Ihnen das Wohl der Stadt an Ihr väterliches Herz legen, welches immer trachtete, jedes Unheil von derselben soviel als möglich zu entfernen und nur bestrebt war, alles Gute nach Kräften zu fördern, und Euer Wohlgeboren daher herzlich bitten, daß Sie sich an die hohe Landesstelle um Verleihung des hiesigen Bürgermeisteramtes verwenden wollen, um dadurch Furcht und Schaden der gemeinen Stadt einen von Seite der hohen Landes­ stelle gewählten Vorstand zu bekommen, dem sowie die Stadt selbst auch ihr Wohl fremd sein könnte, zu entfernen, indem Eure Wohlgeboren dieses Gesuch als eine allgemeine und einstimmige, für diese Zeit zwar der Stadt unverdient benommene oder doch nur, wie wir zur Vorsicht hoffen, auf geschobene öffentliche Wahl erkennen und annehmen wollen. Mehr zu sagen, wissen wir, erlassen Euer Wohlgeboren unserer ge­ genwärtigen kummervollen Lage und wir wiederholen daher hier nur bloß unsere Bitte, deren Gewährung uns wohldieselben nicht versagen wollen.“ Diesem Wunsche entsprach Päccabona, und er hat sich mit Eingabe an das k. k. Gu­ bernium vom 13. Mai 1821 um die Stelle des Bürgermeisters „bei dem politisch-ökono­ mischen Magistrate der Hauptprovinzialstadt Innsbruck in Kompetenz gesetzt“. Das Haupthindernis erblickte Riccabona in dem Umstand, daß ihm die Prüfung aus dem Fach der „schweren Polizeiübertretungen“ fehlte; er hatte sich zwar, wie er in der Ein­ gabe bemerkt, darauf vorbereitet, den Gedanken, diese Prüfung nachzuholen, aber auf­ gegeben, als Tirol an Bayern abgetreten worden ist, um der Gefahr vorzubeugen, ent­ weder außer Landes gehen zu müssen oder im polizeilichen Fache verwendet zu werden. Ein Beweis seiner Denkungsweise. Am Schluß seiner Eingabe schreibt Riccabona: „Was die Prüfung im Fache der schweren Polizeiübertretungen anbelangt, bin ich be­ reit, selbe nachzutragen, falls sie nicht von Seiner Majestät in der gnädigsten Erwägung huldvollst erlassen werden sollte, daß ich während meiner geführten Amtsverwaltung, 16 wo es viele Aburteilungen über schwere Polizeiübertretungen gab, und wo mir daher auch die Kenntnis der diesfälligen Gesetze und allerhöchsten Vorschriften notwendig war, solche Kenntnis auch an den Tag zu legen Gelegenheit hatte.“ Am 6. Oktober 1821 erhält Riccabona vom Gouverneur unter Nr. 19151/2639 sein Ernennungsdekret; es lautet: „Seine Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 10. September d. J. den bisherigen provisorischen Bürgermeister Felix v. Riccabona mit Nachsicht der prak­ tischen Prüfung für das Richteramt in schweren polizeilichen Übertretungen zum wirk­ lichen Bürgermeister der Stadt Innsbruck allergnädigst zu ernennen geruht. Diese allerhöchste Entschließung wird Ihnen mit dem Beisatze eröffnet, daß Sie sich wegen Ablegung des Diensteides bei dem Unterzeichneten Landesgouverneur zu melden haben.“ In das Jahr 1821 fallen die Vorbereitungen zur Gründung der Sparkasse der Stadt Innsbruck. Das Verdienst an dieser Schöpfung gebührt vor allem dem Bürgermeister der Landeshauptstadt, Dr. Felix v. Riccabona. Wie aus der Präambel12 zu den Statuten der Sparkasse hervorgeht, handelte es sich um einen von Menschenfreunden gebildeten Verein mit humanitären, karitativen und wirtschaftlichen Zielen. Als Wohltätigkeits­ anstalt für die unbemittelten Volksschichten sollte die Sparkasse in Gestalt eines Ver­ eines aufgezogen werden. Am 21. Dezember 1821 fand die konstituierende Versamm­ lung im Rathaus statt; am 12. Februar 1822, am Geburtstag des Kaisers Franz I., wurde die Sparkasse in einem vom Bürgermeister Riccabona zur Verfügung gestellten Raum im Rathaus eröffnet, wo sich auch die ersten Einleger einfanden. Graf Chotek hat in seinem Bericht über die Vereinsgründung an den Präsidenten der Polizeihofstelle, Grafen Sedlnitzky, vom 9. 2. 1822 von den Gründungsmitgliedern ge­ schrieben: „Die Personen, aus welchen der Verein besteht, sind die würdigsten aus dem Adel, der Geistlichkeit und der Bürgerschaft der Stadt. Der Obervorsteher v. Riccabona ist der Bürgermeister der Stadt, ein sehr tätiger, eifriger Mann und einer der wohl­ habendsten Bewohner der S tad t------- Riccabonas Interesse für die kulturellen Einrichtungen seiner Stadt bestätigen das Diplom des Musikvereines vom 1. 1. 1819, womit er zum Ehrenmitglied ernannt wurde und die Ehrenurkunde vom 23. Juni 1825 über seine Aufnahme als ordentliches Mit­ glied in den Museumsverein Ferdinandeum 13. Die Goldene-Dachl-Affäre Da sich damals am Wahrzeichen Innsbrucks schwere Schäden zeigten, gründeten patriotische Bürger der Stadt zur Errettung des historischen Bauwerkes eine Aktien­ gesellschaft, die sich Goldene-Dachl-Bauunternehmung nannte. Riccabona war diesem Vorhaben sehr zugetan, mußte von Zeit zu Zeit mit namhaften Geldvorschüssen aus­ helfen und ist dadurch der bedeutendste Aktionär des Unternehmens geworden. Diese von reinem Idealismus diktierte Flandlungsweise wurde aber Riccabona zum Verhäng­ nis. Das Gubernium vertrat nämlich die Auffassung, daß die Stellung eines Bürger­ meisters gleichzeitig mit der eines Aktionärs inkompatibel sei und notwendigerweise eine Interessenüberschneidung zum Nachteil der Gemeindeverwaltung zur Folge haben müsse. Eigenartigerweise ließ sich das Gubernium auf eine klärende Aussprache nicht ein, sondern griff Riccabona und den ganzen Magistrat in schärfster Form an. In seiner aufschlußreichen Rechtfertigung schreibt Riccabona: 12 T ext siehe Anhang N r. 5. 13 T ext siehe Anhang N r. 6. 17 „Die hohe Landesstelle geruhte mit Dekret vom 24. September d. J. (1828) auszuspre­ chen, daß die Stadt Kommune durch das Benehmen der Aktionäre der Goldenen-Dachl- Bauunternehmung doppelte Nachteile erdulden mußte und legte dem Stadtmagistrat eine vorzügliche Fahrlässigkeit zur Last, daß er nähmlich anstatt das Interesse der Stadt­ kommune durch Erstattung von geeigneten Anträgen zu sichern, mit einer auffallenden Wärme das Interesse der Aktionäre zu vertreten wußte, weswegen der Magistrat für allen dadurch angeblich der Stadtkommune zu gegangenen und noch zugehenden Schä­ den mit dem Vermögen der Magistratsmitglieder als haftend erklärt wurden. Der Magistrat glaubte, diesen tiefkränkenden Ausspruch der hohen Landesstelle einem möglichen Mangel an gehöriger Aufklärung über das eigentliche Sachverhältnis der goldenen Dachl Bauunternehmung umso mehr zuschreiben zu sollen, als diese durch den von hoher Landesstelle mit Verordnung vom 13. Dezember 1821, Zahl 23703, genehmigten Gesellschaftsentwurf zu einer Privatunternehmung gemacht wurde. Er erlaubte sich daher eine ehrfurchtsvollste auf Wahrheit gegründete Vorstellung der hohen Landesstelle zu unterlegen und vorzüglich darin darzutun, daß der vorgelegte Gesellschaftsentwurf von hoher Landesstelle ohne Beschränkung genehmigt wurde, daß nach diesem Gesellschaftsentwurfe die Aktionäre der goldenen Dachl Bauunternehmung der Stadtgemeinde nur als Kapitalisten gegenüberstehen, welche nicht mehr, als einen jährlichen Zins von 5V2 Prozent von den vorgesehenen Kapitalien zu beziehen haben, daß daher das Interesse der Aktionäre mit jenem der Stadtgemeinde nicht nur nicht kollidiere, sondern dieses durch jenes vielmehr befördert werde, daß das ganze Erträg­ nis des hergestellten Hauses als Tilgungsfonds diene, welcher desto ausgiebiger werden muß, je weniger das Erträgnis geschmälert wird, daß endlich alles das, was geschehen ist, nur nach den Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages und nach der von hoher Landesstelle erfolgten Genehmigung geschehen sei, ohne von Hochseiber bisher die min­ deste Rüge erhalten zu haben, da Hochseiber doch diesfalls von allem die genaueste Kenntnis hatte. Dessen ungeachtet erklärte die hohe Landesstelle mit Dekret vom 5. De­ zember d. J. Zahl 24827/4344 keine Gründe zu finden, von dem im hohen Dekrete vom 24. September 1828 gemachten Ausspruche abzugehen. Da der gehorsamst Unterzeichnete zu Unterstützung der Unternehmung des gol­ denen Dachl Baues von Zeit zu Zeit mit bedeutenden Geldvorschüssen aushelfen mußte und dadurch der bedeutendste Aktionär bei solcher Unternehmung geworden ist, fin­ det es derselbe bei dem Umstande, wo nach dem Erklären der hohen Landesstelie das Interesse der Aktionäre mit jenem der Stadtkommune in Kollision steht, mit seiner Ehre und Pflicht nicht verträglich, den Bürgermeisterdienst ferners beizubehalten und sich daher veranlaßt sieht, die Resignation seines Dienstes als Bürgermeister einem ho­ hen Landespräsidio mit der untertänigsten Bitte zu unterlegen, die gnädigste Einleitung treffen zu wollen, daß sein Nachfolger möglichst bald ernannt werde.“ Juridische Erwägungen über den Fall anzustellen, erscheint heute müßig; sie gehören nicht zur Biographie. Wie immer auch der Sachverhalt gewesen sein mag, wenn das Gubernium bei Wahrung seines Standpunktes statt seines schroffen, die Ehre des Bürger­ meisters tangierenden Vorgehens Riccabona als mildernden Umstand zugute gehalten hätte, daß durch seine finanzielle Hilfe das Goldene Dachl wiederhergestellt, also etwas sehr Lobenswertes geschaffen wurde, wäre Riccabona wahrscheinlich Manns genug ge­ wesen, einen allenfalls berechtigten Tadel hinzunehmen. Für Verhandlungen war es jetzt zu spät; der auf das Ansehen und die Ehre des Bürgermeisters abgeschossene Pfeil hat zu schwer getroffen. Mit allerhöchster Entschließung vom 9. April 1829 hat der Kaiser die Dienstesresig­ nation Riccabonas als Bürgermeister der Stadt Innsbruck angenommen; das Gubernium schrieb dazu: 18 „Von dieser mit hoher Hofkanzleiverordnung vom 14. April 1. J. Zahl 8470 anher eröffneten allerhöchsten Schlußfassung werden Sie mit dem Beisatz in die Kenntnis ge­ setzt, daß Sie hiemit Ihrer Dienstleistung enthoben werden, und daß man gleichzeitig den Magistratsrat Dr. Juffinger zum einstweiligen Amtsverwalter zu bestimmen findet, den Sie das Amt ordnungsgemäß zu übergeben haben.“ Das war alles, was das Gubernium zu sagen wußte; nicht der geringste Hinweis auf Riccabonas sicher vielen Verdienste; kein W ort des Dankes und der Anerkennung. Von seinen Mitarbeitern verabschiedete sich Riccabona mit einem längeren Schreiben, in dem er unter anderem die Bitte ausspricht, die Gemeinderäte mögen es ihm nicht verargen, wenn er Ihnen von seinem Entschluß, zu resignieren, nicht vorher Mitteilung machte; denn wenn Pflicht und Ehre gebieten, sich zurückzuziehen, bemerkte er, ist es nicht mehr an der Zeit, sich erst zu beraten. Das Schreiben schließt mit folgenden Worten: „Wer hätte es wohl geglaubt, daß die Herstellung des goldenen Dachl Gebäudes in dem der Stadt zur wahren Zierde dienenden Zustand, welches unstreitig ein schönes Denkmal für Bürgersinn und Gemeingeist ist und bleiben wird, ein Stein des Anstoßes werden, Demütigung und Vorwürfe zuziehen sollte. Indessen muß uns der Gedanke trösten durch Zusammenwirken etwas Gutes zustande gebracht zu haben, was seiner­ zeit seine Anerkennung finden wird. Nehmen Sie zum Schluß meinen herzlichen Dank für Ihre Liebe, Achtung und für Ihre kräftige Mitwirkung mit der Überzeugung hin, daß ich nie die Beweise Ihrer Freundschaft vergessen und selbe möglichst zu erwidern stets bedacht sein werde.“ Aus dem gemeinsamen, fast ergreifenden Abschiedsschreiben der Gemeinderäte spricht wahrhaft aufrichtige Trauer über den Entschluß Riccabonas, als Bürgermeister zurück­ zutreten; es ist in W orten seltener Wärme und Herzlichkeit abgefaßt und geht weit über den Rahmen einer bloßen konventionellen Höflichkeit hinaus. Es soll daher dem Leser nicht vorenthalten werden: „Mit Schmerzen vernahm der Magistrat die Nachricht, daß Euer Hochwohlgeboren Ihre Dienstesresignation auf das daige Bürgermeisteramt eingelegt und daß seine aller­ höchste Majestät der Kaiser diese Resignation anzunehmen geruht haben, denn unver­ geßlich sind und werden demselben immer bleiben Ihr tätigstes Wohlwollen und Be­ streben, den Nutzen der Stadtgemeinde im Allgemeinen, und dann jedes einzelnen M it­ gliedes, soviel in Ihren Kräften lag, handzuhaben und befördern. Nehmen Eüer Hochwohlgeboren sohin von dem Magistrate in seinem eigenen Namen und in Vertretung der ganzen Stadtgemeinde den wärmsten Dank für Ihre so zahl­ losen Mühen, Beschwerden, Verwendungen und ertragenen manchmaligen Kränkun­ gen. Lohn hiefür kann Ihnen bekanntlich, so sehr sie es wünschte, die Gemeinde in ihrer Unvermögenheit keinen gewähren; doch desto größer wird der Geber alles Guten, der eigentliche Vergelter aller verdienstlichen Handlungen Ihre um die Gemeinde er­ worbenen Verdienste im Buche der ewigen Vergeltung eingeschrieben haben. Übrigens mögen Ihnen wohl auch die bleibenden Denkmale, die in der Stadt Innsbruck während Ihrer Führung des daigen Bürgermeisteramtes entstanden sind, Trost und einige ent­ geltende Freude gewähren; besonders aber und vor allem die Wiedererbauung des einer Ruine nahegstandenen goldenen Dachl Gebäudes, welches ohne Ihre Verwendung und Ihr tätigstes Bestreben wohl nie in diesen schönen, der Stadt zur Zierde gereichenden Stand hergestellt worden sein würde, obwohl leider gerade diese Wiedererbauung die traurige Veranlassung zur Trennung vom Amte und vom Magistrat wurde.“ Am 23. Dezember 1831 beschloß zu Innsbruck Dr. Felix Adam v. Riccabona sein tatenreiches Leben; warme Vaterlandsliebe und rastloser Eifer, Pflichtbewußtsein und Uneigennützigkeit, edle und menschenfreundliche Gesinnung zieren sein Andenken. 19 Anhang Felix von Riccabona hat im Jahre 1815 das ziemlich verwahrloste Schloß M e l a n s ober Absam aus bäuerlicher Hand käuflich erworben und wieder instandgesetzt. Das Schloß gehörte ursprünglich den Herren von Melans. Felix v. Riccabona war viermal verheiratet; alle lebenden, weit verzweigten Fami­ lienmitglieder mit Ausnahme der Trientiner Linie stammen von der ersten Frau, Josefa Ernestine Anna T a s c h von Taschenlehen (geb. Innsbruck am 18. 10. 1775, gestorben daselbst am 20. 11. 1806, vermählt Innsbruck am 5. 6. 1800). Der Enkel der vorigen, Dr. Julius Felix v. Riccabona, Landtagsabgeordneter und Landeskulturrats- präsident, wurde am 30. 11. 1898 in den erblichen Freiherrnstand erhoben; dessen En­ kel, Dr. Julius Freiherr von Riccabona, Oberregierungsrat und Bezirkshauptmann, ist der derzeitige Besitzer von Melans. 1 Ernennung Riccabonas zum Abteilungskommandanten (zu Seite 8) Man findet von Seite der Deputation Herrn Felix v. Riccabona hiemit zum Abtei­ lungskommandanten zu ernennen und diesem Amte anklebenden Rang und doppelten Hauptmanns Gehalt nebst einer Pferdeportion für das notwendig zu haltende Pferd zu erteilen und verspricht sich ganz zuverläßig, daß derselbe nach dem bisher bezeigten Patriotismus und Mut auch die Geschäfte dieser Charge zu besorgen und dadurch unser in denselben gesetztes Zutrauen zum Wohle des Vaterlandes zu rechtfertigen eifrigst bemüht sein werde. Von dieser Beförderung ergeht unter einem die Nachricht wegen Bezahlung des Gehaltes an Herrn Karl v. Fedrigotti. Bozen, den 25. November 1796. Von der Landesfürstlichen und Landschaftlichen Defensions Deputation (Unterschrift unleserlich) 2 Ernennung Riccabonas zum Major (zu Seite 10) W ir Franz der Zweite von Gottes Gnaden erwählter römischer Kaiser, zu allen Zeite'n Mehrer des Reiches, König von Germanien (die folgenden Titel werden hier übergan­ gen), entbieten dem Wohledelgeborenen, Unserem lieben, getreuen, dem Wohledel­ geborenen Felix von R i c c a b o n a zu Reichenfels aus Fleims Unsere Gnade. In Rück­ sicht der nützlichen Dienste, welche die Scharfschützen Unseres getreuesten Landes Tirol im Jahre 1703 bei dem damaligen Einfalle und in der Folge bei mehrmals vorkom­ menden Gelegenheiten, besonders bei den Kriegsunruhen, welche auf den im Jahre 1740 erfolgten Tod Unseres geliebtesten Herrn Ur-Großvaters, Wailand Kaiser Karl VI. Majestät ausgebrochen sind, teils durch Delogierung, teils durch Hintanhaltung des Feindes zur Verteidigung des Vaterlandes geleistet haben, haben Wir diesen Scharf­ schützen die ihnen bereits von Unserem oben angeführten Ur-Großvater Majestät ver­ liehene besondere allerhöchste Gnade zugestanden, daß sie in ordentliche Kompanien und Regimenter eingeteilt und ihnen die Erwählung sämtlicher Stabs-Ober- und Unter­ offiziere überlassen werde. Da nun Du bei der zur Landesverteidigung während der letzt fürgewesten Feindesgefahr ins Feld gerückten Tiroler Scharfschützen Mannschaft als Scharfschützen Divisionskommandant gewählt worden bist und gemäß der vor­ gelegten ehrenvollen Zeugnisse durch Deine Mitwirkung zur gemeinsamen Landesver­ 20 teidigung Dich in verschiedenen Gefechten und anderen Kriegsvorfällen durch persön­ liche Tapferkeit, Entschlossenheit und kluge Anführung zum Besten des Dienstes be­ sonders ausgezeichnet, auch endlich rühmlich bezeigte Ergebenheit und Treue um Uns und das Vaterland verdient gemacht hast, so wollen Wir als regierender Landesfürst Dich Felix v. Riccabona auf Dein untertänigstes Anlangen als Scharfschützen M a j o r in den Pustertalischen Gerichten Bruneck, Michaelsburg, Unter- und Obervintl samt dem mit dieser Charge verbundenen, von Unserem Durchlauchtigsten Erzhause ehehin verliehenen, durch Unseren Hofkriegsrat an die Behörden, intimierten Rang hiemit erheben und bestätigen, wobei W ir Uns allergnädigst versprechen, daß Du den in dieser Eigenschaft Dir zustehenden Pflichten zu Friedens- und Kriegszeiten tapfer, geschickt und getreu, wie es dem Ehrgefühl eines Offiziers zukommt, Dich widmen und nicht nur zur Erhaltung des bereits erworbenen Ruhmes der Tiroler Scharfschützen Dich be­ streben, sondern auch in Deiner Person durch gute Verwendung Deiner Geschicklich­ keit und Deines Eifers weiter Dich verdient machen werdest, damit Wir ferner hieran Ursache Unserer Zufriedenheit und Unseres allergnädigsten Wohlgefallens finden und die Landesverteidigung immer verbessert werde. Hieran beschieht Unser allergnädigster Wille und Meinung. Gegeben in Unserer kaiserl. königl. Haupt- und Residenzstadt Innsbruck, den vierzehnten Tag Monats Julius im siebenzehn hundert acht und neun­ zigsten, Unserer Regierung im siebenten Jahre. Ferdinandus Comes de Bissingen Gubernator Tirolis (deutsches Pergament) 3 Fußnote zu Seite 15 Nr. 275/1132 Actum Innsbruck den 26. März 1815 Vor Herrn Bürgermeister Carl v. Tschusi Actuarite Johann Anton S u i t n e r Syndiker Da die zur Bezweckung der für das Land Tirol möglichst vorteilhaftesten Handelsver­ hältnisse und zur allfälligen Erwirkung anderer auf das Beste der hiesigen städtischen Gemeinde unmittelbar wirkenden Gegenstände, nach Wien bestimmte Abgeordnete von den südlichen Städten Tirols den hiesigen Stadtmagistrat eingeladen haben, mit ihnen gemeinschaftliche Sache zu machen und nach ihrem Beispiel ebenfalls Deputierte zu bestimmen, die sich an selbe anschließen sollen, so hat der Herr Bürgermeister dem versammelten Rate diesfalls die Eröffnung gemacht und zugleich die Bemerkung beige­ setzt, daß die Deputierten der Stadt Trient und Rovereto für den Fall, daß von Seite der Hauptstadt Innsbruck nach solchem Beispiele keine Deputierten nach Wien abge­ schickt werden wollten, ihre Rückreise nach Hause anzutreten, und das Interesse des Landes seinem Schicksal zu überlassen, entschlossen waren. Der gesammte Rat hat die Sache in reifliche Erwägung gezogen und beschlossen, sich bei dem Umstande, wo es sich um Besorgung einer allgemeinen Landesangelegenheit handelt, von den übrigen Deputierten sich nicht zu trennen, auch von seiner Seite einen Deputierten anzuschlie­ ßen, der nebst dieser allgemeinen Landesangelegenheit auch jene, welche die gegen­ wärtige Lage der städtischen Gemeinde betrifft, zu besorgen sich angelegen hält. Nach­ dem vorläufig durch Herrn Bürgermeister die Erkundigung eingeholt worden ist, daß 21 Titul. Herr Hofkommissär gegen die Abordnung eines Individuums nach Wien nichts entgegen haben, wofern der Stadtmagistrat sich den diesfallsigen Unkosten unterziehen zu wollen glaubt, so wurde der Magistratsrat Herr Felix v. R i c c a b o n a zum Abzu­ ordnenden vorgeschlagen und einstimmig vorzüglich aus dem Grunde gewählt, weil zum Grundsätze bestimmt worden ist, von seiner Seite einen abzuordnen, der außer allen merkantilischen Verhältnissen stünde. H err Felix v. Riccabona dankte für das in ihn gesetzte Zutrauen und glaubte, abge­ sehen von den häuslichen Geschäften, die eine Entfernung von Innsbruck ihn mißraten, bemerken zu sollen, daß er sich zuwenig geeignet fühle, um hoffen zu können, dem in ihn gesetzten Zutrauen zu entsprechen. Nachdem ihm hierüber die diestallsigen Besorgnisse durch die Versicherung genom­ men wurden, der Stadtmagistrat wäre sehr ferne, ihn für das diesfallsige Gedeihen ver1 antwortlich zu machen und begnüge sich mit der Überzeugung, daß nach Kräften für das Beste der Stadt Innsbruck mittel- und unmittelbar gewirkt worden wäre, hat er sich erklärt dem geäußerten Wunsche des Stadtmagistrates zu entsprechen und sich sol­ chem schweren Geschäfte gegen die Bedingnis zu unterziehen zu wollen, daß ihm eine bestimmte Instruktion mitgeteilt werde. Diesem billigen Begehren hat der Stadtmagi- strat willfahren und Herrn Felix v. Riccabona folgendes zu seinem Benehmen m it­ gegeben: 1. Für die Herstellung der Universität nicht nur als eine allgemeine Landesangelegen­ heit, sondern als das einzige Mittel zu sprechen, der so sehr herabgekommenen Stadt Innsbruck aufzuhelfen. Die Stadt Innsbruck hat in Rücksicht der Universität ein Prä- cipuum von 10 Steuerknechten übernehmen müssen, wesswegen selbe bei Vermissung derselben nebst dem Entgange des kursierenden baren Geldes eine Bürde tragen muß, ohne einen Gegengang hiefür zu finden. 2. Sich zu verwenden, daß Se. Majestät das gezwungene sowohl als freiwillige Dar­ lehen der Stadt umsomehr zukommen zu lasssen wolle, als dadurch der sehr drückenden Geldlosigkeit einigermaßen für den gegenwärtigen Augenblick gesteuert werden könnte. 3. Den Zustand der Stadt Innsbruck und das Maß der bisherigen Erlittenheiten in dem gehörigen Lichte darzustellen und dabei die Mittel zu befingerzeigen, durch welche der sehr im Gedränge befindlichen Stadt Innsbruck aufgeholfen werden könnte; näm­ lich die Auszahlung der rückständigen Zinse der Schuldentilgungs-Kapitalien, die Bei- belassung des nominal Wertes derselben ohne Reduktion, die Bewilligung einer allge­ meinen Konkurrenz, in dem nur durch gemeinschaftliches Tragen der Lasten, und durch gleiche Teilnehmung an den Vorteilen die Harmonie des ganzen, Gemeinsinn und Zu­ sammenwirken erzweckt werden kann, ein unverzinslicher Vorschuß aus den bereits von Se. Majestät bestimmten 50.000 fl. oder noch erwünschlic'ner aus seiner Schatulle gegen Rückerstattung nach drei Jahren, wodurch eine fünffach größere Schuld der Stadt abbezahlt werden könnte, da einerseits die Geldlosigkeit dahier sehr groß ist, anderer­ seits der Kredit der Stadt Innsbruck als Schuldnerin wegen der ertragenen enormen Kriegsauslagen und wegen der Unmöglichkeit die versprochenen Zahlungen zu leisten, so tief herabgesunken ist. Bewilligung von indirekten Auflagen als Fond zur Tilgung der Stadtschulden. 4. Die sich allenfalls ergebende Gelegenheit zu benützen, der Stadt Innsbruck die mög­ lichen mittel- und unmittelbaren Vorteile zu erwirken, worunter vorzüglich die Anwe­ senheit eines Hofes und der Zentralstellen zu rechnen wären. Da es übrigens nicht billig ist, daß der H err Abgeordnete zur Bestreitung der Reise­ auslagen eigene Gelder verwende, so wird demselben einstweilen ein Vorschuß per 300 fl. aus der städtischen Kassa gegen seinerzeitige Verrechnung bewilligt, zugleich demselben ans Herz gelegt, sich die möglichste Ersparung zu Gunsten der städtischen 22 Kasse umsomehr angelegen sein zu lassen, als ihm die mißliche Lage der gedachten Kasse ohnehin bekannt ist. Derselbe wohl weiß, daß der Stadtmagistrat nur aus dem wichtigen Grunde und in der Erwägung der diesfallsigen Reiseauslagen zu bewilligen sich durch die Impulsion der Deputierten der Städte des südlichen Tirols bewegen lassen zu sollen glaubte, auf daß die Harmonie zwischen dem Nord- und Südtirol für die Zu­ kunft in solchem Opfer ihre Gewähr finde, und der Stadt Innsbruck Mangel an Gemein­ geist und falls die Absichten der übrigen Deputierten nicht erreicht werden sollten, die Schuld des Mißlingens nicht zur Last gelegt werden könne. Zur größeren Bekräfti­ gung ist dieses Protokoll vom Herrn Bürgermeister und den gesamten anwesenden Räten unterschrieben worden. Carl v. Tschusi Bürgermeister Alois Niederkircher Felix v. Riccabona Kasimir Schumacher Felician Rauch Simon Tschurtschenthaler Johann Georg Jufinger Franz Ignaz Winkler Johann Georg Tschurtschenthaler Amtsunterricht für den Bürgermeister Der Bürgermeister als Vorsteher der Stadtbehörden hat über die Leitung der Ge­ schäfte bei dieser Behörde die Oberaufsicht und ist für die gesetzmäßige und möglichst schnelle Vollendung derselben verantwortlich. Er ist aber auch zugleich der Vorstand der sämtlichen Bürgerschaft; und hat in dieser Hinsicht besondere Pflichten: I. Als Vorsteher der Stadtbehörde hat der Bürgermeister a) Alle verschlossenen Eingaben der privaten und der k. k. Behörden selbst zu eröffnen und den Tag des Empfanges darauf zu setzen. Alle diese Stücke, insofern sie nicht ihrer Beschaffenheit nach geheim behandelt werden müssen, sollen dem Einreichungsprotokoll zur Verzeichnung übergeben werden. b) Die Beschleunigung der Geschäfte verlangt, daß sich der Bürgermeister von 8 zu 8 Tagen von dem Sekretär das Protokoll vorlegen lasse, um die Stücke, welche bei den Räten ausständig sind, zur Erledigung zu betreiben. c) Alle Stücke, welche über Geschäfte verhandelt werden, können nur nach der Revi­ sion des Bürgermeistres ausgefertigt werden. Alle Berichte an die k. k. Landesstelle sind vom Bürgermeister und von dem Rate, welcher die Ausfertigung besorgte, zu unterzeichnen und die Originalprotokolle der ganzen Geschäftsführung von 14 zu 14 Tagen der k. k. Landesstelle vorzulegen. d) Der Geschäftsführung in der Registratur, dem Expedit und Einreichungsprotokoll hat der Bürgermeister nachzusehen und darob zu halten, daß dieselbe vorschrifts­ mäßig geschehe. e) Die Verteilung der Geschäfte unter die Räte wird dem Ermessen des Bürgermeisters anheim gestellt, weshalb derselbe dem Einreichungsprotokoll die Weisung zu ertei­ len hat. f) Alle Wochen ist eine Sitzung sämtlicher Räte zu veranlassen, wobei die wichtigeren 23 Geschäfte vorgetragen werden und wobei die Mehrheit der Stimmen entscheidet. Der Bürgermeister hat daher die Stimmen zu sammeln, ist aber keineswegs befugt, einen Votanten an der freien Äußerung seiner Meinung zu hindern. g) Dem Bürgermeister steht es frei, in wichtigeren ökonomischen Angelegenheiten der Stadtgemeinde die 24 äußeren Räte zur Beratung beizuziehen. h) Ausfertigungen an die Inwohner und Bürger der Stadt sind ebenfalls vom Rate, der das Geschäft leitet, und vom Bürgermeister zu unterfertigen. i) Die Magistratsräte sind in Hinsicht der Geschäfte dem Bürgermeister untergeben, jedoch haben sie in der Ratsversammlung nach ihrem Ermessen frei zu stimmen. Das Amtspersonale untersteht dem Bürgermeiter ganz. k) Die Sorge des Bürgermeisters ist es, alle drei Monate einen Kasseabschluß verfertigen und eine Kasseskontrierung vornehmen zu lassen, die Rechnunglegung gehörig zu betreiben und ihre Revision ungesäumt durch einen Ausschuß des äußeren Rates mit der nötigen Vorsicht in der Wahl der Revisoren vornehmen zu lassen. Die Ver­ waltungen der milden Stiftungen und Kirchen sind ebenfalls zur Rechnungslegung in vorschriftsmäßigen Fristen zu verhalten und auf schnelle Revision derselben vor­ züglich zu dringen. 1) Die Arreste hat der Bürgermeister zu verschiedenen Zeiten zu visitieren, über die Nahrung der Arrestanten und Erhaltung der Reinlichkeit bei denselben Nachsicht zu pflegen und bei entdeckten Gebrechen die der Menschheit schuldige schnelle Ab­ hilfe zu treffen. Überhaupt auf schnelle und gründliche Untersuchung schwerer Po­ lizeiübertretungen zu dringen und unter keinem Vorwande zu gestatten, daß U nter­ suchungen unnötigerweise verzögert oder dabei im geringsten die gesetzliche Form verletzt werde. m) Über die Erhaltung der Markt- und Polizeiordnung, die Behandlung der Gewerbs- leute kann nur eigene Übersicht den Bürgermeister zur Überzeugung führen. Wie es seine Pflicht ist, auf die Vollziehung der Gesetze zu sehen, so liegt es ihm ebenso­ sehr ob, nicht zuzugeben, daß ein Inwohner auf was immer für eine Art Unrecht leide. Bei solchen Fällen hat der Magistrat die Bürger zu vertreten und bei den k. k. Behörden geziemend die Abhilfe erzwecken und Vorstellungen zu machen. n) In das Buch über die Kundmachung k. k. Verordnungen hat der Bürgermeister den Tag der Kundmachung mit der Namensunterschrift selbst aufzuzeichnen. o) Die Marschkonkurrenz Rechnungen sollen unter keinem Vorwande verzögert wer­ den und ihre Ausgleichung hat der Bürgermeister bei eigener Dafürhaftung zu ver­ anlassen, damit die Gemeinde durch Verabsäumung dieser nötigen Abfindung in keine Schuldenlast verfalle, und einzelne Inwohner durch unverhältnismäßige Aus­ stände nicht Schaden leiden. p) Die Perzeptionsart städtischer Aufschläge hat der Bürgermeister genau zu beob­ achten und auf Mängel aufmerksam zu sein, sowie die Baulichkeiten von Zeit zu Zeit in Augenschein zu nehmen, damit frühzeitig den Gebrechen begegnet werde, um größere Auslagen zu verhindern. qu)Die Verschönerung der Stadt kann vom Bürgermeister nicht gleichgültig angesehen werden, insofern dieselbe ohne Lasten für die Bürger angezweckt werden dürfte. 24 II. Als Vorsteher der Bürgerschaft hat der Bürgermeister a) Durch die gehörige Erläuterung der k. k. Verordnungen die Stimmung der Bürger­ schaft zu erhalten, jeden Mißverständnissen durch klare Darstellung der Umstände zu begegnen und üblen Gerüchten dadurch vorzubauen, sobald solche aber in Um­ lauf kommen sollten, sogleich den k. k. Landespräsidio die Anzeige davon umständ­ lich vorzulegen. b) Keine Bürgerversammlung ohne Genehmigung und Vorwissen der k. k. Landes­ stelle zu veranlassen. c) Endlich ist der Bürgermeister zugleich der Befehlshaber der Bürgerwache. Dieses sind im Wesentlichen die Pflichten und Befugnisse des Bürgermeisters, welche in einzelnen Fällen von den k. k. Gesetzen und Verordnungen näher bestimmt werden. 5 Präambel zu den Statuten der Sparkasse der Stadt Innsbruck (zu Seite 17) (Gedruckt mit Wagnerischen Schriften 1822) Nach dem Beispiele anderer Städte hat sich in Innsbruck mit Bewilligung der hohen Landesstelle d. d. 18. Jänner 1822 Nr. 549/56 ein Verein zur Errichtung einer Sparkasse unter dem Namen „Spar-Kasse in Innsbruck“ gebildet. Seine Exzellenz der Herr Landesgouverneur Graf Chotek haben über die Bitte des Vereines das Protektorat dieses Institutes zu übernehmen geruht. Der Verein bringt nun seine Statuten und das Reglement zur öffentlichen Kenntnis, und ladet hiemit die Menschenfreunde dieser Stadt ein, durch den Beitritt zu diesem Vereine, die Summe der Garantie, wodurch die Beruhigung der Teilnehmer bedingt ist, möglichst zu vergrößern und nach Kräften beizutragen, die wohltätige Absicht des Vereins in dem Maße zu befördern, als sich sein Umfang erweitert. Es handelt sich darum, der armen dienenden und arbeitenden Klasse die Gelegenheit zu schaffen, ihre auch noch so kleinen Ersparnisse von Zeit zu Zeit gegen hinlängliche Sicherheit verzinslich anzulegen und dadurch zu vermehren, auf welche Ersparnisse dieselben in den Tagen der N ot und des gebrechlichen Alters, oder bei anderen Anläs­ sen, jederzeit mit Bestimmtheit und ohne Zeitverlust rechnen können. Seelsorger, Hausväter, Dienstherren und Ge werbs vorsteh er finden in den Vorteilen dieser Anstalt in der häuslichen Sparsamkeit, in dem Vertrauen auf eigene Kräfte und in der Ordnungsliebe, wozu die ärmeren Klassen durch diese Anstalt angeeifert werden, eine mächtige Aufforderung dieses Institut durch W ort und Tat zu unterstützen, und mit dem Vereine zur Erreichung eines Zweckes zu wirken, welcher durch die Absicht geheiligt, durch den Ausspruch der hohen Regierung geehrt ist. Der Verein beginnt seine Geschäftsführung am 12. des künftigen Monats Februar als dem Geburtsfeste unseres allgeliebten Monarchen Sr. Majestät des Kaisers, und emp­ fängt im hiesigen Ratshause die ersten Einlagen, vergütet aber die Zinsen von den an diesem Tage gemachten Einlagen ausnahmsweise, als wären solche bereits am 1. Februar 1822 eingelegt worden. Innsbruck, am 31. Jänner 1822. Obervorsteher: Felix v. R i c c a b o n a (Es folgen noch die Unterschriften der Vorsteher, Ersatzmänner und Kuratoren.) 25 6 (Zu Seite 17) Der Ausschuß des von Seiner kaiserlich königlichen Majestät allerhöchst genehmigten Vereins zur Bildung eines tirolischen National-Museums unter dem Namen „Ferdinan­ deum“ ehrt den patriotischen Wunsch des H errn Felix von R i c c a b o n a der Rechte Doktors und Bürgermeisters zu Innsbruck diesem Vereine nach Maßgabe seiner Sta­ tuten als ordentliches Mitglied beizutreten, durch Gewährung und durch die Ausferti­ gung dieses, seine Aufnahme beurkundenden Diplomes. Gegeben zu Innsbruck, den 23. Juni 1825. (imprägn. Papier 50 X 62 cm) A. A. di Pauli